Annual Report • Jun 2, 2023
Annual Report
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| 41 | Konzernabschluss |
|---|---|
| und Konzernlagebericht 2022 23 | |
| der AGRANA-Gruppe (nach IFRS) |
| 212 | Jahresabschluss 2022 23 |
|---|---|
214 Bilanz
215 Anhang zum Jahresabschluss

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. MÄRZ 2022 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2023 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG
| 42 | Unternehmensstruktur | 91 | Segment Zucker |
|---|---|---|---|
| 42 | Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle | 91 | Geschäftsentwicklung |
| 43 | Corporate Governance | 92 | Marktumfeld |
| 93 | Rohstoff und Produktion | ||
| 44 | Nicht-finanzielle Erklärung | 97 | Investitionen |
| nach § 267a UGB | |||
| 44 | Die nachhaltige AGRANA-Wertschöpfungskette | 98 | Forschung und Entwicklung |
| 46 | AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis | 98 | Segment Frucht |
| 47 | Wesentliche nicht-finanzielle bzw. | 99 | Segment Stärke |
| Nachhaltigkeitsbelange | 99 | Segment Zucker | |
| 49 | Organisatorische Einbindung | ||
| von Nachhaltigkeit bei AGRANA und | 101 | Personal- und Sozialbericht | |
| Grenzen dieses Berichtes | 101 | Personalmanagement | |
| 50 | Managementansätze wesentlicher | 103 | Personalentwicklung und Weiterbildung |
| nicht-finanzieller Belange | 104 | Arbeitssicherheit und Gesundheit | |
| 107 | Vereinbarkeit von Beruf und Familie | ||
| 70 | Ertrags-, Finanz-, und | ||
| Vermögenslage | 108 | Risikomanagement | |
| 70 | Änderungen im Konsolidierungskreis | 108 | Risikopolitik |
| 70 | Umsatz- und Ertragslage | 109 | Wesentliche Risiken und Ungewissheiten |
| 72 | Investitionen | 109 | Operative Risiken |
| 73 | Cashflow | 112 | Regulatorische Risiken |
| 73 | Vermögens- und Finanzlage | 115 | Rechtliche Risiken |
| 75 | Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente | 115 | Finanzielle Risiken |
| 77 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | 116 | Klimawandelrisiken und andere ESG-Risiken |
| 118 | Gesamtrisiko | ||
| 78 | Segment Frucht | 119 | Internes Kontroll- und Risiko |
| 78 | Geschäftsentwicklung | Managementsystem | |
| 79 | Marktumfeld | ||
| 80 | Rohstoff und Produktion | 120 | Kapital-, Anteils-, Stimm |
| 84 | Investitionen | und Kontrollrechte | |
| 85 | Segment Stärke | 121 | Prognosebericht |
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Rund 8.700 Mitarbeitende (FTEs)1 an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2022|23 einen Konzernumsatz von rund 3,6 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Düngeund hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohrrohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.
Informationen zu Corporate Governance befinden sich im Corporate Governance-Bericht der AGRANA sowie auf der Website des Unternehmens unter www.agrana.com/ir/corporate-governance.

¹ Die Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB wurde in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt.

Spätestens bis 2050: Netto-Null Emissionen (Scope 1+2+3) über die gesamte Wertschöpfungskette der AGRANA-Gruppe
SBTi-Ziele bis 2030|31 (in Verifizierung): Reduktion der Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2) um 50 % sowie der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) um etwa 34 % gegenüber dem Basisjahr 2019|20
2040: Netto-Null Emissionen aus der Produktion (Scope 1+2) der AGRANA-Gruppe
Bereich Fruchtzubereitungen Ziele bis 2024|25:
Ziel bis 2030|31:
100 % nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 80f)
Ziele bis 2026|27: siehe Personalbericht, Seite 106

AGRANA berichtet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit (Beschreibung des Geschäftsmodelles, siehe Seite 42f) wesentliche nicht-finanzielle Belange - mit einem grünen Fußabdruck gekennzeichnet - in den Konzernlagebericht integriert. Diese nicht-finanzielle Erklärung bietet einen Überblick über das Nachhaltigkeitsverständnis von AGRANA, Governance-Strukturen zum Thema Nachhaltigkeit, die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse, Managementansätze der wichtigsten nichtfinanziellen Belange und deren organisatorische und inhaltliche Berichtsgrenzen sowie relevante Leistungsindikatoren auf Gruppen-Ebene. Details zu Maßnahmen und Leistungsindikatoren sowie Ziele in den einzelnen Bereichen werden in den Segmentberichten, im Kapitel Personal- und Sozialbericht sowie im Corporate Governance-Bericht dargestellt.
AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitenden als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:
Wir bei AGRANA …
AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.
| Wesentliche Stakeholder-Gruppen | Formate des Dialogs | ||
|---|---|---|---|
| Rohstofflieferanten | Regelmäßige Beratungsgespräche im Rahmen des AGRANA4you Programmes; Feldbegehungen, Feldtage und Versuchsbesichtigungen; Kontrahierungsveranstaltungen der Segmente Stärke und Zucker physisch und in Form von Webinaren; Spezial-Webinare für Rüben-Neuanbauer, Versammlungen zur Kontrahierung und fachlicher Austausch; intensive Kommunikation via Social Media (v.a. Facebook) |
||
| Industriekunden | Nach der Pandemie-Pause fanden die wichtigsten internationalen Food-and-Beverage-Messen im Geschäftsjahr 2022 23 mit größtenteils sehr zufriedenstellenden Besucherzahlen wieder physisch statt. Die Messe-Highlights im Jahr 2022 waren die GULFOOD Manufacturing in Dubai, die IFT in Chicago sowie die Food Ingredients Europe in Paris. Die größte Bio-Messe in Europa – die Biofach in Nürnberg – fand an zwei Terminen im Juli (2022) und im Februar (2023) statt. AGRANA und AUSTRIA JUICE stellten auf allen fünf Messen erfolgreich Neuheiten und Innovationen vor. |
||
| Anrainer | Telefonische und schriftliche Kontakte im Rahmen des Anrainermanagements |
||
| Investoren, Öffentlichkeit | Laufende Investor Relations- und Public Relations-Arbeit; digitale und physische Roadshows für institutionelle Investoren; Pressekonferenzen und Hauptversammlung in Präsenz |
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| Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | Informationen via Intranet (AGRAnet) und in sozialen Medien; Town Hall Meetings einmal im Quartal |
AGRANA veredelte im Geschäftsjahr 2022|23 in den Geschäftssegmenten Frucht, Stärke und Zucker weltweit rund 8,6 Mio. Tonnen (Vorjahr: 9,8 Mio. Tonnen) agrarische Rohstoffe und verkaufte rund 5,4 Mio. Tonnen (Vorjahr: 5,7 Mio. Tonnen) hochwertige Produkte.
Im Berichtsjahr wurde eine Wesentlichkeitsanalyse nach den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) durchgeführt. Die Tabelle auf der nächsten Seite gibt einen Überblick über die Einschätzung interner Expertinnen und Experten hinsichtlich (positiver oder negativer, potenzieller oder tatsächlicher) Auswirkungen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft (inside-out Perspektive) in unterschiedlichen, nachhaltigkeitsrelevanten Aspekten. Die Auswirkungen wurden bezüglich ihres Ausmaßes, ihrer Tragweite und ihrer Behebbarkeit im Falle negativer Auswirkungen gemäß dem Standard GRI 3 beziehungsweise dem zum Berichterstellungszeitpunkt vorliegenden Entwurf der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSR-D) mit einem Zahlenwert beurteilt.
An dem Prozess waren über 20 Mitarbeitende verschiedener Abteilungen sowie aller AGRANA- Segmente beteiligt. In der Darstellung wurde je nach Bewertung in drei Kategorien "Signifikant", "Wichtig" und "Grundlegend" unterteilt. Unter "Grundlegend" fallen alle GRI-Standards, die zwar gewisse numerische Schwellenwerte in der internen Beurteilung für die gesamte AGRANA-Gruppe nicht erreichten, aber entweder für einzelne Geschäftsbereiche von AGRANA relevant oder aufgrund gesetzlicher Anforderungen oder Erwartungen von Stakeholdern jedenfalls zu berichten sind (Compliance, Governance etc.).
Die zu den Vorjahren unveränderten wesentlichsten Handlungsfelder für AGRANA sind:
Im Geschäftsjahr 2023|24 wird die Wesentlichkeitsanalyse hinsichtlich der Anforderungen der zukünftig gültigen CSR-D weiterentwickelt.
| AGRANA-Handlungsfeld | GRI-Standard | Signifikant |
|---|---|---|
| Rohstoffbeschaffung | 201-2 | Finanzielle Folgen des Klimawandels für die Organisation und andere mit dem Klimawandel verbundene Risiken und Chancen |
| Emissionen | 305-1 | Direkte THG-Emissionen (Scope 1) |
| 305-2 | Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2) | |
| 305-3 | Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3) | |
| 305-5 | Senkung der THG-Emissionen | |
| AGRANA-Handlungsfeld | GRI-Standard | Wichtig |
| Rohstoffbeschaffung | 301-1 | Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen |
| Energieverbrauch | 302-1 | Energieverbrauch innerhalb der Organisation |
| 302-2 | Energieverbrauch außerhalb der Organisation Energieintensität |
|
| 302-3 302-4 |
Verringerung des Energieverbrauchs | |
| Wasser | 303-3 | Wasserentnahme |
| Biodiversität | 304-2 | Erhebliche Auswirkungen von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen auf die Biodiversität |
| Produktverantwortung | 416-1 | Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit |
| Unsere Mitarbeitenden | 405-2 | Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von |
| Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern | ||
| AGRANA-Handlungsfeld | GRI-Standard | Grundlegend |
| Compliance | 205-1 | Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden |
| 205-2 | Kommunikation und Schulungen zu Richtlinien und | |
| Verfahren zur Korruptionsbekämpfung | ||
| 205-3 | Bestätigte Korruptionsvorfälle und ergriffene Maßnahmen | |
| 206-1 | Rechtsverfahren aufgrund von wettbewerbswidrigem Verhalten | |
| 416-2 | oder Kartell- und Monopolbildung Verstöße im Zusammenhang mit den Auswirkungen von |
|
| Produkten und Dienstleistungen auf die Gesundheit und Sicherheit | ||
| 417-2 | Verstöße im Zusammenhang mit Produkt- und Dienstleistungs- | |
| informationen und der Kennzeichnung | ||
| Governance | 405-1 | Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten |
| Emissionen | 305-4 | Intensität der THG-Emissionen |
| Rohstoffbeschaffung | 408-1 | Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Kinderarbeit |
| 409-1 | Betriebsstätten und Lieferanten mit einem erheblichen Risiko für Vorfälle von Zwangs- oder Pflichtarbeit |
|
| 308-2 | Negative ökologische Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen |
|
| 407-1 | Betriebsstätten und Lieferanten, bei denen das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte |
|
| 414-2 | Negative soziale Auswirkungen in der Lieferkette und | |
| ergriffene Maßnahmen | ||
| Wasser | 303-1 | Wasser als gemeinsam genutzte Ressource |
| 303-2 | Umgang mit den Auswirkungen der Wasserrückführung | |
| Unsere Mitarbeitenden | 303-5 | Wasserverbrauch Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz |
| 403-1 403-2 |
Gefahrenidentifikation, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen |
|
| 403-3 | Arbeitsmedizinische Dienste | |
| 403-4 | Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation | |
| 403-5 | Mitarbeiterschulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz | |
| 403-6 | Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter | |
| 403-7 | Vermeidung und Milderung von direkt mit Geschäfts- | |
| beziehungen verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit | ||
| und den Gesundheitsschutz | ||
| 403-9 | Arbeitsbedingte Verletzungen | |
| 404-1 | Durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestelltem |
|
| Abfall | 306-1 | Anfallender Abfall und erhebliche abfallbezogene Auswirkungen |
| 306-2 | Management erheblicher abfallbezogener Auswirkungen | |
| 306-3 | Angefallener Abfall |

Nachhaltigkeitsaufgaben sind integraler Bestandteil vieler bzw. aller Unternehmensfunktionen, die Darstellung gibt daher nur die für das Thema bedeutendsten Konzernfunktionen wieder. Bisher wurde Nachhaltigkeit vom Gesamtvorstand behandelt, doch angesichts steigender ökologischer und sozialer Herausforderungen wurde im November 2022 ein eigenes Vorstandsressort unter dem CTO, Dr. Norbert Harringer, definiert, der schon bisher Nachhaltigkeitsbelange in allen Sitzungen an den Aufsichtsrat berichtete. Die funktionale Integration von Nachhaltigkeitsbelangen spiegelte sich in der Steuerungsverantwortung und Entscheidungsfindung im Aufsichtsrat wider, die im gesamten Berichtsjahr weiterhin durch alle Aufsichtsratsmitglieder gemeinschaftlich wahrgenommen wurde.
Die organisatorischen Berichtsgrenzen für die in diesen Geschäftsbericht 2022|23 integrierten nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsbelange (GRI-Berichtsgrenzen) umfassen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit und entsprechen dem finanziellen Konsolidierungskreis. Daher sind in den nicht-finanziellen Daten die Joint Venture-Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) sowie die AGRANA-STUDEN-Gruppe und die Beta Pura GmbH (Segment Zucker) nicht enthalten (außer wo explizit gekennzeichnet). In Summe deckt die GRI- bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung damit 53 von insgesamt 55 Produktionsstandorten weltweit ab.
In diesem Abschnitt werden einerseits die auf AGRANA wirkenden Risiken im Sinne der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und andererseits die von AGRANA potenziell ausgelösten wesentlichen Risiken, die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Belange laut § 267a UGB haben, dargestellt. Er deckt auch die Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) ab. Daneben bietet er eine inhaltliche Abgrenzung und eine allgemeine konzernweite Übersicht zu Belangen, die für AGRANAs Stakeholder besondere Bedeutung haben.
Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, aber auch der potenziellen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Herstellung landwirtschaftlicher Rohwaren, konzentriert AGRANA ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke) und beschränkt ihre nichtfinanzielle Berichterstattung bisher auf diesen Bereich der Beschaffung. In Vorbereitung einer EU-Richtlinie zu Lieferkettensorgfaltspflichten wird die strukturierte Berichterstattung für die Beschaffung von nicht agrarischen Gütern und Dienstleistungen ab dem Geschäftsjahr 2023|24 ausgebaut.
AGRANA ist im Bereich der Beschaffung agrarischer Rohstoffe von physischen Risiken durch den Klimawandel, z.B. in Form einer zunehmenden Anzahl von Extremwetterereignissen, verstärktem Schädlingsdruck und daraus resultierenden Herausforderungen im Bereich Rohstoffverfügbarkeit und Preisvolatilität, direkt betroffen (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement/Operative Risiken/Beschaffungsrisiken, Seite 109f).
Andererseits trägt AGRANA im Rahmen ihrer Rohstoffbeschaffung indirekt zu potenziell negativen Auswirkungen des Rohstoffanbaus bei bzw. steht durch ihre Lieferantenauswahl damit in Verbindung. Dies betrifft negative ökologische Auswirkungen, wie z.B. Flächenverbrauch oder –konkurrenz, Pestizideinsatz, Bodenerosion- und -degradation, Wassermangel oder schlechte Wasserqualität sowie Reduktion der Biodiversität. Daneben könnten auch negative soziale Auswirkungen, wie z.B. Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit sowie schlechte Arbeitsbedingungen, durch AGRANAs Lieferbetriebe verursacht werden.
Wenngleich AGRANA keinen direkten Einfluss auf die Betriebsführung ihrer Lieferanten hat, strebt sie im Rahmen des Vorsorgeprinzips durch ihre Lieferantenauswahl eine Vermeidung bzw. Minimierung dieser Umwelt- und Sozialrisiken an. AGRANA hat die Erwartungen an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten in ihren Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die für den Bereich der Sozialkriterien eine Referenz auf den AGRANA-Verhaltenskodex enthalten, niedergeschrieben. Die Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte wurden im Geschäftsjahr 2020|21 überarbeitet und sind Bestandteil von Lieferverträgen. Um Aspekten wie der Sicherstellung von Entwaldungsfreiheit und Emissionsreduktion in der Lieferkette ebenfalls Rechnung zu tragen, wird 2023|24 eine weitere Anpassung dieser Grundsätze vorgenommen und veröffentlicht. Der AGRANA-Verhaltenskodex gilt im Rahmen der Allgemeinen Einkaufsbedingungen bzw. Geschäftsbedingungen auch für alle anderen Geschäftspartner, von denen AGRANA Waren und/oder Dienstleistungen bezieht.
Um Umwelt- und Sozialaspekte in der agrarischen Lieferkette unabhängig vom Beschaffungsmodell strukturiert bearbeiten und dokumentieren zu können, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei der SAI Platform, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Frucht, Stärke und Zucker an den für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.
Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie AGRANA, mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.
Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 109 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten, wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik
anwenden, zumindest FSA Silber-Status erreichen sollen.
Die externe Verifizierung des FSA-Nachhaltigkeitslevels der AGRANA-Kontraktlandwirte unterliegt einem dreijährigen Zyklus, der mit dem Jahr 2017 begann. Die letzte Runde von Re-Verifizierungsaudits wurde im Sommer 2021 abgeschlossen. Mit Ausnahme der rumänischen Rübenproduzenten erreichten die Landwirte in allen Ländern das AGRANA-Ziel des FSA-Silber Status oder höher. Die nächste Verifizierung nach der neuen Systematik FSA 3.0 findet planmäßig im Geschäftsjahr 2023|24 statt.
Zusätzlich zur direkten Anwendung des FSA stellt die SAI Platform ein umfassendes Benchmarking-System zur Verfügung, das gewährleistet, dass landwirtschaftliche Betriebe, die schon über einschlägige Zertifizierungen (z.B. Global GAP oder Rainforest Alliance) verfügen oder an unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsprogrammen teilnehmen, eine FSA-Äquivalenz erhalten, was den Kontrollaufwand maßgeblich reduziert.
Die Zertifizierung nach internationalen bzw. unternehmensspezifischen Standards sowie die externe Verifizierung der betrieblichen Selbstauskünfte im Rahmen des FSA, unter Einhaltung der Regeln des SAI Implementation Framework, ermöglicht landwirtschaftlichen Produzenten und der verarbeitenden Industrie die Auslobung des jeweiligen FSA-Nachhaltigkeitsstatus im B2B-Bereich.
Im Geschäftsjahr 2022|23 waren rund 82 % der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffmenge im SAI FSA-System direkt oder indirekt erfasst.
Unter regenerativer Landwirtschaft wird gemeinhin ein Zugang zur landwirtschaftlichen Produktion verstanden, der auf die Konservierung bzw. den Wiederaufbau von Agrarflächen und Ökosystemen abzielt und Maßnahmen für Boden, Wasser und Biodiversität umfasst.
Grundsätzliche Maßnahmen zum Bodenschutz, wie Fruchtfolgen, bodenschonender Technikeinsatz oder Düngerempfehlungen auf Basis regelmäßiger Bodenanalysen, sind schon seit vielen Jahren von AGRANA von ihren Lieferanten geforderte Praxis, weitere innovative Modelle und Maßnahmen sind in Entwicklung.
Biodiversität ist für AGRANA v.a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion,
von Bedeutung. AGRANA berichtet
Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. AGRANA setzt auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder zur Erhöhung der Artenvielfalt um. Beispielsweise unterhält AGRANA seit 2016 ein Projekt zum Schutz von Bienen, in dessen Rahmen an allen österreichischen Standorten jeweils zehn Bienenstöcke aufgestellt wurden. Diese werden teilweise auch für Workshops zur Wissensvermittlung über die Zusammenhänge in der Natur für Volksschulen genutzt.
Auf AGRANA indirekt wirkende wasserbedingte Risiken in ihrer Lieferkette, der landwirtschaftlichen Produktion, werden implizit im Rahmen der operativen Beschaffungsrisiken vom Risikomanagement erfasst (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 109f). Die von AGRANA in der EU beschafften und verarbeiteten Ackerkulturen werden gegenwärtig größtenteils nicht bewässert. Kennzahlen zur Wassernutzung in der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden daher v.a. aufgrund eingeschränkter Relevanz und auch aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit sowie Verlässlichkeit im internationalen Beschaffungsbereich bisher nicht berichtet. Dennoch ist sich AGRANA der steigenden Bedeutung von Wasserverfügbarkeits- und Qualitätsanforderungen unter dem Aspekt klimatischer Veränderungen und der Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel bewusst. Im Geschäftsjahr 2023|24 werden diese Risiken im Rahmen der Durchführung einer Klimawandelszenarioanalyse für die vorgelagerte Lieferkette bearbeitet (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 116f).
Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltbelangen stellt ihre Umweltpolitik dar, welche unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips die Grundlage zur Vermeidung bzw. Reduktion negativer ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen im Rahmen von AGRANAs Produktion bildet und auch einen Beschwerdeprozess enthält. Sie wurde im Geschäftsjahr 2020|21 überarbeitet, um AGRANAs Klimastrategie zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern in der Produktion bis 2040 Rechnung zu tragen. Um das Engagement von AGRANA bei der Science Based Targets Initiative widerzuspiegeln, wird die AGRANA-Umweltpolitik im Geschäftsjahr 2023|24 aktualisiert.
Im Bereich der Energieversorgung wirken transitorische Risiken auf AGRANA, wie z.B. im Rahmen des Kampfes gegen den Klimawandel angedachte nationale gesetzliche Verbote (bestimmter) fossiler Brennstoffe oder eine CO2-Besteuerung. Ein System der branchenumfassenden CO2-Besteuerung ist aus AGRANAs Sicht gesellschaftlich zur Herstellung von Kostenwahrheit und als Investitionsanreiz in erneuerbare Technologien notwendig. Wird es nur national oder in der EU und ohne entsprechende Exportentlastungen bzw. Importbelastungen für CO2- Frachten eingeführt, würde es die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens einschränken. (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 113f, 116f).
Die v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker energieintensive AGRANA-Veredelung von landwirtschaftlichen Rohstoffen, die auch dem EU-Emissionshandelssystem unterliegt, hat durch die entstehenden Treibhausgasemissionen negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Diese liegen in AGRANAs direktem Einflussbereich. AGRANA nimmt ihre Verantwortung wahr und wird schädliche Emissionen immer weiter reduzieren, um bis 2040 Netto-Null Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) auszuweisen. Basis und Unterstützung im Monitoring für die AGRANA-Klimastrategie bilden die Energiemanagementsysteme der AGRANA-Produktionsstandorte. Die Energiemanagementsysteme von rund 37,7 % (Vorjahr: 37,7 %) aller AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen
(siehe Seite 49) waren im Berichtsjahr nach ISO 50001 zertifiziert.
Grundsätzlich sind absolute Energieeinsatz- und Emissionswerte aufgrund jährlich teilweise stark schwankender Rohstoffverarbeitungsmengen (v.a. im Segment Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate) und dem damit verbundenen schwankenden absoluten Energieeinsatz bzw. der ausgelösten Emissionen bezüglich Effizienzverbesserungen wenig aussagekräftig, weshalb AGRANA zusätzlich immer Energie- und Emissionsintensität pro Tonne Produktoutput berichtet.
Vor allem die um rund 16,2 % geringere Rübenverarbeitung im Segment Zucker sowie eine um jeweils ca. 10 % geringere Rohstoffverarbeitung im Segment Stärke und dem Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate führten zur Reduktion des Gesamtenergieeinsatzes (Scope 1+2) von rund 10,2 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 13,97 Mio. GJ. Der spez. Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput sank auf 3,21 GJ. Die absoluten Emissionen konnten trotz des Einsatzes von rund 22.000 Tonnen Heizöl Extraleicht (HEL) in Österreich um Erdgas zu substituieren und potenzielle Versorgungsunsicherheiten zu vermeiden, um rund 9 % reduziert werden. Die spezifischen Emissionen pro Tonne Produktoutput blieben aufgrund der geringeren Produktionsmengen mit rund 163 kg CO2 annähernd konstant.






Im Berichtsjahr 2021|22 wurden erstmals Daten zu Scope 3 Emissionen (vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette) nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol für das Basisjahr 2019|20 der AGRANA-Klimastrategie strukturiert erfasst. Dafür hat AGRANA die Primärdaten aus allen Geschäftssegmenten in unterschiedlichen Scope 3 Kategorien mit Emissionsfaktoren aus den methodisch vergleichbar und umfassend (inkl. Effekten aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen wo relevant) arbeitenden Datenbanken von ecoinvent und der Quantis World Food Database verknüpft. Gemeinsam mit den bestehenden Scope 1 und Scope 2 Emissionen aus der eigenen Produktion wurde der Corporate Carbon Footprint berechnet. Emissionsberechnungen aus dem Bereich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind speziell im Agrarbereich, mit großer Unsicherheit behaftet, die sich einerseits aus der Methodik und andererseits aus der eingeschränkten Verfügbarkeit von Emissionsmessungen aus dem Anbau ergibt (siehe Projekt zu Primärdatenerhebung auf Seite 54). Unter den gegebenen Unsicherheiten wurden im Geschäftsbericht 2021|22 an dieser Stelle 5,6 Mio. tCO2e ausgewiesen, die sich im Rahmen einer vertiefenden Analyse jedoch um rund 500.000 tCO2e zu hoch herausgestellt haben (Mehrfachzählung im Segment Stärke). Die AGRANA-Gruppe löste daher 2019|20 Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) von insgesamt rund 5,14 Mio. Tonnen CO2e aus. Die Aussage hinsichtlich der Anteile von Scope 1,2,3 am gesamten Corporate Carbon Footprint ändert sich dadurch nur minimal.
Der mit 82 % größte Anteil entfiel dabei auf die Emissionen aus der von AGRANA nicht direkt
beeinflussbaren vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3 Emissionen).
Rund 18 % der durch die AGRANA-Geschäftstätigkeit ausgelösten Gesamtemissionen entfielen auf von AGRANA direkt beeinflussbare Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2).
Mit 2,8 Mio. Tonnen CO2e löste das Segment Stärke rund 55 % der Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) der AGRANA-Gruppe im Geschäftsjahr 2019|20 aus. Danach folgten mit rund 1,2 Mio. Tonnen CO2e (23 %) das Segment Zucker bzw. mit rund 1,1 Mio. Tonnen CO2e (22 %) das Segment Frucht.
Die größten Emissionseinträge in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) stammten im Geschäftsjahr 2019|20 mit rund 78 % aus dem Anbau von Agrarrohstoffen und dem Einkauf sonstiger Güter sowie Dienstleistungen (Kategorie 3.1.). Deren Transport zu AGRANAs Produktionsstandorten (Kategorie 3.4) stellte mit 6,8 % den nächstgrößten Eintrag dar. Daneben führt auch der – von AGRANA kaum zu beeinflussende – Transport von AGRANA-Produkten zu ihren Kunden (Kategorie 3.9) mit 5,3 % zu einem relevanten Emissionseintrag. Unter der Kategorie 3.12 "Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebensende" (Anteil: 5,2 %) fasste AGRANA Emissionen aus der Entsorgung von Verpackungsmaterialien jeglicher Art zusammen. Weitere Aussagen zum im Rahmen der Nutzung der von AGRANA erzeugten Lebensmittel bzw. -zutaten und technischen Produkte verursachten Emissionen sind aus Gründen fehlender Datenverfügbarkeit nicht möglich.

1 Die abgebildeten Werte für 2022|23 wurden aus zeitlichen Gründen primär über Faktoren auf Basis der Verarbeitungsmengen der wesentlichsten agrarischen Rohstoffe angepasst (Ausnahme: Fruchtzubereitungen).
2 Summe aus 3.2 Kapitalgütern, 3.6 Geschäftsreisen, 3.5 Abfall, 3.8 Angemieteten oder geleasten Sachanlagen (v.a. Lagerraum, Büros) sowie 3.7 Mitarbeitermobilität/Pendeln
Im Geschäftsjahr 2019|20 hat AGRANA die Entwicklung einer Klimastrategie in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen bzw. den Vorgaben des europäischen Green Deal und des österreichischen Energie- und Klimaplans, welche Netto-Null Emissionen bis 2050 bzw. 2040 vorsehen, gestartet.
Im Juli 2021 trat AGRANA der Science Based Targets Initiative (SBTi) bei. Im Rahmen dieser Initiative verpflichten sich Unternehmen dazu, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen zu setzen. Im November 2022 reichte das Unternehmen seine wissenschaftsbasierten Ziele zur Verifizierung bei SBTi ein, der Validierungsprozess dieser Ziele startet Ende Mai 2023.
Im Rahmen ihrer eingereichten Science Based Targets verpflichtet sich AGRANA dazu, die Emissionen aus ihrer Produktion (Scope 1+2) bis 2030|31 um 50 % sowie die Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) um etwa 34 % – jeweils gegenüber dem Basisjahr 2019|20 – zu reduzieren. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, bis 2040 Netto-Null Emissionen in der eigenen Produktion (Scope 1+2) und bis spätestens 2050 Netto-Null Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette auszuweisen.
Der Emissionsreduktionspfad in der eigenen Produktion (Scope 1+2) sieht den kontinuierlichen Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energieträger vor, um bis 2040 Netto-Null Emissionen ausweisen zu können. Das bedeutet zum Beispiel:
AGRANA verfolgt ein Prinzip der vollständigen Rohstoffverwertung zu Haupt- und Nebenprodukten (v.a. Futter- und Düngemittel). In der Phase ab spätestens 2026|27 soll neben die stoffliche Verwertung die vermehrte energetische Nutzung eiweißarmer Rohstoffreste treten, um alle Rohstoffbestandteile
weiterhin vollständig, aber auch im Sinne des Klimaschutzes optimal zu nutzen. In der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár werden Rübenschnitzel und sonstige Rübenreststoffe bereits seit einigen Jahren zur Biogasproduktion verwendet (siehe Segment Zucker, Seite 95f).
In diesem Zusammenhang fehlen allerdings verbindliche regulatorische Grundlagen bezüglich der emissionsreduzierenden Bilanzierung unterschiedlicher Biomasseträger. Daneben erfolgt die energetische Verwertung der Biomasse zu Lasten der Futtermittelerlöse. Daher bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen, um sie gesetzeskonform und rentabel umsetzen zu können. Aufgrund der Herausforderungen bezüglich der Bilanzierung, sowie der physischen und wirtschaftlichen Verfügbarkeit emissionsarmer Biomasse, wird ein weiteres Feld des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern die verstärkte Elektrifizierung von Prozessen sein.
In Summe müsste AGRANA, basierend auf heutigen Annahmen, bis 2040 rund 470 Mio. € investieren, um die in ihrer Produktion bei der Verarbeitung der eingesetzten Rohstoffe entstehenden Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) zu vermeiden, wobei konkrete Projekte nur im Rahmen der unternehmensinternen Fünfjahresplanung hinterlegt sind (darüberhinausgehende Projekte und Kostenschätzungen wurden bisher nur modelliert).
Emissionen aus dem Bereich Landwirtschaft und Ernährung trugen 2019 rund 31 %1 zu den weltweiten menschengemachten Emissionen bei. Auch im Rahmen des EU Green Deals wird der Reduktion von Emissionen aus dem landwirtschaftlichen Anbau im Rahmen der "Farm to Fork"- bzw. "Vom Hof auf den Tisch"-Strategie große Bedeutung beigemessen. Wenngleich pauschale Vorgaben, wie zum Beispiel die Reduktion des chemischen Düngemitteleinsatzes um mindestens 20 %, kontroversiell diskutiert werden können, zeigen sie doch ein wesentliches Handlungsfeld im Klimaschutz auf.
Der wesentliche Eintrag mit rund 78 % in den Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe im Bereich der Scope 3-Emissionen erfolgt durch den Anbau der vom Unternehmen verarbeiteten agrarischen Rohstoffe. Die Reduktion von in der landwirtschaftlichen Produktion entstehenden Emissionen ist daher der Fokus für AGRANAs Reduktion von Scope 3-Emissionen.
Im Berichtsjahr 2022|23 wurden daher im Zuge mehrerer Expertinnen- und Experten-Workshops Maßnahmen erarbeitet, wie und in welchem Ausmaß
Treibhausgasemissionen "am Feld" reduziert werden können. Wesentliche Ansatzpunkte sind zum Beispiel die Schaffung höherer Transparenz in der Rohstoffbeschaffung v.a. aus Übersee, um Emissionen aus Landnutzungsänderungen – unter anderem durch die Sicherstellung von Entwaldungsfreiheit – zu reduzieren, der Einsatz emissionsreduzierter Düngemittel im Anbau sowie die Einführung regenerativer Agrarpraktiken bei Lieferanten. Die Reduktion von Emissionen bzw. speziell das Erreichen von Netto-Null Emissionen in der Landwirtschaft wird wesentlich von den wissenschaftlichen bzw. regulatorischen Vorgaben zur Kohlenstoffspeicherung/ sequestrierung im Anbau (Carbon Farming) abhängen, die bisher fehlen.
Bei einer näheren Analyse der für die Berechnung des Corporate Carbon Footprint verwendeten, internationalen Datenbanken entnommenen Emissionsfaktoren für Agrarrohstoffe, zeigte sich im Zuge dieser Workshops, dass diese in ihrer Zusammensetzung oftmals nicht der von AGRANA-Expertinnen und -Experten angenommenen gelebten agrarischen Praxis ihrer Rohstofflieferanten entsprechen. Aus diesem Grund wurde im Berichtsjahr 2022|23 ein Projekt zur Erhebung von Primärdaten für die wichtigsten Rohstoffe der einzelnen Segmente gestartet, um AGRANA-spezifische Emissionsfaktoren zu berechnen. Diese Primärdaten werden bei Anbauern von Zuckerrüben, Stärkekartoffeln und Mais in Österreich, für Äpfel in Ungarn sowie für Erdbeeren in Mexiko erhoben. Dabei handelt es sich um ein erstes Pilotprojekt mit dem mittelfristigen Ziel, eine leicht anwendbare, softwaregestützte Lösung zu finden, die es Landwirten erlaubt, schnell und unkompliziert Daten zu erfassen, die ihnen und AGRANA die Berechnung eigener, rohstoffkulturspezifischer Emissionsfaktoren ermöglichen.
Um ein realistischeres Bild der Emissionen aus AGRANAs vorgelagerter Wertschöpfungskette und damit ihrer Ausgangslage für den Emissionsreduktionspfad zu erlangen, wird AGRANA im Geschäftsjahr 2023|24 den Corporate Carbon Footprint für das Geschäftsjahr 2019|20 überarbeiten (engl. "Re-baselining"). In dieser Überarbeitung werden zum einen die bisher verwendeten Sekundärdaten zu Emissionsfaktoren durch die AGRANA-spezifischen Primäremissionsfaktoren ersetzt. Daneben werden die neuen Anforderungen von SBTi für Unternehmen bzw. Produkte aus dem Forst-, Land- und Agrarsektor (FLAG) aufgenommen. Unternehmen sind zukünftig verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen in sogenannte "FLAG"- und "Non-FLAG"-Emissionen zu unterteilen – kurzum: Welche Emissionen sind direkt dem landwirtschaftlichen Anbau zuzurechnen und
welche Emissionen entstehen an anderer Stelle entlang der Wertschöpfungskette.
Auf Basis dieser Überarbeitung des Corporate Carbon Footprints 2019|20 werden im Geschäftsjahr 2023|24 alle bisher identifizierten potenziellen Emissionsreduktionsmaßnahmen einer Neubewertung unterzogen. Das Ergebnis beziehungsweise die abgeleiteten Ziele müssen schlussendlich erneut von der Science Based Targets Initiative validiert werden.
Im Geschäftsjahr 2023|24 wird außerdem der Corporate Carbon Footprint für das Berichtsjahr 2022|23 ermittelt, um ein aktuelles Abbild der emissionsseitigen Auswirkungen von AGRANA zu generieren, möglicherweise neue Emissions-Hot-Spots zu identifizieren und weitere Emissionsreduktionsmaßnahmen gemeinsam mit Lieferanten und Partnern abzuleiten.
Abschließend ist festzuhalten, dass die gesellschaftliche Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft nur durch ein umfassendes Emissionshandelssystem, das den CO2-Rucksack jeder Konsumentscheidung im Bereich Ernährung, Wohnen, Mobilität und Freizeitverhalten transparent offenlegt und CO2 intensive Lebensweisen durch ihre höheren Kosten erkennbar macht und somit Unternehmen Investitionsentscheidungen erleichtert, gelingen kann.
Wasser, die weltweit gesellschaftlich wichtigste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Wassermangel bzw. der Entzug von Wasser in wasserarmen Regionen sowie schlechte Wasserqualität oder -temperatur bei Einleitung von Abwasser stellen ein ökologisches und soziales Risiko dar.
AGRANA hat 2022|23 unter Nutzung des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute, die die genannten und zahlreiche weitere Risiken abdecken, das Wasserrisiko für alle ihre Produktionsstandorte evaluiert. Im Berichtsjahr 2022|23 lagen 15 bzw. 28,3 % der AGRANA-Standorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 49), der Großteil davon im weltweit tätigen Segment Frucht, laut den Analysen der beiden Institute aus unterschiedlichen Gründen in Gebieten mit hohem oder sehr hohem Wasserrisiko. Wenngleich keiner der AGRANA-Produktionsstandorte bisher operativ tatsächlich von quantitativer oder qualitativer Wasserknappheit betroffen oder Auslöser wesentlicher Probleme für die umliegenden Wasseranrainer war, stellt die nachhaltige, verantwortungsbewusste und allen gesetzlichen Standards entsprechende Nutzung und Ableitung von Wasser einen bedeutenden Aspekt
der AGRANA-Umweltpolitik dar. Weitere Details zum Umgang mit Wasser an den Produktionsstandorten siehe Segmentberichte (Seite 82f, 89, 96).
Im Rahmen ihrer Effizienzbemühungen nutzt AGRANA das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen. Beispielsweise haben Zuckerrüben und Äpfel einen durchschnittlichen Wassergehalt von 75 % bzw. 85 %. Nach Nutzung und Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen sowie entsprechender Aufbereitung stellt AGRANA anderen Wassernutzern das Wasser wieder zur Verfügung. In Summe gibt die AGRANA-Gruppe mehr Wasser ab, als sie aufnimmt, und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus.

AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Absolutwerte zu Wasserentnahme und –abgabe haben aufgrund schwankender jährlicher Rohstoffverarbeitungsmengen und dadurch
schwankender absoluter Wasserentnahme- und Wasserabgabewerte nur sehr eingeschränkte Aussagekraft bezüglich effizienter Wassernutzung.
Ökonomische, ökologische und soziale Risiken bzw. Auswirkungen aus dem Bereich der Abfallentstehung und -entsorgung im Rahmen von AGRANAs Geschäftstätigkeit sind dank ihrer Unternehmensphilosophie begrenzt. Für AGRANA als Verarbeiter agrarischer Rohstoffe sind die von ihr eingesetzten landwirtschaftlichen Rohwaren viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten Prinzip der vollständigen Verwertung
trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v.a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits gelangen dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.
| 2022 23 | 2021 221 | 2020 211 | |
|---|---|---|---|
| Abfallmenge gesamt davon gefährliche Abfälle |
60.136 t 520 t |
75.982 t 439 t |
75.738 t 437 t |
| Abfall pro Tonne Produktoutput davon gefährliche Abfälle pro Tonne Produktoutput |
13,6 kg 117 g |
16,0 kg 92 g |
18,0 kg 104 g |
Im Berichtsjahr 2022|23 hat die AGRANA-Gruppe ihre Abfalldefinition weiter an die europäische Regulatorik angepasst. Aus diesem Grund werden nur noch Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden ("Re-use-Mengen"), werden nicht mehr als Abfälle berichtet. Die absolute Abfallmenge der AGRANA-Gruppe aus den Vorjahren wurde zur besseren Vergleichbarkeit daher ebenfalls korrigiert. Aufgrund der niedrigeren Rohstoffverarbeitung sank die absolute Abfallmenge um 20,7 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die spezifische Abfallmenge sank aufgrund des dadurch geringeren Produktausstoßes in einem ähnlichen Ausmaß. Die gefährlichen Abfälle unterliegen starken Schwankungen, da sie teilweise am Standort bis zu einer mengenmäßig relevanten Entsorgungsmenge gesammelt werden (Details siehe Segmentberichte).
Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Produkten (Kategorie 3.4. und 3.9. Transporte vor- und nachgelagert), wie die erste Abschätzung des Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2019|20 zeigte, nur rund 12,1 % zum Treibhausgasausstoß im vor- und nachgelagerten Bereich (Scope 3) beitrug (siehe Seite 53), wird AGRANA dennoch versuchen, Transporte soweit sie vom Unternehmen beeinflusst werden können und dies infrastrukturell und wirtschaftlich möglich ist, nachhaltig zu gestalten. Einfluss hat AGRANA im Bereich vorgelagerter Transporte über eine möglichst regionale Lieferantenauswahl.
Im Geschäftsjahr 2022|23 lag der Modalsplit für die In- & Outbound-Logistik in der AGRANA-Gruppe bei rund 71,6 % Straße, 21,0 % Schiene und 7,4 % Wasser.
Bei der Belieferung weiterverarbeitender Industriekunden setzt AGRANA auf Mehrwegsysteme. 2022|23 wurden rund 70 % der weltweit verkauften Produktmenge v.a. per Silowagen oder in retournierbaren Stahlgroßcontainern an AGRANA-Abnehmer geliefert.
Nur 30 % der vertriebenen Produkte, besonders über den Einzelhandel an Konsumenten vertriebener Zucker der Wiener Zucker-Markenfamilie, wurden in Einwegverpackungen angeboten. In diesem Bereich versucht AGRANA, besonders auf nachhaltige Produktion und Wiederverwertbarkeit der Verpackungsmaterialien zu achten. Das heißt z.B. Einsatz von Papier-Verpackungen, wo die Produktschutzanforderungen dies zulassen, und Verwendung von FSC-zertifiziertem Papier. Nur für Verpackungen mit direktem Produktkontakt werden Frischfasern eingesetzt, um kein Risiko einer möglichen Produktkontamination einzugehen. Für Tertiärverpackungen aus Wellpappe werden ausschließlich Recyclingmaterialien verwendet. Für Versiegelungen kommen annähernd kunststofffreie Verbundmaterialien zur Anwendung (z.B. für Zucker-Sticks und Zucker-Sachets). Die Wiener Zucker-Markenfamilie verzichtet auf Aluminium.
Die interne normative Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitenden stellt der AGRANA-Verhaltenskodex dar, der im Geschäftsjahr 2022|23 überarbeitet wurde. Er enthält u.a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Daneben werden auch die Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen festgeschrieben. Seine Einhaltung soll ökonomische Risiken, wie schwierige Mitarbeiterfindung, ineffiziente Betriebsabläufe, Streiks und Reputationsverlust für AGRANA, sowie soziale Risiken, wie ein unsicheres, gesundheitsgefährdendes, diskriminierendes, unfaires Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden vermeiden bzw. minimieren. Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde er um eine Konzern-Richtlinie zu Diversität und Inklusion ergänzt. Daneben ist AGRANA Mitglied des UN Global Compact, um ihr Engagement in Sozialbelangen zu untermauern. Dieser beinhaltet zehn grundlegende Prinzipien, die Bereiche rund um Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung umfassen.
Die Arbeitsverhältnisse von rund 61 % der AGRANA-Mitarbeitenden1 weltweit unterlagen 2022|23 einem Kollektivvertrag. Die Interessen von etwa 65 % der Mitarbeitenden wurden durch einen lokalen Betriebsrat oder Gewerkschaftsvertreter repräsentiert.
1
An jenen Standorten, an denen keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechte eingerichtet, die für alle Mitarbeitenden zur Verfügung stehen. Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen. Daneben steht Mitarbeitenden das AGRANA-Whistleblowing-System zur Verfügung.
Das Geschäftsjahr 2022|23 war (vor allem im Segment Frucht) weiterhin von COVID-19 geprägt, was eine fortlaufende Kommunikation zu Abstands- und Hygieneregeln im Produktionsbereich sowie bei Angestellten zur Folge hatte. Die lokalen Krisen-Teams haben routiniert jede Herausforderung bewältigt und aufgrund eines breiten Spektrums an Maßnahmen (Abstands- und Hygieneregeln, Umstellungen von Produktionsschichten und -planung, erhöhtes Ausmaß an Telearbeit/Home-Office, Unterstützung von Testund Impfkampagnen usw.) wurde sowohl die Gesundheit der Belegschaft als auch die Produktionsoder Lieferfähigkeit sichergestellt. Zu Beginn des Geschäftsjahres wurde AGRANA Frucht in Südkorea besonders getroffen, im Juli 2022 sind in Mexiko und den USA die Infektionszahlen stark gestiegen. Ab Mitte Oktober 2022 war die allgemeine Lage stabil und es wurde auf Konzernebene entschieden, das wöchentliche Reporting über die Infektionszahlen einzustellen.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Das SEDEX-Assessment und Audit zielt vor allem auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) ab, enthält aber auch einige Fragen zu Umweltaspekten. Zum Bilanzstichtag 2023 verfügten rund 66 % (Vorjahr: 52,8 %) bzw. 35 der AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen über gültige SMETA- oder vergleichbare Sozialaudits. Es wurden keine wesentlichen Verstöße festgestellt. Die SMETA-Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.
Die im Geschäftsjahr 2022|23 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeitende werden im Personalbericht (siehe Seite 101ff) kommentiert.
Die Risiken und Managementansätze sowie die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2022|23 zu den Themen Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung bzw. Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden im Bereich Compliance im Corporate Governance-Bericht (siehe Seite 30f) dargestellt.
Oberstes Ziel der AGRANA-Qualitätspolitik ist es, den Kundenbedürfnissen entsprechende, für den Verzehr sichere Lebens- und Futtermittel zu erzeugen. Die Einhaltung der zahlreichen geltenden nationalen und internationalen Anforderungen an die Produktsicherheit an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA die oberste Priorität dar.
Zusätzlich zu den lokalen gesetzlichen Vorschriften für Lebens- und Futtermittel setzt AGRANA im Bereich Lebensmittelsicherheit auf Zertifizierungen nach Standards, die durch die Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt sind. Wichtiger Teil dieser Standards sind sogenannte Gefahrenabwehrpläne. Diese dienen der Identifizierung und Beherrschung möglicher chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Gefahren für die menschliche Gesundheit. Die Gefahrenabwehrpläne werden regelmäßig überprüft und verbessert.
Die Umsetzung der Anforderungen aus Gesetzen und Standards wird durch informierte, geschulte und verantwortungsvoll agierende Mitarbeitende – topdown und bottom-up – sichergestellt. Dadurch trägt AGRANA auch der Einführung und Aufrechterhaltung einer Lebensmittelsicherheitskultur Rechnung.
In ihrem Bestreben nach Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit geht AGRANA über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat international anerkannte Standards für Produktsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt.
Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Koscher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2022|23 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.
Die kontinuierliche Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von AGRANA hergestellten Lebens- und Futtermittel erfolgt durch externe Zertifizierungen, Kunden- und Lieferantenaudits sowie ein internes Auditsystem.
Im Geschäftsjahr 2022|23 wurde seitens eines Kunden ein Endverbraucher betreffender Produktrückruf von Säuglingsmilchnahrung durchgeführt. Die betroffene Charge war mit Bruchstücken von Dosierlöffeln aus Kunststoff kontaminiert. Die Verunreinigung passierte bei der Zugabe der Dosierlöffel zum Produkt. Auslöser war eine Fehlfunktion der Löffeldosiervorrichtung. Anhand einer umfangreichen und intensiven Analyse des Problems konnten entsprechende Maßnahmen gesetzt werden, die ein nochmaliges Auftreten eines derartigen Fehlers verhindern.
Zucker als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung Als Produzent von u.a. Zucker ist die AGRANA-Gruppe von regulatorischen Risiken wie z.B. Zuckersteuern und Nutri-Score-Angaben indirekt betroffen. In Wirtschaftsregionen mit hohem Lebensstandard stellen Gesundheit und ausgewogene Ernährung für viele Menschen einen wesentlichen Grund zum Wunsch nach Zuckerreduktion dar. Andererseits sind auch Gesetzgeber bzw. nationale Gesundheitsbehörden aus Sorge über ernährungs- bzw. lebensstilbedingte Erkrankungen, die zu einer potenziellen Überlastung der Gesundheitssysteme führen, u.a. an Zuckerreduktion in der Ernährung interessiert. Die Lebensmittelindustrie versucht, tatsächlichen oder angedrohten steuerlichen Belastungen auf Zucker, z.B. in Form einer Zuckersteuer (v.a. auf Softdrinks), zu entgehen, und unterwirft sich auch branchenspezifischen Selbstverpflichtungen (z.B. bei Zerealien und Joghurts). Auch der vielfach diskutierte Ausweis des sogenannten Nutri-Scores, einem System zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln, oft in Form einer Ampel- oder Buchstabendarstellung, auf Produkten motiviert Lebensmittelproduzenten zur Zuckerreduktion. Dies führt zu einer sukzessiven Zuckerreduktion. Der Zuckerverbrauch in der EU ist seit etwa 20 Jahren stagnierend bis leicht rückläufig. Die OECD und die FAO gehen in ihren Prognosen von einem Rückgang des Zuckerkonsums in den OECD-Staaten von kumuliert rund 5 % bis 2029 aus. Die Einführung von Zuckersteuern ist einer von zahlreichen Faktoren, der in Europa zum schleichenden Sinken des Pro-Kopf-Zuckerverbrauchs führt.
Marktforschungsunternehmen S&P Global kurzfristig die Befürchtung, dass aufgrund niedriger EU-Lagerstände und geringerer Produktion aus
Zuckerrüben nicht genug Zucker für die Verarbeitung in der EU zur Verfügung steht.
AGRANA ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Aus AGRANAs Sicht greifen Reformulierungen von Produktrezepturen, die allein Zucker ins Visier nehmen, aber zu kurz. Letztlich ist nicht Zucker, sondern eine positive Energiebilanz, d.h. es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht, für Übergewicht und die (potenziell) daraus resultierenden Folgeerkrankungen verantwortlich. Ob die übermäßige Kalorienaufnahme aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlenhydraten stammt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
Daher nimmt für AGRANA die Wissensvermittlung in den Bereichen Ernährung im Allgemeinen, Lebensstil, Energiebilanzen sowie Eigenschaften von Zucker im Speziellen, einen sehr hohen Stellenwert ein. Das Engagement umfasste im Berichtsjahr 2022|23 Initiativen, wie jene des "Forum Ernährung heute" oder der Plattform "Land schafft Leben"
Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten, an denen sie tätig ist, engagiert. Im Rahmen dieses Engagements bringt sich AGRANA auch bei verschiedenen
nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen sowie Branchenund Interessenvertretungen ein (siehe Seite 60).
UN Sustainable Development Goals
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit bzw. ihrer Nachhaltigkeitsschwerpunkte im Bereich Klimaschutz, vollständiger Rohstoffverwertung und Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien bei der Beschaffung und Geschäftsethik unterstützt AGRANA v.a. die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs) 8, 13, 15 und 16, die im September 2015 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurden und erstmals auch die Privatwirtschaft in die Erreichung von Entwicklungszielen einbinden. Daneben trägt AGRANA aber auch zum Erreichen der Ziele 2 bis 7 sowie 12 und 14 bei.

