Annual Report • Jun 4, 2024
Annual Report
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35 Konzernabschluss und Konzernlagebericht 2023|24 der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)
| 207 | Jahresabschluss 2023 24 |
|---|---|
209 Bilanz
210 Anhang zum Jahresabschluss

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. März 2023 BIS ZUM 29. Februar 2024 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG
| 36 | Unternehmensstruktur | 87 | Segment Zucker |
|---|---|---|---|
| 36 | Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle | 87 | Geschäftsentwicklung |
| 37 | Corporate Governance | 88 | Marktumfeld |
| 89 | Rohstoff und Produktion | ||
| 38 | Nicht-finanzielle Erklärung | 93 | Investitionen |
| nach § 267a UGB | |||
| 38 | Die nachhaltige AGRANA-Wertschöpfungskette | 94 | Forschung und Entwicklung |
| 40 | AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis | 94 | Segment Frucht |
| 41 | Wesentliche nicht-finanzielle bzw. | 95 | Segment Stärke |
| Nachhaltigkeitsbelange | 96 | Segment Zucker | |
| 43 | Organisatorische Einbindung | ||
| von Nachhaltigkeit bei AGRANA und | 97 | Personal- und Sozialbericht | |
| Grenzen dieses Berichtes | 97 | Personalmanagement | |
| 44 | Managementansätze wesentlicher | 99 | Personalentwicklung und Weiterbildung |
| nicht-finanzieller Belange | 100 | Arbeitssicherheit und Gesundheit | |
| 103 | Vereinbarkeit von Beruf und Familie | ||
| 66 | Ertrags-, Finanz-, und | ||
| Vermögenslage | 104 | Risikomanagement | |
| 66 | Änderungen im Konsolidierungskreis | 104 | Risikopolitik |
| 66 | Umsatz- und Ertragslage | 105 | Wesentliche Risiken und Ungewissheiten |
| 68 | Investitionen | 105 | Operative Risiken |
| 69 | Cashflow | 108 | Regulatorische Risiken |
| 69 | Vermögens- und Finanzlage | 111 | Rechtliche Risiken |
| 71 | Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente | 111 | Finanzielle Risiken |
| 73 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | 112 | Klimawandelrisiken und andere ESG-Risiken |
| 114 | Gesamtrisiko | ||
| 74 | Segment Frucht | 115 | Internes Kontroll- und Risiko |
| 74 | Geschäftsentwicklung | Managementsystem | |
| 75 | Marktumfeld | ||
| 76 | Rohstoff und Produktion | 116 | Kapital-, Anteils-, Stimm |
| 80 | Investitionen | und Kontrollrechte | |
| 81 | Segment Stärke | 117 | Prognosebericht |
| 81 | Geschäftsentwicklung | 118 | Nachhaltigkeitsausblick 2024 25 |
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Rund 8.900 Mitarbeitende (FTEs)1 an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2023|24 einen Konzernumsatz von rund 3,8 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, und Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Düngeund hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohrrohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.
Informationen zu Corporate Governance befinden sich im Corporate Governance-Bericht der AGRANA sowie auf der Website des Unternehmens unter www.agrana.com/ir/corporate-governance.

¹ Die Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB wurde in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt.

Spätestens bis 2050: Netto-Null-Emissionen (Scope 1+2+3) über die gesamte Wertschöpfungskette der AGRANA-Gruppe
SBTi-Ziele bis 2030|31 (verifiziert): Reduktion der Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2) um 50 % sowie der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) um 30 % gegenüber dem Basisjahr 2019|20
2040: Netto-Null-Emissionen aus der Produktion (Scope 1+2) der AGRANA-Gruppe
Segment Frucht
Bereich Fruchtzubereitungen Ziele bis 2024|25:
Ziele bis 2025|26:
Bereich Fruchtsaftkonzentrate
Ziel bis 2025|26:
Mindestens 50% nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 77)
Ziel bis 2030|31:
100 % nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 77)
Ziele bis 2026|27: siehe Personalbericht, Seite 100ff

3 In den GRI-Berichtsgrenzen
4 Das Ziel gilt für die Fruchtzubereitungswerke in den GRI-Berichtsgrenzen von 2018|19 (exklusive Erstverarbeitungsanlagen).
AGRANA berichtet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit (Beschreibung des Geschäftsmodelles, siehe Seite 36f) wesentliche nicht-finanzielle Belange – mit einem grünen Fußabdruck gekennzeichnet – in den Konzernlagebericht integriert. Diese nicht-finanzielle Erklärung bietet einen Überblick über das Nachhaltigkeitsverständnis von AGRANA, Governance-Strukturen zum Thema Nachhaltigkeit, die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse, Managementansätze der wichtigsten nichtfinanziellen Belange und deren organisatorische und inhaltliche Berichtsgrenzen sowie relevante Leistungsindikatoren auf Gruppen-Ebene. Details zu Maßnahmen und Leistungsindikatoren sowie Ziele in den einzelnen Bereichen werden in den Segmentberichten, im Kapitel Personal- und Sozialbericht sowie im Corporate Governance-Bericht dargestellt.
Unter Nachhaltigkeit versteht AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit. Folgende drei Leitsätze, die dem Management und allen Mitarbeitenden als praktische und leicht verständliche Anleitung für ein tägliches nachhaltiges Handeln dienen, fassen AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis zusammen:
AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.
| Wesentliche Stakeholder-Gruppen | Formate des Dialogs |
|---|---|
| Rohstofflieferanten | Regelmäßige Beratungsgespräche; Feldbegehungen, Feldtage und Versuchsbesichtigungen; Kontrahierungsveranstaltungen der Segmente Stärke und Zucker physisch und in Form von Webinaren; Spezial-Webinare für Rüben-Neuanbauer, Versammlungen zur Kontrahierung und fachlicher Austausch; intensive Kommunikation via Social Media (v.a. Facebook) |
| Industriekunden | AGRANA führte im Geschäftsjahr 2023 24 eine weltweite Kundenzufriedenheitsbefragung durch und präsentierte wieder ihr breites Produktsortiment auf den wichtigsten internationalen Food and-Beverage-Messen. Vor allem der Fokus auf pflanzenbasierte Konzepte wie Joghurtalternativen, veganes Speiseeis und Fleischersatz sorgten für sehr zufriedenstellende Besucherzahlen. Die Messe-Highlights im Jahr 2023 waren die GULFOOD Manufacturing in Dubai VAE, die IFT in Chicago IL USA sowie die Food Ingredients Europe in Frankfurt Deutschland. Die größte Bio-Messe in Europa – die Biofach in Nürnberg – fand im Februar 2024 statt. AGRANA und AUSTRIA JUICE stellten auf allen vier Messen erfolgreich Neuheiten und Innovationen vor. |
| Anrainer | Telefonische und schriftliche Kontakte im Rahmen des Anrainermanagements |
| Investoren, Öffentlichkeit | Laufende Investor Relations- und Public Relations-Arbeit; digitale und physische Roadshows für institutionelle Investoren; Pressekonferenzen und Hauptversammlung in Präsenz |
| Unsere Mitarbeitenden | Informationen via Intranet (AGRAnet) und in sozialen Medien; Town Hall Meetings einmal im Quartal, globale Befragung der Mitarbeitenden |
AGRANA veredelte im Geschäftsjahr 2023|24 in den Geschäftssegmenten Frucht, Stärke und Zucker weltweit rund 9,0 Mio. Tonnen (Vorjahr: 8,6 Mio. Tonnen) agrarische Rohstoffe und verkaufte rund 5,1 Mio. Tonnen (Vorjahr: 5,4 Mio. Tonnen) hochwertige Produkte.
Im Berichtsjahr 2023|24 wurde die im Vorjahr nach den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse überprüft und nach geringfügigen Anpassungen für weiterhin gültig befunden. Die Tabelle auf der nächsten Seite gibt einen Überblick über die Einschätzung interner Expertinnen und Experten hinsichtlich (positiver oder negativer, potenzieller oder tatsächlicher) Auswirkungen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft (Inside-Out-Perspektive) in unterschiedlichen, nachhaltigkeitsrelevanten Aspekten. Die Auswirkungen wurden bezüglich ihres Ausmaßes, ihrer Tragweite und ihrer Behebbarkeit im Falle negativer Auswirkungen gemäß dem Standard GRI 3 mit einem Zahlenwert beurteilt.
Am Review-Prozess waren rund 15 Mitarbeitende verschiedener Abteilungen sowie aller AGRANA-Segmente beteiligt. In der Darstellung wurde je nach Bewertung in drei Kategorien "Signifikant", "Wichtig"
und "Grundlegend" unterteilt. Unter "Grundlegend" fallen alle GRI-Standards, die zwar gewisse numerische Schwellenwerte in der internen Beurteilung für die gesamte AGRANA-Gruppe nicht erreichten, aber entweder für einzelne Geschäftsbereiche von AGRANA relevant oder aufgrund gesetzlicher Anforderungen oder Erwartungen von Stakeholdern jedenfalls zu berichten sind (Compliance, Governance etc.).
Die zu den Vorjahren unveränderten wesentlichsten Handlungsfelder für AGRANA sind:
Im Geschäftsjahr 2023|24 wurde die Wesentlichkeitsanalyse in Vorbereitung auf die Anforderungen der zukünftig gültigen CSR-D weiterentwickelt und wird im Geschäftsbericht 2024|25 im Rahmen der Erstanwendung der European Sustainability Reporting Standards veröffentlicht.
| AGRANA-Handlungsfeld | GRI-Standard | Signifikant |
|---|---|---|
| Rohstoffbeschaffung | 201-2 | Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen |
| Emissionen | 305-1 | Direkte THG-Emissionen (Scope 1) |
| 305-2 | Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2) | |
| 305-3 305-5 |
Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3) Senkung der THG-Emissionen |
|
| AGRANA-Handlungsfeld | GRI-Standard | Wichtig |
| Rohstoffbeschaffung | 301-1 | Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen |
| Energieverbrauch | 302-1 | Energieverbrauch innerhalb der Organisation |
| 302-2 | Energieverbrauch außerhalb der Organisation | |
| 302-3 | Energieintensität | |
| 302-4 | Verringerung des Energieverbrauchs | |
| Wasser | 303-3 | Wasserentnahme |
| Biodiversität | 304-2 | Erhebliche Auswirkungen von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen auf die Biodiversität |
| Produktverantwortung | 416-1 | Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit |
| Unsere Mitarbeitenden | 405-2 | Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von |
| Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern | ||
| 403-1 | Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | |
| 403-2 | Gefahrenidentifikation, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen |
|
| Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation | ||
| 403-4 403-5 |
Mitarbeiterschulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | |
| 403-9 | Arbeitsbedingte Verletzungen | |
| AGRANA-Handlungsfeld | GRI-Standard | Grundlegend |
| Compliance | 205-1 | Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden |
| 205-2 | Kommunikation und Schulungen zu Richtlinien und | |
| Vertahren zur Korruptionsbekämptung | ||
| 205-3 | Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Maßnahmen | |
| 206-1 | Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten | |
| oder Kartell- und Monopolbildung | ||
| 416-2 | Verstöße im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf die Gesundheit und Sicherheit |
|
| 417-2 | Verstöße im Zusammenhang mit Produkt- und Dienstleistungs- | |
| informationen und der Kennzeichnung | ||
| Governance | 405-1 | Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten |
| Emissionen | 305-4 | Intensität der THG-Emissionen |
| Rohstoffbeschaffung | 408-1 | Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko |
| für Vorfälle von Kinderarbeit | ||
| 409-1 | Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko | |
| für Vorfälle von Zwangs- oder Pflichtarbeit | ||
| 308-2 | Negative ökologische Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen |
|
| 407-1 | Betriebsstätten und Lieferanten, bei denen das Recht auf | |
| Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte | ||
| 414-2 | Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und | |
| ergriffene Maßnahmen | ||
| Wasser | 303-1 | Wasser als gemeinsam genutzte Ressource |
| 303-2 | Umgang mit den Auswirkungen der Wasserrückführung Wasserverbrauch |
|
| Unsere Mitarbeitenden | 303-5 | Arbeitsmedizinische Dienste |
| 403-3 403-6 |
Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter | |
| 403-7 | Vermeidung und Milderung von direkt mit Geschäftsbeziehungen | |
| verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz |
||
| 404-1 | Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung | |
| pro Jahr und Angestelltem | ||
| Abfall | 306-1 | Anfallender Abfall und erhebliche abfallbezogene Auswirkungen |
| 306-2 | Management erheblicher abfallbezogener Auswirkungen | |
| 306-3 | Angefallener Abfall |

Nachhaltigkeitsaufgaben sind integraler Bestandteil vieler bzw. aller Unternehmensfunktionen, die Darstellung gibt daher nur die für das Thema bedeutendsten Konzernfunktionen wieder. Seit dem Geschäftsjahr 2022|23 zeichnet der CTO, Dr. Norbert Harringer, für das Vorstandsressort Nachhaltigkeit verantwortlich und berichtet relevante Aspekte laufend an den Aufsichtsrat. Im Geschäftsjahr 2023|24 wurde der bestehende Strategieausschuss des Aufsichtsrates in Ausschuss für Strategie und Nachhaltigkeit umbenannt, um den durch die CSR-D höheren Anforderungen an Nachhaltigkeits-Governance gerecht zu werden.
Die organisatorischen Berichtsgrenzen für die in diesen Geschäftsbericht 2023|24 integrierten nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsbelange (GRI-Berichtsgrenzen) umfassen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit und entsprechen dem finanziellen Konsolidierungskreis. Daher sind in den nicht-finanziellen Daten die Joint Venture-Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) sowie die AGRANA-STUDEN-Gruppe und die Beta Pura GmbH (Segment Zucker) nicht enthalten (außer wo explizit gekennzeichnet). In Summe deckt die GRI- bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung damit 53 von insgesamt 55 Produktionsstandorten weltweit ab.
In diesem Abschnitt werden einerseits die auf AGRANA wirkenden Risiken im Sinne der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und andererseits die von AGRANA potenziell ausgelösten wesentlichen Risiken, die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Belange laut § 267a UGB haben, dargestellt. Er deckt auch die Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) ab. Daneben bietet er eine inhaltliche Abgrenzung und eine allgemeine konzernweite Übersicht zu Belangen, die für AGRANAs Stakeholder besondere Bedeutung haben.
Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, aber auch der potenziellen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Herstellung landwirtschaftlicher Rohwaren, konzentriert AGRANA ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke) und beschränkt ihre nichtfinanzielle Berichterstattung bisher auf diesen Bereich der Beschaffung. In Vorbereitung einer EU-Richtlinie zu Lieferkettensorgfaltspflichten wird die strukturierte Berichterstattung für die Beschaffung von nicht agrarischen Gütern und Dienstleistungen ab dem Geschäftsjahr 2024|25 ausgebaut.
AGRANA ist im Bereich der Beschaffung agrarischer Rohstoffe von physischen Risiken durch den Klimawandel, z.B. in Form einer zunehmenden Anzahl von Extremwetterereignissen, verstärkten Schädlingsdruck und daraus resultierenden Herausforderungen im Bereich Rohstoffverfügbarkeit und Preisvolatilität, direkt betroffen. Aus diesem Grund wurde im Geschäftsjahr 2023|24 mit der Analyse von langfristigen Klimarisiken entlang der agrarischen Wertschöpfungsketten begonnen (Details zum Umgang mit diesen Risiken und der Klimawandelszenarioanalyse siehe Kapitel Risikomanagement/Operative Risiken/Beschaffungsrisiken, Seite 105f).
Andererseits trägt AGRANA im Rahmen ihrer Rohstoffbeschaffung indirekt zu potenziell negativen Auswirkungen des Rohstoffanbaus bei bzw. steht durch ihre Lieferantenauswahl damit in Verbindung. Dies betrifft negative ökologische Auswirkungen, wie z.B. Flächenverbrauch oder –konkurrenz, Pestizideinsatz, Bodenerosion- und -degradation, Wassermangel oder schlechte Wasserqualität sowie Reduktion der Biodiversität. Daneben könnten auch negative soziale Auswirkungen, wie z.B. Menschenrechtsverletzungen,
Kinderarbeit sowie schlechte Arbeitsbedingungen, durch AGRANAs Lieferbetriebe verursacht werden.
Wenngleich AGRANA keinen direkten Einfluss auf die Betriebsführung ihrer Lieferanten hat, strebt sie im Rahmen des Vorsorgeprinzips durch ihre Lieferantenauswahl eine Vermeidung bzw. Minimierung dieser Umwelt- und Sozialrisiken an. AGRANA hat die Erwartungen an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten in ihren Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die für den Bereich der Sozialkriterien eine Referenz auf den AGRANA-Verhaltenskodex enthalten, niedergeschrieben. Die Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte wurden im Geschäftsjahr 2020|21 überarbeitet und sind Bestandteil von Lieferverträgen. Um Aspekten wie der Sicherstellung von Entwaldungsfreiheit und Emissionsreduktion in der Lieferkette ebenfalls Rechnung zu tragen, wurde 2023|24 eine weitere Anpassung dieser Grundsätze gestartet. Der AGRANA-Verhaltenskodex gilt im Rahmen der Allgemeinen Einkaufsbedingungen bzw. Geschäftsbedingungen auch für alle anderen Geschäftspartner, von denen AGRANA Waren und/oder Dienstleistungen bezieht.
Um Umwelt- und Sozialaspekte in der agrarischen Lieferkette unabhängig vom Beschaffungsmodell strukturiert bearbeiten und dokumentieren zu können, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei der SAI Platform, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Frucht, Stärke und Zucker an den für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.
Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie AGRANA, mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.
Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 109 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten, wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz, besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber
oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA-Silber-Status erreichen sollen.
Die externe Verifizierung des FSA-Nachhaltigkeitslevels der AGRANA-Kontraktlandwirte unterliegt einem dreijährigen Zyklus, der mit dem Jahr 2017 begann. Die aktuellen Re-Verifizierungsaudits wurden 2023 abgeschlossen. Mit wenigen Ausnahmen erreichten die Landwirte in allen Ländern das AGRANA-Ziel des FSA-Silber-Status oder höher. Die nächste Verifizierung nach der Systematik FSA 3.0 findet planmäßig im Geschäftsjahr 2026|27 statt.
Zusätzlich zur direkten Anwendung des FSA stellt die SAI Platform ein umfassendes Benchmarking-System zur Verfügung, das gewährleistet, dass landwirtschaftliche Betriebe, die schon über einschlägige Zertifizierungen (z.B. ISCC oder Rainforest Alliance) verfügen oder an unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsprogrammen teilnehmen, eine FSA-Äquivalenz erhalten, was den Kontrollaufwand maßgeblich reduziert.
Die Zertifizierung nach internationalen bzw. unternehmensspezifischen Standards sowie die externe Verifizierung der betrieblichen Selbstauskünfte im Rahmen des FSA, unter Einhaltung der Regeln des SAI Implementation Framework, ermöglicht landwirtschaftlichen Produzenten und der verarbeitenden Industrie die Auslobung des jeweiligen FSA-Nachhaltigkeitsstatus im B2B-Bereich.
Im Geschäftsjahr 2023|24 waren rund 86 % der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffmenge im SAI FSA-System direkt oder indirekt erfasst.
Unter regenerativer Landwirtschaft wird gemeinhin ein Zugang zur landwirtschaftlichen Produktion verstanden, der auf die Konservierung bzw. den Wiederaufbau von Agrarflächen und Ökosystemen abzielt und Maßnahmen für Boden, Wasser und Biodiversität umfasst.
Grundsätzliche Maßnahmen zum Bodenschutz, wie Fruchtfolgen, bodenschonender Technikeinsatz oder Düngerempfehlungen auf Basis regelmäßiger Bodenanalysen, sind schon seit vielen Jahren von AGRANA von ihren Lieferanten geforderte Praxis, weitere innovative Modelle und Maßnahmen sind in Entwicklung.
Biodiversität ist für AGRANA v.a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion, von Bedeutung. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. AGRANA setzt auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder zur Erhöhung der Artenvielfalt um. Beispielsweise unterhält AGRANA seit 2016 ein Projekt zum Schutz von Bienen, in dessen Rahmen an allen österreichischen Standorten jeweils zehn Bienenstöcke aufgestellt wurden. Diese werden teilweise auch für Workshops zur Wissensvermittlung über die Zusammenhänge in der Natur für Volksschulen genutzt.
Auf AGRANA indirekt wirkende wasserbedingte Risiken in ihrer Lieferkette, der landwirtschaftlichen Produktion, werden implizit im Rahmen der operativen Beschaffungsrisiken vom Risikomanagement erfasst (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 105f). Die von AGRANA in der EU beschafften und verarbeiteten Ackerkulturen werden gegenwärtig größtenteils nicht bewässert. Kennzahlen zur Wassernutzung in der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden daher v.a. aufgrund eingeschränkter Relevanz und auch aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit sowie Verlässlichkeit im internationalen Beschaffungsbereich bisher nicht berichtet. Dennoch ist sich AGRANA der steigenden Bedeutung von Wasserverfügbarkeits- und Qualitätsanforderungen unter dem Aspekt klimatischer Veränderungen und der Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel bewusst. Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden diese Risiken im Rahmen der Durchführung einer langfristigen Klimawandelszenarioanalyse für die vorgelagerte Lieferkette mittels eines Pilotprojekts für den Rohstoff Zuckerrübe bearbeitet (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 112f).
Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltbelangen stellt ihre Umweltpolitik dar, welche unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips die Grundlage zur Vermeidung bzw. Reduktion negativer ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen im Rahmen von AGRANAs Produktion bildet und auch einen Beschwerdeprozess enthält. Um das Engagement von AGRANA bei der Science Based Targets Initiative widerzuspiegeln, wurde die AGRANA-Umweltpolitik im Geschäftsjahr 2023|24 aktualisiert.
Im Bereich der Energieversorgung wirken transitorische Risiken auf AGRANA, wie z.B. im Rahmen des Kampfes gegen den Klimawandel angedachte nationale gesetzliche Verbote (bestimmter) fossiler Brennstoffe oder eine CO2-Besteuerung. Ein System der branchenumfassenden CO2-Besteuerung ist aus AGRANAs Sicht gesellschaftlich zur Herstellung von Kostenwahrheit und als Investitionsanreiz in erneuerbare Technologien notwendig. Wird es nur national oder in der EU und ohne entsprechende Exportentlastungen bzw. Importbelastungen für CO2- Frachten eingeführt, würde es die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens einschränken. (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 104ff).
Die v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker energieintensive AGRANA-Veredelung von landwirtschaftlichen Rohstoffen, die auch dem EU-Emissionshandelssystem unterliegt, hat durch die entstehenden Treibhausgasemissionen negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Diese liegen in AGRANAs direktem Einflussbereich. AGRANA nimmt ihre Verantwortung wahr und wird schädliche Emissionen immer weiter reduzieren, um bis 2040 Netto-Null-Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) auszuweisen. Basis und Unterstützung im Monitoring für die AGRANA-Klimastrategie bilden die Energiemanagementsysteme der AGRANA-Produktionsstandorte. Die Energiemanagementsysteme von rund 37,7 % (Vorjahr: 37,7 %) aller AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 43) waren im Berichtsjahr nach ISO 50001 zertifiziert.
Grundsätzlich sind absolute Energieeinsatz- und Emissionswerte aufgrund jährlich teilweise stark schwankender Rohstoffverarbeitungsmengen (v.a. im Segment Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate) und dem damit verbundenen schwankenden absoluten Energieeinsatz bzw. der ausgelösten Emissionen bezüglich Effizienzverbesserungen wenig aussagekräftig, weshalb AGRANA zusätzlich immer Energie- und Emissionsintensität pro Tonne Produktoutput berichtet.
Bedingt durch die um 18,8 % höhere Rohstoffverarbeitungsmenge im Segment Zucker stieg der absolute brutto Gesamtenergieeinsatz (Scope 1+2) in der AGRANA-Gruppe um rund 4,1 % auf 14,54 Mio. GJ gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput sank v.a. aufgrund von guter Anlagenauslastung im Segment Zucker sowie Energieeffizienzmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen um 5,7 % auf 3,02 GJ. Aufgrund der gesetzten Maßnahmen konnte der Anstieg der absoluten Emissionen (Scope 1+2) trotz des Einsatzes von rund 37.000 Tonnen Heizöl Extraleicht (HEL) in Österreich, um Erdgas zu substituieren und potenzielle Versorgungsunsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges zu vermeiden, auf rund 737.000 Tonnen CO2 bzw. rund 3,9 % begrenzt werden. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput sanken aufgrund der höheren erzeugten Produktmenge im Segment Zucker, des Umstiegs auf Grünstrom an mehreren Standorten des Segmentes Frucht sowie Effizienzmaßnahmen im Segment Stärke um rund 5,6 % auf rund 153 kg CO2.




Im Berichtsjahr 2021|22 wurden erstmals Daten zu Scope-3-Emissionen (Emissionen aus der vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette) nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol für das Basisjahr 2019|20 der AGRANA-Klimastrategie strukturiert erfasst. Dafür hat AGRANA die Primärdaten aus allen Geschäftssegmenten in unterschiedlichen Scope-3-Kategorien mit Emissionsfaktoren aus den methodisch vergleichbar und umfassend (inkl. Effekten aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen wo relevant) arbeitenden Datenbanken von ecoinvent und der Quantis World Food Database verknüpft. Gemeinsam mit den bestehenden Scope-1- und Scope-2-Emissionen aus der eigenen Produktion wurde der Corporate Carbon Footprint berechnet. Emissionsberechnungen aus dem Bereich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind speziell im Agrarbereich mit großer Unsicherheit behaftet, die sich einerseits aus der Methodik und andererseits aus der eingeschränkten Verfügbarkeit von Emissionsmessungen aus dem Anbau ergibt (siehe Projekt zu Primärdatenerhebung auf Seite 48f). Unter den gegebenen Unsicherheiten löste die AGRANA Gruppe daher 2019|20 Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) von insgesamt rund 5,14 Mio. Tonnen CO2e aus. Im Geschäftsjahr 2023|24 lag dieser Wert nach ersten Schätzungen1 bei 4,87 Mio. Tonnen CO2e.
Der mit rund 85 % größte Anteil entfiel 2023|24 dabei auf die Emissionen aus der von AGRANA nicht direkt beeinflussbaren vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3).
Rund 15 % der durch die AGRANA-Geschäftstätigkeit ausgelösten Gesamtemissionen entfielen auf von AGRANA direkt beeinflussbare Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2).
Mit 2,3 Mio. Tonnen CO2e löste das Segment Stärke rund 47 % der Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) der AGRANA-Gruppe im Geschäftsjahr 2023|24 aus. Danach folgten mit rund 1,5 Mio. Tonnen CO2e (32 %) das Segment Zucker bzw. mit rund 1,0 Mio. Tonnen CO2e (21 %) das Segment Frucht.
Die größten Emissionseinträge in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) stammten im Geschäftsjahr 2023|24 mit rund 78 % aus dem Anbau von Agrarrohstoffen und dem Einkauf sonstiger Güter sowie Dienstleistungen (Kategorie 3.1.). Deren Transport zu AGRANAs Produktionsstandorten (Kategorie 3.4) stellte mit rund 7 % den nächstgrößten Eintrag dar. Daneben führt auch der – von AGRANA kaum zu beeinflussende – Transport von AGRANA-Produkten zu ihren Kunden (Kategorie 3.9) mit 5 % zu einem relevanten Emissionseintrag. Unter der Kategorie 3.12 "Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebensende" (Anteil: 6 %) fasste AGRANA Emissionen aus der Entsorgung von Verpackungsmaterialien jeglicher Art zusammen. Weitere Aussagen zu im Rahmen der Nutzung der von AGRANA erzeugten Lebensmittel bzw. -zutaten und technischen Produkte verursachten Emissionen sind aus Gründen fehlender Datenverfügbarkeit nicht möglich.

1 Aufgrund des hohen Aufwands, der mit der Bottom-up Datenerhebung im Basisjahr 2019|20 verbunden war, wurden die abgebildeten Werte für 2023|24 primär über Faktoren auf Basis der Verarbeitungsmengen der wesentlichen agrarischen Rohstoffe für die Segmente Stärke und Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate angepasst. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wurden die Werte aufgrund der Vielzahl eingesetzter, international beschaffter Rohstoffe über einen einzigen Faktor über alle Rohwaren modelliert.
2 Summe aus 3.2 Kapitalgütern, 3.3 Vorgelagerte Aktivitäten im Zusammenhang mit Kraftstoff und Energie, 3.6 Geschäftsreisen, 3.5 Abfall, 3.8 Geleaste Anlagen (v.a. Lagerraum, Büros) sowie 3.7 Mitarbeitermobilität/Pendeln. Die Kategorien 3.10 Verarbeitung verkaufter Produkte, 3.11 Nutzung verkaufter Produkte, 3.13 Vermietete oder verleaste Sachanlagen und 3.14 Franchise wurden im Rahmen der AGRANA-Geschäftsmodelle, primär der Erzeugung von Lebensmitteln, von der Science Based Targets Initiative als nicht relevant für das Geschäftsmodell eingestuft und werden daher nicht berichtet. Die Kategorie 3.15 Investitionen ist im Rahmen der AGRANA-Joint Venture Unternehmen, teilweise mit Wettbewerbern, bisher nicht im Scope der GRI-Berichterstattung.
Im Geschäftsjahr 2019|20 hat AGRANA die Entwicklung einer Klimastrategie in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen bzw. den Vorgaben des europäischen Green Deal und des österreichischen Energie- und Klimaplans, welche Netto-Null-Emissionen bis 2050 bzw. 2040 vorsehen, gestartet.
Im Juli 2021 trat AGRANA der Science Based Targets Initiative (SBTi) bei. Im Rahmen dieser Initiative verpflichten sich Unternehmen dazu, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen zu setzen. Im November 2022 reichte das Unternehmen seine wissenschaftsbasierten Ziele zur Verifizierung bei SBTi ein, der Validierungsprozess dieser Ziele startete Ende Mai 2023 und war Anfang September 2023 abgeschlossen.

Im Rahmen ihrer verifizierten Science Based Targets verpflichtet sich AGRANA dazu, die Emissionen aus ihrer Produktion (Scope 1+2) bis
2030|31 um 50 % sowie die Emissionen aus der vorund nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) um 30 % – jeweils gegenüber dem Basisjahr 2019|20 – zu reduzieren. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, bis 2040 Netto-Null-Emissionen in der eigenen Produktion (Scope 1+2) und bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette auszuweisen.
Der Emissionsreduktionspfad in der eigenen Produktion (Scope 1+2) sieht den kontinuierlichen Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energieträger vor, um bis 2040 Netto-Null-Emissionen ausweisen zu können. Das bedeutet zum Beispiel:
AGRANA verfolgt ein Prinzip der vollständigen Rohstoffverwertung zu Haupt- und Nebenprodukten (v.a. Futter- und Düngemittel). In der Phase ab spätestens 2026|27 soll neben die stoffliche Verwertung die vermehrte energetische Nutzung eiweißarmer
Rohstoffreste treten, um alle Rohstoffbestandteile weiterhin vollständig, aber auch im Sinne des Klimaschutzes optimal zu nutzen. In der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár werden Rübenschnitzel und sonstige Rübenreststoffe bereits seit einigen Jahren zur Biogasproduktion verwendet (siehe Segment Zucker, Seite 91f).
In diesem Zusammenhang erfolgten 2023 bzw. Beginn 2024 einige regulatorische Präzisierungen und Interpretationshilfen der EU-Institutionen, welche es AGRANA bei entsprechender nationaler Umsetzung erleichtern werden, agrarische Reststoffe unter emissionsreduzierender Bilanzierung energetisch zu verwerten, wie das am Standort Kaposvár auf Basis der dort geltenden nationalen Regelungen bereits seit vielen Jahren umgesetzt wird. Wenngleich die bisher bestehende regulatorische Unsicherheit langsam zu Gunsten von Biomassenutzung behoben wird, erfolgt die energetische Verwertung von Biomasse zu Lasten von zum Beispiel Futtermittelerlösen oder Düngemittelnutzung und wird wesentlich von der ausreichenden physischen und wirtschaftlichen Verfügbarkeit als nachhaltig eingestufter und damit emissionsreduzierend zu bilanzierender Biomasse abhängen. Daher wird der Ausstieg aus fossilen Energieträgern der 53 Produktionsstandorte1 in der AGRANA-Gruppe keine Pauschallösung sein können, sondern standortabhängig eine Mischung verschiedener Maßnahmen, wie Energiespar- und Effizienzmaßnahmen, energetische Biomasseverwertung und verstärkte Elektrifizierung von Prozessen, umfassen.
In Summe müsste AGRANA, basierend auf heutigen Annahmen, bis 2040 rund 576 Mio. € investieren, um die in ihrer Produktion bei der Verarbeitung der eingesetzten Rohstoffe entstehenden Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) zu vermeiden, wobei konkrete Projekte nur im Rahmen der unternehmensinternen Fünfjahresplanung hinterlegt sind (darüberhinausgehende Projekte und Kostenschätzungen wurden bisher nur modelliert).
Emissionen aus dem Bereich Landwirtschaft und Ernährung trugen 2019 rund 31 %2 zu den weltweiten durch Menschen verursachten Emissionen bei. Auch im Rahmen des EU Green Deals wird der Reduktion von Emissionen aus dem landwirtschaftlichen Anbau im Rahmen der "Farm to Fork"- bzw. "Vom Hof auf den Tisch"-Strategie große Bedeutung beigemessen. Wenngleich pauschale Vorgaben, wie z.B. die Reduktion des chemischen Düngemitteleinsatzes um mindestens 20 %, kontroversiell diskutiert werden, zeigen sie doch ein wesentliches Handlungsfeld im Klimaschutz auf.
Der wesentliche Eintrag mit rund 78 % in den Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe im Bereich der Scope-3-Emissionen erfolgt durch den Anbau der vom Unternehmen verarbeiteten agrarischen Rohstoffe. Um ein realistischeres Bild der Emissionen aus AGRANAs vorgelagerter Wertschöpfungskette und damit ihrer Ausgangslage für den Emissionsreduktionspfad zu erlangen, hat AGRANA im Geschäftsjahr 2023|24 den Corporate Carbon Footprint für das Geschäftsjahr 2019|20 überarbeitet ("Re-Baselining"). Dazu wurde versucht, die neuen Anforderungen von SBTi für Unternehmen bzw. Produkte aus dem Forst-, Landund Agrarsektor ("FLAG") aufzunehmen. Unternehmen sind zukünftig verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen in sogenannte "FLAG"- und "Non-FLAG"-Emissionen zu unterteilen – kurzum: Welche Emissionen sind direkt dem landwirtschaftlichen Anbau ("FLAG") zuzurechnen und welche Emissionen entstehen an anderer Stelle ("Non-FLAG") entlang der Wertschöpfungskette. Dies ist die Voraussetzung, um zukünftig auch das große Potenzial der Kohlenstoffspeicherung/-sequestierung im Rahmen natürlicher Lösungen in der Landwirtschaft nutzen zu können. Die Reduktion von Emissionen bzw. speziell das Erreichen von Netto-Null-Emissionen in der Landwirtschaft wird wesentlich von den wissenschaftlichen bzw. regulatorischen Vorgaben zur
Kohlenstoffspeicherung/-sequestrierung im Anbau (Carbon Farming) abhängen, die bisher fehlen.
Da die methodischen Voraussetzungen für die Scope-3- Emissionen basierend auf den Vorgaben des GHG-Protokolls noch nicht final veröffentlicht sind und dies erst im Lauf des Kalenderjahres 2024 zu erwarten ist, sehen wir davon ab, vorläufige Ergebnisse zu publizieren.
Auf Basis der endgültigen Überarbeitung des Corporate Carbon Footprints 2019|20 werden im Geschäftsjahr 2024|25 alle bisher identifizierten potenziellen Emissionsreduktionsmaßnahmen einer Neubewertung unterzogen. Das Ergebnis beziehungsweise die abgeleiteten Ziele müssen schlussendlich erneut von der Science Based Targets Initiative im Rahmen des "Re-Baselining" validiert werden.
Einen weiteren, wichtigen Schritt konnte AGRANA im Berichtsjahr 2023|24 im Bereich strukturierter jährlicher Primärdatenerhebung von Lieferanten setzen. Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden in einem Pilotprojekt Primärdaten für die wichtigsten Rohstoffe der einzelnen Segmente erhoben und damit für AGRANA-Lieferanten spezifische Emissionsfaktoren berechnet. Diese Primärdaten wurden bei einer jeweils repräsentativen Anzahl von Anbauern von Zuckerrüben, Stärkekartoffeln und Mais in Österreich, von Äpfeln in Ungarn sowie für Erdbeeren in Mexiko
für den Anbau 2022 erfasst. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Pilotprojektes flossen in ein im Berichtsjahr 2023|24 gestartetes Projekt für die zukünftige, jährliche Primärdatensammlung ein, welches zum Ziel hat, unter Nutzung möglichst etablierter Systeme, Lieferanten in die Lage zu versetzen, möglichst schnell und unkompliziert softwareunterstützt Daten zu erfassen. Damit sollen auch alle relevanten Daten generiert werden, welche Lebensmittelproduzenten zukünftig zur Berechnung eigener, rohstoffbezogener Emissionsfaktoren benötigen.
Wasser, die weltweit gesellschaftlich wichtigste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Wassermangel bzw. der Entzug von Wasser in wasserarmen Regionen sowie schlechte Wasserqualität oder -temperatur bei Einleitung von Abwasser stellen ein ökologisches und soziales Risiko dar.
AGRANA hat im Geschäftsjahr 2022|23 unter Nutzung des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute, die die genannten und zahlreiche weitere Risiken abdecken, das Wasserrisiko für alle ihre Produktionsstandorte evaluiert. Im Berichtsjahr 2023|24 lagen 15 bzw. 28,3 % der AGRANA-Standorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 43), der Großteil davon im weltweit tätigen Segment Frucht, laut der letztjährigen Analyse aus unterschiedlichen Gründen in Gebieten mit hohem oder sehr hohem Wasserrisiko. Wenngleich keiner der AGRANA-Produktionsstandorte bisher operativ tatsächlich von quantitativer oder qualitativer Wasserknappheit betroffen oder Auslöser wesentlicher Probleme für die umliegenden Wasseranrainer war, stellt die nachhaltige, verantwortungsbewusste und allen gesetzlichen Standards entsprechende Nutzung und Ableitung von Wasser einen bedeutenden Aspekt der AGRANA-Umweltpolitik dar. Weitere Details zum Umgang mit Wasser an den Produktionsstandorten siehe Segmentberichte (Seite 78f, 85, 92).
Im Rahmen ihrer Effizienzbemühungen nutzt AGRANA das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen. Beispielsweise haben Zuckerrüben und Äpfel einen durchschnittlichen Wassergehalt von 75 % bzw. 85 %. Nach Nutzung und Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen sowie entsprechender Aufbereitung stellt AGRANA anderen Wassernutzern das Wasser wieder zur Verfügung. In Summe gibt die AGRANA-Gruppe mehr Wasser ab, als sie aufnimmt, und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus.

AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Absolutwerte zu Wasserentnahme und -abgabe haben aufgrund schwankender jährlicher Rohstoffverarbeitungsmengen und dadurch schwankender absoluter Wasserentnahme- und Wasserabgabewerte nur sehr eingeschränkte Aussagekraft bezüglich einer effizienten Wassernutzung.
Ökonomische, ökologische und soziale Risiken bzw. Auswirkungen aus dem Bereich der Abfallentstehung und -entsorgung im Rahmen von AGRANAs Geschäftstätigkeit sind dank ihrer Unternehmensphilosophie begrenzt. Für AGRANA als Verarbeiter agrarischer Rohstoffe sind die von ihr eingesetzten landwirtschaftlichen Rohwaren viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten Prinzip der vollständigen Verwertung trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v.a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits gelangen dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.
| 2023 24 | 2022 231 | 2021 22 | |
|---|---|---|---|
| Abfallmenge gesamt davon gefährliche Abfälle |
84.990 t 617 t |
64.461 t 520 t |
75.982 t 439 t |
| Abfall pro Tonne Produktoutput davon gefährliche Abfälle pro |
17,7 kg | 14,8 kg | 16,0 kg |
| Tonne Produktoutput | 128 g | 119 g | 92 g |
Die Abfalldefinition der AGRANA-Gruppe folgt den Vorgaben der europäischen Regulatorik. Aus diesem Grund werden nur Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden ("Re-use-Mengen"), werden nicht als Abfälle berichtet. Aufgrund eines Umbauprojektes an einem Fruchtzubereitungsstandort in den USA stieg die absolute Abfallmenge um rund 31,8 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg der gefährlichen Abfälle resultiert v.a. aus dem Segment Stärke. Die gefährlichen Abfälle unterliegen starken Schwankungen, da sie teilweise am Standort bis zu einer mengenmäßig relevanten Entsorgungsmenge sachgerecht gesammelt werden. Damit stieg auch die spezifische Gesamtabfallmenge sowie jene der gefährlichen Abfälle um 19,5 % bzw. 7,6 %.
Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Produkten (Kategorie 3.4. und 3.9. – Transporte vorund nachgelagert), wie die erste Abschätzung des Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2019|20 zeigte, nur rund 12,1 % zum Treibhausgasausstoß im vor- und nachgelagerten Bereich (Scope 3) beitrug (siehe Seite 47), wird AGRANA dennoch versuchen, Transporte soweit sie vom Unternehmen beeinflusst werden können und dies infrastrukturell und wirtschaftlich möglich ist, nachhaltig zu gestalten. Einfluss hat AGRANA im Bereich vorgelagerter Transporte über eine möglichst regionale Lieferantenauswahl.
Im Geschäftsjahr 2023|24 lag der Modal Split für die In- & Outbound-Logistik in der AGRANA-Gruppe bei rund 73,3 % Straße, 20,5 % Schiene und 6,2 % Wasser.
Bei der Belieferung weiterverarbeitender Industriekunden setzt AGRANA auf Mehrwegsysteme. 2023|24 wurden rund 74 % der weltweit verkauften Produktmenge v.a. per Silowagen oder in retournierbaren Stahlgroßcontainern an AGRANA-Abnehmer geliefert.
Nur rund 26 % der vertriebenen Produkte, besonders über den Einzelhandel an Konsumenten vertriebener Zucker der Wiener Zucker-Markenfamilie, wurden in
Einwegverpackungen angeboten. In diesem Bereich versucht AGRANA, besonders auf nachhaltige Produktion und Wiederverwertbarkeit der Verpackungsmaterialien zu achten. Das heißt z.B. Einsatz von Papier-Verpackungen, wo die Produktschutzanforderungen dies zulassen, und Verwendung von FSC-zertifiziertem Papier. Nur für Verpackungen mit direktem Produktkontakt werden Frischfasern eingesetzt, um kein Risiko einer möglichen Produktkontamination einzugehen. Für Tertiärverpackungen aus Wellpappe werden ausschließlich Recyclingmaterialien verwendet. Für Versiegelungen kommen annähernd kunststofffreie Verbundmaterialien zur Anwendung (z.B. für Zucker-Sticks und Zucker-Sachets). Die Wiener Zucker-Markenfamilie verzichtet auf Aluminium.
Die interne normative Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitenden stellt der AGRANA-Verhaltenskodex dar, der im Geschäftsjahr 2022|23 überarbeitet wurde. Er enthält u.a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Daneben werden auch die Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen festgeschrieben. Seine Einhaltung soll ökonomische Risiken, wie eine schwierige Mitarbeiterfindung, ineffiziente Betriebsabläufe, Streiks und Reputationsverlust für AGRANA, sowie soziale Risiken, wie ein unsicheres, gesundheitsgefährdendes, diskriminierendes, unfaires Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden, vermeiden bzw. minimieren. Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde er um eine Konzern-Richtlinie zu Diversität und Inklusion ergänzt. Daneben ist AGRANA Mitglied des UN Global Compact, um ihr Engagement in Sozialbelangen zu untermauern. Dieser beinhaltet zehn grundlegende Prinzipien, die Bereiche rund um Menschenrechte und Arbeitsnormen, Umwelt und Klima sowie Korruptionsbekämpfung umfassen.
Die Arbeitsverhältnisse von rund 63 % der AGRANA-Mitarbeitenden1 weltweit unterlagen 2023|24 einem Kollektivvertrag. Bei Tochtergesellschaften, die nicht durch einen Kollektivvertrag abgedeckt sind, erfolgt eine an den gesetzlichen Gegebenheiten und am Markt orientierte Vertragsgestaltung. Die Interessen von etwa 66 % der Mitarbeitenden wurden durch einen lokalen Betriebsrat oder eine lokale Gewerkschaftsvertretung repräsentiert. An jenen Standorten, an denen keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechte eingerichtet, die für alle Mitarbeitenden zur Verfügung stehen. Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen. Daneben
1
steht Mitarbeitenden das AGRANA-Whistleblowing-System zur Verfügung.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Das SEDEX-Assessment und -Audit zielt vor allem auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) ab, enthält aber auch einige Fragen zu Umweltaspekten. Zum Bilanzstichtag 2023|24 verfügten rund 60,4 % (Vorjahr: 66 %) bzw. 32 (Vorjahr: 35) der AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen über gültige SMETA- oder vergleichbare Sozialaudits. Es wurden keine wesentlichen Verstöße festgestellt. Die SMETA-Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.
Die im Geschäftsjahr 2023|24 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeitende werden im Personalbericht (siehe Seite 97ff) kommentiert.
Die Risiken und Managementansätze sowie die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2023|24 zu den Themen Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung bzw. Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden im Bereich Compliance im Corporate Governance-Bericht (siehe Seite 23ff) dargestellt.
Oberstes Ziel der AGRANA-Qualitätspolitik ist es, den Kundenbedürfnissen entsprechende, für den Verzehr sichere Lebens- und Futtermittel zu erzeugen. Die Einhaltung der zahlreichen geltenden nationalen und internationalen Anforderungen an die Produktsicherheit an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA die oberste Priorität dar.
Zusätzlich zu den lokalen gesetzlichen Vorschriften für Lebens- und Futtermittel setzt AGRANA im Bereich Lebensmittelsicherheit auf Zertifizierungen nach Standards, die durch die Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt sind. Wichtiger Teil dieser Standards sind sogenannte Gefahrenabwehrpläne. Diese dienen der Identifizierung und Beherrschung möglicher chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Gefahren für die menschliche Gesundheit. Die Gefahrenabwehrpläne werden regelmäßig überprüft und verbessert.
Die Umsetzung der Anforderungen aus Gesetzen und Standards wird durch informierte, geschulte und verantwortungsvoll agierende Mitarbeitende – topdown und bottom-up – sichergestellt. Dadurch trägt AGRANA auch der Einführung und Aufrechterhaltung einer Lebensmittelsicherheitskultur Rechnung.
In ihrem Bestreben nach Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit geht AGRANA über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat international anerkannte Standards für Produktsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt.
Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Koscher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2023|24 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.
Die kontinuierliche Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von AGRANA hergestellten Lebens- und Futtermittel erfolgt durch externe Zertifizierungen, Kunden- und Lieferantenaudits sowie ein internes Auditsystem.
Zucker als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung Als Produzent von u.a. Zucker ist die AGRANA-Gruppe von regulatorischen Risiken wie z.B. Zuckersteuern und Front-of-Pack Nährwertlabels indirekt betroffen. In Wirtschaftsregionen mit hohem Lebensstandard stellen Gesundheit und ausgewogene Ernährung für viele Menschen einen wesentlichen Grund zum Wunsch nach Zuckerreduktion dar. Andererseits sind auch Gesetzgeber bzw. nationale Gesundheitsbehörden aus Sorge über ernährungs- bzw. lebensstilbedingte Erkrankungen, die zu einer potenziellen Überlastung der Gesundheitssysteme führen, u.a. an Zuckerreduktion in der Ernährung interessiert. Die Lebensmittelindustrie begegnet tatsächlichen oder angedrohten steuerlichen Belastungen auf Zucker, etwa in Form einer Zuckersteuer, beispielsweise mit branchenspezifischen Selbstverpflichtungen zur Reduktion der eingesetzten Zuckermenge (z.B. bei Soft-Drinks, Zerealien und Joghurts). Auch der vielfach diskutierte Ausweis des sogenannten Nutri-Scores, einem System zur vergleichenden Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln einzelner Lebensmittelkategorien in Form einer Ampel- oder
Buchstabendarstellung, auf Produkten motiviert Lebensmittelproduzenten zur Reformulierung ihrer Produkte. Dies führt zu einer sukzessiven Zuckerreduktion. Der Zuckerverbrauch in der EU ist seit etwa 20 Jahren stagnierend bis leicht rückläufig. Die OECD und die FAO gehen in ihren Prognosen von einem weiteren Rückgang des Zuckerkonsums in den OECD-Staaten aus, wenngleich auf einem noch niedrigeren Niveau als in den letzten Jahren.
AGRANA ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Aus AGRANAs Sicht greifen Reformulierungen von Produktrezepturen, die allein Zucker ins Visier nehmen, aber zu kurz. Letztlich ist nicht Zucker per se, sondern generell eine positive Energiebilanz (d.h. es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht) für Übergewicht und die (potenziell) daraus resultierenden Folgeerkrankungen verantwortlich. Ob die übermäßige Kalorienaufnahme aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlenhydraten stammt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
Daher nimmt für AGRANA die Wissensvermittlung in den Bereichen Ernährung im Allgemeinen, Lebensstil, Energiebilanzen sowie Eigenschaften von Zucker im Speziellen, einen sehr hohen Stellenwert ein. Das Engagement umfasste im Berichtsjahr 2023|24 Initiativen wie jene des "Forum Ernährung heute" oder der Plattform "Land schafft Leben".
Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten, an denen sie tätig ist, engagiert. Im Rahmen dieses Engagements bringt sich AGRANA auch bei verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen sowie Branchenund Interessenvertretungen ein (siehe Seite 53).
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit, der industriellen Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoffe zu Lebensmitteln bzw. Vorprodukten für unterschiedliche Branchen, und ihrer Nachhaltigkeitsschwerpunkte im Bereich Klimaschutz, vollständiger Rohstoffverwertung, Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien im eigenen Unternehmen und in der agrarischen und außeragrarischen Lieferkette sowie im Rahmen ethischer Geschäftsgebarung unterstützt AGRANA v.a. die Ziele 8, 13, 15 und 16 der Sustainable Development Goals (SDGs). Daneben trägt AGRANA indirekt auch
zum Erreichen einzelner Aspekte der Ziele 2 bis 7 sowie 12 und 14 bei.

