Annual Report • Jun 26, 2020
Annual Report
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Jahresfinanzbericht 2019|20
Bereit für die Zukunft.
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für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 der AGRANA Beteiligungs-AG
Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle 4
Nachhaltigkeitsausblick 2020|21 68
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Rund 9.300 Mitarbeiter (FTEs)1 an 57 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2019|20 einen Konzernumsatz von rund 2,5 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v. a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungsund Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.
1 Die Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB wurde erstellt in Übereinstimmung mit dem Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI), konkret deren Version GRI-Standards "In accordance – Core".
Nachhaltigkeitsziele der AGRANA-Segmente
Bereich Fruchtzubereitungen Ziel in der Lieferkette bis 2025|26:
█ 20% der verarbeiteten Fruchtmenge erfüllt FSA-Silber oder -Äquivalent (siehe Seite 29)
Energie- und Umweltziele bis 2025|26:
Ziel zu Arbeitnehmerbelangen bis 2025|26:
█ 100% der Produktionsstandorte verfügen über ein gültiges Sozialaudit
Bereich Fruchtsaftkonzentrate
Ziel in der Lieferkette bis 2030:
█ 100% nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 30)
Energie- und Umweltziele bis 2020|21:
Energie- und Umweltziele bis 2020|21:
Einsparungsziel von 65 GWh durch anlagentechnische Effizienzmaßnahmen bereits realisiert durch Einsparung von 91 GWh (seit 2015|16)
Energie- und Umweltziele bis 2020|21:
Die Erreichbarkeit dieser Ziele wird maßgeblich von der quantitativen und qualitativen Rohstoffverfügbarkeit beeinflusst (siehe Seite 44).
AGRANA bekennt sich zur bilanziellen CO2-Neutralität bis 2040. Das Unternehmen wird bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 parallel zum Auslaufen seiner aktuellen Zielsetzungsperiode einen konkreten Etappenplan zur Dekarbonisierung entwickeln.
Arbeitssicherheitsziele aller AGRANA-Segmente siehe Seite 55.
Vertragslandwirtschaft/Kontraktlandwirtschaft
3 Pro Tonne Produkt-Output
4 Das Ziel gilt für die Fruchtzubereitungswerke (exklusive Erstverarbeitungsanlagen) in den GRI-Berichtsgrenzen
AGRANA berichtet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit (Beschreibung des Geschäftsmodelles, siehe Seite 4f ) wesentliche nicht-finanzielle Belange – mit einem grünen Fingerabdruck gekennzeichnet – in den Konzernlagebericht integriert. Diese Nicht-finanzielle Erklärung bietet einen Überblick über AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis, Governance-Strukturen zum Thema Nachhaltigkeit, die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse, Managementansätze der wichtigsten nicht-finanziellen Belange und deren organisatorische und inhaltliche Berichtsgrenzen sowie relevante Leistungsindikatoren auf Gruppen-Ebene. Details zu Maßnahmen und Leistungsindikatoren sowie Ziele in den einzelnen Bereichen werden in den Segmentberichten, im Personal- und Sozialbericht sowie im Corporate Governance-Bericht dargestellt.
AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst. Wir bei AGRANA…
AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.
| Wesentliche Stakeholder-Gruppen | Formate des Dialogs |
|---|---|
| Rohstofflieferanten | Regelmäßige Beratungsgespräche im Rahmen des AGRANA4you-Programmes, Feldbegehungen und Versuchsbesichtigungen, Kontrahierungsveranstaltungen (Segmente Stärke und Zucker), Feld- und Fachtage (z.B. BETAEXPO) zu unterschiedlichen Themen |
| Industriekunden | Persönliche Kundenbesuche, Kundenzufriedenheits umfrage (Segment Frucht), Präsentationen auf Lebensmittel-, Futtermittel- sowie Kosmetikmessen |
| Anrainer | Teilnahme mehrerer österreichischer AGRANA Produktionsstandorte an der Langen Nacht der Forschung, Familientag der BETAEXPO, persönliche Kontakte im Rahmen des Anrainermanagements |
| Investoren, Öffentlichkeit | Laufende Investor Relations- und Public Relations-Arbeit; Aktionärsfahrt (für Privatanleger) und Capital Markets Day (für institutionelle Investoren), Roadshows für institutionelle Investoren in ausgewählten Städten in Europa, USA und Kanada; Pressekonferenzen und Hintergrundgespräche |
AGRANA veredelte im Geschäftsjahr 2019|20 in den Geschäftssegmenten Frucht, Stärke und Zucker weltweit rund 8,4 Mio. Tonnen (Vorjahr: 9,0 Mio. Tonnen) agrarische Rohstoffe und verkaufte rund 5,4 Mio. Tonnen (Vorjahr: 5,4 Mio. Tonnen) daraus gewonnene hochwertige Produkte.
Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeit entlang ihrer Produktwertschöpfungskette identifiziert:
Im Rahmen der Überarbeitung ihrer Wesentlichkeitsanalyse im Geschäftsjahr 2017|18, an der neben dem AGRANA-Nachhaltigkeitskernteam auch ausgewählte repräsentative Stakeholder1 teilnahmen, wurden die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen einzelner Nachhaltigkeitsaspekte der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft und die Umwelt eingeschätzt. Die bedeutendste gesellschaftliche Auswirkung hat die AGRANA-Gruppe, v. a. in den Segmenten Stärke und Zucker, durch ihre energieintensive Veredelung agrarischer Rohstoffe im Bereich Umwelt- und Energieaspekte. Im Segment Frucht sind aufgrund der globalen Rohstoffbeschaffung die sozialen Auswirkungen der Lieferbetriebe im Rahmen der AGRANA-Fruchtbeschaffung höher einzuschätzen (Details und Ergebnisse siehe www.agrana.com/nachhaltigkeit/kernthemen-handlungsfelder). Um diesem Aspekt Rechnung zu tragen, hat AGRANAs weltweit tätiger Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen 2019|20 im Rahmen eines umfassenden Strategieprozesses unter Einbezug von Stakeholdern (ausgewählte Kunden und Lieferanten) neue Nachhaltigkeitsziele formuliert. Details zu den Ergebnissen und Zielen siehe Segmentbericht Frucht (Seite 29) sowie Wertschöpfungskette (Seite 6).
In diesen Bericht wurden alle Belange aufgenommen, die wesentliche gesellschaftliche Auswirkungen haben oder von hoher Bedeutung für AGRANAs Stakeholder sind (siehe GRI-Index, Geschäftsbericht 2019|20 ab Seite 196ff ).
Rohstoffbeschaffung Ökoeffizienz unserer Produktion Unsere Mitarbeiter Produktverantwortung Compliance Gesellschaftliches Engagement, Stakeholder-Einbindung
Segmentindividuelle Ziele in der Lieferkette Siehe Segmentberichte
Reduktion des direkten und indirekten Energieeinsatzes pro Tonne Produkt
Reduktion des Wassereinsatzes pro Tonne Produkt (siehe Segmentberichte)
wsk.agrana.com
Nachhaltigkeitsaufgaben sind integraler Bestandteil vieler bzw. aller Unternehmensfunktionen, die Darstellung gibt daher nur die für das Thema bedeutendsten Konzernfunktionen wieder. Diese funktionale Integration von Nachhaltigkeitsbelangen spiegelt sich auch in der Steuerungsverantwortung im Vorstand und Aufsichtsrat wider, die durch alle Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglieder gemeinschaftlich wahrgenommen wird.
Die organisatorischen Berichtsgrenzen für die in diesen Geschäftsbericht 2019|20 integrierten nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsbelange umfassen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit und entsprechen dem finanziellen Konsolidierungskreis. Daher sind in den nicht-finanziellen Daten die Joint Venture-Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) sowie die AGRANA-STUDEN-Gruppe (Segment Zucker) nicht enthalten (außer wo explizit anders gekennzeichnet). In Summe deckt die GRI- bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung damit 55 von insgesamt 57 Produktionsstandorten weltweit ab.
In diesem Abschnitt werden einerseits die auf AGRANA wirkenden Risiken im Sinne der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und andererseits die von AGRANA potenziell ausgelösten wesentlichen Risiken, die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Belange laut § 267a UGB haben, dargestellt. Er deckt auch die Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) ab. Daneben bietet er eine inhaltliche Abgrenzung und allgemeine konzernweite Übersicht zu Belangen, die für AGRANAs Stakeholder besondere Bedeutung haben.
Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, aber auch der potenziellen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Herstellung landwirtschaftlicher Rohwaren konzentriert AGRANA ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke) und beschränkt ihre nicht-finanzielle Berichterstattung auf diesen Bereich der Beschaffung.
AGRANA ist im Bereich der Beschaffung agrarischer Rohstoffe von physischen Risiken durch den Klimawandel z.B. in Form einer zunehmenden Anzahl von Extremwetterereignissen, verstärktem Schädlingsdruck und daraus resultierenden Herausforderungen im Bereich Rohstoffverfügbarkeit und Preisvolatilität direkt betroffen. Details zum Umgang mit diesen Risiken (siehe Kapitel Risikomanagement / Operative Risiken / Beschaffungsrisiken, Seite 58).
Andererseits trägt AGRANA im Rahmen ihrer Rohstoffbeschaffung indirekt zu potenziell negativen Auswirkungen des Rohstoffanbaus bei bzw.steht durch ihre Lieferantenauswahl damit in Verbindung. Dies betrifft negative ökologische Auswirkungen, wie z.B. Flächenverbrauch oder -konkurrenz, Pestizideinsatz, Bodenerosion, Wassermangel oder schlechte Wasserqualität sowie Reduktion der Biodiversität. Daneben könnten auch negative soziale Auswirkungen, wie z.B. Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit sowie schlechte Arbeitsbedingungen, durch AGRANAs Lieferbetriebe verursacht werden. Wenngleich AGRANA keinen direkten Einfluss auf die Betriebsführung ihrer Lieferanten hat, strebt sie im Rahmen des Vorsorgeprinzips durch ihre Lieferantenauswahl eine Vermeidung bzw. Minimierung dieser Umweltund Sozialrisiken an. AGRANA hat die Erwartungen an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten in ihren Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die für den Bereich der Sozialkriterien eine Referenz auf AGRANAs Verhaltenskodex enthalten, niedergeschrieben. Die Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte sind Bestandteil von Lieferverträgen.
Um Umwelt- und Sozialaspekte in der agrarischen Lieferkette unabhängig vom Beschaffungsmodell strukturiert bearbeiten und v. a. dokumentieren zu können, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei der SAI Platform, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Frucht, Stärke und Zucker an den für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.
Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v. a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.
Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 112 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber, Bronze oder "Noch nicht Bronze".
Im Geschäftsjahr 2019|20 leisteten AGRANA-Experten im Bereich landwirtschaftliche Produktion einen wertvollen fachlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Vorgaben und zur Vorbereitung der Version 3.0 des Farm Sustainability Assessment, die Ende 2020 in Kraft treten wird.
Zusätzlich zur direkten Anwendung des FSA stellt die SAI Platform ein umfassendes Benchmarking-System zur Verfügung, das gewährleistet, dass landwirtschaftliche Betriebe, die schon über einschlägige Zertifizierungen (z.B. Global GAP, Rainforest Alliance, Bonsucro etc.) verfügen oder an unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsprogrammen teilnehmen, eine FSA-Äquivalenz erhalten, was den Kontrollaufwand maßgeblich reduziert. Die geprüfte Einhaltung nationaler gesetzlicher Vorgaben oder die Zertifizierung nach internationalen bzw. unternehmensspezifischen Standards sowie die externe Verifizierung der betrieblichen Selbstauskünfte im Rahmen des FSA unter Einhaltung der Regeln des SAI Implementation Framework ermöglicht landwirtschaftlichen Produzenten und der verarbeitenden Industrie die Auslobung des jeweiligen FSA-Nachhaltigkeitsstatus im B2B-Bereich.
Die externe Verifizierung des FSA-Nachhaltigkeitslevels der AGRANA-Kontraktlandwirte unterliegt einem dreijährigen Zyklus, der mit dem Jahr 2017 begann. Für das kommende Geschäftsjahr sind in allen AGRANA-Segmenten Re-Verifizierungsaudits vorgesehen. Details bezüglich der Umsetzungsaktivitäten von AGRANAs Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte bzw. des FSA-Nachhaltigkeitsstatus in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker sind in den jeweiligen Segmentberichten (siehe Seiten 29, 36, 43) dargestellt.
Bewusstseinsbildung und Weiterbildung ist ein Basisbaustein von AGRANAs Zusammenarbeit mit ihren rund 9.400 Vertragsanbauern. Neben vielen Schulungsmaßnahmen in allen Segmenten veranstaltet AGRANA dafür zweimal jährlich die BETAEXPO, Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen. Am von rund 3.000 Interessierten besuchten Fachtag im Juni 2019 konnten sich die Besucher direkt an den jeweiligen Schauparzellen ein Bild zu den Sorten- und Düngeversuchen sowie den Ergebnissen des Einsatzes der verschiedenen Herbizid- und Fungizidvarianten machen. Der BETAEXPO-Familientag im September 2019, der unter dem Motto AGRANA4you stand, stellte AGRANAs Serviceleistungen durch die AGRANA-Berater, alle selbst praktizierende Landwirte, für AGRANAs agrarische Lieferanten in den Mittelpunkt.
Segment Stärke Segment Frucht
Biodiversität ist für AGRANA v. a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion, von Bedeutung. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. AGRANA setzt auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder zur Erhöhung der Artenvielfalt um. So unterhält AGRANA seit 2016 ein Projekt zum Schutz von Bienen, in dessen Rahmen an
allen österreichischen Standorten jeweils zehn Bienenstöcke aufgestellt wurden, die teilweise auch für Workshops zur Wissensvermittlung über die Zusammenhänge in der Natur für Volkschulen genutzt wurden.
Auf AGRANA indirekt wirkende wasserbedingte Risiken in ihrer Lieferkette, der landwirtschaftlichen Produktion, werden implizit im Rahmen der operativen Beschaffungsrisiken vom Risikomanagement erfasst (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 58). Die von AGRANA in der EU beschafften und verarbeiteten Ackerkulturen werden größtenteils nicht bewässert. Kennzahlen zur Wassernutzung in der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden daher v. a. aufgrund eingeschränkter Relevanz und auch aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit sowie -verlässlichkeit im internationalen Beschaffungsbereich nicht berichtet.
Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltbelangen stellt ihre Umweltpolitik dar, welche unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips die Grundlage zur Vermeidung bzw. Reduktion negativer ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen im Rahmen von AGRANAs Produktion bildet und auch einen Beschwerdeprozess enthält.
GJ pro Tonne Produkt-Output
Im Bereich der Energieversorgung wirken transitorische Risiken auf AGRANA, wie z.B. im Rahmen des Kampfes gegen den Klimawandel angedachte nationale gesetzliche Verbote (bestimmter) fossiler Brennstoffe oder eine CO2-Besteuerung, die bei fehlenden – zu wirtschaftlichen Konditionen verfügbaren – erneuerbaren Energieträgern die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens einschränken könnten (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement / Nicht-finanzielle Risiken, Seite 61).
Die v. a. in den Segmenten Stärke und Zucker energieintensive AGRANA-Veredelung von landwirtschaftlichen Rohstoffen, die auch dem EU-Emissionshandelssystem unterliegt, hat durch die entstehenden Treibhausgasemissionen negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Diese Auswirkungen liegen in AGRANAs direktem Einflussbereich. AGRANA nimmt ihre Verantwortung wahr und versucht schädliche Emissionen möglichst zu minimieren bzw. immer weiter zu reduzieren.
In Umsetzung dieses Zieles hat AGRANA 2014 begonnen, Energiemanagementsysteme einzuführen. Die Energiemanagementsysteme von 47,3% aller AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10) sind nach ISO 50001 zertifiziert.
Alle AGRANA-Segmente verfolgen für ihre Geschäftstätigkeit relevante Energiesparziele mit einer derzeitigen Zielsetzungsperiode von 2013|14 bzw. 2014|15 bis zum
Geschäftsjahr 2020|21. Der bisherige Fortschritt bei der Zielerreichung wird in den jeweiligen Segmentberichten (siehe Seiten 31, 37, 44) dargestellt.
AGRANA beschränkt ihre Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen auf Scope 1 (direkter Energieeinsatz bzw. direkte Emissionen) und Scope 2 (indirekter Energieeinsatz bzw. indirekte Emissionen), da Daten zu Scope 3, z.B. die agrarische Lieferkette betreffend, schwierig zu ermitteln sind bzw. teilweise (z.B. Geschäftsreisen) auch nur einen vergleichsweise kleinen CO2-Fußabdruck gegenüber Scope 1 und 2 auslösen. Grundsätzlich sind absolute Energieeinsatz- und Emissionswerte aufgrund jährlich teilweise stark schwankender Rohstoffverarbeitungsmengen (v. a. im Segment Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate) und dem damit verbundenen schwankenden Energieeinsatz wenig aussagekräftig bezüglich Effizienzverbesserungen.
Da die bestehenden AGRANA-Energieziele für die Periode 2014|15 bis 2020|21 den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens noch nicht Rechnung trugen, arbeitete AGRANA im Berichtsjahr intensiv an der Entwicklung einer Dekarbonisierungsstrategie in Übereinstimmung mit den bisher bekannten Vorgaben des europäischen "New Green Deal" und des österreichischen Energie- und Klimaplans, welche beide die bilanzielle CO2-Neutralität bis 2050 bzw.schon 2040 vorsehen.
Spez. Emissionen kg pro Tonne Produkt-Output
Segment Zucker Segment Stärke Segment Frucht
Emissionen (Scope 1+2) in der AGRANA-Gruppe
AGRANA bekennt sich zum Ziel der CO2-neutralen Produktion bis 2040. Dieses herausfordernde Ziel kann nur durch einen politisch und gesellschaftlich unterstützten Maßnahmenmix in mehreren Schritten erreicht werden. Die möglichen Maßnahmen gliedern sich in zwei wesentliche Kategorien, einerseits Energieeffizienzsteigerungen, andererseits den Umstieg auf erneuerbare Energieträger.
Während eine weitere Verbesserung der Energieeffizienz unter Nutzung heute bestehender Technologien nur begrenzt möglich ist, bieten sich für AGRANA im Bereich des Umstiegs auf erneuerbare Energieträger, abgesehen vom Zukauf von Strom aus erneuerbaren Quellen, auch Möglichkeiten eigener Energieerzeugung aus Biomasse.
AGRANA strebt bisher, wie in ihrem Prinzip der vollständigen Verwertung festgeschrieben und ganz im Sinne der Bioökonomie, die vollständige kaskadische Nutzung der landwirtschaftlichen Rohstoffe im Rahmen der Produktion von Haupt- und Nebenprodukten (Futterund Düngemittel) an. Der primäre Fokus neben der wirtschaftlichen Vermarktbarkeit der Produkte liegt dabei auf ihrer Nutzbarkeit für die menschliche Nahrungskette. Besondere Bedeutung kommt dabei AGRANAs hochwertigen gentechnikfreien Eiweißfuttermitteln zu, die die europäische Eiweißfuttermittellücke gedeckt durch Importe von überwiegend gentechnisch veränderten Sojafuttermitteln aus Übersee reduzieren helfen.
Eiweißarme Rohstoffreste könnten zukünftig grundsätzlich energetisch genutzt werden und fossile Energieträger ersetzen, wie in der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár, wo Rübenschnitzel und sonstige
Reststoffe bereits seit einigen Jahren zur Biogasproduktion verwendet werden (siehe Segmentbericht Zucker, Seite 44). Da die energetische Verwertung allerdings zu Lasten der Futtermittelerlöse erfolgt, bedarf es geeigneter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, um sie rentabel umsetzen zu können.
AGRANA wird bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 parallel zum Auslaufen ihrer aktuellen Zielsetzungsperiode einen konkreten Etappenplan zur Dekarbonisierung bis 2040 entwickeln, der neben einem zügigen Totalausstieg aus der Kohle- und Koksnutzung Projekte zur energetischen Verwertung von Biomasse enthalten wird.
Wasser, die weltweit gesellschaftlich wichtigste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Wassermangel bzw. der Entzug von Wasser in wasserarmen Regionen sowie schlechte Wasserqualität oder -temperatur bei Einleitung von Abwasser stellen ein ökologisches und soziales Risiko dar.
AGRANA hat 2019|20 unter Nutzung des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute, die die genannten und zahlreiche weitere Risiken abdecken, das Wasserrisiko für alle ihre Produktionsstandorte evaluiert. 15 bzw. 27% der AGRANA-Standorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10), der Großteil davon im weltweit tätigen Segment Frucht, lagen laut den Analysen der beiden Institute aus unterschiedlichen Gründen in Gebieten mit hohem
Wasserverbrauch in der AGRANA-Gruppe Mio. m3
Wasserverbrauch
oder sehr hohem Wasserrisiko. Wenngleich keiner der AGRANA-Produktionsstandorte bisher operativ tatsächlich von quantitativer oder qualitativer Wasserknappheit betroffen oder Auslöser wesentlicher Probleme für die umliegenden Wasseranrainer war, stellt die nachhaltige, verantwortungsbewusste und allen gesetzlichen Standards entsprechende Nutzung und Ableitung von Wasser einen bedeutenden Aspekt der AGRANA-Umweltpolitik dar. Weitere Details zum Umgang mit Wasser an den Produktionsstandorten siehe Segmentberichte (Seiten 31, 38, 45).
Im Rahmen ihrer Effizienzbemühungen nutzt AGRANA das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen. Zuckerrüben- und Apfelsaftkonzentratfabriken nehmen rund 75% bzw. 85% des von ihnen genutzten Wassers über die verarbeiteten Rohstoffe auf und stellen dieses nach Nutzung und allen gesetzlichen Auflagen entsprechender Aufbereitung anderen Wassernutzern wieder zur Verfügung. In Summe gibt die AGRANA-Gruppe mehr Wasser ab, als sie aufnimmt und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus.
AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Absolutwerte zu Wasserentnahme und -abgabe haben aufgrund schwankender jährlicher Rohstoffverarbeitungsmengen nur sehr eingeschränkte Aussagekraft bezüglich effizienter Wassernutzung. Einige AGRANA-Segmente verfolgen für ihre Geschäftstätigkeit relevante Wasserentnahmeziele mit der derzeitigen Zielsetzungsperiode bis zum Geschäftsjahr 2020|21. Der bisherige Fortschritt bei der Zielerreichung wird im jeweiligen Segmentbericht (siehe Seiten 31, 38, 45) dargestellt.
Ökonomische, ökologische und soziale Risiken bzw. Auswirkungen aus dem Bereich der Abfallentstehung und -entsorgung im Rahmen von AGRANAs Geschäftstätigkeit sind dank ihrer Unternehmensphilosophie begrenzt. Für AGRANA als Verarbeiter agrarischer Rohstoffe sind die von ihr eingesetzten landwirtschaftlichen Rohwaren viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten Prinzip der vollständigen Verwertung trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v. a. in den Segmenten Stärke und Zucker durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v. a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits gelangen dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.
(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10)
| 2019 20 | 2018 19 | 2017 18 | |
|---|---|---|---|
| Abfallmenge gesamt davon gefährliche Abfälle |
90.447 t 634 t |
107.917 t 585 t |
122.448 t 489 t |
| Abfall pro Tonne Produkt-Output davon gefährliche Abfälle |
21,7 kg 152 g |
25,9 kg 140 g |
26,2 kg 105 g |
Bezogen auf den gesamten Produktausstoß fielen im Geschäftsjahr 2019|20 rund 21,7 Kilogramm Abfall pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) an, wovon 152 Gramm auf gefährliche Abfälle entfielen. Diese wurden gesetzlichen Auflagen entsprechend gesammelt und qualifizierten Entsorgern zur sachgemäßen Behandlung übergeben (Details siehe Segmentberichte, Seiten 32, 38, 46).
Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Produkten je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von meist unter 10% auf den Carbon Footprint von AGRANA-Produkten hat, versucht das Unternehmen trotzdem, auch Transporte so weit sie in ihrem eigenen Einflussbereich liegen und dies infrastrukturell und wirtschaftlich möglich ist, nachhaltig zu gestalten.
So lag der Modalsplit 2019|20 für die In- & Outbound-Logistik in der AGRANA-Gruppe bei rund 75,4% Straße, 17,8% Schiene und 6,8% Wasser.
Die interne normative Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitern stellt der AGRANA-Verhaltenskodex dar, der zuletzt 2018|19 überarbeitet wurde. Er enthält u. a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Daneben werden auch Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen festgeschrieben. Seine Einhaltung soll ökonomische Risiken, wie schwierige Mitarbeiterfindung, ineffiziente Betriebsabläufe, Streiks und Reputationsverlust für AGRANA sowie soziale Risiken, wie ein unsicheres, gesundheitsgefährdendes, diskriminierendes, unfaires Arbeitsumfeld für die Arbeitnehmer vermeiden bzw. minimieren.
Die Arbeitsverhältnisse von rund 70% der AGRANA-Mitarbeiter1 weltweit unterlagen 2019|20 einem Kollektivvertrag. Die Interessen von etwa 80% der Mitarbeiter1 wurden durch einen lokalen Betriebsrat oder Gewerkschaftsvertreter repräsentiert. An jenen Standorten, wo keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat
AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechte eingerichtet, die für alle Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen. Daneben steht Mitarbeitern das AGRANA Whistleblowing-System zur Verfügung.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Alle AGRANA-Produktionsstandorte nehmen jährlich ein SEDEX Self-Assessment, welches v. a. auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinderund Zwangsarbeit) abzielt, vor. Im Geschäftsjahr 2017|18 haben alle Zuckerwerke in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10) und Stärkeproduktionsstandorte in Österreich ihre Selbstauskünfte im Rahmen von drei Jahre gültigen 4-Pillar SEDEX Members Ethical Trade Audits (SMETA) durch unabhängige Dritte überprüfen lassen. In Summe verfügten zum Bilanzstichtag 2020 rund 45,5% bzw. 25 der AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen über gültige SMETA- oder vergleichbare Sozialaudits. Es wurden keine wesentlichen Verstöße festgestellt. Die SMETA-Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.
Die im Geschäftsjahr 2019|20 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter werden im Personalund Sozialbericht (siehe Seite 51) kommentiert.
Die Risiken und Managementansätze sowie Aktivitäten des Geschäftsjahres 2019|20 zum Thema Gesetzesund Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung bzw. Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden im Bereich Compliance (siehe Geschäftsbericht 2019|20, Seite 27) im Corporate Governance-Bericht dargestellt.
Produktsicherheit und -qualität Oberstes Ziel der AGRANA-Qualitätspolitik ist es, den Kundenbedürfnissen entsprechende für den Verzehr sichere Lebens- und Futtermittel zu erzeugen. Die Einhaltung der zahlreichen geltenden nationalen und internationalen Anforderungen an die Produktsicherheit an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA oberste Priorität dar.
Zusätzlich zu den lokalen gesetzlichen Vorschriften für Lebens- und Futtermittel orientiert sich AGRANA an den internationalen Standards im Bereich Lebensmittelsicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der Food and Agriculture Organization und der World Health Organization). Im Codex Alimentarius wird mit den General Principles of Food Hygiene das sogenannte HACCP-System eingeführt. Hazard Analysis and Critical Control Point bedeutet, dass mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert werden. AGRANA hat bereits vor vielen Jahren HACCP-Systeme, die dem jeweiligen Produktionsprozess angepasst sind, in ihren Werken eingeführt. Die Einführung und v. a.regelmäßige Überprüfung eines HACCP-Systems garantiert, dass nur sichere Produkte den Standort verlassen.
In ihrem Bestreben nach Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit geht AGRANA über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat international anerkannte Standards für Produktsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt.
Das AGRANA-Qualitätsmanagementsystem hat sich zum Ziel gesetzt, die Ansprüche und Anforderungen von Kunden und anderen Interessenpartnern zu erkennen und bestmöglich zu erfüllen. Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit und Produktschutz. Die weltweit wichtigsten Standards in diesem Bereich bei AGRANA sind FSSC 22000 (Food Safety System Certification), ISO 22000 und IFS (International Food Standard). Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Die wesentlichen Standards für Futtermittelsicherheit sind der GMP+- und der EFISC Feed-Standard. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2019|20 100% der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. die jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.
Die kontinuierliche Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von AGRANA hergestellten Lebensund Futtermittel erfolgt durch externe Zertifizierungen, Kunden- und Lieferantenaudits sowie durch ein internes Auditsystem. Im Geschäftsjahr 2019|20 musste ein Endverbraucher betreffender Produktrückruf in Australien durchgeführt werden.
AGRANA-Produkte als Beitrag zum Klimaschutz Orientiert an den zu einem einheitlichen Klassifikationssystem (Taxonomie) genannten Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten1 hat AGRANA ihr Produktportfolio bewertet. Auf dieser Basis wurden folgende AGRANA-Produktkategorien als nachhaltig bzw. klimafreundlich definiert:
Unter Anwendung dieser Kriterien sind rund 56% der 2019|20 von AGRANA verkauften Produktmenge als nachhaltig bzw. klimafreundlich einzustufen. Das zunehmende Konsumentenbewusstsein, dass tägliche Konsumentscheidungen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, birgt daher auch für AGRANA Chancen, den Bereich ihres nachhaltigen und klimafreundlichen Produktportfolios weiter ausbauen zu können.
Auch im Geschäftsjahr 2019|20 kämpfte Zucker in der öffentlichen Diskussion bzw. in der medialen Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Thema Ernährung und Gesundheit mit einem negativen Image. Motiviert durch diesen medialen Druck und die 2016 in den EU-Mitgliedstaaten erzielte Verständigung, dass bis 2020 – ausgehend vom Basisjahr 2015 – insgesamt 10% weniger zugesetzter Zucker im gesamten Lebensmittelangebot enthalten sein soll, arbeiten Lebensmittelerzeuger und Handelsketten an Rezepturänderungen ihrer Produkte. Reformulierungen, die sehr oft allein Zucker ins Visier nehmen, greifen allerdings zu kurz. Letztlich ist nicht Zucker, sondern eine positive Energiebilanz, d.h. es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht, für Übergewicht verantwortlich. Ob diese Kalorien aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlenhydraten stammen, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
AGRANA hat es sich daher zum Ziel gesetzt, das Wissen über Ernährung im Allgemeinen sowie den Lebensstil und die Eigenschaften von Zucker im Speziellen zu verbessern und unterstützte daher auch im Berichtsjahr wieder Initiativen, wie das "Forum Ernährung heute" oder die "Österreichische Gesellschaft für Ernährung" (ÖGE) sowie die Plattform "Land schafft Leben".
Mit dem Sponsoring der Jugendarbeit eines Wiener Traditions-Fußballklubs möchte AGRANA Kinder und Jugendliche zu einem gesunden, aktiven Lebensstil und zu mehr Bewegung im Alltag motivieren.
Daneben fördert AGRANA auch bei ihren eigenen Mitarbeitern das Wissen und Bewusstsein zu ausgewogener Ernährung und einem gesunden Lebensstil durch eine Vielzahl an Aktivitäten (siehe Personal- und Sozialbericht, Seite 51).
Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten an denen sie tätig ist, engagiert. Im Rahmen dieses Engagements bringt sich AGRANA auch bei verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen sowie Branchen- und Interessenvertretungen ein (Mitgliedschaften siehe Seite 18).
UN Sustainable Development Goals Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit bzw. ihrer Nachhaltigkeitsschwerpunkte im Bereich Energieeffizienz, vollständiger Rohstoffverwertung und Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien bei der Beschaffung und Geschäftsethik unterstützt AGRANA v. a. die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs) 8, 13, 15 und 16, die im September 2015 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurden und erstmals auch die Privatwirtschaft in die Erreichung von Entwicklungszielen einbinden. Daneben trägt AGRANA aber auch zum Erreichen der Ziele 2 bis 7 sowie 12 und 14 bei.
Mitgliedschaften bei wesentlichen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen
| Initiative | Mitgliedsunternehmen | Seit | Ziel der Initiative und Mitglieder |
|---|---|---|---|
| Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2014 | Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken; Mitglieder: aus der Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung |
| The Sustainable Juice Covenant |
AUSTRIA JUICE GmbH | 2018 | Ziel: globale Initiative zur nachhaltigen Produktion von frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Saftkonzentraten; Mitglieder: Getränkeindustrie, v. a. Mitglieder der European Fruit Juice Association (AIJN) |
| Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) |
AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2009 | Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette; Mitglieder: rund 60.000 Unternehmen weltweit |
| EcoVadis | AUSTRIA JUICE GmbH sowie einige Standorte des Segmentes Frucht, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Zucker GmbH |
2013 | Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette; Mitglieder: rund 60.000 Unternehmen verschiedenster Industrien |
| ARGE Gentechnik-frei | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2010 | Ziel: Förderung/Sicherstellung der österreichischen GVO-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion; Mitglieder: gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungs kette inklusive vieler Einzelhändler |
| Bonsucro | AGRANA Zucker GmbH | 2014 | Ziel: Verbesserung der Nachhaltigkeit im Zuckerrohranbau sowie der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr; Mitglieder: Produzenten, Händler, Verarbeiter |
Mitgliedschaften bei Branchen- und Interessenvertretungen
| Branchen- und Interessenvertretung | Mitgliedsunternehmen | Wirkungsbereich |
|---|---|---|
| Industriellenvereinigung (IV) | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller | AGRANA Stärke GmbH | Deutschland |
| CEFS – Comité Européen des Fabricants de Sucre | AGRANA Zucker GmbH | EU |
| Starch Europe | AGRANA Stärke GmbH | EU |
| SGF International E.V. | AUSTRIA JUICE GmbH | weltweit |
Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019|20 (1. März 2019 bis 29. Februar 2020) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.
Eine detaillierte Übersicht der Zu- und Abgänge im Konsolidierungskreis ist im Konzernanhang (Seite 84ff ) zu finden. Insgesamt wurden 61 Unternehmen (28. Februar 2019: 62 Unternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (28. Februar 2019: 12 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | 2019 20 | 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| (verkürzt) | % / pp | |||
| Umsatzerlöse | t€ | 2.480.732 | 2.443.048 | 1,5% |
| EBITDA1 | t€ | 183.065 | 147.738 | 23,9% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 73.136 | 51.102 | 43,1% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||||
| unternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 16.727 | 12.222 | 36,9% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –2.813 | 3.294 | –185,4% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 87.050 | 66.618 | 30,7% |
| EBIT-Marge | % | 3,5 | 2,7 | 0,8 pp |
| Finanzergebnis | t€ | –17.191 | –15.372 | –11,8% |
| Ertragsteuern | t€ | –18.567 | –20.860 | 11,0% |
| Konzernergebnis | t€ | 51.292 | 30.386 | 68,8% |
| Ergebnis je Aktie | € | 0,77 | 0,41 | 87,8% |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2019|20 mit 2.480,7 Mio. € leicht über dem Vorjahr. Bei einem stabilen Fruchtumsatz (1.185,4 Mio. €; +0,5%) stand einem Umsatzrückgang im Segment Zucker (488,3 Mio. €; –2,6%) ein Anstieg im Stärkebereich (807,0 Mio. €; +5,8%) gegenüber.
56,7% (Vorjahr: 52,5%) des Konzernumsatzes wurden von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet.
Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug 2019|20 87,1 Mio. € und lag damit deutlich (+30,8%) über dem Vorjahr. Im Segment Frucht ging das EBIT v. a. aufgrund eines schwächeren Ergebnisses im Fruchtzubereitungsgeschäft um 27,7% auf 55,9 Mio. € zurück. Im Segment Zucker führten im Vergleich zum Vorjahr höhere Zuckerverkaufspreise zwar zu einer EBIT-Verbesserung, wenngleich das Ergebnis mit –44,0 Mio. € noch immer deutlich negativ war. Das EBIT im Segment Stärke konnte um 46,9% auf 75,2 Mio. € beträchtlich gesteigert werden. Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.
Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2019|20 –17,2 Mio. € (Vorjahr: –15,4 Mio. €). Die Verschlechterung beim Zinsergebnis (–2,9 Mio. €) war auf eine um durchschnittlich 150 Mio. € höhere Finanzverschuldung sowie den zusätzlichen Zinsaufwand von rund 1,0 Mio. € aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 Leasing zurückzuführen. Demgegenüber stand eine Verbesserung des Währungsergebnisses (+1,4 Mio. €). Im Vorjahr enthielt dieses aufgrund der Abwertung des argentinischen Peso noch einen hohen FX-Aufwand, während 2019|20 dieser Effekt aufgrund der Entschuldung der argentinischen Tochtergesellschaft vermieden werden konnte. Die Veränderung beim sonstigen Finanzergebnis (–0,3 Mio. €) war auf die Begebung des Schuldscheindarlehens der AGRANA Beteiligungs-AG im August 2019 sowie die Verlängerung eines syndizierten Kreditrahmens bei der AUSTRIA JUICE GmbH zurückzuführen.
| Finanzergebnis | 2019 20 | 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % | ||||
| Zinsergebnis | t€ | –8.409 | –5.513 | –52,5% |
| Währungsergebnis | t€ | –6.616 | –7.976 | 17,1% |
| Beteiligungsergebnis | t€ | 18 | 24 | –25,0% |
| Sonstiges Finanzergebnis | t€ | –2.184 | –1.907 | –14,5% |
| Summe | t€ | –17.191 | –15.372 | –11,8% |
Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg von 51,2 Mio. € im Vorjahr auf 69,9 Mio. €. Nach einem Steueraufwand von 18,6 Mio. €, dem eine Steuerquote von 26,6% (Vorjahr: 40,7%) entspricht, betrug das Konzernergebnis 51,3 Mio. € (Vorjahr: 30,4 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei 48,2 Mio. € (Vorjahr: 25,4 Mio. €), das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg auf 0,77 € (Vorjahr: 0,41 €).
Im Geschäftsjahr 2019|20 investierte AGRANA in Summe 149,7 Mio. € und damit um 34,1 Mio. € weniger als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen um 35,6% (Vorjahr: 90,1%) über den Abschreibungen und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen1 | 2019 20 | 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Segment Frucht | t€ | 56.495 | 56.193 | 0,5% |
| Segment Stärke | t€ | 73.609 | 97.011 | –24,1% |
| Segment Zucker | t€ | 19.557 | 30.549 | –36,0% |
| Konzern | t€ | 149.661 | 183.753 | –18,6% |
| Abschreibungen | t€ | 110.333 | 96.636 | 14,2% |
| Investitionsdeckung | % | 135,6 | 190,1 | –54,5 pp |
Die Investitionsschwerpunkte lagen im Segment Frucht in den Bereichen Kapazitätsausweitungen und Anlagenmodernisierung, im Segment Zucker in der Verbesserung der Produktqualität und Energieeffizienz. Die höchsten Ausgaben im Segment Stärke wurden für die Fertigstellung des Erweiterungsprojektes der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich getätigt. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Geschäftsbereiche sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.
| Konzern-Geldflussrechnung | 2019 20 | 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| (verkürzt) | % | |||
| Cashflow aus dem Ergebnis | t€ | 187.831 | 177.546 | 5,8% |
| Veränderungen des Working Capital | t€ | –52.982 | –5.872 | –802,3% |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen | ||||
| und gezahlte Ertragsteuern | t€ | –24.753 | –29.965 | 17,4% |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | t€ | 110.096 | 141.709 | –22,3% |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | t€ | –155.578 | –161.887 | 3,9% |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | t€ | 57.322 | –18.180 | 415,3% |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | t€ | 11.840 | –38.358 | 130,9% |
| Einfluss von Wechselkursänderungen | ||||
| auf den Finanzmittelbestand | t€ | –511 | –577 | 11,4% |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger | ||||
| Einbeziehung von Tochterunternehmen | t€ | 0 | 637 | –100,0% |
| Einfluss von IAS 29 | ||||
| auf den Finanzmittelbestand | t€ | –496 | –81 | –512,3% |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | t€ | 82.582 | 120.961 | –31,7% |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | t€ | 93.415 | 82.582 | 13,1% |
| Free Cashflow1 | t€ | –45.482 | –20.178 | –125,4% |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 10,3 Mio. € und lag bei 187,8 Mio. €. Nach einem vorratsbedingt deutlich stärkeren Aufbau des Working Capital um 53,0 Mio. € (Vorjahr: 5,9 Mio. €) ging der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 110,1 Mio. € (Vorjahr: 141,7 Mio. €) zurück. Der Cash-Abfluss aus Investitionstätigkeit war mit 155,6 Mio. € aufgrund niedrigerer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte geringer als in der Vergleichsperiode (Cash-Abfluss: 161,9 Mio. €). Nach einem Aufbau von Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig und langfristig saldiert) und einer niedrigeren Dividendenauszahlung gab es 2019|20 einen Cash-Zufluss aus Finanzierungstätigkeit von 57,3 Mio. € (Vorjahr: Cash-Abfluss von 18,2 Mio. €). Der Free Cashflow sank gegenüber dem Vorjahr um mehr als 100%.
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | 29.02.2020 | 28.02.2019 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | t€ | 1.331.925 | 1.252.148 | 6,4% |
| Kurzfristige Vermögenswerte | t€ | 1.217.519 | 1.137.259 | 7,1% |
| Summe Aktiva | t€ | 2.549.444 | 2.389.407 | 6,7% |
| Eigenkapital | t€ | 1.387.132 | 1.409.928 | –1,6% |
| Langfristige Schulden | t€ | 565.291 | 393.046 | 43,8% |
| Kurzfristige Schulden | t€ | 597.021 | 586.433 | 1,8% |
| Summe Passiva | t€ | 2.549.444 | 2.389.407 | 6,7% |
| Nettofinanzschulden | t€ | 464.012 | 322.202 | 44,0% |
| Gearing2 | % | 33,5 | 22,9 | 10,6 pp |
| Eigenkapitalquote | % | 54,4 | 59,0 | –4,6 pp |
Die Bilanzsumme zum 29. Februar 2020 lag mit 2.549,4 Mio. € um 160,0 Mio. € über dem Wert des Vorjahres.
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte erhöhte sich (+79,8 Mio. €) v. a. bedingt durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 Leasing (siehe auch Konzernabschluss, Seite 81f ), aber auch aufgrund von Investitionen über dem Abschreibungsniveau. Die Vorräte stiegen preis- und mengenbedingt. In Kombination mit gestiegenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten führte diese Entwicklung in Summe zu höheren kurzfristigen Vermögenswerten.
Die AGRANA-Eigenkapitalquote lag mit 54,4% um 4,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Auf der Passivseite erhöhten sich die langfristigen Schulden v. a. aufgrund des Aufbaus von Finanzverbindlichkeiten deutlich. Die kurzfristigen Schulden stiegen aufgrund eines Aufbaus der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie höherer sonstiger Verbindlichkeiten leicht.
Die Nettofinanzschulden zum 29. Februar 2020 lagen mit 464,0 Mio. € um 141,8 Mio. € über dem Wert des Bilanzstichtages 2018|19. Das Gearing zum Stichtag betrug folglich 33,5% (28. Februar 2019: 22,9%).
Zur Stärkung der langfristigen Refinanzierungsbasis und zur Sicherung des historisch niedrigen Zinsumfeldes hat die AGRANA Beteiligungs-AG mit Wirkung zum 1. August 2019 ein Schuldscheindarlehen über 200 Mio. € in Tranchen von fünf, sieben und zehn Jahren platziert. Daraus ergibt sich eine gewichtete Durchschnittslaufzeit von sechs Jahren. Rund 75% des Schuldscheindarlehens sind mit einem fixen Zinssatz ausgestattet. Ebenso hat die AGRANA Beteiligungs-AG im November 2019 ein langfristiges Bankdarlehen mit einer Laufzeit von sieben Jahren aufgenommen. Sowohl das Schuldscheindarlehen als auch die bilaterale Finanzierung wurden für die Tilgung einer Konzernverbindlichkeit gegenüber der Südzucker AG sowie zur Rückführung des Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2014 verwendet.
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen 2019|20 mit 1.185,4 Mio. € auf dem Vorjahresniveau (+0,5%). Bei Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze absatzbedingt leicht. Insbesondere gab es in den Regionen Nordamerika, IMEA (Indien, Mittlerer Osten und Afrika), Russland und Mexiko Umsatzwachstum. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die Umsatzerlöse aufgrund der niedrigeren Apfelsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2018 unter dem Vorjahr, die Absätze konnten moderat gesteigert werden. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 47,8% (Vorjahr: 48,3%).
Das EBIT im Segment betrug 55,9 Mio. € und lag damit um 27,7% unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Verschlechterung stammt überwiegend aus dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen. Einerseits lag das Absatzwachstum unter den Erwartungen und allgemeine Kostensteigerungen konnten daher nicht in vollem Ausmaß über höhere Verkaufsvolumina kompensiert werden. Andererseits waren Einmaleffekte im Rohstoffbereich in Mexiko (Erdbeere, Mango), niedrige Vermarktungspreise für Äpfel in der Ukraine, geringere Margen in Europa sowie außerplanmäßige Personalkosteneffekte für den Rückgang beim operativen Ergebnis ausschlaggebend. Das EBIT im Fruchtsaftkonzentratgeschäft lag deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dies war v. a. auf schlechtere Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat und Leerkosten aufgrund einer geringeren Apfelernte 2019 zurückzuführen.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 27f ) angeführt.
Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2019|20 stieg um 5,8% auf 807,0 Mio. €. Der Hauptgrund dafür waren deutlich verbesserte Ethanolumsätze aufgrund einer gestiegenen Marktnachfrage in der EU und markant höherer Platts-Notierungen. Im Berichtsjahr wurden in allen Werken die Produktionsmengen und folglich auch die Absätze gesteigert und in Pischelsdorf| Österreich ging zudem im November 2019 die zweite Weizenstärkeanlage erfolgreich in Betrieb. Bei Verzuckerungsprodukten konnte der Umsatz bei niedrigeren Preisen durch Mehrmengen konstant gehalten werden. Positive Umsatzentwicklungen wurden bei Bio- und Spezialprodukten, insbesondere Säuglingsmilchnahrung, erzielt. Die Nebenproduktumsatzerlöse (inklusive sonstige Produkte) gingen zurück. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 32,5% (Vorjahr: 31,2%).
Mit einem EBIT in Höhe von 75,2 Mio. € übertraf das Segment Stärke das Vorjahresergebnis um 46,9%. Der deutliche Ergebniszuwachs ist vorrangig auf den markant gestiegenen Marktpreis für Ethanol und die Mengenzuwächse bei den Hauptprodukten zurückzuführen. Die Rohstoffpreise lagen auf Vorjahresniveau, die Energiepreise gingen geringfügig zurück. Die Ausbauaktivitäten an den drei österreichischen Standorten belasteten durch gestiegene Sach-, Personal- und Abschreibungskosten das Ergebnis. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA lag bei 16,3 Mio. € und damit auf Vorjahresniveau. Die Gesellschaft konnte die Mengen- und Margenverluste bei Verzuckerungsprodukten durch verbesserte Bioethanolergebnisse ausgleichen. Insgesamt stieg die Profitabilität (EBIT-Marge) des Segmentes 2019|20 auf 9,3% nach 6,7% im Vorjahr.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 33f ) angeführt.
Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse 2019|20 mit 488,3 Mio. € um 2,6% unter dem Vorjahr. Im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich gesunkene Zuckerverkaufsmengen (v. a. im Retailbereich) bei gleichzeitig höheren Zuckerverkaufspreisen führten zum insgesamt leichten Rückgang. Die Nebenproduktumsatzerlöse waren höher als im Vorjahr. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 19,7% (Vorjahr: 20,5%).