Mitgliedschaften bei wesentlichen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen
| Initiative | Mitgliedsunternehmen | Seit | Ziel der Initiative und Mitglieder |
|---|---|---|---|
| Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2014 | Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken; Mitglieder: aus der Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung |
| The Sustainable Juice Covenant |
AUSTRIA JUICE GmbH | 2018 | Ziel: globale Initiative zur nachhaltigen Produktion von frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Saftkonzentraten; Mitglieder: Getränkeindustrie, v.a. Mitglieder der European Fruit Juice Association (AIJN) |
| Science Based Targets initiative (SBTi) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2021 | Ziel: Mitglieder verpflichten sich zum Setzen von Klimazielen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2009 | Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| UN Global Compact | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2022 | Ziel: Erfüllung zehn grundlegender Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| EcoVadis | AUSTRIA JUICE GmbH sowie einige Standorte des Segmentes Frucht, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Zucker GmbH |
2013 | Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen verschiedenster Industrien |
| ARGE Gentechnik-frei | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2010 | Ziel: Förderung/Sicherstellung der österreichischen GVO-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion; Mitglieder: gesamte Lebensmittel Wertschöpfungskette inklusive vieler Einzelhändler |
Mitgliedschaften bei Branchen- und Interessensvertretungen
| Branchen- und Interessenvertretung | Mitgliedsunternehmen | Wirkungsbereich |
|---|---|---|
| Industriellenvereinigung (IV) | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller | AGRANA Stärke GmbH | Deutschland |
| CEFS – Comité Européen des Fabricants de Sucre | AGRANA Zucker GmbH | EU |
| Starch Europe | AGRANA Stärke GmbH | EU |
| SGF International E.V. | AUSTRIA JUICE GmbH | weltweit |
| ePURE | AGRANA Stärke GmbH | EU |
Im Sommer 2020 hat die EU mit der Taxonomie Verordnung 2020/852 ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den Ausweis von Umsätzen, Investitionen und Betriebsausgaben aus nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten definiert. Nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten haben einem der sechs EU-Umweltziele, nämlich Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, zu dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen. Daneben haben die Wirtschaftstätigkeiten soziale Mindeststandards zu erfüllen. Für das Geschäftsjahr 2022|23 ist der Ausweis taxonomiekonformer und -fähiger Umsatzerlöse, CAPEX/Investitionsausgaben und OPEX/Betriebsausgaben auf die unter den Zielen Klimaschutz (Ziel 1) und Klimawandelanpassung (Ziel 2) ausgewiesenen Wirtschaftstätigkeiten begrenzt.
Die Feststellung taxonomiefähiger bzw. -konformer Umsätze, Investionen und Betriebsausgaben erfolgte im Rahmen des Screenings der technischen Bewertungskriterien sowie der DNSH-Kriterien und der "Minimum Social Safeguards" (Art. 18) in Zusammenarbeit mit den Technikverantwortlichen an den jeweiligen Produktionsstandorten sowie den Controlling-, Finanz-, Compliance- und Nachhaltigkeitsfunktionen auf Standorts-, Segmentsund Gruppenebene. Die AGRANA-Gruppe vermeidet jede Art von Doppelzählung, indem sie die Daten für jede Leistungskennzahl getrennt von einander auswertet.
Da die bisherigen Vorgaben der EU-Taxonomie Wirtschaftstätigkeiten aus dem Bereich Produktion von Lebensmitteln und Getränken bzw. Lebensmittelbestandteilen noch nicht adressieren, fielen 92,3 % der Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe 2022|23 noch nicht in den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie.
Für das Geschäftsjahr 2022|23 kann die AGRANA-Gruppe EU-taxonomiekonforme bzw. -fähige Umsatzerlöse ausschließlich aus ihren Wirtschaftstätigkeiten "3.17. Herstellung von Kunststoffen in Primärformen" (Herstellung
thermoplastischer Stärke am Standort Gmünd|Österreich), "4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen" (Bioethanolerzeugung am Standort Pischelsdorf|Österreich), "5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen" (Biogasproduktion, Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan in das lokale Erdgasnetz am Standort der Zuckerfabrik Kaposvár|Ungarn, Details siehe Segmentbericht Zucker, Seite 95f) berichten (Tabelle siehe Seite 62f).
Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Umsatzerlösen laut Ausweis im Konzernabschluss 2022|23, Seite 124f.
CAPEX/Investitionsausgaben 2022|23 Von den Gesamtinvestitionen der AGRANA-Gruppe lagen im Berichtsjahr nur 13,8 % im derzeitigen Geltungsbereich der EU-Taxonomie.
EU-taxonomiekonforme CAPEX/Investitionsausgaben betrafen im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr 2022|23 Investitionen, die u.a. den Wirtschaftstätigkeiten "4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme", "5.3. Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und behandlungssystemen", "5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, behandlung und -versorgung", "7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten" im Zähler zuzurechnen sind (Tabelle siehe Seite 64ff).
Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte laut Ausweis im Konzernabschluss 2022|23, Seite 132.
Die auf die Bereiche Reparatur und Instandhaltung, Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, Gebäuderenovierung, Forschung & Entwicklung sowie Training eingeschränkte Definition von OPEX/Betriebsausgaben der EU-Taxonomie führte dazu, dass im Berichtsjahr 2022|23 nur 96,6 Mio. € der gesamten OPEX/Betriebsausgaben in den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie fielen. EUtaxonomiekonforme Betriebsausgaben beschränkten sich auf die Wirtschaftstätigkeit "4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme" (Tabelle siehe Seite 68f).
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Codes (2) | Absoluter Umsatz (3) |
Umsatz anteil (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser- und ressourcen (7) Meeres |
wirtschaft (8) Kreislauf |
schmutzung (9) Umweltver |
Biologische Vielfalt und Ökosysteme (10) |
|
| A. | Taxonomiefähige Tätigkeiten |
in Tsd. € | % | % | % | % | % | % | % | |
| A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) |
||||||||||
| Herstellung von Kunststoffen in Primärformen |
3.17 | 1.247 | 0,0 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und flüssigen |
||||||||||
| Biobrennstoffen | 4.13 | 95.544 | 2,7 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Anaerobe Vergärung von Bioabfällen |
5.7 | 4.194 | 0,1 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) |
100.985 | 2,8 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | ||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) |
||||||||||
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und flüssigen Biobrennstoffen |
4.13 | 178.946 | 4,9 % | |||||||
| Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) |
178.946 | 4,9 % | ||||||||
| Umsatz taxonomie fähiger Tätigkeiten (Summe A.1 + A.2) |
279.931 | 7,7 % | ||||||||
| B. | Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten |
|||||||||
| Umsatz nicht taxonomie fähiger Tätigkeiten |
3.357.511 | 92,3 % | ||||||||
| Gesamtumsatz (Summe A + B) |
3.637.442 | 100% |
| DNSH-Kriterien "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" |
||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser- und Meeresressourcen (13) |
wirtschaft (14) Kreislauf |
schmutzung (15) Umweltver |
systeme (16) Biologische Viel falt und Öko |
Mindest schutz (17) |
Taxonomie konformer Umsatz anteil, 2022 23 (18) |
Taxonomie konformer Umsatz anteil 2021 22 (19) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (20) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (21) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,0 % | – | – | – |
| – | J | J | J | J | J | J | 2,7 % | – | – | – |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,1 % | – | – | – |
| – | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 2,8 % | – | – | – |
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – |
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Codes (2) | Absoluter CAPEX Anteil (3) |
CAPEX anteil (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser- und ressourcen (7) Meeres |
wirtschaft (8) Kreislauf |
schmutzung (9) Umweltver |
Biologische Vielfalt und Ökosysteme (10) |
|
| A. | Taxonomiefähige Tätigkeiten |
in Tsd. € | % | % | % | % | % | % | % | |
| A.1 Taxonomiekonforme Tätigkeiten |
||||||||||
| Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Technologie |
4.1 | 353 | 0,3 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen |
||||||||||
| Biobrennstoffen | 4.13 | 175 | 0,2 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Installation und Betrieb elektrischer Wärmepumpen |
4.16 | 49 | 0,0 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme |
4.25 | 3.493 | 3,4 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, - |
||||||||||
| behandlung und -versorgung Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und - |
5.1 | 781 | 0,8 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| behandlungssystemen | 5.3 | 850 | 0,8 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und |
||||||||||
| leichten Nutzfahrzeugen | 6.5 | 361 | 0,4 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Güterbeförderung im Straßenverkehr |
6.6 | 71 | 0,1 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten |
7.3 | 655 | 0,6 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |
| Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von |
||||||||||
| Gebäuden CAPEX taxonomiekonformer Tätigkeiten |
7.5 | 246 7.034 |
0,2 % 6,8 % |
100 % 100 % |
0 % 0 % |
0 % 0 % |
0 % 0 % |
0 % 0 % |
0 % 0 % |
| DNSH-Kriterien "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" |
|||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser- (13) und Meeresressourcen |
wirtschaft (14) Kreislauf |
schmutzung (15) Umweltver |
systeme (16) Biologische Viel falt und Öko |
Mindest schutz (17) |
Taxonomie konformer CAPEX anteil, 2022 23 (18) |
Taxonomie konformer CAPEX Anteil 2021 22 (19) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (20) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (21) |
|
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | % | E | T | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,3 % | – | – | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,2 % | – | – | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,0 % | – | – | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 3,4 % | – | – | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,8 % | – | – | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,8 % | – | – | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,4 % | – | – | T | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,1 % | – | – | T | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,6 % | – | E | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,2 % | – | – | – | |
| – | J | J | J | J | J | J | 6,8 % | – | – | – |
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Codes (2) | Absoluter CAPEX Anteil (3) |
CAPEX anteil (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser- und ressourcen (7) Meeres |
wirtschaft (8) Kreislauf |
schmutzung (9) Umweltver |
Biologische Vielfalt und Ökosysteme (10) |
|||
| in Tsd. € | % | % | % | % | % | % | % | |||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten |
||||||||||||
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen |
4.13 | 496 | 0,5 % | |||||||||
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, - behandlung und -versorgung |
5.1 | 96 | 0,1 % | |||||||||
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und - behandlungssystemen |
5.3 | 281 | 0,3 % | |||||||||
| Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen |
6.5 | 203 | 0,2 % | |||||||||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr |
6.6 | 25 | 0,0 % | |||||||||
| Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten |
7.3 | 6.036 | 5,9 % | |||||||||
| CAPEX taxonomiefähiger, aber nicht taxonomiekonformer Tätigkeiten |
7.138 | 6,9 % | ||||||||||
| B. | CAPEX taxonomie fähiger Tätigkeiten (Summe A.1 + A.2) Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten |
14.172 | 13,8 % | |||||||||
| CAPEX nicht taxonomie fähiger Tätigkeiten |
88.743 | 86,2 % | ||||||||||
| Gesamt-CAPEX (Summe A + B) |
102.915 | 100% |
| DNSH-Kriterien "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" |
||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser- (13) und Meeresressourcen |
wirtschaft (14) Kreislauf |
schmutzung (15) Umweltver |
systeme (16) Biologische Viel falt und Öko |
Mindest schutz (17) |
Taxonomie konformer CAPEX anteil, 2022 23 (18) |
Taxonomie konformer CAPEX anteil 2021 22 (19) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (20) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (21) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | % | E | T |
| 0,0 % | – | – | – | |||||||
| – – |
– – |
– – |
||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – |
| Kriterien für wesentlichen Beitrag | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wirtschaftstätigkeiten (1) | Codes (2) | Absoluter OPEX Anteil (3) |
OPEX anteil (4) |
Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) |
Wasser- und ressourcen (7) Meeres |
wirtschaft (8) Kreislauf |
schmutzung (9) Umweltver |
Biologische Vielfalt und Ökosysteme (10) |
|||
| A. | Taxonomiefähige Tätigkeiten |
in Tsd. € | % | % | % | % | % | % | % | |||
| A.1 Taxonomiekonforme Tätigkeiten |
||||||||||||
| Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme |
4.25 | 426 | 0,4 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | |||
| OPEX taxonomiekonformer Tätigkeiten |
426 | 0,4 % | 100 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | 0 % | ||||
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten |
||||||||||||
| Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den |
||||||||||||
| Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen |
4.13 | 6 | 0,0 % | |||||||||
| Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, - behandlung und -versorgung |
5.1 | 375 | 0,4 % | |||||||||
| Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen |
6.5 | 67 | 0,1 % | |||||||||
| Güterbeförderung im Straßenverkehr |
6.6 | 160 | 0,2 % | |||||||||
| Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation |
9.1 | 4.344 | 4,5 % | |||||||||
| OPEX taxonomiefähiger, aber nicht taxonomiekonformer Tätigkeiten |
4.952 | 5,1 % | ||||||||||
| OPEX taxonomie fähiger Tätigkeiten (Summe A.1 + A.2) |
5.378 | 5,6 % | ||||||||||
| B. | Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten |
|||||||||||
| OPEX nicht taxonomie-fähiger | ||||||||||||
| Tätigkeiten | 91.255 | 94,4 % | ||||||||||
| Gesamt-OPEX (Summe A + B) |
96.633 | 100,0 % |
| DNSH-Kriterien "Keine erheblichen Beeinträchtigungen" |
||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) |
Wasser- und Meeresressourcen (13) |
wirtschaft (14) Kreislauf |
schmutzung (15) Umweltver |
systeme (16) Biologische Viel falt und Öko |
Mindest schutz (17) |
Taxonomie konformer OPEX Anteil, 2022 23 (18) |
Taxonomie konformer OPEX Anteil 2021 22 (19) |
Kategorie "Ermög lichende Tätigkei ten" (20) |
Kategorie "Über gangstätig keiten" (21) |
| J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E | T | |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,4 % | – | – | – |
| – | J | J | J | J | J | J | 0,4 % | – | – | – |
| – – |
– – |
– – |
||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – | ||||||||
| – | – | – | ||||||||
Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022|23 (1. März 2022 bis 28. Februar 2023) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.
Eine detaillierte Übersicht der Zu- und Abgänge im Konsolidierungskreis ist im Konzernanhang (Seite 137ff) zu finden. Insgesamt wurden 55 Unternehmen (28. Februar 2022: 57 Unternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (28. Februar 2022: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt) |
2022 23 | 2021 22 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | t€ | 3.637.442 | 2.901.544 | 25,4 % |
| EBITDA1 | t€ | 277.143 | 206.652 | 34,1 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 158.433 | 86.481 | 83,2 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||||
| unternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 18.657 | 8.019 | 132,7 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –88.830 | –69.768 | –27,3 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 88.260 | 24.732 | 256,9 % |
| EBIT-Marge | % | 2,4 | 0,9 | 1,6 pp |
| Finanzergebnis | t€ | –26.542 | –16.099 | –64,9 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | t€ | 61.718 | 8.633 | 614,9 % |
| Ertragsteuern | t€ | –37.035 | –20.866 | –77,5 % |
| Konzernergebnis | t€ | 24.683 | –12.233 | 301,8 % |
| davon Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | t€ | 15.816 | –12.612 | 225,4 % |
| Ergebnis je Aktie | € | 0,25 | –0,20 | 225,0 % |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2022|23 mit 3.637,4 Mio. € deutlich über dem Vorjahr, wobei der Anstieg auf angepasste Preise in allen Segmenten bei stabilen Absätzen in den Segmenten Frucht und Zucker zurückzuführen war.


68,0 % (Vorjahr: 65,2 %) des Konzernumsatzes wurden von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug 2022|23 88,3 Mio. € und lag damit sehr deutlich über dem Vorjahreswert von 24,7 Mio. €. Der Anstieg ist auf ein sehr deutlich verbessertes operatives Ergebnis sowie auf einen erhöhten Ergebnisanteil aus Gemeinschaftsunternehmen zurückzuführen. Wie im Vorjahr wurden im Konzern außerordentliche Abschreibungen als Folge des Krieges in der Ukraine verbucht. Diese führten zu einem Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -88,8 Mio. € (Vorjahr: -69,8 Mio. €). Details dazu sind im Segmentbericht Frucht (Seite 79) sowie im Konzernanhang (Seite 133) zu finden. Im Segment Frucht führte eine Wertminderung auf Goodwill und Assets aufgrund gestiegener Kapitalkosten in Folge des Ukraine-Krieges zu einem negativen EBIT von -38,5 Mio. € (Vorjahr: -15,8 Mio. €). Die operative Performance des Segmentes war aufgrund einer außerordentlich guten Performance im Fruchtsaftkonzentratgeschäft stabil. Hohe Ethanolnotierungen im ersten Halbjahr 2022|23 sowie gute Geschäfte mit Weizengluten waren der Hauptgrund für eine EBIT-Verbesserung im Segment Stärke auf 80,2 Mio. €. Im Segment Zucker gelang aufgrund gestiegener Verkaufspreise und höherer Margen eine Rückkehr in die Gewinnzone und es wurde ein EBIT von 46,6 Mio. € ausgewiesen (Vorjahr: -31,1 Mio. €). Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und das Stärke- und Zucker-EBIT beeinflussen, sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.
Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2022|23 -26,5 Mio. € (Vorjahr: -16,1 Mio. €), wobei die negative Veränderung v.a. aus einem schwächeren Währungsergebnis (inklusive Zinsanteil Devisenswaps) resultierte. Auch das Zinsergebnis zeigte sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert, weil seit dem Sommer 2022 die Kapitalkosten an den Märkten sehr deutlich anstiegen.
| Finanzergebnis | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % | ||||
| Zinsergebnis | t€ | –12.417 | –7.382 | –68,2 % |
| Währungsergebnis | t€ | –10.345 | –5.146 | –101,0 % |
| Beteiligungsergebnis | t€ | 29 | 34 | –14,7 % |
| Sonstiges Finanzergebnis | t€ | –3.809 | –3.605 | –5,7 % |
| Summe | t€ | –26.542 | –16.099 | –64,9 % |
Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg von 8,6 Mio. € im Vorjahr sehr deutlich auf 61,7 Mio. €. Nach einem Steueraufwand von 37,0 Mio. €, dem eine Steuerquote1 von 60,0 % (Vorjahr: 241,7 %) entspricht, betrug das Konzernergebnis 24,7 Mio. € (Vorjahr: -12,2 Mio. €). Das den Aktionärinnen und Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei 15,8 Mio. € (Vorjahr: -12,6 Mio. €), das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg auf 0,25 € (Vorjahr: -0,20 €).
1 Details zur Steuerquote und zur Ertragsteuerüberleitung siehe Konzernanhang, Seite 163f
Im Geschäftsjahr 2022|23 investierte AGRANA in Summe 102,9 Mio. € und damit um 20,5 Mio. € mehr als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen damit unter den operativen Abschreibungen und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen1 | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Segment Frucht | t€ | 37.679 | 37.382 | 0,8 % |
| Segment Stärke | t€ | 30.985 | 24.283 | 27,6 % |
| Segment Zucker | t€ | 34.252 | 20.702 | 65,5 % |
| Konzern | t€ | 102.916 | 82.367 | 24,9 % |
| Operative Abschreibungen | t€ | 118.710 | 120.171 | –1,2 % |
| Investitionsdeckung | % | 86,7 | 68,5 | 26,5 % |
Die Investitionsschwerpunkte lagen über alle Segmente hinweg in den Bereichen Energieeffizienz und Anlagenmodernisierung, in den Segmenten Frucht und Stärke gab es auch Investitionen in Kapazitätsausweitungen. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Geschäftsbereiche sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.

Um den Unsicherheiten hinsichtlich einer garantierten Erdgasversorgung in Europa, sowohl mengen- als auch preisseitig, zu begegnen, hat AGRANA zu Beginn des Geschäftsjahres 2022|23 die Entscheidung getroffen, eine alternative Energieversorgung mit Heizöl Extra Leicht (HEL) zu implementieren. An allen österreichischen Standorten in den Segmenten Zucker und Stärke wurden in Summe etwas über 8 Mio. € in Heizöl-Brenner und Lagertanks investiert. Ebenso wurden die benötigten Mengen an HEL kontrahiert. In Kombination mit den gekauften Erdgasmengen stellt der Einsatz von HEL die Energieversorgung, insbesondere während der Kampagne, sicher und sorgt auch preisseitig für eine Stabilisierung.
| Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) |
2022 23 | 2021 22 | Veränderung % |
|
|---|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis | t€ | 282.343 | 207.225 | 36,2 % |
| Veränderungen des Working Capital | t€ | –259.225 | –128.992 | –101,0 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen | ||||
| und gezahlte Ertragsteuern | t€ | –21.228 | –24.998 | 15,1 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | t€ | 1.890 | 53.235 | –96,4 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | t€ | –88.994 | –72.624 | –22,5 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | t€ | 107.219 | 17.595 | 509,4 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | t€ | 20.115 | –1.794 | 1.221,2 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen | ||||
| auf den Finanzmittelbestand | t€ | 1.941 | –52 | 3.832,7 % |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger | ||||
| Einbeziehung von Tochterunternehmen | t€ | 0 | 753 | –100,0 % |
| Einfluss von IAS 29 | ||||
| auf den Finanzmittelbestand | t€ | –7.306 | –6.285 | –16,2 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | t€ | 103.593 | 110.971 | –6,6 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | t€ | 118.343 | 103.593 | 14,2 % |
| Free Cashflow¹ | t€ | –87.104 | –19.389 | –349,2 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg v.a. aufgrund der besseren operativen Performance gegenüber dem Vorjahr um 75,1 Mio. € und lag bei 282,3 Mio. €. Nach einem v.a. vorratsbedingt höheren Aufbau des Working Capital um 259,2 Mio. € (Vorjahr: 129,0 Mio. €) reduzierte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 1,9 Mio. € (Vorjahr: 53,2 Mio. €). Der Cashabfluss aus Investitionstätigkeit war primär aufgrund geringerer Einzahlungen aus Anlagenabgängen und höherer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 89,0 Mio. € deutlich höher als im Vorjahr. Bei einer moderat niedrigeren Dividendenauszahlung führte der gegenüber dem Vorjahr deutliche Aufbau von Finanzverbindlichkeiten (u.a. Platzierung eines ESG-linked Schuldscheindarlehens) zu einem Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 107,2 Mio. € (Vorjahr: 17,6 Mio. €). Der Free Cashflow betrug -19,4 Mio. € (Vorjahr: 84,0 Mio. €).
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | 28.02.2023 | 28.02.2022 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | t€ | 1.041.010 | 1.134.960 | –8,3 % |
| Kurzfristige Vermögenswerte | t€ | 1.962.065 | 1.508.670 | 30,1 % |
| Summe Aktiva | t€ | 3.003.075 | 2.643.630 | 13,6 % |
| Eigenkapital | t€ | 1.256.569 | 1.281.542 | –1,9 % |
| Langfristige Schulden | t€ | 658.302 | 477.537 | 37,9 % |
| Kurzfristige Schulden | t€ | 1.088.204 | 884.551 | 23,0 % |
| Summe Passiva | t€ | 3.003.075 | 2.643.630 | 13,6 % |
| Nettofinanzschulden | t€ | 684.895 | 532.006 | 28,7 % |
| Gearing² | % | 54,5 | 41,5 | 13,0 pp |
| Eigenkapitalquote | % | 41,8 | 48,5 | –6,6 pp |
Bei einer im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen Bilanzsumme zum 28. Februar 2023 von 3,0 Mrd. € (28. Februar 2022: 2,64 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 41,8 % (28. Februar 2022: 48,5 %).
1 Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit 2 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte ging bedingt durch Wertminderungen auf Assets und Goodwill im Segment Frucht moderat zurück (-94,0 Mio. €). Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen deutlich (+453,4 Mio. €); sowohl Vorräte (infolge gestiegener Rohstoff- und Energiekosten) als auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden aufgebaut.

Auf der Passivseite erhöhten sich die langfristigen Schulden (+180,8 Mio. €) v.a. aufgrund des Aufbaus von Finanzverbindlichkeiten deutlich. Die kurzfristigen Schulden stiegen (+203,7 Mio. €) aufgrund höherer Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und gestiegener Sonstiger Verbindlichkeiten ebenfalls deutlich.

Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2023 lagen mit 684,9 Mio. € um 152,9 Mio. € über dem Wert des Bilanzstichtages 2021|22. Das Gearing zum Stichtag betrug folglich 54,5 % (28. Februar 2022: 41,5 %).
Die AGRANA Beteiligungs-AG platzierte Anfang Dezember 2022 erstmalig ein ESG-linked Schuldscheindarlehen am Euro-Kapitalmarkt. Aufgrund der starken Nachfrage – die Emission war deutlich überzeichnet – wurde das ursprünglich geplante Volumen von 100 Mio. € auf 235 Mio. € aufgestockt. Die Mittel dienen zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung. Gleichzeitig kann die Investoren- und Finanzierungsstruktur weiter diversifiziert und optimiert werden.

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen 2022|23 mit 1.481,9 Mio. € deutlich (+18,5 %) über dem Vorjahreswert. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze aufgrund höherer Verkaufspreise. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war der Anstieg auch mengengetrieben; hier war nicht nur die Umsatzentwicklung bei Apfelsaft- und Buntsaftkonzentraten, sondern auch im Added Value-Geschäft sehr erfreulich. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 40,7 % (Vorjahr: 43,1 %).
Das EBIT war wie im Vorjahr negativ, betrug -38,5 Mio. € und lag damit um 143,0 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Ergebnisbelastend für das Segment Frucht waren wie im Vorjahr unbare Einmaleffekte als Folge des Ukraine-Krieges (gestiegene Kapitalkosten). Die Wertminderung auf Goodwill und Assets in Höhe von 91,1 Mio. € sowie die restlichen Sondereinflüsse (+1,4 Mio. €; Juice) werden im Segmentbericht (Seite 79) und im Konzernanhang (Seite 133) näher erläutert. Operativ lag das Ergebnis bei Fruchtzubereitungen deutlich unter dem Vorjahreswert. Die Verschlechterung war v.a. auf eine durchwachsene Geschäftsentwicklung in den Regionen Europa (inklusive Ukraine) und Asien-Pazifik (v.a. Südkorea und China) zurückzuführen. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate gab es eine sehr deutliche operative Ergebnisverbesserung, die auf verbesserte Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat aus den Ernten 2021 und 2022 zurückzuführen war. Darüber hinaus trugen verbesserte Deckungsbeiträge aus Buntsaftkonzentraten und FTNF1 - Aromen zur positiven EBIT-Entwicklung bei.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 78f) angeführt.

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2022|23 stieg deutlich (+28,0 %) auf 1.293,8 Mio. €. Die extrem gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise führten zu deutlich höheren Herstellungskosten, die zum Teil in den Verkaufspreisen weitergegeben werden konnten. Der Umsatzanstieg war also ein preisgetriebener, der das gesamte Portfolio betraf. Im Ethanolgeschäft orientieren sich die Verkaufspreise an den Platts-Notierungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Volatilität an den Ethanolmärkten extrem hoch. Nach einem Notierungshoch von über 1.300 € pro m3 im H1 2022|23 sind die Ethanolpreise seit Ende des Sommers 2022 deutlich gesunken und bewegten sich seit November 2022 nur noch zwischen 700 und 800 € pro m3. Die Nebenproduktumsatzerlöse (v.a. mit Hochproteinprodukten) stiegen in Analogie zu den Rohstoffpreisen deutlich an. Das hohe Preisniveau wirkte sich auf die Nachfrage dämpfend aus und so reduzierten sich die Absätze gleichmäßig über alle Produktgruppen hinweg. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 35,6 % (Vorjahr: 34,8 %).
Mit einem EBIT in Höhe von 80,2 Mio. € lag das Segment Stärke um 11,9 % über dem Vorjahreswert. Die Geschäfte mit Weizengluten entwickelten sich dabei sehr positiv. Die Margen bei den Hauptprodukten reduzierten sich durch den deutlichen Preisauftrieb für Rohstoffe und Energie. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe ging von 13,8 Mio. € auf 11,0 Mio. € zurück. Historisch hohe Maispreise in Ungarn, auch aufgrund von lokalen Ernteausfällen, und gestiegene Energiepreise belasteten dabei insbesondere das Ethanol-Ergebnis des ungarischen Joint Ventures. Insgesamt sank die Profitabilität (EBIT-Marge) des Segmentes 2022|23 von 7,1 % im Vorjahr auf 6,2 % im Berichtsjahr.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 85f) angeführt.
Im Segment Zucker stiegen die Umsatzerlöse 2022|23 um 34,6 % deutlich auf 861,7 Mio. €. Zu dieser positiven Entwicklung führten deutlich gestiegene Zuckerverkaufspreise. Vor allem im Retailgeschäft, aber auch im Industriebereich war die Verkaufspreisentwicklung sehr positiv; der Preisaufwärtstrend hat sich mit Inkrafttreten der neuen Kundenkontrakte seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2022|23 (1. Oktober 2022) weiter verstärkt. Die Umsatzerlöse mit Nebenprodukten (insbesondere Trockenschnitzeln) stiegen aufgrund der Preiskorrelation mit Agrarrohstoffen sehr deutlich. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 23,7 % (Vorjahr: 22,1 %).
Das EBIT betrug 46,6 Mio. € und war damit markant besser als im Vorjahr, als noch ein zweistelliges negatives Ergebnis ausgewiesen wurde. Deutlich gestiegene Margen aufgrund des verbesserten Verkaufspreisumfeldes führten zu dieser positiven Entwicklung. Höhere Kosten für Rohstoffe und Energie konnten überkompensiert werden. In allen Ländern wurde in der Zuckerkampagne 2022 eine markant reduzierte Rübenzuckerproduktion verzeichnet, die durch eine sehr deutliche Erhöhung der Rohzuckerverarbeitung, v.a. in Rumänien, aber auch in Ungarn, auslastungstechnisch teilweise ausgeglichen werden konnte. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen AGRANA-STUDEN-Gruppe lag bei 9,9 Mio. € und damit sehr deutlich über dem Vorjahreswert (1,9 Mio. €). Das außergewöhnlich hohe Ergebnis, das beste in der Unternehmensgeschichte, war auf die positive Zuckerverkaufspreisentwicklung und das höhere Verarbeitungsvolumen in der Raffinerie in Brcko|Bosnien und Herzegowina zurückzuführen. Der Ergebnisanteil der Beta Pura GmbH, Wien, lag bei -2,3 Mio. € (Vorjahr: -7,6 Mio. €). Das positive Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 0,9 Mio. € betraf Rückflüsse aus laufenden Steuerverfahren in Rumänien.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 91f) angeführt.
Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
| Ebene der Geschäftsbeziehung B2B |
Produkte Fruchtzubereitungen, Fruchtsatt- konzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe |
Verarbeitete Rohstoffe Früchte (Hauptrohstoff für Fruchtzubereitungen: Erdbeere; Rohstoffe für Fruchtsaft- konzentrate: Apfel und Beeren) |
|---|---|---|
| Hauptmärkte Weltweit tätig |
Abnehmer Molkerei-, Eiscreme-, Backwaren-, Food Service- und Getränkeindustrie |
Besondere Stärken Maßgeschneiderte, innovative Produkte |
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgen durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| Segment Frucht | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.482.895 | 1.251.846 | 18,5 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –964 | –766 | –25,8 % |
| Umsatzerlöse | t€ | 1.481.931 | 1.251.080 | 18,5 % |
| EBITDA¹ | t€ | 94.460 | 93.341 | 1,2 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 51.241 | 51.857 | –1,2 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –89.731 | –67.696 | –32,5 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | –38.490 | –15.839 | –143,0 % |
| EBIT-Marge | % | –2,6 | –1,3 | –1,3 pp |
| Investitionen² | t€ | 37.679 | 37.382 | 0,8 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 5.677 | 5.662 | 0,3 % |
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um rund 15 %, was auf Preissteigerungen infolge der signifikant gestiegenen Rohstoff- und Herstellungskosten zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden in allen Regionen verzeichnet, wobei es in Mexiko, Nordamerika, Australien und Russland die höchsten positiven Abweichungen gab. Signifikant fiel auch die Steigerung in Argentinien aus, welche hier v.a. mengengetrieben war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigt gestiegene Verkaufsmengen bei den Non-Dairy-Fruchtzubereitungen und rückläufige Mengen im Molkerei-Bereich sowie im Bereich Handel mit Früchten.

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag signifikant unter dem Vorjahresergebnis. Ergebnisverbesserungen in Mexiko (höhere Margen) und in Russland (positive Auswirkungen aus dem Wechselkurs) konnten die Ergebnisrückgänge, v.a. in den Regionen Europa (gestiegene Energie- und Rohstoffkosten) und Asien-Pazifik (Mengenrückgänge in Südkorea und China), bei weitem nicht kompensieren.
Auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen wirkte sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -91,1 Mio. € (Vorjahr: -64,8 Mio. €) sehr negativ aus. Neben dem weiter andauernden Krieg in der Ukraine und den Verwerfungen an den Energie- und Rohstoffmärkten lösten vor allem rasant steigende Kapitalkosten eine Werthaltigkeitsprüfung für die Cash Generating Unit Frucht im zweiten Quartal 2022|23 aus. Dabei wurden zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Assets (-2,8 Mio. €) und Goodwill (-88,3 Mio. €) verbucht (Vorjahr: kriegsbezogen -62,5 Mio. €, geschäftsbezogen -2,3 Mio.€). Mehr Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind im Konzernanhang, Seite 133, angeführt.
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnten im Geschäftsjahr 2022|23 deutlich gesteigert werden. Das signifikant über dem Vorjahr liegende operative Ergebnis war auf eine verbesserte Margensituation, sowohl bei Buntsaftkonzentraten als auch bei Apfelsaftkonzentraten, zurückzuführen; aus der Ernte 2022 konnten historisch hohe Deckungsbeiträge erzielt werden. Des Weiteren entwickelte sich der Added Value-Bereich sehr positiv und Wachstumsziele, v.a.bei FTNF1 -Aromen, konnten übertroffen werden. Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von +1,4 Mio. € wirkte sich auch positiv auf das EBIT im Fruchtsaftkonzentratbereich aus. Ein Teil der zum 28. Februar 2022 gebildeten Wertberichtigungen für Forderungen und Vorräte aufgrund des Krieges in der Ukraine konnte nämlich bereits aufgelöst werden.
Nach einer global rückläufigen Marktentwicklung für löffelbares Fruchtjoghurt (Hauptabsatzmarkt für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen) mit -2,9 % im Kalenderjahr 2021 hat sich der Markt 2022 mit einer leicht positiven Wachstumsrate von 0,2 % wieder erholt. Laut aktueller Prognose von Euromonitor per Februar 2023 ist für die zukünftige Entwicklung ein durchschnittliches jährliches Mengenwachstum von 0,4 % bis 2027 prognostiziert. Die Region Westeuropa ist dabei leicht rückläufig (-1,2 % p.a.), für Nordamerika wird ein leicht positives Wachstum (+0,6 % p.a.) vorhergesagt. Positive Wachstumsraten sind außerdem für Australien und Neuseeland (+2,5 % p.a.) und für den Mittleren Osten und Afrika (+2,3 % p.a.) prognostiziert. Wichtig im Molkereibereich ist auch die Kategorie Trinkjoghurt, die global für denselben Zeitraum eine Wachstumsrate von 2,1 % p.a. aufweist. Die Nischenkategorie der pflanzlichen Joghurtalternativen ist ein weiterer Absatzmarkt für Fruchtzubereitungen, der mit einer prognostizierten jährlichen Durchschnittswachstumsrate von 4,8 % bis 2027 stetig wächst.
Neben Joghurt sind für die Diversifizierung des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen v.a. die Absatzmärkte Eiscreme und Food Service relevant. Für den Eiscreme-Markt wird eine globale Wachstumsrate von 1,7 % p.a. bis 2027 prognostiziert. Auch hier bietet der Markt der pflanzlichen Alternativprodukte einen neuen wachsenden Absatzmarkt mit +8,5 % jährlichem Durchschnittswachstum. Im Bereich Food Service sind v.a. Quick Service Restaurants (QSR) und Coffee & Tea Shops Absatzmärkte für AGRANA. Die zukünftige Entwicklung dieser Bereiche bis 2027 ist sehr positiv mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5,7 % bei QSR und von 7,3 % bei Coffee & Tea Shops.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Gesundheit, Genuss, Convenience und Nachhaltigkeit. Aufgrund der wirtschaftlich herausfordernden Zeit mit hoher Inflation und kontinuierlich steigenden Energiekosten in weiten Teilen der Welt rücken für Konsumenten auch die Themen Leistbarkeit und Einschränkung auf essenzielle Produkte mehr und mehr in den Fokus. Lebensmittel zählen prinzipiell zu den essenziellen Produktkategorien und die Nachfrage danach ist somit weniger negativ beeinflusst als bei anderen Produktkategorien wie z.B. Freizeitausgaben. Nichtsdestotrotz ist auch im Lebensmittelbereich ein Einfluss auf die Absatzentwicklung spürbar. Die Markentreue sinkt vielerorts und Konsumenten greifen öfters zu Produkten mit speziellen Angebotspreisen oder zu günstigeren Handelsmarkenprodukten. Da Lebensmittel aber nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern auch für Genussmomente im Alltag gekauft werden, gibt es hier auch Potenzial für die Branche.
Das Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist weiterhin vom Trend zu niedrigeren Fruchtsaftanteilen in Getränken einerseits und direkt gepressten 100 %-Säften andererseits geprägt. Somit steigt der Bedarf an Getränkegrundstoffen mit reduzierten Fruchtsaftgehalten. Diesem Trend folgt AGRANA mit der strategischen Ausrichtung auf die verstärkte Produktion von Getränkegrundstoffen und natürlichen Aromen.
Bei Fruchtsaftkonzentraten bewegten sich die Kundenabrufe im vierten Quartal 2022|23 auf sehr hohem Niveau. Die Verträge betreffend Apfelsaftkonzentratmengen und Buntsaftkonzentratmengen aus der Ernte 2022 konnten bei sehr guter Marktnachfrage zu signifikant über dem Vorjahr liegenden Deckungsbeiträgen abgeschlossen werden.
Die Absätze und Deckungsbeiträge im Added Value-Geschäft entwickelten sich sehr positiv. Insbesondere bei FTNF1 -Aromen konnten die Wachstumsziele übertroffen werden.
Die logistischen Herausforderungen, die seit der COVID-19-Pandemie das exportlastige Konzentratgeschäft bestimmten (hohe Transportkosten und geringe Containerverfügbarkeit), insbesondere für Transporte in die USA, haben sich im Geschäftsjahr 2022|23 entspannt.
Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden im Bereich Fruchtzubereitungen rund 343.000 Tonnen Rohstoffe eingekauft. Das volatile Marktumfeld im Rohstoffbereich sowie die globale Frachtkostenentwicklung haben zu einer durchschnittlichen Steigerung der Rohstoffkosten für Früchte und Ingredienzien von rund 20 % gegenüber dem Vorjahr geführt. Preisanstiege gab es über sämtliche Fruchtkategorien hinweg; ebenso bei Zucker und eingesetzten Stärken. Diese höheren Inputkosten galt es verkaufsseitig auch in angepassten Kundenverträgen weiterzugeben.
Bei Erdbeere als der mengenmäßig wichtigsten Frucht im Fruchtzubereitungsgeschäft wurde die globale Bedarfsmenge von 55.000 Tonnen zu deutlich höheren Preisen als im Vorjahr kontrahiert, was hauptsächlich auf höhere Produktionskosten auf Lieferantenseite zurückzuführen war. Aus den im vierten Quartal 2022|23 gestarteten Ernten in Mexiko, Ägypten und Marokko zeichnet sich eine sehr gute Rohstoffverfügbarkeit mit Durchschnittspreisen unter der vergangenen Ernte 2022 ab.
Die zweithöchste Verarbeitungsmenge bei der Erzeugung von Fruchtzubereitungen entfiel mit etwas über 18.000 Tonnen auf Pfirsich. Witterungsbedingt unterdurchschnittliche Erntemengen in den europäischen Anbaugebieten sowie in China führten zu deutlichen Preisanstiegen.
Mengenmäßig an dritter Stelle lag die Heidelbeere mit einer globalen Bedarfsmenge von rund 11.000 Tonnen. Trotz kriegsbedingt herausfordernder
Erntebedingungen und Logistik lagen die Ernteerträge aus den osteuropäischen Anbaugebieten (u.a. Ukraine) über den Erwartungen. Auch die kanadische Ernte lieferte stabile Erträge auf Vorjahresniveau.
Bei tropischen Früchten aus den asiatischen und südamerikanischen Anbaugebieten kam es hauptsächlich aufgrund global hoher Frachtraten zu Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr. Bei der im dritten Quartal 2022|23 gestarteten und mittlerweile beendeten Ananasernte gab es eine gute Rohstoffverfügbarkeit mit deutlich niedrigeren Preisen.
Die Energiekosten im Fruchtzubereitungsgeschäft stiegen seit dem zweiten Geschäftsquartal deutlich. Teurer wurde primär die Gas- und Stromversorgung der europäischen Produktionsstandorte.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate war die Apfelernte 2022 von einer sehr guten Rohstoffverfügbarkeit in den polnischen Anbaugebieten geprägt. Die höheren Rohstoffmengen dort konnten zu einem großen Teil geringere Rohstoffverfügbarkeiten in Ungarn, Rumänien und China kompensieren. Auch am ukrainischen Standort konnten trotz der erschwerten Bedingungen 90 % der normalen Apfelverarbeitungsmenge verarbeitet werden. Die Verfügbarkeit von roten Beeren war gut.
Für Rohstoffe aus konventionellem Anbau werden im Fruchtzubereitungsbereich das Farm Sustainability Assessment (FSA) bzw. Programme, die im Rahmen des Benchmarking-Systems der Sustainable Agriculture Initiative Platform FSA-äquivalent sind (Details siehe Seite 50f), zur Dokumentation der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien herangezogen. Im Berichtsjahr 2022|23 verfügten 20,8 % (Vorjahr: 17,4 %) der von der Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS) für den Bereich Fruchtzubereitungen beschafften Rohstoffe (Früchte und andere Ingredienzien) über einen gültigen Nachhaltigkeitsnachweis laut Definition der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Von den weltweit verarbeiteten Früchten hielten 13,9 % einen Nachhaltigkeitsnachweis (Vorjahr: 6,1 %), der Großteil davon entfiel auf Früchte, die eine FSA-Verifizierung mit zumindest Silber-Status bzw. eine äquivalente Zertifizierung nach einem internationalen Standard hielten. Im Rahmen der Strategie 2025|26 des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen, soll der Anteil verarbeiteter Früchte mit Nachhaltigkeitsnachweis auf 26 % gesteigert werden.
Um ihre Lieferanten bezüglich der Einhaltung sozialer Aspekte zu bewerten, lädt die AGRANA-Fruchtbeschaffungsgesellschaft neue Lieferanten zur Teilnahme an der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) ein (Details zu SEDEX siehe Seite 57). Am Ende des Berichtsjahres lagen dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen SEDEX-Daten und gegebenenfalls Audit-Dokumente zu rund 75 % (Vorjahr: 72,2 %) des verarbeiteten Rohstoffvolumens vor. Bis 2025|26 plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen, mindestens für 90 % des jeweils jährlich verarbeiteten Fruchtvolumens valide SEDEX-Daten zur Lieferantenbewertung zu erhalten.
Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, da ein Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Sammelstellen von Händlern bezogen wird. Dies ist die Folge historisch gewachsener regionaler Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen, auch um Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam mit den Anbauern verbessern zu können. Seit dem Geschäftsjahr 2018|19 ist AUSTRIA JUICE Mitglied des Sustainable Juice Covenant, einer globalen Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Beschaffung, Produktion und den Handel mit fruchtund gemüsebasierten Säften, Pürees und Konzentraten bis zum Jahr 2030 100 % nachhaltig zu gestalten.
Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern. In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten (Re-Sorten), für deren Kultivierung rund 60 % weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperiode erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien. 2007 wurde ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau in Polen gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten erntebedingt im Berichtsjahr nur rund 11 % (Vorjahr: 20 %) der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.
Im Bereich des Vertragsanbaus bedient sich AUSTRIA JUICE des von der SAI Platform angebotenen FSA-Fragebogens (Details siehe Seite 50f) zur Dokumentation nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien auf ihren Lieferbetrieben. Im Geschäftsjahr 2020|21 unterzogen sich nach Vorgaben der SAI Platform ausgewählte ungarische Re-Sorten Vertragslieferanten von Äpfeln wieder der
verpflichtenden Beantwortung des FSA-Fragebogens und den externen Audits. 2020|21 beantworteten erstmals auch ungarische Vertragslieferanten von Sauerkirschen, Holunder und Karotten den FSA-Fragebogen und wurden auf dessen Basis auch externen Audits unterzogen. Damit darf AUSTRIA JUICE nach SAI-Vorgaben für alle genannten Rohstoffkategorien von ungarischen Vertragslieferanten für drei Jahre mindestens FSA Silber-Status ausloben, für einige sogar Gold-Status. Im Geschäftsjahr 2018|19 wurde der FSA-Fragebogen inklusive externer Verifizierung auch bei den Vertragsanbauern von resistenten Apfelsorten in Polen zum Einsatz gebracht. Im Berichtsjahr 2021|22 erfolgte die Re-Verifizierung der polnischen Lieferbetriebe für resistente Apfelsorten sowie auch anderer Direktlieferanten von Äpfeln und diversen Beeren. Auf Basis der Ergebnisse darf AUSTRIA JUICE für alle polnischen Re-Sorten-Vertragslieferanten mindestens FSA Silber-Status ausloben. Im Geschäftsjahr 2023|24 werden unterschiedliche Lieferantengruppen Re-Verifizierungsaudits unterzogen.
Daneben darf im Rahmen des Benchmarkings der FSA-Anforderungen gegenüber den nationalen Gesetzgebungen von z.B. Polen, Spanien und Ungarn in Kombination mit einer Zertifizierung nach dem Global GAP-Standard FSA Silber-Status Äquivalenz ausgelobt werden. In Summe kann AUSTRIA JUICE damit nach der Berechnungsmethodik des Sustainable Juice Covenant, basierend auf der jeweiligen Saftstärke nach der European Fruit Juice Association (AIJN), für rund 33 % (Vorjahr: 36 %) ihrer verarbeiteten Rohstoffmenge mindestens FSA Silber-Status ausloben.
Im Geschäftsjahr 2022|23 hat der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen seinen im Vorjahr entwickelten Leitfaden für regenerative Praktiken im Fruchtanbau um eine Scorecard erweitert, um Fortschritte im regenerativen Anbau von Früchten am landwirtschaftlichen Betrieb messbar zu machen. Daneben wurde der Leitfaden online zur Verfügung gestellt, um Wissen zu teilen und die Nutzung zu fördern. Seit der Veröffentlichung wurde er von Kunden, Lieferanten, NGOs und wissenschaftlichen Institutionen heruntergeladen.
AGRANAs Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ging im Berichtsjahr Partnerschaften mit einem Heidelbeerproduzenten in Kanada und einem Erdbeererzeuger in Mexiko ein, die in Pilotprojekten regenerative Praktiken für die genannten Busch- und Bodenfrüchte umsetzen werden. Bei dem bereits fortgeschrittenen Anwender regenerativer Maßnahmen in Kanada, der schon längere Zeit auf minimalinvasive Bodenbearbeitung, Deckfrüchte und Mulchen setzt,
konnten durch Berechnungen mit dem Cool Farm Tool eine negative CO2-Bilanz sowie eine verbesserte Bodengesundheit und eine Steigerung der Artenvielfalt nachgewiesen werden. Im Geschäftsjahr 2023|24 wird der Geschäftsbereich eine Pilotfarm für regenerativen Anbau für Erdbeerproduzenten in Mexiko errichten.
Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Begünstigt durch eine um 8,2 % geringere Rohstoffverarbeitung im Segment Frucht, die auf eine um 10,5 % geringere Verarbeitung im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate zurückzuführen war, sank der absolute Energieeinsatz (Scope 1+2) im Segment Frucht im Berichtsjahr auf rund 2,16 Mio. GJ bzw. um rund 10,4 % gegenüber dem Vorjahr. Auch der durchschnittliche spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput im Segment Frucht sank unter anderem aufgrund verschiedener Investitionen in Energieeffizienz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate um 7,2 % auf 2,45 GJ.
Die absoluten Emissionen (Scope 1+2) im Segment Frucht sanken um rund 12,5 % auf rund 140.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt

konnten durch den Umstieg auf erneuerbare Energieträger um 9,7 % auf 159 kg CO2 pro Tonne Produktoutput reduziert werden.
Auch das Segment Frucht wird im Rahmen der gruppenweiten AGRANA-Klimastrategie (Details, siehe Seite 54f) seine Emissionen im Ausmaß der wissenschaftsbasierten Klimaziele reduzieren.
| Segment Frucht Gesamt in Mio. m³ |
2022 23 | 2021 22 | 2020 21 |
|---|---|---|---|
| Wasserentnahme | 3,9 | 3,9 | 4,1 |
| Wasserabgabe | 3,6 | 3,7 | 3,8 |
| Wasserverbrauch | 0,3 | 0,2 | 0,3 |
| Segment Frucht m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
2022 23 | 2021 22 | 2020 21 |
| Wasserentnahme | 4,47 | 4,25 | 4,70 |
| Wasserabgabe | 4,04 | 4,03 | 4,36 |

Die im Berichtsjahr 2022|23 überarbeitete Risikoanalyse zu Wasserentnahme und -abgabe mithilfe des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas (Details siehe Seite 55ff) an AGRANA-Produktionsstandorten zeigte ein potenziell hohes Wasserrisiko an zehn Standorten des Bereiches Fruchtzubereitungen und drei Standorten des Geschäftsbereiches Fruchtsaftkonzentrate. Weder im Bereich Fruchtzubereitungen noch im Bereich Fruchtsaftkonzentrate bestehen derzeit tatsächliche operative, die Standorte betreffende bzw. von ihnen ausgelöste Risiken für weitere Wasseranrainer.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird v.a. bei der Produktion von Apfelsaftkonzentraten, das in den Früchten gebundene Wasser freigesetzt und damit die lokale Wasserverfügbarkeit verbessert.
Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wurde 2019|20 ein Wassermanagementprogramm für alle AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte gestartet. Die Implementierung verschiedener Effizienzmaßnahmen an Standorten in Marokko, Mexiko oder Frankreich führte dort zu niedrigeren Wasserverbräuchen. Dennoch war im Berichtsjahr 2022|23 ein Anstieg der absoluten Wasserentnahme um 6,4 % im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Dies ist teilweise auf eine Erhöhung der Produktionsmenge, vermehrte Reinigungsmaßnahmen und den Einsatz von zusätzlichem Wasser zur Kühlung der Abwassertemperatur an einigen Standorten zurückzuführen.
In Summe blieb die Wasserentnahme im Segment Frucht unverändert zum Vorjahr (3,9 Mio. m³). Der absolute Wasserverbrauch erhöhte sich von 0,2 Mio. m3 auf 0,3 Mio. m³ bzw. 300 Mio. Liter.
| Segment Frucht Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben |
2022 23 | 2021 221 | 2020 211 |
|---|---|---|---|
| Entsorgte Abfälle Davon gefährliche Abfälle |
25.529 t 333 t |
27.713 t 263 t |
28.005 t 257 t |
| Abfall pro Tonne Produkt |
28,9 kg | 30,4 kg | 32,1 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt |
377 g | 289 g | 295 g |
Im Berichtsjahr 2022|23 hat die AGRANA-Gruppe ihre Abfalldefinition weiter an die europäische Regulatorik angepasst. Aus diesem Grund werden nur noch Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden ("Re-use Mengen"), werden nicht mehr als Abfälle berichtet. Die Abfallmengen aus den Vorjahren wurden zur besseren Vergleichbarkeit ebenfalls angepasst. Im Geschäftssegment Frucht sanken die absolute Abfallmenge wie auch die spezifischen Abfallmengen um 7,9 % bzw. 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die absolute Menge gefährlicher Abfälle hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund 26,6 % erhöht, was vor allem auf die Abfallentwicklung an einem Fruchtzubereitungsstandort mit sehr umfassender gesetzlicher Definition gefährlicher Abfälle zurückzuführen ist.
Im Geschäftsjahr 2022|23 hielt die AUSTRIA JUICE GmbH ein mit Gold Status bewertetes Assessment bei der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis.