Mitgliedschaften bei wesentlichen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen
| Initiative | Mitgliedsunternehmen | Seit | Ziel der Initiative und Mitglieder |
|---|---|---|---|
| Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2014 | Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken; Mitglieder: aus der Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung |
| The Sustainable Juice Covenant |
AUSTRIA JUICE GmbH | 2018 | Ziel: globale Initiative zur nachhaltigen Produktion von frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Saftkonzentraten; Mitglieder: Getränkeindustrie, v.a. Mitglieder der European Fruit Juice Association (AIJN) |
| Science Based Targets initiative (SBTi) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2021 | Ziel: Mitglieder verpflichten sich zum Setzen von Klimazielen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2009 | Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| UN Global Compact | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2022 | Ziel: Erfüllung zehn grundlegender Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| EcoVadis | AUSTRIA JUICE GmbH sowie einige Standorte des Segmentes Frucht, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Zucker GmbH |
2013 | Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen verschiedenster Industrien |
| ARGE Gentechnik-frei | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2010 | Ziel: Förderung/Sicherstellung der österreichischen GVO-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion; Mitglieder: gesamte Lebensmittel Wertschöpfungskette inklusive vieler Einzelhändler |
Mitgliedschaften bei Branchen- und Interessenvertretungen
| Branchen- und Interessenvertretung | Mitgliedsunternehmen | Wirkungsbereich |
|---|---|---|
| Industriellenvereinigung (IV) | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller | AGRANA Stärke GmbH | Deutschland |
| CEFS – Comité Européen des Fabricants de Sucre | AGRANA Zucker GmbH | EU |
| Starch Europe | AGRANA Stärke GmbH | EU |
| SGF International E.V. | AUSTRIA JUICE GmbH | weltweit |
| ePURE | AGRANA Stärke GmbH | EU |
Im Sommer 2020 hat die EU mit der Taxonomie-Verordnung 2020/852 ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den Ausweis von Umsätzen, Investitionen und Betriebsausgaben aus nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten definiert. Nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten haben einem der sechs EU-Umweltziele, nämlich Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, zu dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen. Daneben haben die Wirtschaftstätigkeiten soziale Mindeststandards zu erfüllen.
Die Feststellung taxonomiefähiger bzw. -konformer Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben erfolgte im Rahmen des Screenings der technischen Bewertungskriterien sowie der DNSH-Kriterien und der "Minimum Social Safeguards" (Art. 18) in Zusammenarbeit mit den Technikverantwortlichen an den jeweiligen Produktionsstandorten sowie den Controlling-, Finanz-, Compliance- und Nachhaltigkeitsfunktionen auf Standorts-, Segmentsund Gruppenebene. Die AGRANA-Gruppe vermeidet jede Art von Doppelzählung, indem sie die Daten für jede Leistungskennzahl eindeutig einer Aktivität zuordnet. Wenn eine Aktivität zu mehreren Umweltzielen beiträgt wurde sie immer dem für die AGRANA-Gruppe wesentlichsten Umweltziel, dem Klimaschutz, zu 100 % angerechnet.
AGRANA stellt die Einhaltung von Minimum Social Safeguards im Rahmen ihres Compliance-Managementsystems und ihrer Due-Diligence-Prozesse sicher. Inhaltlich beruhen die gruppenweiten Vorgaben auf der Internationalen Charta der Menschenrechte, den Standards der International Labour Organization, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und den UN Guiding Principles for Business and Human Rights. Das AGRANA-Compliance-Office führt einmal jährlich eine Risikoanalyse für alle Standorte und Länder, in denen es Geschäftstätigkeiten gibt, durch. Diese Risikoanalyse basiert sowohl auf ausgewählten Indikatoren wie Coface, Corruption Perception Index und dem International Trade Union Confederation (ITUC) Index, als auch auf internen Quellen wie der Auswertung von Hinweisen aus dem AGRANA-Whistleblowing-System. Die Due-Diligence-Prozesse umfassen u.a. interne Audits der Internen Revision, externe Sozialaudits an vielen AGRANA- und Lieferantenstandorten sowie die Nutzung der Tools der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) für den Bereich der agrarischen Lieferkette. Detailinformationen zu Sozialbelangen in der Lieferkette,
Arbeitnehmerbelangen und der Achtung der Menschenrechte siehe NFI-Erklärung Seite 51 sowie GRI-Index (GRI 407-409) auf Seite 220f.
Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Umsatzerlösen laut Ausweis im Konzernabschluss 2023|24, Seite 120, und wurde auf Basis der delegierten Offenlegungsverordnung gemäß Anhang 1, Punkt 1.1.1 im Rahmen der AGRANA Rechnungslegung siehe Anhang / Kapitel 7.10 Gewinnrealisierung (Seite 147) berechnet.
Dem Zähler wurden jene Anteile der Umsatzerlöse allokiert, welche im Zuge des Screenings als taxonomiefähig eingestuft wurden und zusätzlich die technischen Bewertungskriterien erfüllen. Da Wirtschaftstätigkeiten aus dem Bereich Produktion von Lebensmitteln und Getränken bzw. Lebensmittelbestandteilen nicht im Scope der EU-Taxonomie enthalten sind, fielen 94,5 % der Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe 2023|24 nicht in ihren Anwendungsbereich.
Für das Geschäftsjahr 2023|24 kann die AGRANA-Gruppe wie auch im Vorjahr EU-taxonomiekonforme bzw. -fähige Umsatzerlöse ausschließlich aus ihren Wirtschaftstätigkeiten "3.17. Herstellung von Kunststoffen in Primärformen" (Herstellung thermoplastischer Stärke am Standort Gmünd|Österreich), "4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen" (Bioethanolerzeugung am Standort Pischelsdorf|Österreich), "5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen" (Biogasproduktion, Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan in das lokale Erdgasnetz am Standort der Zuckerfabrik Kaposvár|Ungarn (Details siehe Segmentbericht Zucker, Seite 91f) berichten (Tabelle siehe Seite 58f). Die einzige Veränderung zum Vorjahr ergibt sich durch einen absoluten Umsatzrückgang in der Wirtschaftstätigkeit 4.13. Im Rahmen dieser sind Teile des am Standort des kombinierten Weizenstärkeund Bioethanolwerkes in Pischelsdorf erzeugten Bioethanols, nämlich jene Bioethanolanteile, die aus den Abfällen der vorgelagerten Weizenstärkeproduktion erzeugt werden, als taxonomiekonform (A.1) einzustufen. Jene Anteile, die aus Futtergetreide erzeugt werden, erfüllen nur die Vorgaben für Taxonomiefähigkeit (A.2), weshalb die erzielten Produktumsätze im Verhältnis der
eingesetzen Rohstoffe auf die Kategorien A.1 und A.2 aufgeschlüsselt wurden.
| Umsatzanteil/Gesamtumsatz | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Taxonomiekonform je Ziel |
Taxonomiefähig je Ziel |
|||||
| CCM | 1,7% | 5,5% | ||||
| CCA | 0,0% | 0,0% | ||||
| WTR | 0,0% | 0,0% | ||||
| CE | 0,0% | 0,0% | ||||
| PPC | 0,0% | 0,0% | ||||
| BIO | 0,0% | 0,0% |
Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Zugängen in Sachanlagevermögen, erworbene und Nutzungsrechte, (Note (17), Seite 123) und immaterielle Vermögenswerte (Note (16), Seite 123) laut Ausweis im Konzernabschluss 2023|24 und wurde auf Basis der delegierten Offenlegungsverordnung gemäß Anhang 1, Punkt 1.1.2.1 berechnet.
Investitionen in Sachanlagen beinhalten u.a. auch Anlagen im Bau, da bestimmte Projekte nicht im Laufe des Geschäftsjahres abgeschlossen werden, sondern sich je nach Projektumfang auch über mehrere Geschäftsjahre erstrecken können. In diesen Fällen werden die Projektkosten während der Bauphase als Anlage im Bau kumuliert, bis eine bestimmte Phase des Projektes abgeschlossen ist und die Kosten auf die jeweilig zugehörige Anlageklasse übertragen werden.
Dem Zähler wurden jene Anteile der Investitionsausgaben allokiert, welche im Zuge des Screenings als taxonomiefähig eingestuft wurden und zusätzlich die technischen Bewertungskriterien erfüllen. Von den Gesamtinvestitionen der AGRANA-Gruppe lagen im Berichtsjahr 16 % (Vorjahr: 13,8 %) im Geltungsbereich der EU-Taxonomie.
EU-taxonomiekonforme CAPEX/Investitionsausgaben betrafen im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr 2023|24 Investitionen, die u.a. den Wirtschaftstätigkeiten "4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme", "5.3. Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungssystemen", "5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und versorgung", "6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen", "7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten" im Zähler zuzurechnen sind (Tabelle siehe Seite 60ff). Es gab im Berichtsjahr keine Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen. Die Veränderung zum Vorjahr besteht im Wegfall von Investitionen im Bereich der Wirtschaftstätigkeit "4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen", siehe
Tabelle auf Seite 60f, daher wurde im Berichtsjahr kein Schlüssel zur Aufteilung in taxonomiekonforme und fähige Investitionen angewandt (siehe Umsätze Seite 58f).
| CAPEX-Anteil/Gesamt-CAPEX | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Taxonomiekonform je Ziel |
Taxonomiefähig je Ziel |
||||
| CCM | 9,1% | 16,0% | |||
| CCA | 0,0% | 0,0% | |||
| WTR | 2,4% | 3,3% | |||
| CE | 0,0% | 0,0% | |||
| PPC | 0,0% | 0,0% | |||
| BIO | 0,0% | 0,0% |
Die auf die Bereiche Reparatur und Instandhaltung, Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, Gebäuderenovierung, Forschung & Entwicklung sowie Training eingeschränkte Definition von OPEX/Betriebsausgaben der EU-Taxonomie führte dazu, dass im Berichtsjahr 2023|24 nur 109,2 Mio. € der gesamten OPEX/Betriebsausgaben in den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie und damit Nenner der Kennzahl fielen.
Im Zähler wurden jene Anteile der Betriebsausgaben allokiert, welche der Definition des Nenners entsprechen, im Zuge des Screenings als taxonomiefähig eingestuft wurden und die technischen Bewertungskriterien erfüllen. EU-taxonomiekonforme Betriebsausgaben beschränkten sich auf die Wirtschaftstätigkeit "7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten", wobei diese Wirtschaftstätigkeit nur OPEX von 11.000 € verursachte. Taxonomiefähige OPEX entfielen auf die Wirtschaftstätigkeiten "5.3. Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungssystemen", "6.6. Güterbeförderung im Straßenverkehr" und "9.1. Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation" (Tabelle siehe Seite 64f).
Die Betriebsausgaben in diesem Bereich werden ausschießlich über das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) erfasst, was eine Doppelzählung bei anderen KPIs verhindert. Die marktnahe Forschung bezog sich v.a. auf die Wirtschaftstätigkeiten "3.17 Herstellung von Kunststoffen in Primärformen", "4.13 Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen" "5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung" und "5.3. Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und behandlungssystemen". Aufgrund der Bündelung aller Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten im ARIC wurde auf eine Aufsplittung verzichtet und es wurden alle Betriebsausgaben der Tätigkeit 9.1. zugeordnet. Die Veränderung zum Vorjahr besteht in einem Wegfall der Aktivitäten "4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen", "4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme"und "6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen" und ist in der Tabelle auf Seite 64f ersichtlich.
| OPEX-Anteil/Gesamt-OPEX | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Taxonomiekonform je | Taxonomiefähig je | ||||
| Ziel | Ziel | ||||
| CCM | 0,0% | 3,5% | |||
| CCA | 0,0% | 0,0% | |||
| WTR | 0,0% | 0,2% | |||
| CE | 0,0% | 0,0% | |||
| PPC | 0,0% | 0,0% | |||
| BIO | 0,0% | 0,0% |
| Tätigkeiten im Bereich Kernenergie | ||
|---|---|---|
| 1 | Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. |
NEIN |
| 2 | Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme — auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologien tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. |
NEIN |
| 3 | Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme — auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung — sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. |
NEIN |
| Tätigkeiten im Bereich fossiles Gas | ||
| 4 | Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. |
NEIN |
| 5 | Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. |
NEIN |
| 6 | Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten. |
NEIN |
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | Absoluter Umsatz (3) |
Umsatz anteil, 2023 24 (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser (7) | verschmutzung (8) Umwelt |
wirtschaft (9) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (10) |
||
| A. | Taxonomiefähige Tätigkeiten |
in Tsd. € | % | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | ||
| A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) |
|||||||||||
| Herstellung von Kunststoffen in Primärformen |
CCM 3.17 | 1.070 | 0,0 % | J | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und flüssigen Biobrennstoffen |
CCM 4.13 | 59.674 | 1,6 % | J | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Anaerobe Vergärung von | CCM 5.7 / | ||||||||||
| Bioabfällen Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) |
CE 2.5 | 1.564 62.308 |
0,0 % 1,7 % |
J | N/EL | N/EL | N/EL | N | N/EL | ||
| Davon ermöglichende | |||||||||||
| Tätigkeiten Davon Übergangstätigkeiten |
0 0 |
0,0 % 0,0 % |
|||||||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) |
|||||||||||
| EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | ||||||
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und flüssigen |
|||||||||||
| Biobrennstoffen Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) |
CCM 4.13 | 147.000 147.000 |
3,9 % 3,9 % |
EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Umsatz taxonomie fähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) |
209.308 | 5,5 % | |||||||||
| B. | Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten |
||||||||||
| Umsatz nicht taxonomie fähiger Tätigkeiten |
3.577.568 | 94,5 % | |||||||||
| Gesamtumsatz (Summe A + B) |
3.786.876 | 100% |
| DNSH-Kriterien | "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser (13) | verschmutzung (14) Umwelt |
wirtschaft (15) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (16) |
Mindest schutz (17) |
Umsatz anteil, 2022 23 (18) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (19) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (20) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | E | T | |
| J | J | J | J | J | J | 0,0 % | T | ||
| J | J | J | J | J | J | 2,7 % | |||
| J | J | J | J | J | J | 0,1 % | |||
| 2,8 % | |||||||||
| 0 | |||||||||
| 0 | |||||||||
| 4,9 % | |||||||||
| 4,9 % | |||||||||
7,7 %
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | Absoluter CAPEX Anteil (3) |
CAPEX anteil, 2023 24 (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser (7) | verschmutzung (8) Umwelt |
wirtschaft (9) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (10) |
||
| A. | Taxonomiefähige Tätigkeiten |
in Tsd. € | % | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | ||
| A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) |
|||||||||||
| Stromerzeugung mittels | |||||||||||
| Photovoltaik-Technologie Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen |
CCM 4.1 | 96 | 0,1 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Biobrennstoffen Installation und Betrieb |
CCM 4.13 | – | 0,0 % | N | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| elektrischer Wärmepumpen | CCM 4.16 | 47 | 0,0 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme |
CCM 4.25 | 7.380 | 5,8 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, - behandlung und -versorgung |
CCM 5.1 / WTR 2.1 |
1.459 | 1,1 % | J | N | N | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Bau, Erweiterung und Betrieb | |||||||||||
| von Abwassersammel- und - | CCM 5.3 / | ||||||||||
| behandlungssystemen | WTR 2.2 | 1.639 | 1,3 % | J | N | N | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen |
CCM 6.5 | 752 | 0,6 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten |
CCM 7.3 | 139 | 0,1 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von |
|||||||||||
| Gebäuden | CCM 7.5 | 61 | 0,0 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| CAPEX ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten |
|||||||||||
| (taxonomiekonform) (A.1) | 11.573 | 9,1 % | |||||||||
| Davon ermöglichende Tätigkeiten |
200 | 0,2 % | |||||||||
| Davon Übergangstätigkeiten | 752 | 0,6 % |
| DNSH-Kriterien "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" |
|||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser (13) | verschmutzung (14) Umwelt |
wirtschaft (15) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (16) |
Mindest schutz (17) |
CAPEX Anteil, 2022 23 (18) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (19) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (20) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T |
| J | J | J | J | J | J | 0,3 % | |||
| J | J | J | J | J | J | J | 0,2 % | ||
| J | J | J | J | J | J | 0,0 % | |||
| J | J | J | J | J | J | 3,4 % | |||
| J | J | J | J | J | J | 0,8 % | |||
| J | J | J | J | J | J | 0,8 % | |||
| J | J | J | J | J | J | 0,4 % | T | ||
| J | J | J | J | J | J | 0,6 % | E | ||
| J | J | J | J | J | J | 0,2 % | E | ||
| 6,8 % | |||||||||
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Codes (2) | Absoluter CAPEX Anteil (3) |
CAPEX anteil, 2023 24 (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser (7) | verschmutzung (8) Umwelt |
wirtschaft (9) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (10) |
||||
| in Tsd. € | % | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | ||||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) |
|||||||||||||
| Stromerzeugung mittels | |||||||||||||
| Photovoltaik-Technologie | CCM 4.1 | 853 | 0,7 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen |
|||||||||||||
| Biobrennstoffen | CCM 4.13 | – | 0,0 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme |
CCM 4.25 | 632 | 0,5 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der |
|||||||||||||
| Wassergewinnung, - behandlung und -versorgung |
CCM 5.1 / WTR 2.1 |
– | 0,0 % | EL | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und - |
CCM 5.3 / | ||||||||||||
| behandlungssystemen | WTR 2.2 | 1.042 | 0,8 % | EL | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Güterbeförderung im | |||||||||||||
| Eisenbahnverkehr | CCM 6.2 | 645 | 0,5 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und |
|||||||||||||
| leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 1.342 | 1,1 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Güterbeförderung im | |||||||||||||
| Straßenverkehr | CCM 6.6 | 22 | 0,0 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Installation, Wartung und | |||||||||||||
| Reparatur von energieeffizienten Geräten |
CCM 7.3 | 4.108 | 3,2 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von |
|||||||||||||
| Gebäuden | CCM 7.5 | 103 | 0,1 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||||
| CAPEX taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) |
8.747 | 6,9 % | |||||||||||
| CAPEX taxonomie | |||||||||||||
| fähiger Tätigkeiten | |||||||||||||
| (A.1 + A.2) | 20.319 | 16,0 % | |||||||||||
| B. | Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten |
||||||||||||
| CAPEX nicht taxonomie fähiger Tätigkeiten |
106.949 | 84,0 % | |||||||||||
| Gesamt-CAPEX (Summe A + B) |
127.268 | 100% |
| "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" | DNSH-Kriterien | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser (13) | verschmutzung (14) Umwelt |
wirtschaft (15) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (16) |
Mindest schutz (17) |
CAPEX anteil, 2022 23 (18) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (19) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (20) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T |
| 0,0 % | |||||||||
| 0,5 % | |||||||||
| 0,0 % | |||||||||
| 0,1 % | |||||||||
| 0,3 % | |||||||||
| 0,0 % | |||||||||
| 0,2 % | |||||||||
| 0,1 % | |||||||||
| 5,9 % | |||||||||
| 0,0 % | |||||||||
| 6,9 % |
13,8 %
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | Absoluter OPEX Anteil (3) |
OPEX Anteil, 2023 24 (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser (7) | verschmutzung (8) Umwelt |
wirtschaft (9) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (10) |
||
| A. | Taxonomiefähige Tätigkeiten |
in Tsd. € | % | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | ||
| A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) |
|||||||||||
| Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme |
CCM 4.25 | – | 0,0 % | N | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Installation, Wartung und Reparatur von |
|||||||||||
| energieeffizienten Geräten OPEX ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten |
CCM 7.3 | 11 | 0,0 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| (taxonomiekonform) (A.1) Davon ermöglichende |
11 | 0,0 % | |||||||||
| Tätigkeiten | 11 | 0,0 % | |||||||||
| Davon Übergangstätigkeiten A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) |
0 | 0,0 % | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | |||
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen |
CCM 4.13 | – | 0,0 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und - behandlungssystemen |
CCM 5.3 / WTR 2.2 |
207 | 0,2 % | EL | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen |
CCM 6.5 | – | 0,0 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr |
CCM 6.6 | 164 | 0,2 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation |
CCM 9.1 | 3.446 | 3,2 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | ||
| OPEX taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) |
3.818 | 3,5 % | |||||||||
| OPEX taxonomie fähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) |
3.829 | 3,5 % | |||||||||
| B. | Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten |
||||||||||
| OPEX nicht taxonomie-fähiger Tätigkeiten Gesamt-OPEX |
105.378 | 96,5 % | |||||||||
| (Summe A + B) | 109.207 | 100,0 % |
| DNSH-Kriterien "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" |
|||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser (13) | verschmutzung (14) Umwelt |
wirtschaft (15) Kreislauf |
Biologische Vielfalt (16) |
Mindest schutz (17) |
OPEX Anteil 2022 23 (18) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (19) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (20) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T |
| J | J | J | J | J | J | J | 0,4 % | ||
| J | J | J | J | J | J | 0,0 % | E | ||
| 0,4 % | |||||||||
| 0,0 % | |||||||||
| 0,4 % | |||||||||
| 0,1 % | |||||||||
| 0,2 % | |||||||||
| 4,5 % | |||||||||
| 5,1 % | |||||||||
5,6 %
Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023|24 (1. März 2023 bis 29. Februar 2024) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.
Eine detaillierte Übersicht der Zu- und Abgänge im Konsolidierungskreis ist im Konzernanhang (Seite 133ff) zu finden. Insgesamt wurden 54 Unternehmen (28. Februar 2023: 55 Unternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (28. Februar 2023: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt) |
2023 24 | 2022 23 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | t€ | 3.786.876 | 3.637.442 | 4,1 % |
| EBITDA1 | t€ | 291.078 | 277.143 | 5,0 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 176.662 | 158.433 | 11,5 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||||
| unternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 1.392 | 18.657 | –92,5 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –27.043 | –88.830 | 69,6 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 151.011 | 88.260 | 71,1 % |
| EBIT-Marge | % | 4,0 | 2,4 | 1,6 pp |
| Finanzergebnis | t€ | –53.309 | –26.542 | –100,8 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | t€ | 97.702 | 61.718 | 58,3 % |
| Ertragsteuern | t€ | –28.349 | –37.035 | 23,5 % |
| Konzernergebnis | t€ | 69.353 | 24.683 | 181,0 % |
| davon Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | t€ | 64.925 | 15.816 | 310,5 % |
| Ergebnis je Aktie | € | 1,04 | 0,25 | 316,0 % |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2023|24 mit 3.786,9 Mio. € leicht über dem Vorjahr, wobei der Anstieg auf angepasste Preise in den Segmenten Frucht und Zucker zurückzuführen war bei konzernweit insgesamt leicht rückläufigen Mengen.

Umsatz nach Segmenten 2023|24 Umsatz nach Segmenten 2022|23

Umsatz nach Regionen 2023|24 nach Sitz der Gesellschaft Österreich 67,6 % davon Exporte: 71,6 % davon Inland: 28,4 % EU (ohne Österreich) 10,2 % Sonstiges Europa 3,5 % Restliche Welt 18,7 %
67,6 % (Vorjahr: 68,0 %) des Konzernumsatzes wurden von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug 2023|24 betrug 151,0 Mio. € und lag damit sehr deutlich über dem Vorjahreswert von 88,3 Mio. €. Der Anstieg ist neben der verbesserten operativen Performance auch auf den Basiseffekt des Ergebnisses aus Sondereinflüssen in Höhe von –88,8 Mio. € im Vorjahr, v.a. bedingt durch Wertminderungen primär auf Goodwill im Segment Frucht, zurückzuführen. Details dazu sind im Segmentbericht Frucht (Seite 74f) sowie im Konzernanhang (Seite 129f) zu finden. Im Segment Frucht stieg das EBIT sowohl aufgrund des Wegfalls der angesprochenen vorjährigen Goodwillabschreibung als auch dank einer besseren operativen Performance sowohl im Fruchtzubereitungsgeschäft als auch im Fruchtsaftkonzentratgeschäft auf 60,2 Mio. € (Vorjahr: –38,5 Mio. €). Ein gegenüber der Vergleichsperiode markant schwächeres Ethanolergebnis war im Segment Stärke ein Hauptgrund für den deutlichen EBIT-Rückgang auf 50,4 Mio. € (Vorjahr: 80,2 Mio. €). Im Segment Zucker führte primär ein niedriger Ergebnisbeitrag des AGRANA-STUDEN-Joint Ventures zu einem Rückgang des Ergebnisses der Betriebstätigkeit auf 40,4 Mio. € (Vorjahr: 46,6 Mio. €). Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und das Stärke- und Zucker-EBIT beeinflussen, sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.
Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2023|24 –53,3 Mio. € (Vorjahr: –26,5 Mio. €), wobei die negative Veränderung v.a. aus einem verschlechterten Zinsergebnis, aber auch einem schwächeren Währungsergebnis (inklusive Zinsanteil Devisenswaps) resultierte.
| Finanzergebnis | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % | ||||
| Zinsergebnis | t€ | –32.325 | –12.417 | –160,3 % |
| Währungsergebnis | t€ | –18.382 | –10.345 | –77,7 % |
| Beteiligungsergebnis | t€ | 63 | 29 | 117,2 % |
| Sonstiges Finanzergebnis | t€ | –2.665 | –3.809 | 30,0 % |
| Summe | t€ | –53.309 | –26.542 | –100,8 % |
Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg von 61,7 Mio. € im Vorjahr sehr deutlich auf 97,7 Mio. €. Nach einem Steueraufwand von 28,3 Mio. €, dem eine Steuerquote1 von 29,0 % (Vorjahr: 60,0 %) entspricht, betrug das Konzernergebnis 69,4 Mio. € (Vorjahr: 24,7 Mio. €). Das den Aktionärinnen und Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei 64,9 Mio. € (Vorjahr: 15,8 Mio. €), das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg auf 1,04 € (Vorjahr: 0,25 €).
Im Geschäftsjahr 2023|24 investierte AGRANA in Summe 127,3 Mio. € und damit um 24,4 Mio. € mehr als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen damit über den operativen Abschreibungen und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen1 | 2022 23 | Veränderung % / pp |
||
|---|---|---|---|---|
| Segment Frucht | t€ | 50.822 | 37.679 | 34,9 % |
| Segment Stärke | t€ | 42.110 | 30.985 | 35,9 % |
| Segment Zucker | t€ | 34.336 | 34.252 | 0,2 % |
| Konzern | t€ | 127.268 | 102.916 | 23,7 % |
| Operative Abschreibungen | t€ | 114.416 | 118.710 | –3,6 % |
| Investitionsdeckung | % | 111,2 | 86,7 | 28,3 % |
Die Investitionsschwerpunkte lagen über alle Segmente hinweg in den Bereichen Energieeffizienz und Verbesserung der Produktqualität. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Geschäftsbereiche sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.

| Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) |
2023 24 | 2022 23 | Veränderung % |
|
|---|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | t€ | 316.335 | 282.343 | 12,0 % |
| Veränderungen des Working Capital | t€ | –46.088 | –259.225 | 82,2 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen | ||||
| und gezahlte Ertragsteuern | t€ | –30.031 | –21.228 | –41,5 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | t€ | 240.216 | 1.890 | 12.609,8 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | t€ | –110.980 | –88.994 | –24,7 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | t€ | –139.334 | 107.219 | –230,0 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | t€ | –10.098 | 20.115 | –150,2 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand |
t€ | –6.457 | 1.941 | –432,7 % |
| Einfluss von IAS 29 | ||||
| auf den Finanzmittelbestand | t€ | –13.682 | –7.306 | –87,3 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | t€ | 118.343 | 103.593 | 14,2 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | t€ | 88.106 | 118.343 | –25,6 % |
| Free Cashflow¹ | t€ | 129.236 | –87.104 | 248,4 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg v.a. aufgrund des sehr deutlich besseren Konzernergebnisses um 34,0 Mio. € auf 316,3 Mio. €. Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode vorrats- und forderungsbedingt wesentlich niedrigeren Aufbau des Working Capital um 46,1 Mio. € (Vorjahr: Aufbau um 259,2 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 240,2 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) ausgewiesen. Der Cash-Abfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich aufgrund gestiegener Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf 111,0 Mio. € (Vorjahr: Abfluss von 89,0 Mio. €). Neben einer höheren Dividendenauszahlung führte der Abbau von kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten zu einem Cash-Abfluss aus Finanzierungstätigkeit von 139,3 Mio. € (Vorjahr: Cash-Zufluss von 107,2 Mio. €, v.a. aufgrund der Platzierung eines ESG-linked Schuldscheindarlehens). Der Free Cashflow verbesserte sich auf 129,2 Mio. € (Vorjahr: –87,1 Mio. €).
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | 29.02.2024 | 28.02.2023 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | t€ | 1.031.166 | 1.041.010 | –0,9 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | t€ | 1.858.255 | 1.962.065 | –5,3 % |
| Summe Aktiva | t€ | 2.889.421 | 3.003.075 | –3,8 % |
| Eigenkapital | t€ | 1.248.430 | 1.256.569 | –0,6 % |
| Langfristige Schulden | t€ | 628.680 | 658.302 | –4,5 % |
| Kurzfristige Schulden | t€ | 1.012.311 | 1.088.204 | –7,0 % |
| Summe Passiva | t€ | 2.889.421 | 3.003.075 | –3,8 % |
| Nettofinanzschulden | t€ | 636.083 | 684.895 | –7,1 % |
| Gearing² | % | 51,0 | 54,5 | –3,6 pp |
| Eigenkapitalquote | % | 43,2 | 41,8 | 1,4 pp |
Bei einer im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunkenen Bilanzsumme zum 29. Februar 2024 von 2.889,4 Mio. € (28. Februar 2023: 3.003,1 Mio. €) lag die Eigenkapitalquote bei 43,2 % (28. Februar 2023: 41,8 %).
1 Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit 2 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte war mit 1.031,2 Mio. € aufgrund der über den Investitionen liegenden Abschreibungen leicht rückläufig. Die kurzfristigen Vermögenswerte (1.858,2 Mio. €) gingen moderat zurück; sowohl Vorräte als auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden abgebaut.
Bilanzstruktur zum 29. Februar 2024

Auf der Passivseite gingen die langfristigen Schulden (628,7 Mio. €) aufgrund des Abbaus von Finanzverbindlichkeiten moderat zurück. Die kurzfristigen Schulden (1.012,3 Mio. €) sanken ebenfalls, wobei neben niedrigeren Lieferverbindlichkeiten primär reduzierte Finanzverbindlichkeiten zu diesem Abbau führten.

Die Nettofinanzschulden zum 29. Februar 2024 lagen mit 636,1 Mio. € um 48,8 Mio. € unter dem Wert des Bilanzstichtages 2022|23. Das Gearing zum Stichtag sank folglich auf 51,0 % (28. Februar 2023: 54,5 %).
Zur Stärkung des langfristigen Finanzierungsportfolios hat die AGRANA-Gruppe im Jänner 2024 eine endfällige Bankenfinanzierung in Höhe von 50 Mio. € mit einer Laufzeit bis Januar 2029 aufgenommen.

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen 2023|24 mit 1.566,9 Mio. € um 5,7 % über dem Vorjahreswert. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze primär preis- aber auch mengenbedingt moderat. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft waren die Umsatzerlöse leicht rückläufig; geringere Ausliefermengen konnten dabei durch höhere Verkaufspreise nicht zur Gänze kompensiert werden. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 41,4 % (Vorjahr: 40,7 %).
Das EBIT im Segment betrug 60,2 Mio. € (Vorjahr: –38,5 Mio. €). Im zweiten Halbjahr 2023|24 wurde als Teil des EBITs in zwei Etappen ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 24,7 Mio. €, v.a. aufgrund zahlungsunwirksamer Wertminderungen auf Assets in Asien (massive Eintrübung des Marktumfeldes) und Ungarn (Stilllegung des Karottenverarbeitungswerkes), verbucht. Im Vorjahr wurde nach einer Werthaltigkeitsprüfung zum 31. August 2022 ein Impairment auf Goodwill (und Assets), primär aufgrund gestiegener Kapitalkosten, im Ergebnis aus Sondereinflüssen verbucht. Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen werden im Segmentbericht (Seite 74f) und im Konzernanhang (Seite 129f) näher erläutert. Bei Fruchtzubereitungen lag das operative Ergebnis sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Die Verbesserung war v.a. auf eine positive Geschäftsentwicklung in den Regionen Europa (inklusive Ukraine), Nordamerika und Russland zurückzuführen. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnte eine weitere operative Ergebnissteigerung gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahreszeitraum verzeichnet werden. Dies war v.a. auf die verbesserten Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2022 zurückzuführen. Darüber hinaus trugen verbesserte Deckungsbeiträge aus dem Mehrwertgeschäft (u.a. Getränkegrundstoffe) zur positiven Entwicklung bei.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 74f) angeführt.

Die Umsatzerlöse des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2023|24 betrugen 1.148,7 Mio. € zurück. Sie lagen damit um 11,2 % unter dem Wert des Vergleichszeitraumes, in dem der Krieg in der Ukraine zu massiven Preissteigerungen auf den Märkten führte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war aufgrund gesunkener Energie- und Rohstoffpreise sukzessive eine
Normalisierung der Marktpreise zu beobachten, mit Auswirkungen auf die Verkaufspreise des Großteils des Stärkeproduktportfolios. Die Umsatzrückgänge aus mengenbedingten Effekten waren etwa gleich hoch. Im Ethanolgeschäft orientieren sich die Verkaufspreise an den Platts-Notierungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Volatilität an den Ethanolmärkten wieder extrem hoch. Die Jahresdurchschnittsnotierung lag mit 741 € pro m3 etwa ein Viertel unter den Vorjahresvergleichswert. Die Nebenproduktumsatzerlöse (inklusive sonstige Produkte) waren in Analogie zu den Rohstoffpreisen rückläufig, wobei bei den Hochproteinen der Verkaufspreisrückgang erst verzögert feststellbar war. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 30,3 % (Vorjahr: 35,6 %).
Das EBIT im Segment Stärke lag mit 50,4 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Ein Hauptgrund dafür war der sehr deutlich niedrigere Ergebnisbeitrag der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe (1,9 Mio. €; Vorjahr: 11,0 Mio. €). Einerseits erfolgte im ungarischen Joint Venture eine hochpreisige Eindeckung mit Rohstoffen und Energie und diese deutlich höheren Kosten konnten nicht ausreichend in Form angepasster Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben werden. Andererseits gab es einen signifikanten Rückgang bei den Absatzmengen und folglich eine Minderauslastung der Kapazitäten. Primär der aufgrund deutlich gesunkener Platts-Notierungen margenschwache Geschäftsbereich Ethanol belastete das operative Ergebnis des Segmentes Stärke. Ab dem vierten Quartal 2023|24 wurden auch bei den Stärkeprodukten aufgrund des gestiegenen Verkaufspreisdrucks am Markt sinkende Margen verzeichnet.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 81f) angeführt.

Im Segment Zucker stiegen die Umsatzerlöse 2023|24 um 24,3 % deutlich auf 1.071,3 Mio. €. Zu dieser positiven Entwicklung führten – trotz geringerer Absätze – deutlich gestiegene Zuckerverkaufspreise. Die Preisentwicklung war sowohl im Retailgeschäft als auch im Industriebereich sehr positiv. Die Umsatzerlöse mit Nebenprodukten lagen trotz höherer Verkaufsmengen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 28,3 % (Vorjahr: 23,7 %).
Das operative Ergebnis im Segment Zucker konnte zwar trotz markant gestiegener Rübenpreise verbessert werden, ein sehr deutlich niedrigerer Ergebnisbeitrag aus Gemeinschaftsunternehmen (Veränderung gegenüber Vorjahr: –8,0 Mio. €) sowie ein negatives Ergebnis aus Sondereinflüssen in Zusammenhang mit Abfindungszahlungen (Veränderung gegenüber Vorjahr: –3,2 Mio. €) führten aber zum EBIT-Rückgang von 13,3 % auf 40,4 Mio. €. Bei der nach der Equity-Methode einbezogenen AGRANA-STUDEN-Gruppe lag der Ergebnisbeitrag mit 1,7 Mio. € sehr deutlich unter dem historisch hohen Vorjahreswert (9,9 Mio. EUR). Gründe dafür waren ein höherer Verkaufsanteil an Handelsware Zucker mit niedrigerer Marge sowie die Minderauslastung der Raffinerie in Bosnien und Herzegowina. Der "at-equity"-Ergebnisanteil der Beta Pura GmbH, Wien, lag bei –2,2 Mio. € (Vorjahr: –2,3 Mio. €).
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 87f) angeführt.
Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
| Ebene der Geschäftsbeziehung B2B |
Produkte Fruchtzubereitungen, Fruchtsatt- konzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe |
Verarbeitete Rohstoffe Früchte (Hauptrohstoff für Fruchtzubereitungen: Erdbeere; Rohstoffe für Fruchtsaft- konzentrate: Apfel und Beeren) |
||
|---|---|---|---|---|
| Hauptmärkte Weltweit tätig |
Abnehmer Molkerei-, Eiscreme-, Backwaren-, Food Service- und Getränkeindustrie |
Besondere Stärken Maßgeschneiderte, innovative Produkte |
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgen durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| Segment Frucht | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.567.940 | 1.482.895 | 5,7 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –1.086 | –964 | –12,7 % |
| Umsatzerlöse | t€ | 1.566.854 | 1.481.931 | 5,7 % |
| EBITDA¹ | t€ | 125.712 | 94.460 | 33,1 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 84.946 | 51.241 | 65,8 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –24.699 | –89.731 | 72,5 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 60.247 | –38.490 | 256,5 % |
| EBIT-Marge | % | 3,8 | –2,6 | 6,4 pp |
| Investitionen² | t€ | 50.822 | 37.679 | 34,9 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 5.720 | 5.677 | 0,8 % |
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um rund 8 %, was primär auf Preissteigerungen aber auch auf erhöhte Verkaufsvolumina zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden v.a. in den Regionen Europa (inklusive Ukraine), Mexiko und Russland verzeichnet. Einen signifikanten Umsatzrückgang gab es in Argentinien, welcher bei leicht gestiegenen Mengen aber ausschließlich auf die Währungsumrechnung zurückzuführen war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Verkaufsmengen im strategisch bedeutenden Geschäftsbereich "Beyond" (Eiscreme und Food Service), während die Mengen im Kerngeschäftsbereich Produkte für die Molkereiindustrie (rund 80 % der verkauften Fruchtzubereitungsmengen) stabil blieben.

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag sehr deutlich über dem Vorjahresergebnis. Die Ergebnisverbesserung kam v.a. aus den Regionen Europa inklusive Ukraine (aus geringeren Rohstoff- und Energiekosten), Nordamerika (geringere Kosten, gute Margen) und Russland (gute Mengen und Margen). Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –20,8 Mio. €, primär aufgrund einer Wertminderung von Anlagevermögen in Asien, wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen aus. Dieses Impairment war auf die weiter angespannte Geschäftsentwicklung in Asien zurückzuführen. Im Vorjahr wurde eine vergleichsweise viel größere Wertminderung verbucht, als v.a. rasant gestiegene Kapitalkosten eine Werthaltigkeitsprüfung für die Cash Generating Unit Frucht im zweiten Quartal 2022|23 auslösten. Dabei wurden zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Goodwill (-88,3 Mio. €) und auf Assets (-2,8 Mio. €) verbucht. Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind auch im Konzernanhang, Seite 129f, angeführt.
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen mengenbedingt geringfügig unter dem Vorjahreswert. Aufgrund der Auslieferung der Apfelsaftkonzentrate aus der Ernte 2022 mit historisch hohen Deckungsbeiträgen konnte das bereits sehr hohe operative Ergebnis aus dem Vorjahr sogar leicht übertroffen werden. Auch der Added Value-Bereich (Getränkegrundstoffe, Aromen etc.) entwickelte sich sehr positiv. Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –3,9 Mio. € wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtsaftkonzentrate aus. Einerseits löste die schwierige ökonomische Lage in China eine Wertminderung auf die Assets des dortigen Juice-Standortes aus (–3,2 Mio. €), andererseits wurde das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn nach der Ernte 2023 stillgelegt und eine Teilabschreibung in Höhe von 1,4 Mio. € verbucht, nachdem sich die Rohwarensituation für Karottensaftkonzentrat massiv verschlechtert hatte. Positiv auf das Ergebnis aus Sondereinflüssen (+0,7 Mio. €) wirkte sich die Auflösung einer kriegsbedingten Wertberichtigung auf Umsatzsteuerforderungen aus, nachdem diese beglichen wurden.
Die global angespannte wirtschaftliche Situation und multiple Krisen dämpfen die Marktentwicklung bei Fruchtjoghurts (Hauptabsatzmarkt für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen). Analysen von Euromonitor im Februar 2024 zeigten für das Kalenderjahr 2023 weltweit einen stagnierenden Markt (+0,1 % Wachstumsrate gegenüber 2022). Während die Fruchtjoghurt-Märkte in Asien (–2,9 % p.a.) und in Westeuropa (–1,5 % p.a.) rückläufig waren, entwickelten sich die Mengen in Osteuropa (+1,8 % p.a.) und Lateinamerika (+2,2 % p.a.) positiv. Für das Kalenderjahr 2024 wird global eine ähnliche Marktsituation erwartet, mit einer nur leicht positiven Wachstumsrate von 0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Bis 2028 wird in den Folgejahren ein jährliches durchschnittliches Mengenwachstum von 0,5 % erwartet. Die Nischenkategorie der pflanzlichen Joghurtalternativen hat sich im Kalenderjahr 2023 mit einem Mengenwachstum von 3,7 % positiv entwickelt. Auch längerfristig soll dieses Segment bis 2028 jährlich im Durchschnitt um 3,4 % wachsen.
Neben Joghurt sind für die Diversifizierung des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen v.a. die Absatzmärkte Eiscreme und Food Service relevant. Der globale Eiscrememarkt ist laut Euromonitor per Februar 2024 im Kalenderjahr 2023 leicht (+0,7 %) gewachsen und soll 2024 mit +1,2 % etwas stärker wachsen. Bis 2028 wird dann mit einem jährlichen Durchschnittsmengenwachstum von 1,3 % p.a. gerechnet. Im Bereich Food Service sind v.a. Quick Service Restaurants (QSR) und Coffee & Tea Shops wichtige Absatzmärkte für AGRANA. Laut aktuellen Prognosen von GlobalData ist die Mengenentwicklung in diesen Bereichen sehr positiv mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,8 % bei QSR und 4,6 % bei Coffee & Tea Shops bis 2028.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttreiber am Markt sind Genuss, Leistbarkeit, Convenience, Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Gesundheit. Die anhaltend volatile Marktsituation bremst teilweise die Experimentierfreudigkeit von Konsumenten. Spürbar wird dies durch weniger neue Produkteinführungen am Markt und der Tendenz zu bekannten Geschmacksrichtungen. Im Food Service-Bereich bleiben die Konsumenten experimentierfreudiger und die Einführung von zeitlich begrenzten Angeboten ("Limited Editions") nimmt zu. Hier sind v.a. saisonal abgestimmte Produkte gefragt.
Das Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist weiterhin vom Trend zu direkt gepressten 100 %-Säften einerseits und niedrigeren Fruchtsaftanteilen in Getränken andererseits geprägt. Somit steigt der Bedarf an Getränkegrundstoffen mit reduzierten Fruchtsaftgehalten. Diesem Trend folgt AGRANA mit der strategischen Ausrichtung auf die verstärkte Produktion von Getränkegrundstoffen und natürlichen Aromen.
Bei Fruchtsaftkonzentraten bewegten sich die Kundenabrufe im Geschäftsjahr 2023|24 auf einem normalen Niveau. Die Verträge betreffend Apfelsaftkonzentratmengen und Buntsaftkonzentrate aus der Ernte 2023 konnten mit sehr guten Deckungsbeiträgen verschlossen werden. An das historisch hohe Deckungsbeitragsniveau des Vorjahres konnte jedoch nicht angeknüpft werden.
Die Absätze und Deckungsbeiträge im Added Value-Geschäft entwickelten sich sehr positiv. Die gesetzten Wachstumsziele konnten trotz geringerer Absatzmengen aufgrund verbesserter Deckungsbeiträge erreicht werden.
Logistische Herausforderungen wie hohe Transportkosten und geringe Containerverfügbarkeit, die seit der COVID-19-Pandemie das exportlastige Konzentratgeschäft überdurchschnittlich beeinflussten (insbesondere für Transporte in die USA), haben sich im Geschäftsjahr 2023|24 weiter entspannt.
Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden im Bereich Fruchtzubereitungen rund 336.000 Tonnen Rohstoffe eingekauft (Vorjahr: 340.000 Tonnen). Der verringerte Rohstoffeinsatz ist hauptsächlich auf einen reduzierten Bedarf in den chinesischen Werken zurückzuführen, bedingt durch den rückläufigen Joghurtmarkt in China. Die durchschnittlichen Rohstoffpreise für Früchte und Ingredienzien lagen insgesamt leicht unter dem Vorjahr. Höhere Preise bei Zucker wurden durch Preisreduktionen bei Früchten und Stabilisatoren kompensiert.
Bei Erdbeere als der mengenmäßig wichtigsten Frucht im Fruchtzubereitungsgeschäft wurde die globale Bedarfsmenge von rund 50.000 Tonnen zu leicht niedrigeren Preisen als im Vorjahr kontrahiert. Im vierten Kalenderquartal 2023 haben die Ernten in den Anbaugebieten mit mediterranem Klima – Ägypten, Marokko sowie Mexiko – begonnen. Aufgrund reduzierter Anbauflächen in Marokko zeichnet sich eine geringere Rohstoffverfügbarkeit ab mit folglich leicht höheren Durchschnittspreisen als im Vorjahr. Für die Ernte in Mexiko werden stabile Volumina und Preise erwartet.
Die zweithöchste Verarbeitungsmenge bei der Erzeugung von Fruchtzubereitungen entfiel mit rund 18.000 Tonnen auf Pfirsich. In den europäischen Hauptbeschaffungsmärkten wurden durchschnittliche Ernteerträge erzielt, während die Ernte in China witterungsbedingt unter den Erwartungen blieb. Preiserhöhungen bei Rohmaterial wurden durch gesunkene Frachtkosten kompensiert, wodurch die Einkaufspreise geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres lagen.
Eine positive Entwicklung war bei Himbeeren und Heidelbeeren zu verzeichnen, wo gute Ernteerträge in den wichtigsten europäischen und nordamerikanischen Anbaugebieten zu deutlichen Preisrückgängen bei Tiefkühlware führten.
Bei tropischen Früchten lagen die Einkaufspreise für Mangos aus den Sommerernten 2023 aufgrund rückläufiger Frachtkosten aus Asien unter dem Vorjahresniveau. Für die im vierten Kalenderquartal 2023 neu gestartete Mangoernte in Vietnam zeichnet sich aufgrund verringerter Rohstoffverfügbarkeit ein moderater Preisanstieg ab.
Die Apfelernte 2023 im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate fiel aufgrund einer geringeren Rohstoffverfügbarkeit in Polen und China etwas schwächer als im Vorjahr aus. Am ukrainischen Standort konnte trotz der erschwerten Bedingungen eine durchschnittliche Apfelmenge verarbeitet werden. Aufgrund der hohen Verarbeitungsmengen an roten Beeren aus der Ernte 2022 war der Buntsaftkonzentratbedarf 2023|24 signifikant niedriger als in einem durchschnittlichen Jahr; dementsprechend wurden in der Kampagne 2023 um rund 30 % weniger rote Beeren verarbeitet.
Für Rohstoffe aus konventionellem Anbau werden im Fruchtzubereitungsbereich das Farm Sustainability Assessment (FSA) bzw. Programme, die im Rahmen des Benchmarking-Systems der Sustainable Agriculture Initiative Platform FSA-äquivalent sind (Details siehe Seite 44f), zur Dokumentation der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien herangezogen. Im Berichtsjahr 2023|24 verfügten 22,5 % (Vorjahr: 20,8 %) der von der Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS) für den Bereich Fruchtzubereitungen beschafften Rohstoffe (Früchte und andere Ingredienzien) über einen gültigen Nachhaltigkeitsnachweis laut Definition der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Von den weltweit verarbeiteten Früchten hielten 18,5 % einen Nachhaltigkeitsnachweis (Vorjahr: 13,9 %), der Großteil davon entfiel auf Früchte, die eine FSA-Verifizierung mit zumindest Silber-Status bzw. eine äquivalente Zertifizierung nach einem internationalen Standard hielten. Im Rahmen der Strategie 2025|26 des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen, soll der Anteil verarbeiteter Früchte mit Nachhaltigkeitsnachweis auf 26 % gesteigert werden.
Um ihre Lieferanten bezüglich der Einhaltung sozialer Aspekte zu bewerten, lädt die AGRANA-
Fruchtbeschaffungsgesellschaft neue Lieferanten zur Teilnahme an der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) ein (Details zu SEDEX siehe Seite 51). Am Ende des Berichtsjahres lagen dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen SEDEX-Daten und gegebenenfalls Audit-Dokumente zu rund 85,3 % (Vorjahr: 75 %) des verarbeiteten Rohstoffvolumens vor. Bis 2025|26 plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen, mindestens für 90 % des jeweils jährlich verarbeiteten Fruchtvolumens valide SEDEX-Daten zur Lieferantenbewertung zu erhalten.
Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, da ein Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Sammelstellen von Händlern bezogen wird. Dies ist die Folge historisch gewachsener regionaler Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen, auch um Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam mit den Anbauern verbessern zu können. Seit dem Geschäftsjahr 2018|19 ist AUSTRIA JUICE Mitglied des Sustainable Juice Covenant, einer globalen Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Beschaffung, Produktion und den Handel mit fruchtund gemüsebasierten Säften, Pürees und Konzentraten bis zum Jahr 2030 100 % nachhaltig zu gestalten.
Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern. In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten (Re-Sorten), für deren Kultivierung rund 60 % weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperiode erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien. 2007 wurde ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau in Polen gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten erntebedingt im Berichtsjahr rund 16 % (Vorjahr: 11 %) der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.
Im Bereich des Vertragsanbaus bedient sich AUSTRIA JUICE des von der SAI Platform angebotenen FSA-Fragebogens (Details siehe Seite 44f) zur Dokumentation nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien ihrer Lieferbetriebe. Im Berichtsjahr unterzogen sich ungarische Vertragslieferanten von Äpfeln, Sauerkirschen und Holunder sowie Karotten der verpflichtenden Beantwortung des FSA-Fragebogens und den externen Audits nach Vorgaben der SAI Platform. Im Rahmen des dreijährigen AuditTurnus werden im Geschäftsjahr 2024|25 polnische Vertragslieferanten externen Audits unterzogen.
Daneben darf im Rahmen des Benchmarkings der FSA-Anforderungen gegenüber den nationalen Gesetzgebungen von z.B. Polen, Spanien und Ungarn in Kombination mit einer Zertifizierung nach dem Global GAP-Standard FSA-Silber-Status Äquivalenz ausgelobt werden. In Summe kann AUSTRIA JUICE damit nach der Berechnungsmethodik des Sustainable Juice Covenant, basierend auf der jeweiligen Saftstärke nach der European Fruit Juice Association (AIJN), für rund 42 % (Vorjahr: 33 %) ihrer verarbeiteten Rohstoffmenge mindestens FSA-Silber-Status bzw. -Äquivalent ausloben.
AGRANAs Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen setzte im Geschäftsjahr 2023|24 seine Pilotprojekte zu regenerativer Landwirtschaft mit einem Heidelbeerproduzenten in Kanada und einem Erdbeererzeuger in Mexiko fort.
Die Produktion von Heidelbeeren in Kanada in regenerativer Landwirtschaft wurde erfolgreich durch den Partnerlieferanten weiter betrieben. Der Fokus der AGRANA-Agronomen lag auf der Pilotfarm für regenerativen Anbau für Erdbeeren in Mexiko. Gemeinsam mit einem mexikanischen Implementierungspartner wurde das Projekt mit fünf Produzenten im Juli 2023 gestartet. Das Team führte zu Projektbeginn grundlegende Bewertungen von Boden, Wasser und anderen Parametern durch. Die Bewertungen ergaben Verbesserungspotential beim Umgang mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, bei der Optimierung der Wassernutzung sowie der Verbesserung der Bewässerungstechniken. Die involvierten Landwirte wurden sich der Notwendigkeit von Veränderungen bewusst und sind bereit, gemeinsam mit AGRANA regenerative Landwirtschaftsmethoden zu entwickeln. Das Projekt lieferte bereits konkrete Erfolge. Nach nur wenigen Monaten konnten die teilnehmenden Betriebe neben höheren Erdbeererträgen auch deutliche Kosteneinsparungen durch den verringerten Einsatz von Dünge- und Spritzmitteln erzielen. Für das Geschäftsjahr 2024|25 plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen eine Ausweitung des Projekts auf weitere Produzenten.
Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Gegenüber dem Vorjahr stabile Produktionsmengen im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen sowie im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate führten zu einem im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stabilen absoluten Energieeinsatz (Scope 1+2) im Berichtsjahr
von rund 2,17 Mio. GJ (netto nach Intrasegment-Energieverkäufen) im Segment Frucht. Der durchschnittliche spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput im Segment Frucht lag mit 2,45 GJ auf Vorjahresniveau.
Durch den Umstieg auf erneuerbaren Strom an mehreren Standorten sanken die absoluten Emissionen (Scope 1+2) im Segment Frucht um rund 8,6 % auf rund 128.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt reduzierten sich dadurch ebenfalls um 9,4 % auf 144 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.
Auch das Segment Frucht wird im Rahmen der gruppenweiten AGRANA-Klimastrategie (Details, siehe Seite 48f) seine Emissionen im Ausmaß der wissenschaftsbasierten Klimaziele weiter reduzieren.

| Durchschnittlicher spez. |
|---|
| indirekter Energieeinsatz |
| (Scope 2) in GJ pro Tonne |
| Produktoutput |
| Segment Frucht Gesamt in Mio. m³ |
2023 24 | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|---|
| Wasserentnahme | 3,9 | 3,9 | 3,9 |
| Wasserabgabe | 3,6 | 3,6 | 3,7 |
| Wasserverbrauch | 0,3 | 0,3 | 0,2 |
| Segment Frucht m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
2023 24 | 2022 23 | 2021 22 |
| Wasserentnahme | 4,45 | 4,47 | 4,25 |
| Wasserabgabe | |||
| 4,05 | 4,04 | 4,03 |

Die im Berichtsjahr 2022|23 überarbeitete Risikoanalyse zu Wasserentnahme und -abgabe mithilfe des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas (Details siehe Seite 49f) an AGRANA-Produktionsstandorten zeigte ein potenziell hohes Wasserrisiko an zehn Standorten des Bereiches Fruchtzubereitungen und drei Standorten des Geschäftsbereiches Fruchtsaftkonzentrate. Weder im Bereich Fruchtzubereitungen noch im Bereich Fruchtsaftkonzentrate bestehen derzeit tatsächliche operative, die Standorte betreffende bzw. von ihnen ausgelöste Risiken für weitere Wasseranrainer.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird v.a. bei der Produktion von Apfelsaftkonzentraten, das in den Früchten gebundene Wasser freigesetzt und damit die lokale Wasserverfügbarkeit verbessert.
Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wurde 2019|20 ein Wassermanagementprogramm für alle AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte gestartet. Als Teil dieser Initiative ist der Geschäftsbereich der internationalen Alliance for Water Stewardship (AWS) beigetreten. AWS ist ein globales Netzwerk von Unternehmen, Organisationen der Zivilgesellschaft und des öffentlichen Sektors, das sich für den Schutz der gemeinsamen Wasserressourcen einsetzt. Im Rahmen dieser Mitgliedschaft engagiert sich AGRANA für den Schutz von Wasser als grundlegende Ressource für alle Menschen und gute Wasserbewirtschaftungspraktiken weltweit.
Die Implementierung verschiedener Effizienzmaßnahmen an Standorten in Brasilien, Deutschland, Polen und der Türkei führte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen zu niedrigeren Wasserverbräuchen pro Tonne Produktoutput. In Summe blieben die absolute Wasserentnahme und
Wasserabgabe und damit auch der -konsum im Segment Frucht unverändert zum Vorjahr (siehe Tabelle Seite 78). Der spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produktoutput reduzierte sich um 6,2 % auf 0,40 m³ bzw. 400 Liter pro Tonne Produktoutput.
| Segment Frucht Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben |
2023 24 | 2022 231 | 2021 221 |
|---|---|---|---|
| Entsorgte Abfälle Davon gefährliche Abfälle |
41.721 t 338 t |
26.165 t 334 t |
27.713 t 263 t |
| Abfall pro Tonne Produkt |
47,0 kg | 29,6 kg | 30,4 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt |
381 g | 379 g | 289 g |
Im Berichtsjahr 2023|24 wies das Segment Frucht im Rahmen der europäischen Abfalldefinition, die nur Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle betrachtet, in Summe 41.721 Tonnen Abfall aus. Die gegenüber dem Vorjahr um rund 58 % höhere absolute Abfallmenge ist auf einen Umbau am Fruchtzubereitungsstandort in Centerville|Tennessee|USA zurückzuführen. Dadurch erhöhte sich auch die spezifische Abfallmenge pro Tonne Produktoutput im gleichen Ausmaß. Die absolute und spezifische Menge gefährlicher Abfälle blieb annähernd konstant gegenüber dem Vorjahr.
Zu Ende des Geschäftsjahrs 2023|24 erhielt die AUSTRIA JUICE GmbH im Rahmen des Assessments bei der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis wieder Gold-Status.