Das EBIT 2019|20 ist mit –44,0 Mio. € trotz Erholung noch deutlich negativ. Die Verbesserung wurde durch die gegenüber dem Vorjahr höheren Verkaufspreise erreicht. Auch in der Kampagne 2019 mussten wieder Leerkosten verbucht werden, da die Rübenernte u. a. aufgrund eines abermaligen Rüsselkäferbefalls in Österreich erneut schwach ausfiel. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen AGRANA-STUDEN-Gruppe lag bei 0,4 Mio. € (Vorjahr: –4,0 Mio. €) und verbesserte sich aufgrund einer positiven Marktentwicklung und einer besseren Auslastung.
Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 40f ) angeführt.
Die weltweite Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) wurde am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt. Damit konkretisierte sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen wesentlichen Auswirkungen auf den zukünftigen Geschäftsverlauf. Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses am 22. April 2020 war es aufgrund der dynamischen Entwicklung nicht möglich, die finanziellen Auswirkungen abzuschätzen. In Abhängigkeit der tatsächlichen Auswirkungen bzw.weiterer Entwicklungen durch die Coronavirus-Krise können sich negative Einflüsse auf das Geschäftsjahr 2020|21 oder folgende Geschäftsjahre, beispielsweise im Bereich der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten sowie Sachanlagen, bei Mittelfristplanungen oder sonstigen finanzrelevanten Teilen ergeben. Zum 29. Februar 2020 waren die Effekte nicht absehbar und daher auch nicht berücksichtigt.
Mit 1. März 2020 erwarb die AGRANA Stärke GmbH das in Santa Cruz|USA angesiedelte Unternehmen Marroquin Organic International, Inc. Dieses ist ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus, das B2B-Kunden bedient und einen Großteil ihres Produktportfolios von AGRANA bezieht.
Ansonsten sind nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2020 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung für die AGRANA eingetreten.
Ebene der Geschäftsbeziehung B2B
Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe
Früchte (Hauptrohstoff für Fruchtzubereitungen: Erdbeeren; Rohstoffe für Fruchtsaftkonzentrate: Äpfel und Beeren)
Molkerei-, Eiscreme-, Backwaren-, Food-Service- und Getränkeindustrie
Maßgeschneiderte, innovative Produkte
Umsatz nach Produkt-
Sonstige Juice-Hauptprodukte (u. a. Compounds, NFC, Fruchtwein)
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 27 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 15 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| Segment Frucht | 2019 20 | 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.186.347 | 1.179.603 | 0,6% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –890 | –453 | –96,5% |
| Umsatzerlöse | t€ | 1.185.457 | 1.179.150 | 0,5% |
| EBITDA1 | t€ | 101.090 | 114.966 | –12,1% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 58.002 | 77.265 | –24,9% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –2.070 | 0 | – |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 55.932 | 77.265 | –27,6% |
| EBIT-Marge | % | 4,7 | 6,6 | –1,9 pp |
| Investitionen2 | t€ | 56.495 | 56.193 | 0,5% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 6.194 | 6.141 | 0,9% |
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stieg um knapp 4%, was v. a. auf leicht gestiegene Absatzmengen zurückzuführen war.
AGRANA Fruit verzeichnete, mit Ausnahme von Europa und Südamerika, in allen Regionen Umsatzsteigerungen. Ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr wurde in Nordamerika sowie in der Ukraine erzielt. IMEA (Indien, Mittlerer Osten und Afrika) ist jene Region mit der stärksten prozentuellen Umsatzsteigerung aufgrund guter Geschäfte in Algerien. Negativ war die Umsatzentwicklung in den Regionen Südamerika (v. a. Argentinien) und Europa (exklusive Ukraine).
Im Bereich Fruchtzubereitungen waren die Absatzmengen in den Non-Dairy-Produktbereichen4 im Vergleich zum Vorjahr höher, v. a. bei Food Service und Backwaren. Im Dairy-Bereich blieben die Mengen stabil.
Ergebnismäßig wies der Bereich Fruchtzubereitungen einen signifikanten Rückgang aus. Einerseits konnten höhere Kosten durch die nur leicht gestiegenen Absatzmengen nicht kompensiert werden. Andererseits waren Einmaleffekte im Rohstoffbereich in Mexiko (Erdbeere, Mango), niedrige Vermarktungspreise für Äpfel aus der Ernte 2018 in der Ukraine, geringere Margen in Europa sowie die Anwendung von Hyperinflation-Accounting in Argentinien für den Rückgang beim operativen Ergebnis ausschlaggebend. Weiters wurde auch ein negatives Ergebnis aus Sondereinflüssen für regionale Umstrukturierungen (u. a. in Serbien) sowie außerplanmäßige Personalkosteneffekte verbucht.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
Die Regionen Nordamerika und Russland sowie der Bereich Dirafrost erzielten gegenüber dem Vorjahr eine EBIT-Verbesserung, während v. a. in den Regionen Europa inklusive Ukraine, Südamerika und Mexiko schwächere Ergebnisse verzeichnet wurden.
Das Geschäftsjahr 2019|20 beinhaltet erstmalig auch die Umsätze des neuen Werkes in Changzhou bei Shanghai in China. Die industrielle Produktion startete dort im März 2019. Der Verkauf des Werkes in Fidschi wurde mit Ende Juni 2019 erfolgreich abgeschlossen.
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen im Geschäftsjahr 2019|20 deutlich unter dem Vorjahreswert. Dies war auf niedrigere Apfelsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2018 und geringere Absätze aus der Kampagne 2019 im letzten Quartal des Geschäftsjahres zurückzuführen.
Geringere Erntemengen in der Apfelkampagne 2019 der AUSTRIA JUICE führten zu einer stark eingeschränkten Rohstoffverfügbarkeit in den europäischen Hauptanbauländern Polen und Ungarn bei deutlich höheren Preisen im Vergleich zur Vorjahreskampagne.
Das deutlich unter dem Vorjahr liegende EBIT im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war auf eine verschlechterte Margen- und Absatzsituation sowie die gegenüber der Kampagne 2018 deutlich gesunkene Kapazitätsauslastung der Werke in der Verarbeitungssaison 2019 zurückzuführen.
Am globalen Markt für Joghurt gab es 2019 (Vergleichsbasis 2018) eine Absatzsteigerung von rund 4%, wobei dieses Wachstum v. a. von den Kategorien Trinkjoghurt und Naturjoghurt getrieben wurde. Der eigentliche Hauptabsatzmarkt des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen – löffelbares Fruchtjoghurt – wuchs im selben Zeitraum global nur leicht. Die für AGRANA Fruit größten Märkte in Westeuropa und Nordamerika waren im Bereich löffelbares Fruchtjoghurt rückläufig. Das geplante Wachstum in Nord- und Südamerika, Europa und dem Nahen Osten war durch konjunkturbedingte Rückgänge bzw. aufgrund politischer Entwicklungen negativ beeinflusst.
Neben der kontinuierlichen Steigerung der Absatzmengen im Molkereibereich durch innovative Produkte konzentrierte sich AGRANA Fruit 2019|20 weiterhin auf alternative Absatzsegmente wie z.B. Eiscremes und Milchalternativen sowie auf den Bereich Food Service. Der Bereich Eiscreme wies 2019 global ein moderates Wachstum auf, in einigen Regionen zeigte sich auch ein hohes Wachstum. In diesem Segment wurde weiter daran gearbeitet, Kooperationen mit den globalen Marktführern auszubauen. Auch die Aktivitäten im Bereich Food Service wurden generell weiter verstärkt. Der Absatzmarkt für Milchalternativen im Joghurt- und Eiscremebereich stellt noch eine Nische im Gesamtmarkt dar, die jedoch ein dynamisches Wachstum zeigt. Vor allem in Westeuropa und Nordamerika wuchs dieser Markt deutlich stärker als der Markt für "klassische" Milchprodukte. In einem Teilbereich dieses Marktes werden Fruchtzubereitungen der gleichen Art wie in Molkereiprodukten verarbeitet.
Die wichtigsten Konsumtrends, welche die Entwicklung der Absatzmärkte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen (Molkereiprodukte, Eiscremes, Backwaren und Food Service) beeinflussten, waren weiterhin Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss sowie Convenience. Bei Produkteinführungen waren neue überraschende Geschmacksrichtungen oder Texturen gefragt, um dem experimentierfreudigen Konsumenten von heute ein neues sensorisches Erlebnis beim Produktverzehr zu bieten.
Das Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist weiterhin vom Trend zu niedrigeren Fruchtsaftanteilen in Getränken sowie direkt gepressten 100%-Säften geprägt. Somit steigt der Bedarf an Getränkegrundstoffen mit reduzierten Fruchtsaftgehalten. Diesem Trend folgt AUSTRIA JUICE mit der strategischen Ausrichtung auf die verstärkte Produktion von Getränkegrundstoffen und Aromen.
Die Apfelkampagne 2019 war einerseits von einer deutlich geringeren Verfügbarkeit an Äpfeln geprägt. Andererseits gab es auf Kundenseite zahlreiche Überdeckungen aus der sehr guten Ernte 2018. Die Auslieferungen aus dem chinesischen Werk waren im Jänner und Februar 2020 eher verhalten, zunächst bedingt durch das chinesische Neujahrsfest und anschließend durch Logistikengpässe im Zusammenhang mit der Verbreitung der Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) in China.
Für die gesamte Buntsaftkonzentratmenge der Kampagne 2019 gibt es bereits Verkaufsverträge mit den Kunden. Die Markteinführung eines Bio-Sortiments in diesem Bereich konnte erfolgreich umgesetzt werden.
Die Mengenentwicklung im Bereich Spezialitäten und Added Value blieb gegenüber dem Vorjahr konstant.
20% der verarbeiteten Fruchtmenge erreicht FSA Silber-Status oder äquivalente Zertifizierung
Gesamtenergieeinsatz von 1,95 GJ pro Tonne Produkt1
Wasserentnahme von 4,24 m³ pro Tonne Produkt1
100 % nachhaltige Beschaffung, Produktion und Handel nach Vorgaben des Sustainable Juice Covenant
SAI FSA-Audits bei Re-Sorten Apfelanbauern in Ungarn und Polen bestätigten mindestens FSA Silber-Status aller Betriebe (das sind rund 15,5% der Rohstoffmenge)
Direkter und indirekter Energieeinsatz von 3,43 GJ pro Tonne Produkt
Wasserentnahme von 4,21 m³ pro Tonne Produkt
wsk.agrana.com/ frucht
Im Geschäftsjahr 2019|20 wurden im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rund 398.000 Tonnen an Rohstoffen eingekauft. Die durchschnittlichen Rohstoffpreise für Früchte und Ingredienzien lagen insgesamt leicht über dem Vorjahr. Preiserhöhungen gab es im Wesentlichen bei Erdbeere und Pfirsich.
Mit rund 71.000 Tonnen stellte Erdbeere die Hauptfrucht für die Fruchtzubereitungen dar. Der über alle Beschaffungsregionen gerechnete Durchschnittspreis lag über dem Vorjahr. Gründe hierfür waren moderat gestiegene Marktpreise in den mediterranen Anbaugebieten Marokko und Ägypten. Massive Preissteigerungen gab es in Mexiko.
Die zweithöchste Verarbeitungsmenge bei der Erzeugung von Fruchtzubereitungen entfiel auf Pfirsich mit rund 21.000 Tonnen. Hauptbeschaffungsmärkte für die AGRANA-Fruchtstandorte weltweit waren die südeuropäischen Anbauregionen Griechenland und Spanien. Die Ernten in Europa verliefen durchschnittlich, die Preise lagen leicht über dem Vorjahr. Bezüglich Verarbeitungsmenge nahm die Heidelbeere mit rund 12.000 Tonnen den dritten Platz ein. Wesentliche Beschaffungsmärkte waren Kanada, USA und die Ukraine. Die Einkaufspreise lagen leicht über dem Vorjahr.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen in den Hauptverarbeitungsregionen Europas (Polen und Ungarn) signifikant unter jenen des Vorjahres. Die chinesische Apfelernte fiel dafür im Gegensatz deutlich höher aus, wodurch eine Rekordmenge an Apfelsaftkonzentrat in China produziert werden konnte.
Die Beerenverarbeitungssaison für die Konzentratproduktion war in Summe von einer verhaltenen Mengenverfügbarkeit bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Die Preise für die wichtigsten Fruchtkategorien (Erdbeere, Sauerkirsche und Schwarze Johannisbeere) lagen über dem Vorjahresniveau.
Im Rahmen der Erarbeitung einer neuen Geschäftsstrategie bis 2025 für den Bereich Fruchtzubereitungen wurde auch der Bereich der Beschaffung von Frucht- und anderen Rohwaren analysiert und die Datenbasis neu definiert.
Im Berichtsjahr 2019|20 verfügten 16,7% (Vorjahr: 17,0%) der von der Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS) für den Fruchtzubereitungsbereich beschafften Rohstoffe (Früchte und andere Ingredienzien) über einen Nachhaltigkeitsnachweis laut Definition der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Von den weltweit verarbeiteten Früchten hielten 5,6% einen Nachhaltigkeitsnachweis (Vorjahr nach neuer Definition: 4,3%), der Großteil davon entfiel wie auch im Vorjahr auf Bio-Zertifikate. Ziel im Rahmen der Strategie 2025 des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen ist es, den Anteil verarbeiteter Früchte mit Nachhaltigkeitsnachweis auf 20% zu steigern. Für Rohstoffe aus konventionellem Anbau wird zukünftig auch im Fruchtzubereitungsbereich das Farm Sustainability Assessment (FSA) direkt bzw. Programme, die im Rahmen des Benchmarking-Systems der Sustainable Agriculture Initiative Platform FSA-äquivalent sind (Details siehe Seite 11), zur Dokumentation der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien herangezogen.
Um ihre Lieferanten bezüglich der Einhaltung sozialer Aspekte zu bewerten, lädt die AGRANA-Fruchtbeschaffungsgesellschaft neue Lieferanten zur Teilnahme an der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) ein (Details zu SEDEX siehe Seite 16). Im Geschäftsjahr 2019|20 teilten 94% ihrer Lieferanten ihre SEDEX-Daten und gegebenenfalls Audit-Dokumente mit AGRANA Fruit Services GmbH.
1 Das Ziel gilt für die Fruchtzubereitungswerke (exklusive Erstverarbeitungsanlagen) in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10)
Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, wird doch ein Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Sammelstellen von Händlern bezogen. Dies ist die Folge historisch gewachsener regionaler Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen, auch um Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam mit den Anbauern verbessern zu können. Im Geschäftsjahr 2018|19 ist AUSTRIA JUICE dem Sustainable Juice Covenant, einer globalen Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Beschaffung, Produktion und den Handel mit frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Konzentraten bis zum Jahr 2030 100% nachhaltig zu gestalten, beigetreten.
Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern. In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten (Re-Sorten), für deren Kultivierung rund 60% bis 80% weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperiode erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien, die mit einer Preisprämie durch AUSTRIA JUICE honoriert werden. 2007 wurde ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau in Polen gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten im Berichtsjahr rund 8% der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.
Daneben darf im Rahmen des Benchmarkings der FSA-Anforderungen gegenüber den nationalen Gesetzgebungen von z.B. Polen, Spanien und Ungarn in Kombination mit einer Zertifizierung nach dem Global GAP Standard der FSA Silber-Status ausgelobt werden. In Summe kann AUSTRIA JUICE damit, nach der Berechnungsmethodik des Sustainable Juice Covenant basierend auf der jeweiligen Saftstärke nach der European Fruit Juice Association (AIJN), für rund 15,5% ihrer verarbeiteten Rohstoffmenge mindestens FSA Silber-Status ausloben.
Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien
pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 10
4 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen
(aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) sank im Segment Frucht im Geschäftsjahr 2019|20 um rund 6%.
Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz im Segment Frucht sank um rund 4,9% gegenüber dem Vorjahr.
Während der spezifische Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Produkt sowohl im Bereich Fruchtzubereitungen als auch im Bereich Fruchtsaftkonzentrate annähernd konstant zum Vorjahr blieb, brachte der Umstieg auf emissionsärmere Energieträger, wie z.B. der Totalausstieg aus Kohle am Fruchtsaftkonzentratstandort in China sowie auf die verstärkte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen am Standort Kröllendorf|Österreich, eine Reduktion der durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt des Segmentes Frucht um 4,7% gegenüber dem Vorjahr.
Zum Bilanzstichtag verfügten die Energiemanagementsysteme von 33,3% aller Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen des Segmentes Frucht (siehe Seite 10) über eine Zertifizierung nach ISO 50001.
in AGRANA-Fruchtwerken
(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10)
| Segment Frucht | 2019 20 | 2018 191 | 2017 18 |
|---|---|---|---|
| m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
|||
| Wasserentnahme | 4,72 | 4,29 | 4,39 |
| Wasserabgabe | 4,67 | 4,16 | 4,03 |
| Wasserverbrauch | 0,05 | 0,13 | 0,36 |
Der durchschnittliche spezifische Wasserverbrauch lag im Segment Frucht im Berichtsjahr bei 0,05 m³ bzw. 50 Liter Wasser pro Tonne Produktausstoß. Die im Geschäftsjahr 2019|20 für die AGRANA-Standorte durchgeführte Risikoanalyse zu Wasserentnahme und -abgabe mithilfe des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas (Details siehe Seite 14) zeigte ein potenziell hohes Wasserrisiko an elf Standorten des Bereiches Fruchtzubereitungen und drei Standorten des Geschäftsbereiches Fruchtsaftkonzentrate.
Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate bestehen derzeit keine tatsächlichen operativen AUSTRIA JUICE betreffenden bzw. von ihr ausgelösten Risiken, da die Produktion von Apfelsaftkonzentraten das in den Früchten gebundene Wasser freisetzt und damit die lokale Wasserverfügbarkeit verbessert. Wenngleich auch hier zunehmende Kundenanforderungen zu mehr Flexibilität und kleineren Produktions- und Abfüllchargen den Wassereinsatz aufgrund von vermehrter Reinigungsnotwendigkeit ungünstig beeinflussen und die für 2020|21 gesetzten Wasserentnahmeziele kaum zu erreichen sind, sind Fruchtsaftkonzentratwerke durch ihre Wasserabgabe in allen Kommunen geschätzte Anrainer.
Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen zeigt sich aufgrund der internationalen Tätigkeit und dem im Vergleich zu Europa weniger strengen regulatorischen Umfeld ein differenziertes Bild. Wenngleich keiner der nach den internationalen Risikobewertungskriterien als Hochrisikostandort eingeschätzte AGRANA-Fruchtzubereitungsstandort derzeit tatsächlich von Wasserrisiken betroffen ist oder diese für die übrigen lokalen Wasseranrainer auslöst, wurde im Berichtsjahr ein Wassermanagementprogramm für alle AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte gestartet, um an jedem Standort Bewusstsein, eine aussagekräftige Datenbasis und Wasserverbrauchsziele zu schaffen bzw. festzulegen.
Das Abwasser der AGRANA-Fruchtwerke aufnehmende Gewässer 2019|202
1 Korrektur des Wertes 2018|19 aufgrund eines Erfassungsfehlers im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate
2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 10
Kommunales Wasser 36%
in AGRANA-Fruchtwerken
(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10)
| Segment Frucht | 2019 20 | 2018 191 | 2017 18 |
|---|---|---|---|
| Tonnen bzw. explizit | |||
| angeführte Angaben | |||
| Entsorgte Abfälle | 25.142 | 35.708 | 31.877 |
| Davon gefährliche Abfälle | 268 | 343 | 238 |
| Abfall | |||
| pro Tonne Produkt | 28,3 kg | 37,8 kg | 38,5 kg |
| Gefährliche Abfälle | |||
| pro Tonne Produkt | 302 g | 362 g | 287 g |
| Entsorgte | |||
| ungefährliche Abfälle | |||
| nach Entsorgungsart | |||
| Kompostierung | 3.358 | 4.670 | 2.753 |
| Energetische | |||
| Verwertung | 1.743 | 1.035 | 855 |
| Wiederverwendung | 2.306 | 1.962 | 2.026 |
| Recycling | 9.568 | 9.975 | 10.125 |
| Deponierung | 7.368 | 16.174 | 15.454 |
| Andere | 531 | 1.549 | 425 |
Im Geschäftssegment Frucht sank die durchschnittliche spezifische Abfallmenge pro Tonne Produkt (Hauptund Nebenprodukte) im Berichtsjahr 2019|20 auf rund 28,3 Kilogramm (Vorjahr: 37,8 Kilogramm). Die Reduktion der absoluten Abfallmenge um rund 29,6% ist v. a. auf die Reduktion deponierter Abfälle in beiden Geschäfts-
bereichen zurückzuführen. Im Bereich Fruchtzubereitungen führte verstärkte Bewusstseinsbildung zur Nutzung organischer Abfälle, die bisher vielfach deponiert wurden, zur Reduktion der deponierten Abfallmenge. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate sank die deponierte Menge v. a. aufgrund im Geschäftsjahr 2018|19 abgeschlossener Bauarbeiten an den ungarischen Standorten.
Im Geschäftsjahr 2019|20 nahm die AUSTRIA JUICE GmbH eine Aktualisierung ihrer nachhaltigkeitsrelevanten Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Sie wurde wiederum mit Gold-Status bewertet.
Die Investitionen 2019|20 im Segment Frucht betrugen 56,5 Mio. € (Vorjahr: 56,2 Mio. €). Es gab diverse Projekte über alle 42 Produktionsstandorte hinweg, wobei es sich v. a. um Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen, neue Produktionslinien und kontinuierliche Verbesserungen handelte.
1 Korrektur des Wertes 2018|19 aufgrund eines Erfassungsfehlers im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate
2 In den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10
3 Inklusive unbekannte Behandlung durch beauftragte Entsorger
Ebene der Geschäftsbeziehung B2B
Unterscheidung in Food-, Non-Foodund Feed-Bereich; native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Alkohol/ Bioethanol, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel)
Mais, Weizen, Kartoffeln
Zentral- und Osteuropa, schwerpunktmäßig Österreich und Deutschland, auch Spezialmärkte wie z.B. USA und VAE
Food: Nahrungsmittelindustrie; Non-Food: Papier-, Textil- und bauchemische Industrie, pharmazeutische und Kosmetikindustrie, Mineralölindustrie; Feed: Futtermittelindustrie
Gentechnikfrei und starker Bio-Fokus
Das Segment Stärke umfasst die beiden vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage) sowie die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung). Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (ein Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
| Segment Stärke | 2019 20 | 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 816.802 | 772.579 | 5,7% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –9.805 | –9.898 | 0,9% |
| Umsatzerlöse | t€ | 806.997 | 762.681 | 5,8% |
| EBITDA1 | t€ | 93.885 | 66.459 | 41,3% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 58.817 | 35.029 | 67,9% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||||
| unternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 16.341 | 16.186 | 1,0% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 75.158 | 51.215 | 46,7% |
| EBIT-Marge | % | 9,3 | 6,7 | 2,6 pp |
| Investitionen2 | t€ | 73.609 | 97.011 | –24,1% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 1.087 | 1.025 | 6,0% |
Im Segment Stärke stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2019|20 um 5,8% auf 807,0 Mio. €. Deutliche Umsatzsteigerungen bei den Hauptprodukten standen Umsatzrückgängen bei den Nebenprodukten gegenüber. Da in allen Stärkewerken die Rohstoffvermahlungsmengen gesteigert werden konnten, gab es auch höhere Absätze und ein Umsatzwachstum bei den Hauptprodukten. Im November 2019 ging in Pischelsdorf|Österreich die zweite Weizenstärkefabrik erfolgreich in Betrieb, die neben Weizenstärke mit ActiGrano® auch ein neues Markenfuttermittel herstellt. Die Umsätze der eigengefertigten Nebenprodukte stiegen mengenbedingt, während die gehandelten Futtermittelmengen zurückgingen. Im Zuge der Neuorganisation des Zuckervertriebes werden die von der AGRANA Stärke GmbH vertriebenen Futtermittel des Segmentes Zucker (Melasse, Pellets) nunmehr auf Provisionsbasis verrechnet und tragen nicht mehr zum Umsatz des Segmentes Stärke bei. Damit ging die Nebenproduktabsatzmenge (inklusive sonstige Produkte) insgesamt zurück.
Native und modifizierte Stärke Verzuckerungsprodukte Alkohol und Ethanol
Sonstige Hauptprodukte (u. a. Milch- und Instantprodukte, Dauerkartoffelprodukte) Nebenprodukte (u. a. Eiweißprodukte, DDGS, Gluten) Sonstige (u. a. Soja,
getrocknete Rübenschnitzel)
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Die Marktpreise für stärkebasierte Verzuckerungsprodukte blieben auf niedrigem Niveau, da auch die europäischen Zuckerpreise trotz Erholungstendenz gegen Ende des Geschäftsjahres noch keinen deutlicheren Aufwärtstrend zeigten. Bei den Stärken waren die Verkaufspreise als Folge der im Markt auch von neuen Mitbewerbern angebotenen Mehrmengen leicht rückläufig. Sehr positiv entwickelten sich die Preise für Bioethanol, da die Platts-Notierungen historisch hoch notierten und mit 620 € pro m3 im Jahresdurchschnitt um rund 120 € pro m3 das Vorjahr übertrafen.
Im Berichtsjahr lagen die Rohstoffkosten mengenbedingt über dem Vorjahr. Die Rohstoffpreise der Ernte 2018 waren trockenheitsbedingt auf höherem Niveau und gingen während der Ernte 2019 auf normales Niveau zurück. Auch die Energiepreise, insbesondere der Strompreis, lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht unter dem Vorjahr. Im Zuge der großen Ausbauprojekte im Segment belasteten Anlaufkosten das Ergebnis, Personalkosten und Abschreibungen stiegen deutlich. Insgesamt konnte aber v. a. durch das ergebnisstarke Bioethanolgeschäft im Berichtsjahr das EBITDA um 41,3% auf 93,9 Mio. € gesteigert werden. Das operative Ergebnis lag mit 58,8 Mio. € um 67,9% über dem Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2019|20 stieg der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um 2,5% auf 287,1 Mio. €. Bei Verzuckerungsprodukten blieb das Marktumfeld schwierig und führte zu deutlichen Absatz- und Preisrückgängen. Gleichzeitig konnten im Bioethanolgeschäft aufgrund hoher Ethanolnotierungen deutliche Ergebnisverbesserungen erzielt werden. Insgesamt weist die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 39,7 Mio. € (Vorjahr: 38,7 Mio. €) aus. Das PAT betrug 32,6 Mio. €, womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke mit 16,3 Mio. € nahezu konstant blieb.
Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde eine Minderheitsbeteiligung an der BM Health GmbH, Wien, erworben. Dieses Start-up-Unternehmen entwickelt und vertreibt diätetische Mittel und Arzneimittel zur Glukoseversorgung und Demenzprävention.
Das Marktumfeld für native und modifizierte Stärken zeigte sich im Berichtszeitraum stabil. Die abgesetzten Mengen und Umsätze, sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch in der Papier- und Verpackungsindustrie, lagen über dem Vorjahresniveau. Neue Impulse für das Lebensmittelgeschäft entwickeln sich aus aktuellen Markttrends wie z.B. Plant-based Nutrition (Proteine). Auch der Bio-Bereich profitiert von einer wachsenden Nachfrage bei den Endkonsumenten.
Im Zuge des Ausbaus der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich wurden v. a. im Bereich Papier- und Wellpappe intensive Markt- und Kundengewinnungsprogramme realisiert. Die Nachfrage im Bereich der Wellpappenrohpapiere ist anhaltend hoch, neue Wettbewerber drängen zunehmend in den Markt.
Verzuckerungsprodukte standen im Berichtszeitraum weiterhin unter hohem Mengen- und Preisdruck. Bei Isoglukose übersteigen in Mitteleuropa die installierten Kapazitäten mittlerweile deutlich die Nachfrage, entsprechend intensiv ist auch der Wettbewerb um Kunden und Kontraktmengen mit direkter Konsequenz für die erzielbaren Preise. In ausgewählten Produktgruppen wie z.B. Glukose konnten Mehrmengen abgeschlossen werden.
Bei Säuglingsmilchnahrung wird neben dem Bestandsgeschäft auch parallel an neuen Rezepturen und Projekten zur Erweiterung der Absatzbasis gearbeitet.
Die Futtermittelmärkte entwickelten sich unterschiedlich. Der Bereich der Hochproteine (Maiskleber und insbesondere Weizengluten) war aufgrund der aktuell am Markt verfügbaren und erwarteten Mengen mit einem deutlichen Preisverfall im Vergleich zu den auslaufenden Kontraktpreisen konfrontiert. Die Verkaufspreise für ActiProt® und Maiskleberfutter bewegten sich seitwärts, erschwerend war über einige Monate die herausfordernde Logistik bei ActiProt® infolge von Niedrigwasser auf der Donau. Im Zuge der Eröffnung der neuen Weizenstärkefabrik konnte mit ActiGrano® ein neues Futtermittel (Mittelprotein) am Markt eingeführt werden.
Die Notierungen für Bioethanol lagen im Laufe des gesamten Geschäftsjahres deutlich über Plan und trugen somit wesentlich zur EBIT-Steigerung im Segment Stärke bei. Ausschlaggebend für die positive Ethanolpreisentwicklung waren v. a. die Erhöhung der Beimischungsmandate in einigen EU-Staaten und eine stärkere Ausrichtung der Klimapolitik auf Treibstoffe mit höherer Treibhausgaseinsparung.
Nähere Informationen zum wirtschaftspolitischen Umfeld und den Rahmenbedingungen für Ethanol sind im Kapitel Risikomanagement (EU-Richtlinie für erneuerbare Energien) angeführt (siehe Seite 60).
Der Internationale Getreiderat (IGC1) sieht die weltweite Getreideerzeugung im Getreidewirtschaftsjahr 2019|202 bei 2,17 Mrd. Tonnen und damit leicht über dem Vorjahresniveau, jedoch unter dem erwarteten Verbrauch. Die weltweite Weizenproduktion wird auf 763 Mio. Tonnen (Vorjahr: 733 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 753 Mio. Tonnen) geschätzt, die globale Maiserzeugung auf 1.112 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.130 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 1.151 Mio. Tonnen). Die gesamten Getreidelagerbestände zum Ende des Wirtschaftsjahres werden mit 604 Mio. Tonnen um rund 21 Mio. Tonnen niedriger als im Vorjahr erwartet.
Der Verlauf der Terminnotierungen für Getreide in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2019|20 entwickelte sich seitwärts bzw. leicht sinkend. Ab September bis zum Geschäftsjahresende stiegen die Notierungen, v. a. bei Weizen. Am Bilanzstichtag 2019|20 notierte Weizen an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) bei 188 € pro Tonne (Vorjahr: 193 € pro Tonne), Mais bei 166 € pro Tonne (Vorjahr: 164 € pro Tonne).
In der Kampagne 2019|20 hat die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich in 161 Tagen (Vorjahr: 172 Tage) rund 276.000 Tonnen Stärkeindustriekartoffeln und damit eine geringfügig höhere Menge als im Vorjahr verarbeitet. Die Verarbeitung von Speiseindustriekartoffeln für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten lag mit rund 24.000 Tonnen etwas unter dem Vorjahresniveau.
AGRANA Stärke GmbH hat in Österreich an den Standorten in Aschach und Pischelsdorf im Geschäftsjahr 2019|20 rund 759.000 Tonnen Mais (Vorjahr: 763.000 Tonnen) verarbeitet. Der Anteil an Spezialmais (v. a. Wachsmais und biologisch produzierter Mais) betrug dabei rund 20%.
Die Weizenvermahlung am Standort Pischelsdorf für die Produktion von Weizenstärke und Bioethanol konnte im Geschäftsjahr 2019|20 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 8% auf rund 584.000 Tonnen erhöht werden. Aus der Ernte 2019 kontrahierte AGRANA über Vorverträge mit Landwirten rund 94.000 Tonnen Ethanolweizen und -triticale. Für die Ernte 2020 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.
In Ungarn (HUNGRANA-Werk, nach der Equity-Methode einbezogen) lag die gesamte Maisverarbeitungsmenge 2019|20 (100%) konstant bei rund 1 Mio. Tonnen. Im rumänischen Werk wurden mit rund 76.000 Tonnen Mais um rund 7% mehr als im Vorjahr verarbeitet.
1 International Grains Council, Schätzung vom 27. Februar 2020
2 Getreidewirtschaftsjahr: 1.Juli bis 30.Juni
SAI FSA-Audits im österreichischen Kartoffelvertragsanbau bestätigten für mehr als 75% aller Betriebe den FSA Goldbzw. Silber-Status
Einsparungsziel von 91 GWh durch Effizienzmaßnahmen in Anlagen
wsk.agrana.com/ staerke
Im Berichtsjahr 2019|20 wurden die Vorbereitungen für die Re-Verifizierung der Nachhaltigkeitsangaben im Rahmen der Nutzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Kartoffelvertragsanbauer gestartet (Details zu SAI und FSA siehe Seite 11). Die im Geschäftsjahr 2017|18 FSA-Kriterien entsprechende, von österreichischen Vertragslieferanten von Kartoffeln durchgeführte FSA-Beantwortung und die darauf basierenden drei Jahre gültigen externen Audits erlauben AGRANA Stärke nach SAI-Vorgaben für mehr als 75% aller (d.h. der Grundgesamtheit der) österreichischen Kartoffelvertragslieferanten den FSA Gold- bzw. Silber-Status auszuloben. Alle österreichischen Kartoffelvertragsanbauer erfüllen somit die AGRANA-Mindestanforderungen. Für das Geschäftsjahr 2020|21 sind in Übereinstimmung mit den SAI-Vorgaben FSA Re-Verifizierungsaudits vorgesehen.
Bei der Beschaffung von nachhaltigen Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf von der EU-Kommission anerkannte Systeme der Zertifizierung nach dem International Sustainability and Carbon Certificate (ISCC) und dem Austrian Agricultural Certification Scheme (AACS). Sowohl ISCC als auch AACS werden im FSA-System mit Silber-Status bewertet.
Zum Fachtag im Juni 2019 stand die BETAEXPO, Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen, ganz im Zeichen der aktuellen ackerbaulichen Herausforderungen unter dem Motto "Ackerbaustrategie – Leitlinie für bäuerliche Familienbetriebe".
Im Geschäftsjahr 2019|20 führte AGRANA ihre im Segment Stärke bestehenden Aktivitäten für Vertragsanbauer im Agrarmarketingprogramm "AGRANA4You" mit jenen bisher unter dem Namen "Mont Blanc" bekannten Aktivitäten des Segmentes Zucker zusammen. Ziel des gemeinsamen Programmes ist es, die Zusammenarbeit zwischen AGRANA und ihren Vertragsanbauern zu optimieren und zu stärken sowie in Folge Anbauflächen und Rohstoffmengen zu stabilisieren bzw. langfristig zu steigern. Neben der BETAEXPO richtete AGRANA auch im Stärkebereich viele weitere Dialogveranstaltungen für ihre Vertragsanbauer aus. Wie in den Vorjahren fanden ein Tag für Neuanbauer, bei dem über den Stärkeindustriekartoffelanbau informiert wurde, sowie mehrere Feldtage für Kartoffel- und Ethanolgetreidelieferanten statt. Zusätzlich wurde im Rahmen eines Feldtages eine neuartige Kartoffelerntetechnik mit luftunterstützter Separation der Ernteware von Fremdbeimengungen vorgestellt. Saatgutfachseminare zur Bewusstseinsbildung rund um den Wert des Kartoffelpflanzgutes stießen auf großes Interesse der Anbauer.
Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke sank in der Berichtsperiode 2019|20 um rund 3,3% gegenüber dem Vorjahr. Durch die Steigerung des externen Strombezuges v. a. der AGRANA Maisstärkefabrik in Aschach|Österreich als Folge der Stilllegung einer Gasturbinenanlage 2018|19 stieg der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt um rund 4,5%. Der durchschnittliche spezifische Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Produkt blieb im Vergleich zum Vorjahr in Summe damit annähernd konstant bei 4,48 GJ.
Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch pro Tonne Produkt stiegen aufgrund des höheren externen Strombezuges um rund 5% gegenüber dem Vorjahr.
Im Berichtsjahr verfügten die drei österreichischen Stärkeproduktionsstandorte über eine gültige Zertifizierung nach ISO 50001. Mit den Energieeinsparprojekten des Geschäftsjahres 2019|20, z.B. dem Austausch von Kompressoren, Wärmerückgewinnungsprojekten in der Futtermitteltrocknung in Pischelsdorf sowie im Kesselhaus Gmünd, dem Einbau von Kondensatsammeltanks und der Sanierung der Kühltürme in Aschach, wurden seit dem Geschäftsjahr 2015|16 rund 91 GWh eingespart.
Das Thema Energieeffizienz wurde bei AGRANA Stärke bereits in der Vergangenheit intensiv gelebt, wie auch die Auszeichnung mit dem klima:aktiv-Preis im November 2019 für ein am Standort Pischelsdorf umgesetztes Energiesparprojekt belegt. Im Zuge des "European Green Deal" ist AGRANA bestrebt, die ambitionierten Klimaziele aufzugreifen und diese zu erreichen. Aktuell wird eine Klimastrategie ausgearbeitet, wie eine Dekarbonisierung bis 2040 realisiert werden kann (siehe auch Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB, Seite 13).
Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 10
2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
3 Korrektur der Werte 2017|18 und 2018|19 aufgrund einer notwendigen Anpassung der Definition der erfassten Produktmengen
4 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
in AGRANA-Stärkefabriken
(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10)
| Segment Stärke | 2019 20 | 2018 191 | 2017 181 |
|---|---|---|---|
| m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
|||
| Wasserentnahme | 4,59 | 4,86 | 4,66 |
| Wasserabgabe | 4,00 | 4,22 | 4,27 |
| Wasserverbrauch | 0,59 | 0,64 | 0,39 |
In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt.
Der durchschnittliche spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag bei rund 0,59 m³ bzw. 590 Litern und sank gegenüber dem Vorjahr um rund 7,8%.
Die AGRANA-Stärkefabriken gaben im Geschäftsjahr 2019|20 100% ihrer Abwassermenge an Oberflächengewässer (d.h. konkret Flüsse) ab.
in AGRANA-Stärkefabriken
(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10)
| Segment Stärke Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben |
2019 20 | 2018 192 | 2017 182 |
|---|---|---|---|
| Entsorgte Abfälle | 27.218 | 28.474 | 27.667 |
| Davon gefährliche Abfälle | 55 | 52 | 53 |
| Abfall | |||
| pro Tonne Produkt | 19,2 kg | 21,1 kg | 20,6 kg |
| Gefährliche Abfälle | |||
| pro Tonne Produkt | 39 g | 39 g | 39 g |
| Entsorgte | |||
| ungefährliche Abfälle | |||
| nach Entsorgungsart | |||
| Kompostierung | 21.988 | 22.291 | 21.058 |
| Energetische | |||
| Verwertung | 1.939 | 1.294 | 1.742 |
| Wiederverwendung | 98 | 69 | 42 |
| Recycling | 470 | 699 | 562 |
| Deponierung | 107 | 66 | 77 |
| Andere | 2.561 | 4.003 | 4.133 |
Die spezifische Abfallmenge aus der Veredelung lag im Segment Stärke auch im Geschäftsjahr 2019|20 mit rund 19,2 Kilogramm Gesamtabfall und davon 39 Gramm gefährlichen Abfällen pro Tonne Produktausstoß auf dem Niveau der Vorjahre.
Wasserentnahme nach Quellen in den AGRANA-Stärkefabriken 2019|203
1 Korrektur der spezifischen Wasserentnahme und -abgabewerte 2017|18 und 2018|19 aufgrund einer notwendigen Anpassung der Definition der erfassten Produktmengen
Im Sommer 2019 nahm die AGRANA Stärke GmbH eine Aktualisierung ihrer im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis jährlich gemeldeten nachhaltigkeitsrelevanten Daten vor. AGRANA Stärke GmbH erzielte wiederum Gold-Status.
Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2019|20 73,6 Mio. € (Vorjahr: 97,0 Mio. €). Auszug an wesentlichen Projekten:
Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2019|20 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100%) Investitionen im Ausmaß von 20,7 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €) getätigt.
Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C
Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel)
Verarbeitete Rohstoffe
Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)
Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien und Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien
Weiterverarbeitende Industrien (v. a. Süßwaren-, Getränkeund Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher)
Hoher Qualitätsstandard der Produkte; auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment
Seit 1.Oktober 2019 sind alle Sales- und Marketingaktivitäten in einer neuen Vertriebsgesellschaft, der AGRANA Sales & Marketing GmbH zusammengefasst. Diese Gesellschaft ist nunmehr auch die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH fungiert nur mehr als Produktionsunternehmen der beiden österreichischen Zuckerfabriken. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Segment Zucker | 2019 20 | 2018 19 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| % / pp | ||||
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 536.313 | 561.424 | –4,5% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | –48.035 | –60.207 | 20,2% |
| Umsatzerlöse | t€ | 488.278 | 501.217 | –2,6% |
| EBITDA1 | t€ | –11.910 | –33.687 | 64,6% |
| Operatives Ergebnis | t€ | –43.683 | –61.192 | 28,6% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts | ||||
| unternehmen, die nach der | ||||
| Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 386 | –3.964 | 109,7% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –743 | 3.294 | –122,6% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | –44.040 | –61.862 | 28,8% |
| EBIT-Marge | % | –9,0 | –12,3 | 3,3 pp |
| Investitionen2 | t€ | 19.557 | 30.549 | –36,0% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 2.061 | 2.064 | –0,1% |
Der Absatz der Zuckerprodukte im Geschäftsjahr 2019|20 lag unter dem Vorjahresniveau, wobei sich die jeweiligen Märkte unterschiedlich entwickelten. Während die Verkäufe an die Retailund auch Industriekunden in Österreich, Tschechien und der Slowakei vergleichbar mit dem Vorjahr waren, gingen die Absätze in Rumänien und Bulgarien, insbesondere im Retailbereich, deutlich zurück.
Nach weiterhin niedrigen Zuckerverkaufspreisen im ersten Halbjahr 2019|20 erholten sich diese wieder seit Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres 2019|20. Im Retailgeschäft waren die Preise um rund 11% höher als im Geschäftsjahr 2018|19, im Bereich Industrie bleiben die Verkaufspreise aufgrund von langfristigen Verträgen mit den Kunden auf dem Niveau des Vorjahres.
Die positive Ergebnisentwicklung war im Wesentlichen durch die höheren Retailzuckerverkaufspreise im Vergleich zur Vorjahresperiode verursacht.
Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, wirkte sich 2019|20 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus. Die Verbesserung des Ergebnisbeitrages um 4,4 Mio. € auf 0,4 Mio. € ist auf die Stabilisierung der Preise und des Marktes am Westbalkan und in der CEFTA4-Region zurückzuführen, welche eine signifikante Steigerung der Eigenproduktion in Bosnien und Herzegowina sowie eine wesentliche Erhöhung der Gesamtzuckerabsatzmenge ermöglicht hat. Weiters wirkte sich die im Frühjahr 2019 abgeschlossene Reorganisation der AGRANA-STUDEN-Gruppe positiv auf das Ergebnis aus.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
40
Das Ergebnis aus Sondereinflüssen betrug –0,7 Mio. € nach +3,3 Mio. € im Vorjahr. Das positive Ergebnis im Vorjahr beinhaltete neben Restrukturierungsaufwendungen (–1,8 Mio. €) außerordentliche Steuerrückzahlungen in Rumänien (+5,6 Mio. €).
Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnete in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz1 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2019|20 (Oktober 2019 bis September 2020) mit einem deutlichen Produktionsdefizit. Diese Analyse wurde allerdings noch nicht durch die globale COVID-19-Krise beeinflusst. Ohne Krisen-Effekte wurde eine Produktion von 174,4 Mio. Tonnen (ZWJ 2018|19: 185,0 Mio. Tonnen), ein wachsender Verbrauch von 184,9 Mio. Tonnen (ZWJ 2018|19: 183,4 Mio. Tonnen) und ein Abbau der Bestände auf 68,0 Mio. Tonnen (ZWJ 2018|19: 79,1 Mio. Tonnen) angenommen. Zum 24. Februar wurde somit mit einem Defizit in Höhe von rund 11 Mio. Tonnen gerechnet. Für das ZWJ 2020|21 lag das berechnete Produktionsdefizit bei 3,0 Mio. Tonnen.
| Weltzuckerbilanz1 | 2020 21e | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|---|
| Mio. Tonnen | |||
| Anfangsbestand | 68,0 | 79,1 | 78,6 |
| Erzeugung | 184,2 | 174,4 | 185,0 |
| Verbrauch | –186,6 | –184,9 | –183,4 |
| Saldo Exporte/Importe | –0,6 | –0,6 | –1,1 |
| Endbestand | 65,0 | 68,0 | 79,1 |
| in % des Verbrauches | 34,8 | 36,8 | 43,1 |
Der Zuckerweltmarktpreis fluktuierte seit Beginn des Geschäftsjahres auf niedrigem Niveau. Im Berichtszeitraum erreichte Weißzucker im Juli 2019 sogar ein neues 10-Jahres-Tief (294,0 \$ pro Tonne), das 10-Jahres-Tief
bei Rohzucker von September 2018 (218,3 \$ pro Tonne) wurde nicht unterschritten. Ab dem vierten Geschäftsjahresquartal bis Mitte Februar 2020 war ein Aufwärtstrend bei den Weltmarktnotierungen zu beobachten.
Trotz einer ausgeglichenen Bilanz im ZWJ 2018|19 führten beachtliche Bestände, v. a. in Indien, zu niedrigen Preisen. In diesem Kontext wurde das im ZWJ 2019|20 erwartete deutliche Defizit zunächst als nur moderat unterstützend für die Preisentwicklung gesehen. Speziell die Möglichkeit Brasiliens, vermehrt zwischen Ethanolund Zuckerproduktion zu wechseln, relativierte den zu erwartenden Lagerabbau. In den letzten Monaten des Geschäftsjahres wurde das Defizit für das ZWJ 2019|20 durch schwache Ernten in Indien, Mexiko und v. a. in Thailand aber bekräftigt, institutionelle Investoren setzten auch auf eine Erholung des Zuckermarktes und die Notierungen stiegen auf Werte von über 450 \$ pro Tonne Weißzucker.
Am Bilanzstichtag 2019|20 notierte Weißzucker bei 396,6 \$ pro Tonne und Rohzucker bei 318,8 \$ pro Tonne.
Die Produktionserwartungen für das noch laufende ZWJ 2019|20 sind aufgrund der trockenheitsbedingt schlechteren Erträge in den großen europäischen Anbauregionen wiederholt gering. Die EU-Kommission geht in ihrer Schätzung vom Dezember 2019 von einer Erzeugung von 17,3 Mio. Tonnen (ZWJ 2018|19: 17,3 Mio. Tonnen) aus. Wie bereits 2018|19 wird damit auch das ZWJ 2019|20 deutlich unter der Rekordproduktion des ZWJ 2017|18 (20,6 Mio. Tonnen) liegen.
Im ZWJ 2019|20 wurden bis Februar 2020 rund 355.000 Tonnen Zucker exportiert, im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Wert noch bei 895.000 Tonnen; die EU-Zuckerexporte waren damit weiter rückläufig. Die EU-Importe hingegen stiegen im Vergleich zu den
\$ pro Tonne
Vorjahren leicht an. Die EU-Lagerstände gingen deutlich zurück. Der europäische Zuckermarkt blieb damit auch im ZWJ 2019|20 ein Nettoimportmarkt.
Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittpreise laut EU-Preisreporting deutlich und kontinuierlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne bei einem Rekordtief von 312 €. Im Laufe des Kalenderjahres 2019 stieg der Durchschnittspreis wieder leicht an. Für Jänner 2020 wurde ein Durchschnittspreis von 360 € pro Tonne gemeldet.
Seit 1. Oktober 2019 sind alle Sales- und Marketingaktivitäten des Segmentes Zucker in einer neuen Vertriebsgesellschaft, der AGRANA Sales & Marketing GmbH zusammengefasst. Durch diese Zentralisierung aller Verkaufsund Verwaltungstätigkeiten soll den Herausforderungen im Zuckermarkt besser begegnet werden können.