Die Investitionen 2022|23 im Segment Frucht betrugen 37,7 Mio. € (Vorjahr: 37,4 Mio. €). Es gab diverse Projekte über alle 40 Produktionsstandorte hinweg, wobei v.a. in Kapazitätsausweitungen, Anlagenmodernisierungen sowie Energieeffizienz investiert wurde. Unter anderem wurden folgende Einzelinvestitionen umgesetzt:

Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärkeund Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus. Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke- und Verzuckerungsprodukten sowie Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
| Segment Stärke | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.306.594 | 1.020.436 | 28,0 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –12.779 | –10.029 | –27,4 % |
| Umsatzerlöse | t€ | 1.293.815 | 1.010.407 | 28,0 % |
| EBITDA¹ | t€ | 116.750 | 106.391 | 9,7 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 69.168 | 57.929 | 19,4 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 11.021 | 13.761 | –19,9 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 80.189 | 71.690 | 11,9 % |
| EBIT-Marge | % | 6,2 | 7,1 | –0,9 pp |
| Investitionen² | t€ | 30.985 | 24.283 | 27,6 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.147 | 1.137 | 0,9 % |
Das Marktgeschehen auf den Produktmärkten des Segmentes Stärke war 2022|23 vom Krieg in der Ukraine und dessen Folgen beeinflusst. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten erforderten die Weitergabe der erhöhten Herstellungskosten an die Kunden. Diese haben aber gleichzeitig die Lieferfähigkeit und Versorgungssicherheit durch AGRANA wertgeschätzt. Der Umsatz stieg 2022|23 um 28 % durch die angepassten Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio. Die Absatzmengen waren gegenüber dem Vorjahr rückläufig.
Unabhängig von Herstellungskostenentwicklungen orientiert sich der Ethanolmarktpreis an den Platts-Notierungen, die im Berichtsjahr eine sehr hohe Schwankungsbreite aufwiesen. Hohe Energiepreise unterstützten die Ethanolnotierungen noch im ersten Halbjahr 2022|23, initiierten aber auch große Importorders für den europäischen Markt.
¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Umsatz nach Produktgruppen 2022|23
Bei Ankunft der Lieferungen im zweiten Halbjahr kam es dann zu einem Ethanolüberangebot, was zu niedrigeren Preisen und Margenverlusten bei den europäischen Ethanolproduzenten führte.
Die Nebenprodukterlöse korrelieren in der Regel mit der Entwicklung der Rohstoffkosten, weshalb es auch in diesem Geschäftsbereich ein deutliches Umsatzwachstum gab.
Die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten im Segment Stärke waren auf die massiv gestiegenen Getreidepreise zurückzuführen. Gleichzeitig kam es zu einem extremen Anstieg bei den Energiepreisen. Die in Summe deutlich gestiegenen Herstellungskosten konnten nicht zur Gänze durch Verkaufspreisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden und belasteten die Margen. Ergebnisstärkend wirkten die Preisentwicklungen bei den Nebenprodukten (v.a. bei Hochproteinen). Insgesamt konnte im Berichtsjahr ein EBITDA von 116,8 Mio. € erzielt werden, das moderat über dem Vorjahreswert lag. Das operative Ergebnis betrug 69,2 Mio. € und lag um 19,4 % über dem Vorjahreswert.
Im Geschäftsjahr 2022|23 stieg auch der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 28 % auf 457,6 Mio. €. Die Geschäftsentwicklung folgte dem generellen Trend deutlich gestiegener Mais- und Energiekosten und dadurch massiv gestiegener Produktionskosten. Während sich die Preise für Verzuckerungsprodukte erholten, sanken die Margen für Ethanol. Insgesamt wies die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 41,5 Mio. € (Vorjahr: 34,1 Mio. €) aus. Das PAT betrug 22,0 Mio. € (Vorjahr: 27,5 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 11,0 Mio.€ (Vorjahr: 13,8 Mio. €) sank.
Im Geschäftsjahr 2022|23 ist die COVID-19-Pandemie, die das Welt- und Wirtschaftsgeschehen der beiden Geschäftsjahre zuvor dominiert hat, in den Hintergrund gerückt. Verdrängt wurde sie durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine Ende Februar
2022, der die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dramatisch und nachhaltig verändert hat.
Rohstoff- und Energiekosten hatten noch nie gesehene Höhen erreicht, wodurch erstmals laufende Jahreskontrakte mit den Kunden unterjährig neu diskutiert werden mussten. In sehr fordernden, aber auch konstruktiven Verhandlungsrunden wurde das Ziel verfolgt, Kostensteigerungen bestmöglich weiterzugeben. Der Abschluss kürzerer Kontraktlaufzeiten sowie die Ambition vieler Kunden, sich möglichst frühzeitig für das kommende Jahr einzudecken, bestimmten außerdem über alle Produktsegmente hinweg das Marktverhalten.
Zu Beginn des Geschäftsjahres waren alle Produktkategorien am Markt stark nachgefragt. Manche Kategorien wie z.B. sprühgetrocknete Verzuckerungsprodukte konnten aufgrund der limitierten Verfügbarkeit nur zum Teil bedient werden. Die Absätze von nativen und modifizierten Stärken im Lebensmittelbereich sowie von Proteinen waren hoch, speziell im Spezialitäten- und Bio-Bereich konnten erfreuliche Mengensteigerungen verzeichnet werden. Auch die Papierbranche verzeichnete zu Beginn des Geschäftsjahres eine sehr gute Auftragslage und befeuerte die Nachfrage nach Getreidestärken.
Im Verlauf des Jahres kam es jedoch durch den signifikanten Anstieg der Energiepreise zu ersten, teils deutlichen Rückgängen in der Marktnachfrage. Kunden im Papierbereich waren infolge der Energiekostenexplosion als Erste mit dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten konfrontiert. Gegen Ende des Geschäftsjahres setzte sich dieser Trend im gesamten Stärkemarkt fort und eine zunehmend schwächere Nachfrage traf auf verbesserte Verfügbarkeiten, so sorgten z.B. neue Kapazitäten in Südosteuropa für ein punktuelles Überangebot am Markt.
Am Markt für Säuglingsmilchnahrung sahen sich nahezu alle namhaften europäischen Hersteller mit Überkapazitäten, v.a. bedingt durch die Restriktionen bei der Belieferung des asiatischen Marktes,
konfrontiert. Durch AGRANAs Fokus auf Premiumprodukte konnten in diesem Bereich aber annähernd stabile Absätze erzielt werden.
Die Volatilität am Alkoholmarkt für Treibstoffe ist anhaltend hoch. Nach starken Notierungen, v.a. im Q1 2022|23, war das Alkoholgeschäft bis zum Ende des H1 2022|23 ein wesentlicher Ergebnislieferant für das Segment Stärke. Hohe Preise für Energie und Rohstoffe übten aber kontinuierlich großen Druck auf der Kostenseite aus. Zudem sind die Ethanolpreise in Europa seit Ende des Sommers 2022 deutlich gesunken. Der Hauptgrund für Letzteres sind die erheblichen Mengen an Importen, insbesondere aus Brasilien und den USA. Die Terminpreise für Ethanol für 2023 sind ebenfalls entsprechend gesunken. Eine im Zuge der Preisrallye bei Getreide aufgekeimte Teller-Trog-Tank-Diskussion ist wieder abgeflaut, da in Europa eine Energiekrise nicht nur wahrscheinlicher erschien als eine Lebensmittelkrise, sondern inzwischen eingetreten ist.
Der Internationale Getreiderat (IGC1 ) sieht die weltweite Getreideerzeugung2 im Getreidewirtschaftsjahr3 2022|23 bei 2,248 Mrd. Tonnen (Vorjahr: 2,291 Mrd. Tonnen) und damit unter dem Vorjahresniveau und somit auch unter der Höhe des erwarteten Verbrauchs (2,266 Mrd. Tonnen). Die weltweite Weizenproduktion wird auf 796 Mio. Tonnen (Vorjahr: 781 Mio. Tonnen) und der Verbrauch leicht darunter, auf 789 Mio. Tonnen (Vorjahr: 783 Mio. Tonnen), geschätzt. Bei der globalen Maiserzeugung werden eine Produktion von 1.153 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.220 Mio. Tonnen) und ein Verbrauch von 1.180 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.217 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreidelagerbestände sollen in Summe mit 597 Mio. Tonnen um rund 19 Mio. Tonnen unter dem Vorjahreswert liegen.
Der Verlauf der Terminnotierungen für Getreide war im gesamten Geschäftsjahr aufgrund der Kriegswirren und
ungünstiger klimatischer Bedingungen von einer starken Volatilität geprägt. Die Notierungen an der Euronext Paris stiegen nach Ausbruch des Ukraine-Krieges in den ersten Monaten des Geschäftsjahres bei Mais und Weizen zunächst markant. Seit dem Sommer 2022 war ein fallender Trend beobachtbar. Eine gesunkene Nachfrage, keine weiteren Eskalationen im Kriegsgeschehen, genehmigte Exportkorridore aus der Ukraine und große Ernten in wichtigen Produktionsgebieten führten zu den Preisrückgängen auf den Börsen. Am Bilanzstichtag 2022|23 lag der Preis an der Euronext Paris für Weizen bei 274 € und für Mais bei 279 € je Tonne (Vorjahr: 323 € bzw. 311 € je Tonne).
In der Kampagne 2022|23 verarbeitete die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich rund 217.000 Tonnen (Vorjahr: 274.000 Tonnen) Stärkeindustriekartoffeln. Die Verarbeitung von Speiseindustriekartoffeln für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten lag auf dem Vorjahresniveau.
AGRANA Stärke GmbH hat in Österreich an den Standorten in Aschach und Pischelsdorf im Geschäftsjahr 2022|23 rund 6 % weniger Mais verarbeitet als im Vorjahr. Der Spezialmaisanteil (v.a. Wachsmais und biologisch produzierter Mais) betrug rund 24 %.
Die Weizenvermahlung am Standort Pischelsdorf für die Produktion von Weizenstärke und Bioethanol war 2022|23 im Vergleich zum Vorjahr moderat geringer. AGRANA kontrahierte über Vorverträge mit Landwirten auch Ethanolgetreide.
An beiden österreichischen Standorten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Summe rund 1,4 Mio. Tonnen Mais und Getreide verarbeitet.
In Ungarn (HUNGRANA-Werk) konnte 2022|23 die Maisvermahlungsmenge des Vorjahres nicht erreicht werden. Das Werk in Rumänien verarbeitete vermehrt Spezialmais und dafür weniger Gelbmais.


2 Schätzung vom 16. Februar 2023
3 Getreidewirtschaftsjahr. 1. Juli bis 30. Juni
AGRANA Stärke hat ihre österreichischen Vertragslieferbetriebe für Kartoffeln und Spezialmais in zwei sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance dieser Gruppen erstmals nach Beantwortung des Farm Sustainability Assessment (FSA) einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen (Details siehe Seite 50f). Im Geschäftsjahr 2020|21 fanden die drei Jahre gültigen Re-Verifizierungsaudits statt. 100 % der Betriebe in den FMG der AGRANA Stärke erreichten zumindest FSA Silber-Status. Im Geschäftsjahr 2023|24 werden die beiden Farm Management Gruppen einem Re-Verifizierungsaudit nach den neuen Vorgaben von FSA 3.0 unterzogen.
Bei der Beschaffung von konventionellen Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf von der EU-Kommission anerkannte Systeme der Zertifizierung nach dem International Sustainability and Carbon Certificate (ISCC) und dem Austrian Agricultural Certification Scheme (AACS). Sowohl ISCC-EU als auch AACS werden im FSA-System mit Silber-Äquivalenz bewertet.
Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis waren im Berichtsjahr auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme im Rahmen des Beratungsprogramms "AGRANA4You" für Vertragsanbauer begrenzt. So wurden acht Feldtage für spezielle Zielgruppen wie Bioanbauer, Stärkekartoffel- bzw. Stärkemais- sowie Ethanolgetreideanbauer angeboten,

die für jeweils 30-50 Teilnehmende maßgeschneidert wurden.
Daneben wurden die Landwirte auch auf externen Veranstaltungen wie Messen, Feldtagen und in Webinaren über rohstoffrelevante Themen informiert. Externe Messen, Veranstaltungen und Online-Webinare wurden ebenso für Mitarbeitende von AGRANA zur Wissenserweiterung in Bezug auf Markt, Saatgut, Pflanzenschutz und Technik genutzt. Das AGRANA-eigene Magazin für Kontrakt-Landwirte "Agrozucker/Agrostärke" ging u.a. auf die Themenbereiche Optimierung der Bodenbearbeitung und Nährstoffversorgung sowie auf die Handhabung von Kartoffelpflanzgut ein.
Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Geringere Rohstoffverarbeitungsmengen an allen österreichischen Standorten führten zu einer Reduktion des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Stärke im Berichtsjahr um rund 6,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 6,57 Mio. GJ. Die geringere Anlagenauslastung speziell an diesen Standorten ließ den spezifischen Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne um rund 1,3 % bzw. auf 4,37 GJ pro Tonne Produktoutput steigen.
Analog zum absoluten Energieeinsatz (Scope 1+2) sanken auch die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Stärke um rund 6,4 % auf rund 250.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen (Scope 1+2) pro Tonne Produkt stiegen wiederum leicht um rund 1,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 167 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie und im Rahmen der wissenschaftsbasierten Gruppenziele wird das Segment Stärke seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2030|31 gegenüber dem Basisjahr 2019|20 um 50 % reduzieren.
Im Berichtsjahr verfügten die drei österreichischen Stärkeproduktionsstandorte über eine gültige Zertifizierung nach ISO 50001.
| Segment Stärke | 2022 23 | 2021 22 | 2020 21 |
|---|---|---|---|
| Gesamt in Mio. m³ | |||
| Wasserentnahme | 7,1 | 6,9 | 7,0 |
| Wasserabgabe | 6,3 | 5,8 | 6,3 |
| Wasserverbrauch | 0,8 | 1,1 | 0,7 |
| Segment Stärke m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
2022 23 | 2021 22 | 2020 21 |
| Wasserentnahme | 4,69 | 4,27 | 4,56 |
| Wasserabgabe | 4,17 | 3,55 | 4,08 |
| Wasserverbrauch | 0,52 | 0,72 | 0,48 |
In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und den Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt.

Die Wasserentnahme in absoluten Zahlen lag im Berichtsjahr 2022|23 mit rund 7,1 Mio. m³ um 1,6 % über dem Vorjahr. Der Anstieg der absoluten Wasserabgabe um rund 8,9 % gegenüber dem Vorjahr ist auf eine geringere Verdampfung in der Produktion und kürzere Reinigungsintervalle in der Bioethanolproduktion am Standort Pischelsdorf zurückzuführen.
Der durchschnittliche spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag im Berichtsjahr bei rund 0,52 m³ bzw. 520 Litern.
100 % des abgegebenen Abwassers der AGRANA-Stärkefabriken wurde in Oberflächengewässer, d.h. Flüsse, abgegeben.
| Segment Stärke Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben |
2022 23 | 2021 22 | 2020 21 |
|---|---|---|---|
| Entsorgte Abfälle Davon gefährliche Abfälle |
19.918 t 81 t |
28.241 t 61 t |
30.608 t 43 t |
| Abfall pro Tonne Produkt |
13,2 kg | 17,4 kg | 19,8 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt |
54 g | 37 g | 28 g |
Im Berichtsjahr 2022|23 hat die AGRANA-Gruppe ihre Abfalldefinition weiter an die europäische Regulatorik angepasst. Aus diesem Grund werden nur noch Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden ("Re-use Mengen"), werden nicht mehr als Abfälle berichtet, was die absolute Abfallmenge reduzierte. Die gegenüber dem Vorjahr höhere Menge gefährlicher Abfälle ist v.a. auf Umbauarbeiten am Standort Aschach zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2022|23 hielt die AGRANA Stärke GmbH im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis eine Bewertung mit Silber-Status.
Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2022|23 31,0 Mio. € (Vorjahr: 24,3 Mio. €). Unter anderem wurden folgende Projekte umgesetzt:

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2022|23 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 20,9 Mio. € (Vorjahr: 14,1 Mio. €) getätigt.
Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH ist jene Gesellschaft, die das Vermögen der beiden österreichischen Zuckerfabriken besitzt und diese lenkt. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Segment Zucker | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung % / pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 884.607 | 666.173 | 32,8 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –22.911 | –26.116 | 12,3 % |
| Umsatzerlöse | t€ | 861.696 | 640.057 | 34,6 % |
| EBITDA¹ | t€ | 65.933 | 6.920 | 852,8 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 38.024 | –23.305 | 263,2 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts unternehmen, die nach der |
||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 7.636 | –5.742 | 233,0 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | 901 | –2.072 | 143,5 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 46.561 | –31.119 | 249,6 % |
| EBIT-Marge | % | 5,4 | –4,9 | 10,3 pp |
| Investitionen² | t€ | 34.252 | 20.702 | 65,5 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.906 | 1.892 | 0,7 % |
Der Absatz war im Geschäftsjahr 2022|23 insgesamt stabil, wobei es bei den Hauptprodukten (Zucker) einen geringfügigen Mengenrückgang gab. Bei den Nebenprodukten gab es dank der Subkategorie "sonstige Produkte" einen leichten Absatzanstieg. Die AGRANA-Zuckermärkte entwickelten sich unterschiedlich. Während im Retailbereich Mengenrückgänge verzeichnet wurden, konnten im Industriesektor die Absätze moderat erhöht werden.
Seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2020|21 erholen sich die Zuckerverkaufspreise stetig. Im Retailgeschäft waren die Preise im Geschäftsjahr 2022|23 um rund 40 % höher als im Vorjahr, im Industriebereich lagen die Verkaufspreise aufgrund neuer Verträge mit den Kunden ebenfalls markant über dem Durchschnittswert des Vorjahres.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschaftsjahr beschaftigte Vollzeitaquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Das EBIT lag sehr deutlich über dem schwachen Vorjahreswert. Markant gestiegene Zuckerverkaufspreise konnten die wesentlich höheren Rohstoff- und Energiepreise deutlich überkompensieren. Aufgrund einer geringeren Produktionsmenge in der Kampagne 2022 wurden Leerkosten von rund 5 Mio. € verbucht (Vorjahr: rund 2 Mio. €).
Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2022|23 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus und war im Übrigen das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Der Ergebnisbeitrag erhöhte sich deutlich von 1,9 Mio. € auf 9,9 Mio. €. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, wirkte sich mit -2,3 Mio. € (Vorjahr: -7,6 Mio. €) negativ auf das Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen aus.
Das positive Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 0,9 Mio. € war auf eine weitere Rückzahlung von beeinspruchten Steueraufwendungen der Vorjahre in Rumänien zurückzuführen. Das negative Ergebnis aus Sondereinflüssen (-2,1 Mio. €) im Vorjahr stand in Zusammenhang mit Forderungswertberichtigungen gegenüber der Beta Pura GmbH (ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine).
Auch am Zuckermarkt herrschte wie an allen anderen Rohstoffmärkten ein sehr hohes Maß an Unsicherheit und Volatilität.
Das Marktforschungsunternehmen S&P Global zeigte in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom April 2023 für das zu Ende gegangene Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2021|22 (1. Oktober 2021 bis 30. September 2022) ein Defizit von 3,5 Mio. Tonnen Zucker – und damit ein drittes Defizitjahr in Folge. Trotz einer steigenden Erzeugung kam es aufgrund des ebenfalls steigenden
Weltzuckerverbrauches nochmals zu einem Abbau der Bestände.
| Weltzuckerbilanz1 | 2023 24 | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|---|
| Mio. Tonnen | |||
| Anfangsbestand | 65,5 | 65,5 | 68,9 |
| Erzeugung | 191,4 | 187,8 | 184,5 |
| Verbrauch | –189,9 | –187,5 | –186,0 |
| Saldo Exporte/Importe | –0,9 | –0,3 | –1,9 |
Endbestand 66,1 65,5 65,5 in % des Verbrauches 34,8 34,9 35,2
Für das neue ZWJ 2022|23, welches seit 1. Oktober 2022 läuft, erwartet S&P Global eine ausgeglichene Zuckerbilanz. Für das kommende ZWJ 2023|24 wird in einer ersten Schätzung nur von einem leichten Überschuss von 0,7 Mio. Tonnen ausgegangen. Bei einem weiteren Zuwachs bei Erzeugung und Verbrauch bleibt das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch mit 34,8 % auf niedrigem Niveau.
Asien wird weiterhin an der Spitze der globalen Zuckerproduzenten stehen, gefolgt von Südamerika und Europa. Vor allem die Produktionsmengen sowie die Exportkapazitäten Brasiliens und Indiens sind wichtige Faktoren, die die weltweite Angebotssituation bestimmen.
Der Beginn des Krieges in der Ukraine hatte auf die Weltmarktzuckernotierungen eine preistreibende Wirkung. Im gesamten Geschäftsjahr 2022|23 notierten die Zuckerpreise bei erhöhter Volatilität auf einem hohen Niveau und wurden auch durch die Inflation und die hohen Energiekosten im Speziellen beeinflusst.
Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 562,4 US\$ pro Tonne und Rohzucker bei 486,8 US\$ pro Tonne (Vorjahr: 496,0 US\$ bzw. 396,8 US\$).


Im ZWJ 2021|22 betrug die EU-Zuckererzeugung (EU-27) bei einer nochmals leicht verringerten Anbaufläche, aber gestiegenen Hektarerträgen 16,6 Mio. Tonnen. Für das laufende ZWJ 2022|23 geht die EU-Kommission in ihrer Schätzung vom März 2023 von einer weiteren Verringerung der Anbaufläche aus. Aufgrund der Trockenheit in wichtigen Anbauregionen erwartet die EU-Kommission darüber hinaus geringere Hektarerträge, was zu einem Rückgang der Zuckererzeugung auf 15,0 Mio. Tonnen führt. Damit ist davon auszugehen, dass zur Versorgung der EU auch weiterhin Zuckerimporte erforderlich sein werden.
Laut EU-Preisreporting erreichte der durchschnittliche Weißzuckerpreis in der EU im September 2022, zum Ende des ZWJ 2021|22, 512 € pro Tonne und somit um 104 € pro Tonne mehr als im September 2021. Zu Beginn des neuen ZWJ 2022|23 stieg der Preis weiter deutlich an. Jener für Februar 2023 lag bei 804 € pro Tonne. Dabei gab es innerhalb der EU signifikante regionale Preisunterschiede zwischen den Defizit- und den Überschussregionen.
Die meisten Analysehäuser rechnen damit, dass die EU-Marktpreise in den nächsten Wochen und Monaten weiter steigen bzw. auf hohem Niveau bleiben werden, da angepasste Verkaufspreise neben dem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in der EU auch die gestiegenen Produktionskosten der Zuckerproduzenten (Energie, Rübe) abbilden müssen.
Die EU verhandelt mit verschiedenen Staaten bzw. Staatengemeinschaften (z.B. Australien) über mögliche Freihandelsabkommen. Sollten Zucker und zuckerhaltige Waren – entgegen der bisherigen Handelspraxis – nicht als sensible Produkte eingestuft werden, könnten künftig zusätzliche Zuckermengen zollbegünstigt in die EU importiert werden.
Der Ratifizierungsprozess des Mercosur-Abkommens dauert weiter an. Das Abkommen tritt erst in Kraft, wenn der Europäische Rat, das Europäische Parlament sowie alle Parlamente der 27 EU-Mitgliedstaaten zugestimmt haben. Nach dem Regierungswechsel in Brasilien gibt es derzeit Bestrebungen, das Abkommen mit Zusatzvereinbarungen zum Klimaschutz zeitnah umzusetzen.
Die Zuckerrübenanbaufläche der rund 5.300 AGRANA-Kontraktbauern (Vorjahr: rund 5.800) betrug im ZWJ 2022|23 rund 72.000 Hektar und lag damit unter dem Vorjahreswert (86.000 Hektar). Betreffend Vegetationsbedingungen 2022 waren die Sommermonate 2022 (Juli und August) sehr trocken. Nur punktuell, in Oberösterreich und im westlichen Niederösterreich sowie im Einzugsgebiet der tschechischen Zuckerfabrik Opava, waren die Niederschläge in diesem Zeitraum ausreichend. In der zweiten Vegetationshälfte gab es einen feuchtkühlen September und einen trockenen Oktober 2022. Die kühlen September-Temperaturen waren auch maßgeblich für im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Zuckergehalte verantwortlich.
Die Blattflächenkrankheit Cercospora führte in den westlichen, feuchteren Einzugsgebieten punktuell zu Problemen. Durch einen mittlerweile hohen Anteil an blattgesunden Sorten konnten aber größere Ertragsausfälle verhindert werden. Das Auftreten des Rübenderbrüsslers (Rüsselkäfer) war im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der milden Temperaturen im Mai 2022 wieder höher und führte in den Befallsregionen (nördliches Tullnerfeld und in Teilen des Weinviertels) zu Problemen und auch Umbrüchen. Aufgrund der regional in den Herbstmonaten einsetzenden Niederschläge fand die Rodung teilweise unter nassen Bedingungen statt, wodurch die Abzugsprozente beim Rübenpreis über dem Vorjahr lagen.
Die beschriebenen Vegetationsbedingungen waren letztlich für einen unterdurchschnittlichen Zuckergehalt von 16,1 % (Vorjahr: 17,2 %) ausschlaggebend. Es wurden auf einer Gesamtfläche von rund 72.000 Hektar rund 4,7 Mio. Tonnen Zuckerrüben (Vorjahr: 5,7 Mio. Tonnen) geerntet, was einem Durchschnittsertrag von 66 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 67 Tonnen je Hektar) entsprach.
Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich etwas über 47.800 Tonnen Rüben (Vorjahr: 49.700 Tonnen). Aufgrund der geringeren Rübenmenge produzierten die Werke in durchschnittlich 101 Tagen (Vorjahr: 115 Tage) insgesamt rund 717.000 Tonnen (Vorjahr: 850.000 Tonnen) Zucker. Im Werk Tulln|Österreich wurden in einer einwöchigen Bio-Kampagne etwas über 5.000 Tonnen Bio-Zucker gewonnen. Die verarbeitete Rübenmenge führte zu einer durchschnittlichen Auslastung der Zuckerfabriken von 85 % (Vorjahr: 95 %).
Im Werk in Tulln wurde mit wirtschaftlich bedingten Unterbrechungen ganzjährig eine Melasseentzuckerungsanlage betrieben. Weiters betreibt AGRANA zwei Rohzuckerraffinerien in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien, in denen im Geschäftsjahr 2022|23 in Summe 290.000 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 208.000 Tonnen) gewonnen wurden.
Der Europäische Gerichtshof hat am 19. Jänner 2023 nach einer Klage einer Umweltschutzorganisation in Belgien entschieden, dass künftig Zuckerrübensaatgut nicht mehr mit Neonicotinoiden behandelt werden darf. Am 14. Februar 2023 wurde für Österreich die Entscheidung getroffen, dass keine Neonicotinoid-Notfallzulassung für den Anbau 2023 erteilt wird. An Ersatzlösungen zur Bekämpfung von Schädlingen, insbesondere des Rübenderbrüsslers, wird seitens AGRANA und der Rübenbauern intensiv gearbeitet. In den Ländern Tschechien, Slowakei, Ungarn und Rumänien liegen gültige Notfallzulassungen für den Einsatz von Neonicotinoiden für den Anbau 2023 vor.
Am Standort Tulln│Österreich wurde die Betainkristallisationsanlage Anfang April 2022 aufgrund von Rohstoffmangel abgeschaltet. Der Joint Venture-Partner hatte das Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH, Wien, nicht mit Rohstoffen beliefert. Die Produktion wurde Anfang des Jahres 2023 für rund ein Monat wieder aufgenommen, dabei wurden nur Rohstoffe der AGRANA Zucker GmbH eingesetzt. Die Beta Pura GmbH befindet sich weiterhin in Restrukturierung1 .
Das Segment Zucker hat die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer gewählt (Details zu SAI und FSA siehe Seite 50f). Die Rübenvertragslieferanten sind in allen fünf Anbauländern in sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt.
2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance der Gruppen erstmals einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen, 2020 fanden die Re-Verifizierungsaudits statt. In den Gruppen in Österreich und der Tschechischen Republik erreichten 100 % der Betriebe mindestens FSA Silber-Status. In Rumänien, der Slowakei und Ungarn konnten die 2020 geplanten Re-Verifizierungsaudits aufgrund der Reise- und Kontaktbeschränkungen, verursacht durch die COVID-19-Pandemie, erst im Jahre 2021 finalisiert werden. Wie schon beim Erstaudit 2017 erreichten alle slowakischen Betriebe mindestens FSA Silber-Status. Die ungarische FMG konnte ihre Ergebnisse im Vergleich zum Erstaudit verbessern, sodass hier ebenfalls alle Betriebe zumindest FSA Silber-Status erlangten. In Rumänien wurde ebenfalls eine Verbesserung der Auditergebnisse ausgewiesen, 60 % der Betriebe erreichten FSA Silber-Status, allerdings wurde das gesetzte 100 % FSA Silber-Ziel verfehlt. Im Geschäftsjahr 2023|24 ist die Re-Verifizierung nach dem neuen Standard FSA 3.0 geplant.
Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung waren auch im Berichtsjahr 2022|23 auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme im Rahmen des Beratungsprogramms "AGRANA4You" beschränkt. So wurden z.B wieder gebietsspezifische Fachwebinare für Rübenanbauer mit den Schwerpunktthemen Anbau, Saatgut und Pflanzenschutz für den Anbau 2022 angeboten.
Ende August 2022 wurde im Einzugsgebiet Tulln|Österreich unter Einhaltung aller COVID-19- Präventionsmaßnahmen ein physischer Feldtag mit den Schwerpunktthemen Sorten, Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung durchgeführt. Rund 500 Landwirte konnten sich einen Eindruck über aktuelle Themen zum Zuckerrübenanbau und zur Bodenbearbeitung und Hacktechnik machen. Im Fokus standen Maschinenvorführungen zur Grundbodenbearbeitung bis hin zum Begrünungsanbau. AGRANA-Expertinnen und -Experten gaben Informationen zur EUF Bodenuntersuchung, zu automatisierten
Bodenprobenentnahmen und zur Bewertung von Düngeempfehlungen. Die Kontrahierungen für den Rübenanbau 2023 wurden sowohl online als auch durch persönliche Meetings angeboten.
Im Jahr 2021 wurden in Österreich rund 3.600 Hektar mit den Zwischenfruchtmischungen der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut aus eigener Vermehrung und Zukauf zur Verfügung stellt, begrünt. Sie lockern den Boden, mobilisieren Nährstoffe, aktivieren das Bodenleben und erhöhen die Biodiversität am Feld. Daneben wurden auch ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt, gemeinsam bieten die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.
Wenngleich Transporte keinen Emissions-Hotspot darstellen (9,3 % im Basisjahr 2019|20) und speziell der Downstream-Bereich kaum zu beeinflussen ist, versucht AGRANA dennoch, Transporte, so weit infrastrukturell und wirtschaftlich möglich, nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2022|23 rund 35 % der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte mit rund 49 % in Österreich und 48 % in Ungarn am höchsten lag.

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden im Segment Zucker rund 16 % weniger Rüben verarbeitet als im Vorjahr. Zum Ausgleich wurde die Rohzuckerraffination in den AGRANA-Raffinationsstandorten in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 49) um rund 78 % auf etwa 246.000 Tonnen gesteigert.
Die niedrigeren Rübenverarbeitungsmengen resultierten in einer Reduktion des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Zucker um rund 14,4 % gegenüber dem Vorjahr. Es wurden in der Produktion (Scope 1+2) rund 5,24 Mio. GJ an Energie verbraucht. Aufgrund geringerer Fabriksauslastungen sank der spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne unterproportional um rund 3,6 % bzw. auf 2,65 GJ pro Tonne Produktoutput.
Um potenzielle Erdgasversorgungsengpässe in der Rübenverarbeitungskampagne 2022|23 zu vermeiden wurde direkt nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine Heizöl Extraleicht (HEL) kontrahiert, um unter allen Umständen Produktionskontinuität sichern zu können. Letztendlich wurden rund 18.300 Tonnen HEL eingesetzt. Trotz dieser Substitution von Erdgas durch HEL sanken die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Zucker aufgrund der geringeren Rohstoffverarbeitungsmengen um rund 9,4 % auf rund 318.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt stiegen aufgrund geringerer Verarbeitungsmengen und damit Effizienz leicht um rund 2,5 % auf 162 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Die ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2022|23 rund 18,91 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 88 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2022|23 decken können. Diese Art der vollständigen Rohstoffverwertung von eiweißarmen Rohstoffbestandteilen zur Energiegewinnung stellt auch ein Pilotprojekt für AGRANAs zukünftigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger bis 2040 im Rahmen ihrer Klimastrategie dar (Details siehe Seite 54f). Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden rund 9,7 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases verkauft und größtenteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet und als EU-taxonomiefähige Umsätze berichtet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 1.919 Einfamilienhäusern. Eine vollständige Eigennutzung des erzeugten Biogases wäre zukünftig denkbar.
Bis 2030|31 wird das Segment Zucker als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie und den wissenschaftsbasierten Emissionsreduktionszielen seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen um rund 50 % gegenüber 2019|20 senken.
Im Geschäftsjahr 2022|23 verfügten die Energiemanagementsysteme aller Zucker-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 49) über eine aktuelle Zertifizierung nach ISO 50001.
| Segment Zucker | 2022 23 | 2021 22 | 2020 21 |
|---|---|---|---|
| Gesamt in Mio. m³ | |||
| Wasserentnahme | 4,7 | 4,8 | 4,5 |
| Wasserabgabe | 6,3 | 7,0 | 6,8 |
| Wasserverbrauch | –1,6 | –2,2 | –2,3 |
| Segment Zucker m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
2022 23 | 2021 22 | 2020 21 |
| Wasserentnahme | 2,29 | 2,16 | 2,49 |
| Wasserabgabe | 3,06 | 3,14 | 3,77 |
| Wasserverbrauch | -0,77 | -0,98 | -1,28 |
Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird zum Teil mit der zur Verarbeitung angelieferten Zuckerrübe in die Fabrik eingebracht und sohin auch eingesetzt. Die Rübe besteht zu rund 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker abgetrennt werden muss.
Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln und den notwendigen Prozessdampf in der Zuckergewinnung, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit nur gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.
Das Geschäftssegment Zucker setzte im Berichtsjahr 2022|23 rund 1,6 Mio. m³ vorher in den Rüben gebundenes Wasser frei und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus. Pro Tonne Produktausstoß wurden rund 0,77 m³ bzw. 770 Liter über Vorfluter abgegeben.

| Segment Zucker Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben |
2022 23 | 2021 22 1 2020 211 | |
|---|---|---|---|
| Entsorgte Abfälle Davon gefährliche Abfälle |
14.689 t 105 t |
20.030 t 116 t |
17.907 t 137 t |
| Abfall pro Tonne Produkt |
7,2 kg | 9,0 kg | 9,9 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt |
51 g | 52 g | 76 g |
Im Berichtsjahr 2022|23 hat die AGRANA-Gruppe ihre Abfalldefinition weiter an die europäische Regulatorik angepasst. Aus diesem Grund werden nur noch Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden ("Re-use-Mengen"), werden nicht mehr als Abfälle berichtet. Die Abfallmengen aus den Vorjahren wurden zur besseren Vergleichbarkeit ebenfalls angepasst. Die absolute Abfallmenge sank gegenüber dem Vorjahr um 26,7 %, was unter anderem auf die geringere Rübenverarbeitungsmenge zurückzuführen war. Die spezifische Abfallmenge pro Tonne sank proportional, die spezifische gefährliche Abfallmenge blieb konstant.
Im Berichtsjahr 2022|23 nahm die AGRANA Zucker GmbH eine Aktualisierung ihrer Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Sie erzielte Gold-Status.
Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2022|23 34,3 Mio. € (Vorjahr: 20,7 Mio. €) primär für folgende Projekte aus:

Zusätzlich wurden 2022|23 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH, Wien; jeweils 100 %) Investitionen von 1,5 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €) getätigt.
In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.
Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 18 lokalen Frucht-NPD1 -Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100 %-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und - Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig.
Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.
| F&E-Kennzahlen | 2022 23 | 2021 22 | |
|---|---|---|---|
| F&E-Aufwendungen (intern und extern) | Mio. € | 23,1 | 20,0 |
| F&E-Quote2 | % | 0,64 | 0,69 |
| Mitarbeitende in F&E (Köpfe) | 324 | 315 |
Ergänzend zu der bestehenden Produktion von Schokoladesplits bei AGRANA Frucht wurden neue Schokoladeinklusionen entwickelt, wodurch interessante Anwendungen in verschiedenen neuen Rezepturen ermöglicht werden.
Die Evaluierung einer neuen Technologie zur schonenden Pasteurisation von Fruchtzubereitungen zeigte vielversprechende Resultate. Der wesentliche Vorteil des neuen Verfahrens liegt darin, dass die Erhitzung der Fruchtzubereitung sehr rasch und ohne örtliche Überhitzungen erfolgt, wodurch eine deutliche Steigerung der Qualitätsparameter erreicht werden kann.
Dysphagiepatienten leiden unter starken Schluckbeschwerden. Die von ihnen konsumierten Lebensmittel müssen deshalb eine spezielle Konsistenz besitzen. Eine ARIC-Entwicklung ermöglichte die Bereitstellung einer Reihe von Fruchtzubereitungen für diese Konsumentengruppe. Diese Fruchtzubereitungen können darüber hinaus in einem 3D-Drucker z.B. in die originale Fruchtform gebracht werden.
Die Substitution von Milchprodukten mit pflanzenbasierten Rohstoffen spielt eine immer wichtigere Rolle. Neue Softeiscremes der AGRANA-Forschung auf Basis von Getreidemehlen, welche mit verschiedenen Geschmacksrichtungen kombiniert werden können, erlauben innovative Produktentwicklungen für den Bereich Food Service.
Die AUSTRIA JUICE konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Geschäftsbereiche Getränkegrundstoffe, Aromen und Produktion von Saftkonzentraten weiter erfolgreich ausbauen. Es wurden für diese Bereiche strategische Investitionen sowohl in die Infrastruktur als auch in Personal durchgeführt. Die Verwertung von FTNF3-Saftaromen und die eigene Produktion von Kompositionsaromen zur Stärkung des Wachstumssegmentes der Getränkegrundstoffe und des Aromen-Geschäftes wurde erfolgreich weiterentwickelt und ausgebaut.
Verfahren zur Diversifizierung und Standardisierung des Angebotes an FTNF-Saftaromen sowie Kräuter-, Gewürz- und Zitrusextrakten werden kontinuierlich implementiert und verbessert.
1 New Product Development
2 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz
3 From the named fruit (natürliche Fruchtaromen)
Bei der Evaluierung neuer Rohstoffe für die Stärkegewinnung wird das Hauptaugenmerk auf potenzielle neue Eigenschaften in den daraus hergestellten Haupt- und Nebenprodukten gelegt. Um diese neuen Produkte vergleichend untersuchen zu können, werden weitere Analysemethoden sowohl für technische Anwendungen als auch für Lebensmittelanwendungen entwickelt. Dabei können v.a. bei Anwendungen im technischen Bereich Vorteile der neuartigen Stärketypen gegenüber den etablierten herausgearbeitet werden, wodurch sich neue Anwendungs- und Absatzmöglichkeiten eröffnen.
Markt- bzw. kundenseitig steigt der Bedarf nach Gesamtproduktlösungen bzw. nach Produktkonzepten, wodurch ein Teil der Produktentwicklung für den Kunden von AGRANA übernommen wird. Dies bezieht sich u.a. auf die Bereiche vegane/vegetarische Ernährung (Fleisch- und Milchalternativen), Zusatzstoffreduktion in Rezepturen (Clean Label) und die Verbesserung der Ernährungsphysiologie von Produkten (Nutri-Score bzw. Kennzeichnung Nährwertprofil). Aufgrund dessen beschäftigt sich AGRANA im Zuge ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auch intensiv mit der Lebensmittelanwendungstechnik, um diesen Anforderungen stärker Rechnung zu tragen.
Pflanzliche Proteine zur Entwicklung von vegetarischen und veganen Lebensmittelkomponenten stehen im Mittelpunkt von AGRANAs Forschungsaktivitäten. Dazu werden als Proteinquellen u.a. Kartoffeln, Mais und Weizen herangezogen, deren Proteine in speziellen Verfahren aufbereitet werden, damit sie als funktionelle Zutaten in Lebensmitteln eingesetzt werden können. Diese dienen in Lebensmitteln dazu, Proteine tierischen Ursprungs zu ersetzen. Durch diese Proteine auf pflanzlicher Basis wird ein stark wachsendes Marktsegment der Fleisch- und Milchalternativprodukte bedient. Da im Bereich der pflanzlichen Proteine nicht nur die Höhe des Proteingehalts von Bedeutung ist, sondern auch die Funktion in der Lebensmittelanwendung, forscht AGRANA auch intensiv an Methoden zur Charakterisierung dieser Eigenschaften.
Für die Verzuckerung von Bio-Stärke hat AGRANA einen neuen Prozess eingeführt, wodurch deutliche Qualitätsverbesserungen erreicht und die Produktionsabläufe effizienter gestaltet wurden. Dies soll zu Kosteneinsparungen durch Reduktion der
benötigten Additive sowie der aufgewendeten Arbeitsstunden führen.
Im Bereich der modifizierten Lebensmittelstärken arbeitet AGRANA fortlaufend an der Optimierung der Produktion und am reduzierten Einsatz von Chemikalien, um die Abwässer weniger zu belasten und damit zu einer ressourcenschonenderen Produktion beizutragen.
Im Bereich heimkompostierbarer Bio-Kunststoffe hat AGRANA die Produktgruppe der stärkebasierten Compounds mit einem erhöhten "Biobased Carbon Content" für die unterschiedlichsten Anwendungen erfolgreich weiterentwickelt. Der Herstellungsprozess dieser Compounds konnte in weiteren Schritten effizienter und energieschonender gestaltet werden. Darüber hinaus wurden durch entsprechende Kompatibilisierung der stärkebasierten Compounds neue Verarbeitungseigenschaften erzielt, wodurch sich neue Anwendungsfelder eröffnen.
Das Streben des Marktes nach biobasierten Lösungen mit geringerem Carbon Footprint im Bereich Papier, Klebstoff und Bau hat das ARIC mit neuen Entwicklungen bedient. Dabei stehen die Substitution fossiler Produkte durch die Entwicklung neuer innovativer Stärkederivate sowie ressourcenschonendere Verfahren im Fokus. So konnten z.B. in Systemen mit hohem Füllstoffanteil bzw. mit erhöhter Trockensubstanz neue Stärkederivate entwickelt werden, die den herkömmlichen Dextrinen qualitativ überlegen und kostenmäßig ebenbürtig sind.
Im Bereich der Bioethanolproduktion lag ein Forschungsschwerpunkt auf der Verwertung von Nebenprodukten wie Schlempe als Dünger für den biologischen Landbau.
Neben der Minimierung des Energieverbrauchs bei der Extraktion des Zuckers aus den Rübenschnitzeln und des bedarfsgerechten Einsatzes von Prozesshilfsstoffen in der Saftreinigung lag ein Forschungsschwerpunkt weiterhin auf Prozessoptimierungen, um die Zuckerausbeute zu steigern.
Vor dem Hintergrund des EU Green Deals und der in Europa herausfordernden Situation bezüglich Energieverfügbarkeit und -kosten wurde ein gefördertes Projekt vorangetrieben, in welchem verschiedene innovative Verfahren und Technologien zur Entfärbung von Zuckersirupen untersucht werden. Damit soll ermöglicht werden, die Kristallisation von Weißzucker unter minimalem Einsatz von fossilen Energieträgern durchzuführen. Im Zuge der Forschungsaktivitäten wurde der Austausch mit Wissensträgern wie z.B. Universitäten weiter intensiviert und die Prüfung insbesondere umweltfreundlicher und nachhaltiger Technologien forciert.
Bei Retail-Spezialprodukten von AGRANA Zucker wurden neue Verpackungsmaterialien geprüft, welche den gleichen Produktschutz wie die bisher verwendeten bieten sollen, dabei aber ohne den in Verbundmaterialien üblichen Plastikanteil auskommen und somit einen weiteren Baustein bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der AGRANA bilden sollen.
Im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie wurden Untersuchungen zur energetischen Nutzung von Nebenprodukten aus der Zuckergewinnung durchgeführt und Strategien evaluiert, um so fossile Energieträger nach und nach zu reduzieren und letztlich ganz zu ersetzen. Einen Schwerpunkt bildeten hier neue, innovative Verfahren, um das volle Potenzial bei der Verwertung von Biomasse zu heben.
Um die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe und damit die Produktion bedarfsdeckender Mengen an Zucker langfristig auch unter klimatischen Veränderungen und weiteren Restriktionen beim Pflanzenschutz sowie beim Boden- und Düngemanagement zu gewährleisten, ist einem Verlust an Rübenfläche durch tierische Schädlinge sowie Ertragslimitierungen durch Blattkrankheiten entgegenzuwirken und somit den Erhalt oder sogar eine Steigerung der Zuckererträge sicherzustellen.
Die Erarbeitung von Möglichkeiten zur Substitution der nunmehr verbotenen Neonicotinoide in der Pille der Zuckerrübe ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Schutz der Zuckerrübe vor dem Rübenderbrüssler.
Populationskontrolle des Rübenderbrüsslers, welche mechanische, insektizide und nicht zuletzt biologische Ansätze auf Zuckerrübenflächen, sowohl des vorangehenden als auch des aktuellen Anbaujahres umfassen. Forschung erfolgt zudem zur Regulierung von Rübenerdflöhen und Blattläusen: Blattläuse gelten als Überträger von Rübengelbviren, welche weitere bedeutende Ertragsminderungen verursachen. Umfassendes Monitoring zum Auftreten der Schädlinge sind Basis des Aufbaus und der Bedienung von Warndiensten, welche rechtzeitige Maßnahmen zur
Regulierung dieser Insekten erlauben. Der Digitalisierung der zeitnahen Erfassung des Auftretens dieser als auch weiterer Schaderreger wird breiter Raum gewidmet.
Augenmerk gilt zudem der strikten Beobachtung eines möglichen Auftretens bereits in Europa etablierter, jedoch in den Anbaugebieten des Unternehmens bislang nicht nachgewiesener Schädlinge und Krankheiten.
Der Blattfleckenkrankheit der Zuckerrübe (Cercospora beticola) ist unverändert hohes Schadpotenzial zuzuordnen. Eine verminderte Zahl an fungiziden Wirkstoffen steht auftretenden Resistenzen gegenüber. Arbeiten gelten insbesondere einer präzisen Feststellung des Termins von Infektion und folgender Inkubation, um einer Entwicklung der Krankheit im Bestand möglichst früh entgegenwirken zu können.
Sowohl nach dem Verbot von Pflanzenschutzmitteln mit den Wirkstoffen Desmedipham und Triflusulfuron als auch durch die zur Diskussion stehenden Änderung in der Zulassung von Phenmedipham prüft das ARIC neue Kombinationen noch verbleibender Wirkstoffe, um den Erfolg der Beikrautregulierung – trotz reduzierter Sicherheit – zu gewährleisten. Zu beurteilen ist die neu in den Markt drängende Zuckerrübengenetik mit Resistenz gegenüber einem ausgewählten Sulfonylharnstoff, speziell betreffend die Eignung ihres Einsatzes in Regionen mit hohem Schaddruck. Auch dem Management gegenüber diesem Wirkstoff resistenter Beikräuter wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Bedeutung gewinnt die zuletzt genannte Möglichkeit der Beikrautregulierung insbesondere unter einem Einsatzverbot von Glyphosat.
Aufgrund der zunehmend mangelhaften Verfügbarkeit von Wasser arbeitet die landwirtschaftliche Forschung an neuen Konzepten für die Bodenbearbeitung sowie gezieltes Sorten- und Düngemanagement, um Wasserverluste zu vermeiden.
In der Versorgung der für den Anbau von Zuckerrüben zur Verfügung stehenden Standorte mit Phosphor und Kalium sind drastische Abnahmen zu beobachten. Daher intensiviert AGRANA ihre Forschungsprojekte zur Bodenuntersuchung sowie zur grundsätzlichen Bereitstellung dieser Nährstoffe.
Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2022|23 durchschnittlich 8.932 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.877 Mitarbeitende), davon 2.486 (Vorjahr: 2.476) in Österreich und 6.446 (Vorjahr: 6.401) international. Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:
| Durchschnittliche Mitarbeiter anzahl (Köpfe) |
Durchschnittliche Anzahl an FTEs1 |
Mitarbeiter (Köpfe) zum Bilanzstichtag |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | 2022 23 | 2021 22 | 2022 23 | 2021 22 | 28.02.2023 | 28.02.2022 | |
| Frucht | 5.796 | 5.772 | 5.677 | 5.662 | 5.421 | 5.434 | |
| Stärke | 1.183 | 1.171 | 1.147 | 1.137 | 1.182 | 1.162 | |
| Zucker | 1.953 | 1.934 | 1.906 | 1.892 | 1.845 | 1.779 | |
| Konzern | 8.932 | 8.877 | 8.730 | 8.691 | 8.448 | 8.375 |
Im Geschäftsjahr 2022|23 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.730 FTEs (Vorjahr: 8.691 FTEs) beschäftigt. Im Segment Frucht stieg die Personalanzahl hauptsächlich durch einen vermehrten Bedarf an temporären Mitarbeitenden einerseits aufgrund einer gestiegenen Nachfrage und andererseits aufgrund höherer Erntevolumina. Die Personalerhöhung im Segment Stärke ist auf eine Erholung der Auftragslage und damit verbunden auf eine Wiederbesetzung von Positionen zurückzuführen. Im Segment Zucker hat hauptsächlich ein erhöhtes Produktionsvolumen zu einem Personalanstieg geführt.
Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft2 betrug per 28. Februar 2023 42 Jahre (Details zur Altersstruktur siehe GRI-Index, Seite 220ff). 30,3 % (Vorjahr: 29,8 %) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 64,9 % (Vorjahr: 64,5 %). Die Fluktuation3 im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2022|23 16,1 % (Vorjahr: 16,9 %). Der Anteil der Beschäftigten mit einem Teilzeitvertrag4 lag bei 4,2 % bzw. entsprach er 359 Köpfen zum Bilanzstichtag (Vorjahr: 4,0 %). Der Anteil der Leiharbeitskräfte5 lag bei 5,1 % bzw. entsprach er 456 Mitarbeiterköpfen im Jahresdurchschnitt (Vorjahr: 5,7 %).
Im Fokus der Personalstrategie von AGRANA steht die Schaffung eines unternehmerischen Umfeldes, das es unseren Mitarbeitenden ermöglicht, die beste Leistung zu erbringen und nachhaltiges sowie unternehmerisches Denken und Handeln zu leben. Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und offene Kommunikation bilden einen unverzichtbaren Teil der Unternehmenskultur, was aufgrund des internationalen und von kultureller Diversität geprägten Umfeldes von großer Bedeutung ist. Wertorientierte Führung und Kooperation bilden den Grundstein für unsere Attraktivität am Arbeitsmarkt und die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden.
zum Bilanzstichtag 28. Februar 20237
| Dienst verhältnisse8 |
Befristete | Unbefristete Dienstverhältnisse | Angestellte im Management9 |
Davon Executive Leadership10 |
||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | Gesamt Frauen Arbeiter Frauen | Ange stellte |
Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen | |||||||||
| Frucht | 1.290 | 59,2 % | 2.533 | 23,0 % | 1.598 | 48,3 % | 4.131 | 32,8 % | 297 | 28,6 % | 11 | 18,2 % |
| Stärke | 47 | 36,2 % | 718 | 13,1 % | 417 | 47,5 % | 1.135 | 25,7 % | 70 | 22,9 % | 2 | 50,0 % |
| Zucker11 | 164 | 30,5 % | 979 | 16,6 % | 702 | 42,0 % | 1.681 | 27,2 % | 155 | 31,6 % | 15 | 26,7 % |
| Konzern | 1.501 55,4 % | 4.230 19,8 % | 2.717 46,6 % | 6.947 30,3 % | 522 28,7 % | 28 25,0 % |
10 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)
1 Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalentes)
2 Mitarbeitende in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften
3 Fluktuation = Summe im Geschäftsjahr gemeldeter Austritte von unbefristeten AGRANA-Mitarbeitern ÷ durchschnittliche
Anzahl (Köpfe) unbefristeter AGRANA-Mitarbeiter
4 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen per 28. Februar 2023
5 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen im Geschäftsjahresdurchschnitt
6 Siehe GRI-Berichtsgrenzen
7 Vorjahr siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2021|22, Seite 196ff
8 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeitende
9 Managementfunktionen der 2. und 3. Berichtsebene
11 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeitenden der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.
Diversität und Inklusion sind als feste Bestandteile in AGRANAs Grundprinzipien, dem Verhaltenskodex und einer ergänzenden Diversity, Equity & Inclusion (DE&I)- Richtlinie verankert, um den Erhalt und die Förderung der Vielfalt der Mitarbeitenden sowie deren gleichberechtigte Teilnahme im Unternehmen auszubauen und weiter zu verstärken. Mit der DE&I-Initiative setzt sich AGRANA für eine vielfältige und inklusive Unternehmenskultur für ihre Mitarbeitenden weltweit ein und trägt täglich dazu bei, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Einschränkung und Diskriminierung ist. Der international tätige Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen geht in der Umsetzung von Maßnahmen voran. Er verfügt bereits über ein flächendeckendes Netz von DE&I-Beauftragten, die sich um das Ausrollen lokaler und standortübergreifender DE&I-Initiativen, die Einhaltung der DE&I-Richtlinie und Kernprinzipien sowie die Betreuung der lokalen Beschäftigten kümmern. Im Geschäftsjahr 2022|23 besonders hervorzuheben ist eine Initiative in Brasilien, die sich Altersdiversität zum Ziel gesetzt hat und einen Schwerpunkt im Recruiting von Mitarbeitenden über 50 Jahre zum Inhalt hat. Im Sinne eines Best Practice-Ansatzes wurden einige dieser Maßnahmen bereits auf die AGRANA-Gruppe ausgeweitet und erstmals arbeitet ein globales DE&I-Netzwerk an einer inklusiven Unternehmenskultur.
Leistungsbereitschaft und Kooperation sind weitere feste Bestandteile im Wertekatalog der Personalstrategie von AGRANA. Besonderes Augenmerk wird auf die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden gelegt, um deren Potenziale zu erkennen, zu fördern und die fortwährende Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Ein globaler Talent- Managementprozess, in dessen Zentrum strukturierte Zielvereinbarungen und Feedbackgespräche der Führungskräfte mit ihren Mitarbeitenden stehen, ermöglicht es AGRANA, eine vorausschauende Nachfolgeplanung zu sichern.
In allen Geschäftsbereichen wurde die Führungskultur mit "Leadership Principles" in einen klaren Rahmen gesetzt. Diese bilden eine Leitlinie für eine erfolgreiche Kulturweiterentwicklung und einen nachhaltigen Unternehmenserfolg und unterstützen unsere Führungskräfte in deren persönlicher Weiterentwicklung.
Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und stabilisiert sowie neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem soll die Effizienz der Personalprozesse verbessert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht werden. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.
Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Ein Projekt zur Evaluierung eines potenziellen Gender Pay Gaps wird im Geschäftsjahr 2023|24 durchgeführt, um diesen angesichts der internationalen Tätigkeit in vier unterschiedlichen Geschäftsbereichen aussagekräftig darstellen zu können.
Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2022|23 unterlagen 10,7 % (Vorjahr: 10,5 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.
Die AGRANA Beteiligungs-AG wurde im Geschäftsjahr 2022|23 erneut mit dem BEST RECRUITERS-Gütesiegel 2022|23 ausgezeichnet und konnte sich wieder zu den Top-10-Recruitern im Branchenranking zählen.
BEST RECRUITERS ist die größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum und untersucht jährlich die Qualität der Recruiting-Maßnahmen der Top-Arbeitgeber in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Die Studie umfasst über 200 wissenschaftliche Kriterien aus den Bereichen Recruiting-Präsenz, Stellenanzeigen und Umgang mit Bewerberinnen und Bewerbern.
Die erneute Verleihung des BEST RECRUITERS-Gütesiegels bekräftigt, dass ein wertschätzender und freundlicher Umgang mit potenziellen neuen Mitarbeitenden für AGRANA ein großes Anliegen ist. AGRANA sieht die Auszeichnung als Bestätigung ihrer Bestrebungen, die Qualitätsmaßstäbe bei der Suche nach neuen Talenten kontinuierlich weiterzuentwickeln, sowie auch als Motivation, neuen Recruiting-Trends zu folgen.
In allen Geschäftsbereichen wurden die Maßnahmen in den sozialen Netzwerken erhöht und die lokale Präsenz für potenzielle Mitarbeitende erhöht.
"Mitarbeiter werben Mitarbeiter"-Programme in den Geschäftsbereichen Zucker und Stärke haben vor allem bei Kampagnenmitarbeitenden nachhaltigen Erfolg gezeigt und werden weiter genutzt werden.
Das Streben nach Exzellenz bildet den Eckpfeiler für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden und Führungskräften. Bei AGRANA stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten im Mittelpunkt. Deshalb ist es für AGRANA umso wichtiger, die Potenziale der Mitarbeitenden zu erkennen und zu fördern und in diese im Rahmen des Talentmanagements zu investieren. Regelmäßige Gespräche über Zielsetzung und Zielerreichung zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften bilden die Basis und ermöglichen eine nachhaltige Schwerpunktsetzung. Mit einer Vielzahl an fachlichen Schulungen und gezielten konzernübergreifenden Programmen fördert AGRANA den stetigen Ausbau und Transfer von Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Personalentwicklungsmaßnahmen verbessern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sie tragen auch zur Motivation und zum Engagement der Mitarbeitenden bei.
Die Schwerpunkte im Aus- und Weiterbildungsbereich lagen im Geschäftsjahr 2022|23 auf der Förderung von bedarfsorientiertem Lernen und Führungskräfteentwicklung.
Ein wichtiger Hebel in jeglicher Organisationentwicklung sind Führungskräfte. Ein wichtiger Schritt ist es daher, Führungskräften die nötige Unterstützung zu bieten und Werkzeuge an die Hand zu geben, um die erste Ansprechperson im Thema Personalentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sein. Dazu hat AGRANA das Konzept des Development Coach-Netzwerks ins Leben gerufen, im Rahmen dessen Fokusthemen besprochen, Initiativen verfeinert und Best Practices geteilt werden, um eine möglichst effiziente Auswahl der richtigen Personalentwicklungsmaßnahmen treffen zu können.
Im Zielbild haben Development Coaches die Funktion, Führungskräfte in Entwicklungsfragen zu unterstützen, ein Umfeld für lebenslanges Lernen zu schaffen und letztlich dafür zu sorgen, die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit den richtigen Kompetenzen auf den richtigen Positionen zu haben.
Die Vielfältigkeit an Informationen im Internet ermöglicht ein stetig wachsendes Angebot an Online-ondemand-Lehr- und Lerninhalten. Dadurch werden zeit-, sprachen- und standortunabhängige Schulungsprogramme im Rahmen innovativer Lernformate ermöglicht. Den daraus resultierenden Entwicklungen und Möglichkeiten hat AGRANA mit der globalen Einführung einer Digitalen Learning-Plattform Rechnung getragen. Sie ermöglicht es den Mitarbeitenden, sich eigenverantwortlich in bestimmten, unternehmensrelevanten Themen zu bilden. Gleichzeitig kann eine Expertinnen- und Experten-Gruppe im Unternehmen zielgruppen-spezifische Lernpfade erstellen. Somit ist das Lernen im Sinne des globalen Footprints zeit- und orts-unabhängig geworden. Mitarbeitende haben Zugriff auf einen ständig wachsenden Angebotskatalog von über 15.000 Lerninhalten.
Über die Entwicklung von sogenannten Lernpfaden ist es möglich, spezifische, thematisch verwandte Inhalte unterschiedlicher Kurse zu einem runden Programm für unterschiedliche Zielgruppen zusammenzufassen. So behandelt ein Lernpfad beispielsweise das Thema Diversity & Inclusion und beinhaltet insgesamt fünf Kursinhalte zu unterschiedlichen Aspekten dieses Themas. In Summe befinden sich über 50 interne Schulungen im Katalog, manche sind gültig für die globale AGRANA-Belegschaft, manche maßgeschneidert auf den Standort und die dort gültigen Anforderungen.
In diesem Geschäftsjahr haben sich in diesem Personalentwicklungsansatz rund 740 Lernende weiterbilden können.
AGRANA hat im Geschäftsjahr 2022|23 durchschnittlich 102 Lehrlinge (davon weiblich: 24 bzw. 23,5 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 72 Lehrlinge (davon weiblich: 11 bzw. 15,3 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien, Brasilien, Tschechien und der Slowakei, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 30 Lehrlinge (davon weiblich: 13 bzw. 43,3 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Chemieverfahrenstechnik, Elektrotechnik, Industrielehre, Informationstechnologie, Labortechnik (Chemie), Lebensmitteltechnik, Logistik, Maschinenbautechnik, Mechatronik, Metalltechnik, Technisches Zeichnen, Einkauf, Personaldienstleistung sowie Bürokaufmann/ frau.
Um die Attraktivität, unter anderem von Lehrberufen, zu steigern und um Schülerinnen und Schülern und jungen Menschen allgemeine Berufschancen in technischen und kaufmännischen Berufen aufzuzeigen, wurden an diversen Standorten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um durch die Kooperation mit Ausbildungsinstituten näher mit potenziellen Lehrlingen und jungen Mitarbeitenden in Kontakt zu treten. Daneben nahmen Standorte sowohl digital als auch vermehrt präsent an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von (Lehr)-Berufen teil, zusätzlich wurden bestimmte Werke von Besuchern aus Bildungseinrichtungen besichtigt. Zudem wurden Lehrlingen Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Weiters wurde die Präsenz in den sozialen Medien und auch in den klassischen Print-Medien intensiviert.
in den Geschäftsjahren 2022|23 und 2021|22
| 2022 23 | 2021 22 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Trainingsstunden pro Mitarbeiter (Durchschnitt) |
Anteil Trainingsstunden der pro Mitarbeiter Mitarbeiter, (Durchschnitt) die ein Training absolvierten |
Anteil der Mitarbeiter, die ein Training absolvierten |
|||||||
| Segment Gesamt | Männer Frauen | Gesamt | Männer Frauen | ||||||
| Frucht | 19,5 | 19,5 | 19,6 | 94,0 % | 19,6 | 19,3 | 20,3 | 90,7 % | |
| Arbeiter | 16,4 | 17,5 | 12,9 | 92,2 % | 17,1 | 17,5 | 15,9 | 92,3 % | |
| Angestellte | 24,4 | 24,2 | 24,6 | 96,9 % | 23,6 | 23,5 | 23,7 | 88,3 % | |
| Stärke | 12,7 | 13,6 | 10,1 | 80,2 % | 7,6 | 6,7 | 10,2 | 67,7 % | |
| Arbeiter | 13,6 | 14,1 | 10,2 | 69,2 % | 7,2 | 6,7 | 10,4 | 51,7 % | |
| Angestellte | 11,1 | 12,1 | 10,0 | 100,0 % | 8,3 | 6,6 | 10,2 | 97,4 % | |
| Zucker2 | 19,1 | 19,5 | 17,8 | 98,2 % | 16,1 | 16,7 | 14,4 | 97,8 % | |
| Arbeiter | 19,7 | 20,5 | 15,8 | 98,0 % | 17,5 | 18,7 | 12,4 | 98,9 % | |
| Angestellte | 18,1 | 17,6 | 18,9 | 98,4 % | 14,1 | 13,1 | 15,6 | 96,3 % | |
| Konzern | 18,3 | 18,4 | 17,9 | 92,8 % | 16,8 | 16,5 | 17,6 | 88,7 % | |
| Arbeiter | 16,7 | 17,6 | 13,1 | 89,6 % | 15,5 | 15,7 | 14,6 | 86,8 % | |
| Angestellte | 20,8 | 20,5 | 21,0 | 97,8 % | 18,9 | 18,1 | 19,8 | 91,7 % |
Der Anteil der verpflichtenden Trainingsstunden (inklusive Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Compliance-Schulungen etc.) betrug im Geschäftsjahr 2022|23 53,4 %. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2022|23 auf rund 2,1 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €), was 0,7 % (Vorjahr: 0,6 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.
Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für die Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und
In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine – wenn auch unterschiedlich ausgestaltete – gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese
Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen.
wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeitende sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.
Die AGRANA-Gruppe erhebt neben den gesetzlich vorgeschriebenen lokalen Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Berichtspflichten (z.B. an Versicherungsträger) seit vielen Jahren monatlich, weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit. Damit wird eine bessere konzernweite Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen gewährleistet und die Basis für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen und Zielen im Rahmen der Programme in den Geschäftssegmenten bzw. -bereichen geschaffen.
in den Geschäftsjahren 2022|23, 2021|22 und 2020|21
| Verletzungsrate² | Rate schwerer Verletzungen³ |
Rate der Todesfälle aufgrund schwerer Verletzungen |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | Gesamt | Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt | Männer Frauen | ||||||
| 2022 23 | |||||||||
| Frucht | 1,0 | 1,3 | 0,6 | 0,2 | 0,1 | 0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 3,9 | 4,5 | 1,9 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 2,3 | 2,5 | 2,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Konzern | 1,6 | 2,1 | 0,9 | 0,1 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 2021 22 | |||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,5 | 0,5 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 2,3 | 2,7 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 1,9 | 2,4 | 0,8 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | 0,0 |
| Konzern | 1,4 | 1,9 | 0,6 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| 2020 21 | |||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,5 | 0,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 2,4 | 2,8 | 1,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 2,7 | 3,1 | 1,7 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Konzern | 1,6 | 2,1 | 0,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Im Geschäftsjahr 2022|23 ereigneten sich keine tödlichen Arbeitsunfälle (Vorjahr: zwei Todesfälle). Im Berichtsjahr 2022|23 ereigneten sich 154 Arbeitsunfälle (Vorjahr: 127) in der AGRANA-Gruppe1 . Weiters ereigneten sich sieben Unfälle von Kontraktoren (Vorjahr: fünf Unfälle), die aus organisatorischen Gründen nicht in den Arbeitssicherheitskennzahlen enthalten sind.
Prellungen, Quetschungen, Schürfwunden (30), Rutschen/Stürzen/Fallen mit Folgeverletzungen (55), Schnitt- und Stichverletzungen (16), Verbrennungen und Verbrühungen (14), Verletzungen durch falsches Heben, Tragen oder Lagern (23), dienstliche Wegeunfälle (6), Augenverletzungen (8), Sonstige (2)
Der jährlich einberufene zentrale Arbeitsschutzausschuss dient den Arbeitssicherheitsbeauftragten der europäischen Standorte, den verantwortlichen Geschäftsführern, Personalverantwortlichen und Mitarbeitervertretern zum überregionalen und funktionsübergreifenden Austausch zu Sicherheits- und Gesundheitsthemen, wie z.B. der Analyse ausgewählter Unfälle bzw. Unfallarten (auch an außereuropäischen Standorten) und der Diskussion weiterer Maßnahmen zur Unfallvermeidung. Im international tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bestehen ebenfalls funktional divers zusammengesetzte Arbeitsgruppen und Beratungsgremien, die das Arbeitssicherheitsprogramm "Safety First" des Bereiches zum Vorreiterprogramm in Sachen Arbeitssicherheit in der AGRANA-Gruppe gemacht haben.
unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeitende umzurechnen.
1 Mitarbeitende im befristeten und unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
2 Verletzungsrate = (Gesamtanzahl zu dokumentierender Unfälle5 ÷ Gesamtarbeitszeit6) x 200.0007
3 Rate schwerer Verletzungen = (Gesamtanzahl schwerer Verletzungsfälle4 ÷ Gesamtarbeitszeit6) x 200.0007
4 Eine Verletzung ist als schwer zu betrachten, wenn keine vollständige Erholung bzw. Genesung innerhalb von sechs Monaten nach dem Unfall erfolgt.
5 In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag, an dem der/die
Mitarbeitende aufgrund des Vorfalls dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegunfälle).
6 Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden. 7 Erklärung Faktor 200.000: Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über Unternehmensgrenzen hinweg dienen. Dieser entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeiter (40 x 50 x 100). Damit versucht man die durchschnittliche
im Geschäftsjahr 2022|23 und Ziele der Folgejahre
| Segment | Ziel 2026 27 | Zielstatus 2022 23 |
|---|---|---|
| Frucht Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen |
Verletzungsrate²: 0,65 | Verletzungsrate²: 0,9 |
| Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate |
Verletzungsrate²: 1,4 | Verletzungsrate²: 1,6 |
| Stärke | Verletzungsrate²: 1,4 | Verletzungsrate²: 3,9 |
| Strategische Erarbeitung von klar definierten Maßnahmen sowie einer internen Kommunikationsstrategie zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. |
Fortführung des internen Sicherheitsschulungsprogrammes auf der Grundlage der "Goldenen Regeln für die Arbeit - gemeinsam sicher und gesund" |
|
| Internes Sicherheitsschulungsprogramm für Teamleiter, Abteilungsleiter und Managementteam sowie regelmäßige persönliche Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeitenden. |
Regelmäßige persönliche Sicherheitsschulungen für alle Mitarbeiter durch die jeweiligen Abteilungsleiter mit Fokus auf abteilungsspezifische Gefährdungen |
|
| Definiertes Ziel für OHS-KPIs in jeder operativen Abteilung |
Einrichtung einer Sharepoint-Seite zum Thema Arbeitssicherheit sowie Digitalisierung des Meldesystems inkl. eines workflowbasierten Meldeprozesses |
|
| Definiertes Ziel für Beinaheunfälle und unsichere Handlungen in jeder operativen Abteilung |
||
| Durchführung von regelmäßigen "Safety Walks" durch das Managementteam |
||
| Zucker | Verletzungsrate²: 1,4 | Verletzungsrate²: 2,3 |
| Ergänzend zu bestehenden Arbeitssicherheitsinitiativen werden seit 2022 23 im Rahmen eines Best-Practice-Sharings in der |
Weiterführung der 2020 eingeführten quartalsweisen "Work Safety Meetings" mit den Werksleitern und Sicherheitsfachkräften |
|
| AGRANA-Gruppe interne Sicherheitsaudits an den Standorten des Segmentes Zucker durch Sicherheitsfachkräfte anderer Segmente |
Berichtsverpflichtung im wöchentlichen Jour-Fixe der Landesgeschäftsführer |
|
| durchgeführt | "Safety First" als Tagesordnungspunkt in den Best Practice-Meetings der Abteilungsleiter des Segmentes Zucker |
4 Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen
Mitarbeitende in den GRI-Berichtsgrenzen
2 Begriffsdefinition siehe Seite 105
3 Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage4 ÷ Gesamtarbeitszeit)2 + 200.0002
COVID-19 hat sich im dritten Jahr zu einer lokal, saisonal auftretenden Krankheit – wie viele andere auch – gewandelt. In der Verwaltung wurden die in der Zeit der COVID-19-Pandemie geschaffenen Formen der Zusammenarbeit und Arbeitszeit- und Ortsflexibilisierung dauerhaft im Unternehmen verankert. Dazu wurden gut abgestimmte Spielregeln, die eine Kultur des Vertrauens und der Ergebnisorientierung voraussetzen, etabliert.
Nichtsdestotrotz wurde die Kommunikation zu Abstandsund Hygieneregeln sowohl in der Produktion als auch unter den Angestellten fortgeführt. Dadurch sowie durch eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen (Umstellungen von Produktionsschichten und -planung, erhöhtes Ausmaß an Telearbeit/Home-Office, Unterstützung von Tests und Impfkampagnen etc.) konnte sowohl die Gesundheit der Mitarbeitenden als auch die Lieferfähigkeit gegenüber Kunden sichergestellt werden. Im Oktober 2022 wurde die allgemeine Lage als stabil eingestuft und das wöchentliche Reporting zu Infektionszahlen auf Konzernebene eingestellt.
Im Rahmen der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bietet AGRANA unter dem Begriff "AGRANA Fit" an vielen Standorten Gesundenuntersuchungen und/oder Impfungen (Grippeschutz, FSME, Titer-Bestimmungen etc.) an. Diese sollen zum Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Mitarbeitenden beitragen. Zusätzlich bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Gesundheitsorganisationen und Fitnesseinrichtungen.
AGRANA bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zahlreiche sportliche Angebote, wie z.B. Laufgruppen, Deep Work, Zumba Toning, High-Intensity-Intervall-Training (HIIT), Afterwork Bodyweight sowie Vinyasa Flow Yoga-, Pilates- und Bootcamp-Kurse an. Neben der großen Vielfalt an Gesundheits- und Sportangeboten wurden auch zahlreiche Workshops zur Information, Sensibilisierung und Weiterbildung in den Bereichen Work-Life-Balance-Management, Ernährung, Stress- und Burnout-Prävention sowie Workshops für richtige Ergonomie am Arbeitsplatz angeboten.
Da gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil für das persönliche Wohlbefinden ist, macht AGRANA die Mitarbeitenden mit Workshops und lokalen Aktionen, wie z.B. frischem Obst zur freien Entnahme, auf die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung aufmerksam.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten (siehe auch Corporate Governance-Bericht).
Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien) sowie variable Arbeitszeiten.
(inklusive Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.
Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.
Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung wird ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.
Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch aus nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten.
Der Vorstand bezieht bei der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie Aspekte der Nachhaltigkeit und der damit verbundenen Chancen und Risiken in Bezug auf Klimawandel, Umwelt, soziale Belange und Corporate Governance mit ein.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten (siehe dazu auch Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 44ff), die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
Wie im Vorjahr waren die Beschaffungsmärkte für Energie im Geschäftsjahr 2022|23 von sehr volatilen Preisentwicklungen gekennzeichnet. Die zukünftige Preisentwicklung der Energieträger kann einen bedeutenden Einfluss auf die Profitabilität von AGRANA haben. Zur Fixierung von Energiepreisen werden Gasund Stromvolumina in einem bestimmten Ausmaß über einen mittelfristigen Zeithorizont gesichert.
Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und diesen entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich, werden beschaffungsseitig Jahresverträge abgeschlossen.
Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken zentral gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte
abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen. Dem Risiko schwankender Energiepreise wird anhand von frühzeitiger Absicherung im Energieeinkauf entgegengewirkt. Besondere Herausforderungen im Geschäftsjahr 2022|23 waren die Weitergabe erhöhter Rohstoffpreise bei Buntsäften, die Bewältigung der globalen Transportkrise und das Management der Energie- und Verpackungskosten.
Im Segment Stärke sind Mais und Weizen die Hauptrohstoffe. Daneben sind auch die Energiekosten wesentlicher Teil der Herstellkosten. Die Möglichkeit, Beschaffungspreisschwankungen den Kunden weiterzugeben, ist vom Produkt bzw. der Branche abhängig.
Bei Stärken und Nebenprodukten führen Beschaffungspreisveränderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch Rohstoff- und Energiepreisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform "Platts" ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei den Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen.
Die Versorgung mit Rohstoffen kann durch Beschaffung auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten weitgehend als gesichert betrachtet werden. Die Versorgung mit Spezialrohstoffen wird durch Kontraktanbau und Lieferverträge in adäquatem Ausmaß sichergestellt. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des regelmäßigen Reportings und werden an den AGRANA-Vorstand berichtet.
Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohr-Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Die Verfügbarkeit von Zuckerrüben gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die finalen Rübenpreise teilweise vom Zuckerverkaufspreis abhängen.
Mitte Jänner 2023 wurde durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Zuckerrübensaatgut nicht mehr mit der insektiziden Neonicotinoid-Beizung behandelt werden darf. In weiterer Folge wurde daher seitens der österreichischen Behörden keine Neonicotinoid-Notfallzulassung für den Rübenanbau 2023 erteilt. In Gebieten mit einem gehäuften Auftreten des Rübenderbrüsslers kann diese Entscheidung zu einem Rückgang der Anbauflächen führen (siehe EU Green Deal, Seite 113f).
Mögliche zukünftige Streichungen von nationalen gekoppelten Prämien für den Anbau von Rüben an Landwirte in den Anbauregionen von Ungarn, Rumänien, Tschechien und der Slowakei werden sich negativ auf das Einkommen der lokalen Landwirte auswirken und können ein Preis- und/oder Mengenrisiko für AGRANA darstellen.
Für die Raffinationsstandorte in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus den Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU und die CEFTA-Länder ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert, sofern keine Fixpreise vereinbart sind. Darüber hinaus werden auch Industriekontrakte ohne Fixpreisvereinbarung mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.
Die Produktionsvorgänge, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen sowie den Umstieg auf emissionsärmere bzw. erneuerbare Energieträger. Für die eingesetzten Energieträger werden teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.
AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch kurzfristig stillgelegt.
Nach kurzer Zeit konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden und wurde mit Anpassungen an die aktuelle Sicherheitslage weitergeführt. Rund 5 % der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen.
Die Produktion von Fruchtzubereitungen in der Ukraine hat sich auf ein Niveau von rund 50 % vor Kriegsausbruch eingependelt. Der Rückgang ist v.a. auf den Wegfall der Exportmärkte sowie einen Rückgang des Binnenkonsums im Zuge des Krieges zurückzuführen. Die Verarbeitung der frischen Früchte konnte trotz der schwierigen Lage mit Energieversorgungsunterbrechungen und Arbeitsunterbrechungen durch Luftalarm in etwa auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Auch das Geschäft der landwirtschaftlichen Farm in Luka lief in ähnlichem Ausmaß wie vor dem Krieg weiter. Auf der Kundenseite gab es bisher nur kleinere Zahlungsausfälle.
Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in der Ukraine konnte trotz schwieriger Rahmenbedingungen und Energieversorgungsunterbrechungen mit nur geringfügigen Einbußen aufrechterhalten werden, sodass 90 % der budgetierten Mengen erreicht wurden. Die gesamte Produktion aus der Ernte 2022|23 sowie die Bestände 2021|22 wurden intern an die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, verkauft und in der Folge von Österreich aus vermarktet und ausgeliefert. Es gab keine signifikanten Zahlungsausfälle und ein Teil der getroffenen Risikovorsorgen aus dem Jahresabschluss 2021|22 konnte aufgelöst werden.
In Russland bewirkt der Ukraine-Krieg maßgebliche Verschiebungen des Marktumfeldes. Während globale Marken Absatzrückgänge verzeichnen bzw. westliche Unternehmen das Land verlassen, profitieren lokale Unternehmen von dieser Entwicklung, weil sie dieses Geschäft, z.B. als neue Eigentümer, übernehmen. Auch bei AGRANAs größten Kunden waren in dieser Hinsicht im letzten Geschäftsjahr massive Veränderungen zu beobachten.
Aufgrund der implementierten Sanktionen gestaltet sich die Belieferung des russischen Werkes mit Importgütern zunehmend herausfordernd. Die Warenströme haben sich einkaufsseitig weg von Europa hin Richtung Asien bewegt. Davon betroffen waren neben Früchten auch Stabilisatoren, Verpackungsmaterialien und maschinelle Ersatzteile.
Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen (siehe dazu auch Konzernanhang, Seite 152ff).
Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko durch Cyber- und Sabotageattacken mit sich.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten können die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.
Die Europäische Kommission unterstrich in ihrem "landwirtschaftlichen Ausblick" im Dezember 2022, mit welchen Herausforderungen der Agrarsektor und insbesondere auch der Zuckersektor in letzter Zeit konfrontiert waren bzw. nach wie vor sind: Zunächst gab es die wirtschaftliche Erholung nach COVID-19, welche aber zu Liefer- und Handelsunterbrechungen sowie steigenden Rohstoffpreisen führte. Dann folgten die massiven Auswirkungen des Ukraine-Krieges wie ein extremer Energiepreisanstieg, welche zu weiteren Unsicherheiten auf den Agrarmärkten führten.
Extreme Wetterereignisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel beeinflussen zunehmend den Agrarsektor. Aufgrund der Dürrephasen im vergangenen Sommer ist die Zuckerproduktion deutlich geringer ausgefallen als geplant, was sich einmal mehr auf die Preissituation auswirkte. Die Prognose der Wetterexperten geht auch für das Jahr 2023 von einem dürren Sommer in Europa aus, was die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe gegenüber anderen landwirtschaftlichen Kulturen, wie z.B. Mais oder Weizen, beeinflussen könnte. Die weitere Entwicklung der Zuckerpreise auf den europäischen Märkten sowie auf den Märkten außerhalb der EU wird
auch zukünftig die Ergebnissituation im Segment Zucker wesentlich beeinflussen.
Betreffend die EU-Zuckerproduktion geht die Europäische Kommission von einer rückläufigen Rübenfläche bei stabilen Erträgen aus. Daher erwartet man, dass die Zuckerproduktion voraussichtlich langsam zurückgehen wird, von durchschnittlich 15,8 Mio. Tonnen in den Jahren 2023 bis 2025 auf 15,5 Mio. Tonnen im Jahr 2032. Auch der Zuckerkonsum in der EU ist seit vielen Jahren rückläufig, hauptsächlich weil die Verbraucher auf eine gesündere Ernährung umsteigen wollen. Angesichts des erwarteten Rückgangs der EU-Bevölkerung und des anhaltenden Trends eines rückläufigen Pro-Kopf-Zuckerverbrauchs wird erwartet, dass sich der Abwärtstrend mittelfristig fortsetzt.
Aus diesen Gründen wird die eigene Marktposition laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.
AGRANA verfolgt zur Stärkung ihres Kerngeschäfts und zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Maßnahmen, um die bestehenden Volatilitäten abzufangen und eine stabile Ertragslage zu erzielen. Auch werden Investitionen in den Aufbau von neuen Absatzmärkten im Bereich Fruchtzubereitungen und "Brown Flavors"1 vorgenommen. Die allgemein angespannte globale politische Situation (zum Krieg in der Ukraine siehe Seite 110f) und ihr Einfluss auf das Marktumfeld und insbesondere das Kaufverhalten können sich aber negativ auf das Segment Frucht auswirken. Speziell die Länder China, Argentinien und die Türkei stehen aufgrund der volkswirtschaftlichen Entwicklungen unter ständiger Beobachtung.
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche
Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Die AGRANA-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ein attraktiver Arbeitgeber auf regionaler und globaler Ebene zu sein und einen sicheren Arbeitsplatz mit Entwicklungsmöglichkeiten für qualifizierte Mitarbeitende zu bieten. Der gemeinsame Erfolg als "Team AGRANA" ist die Grundlage für Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung sowie die nachhaltige Unternehmensentwicklung.
Arbeitssicherheit steht an oberster Stelle. Fachexperten an allen Standorten arbeiten in einem globalen Netzwerk, um Best Practices zu teilen und diesen Anspruch sicherzustellen. Lokale Gesundheitsinitiativen ergänzen diesen Fokus.
Der anhaltende Mangel an Fachkräften sowie sich verändernde Arbeitsplätze und daraus resultierende Auswirkungen auf die Zusammenarbeit bilden derzeit die unmittelbarsten Risiken und werden AGRANA in den nächsten Jahren begleiten. Besonders in den technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie im IT-Bereich ist hier eine Veränderung des Arbeitsmarktes in Richtung eines "Arbeitnehmermarktes" zu beobachten. Eine Initiative zur Analyse und Optimierung des Vergütungssystems soll Verbesserungen und Erleichterungen bringen. Die Förderung von interner Entwicklung flankiert diese
Gleichzeitig ist AGRANA im Rahmen ihrer Arbeit im Bereich Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion bemüht, Arbeitsplätze, u.a. für Frauen, attraktiver zu gestalten und Talent und Wissen im Unternehmen zu halten.
Maßnahme.
Personalmarketingmaßnahmen, die Förderung der Nachwuchsausbildung sowie die Anpassung von Arbeitszeitmodellen bilden die rahmengebenden Maßnahmen für eine intensive Unterstützung der Führungskräfte zu den Themen Remote-Führung,
hybrider Team-Arbeit, Nachfolgeplanung und Veränderungsmanagement.
Flexibilisierung bedeutet gleichzeitig eine größere Verantwortung in Bezug auf Arbeitsbelastung und Trennung von Arbeitszeit und persönlicher Zeit. Individuelle Unterstützung durch die jeweilige Führungskraft, aber auch das Human Resources-Team und externe Coaches, steht hier im Vordergrund.
Die globale Verbreitung des Coronavirus und diverser Mutationen führte in der Vergangenheit weltweit zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. AGRANA ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und war daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen.
Sämtliche gesetzten Maßnahmen haben in der Gruppe ihre positive Wirkung gezeigt und es ist gelungen, im Berichtsjahr an weltweit allen (abgesehen von den ukrainischen) Produktionsstandorten den vollen Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus konnte das Funktionieren der Transportketten gesichert werden, sodass es zu keinen nennenswerten Verzögerungen in der Belieferung der Kunden kam.
Durch die bis Ende 2022 restriktive COVID-19-Politik der chinesischen Regierung waren die AGRANA Frucht-Standorte in China von Reiseeinschränkungen sowie erhöhten Schutzmaßnahmen in den Fabriken betroffen. Seit der Beendigung dieser Auflagen durch die Regierung hat sich die Situation weitgehend normalisiert. AGRANA Frucht konnte während der gesamten Dauer der Maßnahmen die zeitgerechte Belieferung der Kunden sicherstellen.
AGRANA gehört als Teil der kritischen Infrastruktur und Nahrungsmittelproduzent zu den weniger wirtschaftlich betroffenen Branchen. Dennoch können COVID-19 bzw. eventuelle neue Mutationen, trotz Impfungen, auch weiterhin Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft haben und es kann in Zukunft zu Beeinträchtigungen in der Beschaffung und der Produktion und auf den Absatzmärkten kommen.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 92f im Segment Zucker berichtet.
Zuckermarktordnung: Derzeit wird auf europäischer Ebene weiter an der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023-2027 gearbeitet, deren Bestandteil auch die Zuckermarktordnung ist. Die neue Gemeinsame Agrarpolitik wird als Schlüssel zur Zukunftssicherung der Land- und Forstwirtschaft sowie zur Erreichung der Ziele des europäischen Green Deals gesehen. Die neue GAP enthält eine Reihe politischer Reformen zur Unterstützung des Übergangs zu einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft in der EU.
Im Dezember 2022 hat die Europäische Kommission (EK) die nationalen strategischen Pläne der Mitgliedstaaten genehmigt. Bis Ende Dezember 2023 soll die EK nun prüfen, ob diese nationalen strategischen Pläne auch mit dem Green Deal-Zielen der EK vereinbar sind. Ab 2024 sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, Performance Reports bei der EK abzugeben und diese in einem jährlichen Meeting auch zu präsentieren.
Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.
Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben im Juni 2019 eine politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen erzielt. Der Antrag ging in jedem Mitgliedsland in einen Ratifizierungsprozess.
Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel, innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um 55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990.
Abgesehen von den Klimaambitionen werden unter dem Green Deal alle legislativen Bereiche auf ihren Einklang mit dem Ziel der Klimaneutralität überprüft. Dadurch können sich Änderungen ergeben, wie z.B. in der Industrieemissions-Richtlinie oder der Emissionshandels-Richtlinie. Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch die Diskussionen rund um ein CO2-Grenzausgleichssystem (Carbon Border Adjustment Mechanism) sowie die Einführung eines CO2-Preises. Seit Oktober 2022 sind für Unternehmen in Österreich, die Kraftstoffe produzieren oder importieren, netto 30 € pro Tonne CO2 zu entrichten. Diese Kosten sollen über die nächsten Jahre schrittweise zunächst auf 35 € (2023), 45 € (2024) bis 55 € pro Tonne (2025) angehoben werden. Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Um eine Doppelbelastung zu vermeiden, hat der Gesetzgeber Anlagen, die dem EU-Emissionshandel unterliegen, vom Anwendungsbereich des Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetz 2022 (NEGH) befreit.
Im Dezember 2022 erzielten der Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament vorläufige politische Einigungen bezüglich des Carbon Border Adjustment Mechanism und der Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten. Im Rahmen des Carbon Border Adjustment Mechanism werden ab dem Jahr 2026 Abgaben auf bestimmte Güter wie Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Strom, Düngemittel und Wasserstoff, bei deren Produktion außerhalb der EU Treibhausgasemissionen ausgestoßen werden, fällig. In einer Übergangsphase ab 2023 müssen Importeure die Emissionsbelastung der Güter melden, aber noch ohne entsprechende Zertifikate erwerben zu müssen. Die Inklusion von Düngemitteln in diese Liste könnte negative Auswirkungen auf die Düngemittelverfügbarkeit bzw. Preisgestaltung in Europa und damit auf die Verfügbarkeit und auf die Preise der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffe haben.
Im Rahmen der Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten ist für definierte Importgüter. wie u.a. Soja, Kaffee und Kakao. nachzuweisen, dass diese Erzeugnisse sowohl entwaldungsfrei (d.h. auf Flächen, die nicht nach 31. Dezember 2020 entwaldet wurden) als auch legal (im Einklang mit allen im Erzeugerland geltenden einschlägigen Rechtsvorschriften) produziert bzw. gewonnen wurden. Die genannten Güter werden von AGRANA im Rahmen ihrer Handelstätigkeit bezogen bzw. im Segment Zucker in Instantprodukten und im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen verarbeitet. Die Sicherstellung von Entwaldungsfreiheit in der Lieferkette ist Arbeitsschwerpunkt im Rahmen
der AGRANA-Klimastrategie (siehe Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 54f).
Weitere für AGRANA v.a. im Bereich ihrer Lieferkette wichtige Arbeitspakete des Green Deals sind u.a. die "Farm to Fork" bzw. "Vom Hof auf den Tisch"-Initiative, die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft sowie die Biodiversitätsstrategie.
Zur Steigerung der Nachhaltigkeit im Agrarbereich präsentierte die EU-Kommission im Juni 2022 einen Vorschlag zur zukünftigen Verwendung von Pestiziden. Der Vorschlag sieht vor, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 % reduziert werden soll. Darüber hinaus soll die Verwendung in sensiblen Gebieten (Natura 2000-Schutzgebiete) gänzlich untersagt werden. Der Vorschlag wird derzeit intensiv diskutiert und stößt in der Mehrzahl der Mitgliedsstaaten auf Widerstand. Grundsätzlich ist eine sachliche Debatte um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig, pauschale prozentuelle Einsparungen von unterschiedlichen nationalen oder kulturspezifischen Ausgangswerten sind aber abzulehnen. Im Zusammenhang mit der Pflanzenschutzmitteldiskussion ist auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 19. Jänner 2023 bezüglich des Verbotes von Notfallzulassungen für Neonicotinoide zu erwähnen.
Der Einsatz von Neonicotinoiden in blühenden Kulturen ist zum Schutz von Bestäubern, speziell Bienen, abzulehnen und wissenschaftliche Bedenken sind ernst zu nehmen. Die Zuckerrübe blüht jedoch nicht und laut Studien der EFSA und anderer1 ist bei nichtblühenden Pflanzen von keiner Gefährdung von Bienen durch Neonicotinoide auszugehen. Dennoch beobachtet AGRANA zur Abschätzung möglicher Auswirkungen von Neonicotinoid-Rückständen das Bienenmonitoring der AGES. Bisher zeigte das Monitoring keine bienengefährdenden Auswirkungen.
Ohne wirksamen Pflanzenschutz, v.a. gegen den in Ostösterreich auftretenden Rübenderbrüsselkäfer, ist die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe in der Fruchtfolge allerdings massiv eingeschränkt. Durch das Totalverbot von Neonicotinoiden im Rübenanbau ab 2023 wird anstatt der bisher eingesetzten Saatgutbeizung, welche lediglich punktuell an und im Umkreis der Rübenpflanze wirkt, eine mehrmalige flächige Behandlung des gesamten Feldes notwendig. Dabei müssen andere, weniger effektive Wirkstoffe eingesetzt werden. Dies ist weniger effizient, hat eine potenzielle Ertragsreduktion sowie damit höhere Emissionsfaktoren pro kg Rübe zur Folge und stellt damit auch einen Umweltzielkonflikt dar. Dadurch könnten viele Landwirte den Rübenanbau beenden, was zu einem starken Rückgang der Anbaufläche und
mangels ausreichender Versorgung mit Zuckerrüben zu einer geringeren Auslastung der Produktionsstandorte führen könnte.
Neben der Sicherstellung guter Umweltstandards stellt die Einhaltung sozialer Mindeststandards sowohl im eigenen Unternehmen als auch in der Lieferkette, die Deutschland im Rahmen des ab 2023 national anzuwendenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes bereits verabschiedet hat, auch für die EU-Kommission einen zukünftigen Arbeitsschwerpunkt dar.
Ein weiteres wichtiges Kernelement des EU Green Deal zur Transformation in Richtung emissionsarmer Gesellschaft ist die Umlenkung von Finanzströmen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, die einen Beitrag zum Erreichen der sechs EU-Umweltziele, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, leisten. Im Sommer 2020 hat die EU mit der EU-Taxonomie ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den transparenten und nachvollziehbaren Ausweis nachhaltiger bzw. "grüner" Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben definiert, die insbesondere einem der vorgenannten Umweltziele dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen, sowie die sozialen Mindeststandards einzuhalten. Im Juli 2021 wurden im Rahmen eines delegierten Rechtsaktes Vorgaben für einzelne Wirtschaftsaktivitäten und deren Beitrag zu den Umweltzielen 1 und 2 veröffentlicht. Bisher bestehen nur für einen sehr geringen Teil der AGRANA-Geschäftstätigkeiten bzw. -Produkte Vorgaben, der Großteil ist in der EU-Taxonomie bisher noch nicht abgedeckt (siehe Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 61ff). Die Ausweitung von Vorgaben auf die für AGRANA wesentliche Produktion von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelbestandteilen ist 2022 noch nicht erfolgt, was den Anteil taxonomiefähiger und damit auch potenziell taxonomiekonformer Wirtschaftstätigkeiten bei AGRANA definitionsbedingt niedrig hält. Dies wäre längerfristig als potenziell nachteilig zu betrachten, da davon ausgegangen wird, dass sich mit steigendem Anteil "grüner" Umsätze, Investitionen oder Betriebsausgaben Vorteile bei der Finanzierung und den staatlichen Förderungen ergeben könnten.
Aufgrund derzeit vieler noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.
Im Dezember 2018 wurde die Erneuerbare Energie Richtlinie der EU (RED II) verabschiedet, die eine wesentliche Bedeutung für die Geschäftstätigkeit im Segment Stärke hat. Diese Richtlinie setzt auch die Zielwerte für den Zeithorizont 2021 bis 2030 fest. Die nationale Umsetzung erfolgte im Rahmen einer Novelle der Kraftstoffverordnung 2012, welche am 13. Dezember 2022 veröffentlicht und per 1. Jänner 2023 in Kraft gesetzt wurde. Bis ins Jahr 2030 wird darin ein THG-Minderungsziel von 13 % festgeschrieben. Um dieses THG-Minderungsziel zu erreichen, wird die Einführung von E10 in Österreich als wesentliche Option zur Erreichung dieses Zieles gesehen. Zum Berichterstellungszeitpunkt wurde die Umsetzung der RED III in den europäischen und nationalen Gremien verhandelt, durch welche die Nutzung Erneuerbarer Energien gesteigert und die Treibhausgasemissionen verringert werden sollen.
Die EU-Entscheidung vom Oktober 2022 über das Ende von Verbrennungsmotoren in neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2035 wurde von AGRANA verfolgt, stellt nach aktueller Einschätzung aber kein relevantes Risiko für die Bioethanolproduktion dar. Einerseits ist Bioethanol nur ein Produkt im Rahmen des Kreislaufwirtschaftskonzeptes der Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich, andererseits wird Bioethanol im Rahmen des Ausstiegs aus fossilen Produkten Verwendungsmöglichkeiten abseits des Einsatzes in Treibstoffen finden.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort.
Das Kartellverfahren gegen die AGRANA Zucker GmbH, das in den Vorjahresberichten erläutert wurde, ist mit dem von AGRANA erwarteten Ergebnis ohne Geldbuße rechtskräftig beendet worden. Die bereits im Vorjahr berichtete Klage gegen die AGRANA Stärke GmbH (Behauptung der Nichtlieferung zugesagter Produktmengen) wurde vor dem Handelsgericht Wien rechtskräftig abgewiesen.
Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.
Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird.
Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und dem Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar,
ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.
Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"- Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen global verteilt bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der
Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.
Die finanziellen Risiken werden im Konzernanhang im Kapitel Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Seite 184ff) im Detail erläutert.
Im Geschäftsjahr 2022|23 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen.
Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, empfiehlt die TCFD die verstärkte Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken. Auch im Rahmen der Konformitätsprüfung für den Ausweis EUtaxonomiekonformer Umsätze, Investitionen (CAPEX) und Betriebsausgaben (OPEX) ist eine Klimawandelszenarioanalyse mit einem langfristigen Planungshorizont nachzuweisen.
Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v.a. operative Risiken im Rahmen der Rohstoffbeschaffung, siehe Seite 109f) ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und des konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystems fünf Jahre (Beschreibung siehe Kapitel Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, Seite 119).
Im Geschäftsjahr 2022|23 wurde eine Klimawandelszenarioanalyse gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie für alle 53 Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen der AGRANA-Gruppe durchgeführt. Ziel war es, die physischen Klimarisiken pro Standort zu erheben. Die Auswahl der sogenannten "climate hazards" (Gefährdungen durch den Klimawandel) erfolgte nach Vorgaben der EU-Taxonomie sowie nach Einschätzung von Experten. Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute "climate hazards" als relevant
eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Sturm, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante "chronische" Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Die Analyse entspricht auch den Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) in den relevanten Bereichen.
Zusätzlich wurden anhand von Fragebögen die Exposition der Produktionsstandorte ("exposure") und die potenzielle Beeinträchtigung von Produktionsprozessen ("vulnerability") – ausgelöst durch die verschiedenen "climate hazards" – erhoben. Die Beantwortung erfolgte durch die jeweiligen Werksund Produktionsleiter aller 53 Standorte.
Das gesamte physische Klimarisiko setzt sich aus der Analyse der "climate hazards" sowie der Auswertung von "exposure" und "vulnerability" zusammen. Die Ergebnisse spiegeln die hohe Komplexität der zu verwendenden Klimamodelle sowie das subjektive Antwortverhalten der Befragten.
Im Rahmen dieser Modellierungen stellen vor allem Wasserknappheit1 und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für einige Standorte dar. Das vorläufige Gesamtklimarisiko für Produktionsstandorte wird im Geschäftsjahr 2023|24 durch eine nähere Detailanalyse evaluiert. Auf dieser Basis werden dann Adaptionsmaßnahmen geplant und implementiert, wodurch sich das gesamte physische Klimarisiko reduzieren wird. Die im Berichtsjahr 2022|23 gestartete Klimawandelszenarioanalyse wird im Geschäftsjahr 2023|24 analog für die Rohstoffbeschaffung durchgeführt.
Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und den darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen. (siehe dazu Abschnitt Regulatorische Risiken)
AGRANA übt ihre Geschäftstätigkeit auf ökologisch und ethisch nachhaltige und legale Art und Weise aus. Soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung stehen bei AGRANA im Mittelpunkt. AGRANA ist der Initiative UN Global Compact beigetreten und ist somit verpflichtet, deren Anforderungen umzusetzen. Die grundlegenden Werte, wie die Achtung der Menschenrechte, sind in AGRANAs Verhaltenskodex verankert. Die Einhaltung des Verhaltenskodex ist für Mitarbeitende, Führungskräfte und Geschäftspartner verpflichtend. Der AGRANA-Konzern führt laufend Risikobewertungen und Due Diligence-Prozesse, auch hinsichtlich sozialer Aspekte, durch.
Sowohl die in diesem Risikobericht beschriebenen auf AGRANA wirkenden als auch die durch AGRANAs Geschäftstätigkeit ausgelösten Risiken und tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die ergriffenen Maßnahmen, wie z.B. die Entwicklung einer AGRANA-Klimastrategie, werden im Kapitel Nicht-finanzielle Erklärung (Seite 54f) genauer beschrieben. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.
1 Die Ergebnisse im Klimawandelszenario für Wasserknappheit wurden auf Grundlage der Datenbank "Aqueduct Global Maps 3.0 Data" ermittelt. Auf Empfehlung von Experten sowie entsprechend dem aktuellen Entwurf der CSR-D berichtet AGRANA-Risikostandorte hinsichtlich Wasserstress (siehe GRI-Index, Seite 222) weiterhin nach den öffentlich, kostenfrei zugänglichen Bewertungsinstrumenten Aqueduct Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter.
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs-, Energie- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Die unsichere Verfügbarkeit von Einsatzfaktoren wie z.B. Energie hat zu einem deutlichen Preisanstieg geführt. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.
Trotz der sich nach oben bewegenden EU-Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns aufgrund der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der im letzten Geschäftsjahr deutlich gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Hilfs- und Betriebsstoffe sowie aufgrund der nach wie vor gegebenen Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer des Krieges in der Ukraine sowie aufgrund des Wegfalls der Sonderzulassungen für Neonicotinoide deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren.
Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.
Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl die Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.
Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1 -System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in der die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.
Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.
Ein konzernweites Risikomanagementsystem (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 108ff), sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebsund Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.
Eine interne Risikoanalyse ist auch Bestandteil des AGRANA Compliance-Managementsystems. Sie basiert auf allgemein anerkannten Indizes, die die Compliance-Risiken länderspezifisch bewerten; zusätzlich werden die konkreten unternehmensspezifischen Risiken evaluiert. Die Risikoanalyse wird zwischen dem Konzern-Risikomanagement und dem Compliance-Office abgestimmt.
Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2023 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2022: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2022: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dkfm. Markus Mühleisen, MBA von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Ingrid-Helen Arnold, MBA seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.
Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.
Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.
Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.
Wesentliche Unsicherheitsfaktoren für die nachfolgende Prognose bleiben der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen. Wegen der unvorhersehbaren Entwicklungen des Krieges können u.a. außergewöhnliche Kostensteigerungen und Nachfragerückgänge nicht ausgeschlossen werden. Die Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten haben sich seit dem Ausbruch des Krieges nochmals verstärkt. Den AGRANA-Planungen liegen die Annahmen zugrunde, dass die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet bleibt und dass gestiegene Preise, insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich, auch in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können.
| AGRANA-Gruppe | 2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 3.637,4 | deutlicher Anstieg | |
| EBIT | Mio. € | 88,3 | sehr deutlicher Anstieg | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 102,9 | 150 |
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2023|24 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 150 Mio. € sowohl deutlich über dem Wert von 2022|23 als auch über den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen. Etwa 16 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.
| Segment Frucht | 2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 1.481,9 | leichter Anstieg | |
| sehr deutliche | ||||
| EBIT | Mio. € | –38,5 | Verbesserung | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 37,7 | 58 |
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2023|24 eine Verbesserung bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung, welche v.a. von Preisanpassungen getragen sein wird. Das EBIT soll sehr deutlich verbessert werden, weil es 2022|23 die Goodwill-Wertminderung gab und es für 2023|24 auch die Zielsetzung gibt, die operativen Margen zu steigern. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das angelaufene Geschäftsjahr ein Umsatz auf Vorjahresniveau prognostiziert. Aufgrund der bisher abgeschlossenen Kontrakte aus der Ernte 2022 wird die Ertragslage im Geschäftsjahr 2023|24 weiterhin auf einem guten Niveau erwartet.
Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 58 Mio. € geplant, das um rund 28 % über dem erwarteten Abschreibungsniveau liegt. Schwerpunktmäßig sind Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Produktionsoptimierungen (Energiebereich) vorgesehen.
| Segment Stärke | 2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
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|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 1.293,8 | moderater Anstieg | |
| EBIT | Mio. € | 80,2 | deutlicher Rückgang | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 31,0 | 60 |
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2023|24 einen moderaten Umsatzanstieg, primär bedingt durch höhere Verkaufspreise. Es wird angenommen, dass die gestiegenen Herstellungskosten nicht in voller Höhe in die Märkte weitergegeben werden können. Das Ethanolgeschäft wird außerdem weiterhin sehr volatil und dessen Ergebnis unter dem Vorjahr erwartet. Daher wird mit einem deutlich unter dem Vorjahr liegenden Stärke-EBIT gerechnet.
Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 60 Mio. € und wird nach zwei investitionsarmen Jahren wieder über dem Abschreibungsniveau liegen (+26 %). Investiert wird v.a. in Produktionsoptimierungen und in Anlagenmodernisierungen.
| Segment Zucker | 2022 23 IST |
2023 24 Prognose |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 861,7 | deutlicher Anstieg | |
| EBIT | Mio. € | 46,6 | deutlicher Anstieg | |
| Investitionen¹ | Mio. € | 34,2 | 32 |
Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2023|24 mit v.a. preisbedingt höheren Umsatzerlösen. Im Falle eines stabilen EU-Zuckermarktumfeldes wird eine weiter verbesserte operative Performance erwartet. Durch das Verbot der Neonicotinoide in Österreich besteht ein erhöhtes Risiko von geringeren Flächenerträgen und Produktionsmengen für die beiden österreichischen Standorte.
Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben liegen auch über dem Abschreibungsniveau und belaufen sich auf rund 32 Mio. €. Neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wird v.a. in Energieeffizienz und Anlagemodernisierungen investiert.
Betreffend Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
AGRANA geht davon aus, bis spätestens Ende 2023 von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validierte, wissenschaftsbasierte Emissionsreduktionsziele veröffentlichen zu können (siehe Kapitel AGRANA-Klimastrategie). Zudem wird im Geschäftsjahr 2023|24 der Corporate Carbon Footprint für das Geschäftsjahr 2022|23 nach den Vorgaben des SBTi-Leitfadens für Unternehmen aus dem "Forest-, Land- and Agriculture"-Sektor berechnet und die AGRANA-Klimastrategie entsprechend angepasst. Ein weiterer Fokus wird auf der Berechnung von AGRANA-spezifischen Emissionsfaktoren der wichtigsten agrarischen Kulturen liegen. Zudem werden Projekte im Bereich der regenerativen Landwirtschaft zusammen mit verschiedenen Partnern entlang der Wertschöpfungskette konzeptioniert und implementiert.
| 124 | Konzern-Gewinn- und | 157 | Erläuterungen zur |
|---|---|---|---|
| Verlustrechnung | Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| 165 | Erläuterungen zur Geldflussrechnung | ||
| 167 | Erläuterungen zur Bilanz | ||
| 125 | Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 183 | Erläuterungen zu Finanzinstrumenten |
| 201 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | ||
| 201 | Angaben über Geschäfts | ||
| 126 | Konzern-Geldflussrechnung | beziehungen zu nahestehenden | |
| Unternehmen und Personen | |||
| 127 | Konzern-Bilanz | ||
| 204 | Organe der Gesellschaft | ||
| (Kurzdarstellung) | |||
| 128 | Konzern-Eigenkapital-Entwicklung | ||
| 205 | Erklärung aller gesetzlichen Vertreter | ||
| 132 | Konzernanhang | ||
| 132 | Informationen zu Geschäftssegmenten | ||
| 135 | Allgemeine Grundlagen | 206 | Bestätigungsvermerk |
| 137 | Konsolidierungskreis | ||
| 144 | Konsolidierungsmethoden |
| 204 | Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) |
|---|---|
für das Geschäftsjahr 2022|23 vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023
| Note | t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|---|
| (1) | Umsatzerlöse | 3.637.442 | 2.901.544 |
| (2) | Bestandsveränderungen | 236.416 | 99.051 |
| (2) | Andere aktivierte Eigenleistungen | 2.348 | 2.069 |
| (3) | Sonstige betriebliche Erträge | 51.948 | 35.742 |
| (4) | Materialaufwand | –2.873.077 | –2.169.319 |
| (5) | Personalaufwand | –377.523 | –347.226 |
| (6) | Abschreibungen | –209.795 | –176.999 |
| (7) | Sonstige betriebliche Aufwendungen | –398.156 | –328.149 |
| (8) | Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 18.657 | 8.019 | |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 88.260 | 24.732 | |
| (9) | Finanzerträge | 49.385 | 28.564 |
| (10) | Finanzaufwendungen | –75.927 | –44.663 |
| Finanzergebnis | –26.542 | –16.099 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 61.718 | 8.633 | |
| (11) | Ertragsteuern | –37.035 | –20.866 |
| Konzernergebnis | 24.683 | –12.233 | |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 15.816 | –12.612 | |
| davon nicht beherrschende Anteile | 8.867 | 379 | |
| (12) | Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | 0,25 € | –0,20 € |
für das Geschäftsjahr 2022|23 vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 24.683 | –12.233 |
| Sonstiges Ergebnis aus | ||
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung | 20.482 | 14.094 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | ||
| (Cashflow-Hedges) nach latenten Steuern | –15.389 | 427 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –8.951 | –1.686 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –3.858 | 12.835 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | ||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und | ||
| ähnlicher Verpflichtungen nach latenten Steuern | 2.432 | 3.743 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | ||
| nach latenten Steuern | –183 | –7 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 10 | 1 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 2.259 | 3.737 |
| Sonstiges Ergebnis | –1.599 | 16.572 |
| Gesamtergebnis | 23.084 | 4.339 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 15.882 | 4.586 |
| davon nicht beherrschende Anteile | 7.202 | –247 |
für das Geschäftsjahr 2022|23 vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 24.683 | –12.233 |
| Abschreibungen auf das Anlagevermögen | 210.014 | 177.372 |
| Zuschreibungen auf das Anlagevermögen | –211 | –283 |
| Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen | –743 | –5.251 |
| Veränderungen langfristiger Rückstellungen | –3.982 | –4.580 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –18.657 | –8.019 |
| Dividenden von Unternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 11.500 | 12.500 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.913 | 1.038 |
| Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen | 57.826 | 46.681 |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 282.343 | 207.225 |
| Veränderungen der Vorräte | –344.709 | –162.853 |
| Veränderungen der Forderungen und sonstigen Vermögenswerten | –112.611 | –122.344 |
| Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen | –57 | 997 |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) | 198.152 | 155.208 |
| Veränderungen des Working Capital | –259.225 | –128.992 |
| Erhaltene Zinsen | 1.145 | 742 |
| Gezahlte Zinsen | –11.222 | –7.617 |
| Gezahlte Ertragsteuern | –11.151 | –18.123 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 1.890 | 53.235 |
| Erhaltene Dividenden | 28 | 33 |
| Einzahlungen aus Anlagenabgängen | 1.430 | 7.897 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | ||
| und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse | –89.236 | –77.018 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren | 0 | 94 |
| Auszahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebes/ | ||
| einer Tochtergesellschaft abzüglich übernommener liquider Mittel | –1.216 | –3.630 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –88.994 | –72.624 |
| Aufnahme/Rückführung von Schuldscheindarlehen | 228.000 | 0 |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | –6.361 | –5.808 |
| Rückführung Investitionskredit der Europäischen Investitionsbank | –4.882 | –4.882 |
| Aufnahme von syndizierten Krediten | 140.000 | 0 |
| Auszahlungen/Einzahlungen von Darlehen, Kontokorrentkrediten und Barvorlagen | –201.481 | 84.043 |
| Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft durch nicht beherrschende Anteile | 0 | 1.800 |
| Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | 0 | –4.201 |
| Gezahlte Dividenden | –48.057 | –53.357 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 107.219 | 17.595 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 20.115 | –1.794 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | 1.941 | –52 |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von Tochterunternehmen | 0 | 753 |
| Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand | –7.306 | –6.285 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 103.593 | 110.971 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 118.343 | 103.593 |
zum 28. Februar 2023
| t€ | Stand 28.02.2023 |
Stand 28.02.2022 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| A. Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 115.098 | 204.554 |
| Sachanlagen | 819.418 | 828.168 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 66.460 | 65.952 |
| Wertpapiere | 17.378 | 18.772 |
| Beteiligungen | 280 | 280 |
| Sonstige Vermögenswerte | 2.559 | 3.500 |
| Aktive latente Steuern | 19.817 | 13.734 |
| 1.041.010 | 1.134.960 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 1.210.019 | 864.067 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 471.495 | 398.509 |
| Sonstige Vermögenswerte | 158.702 | 132.757 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 3.506 | 9.744 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 118.343 | 103.593 |
| 1.962.065 | 1.508.670 | |
| Summe Aktiva | 3.003.075 | 2.643.630 |
| PASSIVA A. Eigenkapital |
||
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 |
| Kapitalrücklagen | 540.760 | 540.760 |
| Gewinnrücklagen | 539.284 | 570.269 |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.193.575 | 1.224.560 |
| Nicht beherrschende Anteile | 62.994 | 56.982 |
| B. Langfristige Schulden | 1.256.569 | 1.281.542 |
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 53.535 | 58.848 |
| Übrige Rückstellungen | 28.388 | 29.364 |
| Finanzverbindlichkeiten | 562.868 | 377.744 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 6.670 | 5.363 |
| Passive latente Steuern | 6.841 | 6.218 |
| 658.302 | 477.537 | |
| C. Kurzfristige Schulden | ||
| Übrige Rückstellungen | 19.516 | 19.028 |
| Finanzverbindlichkeiten | 257.748 | 276.627 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 586.991 | 440.130 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 199.479 | 143.780 |
| Steuerschulden | 24.470 | 4.986 |
| 1.088.204 | 884.551 | |
| Summe Passiva | 3.003.075 | 2.643.630 |
für das Geschäftsjahr 2022|23 vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023
Den Aktionären der AGRANA
| t€ Geschäftsjahr 2022 23 |
Grund kapital |
Kapital rücklagen |
Rücklage für Eigen kapital instrumente |
Rücklage für Sicherungs instrumente (Cashflow Hedges) |
Rücklage für ver sicherungs mathem. Gewinne/ Verluste |
Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein schafts unter nehmen1 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.03.2022 | 113.531 | 540.760 | 3.103 | 262 | –34.829 | –35.452 | |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten |
0 | 0 | –238 | 0 | 0 | 0 | |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) |
0 | 0 | 0 | –18.073 | 0 | –12.494 | |
| Veränderung versicherungs mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen |
0 | 0 | 0 | 0 | 2.628 | 10 | |
| Steuereffekte | 0 | 0 | 55 | 3.241 | –284 | 4.683 | |
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –1.086 | |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | –183 | –14.832 | 2.344 | –8.887 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | –183 | –14.832 | 2.344 | –8.887 | |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 28.02.2023 | 113.531 | 540.760 | 2.920 | –14.570 | –32.485 | –44.339 539.284 |
| Summe | Nicht beherr schende Anteile |
Eigen kapital der AGRANA Aktionäre |
Jahres ergebnis |
Unter schieds betrag Währungs umrechnung |
Übriges kumuliertes Eigen kapital |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.281.542 | 56.982 | 1.224.560 | –12.612 | –123.210 | 773.007 |
| –238 | 0 | –238 | 0 | 0 | 0 |
| –31.229 | –662 | –30.567 | 0 | 0 | 0 |
| 2.755 | 117 | 2.638 | 0 | 0 | 0 |
| 7.713 | 18 | 7.695 | 0 | 0 | 0 |
| 19.400 | –1.138 | 20.538 | 0 | 21.624 | 0 |
| –1.599 | –1.665 | 66 | 0 | 21.624 | 0 |
| 24.683 | 8.867 | 15.816 | 15.816 | 0 | 0 |
| 23.084 | 7.202 | 15.882 | 15.816 | 21.624 | 0 |
| –48.057 | –1.190 | –46.867 | –46.867 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 0 | 59.479 | 0 | –59.479 |
| 1.256.569 | 62.994 | 1.193.575 | 15.816 | –101.586 | 713.528 |
| t€ | Grund kapital |
Kapital rücklagen |
Rücklage für Eigen kapital instrumente |
Rücklage für Sicherungs instrumente (Cashflow Hedges) |
Rücklage für ver sicherungs mathem. Gewinne/ Verluste |
Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein schafts unter nehmen1 |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||||||
| Stand 01.03.2021 | 113.531 | 540.760 | 3.110 | –263 | –38.551 | –33.938 | |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten |
0 | 0 | –117 | 0 | 0 | 0 | |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) |
0 | 0 | 0 | 656 | 0 | –692 | |
| Veränderung versicherungs mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen |
|||||||
| und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 4.612 | 1 | |
| Steuereffekte | 0 | 0 | 110 | –131 | –890 | 173 | |
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung |
0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –996 | |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | –7 | 525 | 3.722 | –1.514 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | –7 | 525 | 3.722 | –1.514 | |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuzahlungen anderer Gesellschafter | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Anteils- und Konsolidierungs | |||||||
| kreisänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 28.02.2022 | 113.531 | 540.760 | 3.103 | 262 | –34.829 | –35.452 | |
| 570.269 |
| Übriges kumuliertes Eigen kapital |
Unter schieds betrag Währungs umrechnung |
Jahres ergebnis |
Eigen kapital der AGRANA Aktionäre |
Nicht beherr schende Anteile |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| 767.030 | –137.682 | 59.787 | 1.273.784 | 55.313 | 1.329.097 |
| 0 | 0 | 0 | –117 | 0 | –117 |
| 0 | 0 | 0 | –36 | –357 | –393 |
| 0 | 0 | 0 | 4.613 | 46 | 4.659 |
| 0 | 0 | 0 | –738 | 62 | –676 |
| 0 | 14.472 | 0 | 13.476 | –377 | 13.099 |
| 0 | 14.472 | 0 | 17.198 | –626 | 16.572 |
| 0 | 0 | –12.612 | –12.612 | 379 | –12.233 |
| 0 | 14.472 | –12.612 | 4.586 | –247 | 4.339 |
| 0 | 0 | –53.116 | –53.116 | –242 | –53.358 |
| 6.671 | 0 | –6.671 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 1.800 | 1.800 |
| –747 | 0 | 0 | –747 | 350 | –397 |
| 53 | 0 | 0 | 53 | 8 | 61 |
| 773.007 | –123.210 | –12.612 | 1.224.560 | 56.982 | 1.281.542 |
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien|Österreich, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.
Der Konzernabschluss 2022|23 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB erstellt.
Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.
Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend der strategischen Ausrichtung die drei berichtspflichtigen Segmente Frucht, Stärke und Zucker. Die Segmente unterscheiden sich in Hinblick auf Produktportfolios, Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffung sowie Absatzstrategien und werden getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.
Die interne Berichterstattung für jedes Segment erfolgt monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker). CODM ist der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente finden sich in den nachstehenden Übersichten. Die Beurteilung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v.a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.
AGRANA verwendet in der Berichterstattung der berichtspflichtigen Segmente an den CODM die Kennzahl "Operatives Ergebnis". Das operative Ergebnis unterscheidet sich vom Ergebnis der Betriebstätigkeit in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch Ergebnisanteile von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und dem Ergebnis aus Sondereinflüssen. Sondereinflüsse stellen außergewöhnliche bzw. einmalige Sachverhalte dar, die einen definierten Wert übersteigen und nicht im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit anfallen.
| Konsoli | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Frucht | Stärke | Zucker | dierung | Konzern | |
| Geschäftsjahr 2022 23 | ||||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.482.895 | 1.306.594 | 884.607 | –36.654 | 3.637.442 | |
| Umsätze zwischen Segmenten | –964 | –12.779 | –22.911 | 36.654 | 0 | |
| Umsatzerlöse | 1.481.931 | 1.293.815 | 861.696 | 0 | 3.637.442 | |
| EBITDA | 94.460 | 116.750 | 65.933 | 0 | 277.143 | |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | ||||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | –43.219 | –47.582 | –27.909 | 0 | –118.710 | |
| Operatives Ergebnis | 51.241 | 69.168 | 38.024 | 0 | 158.433 | |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –89.731 | 0 | 901 | 0 | –88.830 | |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | ||||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 11.021 | 7.636 | 0 | 18.657 | |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | –38.490 | 80.189 | 46.561 | 0 | 88.260 | |
| Segmentvermögen | 1.201.159 | 789.448 | 2.111.656 | –1.099.188 | 3.003.075 | |
| Segmenteigenkapital | 339.412 | 383.288 | 885.593 | –351.724 | 1.256.569 | |
| Segmentschulden | 861.747 | 406.160 | 1.226.063 | –747.464 | 1.746.506 |
| Konsoli | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Frucht | Stärke | Zucker | dierung | Konzern |
| Investitionen in Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | 37.679 | 30.985 | 34.252 | 0 | 102.916 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 0 | 0 | 2.291 | 0 | 2.291 |
| Investitionen gesamt | 37.679 | 30.985 | 36.543 | 0 | 105.207 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 43.952 | 22.508 | 0 | 66.460 |
| Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 5.677 | 1.147 | 1.906 | 0 | 8.730 |
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.251.846 | 1.020.436 | 666.173 | –36.911 | 2.901.544 |
| Umsätze zwischen Segmenten | –766 | –10.029 | –26.116 | 36.911 | 0 |
| Umsatzerlöse | 1.251.080 | 1.010.407 | 640.057 | 0 | 2.901.544 |
| EBITDA | 93.341 | 106.391 | 6.920 | 0 | 206.652 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | –41.484 | –48.462 | –30.225 | 0 | –120.171 |
| Operatives Ergebnis | 51.857 | 57.929 | –23.305 | 0 | 86.481 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –67.696 | 0 | –2.072 | 0 | –69.768 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 13.761 | –5.742 | 0 | 8.019 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | –15.839 | 71.690 | –31.119 | 0 | 24.732 |
| Segmentvermögen | 1.230.632 | 718.822 | 1.791.412 | –1.097.236 | 2.643.630 |
| Segmenteigenkapital | 389.414 | 384.376 | 859.394 | –351.642 | 1.281.542 |
| Segmentschulden | 841.218 | 334.446 | 932.018 | –745.594 | 1.362.088 |
| Investitionen in Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte1 | 37.382 | 24.283 | 20.702 | 0 | 82.367 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Investitionen gesamt | 37.382 | 24.283 | 20.702 | 0 | 82.367 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 53.155 | 12.797 | 0 | 65.952 |
| Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 5.662 | 1.137 | 1.892 | 0 | 8.691 |
Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.
Das Ergebnis aus Sondereinflüssen belief sich im Geschäftsjahr 2022|23 auf –88.830 t€ (Vorjahr: –69.768 t€). Beeinflusst vom weiter andauernden Krieg in der Ukraine und stark gestiegenen Kapitalkosten resultierte der wesentlichste Effekt im Segment Frucht aus der Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 88.252 t€ im Q2 2022|23. Ebenso ausgelöst durch gestiegene Kapitalkosten wurden Wertminderungstests der Sachanlagen durchgeführt, die ebenfalls im Q2 2022|23 zu einer Wertminderung von 2.833 t€ in Südafrika und Indien führten. Im Vorjahr infolge des Ausbruchs des Krieges in der Ukraine gebildete Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Halb- und Fertigprodukten im Segment Frucht wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 965 t€ als sonstige betriebliche Erträge (davon in der Ukraine 809 t€, Österreich 136 t€ und China 20 t€) bzw. in Höhe von 381 t€ als Bestandsveränderungen wieder aufgelöst, da die Kunden die Forderungen beglichen bzw. die Produkte an den Kunden geliefert werden konnten. Betreffend eines Reklamationsfalles in Europa im Segment Frucht aus dem Geschäftsjahr 2020|21 mussten weitere Aufwendungen in Höhe von 704 t€ in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und gegenläufig bereits erhaltene Versicherungsentschädigungen von 712 t€ in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst
werden. Im Segment Zucker wurden 901 t€ in den sonstigen betrieblichen Erträgen aus einer Rückerstattung in Bezug auf eine abgeschlossene Steuerprüfung in Rumänien erfasst.
Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –747.464 t€ (Vorjahr: –745.594 t€) und die Kapitalkonsolidierung mit –351.724 t€ (Vorjahr: –351.642 t€).
Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.
| Umsatz t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Österreich | 2.474.132 | 1.890.363 |
| Ungarn | 11.601 | 8.856 |
| Rumänien | 38.010 | 32.496 |
| Restliche EU | 308.090 | 281.794 |
| EU-27 | 2.831.833 | 2.213.509 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 112.466 | 109.197 |
| Übriges Ausland | 693.143 | 578.838 |
| Summe | 3.637.442 | 2.901.544 |
Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 216.817 t€ (Vorjahr: 199.561 t€), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 6,0 % (Vorjahr: 6,9 %) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine und Türkei definiert. Der Umsatz in Russland belief sich auf 73.957 t€ (Vorjahr: 60.040 t€) und in der Ukraine auf 24.650 t€ (Vorjahr: 40.463 t€).
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Österreich | 54.998 | 38.282 |
| Ungarn | 7.931 | 4.234 |
| Rumänien | 3.190 | 2.718 |
| Restliche EU | 19.466 | 19.586 |
| EU-27 | 85.585 | 64.820 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 1.271 | 3.118 |
| Übriges Ausland | 16.060 | 14.429 |
| Summe | 102.916 | 82.367 |
| Buchwerte der Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Österreich | 461.879 | 475.047 |
| Ungarn | 50.132 | 51.393 |
| Rumänien | 33.538 | 34.382 |
| Restliche EU | 117.881 | 112.991 |
| EU-27 | 663.430 | 673.813 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 20.873 | 18.026 |
| Übriges Ausland | 151.546 | 153.912 |
| Summe | 835.849 | 845.751 |
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.
Im Geschäftsjahr 2022|23 waren die nachstehenden Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:
| Standard | Verabschiedung durch IASB |
Übernommen durch EU |
|
|---|---|---|---|
| IAS 16 | Sachanlagen (Änderung) | 14.05.2020 | 28.06.2021 |
| IAS 37 | Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen (Änderung) | 14.05.2020 | 28.06.2021 |
| IFRS 3 | Unternehmenszusammenschlüsse (Änderung) | 14.05.2020 | 28.06.2021 |
| Diverse | Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2018-2020 | 14.05.2020 | 28.06.2021 |
Die Änderungen der oben dargestellten Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA.
Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2023|24 oder später anzuwenden sind. Bei den noch nicht von der EU übernommenen Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.
| Standard | Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA |
Verabschiedung durch IASB |
Anwendungs- pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr |
Übernommen durch EU |
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) Die Änderungen stellen klar, dass die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig auf den Rechten basieren, die Erfüllung einer Verpflichtung um mindestens zwölf Monate aufzuschieben. Bei der Klassifizierung kommt es auf das Recht zum Bilanzstichtag an und sie ist unabhängig von den Erwartungen des Managements und Ereignissen nach dem Bilanzstichtag. Mit Verschiebung der erstmaligen Anwendung können die Änderungen ab dem Geschäftsjahr 2023 24 einschlägig werden. |
23.01.2020 15.07.2020 |
2023 24 | Nein |
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) Die Änderung erfordert, dass künftig lediglich die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden im Anhang dargestellt werden. Um wesentlich zu sein, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und es muss einen Anlass für die Darstellung geben. Damit sollen in Zukunft unternehmensspezifische Ausführungen anstelle von standardisierten Ausführungen im Vordergrund stehen. AGRANA geht davon aus, dass sich die Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden reduzieren werden. |
12.02.2021 | 2023 24 | 02.03.2022 |
| Standard | Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA |
Verabschiedung durch IASB |
Anwendungs- pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr |
Übernommen durch EU |
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) Die Änderungen betreffen Vorschriften, die mit der Klassifizierung von Schulden mit Nebenbedingungen als kurz- oder langfristig eingeführt wurden, und bestimmen, unter welchen Bedingungen Unternehmen finanzielle Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig klassifizieren müssen. Lediglich Nebenbedingungen, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag erfüllen muss, beeinflussen die Fristigkeit einer Schuld. Allerdings muss ein Unternehmen im Anhang über das Risiko berichten, dass langfristige Schulden mit Nebenbedingungen innerhalb von zwölf Monaten rückzahlbar werden könnten. AGRANA geht derzeit davon aus, dass die Vorschriften nicht einschlägig werden. |
31.10.2022 | 2024 25 | Nein |
| IAS 8 | Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern (Änderung) Die Änderung stellt klar, wie Änderungen von Rechnungs legungsmethoden besser von Schätzungsänderungen abzugrenzen sind. Dazu wird definiert, dass eine rechnungslegungsbezogene Schätzung immer auf eine Bewertungsunsicherheit einer finanziellen Größe im Abschluss bezogen ist. Die Änderungen können ab dem Geschäftsjahr 2023 24 einschlägig werden. |
12.02.2021 | 2023 24 | 02.03.2022 |
| IAS 12 | Ertragsteuern (Änderung) Werden Vermögenswerte und Schulden erstmalig erfasst, galt bislang unter bestimmten Voraussetzungen die initial recognition exemption (IAS 12.15), wonach in diesen Fällen ausnahmsweise keine latenten Steuern anzusetzen waren. Da in der Praxis Unsicherheit darüber bestand, ob diese Ausnahmeregelung auch für Leasingverhältnisse und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen gilt, wurde eine eng begrenzte Änderung von IAS 12 vorgenommen. Aufgrund der Änderung von IAS 12 gilt die initial recognition exemption nicht mehr für solche Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen, auch wenn die sonstigen bisher schon gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Änderungen führen dazu, dass latente Steuern z.B. auf beim Leasingnehmer bilanzierte Leasingverhältnisse und auf Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen anzusetzen sind. AGRANA prüft, ob die Änderung einschlägig ist. |
07.05.2021 | 2023 24 | 11.08.2022 |
| IFRS 16 | Leasing (Änderung) Mit der Verlautbarung wird klargestellt, wie ein Verkäufer Leasingnehmer die Folgebewertung von Sale-and-leaseback Transaktionen, die als Verkauf gemäß IFRS 15 bilanziert werden, vornimmt. Mangels entsprechender Transaktionen sind die Regelungen in der AGRANA-Gruppe derzeit nicht anwendbar. |
22.09.2022 | 2024 25 | Nein |
| IFRS 17 | Versicherungsverträge Der Standard ist für AGRANA im Wesentlichen nicht relevant. |
18.05.2017 25.06.2020 |
2023 24 | 19.11.2021 |
| IFRS 17 | Versicherungsverträge (Änderung) Der Standard ist für AGRANA im Wesentlichen nicht relevant. |
09.12.2021 | 2023 24 | 08.09.2022 |
In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Beherrschender Einfluss ist gegeben, wenn die AGRANA Beteiligungs-AG die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen schwankenden Rückflüssen eines Unternehmens partizipiert und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel gegeben, wenn die AGRANA Beteiligungs-AG mehr als die Hälfte der Stimmrechte innehat.
Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden, über die die Beherrschung gemeinsam ausgeübt wird und an denen die Unternehmen die Rechte am Nettovermögen gemeinsam besitzen (Gemeinschaftsunternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 55 Unternehmen (Vorjahr: 57 Unternehmen) in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (Vorjahr: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode einbezogen.
Nachfolgend findet sich eine Übersicht über die voll einbezogenen Unternehmen, nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen, nicht einbezogenen Tochterunternehmen und nicht einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen.
| Anteil am Kapital 28.02.2023 |
Anteil am Kapital 28.02.2022 |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | Un mittel bar |
Mittel bar1 |
Un mittel bar |
Mittel bar¹ |
| AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Muttergesellschaft) |
Wien | Österreich | – | – | – | – |
| I. Verbundene Unternehmen | ||||||
| Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises | ||||||
| AGRANA AGRO S.r.l. | Roman | Rumänien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA BIH Holding GmbH | Wien | Österreich | – | 75,00 % | – | 75,00 % |
| AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH | Wien | Österreich | – | 55,00 % | – | 55,00 % |
| AGRANA Fruit Argentina S.A. | Buenos Aires | Argentinien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Austria GmbH | Gleisdorf | Österreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importação e Exportação Ltda. |
São Paulo | Brasilien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. | Dachang | China | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit France S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Germany GmbH | Konstanz | Deutschland | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED | Pune | Indien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. |
Istanbul | Türkei | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. | Tokio | Japan | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited | Changzhou | China | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. | Jincheon-gun | Südkorea | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V.2) |
Zamora | Mexiko | – | – | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Luka TOV | Vinnitsa | Ukraine | – | 99,97 % | – | 99,97 % |
| AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. | Zamora | Mexiko | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. | Ostrołęka | Polen | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Anteil am Kapital | Anteil am Kapital | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2023 | 28.02.2022 | |||||
| Un | Un | |||||
| mittel | Mittel | mittel | Mittel | |||
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | bar | bar1 | bar | bar¹ |
| AGRANA Fruit S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Services GmbH | Wien | Österreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Services S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. | Johannesburg | Südafrika | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Ukraine TOV | Vinnitsa | Ukraine | – | 99,80 % | – | 99,80 % |
| AGRANA Fruit US, Inc. | Brecksville | USA | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Group-Services GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | – | 100,00 % | – |
| AGRANA Internationale Verwaltungs | Wien | Österreich | 98,91 % | 1,09 % | 98,91 % | 1,09 % |
| und Asset-Management GmbH | ||||||
| AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD | Xianyang City | China | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. | Budapest | Ungarn | – | 88,03 % | – | 88,03 % |
| Agrana Nile Fruits Processing SAE | Qalyoubia | Ägypten | – | 51,00 % | – | 51,00 % |
| AGRANA Research & Innovation | Wien | Österreich | 100,00 % | – | 100,00 % | – |
| Center GmbH | ||||||
| AGRANA Romania S.R.L. | Bukarest | Rumänien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Sales & Marketing GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | – | 100,00 % | – |
| AGRANA Stärke GmbH | Wien | Österreich | 98,91 % | 1,09 % | 98,91 % | 1,09 % |
| AGRANA Trading EOOD | Sofia | Bulgarien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| AGRANA Zucker GmbH | Wien | Österreich | 98,91 % | 1,09 % | 98,91 % | 1,09 % |
| AUSTRIA JUICE Germany GmbH | Bingen | Deutschland | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE GmbH | Kröllendorf/ Allhartsberg |
Österreich | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Hungary Kft. | Vásárosnamény | Ungarn | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o | Chełm | Polen | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. | Vaslui | Rumänien | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Ukraine TOV | Vinnitsa | Ukraine | – | 50,01 % | – | 50,01 % |
| Biogáz Fejleszto Kft. | Kaposvár | Ungarn | – | 88,03 % | – | 88,03 % |
| Dirafrost FFI N. V. | Lummen | Belgien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Dirafrost Maroc SARL | Larache | Marokko | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Financière Atys S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs und Produktionsgesellschaft m.b.H. |
Wien | Österreich | 66,67 % | – | 66,67 % | – |
| Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság3) |
Budapest | Ungarn | – | – | – | 87,61 % |
| Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. | Budapest | Ungarn | – | 87,61 % | – | 87,61 % |
| Moravskoslezské Cukrovary s.r.o. | Hrušovany | Tschechien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Marroquin Organic International, Inc. | Santa Cruz | USA | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Österreichische Rübensamenzucht | Wien | Österreich | – | 86,00 % | – | 86,00 % |
| Gesellschaft m.b.H. | ||||||
| o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region | Serpuchov | Russland | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. | Ţăndărei | Rumänien | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| Slovenské Cukrovary s.r.o. | Sereď | Slowakei | – | 100,00 % | – | 100,00 % |
| SPA AGRANA Fruit Algeria | Akbou | Algerien | – | 55,02 % | – | 55,02 % |
| Nicht einbezogene Tochterunternehmen |
AGRANA Amidi srl Sterzing Italien – 100,00 % – 100,00 %
Abschlussstichtag: 28.02.2023 | Eigenkapital: 61,0 t€ | Jahresüberschuss: 5,9 t€
| Anteil am Kapital 28.02.2023 |
Anteil am Kapital 28.02.2022 |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Un mittel |
Mittel | Un mittel |
Mittel | |||
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | bar | bar1 | bar | bar¹ |
| II. Gemeinschaftsunternehmen Gemeinschaftsunternehmen, |
||||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert wurden | ||||||
| Beta Pura GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN-Gruppe: | ||||||
| "AGRAGOLD" d.o.o. | Brčko | Bosnien und Herzegowina |
– | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRAGOLD d.o.o. | Zagreb | Kroatien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRAGOLD dooel Skopje | Skopje | Nord mazedonien |
– | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRAGOLD trgovina d.o.o. | Ljubljana | Slowenien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. | Tirana | Albanien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. | Pristina | Kosovo | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA Studen Sugar Trading GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd |
Belgrad | Serbien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. | Brčko | Bosnien und Herzegowina |
– | 50,00 % | – | 50,00 % |
| HUNGRANA-Gruppe: | ||||||
| GreenPower Services Kft. | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| HUNGRANA Keményitö- és | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. |
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2022|23 wie folgt verändert:
| Voll konsolidierung |
Equity Methode |
|
|---|---|---|
| Stand 01.03.2022 | 57 | 13 |
| Verschmelzung | –1 | 0 |
| Abgang | –1 | 0 |
| Stand 28.02.2023 | 55 | 13 |
Im 4. Quartal 2022|23 wurde die vollkonsolidierte Gesellschaft Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest|Ungarn, liquidiert.
Die vollkonsolidierte Gesellschaft AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V., Zamora|Mexiko, wurde mit AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Zamora|Mexiko, ebenfalls im 4. Quartal verschmolzen.
1 Durchgerechnete Anteile (Konzernquote)
Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 139 aufgelistet.
| AGRANA | ||||
|---|---|---|---|---|
| STUDEN | HUNGRANA | Beta Pura | ||
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 28.02.2023 | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 30.718 | 120.282 | 31.587 | 182.587 |
| Vorräte | 60.485 | 68.393 | 2.752 | 131.630 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 22.156 | 47.260 | 866 | 70.282 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4.600 | 35.618 | 0 | 40.218 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 87.241 | 151.271 | 3.618 | 242.130 |
| Summe Aktiva | 117.959 | 271.553 | 35.205 | 424.717 |
| Eigenkapital | 45.921 | 86.934 | 335 | 133.190 |
| Externe Finanzschulden | 318 | 986 | 21.814 | 23.118 |
| Sonstige Schulden | 741 | 1.793 | 4.149 | 6.683 |
| Langfristige Schulden | 1.059 | 2.779 | 25.963 | 29.801 |
| Externe Finanzschulden | 44.826 | 112.643 | 5.312 | 162.781 |
| Sonstige Schulden | 26.153 | 69.197 | 3.595 | 98.945 |
| Kurzfristige Schulden | 70.979 | 181.840 | 8.907 | 261.726 |
| Summe Passiva | 117.959 | 271.553 | 35.205 | 424.717 |
| Umsatzerlöse | 221.660 | 457.580 | 4.694 | 683.934 |
| Abschreibungen | –2.535 | –13.237 | –3.026 | –18.798 |
| Sonstige Aufwendungen/Erträge | –195.229 | –402.835 | –7.189 | –605.253 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 23.896 | 41.508 | –5.521 | 59.883 |
| Zinsertrag | 74 | 19 | 0 | 93 |
| Zinsaufwand | –701 | –1.712 | –743 | –3.156 |
| Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge | –402 | –3.107 | –11 | –3.520 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 22.867 | 36.708 | –6.275 | 53.300 |
| Ertragsteuern | –3.013 | –14.666 | 241 | –17.438 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 19.854 | 22.042 | –6.034 | 35.862 |
| Sonstiges Ergebnis | –430 | –17.450 | 0 | –17.880 |
| Gesamtergebnis | 19.424 | 4.592 | –6.034 | 17.982 |
| AGRANA | ||||
|---|---|---|---|---|
| STUDEN | HUNGRANA | Beta Pura | ||
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 28.02.2022 | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 32.731 | 105.213 | 34.372 | 172.316 |
| Vorräte | 34.931 | 71.172 | 2.713 | 108.816 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 23.885 | 54.901 | 2.883 | 81.669 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.475 | 7.744 | 0 | 13.219 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 64.291 | 133.817 | 5.596 | 203.704 |
| Summe Aktiva | 97.022 | 239.030 | 39.968 | 376.020 |
| Eigenkapital | 26.497 | 105.342 | 6.369 | 138.208 |
| Externe Finanzschulden | 341 | 122 | 18.521 | 18.984 |
| Sonstige Schulden | 22.789 | 1.766 | 4.400 | 28.955 |
| Langfristige Schulden | 23.130 | 1.888 | 22.921 | 47.939 |
| Externe Finanzschulden | 43.240 | 88.595 | 4.566 | 136.401 |
| Sonstige Schulden | 4.155 | 43.205 | 6.112 | 53.472 |
| Kurzfristige Schulden | 47.395 | 131.800 | 10.678 | 189.873 |
| Summe Passiva | 97.022 | 239.030 | 39.968 | 376.020 |
| Umsatzerlöse | 172.027 | 356.238 | 10.580 | 538.845 |
| Abschreibungen | –2.513 | –13.693 | –2.966 | –19.172 |
| Sonstige Aufwendungen/Erträge | –164.477 | –308.463 | –14.184 | –487.124 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 5.037 | 34.082 | –6.570 | 32.549 |
| Zinsertrag | 61 | 5 | 0 | 66 |
| Zinsaufwand | –496 | –889 | –467 | –1.852 |
| Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge | –582 | –1.641 | –15 | –2.238 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 4.020 | 31.557 | –7.052 | 28.525 |
| Ertragsteuern | –211 | –4.035 | –1.871 | –6.117 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 3.809 | 27.522 | –8.923 | 22.408 |
| Sonstiges Ergebnis | –1.374 | –1.998 | 0 | –3.372 |
| Gesamtergebnis | 2.435 | 25.524 | –8.923 | 19.036 |
Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:
| AGRANA | ||||
|---|---|---|---|---|
| STUDEN | HUNGRANA | Beta Pura | ||
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 28.02.2023 | ||||
| Eigenkapital | 45.921 | 86.934 | 335 | 133.190 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 22.961 | 43.467 | 168 | 66.595 |
| Zugang Buchwert | 0 | 0 | 2.291 | 2.291 |
| Wertminderung laufendes Jahr | 0 | 0 | –2.291 | –2.291 |
| Wertminderung Vorjahr | 0 | 0 | –3.185 | –3.185 |
| Verlustevidenz | 0 | 0 | 3.017 | 3.017 |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges | ||||
| von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 0 | 32 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, | ||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | ||||
| (Buchwert) | 22.509 | 43.951 | 0 | 66.460 |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 0 | 11.500 | 0 | 11.500 |
| AGRANA STUDEN |
HUNGRANA | Beta Pura | ||
|---|---|---|---|---|
| t€ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 28.02.2022 | ||||
| Eigenkapital | 26.497 | 105.342 | 6.369 | 138.208 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 13.249 | 52.671 | 3.185 | 69.105 |
| Wertminderung | 0 | 0 | –3.185 | –3.185 |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges | ||||
| von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 0 | 32 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden |
||||
| (Buchwert) | 12.797 | 53.155 | 0 | 65.952 |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 0 | 12.500 | 0 | 12.500 |
Bedingt durch die Sanktionen gegen Russland ist der Großteil des benötigten Rohstoffes Betain Melasse für die Beta Pura GmbH derzeit nicht verfügbar. Aufgrund der damit einhergehenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Schwierigkeiten des Gemeinschaftsunternehmens hat die AGRANA Sales & Marketing GmbH als 50 %-Gesellschafterin mit der Beta Pura GmbH und der finanzierenden Bank, der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, eine aufschiebend bedingte Stundungs- und Restrukturierungsvereinbarung abgeschlossen, im Rahmen derer sie eine Garantie für 50 % der aushaftenden Kredite der Beta Pura GmbH mit einem Höchstbetrag von 13.367 t€ abgegeben und sich verpflichtet hat, der Beta Pura GmbH ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen in Höhe von 2.500 t€ zu gewähren. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses waren die aufschiebenden Bedingungen noch nicht erfüllt. Die Garantie wurde mit dem beizulegenden Zeitwert von 2.291 t€ als Finanzgarantie im Konzernabschluss erfasst. Darüber hinaus dient der von der AGRANA Sales & Marketing GmbH gehaltene Geschäftsanteil an der Beta Pura GmbH als Sicherstellung für die Kredite der Beta Pura GmbH. Der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH wurde im Geschäftsjahr 2022|23 um –2.291 t€ (Vorjahr: –3.185 t€) wertberichtigt.
Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 62.994 t€ (Vorjahr: 56.982 t€) betreffen im Wesentlichen mit 42.271 t€ (Vorjahr: 37.382 t€) die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01 %. Somit ist in Höhe von 49,99 % das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 130.116 | 129.875 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 232.865 | 205.132 |
| Summe Vermögenswerte | 362.981 | 335.007 |
| Langfristige Schulden | 105.392 | 5.612 |
| Kurzfristige Schulden | 165.749 | 247.334 |
| Summe Schulden | 271.141 | 252.946 |
| Nettovermögen | 91.840 | 82.061 |
| Umsatzerlöse | 305.121 | 229.587 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 21.035 | 2.581 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 12.705 | –3.100 |
| Ertragsteuern | –1.990 | 701 |
| Jahresfehlbetrag/-überschuss | 10.715 | –2.399 |
| Sonstiges Ergebnis | –936 | –811 |
| Gesamtergebnis | 9.779 | –3.210 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 17.121 | 8.622 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –10.094 | –7.410 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –5.610 | –156 |
| Veränderung des Finanzmittelbestandes | 1.417 | 1.056 |
In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Anteiliger Jahresfehlbetrag/-überschuss | 5.356 | –1.199 |
| Anteiliges Nettovermögen | 45.910 | 41.021 |
| Bewertungseffekt aus Unternehmenszusammenschluss | –3.639 | –3.639 |
| Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen | 42.271 | 37.382 |
Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.
Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Werden bei einem Unternehmenszusammenschluss auch immaterielle Vermögenswerte angesetzt, die bisher nicht im Einzelabschluss des erworbenen Unternehmens erfasst wurden, wie beispielsweise Kundenbeziehungen, so werden diese nur dann angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IFRS 3 für eine Aktivierung vorliegen. Für Unternehmenserwerbe, bei denen die mehrheitlichen Anteile jedoch nicht 100 % erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht für die Erfassung der entstehenden nicht beherrschenden Anteile vor. Diese können wahlweise mit dem anteiligen Zeitwert des Nettovermögens (Purchased-Goodwill-Methode) oder mit dem Anteil des Geschäfts- /Firmenwertes, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, berücksichtigt werden (Full-Goodwill-Methode). Dieses Wahlrecht ist je Unternehmenserwerb frei auszuüben. Die Full-Goodwill-Methode ist im AGRANA-Konzern bisher nicht zur Anwendung gekommen.
Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit der AGRANA-Konzern Transaktionen mit einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.
Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekannt gegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge werden mit Ausnahme wesentlicher stichtagsnaher Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs (Mittelwert der tagesaktuellen Kurse von EZB bzw. Nationalbanken) umgerechnet. Aufwendungen und Erträge von Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.
Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:
| Währungs- | Stichtagskurs | Durchschnittskurs | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| € | einheit | 28.02.2023 | 28.02.2022 | 2022 23 | 2021 22 | |
| Ägypten | EGP | 32,40 | 17,54 | 22,45 | 18,35 | |
| Albanien | ALL | 115,04 | 121,32 | 118,08 | 122,10 | |
| Algerien | DZD | 144,74 | 158,03 | 147,76 | 159,37 | |
| Argentinien | ARS | 209,10 | 120,81 | 209,10 | 120,81 | |
| Australien | AUD | 1,58 | 1,55 | 1,51 | 1,58 | |
| Bosnien und Herzegowina | BAM | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 | |
| Brasilien | BRL | 5,53 | 5,78 | 5,36 | 6,31 | |
| Bulgarien | BGN | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 | |
| China | CNY | 7,37 | 7,07 | 7,10 | 7,53 | |
| Indien | INR | 87,72 | 84,55 | 83,33 | 86,84 | |
| Japan | JPY | 145,23 | 129,31 | 139,86 | 130,43 |
| Währungs- | Stichtagskurs | Durchschnittskurs | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| € | einheit | 28.02.2023 | 28.02.2022 | 2022 23 | 2021 22 | |
| Kroatien | HRK | 7,53 | 7,57 | 7,54 | 7,52 | |
| Marokko | MAD | 11,03 | 10,72 | 10,74 | 10,59 | |
| Mexiko | MXN | 19,45 | 22,90 | 20,71 | 23,79 | |
| Nordmazedonien | MKD | 61,70 | 61,70 | 61,62 | 61,64 | |
| Polen | PLN | 4,72 | 4,69 | 4,71 | 4,57 | |
| Rumänien | RON | 4,92 | 4,95 | 4,93 | 4,93 | |
| Russland | RUB | 79,62 | 115,48 | 70,29 | 86,81 | |
| Serbien | CSD | 117,31 | 117,66 | 117,42 | 117,58 | |
| Südafrika | ZAR | 19,55 | 17,29 | 17,44 | 17,35 | |
| Südkorea | KRW | 1.401,84 | 1.347,62 | 1.357,91 | 1.356,32 | |
| Tschechien | CZK | 23,50 | 25,00 | 24,46 | 25,39 | |
| Türkei | TRY | 20,06 | 15,45 | 20,06 | 11,57 | |
| Ukraine | UAH | 38,61 | 33,17 | 35,18 | 31,96 | |
| Ungarn | HUF | 377,68 | 369,72 | 396,39 | 358,32 | |
| USA | USD | 1,06 | 1,12 | 1,04 | 1,17 |
Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen in Hochinflationsländern – derzeit Tochterunternehmen mit Sitz in Argentinien und der Türkei (Türkei: seit 2022|23 mit unwesentlichen Effekten für den Konzern) – werden gemäß IAS 29 angepasst. Nicht monetäre Posten der Bilanz, die zu Anschaffungs- bzw. fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vor der Umrechnung in die Konzernwährung Euro anhand eines geeigneten Preisindex zur Messung der Kaufkraft an die im Geschäftsjahr eingetretenen Preisänderungen angepasst. Monetäre Posten der Bilanz werden nicht angepasst. Alle Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie alle Bestandteile des Eigenkapitals werden ebenfalls anhand geeigneter Preisindizes angepasst. Gewinne oder Verluste aus der Nettoposition monetärer Posten werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als separater Posten ausgewiesen.
Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen in Hochinflationsländern wurden auf Basis des Konzeptes historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Aufgrund von Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung (argentinischer Peso und türkische Lira) müssen die Jahresabschlüsse angepasst werden und sind daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Die vom argentinischen "Instituto Nacional de Estadística y Censos", dem nationalen Institut für Statistik und Zensus sowie die vom türkischen Statistikinstitut "Türkiye Istatistik Kurumu" (Turkish statistical institute; TUIK) veröffentlichten Verbraucherpreise werden herangezogen. Die Preisindizes zum 28. Februar 2023 lagen bei 1.272,75 (28. Februar 2022: 628,63) in Argentinien und 1.241,33 in der Türkei. Die Veränderung der Index kann der folgenden Tabelle entnommen werden:
| Indexveränderung Argentinien |
Indexveränderung Türkei |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 23 | 2021 22 | 2022 23 | 2021 22 | ||
| März | 6,7 % | 4,8 % | 5,5 % | – | |
| April | 6,0 % | 4,1 % | 7,3 % | – | |
| Mai | 5,1 % | 3,3 % | 3,0 % | – | |
| Juni | 5,3 % | 3,2 % | 5,0 % | – | |
| Juli | 7,4 % | 3,0 % | 2,4 % | – | |
| August | 7,0 % | 2,5 % | 1,5 % | – | |
| September | 6,2 % | 3,5 % | 3,1 % | – | |
| Oktober | 6,3 % | 3,5 % | 3,5 % | – | |
| November | 4,9 % | 2,5 % | 2,9 % | – | |
| Dezember | 5,1 % | 3,8 % | 1,2 % | – | |
| Jänner | 6,0 % | 3,9 % | 6,7 % | – | |
| Februar | 5,8 % | 3,9 % | 3,2 % | – |
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben.
Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Die Überprüfung findet regelmäßig zum 28./29. Februar und zusätzlich bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) statt. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.
Erworbene Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.
Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechtes am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten). Auf immaterielle Vermögenswerte wird der Standard von AGRANA nicht angewendet. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt AGRANA das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch und die Aufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Gebäude | 15 bis 50 Jahre |
|---|---|
| Technische Anlagen und Maschinen | 10 bis 15 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 10 Jahre |
Diese Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.
Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Investitionsförderung werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen passivisch abgegrenzt und entsprechend der Nutzungsdauer des zugeordneten Vermögenswertes linear ergebniswirksam aufgelöst. Details dazu finden sich auf Seite 171.
Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:
Anteile an Investmentfonds sowie Wertrechte (Genossenschaftsanteile) in der Bilanzposition Wertpapiere sind der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert angesetzt. Eigenkapitalinstrumente mit der Absicht diese langfristig zu halten, sind der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zugeordnet. Die Ersterfassung erfolgt zum Zeitwert inklusive allfälliger Transaktionskosten. Bewertungsänderungen werden bei Eigenkapitalinstrumenten unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Zugangs erfasst und der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zugeordnet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für sonstige Beteiligungen wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows vorgenommen. Für Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurde die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes aufgrund des für den AGRANA-Konzern unwesentlichen Betrages nicht vorgenommen.
Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.
Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen oder portfoliobasierte Wertberichtigungen gebildet. Die portfoliobasierten Wertberichtigungen werden anhand des in IFRS 9 vorgesehenen vereinfachten Modelles ermittelt. Hierfür werden mittels Analyse historischer Ausfallraten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Die Wertberichtigungen werden auf separaten Wertminderungskonten erfasst. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind keine besonderen Risikokonzentrationen gegeben und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit geringfügigen Ausnahmen täglich fällig, daher wurde auf die Ermittlung eines erwarteten Wertminderungsbedarfs gemäß IFRS 9 verzichtet.
Fremdwährungsforderungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit den Stichtagskursen bewertet.
Finanzverbindlichkeiten werden bei Zugang in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).
Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.
Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen, Güterpreisen und Energiepreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswert oder Verbindlichkeit bilanziert und – unabhängig von ihrem Zweck – mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Wertes werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen (Rohstoffderivate und Währungsderivate in Zusammenhang mit Einkaufs- und Verkaufstransaktionen und Energiederivate in Zusammenhang mit dem Einkauf von Gas, Heizöl Extra Leicht und Strom für die Produktion) oder im Finanzergebnis (Zinsderivate, Währungsderivate bei Finanzierungen) erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft (Cashflow-Hedges) und erfüllen die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9. In diesen Fällen werden die noch nicht realisierten und effektiven Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Führt die abgesicherte erwartete Transaktion zum späteren Ansatz eines nicht-finanziellen Postens (z.B. Vorräte), wird der kumulierte Betrag in der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) direkt in die Anschaffungskosten des nicht-finanziellen Postens zum Zeitpunkt dessen Bilanzierung einbezogen. In allen anderen Fällen wird der kumulierte Betrag in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Ineffektive Teile der Bewertungsunterschiede von Cashflow-Hedges werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente sind der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" zugeordnet, es sei denn, es handelt sich um Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. Diese werden der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente)" zugeordnet. Weitere Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten finden sich auf Seite 184ff.
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.
Die Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte umfasst die im EU-Handelssystem ausgegebenen Emissionsrechte (EU Allowances – kurz EUA) und erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen EUA sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten EUA, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, wird die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte überprüft. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 28./29. Februar.
Bei der Werthaltigkeitsprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.
Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit).
Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzungswert.
Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.
Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.
Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch einen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.
Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die Erfassung im sonstigen Ergebnis schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem
Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.
Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 4,25 % (Vorjahr: 1,65 %) zugrunde.
Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.
Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.
Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastsanierung und Abraumbeseitigung.
Rückstellungen für Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgelder beinhalten des Weiteren Rückstellungen für Altersteilzeit, Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen, Rückstellungen für Bonifikationen und Prämien sowie sonstige personalbezogene Rückstellungen. Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer einzustufen. Diese werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der laufenden Periode im Personalaufwand ausgewiesen. Jubiläumsgelder stellen einmalige vom Entgelt und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängige Zahlungen dar, die aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Vorschriften bestehen. Vor allem in Österreich bestehen Verpflichtungen für Jubiläumsgeldzahlungen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind in Österreich aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern zu bilden. Die gesetzliche Regelung der Altersteilzeit erleichtert es Betrieben, ältere Arbeitnehmer unter weitestgehend finanzieller Absicherung mit einer verringerten Arbeitszeit bis zum Pensionsantritt zu beschäftigen. Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen werden nur dann angesetzt, wenn ein formaler, detaillierter Restrukturierungsplan erstellt und kommuniziert wurde.
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozessrisiken, Rückstellungen für Drohverluste, Rückstellungen für Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung sowie Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Rückstellungen für Drohverluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.
Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestehen bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern werden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.
Die Berechnung der latenten Steuern wird nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, soweit die Realisierung latenter Steueransprüche wahrscheinlich ist.
Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn die entsprechenden Steuervorteile bei zugrunde liegender Planungsperiode von fünf Jahren realisiert werden können. Dies ist gegeben, wenn ausreichend Gewinne erwirtschaftet werden bzw. zu versteuerndes Ergebnis aus der Umkehrung von passiven Differenzen vorhanden ist.
Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.
Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Die Erlösrealisierung erfolgt im AGRANA-Konzern anhand des 5-Schritte-Modelles gemäß IFRS 15 und grundsätzlich zeitpunktbezogen. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Kontrolle über ein Produkt oder über eine Dienstleistung auf einen Käufer übertragen wird. Die Übertragung der Kontrolle auf den Käufer wird üblicherweise gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt, die den Übergang der mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken regeln. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst. Bei variablen Preisvereinbarungen wird eine vertragsindividuelle Schätzung der zu erwartenden Endpreise für die Umsatzrealisierung vorgenommen. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen sowie ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Kosten der Umsatzanbahnung haben ganz überwiegend einen kurzfristigen Umsatzbezug und werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen der industrieüblichen Zahlungskonditionen bestehen bei der Umsatzerfassung keine Finanzierungskomponenten.
Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Leasingverbindlichkeiten anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.
Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.
Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können. Die Ermessensbeurteilungen und Annahmen werden zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen erachtet.
Insbesondere ergeben sich wesentliche Ermessensbeurteilungen und Schätzungen im Zusammenhang mit klimabezogenen Risiken und weiteren Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine und deren Folgen. Die getroffenen Annahmen werden nachfolgend dargestellt:
– Im Geschäftsjahr 2022|23 wurde eine Klimawandelszenarioanalyse für Produktionsstandorte in der AGRANA-Gruppe durchgeführt. Ziel war es, die physischen Klimarisiken pro Standort zu erheben. Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute Klimarisiken als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Sturm, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante "chronische" Gefährdungen definiert.
Zusätzlich wurden anhand von Fragebögen die Exposition der Produktionsstandorte ("exposure") und die potenzielle Beeinträchtigung von Produktionsprozessen ("vulnerability") – ausgelöst durch die verschiedenen Klimarisiken – erhoben. Das gesamte physische Klimarisiko setzt sich aus der Analyse der Klimarisiken sowie der Auswertung von "exposure" und "vulnerability" zusammen. Die Ergebnisse spiegeln die hohe Komplexität der zu verwendenden Klimamodelle sowie das subjektive Antwortverhalten der Befragten wider.
Im Rahmen dieser Modellierungen stellen vor allem Wasserknappheit und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für einige Standorte dar. Das vorläufige Gesamtklimarisiko für Produktionsstandorte wird im Geschäftsjahr 2023|24 durch eine nähere Detailanalyse evaluiert. Auf dieser Basis werden dann Adaptionsmaßnahmen geplant und implementiert, wodurch sich das gesamte physische Klimarisiko reduzieren wird.
AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten entgegenzuwirken.
– Bedingt durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 bestehen weiterhin Unsicherheiten im Zusammenhang mit der unvorhersehbaren Entwicklung des Krieges und dessen Folgen, u.a. können außergewöhnlichen Kostensteigerungen, Nachfragerückgänge sowie steigende Kapitalkosten aufgrund der makroökonomischen Entwicklungen nicht ausgeschlossen werden. Die Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten haben sich seit dem Ausbruch des Krieges nochmals verstärkt. Den AGRANA-Planungen liegen die Annahmen zugrunde, dass die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet bleibt und dass gestiegene Preise, insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich, auch in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können.
Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:
– Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 28.02.2023: 98.667 t€; Buchwert 28.02.2022: 186.971 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 28.02.2023: 16.431 t€; Buchwert 28.02.2022: 17.583 t€) und Sachanlagen (erworben und geleast) (Buchwert 28.02.2023: 819.418 t€; Buchwert 28.02.2022: 828.168 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt des regelmäßigen Wertminderungstest-Stichtages zum 28./29. Februar aktuellsten Prognoserechnung für die Cashflows der Cash Generating Units (CGUs) der nächsten fünf Jahre. Die zugrunde liegenden Prognoserechnungen für den Wertminderungstest der Geschäfts-/Firmenwerte zum 28. Februar 2023 wurden im Februar 2023 vom Vorstand freigegeben und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen (vor Genehmigung).
Durch einen geänderten Planungsprozess wird der Werthaltigkeitstest der Geschäfts-/Firmenwerte seit dem Geschäftsjahr 2022|23 regelmäßig zum Geschäftsjahresende (28./29. Februar) durchgeführt. Im Rahmen dieser Umstellung wurde der Werthaltigkeitstest im Geschäftsjahr 2022|23 zum 31. August 2022 und zum 28. Februar 2023 durchgeführt. Beeinflusst vom weiter andauernden Krieg in der Ukraine und stark gestiegenen Kapitalkosten (WACC1 vor Steuern zum 31.08.2022: 8,68 %) ergab sich ein Wertminderungsbedarf des Geschäfts-/Firmenwertes der CGU Frucht zum 31. August 2022 in Höhe von 88.252 t€. Prognoseunsicherheiten und den weiteren Kriegsentwicklungen wurden in den nachfolgenden alternativen Planungsszenarien Rechnung getragen:
| CAGR Umsatz p.a. | Operative Marge in 2026 27 |
|||
|---|---|---|---|---|
| CGU Frucht zum 31.08.2022 | Gewichtung | (Basis 2021 22) | ||
| Base Case | 60 % | 6,2 % | 5,0 % | |
| Downside Case gemäßigt | 30 % | 6,1 % | 4,4 % | |
| Downside Case progressiv | 10 % | 5,5 % | 4,1 % |
Weitere Details finden sich in Kapitel 10.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte.
Die Erkenntnisse aus dem seit nunmehr über einem Jahr andauernden Krieg in der Ukraine (u.a. Stabilisierung von Lieferketten und optimistischere Marktentwicklung) wurden in den aktuellen Prognoserechnungen sowie in den Alternativszenarien verarbeitet. Auf die im Vorjahr vorgenommene zusätzliche Gewichtung der Kriegshandlungen auf die drei Szenarien des Wertminderungstests wurde daher verzichtet.
Geschuldet durch einen stabilen Markt in Russland und zu rund 50 % ausgelastete Standorte in der Ukraine wurde weiters die Gewichtung der Szenarien optimistischer von "Downside Case progressiv" zu "Downside Case gemäßigt" und zu "Base Case" stärker gewichtet.
Der "Base Case" spiegelt die Einschätzung des Managements wider und beinhaltet, abgesehen von den Annahmen zur Geschäftsentwicklung der Gesellschaften in Russland und der Ukraine, ebenso klimabezogene Risiken. Das Segment Frucht ist auf die ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohstoffe in der benötigten Qualität angewiesen. Nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle können sich negativ auf die Rohstoffverfügbarkeit sowie die Rohstoffkosten auswirken. Die im "Base Case" geplanten Rohstoffkosten berücksichtigen die Rohstoffaufbringung und somit veränderte Ernteerwartungen aufgrund von Klimaänderungen.
Prognoseunsicherheiten aufgrund der Volatilität der Märkte (kommerzielle Risiken) sowie klimabezogener Risiken wird durch Berücksichtigung alternativer Planungsszenarien begegnet ("Downside Case gemäßigt" und "Downside Case progressiv"). Die Planungsszenarien unterscheiden sich im Bereich der kommerziellen Risiken im Wesentlichen in den Annahmen zum Umsatzwachstum und zur Entwicklung der operativen Marge bis zur Rentenphase, wobei im "Downside Case progressiv" von einer stärkeren Abschwächung des Umsatzwachstums und einer geringeren operativen Marge ausgegangen wird als im "Downside Case gemäßigt". Klimabezogene Risiken in Form von Ernteausfällen bedingt durch u.a. Dürren, Überflutungen oder Schädlingsbefall und daraus resultierende Versorgungsunter-brechungen und Preissteigerungen von Rohstoffen, die nicht zur Gänze an Kunden weitergegeben werden können, werden in den Alternativszenarien unterschiedlich ausgeprägt berücksichtigt. Das Alternativszenario "Downside Case progressiv" geht zusätzlich von Kriegsschäden der Standorte in der Ukraine sowie einem stärkeren Markteinbruch in Russland aus.
Der Werthaltigkeitstest der Geschäfts-/Firmenwerte der CGU Frucht zum 28. Februar 2023 mit der unten dargestellten Szenariengewichtung ergab keinen Wertminderungsbedarf. Separat betrachtet, weisen beide Alternativszenarien eine Unterdeckung von Nutzungswert zu Buchwert aus.
Die Szenarien stellten sich zum 28. Februar 2023 wie folgt dar:
| CAGR Umsatz p.a. | Operative Marge | |||
|---|---|---|---|---|
| CGU Frucht zum 28.02.2023 | Gewichtung | (Basis 2022 23) | in 2027 28 | |
| Base Case | 65 % | 3,7 % | 5,5 % | |
| Downside Case gemäßigt | 30 % | 3,5 % | 4,9 % | |
| Downside Case progressiv | 5 % | 2,1 % | 4,4 % |
Im Vorjahr stellten sich die Szenarien inklusive den Effekten der Ukraine-Krise wie folgt dar:
| CAGR Umsatz p.a. | Operative Marge | ||
|---|---|---|---|
| CGU Frucht zum 28.02.2022 | Gewichtung | (Basis 2021 22) | in 2026 27 |
| Base Case | 60 % | 6,2 % | 4,7 % |
| Downside Case gemäßigt | 25 % | 5,8 % | 4,1 % |
| Downside Case progressiv | 15 % | 5,4 % | 3,8 % |
Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zum 28. Februar 2023 bei 9,48 % (Vorjahr: 7,25 %).
Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 28. Februar 2023 wurden Sensitivitäten gerechnet. Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde in der CGU Frucht einen Wertminderungsbedarf von 24.300 t€ zur Folge haben. Weiters wurden zum 28. Februar 2023 die Sensitivitäten auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 70 % / 30 % / 0 % zu einer um 9.738 t€ höheren Überdeckung führen. Eine Gewichtung von 60 % / 30 % / 10 % hätte eine um 9.738 t€ geringere Überdeckung zur Folge.
In Bezug auf klimabedingte Schwierigkeiten der Rohstoffversorgung geht AGRANA im Segment Stärke durch die Möglichkeit der Beschaffung der notwendigen Rohstoffe auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten von keinen wesentlichen Engpässen aus. Bei Stärken und Nebenprodukten führen zudem Beschaffungspreisänderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch gestiegene Rohstoff- und Energiepreise teilweise kompensiert werden. Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform "Platts" ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen.
In der CGU Stärke wurde neben dem Base Case ein "Downside Case" basierend auf geringeren Absätzen und niedrigeren Margen entwickelt. Die Szenarien gewichtet führen zu keiner Wertminderung. Der "Downside Case" separat betrachtet würde zu einer Unterdeckung von Nutzungswert zu Buchwert der Geschäfts-/Firmenwerte der CGU Stärke führen.
| CAGR Umsatz p.a. | Operative Marge | |||
|---|---|---|---|---|
| CGU Stärke zum 28.02.2023 | Gewichtung | (Basis 2022 23) | in 2027 28 | |
| Base Case | 65 % | 3,7 % | 3,6 % | |
| Downside Case | 35 % | –0,9 % | 3,5 % |
| CGU Stärke zum 28.02.2022 | Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2021 22) |
Operative Marge in 2026 27 |
|---|---|---|---|
| Base Case | 65 % | 1,7 % | 5,0 % |
| Downside Case | 35 % | –3,5 % | 5,5 % |
Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt bei 8,76 % (Vorjahr: 7,09 %).
Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 28. Februar 2023 wurde eine Sensitivität gerechnet. Unter der Voraussetzung eines gleichbleibenden WACC wäre bei einer Reduktion des operativen Ergebnisses 2027|28 in Höhe von rund 6 % keine Gefährdung der Überdeckung der CGU Stärke gegeben.
Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde einen Wertminderungsbedarf des gesamten Geschäfts- /Firmenwertes in Höhe von 1.606 t€ zur Folge haben. Weiters wurde eine Sensitivität auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 55 % / 45 % eine um 8.425 t€ geringere Überdeckung zur Folge haben.
| Pensionen | Abfertigungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 | 28.02.2023 | 28.02.2022 | |
| Veränderung versicherungs mathematischer Annahmen |
|||||
| Rechnungszinssatz | |||||
| +0,5 Prozentpunkte | –1.911 | –2.092 | –987 | –1.428 | |
| –0,5 Prozentpunkte | 2.076 | 2.289 | 1.040 | 1.527 | |
| Lohn-/Gehaltssteigerung | |||||
| +0,25 Prozentpunkte | 41 | 33 | 489 | 729 | |
| –0,25 Prozentpunkte | –39 | –32 | –480 | –704 | |
| Rentensteigerung | |||||
| +0,25 Prozentpunkte | 982 | 1.075 | – | – | |
| –0,25 Prozentpunkte | –947 | –1.033 | – | – | |
| Lebenserwartung | |||||
| Zunahme um 1 Jahr | 3.886 | 3.629 | – | – | |
| Abnahme um 1 Jahr | –4.100 | –3.791 | – | – |
– Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 28.02.2023: 19.817 t€; Buchwert 28.02.2022: 13.734 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass innerhalb des Planungszeitraumes von fünf Jahren ausreichend steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
– Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpflichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker.
Umsatzerlöse des Segmentes Frucht umfassen Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food-Service-Industrie und Fruchtsaftkonzentrate, wie Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA primär Mais, Weizen und Kartoffeln zu hochwertigen Stärkeprodukten für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige. Weiters werden im Rahmen der Stärkegewinnung Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
Das Segment Zucker verarbeitet Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem wird auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel an Endkonsumenten vertrieben. Daneben produziert das Segment Zucker – zur optimalen Verwertung der agrarischen Rohstoffe – eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung.
Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt in allen drei Segmenten nach Übergang der Kontrolle am jeweiligen Produkt auf den Kunden und erfolgt nahezu ausschließlich zeitpunktbezogen. Sämtliche Lieferverträge enthalten Incoterms, wie DDP, DAP und EXW, die den Übergang der Kontrolle auf den Kunden regeln und somit den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung begründen. Das Zahlungsziel beträgt in der Regel bis zu 90 Tage. AGRANA erzielt mit 96,75 % (Vorjahr: 95,44 %) hauptsächlich Umsatzerlöse aus Eigenerzeugnissen. AGRANA erbringt Dienstleistungen von 0,21 % (Vorjahr: 0,30 %) sowie Handelswarenerlöse von 3,04 % (Vorjahr: 4,26 %) der Gesamtumsatzerlöse von untergeordneter Bedeutung.
Die Aufteilung nach geografischen Gebieten je Segment erfolgt auf Basis des Sitzes der Gesellschaft.
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | ||
| EU-27 | 697.607 | 585.598 |
| Europa nicht EU | 112.466 | 109.197 |
| Nordamerika | 436.539 | 337.420 |
| Südamerika | 41.585 | 32.661 |
| Asien | 107.254 | 115.664 |
| Afrika | 37.191 | 31.208 |
| Australien & Ozeanien | 49.289 | 39.332 |
| 1.481.931 | 1.251.080 | |
| Segment Stärke | ||
| EU-27 | 1.272.530 | 987.854 |
| Nordamerika | 21.285 | 22.553 |
| 1.293.815 | 1.010.407 | |
| Segment Zucker | ||
| EU-27 | 861.696 | 640.057 |
| 861.696 | 640.057 | |
| Summe | 3.637.442 | 2.901.544 |
28,7 % (Vorjahr: 29,8 %) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Kein Kunde trug mehr als 10 % zum Konzernumsatz bei (Vorjahr: ein Kunde mit 10,9 %).
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 236.416 | 99.051 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 2.348 | 2.069 |
Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 236.416 t€ (Vorjahr: 99.051 t€) resultierte aus dem Segment Zucker mit 173.193 t€ (Vorjahr: 90.205 t€), aus dem Segment Stärke mit 40.512 t€ (Vorjahr: –11.099 t€) und aus dem Segment Frucht mit 22.711 t€ (Vorjahr: 19.945 t€).
Die im Vorjahr gebildete Wertberichtigung von Halb- und Fertigprodukten im Segment Frucht von 1.118 t€ bedingt durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine wurde im aktuellen Geschäftsjahr um –381 t€ als Ergebnis aus Sondereinflüssen aufgelöst, da die Produkte an den Kunden geliefert werden konnten.
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Erträge aus | ||
| Kursgewinnen | 16.682 | 7.705 |
| Derivaten | 4.977 | 1.298 |
| Sondereinflüssen | 2.578 | 0 |
| der Auflösung von Forderungswertberichtigungen | 2.103 | 1.027 |
| Versicherungs- und Schadensersatzleistungen | 1.341 | 1.650 |
| Forschungsprämien | 1.102 | 1.268 |
| dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahmen der Finanzanlagen | 1.046 | 5.842 |
| Miet- und Pachtverträgen | 704 | 578 |
| Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation | 680 | 525 |
| Leistungen an Dritte | 93 | 108 |
| Übrige | 20.642 | 15.741 |
| Summe | 51.948 | 35.742 |
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen u. a. Erträge aus der Weiterverrechnung von Betriebsstoffen und Rohmaterial sowie Dienstleistungen.
Im Vorjahr durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine gebildete Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Segment Frucht wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von 965 t€ wieder aufgelöst, da die Kunden die Forderungen beglichen. Aus einem Reklamationsfall in Europa im Segment Frucht aus dem Geschäftsjahr 2020|21 wurden 712 t€ an Versicherungsentschädigungen und im Segment Zucker eine Rückerstattung in Bezug auf eine abgeschlossene Steuerprüfung in Rumänien von 901 t€ erfasst. Die sonstigen betrieblichen Erträge wiesen somit Erträge aus Sondereinflüssen in Höhe von 2.578 t€ aus.
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für | ||
| Rohstoffe | 1.897.913 | 1.409.546 |
| Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren | 888.963 | 685.405 |
| bezogene Leistungen | 86.201 | 74.368 |
| Summe | 2.873.077 | 2.169.319 |
| tf |
|---|
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 298.615 | 274.678 |
| Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung | ||
| und sonstiger Personalaufwand | 78.908 | 72.548 |
| Summe | 377.523 | 347.226 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 983 t€ (Vorjahr: 540 t€) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand sind im Personalaufwand enthalten.
Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden 21.167 t€ (Vorjahr: 20.345 t€) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.
Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 1.655 t€ (Vorjahr: 1.555 t€) im Geschäftsjahr 2022|23 erfasst.
Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente):
| Aufgliederung nach Personengruppen | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 5.877 | 5.863 |
| Angestellte | 2.755 | 2.736 |
| Lehrlinge | 98 | 92 |
| Summe | 8.730 | 8.691 |
| Aufgliederung nach Regionen | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Österreich | 2.364 | 2.356 |
| Ungarn | 410 | 417 |
| Rumänien | 516 | 491 |
| Restliche EU | 1.448 | 1.456 |
| EU-27 | 4.738 | 4.720 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 1.130 | 1.150 |
| Übriges Ausland | 2.862 | 2.821 |
| Summe | 8.730 | 8.691 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100 %):
| Aufgliederung nach Personengruppen | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 344 | 336 |
| Angestellte | 223 | 206 |
| Summe | 567 | 542 |
| Wert | Wert | |||
|---|---|---|---|---|
| t€ | Gesamt | Abschrei bungen |
minde rungen |
auf holungen |
| Geschäftsjahr 2022 23 | ||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.608 | 3.608 | 0 | 0 |
| Sachanlagen – erworben | 108.498 | 107.281 | 1.428 | –211 |
| Sachanlagen – geleast | 6.604 | 6.604 | 0 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis | 118.710 | 117.493 | 1.428 | –211 |
| Sondereinfluss | 91.085 | 0 | 91.085 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 209.795 | 117.493 | 92.513 | –211 |
| Geschäftsjahr 2021 22 | ||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.691 | 3.691 | 0 | 0 |
| Sachanlagen – erworben | 110.647 | 110.747 | 183 | –283 |
| Sachanlagen – geleast | 5.833 | 5.833 | 0 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis | 120.171 | 120.271 | 183 | –283 |
| Sondereinfluss | 56.828 | 0 | 56.828 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 176.999 | 120.271 | 57.011 | –283 |
Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t€ | Wert | Wert auf holungen |
|---|---|---|
| minde | ||
| rungen | ||
| Geschäftsjahr 2022 23 | ||
| Segment Frucht | 92.102 | –133 |
| Segment Stärke | 119 | 0 |
| Segment Zucker | 292 | –78 |
| Konzern | 92.513 | –211 |
| Geschäftsjahr 2021 22 | ||
| Segment Frucht | 56.828 | –37 |
| Segment Stärke | 27 | –111 |
| Segment Zucker | 156 | –135 |
| Konzern | 57.011 | –283 |
Wertminderungen im operativen Ergebnis im Segment Frucht betrafen die Stilllegung einer Produktionslinie in Ungarn und in den Segmenten Zucker und Stärke im Wesentlichen Aufwendungen für stillgelegte Vermögenswerte (Vorjahr: Aufwendungen für stillgelegte Vermögenswerte in den Segmenten Zucker und Stärke).
Beeinflusst vom weiter andauernden Krieg in der Ukraine und stark gestiegenen Kapitalkosten musste im Q2 2022|23 eine Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 88.252 t€ im Segment Frucht vorgenommen werden. Die gestiegenen Kapitalkosten und die daher durchgeführten Wertminderungstests der Sachanlagen resultierten ebenfalls im Q2 2022|23 in einer Wertminderung von 2.833 t€ in Südafrika und Indien. Der Sondereinfluss bei den Abschreibungen beläuft sich daher auf 91.085 t€ (Vorjahr: 56.828 t€).
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Vertriebs- und Frachtaufwendungen | 204.034 | 173.668 |
| Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung | 120.066 | 97.122 |
| Kursverluste | 16.840 | 7.776 |
| Sonstige Steuern | 11.848 | 6.368 |
| Werbeaufwendungen | 10.190 | 7.547 |
| Derivate | 8.854 | 1.809 |
| Miete, Leasing- und Pachtaufwand | 6.559 | 5.777 |
| Schadensfälle | 3.711 | 1.632 |
| Forschung und Entwicklung (extern) | 787 | 581 |
| Sondereinflüsse | 704 | 10.442 |
| Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 303 | 591 |
| Übrige | 14.260 | 14.836 |
| Summe | 398.156 | 328.149 |
Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 23.055 t€ (Vorjahr: 19.974 t€).
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten.
Sondereinflüsse im sonstigen betrieblichen Aufwand betrafen zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 704 t€ im Zusammenhang mit einem Reklamationsfall in Europa aus dem Geschäftsjahr 2020|21 im Segment Frucht (Vorjahr: 10.442 t€ Forderungswertberichtigungen und Fremdwährungsverluste durch den Ukraine-Krieg, Schadensfall im Segment Frucht sowie im Segment Zucker Forderungswertberichtigungen gegenüber Beta Pura GmbH).
Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer PwC Wirtschaftsprüfung GmbH betrugen 555 t€ (Vorjahr: 545 t€). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 527 t€ (Vorjahr: 485 t€), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 2 t€ (Vorjahr: 2 t€) sowie sonstige Leistungen von 26 t€ (Vorjahr: 58 t€).
Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 18.657 t€ (Vorjahr: 8.019 t€) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe und der AGRANA-STUDEN-Gruppe von 20.948 t€ sowie eine Wertminderung des an der Beta Pura GmbH gehaltenen Anteils von –2.291 t€.
| Note (9) 8.9. Finanzerträge |
||
|---|---|---|
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
| Zinserträge | 1.199 | 742 |
| Währungsgewinne | 24.748 | 14.838 |
| Erträge aus Beteiligungen | 29 | 34 |
| Gewinn aus Derivaten | 22.564 | 12.522 |
| Übrige finanzielle Erträge | 845 | 428 |
| Summe | 49.385 | 28.564 |
Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 594 | 322 |
| Segment Stärke | 43 | 26 |
| Segment Zucker | 562 | 394 |
| Summe | 1.199 | 742 |
| 8.10. Finanzaufwendungen | ||
|---|---|---|
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
| Zinsaufwendungen | 12.977 | 7.584 |
|---|---|---|
| Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 983 | 540 |
| Währungsverluste | 12.778 | 7.875 |
| Verlust aus Derivaten | 42.771 | 23.597 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.914 | 1.034 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | 4.504 | 4.033 |
| Summe | 75.927 | 44.663 |
Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 2.126 | 1.554 |
| Segment Stärke | 280 | 235 |
| Segment Zucker | 10.571 | 5.795 |
| Konzern | 12.977 | 7.584 |
Der Posten Zinsaufwendungen enthält Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.112 t€ (Vorjahr: 1.008 t€) sowie den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 153 t€ (Vorjahr: 76 t€).
Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Nettogewinn in Höhe von 11.971 t€ (Vorjahr: Nettogewinn 6.963 t€). Dieser setzte sich aus einem realisierten Gewinn von 9.264 t€ (Vorjahr: realisierter Gewinn 5.127 t€) und einem nicht realisierten Gewinn in Höhe von 2.707 t€ (Vorjahr: nicht realisierter Gewinn 1.836 t€) zusammen. Der Gewinn ist v. a. auf Fremdwährungsfinanzierungen in US-Dollar, mexikanischem Peso und tschechischer Krone zurückzuführen.
Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Effektive Steuern | 40.572 | 17.618 |
| davon Inland | 22.586 | 3.020 |
| davon Ausland | 17.986 | 14.598 |
| Latente Steuern | –3.537 | 3.248 |
| davon Inland | –1.419 | –2.599 |
| davon Ausland | –2.118 | 5.847 |
| Steueraufwand | 37.035 | 20.866 |
| davon Inland | 21.167 | 421 |
| davon Ausland | 15.868 | 20.445 |
Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern im Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | 6.083 | –2.706 |
| Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | –623 | –716 |
| Gesamte Veränderung aus latenter Steuer | 5.460 | –3.422 |
| davon erfolgswirksame Veränderungen | 3.537 | –3.248 |
| davon im sonstigen Ergebnis erfasst | 3.010 | –909 |
| davon aus Währungsumrechnung/Hochinflationsanpassung/Sonstige | –1.087 | 325 |
| davon Konsolidierungskreisänderung, erfolgsneutral | 0 | 410 |
Um den Betrag im sonstigen Ergebnis auf den Wert der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung überleiten zu können, müssen die Steuereffekte von Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen sowie derer anteiliger nicht beherrschender Anteile von in Summe 4.703 t€ zum sonstigen Ergebnis von 3.010 t€ gemäß obiger Tabelle hinzugerechnet werden.
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 61.718 | 8.633 |
| Österreichischer Steuersatz in % | 24,83 % | 25,00 % |
| Theoretischer Steueraufwand | 2.158 | |
| Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund | ||
| abweichender Steuersätze | –2.023 | –1.091 |
| Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche | ||
| Abzugsposten inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –6.168 | –3.579 |
| nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen | 21.504 | 10.871 |
| Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen | ||
| und steuerlicher Zurechnungen | 4.388 | 3.868 |
| Effekten aus sonstigen Steuern | 1.756 | 3.031 |
| Effekten aus Verlustvorträgen | 1.706 | 739 |
| aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen | 547 | 4.869 |
| Ertragsteuern | 37.035 | 20.866 |
| Effektive Steuerquote | 60,0 % | 241,7 % |
Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 24,83 %.
Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., AGRANA Research & Innovation Center GmbH und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.
Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.
Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 15.052 t€ (Vorjahr: 13.344 t€) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 59.296 t€ (Vorjahr: 52.487 t€). Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 54.748 t€ (Vorjahr: 47.845 t€) unbegrenzt vortragsfähig, 1.333 t€ (Vorjahr: 1.670 t€) verfallen zwischen einem und vier Jahren und 3.215 t€ (Vorjahr: 2.972 t€) verfallen zwischen fünf und sieben Jahren.
Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 14.046 t€ (Vorjahr: 6.335 t€).
Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 170.433 t€ (Vorjahr: 176.910 t€) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.
| 2022 23 | 2021 22 | |
|---|---|---|
| Konzernjahresergebnis, das den Aktionären | ||
| der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist t€ |
15.816 | –12.612 |
| Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war Stück |
62.488.976 | 62.488.976 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) € |
0,25 | –0,20 |
| Dividende je Aktie € |
0,901 | 0,75 |
Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2022|23 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 56.240 t€ (Vorjahr: 46.867 t€) ausgeschüttet.
Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.
Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben.
Es bestanden aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen in der Ukraine, in Russland und in Argentinien.
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.
Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelstand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.
Der Cashflow aus dem Ergebnis ist v.a. aufgrund der besseren operativen Performance im Vergleich zum Vorjahr höher und beträgt 282.343 t€ (Vorjahr: 207.225 t€), das entspricht 7,76 % (Vorjahr: 7,14 %) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses von –2.707 t€ (Vorjahr: nicht realisierte Währungsgewinne –1.836 t€), die zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigungen zu Forderungen –914 t€ (Vorjahr: 280 t€), zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten von 5.811 t€ (Vorjahr: 6.914 t€) sowie zahlungsunwirksame Sondereinflüsse von –7 t€ (Vorjahr: 11.158 t€). Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen Korrekturen des im Konzernergebnis enthaltenen Steueraufwandes und Zinsergebnisses aufgrund der separaten Darstellung der zahlungswirksamen Zinsen und Ertragsteuern. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital sowie zahlungswirksame Zinsen und Steuern führten zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 1.890 t€ (Vorjahr: 53.235 t€).
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen im Wesentlichen bedingt durch Investitionen in den Bereichen Energieeffizienz und Anlagenmodernisierungen um –12.218 t€ auf –89.236 t€ (Vorjahr: – 77.018 t€). Weiters führten eine Kaufpreiszahlung für das im Vorjahr erworbene Tochterunternehmen AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokio|Japan, von –1.216 t€ (Vorjahr: –3.630 t€) sowie Einzahlungen aus Anlagenabgängen von 1.430 t€ (Vorjahr: 7.897 t€) zu einem Cashflow aus Investitionstätigkeit von –88.994 t€ (Vorjahr: –72.624 t€).
Gezahlte Dividenden von –48.057 t€ (Vorjahr: –53.357 t€), die überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Dividende betreffen (Vorjahr: Kapitalerhöhungen einer Tochtergesellschaft durch nicht beherrschende Anteile von 1.800 t€, Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von –4.201 t€) sowie die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Mittelzu-/abflüsse der Finanzverbindlichkeiten führten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022|23 zu einem positiven Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 107.219 t€ (Vorjahr: positiver Cashflow 17.595 t€).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit:
| t€ Geschäftsjahr 2022 23 |
Buchwert 01.03.2022 |
Fristig- keiten änderung |
Mittel- zufluss (+)/ Mittel abfluss (–) |
Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver änderungen |
Buchwert 28.02.2023 |
|---|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | 174.000 | 0 | 235.000 | 0 | 409.000 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 21.972 | –4.882 | 0 | 0 | 17.090 |
| Darlehen | 159.073 | –50.000 | 0 | 39 | 109.112 |
| Leasingverbindlichkeiten | 22.699 | –6.755 | 0 | 11.722 | 27.666 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 377.744 | –61.637 | 235.000 | 11.761 | 562.868 |
| Schuldscheindarlehen | 7.000 | 0 | –7.000 | 0 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 4.882 | 4.882 | –4.882 | 0 | 4.882 |
| Syndizierte Kredite | 15.000 | 0 | 140.000 | 0 | 155.000 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 244.142 | 50.000 | –201.481 | –696 | 91.965 |
| Leasingverbindlichkeiten | 5.603 | 6.755 | –6.361 | –96 | 5.901 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 276.627 | 61.637 | –79.724 | –792 | 257.748 |
| t€ | Buchwert 01.03.2021 |
Fristig- keiten änderung |
Mittel- zufluss (+)/ Mittel abfluss (–) |
Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver änderungen |
Buchwert 28.02.2022 |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||||
| Schuldscheindarlehen | 181.000 | –7.000 | 0 | 0 | 174.000 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 26.854 | –4.882 | 0 | 0 | 21.972 |
| Darlehen | 262.383 | –100.000 | –3.543 | 233 | 159.073 |
| Leasingverbindlichkeiten | 23.400 | –6.558 | 0 | 5.857 | 22.699 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 493.637 | –118.440 | –3.543 | 6.090 | 377.744 |
| Schuldscheindarlehen | 0 | 7.000 | 0 | 0 | 7.000 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 4.882 | 4.882 | –4.882 | 0 | 4.882 |
| Syndizierte Kredite | 15.000 | 0 | 0 | 0 | 15.000 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 55.617 | 100.000 | 87.586 | 939 | 244.142 |
| Leasingverbindlichkeiten | 4.775 | 6.558 | –5.808 | 78 | 5.603 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 80.274 | 118.440 | 76.896 | 1.017 | 276.627 |
| Konzessionen, | |||
|---|---|---|---|
| Geschäfts-/ | Lizenzen | ||
| Firmen | und ähnliche | ||
| t€ | werte | Rechte | Summe |
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||
| Anschaffungskosten | |||
| Stand 01.03.2022 | 262.365 | 112.737 | 375.102 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | –52 | 2.042 | 1.990 |
| Zugänge | 0 | 1.773 | 1.773 |
| Umbuchungen | 0 | 349 | 349 |
| Abgänge | 0 | –2.465 | –2.465 |
| Zuschüsse | 0 | –31 | –31 |
| Stand 28.02.2023 | 262.313 | 114.405 | 376.718 |
| Abschreibungen | |||
| Stand 01.03.2022 | 75.394 | 95.154 | 170.548 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | 1.676 | 1.676 |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.608 | 3.608 |
| 88.252 | 1 | 88.253 | |
| Wertminderungen | |||
| Abgänge | 0 | –2.465 | |
| Stand 28.02.2023 Buchwert 28.02.2023 |
163.646 98.667 |
97.974 16.431 |
|
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||
| Anschaffungskosten | |||
| Stand 01.03.2021 | 261.892 | 104.628 | |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 2 | 3.052 | |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 471 | 3.731 | |
| Zugänge | 0 | 2.527 | |
| Umbuchungen | 0 | 768 | |
| Abgänge Stand 28.02.2022 |
0 262.365 |
–1.969 112.737 |
|
| Abschreibungen | |||
| Stand 01.03.2021 | 20.111 | 91.810 | |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | 1.584 | |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.691 | |
| Wertminderungen | 55.283 | 0 | |
| Umbuchungen | 0 | 38 | |
| Abgänge Stand 28.02.2022 |
0 75.394 |
–1.969 95.154 |
–2.465 261.620 115.098 366.520 3.054 4.202 2.527 768 –1.969 375.102 111.921 1.584 3.691 55.283 38 –1.969 170.548 |
Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte.
Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 1.773 t€ (Vorjahr: 2.527 t€) betrafen im Wesentlichen Software.
Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Frucht 97.061 t€ (Vorjahr: 185.365 t€) und auf das Segment Stärke 1.606 t€ (Vorjahr: 1.606 t€).
Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, definiert AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) als die jeweils kleinste Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte sind. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts-/Firmenwerten aggregiert AGRANA die CGUs auf die nächst höhere Ebene, auf der die Geschäfts-/Firmenwerte gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess gesteuert werden. Im AGRANA-Konzern sind zum 28. Februar 2023 als zahlungsmittelgenerierende Einheiten zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts- /Firmenwerten das Segment Frucht und das Segment Stärke definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten diesen beiden Einheiten zugeordnet werden.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts- /Firmenwert ist.
AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen vom Vorstand freigegebene und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene (vor Genehmigung) Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 2,0 % p.a. (28.02.2022 und 31.08.2022: 1,5 % p.a.) angenommen. Die Kapitalkosten (WACC1 ) sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU berechnet.
Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- und Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank von 2,48 % (28.02.2022: 0,42 %; 31.08.2022: 1,58 %) herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 6,5 % (28.02.2022: 8,0 %; 31.08.2022: 7,42 %) und einem Beta-Faktor, der sich aus einer segmentspezifischen Peer-Group ableitet, die jeweils acht Unternehmen (28.02.2022 und 31.08.2022: acht Unternehmen) umfasst. Sowohl das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,41 (28.02.2022: 1,16 ; 31.08.2022: 1,02) unterworfen.
Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, dem Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonitätszuschlag (Credit Spread) angesetzt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte und den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC):
| Geschäfts-/Firmenwert | WACC vor Steuer | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2023 | 28.02.2022 | 2022 23 | 2021 22 | ||
| Mio. € | Mio. € | % % |
|||
| CGU Frucht | 97 | 185 | 9,48 | 7,25 | |
| CGU Stärke | 2 | 2 | 8,76 | 7,09 | |
| Konzern | 99 | 187 | – – |
Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.
Die Werthaltigkeitstests werden aufgrund der Änderung des Planungsprozesses nunmehr regelmäßig zum Bilanzstichtag 28./29. Februar vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden sowohl zum 31. August 2022 als auch zum 28. Februar 2023 Werthaltigkeitstests durchgeführt. Die zum 31. August 2022 durchgeführte Werthaltigkeitsprüfung war wesentlich beeinflusst vom weiter andauernden Krieg in der Ukraine und stark gestiegenen Kapitalkosten (WACC vor Steuern zum 31.08.2022: 8,68 %). Diese Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts-/Firmenwertes wurde mit den aktuellsten, vom Aufsichtsrat genehmigten Planungsrechnungen vom Juli 2022 vorgenommen. Den Prognoseunsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine und der Volatilität der Märkte wurde durch Berücksichtigung alternativer Planungsszenarien begegnet. Die Planungsszenarien unterschieden sich im Wesentlichen in den Annahmen zum Umsatzwachstum und der Entwicklung der operative Marge bis zur Rentenphase. Die Einschätzungen zu den künftigen Geschäftsentwicklungen der Standorte Ukraine und Russland wurden ebenfalls in den Szenarien berücksichtigt und flossen mit unterschiedlich stark ausgeprägten Effekten der Kriegshandlungen auf das operative Geschäft – unter Annahme des Fortbestandes (Going Concern) der Gesellschaften in den beiden Ländern – in die Szenarien ein. In der CGU Frucht ergab sich daraus eine Wertminderung in Höhe von 88.252 t€ (Vorjahr: 55.283 t€). Zum 28. Februar 2023 ergab der Wertminderungstest der Geschäfts-/Firmenwerte keinen Wertminderungsbedarf. Weitere Details finden sich in Kapitel 7.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen.
Am Bilanzstichtag waren andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von untergeordneter Bedeutung für den AGRANA-Konzern enthalten.
| t€ | Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts ausstattung |
Anlagen in Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2022 23 Sachanlagen – erworben |
|||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2022 | 661.185 | 1.511.970 | 251.861 | 35.045 | 2.460.061 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 9.430 | 11.912 | 3.175 | 587 | 25.104 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | 8 | –37 | 18 | –11 |
| Zugänge | 9.102 | 30.883 | 10.025 | 39.422 | 89.432 |
| Umbuchungen | 7.968 | 21.653 | 1.252 | –31.222 | –349 |
| Abgänge | –5.197 | –12.001 | –6.226 | –7 | –23.431 |
| Zuschüsse | –98 | –1.597 | –5 | 0 | –1.700 |
| Stand 28.02.2023 | 682.390 | 1.562.828 | 260.045 | 43.843 | 2.549.106 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2022 | 378.502 | 1.086.703 | 202.033 | 370 | 1.667.608 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 4.843 | 6.928 | 2.826 | –1 | 14.596 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –2 | –95 | 0 | –97 |
| Laufende Abschreibungen | 17.250 | 75.155 | 14.876 | 0 | 107.281 |
| Wertminderungen | 1.540 | 2.107 | 164 | 19 | 3.830 |
| Umbuchungen | 5 | –5 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | –5.115 | –11.671 | –5.986 | 0 | –22.772 |
| Zuschreibungen | –9 | –69 | –133 | 0 | –211 |
| Stand 28.02.2023 | 397.016 | 1.159.146 | 213.685 | 388 | 1.770.235 |
| Buchwert 28.02.2023 | 285.374 | 403.682 | 46.360 | 43.455 | 778.871 |
| Grundstücke, | Andere Anlagen, | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| grundstücks | Technische | Betriebs-und | |||
| gleiche Rechte | Anlagen und | Geschäfts | Anlagen | ||
| t€ | und Bauten | Maschinen | ausstattung | in Bau | Summe |
| Geschäftsjahr 2022 23 Sachanlagen – geleast |
|||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2022 | 34.926 | 13.522 | 2.024 | 0 | 50.472 |
| Währungsdifferenzen | 72 | 204 | 5 | 0 | 281 |
| Zugänge | 7.860 | 3.493 | 358 | 0 | 11.711 |
| Umbuchungen | 99 | 0 | –99 | 0 | 0 |
| Abgänge | –411 | –676 | –274 | 0 | –1.361 |
| Stand 28.02.2023 | 42.546 | 16.543 | 2.014 | 0 | 61.103 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2022 | 10.115 | 3.582 | 1.060 | 0 | 14.757 |
| Währungsdifferenzen | 8 | 116 | –27 | 0 | 97 |
| Laufende Abschreibungen | 4.159 | 2.003 | 442 | 0 | 6.604 |
| Wertminderungen | 399 | 31 | 0 | 0 | 430 |
| Umbuchungen | 52 | 0 | –52 | 0 | 0 |
| Abgänge | –411 | –649 | –272 | 0 | –1.332 |
| Stand 28.02.2023 | 14.322 | 5.083 | 1.151 | 0 | 20.556 |
| Buchwert 28.02.2023 | 28.224 | 11.460 | 863 | 0 | 40.547 |
| Buchwert Sachanlagen 28.02.2023 | 313.598 | 415.142 | 47.223 | 43.455 | 819.418 |
| Grundstücke, | Andere Anlagen, | ||||
| grundstücks | Technische | Betriebs-und | |||
| gleiche Rechte | Anlagen und | Geschäfts | Anlagen | ||
| t€ | und Bauten | Maschinen | ausstattung | in Bau | Summe |
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||||
| Sachanlagen – erworben | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2021 | 648.800 | 1.471.310 | 242.039 | 27.826 | 2.389.975 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 6.413 | 9.370 | 929 | –132 | 16.580 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –1.579 | 211 | 663 | –705 |
| Zugänge | 4.889 | 33.602 | 13.104 | 24.228 | 75.823 |
| Umbuchungen | 4.543 | 10.327 | 1.684 | –17.438 | –884 |
| Abgänge | –3.238 | –9.933 | –5.869 | –102 | –19.142 |
| Zuschüsse | –222 | –1.127 | –237 | 0 | –1.586 |
| Stand 28.02.2022 | 661.185 | 1.511.970 | 251.861 | 35.045 | 2.460.061 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2021 | 360.135 | 1.014.076 | 191.372 | 280 | 1.565.863 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 1.560 | 5.084 | 745 | –4 | 7.385 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –1.089 | –100 | 0 | –1.189 |
| Laufende Abschreibungen | 17.254 | 78.102 | 15.391 | 0 | 110.747 |
| Wertminderungen | 1.398 | 35 | 154 | 141 | 1.728 |
| Umbuchungen | 28 | 5 | –71 | 0 | –38 |
| Abgänge | –1.852 | –9.295 | –5.458 | 0 | –16.605 |
| Zuschreibungen | –21 | –215 | 0 | –47 | –283 |
| Stand 28.02.2022 | 378.502 | 1.086.703 | 202.033 | 370 | 1.667.608 |
| Buchwert 28.02.2022 | 282.683 | 425.267 | 49.828 | 34.675 | 792.453 |
| t€ | Grundstücke, grundstücks gleiche Rechte und Bauten |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts ausstattung |
Anlagen in Bau |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||||
| Sachanlagen – geleast | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2021 | 31.568 | 9.638 | 2.054 | 2.306 | 45.566 |
| Währungsdifferenzen | 479 | 140 | 17 | 0 | 636 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 1.536 | 0 | 0 | 0 | 1.536 |
| Zugänge | 2.246 | 1.635 | 136 | 0 | 4.017 |
| Umbuchungen | 20 | 2.402 | 0 | –2.306 | 116 |
| Abgänge | –923 | –293 | –183 | 0 | –1.399 |
| Stand 28.2.2022 | 34.926 | 13.522 | 2.024 | 0 | 50.472 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2021 | 6.863 | 2.364 | 792 | 0 | 10.019 |
| Währungsdifferenzen | 141 | 51 | 4 | 0 | 196 |
| Laufende Abschreibungen | 3.940 | 1.446 | 447 | 0 | 5.833 |
| Abgänge | –829 | –279 | –183 | 0 | –1.291 |
| Stand 28.2.2022 | 10.115 | 3.582 | 1.060 | 0 | 14.757 |
| Buchwert 28.2.2022 | 24.811 | 9.940 | 964 | 0 | 35.715 |
| Buchwert Sachanlagen 28.2.2022 | 307.494 | 435.207 | 50.792 | 34.675 | 828.168 |
Die Zugänge von Sachanlagen je Segment stellten sich wie folgt dar:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 36.750 | 35.607 |
| Segment Stärke | 30.204 | 23.998 |
| Segment Zucker | 34.189 | 20.235 |
| Konzern | 101.143 | 79.840 |
Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben. Weiters sind in dieser Position die Effekte aus der Anwendung von IAS 29 (Hochinflation) enthalten.
Die Zuschüsse betrafen im Wesentlichen einen staatlichen Zuschuss für Unternehmen in der Lebensmittelindustrie in Ungarn, eine Investitionsförderung in Tschechien und COVID-19-Investitionsprämien in Österreich – alle im Segment Zucker.
Durch gestiegene Kapitalkosten aufgrund des weiter andauernden Krieges in der Ukraine wurden Wertminderungstests der Sachanlagen durchgeführt und resultierten im Q2 2022|23 in einer Wertminderung von 2.833 t€ in Südafrika und Indien im Segment Frucht und wurden als Sondereinfluss erfasst (Vorjahr: Sachanlagen des landwirtschaftlichen Betriebes der AGRANA Fruit Luka, Vinnitsa|Ukraine und Wertminderungen von bei Kunden in Kriegsgebieten befindlichen Behältern für Fertigprodukte von in Summe 1.545 t€ im Segment Frucht).
AGRANA setzt Leasing im Wesentlichen für langfristige Grund- und Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion ein.
Zum 28. Februar 2023 betrug der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz für den Ansatz von Leasingverpflichtungen 3,3 % (Vorjahr: 3,6 %).
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert im sonstigen betrieblichen Aufwand sowie Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten im Finanzergebnis stellten sich im Geschäftsjahr 2022|23 wie folgt dar:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 2.582 | 2.017 |
| Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert | 341 | 156 |
| Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | 1.112 | 1.008 |
| t€ Geschäftsjahr 2022 23 |
Nach der Equity Methode bilanzierte Gemeinschafts unternehmen |
Wertpapiere (langfristige Vermögens werte) |
Beteiligungen | Summe |
|---|---|---|---|---|
| Stand 01.03.2022 | 65.952 | 18.772 | 280 | 85.004 |
| Währungsdifferenzen | –1.081 | 0 | 0 | –1.081 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 20.948 | 0 | 0 | 20.948 |
| Zugänge | 2.291 | 0 | 0 | 2.291 |
| Wertminderungen | –2.291 | –1.156 | 0 | –3.447 |
| Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge | –11.500 | 0 | 0 | –11.500 |
| Sonstiges Ergebnis | –7.859 | –238 | 0 | –8.097 |
| Stand 28.02.2023 | 66.460 | 17.378 | 280 | 84.118 |
| Geschäftsjahr 2021 22 | ||||
| Stand 01.03.2021 | 72.118 | 19.416 | 1.683 | 93.217 |
| Währungsdifferenzen | –994 | 2 | 0 | –992 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 0 | 0 | –1.273 | –1.273 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 11.204 | 0 | 0 | 11.204 |
| Wertminderungen | –3.185 | –475 | –90 | –3.750 |
| Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge | –12.500 | –54 | –40 | –12.594 |
Stand 28.02.2022 65.952 18.772 280 85.004
Bedingt durch die Sanktionen gegen Russland ist der Großteil des benötigten Rohstoffes Betain Melasse für die Beta Pura GmbH derzeit nicht verfügbar. Aufgrund der damit einhergehenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Schwierigkeiten des Gemeinschaftsunternehmens hat die AGRANA Sales & Marketing GmbH als 50 %-Gesellschafterin mit der Beta Pura GmbH und der finanzierenden Bank, der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, eine aufschiebend bedingte Stundungs- und Restrukturierungsvereinbarung abgeschlossen, im Rahmen derer sie eine Garantie für 50 % der aushaftenden Kredite der Beta Pura GmbH mit einem Höchstbetrag von 13.367 t€ abgegeben und sich verpflichtet hat, der Beta Pura GmbH ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen in Höhe von 2.500 t€ zu gewähren. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses waren die aufschiebenden Bedingungen noch nicht erfüllt. Die Garantie wurde mit dem beizulegenden Zeitwert von 2.291 t€ als Finanzgarantie im Konzernabschluss erfasst. Darüber hinaus dient der von der AGRANA Sales & Marketing GmbH gehaltene Geschäftsanteil an der Beta Pura GmbH als Sicherstellung für die Kredite der Beta Pura GmbH. Der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH wurde im Geschäftsjahr 2022|23 um –2.291 t€ (Vorjahr: –3.185 t€) wertberichtigt.
Sonstiges Ergebnis –691 –117 0 –808
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen Positiver Marktwert Derivate |
471.495 16.005 |
398.509 18.117 |
|---|---|---|
| 10.535 | 8.032 | |
| Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe | 2.757 | 284 |
| Forderungen aus Zuschüssen | 1.263 | 1.369 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 45.844 | 34.532 |
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 547.899 | 460.843 |
| Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern | 69.397 | 61.217 |
| Vermögenswerte aus überdeckten Abfertigungsplänen | 75 | 0 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 8.642 | 7.241 |
| Geleistete Anzahlungen | 6.743 | 5.465 |
| Summe | 632.756 | 534.766 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 2.559 | 3.500 |
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.
Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 3.870 | 3.748 |
| Finanzanlagen (v.a. "Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) | 6.710 | 3.408 |
| Vorräte | 6.526 | 4.447 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 1.050 | 1.340 |
| Verlustvorträge | 2.934 | 3.378 |
| Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder | 3.717 | 4.248 |
| Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden | 18.456 | 14.847 |
| Summe aktive latente Steuern | 43.263 | 35.416 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen | ||
| gegenüber derselben Steuerbehörde | –23.446 | –21.682 |
| Saldierte aktive Steuerabgrenzung | 19.817 | 13.734 |
Die passiven latenten Steuern sind unter Note (26) erläutert.
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 391.358 | 296.906 |
| Fertige und unfertige Erzeugnisse | 789.923 | 546.207 |
| Waren | 28.738 | 20.954 |
| Summe | 1.210.019 | 864.067 |
Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 5.811 t€ (Vorjahr: 6.913 t€) vorgenommen, welche aus den Segmenten Frucht mit 4.011 t€ (Vorjahr: 1.681 t€), Stärke mit 445 t€ (Vorjahr: 2.617 t€) und Zucker mit 1.355 t€ (Vorjahr: 2.615 t€) resultierten. Die Wertminderungen waren auf gesunkene Nettoveräußerungswerte zum Bilanzstichtag zurückzuführen.
Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 113.531.275 € (Vorjahr: 113.531.275 €) und ist in 62.488.976 Stück (Vorjahr: 62.488.976 Stück) auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.
Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 128ff dargestellt.
Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen betragen am Bilanzstichtag 540.759.998 € (Vorjahr: 540.759.998 €).
Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für Eigenkapitalinstrumente, die Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges), die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Rücklagen für Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassungen (davon Argentinien Gewinn von 5.061 t€ und Türkei Gewinn von 2.119 t€) sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.
Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch um eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:
| 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|
| 1.256.569 | 1.281.542 |
| 3.003.075 | 2.643.630 |
| 41,8 % | 48,5 % |
| 532.006 | |
| 41,5 % | |
| 684.895 54,5 % |
Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.
Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.
Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für | ||
| Pensionen | 26.710 | 25.404 |
| Abfertigungen | 26.825 | 33.444 |
| Übrige | 47.904 | 48.392 |
| Summe | 101.439 | 107.240 |
Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.
Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrundegelegt:
| % | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Lohn-/Gehaltstrend | ||
| Inland/Europa | 4,00 – 9,04 | 3,36 |
| Mexiko/Südkorea | 6,00 / 3,00 | 6,00 / 4,00 |
| Rententrend | ||
| Inland/Europa | 4,00 – 9,04 | 1,90 |
| Mexiko | 6,00 | 6,00 |
| Zinssatz | ||
| Inland/Europa | 4,25 | 1,65 |
| Mexiko/Südkorea | 9,00 / 5,30 | 8,25 / 2,70 |
Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 4,25 % (Vorjahr: 1,65 %) zugrundegelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht.
Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen, wie die Mitarbeiterfluktuation, in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln "AVÖ 2018- P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.
Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.
Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Pensionspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 41.857 | 41.813 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –15.147 | –16.409 |
| Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) | 26.710 | 25.404 |
| Abfertigungspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 28.802 | 35.542 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –2.052 | –2.098 |
| Nettoschuld aus der leistungsorientierten Verpflichtung | 26.750 | 33.444 |
| davon Vermögenswerte aus überdeckten Abfertigungsplänen | –75 | 0 |
| davon Rückstellung für Abfertigungen | 26.825 | 33.444 |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:
In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 24.679 t€ (Vorjahr: 25.721 t€) steht ein Planvermögen von 14.760 t€ (Vorjahr: 16.056 t€) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen dieses Anhangs verwiesen.
Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 13.451 t€ (Vorjahr: 12.508 t€), der Österreichischen Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. in Höhe von 593 t€ (Vorjahr: 620 t€), der AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 1.490 t€ (Vorjahr: 1.473 t€) und der AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 159 t€ (Vorjahr: 184 t€). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 135 t€ (Vorjahr: 139 t€) gegenüber.
Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpflichtung von 365 t€ (Vorjahr: 470 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 169 t€ (Vorjahr: 155 t€) gegenüber.
In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestand einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 1.120 t€ (Vorjahr: 837 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 83 t€ (Vorjahr: 59 t€) gegenüber.
Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:
| t€ | Barwert der Ver pflichtung |
Marktwert Plan vermögen |
Rückstellung für Pensionen |
|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||
| Stand 01.03.2022 | 41.813 | –16.409 | 25.404 |
| Dienstzeitaufwand | 78 | 0 | 78 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 719 | –269 | 450 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 9 | 9 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Pensionsaufwand netto) | 797 | –260 | 537 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 691 | 691 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | 725 | 0 | 725 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 1.367 | 0 | 1.367 |
| Währungsdifferenzen | 174 | –12 | 162 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 2.266 | 679 | 2.945 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.019 | 1.015 | –2.004 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –172 | –172 |
| Sonstige Veränderungen | –3.019 | 843 | –2.176 |
| Stand 28.02.2023 | 41.857 | –15.147 | 26.710 |
| Barwert | Marktwert | Rückstellung | |
|---|---|---|---|
| der Ver | Plan | für | |
| t€ | pflichtung | vermögen | Pensionen |
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||
| Stand 01.03.2021 | 46.405 | –16.281 | 30.124 |
| Dienstzeitaufwand | 216 | 0 | 216 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 385 | –125 | 260 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 20 | 20 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Pensionsaufwand netto) | 601 | –105 | 496 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | –526 | –526 |
| der Änderung demografischer Annahmen | 17 | 0 | 17 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –3.004 | 0 | –3.004 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 631 | 0 | 631 |
| Währungsdifferenzen | 86 | –8 | 78 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | –2.270 | –534 | –2.804 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.923 | 885 | –2.038 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –374 | –374 |
| Sonstige Veränderungen | –2.923 | 511 | –2.412 |
| Stand 28.02.2022 | 41.813 | –16.409 | 25.404 |
Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:
Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 26.039 t€ (Vorjahr: 32.333 t€).
In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 187 t€ (Vorjahr: 218 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert. In Rumänien bestehen Abfertigungsverpflichtungen im Falle des Pensionsantrittes in Höhe von drei Monatsbezügen. Der Rückstellungswert beläuft sich auf 195 t€ (Vorjahr: 176 t€).
In Mexiko bestehen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens 15-jähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, bei Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Planvermögen in Höhe von 3 t€ (Vorjahr: 2 t€) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 407 t€ (Vorjahr: 265 t€).
Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 1.974 t€ (Vorjahr: 2.550 t€) und ein Planvermögen von 2.049 t€ (Vorjahr: 2.096 t€) aus und ist somit mit 75 t€ überdeckt.
Die Nettoschuld für Abfertigungsverpflichtungen entwickelte sich wie folgt:
| Barwert | Marktwert | Nettoschuld | |
|---|---|---|---|
| t€ | der Ver pflichtung |
Plan vermögen |
Abfertigungs verpflichtungen |
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||
| Stand 01.03.2022 | 35.542 | –2.098 | 33.444 |
| Dienstzeitaufwand | 1.543 | 0 | 1.543 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 598 | –65 | 533 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 5 | 5 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Abfertigungsaufwand netto) | 2.141 | –60 | 2.081 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 33 | 33 |
| der Änderung demografischer Annahmen | –20 | 0 | –20 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –4.463 | 0 | –4.463 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | –1.244 | 0 | –1.244 |
| Währungsdifferenzen | –76 | 83 | 7 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | –5.803 | 116 | –5.687 |
| Transfers | –120 | 0 | –120 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.958 | 275 | –2.683 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –285 | –285 |
| Sonstige Veränderungen | –3.078 | –10 | –3.088 |
| Stand 28.02.2023 | 28.802 | –2.052 | 26.750 |
| Barwert | Marktwert | Nettoschuld | |
|---|---|---|---|
| der Ver | Plan | Abfertigungs | |
| t€ | pflichtung | vermögen | verpflichtungen |
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||
| Stand 01.03.2021 | 39.606 | –1.944 | 37.662 |
| Dienstzeitaufwand | 1.711 | 0 | 1.711 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | –247 | 0 | 0 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 320 | –40 | 280 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 5 | 5 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Abfertigungsaufwand netto) | 1.784 | –35 | 1.749 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 27 | 27 |
| der Änderung demografischer Annahmen | –18 | 0 | –18 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –1.338 | 0 | –1.338 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | –587 | 0 | –587 |
| Währungsdifferenzen | 66 | –29 | 37 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | –1.877 | –2 | –1.879 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.971 | 180 | –3.791 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –297 | –297 |
| Sonstige Veränderungen | –3.971 | –117 | –4.088 |
| Stand 28.02.2022 | 35.542 | –2.098 | 33.444 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf 2.755 t€ (Vorjahr: Gewinne 4.659 t€). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Berichtigungen, Veränderungen der Steigerungsannahmen für Pensionsbemessungsgrundlage und künftige Gehälter, der Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters und Fluktuationsannahmen. Bis zum 28. Februar 2023 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –39.990 t€ (Vorjahr: –42.745 t€) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.
Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien.
Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:
| % | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Festverzinsliche Wertpapiere | 30,08 % | 35,93 % |
| Eigenkapitaltitel | 33,68 % | 39,13 % |
| Immobilien | 5,80 % | 4,86 % |
| Sonstige | 30,44 % | 20,08 % |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen von Inflationsraten.
Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungszinssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungszinssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungszinssatz beeinflusst.
Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.
Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 28. Februar 2023 9,91 Jahre (Vorjahr: 10,88 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 7,24 Jahre (Vorjahr: 8,39 Jahre).
Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 3.600 t€ (Vorjahr: 1.146 t€) betragen.
In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:
| t€ | Pension | Abfertigung |
|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2023 24 | 3.221 | 3.841 |
| Geschäftsjahr 2024 25 | 3.086 | 2.413 |
| Geschäftsjahr 2025 26 | 3.005 | 2.930 |
| Geschäftsjahr 2026 27 | 2.913 | 2.106 |
| Geschäftsjahr 2027 28 | 2.836 | 2.023 |
| Geschäftsjahr 2028 29 bis 2032 33 | 13.755 | 16.714 |
| Summe | 28.816 | 30.027 |
| t€ | Personal aufwendungen inklusive Jubiläums geld |
Ungewisse Verbindlich keiten |
Summe | |
|---|---|---|---|---|
| Rekultivierung | ||||
| Geschäftsjahr 2022 23 | ||||
| Stand 01.03.2022 | 12.047 | 16.548 | 19.797 | 48.392 |
| Währungsdifferenzen | 171 | –39 | –33 | 99 |
| Verbrauch | –211 | –2.590 | –11.169 | –13.970 |
| Auflösungen | –254 | –969 | –3.359 | –4.582 |
| Zuführungen | 1.117 | 2.195 | 14.653 | 17.965 |
| Stand 28.02.2023 | 12.870 | 15.145 | 19.889 | 47.904 |
| davon innerhalb von 1 Jahr | 1.498 | 1.828 | 16.190 | 19.516 |
Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten beispielsweise Rückstellungen für Drohverluste mit 4.598 t€ (Vorjahr: 8.015 t€), Prozessrisiken mit 2.453 t€ (Vorjahr: 2.523 t€) und Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung mit 1.075 t€ (Vorjahr: 1.153 t€).
Einen großen Teil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 28.388 t€ (Vorjahr: 29.364 t€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 10.791 t€ (Vorjahr: 12.244 t€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam. Für Rückstellungen für Altersteilzeit von 30 t€ (Vorjahr: 445 t€) wird innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre mit einem Mittelabfluss gerechnet. Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 11.372 t€ (Vorjahr: 11.841 t€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.
| 1 | 1 |
|---|---|
| te | |
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 787.049 | 626.069 |
| Leasingverbindlichkeiten | 33.567 | 28.302 |
| Finanzverbindlichkeiten | 820.616 | 654.371 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 562.868 | 377.744 |
Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 11.1 bis 11.4.
Die zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeit:
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Leasingverbindlichkeiten langfristig | 27.666 | 22.699 |
| Leasingverbindlichkeiten kurzfristig | 5.901 | 5.603 |
Zum Bilanzstichtag wurden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Pfandrechten besichert. Die Pfandrechte betreffen die Besicherung eines Exportförderungskredites mit Exportforderungen in Österreich und Darlehen in Algerien mit Betriebsvermögen (z.B. Maschinen). Die zugrunde liegenden Buchwerte belaufen sich auf 11.478 t€ (Vorjahr: 9.082 t€).
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 586.991 | 440.130 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | ||
| der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen | 34.026 | 33.180 |
| Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Beteiligungen | ||
| der Südzucker-Gruppe | 19.733 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen | 5.526 | 4.060 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 35.420 | 11.326 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 79.160 | 72.160 |
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 760.856 | 560.856 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 3.741 | 3.729 |
| Erhaltene Vorauszahlungen | 1.834 | 1.480 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 16.058 | 13.652 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 10.651 | 9.556 |
| Summe | 793.140 | 589.273 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 6.670 | 5.363 |
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 177.533 t€ (Vorjahr: 63.884 t€) ausgewiesen.
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u.a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.
Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Passive latente Steuern | ||
| Anlagevermögen | 19.628 | 19.807 |
| Vorräte | 325 | 147 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 5.966 | 3.625 |
| Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen | 1.269 | 1.341 |
| Rückstellungen und sonstige Schulden | 3.099 | 2.980 |
| Summe passive latente Steuern | 30.287 | 27.900 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen | ||
| gegenüber derselben Steuerbehörde | –23.446 | –21.682 |
| Saldierte passive Steuerabgrenzung | 6.841 | 6.218 |
Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.
Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.
Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.
In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.
| Durch | davon Restlaufzeit | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| schnittlicher | Stand | ||||
| Effektiv | Bilanz | Bis | 1 bis | Über | |
| zinssatz | stichtag | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | |
| % | t€ | t€ | t€ | t€ | |
| 28.02.2023 | |||||
| Fixer Zinssatz | |||||
| CNY | 4,53 | 665 | 665 | 0 | 0 |
| DZD | 6,96 | 4.749 | 3.742 | 1.007 | 0 |
| EUR | 1,56 | 334.574 | 55.639 | 273.852 | 5.083 |
| 1,64 | 339.988 | 60.046 | 274.859 | 5.083 | |
| Variabler Zinssatz | |||||
| CNY | 3,60 | 1.989 | 1.989 | 0 | 0 |
| EGP | 19,46 | 991 | 991 | 0 | 0 |
| EUR | 3,56 | 439.216 | 183.956 | 226.260 | 29.000 |
| INR | 12,00 | 122 | 122 | 0 | 0 |
| KRW | 4,99 | 3.808 | 3.808 | 0 | 0 |
| TRY | 26,00 | 658 | 658 | 0 | 0 |
| ZAR | 10,75 | 277 | 277 | 0 | 0 |
| 3,64 | 447.061 | 191.801 | 226.260 | 29.000 | |
| Summe | 2,78 | 787.049 | 251.847 | 501.119 | 34.083 |
| Durch | davon Restlaufzeit | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| schnittlicher Effektiv zinssatz % |
Stand Bilanz stichtag t€ |
Bis 1 Jahr t€ |
1 bis 5 Jahre t€ |
Über 5 Jahre t€ |
|
| 28.02.2022 | |||||
| Fixer Zinssatz | |||||
| CNY | 4,69 | 4.105 | 3.412 | 693 | 0 |
| DZD | 7,18 | 3.307 | 2.957 | 350 | 0 |
| EUR | 1,20 | 355.550 | 62.648 | 263.060 | 29.842 |
| 1,23 | 362.962 | 69.017 | 264.103 | 29.842 | |
| Variabler Zinssatz | |||||
| CNY | 4,59 | 5.133 | 5.133 | 0 | 0 |
| EGP | 7,50 | 758 | 758 | 0 | 0 |
| EUR | 0,23 | 253.916 | 192.816 | 42.000 | 19.100 |
| KRW | 2,83 | 2.987 | 2.987 | 0 | 0 |
| TRY | 23,25 | 215 | 215 | 0 | 0 |
| USD | 2,25 | 97 | 97 | 0 | 0 |
| ZAR | 9,00 | 1 | 1 | 0 | 0 |
| 0,39 | 263.107 | 202.007 | 42.000 | 19.100 | |
| Summe | 0,91 | 626.069 | 271.024 | 306.103 | 48.942 |
Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 787.049 t€ (Vorjahr: 626.069 t€).
Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz der in Anspruch genommenen Finanzierungen beträgt 2,78 % (Vorjahr: 0,91 %) bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 2,4 Jahren (Vorjahr: 2,2 Jahren). Die Kreditlinien belaufen sich auf 1.152.380 t€ (Vorjahr: 1.085.955 t€). Die durchschnittliche Restlaufzeit der Kreditlinien beträgt 2,3 Jahre (Vorjahr: 1,3 Jahre).
Die Refinanzierung der AGRANA-Gruppe setzt sich im Wesentlichen aus zwei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 400.000 t€ (Vorjahr: 400.000 t€) und Schuldscheindarlehen über 409.000 t€ (Vorjahr: 181.000 t€) zusammen. Die übrigen Refinanzierungen betreffen bilaterale Kreditlinien.
Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 339.988 t€ (Vorjahr: 362.962 t€). Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 11.478 t€ (Vorjahr: 9.082 t€) durch sonstige Pfandrechte gesichert, siehe Note (24).
Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einen Anstieg um 14.750 t€ auf 118.343 t€.
Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff- und Energiepreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:
Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen, Rohstofffutures oder Energieswaps verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.
Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:
| Positive | Negative | Netto | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Kauf | Verkauf | Nominale | Marktwerte | Marktwerte | marktwerte |
| t€ | t€ | t€ | t€ | ||
| 28.02.2023 | |||||
| AUD | EUR | 4.835 | 0 | –65 | –65 |
| CZK | EUR | 510 | 1 | 0 | 1 |
| EUR | AUD | 11.772 | 139 | –1 | 138 |
| EUR | CZK | 83.142 | 0 | –3.872 | –3.872 |
| EUR | GBP | 736 | 0 | –6 | –6 |
| EUR | HUF | 27.948 | 0 | –2.117 | –2.117 |
| EUR | INR | 716 | 17 | 0 | 17 |
| EUR | JPY | 3.868 | 54 | 0 | 54 |
| EUR | MXN | 28.902 | 0 | –1.679 | –1.679 |
| EUR | PLN | 36.597 | 0 | –374 | –374 |
| EUR | RON | 115.279 | 6 | –2.350 | –2.344 |
| EUR | USD | 176.121 | 2.581 | –335 | 2.246 |
| EUR | ZAR | 2.581 | 204 | 0 | 204 |
| HUF | EUR | 5.735 | 302 | 0 | 302 |
| MXN | EUR | 15.197 | 351 | 0 | 351 |
| PLN | EUR | 47.917 | 557 | –1 | 556 |
| RON | EUR | 47.242 | 954 | 0 | 954 |
| USD | EUR | 92.040 | 671 | –336 | 335 |
| Zwischensumme | |||||
| Devisentermingeschäfte | 701.138 | 5.837 | –11.136 | –5.299 | |
| Zinsswaps | 128.500 | 4.619 | 0 | 4.619 | |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 208.119 | 76 | –7.243 | –7.167 | |
| Energieswaps | 52.743 | 3 | –17.041 | –17.038 | |
| Summe | 1.090.500 | 10.535 | –35.420 | –24.885 |
| Positive | Negative | Netto | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kauf | Verkauf | Nominale | Marktwerte | Marktwerte | marktwerte | |
| t€ | t€ | t€ | t€ | |||
| 28.02.2022 | ||||||
| AUD | EUR | 2.837 | 60 | 0 | 60 | |
| CZK | EUR | 15.957 | 0 | –335 | –335 | |
| EUR | AUD | 3.723 | 0 | –46 | –46 | |
| EUR | CZK | 45.157 | 231 | –684 | –453 | |
| EUR | GBP | 552 | 0 | –3 | –3 | |
| EUR | HUF | 14.534 | 244 | –27 | 217 | |
| EUR | INR | 1.234 | 0 | –28 | –28 | |
| EUR | JPY | 1.349 | 0 | –3 | –3 | |
| EUR | MXN | 18.497 | 0 | –1.088 | –1.088 | |
| EUR | PLN | 13.610 | 247 | 0 | 247 | |
| EUR | RON | 108.741 | 0 | –1.396 | –1.396 | |
| EUR | RUB | 320 | 110 | 0 | 110 | |
| EUR | USD | 124.264 | 2 | –1.688 | –1.686 | |
| EUR | ZAR | 2.456 | 0 | –119 | –119 | |
| HUF | EUR | 2.169 | 0 | –14 | –14 | |
| MXN | EUR | 10.978 | 137 | 0 | 137 | |
| PLN | EUR | 32.100 | 175 | –244 | –69 | |
| RON | EUR | 53.864 | 686 | 0 | 686 | |
| USD | EUR | 40.323 | 1.888 | 0 | 1.888 | |
| USD | RON | 9.104 | 102 | 0 | 102 | |
| Zwischensumme | ||||||
| Devisentermingeschäfte | 501.769 | 3.882 | –5.675 | –1.793 | ||
| Zinsswaps | 76.000 | 382 | –272 | 110 | ||
| Zuckerfutures | 12.196 | 257 | 0 | 257 | ||
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 132.619 | 3.511 | 0 | 3.511 | ||
| Ethanol-Termingeschäfte | 16.687 | 0 | –5.379 | –5.379 | ||
| Summe | 739.271 | 8.032 | –11.326 | –3.294 |
Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr, die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren und die Energiederivate von einem bis zu vier Jahren ab.
Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.
Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.
Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden und in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms in den Umsatzerlösen (Verkaufstransaktionen) bzw. im Materialaufwand (Einkaufstransaktionen) sowie im Finanzergebnis (Zinsswaps) erfolgswirksam zu erfassen.
Die Buchwerte entsprechen den Marktwerten. Die im Rahmen einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft bilanzierten Derivate werden in der folgenden Tabelle angegeben:
| 28.02.2023 | 28.02.2022 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Marktwert | Marktwert | ||||
| t€ | Positiv | Negativ | Positiv | Negativ | |
| Devisentermingeschäfte | 164 | –1.012 | 1.743 | –560 | |
| Zinsswaps | 4.619 | 0 | 382 | –272 | |
| Zuckerfutures | 0 | 0 | 257 | 0 | |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 0 | –7.243 | 3.486 | 0 | |
| Energieswaps | 3 | –17.041 | 0 | 0 | |
| Ethanol-Termingeschäfte | 0 | 0 | 0 | –5.379 | |
| Summe | 4.786 | –25.296 | 5.868 | –6.211 |
Die Sicherungsbeziehungen betreffen die Absicherung des Preisrisikos beim Rohzuckereinkauf, Zuckerverkauf, Weizenund Maiseinkauf, Verkauf von Mais betreffend Wachsmais-Derivate, Verkauf von Ethanol sowie Einkäufe von Gas, Heizöl Extra Leicht (HEL) und Strom. Im Rahmen der Risikomanagementstrategie sollen Absicherungen durch den Abschluss von Futures und OTC (over the counter) Swaps derart erfolgen, dass ein bestimmter Prozentsatz der geplanten Mengen abgesichert wird. Ziel der Risikomanagementstrategie ist es, den Preis von zukünftigen Ein- bzw. Verkäufen durch den Abschluss von entsprechenden Future-Kontrakten und OTC Swaps frühzeitig zu fixieren. Im Zuge von Absicherungen des Preisrisikos werden Transaktionen in US-Dollar gegen Veränderungen der Wechselkurse mittels Devisentermingeschäften abgesichert.
Zur Absicherung des Zinsrisikos bestehen Zinsswaps, die in einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft stehen. Als Grundgeschäft gelten die künftigen Zahlungsströme von Finanzverbindlichkeiten, die variabel zum 3-Monats-EURIBOR verzinst werden. Die Absicherung der variablen künftigen Zinszahlungen aus der Finanzverbindlichkeit führt zur Reduktion volatiler Bewertungsbestandteile in der Gewinn- und Verlustrechnung und steigert die Planungs- und Prognosequalität. Risikomanagementziel ist daher die Absicherung gegen das Risiko von Schwankungen von variablen Zahlungsströmen.
Für das Geschäftsjahr 2022|23 wurden –18.073 t€ (Vorjahr: 656 t€) vor Steuern und 3.241 t€ (Vorjahr: –131 t€) Steuern für Wertänderungen von Derivaten mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft im sonstigen Ergebnis erfasst. Es waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Verluste von 2.211 t€ (Vorjahr: 0 t€) aus Ineffektivitäten zu erfassen. Derivatergebnisse bereits realisierter Grundgeschäfte von 828 t€ wurden von der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Marktwerte der Derivate verblieben in der Bilanz bis zu deren Realisierung.
In der folgenden Tabelle sind die Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft mit dem Nominalvolumen und den durchschnittlichen Preisen und Zinssätzen gemäß ihrer Fälligkeit dargestellt:
| 28.02.2023 | 28.02.2022 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit | Fälligkeit | |||||||
| Bis | 1 bis | Über | Bis | 1 bis | Über | |||
| 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | |||
| Devisentermingeschäfte (USD) | ||||||||
| Nominalbetrag | t€ | 6.209 | 0 | 0 | 46.242 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | USD | 1,045 | 0 | 0 | 1,167 | 0 | 0 | |
| Devisentermingeschäfte (RON) | ||||||||
| Nominalbetrag | t€ | 0 | 0 | 0 | 13.059 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | RON | 0 | 0 | 0 | 1,587 | 0 | 0 | |
| Devisentermingeschäfte (HUF) | ||||||||
| Nominalbetrag | t€ | 0 | 0 | 0 | 7.045 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | HUF | 0 | 0 | 0 | 365,354 | 0 | 0 | |
| Devisentermingeschäfte (CZK) | ||||||||
| Nominalbetrag | t€ | 15.385 | 0 | 0 | 7.332 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | CZK | 25,361 | 0 | 0 | 25,880 | 0 | 0 | |
| Zinsswaps | ||||||||
| Nominalbetrag | t€ | 0 | 101.000 | 27.500 | 50.000 | 26.000 | 0 | |
| Ø Zinssatz | % | 0 | 1,477 | 2,640 | 0,245 | –0,460 | 0 | |
| Zuckerfutures | ||||||||
| Volumen | Tonnen | 0 | 0 | 0 | 35.003 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | € je Tonne | 0 | 0 | 0 | 17,330 | 0 | 0 | |
| Weizen- und | ||||||||
| Maistermingeschäfte | ||||||||
| Volumen | Tonnen | 152.750 | 0 | 0 | 21.800 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | € je Tonne | 321,565 | 0 | 0 | 158,558 | 0 | 0 | |
| Ethanol-Termingeschäfte | ||||||||
| Volumen | Tonnen | 0 | 0 | 0 | 17.100 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | € je Tonne | 0 | 0 | 0 | 661,289 | 0 | 0 | |
| Gasswaps | ||||||||
| Volumen | MWh | 352.925 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | € je MwH | 85,606 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Heizöl Extra Leicht-Swaps | ||||||||
| Volumen | Tonnen | 42.524 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | € je Tonne | 827,557 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stromswaps | ||||||||
| Volumen | MWh | 625 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Ø abgesicherter Preis | € je MwH | 292,680 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, die in keiner Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen als auch von Materialaufwendungen.
Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buch | 0 bis | 4 bis | 7 bis | 1 bis | 2 bis | 3 bis | 4 bis | Über | ||
| t€ | wert | Summe | 3 M | 6 M | 12 M | 2 J | 3 J | 4 J | 5 J | 5 J |
| 28.02.2023 | ||||||||||
| Devisentermingeschäfte | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 5.837 | 5.837 | 5.595 | 178 | 64 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –11.136 | –11.136 | –10.303 | –493 | –340 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 4.619 | 28 | 143 | 143 | 286 | 122 | –206 | –206 | –173 | –81 |
| Negative Marktwerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 76 | 76 | 25 | 51 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –7.243 | –7.243 | –3.895 | 0 | –3.348 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Energiederivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 3 | 3 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –17.041 | –17.041 | –1.551 | –654 | –12.453 | –637 | –943 | –803 | 0 | 0 |
| Summe | –24.885 | –29.476 | –9.985 | –774 | –15.790 | –515 | –1.149 | –1.009 | –173 | –81 |
| 28.02.2022 | ||||||||||
| Devisentermingeschäfte | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 3.882 | 3.882 | 3.624 | 145 | 113 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –5.675 | –5.675 | –5.301 | –257 | –117 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 382 | 60 | 6 | 6 | 12 | 25 | 11 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –272 | –331 | –103 | –103 | –125 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 3.768 | 3.768 | 3.517 | 25 | 226 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –5.379 | –5.379 | –5.379 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | –3.294 | –3.675 | –3.636 | –184 | 109 | 25 | 11 | 0 | 0 | 0 |
Der Marktwert der am 28. Februar 2023 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen halben Prozentpunkt sowie bei einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 % und bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität):
| Nominale | Sensitivität (+) | Sensitivität (–) | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 | 28.02.2023 | 28.02.2022 | 28.02.2023 | 28.02.2022 | |
| Devisentermingeschäfte | 701.138 | 501.769 | –22.039 | –25.980 | 18.032 | 21.257 | |
| Zinsderivate | 128.500 | 76.000 | 3.295 | 546 | –2.293 | –546 | |
| Rohstoffderivate | 208.119 | 161.502 | 4.393 | –1.335 | –4.393 | –1.843 | |
| Energiederivate | 52.743 | – | 4.854 | – | –4.854 | – |
Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um 7.579 t€ (Vorjahr: –6.347 t€) bzw. um –7.157 t€ (Vorjahr: 2.788 t€) und das Ergebnis vor Ertragsteuern um –19.340 t€ (Vorjahr: –18.528 t€) bzw. um 15.786 t€ (Vorjahr: 15.248 t€) verändert.
Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.
Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt.
Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:
Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der Europäischen Zentralbank (im Folgenden kurz: EZB) bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten Geldmarktzinssätze in den für AGRANA relevanten Währungen.
Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen Swap-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen.
Zur Absicherung von Preisrisiken im Rahmen der Energiebeschaffung werden bei Bankinstituten OTC Swaps abgeschlossen. Diese sind dem Level 2 zuzuordnen. Die beizulegenden Zeitwerte werden über Börsenpreise zum Stichtag ermittelt und einer gesonderten Bestätigung der Bankinstitute entnommen.
Bei der Bemessung der beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Level 2 werden die in den bestehenden Finanzierungsverträgen vereinbarten Konditionen, wie Restlaufzeit und Zinssatz, mit den am Bilanzstichtag verfügbaren aktuellen Marktkonditionen für neue Finanzierungen bei gleicher Restlaufzeit verglichen. Die Zinsdifferenz aus dem Vergleich führt zu dem Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert.
Die nachfolgende Tabelle enthält keine Angaben zu den beizulegenden Zeitwerten von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Dies trifft insbesondere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aufgrund der kurzen Laufzeit zu.
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Erfolgs wirksam zum beizulegen den Zeit wert über die Gewinn und Verlust rechnung |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs instrumente) |
Zu fortge führten An schaffungs kosten bewertet |
Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe | |||
| 28.02.2023 | ||||||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
||||||||||||
| Wertpapiere | ||||||||||||
| (langfristig gehalten) | 11.473 | 5.905 | – | – | 17.378 | 10.583 | – | 6.795 | 17.378 | |||
| Beteiligungen | ||||||||||||
| (langfristig gehalten) | – | 280 | – | – | 280 | – | – | 280 | 280 | |||
| Derivative finanzielle | ||||||||||||
| Vermögenswerte | 5.749 | – | 4.786 | – | 10.535 | 76 | 10.459 | – | 10.535 | |||
| 17.222 | 6.185 | 4.786 | – | 28.193 | ||||||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
||||||||||||
| Forderungen aus | ||||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 471.495 | 471.495 | |||||||
| Sonstige finanzielle | ||||||||||||
| Forderungen1 | – | – | – | 65.869 | 65.869 | |||||||
| Zahlungsmittel und | ||||||||||||
| Zahlungsmitteläquivalente | – | – | – | 118.343 | 118.343 | |||||||
| – | – | – | 655.707 | 655.707 | ||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden |
||||||||||||
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||||
| derivativen | ||||||||||||
| Finanzinstrumenten | 10.124 | – | 25.296 | – | 35.420 | 7.243 | 28.177 | – | 35.420 | |||
| 10.124 | – | 25.296 | – | 35.420 | ||||||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden |
||||||||||||
| Verbindlichkeiten | ||||||||||||
| gegenüber | ||||||||||||
| Kreditinstituten | – | – | – | 787.049 | 787.049 | – 759.662 | – | 759.662 | ||||
| Leasingverbindlichkeiten2 | – | – | – | 33.567 | 33.567 | |||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
– | – | – | 586.991 | 586.991 | |||||||
| Sonstige finanzielle | ||||||||||||
| Verbindlichkeiten3 | – | – | – | 138.445 | 138.445 | |||||||
| – | – | – | 1.546.052 | 1.546.052 |
1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
2 Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
3 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
| Beizulegender Zeitwert | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | Erfolgs wirksam zum beizulegen den Zeit wert über die Gewinn und Verlust rechnung |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) |
Erfolgs neutral zum beizulegen den Zeit wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs instrumente) |
Zu fortge führten An schaffungs kosten bewertet |
Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe |
| 28.02.2022 | |||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
|||||||||
| Wertpapiere | |||||||||
| (langfristig gehalten) | 12.630 | 6.142 | – | – | 18.772 | 11.739 | – | 7.033 | 18.772 |
| Beteiligungen | |||||||||
| (langfristig gehalten) | – | 280 | – | – | 280 | – | – | 280 | 280 |
| Derivative finanzielle | |||||||||
| Vermögenswerte | 2.164 | – | 5.868 | – | 8.032 | 3.767 | 4.265 | – | 8.032 |
| 14.794 | 6.422 | 5.868 | – | 27.084 | |||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus |
|||||||||
| Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 398.509 | 398.509 | ||||
| Sonstige finanzielle Forderungen1 |
– | – | – | 54.302 | 54.302 | ||||
| Zahlungsmittel und | |||||||||
| Zahlungsmitteläquivalente | – | – | – | 103.593 | 103.593 | ||||
| – | – | – | 556.404 | 556.404 | |||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden |
|||||||||
| Verbindlichkeiten aus derivativen |
|||||||||
| Finanzinstrumenten | 5.115 | – | 6.211 | – | 11.326 | 5.379 | 5.947 | – | 11.326 |
| 5.115 | – | 6.211 | – | 11.326 | |||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden |
|||||||||
| Verbindlichkeiten | |||||||||
| gegenüber | |||||||||
| Kreditinstituten | – | – | – | 626.069 | 626.069 | – 624.647 | – | 624.647 | |
| Leasingverbindlichkeiten2 | – | – | – | 28.302 | 28.302 | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
– | – | – | 440.130 | 440.130 | ||||
| Sonstige finanzielle | |||||||||
| Verbindlichkeiten3 | – | – | – | 109.400 | 109.400 | ||||
| – | – | – | 1.203.901 | 1.203.901 | |||||
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.
Wertpapiere Level 1 der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" enthalten Investmentfondsanteile in Höhe von 10.583 t€ (Vorjahr: 11.739 t€) und werden zu aktuellen Börsenwerten gemäß Depotauszug bewertet. Wertpapiere Level 3 der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im
1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
2 Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
3 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" stellen zum überwiegenden Teil Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 5.637 t€ (Vorjahr: 5.874 t€) dar, für die der Marktwert anhand eines Unternehmenswertgutachtens des Emittenten ermittelt wird. Für sonstige Wertpapiere des Levels 3 der Kategorien "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinnund Verlustrechnung" (Wertrechte) in Höhe von 890 t€ (Vorjahr: 891 t€) entspricht deren Nominale dem beizulegenden Zeitwert. Bei "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" klassifizierten Aktien von nicht börsennotierten Gesellschaften in Höhe von 268 t€ (Vorjahr: 268 t€) und Beteiligungen (nicht konsolidierte Tochterunternehmen) in Höhe von 10 t€ (Vorjahr: 10 t€) wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist. Der beizulegende Zeitwert von sonstigen Beteiligungen in Höhe von 270 t€ (Vorjahr: 270 t€) wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows ermittelt.
Wertpapiere, Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, die als "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" klassifiziert wurden, werden aufgrund strategischer Überlegungen langfristig gehalten. Die folgende Tabelle zeigt deren beizulegende Zeitwerte und die Dividendenausschüttungen.
| t€ | Beizu legender Zeitwert 28.02.2023 |
Dividende 2022 23 |
Beizu legender Zeitwert 28.02.2022 |
Dividende 2021 22 |
|---|---|---|---|---|
| RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH |
5.637 | 43 | 5.874 | 109 |
| Übrige | 548 | 28 | 548 | 33 |
| Summe | 6.185 | 71 | 6.422 | 142 |
Änderungen im beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren Level 3 wurden mit –238 t€ (Vorjahr: –117 t€) vor Steuern und 55 t€ (Vorjahr: 110 t€) Steuern erfolgsneutral in der Rücklage für Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2022|23 gab es in der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" Level 3 keine Veränderungen.
Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Diese entsprechen den Barwerten der zukünftigen Zinszahlungen auf Basis der unterlegten Zinsstrukturkurven. Bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen. Die Marktwerte der Energiederivate stellen Cashflow-Hedges dar und werden Bankbestätigungen entnommen.
Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten. Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | –1.148 | –475 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert – Derivate | 924 | –2.093 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Vermögenswerte | 756 | –351 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Verbindlichkeiten | 2.707 | 1.836 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente in der Gewinn- und Verlustrechnung | 3.239 | –1.083 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) | –238 | –117 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert – Sicherungsinstrumente | –18.073 | 656 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente im sonstigen Ergebnis | –18.311 | 539 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente gesamt | –15.072 | –544 |
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 1.199 | 742 |
| Gesamtzinsaufwendungen | –11.491 | –6.077 |
| Nettozinsergebnis | –10.292 | –5.335 |
Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten und dem Einkauf von Weltmarktzucker sowie von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion und auf der Verkaufsseite aus den auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.
AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie die Implementierung interner Kontrollen.
AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.
Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.
Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert.
Folgende Grundsätze des Kreditrisikomanagements werden in der AGRANA-Gruppe verfolgt:
Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art und Umfang der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt.
Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs wird gemäß internen Richtlinien und IFRS 9 bei 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen, es sei denn, die operative Einheit verfügt über angemessene und belastbare Informationen, dass eine längere Überfälligkeit gerechtfertigt ist. Sollte jedoch ein Wertberichtigungsbedarf im Rahmen des Kreditrisikomonitorings festgestellt werden, so wird mit einer Einzelwertberichtigung vorgesorgt. Dies trifft auch auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu, welche weniger als 90 Tage überfällig sind. Erst wenn von einem tatsächlichen Ausfall ausgegangen werden kann, werden die Forderungen ausgebucht.
AGRANA wendet zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9 an. Über die Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen hinaus wurden die Ausfälle der letzten zehn Jahre evaluiert. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden Loss Rates gemäß Überfälligkeiten und den Zahlungsprofilen der zugrunde liegenden Umsatzerlöse festgelegt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Projektionen für notleidende Kredite (Non-Performing-Loans) wurden für das Ermittlungsmodell als relevantester Faktor für die Anpassung der historischen Verlustquoten definiert. Credit Spreads stellen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine – wie auch im Vorjahr – derzeit keine geeigneten Anpassungsfaktoren dar. Seit Kriegsbeginn zeigten Credit Spreads nur im kurzfristigen Bereich Anstiege, jedoch mittelfristig rückläufige Tendenzen, was auf eine Unterbewertung des Kreditrisikos hindeuten würde. Die makroökonomischen Unsicherheiten haben im Vergleich zu den letzten beiden Geschäftsjahren deutlich abgenommen. Daher wurde auf die in den Vorjahren angewandte Gewichtung der ermittelten Faktoren basierend auf Wachstumsraten der Bruttoinlandsprodukte verzichtet.
Um den weiterhin bestehenden Unsicherheiten Rechnung zu tragen, wurden wie im Vorjahr auf die Skalarfaktoren der Ukraine und Russland ein Multiplikator von 2 und den Rest der Welt von 1,5 angewandt. Die Risikovorsorge sank auf 267 t€ und blieb insgesamt für den Konzern unwesentlich.
Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Loss Rates und die gebildeten Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:
| t€ 28.02.2023 |
Loss Rate % |
Brutto buchwert |
Wert berichti gung |
Netto buchwert |
|---|---|---|---|---|
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0296 | 442.815 | –130 | 442.685 |
| Überfällige Forderungen | ||||
| Bis 30 Tage | 0,2989 | 20.687 | –62 | 20.625 |
| 31 bis 90 Tage | 1,2590 | 5.929 | –75 | 5.854 |
| 91 Tage und älter | 2.331 | 0 | 2.331 | |
| Einzelwertberichtigungen | 8.289 | –8.289 | 0 | |
| Summe | 480.051 | –8.556 | 471.495 | |
| Summe | 409.969 | –11.460 | 398.509 | |
|---|---|---|---|---|
| Einzelwertberichtigungen | 10.982 | –10.982 | 0 | |
| 91 Tage und älter | 1.580 | 0 | 1.580 | |
| 31 bis 90 Tage | 2,7697 | 3.220 | –89 | 3.131 |
| Bis 30 Tage | 0,6201 | 23.580 | –146 | 23.434 |
| Überfällige Forderungen | ||||
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0653 | 370.607 | –243 | 370.364 |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 01.03. | 11.460 | 7.154 |
| Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen | –325 | –89 |
| Zuführungen | 607 | 5.685 |
| Verbrauch | –295 | –263 |
| Auflösungen | –2.891 | –1.027 |
| Wertberichtigungen zum 28.02. | 8.556 | 11.460 |
Die Auflösung der Wertberichtigungen enthält Zinserträge von 43 t€ (Vorjahr: 15 t€).
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.
Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.
Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.
Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.
Zum Bilanzstichtag bestehen Kreditrahmen in Höhe von 1.152.380 t€ (Vorjahr: 1.085.955 t€). Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditrahmen zum Bilanzstichtag beträgt 2,3 Jahre (Vorjahr: 1,3 Jahre).
Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2023 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buch | 0 bis | 4 bis | 7 bis | 1 bis | 2 bis | 3 bis | 4 bis | über | ||
| t€ | wert | Summe | 3 M | 6 M | 12 M | 2 J | 3 J | 4 J | 5 J | 5 J |
| 28.02.2023 | ||||||||||
| Nicht derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||||||||||
| Kreditinstituten | 787.049 | 846.385 | 161.221 | 39.427 | 67.975 | 132.331 | 149.494 | 135.345 | 124.013 | 36.579 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 586.991 | 586.991 | 463.246 | 121.715 | 2.030 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten |
||||||||||
| gegenüber verbundenen | ||||||||||
| Unternehmen und sonstigen | ||||||||||
| Beteiligungen der | ||||||||||
| Südzucker-Gruppe und | ||||||||||
| Gemeinschaftsunternehmen | 53.759 | 53.759 | 53.432 | 0 | 327 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 33.567 | 46.239 | 1.997 | 1.703 | 3.203 | 5.713 | 5.091 | 4.350 | 2.437 | 21.745 |
| Sonstige finanzielle | ||||||||||
| Verbindlichkeiten | 84.686 | 84.686 | 62.172 | 8.672 | 7.171 | 2.164 | 1.105 | 3.383 | 15 | 4 |
| 1.546.052 | 1.618.060 | 742.068 | 171.517 | 80.706 | 140.208 | 155.690 | 143.078 | 126.465 | 58.328 | |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten |
||||||||||
| Devisentermingeschäfte | 11.136 | 11.136 | 10.303 | 493 | 340 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 7.243 | 7.243 | 3.895 | 0 | 3.348 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Energiederivate | 17.041 | 17.041 | 1.551 | 654 | 12.453 | 637 | 943 | 803 | 0 | 0 |
| 35.420 | 35.420 | 15.749 | 1.147 | 16.141 | 637 | 943 | 803 | 0 | 0 | |
| 28.02.2022 | ||||||||||
| Nicht derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
626.069 | 641.373 | 111.813 | 4.123 | 159.845 | 60.275 | 120.140 | 47.534 | 88.429 | 49.214 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 440.130 | 440.130 | 380.477 | 59.236 | 417 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | ||||||||||
| und sonstige Verbindlichkeiten | ||||||||||
| gegenüber verbundenen | ||||||||||
| Unternehmen und sonstigen | ||||||||||
| Beteiligungen der | ||||||||||
| Südzucker-Gruppe und | ||||||||||
| Gemeinschaftsunternehmen | 33.180 | 33.180 | 32.856 | 0 | 324 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 28.302 | 40.243 | 1.846 | 1.617 | 3.037 | 5.584 | 2.819 | 2.469 | 2.126 | 20.745 |
| Sonstige finanzielle | ||||||||||
| Verbindlichkeiten | 76.220 1.203.901 |
76.220 1.231.146 |
57.602 584.594 |
7.238 72.214 |
6.017 169.640 |
2.408 68.267 |
1.208 124.167 |
943 50.946 |
786 91.341 |
18 69.977 |
| Derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Zinsderivate | 272 | 331 | 103 | 103 | 125 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | 5.675 | 5.675 | 5.301 | 257 | 117 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 5.379 | 5.379 | 5.379 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 11.326 | 11.385 | 10.783 | 360 | 242 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.
Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen sowie aus zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows aus Ein- und Verkaufskontrakten betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95 %. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen.
Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter Value at Risk angegeben:
| Value at Risk | ||
|---|---|---|
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
| Summe Nettopositionen (absolut) der Währungspaare | 186.865 | 145.696 |
| Value at Risk diversifiziert | 8.114 | 4.882 |
Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der Value at Risk-Berechnung. Die einzelnen Werte beinhalten sowohl den Finanzierungsbereich als auch den operativen Bereich. Die kombinierte Darstellung ermöglicht es somit, die wechselseitigen Beziehungen aus beiden Bereichen je Währungspaar zu quantifizieren ("Natural Hedge").
| Fremdwährungs positionen |
||||
|---|---|---|---|---|
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 | ||
| Währungspaar | ||||
| EUR/AUD | 2.975 | 737 | ||
| EUR/CNY | 1.055 | 1.954 | ||
| EUR/CZK | 33.290 | 6.444 | ||
| EUR/EGP | 723 | 1.641 | ||
| EUR/HUF | 18.967 | 5.680 | ||
| EUR/MAD | 1.570 | 2.743 | ||
| EUR/PLN | 5.863 | 4.195 | ||
| EUR/RON | 63.013 | 76.572 | ||
| EUR/RUB | 1.586 | 5.688 | ||
| EUR/UAH | 5.342 | 4.056 | ||
| EUR/USD | 17.182 | 7.249 | ||
| USD/ARS | 3.401 | 2.258 | ||
| USD/AUD | 3.770 | 8.013 | ||
| USD/BRL | 866 | 653 | ||
| USD/CNY | 2.851 | 2.927 | ||
| USD/KRW | 2.972 | 1.045 | ||
| USD/MXN | 13.988 | 7.581 | ||
| Übrige | 7.451 | 6.260 | ||
| Summe | 186.865 | 145.696 |
Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen. Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen.
Die Fremdwährungspositionen von gesamt 186.865 t€ (Vorjahr: 145.696 t€) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Rumänien, Tschechien, Ungarn, USA und Mexiko auf und daraus resultiert ein Value at Risk von 8.114 t€ (Vorjahr: 4.882 t€).
Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne zum Teil in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen Währungsrisiken durch Rohzuckereinkauf in US-Dollar, dem Zukauf von Weißzucker in Euro und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Exporten von Zucker in US-Dollar.
Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.
Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.
Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.
Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.
CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.
VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modified-Duration-Ansatz" berücksichtigt.
Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Nettoposition variabel verzinst Cashflow at Risk diversifiziert |
447.062 19.521 |
263.107 183 |
| Nettoposition fix verzinst | 279.941 | 293.944 |
| Value at Risk bei Zinssatzänderung | 7.133 | 9.404 |
Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.
Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 152.750 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 21.800 Tonnen) und für den Kauf von Wachsmaisderivaten von 7.500 Tonnen
(Vorjahr: Kauf von 1.150 Tonnen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 72.010 t€ (Vorjahr: 2.786 t€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 7.167 t€ (Vorjahr: negativer Marktwert 1.611 t€). Für den Erwerb von Rohzucker bestanden im Vorjahr Positionen von 35.003 Tonnen und für den Verkauf von Ethanol von 17.100 Tonnen. Im Geschäftsjahr 2022|23 gab es diesbezüglich keine offenen Positionen.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittelund Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeiter regelmäßig fort.
Das Kartellverfahren gegen die AGRANA Zucker GmbH, das in den Vorjahresberichten erläutert wurde, ist mit dem von AGRANA erwarteten Ergebnis ohne Geldbuße rechtskräftig beendet worden. Die bereits im Vorjahr berichtete Klage gegen die AGRANA Stärke GmbH (Behauptung der Nichtlieferung zugesagter Produktmengen) wurde vor dem Handelsgericht Wien rechtskräftig abgewiesen.
Darüber hinaus bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
Die Bürgschaften betreffen v.a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.
| t€ | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
|---|---|---|
| Bürgschaften | 46.569 | 43.982 |
| Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen | 1.373 | 1.373 |
Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Form von Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 17.257 t€ (Vorjahr: 12.246 t€).
Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 78,34 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG. Diese Holdinggesellschaft ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen ist. Das oberste Mutterunternehmen der Unternehmensgruppe ist die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart|Deutschland.
Nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen.
Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("Südzucker-Gruppe") zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss") zu den nahestehenden Unternehmen.
Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.
Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahestehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:
| t€ | Südzucker Gruppe |
Unter nehmen mit maß geblichem Einfluss |
Gemein schafts unter nehmen |
Nicht konsolidierte verbundene Unter nehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2022 23 | |||||
| Umsatz | 109.225 | 19.992 | 33.385 | 0 | 162.602 |
| Operative Aufwendungen | –80.420 | –1.309 | –113.940 | –340 | –196.009 |
| Kreditbeziehungen | –327 | –68.000 | 0 | 0 | –68.327 |
| Partizipationskapital | 0 | 5.637 | 0 | 0 | 5.637 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 10.158 | 0 | 0 | 10.158 |
| Verpflichtungen aus langfristigen Lieferverträgen | 0 | 0 | –13.800 | 0 | –13.800 |
| Forderungen (+)/Verbindlichkeiten (-) | |||||
| aus Warenlieferungen | –7.923 | 1.317 | –6.933 | –97 | –13.636 |
| Zinsergebnis | –116 | –1.122 | 58 | 0 | –1.180 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 59.367 | 0 | 59.367 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 41.233 | 0 | 41.233 |
| t€ | Südzucker Gruppe |
Unter nehmen mit maß geblichem Einfluss |
Gemein schafts unter nehmen |
Nicht konsolidierte verbundene Unter nehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2021 22 | |||||
| Umsatz | 76.892 | 16.851 | 29.123 | 0 | 122.866 |
| Operative Aufwendungen | –91.278 | –1.548 | –76.107 | –327 | –169.260 |
| Kreditbeziehungen | –324 | –40.016 | 0 | 0 | –40.340 |
| Partizipationskapital | 0 | 5.968 | 0 | 0 | 5.968 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 10.620 | 2 | 0 | 10.622 |
| Langfristige Finanzforderungen | 0 | 0 | 1.000 | 0 | 1.000 |
| Forderungen (+)/Verbindlichkeiten (-) | |||||
| aus Warenlieferungen | –5.760 | 1.068 | –9.611 | –85 | –14.388 |
| Zinsergebnis | –1 | –660 | 59 | 0 | –602 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 46.000 | 0 | 46.000 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 41.684 | 0 | 41.684 |
Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 68.327 t€ (Vorjahr: 40.340 t€) ausgewiesen.
Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 t€ (Vorjahr: 5.000 t€) gegeben, von denen keine (Vorjahr: keine) ausgenutzt waren.
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 2.721 t€ (Vorjahr: 3.900 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.480 t€ (Vorjahr: 1.622 t€) sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 1.241 t€ (Vorjahr: 2.278 t€). Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim| Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.
Die Hauptversammlung hat am 8. Juli 2022 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 325 t€ (Vorjahr: 325 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.
Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Johann Marihart, Mag. Dipl.- Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie Mag. Walter Grausam Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Für Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, Mag. Stephan Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2022|23 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 330 t€ (Vorjahr: 286 t€). Es gab eine Rückverrechnung der monatlichen Beiträge des Zeitraumes Juni 2021 bis August 2022 für den per 31. Mai 2021 ausgeschiedenen Vorstand Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer in Höhe von 189 t€. Des Weiteren gab es im September 2022 eine vorläufige Nachschusszahlung in Höhe von 291 t€. Diese Zahlung ergab sich aufgrund der Inanspruchnahme der Pensionsleistung durch Herrn Mag. Dipl.-Ing. Dr. Gattermayer.
Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 28. Februar 2023 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 9.919 t€ (Vorjahr: 9.665 t€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.
Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG.
Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 204.
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 28. April 2023 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Wien, am 28. April 2023
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
(Kurzdarstellung)
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender
Dr. Niels Pörksen Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
Mag. Veronika Haslinger Zweite Stellvertreterin des Aufsichtsratsvorsitzenden
Dipl.-Ing. Helmut Friedl Aufsichtsratsmitglied
Dr. Andrea Gritsch Aufsichtsratsmitglied
Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied
Dipl.-Ing. Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied
Dr. Stefan Streng Aufsichtsratsmitglied
Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender
Dipl.-Ing. Daniela Bogner
Andreas Klamler
René Schmid
Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2023 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;
dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022|23 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 28. April 2023
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Wir haben den Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung, der Konzernbilanz zum 28. Februar 2023 und der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2023 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
Sachverhalt
Der Buchwert der Geschäfts-/Firmenwerte beträgt TEUR 98.667 (Buchwert zum 28. Februar 2022: TEUR 186.971).
Der Vorstand überprüft mindestens einmal jährlich, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/ Firmenwerte vorliegt. Diese Überprüfung erfolgt regelmäßig einmal im Jahr sowie zusätzlich immer dann, wenn es Hinweise auf eine mögliche Wertminderung gibt (auslösendes Ereignis). Durch einen geänderten Planungsprozess wird der Werthaltigkeitstest der Geschäfts-/Firmenwerte seit dem Geschäftsjahr 2022|23 regelmäßig zum Geschäftsjahresende (28./29. Februar) durchgeführt. Im Rahmen dieser Umstellung wurde der Werthaltigkeitstest im laufenden Geschäftsjahr zum 31. August 2022 und zum 28. Februar 2023 durchgeführt. Beeinflusst vom weiter andauernden Krieg in der Ukraine und stark gestiegenen Kapitalkosten ergab sich ein Wertminderungsbedarf des Geschäfts-/Firmenwertes des Segments Frucht in Höhe von TEUR 88.252.
Bei den jährlichen Überprüfungen, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/Firmenwerte vorliegt, bestimmt die Gesellschaft den Nutzungswert für die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("CGUs"): Frucht und Stärke. Die Gesellschaft verwendet für die Berechnung der Nutzungswerte die "Abgezinster Zahlungsstrom Methode". Diese Bewertungsmethode beruht in erheblichem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftigen Zahlungsströme. Diese künftigen Zahlungsströme basieren auf von den entsprechenden Organen genehmigten Planzahlen, zu denen erforderlichenfalls Änderungen vorgenommen werden. Der bei der "Abgezinster Zahlungsstrom Methode" verwendete Diskontierungszinssatz kann darüber hinaus von zukünftig sich ändernden marktbezogenen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden.
Basierend auf den oben beschriebenen Tatsachen, dass die Festlegung des Nutzungswertes ermessensbehaftet und mit Schätzungsunsicherheiten verbunden ist, wurde im Zuge der Abschlussprüfung die Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt definiert.
Wir haben:
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden stehen in Einklang mit den IFRS, so wie in der EU anwendbar.
Vgl. Angabe 7.6. und 7.11 zu den vom Vorstand angewandten Verfahren bei der Durchführung von Wertminderungstests sowie Angabe 10.1 im Konzernanhang.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 8. Juli 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. September 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019|20, endend mit Stichtag 29. Februar 2020, Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.
Wien, am 28. April 2023
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
gezeichnet: Mag. (FH) Werner Stockreiter Wirtschaftsprüfer
DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG (NACH UGB)
| 213 | Gewinn- und Verlustrechnung |
|---|---|
| 214 | Bilanz |
|---|---|
| ----- | -------- |
215 Anhang zum Jahresabschluss 260 Bestätigungsvermerk
232 Lagebericht 264 Vorschlag für die Gewinnverwendung
212 Jahresabschluss 259 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
für das Geschäftsjahr 2022|23 vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023
214 Bilanz
215 Anhang zum Jahresabschluss
für das Geschäftsjahr 2022|23 vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023
| t€ | 2022 23 | 2021 22 |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse |
46.727 | 39.222 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge |
191 | 133 |
| 3. Personalaufwand |
–21.827 | –18.247 |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände |
||
| des Anlagevermögens und Sachanlagen | –643 | –841 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen |
–31.277 | –24.803 |
| 6. Operatives Ergebnis (Z1 bis 5) | –6.829 | –4.536 |
| 7. Erträge aus Beteiligungen |
69.824 | 51.226 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 69.795 | 51.193 |
| 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und | ||
| Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 7.142 | 4.063 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 7.142 | 4.063 |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 4.769 | 3.723 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 4.547 | 3.723 |
| 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –5.469 | –3.228 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | –4.631 | –3.066 |
| 11. Finanzerfolg (Z7 bis 10) | 76.266 | 55.784 |
| 12. Ergebnis vor Steuern (Z1 bis 11) | 69.437 | 51.248 |
| 13. Steuern vom Einkommen | –3.534 | –3.549 |
| 14. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss | 65.903 | 47.699 |
| 15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 16.659 | 15.827 |
| 16. Bilanzgewinn | 82.562 | 63.526 |
zum 28. Februar 2023
| t€ | Stand 28.02.2023 |
Stand 28.02.2022 |
|
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| A. Anlagevermögen | |||
| I. | Immaterielle Vermögensgegenstände | 169 | 337 |
| II. Sachanlagen | 951 | 947 | |
| III. Finanzanlagen | 866.283 | 638.283 | |
| 867.403 | 639.567 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. | Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 392.684 | 409.527 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 16.908 | 13.400 | |
| II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 3 | 15 | |
| 392.687 | 409.542 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 136 | 88 | |
| D. Aktive latente Steuern | 618 | 618 | |
| Summe Aktiva | 1.260.844 | 1.049.815 | |
| PASSIVA | |||
| A. Eigenkapital | |||
| I. | Grundkapital | 113.531 | 113.531 |
| II. Kapitalrücklagen | 550.689 | 550.689 | |
| III. Gewinnrücklagen | 13.928 | 13.928 | |
| IV. Bilanzgewinn | 82.562 | 63.526 | |
| davon Gewinnvortrag | 16.659 | 15.827 | |
| 760.710 | 741.674 | ||
| B. Rückstellungen | |||
| I. | Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 11.597 | 11.574 |
| II. Rückstellung für Steuern und sonstige Rückstellungen | 23.813 | 4.152 | |
| 35.410 | 15.726 | ||
| C. Verbindlichkeiten | |||
| I. | Finanzverbindlichkeiten | 449.000 | 271.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 0 | 57.000 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 449.000 | 214.000 | |
| II. Übrige Verbindlichkeiten | 15.724 | 21.415 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 15.571 | 16.438 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 153 | 4.977 | |
| 464.724 | 292.415 | ||
| Summe Passiva | 1.260.844 | 1.049.815 |
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.
Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen.
Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.
Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR) mit gerundeten Werten, jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR) mit gerundeten Werten.
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, wurde dies bei Schätzungen berücksichtigt.
Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.
Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.
Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Markenrechte | 10 | 10,00% |
| EDV-Software | 3 | 33,33% |
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.
Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Gebäude | 40-50 | 2,5-2 |
| Geschäftsausstattung | 5-10 | 20-10 |
| EDV-Ausstattung | 3 | 33,33 |
| Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV | 1-5 | 100-20 |
Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.
Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.
Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wäre, ergibt.
Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert unter je EUR 800) werden aktiviert und sofort abgeschrieben.
Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, wird in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung, werden aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Für steuerliche Verlustvorträge wurde eine aktive latente Steuer gebildet. Latente Steuern werden auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 23 % gebildet. Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von 618.379 € (im Vorjahr 618 Tsd. € ) wurde in die Bilanz aufgenommen.
Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz von 4,25 % (im Vorjahr 1,65 %) herangezogen. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Die künftigen Gehaltssteigerungen wurden mit 6,00%|4,00 % (im Vorjahr 3,36 %) und Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-11,03 % (im Vorjahr 0-1,65 %) für Abfertigungen und von 0,78-11,52 % (im Vorjahr 0-12,33 %) für Jubiläen angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Fluktuation wurden neben Invalidisierungs- und Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses angesetzt. Das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer wurde mit 65 Jahren gemäß Übergangsregel der Pensionsreform ermittelt.
Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 4,25 % (im Vorjahr 1,65 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen für Aktive wurden mit 9,04%|6,00 %|4,00 (im Vorjahr 1,86 %) angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden keine weiteren Ausscheideursachen wie Fluktuation berücksichtigt.
Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 leistungsorientiert an eine Pensionskasse ausgelagert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.
Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen setzt sich aus dem Barwert abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| Stand | Stand | |
|---|---|---|
| Pensionspläne | 28.02.2023 | 28.02.2022 |
| EUR | EUR | |
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 24.679.705 | 25.720.692 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –14.760.466 | –16.056.269 |
| Rückstellungen für Pensionen | 9.919.239 | 9.664.423 |
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der bestmöglich geschätzt wurde.
Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert.
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten auch Verpflichtungen betreffend kollektivvertragliche Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern. Diese Rückstellungen werden nach den für Abfertigungsrückstellungen angewandten Berechnungsmethoden (IAS19) ermittelt.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Beilage zum Anhang) dargestellt.
Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Abs 1 Z 4 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:
| Beteiligungsunternehmen | Höhe des Anteils |
Eigenkapital gem. § 229 UGB |
Geschäftsjahr | Jahresüberschuss/ fehlbetrag |
|---|---|---|---|---|
| % | EUR | EUR | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen: | ||||
| AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien | 100,00 | 40.512.033 | 2022 23 | 0 |
| AGRANA Int.Verw.u.Asset Managem. GmbH, Wien*) | 98,91 | 315.368.275 | 2022 23 | 12.848.277 |
| AGRANA Zucker GmbH., Wien*) | 98,91 | 146.359.181 | 2022 23 | 3.718.020 |
| AGRANA Stärke GmbH., Wien*) | 98,91 | 350.767.575 | 2022 23 | 55.485.227 |
| AGRANA Group-Service GmbH, Wien | 100,00 | 1.289.410 | 2022 23 | –1.787.758 |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und | ||||
| Produktions Gesellschaft m.b.H, Wien | 66,67 | 7.858.924 | 2022 23 | 249.040 |
| AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln | 100,00 | 5.822.435 | 2022 23 | 894.203 |
*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien. Davon haben 0 € eine Restlaufzeit von bis zum einem Jahr, 449.000.000 € eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren und 0 € eine Restlaufzeit von über 5 Jahren.
| in EUR (Vorjahr in TEUR) |
Restlaufzeit bis 1 Jahr |
Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr |
Bilanzwert |
|---|---|---|---|
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 375.698.353 | 16.904.824 | 392.603.177 |
| (28.2.2022) | 396.092 | 8.346 | 404.438 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 78.129 | 2.764 | 80.893 |
| (28.2.2022) | 35 | 5.053 | 5.089 |
| Summe | 375.776.482 | 16.907.588 | 392.684.070 |
| (28.2.2022) | 396.127 | 13.400 | 409.527 |
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von 389.113.813 € (im Vorjahr 404.272 Tsd. €) sonstige Forderungen und in Höhe von 3.489.364 € (im Vorjahr 4.166 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Salden der debitorischen Kreditoren 13.843 € (im Vorjahr 27 Tsd. €) sowie 60.000 € aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Forderungen aus Kapitalertragsteuer in Höhe von 15.433 € (im Vorjahr 14 Tsd. €) sowie die kurzfristigen Forderungen gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von. 715.808 € ( im Vorjahr 4.746 Tsd. €) in Summe 731.241 € wurden mit der Position Steuerrückstellungen saldiert.
In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, enthalten.
In der 31. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, am 6. Juli 2018 wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:4 beschlossen. Dadurch stieg die Anzahl der Aktien mit Wirksamkeit am 24. Juli 2018 von bisher 15.622.244 auf 62.488.976 auf Inhaber lautende Stückaktien. Das Grundkapital von 113.531.275 € blieb unverändert.
| Stand 01.03.2022 | Veränderung | Stand 28.02.2023 | ||
|---|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | ||
| Gebundene Kapitalrücklage | 505.122.086 | 0 | 505.122.086 | |
| Nicht gebundene Kapitalrücklage | 45.566.884 | 0 | 45.566.884 | |
| Summe | 550.688.970 | 0 | 550.688.970 |
| Stand 01.03.2022 | Veränderung | Stand 28.02.2023 | ||
|---|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | ||
| Gesetzliche Gewinnrücklage | 47.964 | 0 | 47.964 | |
| Andere Rücklagen (freie Rücklagen) | 13.880.000 | 0 | 13.880.000 | |
| Summe | 13.927.964 | 0 | 13.927.964 |
Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.
Die Effekte aus Personalrückstellungsänderungen werden im Personalaufwand erfasst.
Die Abfertigungs-, Pensions- und sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
| Stand | Stand | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.03.2022 | Verbrauch | Auflösung | Zuweisung | 28.02.2023 | |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| Abfertigung | 1.909.329 | 231.418 | 0 | 0 | 1.677.911 |
| Pensionsansprüche | 9.664.423 | 0 | 162.804 | 417.620 | 9.919.239 |
| Jubiläumsgelder | 488.050 | 111.695 | 0 | 0 | 376.355 |
| Altersteilzeit | 51.080 | 51.080 | 0 | 0 | 0 |
| Nicht konsumierte Urlaube | 1.531.067 | 0 | 0 | 265.912 | 1.796.979 |
| Sonderzahlungen | 391.797 | 0 | 0 | 33.931 | 425.728 |
| Prüfungsaufwand | 167.720 | 167.720 | 0 | 253.004 | 253.004 |
| Veröffentlichungsaufwand | 165.000 | 136.095 | 28.905 | 155.000 | 155.000 |
| Kosten der Hauptversammlung | 75.000 | 48.993 | 26.007 | 80.000 | 80.000 |
| Kosten Bilanzpressekonferenz | 2.000 | 1.617 | 383 | 2.000 | 2.000 |
| Manipulationsgeb. div. Banken | 2.190 | 0 | 0 | 0 | 2.190 |
| Aufsichtsratsvergütungen | 325.000 | 312.000 | 13.000 | 325.000 | 325.000 |
| Sonstige ausstehende Eingangsrechnungen | 952.730 | 918.173 | 34.557 | 690.017 | 690.017 |
| Summe | 15.725.385 | 1.978.791 | 265.656 | 2.222.484 | 15.703.423 |
Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und Abrechnungen.
| 28.02.2023 | 28.02.2022 TEUR |
|
|---|---|---|
| EUR | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 449.000.000 | 271.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 0 | 57.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 40.000.000 | 85.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 409.000.000 | 129.000 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.605.701 | 1.197 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 2.605.701 | 1.197 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 6.148.567 | 14.100 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 5.995.503 | 9.123 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 153.064 | 4.977 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 6.970.027 | 6.118 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 6.970.027 | 6.118 |
| Summe | 464.724.295 | 292.416 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 15.571.231 | 16.439 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 40.153.064 | 89.977 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 409.000.000 | 129.000 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ein Schuldscheindarlehen über 449.000.000 €, welches zur Gänze konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurde.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von 2.829.429 € (im Vorjahr 3.633 Tsd. €) sowie eine Teuerungsprämie in Höhe von 90.600 € und Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 1.146.340 € (im Vorjahr 930 Tsd. €) enthalten.
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 6.148.567 € (im Vorjahr 14.100 Tsd. €) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen.
Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2022|23 beträgt 1.892.859 € (im Vorjahr 1.709 Tsd. €). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt 9.464.293 €.
| 28.02.2023 | 28.02.2022 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Haftungen aus Wechselobligo | 7.800.000 | 7.800 |
| Haftungen aus Zahlungsgarantien | 358.064.501 | 307.819 |
| Summe | 365.864.501 | 315.619 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 313.929.102 | 266.136 |
Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden drei Konzerngesellschaften1 in der Ukraine zum Zwecke der Erlangung einer Bestätigung über das Fortbestehen ("Going Concern") jeweils mit einer Patronatserklärung der AGRANA Beteiligungs-AG ausgestattet.
Die Patronatserklärungen beinhalten keinen konkreten Wertumfang.
Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023, im Vorjahr jenen vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022.
Die Umsatzerlöse in Höhe von 46.726.801 € (im Vorjahr 39.222 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Konzernverrechnung in Höhe von 24.469.470 € (im Vorjahr 21.600 Tsd. €) und Erträge für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalties) in Höhe von 21.848.452 € (im Vorjahr 17.237 Tsd. €).
Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf 41.412 € (im Vorjahr 46 Tsd. €).
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 102.852 € (im Vorjahr 32 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffend IT-Leistungen, Pensionskasse und Konzernkommunikation.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von 46.564 € (im Vorjahr 55 Tsd. €) enthalten Erträge aus realisierten Gewinnen aus Kursdifferenzen und Erträge aus Versicherungsansprüchen.
| 2022 23 | 2021 22 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Gehälter | 17.170.287 | 16.486 |
| Aufwendungen für Abfertigung | –56.049 | 85 |
| Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) | 233.235 | 206 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 781.869 | -1.949 |
| Sozialabgaben und Personalnebenkosten | 3.442.114 | 3.248 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 255.904 | 171 |
| Summe | 21.827.361 | 18.247 |
| Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen |
Pensionen (Rückstellungen) | |||
|---|---|---|---|---|
| 2022 23 EUR |
2021 22 TEUR |
2022 23 EUR |
2021 22 TEUR |
|
| Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG | 61.262 | 48 | 750.954 | -1.976 |
| andere Arbeitnehmer | 171.973 | 243 | 30.915 | 27 |
| Summe | 233.235 | 291 | 781.869 | -1.949 |
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (Headcount, ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 167 Angestellte, dies entspricht 151,7 FTE (im Vorjahr 161 Headcount entspricht 147,8 FTE).
Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr 2.720.581 € (im Vorjahr 7.544 Tsd. €). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen 333.333 € (im Vorjahr 279 Tsd. €) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde bei der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von 162.804 € (im Vorjahr 364 Tsd.€) zugeführt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2022|23 eine Vergütung von 312.000 € (im Vorjahr 313 Tsd. €).
In den Löhnen und Gehältern ist der Verbrauch der Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von –110.327 € (im Vorjahr 26 Tsd. €) enthalten.
Im Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" sind Aufwendungen in Höhe von 3.626.252 € (im Vorjahr 3.962 Tsd. €) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen 31.276.938 € (im Vorjahr 24.802 Tsd. €) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von 14.418.048 € (im Vorjahr 11.855 Tsd. €), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von 4.905.471 € (im Vorjahr 2.459 Tsd. €), Leasing, Mieten und Pachten von 2.476.484 € (im Vorjahr 2.268 Tsd. €), Werbeaufwendungen von 1.742.041 € (im Vorjahr 1.313 Tsd. €), Bankgebühren 105.424 € (im Vorjahr 97 Tsd. €) sowie andere Aufwendungen in Höhe von 7.629.470 € (im Vorjahr 6.810 Tsd. €).
| 2022 23 | 2021 22 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Erträge von verbundenen Unternehmen | 69.795.251 | 51.193 |
| Erträge von sonstigen Beteiligungen | 28.380 | 33 |
| Summe | 69.823.631 | 51.226 |
| 2022 23 | 2021 22 | |
|---|---|---|
| EUR | TEUR | |
| Körperschaftsteuer | –19.854.350 | -583 |
| Körperschaftsteuer Vorperioden | –758.266 | -1.939 |
| Steuerumlagen | 17.141.310 | 900 |
| Lat. Ertragsst. auf Verlustvort. | 0 | -1.819 |
| nicht abzugsfähige Quellensteuer | –62.306 | -107 |
| Summe | –3.533.612 | -3.549 |
Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. und AGRANA Research & Innovation Center GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.
5.1. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Abs. 1 Z 20 UGB) AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit France S.A.S, Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED, Pune, Indien AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokyo, Japan AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited, Jiangsu, China AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Jincheon-gun, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Zamora, Mexiko1 AGRANA Fruit Luka TOV, Vinnitsa, Ukraine AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd., Sydney, Australien AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Zamora, Mexiko AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Johannesburg, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Vinnitsa, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA
AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich AGRANA Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien, Österreich AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, Österreich AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Deutschland AUSTRIA JUICE Hungary Kft., Vásarosnamény, Ungarn AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Polen AUSTRIA JUICE Romania SRL, Vaslui, Rumänien AUSTRIA JUICE Ukraine TOV, Vinnitsa, Ukraine Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn Dirafrost FFI N.V., Lummen, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Larache, Marokko Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn1 Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz, USA o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italien
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered, Slowakei SPA AGRANA Fruit Algeria, Akbou, Algerien
SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften
"AGRAGOLD" d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRAGOLD dooel, Skopje, Nordmazedonien AGRAGOLD trgovina d.o.o., Ljubljana, Slowenien AGRANA STUDEN Albania sh.p.k., Tirana, Albanien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C., Pristina, Kosovo AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich Beta Pura GmbH, Wien, Österreich Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien GreenPower Services Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina
Zu den angeführten Unternehmen bestehen fremdübliche Dienstleistungsbeziehungen.
| 2022 23 Jahres abschluss |
Andere Bestätigungs leistungen |
Gesamt | 2021 22 Jahres abschluss |
Andere Bestätigungs leistungen |
Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| PwC Wirtschaftsprüfung GmbH | 11.595 | 301.479 | 313.074 | 10 | 269 | 280 |
| Summe | 11.595 | 301.479 | 313.074 | 10 | 269 | 280 |
Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA Beteiligungs-AG hatten.
Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 82.561.659 € eine Dividende von EUR 0,90 je Aktie, das sind in Summe 56.240.078 € auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender Dr. Niels PÖRKSEN, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Veronika HASLINGER, Wien Stellvertreterin des Vorsitzenden MMag. Dr. Andrea GRITSCH, Wien Dipl.-Ing. Helmut FRIEDL, Egling a.d.Paar Dipl.-Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dipl.-Ing. Josef PRÖLL, Wien Dr. Stefan STRENG, Wien
Thomas BUDER, Katzelsdorf Dipl.-Ing. Daniela BOGNER, Wien Andreas KLAMLER, Gleisdorf René SCHMID, Wien
Dkfm. Markus MÜHLEISEN, MBA, Wien Vorsitzender Ingrid Helen ARNOLD, MBA, Wien Mag. Stephan BÜTTNER, Wien Dipl.-Ing. Dr. Norbert HARRINGER, Wien
Wien, am 28. April 2023
Der Vorstand:
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Mag. Stephan Büttner
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Ingrid Helen Arnold, MBA
im Geschäftsjahr 2022|23 in €
| ANLAGEVERMÖGEN | Anschaffungskosten | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | Stand 01.03.2022 |
Zugang | Um- buchung |
Abgang | Stand 28.02.2023 |
|
| 1. Markenrechte | 611.301 | 0 | 0 | 0 | 611.301 | |
| 2. EDV-Software | 10.450.154 | 0 | 0 | 2.315.103 | 8.135.051 | |
| II. Sachanlagen | 11.061.455 | 0 | 0 | 2.315.103 | 8.746.352 | |
| 1. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.451.412 | 562.607 | 0 | 1.336.674 | 3.677.344 | |
| 2. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0 | 12.567 | 0 | 12.567 | 0 | |
| III. Finanzanlagen | 4.451.412 | 575.174 | 0 | 1.349.241 | 3.677.344 | |
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 424.145.490 | 0 | 0 | 0 | 424.145.490 | |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 221.000.000 | 228.000.000 | 0 | 0 | 449.000.000 | |
| 3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 258.620 | 0 | 0 | 0 | 258.620 | |
| 645.404.110 | 228.000.000 | 0 | 0 | 873.404.110 | ||
| Gesamtsumme | 660.916.977 | 228.575.174 | 0 | 3.664.344 | 885.827.806 |
| Abschreibungen | Buchwerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.03.2022 |
Jahresab- schreibung |
Zu- schreibung |
Abgang | Stand 28.02.2023 |
Stand 28.02.2023 |
Stand 28.02.2022 |
| 611.301 | 0 | 0 | 0 | 611.301 | 0 | 0 |
| 10.112.658 | 168.154 | 0 | 2.315.103 | 7.965.709 | 169.342 | 337.496 |
| 10.723.959 | 168.154 | 0 | 2.315.103 | 8.577.010 | 169.342 | 337.496 |
| 3.504.561 | 462.677 | 0 | 1.240.722 | 2.726.516 | 950.828 | 946.851 |
| 0 | 12.567 | 0 | 12.567 | 0 | 0 | 0 |
| 3.504.561 | 475.244 | 0 | 1.253.289 | 2.726.516 | 950.828 | 946.851 |
| 7.120.724 | 0 | 0 | 0 | 7.120.724 | 417.024.766 | 417.024.766 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 449.000.000 | 221.000.000 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 258.620 | 258.620 |
| 7.120.724 | 0 | 0 | 0 | 7.120.724 | 866.283.386 | 638.283.386 |
| 21.349.244 | 643.398 | 0 | 3.568.392 | 18.424.250 | 867.403.556 | 639.567.733 |
für das Geschäftsjahr 2022|23 vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023
| 233 | Überblick |
|---|---|
| 235 | Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft |
| 238 | Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft |
| 243 | Umwelt und Nachhaltigkeit |
| 244 | Forschung und Entwicklung |
| 244 | Personal- und Sozialbericht |
| 247 | Risikomanagement und internes Kontrollsystem |
| 254 | Berichterstattung gemäß § 243a Abs 2 UGB |
| 255 | Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte |
| 256 | Corporate Governance Bericht |
| 257 | Zweigniederlassungen |
| 257 | Ereignisse nach dem Bilanzstichtag |
257 Prognosebericht
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft bildet die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA").
Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler, die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie.
Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.
Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen widerspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung:

AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten.
Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine solide Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die nötige Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit von AGRANA geschaffen.
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.
Rund 8.700 Mitarbeiter (FTEs)1 an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2022|23 einen Konzernumsatz von rund 3,6 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.
basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 28. Februar 2023
| Geschäftsentwicklung | 2022 23 TEUR |
2021 22 TEUR |
Veränderung % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 46.727 | 39.222 | 19,1% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 191 | 133 | 43,7% |
| Betriebsleistung | 46.918 | 39.355 | 19,2% |
| Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) | -6.830 | -4.536 | -50,6% |
| Operative Marge1 | -14,6% | -11,5% | |
| Beteiligungserträge | 69.824 | 51.226 | 36,3% |
| Finanzerfolg | 76.266 | 55.784 | 36,7% |
| Ergebnis vor Steuern | 69.436 | 51.248 | 35,5% |
| Jahresüberschuss | 65.903 | 47.699 | 38,2% |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 228.575 | 660 | 34509,3% |
1 Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung
Die Umsatzerlöse der AGRANA lagen im Geschäftsjahr 2022|23 mit 46.727 Tsd. € insgesamt über dem Vorjahresniveau (+7.505 Tsd. € bzw +19,1%). Bei den Erträgen aus Lizenzeinnahmen verzeichnete man einen Anstieg (+4.612 Tsd. € bzw +26,8%). Eine ebenfalls positive Entwicklung zeigten die Erträge aus Konzernverrechnungen (+2.870 Tsd. € bzw +13,3%).
Der Betriebserfolg (operatives Ergebnis) reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um -2.294 Tsd. € (bzw. 50,6%) auf –6.830 Tsd. €. Diese Veränderung resultiert trotz des Anstiegs der Umsatzerlöse vor allem aus erhöhten Personalaufwendungen (+3.580 Tsd. € bzw. +21,9%) und gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+6.475 bzw. +26,1%). Im Personalaufwand des Vorjahres war eine ertragswirksame Auflösung der Pensionsrückstellung von 2.262 Tsd. € enthalten.
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf Mehraufwendungen bei den Rechts- und Beratungskosten für strategische Konzepte und Projekte (+2.246 Tsd €) als auch erhöhte Ausgaben im IT-Bereich (+2.584 Tsd €) zurückzuführen, unter anderen aber auch nach der Corona-Zeit normalisierte Aufwendungen für beispielsweise Reise- bzw. Veranstaltungskosten.
Die Beteiligungserträge haben sich im Geschäftsjahr 2022|23 um +18.598 Tsd. € bzw +36,3% erhöht. Dies ist vor allem bedingt durch die Dividendenausschüttung der AGRANA Zucker GmbH.
| Bilanzkennzahlen | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | % | |
| Bilanzsumme | 1.260.844 | 1.049.815 | 20,1% |
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 | 0,0% |
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 1.120 | 1.284 | -12,8% |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 417.025 | 417.025 | 0,0% |
| Andere Finanzanlagen | 449.259 | 221.259 | 103,0% |
| Eigenkapital | 760.710 | 741.674 | 2,6% |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 449.000 | 271.000 | 65,7% |
| Eigenkapitalquote1 | 60,3% | 71,0% | -10,7 pp |
| Haftungsverhältnisse | 365.865 | 315.619 | 15,9% |
1 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital
Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzieren sich im Vergleich zum Vorjahr um -164 Tsd. €. Den Investitionen in Höhe von 575 Tsd. € stehen Abschreibungen in Höhe von 643 Tsd. € gegenüber. Die wesentliche Veränderung betrifft den Buchwertrückgang sowohl bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung und EDV-Software.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Andere Finanzanlagen beinhalten Ausleihungen an verbundene Unternehmen die nach der Aufnahme des Schuldscheindarlehens im Geschäftsjahr 2022|23 um 228.000 Tsd. € erhöht wurden.
Die Eigenkapitalquote von 60,3 % ist im Vergleich zum Vorjahr (71,0 %) gesunken, und zeigt eine stabile und solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich im Geschäftsjahr um 178.000 Tsd. € erhöht, dies ist vor allem auf die Ausgabe des ESG-Rating-gebundenen Schuldscheindarlehens im Dezember 2022 zurückzuführen.
| 2022 23 | 2021 22 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | % | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | -21.332 | -5.263 | 305% |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -152.097 | 54.592 | -379% |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 131.050 | -2.458 | -5431% |
| Cashflow aus flüssigen Mitteln | -42.380 | 46.871 | -190% |
| Bestand an flüssigen Mitteln1 | 294.993 | 337.373 | -13% |
1 einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH 28.02.2023: 294.991 Tsd. €; 28.02.2022: 337.358 Tsd. €.
Im Geschäftsjahr wurde erstmals die Gliederung gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 Geldflussrechnung (UGB) vorgenommen, deshalb wurden auch die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich um -206.689 Tsd. € auf -152.097 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2022|23 ist der negative Cashflow vor allem durch die Zunahme bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen bedingt.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 131.050 Tsd. € resultiert aus der Dividendenauszahlung von -48.867 Tsd. € (im Vorjahr: -53.116 Tsd. €) und der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 178.000 Tsd. € im Rahmen der Ausgabe des ESG-Rating-gebundenen Schuldscheindarlehens.
Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider.
Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. zu 100 % gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten.
Die restlichen Anteile auf 100 % der "Segment-Gesellschaften" Stärke und Frucht werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) gehalten.

Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH ist jene Gesellschaft, die das Vermögen der beiden österreichischen Zuckerfabriken besitzt und diese lenkt. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Segment Zucker | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung %/pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 884.607 | 666.173 | 32,8% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -22.911 | -26.116 | 12,3% |
| Umsatzerlösen | t€ | 861.696 | 640.057 | 34,6% |
| EBITDA1 | t€ | 65.933 | 6.920 | 852,8% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 38.024 | -23.305 | 263,2% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 7.636 | -5.742 | 233,0% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | 901 | -2.072 | 143,5% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 46.561 | -31.119 | 249,6% |
| EBIT-Marge | % | 5,4 | -4,9 | 10,3 pp |
| Investitionen2 | t€ | 34.252 | 20.702 | 65,5% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 1.906 | 1.892 | 0,7% |
1
Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Der Absatz über alle Produkte hinweg war im Geschäftsjahr 2022|23 stabil, wobei es bei den Hauptprodukten (Zucker) einen geringfügigen Mengenrückgang gab. Bei den Nebenprodukten (inklusive sonstige Produkte) gab es einen leichten Absatzanstieg. Die AGRANA-Zuckermärkte entwickelten sich unterschiedlich. Während im Retailbereich Mengenrückgänge verzeichnet wurden, konnten im Industriesektor die Absätze moderat erhöht werden.
Seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2020|21 erholen sich die Zuckerverkaufspreise stetig. Im Retailgeschäft waren die Preise im Geschäftsjahr 2022|23 um rund 40 % höher als im Vorjahr, im Industriebereich lagen die Verkaufspreise aufgrund neuer Verträge mit den Kunden ebenfalls markant über dem Durchschnittswert des Vorjahres.
Das EBIT lag sehr deutlich über dem schwachen Vorjahreswert. Markant gestiegene Zuckerverkaufspreise konnten die wesentlich höheren Rohstoff- und Energiepreise deutlich überkompensieren.
Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2022|23 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus und war im Übrigen das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Der Ergebnisbeitrag erhöhte sich deutlich von 1,9 Mio. € auf 9,9 Mio. €. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, trug aufgrund des herausfordernden Marktumfeldes für Betain und hoher Energiepreise negativ zum Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen bei (-2,3 Mio. €; Vorjahr: 7,6 Mio. €).
Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärkeund Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus. Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
| Segment Stärke | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| %/pp | ||||
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.306.594 | 1.020.436 | 28,0% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -12.779 | -10.029 | -27,4% |
| Umsatzerlösen | t€ | 1.293.815 | 1.010.407 | 28,0% |
| EBITDA1 | t€ | 116.750 | 106.391 | 9,7% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 69.168 | 57.929 | 19,4% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 11.021 | 13.761 | -19,9% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 80.189 | 71.690 | 11,9% |
| EBIT-Marge | % | 6,2 | 7,1 | -0,9 pp |
| Investitionen2 | t€ | 30.985 | 24.283 | 27,6% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 1.147 | 1.137 | 0,9% |
1
Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Das Marktgeschehen auf den Produktmärkten des Segmentes Stärke war 2022|23 vom Krieg in der Ukraine und dessen Folgen beeinflusst. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten erforderten die Weitergabe der erhöhten Herstellungskosten an die Kunden. Diese haben aber gleichzeitig die Lieferfähigkeit und Versorgungssicherheit durch AGRANA wertgeschätzt. Der Umsatz stieg 2022|23 um 28 % durch die angepassten Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio. Die Absatzmengen waren gegenüber dem Vorjahr rückläufig.
Unabhängig von Herstellungskostenentwicklungen orientiert sich der Ethanolmarktpreis an den Platts-Notierungen, die im Berichtsjahr eine sehr hohe Schwankungsbreite aufwiesen. Hohe Energiepreise unterstützten die Ethanolnotierungen noch im ersten Halbjahr 2022|23, initiierten aber auch große Importorders für den europäischen Markt.
Die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten im Segment Stärke waren auf die massiv gestiegenen Getreidepreise zurückzuführen. Gleichzeitig kam es zu einem extremen Anstieg bei den Energiepreisen. Die in Summe deutlich gestiegenen Herstellungskosten konnten nicht zur Gänze durch Verkaufspreisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden und belasteten die Margen. Ergebnisstärkend wirkten die Preisentwicklungen bei den Nebenprodukten (v.a. bei Hochproteinen). Insgesamt konnte im Berichtsjahr ein EBITDA von 116,8 Mio. € erzielt werden, das moderat über dem Vorjahreswert lag. Das operative Ergebnis betrug 69,2 Mio. € und lag um 19,4 % über dem Vorjahreswert.
Im Geschäftsjahr 2021|22 stieg auch der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 28 % auf 457,6 Mio. €. Die Geschäftsentwicklung folgte dem generellen Trend deutlich gestiegener Mais- und Energiekosten und dadurch massiv gestiegener Produktionskosten. Während sich die Preise für Verzuckerungsprodukte erholten, sanken die Margen für Ethanol. Insgesamt wies die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 41,5 Mio. € (Vorjahr: 34,1 Mio. €) aus. Das PAT betrug 22,0 Mio. € (Vorjahr: 27,5 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 11,0 Mio.€ (Vorjahr: 13,8 Mio. €) sank.
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| Segment Frucht | 2022 23 | 2021 22 | Veränderung %/pp |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.482.895 | 1.251.846 | 18,5% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -964 | -766 | -25,8% |
| Umsatzerlösen | t€ | 1.481.931 | 1.251.080 | 18,5% |
| EBITDA1 | t€ | 94.460 | 93.341 | 1,2% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 51.241 | 51.857 | -1,2% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | -89.731 | -67.696 | -32,5% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | -38.490 | -15.839 | -143,0% |
| EBIT-Marge | % | -2,6 | -1,3 | -1,3 pp |
| Investitionen2 | t€ | 37.679 | 37.382 | 0,8% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 5.677 | 5.662 | 0,3% |
1
Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um rund 15 %, was auf Preissteigerungen in Folge der signifikant gestiegenen Rohstoff- und Herstellungskosten zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden in allen Regionen verzeichnet, wobei es in Mexiko, Nordamerika, Australien und Russland die höchsten positiven Abweichungen gab. Signifikant fiel auch die Steigerung in Argentinien aus, welche hier v.a. mengengetrieben war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Verkaufsmengen bei den Non-Dairy-Fruchtzubereitungen und rückläufige Mengen im Molkerei-Bereich sowie im Bereich Handel mit Früchten.
Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag signifikant unter dem Vorjahresergebnis. Ergebnisverbesserungen in Mexiko (höhere Margen) und in Russland (positive Auswirkungen aus dem Wechselkurs) konnten die Ergebnisrückgänge, v.a. in den Regionen Europa (primär gestiegene Energiekosten) und Asien-Pazifik (Mengenrückgänge in Südkorea und China), bei weitem nicht kompensieren.
Auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen wirkte sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -91,1 Mio. € (Vorjahr: -64,8 Mio. €) sehr negativ aus. Neben dem weiter andauernden Krieg in der Ukraine und den Verwerfungen an den Energie- und Rohstoffmärkten lösten vor allem rasant steigende Kapitalkosten eine Werthaltigkeitsprüfung für die Cash Generating Unit Frucht im zweiten Quartal 2022|23 aus. Dabei wurden zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Assets (-2,8 Mio. €) und Goodwill (-88,3 Mio. €) verbucht (Vorjahr: "kriegsbezogen" -62,5 Mio. €, "geschäftsbezogen" -2,3 Mio.€).
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnten im Geschäftsjahr 2022|23 deutlich gesteigert werden. Das signifikant über dem Vorjahr liegende operative Ergebnis war auf eine verbesserte Margensituation, sowohl bei Buntsaftkonzentraten als auch bei Apfelsaftkonzentraten, zurückzuführen; aus der Ernte 2022 konnten historisch hohe Deckungsbeiträge erzielt werden. Des Weiteren entwickelte sich der Added Value-Bereich sehr positiv und Wachstumsziele, v.a.bei FTNF1 -Aromen, konnten übertroffen werden. Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von +1,4 Mio. € wirkte sich auch positiv auf das EBIT im Fruchtsaftkonzentratbereich aus. Ein Teil der zum 28. Februar 2022 gebildeten Wertberichtigungen für Forderungen und Vorräte aufgrund des Krieges in der Ukraine konnte nämlich bereits aufgelöst werden.
Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.
Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.
Die AGRANA Group-Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.
AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst.
Wir bei AGRANA…
AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.
Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeit entlang ihrer Produktwertschöpfungskette identifiziert:
Die SAI Plattform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.
Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Plattform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 109 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA Silber-Status erreichen.
Im Berichtsjahr wurde eine Wesentlichkeitsanalyse nach den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) durchgeführt. Die Tabelle auf der nächsten Seite gibt einen Überblick über die Einschätzung interner Expertinnen und Experten hinsichtlich (positiver oder negativer, potenzieller oder tatsächlicher) Auswirkungen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft (inside-out Perspektive) in unterschiedlichen, nachhaltigkeitsrelevanten Aspekten. Die Auswirkungen wurden bezüglich ihres Ausmaßes, ihrer Tragweite und ihrer Behebbarkeit im Falle negativer Auswirkungen gemäß des Standards GRI 3 beziehungsweise dem zum Berichterstellungszeitpunkt vorliegenden Entwurf der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSR-D) mit einem Zahlenwert beurteilt.
Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2022|23 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Das SEDEX-Assessment und Audit zielt vor allem auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) ab, enthält aber auch einige Fragen zu Umweltaspekten.
Seit 2010 ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Mitglied des Vereins ARGE Gentechnik-frei, welcher das Ziel hat, verlässliche Rahmenbedingungen für Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Gentechnik-freien Lebensmitteln zu schaffen.
In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.
Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 18 lokalen Frucht-NPD1 -Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig.
Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.
| F&E-Kennzahlen | 2022 23 | 2021 22 | |
|---|---|---|---|
| F&E-Aufwendungen (Intern und extern) | Mio. € | 23,1 | 20,0 |
| F&E-Quote2 | % | 0,64 | 0,69 |
| Mitarbeiter in F&E (Köpfe) | 324 | 315 |
Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2022|23 durchschnittlich 8.932 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.877 Mitarbeitende), davon 2.486 (Vorjahr: 2.476) in Österreich und 6.446 (Vorjahr: 6.401) international.
Im Geschäftsjahr 2022|23 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.932 FTEs (Vorjahr: 8.691 FTEs) beschäftigt. Im Segment Frucht stieg die Personalanzahl hauptsächlich durch einen vermehrten Bedarf an temporären Mitarbeitenden einerseits aufgrund einer steigernden Nachfrage und andererseits aufgrund höherer Erntevolumina. Die Personalerhöhung im Segment Stärke ist aufgrund einer Erholung der Auftragslage und damit verbunden einer Wiederbesetzung von Positionen zurückzuführen. Im Segment Zucker hat hauptsächlich ein erhöhtes Produktionsvolumen zu einem Personalanstieg geführt.
Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und stabilisiert sowie neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem sollen die Effizienz der Personalprozesse verbessert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht werden. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.
Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Ein Projekt zur Evaluierung eines potenziellen Gender Pay Gaps wird im Geschäftsjahr 2023|24 durchgeführt, um diesen angesichts der internationalen Tätigkeit in vier unterschiedlichen Geschäftsbereichen aussagekräftig darstellen zu können.
Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2022|23 unterlagen 10,7 % (Vorjahr: 10,5 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.
Die Schwerpunkte im Aus- und Weiterbildungsbereich lagen im Geschäftsjahr 2022|23 auf der Förderung von bedarfsorientiertem Lernen und Führungskräfteentwicklung. Ein wichtiger Hebel in jeglicher Organisationentwicklung sind Führungskräfte. Ein wichtiger Schritt ist es daher, Führungskräften die nötige Unterstützung zu bieten und Werkzeuge an die Hand zu geben, um die erste Ansprechperson im Thema Personalentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sein.
AGRANA hat im Geschäftsjahr 2022|23 durchschnittlich 102 Lehrlinge (davon weiblich: 24 bzw. 23,5 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 72 Lehrlinge (davon weiblich: 11 bzw. 15,3 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien, Brasilien, Tschechien und Slowakei, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 30 Lehrlinge (davon weiblich: 13 bzw. 43,3 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Chemieverfahrenstechnik, Elektrotechnik, Industrielehre, Informationstechnologie, Labortechnik (Chemie), Lebensmitteltechnik, Logistik, Maschinenbautechnik, Mechatronik, Metalltechnik, Technisches Zeichnen, Einkauf, Personaldienstleistung sowie Bürokaufmann/-frau.
COVID-19 hat sich im dritten Jahr zu einer lokal, saisonal auftretenden Krankheit - wie viele andere auch - gewandelt. In der Verwaltung wurden die in der Zeit der COVID-19-Pandemie geschaffenen Formen der Zusammenarbeit und Arbeitszeit- und Orts-Flexibilisierung dauerhaft im Unternehmen verankert. Dazu wurden gut abgestimmte Spielregeln, die eine Kultur des Vertrauens und der Ergebnisorientierung voraussetzen, etabliert.
Nichtsdestotrotz wurde die Kommunikation zu Abstands- und Hygieneregeln sowohl in der Produktion als auch unter den Angestellten fortgeführt. Dadurch sowie eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen (Umstellungen von Produktionsschichten und -planung, erhöhtes Ausmaß an Telearbeit/Home-Office, Unterstützung von Tests und Impfkampagnen etc.) konnte sowohl die Gesundheit der Mitarbeitenden als auch die Lieferfähigkeit gegenüber Kunden sichergestellt werden. Im Oktober 2022 wurde die allgemeine Lage als stabil eingestuft und das wöchentliche Reporting zu Infektionszahlen auf Konzernebene eingestellt.
Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2022|23 auf rund 2,1 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €), was 0,7 % (Vorjahr: 0,6 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.
Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen.
In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine - wenn auch unterschiedlich ausgestaltete - gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten.
Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien) sowie variable Arbeitszeit.
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.
Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.
Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.
Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten.
Der Vorstand bezieht bei der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie Aspekte der Nachhaltigkeit und damit verbundene Chancen und Risiken in Bezug auf Klimawandel, Umwelt, soziale Belange und Corporate Governance mit ein.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.
Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.
AGRANA verfolgt zur Stärkung ihres Kerngeschäfts und dem Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Maßnahmen, um die bestehenden Volatilitäten abzufangen und eine stabile Ertragslage zu erzielen.
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.
Zuckermarktordnung: Derzeit wird auf europäischer Ebene weiter an der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023- 2027 gearbeitet, deren Bestandteil auch die Zuckermarktordnung ist. Die neue Gemeinsame Agrarpolitik wird als Schlüssel zur Zukunftssicherung der Land- und Forstwirtschaft sowie zur Erreichung der Ziele des europäischen Green Deals gesehen. Die neue GAP enthält eine Reihe politischer Reformen zur Unterstützung des Übergangs zu einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft in der EU.
Im Dezember 2022 hat die Europäische Kommission (EK) die nationalen strategischen Pläne der Mitgliedstaaten genehmigt. Bis Ende Dezember 2023 soll die EK nun prüfen, ob diese nationalen strategischen Pläne auch mit dem Green Deal-Zielen der EK vereinbar sind. Ab 2024 sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, Performance Reports bei der EK abzugeben und diese in einem jährlichen Meeting auch zu präsentieren.
Freihandelsabkommen: Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.
Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben im Juni 2019 eine politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen erzielt. Der Antrag ging in jedem Mitgliedsland in einen Ratifizierungsprozess.
Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
EU Green Deal: Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um 55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990.
Aufgrund derzeit vieler noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal, können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.
Am 21. Dezember 2018 wurde die Erneuerbare Energie Richtlinie der EU (RED II) verabschiedet, die eine wesentliche Bedeutung für die Geschäftstätigkeit im Segment Stärke hat. Diese Richtlinie setzt auch die Zielwerte für den Zeithorizont 2021 bis 2030 fest. Die nationale Umsetzung erfolgte im Rahmen einer Novelle der Kraftstoffverordnung 2012, welche am 13. Dezember 2022 veröffentlicht und per 1. Jänner 2023 in Kraft gesetzt wurde.
Bis ins Jahr 2030 wird darin ein THG-Minderungsziel von 13 % festgeschrieben. Um dieses THG-Minderungsziel zu erreichen, wird die Einführung von E10 in Österreich als wesentliche Option zur Erreichung dieses Zieles gesehen. Zur Zeit wird bereits die Umsetzung der RED III in den Europäischen und Nationalen Gremien verhandelt, durch welche die Nutzung Erneuerbarer Energien gesteigert und die Treibhausgasemissionen verringert werden sollen.
Die EU-Entscheidung vom Oktober 2022 über das Ende von Verbrennungsmotoren in neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2035 wurde von AGRANA verfolgt, stellt nach aktueller Einschätzung aber kein relevantes Risiko für die Bioethanolproduktion dar. Einerseits ist Bioethanol nur ein Produkt im Rahmen des Kreislaufwirtschaftskonzeptes der Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich, andererseits wird Bioethanol im Rahmen des Ausstiegs aus fossilen Produkten Verwendungsmöglichkeiten abseits des Einsatzes in Treibstoffen finden.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittelund Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort.
Das Kartellverfahren gegen die AGRANA Zucker GmbH, das in den Vorjahresberichten erläutert wurde, ist mit dem von AGRANA erwarteten Ergebnis ohne Geldbuße rechtskräftig beendet worden. Die bereits im Vorjahr berichtete Klage gegen die AGRANA Stärke GmbH (Behauptung der Nichtlieferung zugesagter Produktmengen) wurde vor dem Handelsgericht Wien rechtskräftig abgewiesen.
Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.
Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird.
Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.
Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen, global verteilt, bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.
Die globale Verbreitung des Coronavirus und diverser Mutationen führte in der Vergangenheit weltweit zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. AGRANA ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und war daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen.
Sämtliche gesetzten Maßnahmen haben in der Gruppe ihre positive Wirkung gezeigt und es ist gelungen, im Berichtsjahr an weltweit allen (abgesehen von den ukrainischen) Produktionsstandorten den vollen Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus konnte das Funktionieren der Transportketten gesichert werden, sodass es zu keinen nennenswerten Verzögerungen in der Belieferung der Kunden kam.
Durch die bis Ende 2022 restriktive COVID-19-Politik der chinesischen Regierung waren die AGRANA Frucht-Standorte in China von Reiseeinschränkungen sowie erhöhten Schutzmaßnahmen in den Fabriken betroffen. Seit der Beendigung dieser Auflagen durch die Regierung hat sich die Situation weitgehend normalisiert. AGRANA Frucht konnte während der gesamten Dauer der Maßnahmen die zeitgerechte Belieferung der Kunden sicherstellen.
AGRANA gehört als Teil der kritischen Infrastruktur und Nahrungsmittelproduzent zu den weniger wirtschaftlich betroffenen Branchen. Dennoch können COVID-19 bzw. eventuelle neue Mutationen, trotz Impfungen, auch weiterhin Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft haben und es kann in Zukunft zu Beeinträchtigungen in der Beschaffung, Produktion und auf den Absatzmärkten kommen.
AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch kurzfristig stillgelegt. Nach kurzer Zeit konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden und wurde mit Anpassungen an die aktuelle Sicherheitslage weitergeführt. Rund 5 % der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen.
Die Produktion von Fruchtzubereitungen in der Ukraine hat sich auf ein Niveau von rund 50 % vor Kriegsausbruch eingependelt. Der Rückgang ist v.a. auf den Wegfall der Exportmärkte, sowie einen Rückgang des Binnenkonsums im Zuge des Krieges zurückzuführen. Die Verarbeitung der frischen Früchte konnte trotz der schwierigen Lage mit Energieversorgungsunterbrechungen und Arbeitsunterbrechungen durch Luftalarm in etwa auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Auch das Geschäft der landwirtschaftlichen Farm in Luka lief in ähnlichem Ausmaß wie vor dem Krieg weiter. Auf der Kundenseite gab es bisher nur kleinere Zahlungsausfälle.
Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in der Ukraine konnte trotz schwieriger Rahmenbedingungen und Energieversorgungsunterbrechungen mit nur geringfügigen Einbußen aufrechterhalten werden, sodass 90 % der budgetierten Mengen erreicht wurden. Die gesamte Produktion aus der Ernte 2022|23 sowie die Bestände 2021|22 wurden intern an die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, verkauft und in Folge von Österreich aus vermarktet und ausgeliefert. Es gab keine signifikanten Zahlungsausfälle und ein Teil der getroffenen Risikovorsorgen aus dem Jahresabschluss 2021|22 konnte aufgelöst werden.
In Russland bewirkt der Ukraine-Krieg maßgebliche Verschiebungen des Marktumfeldes. Während globale Marken Absatzrückgänge verzeichnen bzw. westliche Unternehmen das Land verlassen, profitieren lokale Unternehmen von dieser Entwicklung, weil sie dieses Geschäft, z.B. als neue Eigentümer, übernehmen. Auch bei AGRANAs größten Kunden waren in dieser Hinsicht im letzten Geschäftsjahr massive Veränderungen zu beobachten.
Aufgrund der implementierten Sanktionen gestaltet sich die Belieferung des russischen Werkes mit Importgütern zunehmend herausfordernd. Die Warenströme haben sich einkaufsseitig weg von Europa hin Richtung Asien bewegt. Davon betroffen waren neben Früchten auch Stabilisatoren, Verpackungsmaterialen und maschinelle Ersatzteile.
Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen.
Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko aus Cyber- und Sabotageattacken mit sich.
Im Geschäftsjahr 2022|23 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen.
Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, empfiehlt die TCFD die verstärkte Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken. Auch im Rahmen der Konformitätsprüfung für den Ausweis EUtaxonomiekonformer Umsätze, Investitionen (CAPEX) und Betriebsausgaben (OPEX) ist eine Klimawandelszenarioanalyse mit einem langfristigen Planungshorizont nachzuweisen.
Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und dem konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystem fünf Jahre.
Im Geschäftsjahr 2022|23 wurde eine Klimawandelszenarioanalyse gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie für alle 53 Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen der AGRANA-Gruppe durchgeführt. Ziel war es, die physischen Klimarisiken pro Standort zu erheben. Die Auswahl der sogenannten "climate hazards" (Gefährdungen durch den Klimawandel) erfolgte nach Vorgaben der EU-Taxonomie sowie der Einschätzung von Experten. Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende "akute climate hazards" als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Sturm, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als "chronische" Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Die Analyse entspricht auch den Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) in den relevanten Bereichen.
Zusätzlich wurde anhand von Fragebögen die Exposition der Produktionsstandorte ("exposure") und die potenzielle Beeinträchtigung von Produktionsprozessen ("vulnerability") – ausgelöst durch die verschiedenen "climate hazards" – erhoben. Die Beantwortung erfolgte durch die jeweiligen Werks- und Produktionsleiter aller 53 Standorte.
Das gesamte physische Klimarisiko setzt sich aus der Analyse der "climate hazards" sowie der Auswertung von "exposure" und "vulnerability" zusammen. Die Ergebnisse spiegeln die hohe Komplexität der zu verwendenden Klimamodelle sowie das subjektive Antwortverhalten der Befragten.
Im Rahmen dieser Modellierungen stellen vor allem Wasserknappheit1 und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für einige Standorte dar. Das vorläufige Gesamtklimarisiko für Produktionsstandorte wird im Geschäftsjahr 2023|24 durch eine nähere Detailanalyse evaluiert. Auf dieser Basis werden dann Adaptionsmaßnahmen geplant und implementiert, wodurch sich das gesamte physische Klimarisiko reduzieren wird. Die im Berichtsjahr 2022|23 gestartete Klimawandelszenarioanalyse wird im Geschäftsjahr 2023|24 analog für die Rohstoffbeschaffung durchgeführt.
Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und dem darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen. (siehe dazu Abschnitt Regulatorische Risiken)
AGRANA übt ihre Geschäftstätigkeit auf ökologisch und ethisch nachhaltige und legale Art und Weise aus. Soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung stehen bei AGRANA im Mittelpunkt. AGRANA ist der Initiative UN Global Compact beigetreten und ist somit verpflichtet deren Anforderungen umzusetzen. Die grundlegenden Werte, wie die Achtung der Menschenrechte, sind in AGRANAs Verhaltenskodex verankert. Die Einhaltung des Verhaltenskodex ist für Mitarbeitende, Führungskräfte und Geschäftspartner verpflichtend. Der AGRANA-Konzern führt laufend Risikobewertungen und Due Diligence-Prozesse, auch hinsichtlich sozialer Aspekte, durch.
Sowohl die in diesem Risikobericht beschriebenen auf AGRANA wirkenden als auch die durch AGRANAs Geschäftstätigkeit ausgelösten Risiken und tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die ergriffenen Maßnahmen, wie z.B. die Entwicklung einer AGRANA-Klimastrategie, werden im Kapitel Nicht-finanzielle Erklärung genauer beschrieben. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs-, Energie- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Die unsichere Verfügbarkeit von Einsatzfaktoren wie z.B. Energie hat zu einem deutlichen Preisanstieg geführt. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.
Trotz der sich nach oben bewegenden EU-Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns aufgrund der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der im letzten Geschäftsjahr deutlich gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Hilfs- und Betriebsstoffe sowie aufgrund der nach wie vor gegebenen Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer des Krieges in der Ukraine sowie des Wegfalls der Sonderzulassungen für Neonicotinoide deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren.
Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
1 Die Ergebnisse im Klimawandelszenario für Wasserknappheit wurden auf Grundlage der Datenbank "Aqueduct Global Maps 3.0 Data" ermittelt. Auf Empfehlung von Experten sowie aktuellem Entwurf der CSR-D berichtet AGRANA Risikostandorte hinsichtlich Wasserstress weiterhin nach den öffentlich, kostenfrei zugänglichen Bewertungsinstrumenten Aqueduct Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter.
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.
Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.
Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1 -System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.
Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinnund Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.
Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.
Eine interne Risikoanalyse ist auch Bestandteil des AGRANA Compliance-Managementsystems. Sie basiert auf allgemein anerkannten Indizes, die die Compliance-Risiken länderspezifisch bewerten; zusätzlich werden die konkreten unternehmensspezifischen Risiken evaluiert. Die Risikoanalyse wird zwischen dem Konzern-Risikomanagement und dem Compliance-Office abgestimmt.
Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2023 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2022: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2022: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dkfm. Markus Mühleisen, MBA von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Ingrid-Helen Arnold, MBA seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.
Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.
Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.
Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des ÖCGK. Im Geschäftsjahr 2022|23 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2021 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 23. November 2022 und 16. Februar 2023 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig der Erklärung über die Einhaltung des Kodex zugestimmt.
Gemäß Regel 62 des ÖCGK ist die Umsetzung und die Einhaltung der einzelnen Regeln des Kodex regelmäßig, zumindest alle drei Jahre einer externen Evaluierung zu unterziehen. Dies erfolgte für das Geschäftsjahr 2020|21 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft auf Basis des Fragebogens zur Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance (Fassung Jänner 2021). Der Bericht über diese externe Evaluierung ist unter www.agrana.com/ir/corporate-governance abrufbar. Im Geschäftsjahr 2023|24 wird eine neuerliche externe Evaluierung zur Einhaltung der Regeln des Kodex erfolgen.
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte 2022|23 keine Zweigniederlassungen.
Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.
Wesentliche Unsicherheitsfaktoren für die nachfolgende Prognose bleiben der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen. Wegen der unvorhersehbaren Entwicklungen des Krieges können u.a. außergewöhnliche Kostensteigerungen und Nachfragerückgänge nicht ausgeschlossen werden. Die Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten haben sich seit dem Ausbruch des Krieges nochmals verstärkt. Den AGRANA-Planungen liegen die Annahmen zugrunde, dass die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet bleibt und dass gestiegene Preise, insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich, auch in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können.
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2023|24 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 150 Mio. € sowohl deutlich über dem Wert von 2022|23, als auch über den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen. Etwa 16 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.
AGRANA geht davon aus, bis spätestens Ende 2023 von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validierte, wissenschaftsbasierte Emissionsreduktionsziele veröffentlichen zu können (siehe Kapitel AGRANA-Klimastrategie). Zudem wird im Geschäftsjahr 2023|24 der Corporate Carbon Footprint für das Geschäftsjahr 2022|23 nach den Vorgaben des SBTi-Leitfadens für Unternehmen aus dem "Forest-, Land- and Agriculture"-Sektor berechnet und die AGRANA-Klimastrategie entsprechend angepasst. Ein weiterer Fokus wird auf der Berechnung von AGRANA-spezifischen Emissionsfaktoren der wichtigsten agrarischen Kulturen liegen. Zudem werden Projekte im Bereich der regenerativen Landwirtschaft zusammen mit verschiedenen Partnern entlang der Wertschöpfungskette konzeptioniert und implementiert.
Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird für das kommende Geschäftsjahr 2023|24 mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis vor Steuern auf aktuellem Niveau gerechnet.
Wien, am 28. April 2023
Der Vorstand:
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Ingrid-Helen Arnold, MBA
Mag. Stephan Büttner Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer
Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2023 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;
dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022|23 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 28. April 2023
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Wir haben den Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 28. Februar 2023, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 28. Februar 2023 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 866.024.765,83 (zum 28. Februar 2022: EUR 638.024.766) stellen einen wesentlichen Anteil an den Aktiva der Gesellschaft dar. Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an verbundene Unternehmen kann in der Regel überwiegend, mangels Verfügbarkeit, nicht auf Basis von Marktpreisen erfolgen. Die Ermittlung des beizulegenden Werts erfordert somit Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen. Dazu zählen insbesondere geplante Zahlungsströme, zukünftige Marktgegebenheiten, Wachstumsraten und Kapitalkosten. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung haben.
Aufgrund des beschriebenen Sachverhalts wurde die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an verbundene Unternehmen von uns als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt bei unserer Prüfung berücksichtigt.
Wir haben:
die Wertansätze einzelner Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen stichprobenhaft geprüft und
Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in ausgewählten Fällen auf deren Werthaltigkeit geprüft.
Die angewandten Bilanzierung- und Bewertungsmethoden sind UGB-konform. Wir erachten die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen als vertretbar.
Vgl. Kapitel 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter 2.2. Anlagevermögen, Unterpunkt Finanzanlagen im Anhang zum Jahresabschluss.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben, keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 8. Juli 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. September 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019/20, endend mit Stichtag 29. Februar 2020, Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.
Wien, am 28. April 2023
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
gezeichnet: Mag. (FH) Werner Stockreiter Wirtschaftsprüfer
der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB
| Zahlung einer Dividende von 0,90 € pro Stammaktie (nennbetragslose Stückaktie), das sind |
56.240.078 |
|---|---|
| Auf 62.488.976 Stück dividendenberechtigte Stammaktien | |
| diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: | |
| Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, | |
| Das Geschäftsjahr vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023 schließt mit einem Bilanzgewinn von |
82.561.659 |
| 2022 23 € |
AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]
Mag. Ulrike Middelhoff Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]
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Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
Betreffend der Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | oder | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | oder | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | oder | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | oder | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Bezüglich Definitionen zu Finanzkennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2022|23 auf Seite 228 verwiesen.
AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in diesem integrierten Geschäftsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.
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