Die Investitionen 2023|24 im Segment Frucht betrugen 50,8 Mio. € (Vorjahr: 37,7 Mio. €). Es gab diverse Projekte über alle 40 Produktionsstandorte hinweg, wobei v.a. in Kapazitätsausweitungen, Anlagenmodernisierungen sowie Energieeffizienz investiert wurde. Unter anderem wurden folgende Einzelinvestitionen umgesetzt:

Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärkeund Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|Kalifornien|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus. Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|Illinois|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke- und Verzuckerungsprodukten sowie Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
| Segment Stärke | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.163.647 | 1.306.594 | –10,9 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –14.895 | –12.779 | –16,6 % |
| Umsatzerlöse | t€ | 1.148.752 | 1.293.815 | –11,2 % |
| EBITDA¹ | t€ | 94.062 | 116.750 | –19,4 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 48.533 | 69.168 | –29,8 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 1.853 | 11.021 | –83,2 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 50.386 | 80.189 | –37,2 % |
| EBIT-Marge | % | 4,4 | 6,2 | –1,8 pp |
| Investitionen² | t€ | 42.110 | 30.985 | 35,9 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.170 | 1.147 | 2,0 % |
Das Geschäftsjahr 2023|24 war im Segment Stärke von reduzierter Nachfrage und zunehmendem Preisdruck geprägt. Die inflationsbedingte Kaufzurückhaltung sowie der Lagerabbau bei den Kunden führten in den AGRANA-Hauptmärkten zu einer schwachen Absatzentwicklung. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 lagen die Rohstoffpreise auf einem sehr hohen Niveau, fielen dann aber mit der neuen Ernte 2023 und der sich abzeichnenden Nachfrageschwäche massiv, was in der Folge auch zu deutlichen Verkaufspreisrückgängen führte.
Die Umsatzerlöse des Segmentes sanken nach dem historischen Höchstwert des Vorjahres von 1.293,8 Mio. € auf 1.148,8 Mio. €. Der Rückgang war jeweils rund zur Hälfte auf Preis- und Mengeneffekte zurückzuführen. Bei Ethanol sind die Umsätze am deutlichsten gesunken, nachdem im Laufe des Jahres die Platts-Notierungen aufgrund großer Importmengen deutlich fielen und damit auch die Verkaufspreise für Ethanol sanken.
¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

(u.a. Milch- und Instantprodukte, Dauerkartoffelprodukte)
Sonstige (u.a. Soja, getrocknete Rübenschnitzel)
Die Nebenprodukterlöse korrelieren in der Regel mit der Entwicklung der Rohstoffkosten. Nur Hochproteine konnten sich dem Preisabwärtstrend länger entziehen, sodass der Umsatz mit Nebenprodukten noch über dem Vorjahreswert lag.
Die Herstellungskosten waren durch die gesunkenen Rohstoffkosten zwar rückläufig. Die Einkaufspreise sanken aber nur bedingt parallel zu den Verkaufspreisen und Verzögerungen im Anpassungsprozess belasteten somit die Margen. Ergebnisbelastend wirkten sich auch die mit den hohen Inflationsraten gestiegenen Personalkosten aus. Im Berichtsjahr wurde ein EBITDA von 94,1 Mio. € erzielt, das somit deutlich unter dem Vorjahreswert lag. Das operative Ergebnis sank ebenso deutlich auf 48,5 Mio. €.
Im Geschäftsjahr 2023|24 sank der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 27 % auf 336,2 Mio.€. Neben gesunkenen Verkaufspreisen war v.a. die deutlich geringere Maisvermahlungsleistung die Hauptursache für den Umsatzrückgang. Die deutlich gesunkenen Verkaufspreise, die Kapazitätsauslastungsprobleme sowie schwache Ethanolmargen waren auch die Hauptgründe für den EBIT-Rückgang bei der HUNGRANA-Gruppe auf 12,5 Mio. € (Vorjahr: 41,5 Mio. €) aus. Das PAT betrug 3,8 Mio. € (Vorjahr: 22,0 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 1,9 Mio.€ (Vorjahr: 11,0 Mio. €) sank.
Das vergangene Geschäftsjahr 2023|24 stand unter dem Einfluss multipler Krisen wie u.a. dem Ukraine-Krieg und dem Nahostkonflikt. Der europäische Stärkemarkt ist zum zweiten Mal in Folge geschrumpft.
Besonders im ersten Halbjahr 2023|24 war eine deutliche Abnahme der Marktnachfrage in allen Produktsegmenten zu beobachten. Die Verbräuche waren allgemein niedriger und es wurden Überschüsse aus den Vorjahren reduziert. Die Kunden waren auch in Erwartung sinkender Rohstoff- und Energiepreise bei der Vergabe von Aufträgen zurückhaltender. Das Hauptziel für alle Mitbewerber im Stärkegeschäft war daher, die Marktanteile so gut wie möglich zu sichern, was in diesem Umfeld zu Preisdruck führte.
Im Lebensmittelbereich haben sich die Absätze für native und modifizierte Stärken bis zum Kalenderjahresende 2023 auf einem niedrigeren, aber weitgehend konstanten Niveau stabilisiert. Davon abweichend ist das Bio-Geschäft durch einen konsumbedingten Rückgang aufgrund der Inflation deutlich schwieriger geworden. Dies betrifft die AGRANA Stärke GmbH besonders stark, da sie im Bio-Markt sehr stark aufgestellt ist.
Das ganze Geschäftsjahr über wurden im Papier- und Verpackungsbereich deutliche Absatzrückgänge bzw. schwankungen verzeichnet, die auf absatzbedingte Anlagendrosselungen der Kunden zurückzuführen waren. Die Baubranche verzeichnete einen besonders deutlichen Geschäftseinbruch. Der Verkauf von Baustärke und Stärkederivaten für die Klebung von Papiersäcken war um rund 30 % niedriger als im Vorjahr. Eine Markterholung in diesem Bereich ist kurzfristig nicht absehbar.
Am Markt für Säuglingsmilchnahrung waren Überkapazitäten und der Abbau von Sicherheitsbeständen der Grund für rückläufige Absätze. Kunden erwarten hier erst für die zweite Hälfte dieses Kalenderjahres 2024 eine Belebung des Geschäftes. AGRANA wird weiterhin konsequent den Fokus auf die Entwicklung von Säuglingsprodukten für den Premiumbereich richten.
Die Preise für Treibstoffethanol sind im Geschäftsjahr 2023|24 im Vergleich zum Vorjahr aufgrund hoher Importe aus Brasilien und den USA deutlich gesunken. Diskussionen und Interpretationsunterschiede zwischen der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten über anzuwendende Emissionsfaktoren für Agrarrohstoffe, welche Auswirkungen auf die Treibhausgaseinsparung von Ethanol haben, führten zwischenzeitlich am Markt zu einem hohen Maß an Unsicherheit. Die Nachfrage nach Kraftstoffen in
Nebenprodukte (u.a. Eiweißprodukte, DDGS, Gluten)
Europa war prinzipiell gut, insbesondere in Österreich, wo die Einführung von E10 einen zusätzlichen Schub gab und eine Ethanolrekordmenge am Heimmarkt abgesetzt werden konnte.
Der Internationale Getreiderat (IGC1 ) sieht die weltweite Getreideerzeugung2 im Getreidewirtschaftsjahr3 2023|24 bei 2.304 Mio. Tonnen (Vorjahr: 2.268 Mio. Tonnen) und damit leicht über dem Vorjahresniveau, jedoch auch minimal unter der Höhe des erwarteten Verbrauchs (2.306 Mio. Tonnen). Die weltweite Weizenproduktion wird auf 789 Mio. Tonnen (Vorjahr: 803 Mio. Tonnen) und der Verbrauch leicht darüber auf 803 Mio. Tonnen (Vorjahr: 795 Mio. Tonnen) geschätzt. Bei der globalen Maiserzeugung wird eine Produktion von 1.227 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.163 Mio. Tonnen) und ein Verbrauch von 1.212 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.179 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreidelagerbestände werden in Summe mit 599 Mio. Tonnen um rund 3 Mio. Tonnen kleiner als im Vorjahr erwartet.
Seit Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 haben sich die Getreidenotierungen bis auf zwei Gegenbewegungen bei Weizen im Sommer und Herbst 2023 nach unten bewegt, wobei die Notierungen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023|24 deutlich nachgaben. Eine gesunkene Nachfrage, keine weiteren Eskalationen im Ukraine-Krieg, genehmigte Exportkorridore aus der Ukraine, große Ernten in wichtigen Produktionsgebieten und der Wettbewerb um die Exportmengen haben zu diesen Preisrückgängen an den Börsen geführt. Am Bilanzstichtag 2023|24 lag der Preis an der Euronext Paris für Weizen bei 191 € und für Mais bei 178 € je Tonne (Vorjahr: 274 € bzw. 279 € je Tonne).
In der Kampagne 2023|24 verarbeitete die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich rund 170.600 Tonnen (Vorjahr: 217.000 Tonnen) Stärkeindustriekartoffeln. Die Verarbeitung von Speiseindustriekartoffeln für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten lag ebenso unter dem Vorjahreswert. Ungünstige Vegetationsbedingungen führten sowohl bei Stärke- als auch bei Speiseindustriekartoffeln zu Mindererträgen.
AGRANA Stärke GmbH hat in Österreich an den Standorten in Aschach und Pischelsdorf im Geschäftsjahr 2023|24 rund 26 % weniger Mais als im Vorjahr verarbeitet. Der Spezialmaisanteil (v.a. Wachsmais und biologisch produzierter Mais) betrug rund 24 %.
Die Weizenvermahlung am Standort Pischelsdorf für die Produktion von Weizenstärke und Bioethanol war 2023|24 im Vergleich zum Vorjahr etwas höher. AGRANA kontrahierte über Vorverträge mit Landwirten auch Ethanolgetreide.
An beiden österreichischen Standorten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Summe rund 1,33 Mio. Tonnen Mais und Getreide verarbeitet.
In Ungarn (HUNGRANA-Werk) konnte 2023|24 die Maisvermahlungsmenge des Vorjahres nicht erreicht werden. Das Werk in Rumänien verarbeitete ebenfalls weniger Gelbmais, die Verarbeitungsmenge an Spezialmais blieb konstant.

1 International Grains Council
2 Schätzung vom 14. März 2024
3 Getreidewirtschaftsjahr. 1. Juli bis 30. Juni
AGRANA Stärke hat ihre österreichischen Vertragslieferbetriebe für Kartoffeln und Spezialmais in zwei sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance dieser Gruppen erstmals nach Beantwortung des Farm Sustainability Assessment (FSA) einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen (Details siehe Seite 44f). Im Geschäftsjahr 2023|24 fanden die drei Jahre gültigen Re-Verifizierungsaudits nach dem neuen FSA 3.0 Standard statt. Mit wenigen Ausnahmen erreichten 100 % der landwirtschaftlichen Betriebe in den FMG der AGRANA Stärke FSA-Silber-Status oder höher. Das nächste Re-Verifizierungsaudit findet im Geschäftsjahr 2026|27 statt.
Bei der Beschaffung von konventionellen Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf von der EU-Kommission anerkannte Systeme der Zertifizierung nach dem International Sustainability and Carbon Certification System for Biomass and Bioenergy (ISCC) und dem Austrian Agricultural Certification Scheme (AACS). Sowohl ISCC-EU als auch AACS werden im FSA-System mit Silber-Äquivalenz bewertet.
Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis waren im Berichtsjahr auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme für Vertragsanbauer begrenzt. So wurden sechs Feldtage für spezielle Zielgruppen wie Bioanbauer, Stärkekartoffelbzw. Stärkemais- sowie Ethanolgetreideanbauer

angeboten, die für jeweils 30 bis 50 Teilnehmende maßgeschneidert wurden.
Daneben wurden die Landwirte auch auf externen Veranstaltungen, wie Messen, Feldtagen und in Webinaren, über rohstoffrelevante Themen informiert. Externe Messen, Veranstaltungen und Online-Webinare wurden ebenso für Mitarbeitende von AGRANA zur Wissenserweiterung in Bezug auf Markt, Saatgut, Pflanzenschutz und Technik genutzt. Das AGRANA-eigene Magazin für Kontrakt-Landwirte "Agrozucker/Agrostärke" ging u.a. auf die Themenbereiche Pflanzenschutz, Optimierung der Bodenbearbeitung und Nährstoffversorgung sowie auf die Handhabung von Kartoffelpflanzgut ein.
Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Eine an allen Standorten des Segments Stärke reduzierte Rohstoffverarbeitung um in Summe rund 9,4 % führte zu einer Reduktion des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Berichtsjahr um rund 9,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 5,96 Mio. GJ. Trotz geringerer Anlagenauslastung konnte der spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne um rund 5,5 % bzw. auf 4,13 GJ pro Tonne Produktoutput durch technische Optimierungen in den Anlagen und Einführung eines neuen Nassfutterprodukts, welches den Energiebedarf für Trocknung reduziert, gesenkt werden.
Die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Stärke sanken um rund 5,6 % auf rund 236.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken leicht um rund 2,4 % gegenüber dem Vorjahr auf 163 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie und im Rahmen der wissenschaftsbasierten Gruppenziele wird das Segment Stärke seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2030|31 gegenüber dem Basisjahr 2019|20 um 50 % reduzieren.
Im Berichtsjahr verfügten die drei österreichischen Stärkeproduktionsstandorte über eine gültige Zertifizierung nach ISO 50001.
| Segment Stärke Gesamt in Mio. m³ |
2023 24 | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|---|
| Wasserentnahme | 6,4 | 7,1 | 6,9 |
| Wasserabgabe | 5,5 | 6,3 | 5,8 |
| Wasserverbrauch | 0,9 | 0,8 | 1,1 |
| Segment Stärke m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
2023 24 | 2022 23 | 2021 22 |
| Wasserentnahme | 4,40 | 4,69 | 4,27 |
| Wasserabgabe | 3,83 | 4,17 | 3,55 |
| Wasserverbrauch | 0,57 | 0,52 | 0,72 |
In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und den Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt.

Die Wasserentnahme in absoluten Zahlen lag im Berichtsjahr 2023|24 mit rund 6,4 Mio. m³ um 10 % unter dem Vorjahr. Die Reduktion der absoluten Wasserabgabe um rund 11,7 % gegenüber dem Vorjahr ist auf eine reduzierte Rohstoffverarbeitung zurückzuführen.
Der durchschnittliche spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag im Berichtsjahr bei rund 0,57 m³ bzw. 570 Litern.
100 % des abgegebenen Abwassers der AGRANA-Stärkefabriken wurde in Oberflächengewässer, d.h. Flüsse, abgegeben.
| Segment Stärke Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben |
2023 24 | 2022 231 | 2021 22 |
|---|---|---|---|
| Entsorgte Abfälle Davon gefährliche Abfälle |
29.898 t 158 t |
23.607 t 81 t |
28.241 t 61 t |
| Abfall pro Tonne Produkt |
20,7 kg | 15,7 kg | 17,4 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt |
109 g | 54 g | 37 g |
Im Rahmen der europäischen Regulatorik werden nur Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden ("Re-use-Mengen"), werden nicht mehr als Abfälle berichtet. Die gegenüber dem Vorjahr höhere Menge am Gesamtabfallaufkommen ist v.a. auf deutlich erhöhte Abwasserentsorgungen im Berichtsjahr zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2023|24 hielt die AGRANA Stärke GmbH im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis eine Bewertung mit Silber-Status.
Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2023|24 42,1 Mio. € (Vorjahr: 31,0 Mio. €). Unter anderem wurden folgende Projekte umgesetzt:

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2023|24 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 29,6 Mio. € (Vorjahr: 20,9 Mio. €) getätigt.
Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH ist jene Gesellschaft, die das Vermögen der beiden österreichischen Zuckerfabriken besitzt und diese lenkt. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Segment Zucker | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.102.740 | 884.607 | 24,7 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –31.470 | –22.911 | –37,4 % |
| Umsatzerlöse | t€ | 1.071.270 | 861.696 | 24,3 % |
| EBITDA¹ | t€ | 71.304 | 65.933 | 8,1 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 43.183 | 38.024 | 13,6 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||||
| unternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | –461 | 7.636 | –106,0 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –2.344 | 901 | –360,2 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 40.378 | 46.561 | –13,3 % |
| EBIT-Marge | % | 3,8 | 5,4 | –1,6 pp |
| Investitionen² | t€ | 34.336 | 34.252 | 0,2 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.986 | 1.906 | 4,2 % |
Der Absatz stieg im Geschäftsjahr 2023|24 insgesamt um knapp 3 %, wobei beim Hauptprodukt Zucker ein deutlicher Mengenrückgang verzeichnet wurde. Bei den Nebenprodukten gab es auch dank der Subkategorie "sonstige Produkte" einen markanten Absatzanstieg. Die AGRANA-Zuckermärkte wurden v.a. durch den enormen Wettbewerb aus der Ukraine speziell in den Defizitländern negativ beeinflusst. Aufgrund deutlich geringerer Absatzmengen in den Heimmärkten wurde mit Exportaktivitäten intensiv gegengesteuert.
Sowohl im Retailgeschäft als auch im Industriebereich lagen die Verkaufspreise im Geschäftsjahr 2023|24 deutlich bzw. sehr deutlich über dem Durchschnittswert des Vorjahres.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschaftsjahr beschaftigte Vollzeitaquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Das operative Ergebnis im Segment Zucker lag trotz gestiegener Rübenkosten und Belastungen durch die hohen Zuckerimporte aus der Ukraine deutlich über dem Vorjahreswert. Negative Veränderungen beim Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen sowie beim Ergebnis aus Sondereinflüssen führten allerdings zu einem EBIT-Rückgang von rund 13 % auf 40,4 Mio. €.
Der Ergebnisbeitrag der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2023|24 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus (1,7 Mio. €), war aber um rund 83 % niedriger als der historisch beste im Vorjahr (9,9 Mio. €). Der Rückgang beim AGRANA-STUDEN-Ergebnis war im Wesentlichen auf Absatzrückgänge sowie eine niedrigere Auslastung der Raffinerie am Westbalkan zurückzuführen. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, wirkte sich mit –2,2 Mio. € (Vorjahr: –2,3 Mio. €) negativ auf das Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen aus.
Das negative Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Zucker in Höhe von 2,3 Mio. € stand im Wesentlichen in Zusammenhang mit Vorsorgen für Abfindungszahlungen. Das positive Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 0,9 Mio. € im Vorjahr war auf Rückzahlungen von beeinspruchten Steueraufwendungen der Vorjahre in Rumänien zurückzuführen.
Die geopolitische Situation und das Wetter beeinflussten den Handel und die Angebots- /Nachfragedynamik am Zuckermarkt im Geschäftsjahr 2023|24 erheblich. Die Weltmarktnotierungen schwankten dementsprechend stark.
Das Marktforschungsunternehmen S&P Global zeigte in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom März 2024 für das zu Ende gegangene Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ)
2022|23 (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) nach drei Defizitjahren in Folge einen leichten Überschuss von 0,7 Mio. Tonnen Zucker. Bei einer stabilen Nachfrage kam es aufgrund der gestiegenen Erzeugung zu einem minimalen Aufbau der Bestände.
| Weltzuckerbilanz1 | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Mio. Tonnen | ZWJ | ZWJ |
| Anfangsbestand | 66,2 | 65,5 |
| Erzeugung | 194,3 | 189,0 |
| Verbrauch | –189,0 | –187,4 |
| Saldo Exporte/Importe | –0,1 | –0,9 |
| Endbestand | 71,4 | 66,2 |
| in % des Verbrauches | 37,8 | 35,3 |
Für das neue ZWJ 2023|24, welches seit 1. Oktober 2023 läuft, erwartet S&P Global aufgrund der erhöhten Produktion einen deutlich steigenden Überschuss.
Die Überschussschätzung für das ZWJ 2023|24 wird mit einer außergewöhnlichen Ernte in Brasilien (wichtigster Lieferant für den Weltmarkt) und einer höheren Produktion in der EU und in Russland erklärt, während es in Thailand geringere Produktionsmengen gibt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023|24 setzte sich der Aufwärtstrend bei den Zuckerpreisen zunächst weiter fort und erreichte Anfang Dezember 2023 einen Höhepunkt. Als dann spekulative Fonds den Großteil ihrer Long-Positionen auflösten, kam es zu einem deutlichen Rückgang der Notierungen auf dem Niveau zu Geschäftsjahresbeginn (siehe auch Notierungschart auf nächster Seite).
Am 29. Februar 2024 notierte Weißzucker bei 615,1 US\$ pro Tonne und Rohzucker bei 478,2 US\$ pro Tonne (Vorjahr: 562,4 US\$ bzw. 486,8 US\$).

Im ZWJ 2022|23, das am 30. September 2023 endete, ergab sich bei einer nochmals leicht verringerten Anbaufläche sowie bei aufgrund der Trockenheit im Sommer 2022 unterdurchschnittlichen Erträgen ein Rückgang der Zuckererzeugung (EU-27 ohne Isoglukose) auf 14,6 Mio. Tonnen (ZWJ 2021|22: 16,6 Mio. Tonnen). Damit blieb die EU auch im ZWJ 2022|23 Nettoimporteur von Zucker. Für das laufende ZWJ 2023|24 geht die EU-Kommission bei einer leicht gestiegenen Anbaufläche von hohen Rübenerträgen, aber geringen Zuckergehalten aus. Dadurch soll die Erzeugung auf 15,8 Mio. Tonnen ansteigen. Damit würde die EU trotz steigender Exporte und Bestände weiterhin Nettoimporteur für Zucker bleiben. Für das kommende ZWJ 2024|25 gehen Marktbeobachter von einer leicht steigenden Anbaufläche in der EU-27 aus.
Laut EU-Preisreporting sind die durchschnittlichen Weißzuckerpreise in der EU seit Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 von 804 € pro Tonne im März 2023 kontinuierlich bis Dezember 2023 kontinuierlich auf 856 € pro Tonne angestiegen und ging bis zur letzten vorliegenden Veröffentlichung im Februar 2024 auf 837 € pro Tonne zurück. Dabei gab es innerhalb der EU signifikante regionale Preisunterschiede zwischen den Defizit- und den Überschussregionen. Die Defizitmärkte standen unter dem Druck von Niedrigpreisimporten aus der Ukraine, weshalb die Preissteigerungsdynamik im Sommer speziell für die rumänischen und bulgarischen Märkte abflachte.
Seit Juni 2022 gibt es eine EU-Regelung für zollfreie Zuckerimporte aus der Ukraine, die im Frühjahr 2023 bis Anfang Juni 2024 verlängert wurde. Gab es vor dem Krieg zollfreien Zugang der Ukraine für den EU-Markt für lediglich rund 20.000 Tonnen, so sind die zollfreien Zuckerimporte im ZWJ 2022|23 auf rund 415.000 Tonnen angestiegen. Die erneute Verlängerung der EU-Sonderregelung betreffend Agrarerzeugnisimporte aus
der Ukraine in die EU, gültig von 6. Juni 2024 bis 5. Juni 2025, beinhaltet nun zum Schutz sensibler Produkte, u.a. Zucker, eine Einfuhrbegrenzung. Als Basis für diese Begrenzung werden die durchschnittlichen Einfuhrniveaus der Kalenderjahre 2022 und 2023 sowie dem zweiten Kalenderhalbjahr 2021 herangezogen. Für zollfreie Zuckerexporte der Ukraine in die EU beträgt die neue Obergrenze ab 5. Juni 2024 somit größenordnungsmäßig 265.000 Tonnen für das Kalenderjahr 2024, für den Zeitraum 1. Januar bis 5. Juni 2025 gilt die Obergrenze für zollfreie Exporte der Ukraine in die EU aliquot.
Darüber hinaus gibt es bei anderen wichtigen Handelsabkommen, wie mit den MERCOSUR-Staaten und Australien, Verzögerungen oder sie sind derzeit eingefroren, weil v.a. offene Diskussionspunkte zu den Themen Umweltschutz und Ursprungsregeln noch nicht geklärt werden konnten.
Die Zuckerrübenanbaufläche der rund 5.500 AGRANA-Kontraktbauern (Vorjahr: rund 5.300) betrug im ZWJ 2023|24 rund 86.000 Hektar und lag damit über dem Vorjahreswert (72.000 Hektar). Die Vegetationsbedingungen 2023 waren von einem nasskalten Frühjahr und trockenen Sommermonaten geprägt. Mitte August verbesserten ausreichende Niederschläge die Ertragsaussichten deutlich. Die zweite Vegetationshälfte war durch einen trockenen September gekennzeichnet. Ab Ende Oktober bis späten November folgte eine feuchte und kühle Witterungsperiode.
Die Blattkrankheit Cercospora führte in den westlichen, feuchteren Einzugsgebieten punktuell zu Problemen. Durch einen mittlerweile hohen Anteil an blattgesunden Sorten konnten aber größere Ertragsausfälle verhindert werden. Das Auftreten des
Rübenderbrüsslers (Rüsselkäfer) war im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der feuchtkühlen
Witterungsverhältnisse im April und Mai 2023 geringer, führte aber dennoch in den üblicherweise stärker betroffenen Befallsregionen (nördliches Tullnerfeld und Weinviertel|beide Österreich) zu Problemen und auch Umbrüchen. In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass in Österreich aufgrund einer fehlenden Notfallzulassung beim Anbau 2023 erstmalig kein mit Neonicotinoiden gebeiztes Zuckerrübensaatgut eingesetzt werden konnte. Aufgrund der teils ergiebigen Niederschläge in den Herbstmonaten fand die Rodung teilweise unter feuchten Bedingungen statt, wodurch die Abzugsprozente für den Erdanteil über dem Vorjahr lagen.
Die beschriebenen Vegetationsbedingungen waren letztlich für einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,2 % (Vorjahr: 16,1 %) ausschlaggebend. Es wurden auf einer Gesamtfläche von rund 86.000 Hektar rund 5,7 Mio. Tonnen Zuckerrüben (Vorjahr: 4,7 Mio. Tonnen) geerntet, was einem Durchschnittsertrag von 67 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 66 Tonnen je Hektar) entsprach.
Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich etwas über 48.200 Tonnen Rüben (Vorjahr: 47.800 Tonnen). Aufgrund der höheren Menge produzierten die Werke in durchschnittlich 119 Tagen (Vorjahr: 101 Tage) insgesamt rund 806.000 Tonnen (Vorjahr: 717.000 Tonnen) Zucker. Im Werk Tulln|Österreich wurden in einer einwöchigen Bio-Kampagne etwas über 4.200 Tonnen Bio-Zucker erzeugt. Die verarbeitete Rübenmenge führte zu einer durchschnittlichen Auslastung der Zuckerfabriken von 99 % (Vorjahr: 85 %).
Im Werk in Tulln wurde ganzjährig eine Melasseentzuckerungsanlage betrieben. Weiters betreibt AGRANA zwei Rohrrohzuckerraffinerien in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien, in denen im Geschäftsjahr 2023|24 in Summe 286.000 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 290.000 Tonnen) gewonnen wurden.
Die Beta Pura GmbH, Wien, hat an ihrem Standort Tulln│Österreich nach fast einjähriger Unterbrechung im Geschäftsjahr 2023|24 den Betrieb wieder aufgenommen. Der Wiedereinstieg in den Betain-Markt ist soweit geglückt und alle vier Marktkategorien menschliche Ernährung, Kosmetika, Pflanzenpflege und Futtermittel werden wieder bedient. In den letzten Monaten wurden im Wesentlichen ein weltweites Distributionsnetz aufgebaut, Verkaufs- und Marketingaktivitäten gesetzt sowie Produktverbesserungen in technisch-qualitativer
Hinsicht durchgeführt. Damit wurde eine gute Basis für solides Wachstum geschaffen.
Das Segment Zucker hat die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer gewählt (Details zu SAI und FSA siehe Seite 44f). Die Rübenvertragslieferanten sind in allen fünf Anbauländern in sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt.
2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance der Gruppen erstmals einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen. Im Geschäftsjahr 2023|24 fanden die drei Jahre gültigen Re-Verifizierungsaudits nach dem neuen FSA 3.0 Standard statt. Mit wenigen Ausnahmen erreichten 100 % der landwirtschaftlichen Betriebe in den FMG der AGRANA Zucker FSA-Silber-Status oder höher. Das nächste Re-Verifizierungsaudit findet im Geschäftsjahr 2026|27 statt.
Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung fanden im Berichtsjahr 2023|24 in Form von diversen Veranstaltungen sowie durch das vierteljährlich erscheinende Fachmagazin "Agrozucker/Agrostärke" statt. So wurden gebietsspezifische Fachwebinare und physische Anbauversammlungen und Feldbegehungen mit den Schwerpunktthemen Anbau, Saatgut und Pflanzenschutz abgehalten. Ende Juni 2023 wurde im Einzugsgebiet Tulln|Österreich ein Zuckerrübenfeldtag mit den Schwerpunktthemen Sorten, Pflanzenschutz und Hacktechnik durchgeführt. Rund 600 Landwirte konnten sich einen Eindruck über aktuelle Themen zum Zuckerrübenanbau machen. Fachvorträge zu den Themen Digitalisierung und kameragesteuerte Hacktechnik sowie reduziertem Pflanzenschutz mithilfe der Bandspritztechnik rundeten das Programm ab. Die Kontrahierungen für den Rübenanbau 2024 wurden sowohl online als auch durch persönliche Meetings angeboten.
Im Jahr 2023 wurden in Österreich rund 3.800 Hektar mit den Zwischenfruchtmischungen der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut aus eigener Vermehrung und Zukauf zur Verfügung stellt, begrünt. Die Zwischenfruchtmischungen lockern den Boden, mobilisieren Nährstoffe, aktivieren das Bodenleben
und erhöhen die Biodiversität am Feld. Daneben wurden auch ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt. Die blühenden Felder bieten eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.
Wenngleich Transporte keinen Emissions-Hotspot darstellen im Corporate Carbon Footprint des Segments Zucker (9,3 % im Basisjahr 2019|20) und speziell der Downstream-Bereich kaum zu beeinflussen ist, versucht AGRANA dennoch, Transporte, soweit infrastrukturell und wirtschaftlich möglich, nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2023|24 rund 34 % der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte mit rund 49 % in Österreich und 45 % in Ungarn am höchsten lag.
Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden im Segment Zucker rund 20 % mehr Rüben verarbeitet als im Vorjahr. Die Rohzuckerraffination in den AGRANA-Raffinationsstandorten in den GRI-Berichtsgrenzen
(siehe Seite 43) wurde um rund 1,4 % auf etwa 242.000 Tonnen reduziert.
Die höhere Rübenverarbeitungsmenge resultierte in einer Erhöhung des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Zucker auf rund 6,41 Mio. GJ. Aufgrund guter Fabriksauslastungen sank der spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne um rund 2,6 % bzw. auf 2,59 GJ pro Tonne Produktoutput.
Um potenzielle Erdgasversorgungsengpässe in der Rübenverarbeitungskampagne 2023|24 zu vermeiden, wurde direkt nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine Heizöl Extraleicht (HEL) für 2023 kontrahiert, letztlich wurden rund 19.600 Tonnen HEL in der Kampagne 2023|24 eingesetzt. Aufgrund der höheren Rübenverarbeitungsmenge und der Substitution von Erdgas durch HEL stiegen die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Zucker um rund 17,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 373.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken aufgrund höherer Effizienz um rund 6,8 % auf 151 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Die ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2023|24 rund 24,1 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 61,8 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2023|24 decken können. Diese Art der vollständigen Rohstoffverwertung von eiweißarmen Rohstoffbestandteilen zur Energiegewinnung stellt auch ein Pilotprojekt für AGRANAs zukünftigen Umstieg auf

erneuerbare Energieträger bis 2040 im Rahmen ihrer Klimastrategie dar (Details siehe Seite 48f). Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden rund 9,8 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases verkauft und größtenteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet und als EU-taxonomiefähige Umsätze berichtet. Die ins
Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 1.860 Einfamilienhäusern. Eine vollständige Eigennutzung des erzeugten Biogases wäre zukünftig denkbar.
Bis 2030|31 wird das Segment Zucker als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie und den wissenschaftsbasierten Emissionsreduktionszielen seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen um rund 50 % gegenüber 2019|20 senken.
Im Geschäftsjahr 2023|24 verfügten die Energiemanagementsysteme aller Zucker-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 43) über eine aktuelle Zertifizierung nach ISO 50001.
| Segment Zucker Gesamt in Mio. m³ |
2023 24 | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|---|
| Wasserentnahme | 5,2 | 4,7 | 4,8 |
| Wasserabgabe | 7,4 | 6,3 | 7,0 |
| Wasserverbrauch | –2,2 | –1,6 | –2,2 |
| Segment Zucker m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
2023 24 | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|---|
| Wasserentnahme | 2,12 | 2,29 | 2,16 |
| Wasserabgabe | 3,00 | 3,06 | 3,14 |
| Wasserverbrauch | -0,88 | -0,77 | -0,98 |
Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird zum Teil mit der zur Verarbeitung angelieferten Zuckerrübe in die Fabrik eingebracht und sohin auch eingesetzt. Die Rübe besteht zu rund 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker abgetrennt werden muss.
Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln und den notwendigen Prozessdampf in der Zuckergewinnung als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und in einem Kreislauf geführt. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit nur gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.
Das Geschäftssegment Zucker setzte im Berichtsjahr 2023|24 rund 2,2 Mio. m³ vorher in den Rüben gebundenes Wasser frei und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus. Pro Tonne Produktausstoß wurden rund 0,88 m³ bzw. 880 Liter über Vorfluter abgegeben.



Im Berichtsjahr 2023|24 sank die absolute Abfallmenge im Rahmen der Abfalldefinition der europäischen Regulatorik um rund 9 %. Die spezifische Gesamtabfallmenge bzw. jene gefährlicher Abfälle pro Tonne Produktoutput sanken aufgrund höherer Rübenverarbeitungsmengen ebenfalls um 27,5 % bzw. 8,2 %.
Im Berichtsjahr 2023|24 nahm die AGRANA Zucker GmbH eine Aktualisierung ihrer Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Sie erzielte Platin-Status.
Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2023|24 34,4 Mio. € (Vorjahr: 34,2 Mio. €) primär für folgende Projekte aus:

Zusätzlich wurden 2023|24 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH, Wien; jeweils 100 %) Investitionen von 3,3 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €) getätigt.
In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.
Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 18 lokalen Frucht-NPD1 -Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100 %-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig.
Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.
| F&E-Kennzahlen | 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|---|
| F&E-Aufwendungen (intern und extern) | Mio. € | 26,0 | 23,1 |
| F&E-Quote2 | % | 0,69 | 0,64 |
| Mitarbeitende in F&E (Köpfe) | 333 | 324 |
Im Sinne der Kreislaufwirtschaft wurden Reststoffe aus der Früchteverarbeitung als wertvolle Rohstoffe für neue Produkte evaluiert. Die Verwertung von Schalen und Kernen bestimmter Früchte eignen sich dabei besonders für die Herstellung pflanzenbasierter Joghurt- und Milchalternativen bis hin zu pflanzlichen Lederimitaten für die Textilindustrie.
Mit der Entwicklung veganer Fruchtschaumzubereitungen mit hohem Fruchtanteil und der technologischen Lösung einer Schokoladeummantelung wurde erstmalig ein Produkt für den Konfektbereich kreiert. Im Bereich Food Service ist mit "Watson Says" eine eigene Linie von Saucen und Toppings entwickelt worden, welche ihren Hauptanwendungsbereich in Schnellservicerestaurants hat.
Zur Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln werden oftmals künstliche Konservierungsstoffe eingesetzt. Konsumenten fordern zunehmend Clean Label-Produkte, welche frei von kennzeichnungspflichtigen E-Nummern sind. Dazu wurden verschiedene natürliche Alternativen geprüft, die stabilisierend auf die Qualität wirken und weder Geschmack noch Geruch des Endproduktes beeinflussen.
Angesichts der wachsenden Bedeutung einer zuckerreduzierten Ernährung stellt der Erhalt des charakteristischen Süßgeschmacks eine große Herausforderung dar. Innovative Verfahren in der Verarbeitung spezieller Getreidemehle ermöglichten es, Fruchtzubereitungen ohne Zuckerzusätze zu entwickeln, die dennoch ein volles Süßeprofil aufweisen.
Im vergangenen Geschäftsjahr baute AUSTRIA JUICE die Geschäftsfelder Getränkegrundstoffe, Aromen und Saftkonzentratproduktion erfolgreich aus, unterstützt durch strategische Investitionen in Infrastruktur und Personal. Die Weiterentwicklung der Verwertung von FTNF3-Saftaromen sowie der Eigenproduktion von Kompositionsaromen trug maßgeblich zur Stärkung des Getränkegrundstoff- und Aromengeschäfts bei. Verfahren zur Diversifizierung und Standardisierung des Angebotes an FTNF-Saftaromen sowie Kräuter-, Gewürz- und Zitrusextrakten werden kontinuierlich implementiert und verbessert. Darüber hinaus wird an der Entwicklung von sprühgetrockneten Aromen gearbeitet, um das Aromenportfolio für neue Märkte zu erweitern.
1 New Product Development
2 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz
3 From the named fruit (natürliche Fruchtaromen)
Klimawandelbedingte extreme Wetterbedingungen verursachen zunehmend Schwankungen bei der Rohstoffqualität, wodurch das Risiko einer schlechteren Verarbeitbarkeit der Stärkerohstoffe sowie eine unzureichende Stärkeausbeute in der Produktion besteht. Um auf schwankende Rohstoffqualitäten besser reagieren zu können, wurde durch ein umfassendes Rohstoffmonitoring ein Vorhersagemodell erarbeitet, wodurch Jahrgangseffekte und Länderspezifika erfasst und präzisiere Voraussagen über erzielbare Ausbeuten gemacht werden können.
Kunden im Lebensmittelsektor erwarten zunehmend Komplettlösungen und Co-Creation, also eine Form der Zusammenarbeit, in der sie auch gezielt in Prozesse miteinbezogen werden. So konzentrierte man sich im Bereich der Lebensmittelanwendungstechnik v.a. auf die Weiterentwicklung veganer und vegetarischer sowie glutenfreier Lebensmittelprodukte. Ebenso standen zusätzliche Anforderungen wie Clean Label, Bio und verbesserte Nährwertprofile im Fokus. Entsprechend wurde das ARIC-eigene Sensorikum auf diese Texturund Geschmacksanforderungen trainiert und die sensorischen Prüfmethoden wurden angepasst.
Pflanzliche Proteine rücken als Alternative zu tierischen Produkten immer mehr in den Fokus, getrieben von einem zunehmenden Trend hin zu einer fleischreduzierten Ernährung. Dieser Wandel wird durch ein wachsendes Bewusstsein für Gesundheit und Umweltschutz, Tierschutzbelange sowie ethische Überlegungen verstärkt. Als Proteinquellen dienen bei AGRANA die Rohstoffe Kartoffeln, Mais und Weizen, deren Proteine mithilfe spezieller Technologien so verarbeitet werden, dass sie neben der Proteinanreicherung auch als funktionelle Zutaten in Lebensmitteln eingesetzt werden können. Dazu wurden neue Analysemethoden entwickelt, um die funktionellen Eigenschaften pflanzlicher Proteine v.a. für vegetarische Fleisch- und Milchersatzprodukte besser zu charakterisieren.
Im Bereich der stärkebasierten Lebensmittel hat AGRANA erfolgreich neu entwickelte, modifizierte Stärken in ihr Produktportfolio aufgenommen und neue Ansätze zur Prozessoptimierung bei der Herstellung von Stärkeverzuckerungsprodukten ausgelotet. Bei Maltodextrinen sind das Weiterentwicklungen in der Prozesssteuerung, welche die Stabilität und Automatisierung der Produktionslinien verbessern. Seit dem Verbot von
Ionenaustauschern stellt die Produktion von Bio-Glukosesirupen eine Herausforderung dar, unter der auch die Wirtschaftlichkeit leidet. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Prozessparameter unter den neuen Bedingungen optimiert. Dies führte zu einer gesteigerten Effizienz und einer Reduktion der Kosten.
Mit der Weiterentwicklung neuer, hochmodifizierter Stärkeether konnten für das Anwendungsfeld Fliesenkleber neue Produktlösungen am Markt platziert werden. Optimierungen im Herstellungsprozess, Anpassungen im rheologischen Profil und die Erhöhung des biobasierten Anteils führten zu einer erfolgreichen Erweiterung des Produktportfolios. Mit der Erstellung einer Baumatrix und der entsprechenden systematischen Prüfung der Stärkeether in definierten Fliesenkleber-Rezepturen, konnten die Vorteile der neu entwickelten Stärkeether aufgezeigt werden. Die Erkenntnisse wurden dann einem fachkundigen Publikum in Asien präsentiert.
Das Portfolio der AGENACOMP®-Produkte im Bereich heimkompostierbarer Bio-Kunststoffe wurde erfolgreich erweitert, einschließlich der Entwicklung und großtechnischen Optimierung eines stärkebasierten Schrumpffolienmaterials. Um den Vorgaben des Marktes gerecht zu werden, wurden Einsparungen im CO2-Fußabdruck aufgezeigt, welche durch den Einsatz stärkebasierter Bio-Kunststoffe erzielt werden können. Eine Ökobilanz wurde nach den Anforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung erfolgreich erstellt. In Kooperation mit einem auf mechanisches Recycling spezialisierten Anlagenbauer konnte belegt werden, dass bei der Folienherstellung mit AGENACOMP® erfolgreich ohne Qualitätseinbußen rezykliert werden konnte.
Bei der Entwicklung neuer Stärkeprodukte für den Papier- und Klebstoffbereich stand die Suche nach Alternativen zu petrobasierten Bindemitteln im Vordergrund. Durch physikalische oder enzymatische Modifizierung konnten neue Stärken erfolgreich am Markt lanciert werden, womit den Kunden die Möglichkeit gegeben wird, den biobasierten Anteil in deren Formulierungen zu erhöhen. Durch breitenwirksame Vorträge wurden diese speziellen Stärken mit ihrer verbesserten Bindekraft als Dextrinersatz im Bereich Papierstrich präsentiert und mittlerweile am Markt erfolgreich positioniert.
Im Bereich der Bioethanolproduktion wurden durch prozesstechnische Optimierungen und strategische Maßnahmen signifikante Energieeinsparungen erzielt und somit konnte der AGRANA-Carbon Footprint reduziert werden.
Der Zuckerrübenbestand ist durch klimatische Veränderungen und tierische Schaderreger sowie Blattkrankheiten gefährdet. Um die Bedarfsmengenziele zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe zu sichern, arbeitet AGRANA eng mit Landwirten zusammen, um den Herausforderungen durch Klimawandel und Schädlinge zu begegnen. Dabei wird die Zuckerrübe als innovative Ackerbaukultur positioniert, um ihre Attraktivität zu erhalten, mit dem Ziel, sie ökologisch nachhaltig und sozial verträglich zu produzieren.
Schädlinge sind weltweit noch immer die Hauptursache für Ertragsverluste und können in der Zuckerrübe mitunter Totalausfälle verursachen. Um die Maßnahmen gegen den Rübenderbrüssler auf Zuckerrübenfeldern zu optimieren, wurden fortschrittliche mechanische Methoden und biologische Bekämpfungsstrategien entwickelt. Diese Ansätze zielen darauf ab, die Schädlingspopulation effektiv zu reduzieren. Parallel dazu wurde die Applikationstechnik für Insektizide verfeinert, um eine präzisere und umweltschonendere Verteilung zu gewährleisten.
Klimawandelbedingte Jahresmitteltemperaturanstiege begünstigen das Auftreten neuer Schädlinge, die Krankheiten, wie das Syndrom des niedrigen Zuckergehalts (Syndrome Basses Richesses) und die Gummirübenkrankheit in Zuckerrüben, verbreiten. Die Etablierung dichter, wissenschaftlich fundierter Überwachungsnetzwerke für Schädlinge und ihre Ökosysteme hat zur Entwicklung effektiver Warnsysteme geführt. Diese ermöglichen schnelle und datengestützte Reaktionen auf Schädlingsbedrohungen durch gezielte Abwehrmaßnahmen.
Der Blattfleckenkrankheit der Zuckerrübe (Cercospora beticola) ist unverändert hohes Schadpotenzial zuzuordnen. Ein Ziel in der Behandlung von Cercospora ist nebst Effektivität der Bekämpfung der Einsatz verminderter Wirkstoffmengen. Unter diesen Gesichtspunkten wurden neue Wirkstoffe auf ihre Eignung zur Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit getestet. Ebenso bieten neue Zuckerrübengenetiken mit hoher Toleranz gegenüber dieser Krankheit Perspektiven. Vor allem das Einsparungspotenzial von Fungiziden gilt hier als wertvoller Beitrag zu einer nachhaltigeren Produktion.
Ein weiterer Aufgabenbereich umfasst die Anstrengungen bezüglich Dekarbonisierung und der Reduktion klimarelevanter Gase, um Scope 3- Emissionen zu reduzieren. Eines dieser Gase ist Lachgas, welches überproportional zum Treibhauseffekt beiträgt. Die Forschungsanstrengungen konzentrieren sich auf die Erarbeitung valider Daten, um die Dimension von Lachgasemissionen richtig einschätzen zu können und Kulturmaßnahmen bei Bedarf darauf abzustimmen.
Im Fokus der AGRANA-Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen auch die Minimierung des Energieverbrauchs und die Steigerung der Ausbeute an Zucker.
So ermöglicht der gezielte Einsatz von Enzymen eine signifikant höhere mechanische Abpressung extrahierter Rübenschnitzel, wodurch weniger Erdgas bei der Wasserverdampfung in der Trocknung zur Erzeugung von Futtermittel-Rübenpellets aufgewendet werden muss.
Darüber hinaus werden spezifische Optimierungen an den jeweiligen Standorten im Bereich der Zuckerkristallisation, insbesondere bei der Rohzuckerund Nachproduktarbeit, vorgenommen. Die Zielsetzung ist, größere und damit besser abtrennbare Kristalle zu erhalten und die Melasseerschöpfbarkeit zu maximieren, wodurch die Zuckerausbeute erhöht wird. Diese Prozessschritte werden durch entsprechende Schulungsmaßnahmen begleitet.
Um die Digitalisierung voranzutreiben, werden bildgebende Verfahren und spektrometrische Methoden entwickelt und im industriellen Maßstab erprobt. Auf diese Weise kann die Qualität der angelieferten Rüben bzw. frischgeschnittenen Rübenschnitzel rascher erfasst und es können gezielt Maßnahmen für eine optimale Verarbeitung gesetzt werden.
Im Einklang mit der AGRANA Klimastrategie werden neue Technologien zur Wasserentfernung in der Zuckerproduktion getestet, um die auf fossilen Brennstoffen basierenden thermischen Verdampfungsprozesse durch elektrische Verfahren zu ersetzen. Zur Evaluierung wird ein Upscaling vom Labor- in den Pilotmaßstab umgesetzt und eine Anlage im industriellen Prozess im Bypass betrieben.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der energetischen Nutzung von Nebenprodukten und Restströmen, um fossile Energieträger zu ersetzen. Hier wird mit namhaften Universitäten und Expertinnen und Experten für Bioenergie und nachhaltige Technologien kooperiert, um Innovationen für die Effizienzsteigerung bestehender Anlagen zu nutzen und standortspezifische Szenarien für die Bereitstellung von Bioenergie zu entwickeln.
Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 9.047 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.932 Mitarbeitende), davon 2.558 (Vorjahr: 2.486) in Österreich und 6.489 (Vorjahr: 6.446) international. Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:
| Durchschnittliche Mitarbeitenden anzahl (Köpfe) |
Durchschnittliche Anzahl an FTEs1 |
Mitarbeitende (Köpfe) zum Bilanzstichtag |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | 2023 24 | 2022 23 | 2023 24 | 2022 23 | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
| Frucht | 5.814 | 5.796 | 5.721 | 5.677 | 6.135 | 5.421 |
| Stärke | 1.201 | 1.183 | 1.169 | 1.147 | 1.202 | 1.182 |
| Zucker | 2.032 | 1.953 | 1.986 | 1.906 | 1.921 | 1.845 |
| Konzern | 9.047 | 8.932 | 8.876 | 8.730 | 9.258 | 8.448 |
Im Geschäftsjahr 2023|24 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.876 FTEs (Vorjahr: 8.730 FTEs) beschäftigt. Im Segment Frucht erhöhte sich die Personalanzahl aufgrund neuer strategischer Zielsetzungen, einer längeren Saison und der Übernahme von Leiharbeitskräften. Der Personalanstieg im Segment Stärke ist auf eine geschäftsbedingte Erhöhung der FTEs v.a. für die Umsetzung von strategischen Initiativen und Projekten zurückzuführen. Ebenfalls zeigten die verstärkten Recruiting-Aktivitäten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr Wirkung. Im Segment Zucker haben ein erhöhtes Produktionsvolumen zusammen mit einer längeren Kampagne sowie die Besetzung von vakanten Stellen und neuen Positionen zu einem Personalzuwachs geführt.
Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft2 betrug per 29. Februar 2024 43 Jahre (Details zur Altersstruktur siehe GRI-Index, Seite 215ff). 30,7 % (Vorjahr: 30,3 %) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 63,0 % (Vorjahr: 64,9 %). Die Fluktuation3 im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2023|24 14,3 % (Vorjahr: 16,1 %). Dies entsprach 1.009 Abgängen. Der Anteil der Beschäftigten mit einem Teilzeitvertrag4 lag bei 3,9 % bzw. entsprach er 363 Köpfen zum Bilanzstichtag (Vorjahr: 4,2 %). Der Anteil der Leiharbeitskräfte5 lag bei 5,4 % bzw. entsprach er 485 Mitarbeitendenköpfen im Jahresdurchschnitt (Vorjahr: 5,1 %).
Im Fokus der Personalstrategie von AGRANA steht die Schaffung eines unternehmerischen Umfeldes, das es den Mitarbeitenden ermöglicht, die beste Leistung zu erbringen und nachhaltiges sowie unternehmerisches Denken und Handeln zu leben. Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und offene Kommunikation bilden unverzichtbare Teile der Unternehmenskultur, was aufgrund des internationalen und von kultureller Diversität geprägten Umfeldes von großer Bedeutung ist und AGRANA zu einem attraktiven Arbeitgeber für aktuelle und potenzielle Mitarbeitende macht. Wertorientierte Führung und Kooperation bilden den Grundstein für AGRANAs Attraktivität am Arbeitsmarkt und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
zum Bilanzstichtag 29. Februar 20247
| Dienst verhältnisse8 |
Befristete | Unbefristete Dienstverhältnisse | Angestellte im Management9 |
Davon Executive Leadership10 |
||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | Gesamt Frauen Arbeiter Frauen | Ange stellte |
Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen | |||||||||
| Frucht | 1.903 | 71,0 % | 2.586 | 23,2 % | 1.646 | 49,3 % | 4.232 | 33,3 % | 295 | 29,8 % | 11 | 18,2 % |
| Stärke | 45 | 24,4 % | 727 | 12,2 % | 430 | 47,2 % | 1.157 | 25,2 % | 67 | 23,9 % | 2 | 50,0 % |
| Zucker11 | 199 | 22,1 % | 972 | 16,4 % | 750 | 43,2 % | 1.722 | 28,0 % | 151 | 30,5 % | 12 | 25,0 % |
| Konzern | 2.147 65,5 % | 4.285 19,8 % | 2.826 47,4 % | 7.111 30,7 % | 513 29,2 % | 25 24,0 % |
1 Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalents)
11 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeitenden der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.
2 Mitarbeitende in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften
3 Fluktuation = Summe im Geschäftsjahr gemeldeter Austritte von unbefristeten AGRANA-Mitarbeitenden ÷ durchschnittliche
Anzahl (Köpfe) unbefristeter AGRANA-Mitarbeitender
4 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen per 29. Februar 2024
5 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen im Geschäftsjahresdurchschnitt
6 Siehe GRI-Berichtsgrenzen Seite 43
7 Vorjahr siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2023|24, Seite 215
8 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeitende
9 Managementfunktionen der 1., 2. und 3. Berichtsebene
10 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)
Bereits seit 2019 gibt es im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen eine Initiative, um Diversität, Chancengleichheit und Inklusion im Unternehmen sicherzustellen. Der Grund für die Initiative liegt nicht nur in einer Verbesserung des allgemeinen Betriebsklimas, sondern auch im Wissen, dass mehr Diversität AGRANA dabei hilft, innovativer zu sein, Risiken für das Unternehmen frühzeitig zu erkennen und die Entscheidungsqualität zu verbessern. Das Thema gewinnt aufgrund regulatorischer Anforderungen auch auf Kundenseite an Bedeutung, was sich in gezielten Fragen nach dem Umgang mit Diversität, Chancengleichheit und Inklusion bei AGRANA widerspiegelt.
Seit Anfang 2023 besteht auf Gruppenebene eine gemeinsame DE&I Strategie und alle Segmente bzw. Geschäftsbereiche sind dazu eingeladen, Maßnahmen in diesem Bereich umzusetzen. Im Rahmen dieser Strategie wurde eine umfassende DE&I Statuserhebung gemeinsam mit dem deutschen "Frauen-Karriere-Index" durchgeführt und daran gearbeitet, das Netzwerk an lokalen "Botschaftern" für mehr Diversität, Chancengleichheit und Inklusion, welches im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bereits besteht, auf die gesamte Gruppe auszudehnen. Im Segment Zucker hat AGRANA eine Kooperation mit der Gemeinschaft der Roma in Ungarn ins Leben gerufen. Im November 2023 fand das erste gruppenweite Treffen der DE&I Botschafter mit dem Ziel, Erfahrungen und Best Practices auszutauschen und in Workshops gemeinsam an strategischen DE&I Themen zu arbeiten, statt.
Am 3. Dezember 2023, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, setzte auch AGRANA ein Zeichen mit der Teilnahme an der internationalen "Purple Light Up" Initiative. Die Initiative ist eine weltweite Bewegung, die darauf abzielt, das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen zu stärken und deren Inklusion in verschiedenen Lebensbereichen zu fördern, insbesondere am Arbeitsplatz. In diesem Zusammenhang betrachtet AGRANA die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen nicht nur als soziale Verantwortung, sondern auch als strategische Chance. Diese Überzeugung spiegelt sich in verschiedenen Unternehmensbereichen, von personalpolitischen Maßnahmen bis zur Erschließung neuer Kundengruppen, wider.
Als attraktiver Arbeitgeber legt AGRANA besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden, um deren Potenziale zu erkennen, zu fördern und die fortwährende Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Ein globaler Talent-Managementprozess, in dessen Zentrum strukturierte Zielvereinbarungen und Feedbackgespräche der Führungskräfte mit ihren Mitarbeitenden stehen,
ermöglicht es AGRANA, eine vorausschauende Nachfolgeplanung zu sichern.
Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und stabilisiert sowie neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem werden die Effizienz der Personalprozesse professionalisiert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.
Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der AGRANA-Personalstrategie und stellt einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Ein Projekt zur Evaluierung eines potenziellen Gender Pay Gaps soll zukünftig eine faire Bezahlung von Mitarbeiterinnen sicherstellen. Die AGRANA-Vergütungspolitik orientiert sich an den jeweiligen Rollen und Marktgegebenheiten und soll AGRANA als interessanten Arbeitgeber positionieren.
Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Managementsystem zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2023|24 unterlagen 10,4 % (Vorjahr: 10,7 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.
In einer gruppenweiten Initiative zum Employer Branding wurde ein Arbeitgeber Claim erarbeitet, der AGRANA als Gruppe positioniert. In allen Geschäftsbereichen wurde mit Messen, Teilnahme an Universitäts- und Schulveranstaltungen sowie Tagen der offenen Tür die Nähe zu neuen Talenten gesucht und intensiviert. Die Präsenz in sozialen Medien wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Beispiel mit videogestützten Kampagnen mit zielgruppenspezifischen Inhalten weiter ausgebaut. Im Segment Stärke wurden neue Social Media Kanäle genutzt, um die junge Generation neuer Mitarbeitender zu erreichen.
"Mitarbeiter werben Mitarbeiter"-Programme in den Segmenten Zucker und Stärke haben vor allem bei Kampagnenmitarbeitenden Erfolg gezeigt. Um AGRANAs interne Arbeitgebermarke weiter zu fördern, riefen die Geschäftsbereiche zahlreiche Initiativen ins Leben. Daneben wurden an einigen Standorten Sportevents, Family Days und eine besonders ansprechende
Gestaltung der Sozialräume im Arbeiterbereich umgesetzt.
Bei AGRANA stehen die Mitarbeitenden mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten im Mittelpunkt. Deshalb ist es für AGRANA umso wichtiger, die Potenziale der Mitarbeitenden zu erkennen, zu fördern und in Talentmanagement zu investieren. Regelmäßige Gespräche über Zielsetzung und Zielerreichung zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften bilden die Basis und ermöglichen bedarfsgerechte fachliche Schulungen. Mit gezielten Programmen fördert AGRANA den stetigen Ausbau und Transfer von Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden. AGRANAs Bestrebungen in der Personalentwicklung verbessern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sie tragen auch zur Motivation und zum Engagement der Mitarbeitenden bei.
Ein wichtiger Hebel in jeglicher Organisationsentwicklung sind Führungskräfte. Ein wichtiger Schritt ist es daher, Führungskräften die nötige Unterstützung zu bieten und Werkzeuge an die Hand zu geben, um die erste Ansprechperson im Thema Personalentwicklung der Mitarbeitenden zu sein.
Die AGRANA-Geschäftsbereiche legten daher dieses Geschäftsjahr umso mehr Fokus auf Leadership Development Initiativen.
Mithilfe eines stetig wachsenden Angebots an "online-ondemand"-Lehr- und Lerninhalten ermöglicht AGRANA den Mitarbeitenden zeit-, sprachen- und standortunabhängige Schulungsprogramme im Rahmen innovativer Digitalformate. Auf einer digitalen Lernplattform können interne Experten zudem zielgruppenspezifische Lernpfade erstellen und zu unternehmensspezifischen Themen weiterbilden. In diesem Geschäftsjahr haben sich in diesem Personalentwicklungsansatz rund 1.090 Lernende weiterbilden können.
Weiterbildung findet bei AGRANA aber nicht nur online, sondern auch wieder vermehrt in Präsenz statt. Indem
Mitarbeitende aller Segmente in Trainings zusammengebracht werden, steigern wir den persönlichen Austausch zu verschiedenen Ansätzen und Perspektiven. Hier sind besonders mehrtägige Trainings zum strategischen Wissensmanagement, zum Projektmanagement sowie zum Finanzwissen für Mitarbeitende außerhalb von Finanzabteilungen zu erwähnen. Zusätzlich wurden für eine erste Gruppe von Führungskräften "Unconscious Bias Trainings" zum Begegnen kognitiver Verzerrungen angeboten.
AGRANA hat im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 103 Lehrlinge (davon weiblich: 23 bzw. 22,3 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 75 Lehrlinge (davon weiblich: 11 bzw. 14,7 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien, Brasilien, Tschechien und der Slowakei, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 28 Lehrlinge (davon weiblich: 12 bzw. 42,9 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Chemieverfahrenstechnik, Elektrotechnik, Industrielehre, Informationstechnologie, Labortechnik (Chemie), Lebensmitteltechnik, Logistik, Maschinenbautechnik, Mechatronik, Metalltechnik, Technisches Zeichnen, Einkauf, Personaldienstleistung sowie Bürokaufmann/ frau.
Um die Attraktivität, unter anderem von Lehrberufen, zu steigern und um Schülerinnen und Schülern sowie jungen Menschen allgemeine Berufschancen in technischen und kaufmännischen Berufen aufzuzeigen, wurden an diversen Standorten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um durch die Kooperation mit Ausbildungsinstituten näher mit potenziellen Lehrlingen und jungen Mitarbeitenden in Kontakt zu treten. Daneben nahmen Standorte sowohl digital als auch vermehrt in Präsenz an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von (Lehr)-Berufen teil, zusätzlich wurden bestimmte Werke von Besuchern und Besucherinnen aus Bildungseinrichtungen besichtigt. Zudem wurden Lehrlingen Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Weiters wurde die Präsenz in den sozialen Medien und auch in den klassischen Print-Medien intensiviert.
in den Geschäftsjahren 2023|24 und 2022|23
| 2023 24 | 2022 23 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Trainingsstunden pro Mitarbeitendem (Durchschnitt) |
Anteil der Mitarbeitenden, die ein Training absolvierten |
Trainingsstunden pro Mitarbeitendem (Durchschnitt) |
Anteil der Mitarbeitenden, die ein Training absolvierten |
|||||
| Segment | Gesamt Männer Frauen | Gesamt Männer Frauen | ||||||
| Frucht | 20,5 | 20,5 | 20,4 | 94,2 % | 19,5 | 19,5 | 19,6 | 94,0 % |
| Arbeiter | 16,7 | 17,5 | 13,9 | 93,5 % | 16,4 | 17,5 | 12,9 | 92,2 % |
| Angestellte | 26,5 | 27,6 | 25,2 | 95,3 % | 24,4 | 24,2 | 24,6 | 96,9 % |
| Stärke | 14,9 | 13,3 | 19,5 | 100,0 % | 12,7 | 13,6 | 10,1 | 80,2 % |
| Arbeiter | 15,4 | 14,0 | 25,2 | 100,0 % | 13,6 | 14,1 | 10,2 | 69,2 % |
| Angestellte | 14,1 | 11,5 | 17,0 | 100,0 % | 11,1 | 12,1 | 10,0 | 100,0 % |
| Zucker2 | 26,0 | 26,6 | 24,4 | 99,2 % | 19,1 | 19,5 | 17,8 | 98,2 % |
| Arbeiter | 24,5 | 25,2 | 20,9 | 99,4 % | 19,7 | 20,5 | 15,8 | 98,0 % |
| Angestellte | 28,0 | 29,2 | 26,3 | 99,0 % | 18,1 | 17,6 | 18,9 | 98,4 % |
| Konzern | 20,9 | 20,8 | 21,2 | 96,4 % | 18,3 | 18,4 | 17,9 | 92,8 % |
| Arbeiter | 18,3 | 18,7 | 16,5 | 96,0 % | 16,7 | 17,6 | 13,1 | 89,6 % |
| Angestellte | 25,0 | 25,7 | 24,2 | 97,0 % | 20,8 | 20,5 | 21,0 | 97,8 % |
Der Anteil der verpflichtenden Trainingsstunden (inklusive Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Compliance-Schulungen etc.) betrug im Geschäftsjahr 2023|24 53,1 %. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2023|24 auf rund 3,5 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €), was 1,1 % (Vorjahr: 0,7 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.
Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für die Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen und Beinaheunfällen.
In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine – wenn auch unterschiedlich ausgestaltete – gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeitende sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.
Die AGRANA-Gruppe erhebt neben den gesetzlich vorgeschriebenen lokalen Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Berichtspflichten (z.B. an Versicherungsträger) seit vielen Jahren monatlich, weltweit einheitlich definierte, Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit. Damit wird eine bessere konzernweite Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen gewährleistet und die Basis für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen und Zielen im Rahmen der Programme in den Geschäftssegmenten bzw. -bereichen geschaffen.
in den Geschäftsjahren 2023|24, 2022|23 und 2021|22
| Verletzungsrate² | Rate schwerer Verletzungen³ |
Rate der Todesfälle aufgrund schwerer Verletzungen |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | Gesamt | Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt | Männer Frauen | ||||||
| 2023 24 | |||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,3 | 0,7 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 2,2 | 2,4 | 1,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 1,5 | 1,8 | 0,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Konzern | 1,3 | 1,6 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 2022 23 | |||||||||
| Frucht | 1,0 | 1,3 | 0,6 | 0,2 | 0,1 | 0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 3,9 | 4,5 | 1,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 2,3 | 2,5 | 2,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Konzern | 1,6 | 2,1 | 0,9 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 2021 22 | |||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,5 | 0,5 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 2,3 | 2,7 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 1,9 | 2,4 | 0,8 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | 0,0 |
| Konzern | 1,4 | 1,9 | 0,6 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Im Geschäftsjahr 2023|24 ereigneten sich keine tödlichen Arbeitsunfälle (Vorjahr: keine Todesfälle). Im Berichtsjahr 2023|24 ereigneten sich 119 Arbeitsunfälle (Vorjahr: 154) in der AGRANA-Gruppe1 . Weiters ereigneten sich sieben Unfälle von Kontraktoren8 (Vorjahr: sieben Unfälle), die aus organisatorischen Gründen nicht in den Arbeitssicherheitskennzahlen enthalten sind.
Prellungen, Quetschungen, Schürfwunden (37), Rutschen/Stürzen/Fallen mit Folgeverletzungen (33), Schnitt- und Stichverletzungen (14), Verbrennungen und Verbrühungen (14), Verletzungen durch falsches Heben, Tragen oder Lagern (13), dienstliche Wegeunfälle (0), Augenverletzungen (5), Sonstige (3)
Der jährlich einberufene zentrale Arbeitsschutzausschuss dient den Arbeitssicherheitsbeauftragten der europäischen Standorte, den verantwortlichen Geschäftsführern, Personalverantwortlichen und Vertretern der Mitarbeitenden zum überregionalen und funktionsübergreifenden Austausch zu Sicherheits- und Gesundheitsthemen, wie z.B. der Analyse ausgewählter Unfälle bzw. Unfallarten (auch an außereuropäischen Standorten) und der Diskussion weiterer Maßnahmen zur Unfallvermeidung. Im international tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bestehen ebenfalls funktional divers zusammengesetzte Arbeitsgruppen und Beratungsgremien, die das Arbeitssicherheitsprogramm "Safety First" des Bereiches zum Vorreiterprogramm in Sachen Arbeitssicherheit in der AGRANA-Gruppe gemacht haben.
3 Rate schwerer Verletzungen = (Gesamtanzahl schwerer Verletzungsfälle4 ÷ Gesamtarbeitszeit6) x 200.0007
1 Mitarbeitende im befristeten und unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
2 Verletzungsrate = (Gesamtanzahl zu dokumentierender Unfälle5 ÷ Gesamtarbeitszeit6) x 200.0007
4 Eine Verletzung ist als schwer zu betrachten, wenn keine vollständige Erholung bzw. Genesung innerhalb von sechs Monaten nach dem Unfall erfolgt.
5 In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag, an dem der/die Mitarbeitende aufgrund des Vorfalls dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegunfälle).
6 Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden.
7 Erklärung Faktor 200.000: Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über Unternehmensgrenzen hinweg dienen. Dieser entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeitende (40 x 50 x 100). Damit versucht man die durchschnittliche unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeitende umzurechnen.
8 Als Kontraktoren werden alle Personen, die an AGRANA-Standorten verunfallen, aber keine AGRANA-Mitarbeitenden sind, bezeichnet.
im Geschäftsjahr 2023|24 und Ziele der Folgejahre
| Segment | Ziel 2026 27 | Zielstatus 2023 24 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Frucht | ||||||
| Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen |
Verletzungsrate²: 0,65 | Verletzungsrate²: 0,9 | ||||
| Das "Safety-First"-Programm des Geschäftsbereiches ist ein aktiver Teil der globalen AGRANA-Initiative. |
Fortführung des "Safety-First"-Programms mit systematischer Analyse aller Arbeitsunfälle, standortübergreifendes "Alert Flag"-System und Follow-up-Maßnahmen, um sicherzustellen, dass |
|||||
| Regelmäßige Schulungen zur Sicherheitskultur für Managementteam, Abteilungs- und Teamleitende. |
sich artgleiche Unfälle - mit Fokus auf Schnittverletzungen, Verbrühungen und internen Verkehrswegen - nicht wiederholen. |
|||||
| Entwicklung und Einführung von Routineverfahren wie "Safety Tours", "Safety Oberservations" und "Safety Talks" auf verschiedenen Hierarchieebenen und damit verbundenen KPIs. |
Einführung der "Safety ¼-hour", welche sich auf ein spezifisches Sicherheitsthema konzentriert, zur Sensibilisierung und Förderung einer offenen Sicherheitskultur. |
|||||
| Fortführung der quantitativen und qualitativen Informationen aus den Bestandteilen der |
Durchführung eines "International Safety Day" an mehreren Standorten weltweit. |
|||||
| Sicherheitspyramide. Systematische Analyse von Arbeitsunfällen und hochgradig gefährlichen Ereignissen ("High Potential Incidents") sowie Kommunikation von Erkenntnissen und Erfahrungen. |
"Safety Impulse Session" für die administrativen Bereiche in der Segment-Zentrale. |
|||||
| Geschäftsbereich | Verletzungsrate²: 1,4 | Verletzungsrate²: 2,2 | ||||
| Fruchtsaftkonzentrate | Laufende Schulungen und Steigerung der Awareness für Arbeitssicherheit. |
Einführung einer OHS-Organisationseinheit als zentrale Ansprechstelle mit Fokus auf Zusammenarbeit zwischen den Segmenten. |
||||
| Sicherheitskampagnen mit | ||||||
| Themenschwerpunkten. | Implementierung eines Unfallmeldesystems in englischer Sprache, um einen weltweiten |
|||||
| "Safety Walk"-Protokollvorlagen für alle Länder mit vordefinierten, einzuhaltenden Zielen bzw. |
Austausch zu ermöglichen. | |||||
| Fokusthemen. | Jährliches zentrales Treffen aller Safety Officer und Werksleiter im Zuge des Produktions- und |
|||||
| Kontinuierliche Optimierung der Dokumentation von Arbeitsunfällen und Beinaheunfällen sowie regelmäßige Erstellung, Auswertung und Kommunikation von Statistiken. |
Qualitätsmeetings. | |||||
| Stärke | Verletzungsrate²: 1,4 | Verletzungsrate²: 2,2 | ||||
| Strategische Erarbeitung von klar definierten Maßnahmen sowie einer internen Kommunikationsstrategie zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. |
Regelmäßige persönliche Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeitenden durch die jeweiligen Abteilungsleitenden mit Fokus auf abteilungsspezifische Gefährdungen. |
|||||
| Internes Sicherheitsschulungsprogramm insbesondere für Vorarbeitende und Teamleitende sowie regelmäßige persönliche Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeitenden. |
Laufende Optimierung der Sharepoint-Seite zum Thema Arbeitssicherheit sowie Digitalisierung des Meldesystems inkl. eines workflowbasierten Meldeprozesses. |
| Stärke | Definiertes Ziel für OHS-KPIs in jeder operativen Abteilung. |
Definiertes Ziel für Beinaheunfälle und unsichere Handlungen in jeder operativen Abteilung. |
|---|---|---|
| Strukturiertes OHS-Management System inkl. aller notwendigen Prozesse vom Reporting bis zur Maßnahmenumsetzung. |
Durchführung von regelmäßigen "Safety Walks" durch das Managementteam. |
|
| Zucker | Verletzungsrate1 : 1,4 |
Verletzungsrate1 : 1,5 |
| Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeitenden, um einen Kulturwandel im Bereich der Arbeitssicherheit zu erreichen. |
"Safety First" als Tagesordnungspunkt in den Best Practice-Meetings der Abteilungsleitenden des Segments Zucker. |
|
| Einführung eines "Safety Days" für Sicherheitsexperten aller Werke des Segments. |
Strategische Erarbeitung von klar definierten Standards für alle relevanten Bereiche der Arbeitssicherheit. |
|
| Strategische Erarbeitung von Standards für Prüflisten und "Safety Walks" in allen Landessprachen mit klar definierten Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. |
Durchführung von regelmäßigen werksübergreifenden Sicherheitsaudits. |
|
| Implementierung eines Unfallmeldesystems in englischer Sprache, um einen weltweiten Austausch zu ermöglichen. |
||
Ein wesentliches Arbeitssicherheitsziel ist die schrittweise Reduktion der Arbeitsunfälle mit definierten Zielwerten pro Segment bzw. Geschäftsbereich bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026|27. In einer gruppenweit gültigen Occupational Health & Safety (OHS) Policy werden Werte, Strategie, Verhaltensregeln, Ziele und Vorgaben definiert, welche den Mindeststandard für die AGRANA-Produktionsstandorte darstellen.
Im Rahmen des neuen, halbjährlichen "OHS Day" werden mit allen Entscheidungsträgern der Segmente bzw. Geschäftsbereiche gruppenweite Strategien und Maßnahmen entwickelt, verifiziert und nachverfolgt, um den Arbeitssicherheitsstandard nachhaltig zu heben. Gruppenweites Best Practice Sharing und Sicherheitsaudits garantieren die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und verursachen Synergieeffekte in der Gruppe. An vielen Standorten werden sicherheitsrelevante Verbesserungen auch punktuell durch das betriebliche Vorschlagswesen – direkt vom Shopfloor – unterstützt.
Im Rahmen der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bietet AGRANA unter dem Begriff "AGRANA Fit" an vielen Standorten Gesundenuntersuchungen und/oder Impfungen (Grippeschutz, FSME, Antikörper-Titer-Bestimmungen etc.) an. Diese sollen zum Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Mitarbeitenden beitragen. Zusätzlich bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Gesundheitsorganisationen und Fitnesseinrichtungen.
Neben der großen Vielfalt an Gesundheits- und Sportangeboten wurden auch zahlreiche Workshops zur Information, Sensibilisierung und Weiterbildung in den Bereichen Work-Life-Balance-Management, Erste Hilfe, Ernährung, Stress- und Burnout-Prävention sowie Workshops für richtige Ergonomie am Arbeitsplatz angeboten. Da gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil für das persönliche Wohlbefinden ist, macht AGRANA die Mitarbeitenden mit Workshops und lokalen Aktionen, wie z.B. frischem Obst zur freien Entnahme, auf die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung aufmerksam.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten.
Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeitenden wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien) sowie variable Arbeitszeiten (siehe auch Corporate Covernance-Bericht, Seite 25f).
(inklusive Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.
Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.
Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung wird ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.
Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch aus nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten.
Der Vorstand bezieht bei der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie Aspekte der Nachhaltigkeit und der damit verbundenen Chancen und Risiken in Bezug auf Klimawandel, Umwelt, soziale Belange und Corporate Governance mit ein.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten (siehe dazu auch Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 44f), die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
Wie im Vorjahr waren die Beschaffungsmärkte für Energie im Geschäftsjahr 2023|24 von sehr volatilen Preisentwicklungen gekennzeichnet. Die zukünftige Preisentwicklung der Energieträger kann einen bedeutenden Einfluss auf die Profitabilität von AGRANA haben. Zur Fixierung von Energiepreisen werden Gasund Stromvolumina in einem bestimmten Ausmaß über einen mittelfristigen Zeithorizont gesichert.
Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und diesen entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich, werden beschaffungsseitig Jahresverträge abgeschlossen.
Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken zentral gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte
abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen. Dem Risiko schwankender Energiepreise wird anhand von frühzeitiger Absicherung im Energieeinkauf entgegengewirkt.
Im Segment Stärke sind Mais und Weizen die Hauptrohstoffe. Daneben sind auch die Energiekosten wesentlicher Teil der Herstellkosten. Die Möglichkeit, Beschaffungspreisschwankungen den Kunden weiterzugeben, ist vom Produkt bzw. der Branche abhängig.
Bei Stärken und Nebenprodukten führen Beschaffungspreisveränderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch Rohstoff- und Energiepreisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform "Platts" ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei den Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen.
Die Versorgung mit Rohstoffen kann durch Beschaffung auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten weitgehend als gesichert betrachtet werden. Die Versorgung mit Spezialrohstoffen wird durch Kontraktanbau und Lieferverträge in adäquatem Ausmaß sichergestellt. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des regelmäßigen Reportings und werden an den AGRANA-Vorstand berichtet.
Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohr-Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Die Verfügbarkeit von Zuckerrüben gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die finalen Rübenpreise teilweise vom Zuckerverkaufspreis abhängen.
Mitte Jänner 2024 wurde durch die Bundesagentur für Ernährungssicherheit (BAES) eine Notfallzulassung für das insektizide Beizmittel "Buteo start" (Wirkstoff Flupyradifuron) für die Anwendung auf der Saatgutpille ausgesprochen. Damit sind die Rübenpflanzen im frühen Entwicklungsstadium gegen einen Befall des Rübenerdflohs geschützt. Ebenso ist eine Teilwirkung gegen den Rübenderbrüssler gegeben.
Mögliche zukünftige Streichungen von nationalen gekoppelten Prämien für den Anbau von Rüben an Landwirte in den Anbauregionen von Ungarn, Rumänien, Tschechien und der Slowakei werden sich negativ auf das Einkommen der lokalen Landwirte auswirken und können ein Preis- und/oder Mengenrisiko für AGRANA darstellen.
Für die Raffinationsstandorte in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus den Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU und die CEFTA-Länder ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert, sofern keine Fixpreise vereinbart sind. Darüber hinaus werden auch Industriekontrakte ohne Fixpreisvereinbarung mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.
Die Produktionsvorgänge, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen sowie den Umstieg auf emissionsärmere bzw. erneuerbare Energieträger. Für die eingesetzten Energieträger werden teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.
AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch kurzfristig stillgelegt. Nach kurzer Zeit konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden und wurde mit Anpassungen an die aktuelle Sicherheitslage weitergeführt. Rund 5 % der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen.
Die Produktion von Fruchtzubereitungen in der Ukraine war im Geschäftsjahr 2022|23 auf ein Niveau von rund 50 % vor Kriegsausbruch gesunken. Der Rückgang war v.a. auf den Wegfall der Exportmärkte sowie einen Rückgang des Binnenkonsums zurückzuführen. Im Berichtsjahr 2023|24 wuchs das Geschäft auf ca. 70 % des Vorkrisenniveaus – hauptsächlich durch die Wiederaufnahme des Food Service-Geschäftes, aber auch durch erhöhte Nachfrage bei den ukrainischen Molkereikunden. Die Verarbeitung von frischen Früchten lag nach einer sehr guten Ernte 2022 im Jahr 2023 etwas unter dem Vorkriegsniveau, was weniger auf den Krieg als auf allgemeine Schwankungen des Marktes zurückzuführen war. Das Geschäft der landwirtschaftlichen Farm in Luka lief in ähnlichem Ausmaß wie vor dem Krieg weiter. Auf der Kundenseite bleibt das Risiko von Zahlungsausfällen weiterhin erhöht und ist auch über entsprechende Rückstellungen abgebildet. Bisher gab es nur kleinere Zahlungsausfälle.
Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in der Ukraine verlief trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfreulich und die produzierten Mengen des Vorjahres sowie die geplanten Mengen konnten übertroffen werden. Die gesamte Produktion aus der Ernte 2023|24 wurde intern an die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, verkauft und in der Folge von Österreich aus vermarktet und ausgeliefert.
In Russland bewirkt der Ukraine-Krieg maßgebliche Verschiebungen des Marktumfeldes. Während globale Marken Absatzrückgänge verzeichnen bzw. westliche Unternehmen das Land verlassen haben, profitieren lokale Unternehmen von dieser Entwicklung, weil sie dieses Geschäft, z.B. als neue Eigentümer, übernehmen. Auch bei AGRANAs größten Kunden waren in dieser Hinsicht im letzten Geschäftsjahr massive Veränderungen zu beobachten.
Aufgrund der implementierten Sanktionen gestaltet sich die Belieferung des russischen Werkes mit Importgütern zunehmend herausfordernd. Die Warenströme haben sich einkaufsseitig weg von Europa hin Richtung Asien bewegt. Davon betroffen waren neben Früchten auch Stabilisatoren, Verpackungsmaterialien und maschinelle Ersatzteile.
Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen (siehe dazu auch Konzernanhang, Seite 148ff).
Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko durch Cyber- und Sabotageattacken mit sich.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten können die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.
Die Europäische Kommission hat in ihrem "Agrarausblick 2023-2035" die makroökonomischen Annahmen für den Zuckerrübenmarkt in der EU veröffentlicht. Als die wichtigsten Faktoren wurden der Klimawandel, die Verbrauchernachfrage und die sich entwickelnde Struktur des Agrarsektors genannt. Aber auch geopolitische Instabilität und Inflation wirken sich auf die Agrarmärkte und die Rentabilität der Lebensmittelindustrie aus.
Wie auch im Jahr 2023 beobachtbar erhöhen sich die Häufigkeit und die Schwere von sehr warmen Wetterperioden, Starkniederschlägen und Dürren durch die Klimaveränderungen. Nach einem nassen Frühjahr, gefolgt von Hitzewellen und starken Regenfällen, nahm das Auftreten von Schädlingen und Krankheiten zu, was in einigen Teilen der EU die Zuckerrübenerträge beeinträchtigte. Zudem beeinflussten starke Regenfälle, Schneefall und Frost auch die Rübenernte in einigen Regionen Zentraleuropas. Dies führte zu Verzögerungen und Qualitätseinbußen bei den Rüben und wirkte sich damit ebenfalls direkt negativ auf die Erträge und die Produktionseffizienz aus.
Es wird erwartet, dass die Zuckerrübenerträge in der EU aufgrund der häufigeren negativen Wetterereignisse und der einsetzbaren Pflanzenschutzmittel langsam zurückgehen werden. Reduzierte Rübenflächen und Hektarerträge würden die Zuckerproduktion begrenzen.
Der Anstieg der Inflation führte zu einem Rückgang der Kaufkraft und des Zuckerkonsums, insbesondere bei Premiumprodukten. Der Inflationseffekt ist auch in Ländern mit einem niedrigeren Pro-Kopf-BIP und damit einem niedrigeren Einkommen pro Haushalt stärker ausgeprägt. In Anbetracht des erwarteten Rückgangs der EU-Bevölkerung und des anhaltenden Trends eines rückläufigen Pro-Kopf-Zuckerkonsums wird sich der Abwärtstrend beim Zuckerverbrauch in der EU bis 2035 voraussichtlich fortsetzen.
Seit der Invasion Russlands profitiert die landwirtschaftliche Produktion der Ukraine von einem zunächst bis 5. Juni 2024 befristeten, zollfreien Zugang in die EU. Infolgedessen stiegen die Einfuhren von Weißzucker aus der Ukraine im Jahr 2023 um das Zwanzigfache im Vergleich zur Einfuhrquote (20.070 Tonnen pro Jahr) vor dem Krieg auf über 400.000 Tonnen pro Jahr. Als Gegenmaßnahme tritt für den Zeitraum 6. Juni 2024 bis 5. Juni 2025 eine EU-Sonderregelung in Form einer Einfuhrbeschränkung für sensible Produkte, u.a. Zucker, in Kraft (siehe auch Segment Zucker, Seite 89).
In Anbetracht der oben genannten Trends und Prognosen ist AGRANA bestrebt, sich kontinuierlich an die Marktentwicklungen anzupassen und eine führende Position in Bezug auf relative Wettbewerbsfähigkeit einzunehmen. Mittelfristige Strategien im Rahmen der strategischen Ziele zielen auf die Stärkung der Marktposition und das Streben nach operativer Exzellenz ab.
AGRANA verfolgt zur Stärkung ihres Kerngeschäfts und zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Maßnahmen, um die bestehenden Volatilitäten abzufangen und eine stabile Ertragslage zu erzielen. Auch werden Investitionen in den Aufbau von neuen Absatzmärkten im Bereich Fruchtzubereitungen und "Brown Flavors"1 vorgenommen. Die allgemein angespannte globale politische Situation (zum Krieg in der Ukraine siehe Seite 106) und ihr Einfluss auf das Marktumfeld und insbesondere das Kaufverhalten können sich aber negativ auf das Segment Frucht auswirken. Speziell die Länder China, Argentinien und die Türkei stehen aufgrund der volkswirtschaftlichen Entwicklungen unter ständiger Beobachtung.
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Die AGRANA-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ein attraktiver Arbeitgeber auf regionaler und globaler Ebene zu sein und einen ansprechenden Arbeitsplatz mit Entwicklungsmöglichkeiten für qualifizierte Mitarbeitende zu bieten. Der gemeinsame Erfolg als "Team AGRANA" ist die Grundlage für Zufriedenheit und Bindung von Mitarbeitenden sowie die nachhaltige Unternehmensentwicklung.
Arbeitssicherheit steht an oberster Stelle. Fachexperten an allen Standorten arbeiten in einem globalen Netzwerk, um Best Practices zu teilen und diesen Anspruch sicherzustellen. Lokale Gesundheitsinitiativen ergänzen diesen Fokus.
Der anhaltende Mangel an Fachkräften sowie sich verändernde Arbeitsplätze und daraus resultierende Auswirkungen auf die Zusammenarbeit bilden derzeit die unmittelbarsten Risiken und werden AGRANA in den nächsten Jahren begleiten. Besonders in den technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie im IT-Bereich ist hier eine Veränderung des Arbeitsmarktes in Richtung eines
"Arbeitnehmermarktes" zu beobachten. Eine Initiative zur Analyse und Optimierung des Vergütungssystems soll Verbesserungen und Erleichterungen bringen. Die Förderung von interner Entwicklung flankiert diese Maßnahme.
Gleichzeitig ist AGRANA im Rahmen ihrer Arbeit im Bereich Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion bemüht, Arbeitsplätze, u.a. für Frauen, attraktiver zu gestalten und Talent und Wissen im Unternehmen zu halten.
Personalmarketingmaßnahmen, die Förderung der Nachwuchsausbildung sowie die Anpassung von Arbeitszeitmodellen bilden die rahmengebenden Maßnahmen für eine intensive Unterstützung der Führungskräfte zu den Themen Remote-Führung, hybrider Team-Arbeit, Nachfolgeplanung und Veränderungsmanagement.
Flexibilisierung bedeutet gleichzeitig eine größere Verantwortung in Bezug auf Arbeitsbelastung und Trennung von Arbeitszeit und persönlicher Zeit. Individuelle Unterstützung durch die jeweilige Führungskraft, aber auch das Human Resources-Team und externe Coaches, steht hier im Vordergrund.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 88f im Segment Zucker berichtet.
Die gemeinsame Agrarpolitik für den Zeitraum 2023- 2027 trat am 1. Januar 2023 in Kraft und beinhaltet einen ehrgeizigen "grünen Ansatz" für die EU-Landwirtschaft, eine kurze Lieferkette "vom Feld bis auf den Tisch" und die Einführung neuer und strenger Regeln für den Umweltschutz sowie die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks.
Die Unterstützung für die EU-Landwirtschaft durch die Politik ist immer noch hoch, doch die Inflation könnte die Effizienz dieser Ausgaben untergraben und zusätzliche Unterstützung erforderlich machen. Die von der Lebensmittelindustrie und den Endverbrauchern so sehr geforderte nachhaltige Bewirtschaftung und Verarbeitung ist mit viel höheren Kosten verbunden als ursprünglich geplant und birgt die Gefahr, dass die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten verloren geht.
Im Jahr 2024 steht der EU ein Wahljahr bevor, sodass das Jahr 2024 zu einer entscheidenden Änderung der politischen Agenda des Parlamentes und des Rates führen könnte. Politische Veränderungen könnten wiederum dazu führen, dass die Prioritäten beispielhaft beim Green Deal neu gesetzt werden.
Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.
Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) erzielten im Juni 2019 eine grundsätzliche, politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen. Derzeit laufen jedoch
weiterführende Gespräche zur Stärkung von Nachhaltigkeitsaspekten. Nach einer Einigung ist die Vorlage zur Zustimmung an den Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament vorgesehen. Die entsprechende Zustimmung ist die Basis für den nachfolgenden Prozess der Ratifizierung und Befürwortung der nationalen Parlamente.
Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel, innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um 55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990.
Anfang Februar 2024 empfahl die EU-Kommission aufgrund der hohen Kosten von zu langsamem Handeln eine Beschleunigung der Emissionsreduktionsziele und schlug eine Senkung der THG-Emissionen bis 2040 um mindestens 90 % im Vergleich zu 1990 vor. Nach den Europawahlen im Juni 2024 wird es Aufgabe der nächsten EU-Kommission sein, einen Gesetzesvorschlag für die Festlegung des Klimaziels für 2040 vorzulegen.
Abgesehen von den Klimaambitionen werden unter dem Green Deal alle legislativen Bereiche auf ihren Einklang mit dem Ziel der Klimaneutralität überprüft. Direkt relevant für die energieintensiven Standorte der AGRANA-Gruppe sind die Revisionen der Industrieemissions-Richtlinie und der Emissionshandels-Richtlinie. Indirekt relevant in diesem Zusammenhang ist auch der im Mai 2023 veröffentlichte und im Oktober 2023 in Kraft getretene CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism). Im Rahmen des Carbon Border Adjustment Mechanism werden ab dem Jahr 2026 Abgaben auf bestimmte Güter wie Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Strom, Düngemittel und Wasserstoff, bei deren Produktion außerhalb der EU THG-Emissionen ausgestoßen werden, fällig. In einer Übergangsphase ab 2023 müssen Importeure die Emissionsbelastung der Güter melden, aber noch keine entsprechenden Zertifikate erwerben. Die Inklusion von Düngemitteln in diese Liste könnte negative Auswirkungen auf die Düngemittelverfügbarkeit bzw.
Preisgestaltung in Europa und damit auf die Verfügbarkeit und Preise der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffe haben.
Daneben führen viele europäische Staaten Systeme der CO2-Bepreisung ein. Seit Oktober 2022 sind für Unternehmen in Österreich, die Kraftstoffe produzieren oder importieren, netto 30 € pro Tonne CO2 zu entrichten. Diese Kosten sollen bis 2025 auf 55 € pro Tonne angehoben werden. Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Um eine Doppelbelastung zu vermeiden, hat der Gesetzgeber Anlagen, die dem EU-Emissionshandel unterliegen, vom Anwendungsbereich des Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetz 2022 (NEHG) befreit.
Im Rahmen der Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten ist für definierte Importgüter wie u.a. Soja, Kaffee und Kakao nachzuweisen, dass diese Erzeugnisse sowohl entwaldungsfrei (d.h. auf Flächen, die nicht nach 31. Dezember 2020 entwaldet wurden) als auch legal (im Einklang mit allen im Erzeugerland geltenden einschlägigen Rechtsvorschriften) produziert bzw. gewonnen wurden. Die genannten Güter werden von AGRANA im Rahmen ihrer Handelstätigkeit bezogen bzw. im Segment Zucker in Instantprodukten und im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen verarbeitet. Die Sicherstellung von Entwaldungsfreiheit in der Lieferkette ist Arbeitsschwerpunkt im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie (siehe Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 48f).
Weitere für AGRANA, v.a. im Bereich ihrer Lieferkette, wichtige Arbeitspakete des Green Deals sind u.a. die "Farm to Fork" bzw. "Vom Hof auf den Tisch"-Initiative, die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft sowie die Biodiversitätsstrategie.
Zur Steigerung der Nachhaltigkeit im Agrarbereich präsentierte die EU-Kommission im Juni 2022 einen Vorschlag zur zukünftigen Verwendung von Pestiziden. Der Vorschlag sieht vor, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 % reduziert werden soll. Darüber hinaus soll die Verwendung in sensiblen Gebieten (Natura 2000-Schutzgebiete) gänzlich untersagt werden. Der Vorschlag wurde intensiv diskutiert und stieß in der Mehrzahl der Mitgliedsstaaten auf Widerstand. Dies führte zur Rücknahme der seitens der Europäischen Kommission vorgelegten Sustainable Use Regulation (SUR). Grundsätzlich ist eine sachliche Debatte um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig, pauschale prozentuelle Einsparungen von
unterschiedlichen nationalen oder kulturspezifischen Ausgangswerten sind aber abzulehnen.
Im Zusammenhang mit der Diskussion um Pflanzenschutzmittel ist auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 19. Jänner 2023 bezüglich des Verbotes von Notfallzulassungen für Neonicotinoide zu erwähnen. Der Einsatz von Neonicotinoiden in blühenden Kulturen ist zum Schutz von Bestäubern, speziell Bienen, abzulehnen und wissenschaftliche Bedenken sind ernst zu nehmen. Die Zuckerrübe blüht jedoch nicht und laut Studien der EFSA und anderer1 ist bei nichtblühenden Pflanzen von keiner Gefährdung von Bienen durch Neonicotinoide auszugehen. Dennoch beobachtet AGRANA zur Abschätzung möglicher Auswirkungen von Neonicotinoid-Rückständen das Bienenmonitoring der AGES. Bisher zeigte das Monitoring keine bienengefährdenden Auswirkungen.
Ohne wirksamen Pflanzenschutz, v.a. gegen den in Ostösterreich auftretenden Rübenderbrüsselkäfer, ist die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe in der Fruchtfolge allerdings eingeschränkt. Durch das Totalverbot von Neonicotinoiden im Rübenanbau seit 2023 müssen andere, weniger effektive Wirkstoffe eingesetzt werden. Dies ist weniger effizient, hat eine potenzielle Ertragsreduktion sowie damit höhere Emissionsfaktoren pro Kilogramm Rübe zur Folge und stellt damit auch einen Umweltzielkonflikt dar.
2023, im ersten Anbaujahr ohne den Einsatz von Neonicotinoiden, gab es Flächenverluste von rund 6.000 Hektar durch Rübenderbrüsslerbefall. Durch Wiederanbau von Rüben auf rund 4.000 Hektar konnten die Verluste teilweise kompensiert werden. In das Anbaujahr 2024 startete AGRANA erfreulicherweise mit überdurchschnittlichen Kontrahierungsflächen.
Neben der Sicherstellung guter Umweltstandards stellt die Einhaltung sozialer Mindeststandards sowohl im eigenen Unternehmen als auch in der Lieferkette, die Deutschland im Rahmen des ab 2023 national anzuwendenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes bereits verabschiedet hat, auch für die EU-Kommission einen zukünftigen Arbeitsschwerpunkt im Rahmen der sogenannten Corporate Sustainability Due Diligence Directive dar. Dazu laufen bereits mehrere bereichsübergreifende Projekte, die durch die Compliance Abteilung gesteuert werden, um die Einhaltung der sozialen Vorgaben auch in der Lieferkette sicherzustellen.
Ein weiteres wichtiges Kernelement des EU Green Deal zur Transformation in Richtung emissionsarmer Gesellschaft ist die Umlenkung von Finanzströmen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, die einen Beitrag zum Erreichen der sechs EU-Umweltziele, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, leisten. Im Sommer 2020 verabschiedete die EU mit der EU-Taxonomie ein Regelwerk, das Kriterien für den transparenten und nachvollziehbaren Ausweis nachhaltiger bzw. "grüner" Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben definiert, die insbesondere einem der vorgenannten Umweltziele dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen, sowie die sozialen Mindeststandards einzuhalten. Im Juli 2021 wurden im Rahmen eines delegierten Rechtsaktes Vorgaben für einzelne Wirtschaftsaktivitäten und deren Beitrag zu den Umweltzielen eins und zwei veröffentlicht. Im Juni 2023 wurden die delegierten Rechtsakte für die Umweltziele drei bis sechs veröffentlicht, in denen einige Industrien, wie unter anderem die Lebensmittelindustrie entgegen erster Drafts ausgenommen blieben. Damit ist nun nur ein sehr geringer Teil der AGRANA-Geschäftstätigkeiten bzw. - Produkte von der EU-Taxonomie erfasst (siehe Nichtfinanzielle Erklärung, Seite 55). Da bisher davon ausgegangen wurde, dass sich mit steigendem Anteil "grüner" Umsätze, Investitionen oder Betriebsausgaben Vorteile bei der Finanzierung und den staatlichen Förderungen ergeben könnten, bleibt abzuwarten wie sich die Ausnahme einiger Industrien aus dem Steuerungsinstrument für den Finanz- und Kapitalmarkt zum Greening der Wirtschaft entwickeln wird.
Aufgrund derzeit vieler noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.
Am 31. Oktober 2023 wurde die Änderung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Renewable Energy Directive III oder RED III) im Amtsblatt veröffentlicht. Die EU gibt damit vor, wie die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden sollen.
RED III nimmt bei der Verwirklichung der Ziele des Green Deal, Klimaneutralität bis 2050 und Verringerung der Nettotreibhausgasemissionen bis 2030 eine wesentliche Rolle ein. Mit RED III werden nicht nur die EU-Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien angehoben. Außerdem sollen Genehmigungsverfahren für den Ausbau von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen, Netzen und Energiespeichern verkürzt werden. Damit werden zum Teil auch die Ende 2022 mit der EU-Notfallverordnung temporär beschlossenen Beschleunigungsvorgaben für Genehmigungsverfahren dauerhaft ins europäische Recht übergeführt.
RED III trat am 20. November 2023 in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen die meisten Vorgaben der Richtlinie bis 21. Mai 2025 national in den Bereichen Verkehr, Industrie, Gebäude sowie Wärme- und Kälteversorgung umsetzen.
Im Jahr 2023 wurde in Österreich E10 schrittweise eingeführt, um einen wesentlichen Beitrag zum THG-Minderungsziel zu leisten.
Die EU-Entscheidung vom Oktober 2022 über das Ende von Verbrennungsmotoren in neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2035 wurde von AGRANA verfolgt, stellt nach aktueller Einschätzung aber kein relevantes Risiko für die Bioethanolproduktion dar. Einerseits ist Bioethanol nur ein Produkt im Rahmen des Kreislaufwirtschaftskonzeptes der Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich, andererseits wird Bioethanol im Rahmen des Ausstiegs aus fossilen Produkten Verwendungsmöglichkeiten abseits des Einsatzes in Treibstoffen finden.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort.
Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die
Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.
Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird.
Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und dem Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Die wesentlichen Fremdwährungspositionen sind im Konzernanhang tabellarisch angeführt (Seite 193f).
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen
Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.
Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"- Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen global verteilt bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.
Die finanziellen Risiken werden im Konzernanhang im Kapitel Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Seite 178ff) im Detail erläutert.
Im Geschäftsjahr 2023|24 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen
zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildete die Vorbereitung auf die Anforderungen im Rahmen der Einführung der Berichtsverpflichtungen nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSR-D) im Geschäftsjahr 2024|25.
Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, verpflichtet die EU-Taxonomie und die ab dem nächsten Geschäftsjahr anzuwendende CSR-D analog zu den Empfehlungen der TCFD zur verstärkten Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken.
Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v.a. operative Risiken im Rahmen der Rohstoffbeschaffung, siehe Seite 105f) ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und des konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystems fünf Jahre (Beschreibung siehe Kapitel Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, Seite 115).
Die gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie im Geschäftsjahr 2022|23 durchgeführte Klimawandelszenarioanalyse für 53 Produktionsstandorte (siehe Geschäftsbericht 2022|23, Seite 11f) wurde im Berichtsjahr 2023|24 einer näheren Detailanalyse unterzogen.
Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute "climate hazards" als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Stürme, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante "chronische" Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Gemäß den Ergebnissen stellen v.a. Wasserknappheit1 und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für die Produktionsstandorte dar. Die Ergebnisse der nachgelagerten Detailanalyse zeigten, dass sich die überwiegende Anzahl an Standorten im mittleren Risikobereich befinden, auch hier sind die Faktoren Dürre und oder Hitzewellen wie auch Wasserknappheit die häufigsten Risikoursachen. Nach der Detailanalyse blieb nur ein Risikostandort mit
hoher Einstufung erhalten, wobei die Detailanalyse in den drei kriegsbetroffenen ukrainischen Standorten 2023|24 nicht durchgeführt wurde. Auf dieser Basis werden nun Adaptionsmaßnahmen geplant.
Als Ergänzung zur Klimawandel-Szenarioanalyse für die Produktionsstandorte der AGRANA-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2023|24 mit der Analyse von Klimarisiken entlang der agrarischen Wertschöpfungsketten begonnen.
Dazu wurde ein spezifisches Risikomodell für die Gruppe entwickelt, mit dem sich Klimarisiken systematisch bestimmen und im nächsten Schritt auch quantifizieren lassen. Im ersten Schritt wurde zunächst das physische Klimarisiko für die Zuckerrübe anhand ausgewählter Indikatoren ermittelt und es wurden erste mögliche Auswirkungen auf die Erträge untersucht. Zudem wurden potenzielle Resilienzmaßnahmen erarbeitet.
Zur Anwendung kamen die vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem so genannten Weltklimarat, empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5. Betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2029 sowie 2040 und 2060. Die Analyse orientiert sich an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) in den relevanten Bereichen. Auf dieser Grundlage werden die nächsten Schritte abgeleitet.
Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und den darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen (siehe dazu Abschnitt Regulatorische Risiken).
AGRANA übt ihre Geschäftstätigkeit auf ökologisch und ethisch nachhaltige und legale Art und Weise aus. Soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung stehen bei AGRANA im Mittelpunkt. AGRANA ist der Initiative UN Global Compact beigetreten und ist somit verpflichtet, deren Anforderungen umzusetzen. Die grundlegenden Werte wie die Achtung der Menschenrechte sind in AGRANAs Verhaltenskodex verankert. Die Einhaltung des Verhaltenskodex ist für
Mitarbeitende, Führungskräfte und Geschäftspartner verpflichtend. Der AGRANA-Konzern führt laufend Risikobewertungen und Due Diligence-Prozesse, auch hinsichtlich sozialer Aspekte, durch.
Sowohl die in diesem Risikobericht beschriebenen auf AGRANA wirkenden als auch die durch AGRANAs Geschäftstätigkeit ausgelösten Risiken und tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die ergriffenen Maßnahmen, wie z.B. die Entwicklung der AGRANA-Klimastrategie, werden im Kapitel Nicht-finanzielle Erklärung (Seite 48f) genauer beschrieben. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist weiterhin durch hohe Volatilitäten in den Einkaufsund Verkaufsmärkten und durch konjunkturbedingte Nachfrageschwächen gekennzeichnet. Weiters können sich die geopolitische Situation und mögliche Eskalationen besonders für Europa negativ auswirken.
Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.
Der Zustrom von landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine, besonders Zucker und Getreide, übersteigt die als Unterstützung der Ukraine gedachten, zugelassenen Mengen. Die Auswirkung auf die Märkte sind sinkende Preise insbesondere in den an die Ukraine angrenzenden Ländern.
Aufgrund der volatilen Rahmenbedingungen liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren.
Für die AGRANA-Gruppe bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.
Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl die Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.
Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1 -System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in der die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.
Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.
Ein konzernweites Risikomanagementsystem (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 104ff), sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebsund Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.
Eine interne Risikoanalyse ist auch Bestandteil des AGRANA Compliance-Managementsystems. Sie basiert auf allgemein anerkannten Indizes, die die Compliance-Risiken länder- und unternehmensspezifisch bewerten. Zusätzlich werden konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen. Die Risikoanalyse wird zwischen dem Konzern-Risikomanagement und dem Compliance-Office abgestimmt. Das Compliance Management System der AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2022 nach ISO 37301 und ISO 37001 zertifiziert.
Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 29. Februar 2024 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2023: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2023: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So war zum Bilanzstichtag Mag. Stephan Büttner von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.
Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.
Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.
Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.
Der seit dem Geschäftsjahresbeginn 2022|23 bis heute andauernde Ukraine-Krieg führte zu einer grundsätzlichen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere in den Bereichen Rohstoffe und Energie. Darüber hinaus können sich in der EU durch den gewährten bevorzugten Zugang von Agrarimporten aus der Ukraine weitere Marktverwerfungen ergeben. Trotz der momentan reduzierten Volatilität sind die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen, die Versorgungssicherheit sowie die Dauer dieser temporären Ausnahmesituation – mit Blick auf das Geschäftsjahr 2024|25 – nur schwer abschätzbar.
| AGRANA-Gruppe | 2023 24 IST |
2024 25 Prognose |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 3.786,9 | leichter Rückgang | |
| EBIT | Mio. € | 151,0 | deutlicher Rückgang | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 127,3 | 120 |
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2024|25 mit einem deutlichen Rückgang beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem leichten Rückgang ausgegangen.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 120 Mio. € moderat unter dem Wert von 2023|24 und somit nur noch auf Abschreibungsniveau (rund 120 Mio. €) liegen. Etwa 12 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.
| Segment Frucht | 2023 24 IST |
2024 25 Prognose |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 1.566,9 | stabile Entwicklung | |
| EBIT | Mio. € | 60,2 | deutlicher Anstieg | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 50,8 | 56 |
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2024|25 eine deutliche EBIT-Verbesserung bei einem stabilen Umsatz. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet bei stabilen Mengen mit einer preisbedingt moderat rückläufigen Umsatzentwicklung. Das EBIT soll u.a. aufgrund der im Geschäftsjahr 2023|24 erfolgten Asset-Wertminderung in Asien deutlich verbessert werden. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das angelaufene Geschäftsjahr ein Umsatz über Vorjahresniveau prognostiziert. Aufgrund der bisher abgeschlossenen Kontrakte aus der Ernte 2023 wird die Ertragslage im Geschäftsjahr 2024|25 weiterhin auf einem guten Niveau erwartet.
Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 56 Mio. € geplant, das um rund 25 % über dem erwarteten Abschreibungsniveau liegt. Schwerpunktmäßig sind Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Produktionsoptimierungen (Energiebereich) vorgesehen.
| Segment Stärke | 2023 24 IST |
2024 25 Prognose |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 1.148,7 | leichter Rückgang | |
| EBIT | Mio. € | 50,4 | deutlicher Rückgang | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 42,1 | 34 |
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2024|25 einen leichten Umsatzrückgang, bedingt durch weiter sinkende Verkaufspreise. Es wird angenommen, dass die Einkaufspreise und Herstellungskosten nicht in gleichem Ausmaß zurückgehen werden. Trotz initiierter Projekte, die weitere Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen durch Prozessoptimierungen zum Ziel haben, wird daher mit einem deutlich unter dem Vorjahr liegenden EBIT gerechnet.
Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 34 Mio. € und wird damit um rund 30 % unter dem Abschreibungsniveau liegen. Investiert wird v.a. in Produktionsoptimierungen und in Anlagenmodernisierungen.
| Segment Zucker | 2023 24 IST |
2024 25 Prognose |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 1.071,3 | moderater Rückgang | |
| EBIT | Mio. € | 40,4 | sehr deutlicher Rückgang | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 34,4 | 30 |
Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2024|25 mit preisbedingt moderat rückläufigen Umsatzerlösen. Es wird zwar sowohl im Industrie- als auch im Retailbereich mit höheren Verkaufsmengen geplant, ein herausforderndes Marktumfeld mit u.a. enormen Wettbewerb aus der Ukraine in den EU-Defizitländern führt allerdings dazu, dass die Preise zunehmend unter Druck geraten. Trotz niedrigerer Energieaufwendungen wird daher ein EBIT erwartet, das sehr deutlich unter dem Vorjahr liegt.
Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben 2024|25 sollen mit rund 30 Mio. € leicht über Abschreibungsniveau liegen. Neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wird v.a. in Energieeinsparung, Produktivitätssteigerung und Ausbeutesteigerung investiert.
Betreffend Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Nach Validierung von AGRANAs wissenschaftsbasierten Klimazielen durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) im September 2023 wird das Geschäftsjahr 2024|25 im Zeichen der konkreten Umsetzungsplanung von Emissionsreduktionsprojekten im Bereich der eigenen Produktion (Scope 1+2) und – nach Veröffentlichung des überarbeiteten Greenhousegas Protocols sowie der für den landwirtschaftlichen Sektor relevanten Land Sector and Removals Guidance – im Bereich der vorgelagerten Lieferkette (Scope 3) stehen. Basis für die Reduktionsmaßnahmenerarbeitung im Bereich Agrarprodukte wird die schrittweise Einführung einer Primärdatenerfassung für die Berechnung von Emissionsfaktoren bei den Lieferanten sein.
Daneben wird sich AGRANA im Geschäftsjahr 2024|25 intensiv auf die steigenden Reportinganforderungen durch die Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive für das Berichtsjahr 2024|25 sowie weitere gesetzliche Anforderungen aus dem Umfeld des EU Green Deals vorbereiten.
142 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
| 120 | Konzern-Gewinn- und | 152 | Erläuterungen zur |
|---|---|---|---|
| Verlustrechnung | Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| 160 | Erläuterungen zur Geldflussrechnung | ||
| 162 | Erläuterungen zur Bilanz | ||
| 121 | Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 178 | Erläuterungen zu Finanzinstrumenten |
| 196 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | ||
| 196 | Angaben über Geschäfts | ||
| 122 | Konzern-Geldflussrechnung | beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen |
|
| 123 | Konzern-Bilanz | ||
| 199 | Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) |
||
| 124 | Konzern-Eigenkapital-Entwicklung | ||
| 200 | Erklärung aller gesetzlichen Vertreter | ||
| 128 | Konzernanhang | ||
| 128 | Informationen zu Geschäftssegmenten | ||
| 131 | Allgemeine Grundlagen | 201 | Bestätigungsvermerk |
| 133 | Konsolidierungskreis | ||
| 140 | Konsolidierungsmethoden | ||
| 140 | Währungsumrechnung | ||
| 141 | Rechnungslegung in Hochinflationsländern |
für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024
| Note | t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|---|
| (1) | Umsatzerlöse | 3.786.876 | 3.637.442 |
| (2) | Bestandsveränderungen | 77.367 | 236.416 |
| (2) | Andere aktivierte Eigenleistungen | 5.776 | 2.348 |
| (3) | Sonstige betriebliche Erträge | 44.632 | 51.948 |
| (4) | Materialaufwand | –2.804.836 | –2.873.077 |
| (5) | Personalaufwand | –417.404 | –377.523 |
| (6) | Abschreibungen und Wertminderungen | –136.268 | –209.795 |
| (7) | Sonstige betriebliche Aufwendungen | –398.156 | |
| (8) | Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 1.392 | 18.657 | |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 151.011 | 88.260 | |
| (9) | Finanzerträge | 53.702 | 49.385 |
| (10) | Finanzaufwendungen | –107.011 | –75.927 |
| Finanzergebnis | –53.309 | –26.542 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 61.718 | ||
| (11) | Ertragsteuern | –406.524 97.702 –28.349 69.353 64.925 4.428 1,04 € |
–37.035 |
| Konzernergebnis | 24.683 | ||
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 15.816 | ||
| davon nicht beherrschende Anteile | 8.867 | ||
| (12) | Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | 0,25 € |
für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 69.353 | 24.683 |
| Sonstiges Ergebnis aus | ||
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung | –16.300 | 20.482 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) | –13.726 | –15.389 |
| - Erfolgsneutrale Änderung | –18.446 | –18.654 |
| - Latente Steuern | 4.720 | 3.265 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 1.463 | –8.951 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –28.563 | –3.858 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungs | ||
| orientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | –3.528 | 2.432 |
| - Erfolgsneutrale Änderung | –4.252 | 2.742 |
| - Latente Steuern | 724 | –310 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | 316 | –183 |
| - Erfolgsneutrale Änderung | 411 | –238 |
| - Latente Steuern | –95 | 55 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 11 | 10 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –3.201 | 2.259 |
| Sonstiges Ergebnis | –1.599 | |
| Gesamtergebnis | 37.589 | 23.084 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 27.190 | 15.882 |
| davon nicht beherrschende Anteile | 10.399 | 7.202 |
für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024
| t€ | 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 69.353 | 24.683 | |
| 136.315 | 210.014 | ||
| –47 | –211 | ||
| –2.162 | –743 | ||
| –2.004 | –3.982 | ||
| –1.392 | –18.657 | ||
| 2.500 | 11.500 | ||
| 1.953 | 1.913 | ||
| 35 | 0 | ||
| 111.784 | 57.826 | ||
| Cashflow aus dem Ergebnis | 316.335 | 282.343 | |
| –13.535 | –344.709 | ||
| –13.220 | –112.611 | ||
| Abschreibungen auf das Anlagevermögen Zuschreibungen auf das Anlagevermögen |
4.156 | –57 | |
| –23.489 | 198.152 | ||
| –46.088 | –259.225 | ||
| Erhaltene Zinsen | 2.685 | 1.145 | |
| –12.910 | –11.222 | ||
| –19.806 | –11.151 | ||
| 240.216 | 1.890 | ||
| 28 | 28 | ||
| 5.196 | 1.430 | ||
| –112.650 | –89.236 | ||
| 7 | 0 | ||
| –2.500 | 0 | ||
| –1.061 | –1.216 | ||
| –110.980 | –88.994 | ||
| 0 | 235.000 | ||
| 0 | –7.000 | ||
| –6.291 | –6.361 | ||
| –4.884 | –4.882 | ||
| 0 | 140.000 | ||
| –140.000 | 0 | ||
| 110.000 | 0 | ||
| –39.230 | –201.481 | ||
| –1.188 | 0 | ||
| Gezahlte Dividenden | –57.741 | –48.057 | |
| Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen Veränderungen langfristiger Rückstellungen Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden Dividenden von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 Erhaltene Dividenden von nicht konsolidierten Tochterunternehmen Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen Veränderungen der Vorräte Veränderungen der Forderungen und sonstigen Vermögenswerten Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) Veränderungen des Working Capital Gezahlte Zinsen Gezahlte Ertragsteuern Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Erhaltene Dividenden Einzahlungen aus Anlagenabgängen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen Auszahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebes Cashflow aus Investitionstätigkeit Einzahlungen aus Schuldscheindarlehen Rückzahlungen von Schuldscheindarlehen Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten Rückzahlung Investitionskredit der Europäischen Investitionsbank Einzahlungen aus syndizierten Krediten Rückzahlungen von syndizierten Krediten Einzahlungen aus Darlehen Rückzahlungen/Einzahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Veränderungen des Finanzmittelbestandes Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand Finanzmittelbestand am Anfang der Periode Finanzmittelbestand am Ende der Periode |
–139.334 | 107.219 | |
| –10.098 | 20.115 | ||
| –6.457 | 1.941 | ||
| –13.682 | –7.306 | ||
| 118.343 | 103.593 | ||
| 88.106 | 118.343 | ||
zum 29. Februar 2024
| t€ | Stand 29.02.2024 |
Stand 28.02.2023 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| A. Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 112.443 | 115.098 |
| Sachanlagen | 797.622 | 819.418 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 68.985 | 66.460 |
| Wertpapiere | 18.206 | 17.378 |
| Beteiligungen | 280 | 280 |
| Sonstige Vermögenswerte | 3.318 | 2.559 |
| Aktive latente Steuern | 30.312 | 19.817 |
| 1.031.166 | 1.041.010 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 1.170.810 | 1.210.019 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 441.934 | 471.495 |
| Sonstige Vermögenswerte | 153.368 | 158.702 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 4.037 | 3.506 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 88.106 | 118.343 |
| 1.858.255 | 1.962.065 | |
| Summe Aktiva | 2.889.421 | 3.003.075 |
| PASSIVA A. Eigenkapital |
||
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 |
| Kapitalrücklagen | 540.760 | 540.760 |
| Gewinnrücklagen | 532.438 | 539.284 |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.186.729 | 1.193.575 |
| Nicht beherrschende Anteile | 61.701 | 62.994 |
| 1.248.430 | 1.256.569 | |
| B. Langfristige Schulden | ||
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 52.465 | 53.535 |
| Übrige Rückstellungen | 31.271 | 28.388 |
| Finanzverbindlichkeiten | 523.596 | 562.868 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 15.957 | 6.670 |
| Passive latente Steuern | 5.391 | 6.841 |
| C. Kurzfristige Schulden | 628.680 | 658.302 |
| Übrige Rückstellungen | 27.018 | 19.516 |
| Finanzverbindlichkeiten | 218.799 | 257.748 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 561.642 | 586.991 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 164.967 | 199.479 |
| Steuerschulden | 39.885 | 24.470 |
| 1.012.311 | 1.088.204 | |
| Summe Passiva | 2.889.421 | 3.003.075 |
für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024
Den Aktionären der AGRANA
| Gewinnrücklagen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Grund kapital |
Kapital rücklagen |
Rücklage für Eigen kapital instrumente |
Rücklage für Sicherungs instrumente (Cashflow Hedges) |
Rücklage für ver sicherungs mathem. Gewinne/ Verluste |
Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein schafts unter nehmen1 |
|
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||||||
| Stand 01.03.2023 | 113.531 | 540.760 | 2.920 | –14.570 | –32.485 | –44.339 | |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten |
0 | 0 | 411 | 0 | 0 | 0 | |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) |
0 | 0 | 0 | –19.136 | 0 | 5.735 | |
| Veränderung versicherungs mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen |
|||||||
| und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | –4.147 | 11 | |
| Steuereffekte Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung |
0 0 |
0 0 |
–95 0 |
4.770 0 |
701 0 |
–2.245 –2.073 |
|
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 316 | –14.366 | –3.446 | 1.428 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 316 | –14.366 | –3.446 | 1.428 | |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Anteils- und Konsolidierungs kreisänderungen |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Basis Adjustment | 0 | 0 | 0 | 13.041 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 29.02.2024 | 113.531 | 540.760 | 3.236 | –15.895 | –35.931 | –42.911 | |
| 532.438 |
| Übriges kumuliertes Eigen kapital |
Unter schieds betrag Währungs umrechnung |
Jahres ergebnis |
Eigen kapital der AGRANA Aktionäre |
Nicht beherr schende Anteile |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| 713.528 | –101.586 | 15.816 | 1.193.575 | 62.994 | 1.256.569 |
| 0 | 0 | 0 | 411 | 0 | 411 |
| 0 | 0 | 0 | –13.401 | 732 | –12.669 |
| 0 | 0 | 0 | –4.136 | –101 | –4.237 |
| 0 | 0 | 0 | 3.131 | –37 | 3.094 |
| 0 0 |
–21.667 –21.667 |
0 0 |
–23.740 –37.735 |
5.377 5.971 |
–18.363 –31.764 |
| 0 | 0 | 64.925 | 64.925 | 4.428 | 69.353 |
| 0 | –21.667 | 64.925 | 27.190 | 10.399 | 37.589 |
| 0 | 0 | –56.240 | –56.240 | –1.501 | –57.741 |
| –40.424 | 0 | 40.424 | 0 | 0 | 0 |
| 8.871 | 0 | 0 | 8.871 | –10.059 | –1.188 |
| 0 292 |
0 0 |
0 0 |
13.041 292 |
0 –132 |
13.041 160 |
| 682.267 | –123.253 | 64.925 | 1.186.729 | 61.701 | 1.248.430 |
| Gewinnrücklagen | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Grund kapital |
Kapital rücklagen |
Rücklage für Eigen kapital instrumente |
Rücklage für Sicherungs instrumente (Cashflow Hedges) |
Rücklage für ver sicherungs mathem. Gewinne/ Verluste |
Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein schafts unter nehmen1 |
||
| Geschäftsjahr 2022 23 | ||||||||
| Stand 01.03.2022 | 113.531 | 540.760 | 3.103 | 262 | –34.829 | –35.452 | ||
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten |
0 | 0 | –238 | 0 | 0 | 0 | ||
| Marktwertänderungen von | ||||||||
| Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) |
0 | 0 | 0 | –18.073 | 0 | –12.494 | ||
| Veränderung versicherungs mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen |
||||||||
| und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 2.628 | 10 | ||
| Steuereffekte | 0 | 0 | 55 | 3.241 | –284 | 4.683 | ||
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –1.086 | ||
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | –183 | –14.832 | 2.344 | –8.887 | ||
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | –183 | –14.832 | 2.344 | –8.887 | ||
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | ||
| Stand 28.02.2023 | 113.531 | 540.760 | 2.920 | –14.570 | –32.485 | –44.339 | ||
| 539.284 |
| Summe | Nicht beherr schende Anteile |
Eigen kapital der AGRANA Aktionäre |
Jahres ergebnis |
Unter schieds betrag Währungs umrechnung |
Übriges kumuliertes Eigen kapital |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.281.542 | 56.982 | 1.224.560 | –12.612 | –123.210 | 773.007 |
| –238 | 0 | –238 | 0 | 0 | 0 |
| –31.229 | –662 | –30.567 | 0 | 0 | 0 |
| 2.755 | 117 | 2.638 | 0 | 0 | 0 |
| 7.713 | 18 | 7.695 | 0 | 0 | 0 |
| 19.400 | –1.138 | 20.538 | 0 | 21.624 | 0 |
| –1.599 | –1.665 | 66 | 0 | 21.624 | 0 |
| 24.683 | 8.867 | 15.816 | 15.816 | 0 | 0 |
| 23.084 | 7.202 | 15.882 | 15.816 | 21.624 | 0 |
| –48.057 | –1.190 | –46.867 | –46.867 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 0 | 59.479 | 0 | –59.479 |
| 1.256.569 | 62.994 | 1.193.575 | 15.816 | –101.586 | 713.528 |
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien|Österreich, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.
Der Konzernabschluss 2023|24 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB erstellt.
Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.
Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend der strategischen Ausrichtung die drei berichtspflichtigen Segmente Frucht, Stärke und Zucker. Die Segmente unterscheiden sich in Hinblick auf Produktportfolios, Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffung sowie Absatzstrategien und werden getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.
Die interne Berichterstattung für jedes Segment erfolgt monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker). CODM ist der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente finden sich in den nachstehenden Übersichten. Die Beurteilung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v.a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.
AGRANA verwendet in der Berichterstattung der berichtspflichtigen Segmente an den CODM die Kennzahl "Operatives Ergebnis". Das operative Ergebnis unterscheidet sich vom Ergebnis der Betriebstätigkeit in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch Ergebnisanteile von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und dem Ergebnis aus Sondereinflüssen. Sondereinflüsse stellen außergewöhnliche bzw. einmalige Sachverhalte dar, die einen definierten Wert übersteigen und nicht im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit anfallen.
| Konsoli | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Frucht | Stärke | Zucker | dierung | Konzern |
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.567.940 | 1.163.647 | 1.102.740 | –47.451 | 3.786.876 |
| Umsätze zwischen Segmenten | –1.086 | –14.895 | –31.470 | 47.451 | 0 |
| Umsatzerlöse | 1.566.854 | 1.148.752 | 1.071.270 | 0 | 3.786.876 |
| EBITDA | 125.712 | 94.062 | 71.304 | 0 | 291.078 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | –40.766 | –45.529 | –28.121 | 0 | –114.416 |
| Operatives Ergebnis | 84.946 | 48.533 | 43.183 | 0 | 176.662 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –24.699 | 0 | –2.344 | 0 | –27.043 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 1.853 | –461 | 0 | 1.392 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 60.247 | 50.386 | 40.378 | 0 | 151.011 |
| Segmentvermögen | 1.197.521 | 736.284 | 2.042.955 | –1.087.339 | 2.889.421 |
| Segmenteigenkapital | 338.116 | 366.866 | 900.072 | –356.624 | 1.248.430 |
| Segmentschulden | 859.405 | 369.418 | 1.142.883 | –730.715 | 1.640.991 |
| Konsoli | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Frucht | Stärke | Zucker | dierung | Konzern |
| Investitionen in Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | 50.822 | 42.110 | 34.336 | 0 | 127.268 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 0 | 0 | 99 | 0 | 99 |
| Investitionen gesamt | 50.822 | 42.110 | 34.435 | 0 | 127.367 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 47.093 | 21.892 | 0 | 68.985 |
| Mitarbeitende (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 5.720 | 1.170 | 1.986 | 0 | 8.876 |
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.482.895 | 1.306.594 | 884.607 | –36.654 | 3.637.442 |
| Umsätze zwischen Segmenten | –964 | –12.779 | –22.911 | 36.654 | 0 |
| Umsatzerlöse | 1.481.931 | 1.293.815 | 861.696 | 0 | 3.637.442 |
| EBITDA | 94.460 | 116.750 | 65.933 | 0 | 277.143 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | –43.219 | –47.582 | –27.909 | 0 | –118.710 |
| Operatives Ergebnis | 51.241 | 69.168 | 38.024 | 0 | 158.433 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –89.731 | 0 | 901 | 0 | –88.830 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 11.021 | 7.636 | 0 | 18.657 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | –38.490 | 80.189 | 46.561 | 0 | 88.260 |
| Segmentvermögen | 1.201.159 | 789.448 | 2.111.656 | –1.099.188 | 3.003.075 |
| Segmenteigenkapital | 339.412 | 383.288 | 885.593 | –351.724 | 1.256.569 |
| Segmentschulden | 861.747 | 406.160 | 1.226.063 | –747.464 | 1.746.506 |
| Investitionen in Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | 37.679 | 30.985 | 34.252 | 0 | 102.916 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 0 | 0 | 2.291 | 0 | 2.291 |
| Investitionen gesamt | 37.679 | 30.985 | 36.543 | 0 | 105.207 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 43.952 | 22.508 | 0 | 66.460 |
| Mitarbeitende (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 5.677 | 1.147 | 1.906 | 0 | 8.730 |
Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben.
Das Ergebnis aus Sondereinflüssen belief sich im Geschäftsjahr 2023|24 auf –27.043 t€ (Vorjahr: –88.830 t€). Ausgelöst durch die schwierige ökonomische Lage und die dadurch angespannte Geschäftsentwicklung in Asien wurden Wertminderungstests der Cash Generating Units (kurz: CGUs) in Asien durchgeführt. Die Wertminderungstests führten zu Wertminderungen von Sachanlagen in China und Japan in Höhe von 18.730 t€ (Vorjahr: Südafrika und Indien 2.833 t€), immateriellen Vermögenswerten (Kundenbeziehungen) in Japan von 1.325 t€ und des Geschäfts- und Firmenwertes der CGU Japan von 394 t€ (Vorjahr: 88.252 t€ aufgrund stark gestiegener Kapitalkosten bedingt durch den Krieg in der Ukraine). Aufgrund einer massiv verschlechterten Rohwarensituation wurde das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn stillgelegt und es wurden Wertminderungen in Höhe von 1.403 t€ erfasst. Reorganisationsmaßnahmen führten zu einem Ergebnis aus Sondereinflüssen von 2.700 t€ im Personalaufwand und 850 t€ im sonstigen betrieblichen Aufwand. In den sonstigen betrieblichen Erträgen wurden wie im Vorjahr kriegsbedingt gebildete Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 703 t€ (Vorjahr: 965 t€ auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 381 t€ auf Halb- und Fertigfabrikate in den Bestandsveränderungen) im Ergebnis aus Sondereinflüssen aufgelöst. In Summe belief sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht auf –24.699 t€ (Vorjahr: –89.731 t€).
Im Segment Zucker wurden 2.611 t€ Vorsorgen für die Abfindung eines ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes im Personalaufwand, 395 t€ in den sonstigen betrieblichen Erträgen aus einer Rückerstattung in Bezug auf eine abgeschlossene Steuerprüfung in Rumänien (Vorjahr: 901 t€) sowie Wertberichtigungen von Forderungen gegenüber dem Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH von 128 t€ in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –730.715 t€ (Vorjahr: –747.464 t€) und die Kapitalkonsolidierung mit –356.624 t€ (Vorjahr: –351.724 t€).
Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.
| Umsatz t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Österreich | 2.558.627 | 2.474.132 |
| Ungarn | 9.831 | 11.601 |
| Rumänien | 35.853 | 38.010 |
| Restliche EU | 339.312 | 308.090 |
| EU-27 | 2.943.623 | 2.831.833 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 133.736 | 112.466 |
| Übriges Ausland | 709.517 | 693.143 |
| Summe | 3.786.876 | 3.637.442 |
Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 245.235 t€ (Vorjahr: 216.817 t€), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 6,5 % (Vorjahr: 6,0 %) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine und Türkei definiert. Der Umsatz in Russland belief sich auf 83.834 t€ (Vorjahr: 73.957 t€) und in der Ukraine auf 32.983 t€ (Vorjahr: 24.650 t€).
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Österreich | 63.352 | 54.998 |
| Ungarn | 10.498 | 7.931 |
| Rumänien | 5.595 | 3.190 |
| Restliche EU | 26.154 | 19.466 |
| EU-27 | 105.599 | 85.585 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 2.705 | 1.271 |
| Übriges Ausland | 18.964 | 16.060 |
| Summe | 127.268 | 102.916 |
| Buchwerte der Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Österreich | 458.523 | 461.879 |
| Ungarn | 47.223 | 50.132 |
| Rumänien | 33.715 | 33.538 |
| Restliche EU | 129.717 | 117.881 |
| EU-27 | 669.178 | 663.430 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 17.953 | 20.873 |
| Übriges Ausland | 124.688 | 151.546 |
| Summe | 811.819 | 835.849 |
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.
Im Geschäftsjahr 2023|24 waren die nachstehenden Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:
| Standard | Verabschiedung durch IASB |
Übernommen durch EU |
|
|---|---|---|---|
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) | 12.02.2021 | 02.03.2022 |
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) | 15.07.2020 | 19.12.2023 |
| IAS 8 | Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von | ||
| rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern (Änderung) | 12.02.2021 | 02.03.2022 | |
| IAS 12 | Ertragsteuern (Änderung) | 07.05.2021 | 11.08.2022 |
| IAS 12 | Ertragsteuern (Änderung) | 23.05.2023 | 08.11.2023 |
| IFRS 17 | Versicherungsverträge | 25.06.2020 | 19.11.2021 |
| IFRS 17 | Versicherungsverträge (Änderung) | 09.12.2021 | 08.09.2022 |
Am 23. Mai 2023 verabschiedete das IASB die Änderung "Internationale Steuerreform – Säule-2-Modellregeln" von IAS 12 "Ertragsteuern", die ab 8. November 2023 anzuwenden war. Die Änderung betrifft verpflichtend anzuwendende Erleichterungen bei der Bilanzierung latenter Steuern und umfasst eine vorübergehende, verpflichtend anzuwendende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben sowie gezielte Anhangsangaben, um den Abschlussadressaten ein Verständnis über den Grad der Betroffenheit eines Unternehmens durch die Mindestbesteuerung zu ermöglichen, insbesondere vor dem Inkrafttreten der Gesetze. Zu diesen Angaben wird auf Abschnitt 8.11. Ertragsteuern verwiesen.
Die Änderungen der übrigen oben dargestellten Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA.
Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2024|25 oder später anzuwenden sind. Bei den noch nicht von der EU übernommenen Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.
| Standard | Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA |
Verabschiedung durch IASB |
Anwendungs- pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr |
Übernommen durch EU |
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) Die Änderungen stellen klar, dass die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig auf den Rechten basieren, die Erfüllung einer Verpflichtung um mindestens zwölf Monate aufzuschieben. Bei der Klassifizierung kommt es auf das Recht zum Bilanzstichtag an und sie ist unabhängig von den Erwartungen des Managements und von Ereignissen nach dem Bilanzstichtag. Mit Verschiebung der erstmaligen Anwendung können die Änderungen ab dem Geschäftsjahr 2024 25 einschlägig werden. |
23.01.2020 15.07.2020 |
2024 25 | 19.12.2023 |
| Standard | Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA |
Verabschiedung durch IASB |
Anwendungs- pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr |
Übernommen durch EU |
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) Die Änderungen betreffen Vorschriften, die mit der Klassifizierung von Schulden mit Nebenbedingungen als kurz- oder langfristig eingeführt wurden, und bestimmen, unter welchen Bedingungen Unternehmen finanzielle Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig klassifizieren müssen. Lediglich Nebenbedingungen, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag erfüllen muss, beeinflussen die Fristigkeit einer Schuld. Allerdings muss ein Unternehmen im Anhang über das Risiko berichten, dass langfristige Schulden mit Nebenbedingungen innerhalb von zwölf Monaten rückzahlbar werden könnten. AGRANA geht derzeit davon aus, dass die Vorschriften nicht einschlägig werden. |
31.10.2022 | 2024 25 | 19.12.2023 |
| IAS 7 | Kapitalflussrechnungen (Änderung) Die Änderungen betreffen Vorschriften im Zusammenhang mit Lieferantenbeziehungsvereinbarungen wie Lieferkettenfinanzierung, Finanzierung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bzw. Reverse-Factoring-Vereinbarungen. Dabei werden Lieferantenbeziehungen nicht definiert, sondern Merkmale solcher Vereinbarungen beschrieben, über die Angaben zu machen sind. Sofern entsprechende Vereinbarungen vorliegen, müssen im Anhang Informationen zu Auswirkungen der Vereinbarungen auf Schulden, Cashflow und Liquiditätsrisiko bzw. zu Auswirkungen durch den Wegfall der Vereinbarungen offengelegt werden. Entsprechende Vereinbarungen sind in der AGRANA-Gruppe nicht einschlägig. |
25.05.2023 | 2024 25 | Nein |
| IAS 21 | Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse (Änderung) Die Änderung betrifft die Regeln im Falle des Mangels der Umtauschbarkeit einer Währung und die damit verbundene Bestimmung des Wechselkurses. |
15.08.2023 | 2025 26 | Nein |
| IFRS 7 | Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) Die Änderung steht in direktem Zusammenhang mit der Änderung von IAS 7 und bezieht sich auf Lieferantenbeziehungsvereinbarungen. Sofern diese vorliegen, sind Angaben zu Bedingungen, Konditionen, Buchwerten der Verbindlichkeiten, betroffenen Bilanzposten sowie den Zeitspannen der Fälligkeitszeitpunkte zu machen. Entsprechende Vereinbarungen sind in der AGRANA-Gruppe nicht einschlägig. |
25.05.2023 | 2024 25 | Nein |
| IFRS 16 | Leasing (Änderung) Mit der Verlautbarung wird klargestellt, wie ein Verkäufer Leasingnehmer die Folgebewertung von Sale-and-leaseback Transaktionen, die als Verkauf gemäß IFRS 15 bilanziert werden, vornimmt. Mangels entsprechender Transaktionen sind die |
22.09.2022 | 2024 25 | 20.11.2023 |
Regelungen in der AGRANA-Gruppe derzeit nicht anwendbar.
In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Beherrschender Einfluss ist gegeben, wenn die AGRANA Beteiligungs-AG die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen schwankenden Rückflüssen eines Unternehmens partizipiert und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel gegeben, wenn die AGRANA Beteiligungs-AG mehr als die Hälfte der Stimmrechte innehat.
Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden, über die die Beherrschung gemeinsam ausgeübt wird und an denen die Unternehmen die Rechte am Nettovermögen gemeinsam besitzen (Gemeinschaftsunternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 54 Unternehmen (Vorjahr: 55 Unternehmen) in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (Vorjahr: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode einbezogen.
Nachfolgend findet sich eine Übersicht über die voll einbezogenen Unternehmen, nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen und nicht einbezogenen Tochterunternehmen.
| Anteil am Kapital 29.02.2024 |
Anteil am Kapital 28.02.2023 |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | Un mittel bar |
Mittel bar1 |
Un mittel bar |
Mittel bar¹ |
| AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Muttergesellschaft) |
Wien | Österreich | – | – | – | – |
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
| AGRANA AGRO S.r.l.2) | Roman | Rumänien | – – |
– 100,00 % |
|---|---|---|---|---|
| AGRANA BIH Holding GmbH | Wien | Österreich | – 75,00 % |
– 75,00 % |
| AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH | Wien | Österreich | – 55,00 % |
– 55,00 % |
| AGRANA Fruit Argentina S.A. | Buenos Aires | Argentinien | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Austria GmbH | Gleisdorf | Österreich | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, | São Paulo | Brasilien | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| Importação e Exportação Ltda. | ||||
| AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. | Dachang | China | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit France S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Germany GmbH | Konstanz | Deutschland | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED | Pune | Indien | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Istanbul | Istanbul | Türkei | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| Gida Sanayi ve Ticaret A.S. | ||||
| AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. | Tokio | Japan | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited | Changzhou | China | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. | Jincheon-gun | Südkorea | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Luka TOV | Vinnitsa | Ukraine | – 99,97 % |
– 99,97 % |
| AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. | Zamora | Mexiko | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. | Ostrołęka | Polen | – 100,00 % |
– 100,00 % |
| Anteil am Kapital 29.02.2024 |
Anteil am Kapital 28.02.2023 |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Un | Un | |||||
| mittel | Mittel | mittel | Mittel | |||
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | bar | bar1 | bar | bar¹ |
| AGRANA Fruit S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Services GmbH | Wien | Österreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Services S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. | Johannesburg | Südafrika | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Ukraine TOV | Vinnitsa | Ukraine | – | 99,80 % | – | 99,80 % |
| AGRANA Fruit US, Inc. | Brecksville | USA | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Group-Services GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | – | 100,00 % | – |
| AGRANA Internationale Verwaltungs | Wien | Österreich | 98,91 % | 1,09 % | 98,91 % | 1,09 % |
| und Asset-Management GmbH | ||||||
| AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD | Xianyang City | China | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. | Budapest | Ungarn | – | 99,75 % | – | 88,03 % |
| Agrana Nile Fruits Processing SAE | Qalyoubia | Ägypten | – | 51,00 % | – | 51,00 % |
| AGRANA Research & Innovation | Wien | Österreich | 100,00 % | – | 100,00 % | – |
| Center GmbH | ||||||
| AGRANA Romania S.R.L. | Bukarest | Rumänien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Sales & Marketing GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | – | 100,00 % | – |
| AGRANA Stärke GmbH | Wien | Österreich | 98,91 % | 1,09 % | 98,91 % | 1,09 % |
| AGRANA Trading EOOD | Sofia | Bulgarien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Zucker GmbH | Wien | Österreich | 98,91 % | 1,09 % | 98,91 % | 1,09 % |
| AUSTRIA JUICE Germany GmbH | Bingen | Deutschland | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE GmbH | Kröllendorf/ | Österreich | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| Allhartsberg | ||||||
| AUSTRIA JUICE Hungary Kft. | Vásárosnamény | Ungarn | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o | Chełm | Polen | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. | Vaslui | Rumänien | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Ukraine TOV | Vinnitsa | Ukraine | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| Biogáz Fejleszto Kft. | Kaposvár | Ungarn | – | 99,75 % | – | 88,03 % |
| Dirafrost FFI N. V. | Lummen | Belgien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Dirafrost Maroc SARL | Larache | Marokko | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Financière Atys S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs | Wien | Österreich | 66,67 % | – | 66,67 % | – |
| und Produktionsgesellschaft m.b.H. | ||||||
| Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. | Budapest | Ungarn | – | 99,74 % | – | 87,61 % |
| Moravskoslezské Cukrovary s.r.o. | Hrušovany | Tschechien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Marroquin Organic International, Inc. | Santa Cruz | USA | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Österreichische Rübensamenzucht | Wien | Österreich | – | 86,00 % | – | 86,00 % |
| Gesellschaft m.b.H. | ||||||
| o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region | Serpuchov | Russland | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. | Ţăndărei | Rumänien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Slovenské Cukrovary s.r.o. | Sereď | Slowakei | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| SPA AGRANA Fruit Algeria | Akbou | Algerien | – | 55,02 % | – | 55,02 % |
| Nicht einbezogene Tochterunternehmen | ||||||
| AGRANA Amidi srl | Sterzing | Italien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
Abschlussstichtag: 29.02.2024 | Eigenkapital: 40,4 t€ | Jahresüberschuss: 8,6 t€
| Anteil am Kapital 29.02.2024 |
Anteil am Kapital 28.02.2023 |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Un mittel |
Mittel | Un mittel |
Mittel | |||
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | bar | bar1 | bar | bar¹ |
| II. Gemeinschaftsunternehmen | ||||||
| Gemeinschaftsunternehmen, | ||||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert wurden | ||||||
| Beta Pura GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN-Gruppe: | ||||||
| "AGRAGOLD" d.o.o. | Brčko | Bosnien und | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| Herzegowina | ||||||
| AGRAGOLD d.o.o. | Zagreb | Kroatien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRAGOLD dooel Skopje | Skopje | Nord | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| mazedonien | ||||||
| AGRAGOLD trgovina d.o.o. | Ljubljana | Slowenien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. | Tirana | Albanien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. | Pristina | Kosovo | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA Studen Sugar Trading GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| Company for trade and services | Belgrad | Serbien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd | ||||||
| STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. | Brčko | Bosnien und | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| Herzegowina | ||||||
| HUNGRANA-Gruppe: | ||||||
| GreenPower Services Kft. | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| HUNGRANA Keményitö- és | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. |
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2023|24 wie folgt verändert:
| Voll konsolidierung |
Equity Methode |
|
|---|---|---|
| Stand 01.03.2023 | 55 | 13 |
| Abgang | –1 | 0 |
| Stand 29.02.2024 | 54 | 13 |
Im Berichtszeitraum wurde die vollkonsolidierte Gesellschaft AGRANA AGRO S.r.l., Roman|Rumänien, liquidiert.
1 Durchgerechnete Anteile (Konzernquote)
Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 135 aufgelistet.
| AGRANA | ||||
|---|---|---|---|---|
| STUDEN | HUNGRANA | Beta Pura | ||
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 29.02.2024 | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 31.192 | 125.958 | 28.978 | 186.128 |
| Vorräte | 43.078 | 36.177 | 3.239 | 82.494 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 24.467 | 57.679 | 901 | 83.047 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4.651 | 2.781 | 0 | 7.432 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 72.196 | 96.637 | 4.140 | 172.973 |
| Summe Aktiva | 103.388 | 222.595 | 33.118 | 359.101 |
| Eigenkapital | 44.688 | 93.218 | –5.109 | 132.797 |
| Externe Finanzschulden | 877 | 10.155 | 23.001 | 34.033 |
| Sonstige Schulden | 880 | 781 | 9.306 | 10.967 |
| Langfristige Schulden | 1.757 | 10.936 | 32.307 | 45.000 |
| Externe Finanzschulden | 33.767 | 66.186 | 3.563 | 103.516 |
| Sonstige Schulden | 23.176 | 52.255 | 2.357 | 77.788 |
| Kurzfristige Schulden | 56.943 | 118.441 | 5.920 | 181.304 |
| Summe Passiva | 103.388 | 222.595 | 33.118 | 359.101 |
| Umsatzerlöse | 248.283 | 336.239 | 6.891 | 591.413 |
| Abschreibungen | –2.582 | –14.166 | –3.040 | –19.788 |
| Sonstige Aufwendungen/Erträge | –240.894 | –309.591 | –7.371 | –557.856 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 4.807 | 12.482 | –3.520 | 13.769 |
| Zinsertrag | 196 | 0 | 0 | 196 |
| Zinsaufwand | –1.786 | –4.175 | –1.904 | –7.865 |
| Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge | 166 | –1.984 | –20 | –1.838 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 3.383 | 6.323 | –5.444 | 4.262 |
| Ertragsteuern | 14 | –2.618 | –1 | –2.605 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 3.397 | 3.705 | –5.445 | 1.657 |
| Sonstiges Ergebnis | 370 | 2.578 | 0 | 2.948 |
| Gesamtergebnis | 3.767 | 6.283 | –5.445 | 4.605 |
| AGRANA | ||||
|---|---|---|---|---|
| STUDEN | HUNGRANA | Beta Pura | ||
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 28.02.2023 | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 30.718 | 120.282 | 31.587 | 182.587 |
| Vorräte | 60.485 | 68.393 | 2.752 | 131.630 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 22.156 | 47.260 | 866 | 70.282 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4.600 | 35.618 | 0 | 40.218 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 87.241 | 151.271 | 3.618 | 242.130 |
| Summe Aktiva | 117.959 | 271.553 | 35.205 | 424.717 |
| Eigenkapital | 45.921 | 86.934 | 335 | 133.190 |
| Externe Finanzschulden | 318 | 986 | 21.814 | 23.118 |
| Sonstige Schulden | 741 | 1.793 | 4.149 | 6.683 |
| Langfristige Schulden | 1.059 | 2.779 | 25.963 | 29.801 |
| Externe Finanzschulden | 44.826 | 112.643 | 5.312 | 162.781 |
| Sonstige Schulden | 26.153 | 69.197 | 3.595 | 98.945 |
| Kurzfristige Schulden | 70.979 | 181.840 | 8.907 | 261.726 |
| Summe Passiva | 117.959 | 271.553 | 35.205 | 424.717 |
| Umsatzerlöse | 221.660 | 457.580 | 4.694 | 683.934 |
| Abschreibungen | –2.535 | –13.237 | –3.026 | –18.798 |
| Sonstige Aufwendungen/Erträge | –195.229 | –402.835 | –7.189 | –605.253 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 23.896 | 41.508 | –5.521 | 59.883 |
| Zinsertrag | 74 | 19 | 0 | 93 |
| Zinsaufwand | –701 | –1.712 | –743 | –3.156 |
| Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge | –402 | –3.107 | –11 | –3.520 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 22.867 | 36.708 | –6.275 | 53.300 |
| Ertragsteuern | –3.013 | –14.666 | 241 | –17.438 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 19.854 | 22.042 | –6.034 | 35.862 |
| Sonstiges Ergebnis | –430 | –17.450 | 0 | –17.880 |
| Gesamtergebnis | 19.424 | 4.592 | –6.034 | 17.982 |
Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:
| AGRANA | ||||
|---|---|---|---|---|
| STUDEN | HUNGRANA | Beta Pura | ||
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 29.02.2024 | ||||
| Eigenkapital | 44.688 | 93.218 | –5.109 | 132.797 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 22.344 | 46.609 | –2.555 | 66.398 |
| Zugang | 0 | 0 | 4.956 | 4.956 |
| Wertminderung | 0 | 0 | –5.932 | –5.932 |
| Verlustevidenz | 0 | 0 | 4.036 | 4.036 |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges | ||||
| von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 0 | 32 |
| Nettoinvestition | ||||
| (Ausweis: Sonstige Vermögenswerte langfristig) | 0 | 0 | –505 | –505 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, | ||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | ||||
| (Buchwert) | 21.892 | 47.093 | 0 | 68.985 |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 2.500 | 0 | 0 | 2.500 |
| AGRANA STUDEN |
HUNGRANA | Beta Pura | ||
|---|---|---|---|---|
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 28.02.2023 | ||||
| Eigenkapital | 45.921 | 86.934 | 335 | 133.190 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 22.961 | 43.467 | 168 | 66.595 |
| Zugang | 0 | 0 | 2.291 | 2.291 |
| Wertminderung | 0 | 0 | –5.476 | –5.476 |
| Verlustevidenz | 0 | 0 | 3.017 | 3.017 |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges | ||||
| von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 0 | 32 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, | ||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | ||||
| (Buchwert) | 22.509 | 43.951 | 0 | 66.460 |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 0 | 11.500 | 0 | 11.500 |
Bedingt durch die Sanktionen gegen Russland ist der Großteil des benötigten Rohstoffes Betain Melasse für die Beta Pura GmbH derzeit nicht verfügbar. Aufgrund der damit einhergehenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Schwierigkeiten des Gemeinschaftsunternehmens hat die AGRANA Sales & Marketing GmbH als 50 %-Gesellschafterin mit der Beta Pura GmbH und der finanzierenden Bank, der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, eine Stundungs- und Restrukturierungsvereinbarung abgeschlossen, im Rahmen derer sie eine Garantie für 50 % der aushaftenden Kredite der Beta Pura GmbH mit einem Höchstbetrag von 13.367 t€ abgegeben und sich verpflichtet hat, der Beta Pura GmbH ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen in Höhe von 2.500 t€ zu gewähren. Die Garantie wurde im Vorjahr mit dem beizulegenden Zeitwert von 2.291 t€ als Finanzgarantie im Konzernabschluss erfasst. Darüber hinaus dient der von der AGRANA Sales & Marketing GmbH gehaltene Geschäftsanteil an der Beta Pura GmbH als Sicherstellung für die Kredite der Beta Pura GmbH. Ein Anteil des Gesellschafterdarlehens in Höhe von 99 t€ wurde am Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH aktiviert und zur Gänze wertberichtigt. Der verbleibende Anteil des Gesellschafterdarlehens in Höhe von 2.401 t€ wurde als langfristige Forderung gegenüber dem Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH zuzüglich Zinsen in Höhe von 165 t€ aktiviert. Die Forderung aus dem Gesellschafterdarlehen wurde in Höhe von –357 t€ wertberichtigt und durch die zeitanteilige Übernahme negativer Periodenergebnisse seit der Erfüllung der aufschiebenden Bedingung in Höhe von –1.704 t€ abgeschichtet.
Die Wertberichtigungen und das anteilige negative Periodenergebnis werden im Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von insgesamt –2.160 t€ (Vorjahr: –2.291 t€) ausgewiesen.
Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 61.701 t€ (Vorjahr: 62.994 t€) betreffen im Wesentlichen mit 45.043 t€ (Vorjahr: 42.271 t€) die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01 %. Somit ist in Höhe von 49,99 % das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen. Weitere wesentliche nicht beherrschende Anteile betreffen die Miteigentümer der AGRANA BIH Holding GmbH, Wien|Österreich und der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien|Österreich.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 135.834 | 130.116 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 218.373 | 232.865 |
| Summe Vermögenswerte | 354.207 | 362.981 |
| Langfristige Schulden | 105.987 | 105.392 |
| Kurzfristige Schulden | 150.835 | 165.749 |
| Summe Schulden | 256.822 | 271.141 |
| Nettovermögen | 97.385 | 91.840 |
| Umsatzerlöse | 290.711 | 305.121 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 16.456 | 21.035 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 5.791 | 12.705 |
| Ertragsteuern | –477 | –1.990 |
| Jahresfehlbetrag/-überschuss | 5.314 | 10.715 |
| Sonstiges Ergebnis | 2.073 | –936 |
| Gesamtergebnis | 7.387 | 9.779 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 7.837 | 17.121 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –16.672 | –10.094 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 4.808 | –5.610 |
| Veränderung des Finanzmittelbestandes | –4.027 | 1.417 |
In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Anteiliger Jahresfehlbetrag/-überschuss | 2.656 | 5.356 |
| Anteiliges Nettovermögen | 48.682 | 45.910 |
| Bewertungseffekt aus Unternehmenszusammenschluss | –3.639 | –3.639 |
| Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen | 45.043 | 42.271 |
Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.
Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Werden bei einem Unternehmenszusammenschluss auch immaterielle Vermögenswerte angesetzt, die bisher nicht im Einzelabschluss des erworbenen Unternehmens erfasst wurden, wie beispielsweise Kundenbeziehungen, so werden diese nur dann angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IFRS 3 für eine Aktivierung vorliegen. Für Unternehmenserwerbe, bei denen die mehrheitlichen Anteile jedoch nicht 100 % erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht für die Erfassung der entstehenden nicht beherrschenden Anteile vor. Diese können wahlweise mit dem anteiligen Zeitwert des Nettovermögens (Purchased-Goodwill-Methode) oder mit dem Anteil des Geschäfts- /Firmenwertes, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, berücksichtigt werden (Full-Goodwill-Methode). Dieses Wahlrecht ist je Unternehmenserwerb frei auszuüben. Die Full-Goodwill-Methode ist im AGRANA-Konzern bisher nicht zur Anwendung gekommen.
Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit der AGRANA-Konzern Transaktionen mit einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.
Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekannt gegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge werden mit Ausnahme wesentlicher stichtagsnaher Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs (Mittelwert der tagesaktuellen Kurse von EZB bzw. Nationalbanken) umgerechnet. Aufwendungen und Erträge von Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.
Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:
| Währungs- einheit |
Stichtagskurs | Durchschnittskurs | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| € | 29.02.2024 | 28.02.2023 | 2023 24 | 2022 23 | ||
| Ägypten | EGP | 33,39 | 32,40 | 33,35 | 22,45 | |
| Albanien | ALL | 103,99 | 115,04 | 106,78 | 118,08 | |
| Algerien | DZD | 145,68 | 144,74 | 146,76 | 147,76 | |
| Argentinien | ARS | 909,49 | 209,10 | 909,49 | 209,10 | |
| Australien | AUD | 1,67 | 1,58 | 1,64 | 1,51 | |
| Bosnien und Herzegowina | BAM | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 | |
| Brasilien | BRL | 5,41 | 5,53 | 5,37 | 5,36 | |
| Bulgarien | BGN | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 | |
| China | CNY | 7,79 | 7,37 | 7,67 | 7,10 | |
| Indien | INR | 89,75 | 87,72 | 89,62 | 83,33 | |
| Japan | JPY | 162,53 | 145,23 | 155,10 | 139,86 | |
| Kroatien | HRK | 0 | 7,53 | 0 | 7,54 |
| Währungs- | Stichtagskurs | Durchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|---|---|
| € | einheit | 29.02.2024 | 28.02.2023 | 2023 24 | 2022 23 |
| Marokko | MAD | 10,93 | 11,03 | 10,92 | 10,74 |
| Mexiko | MXN | 18,50 | 19,45 | 18,91 | 20,71 |
| Nordmazedonien | MKD | 61,69 | 61,70 | 61,56 | 61,62 |
| Polen | PLN | 4,32 | 4,72 | 4,48 | 4,71 |
| Rumänien | RON | 4,97 | 4,92 | 4,96 | 4,93 |
| Russland | RUB | 99,45 | 79,62 | 95,73 | 70,29 |
| Serbien | CSD | 117,18 | 117,31 | 117,23 | 117,42 |
| Südafrika | ZAR | 20,90 | 19,55 | 20,24 | 17,44 |
| Südkorea | KRW | 1.447,43 | 1.401,84 | 1.427,80 | 1.357,91 |
| Tschechien | CZK | 25,36 | 23,50 | 24,19 | 24,46 |
| Türkei | TRY | 33,81 | 20,06 | 33,81 | 20,06 |
| Ukraine | UAH | 41,30 | 38,61 | 39,86 | 35,18 |
| Ungarn | HUF | 393,48 | 377,68 | 380,85 | 396,39 |
| USA | USD | 1,08 | 1,06 | 1,08 | 1,04 |
Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen in Hochinflationsländern – derzeit Tochterunternehmen mit Sitz in Argentinien und der Türkei – werden gemäß IAS 29 angepasst. Nicht monetäre Posten der Bilanz, die zu Anschaffungsbzw. fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vor der Umrechnung in die Konzernwährung Euro anhand eines geeigneten Preisindex zur Messung der Kaufkraft an die im Geschäftsjahr eingetretenen Preisänderungen angepasst. Monetäre Posten der Bilanz werden außer im Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung nicht angepasst. Alle Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie alle Bestandteile des Eigenkapitals werden ebenfalls anhand geeigneter Preisindizes angepasst. Gewinne oder Verluste aus der Nettoposition monetärer Posten werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als separater Posten ausgewiesen.
Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen in Hochinflationsländern wurden auf Basis des Konzeptes historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Aufgrund von Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung (argentinischer Peso und türkische Lira) müssen die Jahresabschlüsse angepasst werden und sind daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Die vom argentinischen "Instituto Nacional de Estadística y Censos", dem nationalen Institut für Statistik und Zensus sowie die vom türkischen Statistikinstitut "Türkiye Istatistik Kurumu" (Turkish statistical institute; TUIK) veröffentlichten Verbraucherpreise werden herangezogen. Die Preisindizes zum 29. Februar 2024 lagen bei 4.900,76 (28. Februar 2023: 1.272,75) in Argentinien und 2.083,22 (28. Februar 2023: 1.241,33) in der Türkei. Die Veränderung der Indizes kann der folgenden Tabelle entnommen werden:
| Indexveränderung Argentinien |
Indexveränderung Türkei |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2023 24 | 2022 23 | 2023 24 | 2022 23 | ||
| März | 7,7 % | 6,7 % | 2,3 % | 5,5 % | |
| April | 8,4 % | 6,0 % | 2,4 % | 7,3 % | |
| Mai | 7,8 % | 5,1 % | 0,0 % | 3,0 % | |
| Juni | 6,0 % | 5,3 % | 3,9 % | 5,0 % | |
| Juli | 6,3 % | 7,4 % | 9,5 % | 2,4 % | |
| August | 12,4 % | 7,0 % | 9,1 % | 1,5 % | |
| September | 12,7 % | 6,2 % | 4,8 % | 3,1 % | |
| Oktober | 8,3 % | 6,3 % | 3,4 % | 3,5 % | |
| November | 12,8 % | 4,9 % | 3,3 % | 2,9 % | |
| Dezember | 25,5 % | 5,1 % | 2,9 % | 1,2 % | |
| Jänner | 20,6 % | 6,0 % | 6,7 % | 6,7 % | |
| Februar | 15,0 % | 5,8 % | 5,0 % | 3,2 % |
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben.
Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Die Überprüfung findet regelmäßig zum 28./29. Februar und zusätzlich bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) statt. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.
Erworbene Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.
Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechtes am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten). Auf immaterielle Vermögenswerte wird der Standard von AGRANA nicht angewendet. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt AGRANA das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch und die Aufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Gebäude | 15 bis 50 Jahre |
|---|---|
| Technische Anlagen und Maschinen | 10 bis 15 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 10 Jahre |
Diese Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.
Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Investitionsförderung kürzen ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage die den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen und werden entsprechend der Nutzungsdauer des zugeordneten Vermögenswertes linear ergebniswirksam aufgelöst. Details dazu finden sich auf Seite 166.
Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:
Anteile an Investmentfonds sowie Wertrechte (Genossenschaftsanteile) in der Bilanzposition Wertpapiere sind der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert angesetzt. Bewertungsunterschiede aus der Folgebewertung werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Eigenkapitalinstrumente mit der Absicht diese langfristig zu halten, sind der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zugeordnet. Die Ersterfassung erfolgt zum Zeitwert inklusive allfälliger Transaktionskosten. Bewertungsänderungen werden bei Eigenkapitalinstrumenten unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Zugangs erfasst und der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zugeordnet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für sonstige Beteiligungen wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows vorgenommen. Für Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurde die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes aufgrund des für den AGRANA-Konzern unwesentlichen Betrages nicht vorgenommen.
Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.
Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bewertungsunterschiede werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen ausgewiesen. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen oder portfoliobasierte Wertberichtigungen gebildet. Die portfoliobasierten Wertberichtigungen werden anhand des in IFRS 9 vorgesehenen vereinfachten Modelles ermittelt. Hierfür werden mittels Analyse historischer Ausfallraten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Die Wertberichtigungen werden auf separaten Wertminderungskonten erfasst. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind keine besonderen Risikokonzentrationen gegeben und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit geringfügigen Ausnahmen täglich fällig, daher wurde auf die Ermittlung eines erwarteten Wertminderungsbedarfs gemäß IFRS 9 verzichtet.
Fremdwährungsforderungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit den Stichtagskursen bewertet und sind der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" zugeordnet.
Finanzverbindlichkeiten werden bei Zugang in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen. Finanzverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und Bewertungsunterschiede im Finanzergebnis ausgewiesen.
Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und Bewertungsunterschieden in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen ausgewiesen. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.
Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen, Güterpreisen und Energiepreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswert oder Verbindlichkeit bilanziert und – unabhängig von ihrem Zweck – mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Wertes werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen (Rohstoffderivate und Währungsderivate in Zusammenhang mit Einkaufs- und Verkaufstransaktionen und Energiederivate in Zusammenhang mit dem Einkauf von Gas, Heizöl Extra Leicht und Strom für die Produktion) oder im Finanzergebnis (Zinsderivate, Währungsderivate bei Finanzierungen) erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft (Cashflow-Hedges) und erfüllen die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9. In diesen Fällen werden die noch nicht realisierten und effektiven Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Führt die abgesicherte erwartete Transaktion zum späteren Ansatz eines nicht-finanziellen Postens (z.B. Vorräte), wird der kumulierte Betrag in der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) direkt in die Anschaffungskosten des nicht-finanziellen Postens zum Zeitpunkt dessen Bilanzierung einbezogen (Basis Adjustment). In allen anderen Fällen wird der kumulierte Betrag in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Ineffektive Teile der Bewertungsunterschiede von Cashflow-Hedges werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente sind der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinnund Verlustrechnung" zugeordnet, es sei denn, es handelt sich um Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. Diese werden der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente)" zugeordnet. Weitere Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten finden sich auf Seite 180ff.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.
Die Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte umfasst die im EU-Handelssystem ausgegebenen Emissionsrechte (EU Allowances – kurz EUA) und erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen EUA sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten EUA, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, wird die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte überprüft. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 28./29. Februar.
Bei der Werthaltigkeitsprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.
Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit). Der beizulegende Zeitwert wird anhand beobachtbarer Markttransaktionen oder Marktinformationen ermittelt. Ist kein solcher Preis beobachtbar, wird der beizulegende Zeitwert anhand geeigneter Bewertungstechniken, unter Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren und mit Annahmen zu Risiken zu ermittelt. Kosten der Veräußerung sind vom ermittelten beizulegenden Zeitwert in Abzug zu bringen.
Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzungswert.
Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.
Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.
Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch einen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird.
Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.
Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die Erfassung im sonstigen Ergebnis schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.
Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 3,60 % (Vorjahr: 4,25 %) zugrunde.
Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.
Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.
Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastsanierung und Abraumbeseitigung.
Rückstellungen für Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgelder beinhalten des Weiteren Rückstellungen für Altersteilzeit, Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen, Rückstellungen für Bonifikationen und Prämien sowie sonstige personalbezogene Rückstellungen. Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer einzustufen. Diese werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der laufenden Periode im Personalaufwand ausgewiesen. Jubiläumsgelder stellen einmalige vom Entgelt und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängige Zahlungen dar, die aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Vorschriften bestehen. Vor allem in Österreich bestehen Verpflichtungen für Jubiläumsgeldzahlungen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind in Österreich aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitenden zu bilden. Die gesetzliche Regelung der Altersteilzeit erleichtert es Betrieben, ältere Mitarbeitende unter weitestgehend finanzieller Absicherung mit einer verringerten Arbeitszeit bis zum Pensionsantritt zu beschäftigen. Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen werden nur dann angesetzt, wenn ein formaler, detaillierter Restrukturierungsplan erstellt und kommuniziert wurde.
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozessrisiken, Rückstellungen für Drohverluste sowie Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Rückstellungen für Drohverluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.
Latente Steuern werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestehen bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern werden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.
Die Berechnung der latenten Steuern wird nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, soweit die Realisierung latenter Steuern wahrscheinlich ist.
Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn die entsprechenden Steuervorteile bei zugrunde liegender Planungsperiode von fünf Jahren realisiert werden können. Dies ist gegeben, wenn ausreichend Gewinne erwirtschaftet werden bzw. zu versteuerndes Ergebnis aus der Umkehrung von passiven latenten Steuern vorhanden ist.
Aktive latente Steuern sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive latente Steuern sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von aktiven latenten Steuern mit passiven latenten Steuern wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuern ausgewiesen.
Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Die Erlösrealisierung erfolgt im AGRANA-Konzern anhand des 5-Schritte-Modelles gemäß IFRS 15 und grundsätzlich zeitpunktbezogen. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Kontrolle über ein Produkt oder über eine Dienstleistung auf einen Käufer übertragen wird. Die Übertragung der Kontrolle auf den Käufer wird üblicherweise gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt, die den Übergang der mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken regeln. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst. Bei variablen Preisvereinbarungen wird eine vertragsindividuelle Schätzung der zu erwartenden Endpreise für die Umsatzrealisierung vorgenommen. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen sowie ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Kosten der Umsatzanbahnung haben ganz überwiegend einen kurzfristigen Umsatzbezug und werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen der industrieüblichen Zahlungskonditionen bestehen bei der Umsatzerfassung keine Finanzierungskomponenten.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Leasingverbindlichkeiten anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.
Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.
Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können. Die Ermessensbeurteilungen und Annahmen werden zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen erachtet. Insbesondere ergeben sich wesentliche Ermessensbeurteilungen und Schätzungen im Zusammenhang mit klimabezogenen Risiken und weiteren Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine und deren Folgen. Die getroffenen Annahmen werden nachfolgend dargestellt:
– Im Geschäftsjahr 2022|23 wurde eine Klimawandelszenarioanalyse für Produktionsstandorte in der AGRANA-Gruppe initiiert. Ziel war es, die physischen Klimarisiken pro Standort zu erheben. Im Geschäftsjahr 2023|24 wurde diese Analyse einer näheren Detailanalyse unterzogen. Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute Klimarisiken als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Stürme, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante "chronische" Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Gemäß den Ergebnissen stellen vor allem Wasserknappheit und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für die Produktionsstandorte dar. Die Ergebnisse der nachgelagerten Detailanalyse zeigten, dass sich die überwiegende Anzahl an Standorten im mittleren Risikobereich befinden, auch hier sind die Faktoren Dürre und oder Hitzewellen wie auch Wasserknappheit die häufigsten Risikoursachen. Nach der Detailanalyse blieb nur ein Risikostandort mit hoher Einstufung erhalten, wobei die Detailanalyse in den drei kriegsbetroffenen ukrainischen Standorten 2023|24 nicht durchgeführt wurde. Für den verbleibenden Risikostandort werden innerhalb der vorgesehenen fünfjährigen Frist Adaptionsmaßnahmen geplant.
Als Ergänzung zur Klimawandelszenarioanalyse für die Produktionsstandorte der AGRANA-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2023|24 mit der Analyse von Klimarisiken entlang der agrarischen Wertschöpfungsketten begonnen. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde zunächst das physische Klimarisiko für die Zuckerrübe anhand ausgewählter Indikatoren ermittelt und erste mögliche Auswirkungen auf die Erträge untersucht sowie eine finanzielle Risikoquantifizierung abgeleitet. Dazu wurden ebenfalls die vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem so genannten Weltklimarat, empfohlenen Szenarien genutzt. Betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2029 sowie 2040 und 2060. Zudem wurden potenzielle Resilienzmaßnahmen erarbeitet. Die finanzielle Risikoeinschätzung aus der Klimawandelszenarioanalyse entspricht der bisherigen Rohstoffrisikoerwartung im Segment Zucker im finanziellen Planungszeitraum. Auf dieser Grundlage werden die nächsten Schritte abgeleitet.
– Bedingt durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 bestehen sowohl in der Ukraine als auch in Russland weiterhin Unsicherheiten im Zusammenhang mit der unvorhersehbaren Entwicklung des Krieges und dessen Folgen, u.a. können außergewöhnliche Kostensteigerungen, Nachfragerückgänge, steigende Kapitalkosten aufgrund der makroökonomischen Entwicklungen sowie Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten nicht ausgeschlossen werden. Die Situation in den beiden Ländern wird laufend beobachtet und evaluiert. Den AGRANA-Planungen liegen die Annahmen zugrunde, dass die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet bleibt und dass steigende Preise, insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich, auch in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können.
Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:
– Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 29.02.2024: 98.246 t€; Buchwert 28.02.2023: 98.667 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 29.02.2024: 14.197 t€; Buchwert 28.02.2023: 16.431 t€) und Sachanlagen (erworben und Nutzungsrechte) (Buchwert 29.02.2024: 797.622 t€; Buchwert 28.02.2023: 819.418 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt des regelmäßigen Wertminderungstest-Stichtages zum 28./29. Februar aktuellsten Prognoserechnung für die Cashflows der Cash Generating Units (CGUs) der nächsten fünf Jahre. Die zugrunde liegenden Prognoserechnungen für den
Wertminderungstest der Geschäfts-/Firmenwerte zum 29. Februar 2024 wurden im Februar 2024 vom Vorstand freigegeben und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen.
Die Erkenntnisse aus dem seit nunmehr über zwei Jahren andauernden Krieg in der Ukraine (u.a. Stabilisierung von Lieferketten und optimistischere Marktentwicklung) wurden in den aktuellen Prognoserechnungen sowie in den Alternativszenarien verarbeitet.
Die Gewichtung der Szenarien ist zum Vorjahr unverändert.
Der "Base Case" spiegelt die Einschätzung des Managements wider und beinhaltet, abgesehen von den Annahmen zur Geschäftsentwicklung der Gesellschaften in Russland und der Ukraine, ebenso klimabezogene Risiken. Das Segment Frucht ist auf die ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohstoffe in der benötigten Qualität angewiesen. Nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle können sich negativ auf die Rohstoffverfügbarkeit sowie die Rohstoffkosten auswirken. Die im "Base Case" geplanten Rohstoffkosten berücksichtigen die Rohstoffaufbringung und somit veränderte Ernteerwartungen aufgrund von Klimaänderungen.
Prognoseunsicherheiten aufgrund der Volatilität der Märkte (kommerzielle Risiken) sowie klimabezogener Risiken wird durch Berücksichtigung alternativer Planungsszenarien begegnet ("Downside Case gemäßigt" und "Downside Case progressiv"). Die Planungsszenarien unterscheiden sich im Bereich der kommerziellen Risiken im Wesentlichen in den Annahmen zum Umsatzwachstum und zur Entwicklung der operativen Marge bis zur Rentenphase, wobei im "Downside Case progressiv" von einer stärkeren Abschwächung des Umsatzwachstums und einer geringeren operativen Marge ausgegangen wird als im "Downside Case gemäßigt". Klimabezogene Risiken in Form von Ernteausfällen bedingt durch u.a. Dürren, Überflutungen oder Schädlingsbefall und daraus resultierende Versorgungsunterbrechungen und Preissteigerungen von Rohstoffen, die nicht zur Gänze an Kunden weitergegeben werden können, werden in den Alternativszenarien unterschiedlich ausgeprägt berücksichtigt. Das Alternativszenario "Downside Case progressiv" geht zusätzlich von Kriegsschäden der Standorte in der Ukraine sowie einem stärkeren Markteinbruch in Russland aus.
Der Werthaltigkeitstest der Geschäfts-/Firmenwerte der CGU Frucht zum 29. Februar 2024 mit der unten dargestellten Szenariengewichtung ergab keinen Wertminderungsbedarf.
Die Szenarien stellten sich zum 29. Februar 2024 wie folgt dar:
| CAGR Umsatz p.a. | Operative Marge | ||
|---|---|---|---|
| CGU Frucht zum 29.02.2024 | Gewichtung | (Basis 2023 24) | in 2028 29 |
| Base Case | 65 % | 0,4 % | 5,7 % |
| Downside Case gemäßigt | 30 % | 0,1 % | 5,1 % |
| Downside Case progressiv | 5 % | –1,3 % | 4,2 % |
Im Vorjahr stellten sich die Szenarien wie folgt dar:
| CAGR Umsatz p.a. | Operative Marge | ||
|---|---|---|---|
| CGU Frucht zum 28.02.2023 | Gewichtung | (Basis 2022 23) | in 2027 28 |
| Base Case | 65 % | 3,7 % | 5,5 % |
| Downside Case gemäßigt | 30 % | 3,5 % | 4,9 % |
| Downside Case progressiv | 5 % | 2,1 % | 4,4 % |
Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zum 29. Februar 2024 bei 8,86 % (Vorjahr: 9,48 %).
Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 29. Februar 2024 wurden Sensitivitäten gerechnet. Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde in der CGU Frucht keinen Wertminderungsbedarf zur Folge haben. Weiters wurden zum 29. Februar 2024 die Sensitivitäten auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 70 % / 30 % / 0 % zu einer um 13.825 t€ höheren Überdeckung führen. Eine Gewichtung von 60 % / 30 % / 10 % hätte eine um 13.825 t€ geringere Überdeckung zur Folge.
In Bezug auf klimabedingte Schwierigkeiten der Rohstoffversorgung geht AGRANA im Segment Stärke durch die Möglichkeit der Beschaffung der notwendigen Rohstoffe auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten von keinen wesentlichen Engpässen aus. Bei Stärken und Nebenprodukten führen zudem Beschaffungspreisänderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch gestiegene Rohstoff- und Energiepreise teilweise kompensiert werden. Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform "Platts" ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen.
In der CGU Stärke wurde neben dem Base Case ein "Downside Case" basierend auf geringeren Absätzen und niedrigeren Margen entwickelt. Die Szenarien gewichtet führen zu keiner Wertminderung.
| CGU Stärke zum 29.02.2024 | Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2023 24) |
Operative Marge in 2028 29 |
|---|---|---|---|
| Base Case | 65 % | 2,2 % | 5,0 % |
| Downside Case | 35 % | 0,9 % | 4,2 % |
| CGU Stärke zum 28.02.2023 | Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2022 23) |
Operative Marge in 2027 28 |
|---|---|---|---|
| Base Case | 65 % | 3,7 % | 3,6 % |
| Downside Case | 35 % | –0,9 % | 3,5 % |
Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt bei 8,77 % (Vorjahr: 8,76 %).
Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 29. Februar 2024 wurde eine Sensitivität gerechnet. Unter der Voraussetzung eines gleichbleibenden WACC1 würde bei einer Reduktion des operativen Ergebnisses 2028|29 in Höhe von rund 16,7 % die Überdeckung der CGU Stärke Null betragen.
Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde keinen Wertminderungsbedarf des Geschäfts-/Firmenwertes zur Folge haben. Weiters wurde eine Sensitivität auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 55 % / 45 % eine um 12.860 t€ geringere Überdeckung zur Folge haben.
AGRANA geht davon aus, dass eine etwaige Verminderung der Rübenanbauflächen durch entsprechende Marktpreisentwicklungen kompensiert werden kann und dass die Produktions- und Administrationskosten auch zukünftig an Kunden weitergegeben werden können.
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
| Pensionen | Abfertigungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 | 29.02.2024 | 28.02.2023 | |
| Veränderung versicherungs mathematischer Annahmen |
|||||
| Rechnungszinssatz | |||||
| +0,5 Prozentpunkte | –2.015 | –1.911 | –1.056 | –987 | |
| –0,5 Prozentpunkte | 2.207 | 2.076 | 1.116 | 1.040 | |
| Lohn-/Gehaltssteigerung | |||||
| +0,25 Prozentpunkte | 50 | 41 | 524 | 489 | |
| –0,25 Prozentpunkte | –48 | –39 | –510 | –480 | |
| Rentensteigerung | |||||
| +0,25 Prozentpunkte | 998 | 982 | – | – | |
| –0,25 Prozentpunkte | –962 | –947 | – | – | |
| Lebenserwartung | |||||
| Zunahme um 1 Jahr | 3.470 | 3.886 | – | – | |
| Abnahme um 1 Jahr | –3.633 | –4.100 | – | – |
– Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 29.02.2024: 30.312 t€; Buchwert 28.02.2023: 19.817 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass innerhalb des Planungszeitraumes von fünf Jahren ausreichend steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker.
Umsatzerlöse des Segmentes Frucht umfassen Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food-Service-Industrie und Fruchtsaftkonzentrate, wie Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA primär Mais, Weizen und Kartoffeln zu hochwertigen Stärkeprodukten für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige. Weiters werden im Rahmen der Stärkegewinnung Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
Das Segment Zucker verarbeitet Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem wird auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel an Endkonsumenten vertrieben. Daneben produziert das Segment Zucker – zur optimalen Verwertung der agrarischen Rohstoffe – eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung.
Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt in allen drei Segmenten nach Übergang der Kontrolle am jeweiligen Produkt auf den Kunden und erfolgt nahezu ausschließlich zeitpunktbezogen. Sämtliche Lieferverträge enthalten Incoterms, wie DDP, DAP und EXW, die den Übergang der Kontrolle auf den Kunden regeln und somit den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung begründen. Das Zahlungsziel beträgt in der Regel bis zu 90 Tage. AGRANA erzielt mit 96,07 % (Vorjahr: 96,75 %) hauptsächlich Umsatzerlöse aus Eigenerzeugnissen. AGRANA erbringt Dienstleistungen von 0,19 % (Vorjahr: 0,21 %) sowie Handelswarenerlöse von 3,74 % (Vorjahr: 3,04 %) der Gesamtumsatzerlöse von untergeordneter Bedeutung.
Die Aufteilung nach geografischen Gebieten je Segment erfolgt auf Basis des Sitzes der Gesellschaft.
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | ||
| EU-27 | 739.368 | 697.607 |
| Europa nicht EU | 133.736 | 112.466 |
| Nordamerika | 464.114 | 436.539 |
| Südamerika | 38.510 | 41.585 |
| Asien | 95.661 | 107.254 |
| Afrika | 43.131 | 37.191 |
| Australien & Ozeanien | 52.334 | 49.289 |
| 1.566.854 | 1.481.931 | |
| Segment Stärke | ||
| EU-27 | 1.132.985 | 1.272.530 |
| Nordamerika | 15.767 | 21.285 |
| 1.148.752 | 1.293.815 | |
| Segment Zucker | ||
| EU-27 | 1.071.270 | 861.696 |
| 1.071.270 | 861.696 | |
| Summe | 3.786.876 | 3.637.442 |
29,0 % (Vorjahr: 28,7 %) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Wie im Vorjahr trug kein Kunde mehr als 10 % zum Konzernumsatz bei.
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 77.367 | 236.416 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 5.776 | 2.348 |
Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 77.367 t€ (Vorjahr: 236.416 t€) resultierte aus dem Segment Zucker mit 99.393 t€ (Vorjahr: 173.193 t€), aus dem Segment Stärke mit –21.482 t€ (Vorjahr: 40.512 t€) und aus dem Segment Frucht mit –544 t€ (Vorjahr: 22.711 t€).
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Erträge aus | ||
| Kursgewinnen | 11.062 | 16.682 |
| Derivaten | 4.942 | 4.977 |
| Versicherungs- und Schadensersatzleistungen | 3.756 | 2.053 |
| dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahmen der Finanzanlagen | 2.411 | 1.046 |
| Forschungsprämien | 1.293 | 1.102 |
| Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation | 800 | 680 |
| der Auflösung von kriegsbedingten Forderungswertberichtigungen | 703 | 965 |
| Miet- und Pachtverträgen | 660 | 704 |
| der Auflösung von Forderungswertberichtigungen | 514 | 2.103 |
| Steuerrückerstattungen | 395 | 901 |
| Leistungen an Dritte | 102 | 93 |
| Übrige | 17.994 | 20.642 |
| Summe | 44.632 | 51.948 |
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen u. a. Erträge aus der Weiterverrechnung von Energie, Betriebsstoffen, Rohmaterial sowie landwirtschaftliche und sonstige Dienstleistungen.
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für | ||
| Rohstoffe | 1.885.062 | 1.897.913 |
| Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren | 825.435 | 888.963 |
| bezogene Leistungen | 94.339 | 86.201 |
| Summe | 2.804.836 | 2.873.077 |
| tf |
|---|
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 331.580 | 298.615 |
| Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung | ||
| und sonstiger Personalaufwand | 85.824 | 78.908 |
| Summe | 417.404 | 377.523 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 2.118 t€ (Vorjahr: 983 t€) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand sind im Personalaufwand enthalten.
Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden 22.943 t€ (Vorjahr: 21.167 t€) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.
Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 1.866 t€ (Vorjahr: 1.655 t€) im Geschäftsjahr 2023|24 erfasst.
Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeitende im Vollkonsolidierungskreis (durchschnittliche Vollzeitäquivalente):
| Aufgliederung nach Personengruppen | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 5.935 | 5.877 |
| Angestellte | 2.843 | 2.755 |
| Lehrlinge | 98 | 98 |
| Summe | 8.876 | 8.730 |
| Aufgliederung nach Regionen | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Österreich | 2.442 | 2.364 |
| Ungarn | 427 | 410 |
| Rumänien | 532 | 516 |
| Restliche EU | 1.467 | 1.448 |
| EU-27 | 4.868 | 4.738 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 1.107 | 1.130 |
| Übriges Ausland | 2.901 | 2.862 |
| Summe | 8.876 | 8.730 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100 %):
| Aufgliederung nach Personengruppen | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 367 | 344 |
| Angestellte | 211 | 223 |
| Summe | 578 | 567 |
| t€ | Gesamt | Abschrei bungen |
Wert minde rungen |
Wert auf holungen |
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2023 24 | ||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 5.094 | 3.375 | 1.719 | 0 |
| Sachanlagen – erworben | 123.970 | 104.329 | 19.688 | –47 |
| Sachanlagen – Nutzungsrechte | 7.204 | 6.545 | 659 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 136.268 | 114.249 | 22.066 | –47 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 209.795 | 117.493 | 92.513 | –211 |
|---|---|---|---|---|
| Sachanlagen – Nutzungsrechte | 7.034 | 6.604 | 430 | 0 |
| Sachanlagen – erworben | 110.900 | 107.281 | 3.830 | –211 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 91.861 | 3.608 | 88.253 | 0 |
Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t€ | Wert minde rungen |
Wert auf holungen |
|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2023 24 | ||
| Segment Frucht | 21.852 | 0 |
| Segment Stärke | 0 | 0 |
| Segment Zucker | 214 | –47 |
| Konzern | 22.066 | –47 |
| Geschäftsjahr 2022 23 | ||
| Segment Frucht | 92.102 | –133 |
| Segment Stärke | 119 | 0 |
| Segment Zucker | 292 | –78 |
| Konzern | 92.513 | –211 |
Wertminderungen im Segment Frucht in Höhe von 21.852 t€ (Vorjahr: 92.102 t€) betrafen Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (Kundenbeziehungen in Japan) von 1.325 t€, dem Geschäfts-/Firmenwertes (CGU Japan) von 394 t€ und Sachanlagen in China und Japan von 18.730 t€ aufgrund der schwierigen ökonomischen Lage und der dadurch angespannten Geschäftsentwicklung in Asien. Weiters wurde bedingt durch die massiv verschlechterte Rohwarensituation die Karottenverarbeitung in Ungarn stillgelegt, was ebenfalls zu einer Wertminderung von 1.403 t€ im Segment Frucht führte (Vorjahr: Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes 88.252 t€ aufgrund stark gestiegener Kapitalkosten bedingt durch den Krieg in der Ukraine, Wertminderungen von Sachanlagen in Südafrika und Indien von 2.833 t€ und Stilllegung einer Produktionslinie in Ungarn von 1.017 t€).
Im Segment Zucker betrafen Wertminderungen im Wesentlichen Aufwendungen für stillgelegte Vermögenswerte (Vorjahr: Aufwendungen für stillgelegte Vermögenswerte in den Segmenten Zucker und Stärke).
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Vertriebs- und Frachtaufwendungen | 198.921 | 204.034 |
| Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung | 147.598 | 120.066 |
| Werbeaufwendungen | 13.418 | 10.190 |
| Kursverluste | 10.060 | 16.840 |
| Schadensfälle | 7.930 | 4.415 |
| Miete, Leasing- und Pachtaufwand | 7.572 | 6.559 |
| Derivate | 6.168 | 8.854 |
| Sonstige Steuern | 2.163 | 11.848 |
| Forschung und Entwicklung (extern) | 1.050 | 787 |
| Aufwendungen für Reorganisationsmaßnahmen | 978 | 0 |
| Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 244 | 303 |
| Übrige | 10.422 | 14.260 |
| Summe | 406.524 | 398.156 |
Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 26.008 t€ (Vorjahr: 23.055 t€).
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten.
Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH betrugen 971 t€ (Vorjahr: PwC Wirtschaftsprüfung GmbH 555 t€). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 751 t€ (Vorjahr: 527 t€), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 97 t€ (Vorjahr: 2 t€) sowie sonstige Leistungen von 123 t€ (Vorjahr: 26 t€).
Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 1.392 t€ (Vorjahr: 18.657 t€) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe und der AGRANA-STUDEN-Gruppe von 3.552 t€ (Vorjahr: 20.948 t€) sowie die Ergebnisverrechnung der Beta Pura GmbH in Höhe von –1.704 t€ mit der Forderung aus dem Gesellschafterdarlehen und Wertminderungen des Gesellschafterdarlehens sowie an der Beta Pura GmbH gehaltenen Anteils von insgesamt –456 t€ (Vorjahr: –2.291 t€).
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Zinserträge | 2.986 | 1.199 |
| Währungsgewinne | 14.658 | 24.748 |
| Erträge aus Beteiligungen | 63 | 29 |
| Gewinn aus Derivaten | 34.416 | 22.564 |
| Übrige finanzielle Erträge | 1.579 | 845 |
| Summe | 53.702 | 49.385 |
Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 1.548 | 594 |
| Segment Stärke | 96 | 43 |
| Segment Zucker | 1.342 | 562 |
| Summe | 2.986 | 1.199 |
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Zinsaufwendungen | 35.122 | 12.977 |
| Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 2.118 | 983 |
| Währungsverluste | 24.404 | 12.778 |
| Verlust aus Derivaten | 39.333 | 42.771 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.933 | 1.914 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | 4.101 | 4.504 |
| Summe | 107.011 | 75.927 |
Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 4.395 | 2.126 |
| Segment Stärke | 1.332 | 280 |
| Segment Zucker | 29.395 | 10.571 |
| Konzern | 35.122 | 12.977 |
Der Posten Zinsaufwendungen enthält Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.081 t€ (Vorjahr: 1.112 t€) sowie den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 333 t€ (Vorjahr: 153 t€).
Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Nettoverlust in Höhe von –9.747 t€ (Vorjahr: Nettogewinn 11.971 t€). Dieser setzte sich aus einem realisierten Verlust von –3.472 t€ (Vorjahr: realisierter Gewinn 9.264 t€) und einem nicht realisierten Verlust in Höhe von –6.275 t€ (Vorjahr: nicht realisierter Gewinn 2.707 t€) zusammen. Der Verlust ist v.a. auf Fremdwährungsfinanzierungen in mexikanischem Peso, rumänischem Leu, argentinischem Peso und ungarischem Forint zurückzuführen.
Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Effektive Steuern | 38.057 | 40.572 |
| davon Inland | 19.118 | 22.586 |
| davon Ausland | 18.939 | 17.986 |
| Latente Steuern | –9.708 | –3.537 |
| davon Inland | –4.063 | –1.419 |
| davon Ausland | –5.645 | –2.118 |
| Steueraufwand | 28.349 | 37.035 |
| davon Inland | 15.055 | 21.167 |
| davon Ausland | 13.294 | 15.868 |
Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern im Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:
| 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|
| 6.083 | |
| 1.450 | –623 |
| 5.460 | |
| 9.708 | 3.537 |
| 1.583 | 3.010 |
| 654 | –1.087 |
| 10.495 11.945 |
Um den Betrag im sonstigen Ergebnis von 1.583 t€ gemäß obiger Tabelle auf den Wert der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung von 3.094 t€ überleiten zu können, müssen die Steuereffekte von Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen sowie derer anteiliger nicht beherrschender Anteile von in Summe 2.255 t€ abgezogen und der Steuereffekt von 3.766 t€ des Basis Adjustment, der als sonstige Veränderung im Eigenkapital ausgewiesen ist, hinzugerechnet werden.
| t€ | 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 61.718 | ||
| Österreichischer Steuersatz in % | 23,83 % | 24,83 % | |
| Theoretischer Steueraufwand | 15.325 | ||
| Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund | |||
| abweichender Steuersätze | –3.459 | –2.023 | |
| Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche | |||
| Abzugsposten inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen, | |||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –1.842 | –6.168 | |
| nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen | –1.956 | 21.504 | |
| Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen | |||
| und steuerlicher Zurechnungen | 3.832 | 4.388 | |
| Effekten aus sonstigen Steuern | 1.853 | 1.756 | |
| Effekten aus Verlustvorträgen | 6.111 | 1.706 | |
| aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen | 528 | 547 | |
| Ertragsteuern | 28.349 | 37.035 | |
| Effektive Steuerquote | 29,0 % | 60,0 % |
Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 23,83 % (Vorjahr: 24,83 %). Der Körperschaftsteuersatz von 23,83 % wurde auf Basis einer zeitlichen Aliquotierung von 24 % und 23 % errechnet.
Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., AGRANA Research & Innovation Center GmbH und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.
Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.
Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Aktive latente Steuern wurden in Höhe von 21.558 t€ (Vorjahr: 15.052 t€) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 85.319 t€ (Vorjahr: 59.296 t€). Von den noch nicht genutzten
steuerlichen Verlustvorträgen sind 68.452 t€ (Vorjahr: 54.748 t€) unbegrenzt vortragsfähig, 3.931 t€ (Vorjahr: 1.333 t€) verfallen zwischen einem und vier Jahren und 12.936 t€ (Vorjahr: 3.215 t€) verfallen zwischen fünf und sieben Jahren.
Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 13.373 t€ (Vorjahr: 14.046 t€).
Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden passive latente Steuern in Höhe von 170.175 t€ (Vorjahr: 170.433 t€) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.
Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD-Musterregeln für einen neuen globalen Rahmen für die effektive Mindestbesteuerung, um sicherzustellen, dass die Gewinne multinationaler Konzerne mit einem Gesamtjahresumsatz von mindestens 750 Mio. € mit einem Mindestsatz von 15 % pro Land besteuert werden (der sogenannten Pillar-II-Rahmen). Die Europäische Union hat sich im Dezember 2022 einstimmig auf die Umsetzung dieses Rahmens in Form einer Richtlinie geeinigt, die bis zum 31. Dezember 2023 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss, damit sie für Wirtschaftsjahre, die nach diesem Stichtag beginnen, gilt. Das österreichische Recht zur Umsetzung des Pillar-II-Konzepts ist am 31. Dezember 2023 in Kraft getreten und gilt für Wirtschaftsjahre, die ab dem 31. Dezember 2023 beginnen.
Für den Konzern gilt der neue Rechtsrahmen ab dem Geschäftsjahr 2024|25. Da die Südzucker AG, die die oberste Muttergesellschaft gemäß dem Pillar-II-Rahmen ist, ihren Sitz in Deutschland hat, wird der Rahmen ab dem 1. März 2024 für den AGRANA-Konzern gelten, unabhängig davon, welche anderen Länder das Recht ebenfalls umsetzen. Nach dem Recht muss der AGRANA-Konzern für jedes Land mit einem effektiven Steuersatz von unter 15 % einen Steuerhöhungsbetrag zahlen. Das Recht sieht Vereinfachungen in Form von "Safe-Harbour"-Regelungen pro Land vor, was bedeutet, dass unter bestimmten Bedingungen kein Steuerhöhungsbetrag zu zahlen ist. Da die Pillar-II-Gesetzgebung für den Abschluss 2023|24 noch nicht in Kraft war, hat der Konzern keine aktuelle Steuerbelastung aus dieser Regelung.
Der Konzern analysiert derzeit die Auswirkungen der Gesetzgebung, insbesondere in Bezug auf die Verwendung der Safe-Harbour-Regelungen. Bei dieser Bewertung hat die Südzucker AG als oberste Muttergesellschaft die Pillar-II-Regeln auf die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2023|24 verwendet, um einen Hinweis auf mögliche zukünftige Auswirkungen zu geben. In diesen vereinfachten Berechnungen hat sich gezeigt, dass fast alle Länder die Befreiung für einen Safe Harbour erfüllten, was bedeutet, dass in diesen Ländern keine zusätzlichen Steuern angefallen wären, wenn die Pillar-II-Regeln für dieses Geschäftsjahr gegolten hätten. Für die Länder, die keinen Safe Harbour erfüllt hätten, dürften die Auswirkungen auf die laufenden Steuern und Steuerzahlungen unwesentlich sein. Aufgrund der Komplexität der Regelungen können die konkreten quantitativen Auswirkungen auf die künftigen laufenden Steuern und Steuerzahlungen noch nicht abgeschätzt werden.
Der AGRANA-Konzern macht von der vorübergehenden Ausnahme Gebrauch, die aus der Implementierung der Pillar-II-Regelungen resultiert und in der im Mai 2023 veröffentlichten Änderung von IAS 12 enthalten ist, latente Steuern durch Pillar II nicht bilanzieren zu müssen.
| 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|
| Konzernjahresergebnis, das den Aktionären | ||
| der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist t€ |
64.925 | 15.816 |
| Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war Stück |
62.488.976 | 62.488.976 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) € |
1,04 | 0,25 |
| Dividende je Aktie € |
0,901 | 0,90 |
Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2023|24 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 56.240 t€ (Vorjahr: 56.240 t€) ausgeschüttet.
Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.
Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben.
Es bestanden aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen in der Ukraine, in Russland und in Argentinien. Verfügungsbeschränkungen mit Russland resultierten im Wesentlichen aus einer Begrenzung einer jährlichen Dividendenzahlung an nicht-russische Muttergesellschaften in Höhe von 120 Mio. RUB (rd. 1,2 Mio. €). Höhere Dividendenzahlungen bedürfen einem gesonderten Genehmigungsverfahren und sind nur mit Auflagen möglich. Hiervon hat AGRANA bisher keinen Gebrauch gemacht. Die Vergabe von konzerninternen Darlehen von o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov|Russland, an andere AGRANA Konzerngesellschaften ist derzeit nicht möglich. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der russischen Tochtergesellschaft beliefen sich auf 24.946 t€ (Vorjahr: 14.645 t€).
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.
Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelstand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.
Der Cashflow aus dem Ergebnis ist v.a. aufgrund des sehr deutlich besseren Konzernergebnisses im Vergleich zum Vorjahr höher und beträgt 316.335 t€ (Vorjahr: 282.343 t€), das entspricht 8,35 % (Vorjahr: 7,76 %) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsverluste des Finanzergebnisses von 6.275 t€ (Vorjahr: nicht realisierte Währungsgewinne –2.707 t€), die zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigungen zu Forderungen 1.664 t€ (Vorjahr: –914 t€) sowie zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten von 31.644 t€ (Vorjahr: 5.811 t€). Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen Korrekturen des im Konzernergebnis enthaltenen Steueraufwandes und Zinsergebnisses aufgrund der separaten Darstellung der zahlungswirksamen Zinsen und Ertragsteuern in Höhe von 60.673 t€ (Vorjahr: 49.452 t€). Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital sowie zahlungswirksame Zinsen und Steuern führten zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 240.216 t€ (Vorjahr: 1.890 t€).
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen im Wesentlichen bedingt durch Investitionen in den Bereichen Energieeffizienz und Verbesserung der Produktqualität um –23.414 t€ auf –112.650 t€ (Vorjahr: –89.236 t€). Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind um Zuschüsse in Höhe von 3.778 t€ (Vorjahr: 1.731 t€) gekürzt. Weiters führten eine Kaufpreiszahlung für das in 2021|22 erworbene Tochterunternehmen AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokio|Japan, von –1.061 t€ (Vorjahr: –1.216 t€) sowie Einzahlungen aus Anlagenabgängen von 5.196 t€ (Vorjahr: 1.430 t€) zu einem Cashflow aus Investitionstätigkeit von –110.980 t€ (Vorjahr: –88.994 t€).
Gezahlte Dividenden von –57.741 t€ (Vorjahr: –48.057 t€), die überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Dividende betreffen, Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von –1.188 t€ (Kauf von Anteilen von Minderheitenaktionären der vollkonsolidierten Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest|Ungarn und S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Ţăndărei|Rumänien) sowie die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Mittelzu-/-abflüsse der Finanzverbindlichkeiten führten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023|24 zu einem negativen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von –139.334 t€ (Vorjahr: positiver Cashflow 107.219 t€).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit:
| t€ Geschäftsjahr 2023 24 |
Buchwert 01.03.2023 |
Fristig- keiten änderung |
Mittel- zufluss |
Mittel- abfluss |
Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver änderungen |
Buchwert 29.02.2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | 409.000 | –85.000 | 0 | 0 | 0 | 324.000 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 17.090 | –4.884 | 0 | 0 | 0 | 12.206 |
| Darlehen | 109.112 | –26.000 | 80.000 | 0 | –718 | 162.394 |
| Leasingverbindlichkeiten | 27.666 | –6.090 | 0 | 0 | 3.420 | 24.996 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 562.868 | –121.974 | 80.000 | 0 | 2.702 | 523.596 |
| Schuldscheindarlehen | 0 | 85.000 | 0 | 0 | 0 | 85.000 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 4.882 | 4.884 | 0 | –4.884 | 0 | 4.882 |
| Syndizierte Kredite | 155.000 | 0 | 0 | –140.000 | 0 | 15.000 |
| Darlehen | 0 | 0 | 30.000 | 0 | 0 | 30.000 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 91.965 | 26.000 | 0 | –39.230 | –431 | 78.304 |
| Leasingverbindlichkeiten | 5.901 | 6.090 | 0 | –6.291 | –87 | 5.613 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 257.748 | 121.974 | 30.000 | –190.405 | –518 | 218.799 |
| t€ | Buchwert 01.03.2022 |
Fristig- keiten änderung |
Mittel- zufluss |
Mittel- abfluss |
Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver änderungen |
Buchwert 28.02.2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2022 23 | ||||||
| Schuldscheindarlehen | 174.000 | 0 | 235.000 | 0 | 0 | 409.000 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 21.972 | –4.882 | 0 | 0 | 0 | 17.090 |
| Darlehen | 159.073 | –50.000 | 859 | –859 | 39 | 109.112 |
| Leasingverbindlichkeiten | 22.699 | –6.755 | 0 | 0 | 11.722 | 27.666 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 377.744 | –61.637 | 235.859 | –859 | 11.761 | 562.868 |
| Schuldscheindarlehen | 7.000 | 0 | 0 | –7.000 | 0 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 4.882 | 4.882 | 0 | –4.882 | 0 | 4.882 |
| Syndizierte Kredite | 15.000 | 0 | 140.000 | 0 | 0 | 155.000 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 244.142 | 50.000 | 0 | –201.481 | –696 | 91.965 |
| Leasingverbindlichkeiten | 5.603 | 6.755 | 0 | –6.361 | –96 | 5.901 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 276.627 | 61.637 | 140.000 | –219.724 | –792 | 257.748 |
| Konzessionen, | |||
|---|---|---|---|
| Geschäfts-/ | Lizenzen | ||
| Firmen | und ähnliche | ||
| t€ | werte | Rechte | Summe |
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||
| Anschaffungskosten | |||
| Stand 01.03.2023 | 262.313 | 114.405 | 376.718 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | –45 | –1.766 | –1.811 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | 4 | 4 |
| Zugänge | 0 | 2.950 | 2.950 |
| Umbuchungen | 0 | 514 | 514 |
| Abgänge | 0 | –537 | –537 |
| Stand 29.02.2024 | 262.268 | 115.570 | 377.838 |
| Abschreibungen | |||
| Stand 01.03.2023 | 163.646 | 97.974 | 261.620 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | –18 | –766 | –784 |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.375 | 3.375 |
| Wertminderungen | 394 | 1.325 | 1.719 |
| Umbuchungen | 0 | 2 | 2 |
| Abgänge | 0 | –537 | –537 |
| Stand 29.02.2024 | 164.022 | 101.373 | 265.395 |
| Buchwert 29.02.2024 | 98.246 | 14.197 | 112.443 |
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||
| Anschaffungskosten | |||
| Stand 01.03.2022 | 262.365 | 112.737 | 375.102 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | –52 | 2.042 | 1.990 |
| Zugänge | 0 | 1.773 | 1.773 |
| Umbuchungen | 0 | 349 | 349 |
| Abgänge | 0 | –2.465 | –2.465 |
| Zuschüsse | 0 | –31 | –31 |
| Stand 28.02.2023 | 262.313 | 114.405 | 376.718 |
| Abschreibungen | |||
| Stand 01.03.2022 | 75.394 | 95.154 | 170.548 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | 1.676 | 1.676 |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.608 | 3.608 |
| Wertminderungen | 88.252 | 1 | 88.253 |
| Abgänge | 0 | –2.465 | –2.465 |
| Stand 28.02.2023 | 163.646 | 97.974 | 261.620 |
Buchwert 28.02.2023 98.667 16.431 115.098
Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte.
Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.950 t€ (Vorjahr: 1.773 t€) betrafen im Wesentlichen Software.
Aufgrund der angespannten Geschäftsentwicklung in Asien wurde ein Wertminderungstest durchgeführt, welcher in der CGU Japan zur Wertminderung der Kundenbeziehungen in Höhe von 1.325 t€ führte.
Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Frucht 96.640 t€ (Vorjahr: 97.061 t€) und auf das Segment Stärke 1.606 t€ (Vorjahr: 1.606 t€). Die Veränderung im Segment Frucht betrifft die Wertminderung der nicht wesentlichen CGU Japan.
Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, definiert AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) als die jeweils kleinste Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte sind. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts-/Firmenwerten aggregiert AGRANA die CGUs auf die nächst höhere Ebene, auf der die Geschäfts-/Firmenwerte gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess gesteuert werden. Im AGRANA-Konzern sind zum 29. Februar 2024 als zahlungsmittelgenerierende Einheiten zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts- /Firmenwerten das Segment Frucht und das Segment Stärke definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten diesen beiden Einheiten zugeordnet werden.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts- /Firmenwert ist.
AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen vom Vorstand freigegebene und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 2,0 % p.a. (28. Februar 2023: 2,0 % p.a.) angenommen. Die Kapitalkosten (WACC1 ) sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU berechnet.
Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- und Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank von 2,57 % (28. Februar 2023: 2,48 %) herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 6,43 % (28. Februar 2023: 6,52 %) und einem Beta-Faktor, der sich aus einer segmentspezifischen Peer-Group ableitet, die jeweils acht Unternehmen (28. Februar 2023: acht Unternehmen) umfasst. Sowohl das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,34 (28. Februar 2023: 1,41) unterworfen.
Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, dem Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonitätszuschlag (Credit Spread) angesetzt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte und den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC):
| Geschäfts-/Firmenwert | WACC vor Steuer | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 29.02.2024 | 28.02.2023 | 2023 24 | 2022 23 | ||
| Mio. € | Mio. € | % | % | ||
| CGU Frucht | 96 | 97 | 8,86 | 9,48 | |
| CGU Stärke | 2 | 2 | 8,77 | 8,76 | |
| Konzern | 98 | 99 | – | – |
Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.
Die Werthaltigkeitstests werden regelmäßig zum Bilanzstichtag 28./29. Februar vorgenommen. Zum 29. Februar 2024 ergab der Wertminderungstest der Geschäfts-/Firmenwerte keinen Wertminderungsbedarf der CGUs Frucht und Stärke. Der für den Konzern unwesentliche Geschäfts-/Firmenwert der CGU Japan im Segment Frucht wurde aufgrund der angespannten Geschäftsentwicklung in Asien einem gesonderten Wertminderungstest unterzogen, welcher zur gesamten Wertminderung dieses Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 394 t€ führte. Weitere Details finden sich in Kapitel 7.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen.
Am Bilanzstichtag waren andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von untergeordneter Bedeutung für den AGRANA-Konzern enthalten.
| t€ | Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts ausstattung |
Anlagen in Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2023 24 Sachanlagen – erworben |
|||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2023 | 682.390 | 1.562.828 | 260.045 | 43.843 | 2.549.106 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | –9.078 | –7.468 | –2.452 | –69 | –19.067 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –217 | –261 | 214 | –264 |
| Zugänge | 6.482 | 35.224 | 13.680 | 65.433 | 120.819 |
| Umbuchungen | 2.761 | 20.571 | 2.784 | –26.630 | –514 |
| Abgänge | –8.811 | –6.948 | –6.445 | –217 | –22.421 |
| Zuschüsse | –46 | –3.712 | –20 | 0 | –3.778 |
| Stand 29.02.2024 | 673.698 | 1.600.278 | 267.331 | 82.574 | 2.623.881 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2023 | 397.016 | 1.159.146 | 213.685 | 388 | 1.770.235 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | –3.954 | –5.459 | –2.177 | –5 | –11.595 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –10 | –160 | 0 | –170 |
| Laufende Abschreibungen | 17.338 | 72.345 | 14.646 | 0 | 104.329 |
| Wertminderungen | 8.763 | 9.913 | 1.012 | 0 | 19.688 |
| Umbuchungen | 0 | –2 | 0 | 0 | –2 |
| Abgänge | –6.260 | –6.863 | –6.238 | –33 | –19.394 |
| Zuschreibungen | –5 | –42 | 0 | 0 | –47 |
| Stand 29.02.2024 | 412.898 | 1.229.028 | 220.768 | 350 | 1.863.044 |
| Buchwert 29.02.2024 | 260.800 | 371.250 | 46.563 | 82.224 | 760.837 |
| t€ | Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts ausstattung |
Anlagen in Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||||
| Sachanlagen – Nutzungsrechte | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2023 | 42.546 | 16.543 | 2.014 | 0 | 61.103 |
| Währungsdifferenzen | –329 | –8 | –17 | 0 | –354 |
| Zugänge | 2.361 | 677 | 461 | 0 | 3.499 |
| Abgänge | –632 | –1.175 | –274 | 0 | –2.081 |
| Stand 29.02.2024 | 43.946 | 16.037 | 2.184 | 0 | 62.167 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2023 | 14.322 | 5.083 | 1.151 | 0 | 20.556 |
| Währungsdifferenzen | –212 | –2 | –89 | 0 | –303 |
| Laufende Abschreibungen | 4.122 | 1.897 | 526 | 0 | 6.545 |
| Wertminderungen | 659 | 0 | 0 | 0 | 659 |
| Abgänge | –632 | –1.169 | –274 | 0 | –2.075 |
| Stand 29.02.2024 | 18.259 | 5.809 | 1.314 | 0 | 25.382 |
| Buchwert 29.02.2024 | 25.687 | 10.228 | 870 | 0 | 36.785 |
| Buchwert Sachanlagen 29.02.2024 | 286.487 | 381.478 | 47.433 | 82.224 | 797.622 |
| Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte |
Technische Anlagen und |
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts |
Anlagen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| t€ | und Bauten | Maschinen | ausstattung | in Bau | Summe |
| Geschäftsjahr 2022 23 Sachanlagen – erworben |
|||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2022 | 661.185 | 1.511.970 | 251.861 | 35.045 | 2.460.061 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 9.430 | 11.912 | 3.175 | 587 | 25.104 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | 8 | –37 | 18 | –11 |
| Zugänge | 9.102 | 30.883 | 10.025 | 39.422 | 89.432 |
| Umbuchungen | 7.968 | 21.653 | 1.252 | –31.222 | –349 |
| Abgänge | –5.197 | –12.001 | –6.226 | –7 | –23.431 |
| Zuschüsse | –98 | –1.597 | –5 | 0 | –1.700 |
| Stand 28.02.2023 | 682.390 | 1.562.828 | 260.045 | 43.843 | 2.549.106 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2022 | 378.502 | 1.086.703 | 202.033 | 370 | 1.667.608 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 4.843 | 6.928 | 2.826 | –1 | 14.596 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –2 | –95 | 0 | –97 |
| Laufende Abschreibungen | 17.250 | 75.155 | 14.876 | 0 | 107.281 |
| Wertminderungen | 1.540 | 2.107 | 164 | 19 | 3.830 |
| Umbuchungen | 5 | –5 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | –5.115 | –11.671 | –5.986 | 0 | –22.772 |
| Zuschreibungen | –9 | –69 | –133 | 0 | –211 |
| Stand 28.02.2023 | 397.016 | 1.159.146 | 213.685 | 388 | 1.770.235 |
| Buchwert 28.02.2023 | 285.374 | 403.682 | 46.360 | 43.455 | 778.871 |
| t€ | Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts ausstattung |
Anlagen in Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||||
| Sachanlagen – Nutzungsrechte | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2022 | 34.926 | 13.522 | 2.024 | 0 | 50.472 |
| Währungsdifferenzen | 72 | 204 | 5 | 0 | 281 |
| Zugänge | 7.860 | 3.493 | 358 | 0 | 11.711 |
| Umbuchungen | 99 | 0 | –99 | 0 | 0 |
| Abgänge | –411 | –676 | –274 | 0 | –1.361 |
| Stand 28.2.2023 | 42.546 | 16.543 | 2.014 | 0 | 61.103 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2022 | 10.115 | 3.582 | 1.060 | 0 | 14.757 |
| Währungsdifferenzen | 8 | 116 | –27 | 0 | 97 |
| Laufende Abschreibungen | 4.159 | 2.003 | 442 | 0 | 6.604 |
| Wertminderungen | 399 | 31 | 0 | 0 | 430 |
| Umbuchungen | 52 | 0 | –52 | 0 | 0 |
| Abgänge | –411 | –649 | –272 | 0 | –1.332 |
| Stand 28.2.2023 | 14.322 | 5.083 | 1.151 | 0 | 20.556 |
| Buchwert 28.2.2023 | 28.224 | 11.460 | 863 | 0 | 40.547 |
| Buchwert Sachanlagen 28.2.2023 | 313.598 | 415.142 | 47.223 | 43.455 | 819.418 |
Die Zugänge von Sachanlagen je Segment stellten sich wie folgt dar:
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 49.570 | 36.750 |
| Segment Stärke | 41.507 | 30.204 |
| Segment Zucker | 33.241 | 34.189 |
| Konzern | 124.318 | 101.143 |
Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben. Weiters sind in dieser Position die Effekte aus der Anwendung von IAS 29 (Hochinflation) enthalten.
Die Zuschüsse betrafen im Wesentlichen einen staatlichen Zuschuss für Unternehmen in der Lebensmittelindustrie in Ungarn und Investitionsförderungen in Tschechien und der Slowakei im Segment Zucker sowie eine Umweltförderung im Segment Stärke.
Ausgelöst durch die schwierige ökonomische Lage und die dadurch angespannte Geschäftsentwicklung in Asien wurden Wertminderungstests der CGUs in Asien im Segment Frucht durchgeführt. Die Wertminderungstests führten zu Wertminderungen von Sachanlagen in China und Japan in Höhe von 18.730 t€ (Vorjahr: Südafrika und Indien 2.833 t€). Der beizulegende Zeitwert der wertgeminderten Sachanlagen wurde gemäß IFRS 13 ermittelt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes von Grundstücken und Bauten erfolgte auf Basis von Bewertungsgutachten unabhängiger Experten. Dabei wurde eine einkommensbasierte Bewertungsmethode unter Verwendung von Level 3-Inputfaktoren angewandt. Die wesentlichen Inputfaktoren waren Annahmen zu den nachhaltig erzielbaren Mieteinkünften und zur Marktrendite. Spezifische Risiken im Zusammenhang mit der tatsächlichen Verwertbarkeit wurden in Abstimmung mit der Geschäftsführung mittels zusätzlicher Abschläge berücksichtigt. Für technische Anlagen und Maschinen wurden je nach Klasse von Anlagen markt- bzw. kostenbasierte Bewertungsmethoden verwendet. Die wesentlichen Level 3- Inputfaktoren waren Annahmen zur tatsächlichen Verwertbarkeit auf inaktiven Märkten. Als Untergrenze wurden
Schätzungen zu Schrottwerten verwendet. Aufgrund einer massiv verschlechterten Rohwarensituation wurde – ebenfalls im Segment Frucht – das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn stillgelegt und Wertminderungen in Höhe von 1.403 t€ erfasst.
AGRANA setzt Leasing im Wesentlichen für langfristige Grund- und Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion ein.
Zum 29. Februar 2024 betrug der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz für den Ansatz von Leasingverpflichtungen 3,5 % (Vorjahr: 3,3 %).
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert im sonstigen betrieblichen Aufwand sowie Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten im Finanzergebnis stellten sich im Geschäftsjahr 2023|24 wie folgt dar:
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 2.958 | 2.582 |
| Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert | 202 | 341 |
| Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | 1.081 | 1.112 |
| t€ Geschäftsjahr 2023 24 |
Nach der Equity Methode bilanzierte Gemeinschafts unternehmen |
Wertpapiere (langfristige Vermögens werte) |
Beteiligungen | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Stand 01.03.2023 | 66.460 | 17.378 | 280 | 84.118 |
| Währungsdifferenzen | –2.063 | 0 | 0 | –2.063 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 3.552 | 0 | 0 | 3.552 |
| Zugänge | 99 | 0 | 0 | 99 |
| Wertminderungen/Bewertungen | –99 | 424 | 0 | 325 |
| Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge | –2.500 | –7 | 0 | –2.507 |
| Sonstiges Ergebnis | 3.536 | 411 | 0 | 3.947 |
| Stand 29.02.2024 | 68.985 | 18.206 | 280 | 87.471 |
| Stand 01.03.2022 | 65.952 | 18.772 | 280 | 85.004 |
|---|---|---|---|---|
| Währungsdifferenzen | –1.081 | 0 | 0 | –1.081 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 20.948 | 0 | 0 | 20.948 |
| Zugänge | 2.291 | 0 | 0 | 2.291 |
| Wertminderungen/Bewertungen | –2.291 | –1.156 | 0 | –3.447 |
| Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen | –11.500 | 0 | 0 | –11.500 |
| Sonstiges Ergebnis | –7.859 | –238 | 0 | –8.097 |
| Stand 28.02.2023 | 66.460 | 17.378 | 280 | 84.118 |
Details zur Entwicklung der Buchwerte der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen finden sich im Kapitel 3.1.
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 441.934 | 471.495 |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | ||
| der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen | 13.978 | 16.005 |
| Positiver Marktwert Derivate | 6.972 | 10.535 |
| Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe | 986 | 2.757 |
| Forderungen aus Zuschüssen | 380 | 1.263 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 47.757 | 45.844 |
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 512.007 | 547.899 |
| Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern | 70.258 | 69.397 |
| Vermögenswerte aus überdeckten Abfertigungsplänen | 0 | 75 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 9.227 | 8.642 |
| Geleistete Anzahlungen | 7.128 | 6.743 |
| Summe | 598.620 | 632.756 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 3.318 | 2.559 |
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.
Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 4.412 | 3.870 |
| Finanzanlagen (v.a. "Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) | 13.984 | 6.710 |
| Vorräte | 9.093 | 6.526 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 2.049 | 1.050 |
| Verlustvorträge | 2.799 | 2.934 |
| Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder | 3.134 | 3.717 |
| Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden | 23.265 | 18.456 |
| Summe aktive latente Steuern | 58.736 | 43.263 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen | ||
| gegenüber derselben Steuerbehörde | –28.424 | –23.446 |
| Saldierte aktive Steuerabgrenzung | 30.312 | 19.817 |
Die passiven latenten Steuern sind unter Note (26) erläutert.
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 292.220 | 391.358 |
| Fertige und unfertige Erzeugnisse | 853.568 | 789.923 |
| Waren | 25.022 | 28.738 |
| Summe | 1.170.810 | 1.210.019 |
Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 31.644 t€ (Vorjahr: 5.811 t€) vorgenommen, welche aus den Segmenten Frucht mit 10.157 t€ (Vorjahr: 4.011 t€), Stärke mit 8.256 t€ (Vorjahr: 445 t€) und Zucker mit 13.231 t€ (Vorjahr: 1.355 t€) resultierten. Die Wertminderungen waren auf gesunkene Nettoveräußerungswerte zum Bilanzstichtag zurückzuführen.
Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 113.531.275 € (Vorjahr: 113.531.275 €) und ist in 62.488.976 Stück (Vorjahr: 62.488.976 Stück) auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.
Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 124ff dargestellt.
Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen betragen am Bilanzstichtag 540.759.998 € (Vorjahr: 540.759.998 €).
Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für Eigenkapitalinstrumente, die Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges), die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Rücklagen für Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassungen (davon in Argentinien ein Gewinn von 22.594 t€ [Vorjahr: Gewinn von 5.061 t€] und in der Türkei ein Gewinn von 2.142 t€ [Vorjahr: Gewinn von 2.119 t€]) sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.
Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von –1.188 t€ resultierten aus dem Kauf von Anteilen von Minderheitenaktionären der vollkonsolidierten Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest|Ungarn und S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Ţăndărei|Rumänien.
Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch um eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 1.248.430 | 1.256.569 |
| Bilanzsumme | 2.889.421 | 3.003.075 |
| Eigenkapitalquote | 43,2 % | 41,8 % |
| Nettofinanzschulden | 636.083 | 684.895 |
| Gearing | 51,0 % | 54,5 % |
Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.
Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.
Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für | ||
| Pensionen | 23.862 | 26.710 |
| Abfertigungen | 28.603 | 26.825 |
| Übrige | 58.289 | 47.904 |
| Summe | 110.754 | 101.439 |
Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.
Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrundegelegt:
| % | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Lohn-/Gehaltstrend | ||
| Inland/Europa | 2,00 – 6,00 | 4,00 – 9,04 |
| Mexiko/Südkorea | 6,00 / 3,50 | 6,00 / 3,00 |
| Rententrend | ||
| Inland/Europa | 3,60 – 4,50 | 4,00 – 9,04 |
| Mexiko | 6,00 | 6,00 |
| Zinssatz | ||
| Inland/Europa | 3,60 | 4,25 |
| Mexiko/Südkorea | 9,25 / 3,90 | 9,00 / 5,30 |
Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 3,60 % (Vorjahr: 4,25 %) zugrundegelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht.
Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen, wie die Mitarbeiterfluktuation, in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln "AVÖ 2018- P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.
Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.
Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Pensionspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 41.913 | 41.857 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –18.051 | –15.147 |
| Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) | 23.862 | 26.710 |
| Abfertigungspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 30.818 | 28.802 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –2.215 | –2.052 |
| Nettoschuld aus der leistungsorientierten Verpflichtung | 28.603 | 26.750 |
| davon Vermögenswerte aus überdeckten Abfertigungsplänen | 0 | ~75 |
| davon Rückstellung für Abfertigungen | 28.603 | 26.825 |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:
In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 27.251 t€ (Vorjahr: 24.679 t€) steht ein Planvermögen von 17.660 t€ (Vorjahr: 14.760 t€) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen dieses Anhangs verwiesen.
Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeitende bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 10.605 t€ (Vorjahr: 13.451 t€), der Österreichischen Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. in Höhe von 649 t€ (Vorjahr: 593 t€), der AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 1.507 t€ (Vorjahr: 1.490 t€) und der AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 152 t€ (Vorjahr: 159 t€). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 129 t€ (Vorjahr: 135 t€) gegenüber.
Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeitende mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeitende. Dem Barwert der Verpflichtung von 309 t€ (Vorjahr: 365 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 183 t€ (Vorjahr: 169 t€) gegenüber.
In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestand einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 1.440 t€ (Vorjahr: 1.120 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 79 t€ (Vorjahr: 83 t€) gegenüber.
Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:
| Barwert | Marktwert | Rückstellung | |
|---|---|---|---|
| der Ver | Plan | für | |
| t€ | pflichtung | vermögen | Pensionen |
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||
| Stand 01.03.2023 | 41.857 | –15.147 | 26.710 |
| Dienstzeitaufwand | 94 | 0 | 94 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 1.759 | –689 | 1.070 |
| Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen | –4 | 0 | –4 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 171 | 171 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Pensionsaufwand netto) | 1.849 | –518 | 1.331 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | –354 | –354 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –223 | 0 | –223 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 1.452 | 0 | 1.452 |
| Währungsdifferenzen | 68 | –6 | 62 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 1.297 | –360 | 937 |
| Abgeltungszahlungen | –75 | 0 | –75 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.015 | 1.208 | –1.807 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –3.234 | –3.234 |
| Sonstige Veränderungen | –3.090 | –2.026 | –5.116 |
| Stand 29.02.2024 | 41.913 | –18.051 | 23.862 |
| Barwert | Marktwert | Rückstellung | |
|---|---|---|---|
| t€ | der Ver pflichtung |
Plan vermögen |
für Pensionen |
| Stand 01.03.2022 | 41.813 | –16.409 | 25.404 |
| Dienstzeitaufwand | 78 | 0 | 78 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 719 | –269 | 450 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 9 | 9 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Pensionsaufwand netto) | 797 | –260 | 537 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 691 | 691 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | 725 | 0 | 725 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 1.367 | 0 | 1.367 |
| Währungsdifferenzen | 174 | –12 | 162 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 2.266 | 679 | 2.945 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.019 | 1.015 | –2.004 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –172 | –172 |
| Sonstige Veränderungen | –3.019 | 843 | –2.176 |
| Stand 28.02.2023 | 41.857 | –15.147 | 26.710 |
Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:
Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Mitarbeitenden selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 27.237 t€ (Vorjahr: 26.039 t€).
In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Mitarbeitenden selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 263 t€ (Vorjahr: 187 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert. In Rumänien bestehen Abfertigungsverpflichtungen im Falle des Pensionsantrittes in Höhe von drei Monatsbezügen. Der Rückstellungswert beläuft sich auf 350 t€ (Vorjahr: 195 t€).
In Mexiko bestehen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens 15-jähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, bei Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Planvermögen in Höhe von 22 t€ (Vorjahr: 3 t€) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 550 t€ (Vorjahr: 407 t€).
Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 2.418 t€ (Vorjahr: 1.974 t€) und ein Planvermögen von 2.193 t€ (Vorjahr: 2.049 t€) aus und ist somit mit 0 t€ (Vorjahr: 75 t€) überdeckt.
Die Nettoschuld für Abfertigungsverpflichtungen entwickelte sich wie folgt:
| Barwert | Marktwert | Nettoschuld | |
|---|---|---|---|
| t€ | der Ver pflichtung |
Plan vermögen |
Abfertigungs verpflichtungen |
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||
| Stand 01.03.2023 | 28.802 | –2.053 | 26.749 |
| Dienstzeitaufwand | 1.170 | 0 | 1.170 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | –165 | 0 | –165 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 1.162 | –114 | 1.048 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 5 | 5 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Abfertigungsaufwand netto) | 2.167 | –109 | 2.058 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 43 | 43 |
| der Änderung demografischer Annahmen | 171 | 0 | 171 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | 1.003 | 0 | 1.003 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 2.043 | 0 | 2.043 |
| Währungsdifferenzen | –66 | 67 | 1 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 3.151 | 110 | 3.261 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.302 | 113 | –3.189 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –276 | –276 |
| Sonstige Veränderungen | –3.302 | –163 | –3.465 |
| Stand 29.02.2024 | 30.818 | –2.215 | 28.603 |
| Barwert | Marktwert | Nettoschuld | |
|---|---|---|---|
| der Ver | Plan | Abfertigungs | |
| t€ | pflichtung | vermögen | verpflichtungen |
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||
| Stand 01.03.2022 | 35.542 | –2.098 | 33.444 |
| Dienstzeitaufwand | 1.543 | 0 | 1.543 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 598 | –65 | 533 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 5 | 5 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Abfertigungsaufwand netto) | 2.141 | –60 | 2.081 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 33 | 33 |
| der Änderung demografischer Annahmen | –20 | 0 | –20 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –4.463 | 0 | –4.463 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | –1.244 | 0 | –1.244 |
| Währungsdifferenzen | –76 | 83 | 7 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | –5.803 | 116 | –5.687 |
| Transfers | –120 | 0 | –120 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.958 | 275 | –2.683 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –285 | –285 |
| Sonstige Veränderungen | –3.078 | –10 | –3.088 |
| Stand 28.02.2023 | 28.802 | –2.052 | 26.750 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf –4.237 t€ (Vorjahr: Gewinne 2.755 t€). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Berichtigungen, Veränderungen der Steigerungsannahmen für Pensionsbemessungsgrundlage und künftige Gehälter, der Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters und Fluktuationsannahmen. Bis zum 29. Februar 2024 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –44.227 t€ (Vorjahr: –39.990 t€) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeitenden sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.
Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien.
Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:
| % | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Festverzinsliche Wertpapiere | 32,81 % | 30,08 % |
| Eigenkapitaltitel | 30,99 % | 33,68 % |
| Immobilien | 5,70 % | 5,80 % |
| Sonstige | 30,50 % | 30,44 % |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen von Inflationsraten.
Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungszinssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungszinssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungszinssatz beeinflusst.
Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.
Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 29. Februar 2024 10,39 Jahre (Vorjahr: 9,91 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 7,25 Jahre (Vorjahr: 7,24 Jahre).
Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 1.810 t€ (Vorjahr: 3.600 t€) betragen.
In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:
| Pension | Abfertigung |
|---|---|
| 3.054 | 3.322 |
| 2.915 | 3.442 |
| 2.849 | 2.571 |
| 2.784 | 2.072 |
| 2.729 | 2.417 |
| 17.450 | |
| 27.676 | 31.274 |
| 13.345 |
| Personal aufwendungen inklusive Jubiläums |
Ungewisse Verbindlich |
|||
|---|---|---|---|---|
| t€ | Rekultivierung | geld | keiten | Summe |
| Geschäftsjahr 2023 24 | ||||
| Stand 01.03.2023 | 12.870 | 15.145 | 19.889 | 47.904 |
| Währungsdifferenzen | –145 | –258 | –295 | –698 |
| Verbrauch | –1.455 | –1.802 | –8.995 | –12.252 |
| Auflösungen | –119 | –1.310 | –3.420 | –4.849 |
| Zuführungen | 1.935 | 6.077 | 20.172 | 28.184 |
| Stand 29.02.2024 | 13.086 | 17.852 | 27.351 | 58.289 |
| davon innerhalb von 1 Jahr | 160 | 3.280 | 23.578 | 27.018 |
Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Drohverluste mit 5.820 t€ (Vorjahr: 4.598 t€) und Prozessrisiken mit 2.137 t€ (Vorjahr: 2.453 t€).
Einen großen Teil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 31.271 t€ (Vorjahr: 28.388 t€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 12.009 t€ (Vorjahr: 10.791 t€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam. Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 12.926 t€ (Vorjahr: 11.372 t€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 302.786 | 378.049 |
| Schuldscheindarlehen | 409.000 | 409.000 |
| Leasingverbindlichkeiten | 30.609 | 33.567 |
| Finanzverbindlichkeiten | 742.395 | 820.616 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 523.596 | 562.868 |
Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen enthalten die Kapitel 11.1 bis 11.4.
Die zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeit:
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Leasingverbindlichkeiten langfristig | 24.996 | 27.666 |
| Leasingverbindlichkeiten kurzfristig | 5.613 | 5.901 |
Zum Bilanzstichtag wurden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Pfandrechten besichert. Die Pfandrechte betreffen die Besicherung eines Exportförderungskredites mit Exportforderungen in Österreich und Darlehen in Algerien mit Betriebsvermögen (z.B. Maschinen). Die zugrunde liegenden Buchwerte belaufen sich auf 42.623 t€ (Vorjahr: 11.478 t€).
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 561.642 | 586.991 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | ||
| der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen | 21.553 | 34.026 |
| Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Beteiligungen | ||
| der Südzucker-Gruppe | 0 | 19.733 |
| Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen | 3.786 | 5.526 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 30.723 | 35.420 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 89.984 | 79.160 |
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 707.688 | 760.856 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 4.505 | 3.741 |
| Erhaltene Vorauszahlungen | 1.430 | 1.834 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 17.493 | 16.058 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 11.450 | 10.651 |
| Summe | 742.566 | 793.140 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 15.957 | 6.670 |
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 197.266 t€ (Vorjahr: 177.533 t€) ausgewiesen.
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u.a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.
Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Passive latente Steuern | ||
| Anlagevermögen | 18.797 | 19.628 |
| Vorräte | 630 | 325 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 7.143 | 5.966 |
| Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen | 2.157 | 1.269 |
| Rückstellungen und sonstige Schulden | 5.088 | 3.099 |
| Summe passive latente Steuern | 33.815 | 30.287 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen | ||
| gegenüber derselben Steuerbehörde | –28.424 | –23.446 |
| Saldierte passive Steuerabgrenzung | 5.391 | 6.841 |
Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.
Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.
Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.
In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.
In der folgenden Tabelle sind die Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten, getrennt nach fixer und variabler Verzinsung, sowie den dazugehörigen durchschnittlichen Effektivzinssätzen dargestellt:
| Durch | davon Restlaufzeit | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| schnittlicher | Stand | |||||
| Effektiv | Bilanz | Bis | 1 bis | Über | ||
| zinssatz | stichtag t€ |
1 Jahr t€ |
5 Jahre t€ |
5 Jahre t€ |
||
| % | ||||||
| 29.02.2024 | ||||||
| Fixer Zinssatz | ||||||
| DZD | 6,76 | 4.823 | 3.822 | 986 | 15 | |
| EUR | 1,85 | 289.591 | 91.092 | 193.452 | 5.047 | |
| 1,93 | 294.414 | 94.914 | 194.438 | 5.062 | ||
| Variabler Zinssatz | ||||||
| CNY | 4,07 | 8.288 | 8.288 | 0 | 0 | |
| EGP | 22,43 | 1.092 | 1.092 | 0 | 0 | |
| EUR | 5,27 | 398.837 | 99.737 | 240.100 | 59.000 | |
| KRW | 5,24 | 8.636 | 8.636 | 0 | 0 | |
| TRY | 48,82 | 297 | 297 | 0 | 0 | |
| ZAR | 9,75 | 222 | 222 | 0 | 0 | |
| 5,32 | 417.372 | 118.272 | 240.100 | 59.000 | ||
| Summe | 3,92 | 711.786 | 213.186 | 434.538 | 64.062 |
| davon Restlaufzeit | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Durch schnittlicher |
Stand | |||||
| Effektiv | Bilanz | Bis | 1 bis | Über | ||
| zinssatz | stichtag | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | ||
| % | t€ | t€ | t€ | t€ | ||
| 28.02.2023 | ||||||
| Fixer Zinssatz | ||||||
| CNY | 4,53 | 665 | 665 | 0 | 0 | |
| DZD | 6,96 | 4.749 | 3.742 | 1.007 | 0 | |
| EUR | 1,56 | 334.574 | 55.639 | 273.852 | 5.083 | |
| 1,64 | 339.988 | 60.046 | 274.859 | 5.083 | ||
| Variabler Zinssatz | ||||||
| CNY | 3,60 | 1.989 | 1.989 | 0 | 0 | |
| EGP | 19,46 | 991 | 991 | 0 | 0 | |
| EUR | 3,56 | 439.216 | 183.956 | 226.260 | 29.000 | |
| INR | 12,00 | 122 | 122 | 0 | 0 | |
| KRW | 4,99 | 3.808 | 3.808 | 0 | 0 | |
| TRY | 26,00 | 658 | 658 | 0 | 0 | |
| ZAR | 10,75 | 277 | 277 | 0 | 0 | |
| 3,64 | 447.061 | 191.801 | 226.260 | 29.000 | ||
| Summe | 2,78 | 787.049 | 251.847 | 501.119 | 34.083 |
Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 302.786 t€ (Vorjahr: 378.049 t€) und Schuldscheindarlehen in Höhe von 409.000 t€ (Vorjahr: 409.000 t€).
Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz der in Anspruch genommenen Finanzierungen beträgt 3,92 % (Vorjahr: 2,78 %) bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 2,4 Jahren (Vorjahr: 2,4 Jahren). Die Kreditlinien belaufen sich auf 1.174.768 t€ (Vorjahr: 1.152.380 t€). Die durchschnittliche Restlaufzeit der Kreditlinien beträgt 1,9 Jahre (Vorjahr: 2,3 Jahre).
Die Refinanzierung der AGRANA-Gruppe setzt sich im Wesentlichen aus zwei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 400.000 t€ (Vorjahr: 400.000 t€) und Schuldscheindarlehen über 409.000 t€ (Vorjahr: 409.000 t€) zusammen. Die übrigen Refinanzierungen betreffen bilaterale Kreditlinien.
Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 294.414 t€ (Vorjahr: 339.988 t€). Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 42.623 t€ (Vorjahr: 11.478 t€) durch sonstige Pfandrechte gesichert, siehe Note (24).
Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einen Rückgang um –30.237 t€ auf 88.106 t€.
Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff- und Energiepreisen) derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:
Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen, Rohstofffutures oder Energieswaps verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.
Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:
| Positive | Negative | Netto | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Kauf | Verkauf | Nominale | Marktwerte | Marktwerte | marktwerte |
| 29.02.2024 | t€ | t€ | t€ | t€ | |
| AUD | EUR | 4.286 | 0 | –53 | –53 |
| CZK | EUR | 34.755 | 0 | –677 | –677 |
| EUR | AUD | 6.092 | 16 | –7 | 9 |
| EUR | CZK | 81.228 | 2.051 | 0 | 2.051 |
| EUR | GBP | 658 | 1 | –4 | –3 |
| EUR | HUF | 36.257 | 657 | 0 | 657 |
| EUR | INR | 488 | 0 | –9 | –9 |
| EUR | JPY | 4.411 | 61 | 0 | 61 |
| EUR | MXN | 37.046 | 0 | –1.324 | –1.324 |
| EUR | PLN | 20.951 | 2 | –339 | –337 |
| EUR | RON | 233.066 | 0 | –1.321 | –1.321 |
| EUR | USD | 120.241 | 27 | –1.563 | –1.536 |
| EUR | ZAR | 2.368 | 57 | 0 | 57 |
| HUF | EUR | 60.314 | 0 | –1.110 | –1.110 |
| MXN | EUR | 18.858 | 573 | –15 | 558 |
| PLN | EUR | 28.709 | 537 | –5 | 532 |
| RON | EUR | 109.653 | 347 | 0 | 347 |
| USD | AUD | 2.120 | 2 | 0 | 2 |
| USD | EUR | 79.181 | 1.049 | –73 | 976 |
| Zwischensumme | |||||
| Devisentermingeschäfte | 880.682 | 5.380 | –6.500 | –1.120 | |
| Zinsswaps | 128.500 | 1.142 | 0 | 1.142 | |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 32.726 | 0 | –8.299 | –8.299 | |
| Energieswaps | 42.259 | 109 | –15.924 | –15.815 | |
| Ethanol-Termingeschäfte | 4.547 | 341 | 0 | 341 | |
| Summe | 1.088.714 | 6.972 | –30.723 | –23.751 | |
| Positive | Negative | Netto | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kauf | Verkauf | Nominale | Marktwerte | Marktwerte | marktwerte | |
| t€ | t€ | t€ | t€ | |||
| 28.02.2023 | ||||||
| AUD | EUR | 4.835 | 0 | –65 | –65 | |
| CZK | EUR | 510 | 1 | 0 | 1 | |
| EUR | AUD | 11.772 | 139 | –1 | 138 | |
| EUR | CZK | 83.142 | 0 | –3.872 | –3.872 | |
| EUR | GBP | 736 | 0 | –6 | –6 | |
| EUR | HUF | 27.948 | 0 | –2.117 | –2.117 | |
| EUR | INR | 716 | 17 | 0 | 17 | |
| EUR | JPY | 3.868 | 54 | 0 | 54 | |
| EUR | MXN | 28.902 | 0 | –1.679 | –1.679 | |
| EUR | PLN | 36.597 | 0 | –374 | –374 | |
| EUR | RON | 115.279 | 6 | –2.350 | –2.344 | |
| EUR | USD | 176.121 | 2.581 | –335 | 2.246 | |
| EUR | ZAR | 2.581 | 204 | 0 | 204 | |
| HUF | EUR | 5.735 | 302 | 0 | 302 | |
| MXN | EUR | 15.197 | 351 | 0 | 351 | |
| PLN | EUR | 47.917 | 557 | –1 | 556 | |
| RON | EUR | 47.242 | 954 | 0 | 954 | |
| USD | EUR | 92.040 | 671 | –336 | 335 | |
| Zwischensumme | ||||||
| Devisentermingeschäfte | 701.138 | 5.837 | –11.136 | –5.299 | ||
| Zinsswaps | 128.500 | 4.619 | 0 | 4.619 | ||
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 208.119 | 76 | –7.243 | –7.167 | ||
| Energieswaps | 52.743 | 3 | –17.041 | –17.038 | ||
| Summe | 1.090.500 | 10.535 | –35.420 | –24.885 |
Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr, die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren und die Energiederivate von einem bis zu vier Jahren ab. Der Ausweis der positiven Marktwerte erfolgt in den sonstigen Vermögenswerten und jener der negativen Marktwerte in den sonstigen Verbindlichkeiten.
Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.
Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.
Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden und in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms in den Umsatzerlösen (Verkaufstransaktionen) bzw. im Materialaufwand (Einkaufstransaktionen) sowie im Finanzergebnis (Zinsswaps) erfolgswirksam zu erfassen. Führt die abgesicherte Transaktion zum späteren Ansatz eines nicht-finanziellen Postens (z.B. Vorräte) wird der kumulierte Betrag im sonstigen Ergebnis zum Zeitpunkt der Bilanzierung des nicht finanziellen Postens direkt in dessen Anschaffungskosten einbezogen (Basis Adjustment). Basis Adjustments wurden für Weizen- und Maistermingeschäfte in Höhe von 6.631 t€ nach Steuern und für Energieswaps in Höhe von 6.410 t€ nach Steuern vorgenommen.
Die Buchwerte entsprechen den Marktwerten. Die im Rahmen einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft bilanzierten Derivate werden in der folgenden Tabelle angegeben:
| 29.02.2024 | 28.02.2023 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Marktwert | Marktwert | ||||
| t€ | Positiv | Negativ | Positiv | Negativ | |
| Devisentermingeschäfte | 125 | –112 | 164 | –1.012 | |
| Zinsswaps | 1.142 | 0 | 4.619 | 0 | |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 0 | –7.945 | 0 | –7.243 | |
| Energieswaps | 109 | –15.829 | 3 | –17.041 | |
| Ethanol-Termingeschäfte | 341 | 0 | 0 | 0 | |
| Summe | 1.717 | –23.886 | 4.786 | –25.296 |
Die Sicherungsbeziehungen betreffen die Absicherung des Preisrisikos beim Weizen- und Maiseinkauf, Verkauf von Mais betreffend Wachsmais-Derivate, Verkauf von Ethanol sowie Einkäufe von Gas und Heizöl Extra Leicht (HEL). Im Rahmen der Risikomanagementstrategie sollen Absicherungen durch den Abschluss von Futures und OTC (over the counter) Swaps derart erfolgen, dass ein bestimmter Prozentsatz der geplanten Mengen abgesichert wird. Ziel der Risikomanagementstrategie ist es, den Preis von zukünftigen Ein- bzw. Verkäufen durch den Abschluss von entsprechenden Future-Kontrakten und OTC Swaps frühzeitig zu fixieren. Im Zuge von Absicherungen des Preisrisikos werden Transaktionen in US-Dollar gegen Veränderungen der Wechselkurse mittels Devisentermingeschäften abgesichert.
Zur Absicherung des Zinsrisikos bestehen Zinsswaps, die in einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft stehen. Als Grundgeschäft gelten die künftigen Zahlungsströme von Finanzverbindlichkeiten, die variabel zum 3-Monats- und 6- Monats-EURIBOR verzinst werden. Die Absicherung der variablen künftigen Zinszahlungen aus der Finanzverbindlichkeit führt zur Reduktion volatiler Bewertungsbestandteile in der Gewinn- und Verlustrechnung und steigert die Planungsund Prognosequalität. Risikomanagementziel ist daher die Absicherung gegen das Risiko von Schwankungen von variablen Zahlungsströmen.
Für das Geschäftsjahr 2023|24 wurden –19.136 t€ (Vorjahr: –18.073 t€) vor Steuern und 4.770 t€ (Vorjahr: 3.241 t€) Steuern für Wertänderungen von Derivaten mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft im sonstigen Ergebnis erfasst. Es waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Verluste von 136 t€ (Vorjahr: 2.211 t€) aus Ineffektivitäten zu erfassen, da Grundgeschäfte in geringerem Ausmaß als die zugrundeliegende Sicherungsbeziehung (Energieswaps) eintraten. Die Ineffektivitäten wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Derivatergebnisse bereits realisierter Grundgeschäfte (Weizen- und Maistermingeschäfte) von 1.903 t€ (Vorjahr: 828 t€) wurden von der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Marktwerte der Derivate verblieben in der Bilanz bis zu deren Realisierung.
In der folgenden Tabelle sind die Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft mit dem Nominalvolumen und den durchschnittlichen Preisen und Zinssätzen gemäß ihrer Fälligkeit dargestellt:
| 29.02.2024 | 28.02.2023 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit | Fälligkeit | ||||||
| Bis | 1 bis | Über | Bis | 1 bis | Über | ||
| 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | ||
| Devisentermingeschäfte (USD) | |||||||
| Nominalbetrag | t€ | 2.182 | 0 | 0 | 6.209 | 0 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | USD | 1,102 | 0 | 0 | 1,045 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte (RON) | |||||||
| Nominalbetrag | t€ | 13.525 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | RON | 5,035 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte (CZK) | |||||||
| Nominalbetrag | t€ | 5.269 | 0 | 0 | 15.385 | 0 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | CZK | 24,945 | 0 | 0 | 25,361 | 0 | 0 |
| Zinsswaps | |||||||
| Nominalbetrag | t€ | 26.000 | 75.000 | 27.500 | 0 | 101.000 | 27.500 |
| Ø Zinssatz | % | –0,460 | 2,690 | 2,640 | 0 | 1,477 | 2,640 |
| Weizen- und | |||||||
| Maistermingeschäfte | |||||||
| Volumen | Tonnen | 150.100 | 0 | 0 | 152.750 | 0 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | € je Tonne | 258,851 | 0 | 0 | 321,565 | 0 | 0 |
| Ethanol-Termingeschäfte | |||||||
| Volumen | Tonnen | 7.000 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | € je Tonne | 698,214 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gasswaps | |||||||
| Volumen | MWh | 152.300 | 1.238.158 | 0 | 135.330 | 217.595 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | € je MwH | 30,353 | 43,140 | 0 | 129,148 | 58,525 | 0 |
| Heizöl Extra Leicht-Swaps | |||||||
| Volumen | Tonnen | 0 | 0 | 0 | 42.524 | 0 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | € je Tonne | 0 | 0 | 0 | 827,557 | 0 | 0 |
| Stromswaps | |||||||
| Volumen | MWh | 0 | 0 | 0 | 625 | 0 | 0 |
| Ø abgesicherter Preis | € je MwH | 0 | 0 | 0 | 292,680 | 0 | 0 |
Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, die in keiner Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen als auch von Materialaufwendungen.
Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buch | 0 bis | 4 bis | 7 bis | 1 bis | 2 bis | 3 bis | 4 bis | Über | ||
| t€ | wert | Summe | 3 M | 6 M | 12 M | 2 J | 3 J | 4 J | 5 J | 5 J |
| 29.02.2024 | ||||||||||
| Devisentermingeschäfte | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 5.380 | 5.380 | 5.220 | 113 | 47 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –6.500 | –6.500 | –6.321 | –67 | –112 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 1.142 | 6.392 | 638 | 543 | 661 | 1.356 | 1.356 | 1.163 | 374 | 301 |
| Negative Marktwerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 341 | 341 | 141 | 200 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –8.299 | –8.299 | –6.433 | 0 | –1.866 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Energiederivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 109 | 109 | 2 | 2 | 105 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –15.924 | –15.924 | –81 | –5 | –4.699 | –5.941 | –3.587 | –1.417 | –194 | 0 |
| Summe | –23.751 | –18.501 | –6.834 | 786 | –5.864 | –4.585 | –2.231 | –254 | 180 | 301 |
| 28.02.2023 | ||||||||||
| Devisentermingeschäfte | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 5.837 | 5.837 | 5.595 | 178 | 64 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –11.136 | –11.136 | –10.303 | –493 | –340 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 4.619 | 28 | 143 | 143 | 286 | 122 | –206 | –206 | –173 | –81 |
| Negative Marktwerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 76 | 76 | 25 | 51 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –7.243 | –7.243 | –3.895 | 0 | –3.348 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Energiederivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 3 | 3 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –17.041 | –17.041 | –1.551 | –654 | –12.453 | –637 | –943 | –803 | 0 | 0 |
| Summe | –24.885 | –29.476 | –9.985 | –774 | –15.790 | –515 | –1.149 | –1.009 | –173 | –81 |
Der Marktwert der am 29. Februar 2024 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen halben Prozentpunkt sowie bei einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 % und bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität):
| Nominale | Sensitivität (+) | Sensitivität (–) | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 | 29.02.2024 | 28.02.2023 | 29.02.2024 | 28.02.2023 | |
| Devisentermingeschäfte | 880.682 | 701.138 | –22.918 | –22.039 | 18.751 | 18.032 | |
| Zinsderivate | 128.500 | 128.500 | 2.519 | 3.295 | –2.260 | –2.293 | |
| Rohstoffderivate | 37.273 | 208.119 | 2.818 | 4.393 | –2.818 | –4.393 | |
| Energiederivate | 42.259 | 52.743 | 4.180 | 4.854 | –4.180 | –4.854 |
Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um 5.393 t€ (Vorjahr: 7.579 t€) bzw. um –5.521 t€ (Vorjahr: –7.157 t€) und das Ergebnis vor Ertragsteuern um –20.406 t€ (Vorjahr: –19.340 t€) bzw. um 16.662 t€ (Vorjahr: 15.786 t€) verändert.
Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.
Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt.
Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:
Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der Europäischen Zentralbank (im Folgenden kurz: EZB) bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten Geldmarktzinssätze in den für AGRANA relevanten Währungen.
Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen Swap-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen.
Zur Absicherung von Preisrisiken im Rahmen der Energiebeschaffung werden bei Bankinstituten OTC Swaps abgeschlossen. Diese sind dem Level 2 zuzuordnen. Die beizulegenden Zeitwerte werden über Börsenpreise zum Stichtag ermittelt und einer gesonderten Bestätigung der Bankinstitute entnommen.
Bei der Bemessung der beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Level 2 werden die in den bestehenden Finanzierungsverträgen vereinbarten Konditionen, wie Restlaufzeit und Zinssatz, mit den am Bilanzstichtag verfügbaren aktuellen Marktkonditionen für neue Finanzierungen bei gleicher Restlaufzeit verglichen. Die Zinsdifferenz aus dem Vergleich führt zu dem Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert.
Die nachfolgende Tabelle enthält keine Angaben zu den beizulegenden Zeitwerten von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Dies trifft insbesondere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aufgrund der kurzen Laufzeit zu.
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Erfolgs wirksam zum beizulegen den Zeit wert über die Gewinn und Verlust rechnung |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs instrumente) |
Zu fortge führten An schaffungs kosten bewertet |
Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe | |
| 29.02.2024 | ||||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
||||||||||
| Wertpapiere | ||||||||||
| (langfristig gehalten) | 11.897 | 6.309 | – | – | 18.206 | 11.007 | – | 7.199 | 18.206 | |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) |
– | 280 | – | – | 280 | – | – | 280 | 280 | |
| Derivative finanzielle | ||||||||||
| Vermögenswerte | 5.255 | – | 1.717 | – | 6.972 | 341 | 6.631 | – | 6.972 | |
| 17.152 | 6.589 | 1.717 | – | 25.458 | ||||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle Forderungen1 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum beizulegenden |
– – – – |
– – – – |
– – – – |
441.934 63.101 88.106 593.141 |
441.934 63.101 88.106 593.141 |
|||||
| Zeitwert bewertete finanzielle |
||||||||||
| Schulden | ||||||||||
| Verbindlichkeiten aus derivativen |
||||||||||
| Finanzinstrumenten | 6.837 | – | 23.886 | – | 30.723 | 8.299 | 22.424 | – | 30.723 | |
| 6.837 | – | 23.886 | – | 30.723 | ||||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden |
||||||||||
| Verbindlichkeiten | ||||||||||
| gegenüber | ||||||||||
| Kreditinstituten | – | – | – | 302.786 | 302.786 | – 282.649 | – | 282.649 | ||
| Schuldscheindarlehen | – | – | – | 409.000 | 409.000 | – 417.371 | – | 417.371 | ||
| Leasingverbindlichkeiten2 Verbindlichkeiten aus |
– | – | – | 30.609 | 30.609 | |||||
| Lieferungen und Leistungen Sonstige finanzielle |
– | – | – | 561.642 | 561.642 | |||||
| Verbindlichkeiten3 | – – |
– – |
– – |
115.323 1.419.360 |
115.323 1.419.360 |
3 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
2 Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Erfolgs wirksam zum beizulegen den Zeit wert über die Gewinn und Verlust rechnung |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs instrumente) |
Zu fortge führten An schaffungs kosten bewertet |
Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe | |
| 28.02.2023 | ||||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle |
||||||||||
| Vermögenswerte | ||||||||||
| Wertpapiere | ||||||||||
| (langfristig gehalten) | 11.473 | 5.905 | – | – | 17.378 | 10.583 | – | 6.795 | 17.378 | |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) |
– | 280 | – | – | 280 | – | – | 280 | 280 | |
| Derivative finanzielle | ||||||||||
| Vermögenswerte | 5.749 | – | 4.786 | – | 10.535 | 76 | 10.459 | – | 10.535 | |
| 17.222 | 6.185 | 4.786 | – | 28.193 | ||||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
||||||||||
| Forderungen aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 471.495 | 471.495 | |||||
| Sonstige finanzielle Forderungen1 |
– | – | – | 65.869 | 65.869 | |||||
| Zahlungsmittel und | ||||||||||
| Zahlungsmitteläquivalente | – | – | – | 118.343 | 118.343 | |||||
| – | – | – | 655.707 | 655.707 | ||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden |
||||||||||
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| derivativen | ||||||||||
| Finanzinstrumenten | 10.124 | – | 25.296 | – | 35.420 | 7.243 | 28.177 | – | 35.420 | |
| 10.124 | – | 25.296 | – | 35.420 | ||||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden |
||||||||||
| Verbindlichkeiten | ||||||||||
| gegenüber | ||||||||||
| Kreditinstituten | – | – | – | 378.049 | 378.049 | – 366.664 | – | 366.664 | ||
| Schuldscheindarlehen | – | – | – | 409.000 | 409.000 | – 392.998 | – | 392.998 | ||
| Leasingverbindlichkeiten2 | – | – | – | 33.567 | 33.567 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
– | – | – | 586.991 | 586.991 | |||||
| Sonstige finanzielle | ||||||||||
| Verbindlichkeiten3 | – | – | – | 138.445 | 138.445 | |||||
| – | – | – | 1.546.052 | 1.546.052 | ||||||
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.
1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
2 Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
3 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
Wertpapiere Level 1 der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" enthalten Investmentfondsanteile in Höhe von 11.007 t€ (Vorjahr: 10.583 t€) und werden zu aktuellen Börsenwerten gemäß Depotauszug bewertet. Wertpapiere Level 3 der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" stellen zum überwiegenden Teil Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 6.048 t€ (Vorjahr: 5.637 t€) dar, für die der Marktwert anhand eines Unternehmenswertgutachtens des Emittenten ermittelt wird. Für sonstige Wertpapiere des Levels 3 der Kategorien "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinnund Verlustrechnung" (Wertrechte) in Höhe von 890 t€ (Vorjahr: 890 t€) entspricht deren Nominale dem beizulegenden Zeitwert. Bei "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" klassifizierten Aktien von nicht börsennotierten Gesellschaften in Höhe von 261 t€ (Vorjahr: 268 t€) und Beteiligungen (nicht konsolidierte Tochterunternehmen) in Höhe von 10 t€ (Vorjahr: 10 t€) wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist. Der beizulegende Zeitwert von sonstigen Beteiligungen in Höhe von 270 t€ (Vorjahr: 270 t€) wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows ermittelt.
Wertpapiere, Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, die als "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" klassifiziert wurden, werden aufgrund strategischer Überlegungen langfristig gehalten. Die folgende Tabelle zeigt deren beizulegende Zeitwerte und die Dividendenausschüttungen.
| t€ | Beizu legender Zeitwert 29.02.2024 |
Dividende 2023 24 |
Beizu legender Zeitwert 28.02.2023 |
Dividende 2022 23 |
|---|---|---|---|---|
| RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH |
6.048 | 71 | 5.637 | 43 |
| Übrige | 541 | 28 | 548 | 28 |
| Summe | 6.589 | 99 | 6.185 | 71 |
Änderungen im beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren Level 3 wurden mit 411 t€ (Vorjahr: –238 t€) vor Steuern und – 95 t€ (Vorjahr: 55 t€) Steuern erfolgsneutral in der Rücklage für Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2023|24 gab es in der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" Level 3 keine Veränderungen.
Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Diese entsprechen den Barwerten der zukünftigen Zinszahlungen auf Basis der unterlegten Zinsstrukturkurven. Bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen. Die Marktwerte der Energiederivate stellen Cashflow-Hedges dar und werden Bankbestätigungen entnommen.
Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.
Die Nettogewinne und -verluste aus der Bewertung der Finanzinstrumente werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 424 | –1.148 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert – Derivate | 6.898 | 924 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Vermögenswerte | –662 | 756 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Verbindlichkeiten | –6.275 | 2.707 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente in der Gewinn- und Verlustrechnung | 385 | 3.239 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) | 411 | –238 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert – Sicherungsinstrumente | –19.136 | –18.073 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente im sonstigen Ergebnis | –18.725 | –18.311 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente gesamt | –18.340 | –15.072 |
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und nach der Effektivzinsmethode ermittelt werden, stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 2.986 | 1.199 |
| Gesamtzinsaufwendungen | –34.724 | –11.491 |
| Nettozinsergebnis | –31.738 | –10.292 |
Die Gesamtzinserträge beinhalten im Wesentlichen Zinserträge auf Bankguthaben. Die Gesamtzinsaufwendungen weisen neben Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten hauptsächlich Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldscheindarlehen aus.
Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten und dem Einkauf von Weltmarktzucker sowie von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion und auf der Verkaufsseite aus den auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.
AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie die Implementierung interner Kontrollen gekennzeichnet.
AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.
Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.
Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert.
Folgende Grundsätze des Kreditrisikomanagements werden in der AGRANA-Gruppe verfolgt:
Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art und Umfang der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt.
Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs wird gemäß internen Richtlinien und IFRS 9 bei 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen, es sei denn, die operative Einheit verfügt über angemessene und belastbare Informationen, dass eine längere Überfälligkeit gerechtfertigt ist. Sollte jedoch ein Wertberichtigungsbedarf im Rahmen des Kreditrisikomonitorings festgestellt werden, so wird mit einer Einzelwertberichtigung vorgesorgt. Dies trifft auch auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu, welche weniger als 90 Tage überfällig sind. Erst wenn von einem tatsächlichen Ausfall ausgegangen werden kann, werden die Forderungen ausgebucht.
AGRANA wendet zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9 an. Über die Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen hinaus wurden die Ausfälle der letzten zehn Jahre evaluiert. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden Loss Rates gemäß Überfälligkeiten und den Zahlungsprofilen der zugrunde liegenden Umsatzerlöse festgelegt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Projektionen für notleidende Kredite (Non-Performing-Loans) wurden für das Ermittlungsmodell als relevantester Faktor für die Anpassung der historischen Verlustquoten definiert. Credit Spreads stellen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine – wie auch im Vorjahr – derzeit keine geeigneten Anpassungsfaktoren dar. Seit Kriegsbeginn zeigten Credit Spreads nur im kurzfristigen Bereich Anstiege, jedoch mittelfristig rückläufige Tendenzen, was auf eine Unterbewertung des Kreditrisikos hindeuten würde.
Um den weiterhin bestehenden Unsicherheiten Rechnung zu tragen, wurden wie im Vorjahr auf die Skalarfaktoren der Ukraine und Russland ein Multiplikator von 2 und den Rest der Welt von 1,5 angewandt. Die Risikovorsorge stieg auf 435 t€ und blieb insgesamt für den Konzern unwesentlich.
Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Loss Rates und die gebildeten Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:
| Wert | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Loss Rate | Brutto | berichti | Netto | |||||
| t€ | % | buchwert | gung | buchwert | ||||
| 29.02.2024 | ||||||||
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0295 | 412.016 | –122 | 411.894 | ||||
| Überfällige Forderungen | ||||||||
| Bis 30 Tage | 0,3146 | 21.100 | –67 | 21.033 | ||||
| 31 bis 90 Tage | 1,4681 | 6.429 | –94 | 6.335 | ||||
| 91 Tage und älter | 5,3863 | 2.824 | –152 | 2.672 | ||||
| Einzelwertberichtigungen | 8.856 | –8.856 | 0 | |||||
| Summe | 451.225 | –9.291 | 441.934 | |||||
| 28.02.2023 | ||||||||
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0296 | 442.815 | –130 | 442.685 |
| Summe | 480.051 | –8.556 | 471.495 | |
|---|---|---|---|---|
| Einzelwertberichtigungen | 8.289 | –8.289 | 0 | |
| 91 Tage und älter | 2.331 | 0 | 2.331 | |
| 31 bis 90 Tage | 1,2590 | 5.929 | –75 | 5.854 |
| Bis 30 Tage | 0,2989 | 20.687 | –62 | 20.625 |
| Überfällige Forderungen |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 01.03. | 8.556 | 11.460 |
| Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen | –186 | –325 |
| Zuführungen | 2.178 | 607 |
| Verbrauch | –743 | –295 |
| Auflösungen | –514 | –2.891 |
| Wertberichtigungen zum 29.02. | 9.291 | 8.556 |
Die Auflösung der Wertberichtigungen enthält Zinserträge von 8 t€ (Vorjahr: 43 t€).
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.
Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.
Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.
Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.
Zum Bilanzstichtag bestehen Kreditlinien in Höhe von 1.174.768 t€ (Vorjahr: 1.152.380 t€). Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditlinien zum Bilanzstichtag beträgt 1,9 Jahre (Vorjahr: 2,3 Jahre).
Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 29. Februar 2024 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buch | 0 bis | 4 bis | 7 bis | 1 bis | 2 bis | 3 bis | 4 bis | über | ||
| t€ | wert | Summe | 3 M | 6 M | 12 M | 2 J | 3 J | 4 J | 5 J | 5 J |
| 29.02.2024 | ||||||||||
| Nicht derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||||||||||
| Kreditinstituten | 302.786 | 330.862 | 100.067 | 28.456 | 7.882 | 51.901 | 50.697 | 7.178 | 54.333 | 30.348 |
| Schuldscheindarlehen | 409.000 | 455.019 | 3.896 | 88.812 | 7.010 | 104.785 | 90.936 | 122.474 | 1.769 | 35.337 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 561.642 | 561.642 | 443.675 | 114.279 | 3.688 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen |
||||||||||
| Unternehmen der | ||||||||||
| Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen |
21.553 | 21.553 | 21.213 | 340 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 30.609 | 43.251 | 1.902 | 1.674 | 3.110 | 6.101 | 5.211 | 2.568 | 2.284 | 20.401 |
| Sonstige finanzielle | ||||||||||
| Verbindlichkeiten | 93.770 | 93.770 | 71.477 | 8.540 | 8.934 | 3.345 | 1.388 | 25 | 14 | 47 |
| 1.419.360 | 1.506.097 | 642.230 | 242.101 | 30.624 | 166.132 | 148.232 | 132.245 | 58.400 | 86.133 | |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten |
||||||||||
| Devisentermingeschäfte | 6.500 | 6.500 | 6.321 | 67 | 112 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 8.299 | 8.299 | 6.433 | 0 | 1.866 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Energiederivate | 15.924 | 15.924 | 81 | 5 | 4.699 | 5.941 | 3.587 | 1.417 | 194 | 0 |
| 30.723 | 30.723 | 12.835 | 72 | 6.677 | 5.941 | 3.587 | 1.417 | 194 | 0 | |
| 28.02.2023 | ||||||||||
| Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten |
||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||||||||||
| Kreditinstituten | 378.049 | 386.314 | 157.995 | 35.705 | 62.101 | 35.133 | 46.988 | 45.713 | 2.596 | 83 |
| Schuldscheindarlehen | 409.000 | 460.071 | 3.226 | 3.722 | 5.874 | 97.198 | 102.506 | 89.632 | 121.417 | 36.496 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 586.991 | 586.991 | 463.246 | 121.715 | 2.030 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | ||||||||||
| und sonstige Verbindlichkeiten | ||||||||||
| gegenüber verbundenen | ||||||||||
| Unternehmen und sonstigen | ||||||||||
| Beteiligungen der Südzucker-Gruppe und |
||||||||||
| Gemeinschaftsunternehmen | 53.759 | 53.759 | 53.432 | 0 | 327 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 33.567 | 46.239 | 1.997 | 1.703 | 3.203 | 5.713 | 5.091 | 4.350 | 2.437 | 21.745 |
| Sonstige finanzielle | ||||||||||
| Verbindlichkeiten | 84.686 | 84.686 | 62.172 | 8.672 | 7.171 | 2.164 | 1.105 | 3.383 | 15 | 4 |
| 1.546.052 | 1.618.060 | 742.068 | 171.517 | 80.706 | 140.208 | 155.690 | 143.078 | 126.465 | 58.328 | |
| Derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Devisentermingeschäfte | 11.136 | 11.136 | 10.303 | 493 | 340 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 7.243 | 7.243 | 3.895 | 0 | 3.348 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Energiederivate | 17.041 | 17.041 | 1.551 | 654 | 12.453 | 637 | 943 | 803 | 0 | 0 |
| 35.420 | 35.420 | 15.749 | 1.147 | 16.141 | 637 | 943 | 803 | 0 | 0 |
Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.
Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen sowie aus zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows aus Ein- und Verkaufskontrakten betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk (kurz: VaR) nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95 %. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen.
Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter VaR angegeben:
| Value at Risk | ||||
|---|---|---|---|---|
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 | ||
| Summe Nettopositionen (absolut) der Währungspaare | 72.413 | 186.865 | ||
| Value at Risk diversifiziert | 5.201 | 8.114 | ||
Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der VaR-Berechnung. Die einzelnen Werte beinhalten sowohl den Finanzierungsbereich als auch den operativen Bereich. Die kombinierte Darstellung ermöglicht es somit, die wechselseitigen Beziehungen aus beiden Bereichen je Währungspaar zu quantifizieren ("Natural Hedge").
| Fremdwährungs positionen |
||||
|---|---|---|---|---|
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 | ||
| Währungspaar | ||||
| EUR/AUD | 1.732 | 2.975 | ||
| EUR/CNY | 1.045 | 1.055 | ||
| EUR/CZK | 5.808 | 33.290 | ||
| EUR/HUF | 476 | 18.967 | ||
| EUR/INR | 1.499 | 504 | ||
| EUR/MAD | 2.107 | 1.570 | ||
| EUR/MXN | 1.489 | 509 | ||
| EUR/PLN | 2.342 | 5.863 | ||
| EUR/RON | 17.762 | 63.013 | ||
| EUR/RUB | 1.254 | 1.586 | ||
| EUR/TRY | 4.658 | 957 | ||
| EUR/UAH | 928 | 5.342 | ||
| EUR/USD | 5.440 | 17.182 | ||
| RUB/CNY | 3.543 | 0 | ||
| USD/ARS | 3.048 | 3.401 | ||
| USD/AUD | 675 | 3.770 | ||
| USD/CNY | 301 | 2.851 | ||
| USD/EGP | 1.261 | 1.132 | ||
| USD/KRW | 1.247 | 2.972 | ||
| USD/MXN | 8.319 | 13.988 | ||
| USD/RUB | 1.744 | 339 | ||
| USD/TRY | 1.143 | 147 | ||
| USD/UAH | 2.059 | 440 | ||
| Übrige | 2.533 | 5.012 | ||
| Summe | 72.413 | 186.865 |
Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen. Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen.
Die Fremdwährungspositionen von gesamt 72.413 t€ (Vorjahr: 186.865 t€) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Rumänien, Mexiko, USA, Tschechien und Türkei auf und daraus resultiert ein Value at Risk von 5.201 t€ (Vorjahr: 8.114 t€).
Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne zum Teil in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen Währungsrisiken durch Rohzuckereinkauf in US-Dollar, dem Zukauf von Weißzucker in Euro und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Exporten von Zucker in US-Dollar.
Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.
Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.
Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.
Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem VaR aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.
CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.
VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modified-Duration-Ansatz" berücksichtigt.
Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Nettoposition variabel verzinst | 417.372 | 447.062 |
| Cashflow at Risk diversifiziert | 4.270 | 19.521 |
| Nettoposition fix verzinst | 199.500 | 279.941 |
| Value at Risk bei Zinssatzänderung | 4.759 | 7.133 |
Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen, dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) sowie dem Bezug von Energie ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen.
Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 150.100 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 152.750 Tonnen), für den Kauf von Wachsmaisderivaten von 10.400 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 7.500 Tonnen), für den Kauf von Gas von 1.390.458 MWh (Vorjahr: Kauf von 352.925 MWh). Im Vorjahr bestanden zudem offene Positionen für den Kauf von Heizöl Extra Leicht von 42.524 Tonnen und für den Kauf von Strom von 625 MWh. Weiters bestanden offene Positionen für den Verkauf von Ethanol von 7.000 Tonnen (Vorjahr: keine offenen Positionen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 79.579 t€ (Vorjahr: 120.554 t€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 23.773 t€ (Vorjahr: negativer Marktwert 24.205 t€).
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittelund Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort.
Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
Die Bürgschaften betreffen v.a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.
| t€ | 29.02.2024 | 28.02.2023 |
|---|---|---|
| Bürgschaften | 33.008 | 46.569 |
| Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen | 1.365 | 1.373 |
Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.
Mehrere nationale Wettbewerbsbehörden haben Anfang des Geschäftsjahres 2023|24 in verschiedenen Ländern der Europäischen Union Fragebögen zum Thema Teuerung versandt bzw. Untersuchungen gestartet. In Rumänien fand Ende März 2023 bei 13 Nahrungsmittelproduzenten, darunter auch der AGRANA Romania S.R.L., Bukarest|Rumänien, eine zweitägige Hausdurchsuchung wegen angeblicher Preisabsprachen mit Mitbewerbern statt. Im Dezember 2023 wurde eine weitere Anfrage fristgerecht beantwortet. Bis zum Ende der Bilanzerstellung gab es keinen konkreten Vorwurf der rumänischen Wettbewerbsbehörde. AGRANA hat alle von der Behörde eingesehenen Unterlagen ebenfalls einer externen Prüfung unterzogen und konnte keine wettbewerbsrechtlichen Verletzungen feststellen und sieht daher keinen Anhaltspunkt für eine Geldbuße.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Form von Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 26.810 t€ (Vorjahr: 17.257 t€).
Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 78,34 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG. Diese Holdinggesellschaft ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen ist. Das oberste Mutterunternehmen der Unternehmensgruppe ist die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart|Deutschland.
Nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen.
Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("Südzucker-Gruppe") zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss") zu den nahestehenden Unternehmen.
Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.
Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahestehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:
| t€ | Südzucker Gruppe |
Unter nehmen mit maß geblichem Einfluss |
Gemein schafts unter nehmen |
Nicht konsolidierte verbundene Unter nehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2023 24 | |||||
| Umsatz | 103.538 | 23.040 | 71.660 | 0 | 198.238 |
| Operative Aufwendungen | –63.791 | –860 | –121.302 | –371 | –186.324 |
| Kreditbeziehungen | –340 | –75.707 | 0 | 0 | –76.047 |
| Partizipationskapital | 0 | 6.048 | 0 | 0 | 6.048 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 556 | 0 | 0 | 556 |
| Verpflichtungen aus langfristigen Lieferverträgen | 0 | 0 | –12.600 | 0 | –12.600 |
| Langfristige Finanzforderungen | 0 | 0 | 505 | 0 | 505 |
| Forderungen (+)/Verbindlichkeiten (-) | |||||
| aus Warenlieferungen | 311 | 971 | –6.953 | –112 | –5.783 |
| Zinsergebnis | –13 | –3.406 | 264 | 0 | –3.155 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 59.367 | 0 | 59.367 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 30.477 | 0 | 30.477 |
| t€ | Südzucker Gruppe |
Unter nehmen mit maß geblichem Einfluss |
Gemein schafts unter nehmen |
Nicht konsolidierte verbundene Unter nehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||||
| Umsatz | 109.225 | 19.992 | 33.385 | 0 | 162.602 |
| Operative Aufwendungen | –80.420 | –1.309 | –113.940 | –340 | –196.009 |
| Kreditbeziehungen | –327 | –68.000 | 0 | 0 | –68.327 |
| Partizipationskapital | 0 | 5.637 | 0 | 0 | 5.637 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 10.158 | 0 | 0 | 10.158 |
| Verpflichtungen aus langfristigen Lieferverträgen | 0 | 0 | –13.800 | 0 | –13.800 |
| Forderungen (+)/Verbindlichkeiten (-) | |||||
| aus Warenlieferungen | –7.923 | 1.317 | –6.933 | –97 | –13.636 |
| Zinsergebnis | –116 | –1.122 | 58 | 0 | –1.180 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 59.367 | 0 | 59.367 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 41.233 | 0 | 41.233 |
Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen erfolgen auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.
Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 76.047 t€ (Vorjahr: 68.237 t€) ausgewiesen.
Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 t€ (Vorjahr: 5.000 t€) gegeben, von denen keine (Vorjahr: keine) ausgenutzt waren.
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 5.062 t€ (Vorjahr: 2.949 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.619 t€ (Vorjahr: 1.450 t€), einer einjährigen variablen Vergütung von 1.214 t€ (Vorjahr: 1.470 t€), einer mehrjährigen variablen Vergütung von 881 t€, Sachbezügen und Nebenleistungen in Höhe von 31 t€ (Vorjahr: 29). Des Weiteren bestehen Ansprüche aus der einvernehmlichen Austrittsvereinbarung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dkfm. Markus Mühleisen, MBA in Höhe von 1.317 t€. Bis zum Geschäftsjahr 2022|23 waren die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Mit dem Geschäftsjahr 2023|24 wurden die variablen Bestandteile der Vergütungen der Vorstandsmitglieder neu geregelt. Die variablen Vergütungsbestandteile bestehen aus einer einjährigen variablen Vergütung (kurz: EVV) und einer mehrjährigen variablen Vergütung (kurz: MVV). Die EVV orientiert sich am Unternehmenserfolg im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr und ist abhängig von der finanziellen Zielgröße Konzern-EBITDA. Das EBITDA definiert sich dabei als operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen. Die MVV stellt eine Erfolgsbeteiligung über eine Anwartschaftsphase von drei Jahren auf Basis des Grades der Erreichung eines "Return on Capital Employed"-Ziels (kurz: ROCE), der Erreichung einer Ziel-Dividende basierend auf der Mehrjahresplanung sowie des Erreichungsgrades strategischer Ziele dar. Die erreichte Leistung relativ zum jeweiligen Ziel wird mit einem zwischen 0,8 und 1,2 liegenden Modifier multipliziert. Die erste Auszahlung erfolgt als Abschlagszahlung gemeinsam mit der EVV (maximal 75 % der MVV-Zielvergütung). Die finale Auszahlung erfolgt im Jahr der Hauptversammlung, welche über das letzte Jahr des dreijährigen Beobachtungszeitraumes beschließt.
Die aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim| Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierten Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge von AGRANA. Für ihre Tätigkeit als gesetzliche Vertreter der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, haben Frau Ingrid-Helen Arnold, MBA 1.744 t€ (Vorjahr: 1.360 t€) und Herr Dkfm. Thomas Kölbl 1.831 t€ als Gesamtbezüge von der Südzucker AG erhalten.
Die Hauptversammlung hat am 7. Juli 2023 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 380 t€ (Vorjahr: 325 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.
Für Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, Mag. Stephan Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2023|24 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 330 t€ (Vorjahr: 330 t€). Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Johann Marihart, Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie Mag. Walter Grausam Ruhebezüge sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Es gab im Geschäftsjahr 2023|24 für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Nachschusszahlungen in Höhe von 3.225 t€. Diese Zahlungen beziehen sich auf die jährliche Valorisierung der Pension mit dem Zucker-Kollektivvertrag zur Wertsicherung in Höhe von 1.547 t€ sowie auf die negative Performance der Pensionskasse in Höhe von 1.678 t€.
Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 29. Februar 2024 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 9.591 t€ (Vorjahr: 9.919 t€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.
Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG.
Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 199.
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 26. April 2024 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Wien, am 26. April 2024
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Dr. Stephan Meeder Vorstandsmitglied
(Kurzdarstellung)
Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Dr. Stephan Meeder Vorstandsmitglied
Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender
Dr. Niels Pörksen Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
Mag. Dr. Claudia Süssenbacher, MBL Zweite Stellvertreterin des Aufsichtsratsvorsitzenden
Dipl.-Ing. Helmut Friedl Aufsichtsratsmitglied
Dr. Andrea Gritsch Aufsichtsratsmitglied
Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied
Dipl.-Ing. Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied
Dr. Stefan Streng Aufsichtsratsmitglied
Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender
Andrea Benischek
Andreas Klamler
Dipl.-Ing. Stephan Savic
Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2024 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;
dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023|24 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 26. April 2024
Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Dr. Stephan Meeder Vorstandsmitglied
Wir haben den Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften ("der Konzern"), bestehend aus der Konzernbilanz zum 29. Februar 2024, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2024 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss zum 29. Februar 2024 werden Geschäfts-/Firmenwerte in Höhe von 98,2 Mio EUR ausgewiesen. Davon entfallen auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Frucht 96,6 Mio EUR.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte im Konzernabschluss unter den Punkten 7.1, 7.6 und 7.11 im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" und in Note 16 im Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz".
Mindestens einmal jährlich und gegebenenfalls anlassbezogen werden die Geschäfts-/Firmenwerte gesondert für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) Frucht und Stärke durch die Gesellschaft einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test) unterzogen. Die jährlichen Impairment Tests werden jeweils zum Ende des Geschäftsjahres (28.Februar bzw. 29. Februar) durchgeführt.
Als Wertmaßstab werden im Rahmen der Impairment Tests die anhand eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens ermittelten Nutzungswerte herangezogen. Diese Wertermittlung beruht in erheblichem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftig zu erwartenden Zahlungsmittelströme. Diese basieren auf den seitens der Organe genehmigten Planzahlen, zu denen erforderlichenfalls Anpassungen vorgenommen werden. Der verwendete Diskontierungszinssatz kann darüber hinaus von zukünftig sich ändernden marktbezogenen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Die Wertermittlung ist somit naturgemäß ermessensbehaftet und mit Schätzunsicherheiten verbunden und beinhalten damit ein Risiko, dass die Geschäfts-/Firmenwerte im Abschluss zu hoch bewertet sind.
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts-/Firmenwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Frucht haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft für das am 28. Februar 2023 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 28. April 2023 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juli 2023 als Konzernabschlussprüfer gewählt und am 7. Juli 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 29. Februar 2024 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind seit dem Konzernabschluss zum 29. Februar 2024 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Wilhelm Kovsca.
Wien
KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert: Mag. Wilhelm Kovsca Wirtschaftsprüfer
DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG (NACH UGB)
| 208 | Gewinn- und Verlustrechnung |
|---|---|
für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024
209 Bilanz
210 Anhang zum Jahresabschluss
für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024
| t€ | 2023 24 | 2022 23 |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse |
50.831 | 46.727 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge |
239 | 191 |
| 3. Personalaufwand |
–28.732 | –21.827 |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände |
||
| des Anlagevermögens und Sachanlagen | –666 | –643 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen |
–40.677 | –31.277 |
| 6. Operatives Ergebnis (Z1 bis 5) | –19.005 | –6.829 |
| 7. Erträge aus Beteiligungen |
60.422 | 69.824 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 60.394 | 69.795 |
| 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und | ||
| Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 16.911 | 7.142 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 16.911 | 7.142 |
| 9. Erträge aus der Zuschreibung von Finanzanlagen | 6.600 | 0 |
| 10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 17.103 | 4.769 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 17.091 | 4.547 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –19.986 | –5.469 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | –18.985 | –4.631 |
| 12. Finanzerfolg (Z7 bis 11) | 81.050 | 76.266 |
| 13. Ergebnis vor Steuern (Z1 bis 12) | 62.045 | 69.437 |
| 14. Steuern vom Einkommen | –2.479 | –3.534 |
| 15. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss | 59.566 | 65.903 |
| 16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 26.322 | 16.659 |
| 17. Bilanzgewinn | 85.888 | 82.562 |
zum 29. Februar 2024
| t€ | Stand 29.02.2024 |
Stand 28.02.2023 |
|
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| A. Anlagevermögen | |||
| I. | Immaterielle Vermögensgegenstände | 609 | 169 |
| II. Sachanlagen | 839 | 951 | |
| III. Finanzanlagen | 902.883 | 866.283 | |
| 904.331 | 867.403 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 433.824 | 392.684 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 16.330 | 16.908 | |
| II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 4 | 3 | |
| 433.828 | 392.687 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 1.368 | 136 | |
| D. Aktive latente Steuern | 162 | 618 | |
| Summe Aktiva | 1.339.689 | 1.260.844 | |
| PASSIVA A. Eigenkapital |
|||
| I. | Grundkapital | 113.531 | 113.531 |
| II. Kapitalrücklagen | 550.689 | 550.689 | |
| III. Gewinnrücklagen | 13.928 | 13.928 | |
| IV. Bilanzgewinn | 85.888 | 82.562 | |
| davon Gewinnvortrag | 26.322 | 16.659 | |
| 764.036 | 760.710 | ||
| B. Rückstellungen | |||
| I. | Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 11.374 | 11.597 |
| II. Rückstellung für Steuern und sonstige Rückstellungen | 40.556 | 23.813 | |
| 51.930 | 35.410 | ||
| C. Verbindlichkeiten | |||
| I. | Finanzverbindlichkeiten | 509.000 | 449.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 115.000 | 0 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 394.000 | 449.000 | |
| II. Übrige Verbindlichkeiten | 14.723 | 15.724 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 13.434 | 15.571 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 1.289 | 153 | |
| 523.723 | 464.724 | ||
| Summe Passiva | 1.339.689 | 1.260.844 |
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.
Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen.
Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.
Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR) mit gerundeten Werten, jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR) mit gerundeten Werten.
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, wurde dies bei Schätzungen berücksichtigt.
Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.
Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.
Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Markenrechte | 10 | 10,00% |
| EDV-Software | 3 | 33,33% |
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.
Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Geschäftsausstattung | 5-10 | 20-10 |
| EDV-Ausstattung | 3 | 33,33 |
| Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV | 1-5 | 100-20 |
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.
Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wäre, ergibt.
Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert unter je EUR 1.000) werden aktiviert und sofort abgeschrieben.
Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, wird in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung, werden aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Latente Steuern werden auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 23 % gebildet. Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von 162.466 € (im Vorjahr 618 Tsd. € ) wurde in die Bilanz aufgenommen.
Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz von 3,60 % (im Vorjahr 4,25 %) herangezogen. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Die künftigen Gehaltssteigerungen wurden mit 4,50%|3,60 % (im Vorjahr 6,00%|4,00 %) und Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-11,42 % (im Vorjahr 0-11,03 %) für Abfertigungen und von 0-11,42 % (im Vorjahr 0,78-11,52 %) für Jubiläen angesetzt.
Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Fluktuation wurden neben Invalidisierungs- und Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses angesetzt. Das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer wurde mit 65 Jahren gemäß Übergangsregel der Pensionsreform ermittelt.
Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien
ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 3,60 % (im Vorjahr 4,25 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen für Aktive wurden mit 4,50%|3,60% (im Vorjahr 9,04%|6,00 %|4,00) angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden keine weiteren Ausscheideursachen wie Fluktuation berücksichtigt.
Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 leistungsorientiert an eine Pensionskasse ausgelagert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.
Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen setzt sich aus dem Barwert abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| Stand | Stand | |
|---|---|---|
| Pensionspläne | 28.02.2023 | |
| EUR | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 27.251.430 | 24.679.705 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –17.659.146 | –14.760.466 |
| Rückstellungen für Pensionen | 9.592.285 | 9.919.239 |
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der bestmöglich geschätzt wurde.
Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert.
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten auch Verpflichtungen betreffend kollektivvertragliche Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern. Diese Rückstellungen werden nach den für Abfertigungsrückstellungen angewandten Berechnungsmethoden (IAS19) ermittelt.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Beilage zum Anhang) dargestellt.
Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Abs 1 Z 4 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:
| Beteiligungsunternehmen | Höhe des Anteils |
Eigenkapital gem. § 229 UGB |
Geschäftsjahr | Jahresüberschuss/ fehlbetrag |
|---|---|---|---|---|
| % | EUR | EUR | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen: | ||||
| AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien | 100,00 | 70.000.902 | 2023 24 | 29.488.869 |
| AGRANA Int.Verw.u.Asset Managem. GmbH, Wien*) | 98,91 | 315.367.169 | 2023 24 | –1.106 |
| AGRANA Zucker GmbH., Wien*) | 98,91 | 142.348.548 | 2023 24 | 14.989.367 |
| AGRANA Stärke GmbH., Wien*) | 98,91 | 332.591.806 | 2023 24 | 31.824.231 |
| AGRANA Group-Service GmbH, Wien | 100,00 | 7.596.407 | 2023 24 | 6.306.997 |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und | ||||
| Produktions Gesellschaft m.b.H, Wien | 66,67 | 8.211.048 | 2023 24 | 592.124 |
| AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln | 100,00 | 5.437.726 | 2023 24 | 505.292 |
*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien. Davon haben 85.000.000 € eine Restlaufzeit von bis zum einem Jahr, 330.000.000 € eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren und 64.000.000 € eine Restlaufzeit von über 5 Jahren.
| in EUR (Vorjahr in TEUR) |
Restlaufzeit bis 1 Jahr |
Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr |
Bilanzwert |
|---|---|---|---|
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 417.471.496 | 16.322.259 | 433.793.755 |
| (28.2.2023) | 375.698 | 16.905 | 392.603 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 21.606 | 7.651 | 29.257 |
| (28.2.2023) | 78 | 3 | 81 |
| Summe | 417.493.102 | 16.329.910 | 433.823.012 |
| (28.2.2023) | 375.776 | 16.908 | 392.684 |
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 433.793.755 € (im Vorjahr 392.603 Tsd. €) betreffen mit 335.995.621 € (im Vorjahr 294.991 Tsd. €) Forderungen (Cashpooling) an die AGRANA Group-Services GmbH, mit 33.227.084 € (im Vorjahr 25.878 Tsd. €) Forderungen aus Steuerumlagen, mit 59.343.696 € (im Vorjahr 68.245 Tsd. €) Forderungen aus Dividenden und mit 4.383.601 € (im Vorjahr 3.489 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Salden der debitorischen Kreditoren 19.592 € (im Vorjahr 14 Tsd. €) sowie 0 € (im Vorjahr 60 Tsd. €) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Forderungen aus Kapitalertragsteuer in Höhe von 13.779 € (im Vorjahr 15 Tsd. €) sowie die kurzfristigen Forderungen gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von 21.875 € ( im Vorjahr 716 Tsd. €) in Summe 35.654 (im Vorjahr 731 Tsd. €) wurden mit der Position Steuerrückstellungen saldiert.
In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, enthalten.
In der 31. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, am 6. Juli 2018 wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:4 beschlossen. Dadurch stieg die Anzahl der Aktien mit Wirksamkeit am 24. Juli 2018 von bisher 15.622.244 auf 62.488.976 auf Inhaber lautende Stückaktien. Das Grundkapital von 113.531.275 € blieb unverändert.
| Stand 01.03.2023 | Veränderung | Stand 29.02.2024 | |
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| Gebundene Kapitalrücklage | 505.122.086 | 0 | 505.122.086 |
| Nicht gebundene Kapitalrücklage | 45.566.884 | 0 | 45.566.884 |
| Summe | 550.688.970 | 0 | 550.688.970 |
| Stand 01.03.2023 | Veränderung | Stand 29.02.2024 | |
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| Gesetzliche Gewinnrücklage | 47.964 | 0 | 47.964 |
| Andere Rücklagen (freie Rücklagen) | 13.880.000 | 0 | 13.880.000 |
| Summe | 13.927.964 | 0 | 13.927.964 |
Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.
Die Effekte aus Personalrückstellungsänderungen werden im Personalaufwand erfasst.
Die Abfertigungs-, Pensions- und sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
| Stand | Stand | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.03.2023 | Verbrauch | Auflösung | Zuweisung | 29.02.2024 | |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| Abfertigung | 1.677.911 | 0 | 0 | 103.963 | 1.781.875 |
| Pensionsansprüche | 9.919.239 | 3.224.882 | 0 | 2.897.928 | 9.592.285 |
| Jubiläumsgelder | 376.355 | 0 | 0 | 44.171 | 420.526 |
| Nicht konsumierte Urlaube | 1.796.979 | 0 | 0 | 86.187 | 1.883.166 |
| Sonderzahlungen | 425.728 | 425.728 | 0 | 490.185 | 490.185 |
| Prüfungsaufwand | 253.004 | 244.545 | 8.460 | 222.110 | 222.110 |
| Veröffentlichungsaufwand | 155.000 | 123.474 | 31.526 | 166.000 | 166.000 |
| Kosten der Hauptversammlung | 80.000 | 60.881 | 19.119 | 80.000 | 80.000 |
| Kosten Bilanzpressekonferenz | 2.000 | 2.000 | 0 | 3.100 | 3.100 |
| Manipulationsgeb. div. Banken | 2.190 | 0 | 2.190 | 0 | 0 |
| Aufsichtsratsvergütungen | 325.000 | 325.000 | 0 | 380.000 | 380.000 |
| Sonstige ausstehende Eingangsrechnungen | 690.017 | 634.506 | 55.511 | 935.414 | 935.414 |
| Summe | 15.703.423 | 5.041.016 | 116.806 | 5.409.059 | 15.954.660 |
Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und Abrechnungen.
1
| 29.02.2024 | 28.02.2023 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 509.000.000 | 449.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 115.000.000 | 0 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 364.000.000 | 415.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 30.000.000 | 34.000 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.655.690 | 2.606 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 2.655.690 | 2.606 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.337.009 | 6.149 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 48.363 | 5.996 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 1.288.646 | 153 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 10.729.630 | 6.970 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 10.729.630 | 6.970 |
| Summe | 523.722.329 | 464.724 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 128.433.682 | 15.571 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 365.288.646 | 415.153 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 30.000.000 | 34.000 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ein Schuldscheindarlehen über 409.000.000 € und ein Sektordarlehen über 70.000.000 €, welche zur Gänze konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurden.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von 4.923.941 € (im Vorjahr 2.829 Tsd. €) sowie eine Teuerungsprämie in Höhe von 0 € (im Vorjahr 91 Tsd. €), Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 1.047.211 € (im Vorjahr 1.146 Tsd. €) und Verbindlichkeiten aus Zinsen von 4.453.252 € (im Vorjahr 2.896 Tsd. €) enthalten.
Aufwendungen im Posten Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 9.987.676 € (im Vorjahr 6.522 Tsd. €) sind erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam und betreffen Prämienvergütungen, Abgaben und Zinsen.
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 1.337.009 € (im Vorjahr 6.149 Tsd. €) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen.
Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2023|24 beträgt 2.026.345 € (im Vorjahr 1.893 Tsd. €). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt 10.131.723 €.
| 29.02.2024 | 28.02.2023 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Haftungen aus Wechselobligo | 7.800.000 | 7.800 |
| Haftungen aus Zahlungsgarantien | 176.827.743 | 358.065 |
| Summe | 184.627.743 | 365.865 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 146.351.232 | 313.929 |
Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden drei Konzerngesellschaften1 in der Ukraine zum Zwecke der Erlangung einer Bestätigung über das Fortbestehen ("Going Concern") jeweils mit einer Patronatserklärung der AGRANA Beteiligungs-AG ausgestattet.
Die Patronatserklärungen beinhalten keinen konkreten Wertumfang.
Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024, im Vorjahr jenen vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023.
Die Umsatzerlöse in Höhe von 50.831.405 € (im Vorjahr 46.727 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Konzernverrechnung in Höhe von 27.523.535 € (im Vorjahr 24.469 Tsd. €) und Erträge für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalties) in Höhe von 22.869.870 € (im Vorjahr 21.848 Tsd. €).
Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf 118.555 € (im Vorjahr 41 Tsd. €).
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 116.806 € (im Vorjahr 103 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffend IT-Leistungen und Konzernkommunikation.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von 3.521 € (im Vorjahr 47 Tsd. €) enthalten Erträge aus realisierten Gewinnen aus Kursdifferenzen.
| 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Gehälter | 20.599.149 | 17.170 |
| Aufwendungen für Abfertigung | 103.963 | -56 |
| Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) | 246.424 | 233 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 3.261.776 | 782 |
| Sozialabgaben und Personalnebenkosten | 4.215.353 | 3.442 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 305.005 | 256 |
| Summe | 28.731.671 | 21.827 |
| Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen |
Pensionen (Rückstellungen) | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2023 24 EUR |
2022 23 TEUR |
2023 24 EUR |
2022 23 TEUR |
||
| Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG | 47.708 | 61 | 3.227.928 | 751 | |
| andere Arbeitnehmer | 198.716 | 172 | 33.848 | 31 | |
| Summe | 246.424 | 233 | 3.261.776 | 782 |
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (Headcount, ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 177 Angestellte, dies entspricht 161,2 FTE (im Vorjahr 167 Headcount entspricht 151,7 FTE).
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 5.062 t€ (Vorjahr: 2.949 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.619 t€ (Vorjahr: 1.450 t€), einer einjährigen variablen Vergütung von 1.214 t€ (Vorjahr: 1.470 t€), einer mehrjährigen variablen Vergütung von 881 t€, Sachbezügen und Nebenleistungen in Höhe von 31 t€ (Vorjahr: 29). Des Weiteren bestehen Ansprüche aus der einvernehmlichen Austrittsvereinbarung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dkfm. Markus Mühleisen, MBA in Höhe von 1.317 t€. Bis zum Geschäftsjahr 2022|23 waren die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Mit dem Geschäftsjahr 2023|24 wurden die variablen Bestandteile der Vergütungen der Vorstandsmitglieder
neu geregelt. Die variablen Vergütungsbestandteile bestehen aus einer einjährigen variablen Vergütung (kurz: EVV) und einer mehrjährigen variablen Vergütung (kurz: MVV). Die EVV orientiert sich am Unternehmenserfolg im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr und ist abhängig von der finanziellen Zielgröße Konzern-EBITDA. Das EBITDA definiert sich dabei als operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen. Die MVV stellt eine Erfolgsbeteiligung über eine Anwartschaftsphase von drei Jahren auf Basis des Grades der Erreichung eines "Return on Capital Employed"-Ziels (kurz: ROCE), der Erreichung einer Ziel-Dividende basierend auf der Mehrjahresplanung sowie des Erreichungsgrades strategischer Ziele dar. Die erreichte Leistung relativ zum jeweiligen Ziel wird mit einem zwischen 0,8 und 1,2 liegenden Modifier multipliziert. Die erste Auszahlung erfolgt als Abschlagszahlung gemeinsam mit der EVV (maximal 75 % der MVV-Zielvergütung). Die finale Auszahlung erfolgt im Jahr der Hauptversammlung, welche über das letzte Jahr des dreijährigen Beobachtungszeitraumes beschließt.
Die aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim| Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierten Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge von AGRANA. Für ihre Tätigkeit als gesetzliche Vertreter der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, haben Frau Ingrid-Helen Arnold, MBA 1.744 t€ (Vorjahr: 1.360 t€) und Herr Dkfm. Thomas Kölbl 1.831 t€ als Gesamtbezüge von der Südzucker AG erhalten.
Die Hauptversammlung hat am 7. Juli 2023 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 380 t€ (Vorjahr: 325 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.
Für Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, Mag. Stephan Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2023|24 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 330 t€ (Vorjahr: 330 t€). Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Johann Marihart, Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie Mag. Walter Grausam Ruhebezüge sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Es gab im Geschäftsjahr 2023|24 für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Nachschusszahlungen in Höhe von 3.225 t€. Diese Zahlungen beziehen sich auf die jährliche Valorisierung der Pension mit dem Zucker-Kollektivvertrag zur Wertsicherung in Höhe von 1.547 t€ sowie auf die negative Performance der Pensionskasse in Höhe von 1.678 t€.
Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 29. Februar 2024 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 9.591 t€ (Vorjahr: 9.919 t€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.
Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2023|24 eine Vergütung von 380.000 € (im Vorjahr 312 Tsd. €).
In den Löhnen und Gehältern sind Dotierungen der Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von 39.629 € (im Vorjahr –110 Tsd. €) enthalten.
Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen 40.677.181 € (im Vorjahr 31.277 Tsd. €) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von 18.339.477 € (im Vorjahr 14.418 Tsd. €), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von 8.435.302 € (im Vorjahr 4.905 Tsd. €), Leasing, Mieten und Pachten von 2.964.750 € (im Vorjahr 2.476 Tsd. €), Werbeaufwendungen von 1.911.626 € (im Vorjahr 1.742 Tsd. €), sonstige externe Dienstleistungen von 1.594.632 € (im Vorjahr 1.346 Tsd. €), Versicherungen von 1.491.354 € (im Vorjahr 1.150 Tsd. €) sowie andere Aufwendungen in Höhe von 5.940.039 € (im Vorjahr 5.240 Tsd. €).
| 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Erträge von verbundenen Unternehmen | 60.393.696 | 69.795 |
| Erträge von sonstigen Beteiligungen | 27.850 | 28 |
| Summe | 60.421.546 | 69.824 |
Aufgrund der dauerhaften Wertsteigerung der AGRANA Group-Services GmbH, Wien, wurde die Beteiligung per 29.02.2024 um 6.600.000 € zugeschrieben.
| 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Körperschaftsteuer | –16.157.134 | -19.854 |
| Körperschaftsteuer Vorperioden | 143.852 | -758 |
| Steuerumlagen | 14.095.409 | 17.141 |
| Latente Steuern aus Bewertungsunterschieden | –455.913 | 0 |
| nicht abzugsfähige Quellensteuer | –105.597 | -62 |
| Summe | –2.479.384 | -3.534 |
Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. und AGRANA Research & Innovation Center GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung. Der Steuerausgleich innerhalb der Gruppe erfolgt durch positive und negative Steuerumlagen. Negative steuerliche Ergebnisse werden mit dem Hälftesteuersatz von 11,92% (Vorjahr: 12,42%) abgegolten. Der nicht abgegoltene Verlust wird im Rahmen einer Gewinnentsteuerung zum Hälftesteuersatz an die Unternehmen mit steuerlichen Gewinnen weitergeleitet (entsteuerbarer Gewinnanteil). Der nicht entsteuerbare Gewinn wird zum vollen Körperschaftsteuersatz in Höhe von 23,83% (Vorjahr: 24,83%) verrechnet.
Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD-Musterregeln für einen neuen globalen Rahmen für die effektive Mindestbesteuerung, um sicherzustellen, dass die Gewinne multinationaler Konzerne mit einem Gesamtjahresumsatz von mindestens 750 Mio. € mit einem Mindestsatz von 15 % pro Land besteuert werden (der sogenannten Pillar-II-Rahmen). Die Europäische Union hat sich im Dezember 2022 einstimmig auf die Umsetzung dieses Rahmens in Form einer Richtlinie geeinigt, die bis zum 31. Dezember 2023 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss, damit sie für Wirtschaftsjahre, die nach diesem Stichtag beginnen, gilt. Das österreichische Recht zur Umsetzung des Pillar-II-Konzepts ist am 31. Dezember 2023 in Kraft getreten und gilt für Wirtschaftsjahre, die ab dem 31. Dezember 2023 beginnen.
Für den AGRANA-Konzern gilt der neue Rechtsrahmen ab dem Geschäftsjahr 2024|25. Da die Südzucker AG, die die oberste Muttergesellschaft gemäß dem Pillar-II-Rahmen ist, ihren Sitz in Deutschland hat, wird der Rahmen ab dem 1. März 2024 für den AGRANA-Konzern gelten, unabhängig davon, welche anderen Länder das Recht ebenfalls umsetzen. Nach dem Recht muss der AGRANA-Konzern für jedes Land mit einem effektiven Steuersatz von unter 15 % einen Steuerhöhungsbetrag zahlen. Das Recht sieht Vereinfachungen in Form von "Safe-Harbour"-Regelungen pro Land vor, was bedeutet, dass unter bestimmten Bedingungen kein Steuerhöhungsbetrag zu zahlen ist. Da die Pillar-II-Gesetzgebung für den Abschluss 2023|24 noch nicht in Kraft war, hat die AGRANA Beteiligungs-AG keine aktuelle Steuerbelastung aus dieser Regelung.
AGRANA analysiert derzeit die Auswirkungen der Gesetzgebung, insbesondere in Bezug auf die Verwendung der Safe-Harbour-Regelungen. Bei dieser Bewertung hat die Südzucker AG als oberste Muttergesellschaft die Pillar-II-Regeln auf die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2023|24 verwendet, um einen Hinweis auf mögliche zukünftige Auswirkungen zu geben.
In diesen vereinfachten Berechnungen hat sich gezeigt, dass Österreich die Befreiung für einen Safe Harbour erfüllten, was bedeutet, dass in diesen Ländern keine zusätzlichen Steuern angefallen wären, wenn die Pillar-II-Regeln für dieses Geschäftsjahr gegolten hätten.
Aufgrund der Komplexität der Regelungen können die konkreten quantitativen Auswirkungen auf die künftigen laufenden Steuern und Steuerzahlungen noch nicht abgeschätzt werden.
5.1. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Abs. 1 Z 20 UGB) AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien1 AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Sydney, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit France S.A.S, Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED, Pune, Indien AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokyo, Japan AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited, Jiangsu, China AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Jincheon-gun, Südkorea AGRANA Fruit Luka TOV, Vinnitsa, Ukraine AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd., Sydney, Australien AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Zamora, Mexiko AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Johannesburg, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Vinnitsa, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich AGRANA Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien, Österreich AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, Österreich AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Deutschland AUSTRIA JUICE Hungary Kft., Vásarosnamény, Ungarn AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Polen AUSTRIA JUICE Romania SRL, Vaslui, Rumänien AUSTRIA JUICE Ukraine TOV, Vinnitsa, Ukraine Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn Dirafrost FFI N.V., Lummen, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Larache, Marokko Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz, USA o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italien Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered, Slowakei
SPA AGRANA Fruit Algeria, Akbou, Algerien
SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften
"AGRAGOLD" d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRAGOLD dooel, Skopje, Nordmazedonien AGRAGOLD trgovina d.o.o., Ljubljana, Slowenien AGRANA STUDEN Albania sh.p.k., Tirana, Albanien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C., Pristina, Kosovo AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich Beta Pura GmbH, Wien, Österreich Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien GreenPower Services Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina
Zu den angeführten Unternehmen bestehen fremdübliche Dienstleistungsbeziehungen.
| 2023 24 Jahres abschluss EUR |
Andere Bestätigungs leistungen EUR |
Gesamt EUR |
2022 23 Jahres abschluss TEUR |
Andere Bestätigungs leistungen TEUR |
Gesamt TEUR |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| KPMG Austria GmbH (im Vorjahr PwC Wirtschaftsprüfung GmbH) |
69.010 | 435.401 | 504.411 | 12 | 301 | 313 |
| Summe | 69.010 | 435.401 | 504.411 | 12 | 301 | 313 |
Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA Beteiligungs-AG hatten.
Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 85.888.398 € eine Dividende von EUR 0,90 je Aktie, das sind in Summe 56.240.078 € auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender Dr. Niels PÖRKSEN, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Dr. Claudia SÜSSENBACHER, Wien (seit 07.07.2023) Stellvertreterin des Vorsitzenden Mag. Veronika HASLINGER, Wien (bis 07.07.2023) Stellvertreterin des Vorsitzenden MMag. Dr. Andrea GRITSCH, Wien Dipl.-Ing. Helmut FRIEDL, Egling a.d.Paar Dipl.-Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dipl.-Ing. Josef PRÖLL, Wien
Dr. Stefan STRENG, Wien
Thomas BUDER, Tulln Andrea BENISCHEK, Gmünd (seit 01.06.2023) Andreas KLAMLER, Gleisdorf Dipl.-Ing. Stephan SAVIC, Wien (seit 01.06.20231 ) Dipl.-Ing. Daniela BOGNER, Wien (bis 31.05.2023) René SCHMID, Wien (bis 31.05.2023)
Dkfm. Markus MÜHLEISEN, MBA, Wien Vorsitzender (bis 31. Dezember 2023) Mag. Stephan BÜTTNER, Wien Vorsitzender (seit 1. Jänner 2024) Ingrid Helen ARNOLD, MBA, Wien (bis 4. Dezember 2023) Dkfm. Thomas Kölbl, Mannheim (seit 4. Dezember 2023 – bis 29. Februar 2024) Dr. Stephan Meeder (seit 1. März 2024) Dipl.-Ing. Dr. Norbert HARRINGER, Wien
Wien, am 26. April 2024
Der Vorstand:
Mag. Stephan Büttner Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Dr. Stephan Meeder
im Geschäftsjahr 2023|24 in €
| ANLAGEVERMÖGEN | Anschaffungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.03.2023 |
Zugang | Um- buchung |
Abgang | Stand 29.02.2024 |
|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||
| 1. Markenrechte | 611.301 | 0 | 0 | 0 | 611.301 |
| 2. EDV-Software | 8.135.051 | 671.637 | 0 | 0 | 8.806.688 |
| 8.746.352 | 671.637 | 0 | 0 | 9.417.989 | |
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.677.344 | 384.232 | 0 | 360.835 | 3.700.741 |
| 2. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0 | 34.830 | 0 | 34.830 | 0 |
| 3.677.344 | 419.062 | 0 | 395.665 | 3.700.741 | |
| III. Finanzanlagen | |||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 424.145.490 | 0 | 0 | 0 | 424.145.490 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 449.000.000 | 30.000.000 | 0 | 0 | 479.000.000 |
| 3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 258.620 | 0 | 0 | 0 | 258.620 |
| 873.404.110 | 30.000.000 | 0 | 0 | 903.404.110 | |
| Gesamtsumme | 885.827.806 | 31.090.699 | 0 | 395.665 | 916.522.840 |
| Abschreibungen | Buchwerte | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.03.2023 |
Jahresab- schreibung |
Zu- schreibung |
Abgang | Stand 29.02.2024 |
Stand 29.02.2024 |
Stand 28.02.2023 |
|
| 611.301 | 0 | 0 | 0 | 611.301 | 0 | 0 | |
| 7.965.709 | 231.509 | 0 | 0 | 8.197.218 | 609.470 | 169.342 | |
| 8.577.010 | 231.509 | 0 | 0 | 8.808.519 | 609.470 | 169.342 | |
| 2.726.516 | 399.673 | 0 | 264.824 | 2.861.365 | 839.376 | 950.828 | |
| 0 | 34.830 | 0 | 34.830 | 0 | 0 | 0 | |
| 2.726.516 | 434.503 | 0 | 299.654 | 2.861.365 | 839.376 | 950.828 | |
| 7.120.724 | 0 | 6.600.000 | 0 | 520.724 | 423.624.766 | 417.024.766 | |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 479.000.000 | 449.000.000 | |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 258.620 | 258.620 | |
| 7.120.724 | 0 | 6.600.000 | 0 | 520.724 | 902.883.386 | 866.283.386 | |
| 18.424.250 | 666.012 | 6.600.000 | 299.654 | 12.190.608 | 904.332.232 | 867.403.556 |
für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024
| 230 | Überblick |
|---|---|
| 232 | Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft |
| 235 | Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft |
| 240 | Umwelt und Nachhaltigkeit |
| 241 | Forschung und Entwicklung |
| 241 | Personal- und Sozialbericht |
| 244 | Risikomanagement und internes Kontrollsystem |
| 251 | Berichterstattung gemäß § 243a Abs 2 UGB |
| 252 | Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte |
| 253 | Corporate Governance Bericht |
| 254 | Zweigniederlassungen |
| 254 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag |
254 Prognosebericht
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft bildet die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA").
Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler, die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie.
Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.
Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen widerspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung:

AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten.
Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine solide Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die nötige Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit von AGRANA geschaffen.
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.
Rund 8.900 Mitarbeiter (FTEs)1 an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2023|24 einen Konzernumsatz von rund 3,8 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.
basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 29. Februar 2024
| Geschäftsentwicklung | 2023 24 TEUR |
2022 23 TEUR |
Veränderung % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 50.831 | 46.727 | 8,8% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 239 | 191 | 25,2% |
| Betriebsleistung | 51.070 | 46.918 | 8,9% |
| Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) | -19.005 | -6.830 | -178,2% |
| Operative Marge1 | -37,2% | -14,6% | |
| Beteiligungserträge | 60.422 | 69.824 | -13,5% |
| Finanzerfolg | 81.051 | 76.266 | 6,3% |
| Ergebnis vor Steuern | 62.046 | 69.436 | -10,6% |
| Jahresüberschuss | 59.567 | 65.903 | -9,6% |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 31.126 | 228.575 | -86,4% |
1 Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung
Die Umsatzerlöse der AGRANA lagen im Geschäftsjahr 2023|24 mit 50.831 Tsd. € insgesamt über dem Vorjahresniveau (+4.104 Tsd. € bzw +8,8%). Bei den Erträgen aus Lizenzeinnahmen verzeichnete man einen Anstieg (+1.022 Tsd. € bzw +4,68%). Eine ebenfalls positive Entwicklung zeigten die Erträge aus Konzernverrechnungen (+3.055 Tsd. € bzw +12,49%).
Der Betriebserfolg (operatives Ergebnis) reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um -12.175 Tsd. € (bzw. -178,2%) auf –19.005 Tsd. €. Diese Veränderung resultiert trotz des Anstiegs der Umsatzerlöse vor allem aus erhöhten Personalaufwendungen (+6.904 Tsd. € bzw. +31,6%) und gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+9.400 bzw. +30,0%). Die erhöhten Personalaufwendungen sind größtenteils auf ein neues Vorstandsvergütungssystem, individuelle und kollektivvertragliche Erhöhungen im Geschäftsjahr 2023|24, sowie auf neue Altersvorsorgeverträge zurückzuführen.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf Mehraufwendungen bei den Rechts- und Beratungskosten für strategische Konzepte und Projekte (+3.530 Tsd €) als auch erhöhte Ausgaben im IT-Bereich (+3.921 Tsd €) zurückzuführen.
Die Beteiligungserträge haben sich im Geschäftsjahr 2023|24 um -9.402 Tsd. € bzw -13,5% reduziert. Dies ist vor allem bedingt durch die Dividendenausschüttung der AGRANA Zucker GmbH.
| Bilanzkennzahlen | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | % | |
| Bilanzsumme | 1.339.689 | 1.260.844 | 6,3% |
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 | 0,0% |
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 1.449 | 1.120 | 29,3% |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 423.625 | 417.025 | 1,6% |
| Andere Finanzanlagen | 479.259 | 449.259 | 6,7% |
| Eigenkapital | 764.037 | 760.710 | 0,4% |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 509.000 | 449.000 | 13,4% |
| Eigenkapitalquote1 | 57,0% | 60,3% | -3,3 pp |
| Haftungsverhältnisse | 184.628 | 365.865 | -49,5% |
1 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital
Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr um 329 Tsd. €. Den Investitionen in Höhe von 1.126 Tsd. € stehen Abschreibungen in Höhe von 701 Tsd. € gegenüber. Die wesentliche Veränderung betrifft den Zugang bei der EDV-Software.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen enthalten eine Zuschreibung in Höhe von 6.600 Tsd. € in der AGRANA Group-Service GmbH.
Andere Finanzanlagen beinhalten Ausleihungen an verbundenen Unternehmen und erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023|24 um 30.000 Tsd. €.
Die Eigenkapitalquote von 57,0 % ist im Vergleich zum Vorjahr (60,3 %) gesunken, und zeigt weiterhin eine solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich im Geschäftsjahr um 60.000 Tsd. € aufgrund von Darlehensaufnahmen erhöht.
| 2023 24 | 2022 23 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | % | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | -6.316 | -21.332 | 70,4% |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 58.783 | -152.097 | 138,6% |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -11.460 | 131.050 | -108,7% |
| Cashflow aus flüssigen Mitteln | 41.007 | -42.380 | 196,8% |
| Bestand an flüssigen Mitteln1 | 336.000 | 294.993 | 13,9% |
1 einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH 29.02.2024: 335.996 Tsd. €; 28.02.2023: 294.991 Tsd. €.
Die Gliederung des Cashflow erfolgt gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 Geldflussrechnung (UGB).
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt 58.783 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2023|24 standen Auszahlungen für Ausleihungen und sonstige Investitionen, Einzahlungen aus Beteiligungserträgen in Höhe von 89.671 Tsd. € gegenüber.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -11.460 Tsd. € resultiert aus der Dividendenauszahlung von -56.240 Tsd. € (im Vorjahr: -48.867 Tsd. €) und der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 60.000 Tsd. € und Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von -15.220 Tsd. €.
Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider.
Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. zu 100 % gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten.
Die restlichen Anteile auf 100 % der "Segment-Gesellschaften" Stärke und Frucht werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) gehalten.

Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH ist jene Gesellschaft, die das Vermögen der beiden österreichischen Zuckerfabriken besitzt und diese lenkt. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Segment Zucker | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung %/pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.102.740 | 884.607 | 24,7% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -31.470 | -22.911 | -37,4% |
| Umsatzerlösen | t€ | 1.071.270 | 861.696 | 24,3% |
| EBITDA1 | t€ | 71.304 | 65.933 | 8,1% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 43.183 | 38.024 | 13,6% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | -461 | 7.636 | -106,0% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | -2.344 | 901 | -360,2% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 40.378 | 46.561 | -13,3% |
| EBIT-Marge | % | 3,8 | 5,4 | -1,6 pp |
| Investitionen2 | t€ | 34.336 | 34.252 | 0,2% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 1.986 | 1.906 | 4,2% |
1
Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Der Absatz stieg im Geschäftsjahr 2023|24 insgesamt um knapp 3 %, wobei es bei den Hauptprodukten (Zucker) ein deutlicher Mengenrückgang verzeichnet wurde. Bei den Nebenprodukten gab es auch dank der Subkategorie "sonstige Produkte" einen markanten Absatzanstieg. Die AGRANA-Zuckermärkte wurden v.a. durch den enormen Wettbewerb aus der Ukraine speziell in den Defizitländern negativ beeinflusst. Aufgrund deutlich geringerer Absatzmengen in den Heimmärkten wurde mit Exportaktivitäten intensiv gegengesteuert.
Sowohl im Retailgeschäft als auch im Industriebereich lagen die Verkaufspreise im Geschäftsjahr 2023|24 deutlich bzw. sehr deutlich über dem Durchschnittswert des Vorjahres.
Das operative Ergebnis im Segment Zucker lag trotz gestiegener Rübenkosten und Belastungen durch die hohen Zuckerimporte aus der Ukraine zwar deutlich über dem Vorjahreswert. Negative Veränderungen beim Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen sowie beim Ergebnis aus Sondereinflüssen führten allerdings zu einem EBIT-Rückgang von rund 13 % auf 40,4 Mio. €.
Der Ergebnisbeitrag der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2023|24 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus (1,7 Mio. €), war aber um rund 83 % niedriger als der historisch beste im Vorjahr (9,9 Mio. €). Der Rückgang beim AGRANA-STUDEN-Ergebnis war im Wesentlichen auf Absatzausfälle sowie eine niedrigere Auslastung der Raffinerie am Westbalkan zurückzuführen. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, wirkte sich mit –2,2 Mio. € (Vorjahr: –2,3 Mio. €) negativ auf das Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen aus.
Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärkeund Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|Kalifornien|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus. Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|Illinois|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke- und Verzuckerungsprodukten sowie Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
| Segment Stärke | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung %/pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.163.647 | 1.306.594 | -10,9% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -14.895 | -12.779 | -16,6% |
| Umsatzerlösen | t€ | 1.148.752 | 1.293.815 | -11,2% |
| EBITDA1 | t€ | 94.062 | 116.750 | -19,4% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 48.533 | 69.168 | -29,8% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 1.853 | 11.021 | -83,2% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 50.386 | 80.189 | -37,2% |
| EBIT-Marge | % | 4,4 | 6,2 | -1,8 pp |
| Investitionen2 | t€ | 42.110 | 30.985 | 35,9% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 1.170 | 1.147 | 2,0% |
1
Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Das Geschäftsjahr 2023|24 war im Segment Stärke von reduzierter Nachfrage und zunehmendem Preisdruck geprägt. Die inflationsbedingte Kaufzurückhaltung sowie der Lagerabbau bei den Kunden führten in den AGRANA-Hauptmärkten zu einer schwachen Absatzentwicklung. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 lagen die Rohstoffpreise auf einem sehr hohen Niveau, fielen dann aber mit der neuen Ernte 2023 und der sich abzeichnenden Nachfrageschwäche massiv, was in der Folge auch zu deutlichen Verkaufspreisrückgängen führte.
Die Umsatzerlöse des Segmentes sanken nach dem historischen Höchstwert des Vorjahres von 1.293,8 Mio. € auf 1.148,8 Mio. €. Der Rückgang war jeweils rund zur Hälfte auf Preis- und Mengeneffekte zurückzuführen. Bei Ethanol sind die Umsätze am deutlichsten gesunken, nachdem im Laufe des Jahres die Platts-Notierungen aufgrund großer Importmengen deutlich fielen und damit auch die Verkaufspreise für Ethanol sanken.
Die Herstellungskosten waren durch die gesunkenen Rohstoffkosten zwar rückläufig. Die Einkaufspreise sanken aber nur bedingt parallel zu den Verkaufspreisen und Verzögerungen im Anpassungsprozess belasteten somit die Margen. Ergebnisbelastend wirkten sich auch die mit den hohen Inflationsraten gestiegenen Personalkosten aus. Im Berichtsjahr wurde ein EBITDA von 94,1 Mio. € erzielt, das somit deutlich unter dem Vorjahreswert lag. Das operative Ergebnis sank ebenso deutlich auf 48,5 Mio. €.
Im Geschäftsjahr 2023|24 sank der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 27 % auf 336,2 Mio.€. Neben gesunkenen Verkaufspreisen war v.a. die deutlich geringere Maisvermahlungsleistung die Hauptursache für den Umsatzrückgang. Die deutlich gesunkenen Verkaufspreise, die Kapazitätsauslastungsprobleme sowie schwache Ethanolmargen waren auch die Hauptgründe für den EBIT-Rückgang bei der HUNGRANA-Gruppe auf 12,5 Mio. € (Vorjahr: 41,5 Mio. €) aus. Das PAT betrug 3,8 Mio. € (Vorjahr: 22,0 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 1,9 Mio.€ (Vorjahr: 11,0 Mio. €) sank.
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgen durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| Segment Frucht | 2023 24 | 2022 23 | Veränderung %/pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.567.940 | 1.482.895 | 5,7% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -1.086 | -964 | -12,7% |
| Umsatzerlösen | t€ | 1.566.854 | 1.481.931 | 5,7% |
| EBITDA1 | t€ | 125.712 | 94.460 | 33,1% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 84.946 | 51.241 | 65,8% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | -24.699 | -89.731 | 72,5% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 60.247 | -38.490 | 256,5% |
| EBIT-Marge | % | 3,8 | -2,6 | 6,4 pp |
| Investitionen2 | t€ | 50.882 | 37.679 | 34,9% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 5.720 | 5.677 | 0,8% |
1
Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um rund 8 %, was primär auf Preissteigerungen aber auch auf erhöhte Verkaufsvolumina zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden v.a. in den Regionen Europa (inklusive Ukraine), Mexiko und Russland verzeichnet. Einen signifikanten Umsatzrückgang gab es in Argentinien, welcher bei leicht gestiegenen Mengen aber ausschließlich auf die Währungsumrechnung zurückzuführen war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Verkaufsmengen im strategisch bedeutenden Geschäftsbereich "Beyond" (Eiscreme und Food Service), während die Mengen im Kerngeschäftsbereich Produkte für die Molkereiindustrie (rund 80 % der verkauften Fruchtzubereitungsmengen) stabil blieben.
Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag sehr deutlich über dem Vorjahresergebnis. Die Ergebnisverbesserung kam v.a. aus den Regionen Europa inklusive Ukraine (aus geringeren Rohstoff- und Energiekosten), Nordamerika (geringere Kosten, gute Margen) und Russland (gute Mengen und Margen). Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –20,8 Mio. €, primär aufgrund einer Wertminderung von Anlagevermögen in Asien, wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen aus. Dieses Impairment war auf die weiter angespannte Geschäftsentwicklung in Asien zurückzuführen. Im Vorjahr wurde eine vergleichsweise viel größere Wertminderung verbucht, als v.a. rasant gestiegene Kapitalkosten eine Werthaltigkeitsprüfung für die Cash Generating Unit Frucht im zweiten Quartal 2022|23 auslösten. Dabei wurden zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Goodwill (-88,3 Mio. €) und auf Assets (-2,8 Mio. €) verbucht.
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen mengenbedingt geringfügig unter dem Vorjahreswert. Aufgrund der Auslieferung der Apfelsaftkonzentrate aus der Ernte 2022 mit historisch hohen Deckungsbeiträgen konnte das bereits sehr hohe operative Ergebnis aus dem Vorjahr sogar leicht übertroffen werden. Auch der Added Value-Bereich (Getränkegrundstoffe, Aromen etc.) entwickelte sich sehr positiv. Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –3,9 Mio. € wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtsaftkonzentrate aus. Einerseits löste die schwierige ökonomische Lage in China eine Wertminderung auf die Assets des dortigen Juice-Standortes aus (–3,2 Mio. €), andererseits wurde das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn nach der Ernte 2023 stillgelegt und eine Teilabschreibung in Höhe von 1,4 Mio. € verbucht, nachdem sich die Rohwarensituation für Karottensaftkonzentrat massiv verschlechtert hatte. Positiv auf das Ergebnis aus Sondereinflüssen (+0,7 Mio. €) wirkte sich die Auflösung einer kriegsbedingten Wertberichtigung auf Umsatzsteuerforderungen aus, nachdem diese beglichen wurden.
Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.
Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.
Die AGRANA Group-Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.
Unter Nachhaltigkeit versteht AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit. Folgende drei Leitsätze, die dem Management und allen Mitarbeitenden als praktische und leicht verständliche Anleitung für ein tägliches nachhaltiges Handeln dienen, fassen AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis zusammen:
Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeit entlang ihrer Produktwertschöpfungskette identifiziert:
Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie AGRANA, mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.
Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 109 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten, wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz, besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA-Silber-Status erreichen sollen.
Im Geschäftsjahr 2023|24 waren rund 86 % der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffmenge im SAI FSA-System direkt oder indirekt erfasst.
Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Koscher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2023|24 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Das SEDEX-Assessment und Audit zielt vor allem auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) ab, enthält aber auch einige Fragen zu Umweltaspekten.
Seit 2010 ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Mitglied des Vereins ARGE Gentechnik-frei, welcher das Ziel hat, verlässliche Rahmenbedingungen für Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Gentechnik-freien Lebensmitteln zu schaffen.
In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.
Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 18 lokalen Frucht-NPD1-Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100 %-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig.
Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.
| F&E-Kennzahlen | 2023 24 | 2022 23 | |
|---|---|---|---|
| F&E-Aufwendungen (Intern und extern) | Mio. € | 26,0 | 23,1 |
| F&E-Quote2 | % | 0,69 | 0,64 |
| Mitarbeiter in F&E (Köpfe) | 333 | 324 |
Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 9.047 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.932 Mitarbeitende), davon 2.558 (Vorjahr: 2.486) in Österreich und 6.489 (Vorjahr: 6.446) international.
Im Geschäftsjahr 2023|24 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.876 FTEs (Vorjahr: 8.730 FTEs) beschäftigt. Im Segment Frucht erhöhte sich die Personalanzahl aufgrund neuer strategischer Zielsetzungen, einer längeren Saison und der Übernahme von Leiharbeitskräften. Der Personalanstieg im Segment Stärke ist auf eine geschäftsbedingte Erhöhung der FTEs v.a. für die Umsetzung von strategischen Initiativen & Projekten zurückzuführen. Ebenfalls zeigten die verstärkten Recruiting-Aktivitäten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr Wirkung. Im Segment Zucker haben ein erhöhtes Produktionsvolumen zusammen mit einer längeren Kampagne sowie die Besetzung von vakanten Stellen und neuen Positionen zu einem Personalzuwachs geführt.
Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und stabilisiert sowie neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem werden die Effizienz der Personalprozesse professionalisiert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.
Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der AGRANA-Personalstrategie und stellt einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Ein Projekt zur Evaluierung eines potenziellen Gender Pay Gaps soll zukünftig eine faire Bezahlung von Mitarbeiterinnen sicherstellen. Die AGRANA-Vergütungspolitik orientiert sich an den jeweiligen Rollen und Marktgegebenheiten und soll AGRANA als interessanten Arbeitgeber positionieren.
Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2023|24 unterlagen 10,4 % (Vorjahr: 10,7 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.
Ein wichtiger Hebel in jeglicher Organisationsentwicklung sind Führungskräfte. Ein wichtiger Schritt ist es daher, Führungskräften die nötige Unterstützung zu bieten und Werkzeuge an die Hand zu geben, um die erste Ansprechperson im Thema Personalentwicklung der Mitarbeitenden zu sein. Die AGRANA-Geschäftsbereiche legten daher dieses Geschäftsjahr umso mehr Fokus auf Leadership Development Initiativen.
AGRANA hat im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 103 Lehrlinge (davon weiblich: 23 bzw. 22,3 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 75 Lehrlinge (davon weiblich: 11 bzw. 14,7 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien, Brasilien, Tschechien und der Slowakei, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 28 Lehrlinge (davon weiblich: 12 bzw. 42,9 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Chemieverfahrenstechnik, Elektrotechnik, Industrielehre, Informationstechnologie, Labortechnik (Chemie), Lebensmitteltechnik, Logistik, Maschinenbautechnik, Mechatronik, Metalltechnik, Technisches Zeichnen, Einkauf, Personaldienstleistung sowie Bürokaufmann/-frau.
Um die Attraktivität, unter anderem von Lehrberufen, zu steigern und um Schülerinnen und Schülern sowie jungen Menschen allgemeine Berufschancen in technischen und kaufmännischen Berufen aufzuzeigen, wurden an diversen Standorten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um durch die Kooperation mit Ausbildungsinstituten näher mit potenziellen Lehrlingen und jungen Mitarbeitenden in Kontakt zu treten. Daneben nahmen Standorte sowohl digital als auch vermehrt in Präsenz an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von (Lehr)-Berufen teil, zusätzlich wurden bestimmte Werke von Besuchern und Besucherinnen aus Bildungseinrichtungen besichtigt. Zudem wurden Lehrlingen Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Weiters wurde die Präsenz in den sozialen Medien und auch in den klassischen Print-Medien intensiviert.
Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2023|24 auf rund 3,5 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €), was 1,1 % (Vorjahr: 0,7 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.
Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für die Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheits-maßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungs-maßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheits-schulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen und Beinaheunfällen.
In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine – wenn auch unterschiedlich ausgestaltete – gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeitende sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten.
Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeitenden wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien) sowie variable Arbeitszeiten.
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.
Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.
Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung wird ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.
Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch aus nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten.
Der Vorstand bezieht bei der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie Aspekte der Nachhaltigkeit und der damit verbundenen Chancen und Risiken in Bezug auf Klimawandel, Umwelt, soziale Belange und Corporate Governance mit ein.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten können die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.
AGRANA ist bestrebt, sich kontinuierlich an die Marktentwicklungen anzupassen und eine führende Position in Bezug auf relative Wettbewerbsfähigkeit einzunehmen. Mittelfristige Strategien im Rahmen der strategischen Ziele zielen auf die Stärkung der Marktposition und das Streben nach operativer Exzellenz ab.
AGRANA verfolgt zur Stärkung ihres Kerngeschäfts und dem Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Maßnahmen, um die bestehenden Volatilitäten abzufangen und eine stabile Ertragslage zu erzielen.
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.
Die gemeinsame Agrarpolitik für den Zeitraum 2023-2027 trat am 1. Januar 2023 in Kraft und beinhaltet einen ehrgeizigen "grünen Ansatz" für die EU-Landwirtschaft, eine kurze Lieferkette "vom Feld bis auf den Tisch" und die Einführung neuer und strenger Regeln für den Umweltschutz sowie die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks.
Die Unterstützung für die EU-Landwirtschaft durch die Politik ist immer noch hoch, doch die Inflation könnte die Effizienz dieser Ausgaben untergraben und zusätzliche Unterstützung erforderlich machen. Die von der Lebensmittelindustrie und den Endverbrauchern so sehr geforderte nachhaltige Bewirtschaftung und Verarbeitung ist mit viel höheren Kosten verbunden als ursprünglich geplant und birgt die Gefahr, dass die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten verloren geht.
Im Jahr 2024 steht der EU ein Wahljahr bevor, sodass das Jahr 2024 zu einer entscheidenden Änderung der politischen Agenda des Parlamentes und des Rates führen könnte. Politische Veränderungen könnten wiederum dazu führen, dass die Prioritäten beispielhaft beim Green Deal neu gesetzt werden.
Freihandelsabkommen: Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.
Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) erzielten im Juni 2019 eine grundsätzliche, politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen. Derzeit laufen jedoch weiterführende Gespräche zur Stärkung von Nachhaltigkeitsaspekten. Nach einer Einigung ist die Vorlage zur Zustimmung an den Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament vorgesehen. Die entsprechende Zustimmung ist die Basis für den nachfolgenden Prozess der Ratifizierung und Befürwortung der nationalen Parlamente.
Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
EU Green Deal: Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um 55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990.
Aufgrund derzeit vieler noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal, können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.
Am 31. Oktober 2023 wurde die Änderung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Renewable Energy Directive III oder RED III) im Amtsblatt veröffentlicht. Die EU gibt damit vor, wie die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden sollen.
RED III nimmt bei der Verwirklichung der Ziele des Green Deal, Klimaneutralität bis 2050 und Verringerung der Nettotreibhausgasemissionen bis 2030 eine wesentliche Rolle ein. Mit RED III werden nicht nur die EU-Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien angehoben. Außerdem sollen Genehmigungsverfahren für den Ausbau von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen, Netzen und Energiespeichern verkürzt werden. Damit werden zum Teil auch die Ende 2022 mit der EU-Notfallverordnung temporär beschlossenen Beschleunigungsvorgaben für Genehmigungsverfahren dauerhaft ins europäische Recht übergeführt.
RED III trat am 20. November 2023 in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen die meisten Vorgaben der Richtlinie bis 21. Mai 2025 national in den Bereichen Verkehr, Industrie, Gebäude sowie Wärme- und Kälteversorgung umsetzen.
Im Jahr 2023 wurde in Österreich E10 schrittweise eingeführt, um einen wesentlichen Beitrag zum THG-Minderungsziel zu leisten.
Die EU-Entscheidung vom Oktober 2022 über das Ende von Verbrennungsmotoren in neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2035 wurde von AGRANA verfolgt, stellt nach aktueller Einschätzung aber kein relevantes Risiko für die Bioethanolproduktion dar. Einerseits ist Bioethanol nur ein Produkt im Rahmen des Kreislaufwirtschaftskonzeptes der Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich, andererseits wird Bioethanol im Rahmen des Ausstiegs aus fossilen Produkten Verwendungsmöglichkeiten abseits des Einsatzes in Treibstoffen finden.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittelund Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort.
Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.
Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird.
Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen.
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.
Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen global verteilt bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.
AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch kurzfristig stillgelegt. Nach kurzer Zeit konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden und wurde mit Anpassungen an die aktuelle Sicherheitslage weitergeführt. Rund 5 % der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen.
Die Produktion von Fruchtzubereitungen in der Ukraine war im Geschäftsjahr 2022|23 auf ein Niveau von rund 50 % vor Kriegsausbruch gesunken. Der Rückgang war v.a. auf den Wegfall der Exportmärkte sowie einen Rückgang des Binnenkonsums zurückzuführen. Im Berichtsjahr 2023|24 wuchs das Geschäft auf ca. 70 % des Vorkrisenniveaus – hauptsächlich durch die Wiederaufnahme des Food Service-Geschäftes, aber auch durch erhöhte Nachfrage bei den ukrainischen Molkereikunden. Die Verarbeitung von frischen Früchten lag nach einer sehr guten Ernte 2022 im Jahr 2023 etwas unter dem Vorkriegsniveau, was weniger auf den Krieg als auf allgemeine Schwankungen des Marktes zurückzuführen war. Das Geschäft der landwirtschaftlichen Farm in Luka lief in ähnlichem Ausmaß wie vor dem Krieg weiter. Auf der Kundenseite bleibt das Risiko von Zahlungsausfällen weiterhin erhöht und ist auch über entsprechende Rückstellungen abgebildet. Bisher gab es nur kleinere Zahlungsausfälle.
Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in der Ukraine verlief trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfreulich und die produzierten Mengen des Vorjahres sowie die geplanten Mengen konnten übertroffen werden. Die gesamte Produktion aus der Ernte 2023|24 wurde intern an die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, verkauft und in der Folge von Österreich aus vermarktet und ausgeliefert.
In Russland bewirkt der Ukraine-Krieg maßgebliche Verschiebungen des Marktumfeldes. Während globale Marken Absatzrückgänge verzeichnen bzw. westliche Unternehmen das Land verlassen haben, profitieren lokale Unternehmen von dieser Entwicklung, weil sie dieses Geschäft, z.B. als neue Eigentümer, übernehmen. Auch bei AGRANAs größten Kunden waren in dieser Hinsicht im letzten Geschäftsjahr massive Veränderungen zu beobachten.
Aufgrund der implementierten Sanktionen gestaltet sich die Belieferung des russischen Werkes mit Importgütern zunehmend herausfordernd. Die Warenströme haben sich einkaufsseitig weg von Europa hin Richtung Asien bewegt. Davon betroffen waren neben Früchten auch Stabilisatoren, Verpackungsmaterialien und maschinelle Ersatzteile.
Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen.
Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko durch Cyber- und Sabotageattacken mit sich.
Im Geschäftsjahr 2023|24 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen.
Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, verpflichtet die EU-Taxonomie und die ab dem nächsten Geschäftsjahr anzuwendende CSR-D analog zu den Empfehlungen der TCFD zur verstärkten Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken.
Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v.a. operative Risiken im Rahmen der Rohstoffbeschaffung) ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und des konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystems fünf Jahre.
Die gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie im Geschäftsjahr 2022|23 durchgeführte Klimawandelszenarioanalyse für 53 Produktionsstandorte wurde im Berichtsjahr 2023|24 einer näheren Detailanalyse unterzogen.
Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute "climate hazards" als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Stürme, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante "chronische" Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Gemäß den Ergebnissen stellen vor allem Wasserknappheit1 und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für die Produktionsstandorte dar. Die Ergebnisse der nachgelagerten Detailanalyse zeigten, dass sich die überwiegende Anzahl an Standorten im mittleren Risikobereich befinden, auch hier sind die Faktoren Dürre und oder Hitzewellen wie auch Wasserknappheit die häufigsten Risikoursachen. Nach der Detailanalyse blieb nur ein Risikostandort mit hoher Einstufung erhalten, wobei die Detailanalyse in den drei kriegsbetroffenen ukrainischen Standorten 2023|24 nicht durchgeführt wurde. Auf dieser Basis werden nun Adaptionsmaßnahmen geplant.
Als Ergänzung zur Klimawandel-Szenarioanalyse für die Produktionsstandorte der AGRANA-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2023|24 mit der Analyse von Klimarisiken entlang der agrarischen Wertschöpfungsketten begonnen.
Dazu wurde ein spezifisches Risikomodell für die Gruppe entwickelt, mit dem sich Klimarisiken systematisch bestimmen und im nächsten Schritt auch quantifizieren lassen. Im ersten Schritt wurde zunächst das physische Klimarisiko für die Zuckerrübe anhand ausgewählter Indikatoren ermittelt und es wurden erste mögliche Auswirkungen auf die Erträge untersucht. Zudem wurden potenzielle Resilienzmaßnahmen erarbeitet.
Zur Anwendung kamen die vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem so genannten Weltklimarat, empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5. Betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2029 sowie 2040 und 2060. Die Analyse orientiert sich an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) in den relevanten Bereichen. Auf dieser Grundlage werden die nächsten Schritte abgeleitet.
Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und den darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen (siehe dazu Abschnitt Regulatorische Risiken).
AGRANA übt ihre Geschäftstätigkeit auf ökologisch und ethisch nachhaltige und legale Art und Weise aus. Soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung stehen bei AGRANA im Mittelpunkt. AGRANA ist der Initiative UN Global Compact beigetreten und ist somit verpflichtet, deren Anforderungen umzusetzen. Die grundlegenden Werte wie die
1 Die Ergebnisse im Klimawandelszenario für Wasserknappheit wurden auf Grundlage der Datenbank "Aqueduct Global Maps 3.0 Data" ermittelt. Auf Empfehlung von Experten sowie entsprechend dem aktuellen Entwurf der CSR-D berichtet AGRANA-Risikostandorte hinsichtlich Wasserstress weiterhin nach den öffentlich, kostenfrei zugänglichen Bewertungsinstrumenten Aqueduct Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter.
Achtung der Menschenrechte sind in AGRANAs Verhaltenskodex verankert. Die Einhaltung des Verhaltenskodex ist für Mitarbeitende, Führungskräfte und Geschäftspartner verpflichtend. Der AGRANA-Konzern führt laufend Risikobewertungen und Due Diligence-Prozesse, auch hinsichtlich sozialer Aspekte, durch.
AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist weiterhin durch hohe Volatilitäten in den Einkaufs- und Verkaufsmärkten und durch konjunkturbedingte Nachfrageschwächen gekennzeichnet. Weiters können sich die geopolitische Situation und mögliche Eskalationen besonders für Europa negativ auswirken.
Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.
Der Zustrom von landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine, besonders Zucker und Getreide, übersteigt die als Unterstützung der Ukraine gedachten, zugelassenen Mengen. Die Auswirkung auf die Märkte sind sinkende Preise insbesondere in den an die Ukraine angrenzenden Ländern.
Aufgrund der volatilen Rahmenbedingungen liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren.
Für die AGRANA-Gruppe bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl die Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.
Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1 -System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in der die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.
Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten Bilanz, Gewinnund Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.
Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.
Eine interne Risikoanalyse ist auch Bestandteil des AGRANA Compliance-Managementsystems. Sie basiert auf allgemein anerkannten Indizes, die die Compliance-Risiken länder- und unternehmensspezifisch bewerten. Zusätzlich werden konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen. Die Risikoanalyse wird zwischen dem Konzern-Risikomanagement und dem Compliance-Office abgestimmt. Das Compliance Management System der AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2022 nach ISO 37301 und ISO 37001 zertifiziert.
Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 29. Februar 2024 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2023: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2023: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So war zum Bilanzstichtag Mag. Stephan Büttner von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.
Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.
Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.
Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des ÖCGK. Im Geschäftsjahr 2023|24 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2023 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 8. November 2023 und 15. Februar 2024 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig der Erklärung über die Einhaltung des Kodex zugestimmt.
Gemäß Regel 62 des ÖCGK ist die Umsetzung und die Einhaltung der einzelnen Regeln des Kodex regelmäßig, zumindest alle drei Jahre, einer externen Evaluierung zu unterziehen. Diese erfolgte für das Geschäftsjahr 2023|24 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, auf Basis des Fragebogens zur Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance (Fassung Jänner 2023). Der Bericht über diese externe Evaluierung ist unter www.agrana.com/ir/corporate-governance abrufbar. Im Geschäftsjahr 2026|27 wird eine neuerliche externe Evaluierung zur Einhaltung der Regeln des Kodex erfolgen.
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte 2023|24 keine Zweigniederlassungen.
Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.
Der seit dem Geschäftsjahresbeginn 2022|23 bis heute andauernde Ukraine-Krieg führte zu einer grundsätzlichen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere in den Bereichen Rohstoffe und Energie. Darüber hinaus können sich in der EU durch den gewährten bevorzugten Zugang von Agrarimporten aus der Ukraine weitere Marktverwerfungen ergeben. Trotz der momentan reduzierten Volatilität sind die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen, die Versorgungssicherheit sowie die Dauer dieser temporären Ausnahmesituation – mit Blick auf das Geschäftsjahr 2024|25 – nur schwer abschätzbar.
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2024|25 mit einem deutlichen Rückgang beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem leichten Rückgang ausgegangen.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 120 Mio. € moderat unter dem Wert von 2023|24 und somit nur noch auf Abschreibungsniveau (rund 120 Mio. €) liegen. Etwa 12 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.
Nach Validierung von AGRANAs wissenschaftsbasierten Klimazielen durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) im September 2023 wird das Geschäftsjahr 2024|25 im Zeichen der konkreten Umsetzungsplanung von Emissionsreduktionsprojekten im Bereich der eigenen Produktion (Scope 1+2) und – nach Veröffentlichung des überarbeiteten Greenhousegas Protocols sowie der für den landwirtschaftlichen Sektor relevanten Land Sector and Removals Guidance – im Bereich der vorgelagerten Lieferkette (Scope 3) stehen. Basis für die Reduktionsmaßnahmenerarbeitung im Bereich Agrarprodukte wird die schrittweise Einführung einer Primärdatenerfassung für die Berechnung von Emissionsfaktoren bei den Lieferanten sein.
Daneben wird sich AGRANA im Geschäftsjahr 2024|25 intensiv auf die steigenden Reportinganforderungen durch die Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive für das Berichtsjahr 2024|25 sowie weitere gesetzliche Anforderungen aus dem Umfeld des EU Green Deals vorbereiten.
Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird für das kommende Geschäftsjahr 2024|25 mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis vor Steuern auf aktuellem Niveau gerechnet.
Wien, am 26. April 2024
Der Vorstand:
Mag. Stephan Büttner Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Dr. Stephan Meeder
Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2024 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;
dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023|24 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 26. April 2024
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Mag. Stephan Büttner Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Dr. Stephan Meeder
Wir haben den Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 29. Februar 2024, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 29. Februar 2024 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden im Jahresabschluss zum 29. Februar 2024 mit einem Buchwert von 417,0 Mio EUR unter dem Bilanzposten III Finanzanlagen ausgewiesen und stellen mit 31,2% der Bilanzsumme einen wesentlichen Teil des Vermögens der Gesellschaft dar.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen unter Punkt 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Seite 7 des Anhangs.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder im Fall von voraussichtlich dauernder Wertminderung zum geringeren beizulegenden Wert erfasst. Bei Wegfall der dauernden Wertminderungen werden Zuschreibungen auf den beizulegenden Wert bis maximal zur Höher der Anschaffungskosten vorgenommen.
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Der Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft für das am 28. Februar 2023 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 28. April 2023 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juli 2023 als Abschlussprüfer gewählt und am 7. Juli 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 29. Februar 2024 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 29. Februar 2024 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Wilhelm Kovsca.
Wien, am 26. April 2024
KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert: Mag. Wilhelm Kovsca Wirtschaftsprüfer
der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB
| 2023 24 | |
|---|---|
| € | |
| Das Geschäftsjahr vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024 | |
| schließt mit einem Bilanzgewinn von | 85.888.398 |
| Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, | |
| diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: | |
| Auf 62.488.976 Stück dividendenberechtigte Stammaktien | |
| Zahlung einer Dividende von 0,90 € pro Stammaktie | |
| (nennbetragslose Stückaktie), das sind | 56.240.078 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 29.648.320 |
| 85.888.398 |
AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]
Mag. Ulrike Middelhoff Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]
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Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
Betreffend der Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Bezüglich Definitionen zu Finanzkennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2023|24 auf Seite 224 verwiesen.
AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in diesem integrierten Geschäftsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.
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