Im Geschäftsjahr 2019|20 konnte AGRANA rund 930.000 Tonnen Zucker verkaufen. Die Verkaufspreise insgesamt stiegen im Vorjahresvergleich. Die Absätze gingen bedingt durch einen niedrigeren Retail-Konsum um rund 9% zurück.
Seit dem 1.Oktober 2017 gelten für die europäische Zuckerindustrie neue Rahmenbedingungen. Die wesentlichsten Veränderungen stellen hierbei das Ende der Produktionsquoten für Zucker und Isoglukose wie auch die Abschaffung der Rübenmindestpreise dar.
Die ersten Jahre unter den neuen Rahmenbedingungen sind für die europäische Zuckerindustrie äußerst herausfordernd. Die EU-Kommission hat trotz immenser Preisreduktionen davon Abstand genommen, Sondermaßnahmen, welche laut der Gemeinsamen Marktordnung im Rahmen der Verordnung (EU) Nr.1308/2013 zur Verfügung stünden (wie z.B. private Lagerhaltung), zu ergreifen.
Unverändert blieb der Außenschutz der EU durch die Importzölle von 419 € pro Tonne Weißzucker bzw. 339 € pro Tonne Rohzucker für den Marktzugang für Drittländer aus Nicht-Präferenzstaaten bestehen. Die Präferenzabkommen (zollfreier Zugang) mit den LDCs1/AKP2- Staaten sind weiterhin aufrecht, wie auch die zollfreien bzw. zollreduzierten Präferenzimporte unter Berücksichtigung der Mengenbegrenzungen. Eine Aufteilung der Präferenzmengen zwischen der EU und Großbritannien aufgrund des BREXITs gilt als wahrscheinlich.
Die Europäische Union und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben im Juni 2019 eine politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen erzielt. Derzeit wird an den Texten für die endgültige Fassung des Assoziierungsabkommens gearbeitet. Aktuell ist noch nicht klar, welche Auswirkungen das Abkommen für den europäischen Zuckersektor haben wird.
Die EU-Kommission verhandelt aktuell mit Australien über die Ausgestaltung eines Freihandelsabkommens. Sensible Waren wie Zucker wurden in den Verhandlungen noch nicht behandelt.
Mit dem geregelten EU-Austritt von Großbritannien am 31.Jänner 2020 und der damit verbundenen Übergangsphase bis Ende Dezember 2020 wird das ZWJ 2019|20 nicht mehr vom Deal beeinflusst werden. Sollte bis zum Ende der Übergangsphase kein neues Freihandelsabkommen abgeschlossen werden, wird davon ausgegangen, dass sich der Marktzugang für europäischen Weißzucker zum britischen Markt erschweren wird.
Die Zuckerrübenerntefläche der rund 5.500 AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2019|20 lediglich rund 76.200 Hektar (Vorjahr: rund 83.200 Hektar), da in Österreich durch ein Schadinsekt, den Rübenderbrüssler, rund 4.000 Hektar (Vorjahr: rund 10.000 Hektar) der ursprünglichen Anbaufläche vernichtet wurden. Knapp 2.000 Hektar (Vorjahr: rund 800 Hektar) davon entfielen auf den biologischen Anbau. Daraus produzierte das Unternehmen rund 10.000 Tonnen (Vorjahr: rund 4.000 Tonnen) Bio-Rübenzucker.
Der Anbau startete Mitte März 2019 und konnte zum Großteil Anfang April 2019 abgeschlossen werden. Damit lag der Anbauzeitpunkt leicht vor dem langjährigen Durchschnitt. Der Aufgang verlief v. a. ab der zweiten Aprilwoche etwas zögerlich, da die Niederschläge ausblieben. Schwere Schäden wurden in den folgenden Aprilwochen in den österreichischen Kerngebieten des Rübenanbaus durch den Rübenderbrüssler hervorgerufen. Insgesamt mussten rund 5.300 Hektar umgebrochen werden, wovon nur mehr rund 23% der Flächen wieder mit Rüben nachgebaut wurden. In den anderen Rübenanbauregionen außerhalb Österreichs gingen weitere Flächen in geringerem Ausmaß durch Trockenheit, Winderosion und tierische Schädlinge verloren.
SAI FSA-Audits im Rübenvertragsanbau in 5 Ländern bestätigten für mehr als 75% aller Betriebe den FSA Goldbzw. Silber-Status
Direkter Energieeinsatz von 2,49 GJ pro Tonne Produkt
Wasserentnahme von 1,92 m³ pro Tonne Produkt
wsk.agrana.com/ zucker
Ab Ende April und im gesamten Monat Mai konnten flächendeckend in allen Anbaugebieten ausreichend Niederschläge verzeichnet werden. Damit entspannte sich die Situation und eine weiterhin rasche Jugendentwicklung führte zu einem in Bezug auf den Zeitpunkt frühen bis durchschnittlichen Reihenschluss bei den meisten Rübenbeständen. Die Monate Juni bis August verliefen in den Rübenanbauregionen sehr unterschiedlich. In Österreich wurde einer der heißesten Sommer der Messgeschichte verbucht, wenngleich regional sehr unterschiedlich anfallende Gewitter und der damit einhergehende Regen in vielen Anbauregionen zumindest teilweise Abhilfe schaffte. Auch in Tschechien war es v. a. in der Anbauregion des nördlichen Werkes eine Zeit lang sehr trocken. Für die Länder Slowakei, Ungarn und Rumänien kann von einer zeitweisen ausreichenden Niederschlagsversorgung bis Mitte August berichtet werden. Der September und nahezu der gesamte Oktober blieben wiederum vergleichsweise trocken. Die Rüben zeigten sich somit in fast allen Anbauregionen aufgrund der insgesamt eher widrigen Vegetationsbedingungen und des hohen Krankheitsdrucks krank und teilweise unterdurchschnittlich groß. Der übliche Zuckerertragszuwachs vom Sommer bis hin zur Ernte erfolgte somit in diesem Jahr nicht. Die Ernten verliefen daher in den Ländern Tschechien, Slowakei und Ungarn eher unterdurchschnittlich, in Österreich und Rumänien kann von durchschnittlichen Ernten berichtet werden.
Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich etwas über 51.000 Tonnen Rüben (Vorjahr: 50.000 Tonnen). Aufgrund der geringen Rübenmenge produzierten die Werke in durchschnittlich nur 91 Tagen (Vorjahr: 106 Tage) insgesamt 655.000 Tonnen Zucker und in Österreich und Tschechien 10.400 Tonnen Bio-Zucker. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Energieverbrauch um 6,7%, bezogen auf eine Tonne Weißzucker, reduziert werden.
Weiters betreibt die AGRANA zwei Rohzuckerraffinerien, in denen im Geschäftsjahr 2019|20 in Summe 220.000 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 34.000 Tonnen) gewonnen wurden. Um auch für das Vorprodukt Rohzucker eine nachhaltige vorgelagerte Lieferkette sicherstellen zu können, hält AGRANA seit 2014 eine für alle Raffinationsstandorte gültige "Chain of Custody"-Zertifizierung nach dem international anerkannten Bonsucro-Standard. Dieses Zertifikat, das die Einhaltung hoher Sozial- und Umweltkriterien über die gesamte Produktwertschöpfungskette bestätigt, erlaubt AGRANA-Kunden, das Bonsucro-Logo auf ihren Produkten zu führen. Bonsucro hat im Benchmarking-Tool der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) mit FSA Gold-Status die höchste Bewertung (Details siehe Seite 11).
AGRANA folgt für den Rübeneinkauf einer Rübenpreisregelung mit einer variablen Preistabelle in Abhängigkeit vom Zuckerverkaufspreis. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe wurde jedoch ein Mindestpreis eingezogen.
Das Segment Zucker hat den AGRANA-Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte entsprechend, die den Einsatz guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP) und fairer Arbeitsbedingungen vorschreiben, die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer gewählt (Details zu SAI und FSA siehe Seite 11).
Im Geschäftsjahr 2017|18 haben den FSA-Kriterien entsprechend ausgewählte Landwirte aus allen fünf Anbauländern (Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn) bei der verpflichtenden FSA-Beantwortung und den externen Audits nach SAI-Vorgaben mitgewirkt. Auf Basis der Ergebnisse der drei Jahre gültigen externen Verifizierung darf AGRANA Zucker nach SAI-Vorgaben für mehr als 75% aller (d.h. der Grundgesamtheit der) Betriebe den FSA Gold- bzw. Silber-Status ausloben. Damit erfüllen alle Rübenvertragsanbauer die AGRANA-Mindestanforderungen. Im Geschäftsjahr 2020|21 werden entsprechend den SAI-Vorgaben FSA Re-Verifizierungsaudits vorgenommen.
Neben der jährlich stattfindenden BETAEXPO, die 2019 unter dem Motto "Ackerbaustrategie – Leitlinie für bäuerliche Familienbetriebe" die aktuellen ackerbaulichen Herausforderungen thematisierte (Details dazu siehe Seite 12), führte AGRANA im Geschäftsjahr 2019|20 ihr Effizienzsteigerungsprogramm "Mont Blanc" des Segmentes Zucker in das neue, gemeinsam mit dem Segment Stärke geführte Agrarmarketingprogramm "AGRANA4You" über. Ziel des gemeinsamen Programmes ist es, die Zusammenarbeit zwischen AGRANA und ihren Vertragsanbauern zu optimieren und zu stärken sowie in Folge Anbauflächen und Rohstoffmengen zu stabilisieren bzw. langfristig zu steigern. AGRANA nahm in Österreich rund 5.000 Bodenproben zur EUF-Analyse1 auf Flächen von Vertragsanbauern zur bedarfsgerechten Düngeplanung vor. An den 75 Demonstrationsbetrieben im gesamten Rübenanbaugebiet der AGRANA-Gruppe fanden in der Vegetationsperiode 150 Feldbegehungen sowie sieben Feldtage mit über 6.000 Teilnehmern statt.
Im Jahr 2019 wurden in Österreich rund 4.000 Hektar mit der Zwischenfruchtmischung der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut aus
überwiegend eigener Vermehrung zur Verfügung stellt, begrünt. Sie lockert den Boden, mobilisiert Nährstoffe, aktiviert das Bodenleben und erhöht die Biodiversität am Feld. Daneben wurden auch ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt, gemeinsam bieten die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.
Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Zuckerprodukten je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5% bis 10% auf den Carbon Footprint des Segmentes Zucker hat, versucht AGRANA trotzdem auch Transporte, so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich, nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2019|20 rund 32% der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte in Ungarn mit rund 50% bzw. Österreich mit rund 49% am höchsten lag.
Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Im Geschäftsjahr 2019|20 wurden im Segment Zucker um rund 9% weniger Rüben als im Vorjahr verarbeitet. Der Rückgang war v. a. durch Flächenverluste, verursacht durch stärkeren Rüsselkäferbefall im Frühjahr, bedingt.
Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien
pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
Durchschnittliche spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) durch die Veredelung in Zuckerfabriken2
1 EUF-Bodenproben: Elektro-Ultrafiltration ist ein labortechnisches Analyseverfahren zur Untersuchung von Bodensubstraten auf ihre für Pflanzen verfügbaren Nährstoffe. Die EUF-Methode wird für ein
5 Geringfügige Korrektur des Wertes 2018|19 aufgrund eines Erfassungsfehlers
Die Rohzuckerraffination an den Raffinationsstandorten in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10) im Umfang von rund 130.000 Tonnen lag wieder auf dem Niveau der Vorjahre, nachdem im Geschäftsjahr 2018|19 marktbedingt die Produktionsmenge stark reduziert worden war.
Durch die gegenüber dem Vorjahr bessere Rübenqualität und die laufenden Energiesparmaßnahmen in den Werken konnte der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Zucker um rund 4,0% gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden.
Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt blieb annähernd konstant gegenüber der Vorperiode. Der durchschnittliche spezifische Gesamtenergieeinsatz lag mit rund 3 GJ pro Tonne Produkt-Output um rund 3,6% unter dem Vorjahreswert.
In Summe sanken die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt um rund 2,3% gegenüber dem Vorjahr.
Die ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2019|20 rund 23 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 73% des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2019|20 decken können. Rund 9,7 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases wurden verkauft und größtenteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 2.054 Einfamilienhäusern.
Im Geschäftsjahr 2019|20 verfügten die Energiemanagementsysteme aller bzw.100% der Zucker-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10) über eine aktuelle Zertifizierung nach ISO 50001.
in AGRANA-Zuckerfabriken
(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10)
| Segment Zucker | 2019 20 | 2018 19 | 2017 18 |
|---|---|---|---|
| m³ pro Tonne Haupt und Nebenprodukte |
|||
| Wasserentnahme | 2,45 | 2,33 | 2,14 |
| Wasserabgabe | 3,45 | 3,64 | 3,19 |
| Wasserverbrauch | –1,00 | –1,31 | –1,05 |
Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird zum Teil mit der zur Verarbeitung angelieferten Zuckerrübe in die Fabrik eingebracht und sohin auch eingesetzt. Die Rübe besteht zu rund 75% aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker abgetrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln, den notwendigen Prozessdampf in der Zuckergewinnung, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit nur gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.
Das Geschäftssegment Zucker setzte im Berichtsjahr 2019|20 pro Tonne Produktausstoß rund 1 m³ vorher in den Rüben gebundenes Wasser frei und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus.
in AGRANA-Zuckerfabriken
(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10)
| Segment Zucker | 2019 20 | 2018 191 | 2017 181 |
|---|---|---|---|
| Tonnen bzw. explizit | |||
| angeführte Angaben | |||
| Entsorgte Abfälle | 38.088 | 43.630 | 62.905 |
| Davon gefährliche Abfälle | 311 | 189 | 198 |
| Abfall | |||
| pro Tonne Produkt | 20,4 kg | 23,3 kg | 25,2 kg |
| Gefährliche Abfälle | |||
| pro Tonne Produkt | 167 g | 101 g | 79 g |
| Entsorgte | |||
| ungefährliche Abfälle | |||
| nach Entsorgungsart | |||
| Kompostierung | 1.855 | 1.753 | 1.107 |
| Energetische | |||
| Verwertung | 688 | 608 | 654 |
| Wiederverwendung | 986 | 6.768 | 9.864 |
| Recycling | 10.002 | 7.549 | 4.045 |
| Deponierung | 23.187 | 24.466 | 30.683 |
| Andere | 1.060 | 2.297 | 16.354 |
Die absolute Abfallmenge sowie die spezifische Abfallmenge sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 12,7% bzw.12,3%.
Im Sommer 2019 nahm die AGRANA Zucker GmbH wieder eine Aktualisierung ihrer im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis seit 2014 jährlich gemeldeten nachhaltigkeitsrelevanten Daten vor und wurde mit dem Gold-Status bewertet.
Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2019|20 19,6 Mio. € (Vorjahr: 30,5 Mio. €) u. a. für Investitionen in Produktqualität und Energieeffizienz aus. Unter anderem wurden folgende Projekte umgesetzt:
Zusätzlich wurden 2019|20 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH; 100%) Investitionen von 26,4 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) getätigt.
Die neu gegründete Beta Pura GmbH, Wien, als 50%-Tochter der AGRANA Zucker GmbH, Wien, wurde 2019|20 erstmalig nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft wird gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner The Amalgamated Sugar Company LLC, Boise|USA, zur Gewinnung von kristallinem Betain betrieben.
1 Diverse, primär die Positionen "Wiederverwendung und Deponierung"
betreffende Korrekturen aufgrund von Erfassungsfehlern 2 In den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 10
3 Inklusive unbekannte Behandlung durch beauftragte Entsorger
In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit ihre auf langfristigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.
Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 17 lokalen NPD1-Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungsentwicklung tätig. Weiters bietet die Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für die Qualitätsprüfung von Zuckerrüben.
Mit Anfang des Geschäftsjahres 2019|20 hat AGRANA mit der neuen ARIC-Abteilung "Agricultural Research" ihre Anstrengungen in der landwirtschaftlichen Forschung verstärkt. Unter anderem veränderte Bedingungen im Rübenanbau, eine durch den Klimawandel zunehmende Trockenheit und höherer Schädlingsdruck bzw. europäische Verbote bisher verfügbarer Pflanzenschutzmittel verlangen nach neuen Lösungen, die den Erfolg des Rübenanbaus sichern. Die Experten der Abteilung Agricultural Research sind aber auch Ansprechpartner für landwirtschaftliche Forschungsfragen in den Bereichen Frucht, Juice und Stärke.
Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v. a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten wie z.B. Technologien, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte.
| F&E-Kennzahlen | 2019 20 | 2018 19 | |
|---|---|---|---|
| F&E-Aufwendungen (intern und extern) | Mio. € | 18,9 | 18,8 |
| F&E-Quote2 | % | 0,76 | 0,77 |
| Mitarbeiter in F&E (Köpfe) | 266 | 272 |
Im Bereich Fruchtzubereitungen wurde eine Technologie zur Reduktion von Mikroorganismen an der Oberfläche geernteter Früchte erfolgreich entwickelt, getestet und mittlerweile großtechnisch implementiert. Die so behandelten Früchte können schonender weiterverarbeitet werden und haben bezüglich Geruch, Geschmack, Aussehen und Farbe eine bessere Bewertung als konventionell behandelte Früchte.
Dem allgemeinen Trend in der Lebensmittelindustrie hin zu mehr Natürlichkeit und Frische wird auch innerhalb der AGRANA Frucht Rechnung getragen. Verschiedene Projekte befassen sich mit der möglichst schonenden Haltbarmachung von Früchten und Fruchtzubereitungen, um eine signifikante Verbesserung in den sensorischen Eigenschaften zu erreichen, aber dennoch eine möglichst lange Haltbarkeit zu garantieren.
1 New Product Development
2 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz
Ein weiterer Aspekt ist die Vermeidung von Stabilisatoren ebenso wie die Reduktion von zugesetztem Zucker in den fertigen Fruchtzubereitungen. Zusammengenommen sollen diese Schritte den Konsumenten idealerweise das Gefühl von frisch gepflücktem Obst vermitteln.
Die Hochdruckbehandlung (HPP1) von Früchten wurde weiter erforscht und in diesem Zusammenhang wurden auch verschiedene Verpackungsmaterialien getestet. Erstes Kundenfeedback zeigt durchaus großes Interesse an diesem HPP-Konzept.
Durch eine im ARIC neu entwickelte Vorbehandlung von Erdbeeren kann die Festigkeit der Früchte über den gesamten Produktionsprozess hinweg erhalten werden. Dies wird auch vom Konsumenten im fertigen Produkt so wahrgenommen.
Die Herstellung eines natürlichen Fruchtschaums ohne Einsatz eines künstlichen Stabilisators war eine Herausforderung, die im Geschäftsjahr 2019|20 erfolgreich gelöst werden konnte.
Der Ersatz von Milchprotein durch pflanzliche Alternativen spielt v. a. für den stark wachsenden veganen Markt eine immer größere Rolle. Durch die Entwicklung von proteinangereicherten Fruchtzubereitungen mit einem Zusatz ausgewählter pflanzlicher Proteine in hoher Konzentration möchte AGRANA Frucht auch diesen Markt bedienen. Es wurden verschiedene Konzepte entwickelt und Kunden vorgestellt.
Die AUSTRIA JUICE konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Geschäftsbereiche der Getränkegrundstoffe, der Aromen und der Produktion von Fruchtsaft- und Gemüsesaftkonzentraten weiter erfolgreich ausbauen.
Es wurden für diese Bereiche strategische Investitionen sowohl in Infrastruktur als auch Personal durchgeführt. Die eigene Produktion von Kompositionsaromen zur Stärkung des Wachstumssegmentes der Getränkegrundstoffe und des Aromengeschäftes wurde erfolgreich weiterentwickelt und konsequent ausgebaut.
Die Verbesserung der Qualität der gewonnenen Aromaextrakte aus Saftkonzentraten wurde durch ein neu entwickeltes Produktionsverfahren optimiert und erste Produktionsversuche wurden erfolgreich abgeschlossen.
Im Bereich der Getränkegrundstoffe wurde insbesondere in die Technologie der Getränkegrundstoffemulsionen und der Entwicklung entsprechender neuer Produkte investiert.
Zur Erschließung neuer potenzieller Märkte wurde die Zertifizierung der Fruchtsaftkonzentratwerke gemäß den Halal- und Kosher-Richtlinien fortgeführt. Die Umstellung aller Produktionsstandorte der AUSTRIA JUICE auf einen einheitlichen, internationalen Qualitätsstandard (FSSC 22000) zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit wurden in diesem Jahr abgeschlossen.
Die Produktion von Spezialstärken ist strategisch von größter Wichtigkeit. Dabei ist AGRANA stets auf der Suche nach neuen Sorten und alternativen Stärkerohstoffen. Aufgrund der stetigen Expansion bei der Maisverarbeitung ist es u. a. notwendig, neu gezüchtete Wachsmaissorten hinsichtlich ihrer Eignung zur Verarbeitung und Gewinnung der Wachsmaisstärke in der Stärkefabrik eingehend zu untersuchen.
Das Projekt zur Untersuchung von speziellen Weizensorten mit hohem Amylopektingehalt mit dem Ziel, diese als neuen Stärkerohstoff zu nutzen, wurde weiterverfolgt. Die dabei gewonnenen Weizenstärken weisen interessante Eigenschaften, insbesondere für die Herstellung von Lebensmittelprodukten auf. Die Anbauversuche der neuen Weizensorten wurden erfolgreich fortgesetzt.
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Lebensmittelstärken konzentrieren sich auf die aktuellen Trends am Markt und in der Lebensmittelindustrie. Diese umfassen das derzeit rasch wachsende Ernährungssegment für fleischlose oder vegane Produkte, Präferenzen der Konsumenten für Clean Label-Produkte sowie die Reduktion von Fett und Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln. Dem Rechnung tragend wird in der AGRANA-Forschung intensiv an neuen Technologien, neuen Rohstoffen und innovativen Produktlösungen gearbeitet. Das F&E-Team stützt sich dabei auf die Expertise in verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen, um etwa Clean Label-Stärken als Alternative zu chemisch modifizierten Stärken, Produkte zur Ballaststoffanreicherung oder Produktinnovationen für den gezielten Fettersatz in Lebensmitteln zu entwickeln.
Neben innovativen Neuentwicklungen sind auch bestehende Produkte einem ständigen Prozess der Optimierung und Weiterentwicklung unterworfen. In Zusammenarbeit mit der Produktion konnten durch prozesstechnische Adaptierungen bestehende Produkte ökonomischer und effizienter hergestellt werden. Dadurch ist nun auch die Möglichkeit zur Entwicklung neuer, bisher nicht zugänglicher Produkte zur Erweiterung des Produktportfolios gegeben.
Bei der Entwicklung von technischen Stärken ist es ein Ziel, Prozesse zur Herstellung neuer Stärkeprodukte nachhaltig und effizient zu gestalten.
Der Einsatz von ressourcenschonenden Technologien, wie z.B. die Reaktivextrusion, erlaubt es, modifizierte Stärken unter möglichst geringem spezifischem Energieeinsatz herzustellen. Durch diese Verfahren lassen sich funktionelle Stärken für den Klebstoffbereich produzieren. Damit werden nicht nur petrobasierte synthetische Produkte substituiert, vielmehr können die Stärkeprodukte in der Praxis qualitativ durch ihre geringe Spritzneigung bei optimaler Verklebung überzeugen.
Im Bereich der biologisch abbaubaren Biokunststoffe gibt es das Bestreben, den nachhaltigen Anteil auf 100% zu steigern. In einer mittlerweile abgeschlossenen Dissertation konnte durch Funktionalisierung der thermoplastischen Stärke eine Steigerung des Stärkeanteils erzielt werden, was sich wiederum sehr positiv auf die rasche Abbaubarkeit im Heimkompost auswirkt. Darüber hinaus konnte durch entsprechende Kompatibilisierung der Stärkecompounds eine transparentere biologisch abbaubare Folie entwickelt werden. Durch geeignete Kombinationen von thermoplastischer Stärke mit biologisch abbaubaren Polyestern ließen sich im Schmelzspinnverfahren biologisch abbaubare Fasern herstellen, die Potenzial zur Substitution von Polypropylenfasern haben.
Prozessoptimierungsschritte bei der Produktion einer Reihe von Stärkederivaten ermöglichten nicht nur eine Effizienzsteigerung bei erhöhter Gesamtauslastung. Die Erhöhung der Produktausbeute, Einsparungen bei Energie und Hilfsstoffen sowie Verringerung der Belastung der Kläranlage lieferten neben dem wirtschaftlichen auch insbesondere einen ökologischen Beitrag.
Arbeitsschwerpunkte im Bereich der Bioethanolproduktion sind neben kontinuierlicher Prozessoptimierung auch die Optimierung der Hefefermentation. Zur Erhöhung der Ethanolausbeute werden neue marktreife Hefen und Enzyme getestet. Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Steigerung der Qualität des eiweißhaltigen Nebenproduktes. Durch Optimierung der Verfahren soll die Verdaulichkeit des proteinreichen Futtermittels ActiProt® verbessert werden. Um die Eigenschaften der Endprodukte zu stabilisieren, spielen Optimierungen in der ganzen Produktionskette ebenso eine wichtige Rolle. Eine Kombination dieser Maßnahmen führt dazu, den hohen Anforderungen des Futtermittelmarktes gerecht zu werden.
Die Erarbeitung von Möglichkeiten zur Substitution der in Kritik stehenden Neonicotinoide ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Schutz der Zuckerrübe vor tierischen Schädlingen wie dem Rübenerdfloh oder den Blattläusen. Letztere gelten zudem als Überträger des Rübengelbvirus, welcher bedeutende Ertragsminderungen verursacht. Umfassende Monitorings zum Auftreten der Schädlinge waren Basis des Aufbaus von Warndiensten, welche rechtzeitige Maßnahmen zu deren Regulierung erlaubten.
Umfangreiche Arbeiten galten der Populationskontrolle des Rübenderbrüsslers. Hier wurden mechanische, biologische und nicht zuletzt insektizide Maßnahmen auf Zuckerrübenflächen gesetzt.
Der Wirkstoff Desmedipham ist zentraler Baustein der aktuellen Strategien zur Beikrautregulierung. Das Auslaufen der Registrierung mit 2021 forderte die Prüfung neuer Kombinationen noch zugelassener Wirkstoffe zur Regulierung.
Mangelnde Verfügbarkeit von Wasser führt zu einem Überdenken der Konzepte der Bodenbearbeitung, um einen sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser zu gewährleisten. Augenmerk lag zudem auf der Versorgung der Zuckerrübe mit Phosphor, was sich in Forschungsprojekten zur Bodenuntersuchung sowie zur grundsätzlichen Bereitstellung dieses Nährstoffes spiegelte.
Die aufgrund von klimatischen Einflüssen von Jahr zu Jahr immer stärker variierende Rübenqualität erfordert in den AGRANA-Zuckerfabriken laufend Optimierungen der Dosierung von Hilfsstoffen. Im Bereich des Zuckerprozesses betrifft dies insbesondere den Einsatz von Alkalisierungsmitteln, um die Bildung von Belägen, einen dadurch höheren Energieverbrauch und folglich höhere Kosten bei z.B. der Eindampfung von Zuckersäften zu vermeiden. Mithilfe von direkt im Betrieb eingesetzten Online-Messgeräten, die im ARIC entwickelt und laufend weiter optimiert werden, wird ein bedarfsgerechter Einsatz dieser Hilfsstoffe gewährleistet und negative Auswirkungen werden minimiert. Nicht zuletzt dank dieser Optimierungen konnte in allen AGRANA-Zuckerfabriken Melasse in einer Qualität hergestellt werden, die es ermöglicht, sie in der Melasseentzuckerungsanlage im Werk Tulln|Österreich zu verarbeiten, um weiteren Zucker und Flüssigbetain zu gewinnen.
Darüber hinaus wurde ein im ARIC entwickeltes Gerät, welches die automatische Analyse der wichtigsten Qualitätsparameter von Sirupen im Bereich der Kristallisation erlaubt, weiter optimiert und in zusätzlichen AGRANA-Zuckerfabriken implementiert. So konnte die umfangreiche analytische Qualitätskontrolle der Prozesszwischenprodukte automatisiert werden.
Vor dem Hintergrund gestiegener Nachfrage nach Bio-Zucker wurde die Zulassung der im ARIC entwickelten natürlichen Bio-Stabilisatoren (Wirkstoffe auf Basis von Hopfen- und Harzsäuren) für die Bio-Rübenverarbeitung beantragt, um mikrobiologische Zuckerverluste bei der Extraktion des Bio-Zuckers in der Fabrik zu minimieren. Der Antrag wurde von den entsprechenden EU-Fachgremien positiv beurteilt und die Wirkstoffe wurden in der Zwischenzeit in die EU-Positivliste erlaubter Substanzen für die Bio-Zuckergewinnung aufgenommen.
Der hohe Qualitätsanspruch bei AGRANA-Zuckerprodukten bedingt immer wieder Adaptierungen im Bereich verwendeter Vorprodukte und folglich Rezepturoptimierungen, wodurch letztlich auch eine kostengünstigere Herstellung ermöglicht werden soll. So wurden bei Sirupzucker und insbesondere bei den im Portfolio befindlichen Gelierzuckerprodukten umfangreiche Anpassungen vorgenommen, um Produktqualität, Konsumentenzufriedenheit und Marktführerschaft sicherzustellen.
Im Rahmen der Diversifizierungsstrategie zur Gewinnung und Vermarktung von Betain wurde aus dem bereits am Markt etablierten Betain-Flüssigprodukt ActiBeet® L ein neuartiges amorphes Betain-Trockenprodukt entwickelt und erfolgreich zum Patent angemeldet.
In einer geförderten Kooperation mit Forschungs- und Industriepartnern werden Möglichkeiten zur Herstellung bio-basierter Dämmstoffe aus extrahierten Zuckerrübenschnitzeln untersucht, wobei es in der Zwischenzeit gelungen ist, erste vielversprechende Dämmplatten herzustellen.
Ziele bezüglich Arbeitssicherheit 2019|20
Segment Frucht Bereich Fruchtzubereitungen Ziel der Reduktion
der Verletzungsrate1 erreicht
Ziel der Reduktion der Ausfallstagequote1 erreicht
konzentrate Ziel der Reduktion der Unfallanzahl1 erreicht
Maßnahmen umgesetzt
Verletzungsrate1 dennoch gestiegen
Maßnahmen umgesetzt
Verletzungsrate1 dennoch gestiegen Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2019|20 durchschnittlich 9.300 Mitarbeiter (Köpfe) (Vorjahr: 9.242 Mitarbeiter), davon 2.456 (Vorjahr: 2.358) in Österreich und 6.844 (Vorjahr: 6.884) international.
Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:
| Durchschnittliche Mitarbeiter- anzahl (Köpfe) |
Durchschnittliche Anzahl an FTEs2 |
Mitarbeiter (Köpfe) zum Bilanzstichtag |
|||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | 2019 20 | 2018 19 | 2019 20 | 2018 19 | 29.02.2020 | 28.02.2019 | |
| Frucht | 6.098 | 6.096 | 6.194 | 6.141 | 6.290 | 6.192 | |
| Stärke | 1.112 | 1.050 | 1.087 | 1.025 | 1.134 | 1.061 | |
| Zucker | 2.090 | 2.096 | 2.061 | 2.064 | 1.965 | 1.938 | |
| Konzern | 9.300 | 9.242 | 9.342 | 9.230 | 9.389 | 9.191 |
Im Geschäftsjahr 2019|20 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 9.342 FTEs (Vorjahr: 9.230 FTEs) beschäftigt. Die Erhöhung des Personalstandes ist primär auf den weiteren Aufbau der Fruchtzubereitungswerke in Jiangsu|China und Pune|Indien sowie auf die zweite Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich und die neue Stärketrocknungsanlage sowie auf die Produktentwicklung im Bereich Säuglingsmilchnahrung in Gmünd|Österreich zurückzuführen.
Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft3 betrug per 29. Februar 2020 42 Jahre (Details zur Altersstruktur siehe GRI-Index, Geschäftsbericht 2019|20 ab Seite 196). 30,0% (Vorjahr: 29,9%) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 58,1% (Vorjahr: 56,4%). Die Fluktuation4 im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2019|20 14,2% (Vorjahr: 13,5%). Der Anteil der Beschäftigten mit einem Teilzeitvertrag5 lag bei 3,3%. Der Anteil der Leiharbeitskräfte6 lag bei 5,6%.
Nachhaltiges unternehmerisches Denken und Handeln bilden das Fundament von AGRANAs Personalstrategie. Wertschätzung und gegenseitiger Respekt prägen die Unternehmenskultur. Dies ist aufgrund des v. a. im Geschäftsbereich Frucht internationalen und von kultureller Diversität geprägten Umfeldes von großer Bedeutung. Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde daher neben der Förderung von internationalem Austausch auch eine Diversity & Inclusion Policy weltweit ausgerollt.
zum Bilanzstichtag 29. Februar 20208
| Befristete Dienst- |
verhältnisse9 | Unbefristete Dienstverhältnisse | Angestellte im Management10 |
Davon Executive Leadership11 |
||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ange | ||||||||||||
| Segment | Gesamt | Frauen | Arbeiter | Frauen | stellte | Frauen | Gesamt | Frauen | Gesamt | Frauen | Gesamt | Frauen |
| Frucht | 2.097 | 72,0% | 2.593 | 23,4% | 1.600 | 47,6% | 4.193 | 32,6% | 292 | 27,1% | 10 | 10,0% |
| Stärke | 73 | 19,2% | 695 | 12,9% | 366 | 46,2% | 1.061 | 24,4% | 54 | 16,7% | 3 | 33,3% |
| Zucker12 | 162 | 37,0% | 1.036 | 17,7% | 767 | 39,8% | 1.803 | 27,1% | 154 | 24,0% | 18 | 11,1% |
| Konzern | 2.332 | 67,9% | 4.324 | 20,3% | 2.733 | 45,2% | 7.057 | 30,0% | 500 | 25,0% | 31 | 12,9% |
1 Begriffsdefinitionen siehe Seite 54
12 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.
2 Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
3 Mitarbeiter in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften
4 Fluktuation = Summe im Geschäftsjahr gemeldeter Austritte von unbefristeten AGRANA-Mitarbeitern ÷
durchschnittliche Anzahl (Köpfe) unbefristeter AGRANA-Mitarbeiter
5 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen per 29. Februar 2020
6 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen im Geschäftsjahresdurchschnitt
7 Siehe GRI-Berichtsgrenzen Seite 34
8 Vorjahr siehe GRI-Index, Geschäftsbericht 2019|20, Seite 196
9 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeiter
im Rahmen der Verarbeitungskampagnen.
10 Managementfunktionen der 2. und 3. Berichtsebene
11 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)
Leistungsbereitschaft, Integrität und soziales Bewusstsein sind weitere Eckpfeiler der Personalstrategie von AGRANA. Das Unternehmen unterstützt gezielt die stetige Verbesserung des Wissens und fördert die Potenziale ihrer Mitarbeiter. Denn nur durch langfristige Entwicklung aller Mitarbeiter kann die fortwährende Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichergestellt werden.
Im Geschäftsjahr 2019|20 erfolgte die weltweite Implementierung eines globalen Personalmanagementsystems. Dieses soll die Effizienz der Personalprozesse verbessern, Transparenz schaffen sowie die Datensicherheit erhöhen. In den weiteren Jahren ist geplant, die Funktionalitäten dieses Systems weiter auszubauen.
Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen
zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2019|20 nahmen 8,8% (Vorjahr: 8,8%) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.
Die AGRANA Beteiligungs-AG belegte im Geschäftsjahr 2019|20 im Rahmen der BEST RECRUITERS-Studie den ersten Platz im österreichischen Branchenranking der Nahrungsmittel- bzw. Konsumgüterherstellung und wurde mit dem goldenen BEST RECRUITERS Gütesiegel 2019|20 ausgezeichnet.
BEST RECRUITERS ist die größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum und untersucht jährlich die Qualität der Recruiting-Maßnahmen der Top-Arbeitgeber in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Die Studie umfasst dabei über 200 wissenschaftliche Kriterien aus den Bereichen Stellenanzeigen, Recruiting-Präsenz auf diversen Plattformen (inklusive Social Media-Auftritt, Karriere-Webseite etc.), Auftritte auf Karrieremessen sowie Umgang mit Bewerbern.
Die Verleihung des goldenen BEST RECRUITERS Gütesiegels bekräftigt, dass ein wertschätzender und freundlicher Umgang mit potenziellen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für AGRANA ein großes Anliegen
in den Geschäftsjahren 2019|20 und 2018|19
| 2019 20 | 2018 19 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Trainingsstunden | Anteil | Trainingsstunden | Anteil | ||||||
| pro Mitarbeiter | der Mitarbeiter, | pro Mitarbeiter | der Mitarbeiter, | ||||||
| (Durchschnitt) | die ein Training | (Durchschnitt) | die ein Training | ||||||
| absolvierten | absolvierten | ||||||||
| Segment | Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | Männer | Frauen | |||
| Frucht | 31,6 | 32,6 | 29,5 | 89,8% | 31,4 | 33,4 | 27,3 | 94,6% | |
| Arbeiter | 28,9 | 29,5 | 26,8 | 89,9% | 25,7 | 28,5 | 17,0 | 95,5% | |
| Angestellte | 36,0 | 39,8 | 31,7 | 89,7% | 41,1 | 45,5 | 36,2 | 92,9% | |
| Stärke | 21,4 | 17,4 | 34,3 | 89,8% | 20,0 | 20,2 | 19,2 | 81,2% | |
| Arbeiter | 20,0 | 14,5 | 58,0 | 88,9% | 18,5 | 18,1 | 20,9 | 76,3% | |
| Angestellte | 24,1 | 26,3 | 21,6 | 91,7% | 22,8 | 26,2 | 18,3 | 90,2% | |
| Zucker2 | 26,8 | 27,7 | 24,4 | 89,7% | 30,0 | 29,8 | 30,6 | 89,2% | |
| Arbeiter | 24,8 | 25,9 | 19,6 | 92,2% | 25,4 | 26,5 | 20,5 | 89,6% | |
| Angestellte | 29,5 | 31,0 | 27,2 | 86,2% | 36,3 | 36,1 | 36,6 | 88,6% | |
| Konzern | 28,9 | 28,9 | 28,9 | 89,8% | 29,5 | 30,4 | 27,2 | 91,3% | |
| Arbeiter | 26,6 | 26,1 | 28,3 | 90,3% | 24,6 | 26,3 | 18,0 | 91,3% | |
| Angestellte | 32,6 | 35,4 | 29,3 | 89,0% | 37,4 | 40,0 | 34,1 | 91,3% |
Der Anteil der verpflichtenden Trainingsstunden (inklusive Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Compliance-Schulungen etc.) betrug im Geschäftsjahr 2019|20 50,1%. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2019|20 auf rund 3,0 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €), was 1,1% (Vorjahr: 1,2%) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.
ist. AGRANA sieht die Auszeichnung als Bestätigung ihrer Bestrebungen, die Qualitätsmaßstäbe bei der Suche nach neuen Talenten kontinuierlich weiterzuentwickeln sowie auch als Motivation, neuen Recruiting-Trends zu folgen.
Die Tochtergesellschaft Moravskoslezské Cukrovary A.S. wurde in Tschechien mit dem zweiten Platz als "Employer of the Year 2019" ausgezeichnet.
Die Weiterentwicklung und Förderung der Potenziale der Mitarbeiter ist für AGRANA ein wichtiges Anliegen. Mit einer Vielzahl an fachlichen Schulungen, Trainings im Bereich der Persönlichkeitsbildung und gezielten konzernübergreifenden Programmen fördert AGRANA die stetige Verbesserung des Wissens und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter. Diese Trainingsprogramme verbessern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sie tragen auch zur Motivation und zum Engagement der Mitarbeiter bei.
Die Schwerpunkte im Aus- und Weiterbildungsbereich lagen auch im Geschäftsjahr 2019|20 wieder in der Entwicklung der Führungskräfte und der Fachexperten einzelner ausgewählter Funktionsbereiche. Das Angebot und die Durchführung von verschiedenen Sprachkursen und kurzen Seminaren ergänzten das Weiterbildungsprogramm von AGRANA.
AGRANA hat im Geschäftsjahr 2019|20 durchschnittlich 100 Lehrlinge (davon weiblich: 20 bzw. 20%) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 70 Lehrlinge (davon weiblich: 7 bzw.10%) beschäftigt, in Deutschland, der Slowakei, Frankreich, Algerien und Brasilien, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 19 Lehrlinge (davon weiblich: 7 bzw. 37%). In sonstigen Systemen wurden in Mexiko und Marokko 11 Lehrlinge (davon weiblich: 6 bzw. 55%) ausgebildet. Die Ausbildung erfolgte u. a. in den Bereichen Maschinenbautechnik, Elektrotechnik, Metalltechnik, Labortechnik (Chemie), Chemieverfahrenstechnik, Lebensmitteltechnik, Mechatronik, Betriebslogistik, Technisches Zeichnen, Industrielehre sowie Informationstechnologie.
Um die Attraktivität von Lehrberufen zu steigern und um Schülern und Schülerinnen Berufschancen in der Technik aufzuzeigen, wurden an einzelnen Standorten verschiedene Initiativen gesetzt (Erstellung von Informationsbroschüren für Lehrlinge, Teilnahme an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von Lehrberufen, spezielle Förderung von Lehrlingen sowie Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen etc.).
Im Geschäftsjahr 2019|20 haben 24 Mitarbeiter und Führungskräfte (davon weiblich: 10 bzw. 41,7%) aus dem Konzern am alle zwei Jahre stattfindenden internationalen AGRANA Competencies Training (ACT) teilgenommen und dieses im Februar 2020 erfolgreich abgeschlossen. Das ACT-Programm richtet sich an Kollegen, denen hohes Potenzial, ausgezeichnete Leistungen und überdurchschnittlicher Leistungswille attestiert werden. Nach Abschluss des Programmes wurde den Mitarbeitern angeboten, am AGRANA-internen Mentoring-Programm teilzunehmen. Dieses bietet ihnen die Möglichkeit, sich im Unternehmen noch stärker zu vernetzen und sich mit einem AGRANA-Mentor auf Senior Management-Level regelmäßig auszutauschen.
AGRANA bietet laufend konzernweite On-Boarding-Programme und Welcome Days an, um neuen Mitarbeitern einen Überblick über die gesamte AGRANA-Gruppe und auch über den eigenen Arbeitsbereich zu geben. Des Weiteren profitieren Mitarbeiter von diversen Weiterbildungsmaßnahmen, wie dem regelmäßig stattfindenden INCA-Meeting (Information and Communication at AGRANA) und dem AGRANA Development Programm (ADP). Diese Maßnahmen fördern ein besseres divisionsübergreifendes Verständnis und unterstützen den konzernweiten Austausch von Informationen. Weiters dienen solche Initiativen der divisions- und abteilungsübergreifenden Synergiebildung. Zusätzlich helfen Teamentwicklungsmaßnahmen, die Kommunikation und Effektivität der Zusammenarbeit in den Abteilungen zu fördern.
Ein weiteres Augenmerk wird bei AGRANA auf die Förderung von Mitarbeitern in Schlüsselfunktionen gelegt. Durch maßgeschneiderte Trainingsangebote wird dafür gesorgt, dass die Mitarbeiter den größtmöglichen Nutzen ziehen und das Gelernte im täglichen Arbeitsumfeld umsetzen können. Die AGRANA Leadership Academy sowie auch das neu eingeführte "Advance@AGRANA – das Operations Nachwuchsführungskräfteprogramm" haben das Ziel, zukünftige und bestehende Führungskräfte in ihren Rollen zu festigen, internes Wissen zu transferieren und divisionsübergreifende Zusammenarbeit zu fördern.
AGRANAs Arbeitssicherheitsmanagement ist organisatorisch bei den für Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte sind für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen zuständig. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen.
In allen 25 Ländern, in denen AGRANA Produktionsstandorte unterhält, besteht eine (wenn auch unterschiedlich ausgestaltete) gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beratern durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeiter zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeiter sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgänge zu melden. Im international tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.
in den Geschäftsjahren 2019|20 und 2018|19
| Verletzungsrate2 | Rate schwerer Verletzungen3 |
Rate der Todesfälle aufgrund schwerer Verletzungen |
|||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | Männer | Frauen |
| 2019 20 | |||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,4 | 0,6 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
| Stärke | 2,8 | 3,4 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
| Zucker | 2,6 | 2,8 | 1,9 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzern 2018 19 |
1,6 | 2,1 | 0,8 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
| Frucht | 1,5 | 1,9 | 0,9 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
| Stärke | 2,6 | 3,3 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
| Zucker | 2,2 | 2,3 | 1,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
| Konzern | 1,8 | 2,2 | 1,0 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0 | 0 | 0 |
Im Geschäftsjahr 2019|20 ereignete sich kein tödlicher Arbeitsunfall (Vorjahr: 0 Todesfälle). Im Berichtsjahr ereigneten sich 15 Unfälle von Kontraktoren (Vorjahr: 4 Unfälle), die aus organisatorischen Gründen nicht in den Arbeitssicherheitskennzahlen enthalten sind.
Prellungen, Quetschungen, Schürfwunden (46), Rutschen/Stürzen/Fallen mit Folgeverletzungen (39), Schnitt- und Stichverletzungen (22), Verbrennungen und Verbrühungen (17), Verletzungen durch falsches Heben, Tragen und Lagern (12), Augenverletzungen (5), Dienstliche Wegeunfälle (3), Sonstige (4)
1 Mitarbeiter im befristeten und unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10)
im Geschäftsjahr 2019|20ff
| Segment | Arbeitssicherheits ziele 2019 20 |
Zielerreichung 2019 20 |
Arbeitssicherheits ziele 2020 21 |
|---|---|---|---|
| Frucht Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen |
Verletzungsrate²: 1,25 Ausfallstagequote3: 17,0 |
Verletzungsrate2: 0,9 Ausfallstagequote3: 10,7 |
Verletzungsrate²: 0,8 Ausfallstagequote3: 10,5 Fortsetzung des Arbeits sicherheitsprogrammes "Safety First" |
| Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate |
Sorgfältige Dokumentation und Analyse aller Arbeits unfälle; Ableitung von Präventivmaßnahmen und bereichsweite Kommuni kation dieser Maßnahmen |
Unfallanzahl 2019 20: 17 Unfallanzahl 2018 19: 20 Unfallanzahl 2017 18: 33 |
Weitere Reduktion der Unfallanzahl; Bewusstseins bildung durch laufenden Informationsaustausch und Training der Mit arbeiter sowie regelmäßige Risiko- und Gefahren analyse zur Vermeidung von Unfallquellen |
| Stärke | Fortsetzung der 2018 19 gestarteten Arbeitssicher heitsoffensive mit den "goldenen Arbeitsregeln – gemeinsam sicher gesund"; Bewusstseinsbildung im Rahmen der Schulung jedes Mitarbeiters sowie Umsetzung eines segmentweit einheitlichen Bodenmarkierungs- und Sicherheitsausrüstungs konzeptes |
Verletzungsrate2: 2,8 Ausfallstagequote3: 26,7 Fortsetzung der Arbeitssicherheitsoffensive mit Schulung der "goldenen Arbeitsregeln – gemeinsam sicher gesund"; Umsetzung eines segmentweit einheitlichen Bodenmarkierungs- und Sicherheitsausrüstungs konzeptes |
Verletzungsrate2: 2,0 Ausfallstagequote3: 20,0 Ausweitung der Arbeits sicherheitsoffensive sowie werksweite Tragepflicht für persönliche Schutz ausrüstung und Handlauf benutzungspflicht; Bewusstseinsbildung durch mehrteiliges, internes Sicherheitsschulungs programm auf Basis der "goldenen Arbeitsregeln – gemeinsam sicher gesund" |
| Zucker | Weitere Umsetzung standortspezifischer Maßnahmen |
Verletzungsrate2: 2,6 Ausfallstagequote3: 27,4 Standortspezifische Maßnahmen wurden laufend umgesetzt, in monatlichen Abstimmungen mit allen Werksleitern präsentiert und die Kennzahlen wurden regelmäßig verfolgt; über Dokumentation bei Sicherheitsrundgängen hinausgehend wurden arbeitssicherheitsrelevante Vorschläge im betrieblichen Vorschlagswesen (EISAS) erfasst und prämiert |
Verletzungsrate2: 2,4 Ausfallstagequote3: 25,5 Weitere Umsetzung standortspezifischer Maß nahmen und Verbesserung der Kennzahlen; Senkung der Verletzungs rate2 (IR) und der Ausfalls tagequote3 (LDR) um jeweils 7% gegenüber dem Vorjahr |
2 Begriffsdefinition siehe Seite 54
3 Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage4 ÷ Gesamtarbeitszeit)2 × 200.0002
4 Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen
1 Mitarbeiter in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 10)
Neben gesetzlich vorgeschriebenen lokalen Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Berichtspflichten (z.B. an Versicherungsträger) erhebt die AGRANA-Gruppe seit vielen Jahren monatlich, weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit. Sie dienen der besseren konzernweiten Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen und bilden die Basis für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen und Zielen im Rahmen der Programme in den Geschäftssegmenten bzw.-bereichen.
