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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report Jun 1, 2017

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Annual Report

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Für die meisten ist das ein Jahresfinanzbericht. Für AGRANA: Ein Blick in viele Richtungen.

Jahresfinanzbericht 2016|17

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht 2016|17 3

  • Unternehmensstruktur 4
  • Integrierte Nachhaltigkeitsberichterstattung 6
  • Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 10
  • Segment Zucker 18
  • Segment Stärke 25
  • Segment Frucht 32
  • Nachhaltigkeit 38
  • Forschung und Entwicklung 45
  • Personal- und Sozialbericht 48
  • Risikomanagement 52
  • Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte 58
  • Prognosebericht 59

Konzernabschluss 2016|17 61

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 62
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung 63
  • Konzern-Geldflussrechnung 64
  • Konzern-Bilanz 65
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung 66
  • Konzernanhang 68
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) 126
  • Konzern-Anteilsbesitz 127
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 130
  • Bestätigungsvermerk 131

Lagebericht 2016|17 136

Jahresabschluss 2016|17 163

  • Gewinn- und Verlustrechnung 164
  • Bilanz 165
  • Anhang 166
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 190
  • Bestätigungsvermerk 191
  • Vorschlag für die Gewinnverwendung 194

Jahresfinanzbericht 2016|17

für das Geschäftsjahr vom 1. März 2016 bis 28. Februar 2017 der AGRANA Beteiligungs-AG

Konzernlagebericht 2016|17

Unternehmensstruktur 4

  • Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle 4
  • Integrierte Nachhaltigkeitsberichterstattung 6
  • Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte 6
  • Organisatorische Berichtsgrenzen 8
  • Managementansätze wesentlicher Aspekte und daraus resultierende inhaltliche Berichtsgrenzen 8

Ertrags-, Finanzund Vermögenslage 10

  • Änderungen im Konsolidierungskreis 10
  • Umsatz- und Ertragslage 10
  • Investitionen 12
  • Cashflow 13
  • Vermögens- und Finanzlage 13
  • Geschäftsentwicklung 15
  • der einzelnen Segmente
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 17

Segment Zucker 18

  • Geschäftsentwicklung 18
  • Marktumfeld 19
  • Rohstoff und Produktion 20
  • Investitionen 24

Segment Stärke 25

  • Geschäftsentwicklung 25
  • Marktumfeld 26
  • Rohstoff und Produktion 27
  • Investitionen 31

Segment Frucht 32

  • Geschäftsentwicklung 32
  • Marktumfeld 33
  • Rohstoff und Produktion 34
  • Investitionen 37

Nachhaltigkeit 38

  • AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis 38
  • Formate des AGRANA-Stakeholder-39
  • Engagements im Geschäftsjahr 2016|17 AGRANAs Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2016|17 39

Forschung und Entwicklung 45

  • Segment Zucker 45
  • Segment Stärke 46
  • Segment Frucht 47

Personal- und Sozialbericht 48

  • Personalmanagement 48
  • Personalentwicklung und Weiterbildung 49
  • Arbeitssicherheit und Gesundheit 50
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie 51

Risikomanagement 52

  • Risikopolitik 53
  • Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 53
  • Operative Risiken 53
  • Regulatorische Risiken 54
  • Rechtliche Risiken 55
  • Finanzielle Risiken 55
  • Gesamtrisiko 56
  • Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem 57

Kapital-, Anteils-, Stimmund Kontrollrechte 58

Prognosebericht 59

Nachhaltigkeitsausblick 2017|18 60

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht. Rund 8.600 Mitarbeiter (FTEs)1 an 54 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2016|17 einen Konzernumsatz von rund 2,6 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle

AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe, primär Mais, Weizen und Kartoffeln, zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere geliefert. Auch im Rahmen der Stärkegewinnung werden Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v. a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. Auch im Segment Frucht legt AGRANA Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum weiterverwendbare Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.

AGRANA verarbeitet in allen drei Geschäftssegmenten auch agrarische Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau und ist damit einer der größten Bio-Produzenten Europas.

Vereinfachte AGRANA-Wertschöpfungskette und berichtete GRI-Indikatoren

Die im Rahmen der Geschäftsverbindungen gezeigte Strichstärke symbolisiert Mengenströme innerhalb des jeweiligen Geschäftssegmentes.

Vertragslandwirtschaft/Kontraktlandwirtschaft

Direkte Geschäftsbeziehung

Keine direkte Geschäftsbeziehung

Integrierte Nachhaltigkeitsberichterstattung

AGRANA berichtet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit – mit einem grünen Fingerabdruck gekennzeichnet – in den Konzernlagebericht integriert. Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse, Managementansätze der wichtigsten Aspekte sowie die organisatorischen und inhaltlichen Berichtsgrenzen.

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte

AGRANA veredelte im Geschäftsjahr 2016|17 in den Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht weltweit rund 10,6 Mio. Tonnen agrarische Rohstoffe und verkaufte 5,9 Mio. Tonnen hochwertige Produkte.

Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA im Geschäftsjahr 2012|13 sechs Handlungsfelder entlang der Produktwertschöpfungskette identifiziert, die wesentliche Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte haben:

  • █ Umwelt- und Sozialkriterien (d.h. Arbeitspraktiken und Menschenrechte) in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • █ Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • █ Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • █ Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • █ Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • █ Gesellschaftliches Engagement

Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse haben die Mitglieder des AGRANA-Nachhaltigkeitskernteams die ökonomische, ökologische und soziale Bedeutung einzelner Nachhaltigkeitsaspekte einerseits für AGRANA und andererseits für ihre Stakeholder-Gruppen bzw. bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft eingeschätzt.

Diese Einschätzung erfolgte auf Basis der täglichen Arbeitserfahrungen im jeweiligen Bereich, aufgrund von Feedback von unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen im Rahmen der unterschiedlichen Formate des Stakeholder-Engagements (siehe Seite 38f ) und wird von den Geschäftsführern der Segmente Zucker, Stärke und Frucht sowie dem Vorstand der AGRANA-Beteiligungs-AG geteilt.

AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse

Nachhaltigkeitsreporting und Ziele

Externe
Relevanz
(Kunden und
andere
Stakeholder
Gruppen)1
A
TRANSPARENZ █ Kinder-, Zwangs- und
Pflichtarbeit
█ Vereinigungsfreiheit
█ Bewertung der
AGRANA-Standorte
bzgl. Menschenrechte
█ Einbindung
von Stakeholdern
█ Bewertung der Lieferanten
bzgl. Arbeitspraktiken
█ Bewertung der Lieferanten
bzgl. ökologischer Aspekte
█ Verwendete
(agrarische Roh-)Stoffe
█ Compliance
█ Kundengesundheit
und -sicherheit
█ Kundenzufriedenheit
█ Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
█ Bewertung der Lieferanten
bzgl. Menschenrechte
B █ Vielfalt und Chancen
gleichheit
█ Gleichbehandlung
█ Biodiversität
(v. a. in der vorgelagerten
Lieferkette relevant)
█ Wasser
(AGRANA-Produktion)
█ Abfall inkl. Verpackungsabfälle
(AGRANA-Produktion)
█ Beschwerdeverfahren
bzgl. ökologischer Aspekte
und gesellschaftlicher
Auswirkungen
█ Einbindung lokaler Gemein
schaften
█ Energieverbrauch
und Emissionen
(AGRANA-Produktion)
█ Beschwerdeverfahren
bzgl. Arbeitspraktiken
und Menschenrechte
█ Aus- und Weiterbildung
STEUERUNG UND
POSITIONIERUNG
C █ Schutz der Privatsphäre
des Kunden
█ Gleicher Lohn für
Frauen und Männer
█ Marketing
█ Transport
█ Arbeitgeber- und
Arbeitnehmerverhältnis
█ Beschäftigung
█ Kennzeichnung von
Produkten
█ Wirtschaftliche Leistung
D █ Verfügbarkeit von
Produkten (für Menschen
mit geringem Einkommen)
█ Rechte der indigenen
Bevölkerung
█ Sicherheitspraktiken
MONITORING MANAGEMENT
D
Legende:
A = hohe Relevanz
B = mittlere Relevanz
C
C = marginale Relevanz
D = keine Relevanz
B A
Ökonomische,
ökologische, soziale
und ggf. organi
satorische Relevanz
für AGRANA
Priorität 1 – Steuerung
und Positionierung:
Themen, für die Ziele
formuliert werden
auf Basis umfangreicher
Datentransparenz
Priorität 2 – Transparenz:
Themen, für die zentrale
externe Anforderungen
datenseitig erfüllt werden
Priorität 3 – Management:
Themen, die extern kaum
nachgefragt werden
und die intern auf weitere
Verbesserungspotenziale
geprüft werden
Priorität 4 – Monitoring:
Themen, die im Blick
behalten werden, für die
aber vorerst keine
weiteren Maßnahmen
notwendig sind

Organisatorische Berichtsgrenzen

Die für AGRANAs Geschäftstätigkeit wesentlichen Nachhaltigkeitsdaten wurden nach den Vorgaben der Global Reporting Initiative (Version G4; "In accordance CORE") erstellt.

Die organisatorischen Berichtsgrenzen für die in diesem Geschäftsbericht 2016|17 integrierten nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsinformationen umfassen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit und entsprechen dem finanziellen Konsolidierungskreis, mit Ausnahme der neuen AGRANA-Gesellschaften für Fruchtzubereitungen in Argentinien und Indien, die erst gegen Ende des Geschäftsjahres 2016|17 erstkonsolidiert wurden.

Im Geschäftsjahr 2016|17 wurden erstmals auch die Daten der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, im Segment Zucker berichtet. Aus organisatorischen Gründen sind in den Nachhaltigkeitsdaten die nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen des AGRANA-Konzerns, die AGRANA-STUDEN-Gruppe (Segment Zucker) sowie die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) weiterhin nicht enthalten.

Managementansätze wesentlicher Aspekte und daraus resultierende inhaltliche Berichtsgrenzen

AGRANAs Geschäftstätigkeit ist in drei Geschäftssegmenten organisiert. AGRANA berichtet daher alle GRI G4- Indikatoren pro Geschäftssegment, da unterschiedliche Geschäftsprozesse in den AGRANA-Geschäftssegmenten die Aussagekraft von auf Gruppenebene konsolidierten Informationen (z.B. im Bereich Energieeinsatz und Emissionen) einschränken bzw. verzerren könnten. Eine genauere inhaltliche Abgrenzung ist für folgende Aspekte, die für AGRANAs Stakeholder besondere Bedeutung haben, zum leichteren Verständnis des Berichtsrahmens und des zugrundeliegenden Managementansatzes notwendig.

Aspekte der Lieferkette

Bewertung von Lieferanten bezüglich Menschenrechtsaspekten, Arbeitspraktiken und ökologischen Aspekten Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, beschränkt AGRANA ihre Berichterstattung zur Lieferkette auf Liefe-

ranten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke). Die Erwartungen an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten hat AGRANA in den Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte,

die für den Bereich der Sozialkriterien eine Referenz auf AGRANAs Verhaltenskodex enthalten, niedergeschrieben. Die Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte sind Bestandteil von Lieferverträgen und damit auch für Lieferanten einzuhalten. Die Überprüfung der Einhaltung dieser Grundsätze erfolgt je nach Rohstoffkategorie, Beschaffungsmodell und Segment auf geeigneten Wegen (siehe dazu Segmentberichterstattung, Seiten 21f, 28, 34ff, 40).

Biodiversität

Als Veredler landwirtschaftlicher Rohstoffe ist AGRANA auf die Verfügbarkeit dieser und damit auf die Funktionsfähigkeit lokaler Ökosysteme angewiesen. Aus diesem Grund ist Biodiversität für AGRANA v. a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion, von Bedeutung. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. Darüber hinaus evaluiert AGRANA einmal pro Jahr den Biodiversitäts- bzw. Schutzwert des lokalen Ökosystems an eigenen Produktionsstandorten. Wenngleich keiner der Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 8) in einem Naturschutzgebiet bzw. Gebiet mit einem hohen Biodiversitätswert liegt, setzt AGRANA auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder der Erhöhung der Artenvielfalt um (siehe Seiten 24, 31, 37).

Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion

Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltaspekten stellt ihre Umweltpolitik dar.

Energieeinsatz und Emissionen

Da AGRANA organische Ausgangsstoffe wie Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln und Früchte verarbeitet, deren Menge, Zucker- und Stärkegehalt bzw.Qualität aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren in der Vegetationsund Ernteperiode jährlichen Schwankungen unterliegen, und damit bzw. darüber hinaus das pro Standort erzeugte Produktmengenportfolio sowie der damit verbundene Energieeinsatz variieren, ist die Darstellung von absoluten Gesamtenergieeinsätzen bzw.-emissionen nicht aussagekräftig. AGRANA berichtet daher ausschließlich Energieund Emissionsintensität pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) pro Geschäftssegment. Im Geschäftssegment Zucker wurde im Rahmen eines Abgleichs mit den Südzucker-Berichtsgrenzen im Berichtsjahr 2016|17 rückwirkend bis zum Berichtsjahr 2014|15 Carbonatationskalk in die Liste der Nebenprodukte aufgenommen. Einsparungen aufgrund umgesetzter Energieeffizienz- bzw. Emissionsreduktionsmaßnahmen werden als Gesamteinsparungen auf absoluter Basis und prozentueller Basis pro Tonne Produkt berichtet.

AGRANA beschränkt ihre Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen auf den eigenen Produktionsbereich und jeweils auf Scope 1 (direkter Energieeinsatz bzw. direkte Emissionen) und Scope 2 (indirekter Energieeinsatz bzw. indirekte Emissionen), da die Datenverfügbarkeit zum Scope 3-Energieeinsatz sehr eingeschränkt ist bzw. Scope 3 (z.B. im Rahmen von Geschäftsreisen) im Vergleich zu den großen Energie- und Emissionseinträgen in die Carbon Footprints ihrer Produkte vernachlässigbar ist.

AGRANA berechnet bereits seit dem Jahr 2008 Carbon Footprints für eine repräsentative Auswahl ihrer Produkte. Da es allerdings bisher in der EU keine verbindliche Vorgabe bezüglich der anzuwendenden Berechnungsmethodik für den CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelbestandteilen wie Zucker, Stärke, Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten gibt, verzichtet AGRANA aus Gründen der Seriosität auf die Veröffentlichung von Ergebnissen. Je nach angewendeter Rechenregel schwankt z.B. der Carbon Footprint von Zucker um plus/minus 50% zu einer bestimmten Methode. Im Rahmen der vom Europäischen Verband der Zuckerproduzenten (CEFS) berechneten Bandbreite wird jedoch ein Fußabdruck von 242 bis 771 Gramm CO2-Äquivalent pro Kilogramm Rübenzucker angegeben.

Von diesem Verzicht auf Veröffentlichung von Ergebnissen ausgenommen ist der Carbon Footprint von Bioethanol, für den die EU-Energieallokationsmethode verpflichtend anzuwenden ist, um die im Rahmen der EU-Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen nachzuweisenden Energieeinsparungsziele durch biogene Treibstoffe zu belegen.

Wasser und Abwasser

Wasser ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Die Nutzung und Ableitung von Wasser erfolgt im Rahmen der AGRANA-Umweltpolitik an allen Standorten auf nachhaltige Art und Weise. AGRANA nutzt vielfach das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen.

AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe, in ihren Produktionswerken pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte). Kennzahlen zur Wassernutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe, sind aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit und -verlässlichkeit nicht für alle eingesetzten Rohstoffe weltweit vorhanden und werden daher nicht berichtet.

Abfall

Für AGRANA sind die von ihr eingesetzten agrarischen Rohstoffe viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten "Prinzip der vollständigen Verwertung" trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hoch qualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v. a. in den Segmenten Zucker und Stärke durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v. a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits finden dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.

In einigen Ländern sind die von AGRANA als Nebenprodukte vertriebenen (bzw. teilweise kostenfrei abgegebenen) Futter- und Düngemittel ausschließlich aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen als Abfall zu deklarieren. AGRANA berichtet diese Mengen ab der Berichtsperiode 2015|16 nicht mehr als Abfall, da sie weitere direkte stoffliche Verwendung in der Tierhaltung oder Landwirtschaft finden.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter

Die Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitern stellt der AGRANA-Verhaltenskodex dar, der u. a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit enthält, daneben auch Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen gewährt.

Die Arbeitsverhältnisse von rund 75% der AGRANA-Mitarbeiter weltweit unterliegen einem Kollektivvertrag. Die Interessen von etwa 69% der Mitarbeiter werden durch einen lokalen Betriebsrat oder Gewerkschaftsvertreter repräsentiert. An jenen Standorten, wo keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechten eingerichtet, die für alle Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen.

Ertrags-, Finanzund Vermögenslage

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016|17 (1. März 2016 bis 28. Februar 2017) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2016|17 gab es im Konzern u. a. folgende Konsolidierungskreisänderungen: Am 1. Dezember 2016 fand das Closing des Erwerbes der zwei argentinischen Gesellschaften Main Process S.A., Buenos Aires|Argentinien, und Sudinver S.A., Buenos Aires|Argentinien, statt. An beiden Gesellschaften wurden durchgerechnet 100% der Anteile durch AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory| Frankreich, und AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory|Frankreich, erworben. Beide neuen Tochtergesellschaften wurden im Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG erstmals vollkonsolidiert.

Insgesamt wurden 60 Unternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung (29. Februar 2016: 58 Unternehmen) und zwölf Unternehmen (29. Februar 2016: zwölf Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Umsatz- und Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2016 17 2015 16 Veränderung
(verkürzt) % / pp
Umsatzerlöse t€ 2.561.296 2.477.647 3,4%
EBITDA1 t€ 235.212 191.957 22,5%
Operatives Ergebnis t€ 150.815 107.486 40,3%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 30.589 24.523 24,7%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ –9.037 –3.054 –195,9%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 172.367 128.955 33,7%
EBIT-Marge % 6,7 5,2 1,5 pp
Finanzergebnis t€ –17.879 –24.519 27,1%
Ertragsteuern t€ –36.633 –23.508 –55,8%
Konzernergebnis t€ 117.855 80.928 45,6%
Ergebnis je Aktie2 7,13 5,82 22,5%

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2016|17 mit 2.561,3 Mio. € insgesamt leicht über Vorjahresniveau. Der Umsatz im Segment Frucht (1.155,5 Mio. €; +6,7%) stieg dabei – v. a. mengen-, aber auch preisbedingt – deutlicher als im Segment Stärke (733,9 Mio. €; +1,7%). Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse bei gestiegenen Verkaufspreisen in etwa auf Vorjahresniveau (671,9 Mio. €; –0,1%).

Umsatz nach Segmenten 2015|16

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

2 Auf Basis der neuen Aktienanzahl zum Stichtag 28. Februar 2017 berechnet.

50,6% des Konzernumsatzes wurde von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) lag mit 172,4 Mio. € um 33,7% deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres. Im Segment Zucker führten v. a. höhere Spot-Verkaufspreise trotz negativer Einmaleffekte in Rumänien zu einem positiven Ergebnis von 24,4 Mio. € und einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert (>+100%). Der höchste EBIT-Beitrag (76,2 Mio. €) wurde im Segment Stärke erzielt, wo das Ergebnis – auch aufgrund einer sehr guten HUNGRANA-Performance – abermals deutlich (+15,6%) verbessert werden konnte. Im Segment Frucht wurde das EBIT (71,8 Mio. €) v. a. aufgrund einer Erholung im Fruchtsaftkonzentratgeschäft deutlich (+22,1%) gesteigert. Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.

Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2016|17 –17,9 Mio. € (Vorjahr: –24,5 Mio. €), wobei die positive Veränderung – trotz der Wertberichtigung einer kurzfristigen Finanzforderung in der Ukraine (–4,8 Mio. €; Segment Frucht; Sonstiges Finanzergebnis) – durch ein verbessertes Währungsergebnis (+12,4 Mio. €) erreicht wurde. Diese Verbesserung resultierte insbesondere aus der Aufwertung des brasilianischen Real (Euro- und US-Dollar-Finanzierungen) sowie aus der Abwertung des ägyptischen Pfundes (Euro- und US-Dollar-Guthaben) im Geschäftsjahr 2016|17. Außerdem haben sich negative Effekte im Geschäftsjahr 2015|16 wie die Abwertungen des argentinischen und mexikanischen Peso sowie des russischen Rubel nicht wiederholt. Das Zinsergebnis war 2016|17 um 1,8 Mio. € schwächer. Einer leichten Zinsverbesserung aufgrund optimierter Darlehenspositionen stand der fehlende Zinsertrag aufgrund des im Februar 2016 veräußerten Partizipationskapitals gegenüber.

Finanzergebnis 2016 17 2015 16 Veränderung
%
Zinsergebnis t€ –10.152 –8.376 –21,2%
Währungsergebnis t€ –1.160 –13.524 91,4%
Beteiligungsergebnis t€ 565 29 1.848,3%
Sonstiges Finanzergebnis t€ –7.132 –2.648 –169,3%
Summe t€ –17.879 –24.519 27,1%

Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg von 104,4 Mio. € im Vorjahr auf 154,5 Mio. €. Nach einem Steueraufwand von 36,6 Mio. €, der einer Steuerquote von 23,7% (Vorjahr: 22,5%) entspricht, betrug das Konzernergebnis 117,9 Mio. € (Vorjahr: 80,9 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei 111,3 Mio. € (Vorjahr: 82,7 Mio. €), das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg trotz der erhöhten Aktienanzahl aus der Kapitalerhöhung auf 7,13 € (Vorjahr: 5,82 €).

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2016|17 investierte AGRANA in Summe 114,7 Mio. € und somit beinahe gleich viel wie im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen um 35,9% (Vorjahr: 35,8%) über den Abschreibungen und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

Investitionen1 2016 17 2015 16 Veränderung
% / pp
Segment Zucker t€ 23.259 46.102 –49,5%
Segment Stärke t€ 57.577 28.151 104,5%
Segment Frucht t€ 33.822 41.730 –19,0%
Konzern t€ 114.658 115.983 –1,1%
Abschreibungen t€ 84.397 85.381 –1,2%
Investitionsdeckung % 135,9 135,8 0,1 pp

Die Investitionsschwerpunkte lagen im Segment Zucker in den Bereichen Logistik, Ausbeuteverbesserung und Energieeffizienz und im Segment Stärke im Ausbau der Veredelungstiefe. Die Fertigstellung einer zusätzlichen Produktionslinie in Frankreich war das größte Projekt im Segment Frucht. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Segmente sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.

Investitionen nach Segmenten 2016|17

Cashflow

Konzern-Geldflussrechnung 2016 17 2015 16 Veränderung
(verkürzt) %
Cashflow aus dem Ergebnis t€ 258.020 225.914 14,2%
Veränderungen des Working Capital t€ 31.780 –73.691 143,1%
Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen
und gezahlte Ertragsteuern t€ –34.015 –50.310 32,4%
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit t€ 255.785 101.913 151,0%
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ –171.530 –19.924 –760,9%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ 9.330 –163.613 105,7%
Veränderungen des Finanzmittelbestandes t€ 93.585 –81.624 214,7%
Einfluss von Wechselkursänderungen
auf den Finanzmittelbestand t€ 230 –2.819 108,2%
Sonstige bewertungsbedingte Änderungen
des Finanzmittelbestandes t€ –4.761 0
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode t€ 109.375 193.818 –43,6%
Finanzmittelbestand am Ende der Periode t€ 198.429 109.375 81,4%
Free Cashflow1 t€ 84.255 81.989 2,8%

Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 32,1 Mio. € und lag bei 258,0 Mio. €. Nach einem Abbau des Working Capital um 31,8 Mio. € (Vorjahr: Aufbau um 73,7 Mio. €) und niedrigeren gezahlten Ertragsteuern stieg der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 255,8 Mio. € (Vorjahr: 101,9 Mio. €). Der Cashabfluss aus Investitionstätigkeit war aufgrund von Auszahlungen für die Akquisition in Argentinien sowie der im Vorjahr erzielten Einzahlungen aus dem Abgang des Partizipationskapitals mit 171,5 Mio. € deutlich höher als im Vorjahr (Cashabfluss: 19,9 Mio. €). Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 9,3 Mio. € (Vorjahr: –163,6 Mio. €) spiegelt sich u. a. eine niedrigere Rückführung von Finanzverbindlichkeiten und die Kapitalerhöhung der AGRANA Beteiligungs-AG wider. Der Free Cashflow stieg gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,8%.

Vermögens- und Finanzlage

Konzern-Bilanz (verkürzt) 28.02.2017 29.02.2016 Veränderung
% / pp
Langfristige Vermögenswerte t€ 1.135.297 1.027.647 10,5%
Kurzfristige Vermögenswerte t€ 1.346.139 1.213.887 10,9%
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte t€ 0 1.631 –100,0%
Summe Aktiva t€ 2.481.436 2.243.165 10,6%
Eigenkapital t€ 1.411.888 1.200.124 17,6%
Langfristige Schulden t€ 296.635 378.678 –21,7%
Kurzfristige Schulden t€ 772.913 664.363 16,3%
Summe Passiva t€ 2.481.436 2.243.165 10,6%
Nettofinanzschulden t€ 239.878 405.806 –40,9%
Gearing2 % 17,0 33,8 –16,8 pp
Eigenkapitalquote % 56,9 53,5 3,4 pp

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2017 lag mit 2.481,4 Mio. € um 238,3 Mio. € über dem Wert des Vorjahres.

1 Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit

2 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)

Vor allem über Abschreibungsniveau liegende Investitionen bei den Sachanlagen sowie die Akquisition in Argentinien führten zu einer Erhöhung der langfristigen Vermögenswerte um 107,7 Mio. €. Die Vorräte stiegen mengen- und preisbedingt deutlich an (+41,9 Mio. €) und die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen auch aufgrund der Kapitalerhöhung der AGRANA Beteiligungs-AG markant (+89,1 Mio. €), was in Summe auch zu deutlich höheren kurzfristigen Vermögenswerten führte.

Die AGRANA-Eigenkapitalquote verbesserte sich mit 56,9% gegenüber dem Vorjahr (53,5%) um 3,4 Prozentpunkte. Auf der Passivseite gingen die langfristigen Schulden v. a. durch die Reduktion von langfristigen Finanzverbindlichkeiten (–105,5 Mio. €) deutlich zurück. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich u. a. aufgrund höherer kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten (+28,9 Mio. €) und gestiegener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+55,0 Mio. €) markant. Die deutliche Erhöhung des Eigenkapitals resultierte neben dem Jahresgewinn auch aus der Kapitalerhöhung.

Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2017 lagen mit 239,9 Mio. € um 165,9 Mio. € erwartungsgemäß deutlich unter dem Wert des Bilanzstichtages 2015|16. Diese Entwicklung ist v. a. auf die Kapitalerhöhung im Februar 2017 zurückzuführen. Das Gearing zum Stichtag war folglich mit 17,0% markant niedriger als zum 29. Februar 2016 (33,8%).

Nettofinanzschulden und Gearing

Im Dezember 2016 wurde ein langfristiges Darlehen in Höhe von 85 Mio. € bei der Südzucker AG aufgenommen. Die Mittel hieraus wurden für die Akquisition in Argentinien und zur Refinanzierung von auslaufenden Bankdarlehen verwendet. Außerdem wurde im Dezember 2016 ein bis zu zehn Jahre laufendes Tilgungsdarlehen über 41,5 Mio. € mit der Europäischen Investment Bank (EIB) zur Refinanzierung von förderungsfähigen Investitionen abgeschlossen; die Auszahlung erfolgte am 1. März 2017. Im Rahmen der Optimierung der Finanzverbindlichkeiten wurde der variabel verzinste Teil (72 Mio. €) des bei der AGRANA Beteiligungs-AG bestehenden Schuldscheindarlehens vorzeitig am 6. März 2017 gekündigt und am 24. April 2017 zurückgeführt.

Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente

Im Geschäftsjahr 2016|17 bewegten sich die Umsatzerlöse im Segment Zucker mit 671,9 Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau. Einer positiven Entwicklung durch gestiegene Zuckerverkaufspreise standen geringere Zuckerverkaufsmengen infolge der vergleichsweise geringen Zuckerproduktionsmenge, v. a. an den Lebensmittelhandel und beim Nicht-Quotenzuckerverkauf an die chemische Industrie, gegenüber. Die Umsätze bei Nebenprodukten waren stabil, jene bei sonstigen Produkten (INSTANTINA-Produkte, Saatgut, Services etc.) konnten gesteigert werden. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 26,2% (Vorjahr: 27,2%).

Das EBIT konnte wie prognostiziert und trotz negativer Einmaleffekte, u. a. in Rumänien, um 20,1 Mio. € auf 24,4 Mio. € deutlich gesteigert werden. Wesentlicher positiver Einflussfaktor waren die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Zuckerverkaufspreise, wobei die größten Preiserholungen im Groß- und Einzelhandel wie auch im Export feststellbar waren. Zuckerpreisanstiege gab es in allen Ländern, in denen AGRANA tätig ist.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 18f ) angeführt.

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2016|17 lag mit 733,9 Mio. € um 1,7% leicht über dem Vorjahreswert. Durch Produktivitätssteigerungen konnten im Vergleich zum Vorjahr Mehrmengen bei Stärken (v. a. aus Kartoffeln) und Ethanol produziert und im Markt platziert werden. Das durchschnittliche Verkaufspreisniveau von Bioethanol sank im Vorjahresvergleich, gleichzeitig entwickelten sich die Preise für Verzuckerungsprodukte stabil. Die Nebenproduktumsätze lagen moderat über dem Vorjahreswert. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 28,7% (Vorjahr: 29,1%).

Das EBIT in Höhe von 76,2 Mio. € übertraf den Vorjahreswert um 15,6% deutlich. Einsparungen bei Rohstoff- und Energiekosten sowie bei Sachkosten hatten wesentliche positive Effekte auf das Ergebnis. Die Profitabilität (EBIT-Marge) stieg von 9,1% auf 10,4%. Die deutliche Ergebnissteigerung bei der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe spiegelt die gefestigten Preise für Verzuckerungsprodukte und die gesunkenen Beschaffungskosten für Mais wider.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 25f ) angeführt.

Der Umsatz im Segment Frucht stieg im Geschäftsjahr 2016|17 um 6,7% auf 1.155,5 Mio. €. Bei Fruchtzubereitungen gab es neben einer positiven Absatzentwicklung auch eine positive Preisentwicklung, die aber durch Fremdwährungseffekte (v. a. in Ägypten, Argentinien, China, Mexiko, Russland und in der Ukraine) negativ beeinflusst wurde, was insgesamt nur zu einem leichten Umsatzanstieg

führte. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate stiegen die Umsatzerlöse aufgrund einer positiven Verkaufspreisentwicklung bei Apfelsaftkonzentraten, aber auch bei Spezialitäten deutlich. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 45,1% (Vorjahr: 43,7%).

Das Segment Frucht erzielte ein EBIT von 71,8 Mio. €, welches damit deutlich (+22,1%) über dem Vergleichswert des Vorjahres lag. Im Wesentlichen trug das Fruchtsaftkonzentratgeschäft – v. a.wegen höherer Apfelsaftkonzentrat- und Spezialitätenpreise aus der Ernte 2015 – zur deutlichen Ergebnisverbesserung bei. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen zeigte eine stabile Ergebnissituation, wobei die Entwicklung in den Regionen teils sehr unterschiedlich war.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 32f ) angeführt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2017 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

Segment Zucker

Basics zum Segment Zucker

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C

Produkte

Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel)

Verarbeitete Rohstoffe

Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)

Hauptmärkte

Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien und Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien

Abnehmer

Weiterverarbeitende Industrien (v. a. Süßwaren-, Getränkeund Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher)

Besondere Stärken

Hoher Qualitätsstandard der Produkte; auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment

Umsatz nach Produktgruppen 2016|17

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien und Herzegowina. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe werden seit Beginn des Geschäftsjahres 2014|15 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Geschäftsentwicklung

Segment Zucker 2016 17 2015 16 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 748.151 739.912 1,1%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –76.230 –67.268 –13,3%
Umsatzerlöse t€ 671.921 672.644 –0,1%
EBITDA1 t€ 55.188 25.397 117,3%
Operatives Ergebnis t€ 30.983 2.764 1.020,9%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 2.442 1.542 58,4%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ –9.037 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 24.388 4.306 466,4%
EBIT-Marge % 3,6 0,6 3,0 pp
Investitionen2 t€ 23.259 46.102 –49,5%
Mitarbeiter (FTEs)3 2.107 2.185 –3,6%

Der Absatz der Zuckerprodukte ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, wobei sich die jeweiligen Märkte unterschiedlich entwickelten. Während die Verkäufe von Quotenzucker an den Retailmarkt zurückgegangen sind, stiegen jene an die Getränke- und Lebensmittelindustrie deutlich an. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie blieb deutlich hinter dem Vorjahresniveau; der Absatz außerhalb der EU sank nur leicht.

Die Ergebnisentwicklung war im Wesentlichen durch steigende Zuckerverkaufspreise beeinflusst. Die größte Erhöhung gab es bei den Groß- und Einzelhandelspreisen (Quotenzucker) und Exportpreisen (Nicht-Quotenzucker). Preisanstiege waren in allen Ländern, in denen AGRANA tätig ist, zu verzeichnen.

Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, verbesserte sich aufgrund einer angemessenen Auslastung der Raffinerie in Bosnien und Herzegowina sowie einer guten Einkaufsstrategie und wirkte sich auch positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus.

  • 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
  • 3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs Full-time equivalents)

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

Das im Geschäftsjahr 2016|17 ausgewiesene Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 9,0 Mio. € resultierte aus Steuerschulden in Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung in Rumänien (–11,5 Mio. €), einer Rückstellung für eine Rechtsstreitigkeit in Rumänien (–1,5 Mio. €) und aus der Beilegung eines Rechtsstreites in Tschechien (+4,0 Mio. €; Auflösung einer Rückstellung).

Marktumfeld

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnet in seinem Update vom 9. März 2017 zur dritten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 15. Dezember 2016 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2016|17 (Oktober 2016 bis September 2017) mit einem weiteren signifikanten Defizit von –5,5 Mio. Tonnen in der Weltzuckerbilanz (Vorjahr: –8,0 Mio. Tonnen). Ein Hauptgrund dafür ist, dass der weltweit weiter wachsende Verbrauch die Produktion deutlich übersteigt. Nach zuvor fünf aufeinanderfolgenden Jahren mit global wachsenden Beständen wird nun das zweite Jahr in Folge ein gesunkener Lagerstand zum Ende des ZWJs gesehen.

Weltzuckerbilanz1 2016 17 2015 16 2014 15
Mio. Tonnen
Anfangsbestand 71,9 80,0 79,0
Erzeugung 177,6 174,8 180,8
Verbrauch –180,6 –179,6 –178,7
Mengen
berichtigungen –2,5 –3,3 –1,1
Endbestand 66,4 71,9 80,0
in % des Verbrauches 36,8 40,0 44,8

Auch im Geschäftsjahr 2016|17 war die Weltmarktpreisentwicklung sehr volatil. Die Preise erholten sich bereits seit September 2015 stark, v.a. aufgrund des beschriebenen Defizits am Weltmarkt. Speziell seit April 2016 zeigte der Markt einen starken Preisaufwärtstrend und erreichte im Geschäftsjahr seinen höchsten Stand im September bzw. Oktober mit 612,0 \$ pro Tonne Weißzucker und 524,9 \$ pro Tonne Rohzucker, worauf eine Preiskorrektur mit sinkenden Notierungen einsetzte. Diese war größtenteils auf einen sehr starken US-Dollar, insbesondere im Vergleich zum brasilianischen Real, und das wieder veränderte Verhalten institutioneller Investmentfonds zurückzuführen. Zu Beginn des Kalenderjahres 2017 stiegen die Preise, getrieben durch Importerwartungen für den indischen Markt, wieder an. Mit Ende Februar haben sich diese Erwartungen jedoch noch nicht bestätigt und unter dem Druck eines weiterhin starken US-Dollars war am Markt eine neuerliche Korrektur nach unten feststellbar. Mit Berichtsstichtag 28. Februar 2017 notierte Rohzucker bei 425,7 \$ pro Tonne und Weißzucker bei 532,6 \$ pro Tonne.

EU-Zuckermarkt

EU-weit wird aufgrund der guten Wetterbedingungen während der letzten Wachstumsphase der Zuckerrüben eine Steigerung der Zuckerproduktion gegenüber dem ZWJ 2015|16 um 1,7 Mio. Tonnen auf 16,6 Mio. Tonnen erwartet.2

Die erste Tranche an Exportkontingenten für europäischen Nicht-Quotenzucker wurde von der EK bereits Anfang Oktober 2016 für 675.000 Tonnen freigegeben. Die Freigabe der zweiten Tranche ist im März 2017 erfolgt. Somit wurde auch im ZWJ 2016|17 die Freigabe der gesamten Menge an Exportkontingenten (1,35 Mio. Tonnen) für europäischen Nicht-Quotenzucker im Rahmen des WTO-Limits festgesetzt.

Weltmarktzuckernotierungen im AGRANA-Geschäftsjahr 2016|17

\$ pro Tonne

700

550

400

250

1 F.O. Licht, Update der dritten Schätzung der Weltzuckerbilanz 2016|17 vom 9. März 2017

Mär 16 Apr 16 Mai 16 Jun 16 Jul 16 Aug 16 Sep 16 Okt 16 Nov 16 Dez 16 Jän 17

2 F.O. Licht-Bericht (Vol.149 No.7) vom 9. März 2017; EU-Zuckerbilanz vom 22. Dezember 2016

Weißzucker (London #5) Rohzucker (ICE/NY #11)

Feb 17

Die Zuckerimporte sind wie auch im vorangegangenen ZWJ auf niedrigem Niveau, was auf die hohen Weltmarktpreise bei vergleichsweise niedrigen EU-Preisen zurückzuführen ist. Dies wirkt sich auch auf die derzeitige Prognose eines sinkenden Lagerendbestandes der Europäischen Kommission für das ZWJ 2016|17 aus. Laut Prognose vom Dezember 2016 rechnet die EK derzeit mit einem Lagerendbestand von rund 509.000 Tonnen; dieser wäre im Vergleich zu den Vorjahren sehr gering. Daher hat die EK bereits die September 2017-Produktion von Rübenzucker als in der EU verkaufsfähig freigegeben. Weiters ist unklar, ob die EK in den nächsten Monaten weitere außerordentliche Marktmaßnahmen (Importe) für das ZWJ 2016|17 ergreifen wird.

Der Zuckerpreis sah laut dem offiziellen "Sugar Price Reporting" der EU in den letzten Monaten einen Aufwärtstrend; im September 2016 lag der EU-Durchschnittspreis noch bei rund 450 € je Tonne, im Jänner 2017 belief sich der Preis auf 495 € je Tonne.

Industrie und Groß- und Einzelhandel (Retail)

Außerhalb des österreichischen Marktes war das Retail-Geschäft bis zum Start der Rübenverarbeitung 2016|17 von Spot-Verkäufen geprägt. AGRANA setzte hier weiterhin auf die Stärkung lokaler Marken sowie den Sortimentsausbau, insbesondere in den osteuropäischen Ländern, wo man in den nächsten Jahren mit einem Mengenwachstum und einer zunehmenden Nachfrage nach Spezialitäten rechnet.

AGRANA ist es gelungen, Exportmengen erfolgreich zu vermarkten. Die innereuropäischen Lieferungen von Nicht-Quotenzucker lagen aufgrund bestehender Kontrakte auf dem Niveau der Vorjahre.

Der Absatz an die weiterverarbeitende Industrie zeigte sich aufgrund mittel- und längerfristiger Vereinbarungen über alle Länder hinweg stabil.

Da Einkaufspreise sowohl für Weiß- als auch Rohzucker zur Raffination marktbedingt auf sehr hohem Niveau liegen, liefert AGRANA derzeit überwiegend im Rahmen bestehender Vereinbarungen.

Durch eine Ausweitung der Bio-Zuckerproduktion wurde der steigenden Kundennachfrage nach Zucker aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft Rechnung getragen.

EU-Zuckerpolitik

Auch nach dem Auslaufen der Quotenregelung am 30. September 2017 wird es weiterhin ein Zuckerpreismeldesystem, eine Branchenvereinbarung (Vertragspflicht zwischen den Rübenbauern und der Zuckerindustrie), private Lagerhaltung und Möglichkeiten für Maßnahmen gegen Marktstörungen geben. Mit dem Quotenende fallen die Rübenmindestpreise und die WTO-Exportbeschränkungen weg. Der Außenschutz bleibt unverändert erhalten.

In den letzten Monaten wurde weiter an den letzten Arbeitsdokumenten für die rechtlichen Rahmenbedingungen nach dem Auslaufen der Quotenregelung gearbeitet. Seit Dezember 2016 steht nun das Zuckerpreismeldesystem in Diskussion. Dass es bestehen bleibt, steht außer Frage, in welcher Form wird jedoch noch verhandelt.

AGRANA sieht die Konsequenz der Marktliberalisierung durch das Auslaufen der Quoten v. a. darin, dass Mengenund Preisvolatilitäten des Weltmarktes sich stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt auswirken werden, da das Exportventil für EU-Überschüsse weltmarktpreisabhängig genützt werden wird. Andererseits wird aber auch mit neuen Marktchancen gerechnet, da Zuckerexporte in Zukunft nicht mehr limitiert sein werden.

Freihandelsabkommen

Die EK sieht in den nächsten Monaten weitere Verhandlungen mit den MERCOSUR-Staaten, Mexiko, Australien & Neuseeland, Indonesien und den Philippinen über den Abschluss von Freihandelsabkommen vor. Am 15. Februar 2017 hat das Europäische Parlament CETA – dem Freihandelsabkommen mit Kanada – zugestimmt. Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, müssen es u. a. die nationalen Parlamente der Mitgliedstaaten noch ratifizieren. Die Verhandlungen über TTIP – das Transatlantische Abkommen mit den USA – sind aufgrund der geänderten politischen Prioritäten in den USA bis auf weiteres ausgesetzt.

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenerntefläche der rund 7.700 AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2016|17 rund 93.200 Hektar (Vorjahr: rund 95.000 Hektar), wobei knapp 1.300 Hektar (Vorjahr: 850 Hektar) auf den biologischen Anbau entfielen. Daraus produzierte das Unternehmen rund 8.500 Tonnen (Vorjahr: rund 4.600 Tonnen) Bio-Rübenzucker, der erstmals auch in der Zuckerfabrik Roman|Rumänien gewonnen wurde.

Nachhaltigkeit im Segment Zucker

Ziele in der Lieferkette

2016|17 Nutzung des SAI-FSA im Rübenvertragsanbau in 5 Ländern

Umweltziele 2020|21

Direkter Energieeinsatz von 2,49¹ GJ pro Tonne Produkt

Wassereinsatz von 1,92¹ m³ pro Tonne Produkt

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/ wertschoepfungskette/ zucker

In den AGRANA-Anbauländern konnten sich die Rübenbestände durch die vergleichsweise ausgiebige Niederschlagsversorgung in den Monaten Mai bis August 2016 und die warmen Temperaturen in der Wachstumsphase gut entwickeln. Die Ernte erfolgte aufgrund von intensiven Niederschlägen im Oktober unter vergleichsweise schwierigen Bedingungen. Insgesamt wurden trotz eines leichten Flächenrückganges in der AGRANA-Gruppe mit rund 6,7 Mio. Tonnen Rüben um rund 1,3 Mio. Tonnen Rüben mehr als im Vorjahr verarbeitet. Aufgrund der Witterung während der Vegetationsphase und des Herbstes ist der Zuckergehalt der Ernte 2016 mit 16,7% (Vorjahr: 16,8%) als durchschnittlich einzustufen.

Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich rund 49.400 Tonnen (Vorjahr: 49.800 Tonnen) Rüben. In durchschnittlich 136 Tagen (Vorjahr: 115 Tage) pro Werk wurden daraus rund 1,0 Mio. Tonnen (Vorjahr: 812.000 Tonnen) Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder außerhalb Europas verkauft. Im Geschäftsjahr 2016|17 raffinierte AGRANA rund 263.200 Tonnen (Vorjahr: 368.300 Tonnen) Weißwert aus Rohzucker. Um auch für das Vorprodukt Rohzucker eine nachhaltige vorgelagerte Lieferkette sicherstellen zu können, hält AGRANA seit 2014 eine für alle Raffinationsstandorte gültige "Chain of Custody"-Zertifizierung nach dem international anerkannten Bonsucro-Standard. Dieses Zertifikat erlaubt AGRANA-Kunden, das Bonsucro-Logo auf ihren Produkten zu führen. Bonsucro hat im Benchmarking-Tool der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) mit Gold-Status die höchste Bewertung.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

Das Segment Zucker hat, den AGRANA-Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte entsprechend, die den Einsatz guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP) und fairer Arbeitsbedingungen vorschreiben, die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer weiter vorangetrieben (Details zu SAI und FSA siehe Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 40).

Auch im Berichtsjahr 2016|17 nahmen wieder zahlreiche Vertragslieferanten freiwillig an der betrieblichen Selbstbewertung bezüglich nachhaltiger Anbaupraktiken teil und haben für Zuckerrüben in Österreich zu rund zwei Dritteln Gold-Status und zu rund einem Drittel Silber-Status erreicht. In Ungarn, der Slowakei und Tschechien erzielte jeweils rund die Hälfte der teilnehmenden Betriebe Gold-Status, der Rest Silber-Status. In Rumänien erzielten alle Teilnehmer Gold-Status. Insgesamt nahmen in den Anbauländern 776 Betriebe eine Selbstbewertung vor, was einer Teilnahmequote von 11% entspricht. Im Geschäftsjahr 2017|18 wird die bisher freiwillige Beantwortung des FSA-Fragebogens zusätzlich für eine Auswahl an Vertragslieferanten verpflichtend. Entsprechend dem im Juni 2016 veröffentlichten "SAI FSA Implementation Framework" ist zukünftig auch die externe Verifizierung der Selbstauskünfte vorgesehen.

Bewusstseinsbildung zu guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP)

Neben der jährlich stattfindenden BETAEXPO, die 2016 unter dem Motto Düngung stand (siehe dazu Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 40), führte AGRANA auch im Geschäftsjahr 2016|17 im Rahmen ihres Effizienzsteigerungsprogrammes "Mont Blanc", mit dem Ziel der Erhöhung des Zuckerertrages pro Hektar um bis zu 20% bis 2017, wieder viele bewusstseinsbildende Veranstaltungen durch. Darunter waren Seminare zu Themen wie "Düngung und Pflanzenernährung", "Bodenbearbeitung und -schutz" sowie "Pflanzenschutz", welche im Rahmen der ÖPUL2-Programme "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" und "Vorbeugender Grundwasserschutz auf Ackerflächen" als Weiterbildung anerkannt werden.

1 Der Zielwert wurde aufgrund einer Änderung der Berechnungsbasis (siehe inhaltliche Berichtsgrenzen,

Seite 8) korrigiert.

2 Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft

AGRANA nahm in Österreich und der Slowakei rund 250 Bodenproben zur EUF-Analyse1 mit GPS-Aufzeichnungen der Einstiche auf Flächen von Vertragsanbauern zur bedarfsgerechten Düngeplanung vor. An den 85 Demonstrationsbetrieben im gesamten Rübenanbaugebiet der AGRANA-Gruppe fanden in der Vegetationsperiode 145 Feldbegehungen sowie sechs Feldtage mit über 6.000 Teilnehmern statt. Auf großes Interesse stieß auch ein von den Segmenten Zucker und Stärke in Kooperation mit "BIO Austria" organisierter Bio-Fachtag für alle von AGRANA verarbeiteten Bio-Kulturen.

Biodiversität in der Lieferkette

Im Jahr 2016 wurden in Österreich rund 5.000 Hektar mit der Zwischenfruchtmischung der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut aus überwiegend eigener Vermehrung zur Verfügung stellt, begrünt. Sie lockert den Boden, mobilisiert Nährstoffe, aktiviert das Bodenleben und erhöht die Biodiversität am Feld. Daneben wurden auch ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt, gemeinsam bieten die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.

Transport

Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Zuckerprodukten je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5% bis 10% auf den Carbon Footprint des Segmentes Zucker hat, versucht AGRANA trotzdem, auch Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2016|17 rund 38% der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte in Österreich mit rund 45% am höchsten lag.

Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Zucker sank im Berichtsjahr 2016|17 gegenüber dem Vorjahr um rund 4,8%. Bei annähernd gleichem Zuckergehalt wie im Vorjahr erleichterte die höhere Rübenqualität (d.h. innere Reinheit der Rüben) die Verarbeitung. Zusätzlich erhöhten diverse Verbesserungen an Anlagen wie z.B. an der Verdampfstation in Leopoldsdorf|Österreich und in der Schnitzeltrocknung die Energieeffizienz.

Die ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2016|17 rund 30 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 80% des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne

Durchschnittlicher spez. direkter Energieeinsatz in der Veredelung in Zuckerfabriken2

Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 EUF-Bodenproben: Elektro-Ultrafiltration ist ein labortechnisches Analyseverfahren zur Untersuchung von Bodensubstraten auf ihre für Pflanzen verfügbaren Nährstoffe. Die EUF-Methode wird für ein praxisnahes Düngeberatungssystem genutzt.

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 8

3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

4 Die 2014|15 und 2015|16 gemeldeten durchschnittlichen spez. direkten Energieeinsätze pro Tonne Produktoutput wurden aufgrund einer Änderung der Berechnungsbasis (siehe inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 8) korrigiert.

2016|17 oder rund 60% seines gesamten Primärenergiebedarfs des Geschäftsjahres 2016|17 in der Rübenverarbeitung sowie der Raffination von Rohzucker zu Weißzucker decken können. Rund 8,3 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases (rund 58,7% Methangehalt) wurden über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu rund 4,9 Mio. m³ (Vorjahr: 750.000 m³) Biomethan (100% Methangehalt) zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 1.950 (Vorjahr: 300) Einfamilienhäusern.

Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt stieg aufgrund des geringeren Dampfbedarfs durch die gesetzten Effizienzmaßnahmen und die damit verbundene geringere Eigenstromerzeugung in den Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, um rund 4,4% gegenüber dem Vorjahr.

In Summe sanken die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt aufgrund der umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen um rund 4,5% gegenüber dem Vorjahr.

Im Geschäftsjahr 2016|17 wurde die Zertifizierung der Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 aller Produktionsstandorte des Segmentes Zucker in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 8) erfolgreich abgeschlossen.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung

Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird teilweise mit der Zuckerrübe in die Fabrik gebracht. Die Rübe besteht zu rund 75% aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 8)

Segment Zucker 2016 17 2015 161 2014 151
m³ pro Tonne Haupt
und Nebenprodukte
Wassereinsatz 1,61 1,78 1,83
Wasserabgabe 2,78 2,81 2,73

Durchschnittliche spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) durch die Veredelung in Zuckerfabriken2

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Die 2014|15 und 2015|16 gemeldeten spez. Wassereinsatz und -abgabewerte pro Tonne Produktoutput wurden

  • aufgrund einer Änderung der Berechnungsbasis (siehe inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 8) korrigiert.
  • 2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 8
  • 3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen
  • (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

4 Die 2014|15 und 2015|16 gemeldeten durchschnittlichen spez. Emissionen pro Tonne Produktoutput wurden aufgrund

einer Änderung der Berechnungsbasis (siehe inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 8) korrigiert.

Die Verringerung des durchschnittlichen spezifischen Wassereinsatzes pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) von rund 9,2% ist v. a. auf den geringeren Erdanhang der angelieferten Zuckerrüben zurückzuführen, wodurch auch die spezifische Wasserabgabe um 1,1% reduziert werden konnte.

Abfall aus der Veredelung

Die Abfallmenge sank v. a. durch die neue Definition von Abfall (siehe Berichtsgrenzen, Seite 9), die erst im Berichtsjahr 2016|17 vollständig umgesetzt wurde.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken (in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 8)

Segment Zucker 2016 17 2015 161 2014 151
Tonnen
Entsorgte Abfälle 75.049 163.068 166.014
davon gefährliche Abfälle 153 170 258
Abfall
pro Tonne Produkt 2,8% 6,7% 5,6%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,006% 0,007% 0,009%
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsart
Kompostierung 1.529 962 506
Energetische
Verwertung 486 442 746
Wiederverwendung 14.699 91.460 89.485
Recycling 6.126 19.781 2.973
Deponierung 39.279 50.418 72.303
Andere 12.930 5 1

Biodiversität an (ehemaligen) Produktionsstandorten Die Absetzbecken auf dem Werksgelände der 2006 stillgelegten Zuckerfabrik in Hohenau an der March|Österreich, in einem von der RAMSAR Convention on Wetlands2 definierten Gebiet mit hohem Biodiversitätswert wurden in Zusammenarbeit mit dem Verein AURING als Rastplätze für Wasservögel, v. a. aber für Watvögel, umgewidmet.

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2016|17 23,3 Mio. € (Vorjahr: 46,1 Mio. €) für Neu- und Ersatzinvestitionen aus. Auszug an wesentlichen Projekten:

  • █ Generalsanierung des Hochregallagers in Tulln|Österreich
  • █ Erneuerung der Frischwasseraufbereitung in Tulln|Österreich
  • █ Neuerrichtung der Trockenschnitzel-Pelletsabsackung in Leopoldsdorf|Österreich

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2016|17

1 Die 2014|15 und 2015|16 gemeldeten Abfallmengen wurden teilweise gemäß der seit 2015|16 geltenden Definition von Abfall überarbeitet. Eine finale Umsetzung der neuen Definition war erst für das Geschäftsjahr 2016|17 möglich (siehe inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 9). Die 2014|15 und 2015|16 gemeldeten prozentuellen Abfallmengen pro Tonne Produktoutput wurden aufgrund einer Änderung der Berechnungsbasis (siehe inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 9) korrigiert. 2 Siehe Glossar

Segment Stärke

Basics zum Segment Stärke

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte

Unterscheidung in Food-, Non-Foodund Feed-Bereich; native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Alkohole/ Bioethanol, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel)

Verarbeitete Rohstoffe

Mais, Weizen, Kartoffeln

Hauptmärkte

Zentral- und Osteuropa, schwerpunktmäßig Österreich und Deutschland, auch Spezialmärkte wie z.B. USA und VAE

Abnehmer

Food: Nahrungsmittelindustrie; Non-Food: Papier-, Textil- und bauchemische Industrie, pharmazeutische und Kosmetikindustrie, Mineralölindustrie; Feed: Futtermittelindustrie

Besondere Stärken

Gentechnikfrei und starker Bio-Fokus

Das Segment Stärke umfasst die beiden vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage) sowie die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung). Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (ein Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Geschäftsentwicklung

Segment Stärke 2016 17 2015 16 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 744.194 728.730 2,1%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –10.272 –7.164 –43,4%
Umsatzerlöse t€ 733.922 721.566 1,7%
EBITDA1 t€ 70.072 64.884 8,0%
Operatives Ergebnis t€ 48.075 42.846 12,2%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 28.147 22.981 22,5%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 76.222 65.827 15,8%
EBIT-Marge % 10,4 9,1 1,3 pp
Investitionen2 t€ 57.577 28.151 104,5%
Mitarbeiter (FTEs)3 893 870 2,6%

Im Segment Stärke stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2016|17 um 1,7%. Dazu trugen die Hauptprodukte mit einer Umsatzsteigerung von 3,0% bei, während die Nebenproduktumsätze auf Vorjahresniveau lagen. Die Absatzmenge von eigengefertigten Produkten stieg aufgrund einer deutlich gesteigerten Produktivität in allen vier Werken um 6,9%. Insbesondere bei nativen Stärken konnten die deutlichen Mehrmengen mit stabilen Preisen im Markt platziert werden. Die Ethanolnotierungen waren im Geschäftsjahr sehr volatil und daher lagen die Durchschnittspreise für Bioethanol insgesamt um etwa 9% unter dem Vorjahr; durch gestiegene Verkaufsmengen konnte der Umsatz aber beinahe konstant gehalten werden. Die Produktgruppe der modifizierten Stärken entwickelte sich mengen- und preismäßig stabil. Die Spezialitätenstrategie brachte im Berichtsjahr – mengen- und preisgetrieben – auch deutliche Umsatzsteigerungen bei margenstarken Bio-Produkten. Die Zuckerpreise in Europa haben die Talsohle durchschritten und sich auf höherem Niveau als im Vorjahr gefestigt. Diese Entwicklung beeinflusste die Verkaufspreise für Stärkeverzuckerungsprodukte positiv, sodass die Umsätze, auch durch Mehrabsatz, über dem Vorjahr lagen. Die Futtermittelerlöse lagen infolge des niedrigen Getreide- und Sojapreisniveaus unter dem Vorjahreswert. Die Nebenproduktumsatzerlöse lagen insgesamt in etwa auf Vorjahresniveau.

Umsatz nach Produkt-

Sonstige Hauptprodukte (Milch- und Instantprodukte, Dauerkartoffelprodukte etc.) Nebenprodukte

  • (Eiweißprodukte, DDGS etc.) Sonstige (Soja, getrocknete
  • Rübenschnitzel etc.)
  • 1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

Native und modifizierte Stärke Verzuckerungsprodukte Alkohol und Ethanol

2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Die Rohstoffpreisentwicklung war von einer guten Weizenernte 2016 in Zentral- und Südosteuropa gekennzeichnet. Diese Marktsituation drückte den Weizenpreis auf das Niveau von Mais und der lange Jahre gegebene Spread zwischen Mais- und Weizenpreis reduzierte sich signifikant. Auch die Herbstfrüchte wie Mais und Kartoffeln brachten gute Erträge und Qualitäten. Die erzielten Einsparungen bei den Rohstoffpreisen und Energiekosten wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Die im letzten Jahr initiierte Optimierung der gesamten innerbetrieblichen Prozesse zeigte sich in der gestiegenen Produktivität der Anlagen, einer kundenorientierten und leistungsfähigeren Organisation sowie einer verbesserten Kostensituation.

Im Geschäftsjahr 2016|17 stieg der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um 3,6%. Moderat höhere Umsätze bei Verzuckerungsprodukten wurden durch Preis- und Mengensteigerungen erzielt. Der Umsatzverlust bei Bioethanol durch im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Verkaufspreise konnte durch Mehrmengen beinahe kompensiert werden. Besonders positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkte sich das niedrigere Preisniveau für Mais aus der Ernte 2016 aus und auch bei Energiekosten konnten Einsparungen erzielt werden. Damit lag das Ergebnis der Equity-Beteiligung deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Marktumfeld

Der Stärkemarkt war insgesamt von einer sehr stabilen Nachfrage gekennzeichnet. Bei Kartoffelstärke brachte die abgelaufene Verarbeitungskampagne eine sehr erfreuliche Versorgungslage mit sich, so dass die Vertriebsstrategie neben Marktanteilssteigerungen am Heimmarkt und den umliegenden Märkten auch auf Exporte in die wachsenden Märkte Lateinamerika und Asien ausgerichtet ist.

Neben dem Lebensmittelsektor ist es v. a. die auf hohem Niveau produzierende Papier- und Wellpappenindustrie, die auch bei nativer Mais- und Weizenstärke für hohe Nachfrage sorgt.

Die Weizenstärke aus Pischelsdorf|Österreich ergänzt seit 2014 das Produktprogramm der AGRANA Stärke GmbH und hat sich aufgrund seiner hohen Reinheit einen festen Platz bei industriellen Anwendungen gesichert.

Absatzsteigerungen auf den internationalen Märkten für Baustärken und Klebstoffe tragen ebenso zur strategischen Weiterentwicklung des Kunden- und Marktportfolios der AGRANA Stärke GmbH in Richtung Spezialisierung bei wie Stärkeprodukte mit höheren Veredelungsgraden für Lebensmittelanwendungen inklusive dem Bio-Segment.

Verzuckerungsprodukte

Bestimmend für das Umfeld bei stärkebasierten Verzuckerungsprodukten war die Markt- und Preisentwicklung bei Zucker. Insbesondere für das Isoglukosegeschäft hatte dies positive Effekte bei der Nachfrage- und Preisentwicklung zur Folge.

Die Isoglukosequote im letzten Jahr des Mengenregimes im Rahmen der EU-Zuckermarktordnung betrug unverändert rund 720.000 Tonnen, wobei auf HUNGRANA (100%) mit 250.000 Tonnen der größte Anteil entfiel. Diese Quote wird ab 1.Oktober 2017 im Zuge der Liberalisierung des EU-Zuckermarktes aufgehoben.

Bioethanol (inklusive wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen)

Die Volatilität am europäischen Markt für Bioethanol war signifikant; so reichte die Bandbreite der Preisnotierungen von 440 € bis 660 € pro m3 FOB Rotterdam.

Schwankende Angebots-Nachfrage-Relationen bei EU-Bioethanol sowie eine sinkende Attraktivität für Importe führten am Ende des Wirtschaftsjahres zu unerwarteten Preisausschlägen.

Ende 2016 wurde von der Europäischen Kommission ein Vorschlag für die zukünftige Ausgestaltung der Biotreibstoff-Richtlinie (RED II) veröffentlicht. Geht es nach diesem Vorschlag, wäre ab dem Jahr 2021 Biotreibstoff der ersten Generation von einem kontinuierlichen Rückgang der Beimischung bedroht. Der Vorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, dass die entstehende Lücke durch sogenannte "Advanced Biofuels" (u. a. Treibstoffe der zweiten Generation) gefüllt werden muss. Dieser Vorschlag würde bei unveränderter Zustimmung des Europäischen Rates und des EU-Parlamentes einen dramatischen Wandel für die europäische Ethanolindustrie nach 2020 bedeuten.

Rohstoff und Produktion

Der Internationale Getreiderat (IGC1) sieht die weltweite Getreideerzeugung im Getreidewirtschaftsjahr 2016|172 bei 2,1 Mrd. Tonnen und damit über dem Vorjahresniveau sowie über dem erwarteten Verbrauch. Die weltweite Weizenproduktion wird auf 752 Mio. Tonnen (Vorjahr: 737 Mio. Tonnen, erwarteter Verbrauch: 738 Mio. Tonnen) geschätzt, die globale Maiserzeugung auf 1.049 Mio. Tonnen (Vorjahr: 973 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 1.035 Mio. Tonnen). Die gesamten Getreidelagerbestände werden aufgrund der guten Ernte um rund 33 Mio. Tonnen mit 508 Mio. Tonnen höher erwartet.

Trotz der guten weltweiten Versorgungssituation bei Getreide sind die Terminnotierungen im Geschäftsjahresverlauf gestiegen. Am 28. Februar 2017 lag der Preis an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) für Weizen bei 172,3 € und für Mais bei 171,3 € je Tonne (Vorjahr: Weizen 147,3 € und Mais 146,8 € je Tonne). Der Grund dafür lag neben Währungseffekten in der vergleichsweise niedrigeren französischen Weizen- und Maisernte 2016.

Kartoffeln

In der Kampagne 2016|17 hat die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich in 149 Tagen (Vorjahr: 104 Tagen) rund 238.900 Tonnen (Vorjahr: rund 164.400 Tonnen) Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 19,6% (Vorjahr: 17,3%) verarbeitet. Aus rund 24.800 Tonnen (Vorjahr: 24.600 Tonnen) Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.400 Tonnen (Vorjahr: 4.200 Tonnen) Kartoffeldauerprodukte produziert.

Mais und Weizen

Die Maisverarbeitungsmenge der AGRANA Stärke GmbH in Österreich für Stärkeprodukte (ohne Ethanol) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2016|17 auf rund 416.000 Tonnen (Vorjahr: rund 406.000 Tonnen), was auf den gestiegenen Anteil an Spezialmaisen zurückzuführen war. Davon betraf die Verarbeitung von Nassmais eine Menge von rund 121.0003 Tonnen (Vorjahr: rund 93.000 Tonnen). Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, zertifiziert gentechnikfreier Mais) erhöhte sich dabei auf rund 131.000 Tonnen (Vorjahr: rund 122.000 Tonnen).

In der Weizenstärkeanlage am Standort Pischelsdorf| Österreich wurde im Geschäftsjahr 2016|17 eine Nettorohstoffmenge von rund 198.000 Tonnen (Vorjahr: 182.200 Tonnen) Weizen für die Verarbeitung zu Weizenstärke eingesetzt. In der angeschlossenen Bioethanolanlage wurden rund 637.000 Tonnen (Vorjahr: 592.000 Tonnen) Getreide verarbeitet, wobei das Einsatzverhältnis von Weizen (inkl. Tritikale) zu Mais in etwa 60:40 betrug. Aus der Ernte 2016 wurden über Vorverträge mit Landwirten rund 70.000 Tonnen Ethanolweizen und -tritikale kontrahiert. Für die Ernte 2017 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

In Ungarn (HUNGRANA-Werk, nach der Equity-Methode einbezogen) konnte die gesamte Maisverarbeitung 2016|17 (100%) auf ein Niveau von über 1,1 Mio. Tonnen moderat gesteigert werden. Die dortige Nassmaisverarbeitung wurde Ende Dezember 2016 deutlich über dem Vorjahresniveau abgeschlossen. Im rumänischen Werk wurden mit rund 67.000 Tonnen Mais mehr als im Vorjahr verarbeitet.

Mais- und Weizennotierungen im AGRANA-Geschäftsjahr 2016|17

€ pro Tonne (Warenterminbörse Paris, NYSE Euronext Liffe)

1 International Grains Council, Schätzung vom 23. Februar 2017

2 Getreidewirtschaftsjahr: 1.Juli bis 30.Juni

3 Auf Basis Feuchtgewicht

Nachhaltigkeit im Segment Stärke

Ziele in der Lieferkette

2016|17 Nutzung des SAI-FSA im Kartoffelvertragsanbau

Umweltziele 2020|21

Einsparung von 50 GWh durch Effizienzmaßnahmen in Anlagen

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/ wertschoepfungskette/ staerke

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

Auch das Segment Stärke hat im Berichtsjahr in Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die den Einsatz guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP) und fairer Arbeitsbedingungen vorschreiben, den Einsatz des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Kartoffelvertragsanbauer fortgesetzt (Details zu SAI und FSA siehe Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 40).

Fast zwei Drittel der im Berichtsjahr 2016|17 freiwillig an der betrieblichen Selbstbewertung bezüglich nachhaltiger Anbaupraktiken teilnehmenden Vertragslieferanten für Kartoffeln in Österreich erreichten Gold-Status, rund ein Drittel Silber-Status. 16%, d.h. 201 österreichische Lieferbetriebe für Kartoffeln, nahmen teil.

Im Geschäftsjahr 2017|18 wird die bisher freiwillige Beantwortung des FSA-Fragebogens zusätzlich für eine Auswahl an Vertragslieferanten verpflichtend. Entsprechend dem im Juni 2016 veröffentlichten "SAI FSA Implementation Framework" ist zukünftig auch die externe Verifizierung der Selbstauskünfte vorgesehen. Zusätzlich sollen auch Vertragsanbauer von Kartoffeln aus Tschechien sowie Maisanbauer aus Österreich in das überarbeitete Dokumentationssystem aufgenommen werden.

Bei der Beschaffung von Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf nach dem International Sustainability and Carbon Certificate (ISCC) und nach REDcert EU-zertifizierte Rohstoffe. ISCC wird im SAI-System mit Silber-Status bewertet.

BETAEXPO – Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen

Im Juni 2016 stand die BETAEXPO, Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen, unter dem Motto "Klare Ziele, sichere Zukunft" wieder im Dienst der Vermittlung guter landwirtschaftlicher Praxis, u. a. im Pflanzenbau für die AGRANA-Vertragskulturen Kartoffeln und Getreide (Details siehe Seite 40).

Auch im Stärkebereich steht AGRANA mit Vertragsanbauern v. a. von Stärkekartoffeln im intensiven Dialog. Wie in den Vorjahren fanden ein Tag für Neuanbauer, bei dem über den Stärkeindustriekartoffelanbau informiert wurde, sowie mehrere Feldbegehungen mit Kartoffel- und Ethanolgetreidelieferanten statt. Weiters unterstützte AGRANA den mit rund 300 Teilnehmern gut besuchten Fachtag der Vereinigung der Österreichischen Stärkekartoffelproduzenten (VÖSK) finanziell und inhaltlich mit pflanzenbaulichen sowie die Wirtschaftlichkeit des Anbaus betreffenden Vorträgen. Im Herbst 2016 wurden drei Hofgespräche, eines für Bio-Landwirte und zwei im konventionellen Bereich, durchgeführt, bei denen der direkte Austausch mit der Geschäftsführung des Segments Stärke zu (land-)wirtschaftlichen Themen im Fokus stand. Ein Partnertag für Stärkeindustriekartoffellieferanten und der Bio-Fachtag (siehe Seite 39) rundeten das Programm zur Bewusstseinsbildung bezüglich guter landwirtschaftlicher Praxis ab.

Biodiversität in der Lieferkette

Das im Sommer 2013 gestartete Projekt zum Schutz von Fledermäusen im Waldviertel|Österreich (siehe Geschäftsbericht 2014|15, Seite 64) ist bereits nach nur drei Jahren als sehr erfolgreich einzustufen. Bei Bestandskontrollen im Frühjahr und Herbst 2016 zeigte sich eine dichte Besiedelung durch vier Fledermausarten. 70% der angetroffenen Individuen waren Mopsfledermäuse, eine in der österreichischen roten Liste der gefährdeten Säugetiere aufgeführte Art.

Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke sank in der Berichtsperiode 2016|17 gegenüber dem Vorjahr um rund 0,8%. Grund dafür war die lange Kartoffelkampagnendauer bzw. die hohe Stärkeproduktionsmenge in Gmünd|Österreich. Die Produktion nativer Stärke benötigt im Vergleich zu den Veredelungsprodukten weniger direkte Energie, was zu einem geringeren spezifischen Energieeinsatz führte.

Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt im Segment Stärke sank sogar um rund 5,5% im Vergleich zum Vorjahr, da es im Zuge von Produktionssteigerungen in Pischelsdorf|Österreich zu einer Verschiebung des Energieeinsatzes von indirektem zu direktem Energieeinsatz gekommen ist. Die Betrachtung des gesamten Energieeinsatzes pro Tonne Produkt gegenüber dem Vorjahr zeigt eine Senkung um 2,8%, die in der Prozessoptimierung des Glutentrockners und der Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich begründet ist.

Dennoch stiegen die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch pro Tonne Produkt um rund 2,5% gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik auf Seite 30). Verantwortlich dafür war der zugekaufte Strom, der aufgrund der Witterungsbedingungen im vergangenen Geschäftsjahr mit deutlich höheren Emissionen behaftet war.

Im Herbst 2014 wurde an den österreichischen Stärkeproduktionsstandorten Aschach, Gmünd und Pischelsdorf ein Energiemanagementsystem eingeführt und nach ISO 50001 zertifiziert. Im Rahmen einer kontinuierlichen Verbesserung hat sich das Segment Stärke standortindividuelle Effizienzverbesserungen, konkret die Reduktion von 50 GWh im Rahmen von Effizienzsteigerungsprojekten in einzelnen Anlagenteilen bis 2020|21, zum Ziel gesetzt. Bisher wurden rund 16 GWh dieses Einsparungszieles im Rahmen von mehreren Projekten, wie z.B. der Optimierung des Glutentrockners in Pischelsdorf und der Isolation der Hauptdampfleitung in Aschach, erreicht.

Durchschnittlicher spez. direkter Energieeinsatz in der Veredelung in Stärkefabriken1

Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 8

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung

In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt. Ein Beispiel dazu ist die kombinierte Bioethanolund Weizenstärkeproduktion am Standort Pischelsdorf| Österreich.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 8)

Segment Stärke
m³ pro Tonne Haupt
und Nebenprodukte
2016 17 2015 16 2014 15
Wassereinsatz 3,93 4,181 4,34
Wasserabgabe 4,65 4,35 4,92

Der durchschnittliche spezifische Wassereinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag in der Berichtsperiode 2016|17 rund 6,0% unter dem Vorjahr, da in den Stärkefabriken Gmünd|Österreich und Pischelsdorf durch Optimierungsarbeiten spezifische Einsparungen erzielt wurden. Die im Vergleich zum Vorjahr um rund 6,8% höhere Wasserabgabe ist bedingt durch die hohen Niederschläge und die lange Kartoffelkampagne in Gmünd.

Abfall aus der Veredelung

Die spezifische Abfallmenge aus der Veredelung pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) war im Geschäftsjahr 2016|17 um 15,6% höher als im Vorjahr. Dieses gesteigerte Abfallvolumen ist im Wesentlichen auf die gesteigerte kompostierte Menge (Klärschlammmenge) zurückzuführen. Die Steigerung der gefährlichen Abfälle ist mit einer einmaligen Entsorgung von Produktrückständen der Walzentrocknung in der Kartoffelstärkefabrik Gmünd|Österreich begründet.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 8)

Segment Stärke
Tonnen
2016 17 2015 16 2014 15
Entsorgte Abfälle 22.056 17.665 14.351
davon gefährliche Abfälle 96 21 28
Abfall
pro Tonne Produkt 1,8% 1,6% 1,3%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,008% 0,002% 0,003%
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsart
Kompostierung 16.684 13.030 10.337
Energetische
Verwertung 2.316 1.490 1.120
Wiederverwendung 24 700 0
Recycling 507 377 638
Deponierung 23 4 0
Andere 2.502 2.064 2.256

Durchschnittliche spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) durch die Veredelung in Stärkefabriken2

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Wert wurde aufgrund eines Erfassungsfehlers im Vorjahr korrigiert.

  • 2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 8
  • 3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Biodiversität an Produktionsstandorten

Am Standort der kombinierten Weizenstärke- und Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich wurde im Berichtsjahr ein Projekt zur Renaturierung des Werksgeländes gestartet. Dieses enthält u. a. neben der Pflanzung von Blühhecken auch die Reduktion der Mahd von Wiesen auf nur noch ein Mal pro Jahr.

EcoVadis

Im Herbst 2015 nahm die AGRANA Stärke GmbH eine Aktualisierung ihrer nachhaltigkeitsrelevanten Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. AGRANA Stärke GmbH konnte sich vom Silber-Status im Jahr 2014 auf Gold-Status verbessern und gehört mit diesem Ergebnis zu den 5% der Top-Performer, die von EcoVadis bewertet wurden.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2016|17 57,6 Mio. € (Vorjahr: 28,2 Mio. €). Auszug an wesentlichen Projekten:

  • █ Ausbau der Maisverarbeitung in Aschach|Österreich
  • █ Erweiterung der Stärkeverzuckerungsanlage in Aschach
  • █ Errichtung einer neuen Maltodextrin-Sprühtrocknungsanlage in Aschach

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2016|17 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100%) Investitionen im Ausmaß von 10,8 Mio. € (Vorjahr: 16,8 Mio. €) getätigt.

Segment Frucht

Basics zum Segment Frucht

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte

Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe

Verarbeitete Rohstoffe

Früchte (Hauptrohstoff für Fruchtzubereitungen: Erdbeeren; Rohstoffe für Fruchtsaftkonzentrate: Äpfel und Beeren)

Hauptmärkte Weltweit tätig

Abnehmer

Molkerei-, Eiscreme-, Backwaren-, Food-Service- und Getränkeindustrie

Besondere Stärken

Maßgeschneiderte, innovative Produkte

Umsatz nach Produkt-

  • (Dairy und Non-Dairy) Fruchtsaftkonzentrate
  • Sonstige Juice-Hauptprodukte (NFC, Fruchtwein etc.)
  • Juice-Nebenprodukte (v. a. Trester)

Sonstige (Handel mit Früchten, Tiefkühlfrüchte etc.)

Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory| Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt betrieb das Segment zum Bilanzstichtag 25 Produktionsstandorte in 19 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten.

Geschäftsentwicklung

Segment Frucht 2016 17 2015 16 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 1.156.035 1.084.085 6,6%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –582 –648 10,2%
Umsatzerlöse t€ 1.155.453 1.083.437 6,6%
EBITDA1 t€ 109.952 101.676 8,1%
Operatives Ergebnis t€ 71.757 61.876 16,0%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 0 –3.054 100,0%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 71.757 58.822 22,0%
EBIT-Marge % 6,2 5,4 0,8 pp
Investitionen2 t€ 33.822 41.730 –19,0%
Mitarbeiter (FTEs)3 5.638 5.455 3,4%

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stieg um knapp 5%, was v. a. auf eine gestiegene Verkaufsmenge zurückzuführen war. Etwas negativ beeinflussten den Umsatzerlösanstieg Fremdwährungseffekte in einzelnen Ländern, in denen AGRANA Fruit tätig ist; am stärksten waren diese in Ägypten, Argentinien, China, Mexiko, Russland, in der Türkei und der Ukraine.

Absatzsteigerungen gab es in allen AGRANA-Regionen mit Ausnahme von Nordamerika. Auch in Osteuropa blieb die Mengenentwicklung trotz des politisch herausfordernden Umfeldes positiv. Auch in der EU, als umsatzmäßig bedeutendster Region, konnten trotz des rückläufigen Marktes höhere Mengen abgesetzt werden.