Der jährlich einberufene zentrale Arbeitsschutzausschuss dient den Arbeitssicherheitsbeauftragten der europäischen Standorte, den verantwortlichen Geschäftsführern, Personalverantwortlichen und Mitarbeitervertretern zum überregionalen und funktionsübergreifenden Austausch zu Sicherheits- und Gesundheitsthemen, wie z.B. der Analyse ausgewählter Unfälle bzw.Unfallarten (auch an außereuropäischen Standorten) und der Diskussion weiterer Maßnahmen zur Unfallvermeidung. Im international tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen existieren ebenfalls funktional divers zusammengesetzte Arbeitsgruppen und Beratungsgremien, die das Arbeitssicherheitsprogramm "Safety First" des Bereiches zum Vorreiterprogramm in Sachen Arbeitssicherheit in der AGRANA-Gruppe gemacht haben.
Unter dem Begriff "AGRANA Fit" bietet AGRANA mit dem Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Mitarbeiter an vielen Standorten Gesundenuntersuchungen und/oder Impfungen (Grippeschutz, FSME, Titer-Bestimmungen etc.) im Rahmen der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung an. Zusätzlich bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Gesundheitsorganisationen und Fitnesseinrichtungen.
AGRANA bietet ihren Mitarbeitern zahlreiche sportliche Angebote, wie z.B. Laufgruppen, Rückenfit-Training, Badminton, Ruderkurse, Zumba Toning, High Intensity Intervall-Training (HIIT), Fitnessboxen, Nordic Walking, Yoga-, Pilates- sowie Bootcamp-Kurse, an. Neben der großen Vielfalt an Gesundheits- und Sportangeboten wurden an den Standorten auch zahlreiche Workshops zur Information, Sensibilisierung und Weiterbildung in den Bereichen Work-Life-Balance-Management, Stress und Burnout sowie Workshops für eine richtige Ergonomie am Arbeitsplatz angeboten.
Im September 2019 gingen erneut 204 AGRANA-Mitarbeiter in 68 Teams (zu je drei Teilnehmern) an den Start des jährlichen "Wien Energie Business Run". Die Teilnahme fördert nicht nur den Teamgeist sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb von AGRANA, sondern wurde mittlerweile auch zu einem wichtigen Bestandteil des Personalmarketings. Weiters bietet sie die Möglichkeit, persönliche Kontakte mit Kollegen der verschiedenen Geschäftsbereiche und Standorte zu knüpfen bzw. zu pflegen.
Soziales Bewusstsein stellt einen wichtigen Teil der Unternehmenskultur von AGRANA dar. Unter anderem wurde AGRANA Fruit México im Berichtsjahr erneut für ihr hohes soziales Engagement mit dem ESR1-Label ausgezeichnet. Weiters haben Mitarbeiter von AGRANA Fruit Australia beispielsweise an der Initiative "World's Greatest Shave" teilgenommen, um Menschen mit Blutkrebs zu unterstützen.
Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil für das persönliche Wohlbefinden. AGRANA weist daher die Mitarbeiter mit Workshops und mit lokalen Aktionen wie z.B. frischem Obst zur freien Entnahme auf die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung hin.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für AGRANA im Rahmen ihres sozialen Bewusstseins ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie.
Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Familien und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten (siehe auch Corporate Governance-Bericht, Geschäftsbericht 2019|20, Seite 29).
Konzernweit spiegelt sich dies in mehreren Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiter wider. Telearbeit, Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien), variable Arbeitszeit und auch ein Eltern-Kind-Büro am Standort in Wien sind Bestandteile davon. Weiters werden auch Veranstaltungen, gemeinsame Essen und Sportaktivitäten unter Einbindung der Familien veranstaltet. Der Fruchtzubereitungsstandort in der Türkei bot Mitarbeitern und Familienmitgliedern beispielsweise wieder ein gemeinsames Ramadan-Dinner.
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.
Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.
Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und diesen entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahres verträge abgeschlossen.
Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken zentral gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen.
Im Segment Stärke gestalten sich die Veränderungen der Rohstoffpreise im Vergleich zum Verkaufspreis der Endprodukte aufgrund des breiten Produktportfolios unterschiedlich. Bei Stärken und Nebenprodukten führen Preisveränderungen beim Rohstoff zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch Rohstoffpreisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform "Platts" ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität der Bioethanolpreise feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten
orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen.
Die Versorgung mit Rohstoffen kann durch Beschaffung auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten weitgehend als gesichert betrachtet werden. Die Versorgung mit Spezialrohstoffen wird durch Kontraktanbau und Lieferverträge in adäquatem Ausmaß sichergestellt. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des regelmäßigen Reportings und werden an den AGRANA-Vorstand berichtet.
Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohr-Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Die Verfügbarkeit von Zuckerrüben gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die Rübenpreise nunmehr vom Zuckerverkaufspreis abhängen. AGRANA intensivierte ihre Bemühungen bezüglich der Kooperation mit den Rübenbauern bzw. Rübenbauernverbänden zur Kontrahierung der erforderlichen Rübenmenge. Hierzu soll zukünftig auch ein Mindestpreis für Zuckerrüben gezahlt werden, sodass die Landwirte mit planbaren und damit stabileren Rahmenbedingungen kalkulieren können.
Für die Raffinationsstandorte in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus den Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU und die CEFTA-Länder ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Darüber hinaus werden auch im Falle von Exporten von Weißzucker diese bzw. Industriekontrakte mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.
Die Produktionsvorgänge, v. a. in den Segmenten Zucker und Stärke, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.
Die Veränderungen auf dem europäischen Zuckermarkt (u. a. das Quotenende per Ende September 2017) sowie die Überschüsse auf dem Weltmarkt haben zu starken Rückgängen der Zuckerabsatzpreise geführt. Die weitere Entwicklung der Zuckerpreise auf den europäischen Märkten sowie Märkten außerhalb der EU werden auch in der Zukunft die Ergebnissituation im Segment Zucker wesentlich beeinflussen.
Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.
AGRANA tätigt zur Stärkung bzw. zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Investitionen in allen Segmenten. Darüber hinaus werden Investitionen in neue Märkte evaluiert und vorgenommen. Der Bau einer zweiten Produktionslinie im neuen zweiten Fruchtzubereitungswerk in China wurde im Geschäftsjahr 2019|20 erfolgreich abgeschlossen.
Die politisch noch instabile Situation zwischen der Ukraine und Russland kann sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage. Des Weiteren stehen die derzeitige politische und wirtschaftliche Lage in Argentinien und Algerien aufgrund zunehmender politischer Instabilität unter ständiger Beobachtung.
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder -manipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 41f im Segmentbericht Zucker berichtet.
Zuckermarktordnung: Seit 1. Oktober 2017 gibt es keinen Rübenmindestpreis mehr und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose wurde aufgehoben. Beide Produkte können seither in der EU ohne quantitative Beschränkungen erzeugt und verkauft werden. Das Antizipieren der Beendigung der Quotenregelung im Herbst 2017 hat bereits im Vorfeld den europäischen Zuckermarkt durch eine Ausweitung der Anbauflächen im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2017|18 beeinflusst. Des Weiteren haben hohe Ernteerträge pro Hektar im ZWJ 2017|18 das Zuckerangebot im EU-Raum erhöht. In den Zuckerwirtschaftsjahren 2018|19 und 2019|20 führten Trockenheit und Hitzewellen in Europa zu Verringerungen des Angebotes.
Es ist weiterhin mit einer hohen Rübenzuckerproduktion, speziell in Gunstlagen der EU, zu rechnen. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass sich die europäischen Marktpreise stärker am Weltmarktniveau orientieren und somit auch hohe Schwankungsbreiten bei Zuckerpreisen
möglich sind. Die neue Regelung der Zuckermarktordnung sieht auch keine Mindestpreise für Zuckerrüben vor, jedoch sind die Preise seit 2019 der Europäischen Kommission zu melden. Die Rübenpreise werden weiterhin zwischen den Rübenproduzenten und der rübenverarbeitenden Industrie ausverhandelt. Die Reform der Zuckermarktordnung beinhaltet keine Veränderung im System der Importzölle für Zuckerimporte von außerhalb der EU sowie in der Behandlung von Importen aus LDCs1/AKP2-Staaten mit EU-Präferenzabkommen.
Freihandelsabkommen: Die derzeit verhandelten Freihandelsabkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die laufenden Verhandlungen und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.
Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
Die Trilog-Verhandlungen zur Neugestaltung der Erneuerbaren Energie Richtlinie (RED II – Renewable Energy Directive) ab 2020 zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament wurden im Juni 2018 abgeschlossen. Am 21. Dezember 2018 wurde die Richtlinie veröffentlicht. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die neue Richtlinie bis zum 30.Juni 2021 in nationales Recht umsetzen.
Diese sieht eine Untergrenze von 14% erneuerbare Energie im Transportbereich bis zum Jahr 2030 vor. Der Anteil der getreidebasierten Biotreibstoffe wurde mit dem nationalen Beitrag im Jahr 2020, maximal jedoch 7%, begrenzt. Weiters wurde ein Unterziel für sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe ("2. Generation") in Höhe von mindestens 3,5% bis zum Jahr 2030 festgelegt. Die Rohstoffliste für die fortschrittlichen Biokraftstoffe wird in Anhang IX der Richtlinie festgelegt und kann durch die EU-Kommission ergänzt werden.
Biokraftstoffe aus sogenannten "High-ILUC-Risk"3-Rohstoffen werden mit dem Beitrag im Jahr 2019 gedeckelt und sollen stufenweise ab 2023 bis 2030 gänzlich auslaufen. Darunter fällt z.B. Biodiesel aus Palmöl.
Mithilfe sogenannter Multiplikatoren (Mehrfachanrechnungen) kann der Beitrag einzelner Biokraftstoffe auf das 14%-Transportziel erhöht werden. So können Biokraftstoffe aus Anhang IX (Advanced Biofuels) doppelt angerechnet werden.
In Österreich beträgt das Substitutionsziel von Biotreibstoffen gemäß derzeit gültiger Kraftstoffverordnung 5,75% (basierend auf RED I) und davon 3,4% aus Bioethanol (jeweils bezogen auf den Energiegehalt). Die Einführung von E10 würde den Biotreibstoffanteil unmittelbar mit den vorhandenen Produktionskapazitäten auf das 7%-Ziel anheben. Auf nationaler Ebene würde damit nicht nur der RED II-Richtlinie entsprochen, sondern auch die nachweisbare Verringerung von Partikel-Emissionen könnte erreicht und die Gewinnung von gentechnikfreiem Eiweißfuttermittel und Gärungskohlensäure als Nebenprodukte weiter erhöht werden.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht – neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für den Bereich Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet.
Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim| Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen, dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwick-
wenn Pflanzen für Agro-Kraftstoffe zwar auf Flächen angebaut werden, die als nachhaltig zertifiziert sind, dabei aber den Anbau von Nahrungspflanzen auf Wald- oder Brachflächen verdrängen.
1 Least Developed Countries; Am wenigsten entwickelte Länder
2 African, Caribbean and Pacific Group of States; Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten
3 Hohes Risiko indirekter Landnutzungsänderung (Indirect Land Use Change). Von ILUC wird gesprochen,
lung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.
Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen von Bestimmungen unterschiedlicher Gesetzgeber und deren Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v. a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen,
eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.
Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.
Die finanziellen Risiken werden im Konzernanhang im Kapitel Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Seite 122ff ) im Detail erläutert.
Auch im Geschäftsjahr 2019|20 hat sich AGRANA mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Ausgangspunkt für die Betrachtungen waren einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) und andererseits – erstmals – die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).
Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nichtfinanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, empfiehlt die TCFD die verstärkte Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken.
Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v. a. Rohstoffbeschaffungs-
risiken) ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und dem konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystem fünf Jahren (Beschreibung siehe Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, Seite 64).
Die Abteilung Landwirtschaftliche Forschung im AGRANA Research & Innovation Center hat Ende des Geschäftsjahres 2019|20 in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien eine Studie gestartet, die bestehende längerfristige Betrachtungen bezüglich der physischen Verfügbarkeit ausgewählter Rohstoffe zusammenführen und weiterentwickeln soll, um zukünftig langfristige, szenariobasierte Voraussagen zur Rohstoffverfügbarkeit unter veränderten klimatischen Bedingungen treffen zu können.
Als energieintensiver industrieller Veredler, v. a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem (ETS1). Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Durch politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel auf EU-Ebene (EU Green Deal), aber auch auf nationaler Ebene der Länder, in denen AGRANA tätig ist, sind in den nächsten Jahren potenzielle Einschränkungen bei der Nutzung oder die stärkere Besteuerung fossiler Energieträger zu erwarten, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. AGRANA wird diesen Risiken im Rahmen der im Geschäftsjahr 2019|20 gestarteten Entwicklung ihrer Dekarbonisierungsstrategie Rechnung tragen.
Sowohl die in diesem Risikobericht beschriebenen, auf AGRANA wirkenden, als auch die durch AGRANAs Geschäftstätigkeit ausgelösten Risiken und tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die ergriffenen Maßnahmen werden im Kapitel Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB (Seite 6ff ) genauer beschrieben. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden, als auch der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegen zu wirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.
Die zunehmend globale Verbreitung des Coronavirus hat in vielen Ländern der Welt zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens geführt. AGRANA ist mit Produktionsund Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist eine umfassende Einschätzung über die Wirkungsweise der vielfach landesweiten Eindämmungsmaßnahmen des Virus sowie die Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft in Bezug auf Ausmaß und Dauer nicht möglich. Im Jahr 2020 ist jedoch eine Rezession in vielen Teilen der Welt als wahrscheinlich anzusehen. AGRANA ist ein bedeutender Produzent von Nahrungsmitteln und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Endkunden. Als Hersteller von Lebens- und Futtermitteln ist AGRANA ein wichtiger Bestandteil der "kritischen Infrastruktur". Dennoch kann es aufgrund der Pandemie zu Beeinträchtigungen auf den Absatzmärkten kommen. Im Non-Food-Bereich lässt sich besonders bei Bioethanol zur Zeit ein Absatzrückgang und ein deutlich gesunkenes Preisniveau feststellen.
Nach Ausrufung der Pandemie-Erklärung der WHO wurde zur Sicherheit der Mitarbeiter sowie für die Aufrechterhaltung der Produktion eine konzernweite Pandemie-Richtlinie erlassen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Krisenteams aktiviert wurden, jeweils lokale Business Continuity-Pläne implementiert, verstärkte Kommunikationsmaßnahmen sowie erhöhte Hygienemaßnahmen ergriffen wurden und ein hohes Augenmerk auf die Einhaltung der behördlichen Empfehlungen und Anordnungen gelegt wird. Des Weiteren bestehen restriktive Maßnahmen in Bezug auf Dienstreisen und die Ermöglichung von temporärer Heimarbeit wurde implementiert. Es kann jedoch dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass Krankheitsfälle auftreten bzw.sich Mitarbeiter von AGRANA sowie von Kunden oder Lieferanten zur Eindämmung der Verbreitung des Virus in häusliche Quarantäne oder Isolation begeben müssen und es damit zu Beeinträchtigungen der Geschäftsabläufe in der Beschaffung, in der Produktion oder im Absatz kommen kann.
AGRANA kann durch präventive Maßnahmen der nationalen Behörden bezüglich Grenzkontrollen und -schließungen sowie durch eine limitierte Verfügbarkeit von Transportmitteln im Rahmen der Logistikketten beeinträchtigt werden.
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Auf den Finanz- und Kapitalmärkten sowie im Interbankenhandel ist es zeitweise zu massiven Verwerfungen gekommen. Aufgrund der ungewissen Zukunftsentwicklung, beeinflusst durch COVID-19, ist auch weiter mit negativen Einflüssen zu rechnen.
AGRANA steht in engem Austausch mit ihren Hausbanken und überprüft laufend die Verfügbarkeit der vorhandenen Kreditrahmen sowie der Liquidität auf den weltweit unterhaltenen Bankkonten. Dabei wird auch ein verschärfter Fokus auf das Rating der Bankpartner gelegt. Bei Bedarf werden notwendige Umschichtungen vorgenommen.
Wie bereits erwähnt ist AGRANA auf allen Kontinenten aktiv und muss daher eine Vielzahl an Währungen, sowohl im operativen Geschäft als auch bei Finanzierungen, managen. AGRANA analysiert laufend das vorhandene und geplante Währungsexposure und versucht sich daraus ergebende Risiken zu minimieren.
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Im Segment Zucker ist der Einfluss der Weltmarktpreise auf das europäische Preisniveau von gestiegener Bedeutung. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.
Aufgrund der anhaltend niedrigen Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose, der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der schwankenden Kosten durch die hohe Rohstoffpreisvolatilität sowie aufgrund der noch nicht abschätzbaren Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer aus der Coronavirus-Krise liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereiche risikoausgleichend agieren.
Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw.sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.
Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungsund Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.
Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet sich für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.
Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.
Ein konzernweites Risikomanagementsystem (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 57ff ), sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebsund Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.
Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 29. Februar 2020 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2019: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2019: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34% des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50% abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland, mit 50% beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u. a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing.Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.
Der Vorstand ist bis einschließlich 4. September 2020 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital um bis zu 4.940.270,20 € durch Ausgabe von bis zu 679.796 Stück neuen auf Inhaber lautenden Stammaktien der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlagen auch in mehreren Tranchen zu erhöhen und den Ausgabebetrag, der nicht unter dem anteiligen Betrag des Grundkapitals liegen darf, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen.
Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.
Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.
Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt der zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichtes im April 2020 noch nicht absehbaren wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie Dauer der COVID-19-Pandemie. Aufgrund ihrer Dynamik hätten Annahmen über die weitere Entwicklung der Coronavirus-Krise und deren wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen überwiegend spekulativen Charakter. AGRANA hat deshalb davon abgesehen, solche Annahmen im Prognosebericht zu berücksichtigen und veröffentlicht deswegen eine "Prognose vor COVID-19" auf Basis des ursprünglich geplanten Budgets für 2020|21. Es wird zwar mit negativen Effekten von COVID-19 auf Umsatz und Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) in allen Segmenten gerechnet, die aktuell allerdings noch nicht quantifizierbar sind. Es erfolgt aber im Prognosebericht eine COVID-19- Einschätzung von Risikofaktoren, welche die "Prognose vor COVID-19" beeinflussen könnten.
| Segment Frucht | 2019 20 IST |
2020 21 Prognose vor COVID-19 |
||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 1.185,4 | moderater Anstieg | i |
| EBIT | Mio. € | 55,9 | deutlicher Anstieg | ii |
| Investitionen1 | Mio. € | 56,5 | 38 |
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2020|21 ohne COVID-19-Effekt einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung, die durch die Auslastung der geschaffenen Kapazitäten und durch das Vorantreiben der Diversifikation im Non-Dairy-Geschäft2 erreicht werden soll. Durch höhere Margen und geringere Kostensteigerungen als 2019|20 ist eine deutliche Steigerung des EBITs geplant. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das neue Geschäftsjahr von einem deutlichen Umsatzanstieg bei einer soliden Ertragslage ausgegangen.
COVID-19-Risikoeinschätzung: Speziell im Segment Frucht, das über eine globale Produktion (42 Standorte in 22 Ländern) verfügt, ist die "Prognose vor COVID-19" mit hohen Unsicherheiten behaftet. Im März 2020 (erster Monat des Geschäftsjahres 2020|21) liefen dennoch die Geschäfte sowohl im Fruchtzubereitungs- als auch im Fruchtsaftkonzentratbereich, v. a. in Bezug auf Absatzmengen, noch sehr gut. Risiken werden aktuell speziell im Food Service-Geschäft gesehen, wo Fruchtzubereitungen und -produkte u. a. an die Systemgastronomie verkauft werden. Dieser Geschäftsbereich stand 2019|20 für rund 3% des gesamten Fruchtzubereitungsumsatzes.
Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 38 Mio. € geplant, das um rund 10% unter dem erwarteten Abschreibungsniveau liegt. Schwerpunktmäßig sind Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Produktionsoptimierungen vorgesehen.
| Segment Stärke | 2019 20 | 2020 21 | ||
|---|---|---|---|---|
| IST | Prognose vor COVID-19 | |||
| Umsatzerlöse | Mio. € | 807,0 | leichter Anstieg | o |
| EBIT | Mio. € | 75,2 | deutlicher Rückgang | ss |
| Investitionen1 | Mio. € | 73,6 | 22 |
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2020|21 ohne COVID-19-Effekt einen leichten Umsatzanstieg. Bei nativen Stärken und Weizengluten geraten jedoch die Verkaufspreise durch gestiegene Angebotsmengen unter Druck. Für stärkebasierte Verzuckerungsprodukte ist aufgrund des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes mit keiner wesentlichen Preiserholung zu rechnen. Die Umsatzentwicklung insgesamt wird auch heuer von der Ethanolpreisvolatilität geprägt sein. Gleichbleibend positive Wachstumsimpulse werden bei Bio- oder GMO-freien Produkten erwartet. Beim EBIT wird aufgrund absehbarer Margenverluste durch geringere Erlöse von einem Rückgang ausgegangen.
1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
COVID-19-Risikoeinschätzung: Bioethanol ist ein wesentliches Hauptprodukt im Segment Stärke (2019|20: knapp 25% des Segmentumsatzes) und daher wird die Geschäftsentwicklung auch 2020|21 maßgeblich von der Preisentwicklung auf den europäischen Ethanolmärkten bestimmt. Die grundsätzlich positive Marktverfassung, die durch die Klimadebatte bestimmt war, wird durch die zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie europaweit temporär eingeschränkte Mobilität belastet. Die Auswirkungen auf die gesamte Ethanol-Wertschöpfungskette sind erst im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres absehbar.
Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 22 Mio. € und wird damit nach den Großprojekten der vergangenen Jahre sehr deutlich unter dem Abschreibungsniveau liegen. Die größte Teilsumme entfällt auf die Fertigstellung der Anlage zur Derivateherstellung in Aschach|Österreich.
| Segment Zucker | 2019 20 | 2020 21 | ||
|---|---|---|---|---|
| IST | Prognose vor COVID-19 | |||
| Umsatzerlöse | Mio. € | 488,3 | deutlicher Anstieg | ii |
| EBIT | Mio. € | –44,0 | deutliche Verbesserung | ii |
| Investitionen1 | Mio. € | 19,6 | 20 |
Im Segment Zucker rechnet AGRANA ohne COVID-19-Effekt mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen am EU-Zuckermarkt. AGRANA geht davon aus, dass die Auslastung der Zuckerrübenfabriken wieder deutlich erhöht werden kann, weil sie gemeinsam mit den Rübenbauern verschiedene Maßnahmen initiiert hat, um eine ausreichende Rübenversorgung sicherzustellen. Vertriebsseitig wird mit steigenden Zuckerverkaufsmengen und Zuckerpreisen in der EU gerechnet. Dieses sich positiv entwickelnde EU-Zuckermarktumfeld in Kombination mit konsequentem Kostenmanagement lässt ein deutlich verbessertes Ergebnis erwarten.
COVID-19-Risikoeinschätzung: Im März 2020 war die Absatzentwicklung, v. a. im Retailbereich, sehr erfreulich. Ob und wie weit sich die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Erwartungen für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2020|21 auswirken, ist aktuell nicht absehbar. So ist u. a. der Einfluss des aktuellen Weltmarktzuckerpreisverfalls auf das EU-Preisniveau im neuen ZWJ 2020|21 nicht seriös einschätzbar.
Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben belaufen sich auf rund 20 Mio. €. Es werden v. a. Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen getätigt.
| AGRANA-Gruppe | 2019 20 IST |
2020 21 Prognose vor COVID-19 |
|||
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 2.480,7 | deutlicher Anstieg | ii | |
| EBIT | Mio. € | 87,1 | deutlicher Anstieg | ii | |
| Investitionen1 | Mio. € | 149,7 | 80 |
Abgeleitet aus den "Prognosen der Segmente vor COVID-19" wird im Geschäftsjahr 2020|21 für die AGRANA-Gruppe mit einem deutlichen Anstieg beim EBIT ohne COVID-19-Effekt gerechnet. Ebenso wird beim Konzernumsatz ohne COVID-19-Effekt von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.
COVID-19-Risikoeinschätzung: Die sich weiterhin dynamisch verändernden Auswirkungen aus der COVID-19-Pandemie verhindern im Moment jegliche konkrete Festlegung von Parametern und damit letztendlich eine realistisch quantifizierbare "Prognose nach COVID-19" für 2020|21.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 80 Mio. € nicht nur deutlich unter dem Wert von 2019|20, sondern auch deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von knapp 120 Mio. € liegen. Dieser Investitionsplan wurde bereits vor der Coronavirus-Krise festgelegt und soll unverändert beibehalten werden.
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanz- und Finanzierungsstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.
Entsprechend des Verlaufes der COVID-19-Pandemie wird eine Konkretisierung der Prognose im Laufe des Geschäftsjahres, womöglich noch in Zusammenhang mit der Veröffentlichung des ersten Quartals 2020|21, vorgenommen.
Betreffend Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | p | 0% bis +1% oder 0% bis –1% |
| Leicht | o oder a | Mehr als +1% bis +5% oder mehr als –1% bis –5% |
| Moderat | i oder s | Mehr als +5% bis +10% oder mehr als –5% bis –10% |
| Deutlich | ii oder ss | Mehr als +10% bis +50% oder mehr als –10% bis –50% |
| Sehr deutlich | iii oder sss | Mehr als +50% oder mehr als –50% |
Im Geschäftsjahr 2019|20 begann AGRANA sich intensiv mit dem Thema Dekarbonisierung ihrer Produktion auseinanderzusetzen. Das Unternehmen hat sich bereits 2014|15 bzw. 2015|16 Ziele zur Verbesserung von Umwelt- und Sozialkriterien in den eigenen Produktionsanlagen bzw. bezüglich Nachhaltigkeit in der Lieferkette mit einer Zielerreichungsperiode bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 gesetzt. Über die Zielerreichung wurde jährlich berichtet. Die gesetzten Energieziele waren dabei aber v. a. als Energieeffizienzziele formuliert und trugen den Pariser Klimazielen noch nicht Rechnung. Im Geschäftsjahr 2020|21 wird AGRANA weiter an ihrer Dekarbonisierungsstrategie, die eine bilanzielle CO2-Neutralität bis 2040 vorsieht, arbeiten und konkrete Etappenziele formulieren.
| 70 | Konzern-Gewinn- und |
|---|---|
| Verlustrechnung |
Währungsumrechnung 90
Rechnungslegung in Hochinflationsländern 91
für das Geschäftsjahr 2019|20 vom 1.März 2019 bis 29. Februar 2020
| Note | t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|---|
| (1) | Umsatzerlöse | 2.480.732 | 2.443.048 |
| (2) | Bestandsveränderungen | 64.764 | –53.505 |
| (2) | Andere aktivierte Eigenleistungen | 1.898 | 1.120 |
| (3) | Sonstige betriebliche Erträge | 37.671 | 32.980 |
| (4) | Materialaufwand | –1.759.277 | –1.647.491 |
| (5) | Personalaufwand | –341.660 | –323.717 |
| (6) | Abschreibungen | –110.333 | –96.636 |
| (7) | Sonstige betriebliche Aufwendungen | –303.472 | –301.403 |
| (8) | Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 16.727 | 12.222 | |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 87.050 | 66.618 | |
| (9) | Finanzerträge | 22.851 | 25.464 |
| (10) | Finanzaufwendungen | –40.042 | –40.836 |
| Finanzergebnis | –17.191 | –15.372 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 69.859 | 51.246 | |
| (11) | Ertragsteuern | –18.567 | –20.860 |
| Konzernergebnis | 51.292 | 30.386 | |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 48.162 | 25.406 | |
| davon nicht beherrschende Anteile | 3.130 | 4.980 | |
| (12) | Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | 0,77 € | 0,41 € |
für das Geschäftsjahr 2019|20 vom 1.März 2019 bis 29. Februar 2020
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Konzernergebnis | 51.292 | 30.386 |
| Sonstiges Ergebnis aus | ||
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung | –2.030 | 2.104 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten | ||
| (Cashflow-Hedges) nach latenten Steuern | –288 | –613 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –3.742 | –521 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –6.060 | 970 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste | ||
| leistungsorientierter Pensionszusagen und | ||
| ähnlicher Verpflichtungen nach latenten Steuern | –5.069 | –3.810 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | ||
| nach latenten Steuern | 367 | 788 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, | ||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –10 | –3 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –4.712 | –3.025 |
| Sonstiges Ergebnis | –10.772 | –2.055 |
| Gesamtergebnis | 40.520 | 28.331 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 37.754 | 23.687 |
| davon nicht beherrschende Anteile | 2.766 | 4.644 |
für das Geschäftsjahr 2019|20 vom 1.März 2019 bis 29. Februar 2020
| Note | t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 51.292 | 30.386 | |
| Abschreibungen auf das Anlagevermögen | 110.362 | 96.636 | |
| Zuschreibungen auf das Anlagevermögen | –28 | 0 | |
| Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen | –1 | –194 | |
| Veränderungen langfristiger Rückstellungen | 2.303 | 342 | |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | |||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –16.727 | –12.222 | |
| Dividenden von Unternehmen, | |||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 14.000 | 15.000 | |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 912 | 1.302 | |
| Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen | 25.718 | 46.296 | |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 187.831 | 177.546 | |
| Veränderungen der Vorräte | –102.588 | 19.589 | |
| Veränderungen der Forderungen und kurzfristigen Vermögenswerte | –296 | –14.326 | |
| Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen | –16.548 | 2.065 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) | 66.450 | –13.200 | |
| Veränderungen des Working Capital | –52.982 | –5.872 | |
| Erhaltene Zinsen | 2.001 | 3.250 | |
| Gezahlte Zinsen | –8.814 | –7.193 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | –17.940 | –26.022 | |
| (13) | |||
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 110.096 | 141.709 | |
| Erhaltene Dividenden | 17 | 24 | |
| Einzahlungen aus Anlagenabgängen | 1.971 | 3.241 | |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen | |||
| und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse | –150.030 | –161.190 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren | 6 | 1.374 | |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen | |||
| abzüglich liquider Mittel | 582 | 0 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | –8.124 | 0 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von Tochteruntehmen | |||
| abzüglich übernommener liquider Mittel | 0 | –5.336 | |
| (14) | Cashflow aus Investitionstätigkeit | –155.578 | –161.887 |
| Rückführung von Finanzverbindlichkeiten gegenüber | |||
| verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe | –85.000 | –65.000 | |
| Aufnahme von Schuldscheindarlehen | 164.500 | 0 | |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | –6.437 | 0 | |
| Rückführung Investitionskredit der Europäischen Investitionsbank | –4.882 | 0 | |
| Aufnahme von langfristigen Darlehen | 0 | 40.000 | |
| Aufnahme von syndizierten Krediten | 10.000 | 75.000 | |
| Einzahlungen/Auszahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen | 42.344 | 1.219 | |
| Abtretung von Anteilen an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung | 0 | 2.475 | |
| Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | 0 | –411 | |
| Gezahlte Dividenden | –63.203 | –71.463 | |
| (15) | Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 57.322 | –18.180 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 11.840 | –38.358 | |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | –511 | –577 | |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von Tochterunternehmen | 0 | 637 | |
| Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand | –496 | –81 | |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 82.582 | 120.961 | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 93.415 | 82.582 | |
zum 29. Februar 2020
| t¤ | Stand 29.02.2020 |
Stand 28.02.2019 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| A. Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 275.108 | 276.740 |
| Sachanlagen | 932.795 | 864.221 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 76.919 | 69.926 |
| Wertpapiere | 19.599 | 18.843 |
| Beteiligungen | 919 | 19 |
| Sonstige Vermögenswerte | 12.410 | 10.090 |
| Aktive latente Steuern | 14.175 | 12.309 |
| 1.331.925 | 1.252.148 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 710.500 | 619.133 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 319.457 | 321.694 |
| Sonstige Vermögenswerte | 89.334 | 107.790 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 4.813 | 6.060 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 93.415 | 82.582 |
| 1.217.519 | 1.137.259 | |
| Summe Aktiva | 2.549.444 | 2.389.407 |
| PASSIVA A. Eigenkapital |
||
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 |
| Kapitalrücklagen | 540.760 | 540.760 |
| Gewinnrücklagen | 669.406 | 694.451 |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.323.697 | 1.348.742 |
| Nicht beherrschende Anteile | 63.435 | 61.186 |
| B. Langfristige Schulden | 1.387.132 | 1.409.928 |
| Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 73.401 | 71.177 |
| Übrige Rückstellungen | 29.756 | 23.505 |
| Finanzverbindlichkeiten | 450.212 | 278.988 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 6.418 | 12.820 |
| Passive latente Steuern | 5.504 | 6.556 |
| C. Kurzfristige Schulden | 565.291 | 393.046 |
| Übrige Rückstellungen | 20.789 | 31.221 |
| Finanzverbindlichkeiten | 126.814 | 144.639 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 311.771 | 292.914 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 131.553 | 110.713 |
| Steuerschulden | 6.094 | 6.946 |
| 597.021 | 586.433 | |
| Summe Passiva | 2.549.444 | 2.389.407 |
für das Geschäftsjahr 2019|20 vom 1.März 2019 bis 29. Februar 2020
Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar
| Gewinnrücklagen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t¤ | Grund- kapital |
Kapital- rücklagen |
Rücklage für Eigen- kapital- instrumente |
Rücklage für Sicherungs- instrumente (Cashflow- Hedges) |
Rücklage für ver- sicherungs- mathem. Gewinne/ Verluste |
Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein- schafts- unter- nehmen1 |
|
| Geschäftsjahr 2019 20 | |||||||
| Stand 01.03.2019 | 113.531 | 540.760 | 2.743 | –331 | –33.988 | –26.545 | |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten |
0 | 0 | 489 | 0 | 0 | 0 | |
| Marktwertänderungen von | |||||||
| Sicherungsinstrumenten | |||||||
| (Cashflow-Hedges) | 0 | 0 | 0 | –394 | 0 | 471 | |
| Veränderung versicherungs | |||||||
| mathematischer Gewinne/Verluste | |||||||
| leistungsorientierter Pensionszusagen | |||||||
| und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | –6.073 | –10 | |
| Steuereffekte | 0 | 0 | –122 | 106 | 1.073 | –116 | |
| Verlust aus Währungsumrechnung | |||||||
| und Hochinflationsanpassung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –4.213 | |
| Sonstige Ergebnisse | 0 | 0 | 367 | –288 | –5.000 | –3.868 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 367 | –288 | –5.000 | –3.868 | |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Anteils- und Konsolidierungs | |||||||
| kreisänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 29.02.2020 | 113.531 | 540.760 | 3.110 | –619 | –38.988 | –30.413 | |
| 669.406 |
Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar
| Summe | Nicht beherr schende Anteile |
Eigen- kapital der AGRANA- Aktionäre |
Jahres- ergebnis |
Unter- schieds- betrag Währungs- umrechnung |
Übriges kumuliertes Eigen- kapital |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.409.928 | 61.186 | 1.348.742 | 25.406 | –96.674 | 823.840 |
| 489 | 0 | 489 | 0 | 0 | 0 |
| 234 | 157 | 77 | 0 | 0 | 0 |
| –6.177 | –94 | –6.083 | 0 | 0 | 0 |
| 925 | –16 | 941 | 0 | 0 | 0 |
| –6.243 | –411 | –5.832 | 0 | –1.619 | 0 |
| –10.772 | –364 | –10.408 | 0 | –1.619 | 0 |
| 51.292 | 3.130 | 48.162 | 48.162 | 0 | 0 |
| 40.520 | 2.766 | 37.754 | 48.162 | –1.619 | 0 |
| –63.203 | –714 | –62.489 | –62.489 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 0 | 37.083 | 0 | –37.083 |
| –113 | –8 | –105 | 0 | 0 | –105 |
| 1 | 205 | –205 | 0 | 0 | –205 |
| 1.387.132 | 63.435 | 1.323.697 | 48.162 | –98.293 | 786.447 |
| Gewinnrücklagen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t¤ | Grund- kapital |
Kapital- rücklagen |
Rücklage für Eigen- kapital- instrumente |
Rücklage für Sicherungs- instrumente (Cashflow- Hedges) |
Rücklage für ver- sicherungs- mathem. Gewinne/ Verluste |
Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein- schafts- unter- nehmen1 |
|
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||||||
| Stand 01.03.2018 (veröffentlicht) | 113.531 | 540.760 | 3.295 | 282 | –30.234 | –26.043 | |
| Anpassungen aus der | |||||||
| Erstanwendung von IFRS 9 | 0 | 0 | –1.340 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 01.03.2018 (angepasst) | 113.531 | 540.760 | 1.955 | 282 | –30.234 | –26.043 | |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten |
0 | 0 | 1.051 | 0 | 0 | 0 | |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) |
0 | 0 | 0 | –806 | 0 | –92 | |
| Veränderung versicherungs mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen |
|||||||
| und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | –3.961 | –3 | |
| Steuereffekte | 0 | 0 | –263 | 193 | 207 | 24 | |
| Gewinn aus Währungsumrechnung | |||||||
| und Hochinflationsanpassung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –431 | |
| Sonstige Ergebnisse | 0 | 0 | 788 | –613 | –3.754 | –502 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 788 | –613 | –3.754 | –502 | |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Anteils- und Konsolidierungs | |||||||
| kreisänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 28.02.2019 | 113.531 | 540.760 | 2.743 | –331 | –33.988 | –26.545 694.451 |
76
Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar
| Summe | Nicht beherr schende Anteile |
Eigen- kapital der AGRANA- Aktionäre |
Jahres- ergebnis |
Unter- schieds- betrag Währungs- umrechnung |
Übriges kumuliertes Eigen- kapital |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.453.997 | 56.954 | 1.397.043 | 140.071 | –99.036 | 754.417 |
| –148 | 0 | –148 | 0 | 0 | 1.192 |
| 1.453.849 | 56.954 | 1.396.895 | 140.071 | –99.036 | 755.609 |
| 1.051 | 0 | 1.051 | 0 | 0 | 0 |
| –929 | –31 | –898 | 0 | 0 | 0 |
| –4.039 187 |
–75 26 |
–3.964 161 |
0 0 |
0 0 |
0 0 |
| 1.675 –2.055 |
–256 –336 |
1.931 –1.719 |
0 0 |
2.362 2.362 |
0 0 |
| 30.386 | 4.980 | 25.406 | 25.406 | 0 | 0 |
| 28.331 | 4.644 | 23.687 | 25.406 | 2.362 | 0 |
| –71.463 | –1.163 | –70.300 | –70.300 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 0 | –69.771 | 0 | 69.771 |
| –154 | 756 | –910 | 0 | 0 | –910 |
| –635 | –5 | –630 | 0 | 0 | –630 |
| 1.409.928 | 61.186 | 1.348.742 | 25.406 | –96.674 | 823.840 |
Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.
Der Konzernabschluss 2019|20 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, erstellt.
Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.
Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend der strategischen Ausrichtung die drei berichtspflichtigen Segmente Frucht, Stärke und Zucker. Die Segmente unterscheiden sich in Hinblick auf Produktportfolios, Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffung sowie Absatzstrategien und werden getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.
Die interne Berichterstattung für jedes Segment erfolgt monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker). CODM ist der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente finden sich in den nachstehenden Übersichten. Die Beurteilung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v. a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.
AGRANA verwendet in der Berichterstattung der berichtspflichtigen Segmente an den CODM die Kennzahl "Operatives Ergebnis". Das operative Ergebnis unterscheidet sich vom Ergebnis der Betriebstätigkeit in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch Ergebnisanteile von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und dem Ergebnis aus Sondereinflüssen. Sondereinflüsse stellen außergewöhnliche bzw. einmalige Sachverhalte dar, die einen definierten Wert übersteigen und nicht im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit anfallen.
| Konsoli | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| t¤ | Frucht | Stärke | Zucker | dierung | Konzern |
| Geschäftsjahr 2019 20 | |||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.186.347 | 816.802 | 536.313 | –58.730 | 2.480.732 |
| Umsätze zwischen Segmenten | –890 | –9.805 | –48.035 | 58.730 | 0 |
| Umsatzerlöse | 1.185.457 | 806.997 | 488.278 | 0 | 2.480.732 |
| EBITDA | 101.090 | 93.885 | –11.910 | 0 | 183.065 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte¹ | –43.088 | –35.068 | –31.773 | 0 | –109.929 |
| Operatives Ergebnis | 58.002 | 58.817 | –43.683 | 0 | 73.136 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –2.070 | 0 | –743 | 0 | –2.813 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 16.341 | 386 | 0 | 16.727 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 55.932 | 75.158 | –44.040 | 0 | 87.050 |
| Segmentvermögen | 1.213.312 | 716.847 | 1.704.530 | –1.085.245 | 2.549.444 |
| Segmenteigenkapital | 436.274 | 371.663 | 930.837 | –351.642 | 1.387.132 |
| Segmentschulden | 777.038 | 345.184 | 773.693 | –733.603 | 1.162.312 |
| Konsoli | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| t¤ | Frucht | Stärke | Zucker | dierung | Konzern |
| Investitionen in Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte¹ | 56.495 | 73.609 | 19.557 | 0 | 149.661 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 506 | 400 | 8.018 | 0 | 8.924 |
| Investitionen gesamt | 57.001 | 74.009 | 27.575 | 0 | 158.585 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 58.434 | 18.485 | 0 | 76.919 |
| Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 6.194 | 1.087 | 2.061 | 0 | 9.342 |
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.179.603 | 772.579 | 561.424 | –70.558 | 2.443.048 |
| Umsätze zwischen Segmenten | –453 | –9.898 | –60.207 | 70.558 | 0 |
| Umsatzerlöse | 1.179.150 | 762.681 | 501.217 | 0 | 2.443.048 |
| EBITDA | 114.966 | 66.459 | –33.687 | 0 | 147.738 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte¹ | –37.701 | –31.430 | –27.505 | 0 | –96.636 |
| Operatives Ergebnis | 77.265 | 35.029 | –61.192 | 0 | 51.102 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | 0 | 0 | 3.294 | 0 | 3.294 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 16.186 | –3.964 | 0 | 12.222 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 77.265 | 51.215 | –61.862 | 0 | 66.618 |
| Segmentvermögen | 1.182.098 | 626.060 | 1.607.119 | –1.025.870 | 2.389.407 |
| Segmenteigenkapital | 409.320 | 362.872 | 989.378 | –351.642 | 1.409.928 |
| Segmentschulden | 772.778 | 263.188 | 617.741 | –674.228 | 979.479 |
| Investitionen in Sachanlagen | |||||
| und immaterielle Vermögenswerte¹ | 56.193 | 97.011 | 30.549 | 0 | 183.753 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Investitionen gesamt | 56.193 | 97.011 | 30.549 | 0 | 183.753 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, | |||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 60.302 | 9.624 | 0 | 69.926 |
| Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 6.141 | 1.025 | 2.064 | 0 | 9.230 |
Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.
Im Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht sind Aufwendungen für regionale Umstrukturierungen (u. a. in Serbien) und außerplanmäßige Personalkosteneffekte sowie im Segment Zucker Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten in Rumänien enthalten. Im Vorjahr beinhaltete das Ergebnis aus Sondereinflüssen Steuerrückzahlungen in Rumänien und Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Segment Zucker.
Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –733.603 t€ (Vorjahr: –674.228 t€) und die Kapitalkonsolidierung mit –351.642 t€ (Vorjahr: –351.642 t€).
Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.
| Umsatz t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Österreich | 1.406.166 | 1.283.665 |
| Ungarn | 41.126 | 70.439 |
| Rumänien | 95.944 | 135.450 |
| Restliche EU | 314.790 | 368.215 |
| EU-28¹ | 1.858.026 | 1.857.769 |
| Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) | 111.188 | 101.912 |
| Übriges Ausland | 511.518 | 483.367 |
| Summe | 2.480.732 | 2.443.048 |
Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 339.338 t€ (Vorjahr: 444.210 t€), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 13,7% (Vorjahr: 18,2%) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien und Herzegowina definiert.
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte² t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Österreich | 90.750 | 120.655 |
| Ungarn | 5.717 | 7.353 |
| Rumänien | 3.013 | 7.843 |
| Restliche EU | 21.737 | 14.976 |
| EU-28¹ | 121.217 | 150.827 |
| Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) | 7.739 | 5.245 |
| Übriges Ausland | 20.705 | 27.681 |
| Summe | 149.661 | 183.753 |
| Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte² t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Österreich | 546.309 | 487.298 |
| Ungarn | 62.945 | 69.945 |
| Rumänien | 38.072 | 39.525 |
| Restliche EU | 115.155 | 108.174 |
| EU-28¹ | 762.481 | 704.942 |
| Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) | 29.272 | 23.395 |
| Übriges Ausland | 154.258 | 150.732 |
| Summe | 946.011 | 879.069 |
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund Bewertungsgrundsätze zugrunde.
Im Geschäftsjahr 2019|20 waren die nachstehenden Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:
| Standard/Interpretationen | Verabschiedung durch IASB |
Übernommen durch EU |
|
|---|---|---|---|
| IAS 19 | Leistungen an Arbeitnehmer (Änderung) | 07.02.2018 | 13.03.2019 |
| IAS 28 | Anteile an assoziierten Unternehmen und | ||
| Gemeinschaftsunternehmen (Änderung) | 12.10.2017 | 08.02.2019 | |
| IFRS 9 | Finanzinstrumente (Änderung) | 12.10.2017 | 22.03.2018 |
| IFRS 16 | Leasing | 13.01.2016 | 31.10.2017 |
| Diverse | Jährliche Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2015–2017 | 12.12.2017 | 14.03.2019 |
| IFRIC 23 | Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung | 07.06.2017 | 23.10.2018 |
Die Änderungen bei IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen), IFRS 9 (Finanzinstrumente) und IFRIC 23 (Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung) hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA.
In Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften von IFRS 16 erfolgt die erstmalige Anwendung von IFRS 16 nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz und somit ohne Anpassung von Vorjahreszahlen.
Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechtes am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Im Erstanwendungszeitpunkt lag der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz bei 2,9%. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten).
Auf immaterielle Vermögenswerte wird der Standard von AGRANA nicht angewendet. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt AGRANA das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch und die Aufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
AGRANA setzt Leasing im Wesentlichen für langfristige Grund- und Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion ein.
Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 wurden Nutzungsrechte von 33.567 t€, Leasingverbindlichkeiten von 28.081 t€ und eine Rückstellung für Rekultivierung von 5.380 t€ angesetzt. In Note (17) Sachanlagen werden die Nutzungsrechtzugänge, -buchwerte und -abschreibungen nach Klassen in einem separaten Anlagespiegel als geleaste Sachanlagen dargestellt. Die Anpassung bei den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten betrifft im Wesentlichen die im Vorjahr abgegrenzten Leasingzahlungen.
In der folgenden Tabelle werden die Auswirkungen der Erstanwendung von IFRS 16 auf die Konzern-Bilanz dargestellt:
| Stand | |||
|---|---|---|---|
| Stand | An- | nach An | |
| veröffentlicht | passungen | passungen | |
| t¤ | 28.02.2019 | IFRS 16 | 01.03.2019 |
| AKTIVA | |||
| Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 276.740 | 0 | 276.740 |
| Sachanlagen | 864.221 | 33.567 | 897.788 |
| Sonstige Vermögenswerte | 111.187 | 0 | 111.187 |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.252.148 | 33.567 | 1.285.715 |
| Vorräte | 619.133 | 0 | 619.133 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 321.694 | 0 | 321.694 |
| Sonstige Vermögenswerte | 196.432 | –106 | 196.326 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.137.259 | –106 | 1.137.153 |
| Summe Aktiva | 2.389.407 | 33.461 | 2.422.868 |
| PASSIVA | |||
| Eigenkapital | 1.409.928 | 0 | 1.409.928 |
| Rückstellungen | 94.682 | 5.380 | 100.062 |
| Finanzverbindlichkeiten | 278.988 | 22.916 | 301.904 |
| Sonstige Schulden | 19.376 | 0 | 19.376 |
| Langfristige Schulden | 393.046 | 28.296 | 421.342 |
| Rückstellungen | 31.221 | 0 | 31.221 |
| Finanzverbindlichkeiten | 144.639 | 5.165 | 149.804 |
| Sonstige Schulden | 410.573 | 0 | 410.573 |
| Kurzfristige Schulden | 586.433 | 5.165 | 591.598 |
| Summe Passiva | 2.389.407 | 33.461 | 2.422.868 |
Ausgehend von den operativen Leasingverpflichtungen zum 28. Februar 2019 ergab sich folgende Überleitung auf den Wert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. März 2019:
| t¤ | 01.03.2019 |
|---|---|
| Operative Leasingverpflichtungen zum 28.02.2019 | 21.533 |
| Abzinsung | –2.211 |
| Barwert der operativen Leasingverpflichtungen zum 01.03.2019 | 19.322 |
| Geänderte Laufzeiteinschätzung IFRS 16 | 8.759 |
| Leasingverbindlichkeiten gesamt zum 01.03.2019 | 28.081 |
Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2020|21 oder später anzuwenden sind. Bei den noch nicht von der EU übernommenen Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.
| Standard | Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA |
Verabschiedung durch IASB |
Anwendungs- pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr |
Übernommen durch EU |
|---|---|---|---|---|
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) Mit der Änderung wurde die Definition von "wesentlich" konkretisiert. |
31.10.2018 | 2020 21 | 29.11.2019 |
| IAS 1 | Darstellung des Abschlusses (Änderung) Die Änderungen stellen klar, dass die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig auf den Rechten basieren, die Erfüllung einer Verpflichtung um mindestens zwölf Monate aufzuschieben. Bei der Klassifizierung kommt es auf das Recht zum Bilanzstichtag an. Die Änderungen können ab dem Geschäftsjahr 2022 23 einschlägig werden. |
23.01.2020 | 2022 23 | Nein |
| IAS 8 | Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern (Änderung) Mit der Änderung wird auf die Definition von "wesentlich" in IAS 1 verwiesen. |
31.10.2018 | 2020 21 | 29.11.2019 |
| IAS 39 | Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (Änderung) Im Rahmen der Interest Rate Benchmark-Reform wurde die Frage aufgegriffen, wie sich die Ersetzung eines bestehenden Referenzzinssatzes (IBOR) auf bestimmte Hedge Accounting-Vorschriften auswirkt. |
26.09.2019 | 2020 21 | 15.01.2020 |
| IFRS 3 | Unternehmenszusammenschlüsse (Änderung) Mit der Änderung wurde die Definition eines Geschäfts betriebes, in Abgrenzung zu einem Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten, angepasst. Die Änderungen können bei Unternehmenszusammenschlüssen ab dem Geschäftsjahr 2020 21 einschlägig werden. |
22.10.2018 | 2020 21 | Nein |
| IFRS 7 | Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) Siehe Angabe zu IAS 39. |
26.09.2019 | 2020 21 | 15.01.2020 |
| IFRS 9 | Finanzinstrumente (Änderung) Siehe Angabe zu IAS 39. |
26.09.2019 | 2020 21 | 15.01.2020 |
| IFRS 17 | Versicherungsverträge Der Standard ist für AGRANA nicht relevant. |
18.05.2017 | 2020 21 | Nein |
| Diverse | Änderung der Verweise auf das Rahmenkonzept zur Rechnungslegung Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet. |
29.03.2018 | 2020 21 | 29.11.2019 |
In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Beherrschender Einfluss ist gegeben, wenn AGRANA Beteiligungs-AG die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen schwankenden Rückflüssen eines Unternehmens partizipiert und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel gegeben, wenn AGRANA Beteiligungs-AG mehr als die Hälfte der Stimmrechte innehat.
Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden, über die die Beherrschung gemeinsam ausgeübt wird und an denen die Unternehmen die Rechte am Nettovermögen gemeinsam besitzen (Gemeinschaftsunternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 61 Unternehmen (Vorjahr: 62 Unternehmen) in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (Vorjahr: zwölf Unternehmen) nach der Equity-Methode einbezogen.
Nachfolgend findet sich eine Übersicht über die voll einbezogenen Unternehmen, nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen, nicht einbezogene Tochterunternehmen und Gemeinschaftsunternehmen.
| 3.1. Konzern-Anteilsbesitz zum 29. Februar 2020 | Anteil am Kapital | Anteil am Kapital | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 29.02.2020 | 28.02.2019 | ||||||
| Un- | Un | ||||||
| mittel- | Mittel- | mittel- | Mittel | ||||
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | bar | bar1 | bar | bar1 | |
| AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Muttergesellschaft) |
Wien | Österreich | – | – | – | – | |
| I. Verbundene Unternehmen | |||||||
| Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises | |||||||
| AGRANA AGRO S.r.l. | Roman | Rumänien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA BIH Holding GmbH | Wien | Österreich | – | 75,00% | – | 75,00% | |
| AGRANA BUZAU S.r.l. | Buzau | Rumänien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA d.o.o. | Brčko | Bosnien und Herzegowina |
– | 75,00% | – | 75,00% | |
| AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH | Wien | Österreich | – | 55,00% | – | 55,00% | |
| AGRANA Fruit Argentina S.A. | Buenos Aires | Argentinien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Austria GmbH | Gleisdorf | Österreich | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importação e Exportação Ltda. |
São Paulo | Brasilien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. | Dachang | China | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. | Sigatoka | Fidschi | – | – | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit France S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Germany GmbH | Konstanz | Deutschland | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED | Pune | Indien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Istanbul | Istanbul | Türkei | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| Gida Sanayi ve Ticaret A.S. | |||||||
| AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited | Changzhou | China | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. | Seoul | Südkorea | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| AGRANA Fruit Latinoamerica | Michoacán | Mexiko | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| S. de R.L. de C.V. | |||||||
| AGRANA Fruit Luka TOV | Winniza | Ukraine | – | 99,97% | – | 99,97% |
| Anteil am Kapital | Anteil am Kapital | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 29.02.2020 | 28.02.2019 | |||||
| Un- | Un | |||||
| mittel- | Mittel- | mittel- | Mittel | |||
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | bar | bar1 | bar | bar1 |
| AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. | Michoacán | Mexiko | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. | Ostrołęka | Polen | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Fruit S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Fruit Services GmbH | Wien | Österreich | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Fruit Services S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. | Johannesburg | Südafrika | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Fruit Ukraine TOV | Winniza | Ukraine | – | 99,80% | – | 99,80% |
| AGRANA Fruit US, Inc. | Brecksville | USA | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Group-Services GmbH | Wien | Österreich | 100,00% | – | 100,00% | – |
| AGRANA Internationale Verwaltungs- | Wien | Österreich | – | 100,00% | – | 100,00% |
| und Asset-Management GmbH | ||||||
| AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH | Bingen | Deutschland | – | 50,01% | – | 50,01% |
| AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD | Xianyang City | China | – | 50,01% | – | 50,01% |
| AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. | Budapest | Ungarn | – | 87,65% | – | 87,64% |
| Agrana Nile Fruits Processing SAE | Qalyoubia | Ägypten | – | 51,00% | – | 51,00% |
| AGRANA Research & Innovation | Wien | Österreich | 100,00% | – | 100,00% | – |
| Center GmbH | ||||||
| AGRANA Romania S.R.L. | Bukarest | Rumänien | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Sales & Marketing GmbH | Wien | Österreich | 100,00% | – | 100,00% | – |
| AGRANA Stärke GmbH | Wien | Österreich | 98,91% | 1,09% | 98,91% | 1,09% |
| AGRANA TANDAREI S.r.l. | Ţăndărei | Rumänien | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Trading EOOD | Sofia | Bulgarien | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH | Wien | Österreich | – | 100,00% | – | 100,00% |
| AGRANA Zucker GmbH | Wien | Österreich | 98,91% | 1,09% | 98,91% | 1,09% |
| AUSTRIA JUICE Germany GmbH | Bingen | Deutschland | – | 50,01% | – | 50,01% |
| AUSTRIA JUICE GmbH | Kröllendorf/ Allhartsberg |
Österreich | – | 50,01% | – | 50,01% |
| AUSTRIA JUICE Hungary Kft. | Vásárosnamény | Ungarn | – | 50,01% | – | 50,01% |
| AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o | Chełm | Polen | – | 50,01% | – | 50,01% |
| AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. | Vaslui | Rumänien | – | 50,01% | – | 50,01% |
| AUSTRIA JUICE Ukraine TOV | Winniza | Ukraine | – | 50,01% | – | 50,01% |
| Biogáz Fejleszto Kft. | Kaposvár | Ungarn | – | 87,65% | – | 87,64% |
| Dirafrost FFI N. V. | Lummen | Belgien | – | 100,00% | – | 100,00% |
| Dirafrost Maroc SARL | Larach | Marokko | – | 100,00% | – | 100,00% |
| Financière Atys S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | – | 100,00% | – | 100,00% |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- | Wien | Österreich | 66,67% | – | 66,67% | – |
| und Produktionsgesellschaft m.b.H. | ||||||
| Koronás Irodaház Szolgáltató | Budapest | Ungarn | – | 87,61% | – | 87,60% |
| Korlátolt Felelösségü Társaság | ||||||
| Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. | Budapest | Ungarn | – | 87,61% | – | 87,60% |
| Moravskoslezské Cukrovary A.S. | Hrušovany | Tschechien | – | 100,00% | – | 100,00% |
| Österreichische Rübensamenzucht | Wien | Österreich | – | 86,00% | – | 86,00% |
| Gesellschaft m.b.H. | ||||||
| o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region | Serpuchov | Russland | – | 100,00% | – | 100,00% |
| S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. | Ţăndărei | Rumänien | – | 100,00% | – | 100,00% |
| Slovenské Cukrovary s.r.o. | Sereď | Slowakei | – | 100,00% | – | 100,00% |
| SPA AGRANA Fruit Algeria | Akbou | Algerien | – | 26,93%² | – | 26,93%² |
| Yube d.o.o. | Požega | Serbien | – | 100,00% | – | 100,00% |
2 Angabe gemäß 265 (2) UGB: Stimmrechtsmehrheit aufgrund bestehender Managementverträge
| Anteil am Kapital 29.02.2020 |
Anteil am Kapital 28.02.2019 |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Un | |||||||
| Un- mittel- |
Mittel- | mittel- | Mittel | ||||
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | bar | bar1 | bar | bar1 | |
| Nicht einbezogene Tochterunternehmen | |||||||
| AGRANA Amidi srl | Sterzing | Italien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| Abschlussstichtag: 29.02.2020 I Eigenkapital: 32,5 t€ I Jahresüberschuss: 8,7 t€ | |||||||
| AGRANA Croatia d.o.o. | Zagreb | Kroatien | – | 100,00% | – | 100,00% | |
| Abschlussstichtag: 29.02.2020 I Eigenkapital: 11,0 t€ I Jahresfehlbetrag: –2,1 t€ | |||||||
| AGRANA Makedonija DOOEL Skopje | Skopje | Nord- | – | – | – | 100,00% | |
| Liquidiert in 2019 20 | mazedonien | ||||||
| AGRANA Skrob s.r.o. v likvidaci | Hrusovany | Tschechien | – | – | – | 100,00% | |
| Liquidiert in 2019 20 | |||||||
| II. Gemeinschaftsunternehmen | |||||||
| Gemeinschaftsunternehmen, | |||||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert wurden | |||||||
| Beta Pura GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00% | – | – | |
| AGRANA-STUDEN-Gruppe: | |||||||
| "AGRAGOLD" d.o.o. | Brčko | Bosnien und | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| Herzegowina | |||||||
| AGRAGOLD d.o.o. | Zagreb | Kroatien | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| AGRAGOLD dooel Skopje | Skopje | Nord- | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| mazedonien | |||||||
| AGRAGOLD trgovina d.o.o. | Ljubljana | Slowenien | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. | Tirana | Albanien | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. | Pristina | Kosovo | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| AGRANA Studen Sugar Trading GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| Company for trade and services | Belgrad | Serbien | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd | |||||||
| STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. | Brčko | Bosnien und | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| Herzegowina | |||||||
| HUNGRANA-Gruppe: | |||||||
| GreenPower Services Kft. | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| HUNGRANA Keményitö- és | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00% | – | 50,00% | |
| Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. |
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2019|20 wie folgt verändert:
| Voll- konsolidierung |
Equity Methode |
|
|---|---|---|
| Stand 01.03.2019 | 62 | 12 |
| Erstmalige Einbeziehung | 0 | 1 |
| Abgang | –1 | 0 |
| Stand 29.02.2020 | 61 | 13 |
Die neu gegründete Beta Pura GmbH, Wien, als 50%-Tochter der AGRANA Zucker GmbH, Wien, wurde im Q1 2019|20 erstmalig nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaft wird gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner The Amalgamated Sugar Company LLC, Boise|USA, zur Gewinnung von kristallinem Betain betrieben.
Ebenfalls im ersten Quartal 2019|20 wurden 100% der Anteile an AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd., Sigatoka|Fidschi, veräußert. Das Veräußerungsergebnis von 568 t€ wurde in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
| Anbei die Auswirkungen der Veräußerung im Geschäftsjahr 2019 20 auf den AGRANA-Konzern: t¤ |
Buchwerte zum Veräußerungs zeitpunkt |
|---|---|
| Langfristiges Vermögen | 223 |
| Vorräte | 125 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 133 |
| Flüssige Mittel und Wertpapiere | 9 |
| Summe Vermögen | 490 |
| Abzüglich langfristige Schulden | 0 |
| Abzüglich kurzfristige Schulden | 73 |
| Nettovermögen (Eigenkapital) | 417 |
| Zahlungswirksamer Verkaufspreis | 985 |
| Veräußerungsergebnis (Gewinn) | 568 |
Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 86 aufgelistet.
| AGRANA | ||||
|---|---|---|---|---|
| STUDEN- | HUNGRANA- | Beta Pura | ||
| t¤ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 29.02.2020 | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 35.954 | 113.539 | 25.227 | 174.720 |
| Vorräte | 22.519 | 50.906 | 0 | 73.425 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 21.904 | 32.085 | 2.156 | 56.145 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||||
| und Wertpapiere | 3.348 | 4.922 | 6.755 | 15.025 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 47.771 | 87.913 | 8.911 | 144.595 |
| Summe Aktiva | 83.725 | 201.452 | 34.138 | 319.315 |
| Eigenkapital | 22.467 | 115.898 | 15.408 | 153.773 |
| Externe Finanzschulden | 759 | 785 | 12.002 | 13.546 |
| Sonstige Schulden | 4.257 | 1.806 | 2 | 6.065 |
| Langfristige Schulden | 5.016 | 2.591 | 12.004 | 19.611 |
| Externe Finanzschulden | 40.821 | 53.578 | 52 | 94.451 |
| Sonstige Schulden | 15.421 | 29.385 | 6.674 | 51.480 |
| Kurzfristige Schulden | 56.242 | 82.963 | 6.726 | 145.931 |
| Summe Passiva | 83.725 | 201.452 | 34.138 | 319.315 |
| Umsatzerlöse | 143.217 | 287.135 | 0 | 430.352 |
| Abschreibungen | –3.032 | –12.461 | –2 | –15.495 |
| Sonstige Aufwendungen/Erträge | –139.051 | –234.999 | –762 | –374.812 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 1.134 | 39.675 | –764 | 40.045 |
| Zinsertrag | 132 | 0 | 0 | 132 |
| Zinsaufwand | –578 | –707 | –27 | –1.312 |
| Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge | 879 | –1.720 | –43 | –884 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 1.567 | 37.248 | –834 | 37.981 |
| Ertragsteuern | –168 | –4.565 | 208 | –4.525 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 1.399 | 32.683 | –626 | 33.456 |
| Sonstiges Ergebnis | 917 | –8.420 | 0 | –7.503 |
| Gesamtergebnis | 2.316 | 24.263 | –626 | 25.953 |
| AGRANA | |||
|---|---|---|---|
| STUDEN- | HUNGRANA | ||
| t¤ | Gruppe | Gruppe | Summe |
| 28.02.2019 | |||
| Langfristige Vermögenswerte | 37.620 | 112.783 | 150.403 |
| Vorräte | 17.354 | 50.442 | 67.796 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 18.996 | 33.490 | 52.486 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | |||
| und Wertpapiere | 6.624 | 2.333 | 8.957 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 42.974 | 86.265 | 129.239 |
| Summe Aktiva | 80.594 | 199.048 | 279.642 |
| Eigenkapital | 20.151 | 119.636 | 139.787 |
| Externe Finanzschulden | 376 | 0 | 376 |
| Sonstige Schulden | 4.896 | 1.888 | 6.784 |
| Langfristige Schulden | 5.272 | 1.888 | 7.160 |
| Externe Finanzschulden | 41.988 | 51.187 | 93.175 |
| Sonstige Schulden | 13.183 | 26.337 | 39.520 |
| Kurzfristige Schulden | 55.171 | 77.524 | 132.695 |
| Summe Passiva | 80.594 | 199.048 | 279.642 |
| Umsatzerlöse | 118.719 | 280.090 | 398.809 |
| Abschreibungen | –3.002 | –10.929 | –13.931 |
| Sonstige Aufwendungen/Erträge | –123.603 | –230.450 | –354.053 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | –7.886 | 38.711 | 30.825 |
| Zinsertrag | 205 | 0 | 205 |
| Zinsaufwand | –805 | –707 | –1.512 |
| Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge | 553 | –868 | –315 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | –7.933 | 37.136 | 29.203 |
| Ertragsteuern | 5 | –4.765 | –4.760 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | –7.928 | 32.371 | 24.443 |
| Sonstiges Ergebnis | –171 | –877 | –1.048 |
| Gesamtergebnis | –8.099 | 31.494 | 23.395 |
Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:
| AGRANA STUDEN- |
HUNGRANA- | Beta Pura | ||
|---|---|---|---|---|
| t¤ | Gruppe | Gruppe | GmbH | Summe |
| 29.02.2020 | ||||
| Eigenkapital | 22.467 | 115.898 | 15.408 | 153.773 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 11.234 | 57.949 | 7.704 | 76.887 |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges | ||||
| von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 0 | 32 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, | ||||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden | ||||
| (Buchwert) | 10.782 | 58.433 | 7.704 | 76.919 |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 0 | 14.000 | 0 | 14.000 |
| AGRANA | |||
|---|---|---|---|
| STUDEN- | HUNGRANA | ||
| t¤ | Gruppe | Gruppe | Summe |
| 28.02.2019 | |||
| Eigenkapital | 20.151 | 119.636 | 139.787 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 10.076 | 59.818 | 69.894 |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges | |||
| von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 32 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, | |||
| die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) | 9.624 | 60.302 | 69.926 |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 0 | 15.000 | 15.000 |
Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 63.435 t€ (Vorjahr: 61.186 t€) betreffen im Wesentlichen mit 45.419 t€ (Vorjahr: 42.787 t€) die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01%. Somit ist in Höhe von 49,99% das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 133.759 | 131.899 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 191.605 | 193.351 |
| Summe Vermögenswerte | 325.364 | 325.250 |
| Langfristige Schulden | 5.807 | 4.613 |
| Kurzfristige Schulden | 221.422 | 227.765 |
| Summe Schulden | 227.229 | 232.378 |
| Nettovermögen | 98.135 | 92.872 |
| Umsatzerlöse | 214.204 | 243.028 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 12.596 | 20.602 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 7.773 | 15.379 |
| Ertragsteuern | –1.589 | –2.418 |
| Jahresüberschuss | 6.184 | 12.961 |
| Sonstiges Ergebnis | –921 | –1.154 |
| Gesamtergebnis | 5.263 | 11.807 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 29.995 | –13.659 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –11.949 | –13.289 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –21.770 | 31.147 |
| Veränderung des Finanzmittelbestandes | –3.724 | 4.199 |
In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Anteiliger Jahresüberschuss | 3.092 | 6.479 |
| Anteiliges Nettovermögen | 49.058 | 46.427 |
| Bewertungseffekt aus Unternehmenszusammenschluss | –3.639 | –3.639 |
| Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen | 45.419 | 42.787 |
Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.
█ Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Werden bei einem Unternehmenszusammenschluss auch immaterielle Vermögenswerte angesetzt, die bisher nicht im Einzelabschluss des erworbenen Unternehmens erfasst wurden, wie beispielsweise Kundenbeziehungen, so werden diese nur dann angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IFRS 3 für eine Aktivierung vorliegen. Für Unternehmenserwerbe, bei denen die mehrheitlichen Anteile jedoch nicht 100% erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht für die Erfassung der entstehenden nicht beherrschenden Anteile vor. Diese können wahlweise mit dem anteiligen Zeitwert des Nettovermögens (Purchased-Goodwill-Methode) oder mit dem Anteil des Geschäfts-/Firmenwertes, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, berücksichtigt werden (Full-Goodwill-Methode). Dieses Wahlrecht ist je Unternehmenserwerb frei auszuüben. Die Full-Goodwill-Methode ist im AGRANA-Konzern bisher nicht zur Anwendung gekommen.
█ Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit der AGRANA-Konzern Transaktionen mit einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.
█ Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.
█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekanntgegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge werden mit Ausnahme wesentlicher stichtagsnaher Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs (Mittelwert der tagesaktuellen Kurse von EZB bzw. Nationalbanken) umgerechnet. Aufwendungen und Erträge von Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
█ Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.
█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:
| Währungs- | Stichtagskurs | Durchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|---|---|
| ¤ | einheit | 29.02.2020 | 28.02.2019 | 2019 20 | 2018 19 |
| Ägypten | EGP | 17,05 | 19,95 | 18,36 | 20,68 |
| Albanien | ALL | 122,74 | 125,92 | 122,62 | 126,14 |
| Algerien | DZD | 131,59 | 134,73 | 133,30 | 136,85 |
| Argentinien | ARS | 68,43 | 44,56 | 68,43 | 44,56 |
| Australien | AUD | 1,69 | 1,60 | 1,62 | 1,59 |
| Bosnien und Herzegowina | BAM | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 |
| Brasilien | BRL | 4,92 | 4,27 | 4,48 | 4,36 |
| Bulgarien | BGN | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 |
| China | CNY | 7,67 | 7,63 | 7,73 | 7,79 |
| Währungs- | Stichtagskurs | Durchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|---|---|
| ¤ | einheit | 29.02.2020 | 28.02.2019 | 2019 20 | 2018 19 |
| Fidschi | FJD | 2,44 | 2,42 | 2,42 | 2,45 |
| Indien | INR | 79,29 | 80,89 | 78,47 | 81,10 |
| Kroatien | HRK | 7,47 | 7,43 | 7,42 | 7,42 |
| Marokko | MAD | 10,59 | 10,89 | 10,73 | 11,01 |
| Mexiko | MXN | 21,64 | 21,91 | 21,37 | 22,51 |
| Nordmazedonien | MKD | 61,67 | 61,50 | 61,51 | 61,51 |
| Polen | PLN | 4,34 | 4,31 | 4,29 | 4,28 |
| Rumänien | RON | 4,81 | 4,74 | 4,75 | 4,67 |
| Russland | RUB | 73,61 | 75,09 | 71,43 | 75,03 |
| Serbien | CSD | 117,54 | 118,18 | 117,74 | 118,25 |
| Südafrika | ZAR | 17,10 | 15,95 | 16,25 | 15,78 |
| Südkorea | KRW | 1.324,98 | 1.281,07 | 1.308,56 | 1.292,87 |
| Tschechien | CZK | 25,39 | 25,60 | 25,58 | 25,69 |
| Türkei | TRY | 6,83 | 6,07 | 6,45 | 5,94 |
| Ukraine | UAH | 26,93 | 30,73 | 28,21 | 31,67 |
| Ungarn | HUF | 337,57 | 315,96 | 328,05 | 320,22 |
| USA | USD | 1,10 | 1,14 | 1,11 | 1,17 |
█ Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen in Hochinflationsländern – derzeit Tochterunternehmen mit Sitz in Argentinien – werden gemäß IAS 29 angepasst. Nicht monetäre Posten der Bilanz, die zu Anschaffungs- bzw. fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vor der Umrechnung in die Konzernwährung Euro anhand eines geeigneten Preisindizes zur Messung der Kaufkraft an die im Geschäftsjahr eingetretenen Preisänderungen angepasst. Monetäre Posten der Bilanz werden nicht angepasst. Alle Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie alle Bestandteile des Eigenkapitals werden ebenfalls anhand geeigneter Preisindizes angepasst. Gewinne oder Verluste aus der Nettoposition monetärer Posten werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als separater Posten ausgewiesen.
█ Die Jahresabschlüsse der argentinischen Tochterunternehmen wurden auf Basis des Konzeptes historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Im Geschäftsjahr 2018|19 mussten diese aufgrund von Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung (argentinischer Peso) angepasst werden und sind daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Die vom argentinischen "Instituto Nacional de Estadística y Censos", dem nationalen Institut für Statistik und Zensus veröffentlichten Verbraucherpreise werden herangezogen. Der Preisindex zum 29. Februar 2020 lag bei 295,34 (28. Februar 2019: 197,19). Die Veränderung des Indexes kann der folgenden Tabelle entnommen werden:
| Indexveränderung | ||
|---|---|---|
| 2019 20 | 2018 19 | |
| März | 4,7% | 2,3% |
| April | 3,4% | 2,7% |
| Mai | 3,1% | 2,1% |
| Juni | 2,7% | 3,7% |
| Juli | 2,2% | 3,1% |
| August | 4,0% | 3,9% |
| September | 5,9% | 6,5% |
| Oktober | 3,3% | 5,4% |
| November | 4,3% | 3,2% |
| Dezember | 3,7% | 2,6% |
| Jänner | 2,3% | 2,9% |
| Februar | 1,9% | 4,0% |
█ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben.
█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Die Überprüfung findet regelmäßig zum 31. August und zusätzlich bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) statt. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.
█ Erworbene Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.
█ Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechtes am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten). Auf immaterielle Vermögenswerte wird der Standard von AGRANA nicht angewendet. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt AGRANA das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch und die Aufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Gebäude | 15 bis 50 Jahre |
|---|---|
| Technische Anlagen und Maschinen | 10 bis 15 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 10 Jahre |
Diese Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.
█ Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.
█ Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Investitionsförderung werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen passivisch abgegrenzt und entsprechend der Nutzungsdauer des zugeordneten Vermögenswertes linear ergebniswirksam aufgelöst. Details dazu finden sich auf Seite 112.
█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:
█ Anteile an Investmentfonds sowie Wertrechte (Genossenschaftsanteile) in der Bilanzposition Wertpapiere sind der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert angesetzt. Eigenkapitalinstrumente mit der Absicht diese langfristig zu halten, sind der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zugeordnet. Die Ersterfassung erfolgt zum Zeitwert inklusive allfälliger Transaktionskosten. Bewertungsänderungen werden bei Eigenkapitalinstrumenten unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Zugangs erfasst und der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" zugeordnet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für sonstige Beteiligungen wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows vorgenommen. Für Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurde die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes aufgrund des für den AGRANA-Konzern unwesentlichen Betrages nicht vorgenommen.
█ Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.
█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit den Stichtagskursen bewertet.
█ Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswert oder Verbindlichkeit bilanziert und – unabhängig von ihrem Zweck – mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Wertes werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen (Rohstoffderivate und Währungsderivate in Zusammenhang mit Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) oder im Finanzergebnis (Zinsderivate, Währungsderivate bei Finanzierungen) erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft ("Cashflow-Hedges") und erfüllen die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9. In diesen Fällen werden die noch nicht realisierten und effektiven Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Führt die abgesicherte erwartete Transaktion zum späteren Ansatz eines nicht-finanziellen Postens (z.B. Vorräte), wird der kumulierte Betrag in der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) direkt in die Anschaffungskosten des nicht-finanziellen Postens zum Zeitpunkt dessen Bilanzierung einbezogen. In allen anderen Fällen wird der kumulierte Betrag in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Ineffektive Teile der Bewertungsunterschiede von Cashflow-Hedges werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente sind der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" zugeordnet, es sei denn es handelt sich um Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. Diese werden der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente)" zugeordnet. Weitere Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten finden sich auf Seite 123ff.
█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen oder portfoliobasierte Wertberichtigungen gebildet. Die portfoliobasierten Wertberichtigungen werden anhand des in IFRS 9 vorgesehenen vereinfachten Modelles ermittelt. Hierfür werden mittels Analyse historischer Ausfallraten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt. Die Wertberichtigungen werden auf separaten Wertminderungskonten erfasst. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind keine besonderen Risikokonzentrationen gegeben und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit geringfügigen Ausnahmen täglich fällig, daher wurde auf die Ermittlung eines erwarteten Wertminderungsbedarfs gemäß IFRS 9 verzichtet.
█ Fremdwährungsforderungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.
█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).
█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.
█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.
█ Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw.Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.
█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifikate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifikate (ein Zertifikat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits angeschafft wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.
█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, wird die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte überprüft. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.
█ Bei der Werthaltigkeitsprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.
█ Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit).
█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzungswert.
█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.
█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.
█ Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettopensionsverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.
█ Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die Erfassung im sonstigen Ergebnis schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.
█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 0,80% (Vorjahr: 1,55%) zugrunde.
█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.
█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.
█ Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastsanierung und Abraumbeseitigung.
█ Rückstellungen für Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgelder beinhalten des Weiteren Rückstellungen für Altersteilzeit, Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen, Rückstellungen für Bonifikationen und Prämien sowie sonstige personalbezogene Rückstellungen. Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer einzustufen. Diese werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der laufenden Periode im Personalaufwand ausgewiesen. Jubiläumsgelder stellen einmalige vom Entgelt und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängige Zahlungen dar, die aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Vorschriften bestehen. Vor allem in Österreich bestehen Verpflichtungen für Jubiläumsgeldzahlungen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind in Österreich aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern zu bilden. Die gesetzliche Regelung der Altersteilzeit erleichtert es Betrieben, ältere Arbeitnehmer unter weitestgehend finanzieller Absicherung mit einer verringerten Arbeitszeit bis zum Pensionsantritt zu beschäftigen. Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen werden nur dann angesetzt, wenn ein formaler, detaillierter Restrukturierungsplan erstellt und kommuniziert wurde.
█ Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozessrisiken, Rückstellungen für Drohverluste, Rückstellungen für Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung sowie Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Rückstellungen für Drohverluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.
█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestehen bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern werden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.
█ Die Berechnung der latenten Steuern wird nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, soweit die Realisierung latenter Steueransprüche wahrscheinlich ist.
█ Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn die entsprechenden Steuervorteile bei zugrunde liegender Planungsperiode von fünf Jahren realisiert werden können. Dies ist gegeben, wenn ausreichend Gewinne erwirtschaftet werden bzw. zu versteuerndes Ergebnis aus der Umkehrung von passiven Differenzen vorhanden ist.
█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
█ Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.
█ Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Die Erlösrealisierung erfolgt im AGRANA-Konzern anhand des 5-Schritte-Modelles gemäß IFRS 15 und grundsätzlich zeitpunktbezogen. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Kontrolle über ein Produkt oder über eine Dienstleistung auf einen Käufer übertragen wird. Die Übertragung der Kontrolle auf den Käufer wird üblicherweise gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt, die den Übergang der mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken regeln. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst. Bei variablen Preisvereinbarungen wird eine vertragsindividuelle Schätzung der zu erwartenden Endpreise für die Umsatzrealisierung vorgenommen. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen sowie ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Kosten der Umsatzanbahnung haben ganz überwiegend einen kurzfristigen Umsatzbezug und werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen der industrieüblichen Zahlungskonditionen bestehen bei der Umsatzerfassung keine Finanzierungskomponenten.
█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Leasingverbindlichkeiten anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.
█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.
█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.
█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.
█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:
– Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 29.02.2020: 261.892 t€; Buchwert 28.02.2019: 261.892 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 29.02.2020: 13.216 t€; Buchwert 28.02.2019: 14.848 t€) und Sachanlagen (erworben und geleast) (Buchwert 29.02.2020: 932.795 t€; Buchwert 28.02.2019: 864.221 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt des regelmäßigen Wertminderungstest-Stichtages zum 31. August aktuellsten Prognoserechnung für die Cashflows der Cash Generating Units (CGUs) der nächsten fünf Jahre.
Auf der Grundlage der Annahmen des zum 31. August 2019 durchgeführten Werthaltigkeitstests wurde zum 29. Februar 2020 eine Überprüfung vorgenommen, um mögliche Auswirkungen der Coronavirus-Krise zu berücksichtigen (Triggering Event). Zum 29. Februar 2020 wurde den Buchwerten der CGUs deren aktualisierter Nutzungswert gegenübergestellt. Für die Ermittlung des Nutzungswertes wurden die von den Aufsichtsratsgremien beschlossenen Geschäftspläne unverändert beibehalten. Eine Reduktion des operativen Ergebnisses aufgrund von COVID-19 wurde in allen CGUs berücksichtigt und der auf den Stichtag 29. Februar 2020 aktualisierte WACC1 angewandt.
Da zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses am 22. April 2020 keine langfristigen negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe gesehen wurden, beschränken sich die Effekte der Coronavirus-Krise auf das erste Planjahr der Nutzungswertermittlung. Für das Geschäftsjahr 2020|21 ist weltweit mit Einschränkungen in Produktion und Vertrieb durch Maßnahmen von Regierungen weltweit zu rechnen. Im Geschäftsjahr 2019|20 war AGRANA von einer rund zweiwöchigen Schließung von chinesischen Werken betroffen.
Es wurden zwei Vergleichsrechnungen des Werthaltigkeitstests zum 29. Februar 2020 vorgenommen. Zum einen eine Reduktion des operativen Ergebnisses um 30% im ersten Planjahr und zum anderen eine Reduktion des operativen Ergebnisses um 50% im ersten Planjahr. In keiner CGU würde sich daraus eine Wertminderung des Buchwertes des Geschäfts-/Firmenwertes ergeben. Zusätzlich wurden die beiden Vergleichsrechnungen simuliert mit einem Anstieg des WACC1 um 0,5 Prozentpunkte infolge erhöhter Länderrisiken bzw. Beta-Faktoren. Dies würde ebenfalls keinen Wertminderungsbedarf zur Folge haben.
In Abhängigkeit der tatsächlichen Auswirkungen bzw.weiterer Entwicklungen durch die Coronavirus-Krise können sich negative Einflüsse auf das Geschäftsjahr 2020|21 oder folgende Geschäftsjahre, beispielsweise im Bereich der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten sowie Sachanlagen, bei Mittelfristplanungen oder sonstigen finanzrelevanten Teilen ergeben. Zum 29. Februar 2020 waren die Effekte nicht absehbar und daher auch nicht berücksichtigt.
Die Simulation einer angenommenen Reduktion der nachhaltigen Cashflows um 5% würde zu keiner Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes führen.
Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 4,65% und 6,81% (Vorjahr: 5,47% und 8,10%).
Ein Anstieg des WACC1 um 0,5 Prozentpunkte würde keinen Wertberichtigungsbedarf zur Folge haben.
| Pensionen | Abfertigungen | |||
|---|---|---|---|---|
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
| Veränderung versicherungs mathematischer Annahmen |
||||
| Rechnungszinssatz | ||||
| +0,5 Prozentpunkte | –2.676 | –2.408 | –1.920 | –1.836 |
| –0,5 Prozentpunkte | 2.951 | 2.647 | 2.062 | 1.972 |
| Lohn-/Gehaltssteigerung | ||||
| +0,25 Prozentpunkte | 67 | 104 | 980 | 949 |
| –0,25 Prozentpunkte | –66 | –103 | –945 | –915 |
| Rentensteigerung | ||||
| +0,25 Prozentpunkte | 1.291 | 1.159 | – | – |
| –0,25 Prozentpunkte | –1.238 | –1.114 | – | – |
| Lebenserwartung | ||||
| Zunahme um 1 Jahr | 4.189 | 3.906 | – | – |
| Abnahme um 1 Jahr | –4.379 | –3.821 | – | – |
█ Die HUNGRANA-Gruppe und die AGRANA-STUDEN-Gruppe wurden gemäß IFRS 11 und den derzeit bestehenden Vereinbarungen als Gemeinschaftsunternehmen qualifiziert. Der Konzern hält 50% der Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen.
█ Die AGRANA-Gruppe hält 50,01% an der AUSTRIA JUICE GmbH und deren Tochtergesellschaften. Aufgrund der zugrunde liegenden Verträge und Vereinbarungen übt AGRANA Beherrschung auf diese Gesellschaften aus und bezieht sie in den Konzernabschluss mittels Vollkonsolidierung ein.
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker.
Umsatzerlöse des Segmentes Frucht umfassen Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme-, und Food-Service-Industrie und Fruchtsaftkonzentrate, wie Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA primär Mais, Weizen und Kartoffeln zu hochwertigen Stärkeprodukten für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige. Weiters werden im Rahmen der Stärkegewinnung Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
Das Segment Zucker verarbeitet Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem wird auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel an Endkonsumenten vertrieben. Daneben produziert das Segment Zucker – zur optimalen Verwertung der agrarischen Rohstoffe – eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung.
Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt in allen drei Segmenten nach Übergang der Kontrolle am jeweiligen Produkt auf den Kunden und erfolgt nahezu ausschließlich zeitpunktbezogen. AGRANA erzielt mit 95,10% (Vorjahr: 93,72%) hauptsächlich Umsatzerlöse aus Eigenerzeugnissen. AGRANA erbringt Dienstleistungen von 0,22% (Vorjahr: 0,23%) sowie Handelswarenerlöse von 4,68% (Vorjahr: 6,05%) in Prozent der Gesamtumsatzerlöse von untergeordneter Bedeutung.
Die Aufteilung nach geografischen Gebieten je Segment erfolgt auf Basis des Sitzes der Gesellschaft.
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | ||
| EU-28¹ | 562.751 | 593.871 |
| Europa nicht EU | 111.188 | 101.912 |
| Nordamerika | 305.205 | 276.119 |
| Südamerika | 31.211 | 35.822 |
| Asien | 109.560 | 111.582 |
| Afrika | 26.064 | 21.488 |
| Australien & Ozeanien | 39.478 | 38.356 |
| 1.185.457 | 1.179.150 | |
| Segment Stärke | ||
| EU-28¹ | 806.997 | 762.681 |
| 806.997 | 762.681 | |
| Segment Zucker | ||
| EU-28¹ | 488.278 | 501.217 |
| 488.278 | 501.217 | |
| Summe | 2.480.732 | 2.443.048 |
31,1% (Vorjahr: 30,0%) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Ein AGRANA-Kunde trug mit 13,4% (Vorjahr: 13,3%) zum Konzernumsatz bei. Kein weiterer Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10%.
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 64.764 | –53.505 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 1.898 | 1.120 |
Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 64.764 t€ (Vorjahr: -53.505 t€) resultierte v. a. aus dem Segment Zucker mit 27.462 t€ (Vorjahr: –46.459 t€) und dem Segment Frucht mit 25.467 t€ (Vorjahr: –20.270 t€).
| $\sim$ | |||
|---|---|---|---|
| 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|
| 6.329 | 8.626 |
| 5.437 | 0 |
| 2.724 | 434 |
| 2.126 | 1.411 |
| 601 | 424 |
| 1.106 | 963 |
| 816 | 572 |
| 568 | 0 |
| 518 | 518 |
| 287 | 490 |
| 96 | 1.822 |
| 0 | 5.573 |
| 17.063 | 12.147 |
| 37.671 | 32.980 |
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen u. a. Erträge aus der Weiterverrechnung von Betriebsstoffen und Rohmaterial sowie Dienstleistungen. Die Erträge aus dem Sonderergebnis im Vorjahr von 5.573 t€ umfassten Steuerrückzahlungen in Rumänien im Segment Zucker.
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für | ||
| Rohstoffe | 1.159.366 | 1.051.208 |
| Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren | 526.247 | 520.276 |
| bezogene Leistungen | 73.664 | 76.007 |
| Summe | 1.759.277 | 1.647.491 |
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 270.091 | 256.632 |
| Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung | ||
| und sonstiger Personalaufwand | 71.569 | 67.085 |
| Summe | 341.660 | 323.717 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 1.081 t€ (Vorjahr: 1.156 t€) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist im Personalaufwand enthalten.
Im Geschäftsjahr 2019|20 wurden 19.027 t€ (Vorjahr: 18.484 t€) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.
Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 1.386 t€ (Vorjahr: 1.260 t€) im abgelaufenen Geschäftsjahr erfasst.
Im Personalaufwand sind Aufwendungen aus Sondereinflüssen im Zusammenhang mit regionalen Umstrukturierungen im Segment Frucht in Höhe von 1.110 t€ enthalten.
Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente):
| Aufgliederung nach Personengruppen | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 6.456 | 6.456 |
| Angestellte | 2.793 | 2.686 |
| Lehrlinge | 93 | 88 |
| Summe | 9.342 | 9.230 |
| Aufgliederung nach Regionen | 2019 20 | 2018 19 |
| Österreich | 2.361 | 2.270 |
| Ungarn | 465 | 474 |
| Rumänien | 566 | 566 |
| Restliche EU | 1.559 | 1.560 |
| EU-28¹ | 4.951 | 4.870 |
| Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) | 1.296 | 1.379 |
| Übriges Ausland | 3.095 | 2.981 |
| Summe | 9.342 | 9.230 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100%):
| Aufgliederung nach Personengruppen | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Arbeiter | 324 | 336 |
| Angestellte | 197 | 194 |
| Summe | 521 | 530 |
| Abschrei- | minde- | auf | ||
|---|---|---|---|---|
| t¤ | Gesamt | bungen | rungen | holungen |
| Geschäftsjahr 2019 20 | ||||
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.663 | 3.662 | 1 | 0 |
| Sachanlagen – erworben | 100.427 | 98.805 | 1.650 | –28 |
| Sachanlagen – geleast | 5.839 | 5.839 | 0 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis | 109.929 | 108.306 | 1.651 | –28 |
| Sondereinfluss | 404 | 0 | 404 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 110.333 | 108.306 | 2.055 | –28 |
| Geschäftsjahr 2018 19 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.417 | 3.417 | 0 | 0 |
| Sachanlagen | 93.220 | 92.501 | 719 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis | 96.637 | 95.918 | 719 | 0 |
| Sondereinfluss | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 96.637 | 95.918 | 719 | 0 |
| Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar: | Wert- minde- |
Wert auf |
|---|---|---|
| t¤ | rungen | holungen |
| Geschäftsjahr 2019 20 | ||
| Segment Frucht | 404 | 0 |
| Segment Stärke | 8 | 0 |
| Segment Zucker | 1.643 | –28 |
| Konzern | 2.055 | –28 |
| Geschäftsjahr 2018 19 | ||
| Segment Frucht | 602 | 0 |
| Segment Stärke | 117 | 0 |
| Segment Zucker | 0 | 0 |
| Konzern | 719 | 0 |
Wertminderungen im Segment Zucker betrafen die Redimensionierung eines Lager- und Verpackungsstandortes in Ungarn. Der Sondereinfluss im Segment Frucht bei den Wertminderungen betraf eine Umstrukturierung in Serbien.
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Vertriebs- und Frachtaufwendungen | 149.766 | 142.582 |
| Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung | 103.353 | 103.255 |
| Werbeaufwendungen | 10.140 | 10.384 |
| Kursverluste | 8.794 | 8.158 |
| Sonstige Steuern | 6.626 | 7.232 |
| Miete, Leasing- und Pachtaufwand | 5.487 | 10.801 |
| Schadensfälle | 3.334 | 1.558 |
| Derivate | 3.007 | 351 |
| Sonderergebnis | 1.299 | 2.279 |
| Forschung und Entwicklung (extern) | 892 | 580 |
| Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 510 | 230 |
| Übrige | 10.264 | 13.993 |
| Summe | 303.472 | 301.403 |
Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 18.901 t€ (Vorjahr: 18.765 t€).
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten.
Sonstige betriebliche Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Sonderergebnis beinhalteten Aufwendungen für regionale Umstrukturierungen im Segment Frucht sowie Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten im Segment Zucker (Vorjahr: Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen im Segment Zucker).
Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer PwC Wirtschaftsprüfung GmbH (Vorjahr: KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft) betrugen 425 t€ (Vorjahr: 400 t€). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 420 t€ (Vorjahr: 331 t€), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 5 t€ (Vorjahr: 31 t€) sowie sonstige Leistungen von 0 t€ (Vorjahr: 38 t€).
Note (8)
Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 16.727 t€ (Vorjahr: 12.222 t€) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe, der AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie seit dem Geschäftsjahr 2019|20 der Beta Pura GmbH.
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Zinserträge | 1.137 | 1.623 |
| Währungsgewinne | 11.489 | 11.797 |
| Erträge aus Beteiligungen | 18 | 24 |
| Gewinn aus Derivaten | 9.610 | 11.102 |
| Übrige finanzielle Erträge | 597 | 918 |
| Summe | 22.851 | 25.464 |
Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 471 | 857 |
| Segment Stärke | 2 | 24 |
| Segment Zucker | 664 | 742 |
| Konzern | 1.137 | 1.623 |
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Zinsaufwendungen | 9.329 | 7.599 |
| Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 1.081 | 1.156 |
| Währungsverluste | 13.340 | 11.198 |
| Verlust aus Derivaten | 12.601 | 16.755 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 912 | 1.302 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | 2.779 | 2.826 |
| Summe | 40.042 | 40.836 |
Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 2.606 | 921 |
| Segment Stärke | 259 | 48 |
| Segment Zucker | 6.464 | 6.630 |
| Konzern | 9.329 | 7.599 |
Der Posten Zinsaufwendungen enthält Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.029 t€ sowie den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 144 t€ (Vorjahr: 137 t€).
Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Verlust in Höhe von 1.851 t€ (Vorjahr: Gewinn 599 t€). Dieser setzte sich aus einem realisierten Verlust von 5.627 t€ (Vorjahr: Gewinn 1.728 t€) und einem nicht realisierten Gewinn in Höhe von 3.776 t€ (Vorjahr: nicht realisierter Verlust 1.129 t€) zusammen. Der Verlust ist v.a. auf Fremdwährungsfinanzierungen in Ungarn und Rumänien (Euro-Finanzierungen) zurückzuführen.
Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Effektive Steuern | 20.170 | 21.087 |
| davon Inland | 4.434 | 6.013 |
| davon Ausland | 15.736 | 15.074 |
| Latente Steuern | –1.603 | –227 |
| davon Inland | –510 | 1.815 |
| davon Ausland | –1.093 | –2.042 |
| Steueraufwand | 18.567 | 20.860 |
| davon Inland | 3.924 | 7.828 |
| davon Ausland | 14.643 | 13.032 |
Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern im Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | 1.866 | –1.355 |
| Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | 1.052 | 1.156 |
| Gesamte Veränderung aus latenter Steuer | 2.918 | –199 |
| davon erfolgswirksame Veränderungen | 1.603 | 227 |
| davon im sonstigen Ergebnis erfasst | 1.080 | 156 |
| davon aus Währungsumrechnung/Hochinflationsanpassung/Sonstige | 235 | –669 |
| davon Konsolidierungskreisänderung, erfolgsneutral | 0 | 38 |
| davon aus der Erstanwendung von IFRS 9 | 0 | 49 |
Um den Betrag im sonstigen Ergebnis auf den Wert der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung überleiten zu können, müssen die Steuereffekte von Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen sowie derer anteiliger nicht beherrschender Anteile von in Summe –155 t€ vom sonstigen Ergebnis von 1.080 t€ gemäß obiger Tabelle abgezogen werden.
| Ergebnis vor Ertragsteuern 69.859 Österreichischer Steuersatz in % 25% Theoretischer Steueraufwand 17.465 Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund abweichender Steuersätze –512 Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche Abzugsposten inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden –7.442 nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen –118 Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen 2.605 Effekten aus sonstigen Steuern 2.730 Effekten aus nicht angesetzten Verlustvorträgen des laufenden Geschäftsjahres 247 aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 3.592 Ertragsteuern 18.567 |
t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|---|
| 51.246 | |||
| 25% | |||
| 12.812 | |||
| 1.922 | |||
| –5.621 | |||
| 0 | |||
| 3.885 | |||
| 2.390 | |||
| 6.335 | |||
| –863 | |||
| 20.860 | |||
| Effektive Steuerquote | 26,6% | 40,7% |
Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25%.
Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.
Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.
Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 18.274 t€ (Vorjahr: 18.121 t€) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 82.336 t€ (Vorjahr: 82.159 t€). Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 48.932 t€ (Vorjahr: 43.497 t€) unbegrenzt vortragsfähig, 0 t€ verfallen im Folgejahr (Vorjahr: 1.763 t€), 20.242 t€ (Vorjahr: 18.984 t€) verfallen zwischen zwei und vier Jahren und 13.162 t€ (Vorjahr: 17.915 t€) verfallen zwischen fünf und sieben Jahren.
Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 8.785 t€ (Vorjahr: 7.860 t€).
Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 199.259 t€ (Vorjahr: 202.444 t€) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.
| 2019 20 | 2018 19 | |
|---|---|---|
| Konzernjahresergebnis, das den Aktionären | ||
| der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist t€ |
48.162 | 25.406 |
| Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war Stück |
62.488.976 | 62.488.976 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) € |
0,77 | 0,41 |
| Dividende je Aktie € |
0,77¹ | 1,00¹ |
Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2019|20 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 48.117 t€ (Vorjahr: 62.489 t€) ausgeschüttet.
Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.
Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben.
Es bestanden aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen keine Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen.
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.
Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelstand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.
Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 187.831 t€ (Vorjahr: 177.546 t€), das entspricht 7,57% (Vorjahr: 7,27%) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses von 3.776 t€ (Vorjahr: nicht realisierte Währungsverluste 1.129 t€), die zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigungen zu Forderungen 542 t€ (Vorjahr: 558 t€), die Veränderung der Kaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen von 4.878 t€ sowie zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten 8.472 t€ (Vorjahr: 23.320 t€). Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen Korrekturen des im Konzernergebnis enthaltenen Steueraufwandes und Zinsergebnis aufgrund der separaten Darstellung der zahlungswirksamen Zinsen und Ertragsteuern. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital sowie zahlungswirksame Zinsen und Steuern führten zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 110.096 t€ (Vorjahr: 141.709 t€).
Der Rückgang um 6.309 t€ von –161.887 t€ auf –155.578 t€ des Cashflow aus Investitionstätigkeit war im Wesentlichen bedingt durch geringere Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die sich um 11.160 t€ von –161.190 t€ auf –150.030 t€ (Vorjahr: –28.662 t€) reduzierten. Der Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch die Inbetriebnahme der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich im November 2019 im Segment Stärke und dadurch geringeren Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019|20. Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen in Höhe von –8.124 t€ betreffen im Wesentlichen Auszahlungen für die Gründung und Errichtung der Beta Pura GmbH, Wien, einer 50%-Tochter der AGRANA Zucker GmbH, Wien, die gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner The Amalgamated Sugar Company LLC, Boise|USA, zur Gewinnung von kristallinem Betain betrieben wird und nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird. Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen in Höhe von 582 t€ betrafen den Verkauf von 100% der Anteile an AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd., Sigatoka|Fidschi und deren Zahlungsmittel.
Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 1.971 t€ (Vorjahr: 3.241 t€).
Der positive Cashflow im Bereich der Finanzverbindlichkeiten ist im Wesentlichen durch die Aufnahme von Schuldscheindarlehen in Höhe von 164.500 t€ (Vorjahr: 0 t€) und der Aufnahme von syndizierten Krediten von 10.000 t€ (Vorjahr: 75.000 t€; sowie Aufnahme von langfristigen Darlehen von 40.000 t€) begründet und gegenläufig die Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe von –85.000 t€ (Vorjahr: –65.000 t€), Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten von –6.437 (Vorjahr: 0 t€) und der Rückführung eines Investitionskredites in Höhe von –4.882 t€ (Vorjahr: 0 t€). Kontokorrentkredite und Barvorlagen führten im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls zu einem positiven Cashflow von 42.344 t€ (Vorjahr: 1.219 t€).
Weiters führten gezahlte Dividenden, die überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende betreffen, zu einem in Summe deutlich verbesserten Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 57.322 t€ (Vorjahr: –18.180 t€).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit:
| t¤ Geschäftsjahr 2019 20 |
Buchwert 01.03.2019 |
Fristig- keiten- änderung |
Mittel- zufluss (+)/ Mittel- abfluss (–) |
Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver änderungen |
Buchwert 29.02.2020 |
|---|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen | 7.000 | 0 | 200.000 | 0 | 207.000 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen |
|||||
| der Südzucker-Gruppe | 85.000 | 0 | –85.000 | 0 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 36.618 | –4.882 | 0 | 0 | 31.736 |
| Darlehen | 150.295 | 0 | 39.368 | –59 | 189.604 |
| Leasingverbindlichkeiten | 75 | 0 | 0 | 21.797 | 21.872 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 278.988 | –4.882 | 154.368 | 21.738 | 450.212 |
| Schuldscheindarlehen | 35.500 | 0 | –35.500 | 0 | 0 |
| Finanzverbindlichkeiten | |||||
| gegenüber verbundenen Unternehmen | |||||
| der Südzucker-Gruppe | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 4.882 | 4.882 | –4.882 | 0 | 4.882 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 104.187 | 0 | 12.976 | –183 | 116.980 |
| Leasingverbindlichkeiten | 70 | 0 | –6.437 | 11.319 | 4.952 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 144.639 | 4.882 | –33.843 | 11.136 | 126.814 |
| Buchwert 01.03.2018 |
Fristig- keiten- änderung |
Mittel- zufluss (+)/ Mittel |
Währungs- differenzen |
Buchwert 28.02.2019 |
|
|---|---|---|---|---|---|
| t¤ | abfluss (–) | ||||
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||||
| Schuldscheindarlehen | 42.500 | –35.500 | 0 | 0 | 7.000 |
| Finanzverbindlichkeiten | |||||
| gegenüber verbundenen Unternehmen | |||||
| der Südzucker-Gruppe | 115.000 | 0 | –30.000 | 0 | 85.000 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 41.500 | –4.882 | 0 | 0 | 36.618 |
| Darlehen | 111.572 | –10.520 | 49.213 | 105 | 150.370 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 310.572 | –50.902 | 19.213 | 105 | 278.988 |
| Schuldscheindarlehen | 0 | 35.500 | 0 | 0 | 35.500 |
| Finanzverbindlichkeiten | |||||
| gegenüber verbundenen Unternehmen | |||||
| der Südzucker-Gruppe | 35.000 | 0 | –35.000 | 0 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 0 | 4.882 | 0 | 0 | 4.882 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 26.629 | 10.520 | 67.006 | 102 | 104.257 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 61.629 | 50.902 | 32.006 | 102 | 144.639 |
| Note (16) | ||
|---|---|---|
| ----------- | -- | -- |
| 10.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | Konzessionen, | ||
|---|---|---|---|
| Geschäfts-/ | Lizenzen | ||
| Firmen- | und ähnliche | ||
| t¤ | werte | Rechte | Summe |
| Geschäftsjahr 2019 20 | |||
| Anschaffungskosten | |||
| Stand 01.03.2019 | 261.892 | 100.527 | 362.419 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | –169 | –169 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | 13 | 13 |
| Zugänge | 0 | 2.022 | 2.022 |
| Umbuchungen | 0 | 398 | 398 |
| Abgänge | 0 | –298 | –298 |
| Stand 29.02.2020 | 261.892 | 102.493 | 364.385 |
| Abschreibungen | |||
| Stand 01.03.2019 | 0 | 85.679 | 85.679 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | 224 | 224 |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.662 | 3.662 |
| Wertminderungen | 0 | 1 | 1 |
| Abgänge | 0 | –289 | –289 |
| Stand 29.02.2020 | 0 | 89.277 | 89.277 |
| Buchwert 29.02.2020 | 261.892 | 13.216 | 275.108 |
| Geschäftsjahr 2018 19 Anschaffungskosten |
|||
| Stand 01.03.2018 | 260.956 | 102.700 | 363.656 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | 755 | 755 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 936 | 102 | 1.038 |
| Zugänge | 0 | 3.097 | 3.097 |
| Umbuchungen | 0 | 735 | 735 |
| Abgänge | 0 | –6.862 | –6.862 |
| Stand 28.02.2019 | 261.892 | 100.527 | 362.419 |
| Abschreibungen | |||
| Stand 01.03.2018 | 0 | 86.841 | 86.841 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | 501 | 501 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | 40 | 40 |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.417 | 3.417 |
| Umbuchungen | 0 | 58 | 58 |
| Abgänge | 0 | –5.178 | –5.178 |
| Stand 28.02.2019 | 0 | 85.679 | 85.679 |
| Buchwert 28.02.2019 | 261.892 | 14.848 | 276.740 |
█ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte.
█ Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.022 t€ (Vorjahr: 3.097 t€) betrafen im Wesentlichen Software.
█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Frucht 240.175 t€ (Vorjahr: 240.175 t€), auf das Segment Zucker 20.111 t€ (Vorjahr: 20.111 t€) und auf das Segment Stärke 1.606 t€ (Vorjahr: 1.606 t€).
█ Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, definiert AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) als die jeweils kleinste Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend
unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte sind. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts-/ Firmenwerten aggregiert AGRANA die CGUs auf die nächst höhere Ebene, auf der die Geschäfts-/Firmenwerte gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess gesteuert werden. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten das Segment Frucht, das Segment Stärke und das Segment Zucker definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.
█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist.
█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 1,5% p.a. (Vorjahr: 1,5% p.a.) angenommen. Die Kapitalkosten (WACC1) sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU berechnet.
█ Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- als auch Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 8,50% (Vorjahr: 7,00%) und dem aus einer neun Unternehmen umfassenden Peer-Group abgeleiteten Beta-Faktor. Das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,22 (Vorjahr: 1,22) unterworfen.
█ Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonitätszuschlag (Credit Spread) angesetzt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte und den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC):
| Geschäfts-/Firmenwert | WACC vor Steuer | |||
|---|---|---|---|---|
| 29.02.2020 28.02.2019 |
2019 20 | 2018 19 | ||
| Mio. € | Mio. € | % | % | |
| CGU Frucht | 240 | 240 | 6,81 | 8,10 |
| CGU Stärke | 2 | 2 | 4,65 | 5,47 |
| CGU Zucker | 20 | 20 | 5,29 | 6,39 |
| Konzern | 262 | 262 | – | – |
█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.
█ Für die CGU Zucker sind die Einschätzungen der EU-Rübenzucker- und Isoglukoseproduktion, der Entwicklung der Zuckerimporte und -exporte sowie der Zuckerpreise die wichtigsten Planannahmen. Die wesentlichen Kostenelemente der CGU sind die Rohstoff- und Energiekosten. Diese Einschätzungen berücksichtigen neben den aktuellen Marktentwicklungen auch eigene Einschätzungen der jeweiligen Fachbereiche.
█ Auf der Grundlage der Annahmen des zum 31. August 2019 durchgeführten Werthaltigkeitstests wurde zum 29. Februar 2020 eine Überprüfung vorgenommen, um mögliche Auswirkungen der Coronavirus-Krise zu berücksichtigen. Da zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses am 22. April 2020 keine langfristigen negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit gesehen werden, beschränken sich die Effekte der Coronavirus-Krise auf das erste Planjahr der Nutzungswertermittlung.. In keiner CGU würde sich daraus eine Wertminderung des Buchwertes des Geschäfts-/Firmenwertes ergeben. Weitere Details finden sich in Kapitel 7.11., Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen.
█ Am Bilanzstichtag waren andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von untergeordneter Bedeutung für den AGRANA-Konzern enthalten.
| 10.2. Sachanlagen | Andere | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Grundstücke, | Anlagen, | ||||
| grundstücks- | Technische | Betriebs- und | |||
| gleiche Rechte | Anlagen und | Geschäfts- | Anlagen | ||
| t¤ | und Bauten | Maschinen | ausstattung | in Bau | Summe |
| Geschäftsjahr 2019 20 | |||||
| Sachanlagen – erworben | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2019 | 616.904 | 1.314.868 | 232.213 | 124.646 | 2.288.631 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | –3.629 | –3.504 | –387 | –451 | –7.971 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | –479 | –1.510 | –234 | 1 | –2.222 |
| Zugänge | 9.974 | 43.313 | 17.079 | 72.344 | 142.710 |
| Umbuchungen | 18.007 | 20.949 | 2.851 | –42.737 | –930 |
| Abgänge | –607 | –3.776 | –9.150 | –173 | –13.706 |
| Stand 29.02.2020 | 640.170 | 1.370.340 | 242.372 | 153.630 | 2.406.512 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2019 | 336.847 | 908.627 | 178.554 | 382 | 1.424.410 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | –1.620 | –2.928 | –18 | –6 | –4.572 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | –287 | –1.490 | –233 | 0 | –2.010 |
| Laufende Abschreibungen | 17.641 | 66.050 | 15.114 | 0 | 98.805 |
| Wertminderungen | 1.868 | 141 | 13 | 32 | 2.054 |
| Umbuchungen | –68 | –231 | 182 | 0 | –117 |
| Abgänge | –203 | –3.225 | –8.827 | –140 | –12.395 |
| Zuschreibungen | 0 | 0 | 0 | –28 | –28 |
| Stand 29.02.2020 | 354.178 | 966.944 | 184.785 | 240 | 1.506.147 |
| Buchwert 29.02.2020 | 285.992 | 403.396 | 57.587 | 153.390 | 900.365 |
| Sachanlagen – geleast | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2019 – | |||||
| Erstanwendungszeitpunkt IFRS 16 | 23.625 | 8.991 | 951 | 0 | 33.567 |
| Währungsdifferenzen | 27 | –12 | 1 | 0 | 16 |
| Zugänge | 3.199 | 777 | 677 | 276 | 4.929 |
| Umbuchungen | 532 | 0 | 0 | 0 | 532 |
| Abgänge | –20 | –771 | –20 | 0 | –811 |
| Stand 29.02.2020 | 27.363 | 8.985 | 1.609 | 276 | 38.233 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2019 – | |||||
| Erstanwendungszeitpunkt IFRS 16 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsdifferenzen | 13 | –3 | 1 | 0 | 11 |
| Laufende Abschreibungen | 3.674 | 1.625 | 540 | 0 | 5.839 |
| Umbuchungen | 117 | 0 | 0 | 0 | 117 |
| Abgänge | –3 | –141 | –20 | 0 | –164 |
| Stand 29.02.2020 | 3.801 | 1.481 | 521 | 0 | 5.803 |
| Buchwert 29.02.2020 | 23.562 | 7.504 | 1.088 | 276 | 32.430 |
| Buchwert Sachanlagen 29.02.2020 | 309.554 | 410.900 | 58.675 | 153.666 | 932.795 |
| Grundstücke, | Andere Anlagen, |
||||
|---|---|---|---|---|---|
| grundstücks- | Technische | Betriebs- und | |||
| gleiche Rechte | Anlagen und | Geschäfts- | Anlagen | ||
| t¤ | und Bauten | Maschinen | ausstattung | in Bau | Summe |
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2018 | 594.232 | 1.270.184 | 212.674 | 46.738 | 2.123.828 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 1.604 | 6.014 | 45 | –16 | 7.647 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 4.729 | 6.685 | 3.593 | 111 | 15.118 |
| Zugänge | 16.250 | 47.830 | 15.032 | 101.544 | 180.656 |
| Umbuchungen | 7.568 | 9.058 | 6.161 | –23.522 | –735 |
| Abgänge | –5.670 | –24.903 | –5.290 | –209 | –36.072 |
| Zuschüsse | –1.809 | 0 | –2 | 0 | –1.811 |
| Stand 28.02.2019 | 616.904 | 1.314.868 | 232.213 | 124.646 | 2.288.631 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2018 | 323.408 | 865.570 | 165.610 | 359 | 1.354.947 |
| Währungsdifferenzen und | |||||
| Hochinflationsanpassungen | 698 | 4.258 | 161 | 0 | 5.117 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 1.373 | 3.217 | 1.929 | 0 | 6.519 |
| Laufende Abschreibungen | 17.035 | 61.525 | 13.941 | 0 | 92.501 |
| Wertminderungen | 66 | 607 | 46 | 0 | 719 |
| Umbuchungen | –96 | –2.114 | 2.107 | 45 | –58 |
| Abgänge | –5.637 | –24.436 | –5.240 | –22 | –35.335 |
| Stand 28.02.2019 | 336.847 | 908.627 | 178.554 | 382 | 1.424.410 |
| Buchwert 28.02.2019 | 280.057 | 406.241 | 53.659 | 124.264 | 864.221 |
█ Die Zugänge von Sachanlagen je Segment stellten sich wie folgt dar:
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 55.601 | 55.145 |
| Segment Stärke | 73.045 | 96.587 |
| Segment Zucker | 18.993 | 28.924 |
| Konzern | 147.639 | 180.656 |
█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben. Weiters sind in dieser Position die Effekte aus der Anwendung von IAS 29 (Hochinflation) enthalten.
█ AGRANA setzt Leasing im Wesentlichen für langfristige Grund- und Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion ein.
█ Zum 29. Februar 2020 betrug der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz für den Ansatz von Leasingverpflichtungen 3,8%.
█ Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert im sonstigen betrieblichen Aufwand sowie Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten im Finanzergebnis stellten sich im Geschäftsjahr 2019|20 wie folgt dar:
| t¤ | 2019 20 |
|---|---|
| Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 2.158 |
| Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert | 189 |
| Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | 1.029 |
| Nach der | ||||
|---|---|---|---|---|
| Equity-Methode | Wertpapiere | |||
| bilanzierte | (langfristige | |||
| Gemeinschafts- | Vermögens | |||
| t¤ | unternehmen | werte) | Beteiligungen | Summe |
| Geschäftsjahr 2019 20 | ||||
| Stand 01.03.2019 | 69.926 | 18.843 | 19 | 88.788 |
| Währungsdifferenzen | –4.213 | 4 | 0 | –4.209 |
| Zugänge/Kapitalerhöhung bei | ||||
| Gemeinschaftsunternehmen | 8.018 | 0 | 906 | 8.924 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 16.727 | 0 | 0 | 16.727 |
| Abgänge/Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen | –14.000 | 0 | –6 | –14.006 |
| Sonstiges Ergebnis | 461 | 752 | 0 | 1.213 |
| Stand 29.02.2020 | 76.919 | 19.599 | 919 | 97.437 |
| Geschäftsjahr 2018 19 | ||||
| Stand 01.03.2018 | 73.228 | 18.703 | 894 | 92.825 |
| Währungsdifferenzen | –429 | 67 | 0 | –362 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | 243 | –606 | –363 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 12.222 | 0 | 0 | 12.222 |
| Umbuchungen | 0 | 269 | –269 | 0 |
| Abgänge/Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen | –15.000 | –1.330 | 0 | –16.330 |
| Sonstiges Ergebnis | –95 | 891 | 0 | 796 |
| Stand 28.02.2019 | 69.926 | 18.843 | 19 | 88.788 |
| 10.4. Forderungen und sonstige Vermögenswerte | ||||
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 319.457 | 321.694 | ||
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | ||||
| und Gemeinschaftsunternehmen | 16.721 | 19.149 | ||
| Positiver Marktwert Derivate | 2.134 | 2.125 | ||
| Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe | 2.063 | 222 | ||
| Forderungen aus Zuschüssen | 602 | 617 | ||
| Forderungen gegenüber sonstigen Beteiligungen | 43 | 0 | ||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 20.955 | 16.839 | ||
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 361.975 | 360.646 |
Note (19)
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 50.282 71.012 Rechnungsabgrenzungsposten 6.479 5.358 Geleistete Anzahlungen 2.465 2.558 Summe 421.201 439.574 davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 12.410 10.090
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.
Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 2.769 | 2.447 |
| Finanzanlagen (v. a."Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) | 2.342 | 1.700 |
| Vorräte | 4.325 | 3.594 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 694 | 1.275 |
| Verlustvorträge | 4.559 | 1.579 |
| Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder | 6.758 | 7.474 |
| Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden | 15.445 | 10.060 |
| Summe aktive latente Steuern | 36.892 | 28.129 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen | ||
| gegenüber derselben Steuerbehörde | –22.717 | –15.820 |
| Saldierte aktive Steuerabgrenzung | 14.175 | 12.309 |
Die passiven latenten Steuern sind unter Note (26) erläutert.
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 212.629 | 204.605 |
| Fertige und unfertige Erzeugnisse | 485.135 | 397.643 |
| Waren | 12.736 | 16.885 |
| Summe | 710.500 | 619.133 |
Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 8.472 t€ (Vorjahr: 23.320 t€) vorgenommen, welche im Wesentlichen aus dem Segment Zucker mit 3.906 t€ (Vorjahr: 21.969 t€) resultierten. Die Wertminderungen waren auf gesunkene Nettoveräußerungswerte für Zucker zum Bilanzstichtag zurückzuführen.
█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 113.531.275 € (Vorjahr: 113.531.275 €) und ist in 62.488.976 Stück (Vorjahr: 62.488.976 Stück) auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.
█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 74ff dargestellt.
█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen betragen am Bilanzstichtag 540.759.999 € (Vorjahr: 540.759.999 €).
█ Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für Eigenkapitalinstrumente, die Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges), die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Rücklagen für Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung, Hochinflationsanpassungen sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.
█ Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von –113 t€ resultierten aus dem Kauf von Anteilen von Minderheitsaktionären der vollkonsolidierten Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest|Ungarn sowie aus dem Verkauf von AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd., Sigatoka|Fidschi.
Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 1.387.132 | 1.409.928 |
| Bilanzsumme | 2.549.444 | 2.389.407 |
| Eigenkapitalquote | 54,4% | 59,0% |
| Nettofinanzschulden | 464.012 | 322.202 |
| Gearing | 33,5% | 22,9% |
Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v.a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.
Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.
Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für | ||
| Pensionen | 31.024 | 29.533 |
| Abfertigungen | 42.377 | 41.644 |
| Übrige | 50.545 | 54.726 |
| Summe | 123.946 | 125.903 |
Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.
Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematischen Parameter zugrunde gelegt:
| % | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Lohn-/Gehaltstrend | ||
| Inland/Europa | 3,27 | 3,5 |
| Mexiko/USA/Südkorea | 6,0/–/4,0 | 6,0/3,0/5,0 |
| Rententrend | ||
| Inland | 2,0 | 2,0 |
| Mexiko | 6,0 | 6,0 |
| Zinssatz | ||
| Inland/Europa/USA | 0,80 | 1,55 |
| Mexiko/Südkorea | 7,25/2,2 | 10,25/2,6 |
Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 0,80% (Vorjahr: 1,55%) zugrunde gelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht.
Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen wie die Mitarbeiterfluktuation in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln "AVÖ 2018-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.
Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.
Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Pensionspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 47.574 | 43.977 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –16.550 | –14.444 |
| Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) | 31.024 | 29.533 |
| Abfertigungspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 44.160 | 43.329 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –1.783 | –1.685 |
| Rückstellung für Abfertigungen (Nettoschuld) | 42.377 | 41.644 |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:
In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 27.560 t€ (Vorjahr: 24.138 t€) steht ein Planvermögen von 16.069 t€ (Vorjahr: 13.983 t€) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen dieses Anhangs verwiesen.
Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 15.449 t€ (Vorjahr: 15.819 t€), Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. in Höhe von 734 t€ (Vorjahr: 715 t€), AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 2.170 t€ (Vorjahr: 2.170 t€) und AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 221 t€ (Vorjahr: 209 t€). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 147 t€ (Vorjahr: 152 t€) gegenüber.
Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpflichtung von 546 t€ (Vorjahr: 495 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 254 t€ (Vorjahr: 231 t€) gegenüber.
In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestandes einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 894 t€ (Vorjahr: 431 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 80 t€ (Vorjahr: 78 t€) gegenüber.
Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:
| Barwert | Marktwert | Rückstellung | |
|---|---|---|---|
| der Ver- | Plan- | für | |
| t¤ | pflichtung | vermögen | Pensionen |
| Geschäftsjahr 2019 20 | |||
| Stand 01.03.2019 | 43.977 | –14.444 | 29.533 |
| Dienstzeitaufwand | 535 | 0 | 535 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 699 | –238 | 461 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 69 | 69 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Pensionsaufwand netto) | 1.234 | –169 | 1.065 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | –972 | –972 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | 3.990 | 0 | 3.990 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 1.000 | 0 | 1.000 |
| Währungsdifferenzen | 6 | –1 | 5 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 4.996 | –973 | 4.023 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.633 | 355 | –2.278 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –1.319 | –1.319 |
| Sonstige Veränderungen | –2.633 | –964 | –3.597 |
| Stand 29.02.2020 | 47.574 | –16.550 | 31.024 |
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||
| Stand 01.03.2018 | 42.852 | –15.452 | 27.400 |
| Dienstzeitaufwand | 535 | 0 | 535 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 753 | –264 | 489 |
| Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen | –320 | 114 | –206 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 20 | 20 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Pensionsaufwand netto) | 968 | –130 | 838 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 932 | 932 |
| der Änderung demografischer Annahmen | 1.964 | 0 | 1.964 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | 1.082 | 0 | 1.082 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | –533 | 0 | –533 |
| Währungsdifferenzen | 38 | –4 | 34 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 2.551 | 928 | 3.479 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifizierungen | 693 | 0 | 693 |
| Abgeltungszahlungen | –279 | 261 | –18 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.808 | 347 | –2.461 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –398 | –398 |
| Sonstige Veränderungen | –2.394 | 210 | –2.184 |
| Stand 28.02.2019 | 43.977 | –14.444 | 29.533 |
Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:
Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugsund dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 41.197 t€ (Vorjahr: 40.590 t€).
In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 238 t€ (Vorjahr: 184 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert. In Rumänien bestehen Abfertigungsverpflichtungen im Falle des Pensionsantrittes in Höhe von drei Monatsbezügen. Der Rückstellungswert beläuft sich auf 223 t€ (Vorjahr: 193 t€).
In Mexiko bestehen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens fünfzehnjähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Planvermögen in Höhe von 3 t€ (Vorjahr: 3 t€) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 223 t€ (Vorjahr: 124 t€).
Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 2.279 t€ (Vorjahr: 2.238 t€) bei einem Planvermögen von 1.780 t€ (Vorjahr: 1.682 t€) aus.
Die Rückstellung für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt:
| Barwert | Marktwert | Rückstellung | |
|---|---|---|---|
| der Ver- | Plan- | für Ab | |
| t¤ | pflichtung | vermögen | fertigungen |
| Geschäftsjahr 2019 20 | |||
| Stand 01.03.2019 | 43.329 | –1.685 | 41.644 |
| Dienstzeitaufwand | 1.888 | 0 | 1.888 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 663 | –43 | 620 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 4 | 4 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Abfertigungsaufwand netto) | 2.551 | –39 | 2.512 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 24 | 24 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | 2.029 | 0 | 2.029 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 93 | 0 | 93 |
| Währungsdifferenzen | –62 | 57 | –5 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 2.060 | 81 | 2.141 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.780 | 154 | –3.626 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –294 | –294 |
| Sonstige Veränderungen | –3.780 | –140 | –3.920 |
| Stand 29.02.2020 | 44.160 | –1.783 | 42.377 |
| Barwert | Marktwert | Rückstellung | |
|---|---|---|---|
| t¤ | der Ver- pflichtung |
Plan- vermögen |
für Ab fertigungen |
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||
| Stand 01.03.2018 | 42.758 | –1.454 | 41.304 |
| Dienstzeitaufwand | 1.844 | 0 | 1.844 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 715 | –48 | 667 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 3 | 3 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag | |||
| (Abfertigungsaufwand netto) | 2.559 | –45 | 2.514 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus | |||
| tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 27 | 27 |
| der Änderung demografischer Annahmen | –158 | 0 | –158 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | 1.179 | 0 | 1.179 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 19 | 0 | 19 |
| Währungsdifferenzen | 166 | –45 | 121 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust | |||
| ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 1.206 | –18 | 1.188 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifizierungen | 340 | 0 | 340 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.534 | 140 | –3.394 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –308 | –308 |
| Sonstige Veränderungen | –3.194 | –168 | –3.362 |
| Stand 28.02.2019 | 43.329 | –1.685 | 41.644 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf –6.177 t€ (Vorjahr: Verluste –4.039 t€). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Berichtigungen, Veränderungen der Steigerungsannahmen für Pensionsbemessungsgrundlage und künftige Gehälter, Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters und Fluktuationsannahmen. Bis zum 29. Februar 2020 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –49.353 t€ (Vorjahr: –43.176 t€) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.
Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien.
Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:
| % | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Festverzinsliche Wertpapiere | 55,72 | 51,45 |
| Eigenkapitaltitel | 23,96 | 23,65 |
| Immobilien | 4,08 | 4,77 |
| Sonstige | 16,24 | 20,13 |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Inflationsraten.
Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein weiterer Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.
Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.
Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 29. Februar 2020 10,81 Jahre (Vorjahr: 12,65 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 9,09 Jahre (Vorjahr: 8,87 Jahre).
Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 855 t€ (Vorjahr: 2.004 t€) betragen.
In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:
| t€ | Pension | Abfertigung |
|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2020 21 | 2.578 | 4.481 |
| Geschäftsjahr 2021 22 | 2.834 | 3.638 |
| Geschäftsjahr 2022 23 | 2.676 | 3.830 |
| Geschäftsjahr 2023 24 | 2.629 | 2.942 |
| Geschäftsjahr 2024 25 | 2.604 | 2.262 |
| Geschäftsjahre 2025 26 bis 2029 30 | 11.319 | 14.530 |
| Summe | 24.640 | 31.683 |
| aufwendungen inklusive Jubiläums- |
Ungewisse Verbindlich |
|||
|---|---|---|---|---|
| t¤ | Rekultivierung | geld | keiten | Summe |
| Geschäftsjahr 2019 20 | ||||
| Stand 01.03.2019 (veröffentlicht) | 8.238 | 18.443 | 28.045 | 54.726 |
| Anpassungen aus der Erstanwendung von IFRS 16 | 5.380 | 0 | 0 | 5.380 |
| Stand 01.03.2019 (angepasst) | 13.618 | 18.443 | 28.045 | 60.106 |
| Währungsdifferenzen | 25 | –119 | –9 | –103 |
| Verbrauch | –1.295 | –3.171 | –10.819 | –15.285 |
| Auflösungen | –1.162 | –2.894 | –5.890 | –9.946 |
| Umbuchungen | 558 | 0 | –558 | 0 |
| Zuführungen | 819 | 6.728 | 8.226 | 15.773 |
| Stand 29.02.2020 | 12.563 | 18.987 | 18.995 | 50.545 |
| davon innerhalb von 1 Jahr | 20 | 1.901 | 18.868 | 20.789 |
Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten beispielsweise Rückstellungen für Drohverluste mit 3.800 t€ (Vorjahr: 9.775 t€), Prozessrisiken mit 7.976 t€ (Vorjahr: 9.032 t€) und Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung 1.400 t€ (Vorjahr: 1.600 t€).
Einen großen Teil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 29.756 t€ (Vorjahr: 23.505 t€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 13.721 t€ (Vorjahr: 12.598 t€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam. Für Rückstellungen für Altersteilzeit von 714 t€ (Vorjahr: 920 t€) wird innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre mit einem Mittelabfluss gerechnet. Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 12.543 t€ (Vorjahr: 7.455 t€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.
| t€ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | ||
| und Darlehen gegenüber Dritten | 550.202 | 338.482 |
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||
| verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe | 0 | 85.000 |
| Leasingverbindlichkeiten | 26.824 | 145 |
| Finanzverbindlichkeiten | 577.026 | 423.627 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 450.212 | 278.988 |
Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 11.1 bis 11.4.
Die zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeit:
| t€ | 29.02.2020 |
|---|---|
| Leasingverbindlichkeiten langfristig | 21.872 |
| Leasingverbindlichkeiten kurzfristig | 4.952 |
Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Pfandrechten besichert. Die Pfandrechte betreffen die Besicherung eines Exportförderungskredites mit Exportforderungen in Österreich und Darlehen in Algerien mit Betriebsvermögen (z.B. Maschinen). Die zugrunde liegenden Buchwerte belaufen sich auf 9.813 t€ (Vorjahr: 8.904 t€).
| und sonstige Verbindlichkeiten | ||
|---|---|---|
| t€ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 311.771 | 292.914 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | ||
| der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen | 31.086 | 16.564 |
| Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen | 12.192 | 16.845 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 3.197 | 4.588 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 67.312 | 65.033 |
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 425.558 | 395.944 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 3.622 | 3.286 |
| Erhaltene Vorauszahlungen | 575 | 705 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 11.817 | 8.350 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 8.170 | 8.162 |
| Summe | 449.742 | 416.447 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 6.418 | 12.820 |
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 38.113 t€ (Vorjahr: 23.747 t€) ausgewiesen.
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u.a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.
Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:
| t€ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Passive latente Steuern | ||
| Anlagevermögen | 20.510 | 15.756 |
| Vorräte | 575 | 373 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 2.828 | 2.731 |
| Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen | 1.939 | 2.015 |
| Rückstellungen und sonstige Schulden | 2.369 | 1.501 |
| Summe passive latente Steuern | 28.221 | 22.376 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen | ||
| gegenüber derselben Steuerbehörde | –22.717 | –15.820 |
| Saldierte passive Steuerabgrenzung | 5.504 | 6.556 |
Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.
Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.
Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.
In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.
| Durch | ||||
|---|---|---|---|---|
| schnittlicher | Stand | |||
| Effektiv- | Bilanz- | Bis | 1 bis | Über |
| zinssatz | stichtag | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre |
| % | t€ | t€ | t€ | t€ |
| 5,00 | 7.350 | 1.598 | 5.752 | 0 |
| 6,50 | 2.013 | 1.086 | 927 | 0 |
| 1,28 | 315.922 | 5.361 | 164.455 | 146.106 |
| 1,40 | 325.285 | 8.045 | 171.134 | 146.106 |
| 4,79 | 8.671 | 8.671 | 0 | 0 |
| 15,00 | 441 | 441 | 0 | 0 |
| 0,75 | 210.473 | 99.373 | 76.000 | 35.100 |
| 6,00 | 3.643 | 3.643 | 0 | 0 |
| 2,86 | 1.585 | 1.585 | 0 | 0 |
| 2,25 | 104 | 104 | 0 | 0 |
| 1,03 | 224.917 | 113.817 | 76.000 | 35.100 |
| 1,25 | 550.202 | 121.862 | 247.134 | 181.206 |
| davon Restlaufzeit |
| Durch | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| schnittlicher | Stand | davon Restlaufzeit | ||||
| Effektiv- | Bilanz- | Bis | 1 bis | Über | ||
| zinssatz | stichtag | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | ||
| % | t€ | t€ | t€ | t€ | ||
| 28.02.2019 | ||||||
| Fixer Zinssatz | ||||||
| CNY | 5,00 | 7.425 | 594 | 6.831 | 0 | |
| DZD | 5,69 | 2.150 | 1.291 | 859 | 0 | |
| EUR | 1,53 | 267.022 | 45.805 | 164.051 | 57.166 | |
| 1,66 | 276.597 | 47.690 | 171.741 | 57.166 | ||
| Variabler Zinssatz | ||||||
| ARS | 75,00 | 28 | 22 | 6 | 0 | |
| EGP | 12,00 | 432 | 432 | 0 | 0 | |
| EUR | 0,68 | 138.558 | 88.558 | 50.000 | 0 | |
| HUF | 2,00 | 5.925 | 5.925 | 0 | 0 | |
| KRW | 3,32 | 1.204 | 1.204 | 0 | 0 | |
| TRY | 22,85 | 297 | 297 | 0 | 0 | |
| USD | 2,25 | 441 | 441 | 0 | 0 | |
| 0,86 | 146.885 | 96.879 | 50.006 | 0 | ||
| Summe | 1,38 | 423.482 | 144.569 | 221.747 | 57.166 |
Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe in Höhe von 550.202 t€ (Vorjahr: 423.482 t€).
Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz beträgt 1,25% (Vorjahr: 1,38%) bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 4,0 Jahren (Vorjahr: 3,5 Jahren).
Die Refinanzierung der AGRANA-Gruppe setzt sich im Wesentlichen aus zwei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 450.000 t€ (Vorjahr: 450.000 t€), einem Schuldscheindarlehen über 207.000 t€ (Vorjahr: 42.500 t€) sowie einer Finanzierung der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, über aktuell 0 t€ (Vorjahr: 85.000 t€) zusammen. Die übrigen Refinanzierungen betreffen bilaterale Kreditlinien.
Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 325.285 t€ (Vorjahr: 276.597 t€). Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 9.813 t€ (Vorjahr: 8.904 t€) durch sonstige Pfandrechte gesichert, siehe Note (24).
Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einen Anstieg um 10.833 t€ auf 93.415 t€.
Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:
Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.
Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:
| Positive | Negative | Netto | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Kauf | Verkauf | Nominale | Marktwerte | Marktwerte | marktwerte |
| t€ | t€ | t€ | t€ | ||
| 29.02.2020 | |||||
| AUD | EUR | 4.426 | 0 | –137 | –137 |
| CZK | EUR | 1.067 | 6 | –1 | 5 |
| EUR | AUD | 3.373 | 106 | 0 | 106 |
| EUR | CZK | 25.824 | 66 | –127 | –61 |
| EUR | GBP | 396 | 2 | 0 | 2 |
| EUR | HUF | 17.412 | 133 | –4 | 129 |
| EUR | INR | 1.740 | 0 | –24 | –24 |
| EUR | MXN | 12.262 | 31 | –143 | –112 |
| EUR | PLN | 10.669 | 109 | 0 | 109 |
| EUR | RON | 95.153 | 13 | –306 | –293 |
| EUR | RUB | 2.349 | 23 | –71 | –48 |
| EUR | USD | 68.276 | 10 | –1.041 | –1.031 |
| EUR | ZAR | 2.676 | 86 | 0 | 86 |
| GBP | EUR | 9 | 0 | 0 | 0 |
| HUF | EUR | 3.275 | 0 | –7 | –7 |
| INR | EUR | 50 | 0 | 0 | 0 |
| PLN | EUR | 29.217 | 22 | –117 | –95 |
| RON | EUR | 44.347 | 131 | –11 | 120 |
| USD | AUD | 922 | 61 | 0 | 61 |
| USD | EUR | 47.443 | 923 | –142 | 781 |
| USD | RUB | 114 | 3 | 0 | 3 |
| Zwischensumme | |||||
| Devisentermingeschäfte | 371.000 | 1.725 | –2.131 | –406 | |
| Zinsswap | 50.000 | 0 | –1.059 | –1.059 | |
| Zinscap | 50.000 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuckerfutures | 57.204 | 71 | –7 | 64 | |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 408.400 | 177 | 0 | 177 | |
| Ethanol-Termingeschäfte | 9.600 | 161 | 0 | 161 | |
| Summe | 946.204 | 2.134 | –3.197 | –1.063 |
| Positive | Negative | Netto | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Kauf | Verkauf | Nominale | Marktwerte | Marktwerte | marktwerte |
| t€ | t€ | t€ | t€ | ||
| 28.02.2019 | |||||
| AUD | EUR | 5.213 | 8 | –27 | –19 |
| CZK | EUR | 25.026 | 203 | 0 | 203 |
| EUR | AUD | 5.441 | 46 | –5 | 41 |
| EUR | CZK | 25.841 | 0 | –249 | –249 |
| EUR | HUF | 11.776 | 0 | –245 | –245 |
| EUR | INR | 1.696 | 2 | –3 | –1 |
| EUR | MXN | 6.030 | 4 | –451 | –447 |
| EUR | PLN | 19.553 | 25 | –34 | –9 |
| EUR | RON | 66.923 | 505 | –2 | 503 |
| EUR | RUB | 1.494 | 1 | –37 | –36 |
| EUR | USD | 117.725 | 52 | –1.470 | –1.418 |
| EUR | ZAR | 2.868 | 0 | –27 | –27 |
| MXN | EUR | 615 | 55 | 0 | 55 |
| PLN | EUR | 53.834 | 93 | –18 | 75 |
| RON | EUR | 32.765 | 9 | –243 | –234 |
| USD | AUD | 2.494 | 69 | 0 | 69 |
| USD | EUR | 89.577 | 581 | –266 | 315 |
| Zwischensumme | |||||
| Devisentermingeschäfte | 468.871 | 1.653 | –3.077 | –1.424 | |
| Zinsswaps | 108.000 | 0 | –1.419 | –1.419 | |
| Zinscap | 50.000 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuckerfutures | 20.286 | 218 | –92 | 126 | |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 38.730 | 254 | 0 | 254 | |
| Summe | 685.887 | 2.125 | –4.588 | –2.463 |
Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren ab.
Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.
Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.
Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden und in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms in den Umsatzerlösen (Verkaufstransaktionen) bzw. Materialaufwand (Einkaufstransaktionen) sowie im Finanzergebnis (Zinsswaps) erfolgswirksam zu erfassen.
Die Buchwerte, die den Marktwerten entsprechen, der im Rahmen einer solchen Sicherungsbeziehung bilanzierten Derivate werden in der folgenden Tabelle angegeben:
| 29.02.2020 | 28.02.2019 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Marktwert | Marktwert | |||||
| t€ | Positiv | Negativ | Positiv | Negativ | ||
| Devisentermingeschäfte | 0 | –25 | 19 | –76 | ||
| Zinsswaps | 0 | –1.059 | 0 | –555 | ||
| Zuckerfutures | 71 | –7 | 218 | –92 | ||
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 153 | 0 | 106 | 0 | ||
| Ethanol-Termingeschäfte | 161 | 0 | 0 | 0 | ||
| Summe | 385 | –1.091 | 343 | –723 |
Die Sicherungsbeziehungen betreffen die Absicherung des Preisrisikos beim Rohzuckereinkauf, Zuckerverkauf, Weizenund Maiseinkauf, Verkauf von Mais betreffend Wachsmais-Derivate sowie Verkauf von Ethanol. Im Rahmen der Risikomanagementstrategie sollen Absicherungen durch den Abschluss von Futures derart erfolgen, dass ein bestimmter Prozentsatz der geplanten Mengen abgesichert wird. Ziel der Risikomanagementstrategie ist es, den Preis von zukünftigen Ein- bzw. Verkäufen durch den Abschluss von entsprechenden Future-Kontrakten frühzeitig zu fixieren. Im Zuge von Absicherungen des Preisrisikos werden Transaktionen in US-Dollar gegen Veränderungen der Wechselkurse mittels Devisentermingeschäften abgesichert.
Zur Absicherung des Zinsrisikos bestehen Zinsswaps, die in einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft stehen. Als Grundgeschäft gelten die künftigen Zahlungsströme von Finanzverbindlichkeiten, die variabel zum 3-Monats-EURIBOR verzinst werden. Die Absicherung der variablen künftigen Zinszahlungen aus der Finanzverbindlichkeit führt zur Reduktion volatiler Bewertungsbestandteile in der Gewinn- und Verlustrechnung und steigert die Planungs- und Prognosequalität. Risikomanagementziel ist daher die Absicherung gegen das Risiko von Schwankungen von variablen Zahlungsströmen.
Für das Geschäftsjahr 2019|20 wurden –824 t€ (Vorjahr: –430 t€) vor Steuern und 205 t€ (Vorjahr: 99 t€) Steuern für Wertänderungen von Derivaten mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft im sonstigen Ergebnis erfasst. Es waren sowohl im abgelaufenen Geschäftsjahr als auch im Vorjahr keine Ineffektivitäten zu erfassen. Derivatergebnisse bereits realisierter Grundgeschäfte von 117 t€ wurden von der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Marktwerte der Derivate verblieben in der Bilanz bis zu deren Realisierung. Im Vorjahr verblieben bereits realisierte Derivatergebnisse von 50 t€ zum Bilanzstichtag in der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) bis das Grundgeschäft realisiert wurde.
In der folgenden Tabelle sind die Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft mit dem Nominalvolumen und den durchschnittlichen Preisen und Zinssätzen gemäß ihrer Fälligkeit dargestellt.
| 29.02.2020 | 28.02.2019 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit | Fälligkeit | ||||||
| Bis | 1 bis | Über | Bis | 1 bis | Über | ||
| 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | 1 Jahr | 5 Jahre | 5 Jahre | ||
| Devisentermingeschäfte | |||||||
| Nominalbetrag | t€ | 2.500 | – | – | 6.216 | – | – |
| Durchschnittlich | |||||||
| abgesicherter Preis | € | 1,115 | – | – | 1,157 | – | – |
| Zinsswap | |||||||
| Nominalbetrag | t€ | 50.000 | 50.000 | – | 50.000 | 50.000 | – |
| Durchschnittlicher | |||||||
| Zinssatz | % | 0,245 | 0,245 | – | 0,245 | 0,245 | – |
| Zuckerfutures | |||||||
| Volumen | Tonnen | 4.471 | – | – | 61.827 | – | – |
| Durchschnittlich | |||||||
| abgesicherter Preis | € je Tonne | 14,828 | – | – | 10,920 | – | – |
| Weizen- und | |||||||
| Maistermingeschäfte | |||||||
| Volumen | Tonnen | 63.100 | – | – | 78.800 | – | – |
| Durchschnittlich | |||||||
| abgesicherter Preis | € je Tonne | 178,740 | – | – | 180,802 | – | – |
| Ethanol-Termingeschäfte | |||||||
| Volumen | Tonnen | 9.600 | – | – | – | – | – |
| Durchschnittlich | |||||||
| abgesicherter Preis | € je Tonne | 628,886 | – | – | – | – | – |
Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, die in keiner Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen als auch Materialaufwendungen.
Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buch- | 0 bis | 4 bis | 7 bis | 1 bis | 2 bis | 3 bis | 4 bis | Über | ||
| t€ | wert | Summe | 3 M | 6 M | 12 M | 2 J | 3 J | 4 J | 5 J | 5 J |
| 29.02.2020 | ||||||||||
| Devisentermingeschäfte | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 1.725 | 1.725 | 1.113 | 508 | 104 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –2.131 | –2.131 | –1.899 | –143 | –89 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –1.059 | –895 | –80 | –80 | –159 | –319 | –257 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 409 | 409 | 291 | 85 | 33 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –7 | –7 | –7 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | –1.063 | –899 | –582 | 370 | –111 | –319 | –257 | 0 | 0 | 0 |
| 28.02.2019 | ||||||||||
| Devisentermingeschäfte | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 1.653 | 1.653 | 1.371 | 120 | 162 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –3.077 | –3.077 | –2.230 | –360 | –487 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –1.419 | –1.956 | –402 | –402 | –362 | –283 | –283 | –224 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | ||||||||||
| Positive Marktwerte | 472 | 472 | 230 | 187 | 55 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –92 | –92 | –92 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | –2.463 | –3.000 | –1.123 | –455 | –632 | –283 | –283 | –224 | 0 | 0 |
Der Marktwert der am 29. Februar 2020 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen halben Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10%, und einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10% wie folgt entwickeln (Sensitivität):
| Nominale | Sensitivität (+) | Sensitivität (–) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 | 29.02.2020 | 28.02.2019 | 29.02.2020 | 28.02.2019 | ||
| Devisentermingeschäfte | 371.000 | 468.871 | 10.054 | 4.243 | –12.289 | –5.186 | ||
| Zinsderivate | 100.000 | 158.000 | 707 | 1.112 | –707 | –4.045 | ||
| Rohstoffderivate | 475.204 | 59.016 | 28 | 2.521 | –1.125 | –3.295 |
Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um 608 t€ (Vorjahr: 3.146 t€) bzw. um –1.419 t€ (Vorjahr: –5.770 t€) verändert und das Ergebnis vor Ertragsteuern um 9.979 t€ (Vorjahr: 3.681 t€) bzw. um –12.229 t€ (Vorjahr: –4.833 t€) verändert.
Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.
Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt.
Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:
Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der Europäischen Zentralbank (im Folgenden kurz: EZB) bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten EURIBOR- und (L)IBOR-Zinssätze.
Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen Swap-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen.
Bei der Bemessung der beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe in Level 2 werden die in den bestehenden Finanzierungsverträgen vereinbarten Konditionen, wie Restlaufzeit und Zinssatz, mit den am Bilanzstichtag verfügbaren aktuellen Marktkonditionen für neue Finanzierungen bei gleicher Restlaufzeit verglichen. Die Zinsdifferenz aus dem Vergleich führt zu dem Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert.
Die nachfolgende Tabelle enthält keine Angaben zu den beizulegenden Zeitwerten von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Dies trifft insbesondere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aufgrund der kurzen Laufzeit zu.
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| t€ | beizulegenden Zeitwert und Verlustrechnung Erfolgswirksam zum über die Gewinn |
beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis Erfolgsneutral zum (ohne Recycling) |
(Sicherungsinstrumente) beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis Erfolgsneutral zum |
Anschaffungskosten Zu fortgeführten bewertet |
Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe |
| 29.02.2020 | |||||||||
| Zum beizulegenden | |||||||||
| Zeitwert bewertete | |||||||||
| finanzielle Vermögenswerte | |||||||||
| Wertpapiere | |||||||||
| (langfristig gehalten) Beteiligungen |
13.340 | 6.259 | – | – | 19.599 | 12.449 | – | 7.150 | 19.599 |
| (langfristig gehalten) | – | 919 | – | – | 919 | – | – | 919 | 919 |
| Derivative finanzielle | |||||||||
| Vermögenswerte | 1.749 | – | 385 | – | 2.134 | 409 | 1.725 | – | 2.134 |
| 15.089 | 7.178 | 385 | – | 22.652 | |||||
| Nicht zum beizulegenden | |||||||||
| Zeitwert bewertete | |||||||||
| finanzielle Vermögenswerte | |||||||||
| Forderungen aus | |||||||||
| Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 319.457 | 319.457 | ||||
| Sonstige finanzielle | |||||||||
| Forderungen1 Zahlungsmittel und |
– | – | – | 40.384 | 40.384 | ||||
| Zahlungsmitteläquivalente | – | – | – | 93.415 | 93.415 | ||||
| – | – | – | 453.256 | 453.256 | |||||
| Zum beizulegenden Zeitwert | |||||||||
| bewertete finanzielle Schulden | |||||||||
| Verbindlichkeiten aus | |||||||||
| derivativen Finanzinstrumenten | 2.106 | – | 1.091 | – | 3.197 | 7 | 3.190 | – | 3.197 |
| 2.106 | – | 1.091 | – | 3.197 | |||||
| Nicht zum beizulegenden | |||||||||
| Zeitwert bewertete | |||||||||
| finanzielle Schulden | |||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | |||||||||
| Kreditinstituten und | |||||||||
| Darlehen gegenüber Dritten | – | – | – | 550.202 | 550.202 | – | 552.790 | – | 552.790 |
| Leasingverbindlichkeiten2 | – | – | – | 26.824 | 26.824 | ||||
| Verbindlichkeiten aus | |||||||||
| Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 311.771 | 311.771 | ||||
| Sonstige finanzielle | |||||||||
| Verbindlichkeiten3 | – | – | – | 110.590 | 110.590 | ||||
| – | – | – | 999.387 | 999.387 |
2 Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt zum 1. März 2019 mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 gemäß IFRS 7.29d
1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
3 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| beizulegenden Zeitwert und Verlustrechnung Erfolgswirksam zum über die Gewinn |
beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis Erfolgsneutral zum (ohne Recycling) |
(Sicherungsinstrumente) beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis Erfolgsneutral zum |
Anschaffungskosten Zu fortgeführten bewertet |
||||||
| t€ | Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe | ||||
| 28.02.2019 | |||||||||
| Zum beizulegenden | |||||||||
| Zeitwert bewertete | |||||||||
| finanzielle Vermögenswerte | |||||||||
| Wertpapiere | |||||||||
| (langfristig gehalten) | 13.072 | 5.771 | 0 | 0 | 18.843 | 12.181 | – | 6.662 | 18.843 |
| Beteiligungen | |||||||||
| (langfristig gehalten) | 0 | 19 | 0 | 0 | 19 | – | – | 19 | 19 |
| Derivative finanzielle | |||||||||
| Vermögenswerte | 1.782 | 0 | 343 | 0 | 2.125 | 472 | 1.653 | – | 2.125 |
| 14.854 | 5.790 | 343 | 0 | 20.987 | |||||
| Nicht zum beizulegenden | |||||||||
| Zeitwert bewertete | |||||||||
| finanzielle Vermögenswerte | |||||||||
| Forderungen aus | |||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 0 | 0 | 0 | 321.694 | 321.694 | ||||
| Sonstige finanzielle | |||||||||
| Forderungen1 | 0 | 0 | 0 | 36.827 | 36.827 | ||||
| Zahlungsmittel und | |||||||||
| Zahlungsmitteläquivalente | 0 | 0 | 0 | 82.582 | 82.582 | ||||
| 0 | 0 | 0 | 441.103 | 441.103 | |||||
| Zum beizulegenden Zeitwert | |||||||||
| bewertete finanzielle Schulden | |||||||||
| Verbindlichkeiten aus | |||||||||
| derivativen Finanzinstrumenten | 3.865 | 0 | 723 | 0 | 4.588 | 92 | 4.496 | – | 4.588 |
| 3.865 | 0 | 723 | 0 | 4.588 | |||||
| Nicht zum beizulegenden | |||||||||
| Zeitwert bewertete | |||||||||
| finanzielle Schulden | |||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | |||||||||
| Kreditinstituten und | |||||||||
| Darlehen gegenüber Dritten | 0 | 0 | 0 | 338.482 | 338.482 | – | 341.127 | – | 341.127 |
| Verbindlichkeiten gegenüber | |||||||||
| verbundenen Unternehmen | |||||||||
| der Südzucker-Gruppe | 0 | 0 | 0 | 85.000 | 85.000 | – | 86.404 | – | 86.404 |
| Verbindlichkeiten | |||||||||
| aus Finanzierungsleasing | 0 | 0 | 0 | 145 | 145 | – | 184 | – | 184 |
| Verbindlichkeiten aus | |||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 0 | 0 | 0 | 292.914 | 292.914 | ||||
| Sonstige finanzielle | |||||||||
| Verbindlichkeiten2 | 0 | 0 | 0 | 98.441 | 98.441 | ||||
| 0 | 0 | 0 | 814.982 | 814.982 |
1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltenen Anzahlungen 130 auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.
Wertpapiere Level 1 der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" enthalten Investmentfondsanteile in Höhe von 12.449 t€ (Vorjahr: 12.181 t€) und werden zu aktuellen Börsenwerten gemäß Depotauszug bewertet. Wertpapiere Level 3 der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" stellen zum überwiegenden Teil Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 5.991 t€ (Vorjahr: 5.502 t€) dar, für die der Marktwert anhand eines Unternehmenswertgutachtens des Emittenten ermittelt wird. Für sonstige Wertpapiere des Level 3 der Kategorien "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung" (Wertrechte) in Höhe von 891 t€ (Vorjahr: 891 t€) entspricht deren Nominale dem beizulegenden Zeitwert. Bei "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" klassifizierten Aktien von nicht börsennotierten Gesellschaften in Höhe von 268 t€ (Vorjahr: 269 t€) und Beteiligungen (nicht konsolidierte Tochterunternehmen) in Höhe von 13 t€ (Vorjahr: 19 t€) wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist. Der beizulegende Zeitwert von sonstigen Beteiligungen in Höhe von 906 t€ (Vorjahr: 0 t€) wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows ermittelt.
Wertpapiere, Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, die als "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" klassifiziert wurden, werden aufgrund strategischer Überlegungen langfristig gehalten. Die folgende Tabelle zeigt deren beizulegende Zeitwerte und die Dividendenausschüttungen.
| Beizu- legender Zeitwert |
Dividende | Beizu- legender Zeitwert |
Dividende | |
|---|---|---|---|---|
| t€ | 29.02.2020 | 2019 20 | 28.02.2019 | 2018 19 |
| RAIFFEISEN-HOLDING | ||||
| NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH | 5.991 | 116 | 5.503 | 108 |
| Übrige | 1.187 | 17 | 287 | 24 |
| Summe | 7.178 | 133 | 5.790 | 132 |
Änderungen im beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren Level 3 wurden mit 489 t€ (Vorjahr: 1.051 t€) vor Steuern und –122 t€ (Vorjahr: –263 t€) Steuern erfolgsneutral in der Rücklage für Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2019|20 gab es in der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)" Level 3 Zugänge von zwei sonstigen Beteiligungen in Höhe von 906 t€ und einen Abgang eines nicht konsolidierten Tochterunternehmens in Höhe von 5 t€. Es gab keine weiteren Veränderungen von Level 3 Finanzinstrumenten.
Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw.-abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Diese entsprechen den Barwerten der zukünftigen Zinszahlungen auf Basis der unterlegten Zinsstrukturkurven. Bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.
Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.
Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:
| t€ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 263 | –157 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert – Derivate | 3.267 | –552 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Vermögenswerte | –3.006 | –90 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Verbindlickeiten | 3.776 | –1.129 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente in der Gewinn- und Verlustrechnung | 4.300 | –1.928 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) | 489 | 1.051 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert – Sicherungsinstrumente | –394 | –430 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente im sonstigen Ergebnis | 95 | 621 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente gesamt | 4.395 | –1.307 |
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2019 20 | 2018 19 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 1.137 | 1.612 |
| Gesamtzinsaufwendungen | –6.829 | –5.017 |
| Nettozinsergebnis | –5.692 | –3.405 |
Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Einkauf von Weltmarktzucker sowie von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion und auf der Verkaufsseite aus den auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.
AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.
AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.
Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.
Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert.
Folgende Grundsätze des Kreditrisikomanagements werden in der AGRANA-Gruppe verfolgt:
Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art und Umfang der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt.
Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs wird gemäß internen Richtlinien und IFRS 9 bei 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen, es sei denn, die operative Einheit verfügt über angemessene und belastbare Informationen, dass eine längere Überfälligkeit gerechtfertigt ist. Sollte jedoch ein Wertberichtigungsbedarf im Rahmen des Kreditrisikomonitorings festgestellt werden, so wird mit einer Einzelwertberichtigung vorgesorgt. Dies trifft auch auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu, welche weniger als 90 Tage überfällig sind.
Über die Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen hinaus wurden die Ausfälle der letzten fünf Jahre evaluiert. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden Loss Rates gemäß Überfälligkeiten festgelegt.
Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Loss Rates und die gebildeten Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:
| Wert | ||||
|---|---|---|---|---|
| Loss Rate | Brutto- | berichti- | Netto | |
| t¤ | % | buchwert | gung | buchwert |
| 29.02.2020 | ||||
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0234 | 293.458 | –68 | 293.390 |
| Überfällige Forderungen | ||||
| Bis 30 Tage | 0,2958 | 18.146 | –54 | 18.092 |
| 31 bis 90 Tage | 0,9841 | 5.694 | –56 | 5.638 |
| 91 Tage und älter | 2.337 | 0 | 2.337 | |
| Einzelwertberichtigungen | 7.205 | –7.205 | 0 | |
| Summe | 326.840 | –7.383 | 319.457 | |
| 28.02.2019 | ||||
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0414 | 295.705 | –123 | 295.582 |
| Überfällige Forderungen | ||||
| Bis 30 Tage | 0,3330 | 21.316 | –71 | 21.245 |
| 31 bis 90 Tage | 1,3030 | 3.527 | –46 | 3.481 |
| 91 Tage und älter | 1.386 | 0 | 1.386 | |
| Einzelwertberichtigungen | 7.101 | –7.101 | 0 | |
| Summe | 329.035 | –7.341 | 321.694 |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
| t€ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 01.03. | 7.341 | 7.243 |
| Anpassung aus der Erstanwendung von IFRS 9 | 0 | 197 |
| Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen | –24 | 13 |
| Zuführungen | 1.358 | 1.130 |
| Verbrauch | –476 | –670 |
| Auflösungen | –816 | –572 |
| Wertberichtigungen zum 29./28.02. | 7.383 | 7.341 |
Die Auflösung der Wertberichtigungen enthält Zinserträge von 12 t€ (Vorjahr: 9 t€).
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.
Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.
Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.
Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.
Zum Bilanzstichtag bestehen Kreditrahmen in Höhe von 1.003.201 t€ (Vorjahr: 897.161 t€). Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditrahmen zum Bilanzstichtag beträgt 3,0 Jahre (Vorjahr: 2,6 Jahre).
Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 29. Februar 2020 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buch- | 0 bis | 4 bis | 7 bis | 1 bis | 2 bis | 3 bis | 4 bis | Über | ||
| t€ | wert | Summe | 3 M | 6 M | 12 M | 2 J | 3 J | 4 J | 5 J | 5 J |
| 29.02.2020 | ||||||||||
| Nicht derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||||||||||
| Kreditinstituten und | ||||||||||
| Darlehen gegenüber Dritten | 550.202 | 575.876 | 109.095 | 12.039 | 6.140 | 13.780 | 120.655 | 10.131 | 119.263 | 184.773 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 311.771 | 311.771 | 283.883 | 24.278 | 3.610 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | ||||||||||
| und sonstige Verbindlichkeiten | ||||||||||
| gegenüber verbundenen | ||||||||||
| Unternehmen der | ||||||||||
| Südzucker-Gruppe und | ||||||||||
| Gemeinschaftsunternehmen | 31.086 | 31.086 | 29.405 | 1.103 | 578 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 26.824 | 38.583 | 1.500 | 1.557 | 2.807 | 4.783 | 4.178 | 3.268 | 1.310 | 19.180 |
| Sonstige finanzielle | ||||||||||
| Verbindlichkeiten | 79.504 | 79.504 | 60.059 | 6.682 | 6.346 | 6.256 | 85 | 14 | 14 | 48 |
| 999.387 1.036.820 | 483.942 | 45.659 | 19.481 | 24.819 | 124.918 | 13.413 | 120.587 | 204.001 |
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Buch- | 0 bis | 4 bis | 7 bis | 1 bis | 2 bis | 3 bis | 4 bis | Über | ||
| t€ | wert | Summe | 3 M | 6 M | 12 M | 2 J | 3 J | 4 J | 5 J | 5 J |
| Derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Zinsderivate | 1.059 | 895 | 80 | 80 | 159 | 319 | 257 | 0 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | 2.131 | 2.131 | 1.899 | 143 | 89 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 7 | 7 | 7 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3.197 | 3.033 | 1.986 | 223 | 248 | 319 | 257 | 0 | 0 | 0 | |
| 28.02.2019 | ||||||||||
| Nicht derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||||||||||
| Kreditinstituten und | ||||||||||
| Darlehen gegenüber Dritten | 338.482 | 349.078 | 105.804 | 14.228 | 27.481 | 9.393 | 10.497 | 16.598 | 106.562 | 58.515 |
| Finanzverbindlichkeiten | ||||||||||
| gegenüber verbundenen | ||||||||||
| Unternehmen der | ||||||||||
| Südzucker-Gruppe | 85.000 | 91.040 | 319 | 319 | 637 | 1.275 | 1.275 | 1.275 | 85.940 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | 292.914 | 292.914 | 275.990 | 14.086 | 2.838 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus | ||||||||||
| Lieferungen und Leistungen | ||||||||||
| und sonstige Verbindlichkeiten | ||||||||||
| gegenüber verbundenen | ||||||||||
| Unternehmen der | ||||||||||
| Südzucker-Gruppe und | ||||||||||
| Gemeinschaftsunternehmen | 16.564 | 16.564 | 15.908 | 0 | 656 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten | ||||||||||
| aus Finanzierungsleasing | 145 | 188 | 25 | 25 | 51 | 76 | 11 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige finanzielle | ||||||||||
| Verbindlichkeiten | 81.877 | 81.877 | 54.412 | 6.181 | 8.464 | 6.941 | 5.751 | 57 | 23 | 48 |
| 814.982 | 831.661 | 452.458 | 34.839 | 40.127 | 17.685 | 17.534 | 17.930 | 192.525 | 58.563 | |
| Derivative | ||||||||||
| finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Zinsderivate | 1.419 | 1.955 | 402 | 402 | 362 | 283 | 283 | 223 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | 3.077 | 3.077 | 2.230 | 360 | 487 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 92 | 92 | 92 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 4.588 | 5.124 | 2.724 | 762 | 849 | 283 | 283 | 223 | 0 | 0 |
Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.
Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen sowie aus zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows aus Ein- und Verkaufskontrakten betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95%. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen.
Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter Value at Risk angegeben:
| Value at Risk | ||
|---|---|---|
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
| Summe Nettopositionen (absolut) der Währungspaare | 140.281 | 118.435 |
| Value at Risk diversifiziert | 3.835 | 9.848 |
Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der Value at Risk-Berechnung. Die einzelnen Werte beinhalten sowohl den Finanzierungsbereich als auch den operativen Bereich. Die kombinierte Darstellung ermöglicht somit die wechselseitigen Beziehungen aus beiden Bereichen je Währungspaar zu quantifizieren ("Natural Hedge").
| Fremdwährungs positionen |
||
|---|---|---|
| t¤ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
| Währungspaar | ||
| EUR/ARS | 7 | 8.944 |
| EUR/AUD | 1.911 | 559 |
| EUR/CNY | 4.326 | 787 |
| EUR/CZK | 5.874 | 1.059 |
| EUR/HUF | 1.078 | 21.625 |
| EUR/INR | 2.548 | 66 |
| EUR/MAD | 3.698 | 3.724 |
| EUR/RON | 94.675 | 35.311 |
| EUR/RUB | 4.038 | 22.861 |
| EUR/UAH | 642 | 4.258 |
| EUR/USD | 1.886 | 900 |
| USD/AUD | 1.915 | 496 |
| USD/BRL | 2.444 | 1.179 |
| USD/CNY | 9.173 | 386 |
| USD/MXN | 80 | 3.573 |
| Übrige | 5.986 | 12.707 |
| Summe | 140.281 | 118.435 |
Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen. Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen.
Die Fremdwährungspositionen von gesamt 140.281 t€ (Vorjahr: 118.435 t€) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Rumänien, China, Tschechien, Russland und Marokko auf und entsprechen einem Value at Risk von 3.835 t€ (Vorjahr: 9.848 t€).
Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne zum Teil in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen Währungsrisiken durch Rohzuckereinkauf in US-Dollar, dem Zukauf von Weißzucker in Euro und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Exporten von Zucker in US-Dollar.
Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.
Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.
Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.
Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.
CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.
VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modified-Duration-Ansatz" berücksichtigt.
Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Nettoposition variabel verzinst | 224.917 | 147.029 |
| Cashflow at Risk diversifiziert | 644 | 319 |
| Nettoposition fix verzinst | 317.240 | 228.908 |
| Value at Risk bei Zinssatzänderung | 15.669 | 11.724 |
Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.
Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Verkauf von Rohzucker über 4.471 Tonnen (Vorjahr: Einkauf von 61.827 Tonnen), den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 63.100 Tonnen (Vorjahr: 78.800 Tonnen), für den Kauf von Wachsmaisderivaten von 4.000 Tonnen (Vorjahr: Verkauf von 2.000 Tonnen) sowie für den Verkauf von Ethanol von 9.600 Tonnen (Vorjahr: 0 Tonnen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 16.782 t€ (Vorjahr: 29.017 t€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 402 t€ (Vorjahr: positiven Marktwert 380 t€).
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschereibestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für den Bereich Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen.
Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (im Folgenden kurz: BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.
Die Bürgschaften betreffen v. a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.
| t€ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Bürgschaften | 44.728 | 43.978 |
| Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen | 1.365 | 1.365 |
Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.
Eine weitere Eventualschuld von 5.925 t€ (Vorjahr: 6.330 t€) besteht im Zusammenhang mit der Rückforderung einer EU-Förderung in Ungarn. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein.
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 29.02.2020 | 28.02.2019 |
|---|---|---|
| Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten | 0 | 17.771 |
| Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen | 12.576 | 77.793 |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 12.576 | 95.564 |
Die weltweite Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) wurde am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt. Damit konkretisierte sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen wesentlichen Auswirkungen auf den zukünftigen Geschäftsverlauf. Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses am 22. April 2020 war es aufgrund der dynamischen Entwicklung nicht möglich, die finanziellen Auswirkungen abzuschätzen. In Abhängigkeit der tatsächlichen Auswirkungen bzw.weiterer Entwicklungen durch die Coronavirus-Krise können sich negative Einflüsse auf das Geschäftsjahr 2020|21 oder folgende Geschäftsjahre, beispielsweise im Bereich der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten sowie Sachanlagen, bei Mittelfristplanungen oder sonstigen finanzrelevanten Teilen ergeben. Zum 29. Februar 2020 waren die Effekte nicht absehbar und daher auch nicht berücksichtigt.
Mit 1. März 2020 erwarb die AGRANA Stärke GmbH das in Santa Cruz|USA angesiedelte Unternehmen Marroquin Organic International, Inc. Dieses ist ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus, das B2B-Kunden bedient und einen Großteil ihres Produktportfolios von AGRANA bezieht.
Ansonsten sind nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2020 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung für die AGRANA eingetreten.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien hält 100% der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, Wien, die 78,34% der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen sind.
Nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen.
Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("Südzucker-Gruppe") zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTEREICH-WIEN regGenmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss") zu den nahestehenden Unternehmen.
Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.
Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahestehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:
| Südzucker- | Unter- nehmen mit maß- geblichem |
Gemein- schafts- unter- |
Nicht konsolidierte verbundene Unter |
||
|---|---|---|---|---|---|
| t¤ | Gruppe | Einfluss | nehmen | nehmen | Summe |
| Geschäftsjahr 2019 20 | |||||
| Umsatz | 78.973 | 17.748 | 19.805 | 0 | 116.526 |
| Operative Aufwendungen | –64.160 | –580 | –61.959 | –254 | –126.953 |
| Kreditbeziehungen | –578 | –53.652 | 0 | 0 | –54.230 |
| Partizipationskapital | 0 | 5.991 | 0 | 0 | 5.991 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 13.327 | 9 | 0 | 13.336 |
| Langfristige Finanzforderungen | 0 | 0 | 3.500 | 0 | 3.500 |
| Forderungen/Verbindlichkeiten | |||||
| aus Warenlieferungen | –10.979 | 1.009 | –3.796 | –54 | –13.820 |
| Zinsergebnis | –545 | –923 | 124 | 0 | –1.344 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 46.000 | 0 | 46.000 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 40.642 | 0 | 40.642 |
| t¤ | Südzucker- Gruppe |
Unter- nehmen mit maß- geblichem Einfluss |
Gemein- schafts- unter- nehmen |
Nicht konsolidierte verbundene Unter nehmen |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2018 19 | |||||
| Umsatz | 77.605 | 18.686 | 19.762 | 1 | 116.054 |
| Operative Aufwendungen | –62.300 | –522 | –63.919 | –224 | –126.965 |
| Kreditbeziehungen | –85.656 | –41.684 | 0 | 0 | –127.340 |
| Partizipationskapital | 0 | 5.503 | 0 | 0 | 5.503 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 2.936 | 510 | 0 | 3.446 |
| Langfristige Finanzforderungen | 0 | 0 | 4.500 | 0 | 4.500 |
| Forderungen/Verbindlichkeiten | |||||
| aus Warenlieferungen | 2.742 | 979 | –4.245 | –39 | –563 |
| Zinsergebnis | –1.373 | –570 | 404 | 0 | –1.539 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 44.000 | 0 | 44.000 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 41.591 | 0 | 41.591 |
Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 54.230 t€ (Vorjahr: 127.340 t€) ausgewiesen. Davon waren 0 t€ (Vorjahr: 85.000 t€) langfristig.
Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 t€ (Vorjahr: 5.000 t€) gegeben, von denen keine (Vorjahr: keine) ausgenutzt waren.
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 3.936 t€ (Vorjahr: 3.741 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.814 t€ (Vorjahr: 1.681 t€) sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 2.122 t€ (Vorjahr: 2.060 t€). Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim| Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.
Die Hauptversammlung hat am 5.Juli 2019 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 325 t€ (Vorjahr: 325 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.
Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing.Johann Marihart, Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Mag. Walter Grausam Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Für Mag. Stephan Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2019|20 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 383 t€ (Vorjahr: 350 t€). Es gab einen Nachschuss für den per 31. Dezember 2014 ausgeschiedenen Finanzvorstand Mag. Walter Grausam in Höhe von 125 t€ (Vorjahr: 125 t€). Weiters wurden Nachschusszahlungen an die Pensionskassa in Höhe von 939 t€ entrichtet.
Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 29. Februar 2020 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 11.491 t€ (Vorjahr: 10.155 t€) und für Abfertigungsverpflichtungen ein Wert von 2.565 t€ (Vorjahr: 2.468 t€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.
Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG.
Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 142.
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 22. April 2020 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Wien, am 22. April 2020
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer
(Kurzdarstellung)
Dipl.-Ing.Johann Marihart Vorstandsvorsitzender
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied
Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender
Dr. Wolfgang Heer Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden1
Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner, MBA Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
Dipl.-Ing.Helmut Friedl Aufsichtsratsmitglied
Dr.Hans-Jörg Gebhard Aufsichtsratsmitglied2
Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied
Dr. Thomas Kirchberg Aufsichtsratsmitglied
Dipl.-Ing.Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied
Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender
Andreas Klamler
Gerhard Kottbauer
Dipl.-Ing. Stephan Savic
1 Funktion am 4. März 2020 zurückgelegt
2 Wahl zum Ersten Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden in der Aufsichtsratssitzung
142 der AGRANA Beteiligungs-AG am 26. Februar 2020 mit Wirkung 1. April 2020
Gemäß § 124 Abs.1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
█ dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;
█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019|20 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 22. April 2020
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Kommunikation (inklusive Investor Relations), Treasury, Datenverarbeitung/ Qualitätsmanagement, Personal sowie Organisation, Mergers & Acquisitions, Forschung und Entwicklung Compliance sowie Recht
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für den Bereich Produktions-Einkauf & Logistik koordination/Investitionen
Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung für den Bereich Interne Revision
Wir haben den Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 29. Februar 2020, der gesonderten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2020 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das am 28. Februar 2019 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Konzernabschluss am 24. April 2019 abgegeben hat.
Unser Prüfungsurteil ist im Hinblick auf diesen Sachverhalt nicht eingeschränkt.
Wir verweisen auf Angabe 12 im Konzernanhang "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag", in der die Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) auf den Konzern beschrieben werden.
Unser Prüfungsurteil ist im Hinblick auf diesen Sachverhalt nicht eingeschränkt.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
Sachverhalt
Der Buchwert der Geschäfts-/Firmenwerte beträgt TEUR 261.892 (Buchwert zum 28. Februar 2019: TEUR 261.892).
Der Vorstand überprüft mindestens einmal jährlich, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/Firmenwerte vorliegt. Diese Überprüfung erfolgt regelmäßig am 31. August sowie zusätzlich immer dann, wenn es Hinweise auf eine mögliche Wertminderung gibt (auslösendes Ereignis). Auf Grund der Entwicklung von Sars-CoV-2/COVID-19 in Österreich sowie auf globaler Ebene hat der Vorstand Anfang März 2020 intern eine zusätzliche Überprüfung (mit Aktualisierungen während der gesamten Abschlussprüfung bis zum Datum des vorliegenden Bestätigungsvermerks) dahingehend durchgeführt, ob ein auslösendes Ereignis vorliegt, das eine Aktualisierung des Werthaltigkeitstests zum 29. Februar 2020 erfordern würde. Die vom Vorstand durchgeführte Überprüfung ergab, dass auf Grund von COVID-19 ein auslösendes Ereignis vorlag, welches eine Aktualisierung des Werthaltigkeitstests zum 29. Februar 2020 erfordert.
Bei der Überprüfung, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/Firmenwerte vorliegt, bestimmt die Gesellschaft den Nutzungswert für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("CGUs"). Die Gesellschaft verwendet für die Berechnung der Nutzungswerte die Discounted Cash Flow-Methode. Diese Bewertungsmethode beruht in erheblichem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftigen Zahlungsströme. Diese künftigen Zahlungsströme basieren auf von den entsprechenden Organen genehmigten Planzahlen, zu denen erforderlichenfalls Änderungen vorgenommen werden. Der bei der Discounted Cash Flow-Methode verwendete Diskontierungszinssatz kann darüber hinaus von zukünftig sich ändernden marktbezogenen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden.
Basierend auf den oben beschriebenen Tatsachen, dass die Festlegung des Nutzungswertes ermessensbehaftet und mit Schätzungsunsicherheiten verbunden ist, wurde im Zuge der Abschlussprüfung der Überprüfung der Werthaltigkeit von Firmenwerten besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Zudem wurde auch der im Abschluss beinhaltete Konzernanhang im Hinblick auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden stehen in Einklang mit den IFRS. Wir erachten die Annahmen und Parameter als transparent und angemessen.
Vergleiche Abschnitt 7.6. zu den vom Vorstand angewandten Verfahren bei der Durchführung von Werthaltigkeitstests sowie Abschnitt 10./Note (16) im Konzernanhang.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
█ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
█ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortung zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich im Widerspruch zum Konzernabschluss steht oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheint.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Hinsichtlich der Auswirkungen von COVID-19 verweisen wir auf die Ausführungen zum Risikomanagement der Gesellschaft im Konzernlagebericht (Seite 62f ).
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.
In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu überlegen, ob es wesentliche Unstimmigkeiten zwischen den sonstigen Informationen und dem Konzernabschluss oder mit unserem während der Prüfung erlangten Wissen gibt oder diese Informationen sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5.Juli 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 22. August 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2019/20 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt Bericht zum Konzernabschluss mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs.1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.
Wien, am 22. April 2020
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Mag. (FH) Werner Stockreiter e.h. Wirtschaftsprüfer
der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)
| 150 | Lagebericht | 204 | Erklärung aller gesetzlichen Vertreter |
|---|---|---|---|
| 179 | Jahresabschluss | 205 | Bestätigungsvermerk |
| 180 | Gewinn- und Verlustrechnung | ||
| 181 | Bilanz | 210 | Vorschlag für die Gewinnverwendung |
| 183 | Anhang zum Jahresabschluss |
Überblick
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte Corporate Governance-Bericht Zweigniederlassungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prognosebericht
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft bildet die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA").
Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler, die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie.
Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.
Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen widerspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung:
AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten.
Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine gute Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die Innovationskraft und die gute Kostenposition der AGRANA geschaffen.
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food-Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.
AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.
Rund 9.300 Mitarbeiter (FTEs)1 an 57 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2019|20 einen Konzernumsatz von rund 2,5 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.
1 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 29. Februar 2020
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Geschäftsentwicklung | 2019/20 | 2018/19 | in % | |
| Umsatzerlöse | t€ | 35.137 | 32.339 | 8,7% |
| Sonstige betriebliche Erträge | t€ | 205 | 121 | 69,4% |
| Betriebsleistung | t€ | 35.342 | 32.460 | 8,9% |
| Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) | t€ | -13.575 | -14.664 | 7,4% |
| Operative Marge ¹ | % | -38,4% | -45,2% | |
| Beteiligungserträge | t€ | 74.810 | 64.523 | 15,9% |
| Finanzerfolg | t€ | 78.135 | 68.122 | 14,7% |
| Ergebnis vor Steuern | t€ | 64.560 | 53.458 | 20,8% |
| Jahresüberschuss | t€ | 64.880 | 53.626 | 21,0% |
| Investitionen in Sachanlagen und | t€ | |||
| immaterielle Vermögenswerte | t€ | 728 | 1.856 | -60,8% |
| Investitionen in Finanzanlagen | t€ | 204.500 | 0 | x |
¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung
Die Umsatzerlöse der AGRANA lagen im Geschäftsjahr 2019|20 mit 35.137 t€ insgesamt über dem Vorjahresniveau (+2.798 t€ bzw +8,7%). Eine positive Entwicklung zeigten die Erträge aus Konzernverrechnungen (+2.408 t€ bzw +13,8%). Bei den Erträgen aus Lizenzeinnahmen verzeichnete man ebenfalls einen Anstieg (+500 t€ bzw +3,5%). Der Anstieg der Konzernverrechnungen ist grundsätzlich durch die erhöhte projektbezogene Weiterverrechnung der IT-Aufwendungen bedingt.
Der Betriebserfolg (operatives Ergebnis) war zwar negativ, lag aber mit -13.575 t€ um +1.089 t€ bzw +7,4 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Diese Veränderung ist insbesondere auf einen Anstieg der Umsatzerlöse zurückzuführen, während die Personalaufwendungen bei 22.524 t€ (VJ 22.707 t€) annähernd gleichgeblieben sind.
Die sonstigen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um +1.894 t€ bzw +8,2% angestiegen. Der Anstieg war unter anderem durch die Erhöhung der und IT- und Marketingaufwendungen bedingt.
Die Beteiligungserträge stiegen im Geschäftsjahr 2019|20 um +10.287 t€ bzw +15,9% an. Dies ist bedingt durch die Dividenden der AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketingund Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.), Wien.
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Bilanzkennzahlen | 2019/20 | 2018/19 | in % | |
| Bilanzsumme | t€ | 1.031.233 | 816.246 | 26,3% |
| Grundkapital | t€ | 113.531 | 113.531 | 0,0% |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | t€ | |||
| und Sachanlagen | t€ | 2.033 | 2.659 | -23,5% |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | t€ | 417.025 | 417.025 | 0,0% |
| Andere Finanzanlagen | t€ | 247.259 | 42.758 | 478,3% |
| Eigenkapital | t€ | 748.306 | 745.915 | 0,3% |
| Eigenkapitalquote ¹ | % | 72,6% | 91,4% | -20,6% |
| Haftungsverhältnisse | t€ | 288.374 | 252.712 | 14,1% |
¹ Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital
Die Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzieren sich im Vergleich zum Vorjahr um -626 t€. Den Investitionen in Höhe von 728 t€ stehen Abschreibungen in Höhe von 1.303 t€ gegenüber. Die wesentlichen Veränderungen betreffen Zu- und Abgänge im Fuhrpark und bei EDV-Anlagen.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Andere Finanzanlagen beinhalten Ausleihungen an verbundene Unternehmen und erhöhten sich im Geschäftsjahr 2019/20 um +204.500 t€ durch ein Schuldscheindarlehen, dies spiegelt sich analog in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wider.
Die Eigenkapitalquote von 72,6 % liegt zwar deutlich unter dem Vorjahr (91,4 %), zeigt aber immer noch eine stabile und solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.
| Veränderung | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019/20 | 2018/19 | in % | |||
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | t€ | 56.008 | 65.593 | -14,6% | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | t€ | -205.173 | -1.798 | 11311,2% | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | t€ | 142.011 | -70.301 | -302,0% | |
| Veränderung der flüssigen Mittel | t€ | -7.154 | -6.506 | 10,0% | |
| Bestand an flüssigen Mittel¹ | t€ | 249.097 | 256.250 | -2,8% |
1 einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH 2019/20: t€ 249.068; 2018/19: t€ 256.217
Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich um -203.375 t€ auf -205.173 t€. Im Geschäftsjahr 2019|20 ist der negative Cashflow vor allem durch eine Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen bedingt.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus der Dividendenauszahlung von rd. -62.489 t€ (VJ: 70.300 t€) und der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von +204.500 t€.
Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider.
Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. zu 100 % gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten.
Die restlichen Anteile auf 100 % der "Segment-Gesellschaften" Stärke und Frucht werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) gehalten.
Seit 1. Oktober 2019 sind alle Sales- und Marketingaktivitäten in einer neuen Vertriebsgesellschaft, der AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) zusammengefasst. Diese Gesellschaft ist nunmehr auch die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH fungiert nur mehr als Produktionsunternehmen der beiden österreichischen Zuckerfabriken. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Segment Zucker | 2019 20 | 2018 19 | % / pp | |
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 536.313 | 561.424 | -4,5% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -48.035 | -60.207 | 20,2% |
| Umsatzerlöse | t€ | 488.278 | 501.217 | -2,6% |
| EBITDA1 | t€ | -11.910 | -33.687 | 64,6% |
| Operatives Ergebnis | t€ | -43.683 | -61.192 | 28,6% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunterneh | ||||
| men, die nach der Equity-Methode bilan | ||||
| ziert werden | t€ | 386 | -3.964 | 109,7% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | -743 | 3.294 | -122,6% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | -44.040 | -61.862 | 28,8% |
| EBIT-Marge | % | -9,0 | -12,3 | 3,3pp |
| Investitionen2 | t€ | 19.557 | 30.549 | -36,0% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 2.061 | 2.064 | -0,1% |
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
Der Absatz der Zuckerprodukte im Geschäftsjahr 2019|20 lag unter dem Vorjahresniveau, wobei sich die jeweiligen Märkte unterschiedlich entwickelten. Während die Verkäufe an die Retail- und auch Industriekunden in Österreich, Tschechien und der Slowakei vergleichbar mit oder höher als im Vorjahr waren, gingen die Absätze in Rumänien und Bulgarien insbesondere im Retailbereich deutlich zurück.
Nach weiter niedrigen Zuckerverkaufspreisen im ersten Halbjahr 2019|20, erholten sich diese wieder seit Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres 2019|20. Im Retailgeschäft waren die Preise um rund 11 % höher als im Vorjahr, im Bereich Industrie bleiben die Verkaufspreise aufgrund von langfristigen Verträgen mit den Kunden auf dem Niveau des Vorjahres.
Die positive Ergebnisentwicklung war im Wesentlichen durch die höheren Zuckerverkaufspreise im Vergleich zur Vorjahresperiode verursacht.
Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, wirkte sich 2019|20 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus. Die Verbesserung des Ergebnisbeitrages um 4,4 Mio. € auf 0,4 Mio. € ist auf die Stabilisierung der Preise und des Marktes am Westbalkan und in der CEFTA 2 -Region zurückzuführen, welche eine signifikante Steigerung der Eigenproduktion in Bosnien und Herzegowina sowie eine wesentliche Erhöhung der Gesamtzuckerabsatzmenge ermöglicht hat. Weiters wirkte sich die im Frühjahr 2019 abgeschlossene Reorganisation der AGRANA-STUDEN-Gruppe positiv auf das Ergebnis aus.
Das Ergebnis aus Sondereinflüssen betrug -0,7 Mio. € nach +3,3 Mio. € im Vorjahr. Das positive Ergebnis im Vorjahr beinhaltete neben Restrukturierungsaufwendungen (-1,8 Mio. €) außerordentliche Steuerrückzahlungen in Rumänien (+5,6 Mio. €).
Das Segment Stärke umfasst die beiden vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage) sowie die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung). Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (ein Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Segment Stärke | 2019 20 | 2018 19 | % / pp | |
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 816.802 | 772.579 | 5,7% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -9.805 | -9.898 | 0,9% |
| Umsatzerlöse | t€ | 806.997 | 762.681 | 5,8% |
| EBITDA1 | t€ | 93.885 | 66.459 | 41,3% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 58.817 | 35.029 | 67,9% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunterneh | ||||
| men, die nach der Equity-Methode bilan | ||||
| ziert werden | t€ | 16.341 | 16.186 | 1,0% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 75.158 | 51.215 | 46,7% |
| EBIT-Marge | % | 9,3 | 6,7 | 2,6pp |
| Investitionen2 | t€ | 73.609 | 97.011 | -24,1% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 1.087 | 1.025 | 6,0% |
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
2 Central European Free Trade Agreement (Mitteleuropäisches Handelsabkommen)
Im Segment Stärke stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2019|20 um 5,8 % auf 807,0 Mio. €. Deutliche Umsatzsteigerungen bei den Hauptprodukten standen Umsatzrückgängen bei den Nebenprodukten gegenüber. Da in allen Stärke-Werken die Rohstoffvermahlungsmengen gesteigert werden konnten, gab es auch höhere Absätze und ein Umsatzwachstum bei den Hauptprodukten. Im November 2019 ging in Pischelsdorf|Österreich die zweite Weizenstärkefabrik erfolgreich in Betrieb, die neben Weizenstärke mit ActiGrano® auch ein neues Markenfuttermittel herstellt. Die Umsätze der eigengefertigten Nebenprodukte stiegen mengenbedingt, während die gehandelten Futtermittelmengen zurückgingen. Im Zuge der Neuorganisation des Zuckervertriebes werden die von der AGRANA Stärke GmbH vertriebenen Futtermittel des Segmentes Zucker (Melasse, Pellets) nunmehr auf Provisionsbasis verrechnet und tragen nicht mehr zum Umsatz des Segmentes Stärke bei. Damit ging die Nebenproduktabsatzmenge (inklusive sonstige Produkte) insgesamt zurück.
Die Marktpreise für stärkebasierte Verzuckerungsprodukte blieben auf niedrigem Niveau, da auch die europäischen Zuckerpreise trotz Erholungstendenz gegen Ende des Geschäftsjahres noch keinen deutlicheren Aufwärtstrend zeigten. Bei den Stärken waren die Verkaufspreise als Folge der im Markt auch von neuen Mitbewerbern angebotenen Mehrmengen leicht rückläufig. Sehr positiv entwickelten sich die Preise für Bioethanol, da die Platts-Notierungen historisch hoch notierten und mit 620 € pro m3 im Jahresdurchschnitt um rund 120 € pro m3 das Vorjahr übertrafen.
Im Berichtsjahr lagen die Rohstoffkosten mengenbedingt über dem Vorjahr. Die Rohstoffpreise der Ernte 2018 waren trockenheitsbedingt auf höherem Niveau und gingen während der Ernte 2019 auf normales Niveau zurück. Auch die Energiepreise, insbesondere der Strompreis, lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht unter dem Vorjahr. Im Zuge der großen Ausbauprojekte im Segment belasteten Anlaufkosten das Ergebnis, Personalkosten und Abschreibungen stiegen deutlich. Insgesamt konnte aber v.a. durch das ergebnisstarke Bioethanolgeschäft im Berichtsjahr das EBITDA um 41,3 % auf 93,9 Mio. € gesteigert werden. Das operative Ergebnis lag mit 58,8 Mio. € um 67,9 % über dem Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2019|20 stieg der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um 2,5 % auf 287,1 Mio. €. Bei Verzuckerungsprodukten blieb das Marktumfeld schwierig und führte zu deutlichen Absatzund Preisrückgängen. Gleichzeitig konnten im Bioethanolgeschäft aufgrund hoher Ethanolnotierungen deutliche Ergebnisverbesserungen erzielt werden. Insgesamt weist die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 39,7 Mio. € (Vorjahr: 38,7 Mio. €) aus. Das PAT betrug 32,6 Mio. €, womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke mit 16,3 Mio.€ nahezu konstant blieb.
Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde eine Minderheitsbeteiligung an der BM Health GmbH, Wien, erworben. Dieses Start-up-Unternehmen entwickelt und vertreibt diätische Mittel und Arzneimittel zur Glukoseversorgung und Demenzprävention.
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 27 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 15 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Segment Frucht | 2019 20 | 2018 19 | % / pp | |
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ | 1.186.347 | 1.179.603 | 0,6% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ | -890 | -453 | -96,5% |
| Umsatzerlöse | t€ | 1.185.457 | 1.179.150 | 0,5% |
| EBITDA1 | t€ | 101.090 | 114.966 | -12,1% |
| Operatives Ergebnis | t€ | 58.002 | 77.265 | -24,9% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | -2.070 | 0 | - |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 55.932 | 77.265 | -27,6% |
| EBIT-Marge | % | 4,7 | 6,6 | -1,9pp |
| Investitionen2 | t€ | 56.495 | 56.193 | 0,5% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 6.194 | 6.141 | 0,9% |
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs - Full-time equivalents)
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stieg um knapp 4 %, was v.a. auf leicht gestiegene Absatzmengen zurückzuführen war.
AGRANA Fruit verzeichnete, mit Ausnahme von Europa und Südamerika, in allen Regionen Umsatzsteigerungen. Ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr wurde in Nordamerika sowie in der Ukraine erzielt. IMEA (Indien, Mittlerer Osten und Afrika) ist jene Region mit der stärksten prozentuellen Umsatzsteigerung aufgrund guter Geschäfte in Algerien. Negativ war die Umsatzentwicklung in den Regionen Südamerika (v.a. Argentinien) und Europa (exklusive Ukraine).
Im Bereich Fruchtzubereitungen waren die Absatzmengen in den Non-Dairy3 -Produktbereichen im Vergleich zum Vorjahr höher, vor allem bei Food Services und Backwaren. Im Dairy-Bereich blieben die Mengen stabil.
Ergebnismäßig wies der Bereich Fruchtzubereitungen einen signifikanten Rückgang aus. Einerseits konnten höhere Kosten durch die nur leicht gestiegenen Absatzmengen nicht kompensiert werden. Andererseits waren Einmaleffekte im Rohstoffbereich in Mexiko (Erdbeere, Mango), niedrige Vermarktungspreise für Äpfel aus der Ernte 2018 in der Ukraine, geringere Margen in Europa, sowie die Anwendung von Hyperinflation-Accounting in Argentinien für den Rückgang beim operativen Ergebnis ausschlaggebend. Weiters wurde auch ein negatives Ergebnis aus Sondereinflüssen für regionale Umstrukturierungen (u.a. in Serbien) sowie außerplanmäßige Personalkosteneffekte verbucht.
3 Nicht-Joghurt
Die Regionen Nordamerika und Russland sowie der Bereich Dirafrost erzielten gegenüber dem Vorjahr eine EBIT-Verbesserung, während v.a. in den Regionen Europa inklusive Ukraine, Südamerika und Mexiko schwächere Ergebnisse verzeichnet wurden.
Das Geschäftsjahr 2019|20 beinhaltet erstmalig auch die Umsätze des neuen Werkes in Changzhou bei Shanghai in China. Die industrielle Produktion startete dort im März 2019. Der Verkauf des Werkes in Fidschi wurde mit Ende Juni 2019 erfolgreich abgeschlossen.
Die Umsatzerlöse im Bereich Fruchtsaftkonzentrate lagen im Geschäftsjahr 2019|20 deutlich unter dem Vorjahreswert. Dies war auf niedrigere Apfelsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2018 und geringere Absätze aus der Kampagne 2019 im letzten Quartal des Geschäftsjahres zurückzuführen.