Betreffend Kundenstruktur gab es nicht nur im Bereich Molkereien eine positive Umsatz- und Absatzentwicklung. Auch die Diversifizierung in Richtung Fruchtzubereitungen für Food-Service-, Backwarenund Eiscreme-Kunden wurde weiter forciert und Mengen und Umsatzerlöse konnten in diesen Bereichen gesteigert werden.

AGRANA konnte durch Marktanteilsgewinne im Einklang mit den globalen Großkunden ihre Marktposition weiter verbessern. Langfristige Kundenverträge sichern hier eine bessere Entwicklung als der Wettbewerb. Des Weiteren stellen die bereits beschriebenen positiven Entwicklungen in den

  • 1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
  • 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
  • 3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs Full-time equivalents)

Non-Dairy-Produktbereichen (z.B. Fruchtzubereitungen für globale Convenience-Food-Ketten, Eiscremekomponenten für globale Marken oder die jüngste Akquisition in Argentinien) nachhaltige Wachstumschancen für die Zukunft dar.

Ergebnismäßig verzeichnete der Bereich Fruchtzubereitungen über alle Regionen hinweg einen konstanten Geschäftsverlauf. Während in den Regionen Europa und Naher Osten/Afrika eine Ergebnisverbesserung erzielt werden konnte, ging das EBIT v. a. in Nordamerika, aber auch in der Region Australien/Asien zurück.

Im vierten Quartal 2016|17 wurde die im Dezember 2016 erworbene argentinische Gesellschaft Main Process S.A., Buenos Aires, erstkonsolidiert.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen von –3,1 Mio. € im Vorjahr war primär auf das Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad|Belgien, zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2016|17 wurde die Gesellschaft AGRANA Fruit India Private Limited, Neu-Delhi|Indien, gegründet. Nach einer Kapitalerhöhung im Februar 2017 hat die Gesellschaft u. a. Produktionsanlagen, Land und Gebäude erworben und plant, die Produktion und den Verkauf operativ im Laufe des nächsten Geschäftsjahres 2017|18 aufzunehmen.

Der Umsatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate lag im Geschäftsjahr 2016|17 deutlich über dem Vorjahreswert. Dies war hauptsächlich auf höhere Preise bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2015 zurückzuführen. AUSTRIA JUICE ist global tätig, wobei die EU den Kernabsatzmarkt darstellt. Weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland sowie der Mittlere und Ferne Osten. Das im chinesischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat wird v. a. nach Japan, USA, Russland und Australien, aber auch nach Europa vermarktet.

In der Kampagne 2016 verzeichnete AUSTRIA JUICE sowohl bei den Rohstoffpreisen als auch bei den Marktpreisen eine Preisreduktion. Dieser Trend war auch bei Buntsaftkonzentraten zu beobachten.

Die deutliche Verbesserung des EBITs im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war auf bessere Margen aus der Ernte 2015 bei Apfelsaftkonzentrat zurückzuführen, aber auch auf eine verbesserte Ertragslage der chinesischen Tochtergesellschaft und auf die Stabilisierung des Fruchtweingeschäftes in Deutschland.

Marktumfeld

Die außereuropäischen Märkte, v. a. Asien, aber auch Nordafrika und der Nahe Osten, verzeichnen im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ein deutliches Wachstum. In gesättigten Märkten wie in der EU und den USA ist ein verstärkter Konsum von "Plain Joghurt" (Naturjoghurt) im Trend. In Lateinamerika hat sich das Wachstum v. a. aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in Brasilien etwas eingebremst. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Konsumgütermärkte Eiscremes, Food-Services und Backwaren weiter wachsen werden.

Gesundheit und Wohlbefinden, Natürlichkeit und Genuss blieben ähnlich wie in den Vorjahren die Megatrends im Geschäftsjahr 2016|17. Diesen Trends wird bei der Entwicklung neuer Produkte – teilweise auch in Kombination – Rechnung getragen: Produkte, die v. a. in hohem Maße Genuss versprechen, werden mit dem Produktversprechen Natürlichkeit kombiniert.

Neben der Auslobung "Clean Label" für Produkte mit hohem Natürlichkeitsanspruch boomt auch die Nachfrage nach Joghurts mit geschichteten Früchten ("Fruit Layers"). Diese Produktlösung verspricht ein intensives Geschmackserlebnis, natürliche Anmutung (die Früchte sind stückig erkennbar) und ist gleichzeitig ein Wellness-Produkt. Auch neue Geschmacksrichtungen mit der Kombination verschiedener Fruchtsorten oder exotischen Früchten sind ein aktueller Trend, ebenso wie Produkte mit differenzierten und raffinierten Geschmacksprofilen.

Milchfreie Alternativen zum klassischen Fruchtjoghurt bleiben weiterhin im Trend, auch hier steht das positive Gesundheitsimage im Mittelpunkt. Wenn in den letzten Jahren v. a. Soja als neuer Trend neben Milchjoghurts angepriesen wurde, so geht dieser seit kurzem in Richtung Kokosnussmilch, Mandel oder Reis.

Im Konzentratgeschäft ist der Trend zu niedrigeren Fruchtanteilen in Getränken sowie direkt gepressten 100%-Säften weiterhin ungebrochen. Global entwickeln sich die Absätze von 100%-Fruchtsäften aus Konzentraten und von Nektaren weiterhin leicht rückläufig, auch wenn relevante europäische Märkte wie Deutschland eine leichte Erholung bzw. Stabilität verzeichnen. Die Nachfrage wird hier stark von in den Medien kommunizierten Gesundheitsthemen wie "Fettleibigkeit" und "Zuckerreduktion in Getränken" überlagert. Speziell der nordamerikanische Markt ist stark unter Druck, was sich in der Nachfrage nach Konzentraten widerspiegelt.

Nachhaltigkeit im Segment Frucht

Ziele in der Lieferkette

2016|17 Ermittlung des Nachhaltigkeitsstatus bei Fruchtlieferanten anhand definierter internationaler Zertifizierungen

Nutzung des SAI FSA-Fragebogens bei Vertragsanbauern

Umweltziele 2020|21 Fruchtzubereitungen:

Direkter und indirekter Energieeinsatz von 1,72 GJ pro Tonne Produkt

Fruchtsaftkonzentrate:

Direkter und indirekter Energieeinsatz von 3,43 GJ pro Tonne Produkt

Wassereinsatz von 4,21 m³ pro Tonne Produkt

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/ wertschoepfungskette/ frucht

Stabil bis leicht wachsend sind weiterhin die Märkte Naher Osten und Afrika, wobei letzterer einen starken Nachfrageanstieg nach Produkten mit der Auslobung "natürlich" ausweist.

Weiterhin sinkende Verkaufsmengen verzeichnen aufgrund der politischen Situation die Ukraine und Russland.

Das Preisniveau bei Fruchtsaftkonzentraten hat sich in Europa im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der erwarteten Erntemengen in den Hauptanbaugebieten wieder deutlich nach unten entwickelt.

Rohstoff und Produktion

Das Geschäftsjahr 2016|17 war im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen von guten Einkaufsbedingungen gekennzeichnet. Die Ernten waren teils überdurchschnittlich gut, die Rohstoffpreise im Verlauf des Jahres sinkend und niedriger als im Vorjahr. In Ländern wie Russland, der Türkei und Ägypten konnte die schwächere Landeswährung zu einem Vorteil in der Beschaffungspolitik genützt werden, ebenso in Ländern mit "1st Transformation"-Produktion wie in der Ukraine und in Mexiko.

Seit 2016|17 wurden auch verstärkt Tochtergesellschaften mit geringerem Beschaffungsvolumen obligat in den globalen Einkauf eingebunden, um zusätzliche Einsparungen durch Bündelung und Materialsubstituierung sowie optimierte Deckung zu lukrieren.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen in den Hauptverarbeitungsregionen in Europa (Polen und Ungarn) über den Mengen des Vorjahres. Lokale Fröste, etwa in Süd- und Ostösterreich, Westungarn und den Balkanländern, hatten nur eine unwesentliche Auswirkung. Die gute Versorgungslage führte zu teilweise deutlich geringeren Rohstoffpreisen gegenüber dem Vorjahr. Die europäischen Fruchtsaftkonzentratwerke waren in der Kampagne 2016 gut ausgelastet. In China verlief die Produktionssaison sogar über Vorjahresniveau.

Die Beerenverarbeitungssaison war in Summe von guten Mengenverfügbarkeiten bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Die Preise für die wichtigsten Rohstoffe (Erdbeere, Sauerkirsche, Schwarze Johannisbeere; ausgenommen Himbeere) lagen unter dem Vorjahresniveau.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

Im Segment Frucht wurde im Geschäftsjahr 2016|17 weiter an der Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte gearbeitet.

Die im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen für die Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten zuständige Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS), Wien, hat für das Geschäftsjahr 2016|17 wieder den Zertifizierungsstand nach definierten Nachhaltigkeitsstandards bei Erstverarbeitern und Händlern für Früchte und Vorprodukte dokumentiert (siehe Beschaffungsmodelle, Seite 5). Im Berichtsjahr verfügten 13% der von AFS beschafften Rohstoffe über eine Nachhaltigkeitszertifizierung, wobei der größte Teil auf bio-zertifizierte Rohstoffe, der Rest auf nach einem branchenweit bedeutenden Kundenstandard sowie nach dem Rainforest Alliance-Standard (RFA) zertifizierte Rohstoffe entfiel. Der RFA-Standard sowie der genannte kundenspezifische Standard werden im Rahmen des Abgleiches mit den Anforderungen des Farm Sustainability Assessments (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) mit Silber-Status bewertet. Da sich Bio-Standards ausschließlich auf die landwirtschaftliche Praxis konzentrieren und viele Bereiche wie Arbeitsschutz, Menschenrechte etc. nicht berühren, ist eine Bio-Zertifizierung alleine nicht ausreichend, um ein genügend

hohes Scoring im SAI-Benchmarking zu erreichen. Ähnliches gilt z.B. auch für eine Zertifizierung nach GlobalGAP, wobei es dafür bereits die sogenannte GRASP-Erweiterung gibt, die auch soziale Nachhaltigkeitsaspekte abdeckt. In Zukunft wird diese Ergänzung auch für den Bio-Sektor verfügbar sein (siehe Details zur FSA-Bewertung, Seite 40). Um ihre Lieferanten auch bezüglich der Einhaltung sozialer Aspekte zu bewerten, hat AFS sie im Geschäftsjahr 2016|17 zur Teilnahme an der Supplier Ethical Exchange Database (SEDEX) eingeladen (Details zu SEDEX siehe Seite 42). Lieferanten, die 78% der von AFS beschafften Volumina repräsentieren, sind bereits SEDEX-Mitglieder und haben ihre Daten für AFS freigegeben. Für 57% der bezogenen Volumina kann AFS die Selbstbewertungen ihrer Lieferanten bzw. auch bestehende Audit-Dokumente einsehen.

Im Rahmen der Beschaffung von frischen Früchten von Vertragslandwirten für AGRANA-eigene Erstverarbeitungsstandorte wurde im Berichtsjahr in einem Pilotprojekt erstmals der FSA-Fragebogen in den Ländern Polen, Ukraine, Marokko und Mexiko zum Einsatz gebracht. Während die teilnehmenden Vertragsanbauer in Polen und der Ukraine im Rahmen der extern nicht geprüften Selbstauskünfte, mit Ausnahme eines Anbauers in Polen, Silber-Status erzielten, erreichten 30% der teilnehmenden Betriebe in Mexiko Silber-Status, 20% Bronze-Status, der Rest noch nicht Bronze. Die teilnehmenden marokkanischen Betriebe erreichten v. a. aufgrund sozialer Aspekte noch nicht Bronze-Status.

Aus den beiden von der Austrian Development Agency geförderten Projekten zur Verbesserung von Sozial- und Umweltstandards bei Vertragslandwirten in Mexiko und Fidschi hat der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen Erfahrungen gewonnen, die zukünftig auch zur Verbesserung der FSA-Resultate dienen können.

Das im August 2013 gestartete Projekt zur Unterstützung der Zertifizierung von Erdbeer- und Brombeerlieferanten nach dem Rainforest Alliance-Standard (RFA) in Jacona/ Michoacán|Mexiko wurde im Juli 2016 abgeschlossen. Die teilnehmenden Lieferbetriebe konnten mit Unterstützung des lokalen Teams von AGRANA-Kulturberatern die agrarische Praxis im Anbau verbessern, Wasser- und Abfallmanagement einführen sowie Maßnahmen zum Arbeitsund Gesundheitsschutz für ihre über 2.000 Mitarbeiter umsetzen und sich nach dem RFA-Standard zertifizieren lassen. Die Lieferbetriebe profitierten nicht nur im Rahmen der höheren Wettbewerbsfähigkeit durch die Zertifizierung, sondern auch durch ihre neue Beliebtheit als Arbeitgeber. AGRANA durfte sich für ihr Engagement über einen Preis als eines der drei besten mexikanischen Unternehmen, und das beste in der Beerenverarbeitung, im Bereich Agrarpraxis und Lebensmittelsicherheit, vergeben von Primus GFS, einer global aktiven Initiative zur Lebensmittelsicherheit, freuen.

Auf der Südseeinsel Fidschi unterstützt AGRANA seit 2014 Kleinbauern, indem sie als Halter einer Gruppenzertifizierung für Bananen, Guaven und Mangos nach dem international anerkannten Bio-Standard ACO (Australian Certified Organic) agiert. Im AGRANA-Werk werden die Früchte zu Fruchtpürees verarbeitet, eine Erweiterung des Fruchtportfolios um Passionsfrüchte wurde im Laufe des Jahres 2016 vorgenommen. In den ersten zwei Jahren des Projektes konnte die Anzahl der zertifizierten Bauern von 130 auf rund 300 mehr als verdoppelt werden. Im Februar 2016 erlitt das Projekt, verursacht durch den Zyklon Winston, einen herben Rückschlag. Ein Großteil der biologisch bewirtschafteten Bananenflächen wurde zerstört, so dass die AGRANA-Kontraktbauern für mehr als ein halbes Jahr keine Bananen ernten konnten. Um den Bedarf an qualitativ hochwertigen, möglichst virusfreien Bananensetzlingen für die Neuauspflanzung decken zu können, wurde neben der neuen Produktionshalle auch ein kleines biologisches Labor eingerichtet, in dem Bananenpflanzen vermehrt werden. Die Anlage ging im September 2016 in Betrieb, das Pflanzgut soll den Bauern zu Beginn unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.

Da die Beschaffung im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen für kundenspezifische Rezepturen ausschließlich nach Kundenspezifikation erfolgt, wird die weitere Entwicklung zertifizierter Rohstoffvolumina von diesen Kundenanforderungen abhängen.

Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, bezieht er doch einen Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Händler. Dies ist die Folge national historisch gewachsener Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen.

Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern. In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten, für deren Kultivierung rund 60% bis 80% weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperiode erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien, die mit einer Preisprämie durch AUSTRIA JUICE honoriert werden. 2007 wurde ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau in Polen gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten im Berichtsjahr rund 7% der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.

Im Berichtsjahr 2016|17 nahmen 50% der Vertragsanbauer von Äpfeln in Ungarn eine Selbstbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Produktionsbedingungen auf ihren Betrieben im Rahmen des FSA-Fragebogens vor, wobei 40% der Teilnehmer Gold-Status, der Rest Silber-Status erreichten. Die Ergebnisse wurden bisher nicht extern verifiziert. Im Geschäftsjahr 2017|18 soll der FSA-Fragebogen auch bei den Vertragsanbauern von Äpfeln in Polen zum Einsatz kommen.

Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) stieg im Segment Frucht im Geschäftsjahr 2016|17 um rund 25,2%, was auf die Aufnahme des Fruchtsaftkonzentratstandortes in Xianyang|China in die Berichterstattung zurückzuführen ist (siehe Berichtsgrenzen, Seite 8).

Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz im Segment Frucht sank um rund 2,3% gegenüber dem Vorjahr, was ebenfalls auf den Bereich Fruchtsaftkonzentrate zurückzuführen ist.

Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt des Segmentes Frucht stiegen aufgrund des Einsatzes von Kohle als Primärenergieträger in Xianyang um 24,1% gegenüber dem Vorjahr, in dem der Standort

noch nicht in der Berichterstattung enthalten war (siehe Grafik auf Seite 37). Ohne Berücksichtigung des chinesischen Fruchtsaftkonzentratstandortes wären die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz im Segment Frucht konstant geblieben.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung

Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnte mit einer Reduktion des durchschnittlichen spezifischen Wassereinsatzes bzw. der Wasserabgabe pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) die Erhöhungen im Bereich Fruchtzubereitungen kompensieren, wodurch der durchschnittliche spezifische Wassereinsatz im Segment Frucht nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr blieb. Die durchschnittliche spezifische Wasserabgabe erhöhte sich leicht um rund 2,3%.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 8)

Segment Frucht
m³ pro Tonne Haupt
und Nebenprodukte
2016 17 2015 161 2014 15
Wassereinsatz 4,28 4,27 4,16
Wasserabgabe 4,08 3,99 3,99

Durchschnittlicher spez. direkter Energieeinsatz in der Veredelung in Fruchtwerken2

Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Der spezifische Wassereinsatz und die Abgabe pro Tonne Produktoutput mussten aufgrund eines Erfassungsfehlers 2015|16 korrigiert werden.

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 8

3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Abfall aus der Veredelung

Die Reduktion der spezifischen Abfallmenge von 55,9 Kilogramm im Vorjahr auf 26,5 Kilogramm pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Berichtsjahr 2016|17 im Geschäftssegment Frucht ist v. a. auf die Umsetzung der neuen Abfalldefinition im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate zurückzuführen (siehe Berichtsgrenzen, Seite 9).

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 8)

Segment Frucht 2016 17 2015 161 2014 151
Tonnen
Entsorgte Abfälle 23.038 45.955 45.699
davon gefährliche Abfälle 43 37 15
Abfall
pro Tonne Produkt 2,7% 5,6% 5,6%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,005% 0,005% 0,002%
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsart
Kompostierung 0 4.064 3.359
Energetische
Verwertung 899 392 341
Wiederverwendung 1.985 16.902 19.986
Recycling 9.170 14.895 14.082
Deponierung 10.950 9.675 7.817
Andere 33 27 114

Biodiversität an Produktionsstandorten

Der Bereich Fruchtsaftkonzentrate unterstützte an seinem Hauptsitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich im Rahmen seiner Biodiversitätsaktivitäten ein Projekt des "Forum Natur und Artenschutz" zur Ansiedelung des Steinkauzes. Der Steinkauz, eine der kleinsten Eulen, gilt unter den Brutvögeln in Österreich als vom Aussterben bedroht. Er benötigt für sein Überleben eine kleinräumig strukturierte Landschaft mit Streuobstwiesen mit Höhlenbäumen in einem dörflichen Umfeld, wie es für den Standort typisch ist.

Investitionen

Die Investitionen 2016|17 im Segment Frucht betrugen 33,8 Mio. € (Vorjahr: 41,7 Mio. €) und betrafen sowohl Kapazitätserweiterungen als auch Instandhaltungsmaßnahmen. Auszug an wesentlichen Projekten:

  • █ Dritte Produktionslinie in Lysander|USA
  • █ Installation einer Bag-in-Box-Verpackungsanlage in Botkins|USA
  • █ Installation einer neuen Produktionslinie in Mitry-Mory|Frankreich

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2016|17

Durchschnittliche spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) durch die Veredelung in Fruchtwerken2

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Die 2014|15 und 2015|16 gemeldeten Abfallmengen wurden teilweise gemäß der seit 2015|16 geltenden Definition von Abfall überarbeitet. Eine finale Umsetzung der neuen Definition war erst für das Geschäftsjahr 2016|17 möglich (siehe inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 9).

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 8

3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Nachhaltigkeit bei AGRANA

Ziele in der Lieferkette

Weitere Nutzung des SAI-FSA zur Bewertung von Lieferanten

Segmentindividuelle Umweltziele 2020|21

Reduktion des direkten und indirekten Energieeinsatzes pro Tonne Produkt

Reduktion des Wassereinsatzes pro Tonne Produkt

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:

Wir bei AGRANA…

  • █ verwerten annähernd 100% der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren,
  • █ achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind,
  • █ leben langfristige Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden.

AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der täglichen Interaktion mit ihren Stakeholdern:

Formate des AGRANA-Stakeholder-Engagements im Geschäftsjahr 2016|17

Schwerpunkt Lieferanten

  • █ Regelmäßige Beratungsgespräche (Vertragsanbau in allen Segmenten)
  • █ Feldbegehungen und Versuchsbesichtigungen während der Vegetationszeit (in den Segmenten Zucker und Stärke)
  • █ Kontrahierungsveranstaltungen (Vertragsanbau Zuckerrüben und Stärkekartoffeln)
  • █ Winterversammlungen (Informationsveranstaltungen in den Segmenten Zucker und Stärke)
  • █ Landwirtschaftlicher Fachtag der BETAEXPO (Österreichs größtem landwirtschaftlichen Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen) in Tulln|Österreich
  • █ Programm "Mont Blanc" (Effizienzprogramm für Zuckerrübenanbau mit großem Beratungs- und Schulungsanteil) in allen Rübenanbauländern
  • █ Kartoffeltag in Waidhofen an der Thaya|Österreich in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Österreichischer Stärkekartoffelproduzenten (VÖSK)
  • █ Zwei Hofgespräche im Segment Stärke (an den Höfen von Vertragslandwirten organisierte Diskussionsrunden mit dem AGRANA-Vorstand/Rohstoff-Management und interessierten Landwirten/Lieferanten)
  • █ Tag für neue Vertragsanbauer des Segmentes Stärke
  • █ Oktoberfest im AGRANA-Stärkewerk in Aschach|Österreich
  • █ Partnertag der AGRANA Stärke GmbH für Kartoffellieferanten im Werk Gmünd|Österreich
  • █ Bio-Fachtag für alle von AGRANA verarbeiteten Bio-Kulturen

Schwerpunkt Kunden

  • █ Persönliche Kundenbesuche
  • █ Messeauftritte der AGRANA-Gruppe auf den Lebensmittelmessen Biofach (Nürnberg|Deutschland), Djaz AGRO (Algier|Algerien), der Iran Food +Hospitality (Teheran|Iran) sowie der Gulfood Manufacturing (Dubai|Vereinigte Arabische Emirate)
  • █ Messeauftritte des Segmentes Stärke auf Kosmetikmessen (Paris|Frankreich, New York|USA, München|Deutschland, São Paulo|Brasilien, Bangkok|Thailand und Coventry|Großbritannien), auf Lebensmittelmessen (Natural Products Expo East, Baltimore|USA, und HiE, Frankfurt|Deutschland) sowie auf Agrarmessen (Wieselburg|Österreich, Agraria Wels|Österreich) und der 5. Mitteleuropäischen Biomasse Konferenz (Graz|Östereich)
  • █ Messeauftritte des Bereiches Fruchtsaftkonzentrate auf der Prowein (Düsseldorf|Deutschland), Brau Beviale (Nürnberg|Deutschland) sowie der World Bulkwine (Amsterdam|Niederlande)
  • █ Zwei Kundenevents zum Thema "AGRANA-Süßungslösungen"
  • █ Weltweite Kundenzufriedenheitsumfrage (siehe Seite 42)

Schwerpunkt Anrainer

  • █ Tag der offenen Tür der Zuckerfabrik in Tulln|Österreich
  • █ Familientag der BETAEXPO
  • █ Persönliche Kontakte im Rahmen des Anrainermanagements

Schwerpunkt Investoren und Medien/allgemeine Öffentlichkeit

  • █ Laufende Presse- und Investor Relations-Arbeit
  • █ Pressekonferenzen, Hintergrundgespräche
  • █ Roadshows, Capital Markets Day im Oktober 2016 in Aschach|Österreich, Privatanleger-Informationsveranstaltung in Tulln|Österreich

AGRANAs Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2016|17

AGRANA hat im Berichtsjahr 2016|17, wie auch in den Vorjahren, intensiv an der weiteren Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die operativen Geschäftsabläufe gearbeitet. In der Folge werden die Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette, nach ihrer inhaltlichen Zugehörigkeit zu AGRANAs sechs Handlungsfeldern gegliedert, dargestellt:

  • █ Umwelt- und Sozialkriterien (d.h. Arbeitspraktiken und Menschenrechte) in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • █ Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • █ Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • █ Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • █ Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäfts-
  • gebarung
  • █ Gesellschaftliches Engagement

Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung

Auch im Geschäftsjahr 2016|17 arbeitete AGRANA an der weiteren Umsetzung ihrer Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Lag der Arbeitsschwerpunkt in den Vorjahren besonders im Aufbau geeigneter Dokumentationsstrukturen für den Nachweis der Umsetzung guter agrarischer Praxis sowie in ersten Anstrengungen der Segmente Zucker und Stärke im Rahmen der Einführung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI), konnte AGRANA im Berichtsjahr weitere Schritte bezüglich der Dokumentation im Segment Frucht setzen. Selbstverständlich wurde auch 2016|17 wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen und Schulungsprogrammen für Vertragsanbauer angeboten (Details dazu in den Segmentberichten).

Sustainable Agriculture Initiative (SAI)

Nachhaltigkeitsaktivitäten im Rahmen der Rohstoffbeschaffung direkt von agrarischen Produzenten sind für AGRANA schon immer integraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit. Um Nachhaltigkeitsaspekte in der agrarischen Lieferkette unabhängig vom Beschaffungsmodell noch strukturierter bearbeiten und dokumentieren zu können, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei SAI, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Zucker, Stärke und Frucht an allen für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.

SAI bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v. a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.

Das Basisinstrument stellt dabei immer das von SAI erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mit Hilfe eines Fragebogens, welcher aus 112 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Bodenund Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Betrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status "Gold", "Silber", "Bronze" oder "Noch nicht Bronze".

Für Bereiche der Beschaffung, in denen kein direkter Zugang zum landwirtschaftlichen Produzenten der Rohstoffe besteht, stellt SAI ein mittlerweile sehr umfassendes Benchmarking der FSA-Anforderungen gegenüber nationalen Gesetzgebungen vieler Länder einerseits, relevanten internationalen Zertifizierungsstandards (z.B. Global GAP, Rainforest Alliance, Bonsucro etc.) andererseits, sowie sogar einigen unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsprogrammen zur Verfügung. Die geprüfte Einhaltung nationaler gesetzlicher Vorgaben oder die Zertifizierung nach gewissen internationalen bzw. unternehmensspezifischen Standards ermöglicht landwirtschaftlichen Produzenten und der verarbeitenden Industrie damit ebenfalls die Auslobung des jeweiligen SAI-Nachhaltigkeitsstatus.

Details bezüglich der Umsetzungsaktivitäten von AGRANAs Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte bzw. der Dokumentation im Rahmen von SAI in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht sind im jeweiligen Segmentbericht (siehe Seiten 21f, 28, 34ff ) zu finden.

BETAEXPO – Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen

Rund 3.000 Besucher zählte der BETAEXPO-Fachtag für AGRANA-Vertragsanbauer im Juni am Standort der AGRANA-Zuckerfabrik in Tulln|Österreich, der unter dem Motto "Klare Ziele – Sichere Zukunft" ganz im Zeichen der herausfordernden Agrarmärkte stand.

Neben hochkarätig besetzten Diskussionen zur Zukunft der Agrarmärkte standen für die AGRANA-Lieferanten zahlreiche Fachvorträge rund um das Schwerpunktthema nachhaltige Düngung auf dem Programm. Viele BETAEXPO-Gäste nutzten auch die verschiedenen Maschinenvorführungen am Schaufeld und die Präsentationen der AGRANA-Kulturen Zuckerrübe, Getreide und Stärkekartoffel direkt in den jeweiligen Schauparzellen. Daneben konnten die Besucher die Produkte und Verkaufsaktivitäten von AGRANA, ihre Produkte Zucker, Stärke und Frucht sowie des Futtermittelbereiches kennenlernen und Neues aus dem Bereich Forschung und Entwicklung aus dem AGRANA Research & Innovation Center erfahren.

Im Vorfeld der BETAEXPO zeichnete AGRANA auch 2016 zwei Vertragslieferanten für ihre guten Ergebnisse bei der Teilnahme am FSA bzw. für Verdienste im Bereich Erosionsschutz sowie erstmals auch zwei institutionelle Lieferanten bzw. Geschäftspartner für ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten mit dem AGRANA Sustainability Award aus.

Förderung der Biodiversität an österreichischen AGRANA-Standorten

Wenngleich Biodiversität v. a. im Bereich von AGRANAs vorgelagerter Lieferkette relevant ist, ist AGRANA dennoch bemüht, wo möglich, auch an ihren eigenen Standorten einen Beitrag zum Erhalt bzw. zur Förderung der Artenvielfalt zu leisten.

Aufgrund der Bedeutung von Bienen zur Bestäubung vieler Nutzpflanzen, rund 80% müssen von Bienen angeflogen werden, hat AGRANA im Geschäftsjahr 2016|17 ein Projekt zum Schutz von Bienen gestartet. In dessen Rahmen wurden an allen österreichischen Standorten Bienenstöcke installiert, Workshops zur Wissensvermittlung für Mitarbeiter angeboten sowie im Rahmen der BETAEXPO österreichische Jungimker mit Bienenvölkern unterstützt.

Ziele bezüglich Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung

Für ihre Geschäftssegmente Zucker und Stärke hat AGRANA es sich zum Ziel gesetzt, im Geschäftsjahr 2017|18 die betriebliche Selbsteinschätzung nach SAI hinsichtlich nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien gemeinsam mit ihren Vertragslieferanten für Zuckerrüben und Kartoffeln in allen Anbauländern in ihrem Erfassungssystem weiterhin durchzuführen und die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzungen durch externe Kontrollen – den SAI Vorgaben entsprechend – überprüfen zu lassen.

Darüber hinaus werden im Geschäftsjahr 2017|18 auch erstmals österreichische Vertragsanbauer von Mais am FSA teilnehmen. Im Segment Frucht haben sowohl der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen als auch der Bereich Fruchtsaftkonzentrate den FSA-Fragebogen im Rahmen des direkten Bezuges von Rohstoffen von Anbauern zur betrieblichen Selbsteinschätzung zum Einsatz gebracht und werden dieses Engagement auch im nächsten Geschäftsjahr fortsetzen.

Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

AGRANAs Managementansatz für die Themen Energieeinsatz und Emissionen, Wassernutzung und Abwasser sowie Abfall ist in ihrer Umweltpolitik festgeschrieben.

Die Energiemanagementsysteme aller EU-Standorte des Segmentes Zucker, aller österreichischen Standorte des Segmentes Stärke und aller EU-Standorte des Bereiches Fruchtsaftkonzentrate wurden im Berichtsjahr 2016|17 nach ISO 50001 zertifiziert. Die restlichen EU-Standorte führten Energieaudits durch.

Ziele bezüglich Umwelt- und Energieaspekten in der AGRANA-Produktion

Die AGRANA-Segmente Zucker, Stärke und Frucht haben sich im Geschäftsjahr 2014|15 jeweils für ihre Geschäftstätigkeit relevante Energie- bzw.Umweltziele bis zum Geschäftsjahr 2020|21 gesetzt. Der bisherige Fortschritt bei der Zielerreichung wird im jeweiligen Segmentbericht dargestellt.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter

Die im Geschäftsjahr 2016|17 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter werden im Personalbericht (siehe Seite 48ff ) kommentiert.

Produktverantwortung und nachhaltige Produkte Produktsicherheit und -qualität

Oberstes Ziel der AGRANA-Qualitätspolitik ist es, den Kundenbedürfnissen entsprechende für den Verzehr sichere Lebens- und Futtermittel zu erzeugen. Die Einhaltung der zahlreichen geltenden nationalen und internationalen Anforderungen an die Produktsicherheit an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch einen wesentlichen Bestandteil ihrer sozialen Verantwortung und Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung dar.

Lebensmittel, die an den Unternehmensstandorten in der EU hergestellt werden, entsprechen der EU-Verordnung (EG) Nr.178/2002 (zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechtes, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit – kurz: General Food Law) in der jeweils gültigen Fassung. Zusätzlich orientiert sich AGRANA an den internationalen Mindeststandards im Bereich Lebensmittelsicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der Food and Agriculture Organization und der World Health Organization). Im Codex Alimentarius wird mit den "General Principles of Food Hygiene" das sogenannte HACCP-System eingeführt. Hazard Analysis and Critical Control Point bedeutet, dass mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert werden. Das Prinzip eines HACCP-Systems findet sich beispielsweise auch als rechtliche Forderung in der EU-Hygiene-Verordnung (VO (EG) Nr. 852/2005) wieder. AGRANA hat bereits vor vielen Jahren HACCP-Systeme, die dem jeweiligen Produktionsprozess angepasst sind, in ihren Werken eingeführt. Die Einführung und v. a.regelmäßige Überprüfung eines HACCP-Systems garantiert, dass nur sichere Produkte den Standort verlassen.

Futtermittel, die an Standorten in der EU hergestellt werden, erfüllen die Anforderungen der EU-Verordnungen Nr.178/2002 General Food Law, Nr.767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln und Nr.183/2005 mit Vorschriften für die Futtermittelhygiene. HACCP-Systeme bilden auch hier ein Rückgrat für die Gewährleistung der Produktsicherheit.

In ihrem Bestreben nach Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit geht AGRANA über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat international anerkannte Standards für Produktsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt.

Externe Zertifizierungen

im Lebensmittel- und Futtermittelbereich

Das AGRANA-Qualitätsmanagementsystem hat sich zum Ziel gesetzt, die Ansprüche und Anforderungen von Kunden und anderen Interessenpartnern zu erkennen und bestmöglich zu erfüllen. Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit und Produktschutz. Die weltweit wichtigsten Standards in diesem Bereich bei AGRANA sind FSSC 22000 (Food Safety System Certification), ISO 22000 und IFS (International Food Standard). Je nach Land oder Region sowie Kunden-

nachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Die wesentlichen Standards für Futtermittelsicherheit sind der GMP Feed- und der EFISC Feed-Standard. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2016|17 100% aller Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. die jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.

Die kontinuierliche Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von AGRANA hergestellten Lebens- und Futtermittel erfolgt durch externe Zertifizierungen, Kunden- und Lieferantenaudits sowie durch ein internes Auditsystem. Im Geschäftsjahr 2016|17 mussten keine Produktrückrufe durchgeführt werden.

Bio-Produkte

AGRANA verfügt in ihren Werken und in der Lieferkette über die notwendigen Zertifizierungen, um Kundenwünschen nach Ware aus biologischer Wirtschaftsweise nachkommen zu können.

Im Geschäftsjahr 2016|17 hat AGRANA ihr umfassendes Bio-Sortiment um das Düngemittel BioAgenasol® erweitert. Die spezielle Mischung bewirkt nicht nur eine gute Nährstoffversorgung und Stimulierung der Bodenmikroorganismen, sondern mobilisiert auch noch die vielfach nicht pflanzenverfügbaren Nährstoffe wie Phosphor und Kalium.

Da sich eine mengenmäßig relevante Bio-Nachfrage aber im Wesentlichen auf die Länder Österreich, Deutschland und USA beschränkt, liegt der Anteil von Bio-Produkten am AGRANA-Gesamtabsatz im einstelligen Prozentbereich.

SEDEX-Mitgliedschaft und SMETA-Audits

AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Exchange Database (SEDEX). Alle AGRANA-Produktionsstandorte nehmen jährlich ein SEDEX Self-Assessment, welches v. a. auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinderund Zwangsarbeit) abzielt, vor. Um ihr Engagement in diesem Bereich zu untermauern, haben bereits etwa 66% der AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen zur Überprüfung dieser Selbstauskünfte 4-Pillar SEDEX Members Ethical Trade Audits (SMETA) oder aber vergleichbare Sozialaudits von unabhängigen Dritten durchführen lassen. Die SMETA-Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Weltweite Umfrage zur Kundenzufriedenheit

Im Geschäftsjahr 2016|17 führte AGRANA unter Einbezug aller Segmente die zweite weltweite Kundenzufriedenheitsbefragung durch. Aufbauend auf der Umfrage des Geschäftsjahres 2014|15 wurden im Berichtsjahr gemeinsam mit einem international tätigen Marktforschungsinstitut ein Fragebogen erstellt und Interviews durchgeführt.

Die Fragen betrafen die Bereiche allgemeine Zufriedenheit, Anforderungen an Produkte sowie die Erfüllung dieser Anforderungen durch AGRANA, Lieferservice sowie Kundenbetreuung und Beschwerdemanagement. Offene Fragen ermöglichten den Kunden, individuelle Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge abzugeben.

Es wurden rund 3.000 Kunden weltweit kontaktiert. Die Rücklaufquote lag über alle AGRANA-Unternehmen bei 25%, was als hervorragendes Ergebnis für B2B-Befragungen zu werten ist.

Den relevantesten Indikator für die Zufriedenheit der Kunden stellt der Net Promoter Score (NPS) dar. Ausgewertet wird hier das Ergebnis der Frage: "Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie AGRANA einem Geschäftspartner weiterempfehlen?" Mit einem NPS von durchschnittlich 61,7 liegt AGRANA hier ganz hervorragend und kann eine große Anzahl von Kunden zu den sogenannten Promotoren zählen.

Wenngleich der NPS der Umfrage 2016|17 aufgrund unterschiedlicher Skalierungen leider nicht direkt mit jenem des Geschäftsjahres 2014|15 vergleichbar ist, gab ein Großteil der Kunden an, mit AGRANA insgesamt zufriedener zu sein als in der Vorperiode. Dies kann auf die bereits implementierten Maßnahmen der einzelnen AGRANA-Unternehmen zurückzuführen sein, die auf den Ergebnissen der letzten Befragung basieren.

Basierend auf den Rückmeldungen der Kunden wurden wiederum Maßnahmen, z.B. das verstärkte Angebot von Bio-Produkten in bestimmten Regionen mit hoher Nachfrage sowie u. a. die zukünftig vermehrte Bereitstellung von Unterlagen zum Download auf der AGRANA-Website, zusammen mit den einzelnen Verkaufsorganisationen erarbeitet. Diese werden im Geschäftsjahr 2017|18 bzw. in den Folgejahren umgesetzt, um das Verbesserungspotenzial auszuschöpfen.

AGRANA hat es sich zum Ziel gesetzt, Kundenzufriedenheitsbefragungen in regelmäßigen Abständen, zumindest alle drei Jahre, durchzuführen.

Initiative Mitgliedsunternehmen Seit Ziel der Initiative und Mitglieder
Sustainable Agriculture
Initiative (SAI)
AGRANA Beteiligungs-AG1 Juli 2014 Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung
nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken;
Mitglieder: Lebensmittel- und Getränkeindustrie
SEDEX AGRANA Beteiligungs-AG1 2009 Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und
Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette;
Mitglieder: 36.000 Mitgliedsunternehmen weltweit
EcoVadis AGRANA Zucker GmbH
AGRANA Stärke GmbH
Segment Frucht –
einige Gesellschaften
2013 Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt
und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten
Wertschöpfungskette;
Mitglieder: rund 120 global tätige Unternehmen
verschiedenster Industrien
Bonsucro AGRANA Zucker GmbH Juli 2014 Ziel: Verbesserung der Nachhaltigkeit
im Zuckerrohranbau sowie der Zuckerproduktion
aus Zuckerrohr;
Mitglieder: Produzenten, Händler, Verarbeiter
ARGE Gentechnik-frei AGRANA Beteiligungs-AG1 2010 Ziel: Förderung/Sicherstellung der
österreichischen GVO-freien Landwirtschaft
und Lebensmittelproduktion;
Mitglieder: Mitglieder aus der gesamten Lebensmittel
Wertschöpfungskette inkl. vieler Einzelhändler
Initiative Donau Soja AGRANA Stärke GmbH April 2013 Ziel: Nachhaltiger GVO-freier Sojaanbau in der
Donauregion (Fokus Futtermittel);
Mitglieder: gesamte Wertschöpfungskette, NGOs etc.

Mitgliedschaften bei wesentlichen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen

Mitgliedschaften bei Branchen- und Interessenvertretungen

Branchen- und Interessenvertretung Mitgliedsunternehmen Wirkungsbereich
Industriellenvereinigung (IV) AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AGRANA Stärke GmbH Deutschland
CEFS – Comité Européen des Fabricants de Sucre AGRANA Zucker GmbH EU
Starch Europe AGRANA Stärke GmbH EU
SGF International E.V. AUSTRIA JUICE GmbH weltweit

Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung

Die Aktivitäten des Geschäftsjahres 2016|17 zum Thema Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung werden im Bereich Compliance (siehe AGRANA Geschäftsbericht 2016|17 auf Seite 25ff ) im Corporate Governance-Bericht dargestellt.

Gesellschaftliches Engagement

Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten, an denen sie tätig ist, engagiert.

Wissensvermittlung zum Thema Ernährung und Gesundheit

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016|17 hatte Zucker in der öffentlichen Diskussion bzw. in der medialen Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Thema Ernährung und Gesundheit mit einem zunehmend negativen Image zu kämpfen. Es wird der Eindruck vermittelt, dass Zucker für alle Fehlentwicklungen unserer modernen Gesellschaft – insbesondere aber für Übergewicht – verantwortlich ist. So wurde in einigen Ländern bereits eine Zuckersteuer eingeführt, um dem zunehmenden Übergewicht der Bevölkerung entgegenzuwirken. Es hat sich jedoch gezeigt, dass eine Zuckersteuer nicht schlank macht. Eine Gewichtszunahme bei gesunden Menschen ist einfach zu erklären: Es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht. Ob diese Kalorien aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlenhydraten stammen, spielt dabei keine Rolle. Deshalb werden auch die Reformulierungsversuche mit dem Ziel, den Anteil von Zucker in Produkten zugunsten anderer Zutaten zu reduzieren keinen Durchbruch bei der Bekämpfung von Übergewicht bringen. Denn meist weisen so reformulierte Produkte – entgegen der Annahme der Verbraucher – nicht wesentlich weniger Kalorien aus.

AGRANA hat es sich daher zum Ziel gesetzt, das Wissen über Ernährung im Allgemeinen sowie den Lebensstil und die Eigenschaften von Zucker im Speziellen zu verbessern.

AGRANA unterstützte im Berichtsjahr 2016|17 Initiativen, die Wissensvermittlung im Bereich Ernährung und Gesundheit anbieten, wie das "Forum Ernährung heute", den Kongress "Prevention Models of Obesity and Cardiovascular Diseases" sowie die Plattform "Land schafft Leben".

Daneben möchte AGRANA mit dem Sponsoring des SK Rapid, eines Wiener Traditions-Fußballklubs, zu einem gesunden, aktiven Lebensstil motivieren und zu mehr Bewegung im Alltag anregen. 2017|18 sind u. a. mit dem "Charity Walk" des österreichischen Umweltdachverbandes, der Bewegung in der Natur mit einer Spende zugunsten der lokalen Biodiversität verbindet, weitere Aktivitäten geplant.

Daneben fördert AGRANA auch bei ihren eigenen Mitarbeitern das Wissen und Bewusstsein zu ausgewogener Ernährung und einem gesunden Lebensstil durch eine Vielzahl an Aktivitäten (siehe Personal- und Sozialbericht, Seite 50f ).

Wie in den Vorjahren unterstützte die AGRANA-Gruppe auch im Berichtsjahr 2016|17 wieder eine Vielzahl an sozialen Projekten in den Gemeinden ihrer Unternehmensstandorte sowie viele Kulturveranstaltungen in Österreich.

Forschung und Entwicklung

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit ihre auf nachhaltigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist der zentrale Forschungsund Entwicklungshub des Konzerns für die Bereiche Zucker, Stärke und Frucht. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungsentwicklung tätig. Weiters bietet die Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für die Qualitätsprüfung von Zuckerrüben.

Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Zucker, Stärke und Frucht) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert auch den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten wie z.B. Technologien, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte.

F&E-Kennzahlen 2016 17 2015 16 2014 15
F&E-Aufwendungen (intern und extern) Mio. € 15,9 14,9 14,5
F&E-Quote1 % 0,62 0,60 0,58
Mitarbeiter in F&E (Köpfe) 221 214 216

Segment Zucker

Vor dem Hintergrund der mit Ende September 2017 auslaufenden Quotenregelung der Zuckermarktordnung lag einer der Schwerpunkte der Forschungsarbeiten im Geschäftsjahr 2016|17 in der Ausbeuteoptimierung bei der Zuckergewinnung. Dabei wurde – abhängig davon, ob in der jeweiligen AGRANA-Zuckerfabrik eine Schnitzeltrocknung betrieben wird oder nicht – im Extraktionsbereich ein Optimum zwischen der Minimierung von Zuckerverlusten und dem Zulassen mikrobiologischer Infektionen zur Erzielung einer möglichst hohen Abpressung der Extraktionsrückstände angestrebt. Aufgrund der Implementierung von Analyseautomaten zur Bestimmung von Milchsäure können die mikrobiologische Aktivität überwacht und Desinfektionsmaßnahmen in allen Werken laufend angepasst werden.

Im Rahmen einer Kooperation mit der Universität für Bodenkultur in Wien wurde ein Projekt gestartet, welches seitens der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert wird. Ziel dieser Arbeit ist es, bestehende Modelle zur Bewertung von Zuckerverlusten um modernste molekularbiologische, mikrobiologische und analytische Methoden zu erweitern, um so werksindividuelle Gegebenheiten besser berücksichtigen, Desinfektionsstrategien rascher anpassen und die Zuckerausbeute weiter optimieren zu können.

Zurückgehend auf Probleme mit mikrobiologischen Infektionen in der Dünnsaftenthärtung wurde eine UV-Pilotanlage im Bypass getestet. Zielsetzung war dabei die Untersuchung, inwieweit der Gesamtinfektionslevel in Extraktion und Saftreinigung minimiert und problematische Mikroorganismen inaktiviert werden können. Nach weiteren Tests mit einer verbesserten Pilotanlage führten die positiven Ergebnisse schließlich zur Errichtung einer großtechnischen UV-Anlage. Diese Anlage wurde in der Rübenkampagne 2016|17 erfolgreich in Betrieb genommen.

Das Potenzial dieser Technologie wird nun auch für den Einsatz in der Apfelsaftkonzentratproduktion evaluiert. Erste Versuche zeigten, dass mit der Verwendung einer Dünnschicht-UV-Anlage gänzlich auf Chemie zur Mikroorganismenbekämpfung verzichtet werden kann.

Beim Betrieb der Melasseentzuckerungsanlage wird Melasse chromatografisch ohne Chemikalieneinsatz in je eine zuckerreiche, eine betainreiche und eine asche- sowie farbstoffreiche Fraktion, die sogenannte Restmelasse, aufgetrennt. Im Rahmen eines im COMET-Programm der FFG geförderten Kooperationsprojektes mit der ACIB GmbH (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) wird die fermentative Nutzung des in der Restmelasse noch vorhandenen Restzuckers untersucht. Die Pilotanlage, in welcher dieser zweistufige Prozess geprüft werden soll, wurde in Tulln|Österreich in Betrieb genommen und Langzeitversuche wurden gestartet. Bei erfolgreicher Umsetzung dieses Forschungsansatzes könnten etwa 30% des Primärenergiebedarfs der Melasseentzuckerungsanlage abgedeckt werden.

Segment Stärke

Rohstoff

Die anaerobe Lagerung von Nassmais ist sowohl für die Bioethanolherstellung als auch die Stärkegewinnung eine mögliche Variante zur Verlängerung der Nassmaiskampagne. Diese Art der Konservierung hat durch den Wegfall der sonst notwendigen teuren und energieintensiven Trocknung großes Potenzial hinsichtlich Ressourcenschonung und Ökonomie. Es konnte in umfassenden Untersuchungen gezeigt werden, dass diese Konservierung keine negativen Auswirkungen – weder bei der Gewinnung von Bioethanol noch bei der Stärkeherstellung – trotz mehrmonatiger Lagerung hat. Die Stärke wurde sowohl nativ als auch modifiziert einer breiten Palette von Analysen und anwendungstechnischen Prüfungen zugeführt, welche gezeigt haben, dass durch die mehrmonatige Lagerung weder bei Wachsmais noch bei Gelbmais negative Auswirkungen auf die Stärkequalität, die Modifizierbarkeit und ihre Anwendbarkeit festgestellt werden konnten.

Food

Walzentrocknung ist eine gängige Technologie zur Herstellung von kaltquellenden Stärken, auch Instantstärken genannt. Die Entwicklung einer neuen Technologie für die Herstellung von solchen kaltquellenden Stärken sowie die Etablierung eines neuen Verfahrens im Pilotmaßstab wurde nunmehr erfolgreich abgeschlossen. In der Folge ist vorgesehen, ein breites Spektrum an verschiedensten kaltquellenden Stärken zu entwickeln. Die

mit dem neuen Verfahren hergestellten Stärken zeichnen sich im Vergleich zu walzengetrockneten Produkten durch ein besseres Löseverhalten und höhere Verdickungsleistung aus und werden v. a. im Lebensmittelbereich eingesetzt. Auch können durch dieses neue Verfahren wesentlich höhere hygienische Standards erfüllt werden als mit den bisherigen Technologien.

Non-Food

Das zunehmende Umweltbewusstsein und Verlangen des Marktes nach nachhaltigen Lösungen prägte nicht nur die Entwicklung von neuen Stärkeprodukten für den technischen Bereich, sondern führte auch zu einer Reihe von technologischen Optimierungen und Prozessoptimierungen, die einen schonenderen Umgang mit Rohstoffen und energetischen Ressourcen ermöglichen.

Aufgrund zunehmender europäischer Vorschriften über einen bewussteren Umgang mit Verpackungen und Abfällen durch Recycling oder Kompostierung steigt das Interesse an nachhaltigen und biologisch abbaubaren Kunststoffen. Die thermoplastische Stärke spielt hier eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von biologisch abbaubaren Verpackungen mit besonders hohem nachhaltigem Anteil. Entsprechende Forschungsarbeiten ermöglichen zahlreiche kundenspezifische Lösungen in diesem Bereich.

In Zusammenarbeit mit einem Partner aus dem Geschäftsfeld der Geothermie und Erdölbohrung konnten neue verdickende Stärkeether für Bohrspülmassen entwickelt werden. Mit der Herstellung dieser hoch derivatisierten Stärkeprodukte bietet sich für AGRANA die Möglichkeit, sich in diesem Markt neu zu positionieren.

Die Entwicklung und Optimierung der Herstellung von Bio-Weizenstärkehydrolysat war ein Schwerpunkt im letzten Geschäftsjahr. Durch den Einsatz entsprechender Enzyme konnte der Herstellungsprozess optimiert und damit eine ökonomisch tragbare Produktion dieses Bio-Produktes ermöglicht werden.

Im Klebstoffbereich zeigt sich immer stärker, dass der ökologische Vorteil durch den Einsatz von nachwachsenden Stärkeprodukten nur bei entsprechender Wirtschaftlichkeit großtechnisch realisierbar wird. Durch ein spezielles Schaumauftragsverfahren ist es AGRANA gelungen, den Markt nicht nur mit einer innovativen Technologie neu zu bedienen, sondern auch Funktionalität wie auch Ökonomie in einer nachhaltigen Lösung zu vereinen. Die raschere Verklebung bei gleichzeitiger Reduktion der Leimauftragsmenge ermöglicht den Kunden, Logistikkosten einzusparen und ihre Verpackung noch schneller an den Markt zu liefern.

Die Entwicklung hoch spezialisierter Stärkeprodukte im Trockenmörtelbereich, insbesondere in der Verarbeitung von Fliesenklebern und Spachtelmassen, bildet die Basis für neue Produktentwicklungen im Baustoffsektor.

Bioethanol

Bei der Bioethanolproduktion bildete im letzten Jahr die Optimierung der Hefeanzucht einen der Schwerpunkte. Eine Reihe von Maßnahmen erlaubte das Hefewachstum positiv zu beeinflussen und die Anzahl der wachsenden Hefezellen signifikant zu verbessern. Dadurch wurde auch der energetische Input reduziert, was zu einer Kostensenkung beitrug.

Eine breite Palette an Nebenprodukten der AGRANA-Produktion findet bereits als Dünger Einsatz. Die Trockenschlempe, die bei der fermentativen Herstellung von Bioethanol anfällt, wird nicht nur als Futtermittel, sondern auch als rein pflanzlicher, organischer Volldünger unter der Bezeichnung BioAgenasol® erfolgreich vermarktet. Die Eigenschaften von BioAgenasol® wurden weiter optimiert und Düngeversuche zur wissenschaftlichen Dokumentation der verbesserten Eigenschaften durchgeführt.

Segment Frucht

Entsprechend dem Markttrend "Clean Label" konzentrierten sich Forschungsaktivitäten auf die Isolierung der stark verdickenden äußeren Schichten (Mucopolysacchariden) der Chia-Samen. Dieses Material wurde erfolgreich zur Stabilisierung einer Reihe von Lebensmitteln (Mayonnaise, Ketchup, Fruchtzubereitungen, Backwaren, Schlagsahnen) eingesetzt. Der daraus gewonnene Stabilisator, der dem Hydrokolloid Xanthan ähnlich ist, weist allerdings eine wesentlich höhere Verdickungskraft auf.

Die Optimierung der Pasteurisationsparameter für Früchte wie auch der Prozessführung ermöglichte eine signifikante Verbesserung der organoleptischen Eigenschaften der Frucht und somit eine erhöhte Kundenakzeptanz der Fruchtzubereitungen bei gleichzeitiger Einhaltung der mikrobiellen Qualitätsstandards. Mittels der Anwendung

von CFD-Designs (Computerised Fluid Dynamics) in einer Kooperation mit der Technischen Universität Wien konnten neue Erkenntnisse zur Optimierung von Kühlern, hinsichtlich einer reduzierten Schädigung der Frucht während des Prozesses, erzielt werden.

Neue Frucht-Prozesstechnologien mit dem Ziel, den Fruchtanteil in Zubereitungen auf 80% zu steigern, konnten erstmalig großtechnisch getestet werden.

Die AUSTRIA JUICE konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Geschäftsbereich Getränkegrundstoffe durch den Ausbau der Entwicklungskapazitäten weiter ausdehnen. Die eigene Produktion von Kompositionsaromen wurde erfolgreich weiterentwickelt.

Die Erschließung neuer Geschäftsfelder, wie des Bereichs der Biermischgetränke und Getränke auf Fruchtweinbasis, wurde konsequent weiterentwickelt. Weitere Projekte zur verbesserten Verwertung und Vermarktung von Prozessnebenprodukten sowie der Erweiterung des Produktportfolios und zur Verbesserung und Optimierung der Prozess- und Produktsicherheit in Hinsicht auf die mikrobielle Sicherheit der produzierten Fruchtsaftkonzentrate wurden initiiert.

Im Bereich der Aromenanalytik und der Qualitätskontrolle wurden diverse neue Analysegeräte in Betrieb genommen. Um den steigenden Kundenanforderungen in Hinblick auf Serviceleistungen Rechnung zu tragen, wurde ein Klimaschrank zur standardisierten Ermittlung der Mindesthaltbarkeit von Produkten in Betrieb genommen.

Ein weiterer Schwerpunkt der letztjährigen Entwicklungsaktivitäten wurde auf die vegane Produktion von Saftkonzentraten und Getränkegrundstoffen gesetzt. Im Rahmen dieses Projektes wurden diverse Produkte auf eine ausschließlich vegane Produktion umgestellt.

Nachhaltigkeit bei AGRANA

Ziele bzgl. Arbeitssicherheit 2016|17

Segment Zucker: Reduktion der Anzahl der Arbeitsunfälle um 10% gegenüber Vorjahr

2016|17

Segment Stärke: Weniger als

12 Arbeitsunfälle im Geschäftsjahr

2016|17 Bereich Fruchtzubereitungen: Verletzungs-

rate1 von 2,0

Ausfallstagequote1 von 21

Abwesenheitsrate1 von 3.106

2016|17 Bereich Fruchtsaftkonzentrate:

Standardisierte Schulung definierter Mitarbeiter zu sicherem Umgang mit Chemikalien

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2016|17 durchschnittlich 8.569 (Vorjahr: 8.611) Mitarbeiter, davon 2.152 (Vorjahr: 2.120) in Österreich und 6.417 (Vorjahr: 6.491) international.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:

Durchschnittliche
Mitarbeiter-
anzahl (Köpfe)
Durchschnittliche
Anzahl an FTEs2
Mitarbeiter (Köpfe)
zum Bilanzstichtag
Segment 2016 17 2015 16 2016 17 2015 16 28.02.2017 29.02.2016
Zucker 2.130 2.203 2.107 2.185 1.966 1.984
Stärke 912 887 893 870 925 881
Frucht 5.527 5.521 5.638 5.455 5.010 4.940
Konzern 8.569 8.611 8.638 8.510 7.901 7.805

Im Segment Zucker ist der Rückgang der Mitarbeiteranzahl auf kürzere Kampagnen und erneute Effizienzsteigerungen zurückzuführen. Die Erhöhung der Mitarbeiteranzahl im Segment Stärke ist überwiegend durch das Ausbauprojekt Aschach|Österreich begründet. Die Mitarbeiteranzahl im Segment Frucht blieb konstant.

Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft3 betrug per 28. Februar 2017 42 Jahre (Vorjahr: 42 Jahre). 29,4% (Vorjahr: 28,8%) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 57,1% (Vorjahr: 58,0%). Die Fluktuation im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2016|17 11,5% (Vorjahr: 12,0%).

Personalmanagement

AGRANAs Personalstrategie folgt den Prinzipien der Nachhaltigkeit und geht von unternehmerischem Denken und Handeln aus. AGRANA strebt einen von gegenseitiger Wertschätzung und Kooperation geprägten Arbeitsstil an. Gegenseitiger Respekt, auch für unterschiedliche Kulturen und Religionen, stellen gerade in einem global agierenden Unternehmen einen unverzichtbaren Teil der Unternehmenskultur dar. Daneben forciert AGRANA Leistungsbereitschaft, Integrität und soziales Bewusstsein. Die Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln.

Die Entwicklung der Potenziale der Mitarbeiter ist für AGRANA ein wichtiges Anliegen. Darüber hinaus können nur gut funktionierende Zusammenarbeit und Informationsaustausch über Grenzen und Geschäftsbereiche hinweg die positive Werteentwicklung des Unternehmens sicherstellen. Die

AGRANA-Mitarbeiter im Rahmen der GRI-Berichtsgrenzen4

zum Bilanzstichtag 28. Februar 2017

Befristete
Dienst-
verhältnisse5
Unbefristete Dienstverhältnisse Angestellte
im
Management6
Davon
Executive
Leadership7
Ange
Segment Gesamt Frauen Arbeiter Frauen stellte Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen
Zucker8 172 26,7% 1.061 17,0% 733 40,5% 1.794 26,6% 143 26,6% 18 16,7%
Stärke 54 20,4% 585 12,3% 286 45,1% 871 23,1% 50 16,0% 3 33,3%
Frucht 1.124 66,2% 2.492 23,4% 1.394 47,7% 3.886 32,1% 252 26,2% 12 8,3%
Konzern 1.350 59,3% 4.138 20,2% 2.413 45,2% 6.551 29,4% 445 25,2% 33 15,2%

1 Begriffsdefinition siehe Seite 50

2 Vollzeitäquivalente (Full-time equivalents)

3 Mitarbeiter in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften

4 Siehe GRI-Berichtsgrenzen Seite 8 5 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeiter

im Rahmen der Verarbeitungskampagnen.

6 Managementfunktionen der 2. und 3. Berichtsebene

7 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer) 8 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Personalabteilungen bieten daher verschiedene Programme und Initiativen an, die diesen Prozess unterstützen. Dies sowohl auf lokaler bzw.regionaler Ebene wie auch international im Rahmen der AGRANA Academy.

Variable Vergütung

Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Diesbezüglich wurde im vergangenen Geschäftsjahr eine Änderung des variablen Vergütungssystems vorgenommen, die den individuellen Anteil am Unternehmenserfolg noch mehr in den Vordergrund stellt.

Im Geschäftsjahr 2016|17 nahmen 8,5% (Vorjahr: 7,9%) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil. Auch in Zukunft wird AGRANA ein konzernweites Performance-Management verfolgen, bei dem die individuelle Leistung und der Beitrag zum Unternehmenserfolg verstärkt in den Fokus rücken.

AGRANA-HR1-Team mit BEST RECRUITERS-Gütesiegel in Bronze ausgezeichnet

Das HR-Team der AGRANA Beteiligungs-AG belegte 2016|17 bei BEST RECRUITERS2 den dritten Platz (Vorjahr: zweiter Platz) im österreichischen Branchenranking der Nahrungsmittelindustrie vor einigen anderen namhaften Unternehmen und konnte sich somit wieder zu den Top-100-Recruitern im Gesamtranking zählen.

Personalentwicklung und Weiterbildung

AGRANA zielt auf eine stetige Verbesserung des Wissens und der Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter ab. Neben einer Vielzahl an fachlichen Schulungen wie auch Trainings im persönlichkeitsbildenden Bereich werden gezielte konzernübergreifende Programme angeboten. Durch diese Trainingsprogramme steigen nicht nur die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, sondern auch die Motivation und das Selbstwertgefühl seiner Mitarbeiter.

Einen Schwerpunkt im Ausbildungsbereich stellte auch im Geschäftsjahr 2016|17 das Programm zur Lehrlingsausbildung dar. AGRANA bot im Jahresdurchschnitt 68 Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit – u. a. als MaschinenbautechnikerIn, ElektrotechnikerIn, Elektrobetriebs- und ProzessleittechnikerIn, MetalltechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn, MechatronikerIn, Industriekauffrau/-mann sowie als InformationstechnologietechnikerIn.

Des Weiteren starteten im Geschäftsjahr 2016|17 zwei Trainee-Programme für die Bereiche Einkauf und Produktion. Die Trainee-Programme werden für den gesamten Konzern auf internationaler Ebene durchgeführt. Die Trainees sind an unterschiedlichen Standorten in Österreich, Rumänien, der Slowakei, Bosnien und Herzegowina, Ungarn sowie Tschechien beschäftigt und werden in 15 Monaten in unterschiedlichen Positionen in den Bereichen Einkauf bzw. Produktion eingesetzt. Die von den Teilnehmern dadurch gewonnenen bereichs- und länderübergreifenden Erfahrungen sollen zukünftig dabei unterstützen, Synergiepotenziale innerhalb des Konzerns zu identifizieren und zu heben sowie die internationale Zusammenarbeit zu verstärken.

Trainingsstunden der AGRANA-Mitarbeiter3

im Geschäftsjahr 2016|17

Trainingsstunden
pro Mitarbeiter
(Durchschnitt)
Anteil der Mitarbeiter,
die Training
absolvierten
Anteil der
Aus- und Weiter-
bildungskosten4
Segment Gesamt Männer Frauen
Zucker5 27,7 27,4 28,5 88,1% 1,7%
Stärke 20,3 18,3 26,9 76,5% 0,7%
Frucht 26,7 25,6 28,9 87,3% 1,0%
Konzern 26,1 25,1 28,6 86,1% 1,2%

1 Human Resources bzw. Personalabteilung

2 BEST RECRUITERS ist die größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum und untersucht jährlich die Qualität der Recruitingmaßnahmen der jeweils Top-500-Arbeitgeber in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Studie umfasst dabei 86 Kriterien aus den Bereichen Umgang mit Bewerbern, Recruiting-Präsenz und Stellenanzeigen.

3 Mitarbeiter in einem unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 8)

4 Von Lohn- und Gehaltssumme

5 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Im Bereich Weiterbildung und Entwicklung wurden im Geschäftsjahr 2016|17 rund 25 Mitarbeiter und Führungskräfte aus dem Konzern für das bereits zum fünften Mal stattfindende Nachwuchsführungskräfte-Programm AGRANA Competencies Training (ACT) ausgewählt. Es richtet sich an Mitarbeiter, denen hohes Potenzial und überdurchschnittlicher Leistungswille attestiert werden. Der fünfte Turnus besteht wieder aus drei Modulen und wird im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017|18 beginnen.

Um neuen Mitarbeitern einen Überblick über die gesamte AGRANA-Gruppe und auch den eigenen Bereich zu geben, wurden Veranstaltungen im Rahmen eines konzernweiten On-Boarding-Programms (INCA, International Communication at AGRANA) und Welcome Days durchgeführt. Mitarbeiter profitieren von einem besseren Verständnis und können am übergreifenden, konzernweiten Austausch teilnehmen. AGRANA ist ein gutes Miteinander besonders wichtig, daher führt das Unternehmen in allen Divisionen regelmäßig Teambuilding-Maßnahmen durch, welche das Ziel haben, die Kommunikation und Effektivität in der Zusammenarbeit stetig zu verbessern.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2016|17 auf rund 2,6 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €), dies entspricht 1,2% (Vorjahr: 0,8%) der Lohn- und Gehaltssumme.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Arbeitssicherheit ist AGRANA als industriellem Produktionsunternehmen ein besonderes Anliegen. Zur besseren Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen sowie zur Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen erhebt AGRANA weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit.

AGRANA bedauert im Geschäftsjahr 2016|17 den Tod eines Mitarbeiters in Folge eines Arbeitsunfalls am Fruchtsaftkonzentratstandort in Lipník|Polen. Weiters ist es im Fruchtzubereitungswerk in Dachang|China zu einem Unfall gekommen, bei dem zwei Mitarbeiter schwer verletzt wurden. In beiden Fällen wurden Untersuchungen durchgeführt und darauf basierende Maßnahmenbündel umgesetzt, um derartige Unfälle zukünftig zu verhindern. So wurden zusätzliche und intensivierte Schulungen durchgeführt, Warnhinweise installiert, aber auch technische Vorkehrungen getroffen, um eine Wiederholung zu vermeiden. Diese Maßnahmen wurden auch auf nicht betroffene Werke ausgedehnt.

Diese beiden und einige weitere Unfälle führten leider dazu, dass alle AGRANA-Segmente ihre Arbeitssicherheitsziele des Geschäftsjahres 2016|17 verfehlten.

Arbeitssicherheitskennzahlen der AGRANA-Gruppe1

in den Geschäftsjahren 2016|17 und 2015|16

Verletzungsrate2 Ausfallstagequote3 Abwesenheitsrate4
Segment Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen
2016 17
Zucker 2,9 3,3 1,7 41,4 41,1 42,4 6.514,1 6.036,2 7.798,1
Stärke 2,2 2,5 1,0 24,3 28,9 7,1 7.260,7 7.526,8 6.281,5
Frucht 2,4 2,7 1,9 30,1 36,0 19,9 3.721,8 3.563,9 3.996,7
Konzern
2015 16
2,5 2,9 1,8 32,5 36,5 23,9 4.921,1 4.866,1 5.039,3
Zucker 1,9 2,3 0,8 26,8 29,5 18,8 5.705,0 5.573,1 6.095,4
Stärke 1,6 1,8 0,5 23,1 28,5 2,2 7.400,9 7.369,3 7.522,5
Frucht 2,2 2,5 1,7 25,8 30,6 18,3 3.526,0 3.553,2 3.484,4
Konzern 2,0 2,3 1,4 25,7 30,0 17,2 4.578,3 4.709,8 4.315,9

Im Berichtsjahr 2016|17 ereignete sich ein tödlicher Arbeitsunfall in der AGRANA-Gruppe, im Geschäftsjahr 2015|16 war kein Todesfall zu beklagen1.

Im Berichtsjahr 2016|17 ereigneten sich acht Unfälle von AGRANA-Kontraktoren, die aus organisatorischen Gründen nicht in den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen, wie der Verletzungsrate, der Ausfallstagequote und der Abwesenheitsrate, enthalten sind.

1 Mitarbeiter in befristetem und unbefristetem Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 8)

5 In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag, an dem der Mitarbeiter aufgrund des Vorfalles dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegeunfälle).

8 Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen.

2 Verletzungsrate = (Gesamtanzahl der Unfälle5 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.0007

3 Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage8 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000

4 Abwesenheitsrate = (Gesamtanzahl der Abwesenheitsstunden durch Unfall5 und Krankheit ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000

6 Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden.

7 Erklärung Faktor 200.000: Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über die Unternehmensgrenzen hinweg dienen. Dieser entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeiter (40 × 50 × 100). Damit versucht man die durchschnittliche unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeiter umzurechnen.

Arbeitssicherheitsziele 2017|18

Segment Zucker

█ Reduktion der Anzahl der Arbeitsunfälle1 um 10% (Basis: Geschäftsjahr 2015|16) im Rahmen eines jeweils standortspezifischen Maßnahmenpaketes

Segment Stärke

█ Reduktion der Arbeitsunfälle1 auf weniger als zwölf im Geschäftsjahr (Geschäftsjahr 2016|17: 20 Unfälle1) durch Umsetzung eines jeweils standortspezifischen Maßnahmenpaketes

Segment Frucht

Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen

  • █ Verletzungsrate1: 1,8
  • █ Ausfallstage1: 24
  • █ Abwesenheitsrate1: 3.126

Gesundheitsprogramme

Unter dem Begriff "AGRANA Fit" bietet AGRANA mit dem Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Mitarbeiter an allen Standorten einen Betriebsarzt sowie an sehr vielen Standorten Bewusstseinsbildung und konkrete Aktivitäten in den Bereichen Ernährung und Sport an.

Die von den lokalen Betriebsärzten durchgeführte laufende arbeitsmedizinische Betreuung wird an vielen Standorten durch Angebote wie Gesundenuntersuchungen und Impfprogramme (Grippeschutz, FSME etc.) unterstützt. Am Fruchtzubereitungsstandort in Johannesburg| Südafrika wurden aufgrund niedriger medizinischer Standards im Geschäftsjahr 2016|17 auch Tuberkulose-Scans angeboten und durchgeführt.

Als ein führendes Unternehmen in der Lebensmittelbranche versucht AGRANA auch bei ihren Mitarbeitern das Bewusstsein für eine ausgewogene, gesunde Ernährung zu stärken, ist Ernährung doch ein wichtiger Baustein für Wohlbefinden und Gesundheit. Daher bot AGRANA an vielen Standorten Workshops zu diesem Thema an, im Bereich Fruchtzubereitungen z.B. auch speziell für Mitarbeiter, die in der Nachtschicht beschäftigt sind.

Mit lokalen Aktionen wie dem "Obstkorb – frisches Obst zur freien Entnahme" und der freien Verfügbarkeit von Mineralwasser soll dies unterstrichen werden.

Aber nicht nur die Nahrungs- bzw. Energiezufuhr, sondern v. a. auch der dazu passende Energieverbrauch ist für körperliches Wohlbefinden entscheidend. Neben zahlreichen sportlichen Angeboten, wie z.B. Schitagen, unternehmensinternen Fußballturnieren, Football, Bowling, Laufgruppen und Eislaufangeboten starteten im September 2016 erneut zahlreiche AGRANA-Laufsportler beim jährlichen "Wien Energie Business Run". AGRANA war mit insgesamt 56 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

Zusätzlich bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen und Gesundheitsorganisationen.

Zusätzlich zu den Sportangeboten gab es an den Standorten zahlreiche weitere Angebote zur Information, Sensibilisierung und Weiterbildung in den Bereichen Work-Life-Balance, Stress und Burnout sowie zu Ergonomie.

AGRANAs Angebot an Gesundheitsmaßnahmen wurde im Berichtsjahr 2016|17 im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen mit dem Goldenen Preis der American Heart Association's "My Heart. My Life."-Initiative ausgezeichnet.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Nachdem AGRANA im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Familien und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten ist, wurden im Berichtsjahr 2016|17 weitere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt.

So wurde eine konzernweit gültige Rahmenvereinbarung für Telearbeit geschaffen. Daneben wurde eine finanzielle Förderung für Kleinkindbetreuung vereinbart, welche aus steuerlichen Gründen nur Mitarbeitern in Österreich sowie jenen des Fruchtzubereitungsstandortes in Deutschland zur Verfügung steht. Neben den bestehenden Maßnahmen eines gleitenden Arbeitszeitmodells, einer organisierten sowie finanziell unterstützen Sommerferienbetreuung an einem Standort in Österreich und der Möglichkeit der Nutzung eines Betriebskindergartens in der Zentrale in Wien wurde am Standort Wien auch ein Eltern-Kind-Büro eingerichtet, das Eltern und Kindern z.B. am Nachmittag die Möglichkeit zur Hausaufgabenbetreuung bietet. Dieses wurde im Rahmen eines Family Days, der Familienmitgliedern von AGRANA-Mitarbeitern die Möglichkeit bot, AGRANA als Arbeitgeber kennenzulernen, eröffnet.

Einen ähnlichen Familientag, kombiniert mit sportlichen Aktivitäten, organisierte auch das Segment Zucker an seinem Standort in Ungarn. Der Fruchtzubereitungsstandort in Altιnova (Yalova)|Türkei bot Mitarbeitern und Familienmitgliedern ein gemeinsames Ramadan-Dinner. AGRANA Fruit Polska organisierte eine gemeinsame Kajaktour für Mitarbeiter und deren Familienangehörige.

Risikomanagement (inklusive Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • █ Ein konzernweites operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend mit der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • █ Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der "Monte-Carlo-Simulation", ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnte. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt. Für die Überprüfung wurden die Empfehlungen des "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission" (COSO) als Referenzmodell herangezogen.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe stellen klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Rohmaterialien Risiken für AGRANA dar. Zunehmend gewinnt auch die Einhaltung nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien in der vorgelagerten Lieferkette an Bedeutung. Diese versucht AGRANA durch die Einhaltung definierter Kriterien zur Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte zu gewährleisten. Daneben ist AGRANA aufgrund der v. a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschiedenen Ländern ausgesetzt. In diesem Bereich hat AGRANA eine Umweltpolitik formuliert, deren Einhaltung Risiken vermeiden bzw. minimieren soll.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Für die Raffinationsstandorte in Bosnien und Herzegowina und Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus den Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Darüber hinaus werden auch Exporte von Nicht-Quotenzucker (Weißzucker) und Quotenzucker-Industriekontrakte mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.

Im Segment Stärke werden Lieferverträge in adäquatem Ausmaß zur Sicherung der Bedarfsmengen an Rohstoffen abgeschlossen. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnis dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des monatlichen Reportings und werden dem AGRANA-Vorstand berichtet. Die Rohstoffverfügbarkeit kann durch die Nutzung von nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten weitgehend als gesichert betrachtet werden.

Bei der Bioethanolproduktion führen Preisveränderungen beim Rohstoff Getreide in der Regel auch zu einer gleichgerichteten Preisänderung des Nebenproduktes ActiProt®. Dadurch können Rohstoffpreisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Es verbleibt jedoch das Restrisiko, dass steigende Rohstoffkosten nicht in vollem Ausmaß an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken überregional gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Shortbzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen.

Die Produktionsvorgänge, v. a. in den Segmenten Zucker und Stärke, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.

Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.

AGRANA hat im Geschäftsjahr eine bedeutende Unternehmensakquisition mit der Übernahme der argentinischen Firma Main Process S.A. im Bereich der Fruchtzubereitung getätigt. Die möglichst rasche organisatorische Eingliederung des akquirierten Unternehmens stellt für die Gruppe eine wichtige Herausforderung in der Zukunft dar.

Eine Ausweitung der politischen Unruhen in Osteuropa kann sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 19f im Segment Zucker berichtet.

Zuckermarktordnung: Mit 30. September 2017 entfallen die Rübenmindestpreis- und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose. Beide Produkte können dann in der EU in beliebigen Quantitäten erzeugt und verkauft werden. Die Beendigung der Quotenregelung im Herbst 2017 hat bereits im Vorjahr den europäischen Zuckermarkt durch mehr Wettbewerb beeinflusst. Mit dem Ende der Quotenregelung wird auch die teilweise Substitution von kristallinem Zucker durch Isoglukose erwartet.

Mit dem Auslaufen der Quotenregelung ist mit einer gesteigerten Rübenzuckerproduktion, speziell in Gunstlagen, sowie einer stärkeren Orientierung der europäischen Marktpreise am Niveau der Weltmarktpreise zu rechnen. Die neue Regelung der Zuckermarktordnung sieht auch keine Mindestpreise für Zuckerrüben vor. Die Rübenpreise werden jedoch weiterhin zwischen den Rübenproduzenten und der rübenverarbeitenden Industrie ausverhandelt. Die Reform der Zuckermarktordnung beinhaltet jedoch keine Veränderung im System der Importzölle für Zuckerimporte von außerhalb der EU sowie in der Behandlung von Importen aus LDC/ACP-Ländern (Least Developed Countries/African, Caribbean and Pacific Group of States) mit EU-Präferenzabkommen.

Freihandelsabkommen: Die derzeit verhandelten Freihandelsabkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die laufenden Verhandlungen und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Im September 2015 wurde durch die EU-Richtlinie 2015/1513/EU eine Änderung der EU-Regelung für erneuerbare Energien veröffentlicht. Im Hinblick auf das EU-Treibhausgas-Einsparungsziel von 40% bis zum Jahr 2030 auf Basis des Energieverbrauches von 1990 wurde der Beitrag durch Biotreibstoffe neu geregelt.