Geringere Erntemengen in der Apfelkampagne 2019 der AUSTRIA JUICE führten zu einer stark eingeschränkten Rohstoffverfügbarkeit in den europäischen Hauptanbauländern Polen und Ungarn bei deutlich höheren Preisen im Vergleich zur Vorjahreskampagne.
Das deutlich unter dem Vorjahr liegende EBIT im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war auf eine verschlechterte Margen- und Absatzsituation sowie die gegenüber der Kampagne 2018 deutlich gesunkene Kapazitätsauslastung der Werke in der Verarbeitungssaison 2019 zurückzuführen.
Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.
Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.
Die AGRANA Group-Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.
AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:
Wir bei AGRANA…
AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.
Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeit entlang ihrer Produktwertschöpfungskette identifiziert:
Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.
Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mit Hilfe eines Fragebogens, welcher aus 112 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber, Bronze oder "Noch nicht Bronze".
Im Geschäftsjahr 2019|20 leisteten AGRANA-Experten im Bereich landwirtschaftliche Produktion einen wertvollen fachlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Vorgaben und zur Vorbereitung der Version 3.0 des Farm Sustainability Assessment, die Ende 2020 in Kraft treten wird.
AGRANA hat bereits 2014 begonnen, Energiemanagementsysteme einzuführen. Die Energiemanagementsysteme von 47,3 % aller AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen sind nach ISO 50001 zertifiziert.
Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit und Produktschutz. Die weltweit wichtigsten Standards in diesem Bereich bei AGRANA sind FSSC 22000 (Food Safety System Certification), ISO 22000 und IFS (International Food Standard). Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Die wesentlichen Standards für Futtermittelsicherheit sind der GMP- und der EFISC Feed-Standard. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2019|20 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. die jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Alle AGRANA-Produktionsstandorte nehmen jährlich ein SEDEX Self-Assessment, welches v.a. auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inkl. Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) abzielt, vor.
Seit 2010 ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Mitglied des Vereins ARGE Gentechnik-frei, welcher das Ziel hat, verlässliche Rahmenbedingungen für Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Gentechnik-freien Lebensmitteln zu schaffen.
In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AG-RANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit ihre auf langfristigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.
Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Wien|Österreich ist neben 17 lokalen NPD4 - Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungshub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungsentwicklung tätig. Weiters bietet die Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für die Qualitätsprüfung von Zuckerrüben.
Mit Anfang des Berichtsjahres 2019|20 hat AGRANA mit der neuen ARIC-Abteilung "Agricultural Research" ihre Anstrengungen in der landwirtschaftlichen Forschung verstärkt. Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten wie z.B. Technologien, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte.
4 New Product Development
F&E-Kennzahlen
| 2019 20 | 2018 19 | |
|---|---|---|
| F&E-Aufwendungen (intern und extern) (Mio. €) | 18,9 | 18,8 |
| F&E-Quote1 (%) | 0,76 | 0,77 |
| Mitarbeiter in F&E (Köpfe) | 266 | 272 |
1 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz
Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2019|20 durchschnittlich 9.300 Mitarbeiter (Köpfe) (Vorjahr: 9.242), davon 2.456 (Vorjahr: 2.358) in Österreich und 6.844 (Vorjahr: 6.884) international.
Im Geschäftsjahr 2019|20 waren im AGRANA-Konzern durchschnittlich 9.342 FTEs (Vorjahr: 9.230 FTEs) beschäftigt. Die Erhöhung des Personalstands ist primär auf den weiteren Aufbau der Fruchtzubereitungswerke in Jiangsu|China und Indien sowie auf die zweite Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich, die neue Stärketrocknungsanlage sowie die Produktentwicklung im Bereich Säuglingsmilchnahrung in Gmünd|Österreich zurückzuführen.
Im Geschäftsjahr 2019|20 erfolgte die weltweite Implementierung eines globalen Personalmanagementsystems. Dieses soll die Effizienz der Personalprozesse verbessern, Transparenz schaffen sowie die Datensicherheit erhöhen. In den weiteren Jahren ist geplant, die Funktionalitäten dieses System weiter auszubauen.
Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2019|20 nahmen 8,8 % (Vorjahr: 8,8 %) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.
Die Schwerpunkte im Aus- und Weiterbildungsbereich lagen auch im Geschäftsjahr 2019|20 wieder in der Entwicklung der Führungskräfte und der Fachexperten einzelner ausgewählter Funktionsbereiche. Das Angebot und die Durchführung von verschiedenen Sprachkursen und kurzen Seminaren ergänzen das Weiterbildungsprogramm von AGRANA.
AGRANA bot im Geschäftsjahr 2019|20 Lehrlingen eine Ausbildungsmöglichkeit. Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Maschinenbautechnik, Elektrotechnik, Metalltechnik, Labortechnik (Chemie), Chemieverfahrenstechnik, Lebensmitteltechnik, Mechatronik, Betriebslogistik, technisches Zeichnen, Industrielehre sowie Informationstechnologie.
Im Geschäftsjahr 2019|20 wurden 24 Mitarbeiter und Führungskräfte aus dem Konzern für das alle zwei Jahre stattfindende internationale Nachwuchsführungskräfteprogramm AGRANA Competencies Training (ACT) ausgewählt und haben dieses im Februar 2020 erfolgreich abgeschlossen. Es richtet sich an Kollegen, denen hohes Potenzial, ausgezeichnete Leistungen und überdurchschnittlicher Leistungswille attestiert werden.
Um neuen Mitarbeitern einen Überblick über die gesamte AGRANA-Gruppe und auch den eigenen Arbeitsbereich zu geben, werden laufend konzernweite On-Boarding-Programme und Welcome-Days angeboten. Des Weiteren profitieren Mitarbeiter von diversen Weiterbildungsmaßnahmen, wie dem regelmäßig stattfindenden INCA-Meeting (International Communication at AGRANA) und dem "AGRANA Development Programm" (ADP).
Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2019|20 auf rund 3 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €), was 1,1 % (Vorjahr: 1,2 %) der Lohn- und Gehaltssumme entspricht.
Arbeitssicherheit ist AGRANA als industriellem Produktionsunternehmen ein besonderes Anliegen. In allen 25 Ländern, in denen AGRANA Produktionsstandorte unterhält, besteht eine gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beratern durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen, für die Mitarbeiter zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeiter sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgänge zu melden. Die AGRANA-Gruppe erhebt weiters seit vielen Jahren monatlich, weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für AGRANA im Rahmen ihres sozialen Bewusstseins ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie.
Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Familien und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten.
Konzernweit spiegelt sich dies in mehreren Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiter wider. Telearbeit, Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien), variable Arbeitszeit und auch ein Eltern-Kind-Büro am Standort in Wien sind Bestandteile davon. Weiters werden auch Veranstaltungen, gemeinsame Essen und Sportaktivitäten unter Einbindung der Familien veranstaltet.
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.
Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Ein konzernweites operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der "Monte-Carlo-Simulation", ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnten. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.
Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt. Für die Überprüfung wurden die Empfehlungen des "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission" (COSO) als Referenzmodell herangezogen.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.
Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der ARANA-Gruppe, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.
Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.
AGRANA tätigt zur Stärkung bzw. zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Investitionen in allen Segmenten. Darüber hinaus werden Investitionen in neue Märkte evaluiert und vorgenommen. Der Bau einer zweiten Produktionslinie im neuen zweiten Fruchtzubereitungswerk in China wurde im Geschäftsjahr 2019|20 erfolgreich abgeschlossen.
Die politisch noch instabile Situation zwischen der Ukraine und Russland kann sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage. Des Weiteren stehen die derzeitige politische und wirtschaftliche Lage in Argentinien und Algerien aufgrund zunehmender politischer Instabilität unter ständiger Beobachtung.
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder -manipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Experten und durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.
Zuckermarktordnung: Seit 1. Oktober 2017 gibt es keinen Rübenmindestpreis mehr und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose wurde aufgehoben. Beide Produkte können seither in der EU ohne quantitative Beschränkungen erzeugt und verkauft werden. Das Antizipieren der Beendigung der Quotenregelung im Herbst 2017 hat bereits im Vorfeld den europäischen Zuckermarkt durch eine Ausweitung der Anbauflächen im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2017|18 beeinflusst. Des Weiteren haben hohe Ernteerträge pro Hektar im ZWJ 2017|18 das Zuckerangebot im EU-Raum erhöht. In den Zuckerwirtschaftsjahren 2018|19 und 2019|20 führten Trockenheit und Hitzewellen in Europa zu Verringerungen des Angebotes.
Es ist weiterhin mit einer hohen Rübenzuckerproduktion, speziell in Gunstlagen der EU, zu rechnen. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass sich die europäischen Marktpreise stärker am Weltmarktniveau orientieren und somit auch hohe Schwankungsbreiten bei Zuckerpreisen möglich sind. Die neue Regelung der Zuckermarktordnung sieht auch keine Mindestpreise für Zuckerrüben vor, jedoch sind die Preise seit 2019 der Europäischen Kommission zu melden. Die Rübenpreise werden weiterhin zwischen den Rübenproduzenten und der rübenverarbeitenden Industrie ausverhandelt. Die Reform der Zuckermarktordnung beinhaltet keine Veränderung im System der Importzölle für Zuckerimporte von außerhalb der EU sowie in der Behandlung von Importen aus LDCs5 /AKP6 -Staaten mit EU-Präferenzabkommen.
5 Least Developed Countries; Am wenigsten entwickelte Länder
6 African, Caribbean and Pacific Group of States; Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten
Freihandelsabkommen: Die derzeit verhandelten Freihandelsabkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die laufenden Verhandlungen und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.
Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
Die Trilog-Verhandlungen zur Neugestaltung der Erneuerbaren Energie Richtlinie (RED II – Renewable Energy Directive) ab 2020 zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament wurden im Juni 2018 abgeschlossen. Am 21. Dezember 2018 wurde die Richtlinie veröffentlicht. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die neue Richtlinie bis zum 30. Juni 2021 in nationales Recht umsetzen.
Diese sieht eine Untergrenze von 14 % erneuerbare Energie im Transportbereich bis zum Jahr 2030 vor. Der Anteil der getreidebasierten Biotreibstoffe wurde mit dem nationalen Beitrag im Jahr 2020, maximal jedoch 7 %, begrenzt. Weiters wurde ein Unterziel für sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe ("2. Generation") in Höhe von mindestens 3,5 % bis zum Jahr 2030 festgelegt. Die Rohstoffliste für die fortschrittlichen Biokraftstoffe wird in Anhang IX der Richtlinie festgelegt und kann durch die EU-Kommission ergänzt werden.
Biokraftstoffe aus sogenannten "High-ILUC-Risk"7 -Rohstoffen werden mit dem Beitrag im Jahr 2019 gedeckelt und sollen stufenweise ab 2023 bis 2030 gänzlich auslaufen. Darunter fällt zum Beispiel Biodiesel aus Palmöl.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für den Bereich Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet.
Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker Aktiengesellschaft, Mannheim, Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.
7 Hohes Risiko indirekter Landnutzungsänderung (Indirect Land Use Change). Von ILUC wird gesprochen, wenn Pflanzen für Agro-Kraftstoffe zwar auf Flächen angebaut werden, die als nachhaltig zertifiziert sind, dabei aber den Anbau von Nahrungspflanzen auf Wald- oder Brachflächen verdrängen.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.
Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen von Bestimmungen unterschiedlicher Gesetzgeber und deren Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.
Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.
Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem (ETS8 ). Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Durch politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel auf EU-Ebene (EU Green Deal), aber auch auf nationaler Ebene der Länder, in denen AGRANA tätig ist, sind in den nächsten Jahren potenzielle Einschränkungen bei der Nutzung oder die stärkere Besteuerung fossiler Energieträger zu erwarten, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. AGRANA wird diesen Risiken im Rahmen der im Geschäftsjahr 2019|20 gestarteten Entwicklung ihrer Dekarbonisierungsstrategie Rechnung tragen.
Die zunehmend globale Verbreitung des Coronavirus hat in vielen Ländern der Welt zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens geführt. AGRANA ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist eine umfassende Einschätzung der Wirkungsweise der vielfach landesweiten Eindämmungsmaßnahmen des Virus sowie der Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft in Bezug auf Ausmaß und Dauer nicht möglich. Im Jahr 2020 ist jedoch eine Rezession in vielen Teilen der Welt als wahrscheinlich anzusehen. AGRANA verzeichnet eine hohe Nachfrage an produzierten Nahrungsmitteln und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Endkunden. Als Hersteller von Lebens- und Futtermitteln ist AGRANA ein wichtiger Bestandteil der "kritischen Infrastruktur". Dennoch kann es aufgrund der Pandemie zu Beeinträchtigungen auf den Absatzmärkten kommen. Speziell im Non-Food-Bereich lässt sich bei Bioethanol zur Zeit ein Absatzrückgang und ein deutlich gesunkenes Preisniveau feststellen.
Nach Ausrufung der Pandemie-Erklärung der WHO wurde zur Sicherheit der Mitarbeiter sowie für die Aufrechterhaltung der Produktion eine konzernweite Pandemie-Richtlinie erlassen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Krisenteams aktiviert wurden, jeweils lokale Business Continuity-Pläne implementiert, verstärkte Kommunikationsmaßnahmen sowie erhöhte Hygienemaßnahmen ergriffen wurden und ein hohes Augenmerk auf die Einhaltung der behördlichen Empfehlungen und Anordnungen gelegt wird. Des Weiteren bestehen restriktive Maßnahmen in Bezug auf Dienstreisen und die Ermöglichung von temporärer Heimarbeit wurde implementiert. Es kann jedoch dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass Krankheitsfälle auftreten bzw. sich Mitarbeiter von AGRANA sowie von Kunden oder Lieferanten zur Eindämmung der Verbreitung des Virus in häusliche Quarantäne begeben müssen und es damit zu Beeinträchtigungen der Geschäftsabläufe in der Beschaffung, in der Produktion oder im Absatz kommen kann.
AGRANA kann durch präventive Maßnahmen der nationalen Behörden bezüglich Grenzkontrollen und -schließungen sowie eine limitierte Verfügbarkeit von Transportmitteln im Rahmen der Logistikketten beeinträchtigt werden.
8 Emission Trading System (ETS)
Auf den Finanz- und Kapitalmärkten sowie im Interbankenhandel ist es zeitweise zu massiven Verwerfungen gekommen. Aufgrund der ungewissen Zukunftsentwicklung, beeinflusst durch COVID-19, ist auch weiter mit negativen Einflüssen zu rechnen.
AGRANA steht in engem Austausch mit ihren Hausbanken und überprüft laufend die Verfügbarkeit der vorhandenen Kreditrahmen sowie der Liquidität auf den weltweit unterhaltenen Bankkonten. Dabei wird auch ein verschärfter Fokus auf das Rating der Bankpartner gelegt. Bei Bedarf werden notwendige Umschichtungen vorgenommen.
Wie bereits erwähnt ist AGRANA auf allen Kontinenten aktiv und muss daher eine Vielzahl an Währungen, sowohl im operativen Geschäft als auch bei Finanzierungen, managen. AGRANA analysiert laufend das vorhandene und geplante Währungsexposure und versucht, sich daraus ergebende Risiken zu minimieren.
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Im Segment Zucker ist der Einfluss der Weltmarktpreise auf das europäische Preisniveau von gestiegener Bedeutung. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.
Aufgrund der anhaltend niedrigen Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose, der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der schwankenden Kosten durch die hohe Rohstoffpreisvolatilität sowie aufgrund der noch nicht abschätzbaren Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer aus der Coronakrise liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereiche risikoausgleichend agieren.
Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.
Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.
Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP9 -System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.
Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.
Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss)
9 Enterprise-Resource-Planning
berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.
Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft zum Stichtag 29. Februar 2020 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2019: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2019: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft. Die Z&S ist eine 100 %- Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft nominiert und bestellt.
Der Vorstand ist bis einschließlich 4. September 2020 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital um bis zu 4.940.270,20 € durch Ausgabe von bis zu 679.796 Stück neuen auf Inhaber lautenden Stammaktien der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlagen auch in mehreren Tranchen zu erhöhen und den Ausgabebetrag, der nicht unter dem anteiligen Betrag des Grundkapitals liegen darf, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen.
Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.
Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.
Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des ÖCGK. Im Geschäftsjahr 2019|20 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2018 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hat sich in seinen Sitzungen am 20. November 2019 und 26. Februar 2020 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig der Erklärung über die Einhaltung des Kodex zugestimmt.
Die Umsetzung und die Einhaltung der einzelnen Regeln des Kodex wurde im Geschäftsjahr 2017|18 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft evaluiert. Die Überprüfung erfolgte im Wesentlichen unter Anwendung des Fragebogens zur Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance (Fassung Jänner 2015). Der Bericht über die externe Evaluierung gemäß Regel 62 des ÖCGK ist unter www.agrana.com/ir/corporate-governance abrufbar.
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte in 2019/20 keine Zweigniederlassungen
Die weltweite Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) wurde am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt. Damit konkretisiert sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen wesentlichen Auswirkungen auf den zukünftigen Geschäftsverlauf. Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses am 22. April 2020 war es aufgrund der dynamischen Entwicklung nicht möglich, die finanziellen Auswirkungen abzuschätzen. In Abhängigkeit der tatsächlichen Auswirkungen bzw. weiterer Entwicklungen durch die Coronakrise können sich negative Einflüsse auf das Geschäftsjahr 2020|21 oder folgende Geschäftsjahre, beispielsweise im Bereich der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten sowie Sachanlagen, bei Mittelfristplanungen oder sonstigen finanzrelevanten Teilen ergeben. Zum 29. Februar 2020 waren die Effekte nicht absehbar und daher auch nicht berücksichtigt.
Ansonsten sind nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2020 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die AGRANA eingetreten.
Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt der zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichtes im April 2020 noch nicht absehbaren wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen und Dauer der temporären Ausnahmesituation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie. Aufgrund der sich dynamisch ändernden Situation hätten Annahmen über die weitere Entwicklung der COVID-19- Pandemie und deren wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen überwiegend spekulativen Charakter. AGRANA hat deshalb davon abgesehen, solche Annahmen im Prognosebericht zu berücksichtigen und veröffentlicht deshalb eine "Prognose vor Corona", die auf dem ursprünglich geplanten Budget für 2020|21 basiert. Es wird mit negativen Effekten auf Umsatz und Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) in allen Segmenten gerechnet, die aktuell allerdings noch nicht quantifizierbar sind.
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt. Für das Geschäftsjahr 2020|21 wird für die Gruppe mit einem deutlichen Anstieg beim EBIT ohne Corona-Effekt gerechnet. Ebenso wird beim Konzernumsatz ohne Corona-Effekt von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.
COVID-19-Risikoeinschätzung: Die sich weiterhin dynamisch verändernden Auswirkungen aus der COVID-19-Pandemie verhindern im Moment jegliche konkrete Festlegung von Parametern und damit der letztendlichen "Prognose nach Corona" für 2020|21.
Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 80 Mio. € nicht nur deutlich unter dem Wert von 2019|20, sondern auch deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von knapp 120 Mio. € liegen. Dieser Investitionsplan wurde bereits vor der Coronakrise festgelegt und soll unverändert beibehalten werden.
Im Geschäftsjahr 2020|21 wird AGRANA weiter an ihrer Dekarbonisierungstrategie, die eine bilanzielle CO2-Neutralität bis 2040 vorsieht, arbeiten und konkrete Etappenziele formulieren.
Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird für das kommende Geschäftsjahr 2020|21 mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EGT) auf aktuellem Niveau gerechnet.
Wien, am 22. April 2020
Der Vorstand
Dkfm. Thomas Kölbl
Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer
Mag. Stephan Büttner Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
für das Geschäftsjahr 2019|20 vom 1.März 2019 bis 29. Februar 2020
Gewinn- und Verlustrechnung
Bilanz
Anhang zum Jahresabschluss Allgemeines Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige Angaben Aufwendungen für den Abschlussprüfer Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Ergebnisverwendung Organe und Arbeitnehmer
Entwicklung des Anlagevermögens
für das Geschäftsjahr 2019|20 vom 1.März 2019 bis 29. Februar 2020 der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB
| t¤ | 2019 20 | 2018 19 | |
|---|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 35.137 | 32.339 | |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 205 | 121 | |
| 3. Personalaufwand | –22.524 | –22.707 | |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände | |||
| des Anlagevermögens und Sachanlagen | –1.303 | –1.221 | |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | –25.090 | –23.195 | |
| 6. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 5) | –13.575 | –14.663 | |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | 74.810 | 64.523 | |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 74.793 | 64.499 | |
| 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und | |||
| Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 2.524 | 1.864 | |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 2.524 | 1.864 | |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 3.794 | 2.963 | |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 3.794 | 2.906 | |
| 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –2.993 | –1.228 | |
| davon aus verbundenen Unternehmen | –790 | –1.167 | |
| 11. Finanzerfolg (Z 7 bis 10) | 78.135 | 68.122 | |
| 12. Ergebnis vor Steuern (Z 1 bis 11) | 64.560 | 53.459 | |
| 13. Steuern vom Einkommen | 320 | 168 | |
| 14. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss | 64.880 | 53.627 | |
| 15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 5.278 | 14.140 | |
| 16. Bilanzgewinn | 70.158 | 67.767 |
| t¤ | Stand 29.02.2020 |
Stand 28.02.2019 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände |
983 | 1.594 |
| II. Sachanlagen | 1.050 | 1.065 |
| III. Finanzanlagen | 664.283 | 459.783 |
| 666.316 | 462.442 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände |
364.213 | 353.123 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 15.915 | 20.413 |
| II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 28 | 33 |
| 364.241 | 353.156 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 58 | 59 |
| D. Aktive latente Steuern | 618 | 589 |
| Summe Aktiva | 1.031.233 | 816.246 |
| PASSIVA A. Eigenkapital |
||
| I. Grundkapital |
113.531 | 113.531 |
| II. Kapitalrücklagen | 550.689 | 550.689 |
| III. Gewinnrücklagen | 13.928 | 13.928 |
| IV. Bilanzgewinn | 70.158 | 67.767 |
| davon Gewinnvortrag | 5.278 | 14.140 |
| B. Rückstellungen | 748.306 | 745.915 |
| I. Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen |
||
| und Jubiläumsgelder | 16.728 | 15.072 |
| II. Rückstellung für Steuern und sonstige | 3.935 | 4.321 |
| 20.663 | 19.393 | |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| I. Finanzverbindlichkeiten |
247.000 | 42.500 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 0 | 35.500 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 247.000 | 7.000 |
| II. Übrige Verbindlichkeiten | 15.264 | 8.438 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 8.232 | 6.425 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 7.032 | 2.013 |
| 262.264 | 50.938 | |
| Summe Passiva | 1.031.233 | 816.246 |
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.
Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen.
Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.
Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR).
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, wurde dies bei Schätzungen berücksichtigt.
Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.
Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.
Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Markenrechte | 10 | 10 |
| EDV-Software | 3 | 33,33 |
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.
Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Gebäude | 40 - 50 | 2,5 - 2 |
| Geschäftsausstattung | 5-10 | 20 - 10 |
| EDV-Ausstattung | 3 | 33,33 |
| Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV | 1 - 5 | 100 - 20 |
Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.
Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.
Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wäre, ergibt.
Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert unter je EUR 400,00) werden aktiviert und sofort abgeschrieben.
Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, wird in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung werden aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Für steuerliche Verlustvorträge wird keine aktive latente Steuer gebildet. Latente Steuern werden auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25 % gebildet. Gemäß § 198 (9) UGB wurde im Geschäftsjahr eine aktive latente Steuer in der Höhe von EUR 618.379,32 (im Vorjahr 589 TEUR) in der Bilanz aktiviert.
Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (März 2018)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz von 0,80 % (VJ 1,55 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen wurden mit 3,27 % (VJ 3,5 %) und Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-1,65 % (im Vorjahr 0-1,65 %) für Abfertigungen und von 0-12,79% (im Vorjahr 0-12,79%) für Jubiläen angesetzt.
Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Fluktuation wurden neben Invalidisierungs- und Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses angesetzt. Das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer wurde mit 65 Jahren gemäß Übergangsregel der Pensionsreform ermittelt.
Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (März 2018)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 0,80 % (VJ 1,55 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen für Aktive wurden mit 1,88 % (VJ 1,92%) angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden keine weiteren Ausscheideursachen wie Fluktuation berücksichtigt.
Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 leistungsorientiert an eine Pensionskasse ausgelagert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.
Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen setzt sich aus dem Barwert abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| Pensionspläne | Stand 29.02.2020 | Stand 28.02.2019 |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 27.559.922,87 | 24.137.669,93 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | - 16.069.072,45 | - 13.982.781,29 |
| Rückstellung für Pensionen | 11.490.850,42 | 10.154.888,64 |
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der bestmöglich geschätzt wurde. Langfristige Rückstellungen bestehen nicht.
Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert.
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten auch Verpflichtungen betreffend kollektivvertragliche Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern. Diese Rückstellungen werden nach den für Abfertigungsrückstellungen angewandten Berechnungsmethoden (IAS19) ermittelt.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Beilage zum Anhang) dargestellt.
Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Abs 1 Z 4 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:
| Höhe des |
Eigenkapital gem. | Ge schäfts |
Jahresüber schuss/ |
|
|---|---|---|---|---|
| Beteiligungsunternehmen | Anteils | § 229 UGB | jahr | -fehlbetrag |
| % | EUR | EUR | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen: | ||||
| AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien | ||||
| (ehem. AGRANA Marketing- und Ver | ||||
| triebsservice Gesellschaft m.b.H.) | 100 | 143.058.272,36 | 2019/20 | 14.550.165,03 |
| AGRANA Internationale Verwaltungs | ||||
| und Asset-Management GmbH, Wien*) | 98,91 | 279.922.822,67 | 2019/20 | 11.184.425,48 |
| AGRANA Zucker GmbH., Wien *) | 98,91 | 134.237.461,57 | 2019/20 | 0,00 |
| AGRANA Stärke GmbH., Wien *) | 98,91 | 331.821.983,59 | 2019/20 | 60.589.570,28 |
| AGRANA Group-Services GmbH, Wien | 100 | 3.951.464,33 | 2019/20 | 367.914,48 |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwick | ||||
| lungs- und Produktions- GesmbH, Wien | 66,67 | 8.737.915,42 | 2019/20 | 1.157.320,13 |
| AGRANA Research & Innovation Center | ||||
| GmbH, Wien | 100 | 4.925.856,13 | 2019/20 | 729.749,01 |
*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien. Davon haben EUR 0,00 eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und EUR 118.000.000,00 eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren und EUR 129.000.000,00 eine Restlaufzeit von über 5 Jahren.
| Restlaufzeit | Restlaufzeit von | ||
|---|---|---|---|
| in EUR (Vorjahr in TEUR) | mehr | Bilanzwert | |
| bis 1 Jahr | als 1 Jahr | ||
| Forderungen gegenüber verbundenen | |||
| Unternehmen | 348.281.004,16 | 15.914.580,63 | 364.195.584,79 |
| (28.02.2019) | (332.612) | (20.413) | (353.025) |
| Sonstige Forderungen und | |||
| Vermögensgegenstände | 11.018,54 | 6.006,05 | 17.024,59 |
| (28.02.2019) | (81) | (16) | (97) |
| Summe | 348.292.022,70 | 15.920.586,68 | 364.212.609,38 |
| (28.02.2019) | (332.693) | (20.430) | (353.123) |
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 360.594.169,82 (im Vorjahr 349.488 TEUR) sonstige Forderungen und in Höhe von EUR 3.601.414,97 (im Vorjahr 3.537 TEUR) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Salden der debitorischen Kreditoren (EUR 11.012,54; Vorjahr TEUR 35), Forderungen aus Kapitalertragsteuer gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 18.547,50 (im Vorjahr 24 TEUR), welche mit der Position Steuerrückstellungen saldiert sind und andere kurzfristige Forderungen.
In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, enthalten.
In der 31. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, am 6. Juli 2018 wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:4 beschlossen. Dadurch stieg die Anzahl der Aktien mit Wirksamkeit am 24. Juli 2018 von bisher 15.622.244 auf 62.488.976 auf Inhaber lautende Stückaktien. Das Grundkapital von EUR 113.531.274,76 blieb unverändert.
| Kapitalrücklagen | Stand 01.03.2019 | Veränderung | Stand 29.02.2020 |
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| Gebundene | 505.122.085,57 | 0,00 | 505.122.085,57 |
| Nicht gebundene | 45.566.884,45 | 0,00 | 45.566.884,45 |
| Summe | 550.688.970,02 | 0,00 | 550.688.970,02 |
| Stand 01.03.2019 | Veränderung | Stand 29.02.2020 | |
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | |
| Gesetzliche Rücklage | 47.964,07 | 0,00 | 47.964,07 |
| Andere Rücklagen (freie Rücklagen) | 13.880.000,00 | 0,00 | 13.880.000,00 |
| Summe | 13.927.964,07 | 0,00 | 13.927.964,07 |
Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.
Die Effekte aus Personalrückstellungsänderungen werden im Personalaufwand erfasst.
Die Abfertigungs-, Pensions- und sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:
| Stand | Verbrauch | Auflösung | Zuweisung | Stand am | |
|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2019 | 29.02.2020 | ||||
| in EUR | in EUR | in EUR | in EUR | in EUR | |
| Abfertigung | 4.501.035,86 | 0,00 | 0,00 | 280.996,82 | 4.782.032,68 |
| Pensionsansprüche | 10.154.888,64 | 0,00 | 1.304.086,41 | 2.640.048,19 | 11.490.850,42 |
| Jubiläumsgelder | 415.879,64 | 0,00 | 0,00 | 39.393,99 | 455.273,63 |
| Nicht konsumierte Urlaube | 1.461.368,27 | 48.961,48 | 0,00 | 0,00 | 1.412.406,79 |
| Sonderzahlungen | 354.539,39 | 0,00 | 0,00 | 34.944,66 | 389.484,05 |
| Prüfungsaufwand | 163.000,00 | 163.000,00 | 0,00 | 27.000,00 | 27.000,00 |
| Veröffentlichungsaufwand | 140.000,00 | 140.000,00 | 0,00 | 151.000,00 | 151.000,00 |
| Kosten der Hauptver | |||||
| sammlung | 57.000,00 | 57.000,00 | 0,00 | 57.000,00 | 57.000,00 |
| Kosten Bilanzpresse | |||||
| konferenz | 2.000,00 | 1.405,40 | 594,60 | 2.000,00 | 2.000,00 |
| Aufsichtsratsvergütungen | 325.000,00 | 325.000,00 | 0,00 | 325.000,00 | 325.000,00 |
| Pensionskasse | 32.700,00 | 12.033,33 | 20.666,67 | 0,00 | 0,00 |
| Sonstige ausstehende | |||||
| Eingangsrechnungen | 655.280,00 | 506.414,98 | 148.865,02 | 473.770,00 | 473.770,00 |
| Summe | 18.262.691,80 | 1.253.815,19 | 1.474.212,70 | 4.031.153,66 | 19.565.817,57 |
Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und Abrechnungen.
| 29.02.2020 | 28.02.2019 | |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 247.000.000,00 | 42.500 |
| davon mit RLZ von bis 1 Jahr | (0,00) | (35.500) |
| davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren | (118.000.000,00) | (7.000) |
| davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren | (129.000.000,00) | (0) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.516.423,46 | 911 |
| davon mit RLZ von bis 1 Jahr | (1.516.423,46) | (911) |
| Verbindlichkeiten gegenüber | ||
| verbundenen Unternehmen | 7.735.191,11 | 2.603 |
| davon mit RLZ von bis 1 Jahr | (703.026,17) | (590) |
| davon mit RLZ von mehr als 1 Jahr | (7.032.164,94) | (2.013) |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 6.012.148,69 | 4.924 |
| davon mit RLZ von bis 1 Jahr | (6.012.148,69) | (4.924) |
| Summe | 262.263.763,26 | 50.938 |
| davon mit RLZ von bis 1 Jahr | (8.231.598,32) | (41.925) |
| davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren | (125.032.164,94) | (9.013) |
| davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren | (129.000.000,00) | (0,00) |
RLZ = Restlaufzeit
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ein Schuldscheindarlehen über EUR 247.000.000,00, welches zur Gänze konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurde.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 3.307.593,50 (im Vorjahr 3.181 TEUR) und Verbindlichkeiten aus Steuer und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von EUR 1.031.473,00 (im Vorjahr 797 TEUR) enthalten.
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 7.735.191,11 (im Vorjahr 2.603 TEUR) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen.
Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2019/20 beträgt EUR 1.633.605,30 (im Vorjahr 1.598 TEUR). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 8.168.026,50.
| 29.02.2020 | 28.02.2019 | |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| Haftungen aus Wechselobligo | 7.800.000,00 | 7.800 |
| Haftungen aus Zahlungsgarantien | 280.573.500,00 | 244.912 |
| Summe | 288.373.500,00 | 252.712 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 239.931.480 | 202.946 |
Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 01. März 2019 bis 29. Februar 2020, im Vorjahr jenen vom 01. März 2018 bis 28. Februar 2019.
Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 35.137.282,02 (im Vorjahr 32.339 TEUR) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Konzernverrechnung und Erträge für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalities).
(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 4.443,09 (im Vorjahr 22 TEUR).
(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 170.626,29 (im Vorjahr 97 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffend IT-Leistungen, Pensionskasse und Konzernkommunikation.
(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 29.906,14 (im Vorjahr 2 TEUR) enthalten Erträge aus realisierten Gewinnen aus Kursdifferenzen und Erträge aus Versicherungsansprüchen.
| 2019/20 | 2018/19 | |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| Gehälter | 15.980.137,33 | 15.205 |
| Aufwendungen für Abfertigungen | 244.472,21 | 396 |
| Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge kassen (MVK) |
179.439,40 | 169 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 2.815.098,87 | 3.778 |
| Sozialabgaben und Personalnebenkosten | 3.018.700,44 | 2.902 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 285.688,79 | 257 |
| Summe | 22.523.537,04 | 22.707 |
davon entfallen
| Abfertigungen und Leistun gen an betriebliche Mitarbei tervorsorgekassen |
Pensionen (Rückstellungen) | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 2019/20 | 2018/19 | 2019/20 | 2018/19 | ||
| EUR | TEUR | EUR | TEUR | ||
| Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG | 136.897,58 | 222 | 2.789.981,47 | 3.756 | |
| andere Arbeitnehmer | 287.014,03 | 343 | 25.117,40 | 22 | |
| Summe | 423.911,61 | 565 | 2.815.098,87 | 3.778 |
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (Headcount, ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 161 Angestellte dies entspricht 149,2 FTE (im Vorjahr 156 Headcount entspricht 144,4 FTE).
Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 3.935.593,72 (im Vorjahr 3.741 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 1.445.732,02 (im Vorjahr 476 TEUR) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde bei der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von EUR 1.304.086,41 (im Vorjahr 3.281 TEUR) zugeführt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2019/20 eine Vergütung von EUR 325.000,00 (im Vorjahr 325 TEUR).
In den Löhnen und Gehältern sind Dotierungen der Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 33.301,95 (Vorjahr: TEUR 40) enthalten
Im Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" sind Aufwendungen in Höhe von EUR 3.929.871,29 (Vorjahr: TEUR 3.764) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen EUR 25.090.527,14 (im Vorjahr 23.197 TEUR) und umfassen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von EUR 11.926.440,49 (im Vorjahr 10.655 TEUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von EUR 1.617.722,28 (im Vorjahr 1.807 TEUR), Leasing, Mieten und Pachten von EUR 2.349.239,55 (im Vorjahr 2.295 TEUR), Werbeaufwendungen von EUR 2.038.176,51 (im Vorjahr 1.665 TEUR), Bankgebühren EUR 104.445,34 (im Vorjahr 100 TEUR) sowie andere Aufwendungen in Höhe von EUR 7.054.502,97 (im Vorjahr 6.675 TEUR).
| 2019/20 | 2018/19 | |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| Erträge von verbundenen Unternehmen | 74.793.080,25 | 64.499 |
| Erträge von sonstigen Beteiligungen | 17.300,00 | 24 |
| Summe | 74.810.380,25 | 64.523 |
| 2019/20 | 2018/19 | |
|---|---|---|
| in EUR | in TEUR | |
| Körperschaftsteuer | -2.080.600,00 | -3.785 |
| Körperschaftsteuer Vorperioden | -198.234,09 | 797 |
| Steuerumlagen | 2.822.336,62 | 3.247 |
| Lat. Ertragsst. a. Bewertungsdiff. | 29.866,30 | 21 |
| nicht abzugsfähige Quellensteuer | -253.409,27 | -110 |
| Summe | 319.959,56 | 168 |
Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.), AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.
AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit France S.A., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED, Pune, Indien AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited, Jiangsu, China AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacán, Mexiko AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd., Sydney, Australien AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán, Mexiko AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Johannesburg, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich AGRANA Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien, Österreich (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA TANDAREI SRL, Țăndărei, Rumänien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH, Wien, Österreich AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, Österreich AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Deutschland AUSTRIA JUICE Hungary Kft., Vásarosnamény, Ungarn AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Polen AUSTRIA JUICE Romania SRL, Vaslui, Rumänien AUSTRIA JUICE Ukraine TOV, Winniza, Ukraine Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn Dirafrost FFI N.V., Lummen, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italien AGRANA Croatia d.o.o., Zagreb, Kroatien Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Rumänien
Anlage 3/16
Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered', Slowakei SPA AGRANA Fruit Algeria, Akbou, Algerien Yube d.o.o., Požega, Serbien
SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland, mit ihren Tochtergesellschaften
"AGRAGOLD" d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRAGOLD dooel, Skopje, Nordmazedonien AGRAGOLD trgovina d.o.o., Ljubljana, Slowenien AGRANA STUDEN Albania sh.p.k., Tirana, Albanien AGRANA - STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C., Pristina, Kosovo AGRANA - STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich Beta Pura GmbH, Wien, Österreich Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien GreenPower Services Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina
Zu den angeführten Unternehmen bestehen fremdübliche Dienstleistungsbeziehungen.
| 2019/20 Jahres-ab schluss EUR |
Andere Bestätigungs leistungen EUR |
Gesamt EUR |
2018/19 Jahres ab schluss TEUR |
Andere Bestätigungs leistungen TEUR |
Sonstige Leistun gen TEUR |
Gesamt TEUR |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| PwC Wirtschaftsprüfung GmbH |
10.000,00 | 260.000,00 | 270.000,00 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesell schaft |
0,00 | 0,00 | 0,00 | 35 | 201 | 38 | 274 |
| Summe | 10.000,00 | 260.000,00 | 270.000,00 | 35 | 201 | 38 | 274 |
Die weltweite Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) wurde am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt. Damit konkretisiert sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen wesentlichen Auswirkungen auf den zukünftigen Geschäftsverlauf. Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses am 22. April 2020 war es aufgrund der dynamischen Entwicklung nicht möglich, die finanziellen Auswirkungen abzuschätzen.
Ansonsten sind nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2020 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die AGRANA Beteiligungs-AG eingetreten.
Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 70.157.981,88 eine Dividende von EUR 0,77 je Aktie, das sind in Summe EUR 48.116.511,52 auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim (bis 04.03.2020) Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Dipl.-Ing. Josef PRÖLL, Wien Dipl.-Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt Dipl.-Ing. Helmut FRIEDL, Egling a.d.Paar
Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.-Ing. Stephan SAVIC, Wien Andreas KLAMLER, Gleisdorf Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard KOTTBAUER, Aschach
Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Wien Mag. Stephan BÜTTNER, Wien Dkfm. Thomas KÖLBL, Mannheim Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer, Wien (ab 01.September 2019)
Wien, am 22. April 2020
Der Vorstand:
Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer
Mag. Stephan Büttner Dkfm. Thomas Kölbl
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
| A N L A G E V E R M Ö G E N A N L A G E V E R M Ö G E N |
Anschaffungskosten | Anschaffungskosten | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Stand | Zugang Stand |
Umbuchung Zugang |
Umbuchung Abgang |
Abgang Stand |
|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Immaterielle Vermögensgegenstände |
01.03.2019 | 01.03.2019 | 29.02.2020 | ||
| 1. Markenrechte | 611.300,93 | 611.300,93 | 0,00 | 0,00 | 611.300,93 |
| 1. Markenrechte | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 2. EDV-Software | 11.057.288,35 | 11.057.288,35 | 190.956,20 | 0,00 | 11.248.244,55 |
| 2. EDV-Software | 190.956,20 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 3. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0,00 | 36.779,05 | 36.779,05 | 36.779,05 | 36.779,05 |
| 3. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 11.668.589,28 | 11.668.589,28 227.735,25 |
227.735,25 0,00 |
36.779,05 0,00 |
11.859.545,48 10.074.989,28 36.779,05 |
|
| II. Sachanlagen | |||||
| 1. Bauten, einschließlich der Bauten 1. Bauten, einschließlich der Bauten |
|||||
| auf fremdem Grund | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| auf fremdem Grund | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 2. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4.904.878,69 | 4.904.878,69 | 471.426,87 | 173.080,85 | 5.203.224,71 |
| 2. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 471.426,87 | 0,00 | 0,00 | 173.080,85 | |
| 3. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0,00 | 28.639,33 | 28.639,33 | 28.639,33 | 28.639,33 |
| 3. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 4.904.878,69 | 4.904.878,69 500.066,20 |
500.066,20 0,00 |
201.720,18 0,00 |
5.203.224,71 201.720,18 |
|
| III. Finanzanlagen III. Finanzanlagen |
|||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 424.145.490,31 | 424.145.490,31 | 0,00 | 0,00 | 424.145.490,31 |
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 42.500.000,00 | 204.500.000,00 | 204.500.000,00 | 0,00 | 247.000.000,00 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 42.500.000,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 3. Beteiligungen | 258.620,00 | 258.620,00 | -258.620,00 | -258.620,00 | 0,00 |
| 3. Beteiligungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 4.Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 0,00 | 0,00 | 258.620,00 | 258.620,00 | 258.620,00 |
| 4.Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 466.904.110,31 | 466.904.110,31 204.500.000,00 |
204.500.000,00 0,00 |
0,00 0,00 |
671.404.110,31 0,00 |
|
| Gesamtsumme | 483.477.578,28 | 483.477.578,28 205.227.801,45 |
205.227.801,45 0,00 |
238.499,23 0,00 |
688.466.880,50 21.035.096,27 1.302.766,33 238.499,23 |
| Stand Stand Jahres- Zuschreibung Abgang Stand Stand Stand 29.02.2020 01.03.2019 abschreibung 29.02.2020 29.02.2020 28.02.2019 611.300,93 609.095,93 2.205,00 0,00 0,00 611.300,93 0,00 11.248.244,55 9.465.893,35 799.060,03 0,00 0,00 10.264.953,38 983.291,17 0,00 0,00 36.779,05 0,00 36.779,05 0,00 0,00 11.859.545,48 10.074.989,28 838.044,08 0,00 36.779,05 10.876.254,31 983.291,17 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 5.203.224,71 3.839.382,51 436.082,92 0,00 122.230,82 4.153.234,61 1.049.990,10 1.065.496,18 0,00 0,00 28.639,33 0,00 28.639,33 0,00 0,00 |
Abschreibungen | Buchwerte |
|---|---|---|
| 2.205,00 | ||
| 1.591.395,00 | ||
| 0,00 | ||
| 1.593.600,00 | ||
| 0,00 | ||
| 5.203.224,71 | 3.839.382,51 464.722,25 0,00 150.870,15 4.153.234,61 |
1.049.990,10 1.065.496,18 |
| 0,00 0,00 0,00 |
417.024.765,83 417.024.765,83 |
|
| 424.145.490,31 7.120.724,48 7.120.724,48 |
0,00 0,00 0,00 0,00 |
247.000.000,00 42.500.000,00 |
| 247.000.000,00 0,00 |
0,00 0,00 0,00 0,00 |
0,00 258.620,00 |
| 0,00 0,00 |
0,00 0,00 0,00 0,00 |
258.620,00 0,00 |
| 258.620,00 0,00 |
0,00 0,00 0,00 |
664.283.385,83 459.783.385,83 |
| 671.404.110,31 7.120.724,48 7.120.724,48 |
688.466.880,50 21.035.096,27 1.302.766,33 0,00 187.649,20 22.150.213,40 |
666.316.667,10 462.442.482,01 |
Gemäß § 124 Abs.1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2020 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;
█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019|20 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 22. April 2020
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Kommunikation (inklusive Investor Relations), Treasury, Datenverarbeitung/ Qualitätsmanagement, Personal sowie Organisation, Mergers & Acquisitions, Forschung und Entwicklung Compliance sowie Recht
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für den Bereich Produktions-Einkauf & Logistik koordination/Investitionen
Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung für den Bereich Interne Revision
Wir haben den Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 29. Februar 2020, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 29. Februar 2020 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
Der Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das am 28. Februar 2019 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Jahresabschluss am 24. April 2019 abgegeben hat.
Unser Prüfungsurteil ist im Hinblick auf diesen Sachverhalt nicht eingeschränkt.
Wir verweisen auf die Angabe unter "G. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" im Anhang, in der die Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) auf die Gesellschaft beschrieben werden.
Unser Prüfungsurteil ist im Hinblick auf diesen Sachverhalt nicht eingeschränkt.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 664.024.765,83 stellen einen wesentlichen Anteil an den Aktiva der Gesellschaft dar. Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an verbundene Unternehmen kann in der Regel überwiegend, mangels Verfügbarkeit, nicht auf Basis von Marktpreisen erfolgen. Die Ermittlung des beizulegenden Werts erfordert somit Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen. Dazu zählen insbesondere geplante Zahlungsströme, zukünftige Marktgegebenheiten, Wachstumsraten und Kapitalkosten. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung haben.
Aufgrund des beschriebenen Sachverhalts wurde die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an verbundene Unternehmen von uns als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt bei unserer Prüfung berücksichtigt.
Wir haben:
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind UGB-konform. Wir erachten die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen als vertretbar.
Vergleiche Kapitel B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter 2. Anlagevermögen, c. Finanzanlagen im Anhang zum Jahresabschluss.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben, keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Hinsichtlich der Auswirkungen von COVID-19 verweisen wir auf die Ausführungen zum Risikomanagement der Gesellschaft im Lagebericht (Seite 171f ).
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab, und wir werden keine Art der Zusicherung darauf abgeben.
In Verbindung mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und abzuwägen, ob sie angesichts des bei der Prüfung gewonnenen Verständnisses wesentlich in Widerspruch zum Jahresabschluss stehen oder sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5.Juli 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 22. August 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind im Geschäftsjahr 2019|20, endend mit Stichtag 29. Februar 2020, erstmalig Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs.1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.
Wien, am 22. April 2020
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Mag. (FH) Werner Stockreiter e.h. Wirtschaftsprüfer
der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB
| 2019 20 | |
|---|---|
| € | |
| Das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis 29. Februar 2020 | |
| schließt mit einem Bilanzgewinn von | 70.157.982 |
| Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, | |
| diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: | |
| Auf 62.488.976 Stück dividendenberechtigte Stammaktien | |
| Zahlung einer Dividende von 0,77 € pro Stammaktie | |
| (nennbetragslose Stückaktie), das sind | 48.116.512 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 22.041.470 |
| 70.157.982 |
AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]
Mag. Ulrike Middelhoff Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]
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Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
Betreffend der Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | p | 0% bis +1% oder 0% bis –1% |
| Leicht | o oder a | Mehr als +1% bis +5% oder mehr als –1% bis –5% |
| Moderat | i oder s | Mehr als +5% bis +10% oder mehr als –5% bis –10% |
| Deutlich | ii oder ss | Mehr als +10% bis +50% oder mehr als –10% bis –50% |
| Sehr deutlich | iii oder sss | Mehr als +50% oder mehr als –50% |
Bezüglich Definitionen zu Finanzkennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2019|20 auf Seite 204 verwiesen. Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.
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