Im November 2016 hat die EU-Kommission einen neuen Vorschlag unterbreitet, der einen Anteil von erneuerbarer Energien innerhalb der EU von mindestens 27% vorsieht, jedoch keine spezifische Zielsetzung für den Bereich Transport definiert. Der Vorschlag beinhaltet eine Reduzierung von Biokraftstoffen aus landwirtschaftlichen Rohstoffen ("1. Generation"). Demnach soll deren Anteil ab 2021 von 7% auf maximal 3,8% im Jahr 2030 gesenkt werden. Der Einsatz von aus Stroh, Holz und Abfällen hergestelltem Ethanol ("2. Generation") soll hingen von 1,5% im Jahr 2021 bis 2030 stufenweise auf 3% erhöht werden. Die EU-Kommission begründet diesen Vorschlag mit mäßigen Klimaeffekten von Biotreibstoffen der 1. Generation. Die EU-Kommission lässt in ihrer Strategie völlig unberücksichtigt, dass die europäische Bioethanolindustrie mittlerweile durch stetige Optimierungen 70% an Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Benzin einspart. Des Weiteren werden in der Betrachtung der EU-Kommission die Verringerung an Partikel-Emissionen, die Gewinnung von gentechnikfreiem Eiweißfuttermitel und Gärungs-Kohlensäure als Nebenprodukte sowie die Verwendung von Überschussgetreide als Rohstoff außer Acht gelassen. Zusätzlich ist die Technologie zur

Gewinnung von Ethanol der 2. Generation derzeit nicht wettbewerbsfähig und wird in absehbarer Zeit nach kommerziellen Maßstäben nicht zur Verfügung stehen.

AGRANA verfolgt die laufenden Entwicklungen und setzt sich auf nationaler und europäischer Ebene für einen wachsenden Anteil erneuerbarer Kraftstoffe ein.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschereibestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für den Bereich Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen.

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim| Deutschland. Bis dato ist dazu keine Entscheidung des Kartellgerichtes ergangen. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Finanzierungen durch Finanzinstitutionen und/oder über den Kapitalmarkt zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, finanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen von Bestimmungen unterschiedlicher Gesetzgeber und deren Auslegung lokaler Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften haben.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v. a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.

Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht

erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"- Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Verkaufs- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem1

Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.

Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP2-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 52ff ), sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebsund Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte1

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2017 betrug 113,5 Mio. € (29. Februar 2016: 103,2 Mio. €) und war in 15.622.244 (29. Februar 2016: 14.202.040) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34% des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50% abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland, mit 50% beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u. a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing.Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3.Juli 2015 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren nach Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch (erfolgte am 4. September 2015) gemäß § 169 AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital um bis zu 15.261.295,18 € durch Ausgabe von bis zu 2.100.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stammaktien der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlagen auch in mehreren Tranchen zu erhöhen und den Ausgabebetrag, der nicht unter dem anteiligen Betrag des Grundkapitals liegen darf, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen.

Im Zeitraum 31.Jänner bis 17. Februar 2017 hat AGRANA im Wege einer Barkapitalerhöhung insgesamt 1.420.204 neue Aktien in zwei Tranchen unter Wahrung des Bezugsrechtes ausgegeben. Die neuen AGRANA-Aktien sind mit Dividendenberechtigung ab dem Geschäftsjahr 2016|17 ausgestattet. Nähere Details zur Transaktion sind im Kapitel AGRANA auf dem Kapitalmarkt (siehe AGRANA Geschäftsbericht 2016|17 auf den Seiten 32 und 34) angeführt. Durch die Platzierung von 500.000 bestehenden AGRANA-Aktien aus dem Direktbestand von Südzucker sowie den Bezugsrechtsverzicht der Z&S sowie von Südzucker konnte der Streubesitz von AGRANA von 7,3% auf 18,9% erhöht werden.

Weiters wurde der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3.Juli 2015 gemäß § 65 Abs.1 Z 8 sowie Abs.1a und Abs.1b AktG für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft, auch unter wiederholter Ausnutzung der 10%-Grenze, sowohl über die Börse als auch außerbörslich auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Andienungsrechtes der Aktionäre zu erwerben.

Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

Prognosebericht

AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodells und einer soliden Bilanzstruktur gut aufgestellt und blickt optimistisch in das Geschäftsjahr 2017|18.

AGRANA-Gruppe 2016 17 2017 18
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 2.561,3 moderater Anstieg i
EBIT Mio. € 172,4 moderater Anstieg i
Investitionen1 Mio. € 114,7 130

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2017|18 sowohl beim Konzernumsatz als auch beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) von einem moderaten Anstieg aus.

Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten wird in Summe mit rund 130 Mio. € deutlich über den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 96 Mio. € liegen.

Segment Zucker 2016 17 2017 18
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 671,9 stabile Entwicklung p
EBIT Mio. € 24,4 deutlicher Anstieg ii
Investitionen1 Mio. € 23,3 32

Im Segment Zucker rechnet AGRANA in Erwartung stabiler Absatzmengen mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Verbesserte Margen sowie das im Sommer 2015 eingeleitete Kostensenkungsprogramm lassen im Geschäftsjahr 2017|18 einen deutlichen Anstieg im EBIT gegenüber dem Vorjahr erwarten.

Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben belaufen sich auf rund 32 Mio. €. Neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wird v. a. in Maßnahmen zur Verbesserung der Produktqualität und Energieeffizienz investiert.

Segment Stärke 2016 17 2017 18
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 733,9 leichter Anstieg o
EBIT Mio. € 76,2 moderater Rückgang s
Investitionen1 Mio. € 57,6 49

Im Segment Stärke erwartet AGRANA für das Geschäftsjahr 2017|18 bei leicht steigenden Absatzmengen eine ebensolche Umsatzsteigerung. Anlaufkosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Ausbauprojektes in Aschach|Österreich sowie eine konservative Margenplanung in Folge erhöhter Preisvolatilitäten bei Bioethanol führen in Erwartung einer stabilen Ergebnisentwicklung im übrigen Produktportfolio zu einem moderaten EBIT-Rückgang.

Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 49 Mio. €. Damit wird die Kapazitätserweiterung in Aschach fertiggestellt und weiter in Produktbereiche mit hoher Veredelungstiefe investiert, um Wachstumschancen in margenstarken Bereichen wahrnehmen zu können.

Segment Frucht 2016 17 2017 18
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 1.155,5 moderater Anstieg i
EBIT Mio. € 71,8 deutlicher Anstieg ii
Investitionen1 Mio. € 33,8 49

Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2017|18 einen moderaten Umsatzanstieg und eine deutliche EBIT-Verbesserung.

Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet aufgrund steigender Absatzmengen mit einer positiven Umsatzentwicklung. Unterstützt durch den erwarteten Ergebnisbeitrag der im Q4 2016|17 erworbenen argentinischen Gesellschaft wird bei stabilen Rohstoffpreisen von einer deutlichen Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2016|17 ausgegangen.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das neue Geschäftsjahr von einem moderaten Umsatzanstieg ausgegangen. Bei stabilen Rohstoffpreisen wird auch ein moderat über Vorjahr liegendes EBIT erwartet.

Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 49 Mio. € geplant. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen sollen v. a. Investitionen in Kapazitäten und Anlagenmodernisierungen (u. a. in Asien) getätigt werden; im Bereich Fruchtsaftkonzentrate liegt der Fokus auf Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen, Produktionsoptimierungen und der kontinuierlichen Verbesserung der Produktqualität.

Die Sicherstellung und Dokumentation einer nachhaltigen Wirtschaftsweise wird zunehmend zu einem Beschaffungskriterium für AGRANAs Kunden, v. a. in der Lebensmittelindustrie. Aus diesem Grund wird AGRANA auch 2017|18 und in den Folgejahren intensiv an der weiteren Integration von Nachhaltigkeit in die Kerngeschäftsaktivitäten arbeiten. Entsprechende Ziele zur Verbesserung von Umwelt- und Sozialkriterien in den eigenen Produktionsanlagen bzw. für die Mitarbeiter hat sich das Unternehmen bereits 2014|15 gesetzt und 2015|16 mit weiteren Zielen, v. a. bezüglich Nachhaltigkeit in ihrer Lieferkette, ergänzt. Über den Zielerreichungsgrad wird in den Folgejahren im Rahmen der im Geschäftsbericht integrierten Nachhaltigkeitsberichterstattung informiert.

Konzernabschluss 2016|17

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 62
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung 63
  • Konzern-Geldflussrechnung 64
  • Konzern-Bilanz 65
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung 66

Konzernanhang 68

  • Informationen zu Geschäftssegmenten 68
  • Allgemeine Grundlagen 70
  • Konsolidierungskreis 73
  • Konsolidierungsmethoden 78
  • Währungsumrechnung 78
  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 79
  • Erläuterungen zur 86
  • Gewinn- und Verlustrechnung

  • Erläuterungen zur Geldflussrechnung 93

  • Erläuterungen zur Bilanz 94
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten 107
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 122
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen 123
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) 126
  • Konzern-Anteilsbesitz 127
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 130
  • Bestätigungsvermerk 131

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Note 2016 17 2015 16
(1) Umsatzerlöse 2.561.296 2.477.647
(2) Bestandsveränderungen 51.035 25.183
(2) Andere aktivierte Eigenleistungen 1.320 1.523
(3) Sonstige betriebliche Erträge 36.835 44.087
(4) Materialaufwand –1.828.660 –1.783.723
(5) Personalaufwand –288.711 –285.696
(6) Abschreibungen –84.397 –85.381
(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen –306.940 –289.208
(8) Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 30.589 24.523
(9) Ergebnis der Betriebstätigkeit 172.367 128.955
(10) Finanzerträge 31.081 43.789
(11) Finanzaufwendungen –48.960 –68.308
Finanzergebnis –17.879 –24.519
Ergebnis vor Ertragsteuern 154.488 104.436
(12) Ertragsteuern –36.633 –23.508
Konzernergebnis 117.855 80.928
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 111.315 82.723
davon nicht beherrschende Anteile 6.540 –1.795
(13) Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 7,78 € 5,78 €1
(13) Ergebnis je Aktie bezogen auf die Aktienanzahl zum Bilanzstichtag 7,13 € 5,82 €

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

2016 17 2015 16
Konzernergebnis 117.855 80.928
Sonstiges Ergebnis aus
Währungsdifferenzen 11.483 –14.655
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten (IAS 39)
nach latenten Steuern 106 –1.163
Cashflow-Hedges (IAS 39) nach latenten Steuern 939 –2.515
Anteilen aus Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode einbezogen werden 753 –2.103
Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung
zu erfassende Erträge und Aufwendungen 13.281 –20.436
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen und
ähnlicher Verpflichtungen (IAS 19) nach latenten Steuern –3.072 2.820
Anteilen aus Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode einbezogen werden –3 3
Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung
zu erfassende Erträge und Aufwendungen –3.075 2.823
Sonstiges Ergebnis 10.206 –17.613
Gesamtergebnis 128.061 63.315
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 122.807 66.868
davon nicht beherrschende Anteile 5.254 –3.554

Konzern-Geldflussrechnung

Note 2016 17 2015 16
Konzernergebnis 117.855 80.928
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 84.402 86.211
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –5 –821
Verluste aus Anlagenabgängen 887 1.075
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –1.951 3.106
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden –30.589 –24.523
Dividenden von Unternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 24.500 33.000
Erhaltene Dividenden von verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen 524 763
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen 62.397 46.175
Cashflow aus dem Ergebnis 258.020 225.914
Veränderungen der Vorräte –36.236 –42.107
Veränderungen der Forderungen und kurzfristigen Vermögenswerte 11.561 –712
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 6.131 –14.583
Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) 50.324 –16.289
Veränderungen des Working Capital 31.780 –73.691
Erhaltene Zinsen 4.525 7.684
Gezahlte Zinsen –13.195 –16.687
Gezahlte Ertragsteuern –25.345 –41.307
(14) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 255.785 101.913
Erhaltene Dividenden 40 10
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 1.155 3.103
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –123.418 –107.720
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 1 1
Einzahlungen aus dem Verkauf von Partizipationskapital 0 85.000
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –3.841 –318
Auszahlungen für den Erwerb von Geschäftseinheiten –45.467 0
(15) Cashflow aus Investitionstätigkeit –171.530 –19.924
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhung) 139.719 0
Aufnahme/Rückführung von Finanzverbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe 85.000 –85.000
Einzahlungen/Auszahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen –158.111 –21.098
Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 0 –2.558
Gezahlte Dividenden –57.278 –54.957
(16) Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 9.330 –163.613
Veränderungen des Finanzmittelbestandes 93.585 –81.624
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 230 –2.819
Sonstige bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes –4.761 0
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 109.375 193.818
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 198.429 109.375

Konzern-Bilanz

zum 28. Februar 2017

AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte
282.319
Sachanlagen
738.907
Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen
72.745
Wertpapiere
18.826
Beteiligungen
1.051
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
7.115
Aktive latente Steuern
14.334
1.135.297
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte
696.032
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte
442.611
Laufende Ertragsteuerforderungen
9.024
Wertpapiere
43
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
198.429
1.346.139
C. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
0
Summe Aktiva
2.481.436
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital
113.531
Kapitalrücklagen
540.760
Gewinnrücklagen
695.375
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital
1.349.666
Nicht beherrschende Anteile
62.222
241.961
679.592
60.906
18.622
1.091
10.602
14.873
1.027.647
654.172
439.521
10.774
45
109.375
1.213.887
1.631
2.243.165
103.210
411.362
629.709
1.144.281
55.843
1.411.888 1.200.124
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
68.929
67.146
Übrige Rückstellungen
19.898
19.999
Finanzverbindlichkeiten
180.495
286.028
Sonstige Verbindlichkeiten
14.211
1.024
Passive latente Steuern
13.102
4.481
296.635
C. Kurzfristige Schulden
378.678
Übrige Rückstellungen
43.454
28.426
Finanzverbindlichkeiten
276.681
247.820
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
430.009
375.058
Steuerschulden
22.769
13.059
772.913 664.363
Summe Passiva
2.481.436
2.243.165

Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

Den Aktionären der AGRANA
Gewinnrücklagen
Grund- Kapital- Rücklage
für
"Zur Ver-
äußerung
Rücklage
für
Cashflow-
Rücklage
für ver-
sicherungs-
mathem.
Gewinne/
Anteile am
sonstigen
Ergebnis
von Gemein-
schafts-
unter-
kapital rücklagen verfügbar" Hedges Verluste nehmen1
Geschäftsjahr 2016 17
Stand 01.03.2016 103.210 411.362 3.131 –2.300 –27.170 –25.877
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 131 1.252 0 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 –3.562 –3
Steuereffekte 0 0 –25 –313 521 1
Gewinn aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0 749
Sonstige Ergebnisse 0 0 106 939 –3.041 747
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 106 939 –3.041 747
Kapitalerhöhung 10.321 129.398 0 0 0 0
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Zuzahlungen anderer Gesellschafter 0 0 0 0 0 0
Anteils- und
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Stand 28.02.2017 113.531 540.760 3.237 –1.361 –30.211 –25.130
695.375
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 103.210 411.362 4.294 215 –29.945 –23.775
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 –1.529 –3.353 0 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 3.161 3
Steuereffekte 0 0 366 838 –386 –1
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0 –2.104
Sonstige Ergebnisse 0 0 –1.163 –2.515 2.775 –2.102
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –1.163 –2.515 2.775 –2.102
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Anteils- und
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Stand 29.02.2016 103.210 411.362 3.131 –2.300 –27.170 –25.877
629.709

Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar

Unter-
Nicht Eigen- schieds- Übriges
beherr kapital der betrag kumuliertes
schende AGRANA- Jahres- Währungs- Eigen-
Summe Anteile Aktionäre ergebnis umrechnung kapital
1.200.124 55.843 1.144.281 82.723 –80.830 680.032
1.383 0 1.383 0 0 0
–3.607 –42 –3.565 0 0 0
194 10 184 0 0 0
12.236 –1.254 13.490 0 12.741 0
10.206 –1.286 11.492 0 12.741 0
117.855 6.540 111.315 111.315 0 0
128.061 5.254 122.807 111.315 12.741 0
139.719 0 139.719 0 0 0
–57.278 –470 –56.808 –56.808 0 0
0 0 0 –25.915 0 25.915
1.250 1.250 0 0 0 0
0 327 –327 0 0 –327
12 18 –6 0 0 –6
1.411.888 62.222 1.349.666 111.314 –68.089 705.615
1.194.420 65.161 1.129.259 80.896 –67.981 650.983
–4.882 0 –4.882 0 0 0
3.225 61 3.164 0 0 0
802 –15 817 0 0 0
–16.758
–17.613
–1.805
–1.759
–14.953
–15.854
0
0
–12.849
–12.849
0
0
80.928
63.315
–1.795
–3.554
82.723
66.869
82.723
82.723
0
–12.849
0
0
–54.957 –3.830 –51.127 –51.127 0 0
0 0 0 –29.769 0 29.769
–2.658 –1.934 –724 0 0 –724
4 0 4 0 0 4
1.200.124 55.843 1.144.281 82.723 –80.830 680.032

Konzernanhang der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.

Der Konzernabschluss 2016|17 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB erstellt.

1. Informationen zu Geschäftssegmenten

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.

Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend der strategischen Ausrichtung die drei berichtspflichtigen Segmente Zucker, Stärke und Frucht. Die Segmente unterscheiden sich in Hinblick auf Produktportfolios, Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffung sowie Absatzstrategien und werden getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.

Die interne Berichterstattung für jedes Segment erfolgt monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker). CODM ist der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente finden sich in den nachstehenden Übersichten. Die Beurteilung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v. a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.

Konsoli
Zucker Stärke Frucht dierung Konzern
Geschäftsjahr 2016 17
Umsatzerlöse (brutto) 748.151 744.194 1.156.035 –87.084 2.561.296
Umsätze zwischen Segmenten –76.230 –10.272 –582 87.084 0
Umsatzerlöse 671.921 733.922 1.155.453 0 2.561.296
EBITDA 55.188 70.072 109.952 0 235.212
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –24.205 –21.997 –38.195 0 –84.397
Operatives Ergebnis 30.983 48.075 71.757 0 150.815
Ergebnis aus Sondereinflüssen –9.037 0 0 0 –9.037
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 2.442 28.147 0 0 30.589
Ergebnis der Betriebstätigkeit 24.388 76.222 71.757 0 172.367
Segmentvermögen 1.810.662 500.324 1.172.856 –1.002.406 2.481.436
Segmenteigenkapital 1.049.842 351.922 361.766 –351.642 1.411.888
Segmentschulden 760.820 148.402 811.090 –650.764 1.069.548
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 23.259 57.577 33.822 0 114.658
Investitionen in Finanzanlagen 5.000 0 91 0 5.091
Investitionen gesamt 28.259 57.577 33.913 0 119.749
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 12.758 59.987 0 0 72.745
Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) 2.107 893 5.638 0 8.638

1.1. Segmentierung nach Geschäftsbereichen

Konsoli
Zucker Stärke Frucht dierung Konzern
Geschäftsjahr 2015 16
Umsatzerlöse (brutto) 739.912 728.730 1.084.085 –75.080 2.477.647
Umsätze zwischen Segmenten –67.268 –7.164 –648 75.080 0
Umsatzerlöse 672.644 721.566 1.083.437 0 2.477.647
EBITDA 25.397 64.884 101.676 0 191.957
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –22.633 –22.038 –39.800 0 –84.471
Operatives Ergebnis 2.764 42.846 61.876 0 107.486
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0 0 –3.054 0 –3.054
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 1.542 22.981 0 0 24.523
Ergebnis der Betriebstätigkeit 4.306 65.827 58.822 0 128.955
Segmentvermögen 1.619.559 474.811 1.094.648 –945.853 2.243.165
Segmenteigenkapital 906.208 318.089 312.633 –336.806 1.200.124
Segmentschulden 713.351 156.722 782.015 –609.047 1.043.041
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 46.102 28.151 41.730 0 115.983
Investitionen in Finanzanlagen 0 10 308 0 318
Investitionen gesamt 46.102 28.161 42.038 0 116.301
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 5.303 55.603 0 0 60.906
Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) 2.185 870 5.455 0 8.510

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Im Ergebnis aus Sondereinflüssen sind Aufwendungen für Steuerschulden in Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung in Rumänien, Aufwendungen für eine Rückstellung für eine Rechtsstreitigkeit in Rumänien und Erträge aus der Beilegung eines Grundstücksrechtsstreites in Tschechien enthalten.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –650.764 t€ (Vorjahr: –609.047 t€) und die Kapitalkonsolidierung mit –351.642 t€ (Vorjahr: –336.806 t€).

1.2. Segmentierung nach Regionen

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

Umsatz t¤ 2016 17 2015 16
Österreich 1.294.680 1.248.869
Ungarn 94.964 89.218
Rumänien 169.024 178.510
Restliche EU 425.858 412.566
EU-28 1.984.526 1.929.163
Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 96.730 90.496
Übriges Ausland 480.040 457.988
Summe 2.561.296 2.477.647

Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 543.833 t€ (Vorjahr: 539.571 t€), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 21,2% (Vorjahr: 21,8%) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien und Herzegowina definiert.

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t¤ 2016 17 2015 16
Österreich 74.917 65.630
Ungarn 4.846 12.650
Rumänien 3.487 3.577
Restliche EU 15.027 15.987
EU-28 98.277 97.844
Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 3.282 2.751
Übriges Ausland 13.099 15.388
Summe 114.658 115.983
Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte1 t¤ 2016 17 2015 16
Österreich 378.983 344.563
Ungarn 67.824 68.806
Rumänien 38.254 39.009
Restliche EU 110.094 113.090
EU-28 595.155 565.468
Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 22.597 17.831
Übriges Ausland 142.500 112.052

2. Allgemeine Grundlagen

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Standard / Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Voraussichtliche
Erstanwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Übernommen
durch EU
IAS 7 Kapitalflussrechnungen (Änderung) 29.01.2016 2017 18 Nein
IAS 12 Latente Steuern (Änderung) 19.01.2016 2017 18 Nein
IAS 28 (2011) Anteile an assoziierten Unternehmen
(Änderung)
11.09.2014 Unbestimmt
verschoben
Nein
IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(Änderung)
08.12.2016 2018 19 Nein
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung (Änderung) 20.06.2016 2018 19 Nein
IFRS 4 Versicherungsverträge (Änderung) 12.09.2016 2018 19 Nein

70

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Im Geschäftsjahr 2016|17 waren die nachstehenden Standards erstmalig verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA.

Standard Verabschiedung
durch IASB
Übernommen
durch EU
IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 18.12.2014 18.12.2015
IAS 16 Sachanlagen (Änderung) 12.05.2014 und 23.11.2015 und
30.06.2014 02.12.2015
IAS 27 (2011) Separate Abschlüsse (Änderung) 12.08.2014 18.12.2015
IAS 28 (2011) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 18.12.2014 22.09.2016
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte (Änderung) 12.05.2014 02.12.2015
IAS 41 Landwirtschaft (Änderung) 30.06.2014 23.11.2015
IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 18.12.2014 22.09.2016
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Änderung) 06.05.2014 24.11.2015
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen (Änderung) 18.12.2014 22.09.2016
Diverse Annual Improvements Project 2012–2014 25.09.2014 15.12.2015

Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards und Interpretationen dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2017|18 oder später anzuwenden sind. Bei den noch nicht von der EU übernommenen Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.

Standard / Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Übernommen Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA

IAS 7 Kapitalflussrechnungen (Änderung) 29.01.2016 2017|18 Nein Mit der Änderung sollen die Angaben der Komponenten der Veränderung der Schulden aus der Finanzierungstätigkeit z.B. im Sinne einer Überleitungsrechnung ausgeweitet werden.

IAS 12 Latente Steuern (Änderung) 19.01.2016 2017|18 Nein Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IAS 28 (2011) Anteile an assoziierten Unternehmen 11.09.2014 Unbestimmt Nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 08.12.2016 2018|19 Nein Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung (Änderung) 20.06.2016 2018|19 Nein Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IFRS 4 Versicherungsverträge (Änderung) 12.09.2016 2018|19 Nein Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

Standard / Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Voraussichtliche
Erstanwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Übernommen
durch EU
IFRS 9 (2014) Finanzinstrumente 24.07.2014 2018 19 22.11.2016
IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 11.09.2014 Unbestimmt
verschoben
Nein
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 Unbestimmt
verschoben
Nein
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 28.05.2014 2018 19 22.09.2016
IFRS 16 Leasing 13.01.2016 2019 20 Nein
Diverse Annual Improvements Project 2014–2016 08.12.2016 2017 18 bzw.
2018 19
Nein
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung
und im Voraus gezahlte Leistungen
08.12.2016 2018 19 Nein

Standard / Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Übernommen Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA

IFRS 9 (2014) Finanzinstrumente 24.07.2014 2018|19 22.11.2016 Nach einer Analyse von IFRS 9 geht AGRANA davon aus, dass die Erstanwendung voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss haben wird. Aus den neuen Vorschriften zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten in Abhängigkeit von dem für sie existierenden Geschäftsmodell werden sich in einigen Fällen Änderungen bei Bewertung und Ausweis ergeben. Aufgrund der neuen Vorschriften zur Wertminderung werden künftig in einigen Fällen erwartete Verluste früher aufwandswirksam. Bei der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) können künftig in einigen Fällen mehr Komponenten in das gesicherte Risiko einbezogen werden, weshalb sich dann der Grad der Effektivität etwas erhöhen wird.

IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 11.09.2014 Unbestimmt Nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 Unbestimmt Nein Der Standard ist für AGRANA nicht relevant. Die EU-Kommission hat beschlossen, für diesen Interim-Standard den Endorsementverschoben prozess nicht aufzunehmen, sondern den finalen Standard abzuwarten.

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 28.05.2014 2018|19 22.09.2016 Mit IFRS 15 werden Prinzipien geschaffen, die ein Unternehmen bei der Berichterstattung über die Art, die Höhe, den zeitlichen Anfall sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und resultierenden Zahlungsströmen aus einem Vertrag mit einem Kunden anzuwenden hat. Insbesondere werden Kriterien aufgestellt, nach denen verschiedene Leistungsverpflichtungen in einem Vertrag als eigenständig anzusehen sind. AGRANA erwartet aus der Anwendung keine wesentlichen Auswirkungen auf Höhe und Zeitpunkt der Umsatzrealisierung, aber erweiterte Angabepflichten.

IFRS 16 Leasing 13.01.2016 2019|20 Nein Mit IFRS 16 werden Ansatz, Bewertung und Ausweis von Leasingverhältnissen neu geregelt. Beim Leasingnehmer wird es künftig nur noch ein Bilanzierungsmodell geben, bei dem das Nutzungsrecht als Vermögenswert und die Verpflichtung als Verbindlichkeit in der Bilanz auszuweisen sind. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse wird AGRANA das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch nehmen. AGRANA hat überprüft, inwieweit IFRS 16 für bestehende Mietverträge anzuwenden ist und wie bei einzelnen Verträgen bzw. Vertragsgruppen der Nutzwert und die korrespondierende Schuld zu bemessen sind. Auf Basis einer Analyse der aktuellen Vertragsverhältnisse wird von einer Erhöhung des Buchwerts der Sachanlagen von rund 5% ausgegangen.

Diverse Annual Improvements Project 2014–2016 08.12.2016 2017|18 bzw. Nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung 08.12.2016 2018|19 Nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Beherrschender Einfluss ist gegeben, wenn AGRANA Beteiligungs-AG die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen schwankenden Rückflüssen eines Unternehmens partizipiert und diese Rückflüsse durch ihre Verfügungsgewalt beeinflussen kann. Dies ist in der Regel gegeben, wenn AGRANA Beteiligungs-AG mehr als die Hälfte der Stimmrechte innehat.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden, über die die Beherrschung gemeinsam ausgeübt wird und an denen die Unternehmen die Rechte am Nettovermögen gemeinsam besitzen (Gemeinschaftsunternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 60 Unternehmen (Vorjahr: 58 Unternehmen) in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und zwölf Unternehmen (Vorjahr: zwölf Unternehmen) nach der Equity-Methode einbezogen.

Eine Übersicht über die voll einbezogenen Unternehmen, nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich auf Seite 127ff.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2016|17 wie folgt verändert:

Voll-
konsolidierung
Equity
Methode
Stand 01.03.2016 58 12
Erstmalige Einbeziehung 3 0
Abgang –1 0
Stand 28.02.2017 60 12

Am 1. Dezember 2016 fand das Closing des Erwerbes der zwei argentinischen Gesellschaften Main Process S.A., Buenos Aires|Argentinien. und Sudinver S.A., Buenos Aires|Argentinien, statt. An beiden Gesellschaften wurden durchgerechnet 100% der Anteile durch AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory|Frankreich. und AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory| Frankreich. erworben. Beide neue Tochtergesellschaften werden im Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG vollkonsolidiert.

Main Process S.A. ist ein Produzent von Fruchtzubereitungen und liegt im Nordosten von Argentinien. Mit seinen rund 175 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von rund 19 Mio. €. Neben den Fruchtzubereitungen für Joghurts und Eiscremen ist das Unternehmen auf die Herstellung von Sirupen für Getränke und Füllungen für Backwaren spezialisiert. Zusätzlich zum Kerngeschäft für Industriekunden gibt es auch im Bereich der Quick-Service-Restaurants (z.B. Fastfood-Ketten) und Food-Service-Sektoren (z.B.Hotels und Catering) zusätzliche Absatzpotenziale.

Durch den Erwerb sollen einerseits die Marktpräsenz in Südamerika erweitert und andererseits globale Synergien im Segment Frucht nutzbar gemacht werden.

Das Nettovermögen zum Zeitpunkt der erstmaligen Vollkonsolidierung und der sich aus der Akquisition ergebende Goodwill sind nachfolgend ersichtlich:

Buchwerte zum
Erwerbszeitpunkt
Langfristiges Vermögen 28.951
Vorräte 4.833
Forderungen und andere Vermögenswerte 5.018
Flüssige Mittel und Wertpapiere 82
Summe Vermögen 38.884
abzüglich langfristige Schulden –9.688
abzüglich kurzfristige Schulden –7.437
Nettovermögen (Eigenkapital) 21.759
Geschäfts-/Firmenwert 34.777
Anschaffungskosten 56.536
davon zahlungswirksamer Kaufpreisanteil 45.549

Der Kaufpreis besteht aus einer Basiskomponente von 43.286 t€ und einer Earn-Out-Komponente von 13.250 t€ (entspricht dem beizulegenden Zeitwert), die auf der Erreichung von Ergebniszielen im Zeitraum 2018|19 und 2019|20 basiert. Nach Schätzungen zum Bilanzstichtag liegt die undiskontierte Earn-Out-Komponente innerhalb einer Bandbreite von 7,2 Mio. € und 25,3 Mio. €. Ein Höchstbetrag wurde für die Earn-Out-Komponente nicht festgelegt.

Folgende Faktoren führten zur Erfassung des Geschäfts-/Firmenwertes auf Segmentebene Frucht. Mit dem Erwerb wird eine weitere Diversifizierung in neue Produktkategorien mit Wachstumspotenzial erreicht. Fruchtzubereitungen für den Bereich Lebensmittelservice, Nicht-Frucht-basierte Produkte und "Small-Pack"-Anwendungen und dazugehörige Produktionstechnologien können weltweit ausgerollt werden, insbesondere in die Wachstumsmärkte Asiens. Weiters werden durch den Erwerb global agierende Kunden neu gewonnen bzw. bestehende Kundenbeziehungen vertieft. Dadurch erreicht AGRANA allgemein eine bessere Lieferantenstellung in anderen Ländern.

Zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses war die Kaufpreisallokation abgeschlossen.

Die vollkonsolidierten Gesellschaften trugen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Zeitraum 1. Dezember 2016 bis 28. Februar 2017 mit 6.118 t€ zum Konzernumsatz und mit 808 t€ zum Konzernjahresüberschuss bei. Unter der Annahme, dass die Akquisition bereits zu Beginn des Geschäftsjahres stattgefunden hätte, hätte der Umsatzbeitrag 20.071 t€ und der Anteil am Konzernjahresüberschuss 2.630 t€ betragen.

Mit 1. Februar 2017 wurde die AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED, Neu-Delhi|Indien, erstmals in den Konsolidierungskreis aufgenommen. AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory|Frankreich, und AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, halten 100% der Anteile an der neu gegründeten Gesellschaft. Die Gründungskosten von 2 t€ wurden in bar eingezahlt. Die Tätigkeit der Gesellschaft wird die Verarbeitung von Früchten zu Fruchtbrei, Fruchtsäften und Fruchtkonzentraten für die Lebensmittelindustrie umfassen.

Der Abgang im Konsolidierungskreis betraf AGRANA Juice Denmark A/S, Køge|Dänemark. Die Gesellschaft befand sich seit zwei Jahren in Liquidation, daher hatte deren Abgang keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss.

Gemeinschaftsunternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 129 aufgelistet.

AGRANA
STUDEN- HUNGRANA
Gruppe Gruppe Summe
28.02.2017
Langfristige Vermögenswerte 35.247 105.717 140.964
Vorräte 36.172 44.310 80.482
Forderungen und andere Vermögenswerte 29.093 38.844 67.937
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere 9.704 615 10.319
Kurzfristige Vermögenswerte 74.969 83.769 158.738
Summe Aktiva 110.216 189.486 299.702
Eigenkapital 26.421 119.005 145.426
Externe Finanzschulden 285 0 285
Sonstige Schulden 489 2.319 2.808
Langfristige Schulden 774 2.319 3.093
Externe Finanzschulden 42.006 35.006 77.012
Sonstige Schulden 41.015 33.156 74.171
Kurzfristige Schulden 83.021 68.162 151.183
Summe Passiva 110.216 189.486 299.702
AGRANA
STUDEN- HUNGRANA
Gruppe Gruppe Summe
28.02.2017 (Fortsetzung)
Umsatzerlöse 198.162 329.680 527.842
Abschreibungen –2.647 –13.499 –16.146
Sonstige Aufwendungen/Erträge –189.579 –247.857 –437.436
Ergebnis der Betriebstätigkeit 5.936 68.324 74.260
Zinsertrag 1.133 7 1.140
Zinsaufwand –1.612 –660 –2.272
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge –203 –63 –266
Ergebnis vor Ertragsteuern 5.254 67.608 72.862
Ertragsteuern –369 –11.316 –11.685
Jahresüberschuss 4.885 56.292 61.177
Sonstiges Ergebnis 25 1.475 1.500
Gesamtergebnis 4.910 57.767 62.677
29.02.2016
Langfristige Vermögenswerte 37.213 107.445 144.658
Vorräte 33.879 35.146 69.025
Forderungen und andere Vermögenswerte 28.155 40.427 68.582
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere 4.292 2.215 6.507
Kurzfristige Vermögenswerte 66.326 77.788 144.114
Summe Aktiva 103.539 185.233 288.772
Eigenkapital 11.510 110.237 121.747
Externe Finanzschulden 166 7.488 7.654
Sonstige Schulden 253 5.944 6.197
Langfristige Schulden 419 13.432 13.851
Externe Finanzschulden 45.085 34.383 79.468
Sonstige Schulden 46.525 27.181 73.706
Kurzfristige Schulden 91.610 61.564 153.174
Summe Passiva 103.539 185.233 288.772
Umsatzerlöse 189.093 318.377 507.470
Abschreibungen –2.854 –12.607 –15.461
Sonstige Aufwendungen/Erträge –183.197 –248.141 –431.338
Ergebnis der Betriebstätigkeit 3.042 57.629 60.671
Zinsertrag 707 49 756
Zinsaufwand –1.607 –667 –2.274
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge 848 546 1.394
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.990 57.557 60.547
Ertragsteuern 94 –11.595 –11.501
Jahresüberschuss 3.084 45.962 49.046
Sonstiges Ergebnis 15 –4.216 –4.201
Gesamtergebnis 3.099 41.746 44.845

Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:

AGRANA
STUDEN- HUNGRANA
Gruppe Gruppe Summe
28.02.2017
Eigenkapital 26.421 119.005 145.426
Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 13.211 59.502 72.713
Goodwill 0 484 484
Wertminderung Goodwill zum Zeitpunkt des Überganges –452 0 –452
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 12.759 59.986 72.745
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 24.500 24.500
29.02.2016
Eigenkapital 11.510 110.237 121.747
Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 5.755 55.119 60.874
Goodwill 0 484 484
Wertminderung Goodwill zum Zeitpunkt des Überganges –452 0 –452
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 5.303 55.603 60.906
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 45.900 45.900

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 62.222 t€ (Vorjahr: 55.843 t€) betreffen mit 43.377 t€ (Vorjahr: 39.952 t€) im Wesentlichen die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01%. Somit ist in Höhe von 49,99% das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:

AUSTRIA JUICE-Gruppe t¤ 28.02.2017 29.02.2016
Langfristige Vermögenswerte 128.775 131.452
Kurzfristige Vermögenswerte 208.795 228.422
Summe Vermögenswerte 337.570 359.874
Langfristige Schulden 6.304 6.668
Kurzfristige Schulden 237.215 266.007
Summe Schulden 243.519 272.675
Nettovermögen 94.051 87.199
Umsatzerlöse 243.634 212.082
Ergebnis der Betriebstätigkeit 12.830 443
Ergebnis vor Ertragsteuern 7.069 –4.234
Ertragsteuern –647 –1.746
Jahresüberschuss 6.422 –5.980
Sonstiges Ergebnis 435 –2.917
Gesamtergebnis 6.857 –8.897
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 46.467 57.729
Cashflow aus Investitionstätigkeit –7.501 –7.242
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –64.975 –51.810
Veränderung des Finanzmittelbestandes –26.009 –1.323

In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:

AUSTRIA JUICE-Gruppe t¤ 28.02.2017 29.02.2016
Anteiliger Jahresüberschuss 3.210 –2.990
Anteilige gezahlte Dividenden 0 3.499
Anteiliges Nettovermögen 47.016 43.591
Anteiliger Goodwill –3.639 –3.639
Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen 43.377 39.952

3.1. Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. Konsolidierungsmethoden

█ Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Werden bei einem Unternehmenszusammenschluss auch immaterielle Vermögenswerte angesetzt, die bisher nicht im Einzelabschluss des erworbenen Unternehmens erfasst wurden, wie beispielsweise Kundenbeziehungen, so werden diese nur dann angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IAS 38 für eine Aktivierung vorliegen. Für Unternehmenserwerbe, bei denen die mehrheitlichen Anteile, jedoch nicht 100% erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht für die Erfassung der entstehenden nicht beherrschenden Anteile vor. Diese können wahlweise mit dem anteiligen Zeitwert des Nettovermögens (Purchased-Goodwill-Methode) oder mit dem Anteil des Geschäfts-/Firmenwertes, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, berücksichtigt werden (Full-Goodwill-Methode). Dieses Wahlrecht ist je Unternehmenserwerb frei auszuüben. Die Full-Goodwill-Methode ist im AGRANA-Konzern bisher nicht zur Anwendung gekommen.

█ Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit der AGRANA-Konzern Transaktionen mit einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.

█ Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

5. Währungsumrechnung

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekanntgegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs (Mittelwert der tagesaktuellen Kurse von EZB bzw. Nationalbanken) umgerechnet.

█ Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.

█ In Fremdwährung angefallene Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsbewertung von Finanzierungsverbindlichkeiten werden mit Stichtagskursen zum Bilanzstichtag umgerechnet, wenn der Durchschnittskurs aufgrund anhaltender Wechselkursschwankungen als nicht angemessen beurteilt wurde.

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

Währungs- Stichtagskurs Durchschnittskurs
¤ einheit 28.02.2017 29.02.2016 2016 17 2015 16
Albanien ALL 135,08 138,24 136,98 139,43
Ägypten EGP 16,64 8,54 12,73 8,54
Argentinien ARS 16,36 17,18 16,52 11,22
Australien AUD 1,38 1,53 1,46 1,49
Bosnien und Herzegowina BAM 1,96 1,96 1,96 1,96
Brasilien BRL 3,28 4,34 3,69 3,90
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 7,28 7,14 7,37 6,98
Dänemark DKK 7,43 7,46 7,44 7,46
Fidschi FJD 2,19 2,35 2,29 2,34
Indien INR 70,63 73,91
Kroatien HRK 7,44 7,63 7,51 7,61
Marokko MAD 10,67 10,78 10,83 10,82
Mazedonien MKD 61,52 61,70 61,58 61,64
Mexiko MXN 21,08 19,80 21,00 18,11
Polen PLN 4,32 4,36 4,35 4,21
Rumänien RON 4,52 4,48 4,49 4,45
Russland RUB 61,76 82,64 70,57 69,79
Serbien CSD 123,91 123,50 123,30 120,85
Südafrika ZAR 13,79 17,46 15,71 14,87
Südkorea KRW 1.194,24 1.347,54 1.268,98 1.267,46
Tschechien CZK 27,02 27,06 27,03 27,17
Türkei TRY 3,84 3,23 3,46 3,11
Ukraine UAH 28,64 29,78 28,41 24,98
Ungarn HUF 308,25 311,26 310,83 310,04
USA USD 1,06 1,09 1,10 1,10

6. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte sowie Sachanlagen

█ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Nahezu alle immateriellen Vermögenswerte haben eine bestimmbare Nutzungsdauer. Jene immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer sind für den Konzern unwesentlich.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Die Überprüfung findet regelmäßig zum 31. August und zusätzlich bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) statt. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare bzw. kampagnenbezogene planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten

einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

6.2. Zuwendungen der öffentlichen Hand

█ Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Investitionsförderung werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen passivisch abgegrenzt und entsprechend der Nutzungsdauer des zugeordneten Vermögenswertes linear ergebniswirksam aufgelöst. Details dazu finden sich auf Seite 96.

6.3. Finanzinstrumente

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Vermögenswerte
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzielle Schulden

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten
  • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe
  • Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoffderivate

█ Beteiligungen und Wertpapiere sind der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert (im Falle von Beteiligungen zu Anschaffungskosten) inklusive allfälliger Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bewertungsänderungen werden unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Zur Veräußerung verfügbare Beteiligungen von untergeordneter Bedeutung werden zu Anschaffungskosten bewertet.

█ Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit den Stichtagskursen bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswert oder Verbindlichkeit bilanziert und – unabhängig von ihrem Zweck – mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Wertes werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen (Rohstoffderivate und Währungsderivate in Zusammenhang mit Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) oder im Finanzergebnis (Zinsderivate, Währungsderivate bei Finanzierungen) erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft ("Cashflow-Hedges"). Sind die Voraussetzungen für "Cashflow-Hedge-Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten und effektiven Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Umgliederung aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in der Periode, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Ineffektive Teile der Bewertungsunterschiede von Cashflow-Hedges werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente sind der Kategorie "Zu Handelszwecken gehalten" zugeordnet, es sei denn es handelt sich um Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft, auf die "Cashflow-Hedge-Accounting" anwendbar ist. Weitere Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten finden sich auf Seite 109ff.

Forderungen

█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zuganges mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Forderungen, die für sich betrachtet von untergeordneter Bedeutung sind, sowie Forderungen mit einem ähnlichen Ausfallrisiko werden in Gruppen zusammengefasst und aufgrund von Erfahrungswerten wertberichtigt. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

█ Fremdwährungsforderungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.

6.4. Vorräte

█ Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw.Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

6.5. Emissionszertifikate

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifikate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifikate (ein Zertifikat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits angeschafft wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.6. Wertminderung

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit).

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzungswert.

6.7. Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige

Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

█ Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettopensionsverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.

█ Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die Erfassung im sonstigen Ergebnis schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 1,6% (Vorjahr: 1,8%) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.

6.8. Sonstige Rückstellungen

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

█ Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastsanierung und Abraumbeseitigung.

█ Rückstellungen für Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgelder beinhalten des Weiteren Rückstellungen für Altersteilzeit, Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen, Rückstellungen für Bonifikationen und Prämien sowie sonstige personalbezogene Rückstellungen. Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer einzustufen. Diese werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der laufenden Periode im Personalaufwand ausgewiesen. Jubiläumsgelder stellen einmalige vom Entgelt und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängige Zahlungen dar, die aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Vorschriften bestehen. Vor allem in Österreich und Deutschland bestehen Verpflichtungen für Jubiläumsgeldzahlungen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind in Österreich aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern zu bilden. Die gesetzliche Regelung der Altersteilzeit erleichtert es Betrieben, ältere Arbeitnehmer unter weitest gehender finanzieller Absicherung mit einer verringerten

Arbeitszeit bis zum Pensionsantritt zu beschäftigen. Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen werden nur dann angesetzt, wenn ein formaler, detaillierter Restrukturierungsplan erstellt und kommuniziert wurde.

█ Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozessrisiken, Rückstellungen für Drohverluste, Rückstellungen für Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung sowie Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Rückstellungen für Drohverluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

6.9. Steuerabgrenzungen

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestehen bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern werden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wird nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, soweit die Realisierung latenter Steueransprüche wahrscheinlich ist.

█ Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn die entsprechenden Steuervorteile bei zugrunde liegender Planungsperiode von fünf Jahren realisiert werden können. Dies ist gegeben, wenn ausreichend Gewinne erwirtschaftet werden bzw. zu versteuerndes Ergebnis aus der Umkehrung von passiven Differenzen vorhanden ist.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

█ Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

6.10. Gewinnrealisierung

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Finanzierungsleasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

6.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 28.02.2017: 260.974 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 28.02.2017: 21.345 t€) und Sachanlagen (Buchwert 28.02.2017: 738.907 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt des regelmäßigen Wertminderungstest-Stichtages zum 31. August aktuellsten Prognoserechnung für die Cashflows der Cash Generating Units (CGUs) der nächsten fünf Jahre.
  • Die Simulation einer angenommenen Reduktion der nachhaltigen Cashflows um 5% würde zu keiner Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes führen.
  • Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 4,94% und 8,55% (Vorjahr: 6,11% und 10,48%).
  • Ein Anstieg des WACC1 um 0,5 Prozentpunkte würde keinen Wertberichtigungsbedarf zur Folge haben.
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert 28.02.2017: 68.929 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
  • Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, sodass mögliche Korrelationseffekte zwischen den Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die Sensitivitäten haben folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (25a) angeführten Barwerte der Verpflichtungen:
Pensionen Abfertigungen
28.02.2017 29.02.2016 28.02.2017 29.02.2016
Veränderung versicherungs
mathematischer Annahmen
Rechnungszinssatz
+0,5 Prozentpunkte –2.458 –2.572 –1.628 –1.720
–0,5 Prozentpunkte 2.704 2.829 1.743 1.865
Lohn-/Gehaltssteigerung
+0,25 Prozentpunkte 77 92 848 905
–0,25 Prozentpunkte –76 –91 –819 –872
Rentensteigerung
+0,25 Prozentpunkte 1.184 1.205
–0,25 Prozentpunkte –1.137 –1.157
Lebenserwartung
Zunahme um 1 Jahr 3.721 4.069
Abnahme um 1 Jahr –3.833 –4.202
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 28.02.2017: 14.334 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass innerhalb des Planungszeitraumes von fünf Jahren ausreichend steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpflichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der übrigen Rückstellungen (Buchwert 28.02.2017: 63.352 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann.

█ Die HUNGRANA-Gruppe und die AGRANA-STUDEN-Gruppe wurden gemäß IFRS 11 und den derzeit bestehenden Vereinbarungen als Gemeinschaftsunternehmen qualifiziert. Der Konzern hält 50% der Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen.

█ Die AGRANA-Gruppe hält 50,01% an der AUSTRIA JUICE GmbH und deren Tochtergesellschaften. Aufgrund der zugrunde liegenden Verträge und Vereinbarungen übt AGRANA Beherrschung auf diese Gesellschaften aus und bezieht sie in den Konzernabschluss mittels Vollkonsolidierung ein.

7. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Note (1) 7.1. Umsatzerlöse
2016 17 2015 16
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 2.373.968 2.220.995
Handelswarenerlöse 180.515 246.094
Leistungserlöse 6.813 10.558
Summe 2.561.296 2.477.647

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Informationen zu den Geschäftssegmenten (siehe Seite 69) ausgewiesen.

26% (Vorjahr: 27%) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Ein AGRANA-Kunde trug mit 12% (Vorjahr: 12%) zum Konzernumsatz bei. Kein weiterer Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10%.

Note (2) 7.2. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen
2016 17 2015 16
Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 51.035 25.183
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.320 1.523

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 51.035 t€ (Vorjahr: 25.183 t€) resultierte v. a. aus dem Segment Zucker mit 67.100 t€ (Vorjahr: –14.965 t€) und dem Segment Frucht (insbesondere aus den Juice-Aktivitäten) mit –22.438 t€ (Vorjahr: 39.520 t€).

Note (3) 7.3. Sonstige betriebliche Erträge

2016 17 2015 16
Erträge aus
Kursgewinnen 9.520 11.356
Sonderergebnis 3.998 65
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 3.870 4.596
Derivaten 1.512 3.882
Leistungen an Dritte 1.388 1.773
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 1.207 1.068
Miet- und Pachtverträgen 622 1.010
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 502 438
aperiodischen Ergebnissen aus Ersteinbeziehung 0 3.590
Übrige 14.216 16.309
Summe 36.835 44.087

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen u. a. Erträge aus der Weiterverrechnung von Betriebsstoffen und Rohmaterial sowie Dienstleistungen.

Note (4)

7.4. Materialaufwand

2016 17 2015 16
Aufwendungen für
Rohstoffe 1.177.583 1.120.260
Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren 578.972 603.728
bezogene Leistungen 72.105 59.735
Summe 1.828.660 1.783.723

Note (5) 7.5. Personalaufwand

2016 17 2015 16
Löhne und Gehälter 226.139 223.196
Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung
und sonstiger Personalaufwand 62.572 62.500
Summe 288.711 285.696

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 1.196 t€ (Vorjahr: 1.010 t€) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist im Personalaufwand enthalten.

Im Geschäftsjahr 2016|17 wurden 17.409 t€ (Vorjahr: 16.937 t€) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.

Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 1.018 (Vorjahr: 949) t€ im abgelaufenen Geschäftsjahr erfasst.

In den Löhnen und Gehältern sind 0 t€ (Vorjahr: 1.587 t€) aus Sondereinflüssen enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente):

2016 17 2015 16
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 6.125 6.078
Angestellte 2.431 2.345
Lehrlinge 82 87
Summe 8.638 8.510
2016 17 2015 16
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 2.083 2.061
Ungarn 430 432
Rumänien 601 645
Restliche EU 1.555 1.574
EU-28 4.669 4.712
Sonstiges Europa (Bosnien und Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.359 1.313
Übriges Ausland 2.610 2.485
Summe 8.638 8.510

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100%):

2016 17 2015 16
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 318 289
Angestellte 188 179
Summe 506 468
7.6. Abschreibungen Abschrei- Wert-
minde-
Wert
auf
Gesamt bungen rungen holungen
Geschäftsjahr 2016 17
Immaterielle Vermögenswerte 5.414 5.414 0 0
Sachanlagen 78.983 78.657 331 –5
Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis 84.397 84.071 331 –5
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 84.397 84.071 331 –5
Zu-/Abschreibungen im Finanzergebnis 0 0 0 0
Summe 84.397 84.071 331 –5
Geschäftsjahr 2015 16
Immaterielle Vermögenswerte
7.282 7.282 0 0
Sachanlagen 77.189 77.501 509 –821
Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis 84.471 84.783 509 –821
Sondereinfluss 910 0 910 0
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 85.381 84.783 1.419 –821
Finanzanlagen 8 8 0 0
Zu-/Abschreibungen im Finanzergebnis 8 8 0 0
Summe 85.389 84.791 1.419 –821
Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar: Wert-
minde-
Wert
auf
rungen holungen
Geschäftsjahr 2016 17
Segment Zucker 287 0
Segment Stärke 0 –5
Segment Frucht 44 0
Konzern 331 –5
Geschäftsjahr 2015 16
Segment Zucker 509 –17
Segment Stärke 0 –804

Die Wertminderungen im Segment Zucker betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für abgegangene Vermögenswerte.

Segment Frucht 910 0 Konzern 1.419 –821

Note (7) 7.7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2016 17 2015 16
141.350 136.159
93.204 91.958
13.035 622
10.551 9.965
8.220 8.338
7.640 10.860
6.688 6.657
3.761 3.774
2.400 2.594
1.987 2.040
1.443 924
739 917
15.922 14.400
306.940 289.208

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 15.852 t€ (Vorjahr: 14.911 t€).

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungsund Steuerberatungsgesellschaft betrugen 741 t€ (Vorjahr: 468 t€). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 384 t€ (Vorjahr: 447 t€), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 234 t€ (Vorjahr: 8 t€) sowie sonstige Leistungen von 123 t€ (Vorjahr: 13 t€).

Note (8) 7.8. Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 30.589 t€ (Vorjahr: 24.523 t€) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe und der AGRANA-STUDEN-Gruppe.

Note (9) 7.9. Ergebnis der Betriebstätigkeit

2016 17 2015 16
Operatives Ergebnis 150.815 107.486
Ergebnis aus Sondereinflüssen –9.037 –3.054
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 30.589 24.523
Ergebnis der Betriebstätigkeit 172.367 128.955

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen, das nur in der Segmentberichterstattung separat dargestellt wird, umfasst Aufwendungen für Steuerschulden in Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung in Rumänien, Aufwendungen für eine Rückstellung für eine Rechtsstreitigkeit in Rumänien und Erträge aus der Beilegung eines Grundstücksrechtsstreites in Tschechien im Segment Zucker. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen 3.998 t€ (Vorjahr: 65 t€), im Personalaufwand 0 t€ (Vorjahr: 1.587 t€), in den Abschreibungen 0 t€ (Vorjahr: 910 t€) und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen 13.035 t€ (Vorjahr: 622 t€) ausgewiesen.

Note (10) 7.10. Finanzerträge

2016 17 2015 16
Zinserträge 2.861 9.724
Währungsgewinne 17.723 12.271
Erträge aus Beteiligungen 565 37
Gewinn aus Derivaten 9.156 21.373
Übrige finanzielle Erträge 776 384
Summe 31.081 43.789

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

2016 17 2015 16
Segment Zucker 1.561 8.099
Segment Stärke 42 111
Segment Frucht 1.258 1.514
Konzern 2.861 9.724

Note (11) 7.11. Finanzaufwendungen

2016 17 2015 16
Zinsaufwendungen 13.509 17.668
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 1.196 1.010
Währungsverluste 13.018 24.515
Aufwendungen aus Beteiligungen 0 9
Verlust aus Derivaten 13.329 22.074
Übrige finanzielle Aufwendungen 7.908 3.032
Summe 48.960 68.308

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

2016 17 2015 16
Segment Zucker 11.358 15.818
Segment Stärke 40 23
Segment Frucht 2.111 1.827
Konzern 13.509 17.668

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 124 t€ (Vorjahr: 98 t€).

Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Gewinn in Höhe von 4.705 t€ (Vorjahr: Verlust –12.244 t€). Dieser setzte sich aus einem realisierten Gewinn von 743 t€ (Vorjahr: Verlust –1.211 t€) und einem nicht realisierten Gewinn in Höhe von 3.962 t€ (Vorjahr: nicht realisierter Verlust –11.033 t€) zusammen. Der Verlust ist v. a. auf Kursveränderungen in den Ländern Brasilien und Ägypten zurückzuführen.

In den sonstigen übrigen finanziellen Aufwendungen ist ein Sonderergebnis in Höhe von 4.761 t€ (Vorjahr: 0 t€) aufgrund einer Wertberichtigung auf den Finanzmittelbestand in der Ukraine des Segmentes Frucht enthalten.

Note (12) 7.12. Ertragsteuern

Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

2016 17 2015 16
Effektive Steuern 36.755 22.698
davon Inland 11.575 4.422
davon Ausland 25.180 18.276
Latente Steuern –122 810
davon Inland –135 2.991
davon Ausland 13 –2.181
Steueraufwand 36.633 23.508
davon Inland 11.440 7.413
davon Ausland 25.193 16.095

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

2016 17 2015 16
Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz –539 –7.311
Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz –8.621 5.943
Gesamte Veränderung aus latenten Steuern –9.160 –1.368
davon Konsolidierungskreisänderung, erfolgsneutral –9.690 0
davon im sonstigen Ergebnis erfasst (Neubewertung, Cashflow-Hedges, IAS 19) 193 802
davon aus Währungsumrechnung/Sonstige 215 –1.360
davon erfolgswirksame Veränderungen 122 –810

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

2016 17 2015 16
Ergebnis vor Ertragsteuern 154.488 104.436
Österreichischer Steuersatz 25% 25%
Theoretischer Steueraufwand 38.622 26.109
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund:
abweichender Steuersätze –1.690 –122
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche Abzugsposten
inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden –9.441 –6.756
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen
und steuerlicher Zurechnungen 4.405 2.180
Effekten aus nicht angesetzten Verlustvorträgen des laufenden Geschäftsjahres 102 2.197
Effekten aus Wertberichtigungen latenter Steuern 0 97
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 4.635 –197
Ertragsteuern 36.633 23.508
Effektive Steuerquote 23,7% 22,5%

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25%.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 13.902 t€ (Vorjahr: 16.075 t€) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 60.871 t€ (Vorjahr: 72.412 t€). Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 31.175 t€ (Vorjahr: 25.568 t€) unbegrenzt vortragsfähig, 26.786 t€ (Vorjahr: 20.851 t€) verfallen zwischen zwei und vier Jahren, 2.910 t€ (Vorjahr: 17.020 t€) verfallen zwischen fünf und sieben Jahren und 0 t€ (Vorjahr: 8.973 t€) verfallen im Jahr 2018.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 7.392 t€ (Vorjahr: 7.198 t€).

Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 211.264 t€ (Vorjahr: 191.574 t€) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.

Note (13) 7.13. Ergebnis je Aktie

2016 17 2015 16
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist
t€
111.315 82.723
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war
Stück
14.301.709 14.301.7091
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert)
7,78 5,781
Dividende je Aktie
4,002 4,00

Bezogen auf die Aktienanzahl, die zum Bilanzstichtag im Umlauf war, ergibt sich folgendes Ergebnis je Aktie:

2016 17 2015 16
Aktienanzahl am Bilanzstichtag Stück 15.622.244 14.202.040
Ergebnis je Aktie 7,13 5,82

Nach der Kapitalerhöhung beträgt die Aktienanzahl ab 17. Februar 2017 15.622.244 Stück.

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2016|17 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 62.489 t€ (Vorjahr: 56.808 t€) ausgeschüttet.

8. Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben.

Aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen bestehen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen von 16.887 t€ (Vorjahr: 18.237 t€) in China, der Ukraine und in Ägypten.

Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelstand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

Note (14) 8.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 258.020 t€ (Vorjahr: 225.914 t€), das entspricht 10,07% (Vorjahr: 9,12%) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses von –3.962 t€ (Vorjahr: nicht realisierte Währungsverluste 11.033 t€), zahlungsunwirksame Ertragsteuern 36.633 t€ (Vorjahr: 23.508 t€), zahlungsunwirksame Zinsen 10.153 t€ (Vorjahr: 8.376 t€), zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigung zu Forderungen 284 t€ (Vorjahr: 1.146 t€) sowie zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten 4.640 t€ (Vorjahr: 5.471 t€). Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital sowie zahlungswirksamer Zinsen und Steuern führte zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 255.785 t€ (Vorjahr: 101.913 t€).

Note (15) 8.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit verzeichnete einen Anstieg um 151.606 t€ von –19.924 t€ auf –171.530 t€. Dies war im Wesentlichen bedingt durch gestiegene Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von –123.418 t€ (Vorjahr: –107.720 t€), Auszahlungen für den Erwerb der beiden argentinischen Tochterunternehmen von –45.467 t€ (darin enthalten sind übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 82 t€), den AGRANA-Anteil an der Kapitalerhöhung der AGRANA-STUDEN-Gruppe von 3.750 t€ sowie aus dem Vorjahr aufgrund der Einziehung des von der AGRANA Beteiligungs-AG gezeichneten Partizipationskapitals durch die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Höhe von 85.000 t€.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 1.155 t€ (Vorjahr: 3.103 t€).

Note (16) 8.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2016|17 sanken die Finanzverbindlichkeiten nach Bereinigung um nicht realisierte Kursverluste um –158.111 t€ (Vorjahr: –21.098 t€). Der Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch die Rückführung von zwei syndizierten Krediten in Höhe von –111.100 t€ sowie die Rückführung von Barvorlagen und die Rückführung von auslaufenden Bankdarlehen.

Die Barkapitalerhöhung hatte einen positiven Effekt auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 139.719 t€, ebenso die Aufstockung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe von 85.000 t€ (im Vorjahr Rückführung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe von –85.000 t€ aufgrund der Einziehung des Partizipationskapitals durch die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDER-ÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung).

Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

9. Erläuterungen zur Bilanz

Note (17)
9.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte Konzessionen,
Geschäfts-/ Lizenzen
Firmen- und ähnliche
werte Rechte Summe
Geschäftsjahr 2016 17
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2016 226.202 95.308 321.510
Währungsdifferenzen –5 823 818
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 34.777 8.924 43.701
Zugänge 0 1.215 1.215
Umbuchungen 0 392 392
Abgänge 0 –406 –406
Stand 28.02.2017 260.974 106.256 367.230
Abschreibungen
Stand 01.03.2016 0 79.549 79.549
Währungsdifferenzen 0 335 335
Laufende Abschreibungen 0 5.414 5.414
Umbuchungen 0 2 2
Abgänge 0 –389 –389
Stand 28.02.2017 0 84.911 84.911
Buchwert 28.02.2017 260.974 21.345 282.319
Geschäftsjahr 2015 16
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2015 226.176 90.449 316.625
Währungsdifferenzen 26 –355 –329
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 41 41
Zugänge 0 6.682 6.682
Umbuchungen 0 1.342 1.342
Abgänge 0 –2.851 –2.851
Stand 29.02.2016 226.202 95.308 321.510
Abschreibungen
Stand 01.03.2015 0 75.150 75.150
Währungsdifferenzen 0 –245 –245
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 43 43
Laufende Abschreibungen 0 7.282 7.282
Umbuchungen 0 87 87
Abgänge 0 –2.768 –2.768
Stand 29.02.2016 0 79.549 79.549
Buchwert 29.02.2016 226.202 15.759 241.961

█ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte.

█ Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 1.215 t€ (Vorjahr: 6.682 t€) betrafen im Wesentlichen Software. Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges in Höhe von 8.924 t€ betrafen Kundenbeziehungen und Markenrechte im Rahmen der Kaufpreisallokation der neu erworbenen argentinischen Gesellschaften.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Frucht 239.257 t€ (Vorjahr: 204.485 t€), auf das Segment Zucker 20.111 t€ (Vorjahr: 20.111 t€) und auf das Segment Stärke 1.606 t€ (Vorjahr: 1.606 t€). Die Veränderung im Segment Frucht ist im Wesentlichen auf den Erwerb der argentinischen Tochterunternehmen und den daraus resultierenden Geschäfts-/Firmenwert zurückzuführen.

█ Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 1,5% p.a. (Vorjahr: 1,5% p.a.) angenommen. Die Kapitalkosten (WACC) sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU berechnet.

█ Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- als auch Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 7,0% (Vorjahr: 6,5%) und dem aus einer neun Unternehmen umfassenden Peer-Group abgeleiteten Beta-Faktor. Das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,4 (Vorjahr: 1,5) unterworfen.

█ Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonitätszuschlag (Credit Spread) angesetzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte, den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC) und die Überdeckung je CGU:

Geschäfts-/Firmenwert WACC vor Steuer Überdeckung
28.02.2017 29.02.2016 2016 17 2015 16 28.02.2017 29.02.2016
Mio. € Mio. € % % Mio. € Mio. €
CGU Frucht 239 204 8,55 10,48 454 67
CGU Stärke 2 2 4,94 6,11 1.059 576
CGU Zucker 20 20 6,71 7,66 276 61
Konzern 261 226 1.789 704

█ Aufgrund des Erwerbes der argentinischen Tochterunternehmen wurde zum 1. Dezember 2016 die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte der CGU Frucht vorgenommen. Ein Wertminderungsbedarf wurde nicht identifiziert.

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

█ Die Überdeckungen wurden einer Sensitivitätsanalyse unterzogen. Die Ergebnisse finden sich auf Seite 85. Der Geschäfts-/Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

█ Am Bilanzstichtag waren andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von untergeordneter Bedeutung für den AGRANA-Konzern enthalten.

Note (18)

9.2. Sachanlagen Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
Technische
Anlagen und
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
Anlagen
und Bauten Maschinen ausstattung in Bau Summe
Geschäftsjahr 2016 17
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2016 554.921 1.154.278 192.260 23.587 1.925.046
Währungsdifferenzen 7.111 6.054 3.333 432 16.930
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 13.545 7.375 167 106 21.193
Zugänge 6.933 32.572 11.487 62.451 113.443
Umbuchungen 4.602 4.421 7.663 –17.078 –392
Abgänge –3.010 –26.544 –8.542 –110 –38.206
Zuschüsse –336 –828 0 0 –1.164
Stand 28.02.2017 583.766 1.177.328 206.368 69.388 2.036.850
Abschreibungen
Stand 01.03.2016 294.944 799.714 149.812 984 1.245.454
Währungsdifferenzen 2.552 4.296 2.600 0 9.448
Laufende Abschreibungen 16.568 50.384 11.705 0 78.657
Wertminderungen 176 41 4 110 331
Umbuchungen 31 –2.912 2.879 0 –2
Abgänge –2.330 –25.788 –7.822 0 –35.940
Zuschreibungen –2 –3 0 0 –5
Stand 28.02.2017 311.939 825.732 159.178 1.094 1.297.943
Buchwert 28.02.2017 271.827 351.596 47.190 68.294 738.907
Geschäftsjahr 2015 16
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2015 539.181 1.118.396 184.044 33.572 1.875.193
Währungsdifferenzen –7.630 –11.547 –2.425 –1.348 –22.950
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 13 1.918 3.762 49 5.742
Zugänge 18.209 36.749 8.328 46.015 109.301
Umbuchungen 17.633 31.037 4.495 –54.508 –1.343
Abgänge –12.371 –22.148 –5.944 –193 –40.656
Zuschüsse –114 –127 0 0 –241
Stand 29.02.2016 554.921 1.154.278 192.260 23.587 1.925.046
Abschreibungen
Stand 01.03.2015 291.420 778.629 143.134 473 1.213.656
Währungsdifferenzen –2.897 –7.762 –1.842 1 –12.500
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges –54 1.387 1.608 0 2.941
Laufende Abschreibungen 15.866 50.118 11.517 0 77.501
Wertminderungen 0 910 0 510 1.420
Umbuchungen 1.128 –2.220 1.006 0 –86
Abgänge –10.193 –20.853 –5.611 0 –36.657
Zuschreibungen –326 –495 0 0 –821
Stand 29.02.2016 294.944 799.714 149.812 984 1.245.454
Buchwert 29.02.2016 259.977 354.564 42.448 22.603 679.592

█ Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte):

2016 17 2015 16
Segment Zucker 23.259 46.102
Segment Stärke 57.577 28.151
Segment Frucht 33.822 41.730
Konzern 114.658 115.983

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

█ Die Zuschüsse betrafen staatliche Investitionsförderungen in der Slowakei (Segment Zucker) und den USA (Segment Frucht).

█ Fremdkapitalzinsen waren nicht anzusetzen.

█ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Die wesentliche Finanzierungsleasingvereinbarung betrifft die Miete eines Superädifikates auf eigenem Grund am Standort Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich. Eine Kaufoption für das Superädifikat kann im Geschäftsjahr 2018|19 ausgeübt werden. Die Finanzierungsleasingvereinbarungen der anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind von untergeordneter Bedeutung und betreffen v. a. Fahrzeugleasing. Nachfolgend ist die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen und die Überleitung der künftigen Mindestleasingzahlungen auf deren Barwert dargestellt:

2016 17 2015 16
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Anschaffungskosten 3.003 870 132 3.003 59
abzüglich kumulierte
Abschreibungen –491 –438 –21 –235 –17
Buchwert 2.512 432 111 2.768 42
2016 17 2015 16
Künftige
Mindest-
leasing-
Künftige
Mindest
leasing
zahlungen Zinsen Barwert zahlungen Zinsen Barwert
Im folgenden Jahr 572 –73 499 331 –57 274
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 3.022 –156 2.866 2.642 –92 2.550
Über 5 Jahre 0 0 0 0 0 0
Summe 3.594 –229 3.365 2.973 –149 2.824

█ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2016 17 2015 16
Im folgenden Jahr 3.678 3.976
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 13.836 12.051
Über 5 Jahre 5.224 7.215

█ Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

Note (19) 9.3. Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen, Wertpapiere und Beteiligungen

Nach der
Equity-Methode
bilanzierte
Gemeinschafts-
unternehmen
Wertpapiere
(langfristige
Vermögens
werte)
Beteiligungen Summe
Geschäftsjahr 2016 17
Stand 01.03.2016 60.906 18.622 1.091 80.619
Währungsdifferenzen 753 40 0 793
Zugänge/Kapitalerhöhung
bei Gemeinschaftsunternehmen 5.000 91 0 5.091
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen 30.589 0 0 30.589
Abgänge/Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen –24.500 –54 –40 –24.594
Sonstiges Ergebnis –3 127 0 124
Stand 28.02.2017 72.745 18.826 1.051 92.622
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 84.384 104.879 1.114 190.377
Währungsdifferenzen –2.104 33 0 –2.071
Zugänge 0 308 10 318
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen 24.523 0 0 24.523
Wertminderungen 0 0 –8 –8
Abgänge/Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen –45.900 –85.069 –25 –130.994
Sonstiges Ergebnis 3 –1.529 0 –1.526
Stand 29.02.2016 60.906 18.622 1.091 80.619

Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

Note (20) 9.4. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

28.02.2017 29.02.2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 317.397 296.566
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen 19.340 28.059
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe 2.816 3.215
Positiver Marktwert Derivate 1.856 3.186
Forderungen aus Altlastsanierung 208 208
Forderungen aus Zuschüssen 186 199
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 18.985 25.504
Zwischensumme Finanzinstrumente 360.788 356.937
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 80.427 73.079
Geleistete Anzahlungen 3.180 15.262
Rechnungsabgrenzungsposten 5.331 4.845
Summe 449.726 450.123
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 7.115 10.602

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.

Note (21) 9.5. Aktive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

28.02.2017 29.02.2016
Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 2.099 2.820
Finanzanlagen (v. a."Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 4.969 4.310
Vorräte 4.398 3.720
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.426 1.690
Verlustvorträge 1.072 3.022
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 7.354 7.153
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 12.103 11.295
Summe aktive latente Steuern 33.421 34.010
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –19.087 –19.137
Saldierte aktive Steuerabgrenzung 14.334 14.873

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (28) erläutert.

Note (22) 9.6. Vorräte

28.02.2017 29.02.2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 190.136 182.680
Fertige und unfertige Erzeugnisse 470.918 418.441
Waren 34.978 53.051
Summe 696.032 654.172

Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 4.640 t€ (Vorjahr: 5.471 t€) vorgenommen, welche im Wesentlichen aus dem Segment Zucker mit 3.157 t€ (Vorjahr: 3.058 t€) resultieren. Die Wertminderungen sind auf gesunkene Nettoveräußerungswerte für Quotenzucker und Nicht-Quotenzucker zum Bilanzstichtag zurückzuführen.

Note (23) 9.7. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

In dieser Position wurde eine belgische Immobilie mit einem Buchwert von 1.631 t€ gemäß IFRS 5 zum Buchwert ausgewiesen. Am 24. Februar 2017 wurde die Immobilie zu einem Preis von 1.650 t€ verkauft.

Note (24) 9.8. Eigenkapital

█ In der 28. ordentlichen Hauptversammlung vom 3.Juli 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates um insgesamt höchstens 15.261.295,18 € durch Ausgabe von bis zu 2.100.000 Stück auf Inhaber lautenden Stammaktien der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlage auch in mehreren Tranchen zu erhöhen. Demgemäß haben der Vorstand und der Aufsichtsrat am 31.Jänner 2017 und 1. Februar 2017 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft von Nominale 103.210.250 € um bis zu Nominale 10.321.025 € auf bis zu Nominale 113.531.275 € durch Ausgabe von bis zu 1.420.204 auf Inhaber lautenden Stammaktien zum rechnerischen Wert von 7,27 € zu erhöhen.

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 113.531.275 € (Vorjahr: 103.210.250 €) und ist in 15.622.244 Stück (Vorjahr: 14.202.040 Stück) auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 66f dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgte zu einem Kurs von 100 € je Aktie. Das Agio von 131.699.375 € wurde abzüglich der Kosten der Kapitalerhöhung nach Steuern von 2.301.471 € der Kapitalrücklage zugeführt. Die Kapitalrücklagen betragen am Bilanzstichtag 540.759.999 € (Vorjahr: 411.362.095 €).

█ Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für "Zur Veräußerung verfügbar", die Rücklage für Cashflow-Hedges, die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Rücklagen für Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

█ Die Zuzahlungen anderer Gesellschafter in Höhe von 1.250 t€ betrafen den Fremdanteil einer Kapitalerhöhung in der AGRANA-STUDEN-Gruppe.

█ Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen resultierten aus einer Kapitalerhöhung bei der vollkonsolidierten S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest|Rumänien. Da sich nicht alle Minderheitenaktionäre an der Kapitalerhöhung beteiligten, kam es zu einer Anteilsverschiebung in Höhe von 327 t€.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

28.02.2017 29.02.2016
Eigenkapital 1.411.888 1.200.124
Bilanzsumme 2.481.436 2.243.165
Eigenkapitalquote 56,9% 53,5%
Nettofinanzschulden 239.878 405.806
Gearing 17,0% 33,8%

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

Note (25) 9.9. Rückstellungen

28.02.2017 29.02.2016
Rückstellungen für
Pensionen 31.118 30.102
Abfertigungen 37.811 37.044
Übrige 63.352 48.425
Summe 132.281 115.571

Note (25a) a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.

Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematischen Parameter zugrunde gelegt:

% 28.02.2017 29.02.2016
Lohn-/Gehaltstrend
Inland/Europa 2,5 2,5
Mexiko/USA/Südkorea 6,0/3,0/4,0 6,0/3,0/4,0
Rententrend
Inland 2,0 2,0
Mexiko 4,0 4,0
Zinssatz
Inland/Europa/USA 1,6 1,8
Mexiko/Südkorea 8,0/2,3 7,0/2,7

Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 1,6% (Vorjahr: 1,8%) zugrunde gelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht.

Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen wie die Mitarbeiterfluktuation in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung-Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.

Leistungsorientierte Vorsorgepläne

Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.

Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

28.02.2017 29.02.2016
Pensionspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 45.498 43.243
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –14.380 –13.141
Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) 31.118 30.102
Abfertigungspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 39.033 37.874
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –1.222 –830
Rückstellung für Abfertigungen (Nettoschuld) 37.811 37.044

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:

In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 22.126 t€ (Vorjahr: 19.020 t€) steht ein Planvermögen von 13.630 t€ (Vorjahr: 12.374 t€) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt "Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" dieses Anhangs verwiesen.

Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 19.061 t€ (Vorjahr: 19.721 t€), AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 2.522 t€ (Vorjahr: 2.666 t€) und AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 220 t€ (Vorjahr: 229 t€). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 158 t€ (Vorjahr: 163 t€) gegenüber.

Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpflichtung von 991 t€ (Vorjahr: 1.013 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 511 t€ (Vorjahr: 505 t€) gegenüber.

In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestandes einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 578 t€ (Vorjahr: 594 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 81 t€ (Vorjahr: 99 t€) gegenüber.

Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt: Barwert
der Ver-
Marktwert
Plan-
Rückstellung
für
pflichtung vermögen Pensionen
Geschäftsjahr 2016 17
Stand 01.03.2016 43.243 –13.141 30.102
Dienstzeitaufwand 547 0 547
Zinsaufwand/-ertrag 785 –243 542
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen –22 0 –22
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 13 13
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 1.310 –230 1.080
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –860 –860
der Änderung finanzieller Annahmen 886 0 886
erfahrungsbedingten Anpassungen 2.819 0 2.819
Währungsdifferenzen –43 6 –37
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 3.662 –854 2.808
Abgeltungszahlungen –75 75 0
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.642 66 –2.576
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –296 –296
Sonstige Veränderungen –2.717 –155 –2.872
Stand 28.02.2017 45.498 –14.380 31.118
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 47.676 –13.369 34.307
Dienstzeitaufwand 828 0 828
Zinsaufwand/-ertrag 681 –198 483
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 155 0 155
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 33 33
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 1.664 –165 1.499
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 1.028 1.028
der Änderung finanzieller Annahmen –2.145 0 –2.145
erfahrungsbedingten Anpassungen –1.208 0 –1.208
Währungsdifferenzen –104 17 –87
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –3.457 1.045 –2.412
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.640 9 –2.631
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –661 –661
Sonstige Veränderungen –2.640 –652 –3.292
Stand 29.02.2016 43.243 –13.141 30.102

Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:

Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 35.845 t€ (Vorjahr: 35.224 t€).

In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 118 t€ (Vorjahr: 101 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert.

Bei den Abfertigungsplänen in den USA handelt es sich um vertraglich vereinbarte Versorgungszusagen für einen definierten Empfängerkreis, in Mexiko bestehen hingegen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens fünfzehnjähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig – ebenso wie in den USA, wo sie bei Beendigung des Dienstverhältnisses zur Auszahlung gelangt. Planvermögen in Höhe von 3 t€ (Vorjahr: 3 t€) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 125 t€ (Vorjahr: 132 t€), wohingegen in den USA die Versorgungszusagen von 1.274 t€ (Vorjahr: 1.073 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert sind.

Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 1.671 t€ (Vorjahr: 1.344 t€) bei einem Planvermögen von 1.219 t€ (Vorjahr: 827 t€) aus.

Die Rückstellung für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt: Barwert Marktwert Rückstellung
der Ver- Plan- für Ab
pflichtung vermögen fertigungen
Geschäftsjahr 2016 17
Stand 01.03.2016 37.874 –830 37.044
Dienstzeitaufwand 1.730 0 1.730
Zinsaufwand/-ertrag 676 –22 654
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 3 3
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 2.406 –19 2.387
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 8 8
der Änderung demografischer Annahmen –21 0 –21
der Änderung finanzieller Annahmen 699 0 699
erfahrungsbedingten Anpassungen –14 0 –14
Währungsdifferenzen 232 –109 123
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 896 –101 795
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.143 70 –2.073
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –342 –342
Sonstige Veränderungen –2.143 –272 –2.415
Stand 28.02.2017 39.033 –1.222 37.811
Barwert Marktwert Rückstellung
der Ver- Plan- für Ab
pflichtung vermögen fertigungen
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 38.409 –831 37.578
Dienstzeitaufwand 1.820 0 1.820
Zinsaufwand/-ertrag 552 –25 527
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 7 0 7
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 2 2
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 2.379 –23 2.356
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 9 9
der Änderung demografischer Annahmen 9 0 9
der Änderung finanzieller Annahmen –1.202 0 –1.202
erfahrungsbedingten Anpassungen 415 0 415
Währungsdifferenzen –113 72 –41
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –891 81 –810
Gezahlte Versorgungsleistungen 696 0 696
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen –2.719 103 –2.616
Übrige Veränderungen 0 –160 –160
Sonstige Veränderungen –2.023 –57 –2.080
Stand 29.02.2016 37.874 –830 37.044

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf 3.607 t€ (Vorjahr: Gewinne 3.225 t€). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund des niedrigeren Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Annahmen, Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters und Fluktuationsannahmen. Bis zum 28. Februar 2017 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –38.644 t€ (Vorjahr: –35.037 t€) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.

Zusammensetzung des Planvermögens

Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien.

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:

% 28.02.2017 29.02.2016
Festverzinsliche Wertpapiere 35,73 58,09
Eigenkapitaltitel 34,30 25,04
Immobilien 4,26 4,41
Sonstige 25,71 12,46

Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohnund Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Inflationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein weiterer Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.

Duration und künftige Zahlungen

Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 28. Februar 2017 12,46 Jahre (Vorjahr: 12,51 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 8,63 Jahre (Vorjahr: 8,92 Jahre).

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 633 t€ (Vorjahr: 627 t€) betragen.

In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

t€ Pension Abfertigung
Geschäftsjahr 2017 18 2.888 3.280
Geschäftsjahr 2018 19 2.930 3.789
Geschäftsjahr 2019 20 2.976 3.056
Geschäftsjahr 2020 21 2.817 3.727
Geschäftsjahr 2021 22 2.797 2.743
Geschäftsjahre 2022 23 bis 2026 27 11.873 11.776
Summe 26.281 28.371
Note (25b) b) Übrige Rückstellungen aufwendungen
Rekultivierung inkl.
Jubiläums-
geld
Ungewisse
Verbindlich
keiten
Summe
Geschäftsjahr 2016 17
Stand 01.03.2016 7.477 17.086 23.862 48.425
Währungsänderungen 5 40 –207 –162
Konsolidierungskreisänderungen 0 25 0 25
Verbrauch –306 –3.933 –4.225 –8.464
Auflösungen –461 –4.028 –7.545 –12.034
Zuführungen 1.118 8.221 26.223 35.562
Stand 28.02.2017 7.833 17.411 38.108 63.352
davon innerhalb von 1 Jahr 731 4.909 37.814 43.454

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten beispielsweise Rückstellungen für Prozessrisiken mit 7.807 t€ (Vorjahr: 11.744 t€), Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung 2.444 t€ (Vorjahr: 2.165 t€), Drohverluste mit 9.803 t€ (Vorjahr: 4.189 t€) und eine Rückstellung für Steuerschulden in Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung in Rumänien in Höhe von 11.701 t€ (Vorjahr: 0 t€).

Den Großteil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 19.898 t€ (Vorjahr: 19.999 t€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 10.000 t€ (Vorjahr: 10.150 t€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam. Für Rückstellungen für Altersteilzeit von 556 t€ (Vorjahr: 736 t€) wird innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre mit einem Mittelabfluss gerechnet. Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 7.102 t€ (Vorjahr: 7.173 t€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.

Note (26) 9.10. Finanzverbindlichkeiten

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten 203.814 366.024
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe 250.000 165.000
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.362 2.824
Finanzverbindlichkeiten 457.176 533.848
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 180.495 286.028

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Pfandrechten besichert. Die Pfandrechte betreffen ausschließlich die Besicherung von Exportförderungskrediten mit zugrunde liegenden Buchwerten von 7.800 t€ (Vorjahr: 7.800 t€).

Note (27) 9.11. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 312.637 269.892
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe 13.399 11.133
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen 13.329 0
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 10.612 12.687
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 68.926 61.035
Zwischensumme Finanzinstrumente 418.903 354.747
Rechnungsabgrenzungsposten 3.323 3.050
Erhaltene Vorauszahlungen 410 175
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 14.729 11.468
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 6.855 6.642
Summe 444.220 376.082
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 14.211 1.024

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 109.115 t€ (Vorjahr: 73.085 t€) ausgewiesen.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u. a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlichkeiten aus der EU-Produktionsabgabe.

Note (28) 9.12. Passive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 23.009 12.327
Vorräte 38 14
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 4.771 4.490
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 2.214 5.351
Rückstellungen und sonstige Schulden 2.157 1.436
Summe passive latente Steuern 32.189 23.618
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –19.087 –19.137
Saldierte passive Steuerabgrenzung 13.102 4.481

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (21) erläutert.

10. Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

10.1. Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

davon Restlaufzeit
1 bis
Über
5 Jahre
5 Jahre
t€
t€
78.436
92.000
78.436
92.000
138
0
0
0
7.080
0
0
0
0
0
0
0
7.218
0
85.654
92.000
Durch
schnittlicher Stand davon Restlaufzeit
Effektiv- Bilanz- 1 bis Über
zinssatz stichtag Bis 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
% t€ t€ t€ t€
29.02.2016
Fixer Zinssatz
EUR 3,10 200.149 860 192.289 7.000
3,10 200.149 860 192.289 7.000
Variabler Zinssatz
ARS 31,20 599 599 0 0
CNY 4,56 841 841 0 0
DKK 2,00 10 10 0 0
EGP 7,80 1 1 0 0
EUR 1,03 314.606 233.686 66.920 14.000
HUF 2,34 5.003 5.003 0 0
KRW 3,16 3.711 3.711 0 0
MXN 14,46 3.269 0 3.269 0
USD 2.835 2.835 0 0
1,26 330.875 246.686 70.189 14.000
Summe 1,95 531.024 247.546 262.478 21.000

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Finanzierungsleasing) sowie gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe betrugen 453.814 t€ (Vorjahr: 531.024 t€).

Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz beträgt 2,12% (Vorjahr: 1,95%) bei einer Restlaufzeit von 2,0 Jahren (Vorjahr: 1,6 Jahren).

Die Refinanzierung der AGRANA-Gruppe setzt sich im Wesentlichen aus zwei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 450.000 t€ (Vorjahr: 450.000 t€), einem Schuldscheindarlehen über 126.000 t€ (Vorjahr: 126.000 t€) sowie einer Finanzierung der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, über aktuell 250.000 t€ (Vorjahr: 165.000 t€) zusammen. Die übrigen Refinanzierungen betreffen bilaterale Kreditlinien.

Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 284.086 t€ (Vorjahr: 200.149 t€). Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 7.800 t€ (Vorjahr: 7.800 t€) durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einen Anstieg um 89.054 t€ auf 198.429 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 43 t€ (Vorjahr: 45 t€) kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

10.2. Derivative Finanzinstrumente

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • █ Zinsänderungsrisiken, die sich aus Kreditaufnahmen mit variabler Verzinsung ergeben können.
  • █ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • █ Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoffpreise für Weltmarktzucker, Getreidepreise sowie aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Positive Negative Netto
Kauf Verkauf Nominale Marktwerte Marktwerte marktwerte
t€ t€ t€ t€
28.02.2017
AUD EUR 1.370 25 –1 24
CZK EUR 41.747 0 –329 –329
EUR AUD 6.818 1 –282 –281
EUR CZK 13.455 116 0 116
EUR GBP 215 0 –1 –1
EUR HUF 18.561 0 –212 –212
EUR MXN 6.367 0 –413 –413
EUR PLN 962 0 –8 –8
EUR RON 107.598 0 –203 –203
EUR RUB 2.900 0 –417 –417
EUR USD 163.018 108 –3.310 –3.202
EUR ZAR 2.992 0 –352 –352
HUF EUR 7.353 71 0 71
MXN EUR 1.719 100 0 100
PLN EUR 28.703 94 –154 –60
RON EUR 43.639 87 0 87
USD AUD 699 0 –19 –19
USD EUR 67.655 719 –196 523
Zwischensumme
Devisentermingeschäfte 515.771 1.321 –5.897 –4.576
Zinsswap 68.000 0 –4.052 –4.052
Zinscap 50.000 22 0 22
Zuckerfutures 21.779 513 –260 253
Weizen- und Maistermingeschäfte 15.116 0 –403 –403
Summe 670.666 1.856 –10.612 –8.756
Positive Negative Netto
Kauf Verkauf Nominale Marktwerte Marktwerte marktwerte
t€ t€ t€ t€
29.02.2016
AUD EUR 589 0 –2 –2
CAD EUR 167 2 0 2
CZK EUR 21.056 0 –41 –41
EUR AUD 1.471 5 0 5
EUR CZK 2.000 4 0 4
EUR GBP 2.044 171 0 171
EUR HUF 4.715 13 –33 –20
EUR PLN 1.734 0 –16 –16
EUR RON 65.357 65 –31 34
EUR USD 93.386 19 –1.037 –1.018
EUR ZAR 2.670 0 –21 –21
USD AUD 900 0 0 0
USD EUR 39.907 919 –92 827
Zwischensumme
Devisentermingeschäfte 235.996 1.198 –1.273 –75
Zinsswap 68.000 0 –5.675 –5.675
Zinscap 50.000 38 0 38
Zuckerfutures 26.868 1.731 –51 1.680
Weizen- und Maistermingeschäfte 37.423 219 –5.688 –5.469
Summe 418.287 3.186 –12.687 –9.501

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu vier Jahren ab.

Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2017 beträgt 314 t€ (Vorjahr: 1.748 t€) bzw. –1.480 t€ (Vorjahr: –5.688 t€).

Es wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 0 t€ (Vorjahr: 588 t€) ins Periodenergebnis umgegliedert und der unwirksame Teil der Absicherung von Zahlungsströmen von 0 t€ (Vorjahr: 284 t€) im Periodenergebnis erfasst.

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, für die kein Cashflow-Hedge-Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juice-Aktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment.

Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Buch- 0 bis 4 bis 7 bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis Über
t€ wert Summe 3 M 6 M 12 M 2 J 3 J 4 J 5 J 5 J
28.02.2017
Devisentermingeschäfte
Positive Marktwerte 1.321 1.321 973 146 202 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –5.897 –5.897 –3.938 –1.168 –791 0 0 0 0 0
Zinsderivate
Positive Marktwerte 22 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –4.052 –3.855 –384 –384 –768 –1.536 –783 0 0 0
Rohstoffderivate
Positive Marktwerte 513 513 37 245 231 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –663 –663 –373 –30 –260 0 0 0 0 0
Summe –8.756 –8.581 –3.685 –1.191 –1.386 –1.536 –783 0 0 0
29.02.2016
Devisentermingeschäfte
Positive Marktwerte 1.198 1.198 1.006 104 88 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –1.273 –1.273 –1.112 –87 –74 0 0 0 0 0
Zinsderivate
Positive Marktwerte 38 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –5.675 –5.367 –384 –384 –768 –1.536 –1.524 –771 0 0
Rohstoffderivate
Positive Marktwerte 1.950 1.950 1.563 210 177 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –5.739 –5.739 –3.504 –375 –1.860 0 0 0 0 0
Summe –9.501 –9.231 –2.431 –532 –2.437 –1.536 –1.524 –771 0 0

Der Marktwert der am 28. Februar 2017 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10%, einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10% wie folgt entwickeln (Sensitivität):

Nominale
Sensitivität (+)
Sensitivität (–)
28.02.2017 29.02.2016 28.02.2017 29.02.2016 28.02.2017 29.02.2016
Devisentermingeschäfte 515.771 235.996 11.610 –10.982 –14.189 10.150
Zinsderivate 118.000 118.000 1.756 2.403 –1.560 –2.107
Rohstoffderivate 36.895 64.291 2.172 6.980 –1.716 –3.810

Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um 2.857 t€ (Vorjahr: 5.253 t€) bzw. um –2.716 t€ (Vorjahr: –2.898 t€) verändert und das Ergebnis vor Ertragsteuern um 11.728 t€ (Vorjahr: –8.603 t€) bzw. um –13.843 t€ (Vorjahr: 8.097 t€) verändert.

10.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt.

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

  • █ In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.
  • █ In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.
  • █ In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der EZB bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten EURIBORund (L)IBOR-Zinssätze.

Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen SWAP-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen.

Buchwert Beizulegender Zeitwert
t€ Zur Veräußerung verfügbar Zur Veräußerung verfügbar
(zu Anschaffungskosten)
Zu Handelszwecken gehalten Beizulegender Zeitwert
Sicherungsinstrumente
Kredite und Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungs
kosten bewertet
Summe Level 1 Level 2 Level 3 Summe
28.02.2017
Zum beizulegenden
Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
(langfristig gehalten) 17.936 890 0 0 0 0 18.826 13.538 4.398 17.936
Derivative finanzielle
Vermögenswerte 0 0 1.542 314 0 0 1.856 513 1.343 1.856
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten) 43 0 0 0 0 0 43 43 43
17.979 890 1.542 314 0 0 20.725
Nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen 0 1.051 0 0 0 0 1.051
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 317.397 0 317.397
Sonstige finanzielle
Forderungen1 0 0 0 0 41.535 0 41.535
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 0 0 0 0 198.429 0 198.429
0 1.051 0 0 557.361 0 558.412
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus
derivativen Finanzinstrumenten 0 0 9.132 1.480 0 0 10.612 663 9.949 10.612
Nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertete
finanzielle Schulden
0 0 9.132 1.480 0 0 10.612
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten
Verbindlichkeiten gegenüber
0 0 0 0 0 203.814 203.814 206.046 206.046
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 0 0 0 0 0 250.000 250.000 258.546 258.546
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 0 0 0 0 0 3.362 3.362 3.529 3.529
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 0 312.637 312.637
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten2 0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
95.654
865.467
95.654
865.467

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen.

2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Buchwert Beizulegender Zeitwert
t€
29.02.2016
Zur Veräußerung verfügbar Zur Veräußerung verfügbar
(zu Anschaffungskosten)
Zu Handelszwecken gehalten Beizulegender Zeitwert
Sicherungsinstrumente
Kredite und Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungs
kosten bewertet
Summe Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Zum beizulegenden
Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
(langfristig gehalten) 17.680 942 0 0 0 0 18.622 13.277 4.403 17.680
Derivative finanzielle
Vermögenswerte 0 0 1.438 1.748 0 0 3.186 1.950 1.236 3.186
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten) 45 0 0 0 0 0 45 45 45
17.725 942 1.438 1.748 0 0 21.853
Nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen
0 1.091 0 0 0 0 1.091
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 296.566 0 296.566
Sonstige finanzielle
Forderungen1 0 0 0 0 57.185 0 57.185
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 0 0 0 0 109.375 0 109.375
0 1.091 0 0 463.126 0 464.217
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus
derivativen Finanzinstrumenten 0 0 6.999 5.688 0 0 12.687 5.739 6.948 12.687
Nicht zum beizulegenden
Zeitwert bewertete
finanzielle Schulden
0 0 6.999 5.688 0 0 12.687
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten
0 0 0 0 0 366.024 366.024 369.248 – 369.248
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 0 0 0 0 0 165.000 165.000 169.771 169.771
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 0 0 0 0 0 2.824 2.824 2.896 2.896
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 0 269.892 269.892
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten2 0 0 0 0 0 72.168 72.168
0 0 0 0 0 875.908 875.908

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen.

2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere. Diese werden zu aktuellen Börsen- oder Marktwerten bewertet.

Zur Veräußerung verfügbare Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten bewertet. Hierbei handelt es sich um nicht vollkonsolidierte Tochtergesellschaften und Anteile an nicht börsennotierten Gesellschaften, bei denen auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist.

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminaufbzw.-abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Diese entsprechen den Barwerten der zukünftigen Zinszahlungen auf Basis der unterlegten Zinsstrukturkurven. Bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB (Europäische Zentralbank) bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.

Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:

t€ 2016 17 2015 16
Zur Veräußerung verfügbar (zu Anschaffungskosten) 0 28
Zu Handelszwecken gehalten –1.100 3.771
Kredite und Forderungen 1.596 –649
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 3.962 –11.033
Nettoergebnis Finanzinstrumente 4.458 –7.883

Die Veränderung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" wurde mit 131 t€ (Vorjahr: –1.529 t€) vor Steuern und –25 t€ (Vorjahr: 366 t€) Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:

t€ 2016 17 2015 16
Gesamtzinserträge 2.861 9.724
Gesamtzinsaufwendungen –10.583 –15.298
Nettozinsergebnis –7.722 –5.574

10.4. Risikomanagement in der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Ein- und Verkauf von Weltmarktzucker, von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion sowie auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 325.182 304.646
abzüglich Wertberichtigungen –7.785 –8.080
Buchwert (netto) 317.397 296.566

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Wertberichtigungen zum 01.03. 8.080 11.262
Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen 33 –642
Zuführungen 1.315 2.914
Verbrauch –611 –3.686
Auflösungen –1.032 –1.768
Wertberichtigungen zum 28./29.02. 7.785 8.080

Die Auflösung der Wertberichtigungen enthält Zinserträge von 15 t€ (Vorjahr: 27 t€).

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashflows eingeschätzt.

Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
Bis 30 Tage 24.479 31.286
31 bis 90 Tage 4.040 8.867
91 Tage und älter 2.362 3.093
Summe 30.881 43.246

Die Forderungen, die weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen gegenüber Kunden mit erstklassiger Bonität.

Das maximale Kreditrisiko in Höhe von 483.098 t€ (Vorjahr: 490.748 t€) beinhaltet den Buchwert aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten zuzüglich Eventualschulden und entspricht dem Buchwert dieser Instrumente.

Das Kreditrisiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gekürzt um Kreditversicherungen, Bankgarantien und sonstige Sicherheiten (Nettokreditrisiko), stellt sich wie folgt dar:

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 317.397 296.566
abzüglich Kreditversicherungen und sonstige Sicherheiten –240.251 –161.071
Nettokreditrisiko 77.146 135.495

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Zum Bilanzstichtag bestehen Kreditrahmen in Höhe von 1.011.373 t€ (Vorjahr: 952.627 t€). Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditrahmen zum Bilanzstichtag beträgt 2,8 Jahre (Vorjahr: 2,6 Jahre).

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2017 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Buch- 0 bis 4 bis 7 bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis Über
t€ wert Summe 3 M 6 M 12 M 2 J 3 J 4 J 5 J 5 J
28.02.2017
Nicht derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 203.814 209.072 129.873 8.422 4.943 10.734 47.169 423 440 7.068
Finanzverbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 250.000 261.780 35.002 0 103.469 2.053 31.407 1.293 1.293 87.263
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 312.637 312.637 288.502 22.238 1.897 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 13.399 13.399 12.657 1 741 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 3.362 3.594 143 143 286 2.649 373 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 82.255 82.255 54.288 3.624 10.132 424 5.812 7.552 18 405
865.467 882.737 520.465 34.428 121.468 15.860 84.761 9.268 1.751 94.736
Derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsderivate 4.052 3.855 384 384 768 1.536 783 0 0 0
Währungsderivate 5.897 5.897 3.938 1.168 791 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 663 662 372 30 260 0 0 0 0 0
10.612 10.414 4.694 1.582 1.819 1.536 783 0 0 0
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Buch- 0 bis 4 bis 7 bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis Über
t€ wert Summe 3 M 6 M 12 M 2 J 3 J 4 J 5 J 5 J
29.02.2016
Nicht derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 366.024 376.680 163.912 9.574 42.530 18.063 14.990 105.614 526 21.471
Finanzverbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 165.000 172.732 36.011 1.088 2.141 102.622 760 30.110 0 0
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 269.892 269.892 262.448 3.217 4.227 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 11.133 11.133 9.391 5 1.737 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 2.824 2.973 83 83 166 373 2.268 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 61.035 61.035 47.061 3.602 9.348 443 18 18 126 419
875.908 894.445 518.906 17.569 60.149 121.501 18.036 135.742 652 21.890
Derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsderivate 5.675 5.367 384 384 768 1.536 1.524 771 0 0
Währungsderivate 1.273 1.273 1.112 87 74 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 5.739 5.739 3.504 375 1.860 0 0 0 0 0
12.687 12.379 5.000 846 2.702 1.536 1.524 771 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen sowie aus zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows aus Ein- und Verkaufskontrakten betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95%. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter Value at Risk angegeben:

Value at Risk
28.02.2017 29.02.2016
Summe Nettopositionen (absolut) der Währungspaare 125.566 117.066
Value at Risk diversifiziert 8.373 7.907

Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der Value at Risk-Berechnung. Die einzelnen Werte beinhalten sowohl den Finanzierungsbereich als auch den operativen Bereich. Die kombinierte Darstellung ermöglicht somit die wechselseitigen Beziehungen aus beiden Bereichen je Währungspaar zu quantifizieren ("Natural Hedge").

Fremdwährungs
positionen
28.02.2017 29.02.2016
Währungspaar
EUR/ARS 4.611 3.925
EUR/CZK 18.147 27.503
EUR/HUF 19.186 9.984
EUR/PLN 2.092 4.506
EUR/RON 22.135 22.285
EUR/RUB 18.486 670
EUR/USD 7.234 7.257
EUR/ZAR 46 3.105
USD/BRL 7.664 7.722
USD/CNY 5.156 2.967
USD/MXN 2.426 7.706
Übrige 18.383 19.436
Summe 125.566 117.066

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen. Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen.

Die Fremdwährungspositionen von gesamt 125.566 t€ (Vorjahr: 117.066 t€) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Rumänien, Ungarn, Russland, Tschechien, Brasilien, China sowie eine US-Dollar-Position im Euro-Raum und entsprechen einem Value at Risk von 8.373 t€ (Vorjahr: 7.907 t€).

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Verkäufen von Nicht-Quotenzucker in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.

Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.

VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modified-Duration-Ansatz" berücksichtigt.

Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Nettoposition variabel verzinst 173.090 333.664
Cashflow at Risk diversifiziert 429 3.542
Nettoposition fix verzinst 181.936 199.304
Value at Risk bei Zinssatzänderung 8.113 4.662

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Einkauf von Rohzucker über 32.514 Tonnen (Vorjahr: 84.281 Tonnen), den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 82.750 Tonnen (Vorjahr: 184.500 Tonnen), für den Einkauf von Mais über 0 Tonnen (Vorjahr: 15.300 Tonnen) und den Verkauf von Mais über 3.800 Tonnen (Vorjahr: 4.600 Tonnen) sowie den Verkauf von Weißzucker über 17.850 Tonnen (Vorjahr: 8.250 Tonnen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 36.895 t€ (Vorjahr: 62.101 t€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 150 t€ (Vorjahr: positiver Marktwert 3.789 t€).

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend rechtliche Änderungen, die ihre Geschäfte betreffen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Compliance, Lebensmittel- und Umweltrecht und hat hierfür eigene Stabsstellen eingerichtet.

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland. Bis dato gibt es keine Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

10.5. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Bürgschaften betreffen v. a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Bürgschaften 39.123 49.580
Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.365 1.647

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Eine weitere Eventualschuld von 6.488 t€ (Vorjahr: 6.425 t€) besteht im Zusammenhang mit der Rückforderung einer EU-Förderung in Ungarn. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

t€ 28.02.2017 29.02.2016
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 17.514 16.027
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 32.484 41.600
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 49.998 57.627

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2017 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA hatten.

12. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien hält 100% der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, Wien, die 78,34% der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H, Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen.

Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("Südzucker-Gruppe") zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss") zu den nahe stehenden Unternehmen.

Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahe stehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

Südzucker- Unter-
nehmen
mit maß-
geblichem
Gemein-
schafts-
unter-
Nicht
konsolidierte
verbundene
Unter
Gruppe Einfluss nehmen nehmen Summe
Geschäftsjahr 2016 17
Umsatz 114.933 22.144 39.960 5 177.042
Operative Aufwendungen –103.105 –627 –91.104 –794 –195.630
Kreditbeziehungen –250.741 –7.430 0 0 –258.171
Partizipationskapital 0 5.193 0 0 5.193
Bankguthaben und
kurzfristige Forderungen 0 71.133 2.504 50 73.687
Forderungen/Verbindlichkeiten
aus Warenlieferungen 6.442 1.285 522 –20 8.229
Zinsergebnis –4.779 –962 1.195 20 –4.526
Garantien gegeben 0 0 42.000 8.200 50.200
Garantien ausgenutzt 0 0 28.568 5.372 33.940

Geschäftsjahr 2015|16

Umsatz 86.174 17.341 55.243 6 158.764
Operative Aufwendungen –69.205 –601 –80.326 –618 –150.750
Kreditbeziehungen –165.773 –54.697 0 0 –220.470
Partizipationskapital 0 5.294 0 0 5.294
Bankguthaben und
kurzfristige Forderungen 0 2.363 12.519 50 14.932
Forderungen/Verbindlichkeiten
aus Warenlieferungen 10.554 844 –2.064 –146 9.188
Zinsergebnis –5.322 5.153 1.139 0 970
Garantien gegeben 0 0 46.000 8.200 54.200
Garantien ausgenutzt 0 0 43.694 4.493 48.187

Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 258.171 t€ (Vorjahr: 220.470 t€) ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 115.000 t€ (Vorjahr: 130.000 t€) langfristig.

Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 t€ (Vorjahr: 5.000 t€) gegeben, von denen 634 t€ (Vorjahr: 1.022 t€) ausgenutzt waren.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 3.234 t€ (Vorjahr: 3.183 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.614 t€ (Vorjahr: 1.445 t€) sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 1.495 t€ (Vorjahr: 1.738 t€) sowie einer Jubiläumsgeldzahlung an Herrn Dipl.-Ing.Johann Marihart von 125 t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H, Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 1.Juli 2016 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 250 t€ (Vorjahr: 250 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing.Johann Marihart, Dr. Mag. Dipl.-Ing. Fritz Gattermayer sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Mag. Walter Grausam Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Für Mag. Stephan Büttner besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2016|17 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 354 t€ (Vorjahr: 720 t€).

Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 28. Februar 2017 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 8.496 t€ (Vorjahr: 6.646 t€) und für Abfertigungsverpflichtungen ein Wert von 2.151 t€ (Vorjahr: 1.986 t€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG.

Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 126.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 24. April 2017 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 24. April 2017

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Dr. Mag. Dipl.-Ing. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Organe der Gesellschaft

(Kurzdarstellung)

Vorstand

Dipl.-Ing.Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied

Dr. Mag. Dipl.-Ing. Fritz Gattermayer Vorstandsmitglied

Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied

Aufsichtsrat

Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Wolfgang Heer Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner, MBA Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Dr.Jochen Fenner Aufsichtsratsmitglied

Dr.Hans-Jörg Gebhard Aufsichtsratsmitglied

Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied

Dr. Thomas Kirchberg Aufsichtsratsmitglied

Dipl.-Ing.Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender

Gerhard Glatz

Andreas Klamler

Dipl.-Ing. Stephan Savic

Konzern-Anteilsbesitz

zum 28. Februar 2017

Anteil am Kapital
Anteil am Kapital
28.02.2017
29.02.2016
Un- Un
mittel- Mittel- mittel- Mittel
Name der Gesellschaft Sitz Land bar bar1 bar bar1
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Wien Österreich
(Muttergesellschaft)
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA AGRO S.r.l. Roman Rumänien 98,45% 92,10%
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00% 75,00%
AGRANA BUZAU S.r.l. Buzau Rumänien 98,45% 92,10%
AGRANA d.o.o. Brčko Bosnien und 75,00% 75,00%
Herzegowina
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,99% 99,99%
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Australien 100,00% 100,00%
Mangrove
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, São Paulo Brasilien 100,00% 100,00%
Importação e Exportação Ltda.
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit France S.A. Mitry-Mory Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00% 100,00%
AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED Neu-Delhi Indien 100,00%
AGRANA Fruit Istanbul Istanbul Türkei 100,00% 100,00%
Gida Sanayi ve Ticaret A.S.
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacán Mexiko 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Luka TOV Winniza Ukraine 99,97% 99,97%
AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd. Sydney Australien 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacán Mexiko 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostrołęka Polen 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Services S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Johannesburg Südafrika 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Ukraine TOV Winniza Ukraine 99,80% 99,80%
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00% 100,00%
AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Internationale Verwaltungs- Wien Österreich 100,00% 100,00%
und Asset-Management GmbH
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark 50,01%
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland 50,01% 50,01%
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 87,64% 87,64%
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Wien Österreich 100,00% 100,00%
Gesellschaft m.b.H.
Agrana Nile Fruits Processing SAE Qalyoubia Ägypten 51,00% 51,00%
AGRANA Research & Innovation Center GmbH Wien Österreich 100,00% 100,00%
Anteil am Kapital Anteil am Kapital
28.02.2017 29.02.2016
Un- Un
mittel- Mittel- mittel- Mittel
Name der Gesellschaft Sitz Land bar bar1 bar bar1
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91% 1,09% 98,91% 1,09%
AGRANA TANDAREI S.r.l. Ţăndărei Rumänien 98,45% 92,10%
AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien 100,00% 100,00%
AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH Wien Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91% 1,09% 98,91% 1,09%
AUSTRIA JUICE Germany GmbH Bingen Deutschland 50,01% 50,01%
AUSTRIA JUICE GmbH Kröllendorf/
Allhartsberg
Österreich 50,01% 50,01%
Austria Juice Hungary Kft. Vásárosnamény Ungarn 50,01% 50,01%
AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o. Chełm Polen 50,01% 50,01%
AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. Vaslui Rumänien 50,01% 50,01%
AUSTRIA JUICE Ukraine TOV Winniza Ukraine 50,01% 50,01%
Biogáz Fejleszto Kft. Kaposvár Ungarn 87,64% 87,64%
Dirafrost FFI N.V. Herk-de-Stad Belgien 100,00% 100,00%
Dirafrost Maroc SARL Laouamra Marokko 100,00% 100,00%
Financière Atys S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00% 100,00%
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- Wien Österreich 66,67% 66,67%
und Produktionsgesellschaft m.b.H.
Koronás Irodaház Szolgáltató Budapest Ungarn 87,60% 87,60%
Korlátolt Felelösségü Társaság
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,60% 87,60%
Main Process S.A. Buenos Aires Argentinien 100,00%
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrušovany Tschechien 100,00% 100,00%
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00% 100,00%
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Ţăndărei Rumänien 100,00% 100,00%
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest Rumänien 98,44% 92,02%
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sereď Slowakei 100,00% 100,00%
Sudinver S.A. Buenos Aires Argentinien 100,00%
Yube d.o.o. Požega Serbien 100,00% 100,00%
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Amidi srl Sterzing Italien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 28.02.2017 I Eigenkapital: 17,2 t€ I Jahresüberschuss: 5,7 t€
AGRANA Croatia d.o.o. Zagreb Kroatien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 28.02.2017 I Eigenkapital: 7,4 t€ I Jahresüberschuss: 5,1 t€
AGRANA Makedonija DOOEL Skopje Skopje Mazedonien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2016 I Eigenkapital: 2,1 t€ I Jahresüberschuss: 0,7 t€
AGRANA Skrob s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2016 I Eigenkapital: 75,3 t€ I Jahresüberschuss: 4,9 t€
DELHIA SHELF s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 28.02.2017 I Eigenkapital: 0,0 t€ I Jahresüberschuss: 0,0 t€
Dr.Hauser Gesellschaft m.b.H. i.L. Hamburg Deutschland 100,00%
Liquidation: 24.01.2017
Österreichische Rübensamenzucht Wien Österreich 86,00% 86,00%
Gesellschaft m.b.H.
Abschlussstichtag: 30.04.2016 I Eigenkapital: 1.910,0 t€ I Jahresüberschuss: 15,0 t€
PERCA s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 28.02.2017 I Eigenkapital: 57,5 t€ I Jahresüberschuss: 50,1 t€
Anteil am Kapital Anteil am Kapital
28.02.2017 29.02.2016
Un- Un
mittel- Mittel- mittel- Mittel
Name der Gesellschaft Sitz Land bar bar1 bar bar1
II. Gemeinschaftsunternehmen
Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert wurden
AGRANA-STUDEN-Gruppe:
"AGRAGOLD" d.o.o. Brčko Bosnien und 50,00% 50,00%
Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien 50,00% 50,00%
AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Mazedonien 50,00% 50,00%
AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k Tirana Albanien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00% 50,00%
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00% 50,00%
Company for trade and services Belgrad Serbien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien und 50,00% 50,00%
Herzegowina
HUNGRANA-Gruppe:
GreenPower E85 Kft Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
HUNGRANA Keményitö- és Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft.
HungranaTrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
Nicht einbezogene Gemeinschaftsunternehmen
SCO STUDEN & CO. BRASIL São Paulo Brasilien 50,00% 50,00%
EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA.
Abschlussstichtag: 31.12.2016 I Eigenkapital: –19,8 t€ I Jahresfehlbetrag: –3,0 t€
AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. Prishtina Kosovo 50,00%
Gründung: 27.01.2017 I Eigenkapital: 100,0 t€ I Jahresüberschuss: 0,0 t€

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2017 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2016|17 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 24. April 2017

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Treasury, Datenverarbeitung/ Kommunikation (inklusive Investor Relations) Organisation, Mergers & Acquisitions, sowie Forschung und Entwicklung Compliance sowie Recht

Dr. Mag. Dipl.-Ing. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für den Bereich Interne Revision Einkauf & Logistik

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) bestehend aus der Konzernbilanz zum 28. Februar 2017, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2017 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS) und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten

Der Vorstand erläutert die Geschäfts-/Firmentwerte und die Vorgehensweise bei der Werthaltigkeitsprüfung derselben unter Punkt 6 und Punkt 17 im Konzernanhang.

Das Risiko für den Abschluss

Die Geschäfts-/Firmenwerte betragen zum 28. Februar 2017 261,0 Mio. Euro beziehungsweise 10,5 Prozent der Bilanzsumme.

Mindestens einmal jährlich und gegebenenfalls anlassbezogen werden die Geschäfts-/Firmenwerte gesondert für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) Frucht, Zucker und Stärke durch die Gesellschaft einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test) unterzogen. Die jährlichen Impairment Tests werden jeweils zum Ende des zweiten Quartals jedes Geschäftsjahres (31. August) durchgeführt. Die Gesellschaft überprüft quartalsweise, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Sofern dies der Fall ist, werden anlassbezogen weitere Impairment Tests vorgenommen.

Als Wertmaßstab werden im Rahmen der Impairment Tests die anhand eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens ermittelten Nutzungswerte herangezogen. Diese Wertermittlung beruht in erheblichem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftig zu erwartenden Cash Flows. Diese basieren auf den seitens der Organe genehmigten Planzahlen, zu denen erforderlichenfalls Anpassungen vorgenommen werden. Der verwendete Diskontierungszinssatz kann darüber hinaus von zukünftig sich ändernden marktbezogenen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Die Bewertungen sind somit naturgemäß ermessensbehaftet und mit Schätzunsicherheiten verbunden und beinhalten damit ein Risiko, dass die Geschäfts-/Firmenwerte im Abschluss zu hoch bewertet sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Die Angemessenheit des verwendeten Bewertungsmodells, der Planungsannahmen und der Bewertungsparameter haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten überprüft. Dabei wurde das verwendete Bewertungsmodell nachvollzogen und beurteilt, ob es geeignet ist, den Nutzungswert angemessen zu ermitteln. Wir haben die Herleitung der Diskontierungszinssätze nachvollzogen und die dafür herangezogenen Parameter durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt.

Die Planungsgenauigkeit wurde von der Gesellschaft durch ein Backtesting der verwendeten Planungsannahmen überprüft. Wir haben die daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu den den Impairment Tests zugrundeliegenden Planzahlen hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilt.

Wir haben die den Impairment Tests zugrundeliegenden Cashflows mit den seitens der Organe genehmigten Planzahlen abgeglichen und die dazu vorgenommenen Anpassungen nachvollzogen und deren Angemessenheit analysiert.

Im Rahmen der Prüfung, ob weitere, anlassbezogene Impairment Tests erforderlich sind, haben wir die Prozesse zur Identifizierung objektiver Hinweise auf Wertminderungen sowie die eingerichteten Kontrollen dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, objektive Hinweise für das Vorliegen von Wertminderungen zeitgerecht zu erkennen. Darüber hinaus haben wir die Ergebnisse der von der Gesellschaft zur Identifizierung von objektiven Hinweisen auf Wertminderungen durchgeführten Erhebungen gewürdigt.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

█ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

█ Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.

█ Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

█ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

█ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

█ Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.

█ Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

█ Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

█ Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den diesbezüglichen Bestätigungsvermerk.

Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab.

In Verbindung mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu überlegen, ob es wesentliche Unstimmigkeiten zwischen den sonstigen Informationen und dem Konzernabschluss oder mit unserem, während der Prüfung erlangtem Wissen gibt oder diese sonstigen Informationen sonst wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Falls wir, basierend auf den durchgeführten Arbeiten, zur Schlussfolgerung gelangen, dass die sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Wilhelm Kovsca.

Wien, am 24. April 2017

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Wilhelm Kovsca e.h. Wirtschaftsprüfer

Jahresabschluss und Lagebericht 2016|17

der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)

136 Lagebericht 190 Erklärung aller
gesetzlichen Vertreter
163
164
Jahresabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung
191 Bestätigungsvermerk
165 Bilanz 194 Vorschlag für die
Gewinnverwendung
166 Anhang zum Jahresabschluss

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016|17 vom 1.März 2016 bis 28. Februar 2017

INHALTSVERZEICHNIS

Überblick

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte Corporate Governance-Bericht Zweigniederlassungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prognosebericht

ÜBERBLICK

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Damit ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA").

Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler, die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie.

Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.

Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen wiederspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung:

AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten.

Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine gute Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die Innovationskraft und die gute Kostenposition der AGRANA geschaffen.

AGRANA verarbeitet in allen drei Geschäftssegmenten auch agrarische Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau und ist damit einer der größten Bio-Produzenten Europas.

AGRANA verfolgt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit das Ziel, den von ihr beeinflussbaren Teil der Wertschöpfungskette möglichst nachhaltig zu gestalten. Unter Nachhaltigkeit versteht AGRANA in diesem Zusammenhang v.a. die folgenden drei, für alle Geschäftssegmente gültigen, Aspekte:

  • Verwertung von annähernd 100 % der eingesetzten agrarischen Rohstoffe und Nutzung emissionsarmer Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren,
  • Achtung aller Stakeholder und Gemeinschaften, in denen das Unternehmen tätig ist, sowie
  • Zusammenarbeit in langfristigen Partnerschaften.

Rund 8.600 Mitarbeiter an 54 Produktionsstandorten auf allen fünf Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2016/17 einen Konzernumsatz von rund 2,6 Mrd. € (VJ rd. 2,5 Mrd. €). Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft notiert seit 1991 im Prime Market Segment der Wiener Börse.

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 28. Februar 2017

Veränderung
Geschäftsentwicklung 2016/17 2015/16 in %
Umsatzerlöse t€ 31.873 32.926 -3,2%
Sonstige betriebliche Erträge t€ 258 337 -23,4%
Betriebsleistung t€ 32.131 33.262 -3,4%
Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) t€ -16.182 -6.338 155,3%
Operative Marge ¹ % -50,4% -19,1%
Beteiligungserträge t€ 76.118 61.177 24,4%
Finanzerfolg t€ 78.656 65.842 19,5%
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit t€ 62.473 59.503 5,0%
Jahresüberschuss t€ 63.550 59.854 6,2%
Investitionen in Sachanlagen und t€
immaterielle Vermögenswerte t€ 724 678 6,8%
Investitionen in Finanzanlagen t€ 0 0 x

¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Umsatzerlöse

Der Rückgang der Umsatzerlöse resultiert einerseits aus dem Anstieg der Erträge aus Lizenzeinnahmen in Höhe von rd. TEUR 3.869, welcher auf die Umsatzsteigerungen der einzelnen Tochtergesellschaften zurückzuführen ist und andererseits durch den Rückgang der Erträge aus Konzernverrechnung in Höhe von rd. TEUR 4.961. Dieser Rückgang ist auf die im Vorjahr abgeschlossenen internen Struktur- bzw. Optimierungs-Projekte zurückzuführen, wo seitens einzelner Abteilungen verstärkt Leistungen für Konzerngesellschaften erbracht wurden bzw. aus der Übertragung von Mitarbeitern zu jenen Konzerngesellschaften, wo bereits in der Vergangenheit der Tätigkeitsbereich lag und im Vorjahr diese Kosten noch weiterverrechnet wurden.

Ertragslage

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch der Jahresüberschuss der Gesellschaft haben sich nicht wesentlich, jedoch um mehr als 5 % im Vergleich zum Vorjahr positiv verändert.

Vermögens- und Finanzlage

Veränderung
Bilanzkennzahlen 2016/17 2015/16 in %
Bilanzsumme t€ 927.205 771.441 20,2%
Grundkapital t€ 113.531 103.210 10,0%
Immaterielle Vermögensgegenstände t€
und Sachanlagen t€ 1.764 2.172 -18,8%
Anteile an verbundenen Unternehmen t€ 417.025 417.025 0,0%
Andere Finanzanlagen t€ 126.259 126.259 0,0%
Eigenkapital t€ 753.454 604.692 24,6%
Eigenkapitalquote ¹ % 81,3% 78,4% 3,7%
Haftungsverhältnisse t€ 87.823 206.095 -57,4%

¹ Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um -408 t€. Den Investitionen in Höhe von TEUR 723 stehen Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.110 gegenüber. Die wesentlichen Veränderungen betreffen Zu- und Abgänge im Fuhrpark und bei EDV-Anlagen.

Die Veränderung im Grundkapital von rd. TEUR 10.321 resultiert aus der durchgeführten Kapitalerhöhung.

Die Eigenkapitalquote von 81,3 % (Vorjahr: 78,4 %) zeigt eine solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

Cashflow

Veränderung
2016/17 2015/16 in %
Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit t€ 48.809 60.576 -19,4%
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ -661 84.378 -100,8%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ 85.213 -51.127 -266,7%
Veränderung der flüssigen Mittel t€ 133.361 93.827 42,1%
Bestand an flüssigen Mittel¹ t€ 242.791 109.430 121,9%

2016/17: t€ 242.731 ; 2015/16: t€ 109.406 ¹ einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit sank von 84.378 t€ im Vorjahr auf -661 t€. Die außergewöhnliche Differenz zwischen den beiden Werten der jeweiligen Geschäftsjahre resultiert aus der Rückzahlung des Partizipationskapitals an der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung im Vorjahr.

Die Veränderung der flüssigen Mittel ist im Wesentlichen auf die Kapitalerhöhung des Geschäftsjahres zurückzuführen und zeigt sich im Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit, wie auch die Dividendenauszahlung von rd. 51.127 t€.

BETEILIGUNGEN DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider.

Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions GmbH zu 100 % gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions GmbH werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten.

Die restlichen Anteile auf 100 % der einzelnen "Segment-Gesellschaften" werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. gehalten.

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina.

Geschäftsentwicklung

SEGMENT ZUCKER

Veränderung
2016/17 2015/16 in % / pp
Umsatzerlöse (brutto)
t€
748.151 739.912 1,1%
Umsätze zwischen den Segmenten
t€
-76.230 -67.268 13,3%
Umsatzerlöse
t€
671.921 672.644 -0,1%
EBITDA 1
t€
55.188 25.397 117,3%
Operatives Ergebnis
t€
30.983 2.764 1020,9%
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
t€
einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
2.442 1.542 58,4%
Ergebnis aus Sondereinflüssen
t€
-9.037 0 100,0%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT)
t€
24.388 4.306 466,4%
EBIT - Marge
%
3,6 0,6 3,0
Investitionen 2
t€
23.259 46.102 -49,5%
Mitarbeiter 3 2.107 2.185 -3,6%

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

3 Durchschnittlich im Geschätsjahr beschäftigte Vollzeitquivalente (FTEs - Full-time equivalents)

Der Absatz der Zuckerprodukte ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, wobei sich die jeweiligen Märkte unterschiedlich entwickelten. Während die Verkäufe von Quotenzucker an den Retailmarkt stark zurückgegangen sind, stiegen jene an die Getränke- und Lebensmittelindustrie, v.a. in Tschechien, deutlich an. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie blieb deutlich hinter dem Vorjahresniveau; der Absatz außerhalb der EU sank nur leicht.

Die Ergebnisentwicklung war im Wesentlichen durch steigende Zuckerverkaufspreise beeinflusst. Die größte Erhöhung gab es bei den Groß- und Einzelhandelspreisen (Quotenzucker) und Exportpreisen (Nicht-Quotenzucker). Preisanstiege waren in allen Ländern, in denen AGRANA tätig ist, zu verzeichnen.

Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, verbesserte sich aufgrund der niedrigen Weltmarktpreise für Roh- und Weißzucker und einer angemessenen Auslastung der Raffinerie in Bosnien und Herzegowina und wirkte sich auch positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus.

Das im Geschäftsjahr 2016|17 ausgewiesene Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -9,0 Mio. € resultierte aus Steuerschulden in Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung in Rumänien (- 11,5 Mio. €), einer Rückstellung für eine Rechtsstreitigkeit in Rumänien (-1,5 Mio. €) und aus der Beilegung eines Rechtsstreites in Tschechien (+4,0 Mio. €; Auflösung einer Rückstellung).

AGRANA Stärke GmbH

Das Segment Stärke umfasst mit der AGRANA Stärke GmbH die drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage). Zudem führt und koordiniert die Gesellschaft die internationalen Beteiligungen in den Bereichen Stärke und Bioethanol in Ungarn und Rumänien.

Geschäftsentwicklung

SEGMENT STÄRKE

Veränderung
2016/17 2015/16 in % / pp
Umsatzerlöse (brutto)
t€
744.194 728.730 2,1%
Umsätze zwischen den Segmenten
t€
-10.272 -7.164 43,4%
Umsatzerlöse
t€
733.922 721.566 1,7%
EBITDA 1
t€
70.072 64.884 8,0%
Operatives Ergebnis
t€
48.075 42.846 12,2%
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
t€
einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
28.147 22.981 22,5%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT)
t€
76.222 65.827 15,8%
%
EBIT - Marge
10,4 9,1 1,3
Investitionen 2
t€
57.577 28.151 104,5%
Mitarbeiter 3 893 870 2,6%

1 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

3 Durchschnittlich im Geschätsjahr beschäftigte Vollzeitquivalente (FTEs - Full-time equivalents)

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2016|17 konnte um 2,1 % auf 744 (Vorjahr: 729) Mio. € gesteigert werden. Im Segment Stärke stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2016|17 um 1,7 %. Dazu trugen die Hauptprodukte mit einer Umsatzsteigerung von 3,0 % bei, während die Nebenproduktumsätze auf Vorjahresniveau lagen. Die Absatzmenge von eigengefertigten Produkten stieg aufgrund einer deutlich gesteigerten Produktivität in allen vier Werken um 6,9 %. Insbesondere bei nativen Stärken konnten die deutlichen Mehrmengen mit stabilen Preisen im Markt platziert werden.

Im Geschäftsjahr 2016|17 stieg der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um 3,6 %. Moderat höhere Umsätze bei Verzuckerungsprodukten wurden durch Preis- und Mengensteigerungen erzielt. Der Umsatzverlust bei Bioethanol durch im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Verkaufspreise konnte durch Mehrmengen beinahe kompensiert werden. Besonders positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkte sich das niedrigere Preisniveau für Mais aus der Ernte 2016 aus und auch bei Energiekosten konnten Einsparungen erzielt werden. Damit lag das Ergebnis der Equity-Beteiligung deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Der Anstieg der Investitionen resultiert im Wesentlichen aus dem Ausbau der Maisverarbeitung, der Erweiterung der Stärkeverzuckerungsanlage sowie der Errichtung einer neuen Maltodextrin-Sprühtrocknungsanlage am Standort in Aschach|Österreich. Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2016|17 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 10,8 Mio. € (Vorjahr: 16,8 Mio. €) getätigt.

AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH

Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH fungiert als Holding für sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als operative Holding die AUSTRIA Juice GmbH mit Sitz in Kröllendorf|Österreich.

Geschäftsentwicklung

SEGMENT FRUCHT

Veränderung
2016/17 2015/16 in % / pp
Umsatzerlöse (brutto)
t€
1.156.035 1.084.085 6,6%
Umsätze zwischen den Segmenten
t€
-582 -648 -10,2%
Umsatzerlöse
t€
1.155.453 1.083.437 6,6%
EBITDA 1
t€
109.952 101.676 8,1%
Operatives Ergebnis
t€
71.757 61.876 16,0%
Ergebnis aus Sondereinflüssen
t€
0 -3.054 -100,0%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT)
t€
71.757 58.822 22,0%
%
EBIT - Marge
6,2 5,4 0,8
Investitionen 2
t€
33.822 41.730 -19,0%
Mitarbeiter 3 5.638 5.455 3,4%

1 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

3 Durchschnittlich im Geschätsjahr beschäftigte Vollzeitquivalente (FTEs - Full-time equivalents)

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stieg um knapp 5 %, was v.a. auf eine gestiegene Verkaufsmenge zurückzuführen war. Etwas negativ beeinflussten den Umsatzerlösanstieg Fremdwährungseffekte in einzelnen Ländern, in denen AGRANA Fruit tätig ist; am stärksten waren diese in Ägypten, Argentinien, China, Mexiko, Russland, in der Türkei und der Ukraine.

Der Umsatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate lag im Geschäftsjahr 2016|17 deutlich über dem Vorjahreswert. Dies war hauptsächlich auf höhere Preise bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2015 zurückzuführen.

Im vierten Quartal 2016|17 wurde die im Dezember 2016 erworbene argentinische Gesellschaft Main Process S.A. (inkl. Sudinver S.A.; beide Buenos Aires) erstkonsolidiert. Diese trug mit einem EBIT von rund 1,3 Mio. € zum Furchtzubereitungsergebnis bei.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen von -3,1 Mio. € im Vorjahr war primär auf das Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad|Belgien, zurückzuführen.

Im September 2016 wurde die Gesellschaft AGRANA Fruit India Private Limited, Neu-Dehli|Indien, gegründet. Nach einer Kapitalerhöhung im Februar 2017 hat die Gesellschaft u.a. Produktionsanlagen, Land und Gebäude erworben und plant, die Produktion und den Verkauf operativ im Laufe des nächsten Geschäftsjahres 2017|18 aufzunehmen.

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

AGRANA Research & Innovation Center GmbH

Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln (vormals Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H.) werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

Die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. fungiert als Holding Gesellschaft und hält neben der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Anteile an AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH und AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH.

AGRANA Group Services GmbH

Die AGRANA Group Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:

Wir bei AGRANA…

  • verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien zum Schutz der Umwelt;
  • achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind;
  • leben langfristige Partnerschaften.

AGRANA Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2016|17 und Ziele

Ihre Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit sind in folgende Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette gegliedert:

  • Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • Gesellschaftliches Engagement

Auch im Geschäftsjahr 2016|17 arbeitete AGRANA an der weiteren Umsetzung ihrer Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Lag der Arbeitsschwerpunkt in den Vorjahren besonders im Aufbau geeigneter Dokumentationsstrukturen für den Nachweis der Umsetzung guter agrarischer Praxis sowie in ersten Anstrengungen der Segmente Zucker und Stärke im Rahmen der Einführung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI), konnte AGRANA im Berichtsjahr weitere Schritte bzgl. der Dokumentation im Segment Frucht setzen. Selbstverständlich wurde auch 2016|17 wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen und Schulungsprogrammen für Vertragsanbauer angeboten.

Bereits seit Juli 2014 ist die AGRANA aktives Mitglied bei SAI, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Zucker, Stärke und Frucht an allen für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.

SAI bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an.

Die Energiemanagement-Systeme aller EU-Standorte des Segmentes Zucker, aller österreichischen Standorte des Segmentes Stärke und aller EU-Standorte des Bereiches Fruchtsaftkonzentrate wurden im Berichtsjahr 2016|17 nach ISO 50001 zertifiziert.

Externe Zertifizierungen im Lebensmittel- und Futtermittelbereich

Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit und Produktschutz. Die weltweit wichtigsten Standards in diesem Bereich bei AGRANA sind FSSC 22000 (Food Safety System Certification), ISO 22000 und IFS (International Food Standard). Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit ihre auf nachhaltigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist das zentrale Forschungsund Entwicklungscenter des Konzerns für die Bereiche Zucker, Stärke und Frucht. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100 %-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungsentwicklung tätig. Weiters bietet die Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für die Qualitätsprüfung von Zuckerrüben.

Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Zucker, Stärke und Frucht) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert auch den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten wie z.B. Technologien, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte.

F&E-Kennzahlen

2016 17 2015 16
F&E-Aufwendungen (intern und extern) (in Mio. €) 15,9 14,9
F&E-Quote1 (in %) 0,62 0,60
Mitarbeiter in F&E (Köpfe) 221 214

1 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2016|17 durchschnittlich 8.569 (Vorjahr: 8.611) Mitarbeiter, davon 2.152 (Vorjahr: 2.120) in Österreich und 6.417 (Vorjahr: 6.491) international.

Ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" wird in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management weltweit eingesetzt, um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben den Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2016|17 nahmen 8,5 % (Vorjahr: 7,9 %) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

Einen Schwerpunkt im Ausbildungsbereich stellte auch im Geschäftsjahr 2016|17 das Programm zur Lehrlingsausbildung dar. AGRANA bot im Jahresdurchschnitt 68 Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit – unter anderem als MaschinenbautechnikerIn, ElektrotechnikerIn, Elektrobetriebs- und ProzessleittechnikerIn, MetalltechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn, MechatronikerIn, Industriekauffrau/-mann sowie als InformationstechnologietechnikerIn.

Des Weiteren starteten im Geschäftsjahr 2016|17 zwei Trainee-Programme, für die Bereiche Einkauf und Produktion. Die Trainee-Programme werden für den gesamten Konzern auf internationaler Ebene durchgeführt.

Im Bereich Weiterbildung und Entwicklung wurden im Geschäftsjahr 2016|17 rund 25 Mitarbeiter und Führungskräfte aus dem Konzern für das bereits zum fünften Mal stattfindende Nachwuchsführungskräfte-Programm - AGRANA Competencies Training ("ACT") ausgewählt.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2016|17 auf rund 2,6 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €), dies entspricht 1,2 % (Vorjahr: 0,8 %) der Lohn- und Gehaltssumme.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Arbeitssicherheit ist AGRANA, als industriellem Produktionsunternehmen, ein besonderes Anliegen. Zur besseren Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen sowie zur Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen erhebt AGRANA weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Nachdem AGRANA im Frühjahr 2016 dem, vom Bundesministerium für Familien und Jugend initiierten, österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" beigetreten ist, wurden im Berichtsjahr 2016|17 weitere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt.

So wurde eine konzernweit gültige Rahmenvereinbarung für Telearbeit geschaffen. Daneben wurde eine finanzielle Förderung für Kleinkindbetreuung vereinbart, welche aus steuerlichen Gründen leider nur Mitarbeitern in Österreich und den Mitarbeitern des Fruchtzubereitungsstandortes in Deutschland zur Verfügung steht. Neben den bestehenden Maßnahmen eines gleitenden Arbeitszeitmodells, einer organisierten sowie finanziell unterstützen Sommerferienbetreuung an einem Standort in Österreich und der Möglichkeit der Nutzung eines Betriebskindergartens in der Zentrale in Wien, wurde am Standort Wien auch ein Eltern-Kind-Büro eingerichtet, das Eltern und Kindern zum Beispiel am Nachmittag die Möglichkeit zur Hausaufgabenbetreuung bietet. Dieses wurde im Rahmen eines Family-Days, der Familienmitgliedern von AGRANA-Mitarbeitern die Möglichkeit bot, AGRANA als Arbeitgeber kennenzulernen, eröffnet.

Einen ähnlichen Familientag kombiniert mit sportlichen Aktivitäten organisierte auch das Segment Zucker an seinem Standort in Ungarn. Der Fruchtzubereitungsstandort in Altιnova (Yalova)|Türkei bot Mitarbeitern und Familienmitgliedern ein gemeinsames Ramadan-Dinner. AGRANA Fruit Polska organisierte eine gemeinsame Kajaktour für Mitarbeiter und deren Familienangehörige.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend mit der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.

Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der "Monte-Carlo-Simulation", ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnte. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt. Für die Überprüfung wurden die Empfehlungen des "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission" (COSO) als Referenzmodell herangezogen.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sich diese aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe stellen klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Rohmaterialien Risiken für AGRANA dar. Zunehmend gewinnt auch die Einhaltung nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien in der vorgelagerten Lieferkette an Bedeutung. Diese versucht AGRANA durch die Einhaltung definierter Kriterien zur Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte zu gewährleisten. Daneben ist AGRANA aufgrund der v.a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschiedenen Ländern ausgesetzt. In diesem Bereich hat AGRANA eine Umweltpolitik formuliert, deren Einhaltung Risiken vermeiden bzw. minimieren soll.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.

Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.

AGRANA hat im Geschäftsjahr eine bedeutende Unternehmensakquisition mit der Übernahme der argentinischen Firma MAIN PROCESS S.A. im Bereich der Fruchtzubereitung getätigt. Die möglichst rasche organisatorische Eingliederung des akquirierten Unternehmens stellt für die Gruppe eine wichtige Herausforderung in der Zukunft dar.

Eine Ausweitung der politischen Unruhen in Osteuropa kann sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.

Zuckermarktordnung: Mit 30. September 2017 entfallen die Rübenmindestpreis- und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose. Beide Produkte können dann in der EU in beliebigen Quantitäten erzeugt und verkauft werden. Die Beendigung der Quotenregelung im Herbst 2017 hat bereits im Vorjahr den europäischen Zuckermarkt durch mehr Wettbewerb beeinflusst. Mit dem Ende der Quotenregelung wird auch die teilweise Substitution von kristallinem Zucker durch Isoglukose erwartet.

Mit dem Auslaufen der Quotenregelung ist mit einer gesteigerten Rübenzuckerproduktion, speziell in Gunstlagen, sowie einer stärkeren Orientierung der europäischen Marktpreise am Niveau der Weltmarktpreise zu rechnen. Die neue Regelung der Zuckermarktordnung sieht auch keine Mindestpreise für Zuckerrüben vor. Die Rübenpreise werden jedoch weiterhin zwischen den Rübenproduzenten und der rübenverarbeitenden Industrie ausverhandelt. Die Reform der Zuckermarktordnung beinhaltet jedoch keine Veränderung im System der Importzölle für Zuckerimporte außerhalb der EU sowie die Behandlung von Importen aus LDC/ADC-Ländern (Least Developed Countries / African, Caribbean and Pacific Group of States) mit EU-Präferenzabkommen.

Freihandelsabkommen: Die derzeit verhandelten Freihandelsabkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die laufenden Verhandlungen und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Im September 2015 wurde durch die EU-Richtlinie 2015/1513/EU eine Änderung der EU-Regelung für erneuerbare Energien veröffentlicht. Im Hinblick auf das EU-Treibhausgas-Einsparungsziel von 40 % bis zum Jahr 2030 auf Basis des Energieverbrauches von 1990 wurde der Beitrag durch Biotreibstoffe neu geregelt.

Im November 2016 hat die EU-Kommission einen neuen Vorschlag unterbreitet, der einen Anteil von erneuerbarer Energien innerhalb der EU von mindestens 27 % vorsieht, jedoch keine spezifische Zielsetzung für den Bereich Transport definiert. Der Vorschlag beinhaltet eine Reduzierung von Biokraftstoffen aus landwirtschaftlichen Rohstoffen ("1. Generation"). Demnach soll deren Anteil ab 2021 von 7 % auf maximal 3,8 % im Jahr 2030 gesenkt werden. Der Einsatz von aus Stroh, Holz und Abfällen hergestelltem Ethanol ("2. Generation") soll hingen von 1,5 % im Jahr 2021 bis 2030 stufenweise auf 3 % erhöht werden. Die EU-Kommission begründet diesen Vorschlag mit mäßigen Klimaeffekten von Biotreibstoffen der "1. Generation". Die EU-Kommission lässt in ihrer Strategie völlig unberücksichtigt, dass die europäische Bioethanolindustrie mittlerweile durch stetige Optimierungen 70 % an Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Benzin einspart. Des Weiteren werden in der Betrachtung der EU-Kommission die Verringerung an Partikel-Emissionen, die Gewinnung von gentechnikfreiem Eiweißfuttermitel und Gärungs-Kohlensäure als Nebenprodukte sowie die Verwendung von Überschussgetreide als Rohstoff außer Acht gelassen. Zusätzlich ist die Technologie zur Gewinnung von Ethanol der 2. Generation derzeit nicht wettbewerbsfähig und wird in absehbarer Zeit nach kommerziellen Maßstäben nicht zur Verfügung stehen.

AGRANA verfolgt die laufenden Entwicklungen und setzt sich auf nationaler und europäischer Ebene für einen wachsenden Anteil erneuerbarer Kraftstoffe ein.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten kontinuierlich, und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschereibestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für den Bereich Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen.

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland. Bis dato ist dazu keine Entscheidung des Kartellgerichtes ergangen. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produkt-preisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Finanzierungen durch Finanzinstitutionen und/oder über den Kapitalmarkt zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, finanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtlichen Bestimmungen zu beachten. Veränderungen von Bestimmungen unterschiedlicher Gesetzgeber und deren Auslegung lokaler Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften haben.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.

Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Verkaufs- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

BERICHTERSTATTUNG GEMÄß § 243A ABS. 2 UGB

Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.

Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens wird monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTE (Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2017 betrug 113,5 Mio. € (29. Februar 2016: 103,2 Mio. €) und war in 15.622.244 (29. Februar 2016: 14.202.040) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2015 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren nach Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch (erfolgte am 4. September 2015) gemäß § 169 AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, das Grundkapital um bis zu 15.261.295,18 € durch Ausgabe von bis zu 2.100.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stammaktien der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlagen auch in mehreren Tranchen zu erhöhen und den Ausgabebetrag, der nicht unter dem anteiligen Betrag des Grundkapitals liegen darf, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen.

Im Zeitraum 31. Jänner bis 17. Februar 2017 hat AGRANA im Wege einer Barkapitalerhöhung insgesamt 1.420.204 neue Aktien in zwei Tranchen unter Wahrung des Bezugsrechtes ausgegeben. Die neuen AGRANA-Aktien sind mit Dividendenberechtigung ab dem Geschäftsjahr 2016|17 ausgestattet. Durch die Platzierung von 500.000 bestehenden AGRANA-Aktien aus dem Direktbestand von Südzucker sowie den Bezugsrechtsverzicht der Z&S sowie von Südzucker konnte der Streubesitz von AGRANA von 7,3 % auf 18,9 % erhöht werden.

Weiters wurde der Vorstand mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Juli 2015 gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 sowie Abs. 1a und Abs. 1b AktG für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft, auch unter wiederholter Ausnutzung der 10 %-Grenze, sowohl über die Börse als auch außerbörslich auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Andienungsrechtes der Aktionäre zu erwerben.

Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und hält nahezu alle Bestimmungen ein. Der ÖCGK ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporategovernance.at abrufbar. Er bildet - auf dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung beruhend - den Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung des Unternehmens mit dem Ziel einer hohen Transparenz für alle Stakeholder.

Im Geschäftsjahr 2016|17 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2015 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 25. November 2016 und 28. Februar 2017 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig die Erklärung über die Einhaltung des Kodex beschlossen.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte in 2016/17 keine Zweigniederlassungen

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es sind nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSEBERICHT

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2017 und einem gut diversifizierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet und rechnet mit einer moderat positiven Ergebnisentwicklung.

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2017|18 sowohl beim Konzernumsatz als auch beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) von einem moderaten Anstieg aus.

Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird daher für das kommende Geschäftsjahr 2017|18 mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EGT) auf aktuellen Niveau gerechnet.

Wien, am 24. April 2017

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h

Mag. Stephan Büttner e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Jahresabschluss

für das Geschäftsjahr 2016|17 vom 1.März 2016 bis 28. Februar 2017

INHALTSVERZEICHNIS

Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz

Anhang zum Jahresabschluss Allgemeines Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige Angaben Aufwendungen für den Abschlussprüfer Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Ergebnisverwendung Organe und Arbeitnehmer

Entwicklung des Anlagevermögens

Gewinn- und Verlustrechnung

2016 17 2015 16
1. Umsatzerlöse 31.873 32.926
2. Sonstige betriebliche Erträge 258 337
3. Personalaufwand –25.240 –19.655
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –1.107 –1.504
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen –21.965 –18.443
6. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 5) –16.181 –6.339
7. Erträge aus Beteiligungen 76.118 61.177
davon aus verbundenen Unternehmen 76.078 61.167
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und
Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.542 8.337
davon aus verbundenen Unternehmen 2.542 2.348
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.525 2.692
davon aus verbundenen Unternehmen 5.067 5.040
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –2.531 –6.364
11. Finanzerfolg (Z 7 bis 10) 78.654 65.842
12. Ergebnis vor Steuern (Z 1 bis 11) 62.473 59.503
13. Steuern vom Einkommen 1.076 351
14. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss 63.549 59.854
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 11.756 8.710
16. Bilanzgewinn 75.305 68.564

Bilanz zum 28. Februar 2017

Stand
28.02.2017
Stand
29.02.2016
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
349 605
II. Sachanlagen 1.415 1.567
III. Finanzanlagen 543.283 543.283
545.047 545.455
B. Umlaufvermögen
I.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
381.483 225.881
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 30.935 32.082
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 60 24
381.543 225.905
C. Rechnungsabgrenzungsposten 51 81
D. Aktive latente Steuern 564 0
Summe Aktiva 927.205 771.441
PASSIVA
A. Eigenkapital
I.
Grundkapital
113.531 103.210
II. Kapitalrücklagen 550.689 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 75.305 68.564
davon Gewinnvortrag 11.756 8.710
753.453 604.692
B. Rückstellungen
I.
Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen
und Jubiläumsgelder 12.974 5.655
II. Rückstellung für Steuern und sonstige 15.143 17.213
28.117 22.868
C. Verbindlichkeiten
I.
Finanzverbindlichkeiten
126.000 126.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 83.500 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 42.500 126.000
II. Übrige Verbindlichkeiten 19.635 17.881
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 13.830 9.402
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 5.805 8.479
145.635 143.881
Summe Passiva 927.205 771.441

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde erstmalig nach den Bestimmungen des BGBl I Nr. 22/2015 (RÄG 2014) aufgestellt.

Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen.

Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Die Vorjahresbeträge sind hinsichtlich der Gliederung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung an die geänderten Vorgaben des RÄG 2014 angepasst worden. Dies betrifft insbesondere Umgliederungen von sonstigen Erlösen zu den Umsatzerlösen (und diesbezüglichen Aufwendungen von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu anderen Posten) und die geänderte Darstellung des Anlagenspiegels. Weiters wurde die Rückstellung für Nachschussverpflichtungen an die Pensionskasse von den sonstigen Rückstellungen zu den Rückstellungen für Pensionen umgegliedert

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, wurde dies bei Schätzungen berücksichtigt.

Die bisherigen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden mit Ausnahme der Änderungen auf Grund der erstmaligen Anwendung des RÄG 2014 beibehalten; diese betreffen insbesondere:

  • Zuschreibungen werden nunmehr generell bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung bzw. bei einer Wertaufholung vorgenommen, wobei auf maximal jenen Wert zugeschrieben wird, der sich unter Berücksichtigung einer durchgängigen Normalabschreibung als Restbuchwert ergibt.
  • Die latenten Steuern werden gemäß den geänderten gesetzlichen Bestimmungen ab 1. März 2016 erfasst. Der zum 1. März 2016 bestehende Saldo an latenten Steuern wurde zur Gänze aktiviert.
  • Die Bewertung der Abfertigungs-, Pensions- und Jubiläumsgeldrückstellungen erfolgt gemäß den Regeln der IAS19.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 33,33

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 3 33,33
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

c. Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wäre, ergibt.

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.

b. Latente Steuern

Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, wird in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung werden aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Für steuerliche Verlustvorträge wird keine aktive latente Steuer gebildet. Latente Steuern werden auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25 % gebildet. Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von TEUR 564 (im Vorjahr 444 TEUR) wurde in die Bilanz aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen

Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Juni 2016)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 1,6 % (VJ 1,8 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen wurden mit 2,5 % angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Fluktuation wurden neben Invalidisierungs- und Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses angesetzt. Das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer wurde mit 65 Jahren gemäß Übergangsregel der Pensionsreform ermittelt.

Im Vorjahr wurden die Rückstellungen für Abfertigungen gemäß § 198 und 211 UGB nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dazu wurde ein Gutachten der Valida Consulting GmbH, Wien, eingeholt. Der Rückstellungsberechnung liegen ein Rechnungszinssatz von 1,60 % (im Vorjahr 1,80 %), Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-2,07 % (im Vorjahr 0-7,59 %) sowie Gehaltsanpassungen zugrunde.

Per 1.3.2016 erfolgte eine Ermittlung des Unterschiedsbetrags zwischen den beiden Methoden. Dabei ergab sich ein Unterschiedsbetrag von 290.130 EUR. Dieser wird nicht gemäß Übergangsregelung gem. RÄG 2014 über fünf Jahre verteilt.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Einklang mit der "AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Juni 2016)" nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 1,6 % (VJ 1,8 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen für Aktive wurden mit 2 % angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden keine weiteren Ausscheideursachen wie Fluktuation berücksichtigt.

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Per 1.3.2016 erfolgte eine Ermittlung des Unterschiedsbetrags zwischen den beiden Methoden. Dabei ergab sich ein Unterschiedsbetrag von 4.928.508,41 EUR. Dieser wird nicht gemäß Übergangsregelung gem. RÄG 2014 über fünf Jahre verteilt.

c. Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich sind. Langfristige Rückstellungen bestehen nicht.

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten auch Verpflichtungen betreffend kollektivvertragliche Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern. Diese Rückstellungen werden nach den für Abfertigungsrückstellungen angewandten Berechnungsmethoden (IAS19) ermittelt.

Im Vorjahr wurden die Jubiläumsgelder nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und der Rechnungszinssatz von 1,60 % (im Vorjahr 1,80 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-12,80 % (im Vorjahr 0-7,59 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Per 1.3.2016 erfolgte eine Ermittlung des Unterschiedsbetrags zwischen den beiden Methoden. Dabei ergab sich ein Unterschiedsbetrag von 6.306 EUR.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe
des
Eigenkapital gem. Ge
schäfts-
Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB jahr schuss/fehlbetrag
% EUR EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100 8.797.059,51 2016/17 676.720,23
AGRANA Int.Verw.u.Asset Managem.
GmbH, Wien*)
98,91 240.293.384,97 2016/17 8.580.211,51
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 306.063.282,67 2016/17 24.147.252,69
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 319.437.749,43 2016/17 60.700.277,05
AGRANA Group-Service GmbH 100 -4.020.793,00 2016/17 -135.155,20
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwick
lungs- und Produktions- GesmbH, Wien
66,67 8.087.236,22 2016/17 514.993,60
AGRANA Research & Innovation Center
GmbH, Tulln
100 3.595.252,07 2016/17 -6.647,24

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien. Davon haben € 35.500.000,00 eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren und € 7.000.000,00 eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren.

Restlaufzeit Restlaufzeit von
in EUR (Vorjahr in TEUR) mehr Bilanzwert
bis 1 Jahr als 1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 349.209.124,14 26.667.536,59 375.876.660,73
(29.02.2016) (192.411) (26.522) (218.933)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 1.338.399,01 4.267.773,51 5.606.172,52
(29.02.2016) (1.384) (5.563) (6.947)
Summe 350.547.523,15 30.935.310,10 381.482.833,25
(29.02.2016) (193.795) (32.085) (225.880)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 372.954.441,83 (im Vorjahr 214.645 TEUR) sonstige Forderungen und in Höhe von EUR 2.922.218,90 (im Vorjahr 4.288 TEUR) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen aus Kapitalertragsteuer gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 5.566.555,24 (im Vorjahr 6.859 TEUR) und andere kurzfristige Forderungen.

In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 113.531.274,76 setzt sich aus 15.622.244 Stück nennbetragslose Stückaktien – Stammaktien zusammen.

Das Grundkapital wurde im Geschäftsjahr 2016/17 im Wege einer Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital in zwei Tranchen durch Ausgabe von 1.420.204 Stückaktien um EUR 10.321.024.98 auf EUR 113.531.274,76 erhöht. Die neuen Aktien wurden zu einem Betrag von EUR 100,00 je Aktie ausgegeben. Der den Nennbetrag der Kapitalerhöhung übersteigende Erlös aus der Kapitalerhöhung von EUR 131.699.375,02 wurde den gebundenen Kapitalrücklagen zugeführt.

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 01.03.2016 Veränderung Stand 28.02.2017
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 131.699.375,02 505.122.085,57
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 550.688.970,02

(5) Gewinnrücklagen

Stand 01.03.2016 Veränderung Stand 28.02.2017
EUR EUR EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,07 0,00 13.927.964,07

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die Abfertigungs-, Pensions- und sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand Verbrauch Auflösung Zuweisung Stand am
29.02.2016 28.02.2017
in EUR in EUR in EUR in EUR in EUR
Abfertigung 3.520.080,12 0,00 0,00 601.887,28 4.121.967,40
Pensionsansprüche 1.717.159,15 0,00 0,00 6.778.857,18 8.496.016,33
Jubiläumsgelder 417.282,88 61.729,98 0,00 0,00 355.552,90
Altersteilzeit 64.621,05 37.428,45 0,00 0,00 27.192,60
Nicht konsumierte Urlaube 1.601.416,41 252.928,60 0,00 0,00 1.348.487,81
Sonderzahlungen 331.605,41 0,00 7.937,58 0,00 323.667,83
Prüfungsaufwand 266.900,00 266.900,00 0,00 195.000,00 195.000,00
Veröffentlichungsaufwand 131.000,00 123.371,24 7.628,76 133.000,00 133.000,00
Kosten der
Hauptversammlung 54.000,00 42.969,01 11.030,99 54.000,00 54.000,00
Kosten Bilanzpresse 3.500,00 2.964,60 535,40 4.200,00 4.200,00
konferenz
Konzernkommunikation 7.000,00 1.897,61 5.102,39 4.000,00 4.000,00
Aufsichtsratsvergütungen 250.000,00 250.000,00 0,00 250.000,00 250.000,00
Pensionskasse 169.375,00 29.575,00 139.800,00 32.980,12 32.980,12
Sonstige ausstehende 412.745,00 357.699,83 55.045,17 320.440,00 320.440,00
Eingangsrechnungen
Kosten iZm Kapital 0,00 0,00 0,00 1.002.230,71 1.002.230,71
erhöhung
Summe 8.946.685,02 1.427.464,32 227.080,29 9.376.595,29 16.668.735,70

Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und ausstehende Abrechnungen.

(7) Verbindlichkeiten

28.02.2017 29.02.2016
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 126.000.090,69 126.000
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (83.500.090,69) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (35.500.000,00) (105.000)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (7.000.000,00) (21.000)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 901.874,33 1.139
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (901.874,33) (1.139)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0,00) (0)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (0,00) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 9.116.428,52 11.236
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (3.311.013,32) (2.757)
davon mit RLZ von mehr als 1 Jahr (5.805.415,20) (8.479)
Sonstige Verbindlichkeiten 9.616.625,50 5.505
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (9.616.625,50) (5.505)
Summe 145.635.019,04 143.880
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (97.329.603,84) (9.401)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (41.305.415,20) (113.479)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (7.000.000,00) (21.000)

RLZ = Restlaufzeit

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ein Schuldscheindarlehen über EUR 126.000.000,00, welches zur Gänze konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurde.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 3.026.308,84 (im Vorjahr 3.044 TEUR) und Verbindlichkeiten aus Steuer und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von EUR 5.177.390,96 (im Vorjahr 1.050 TEUR) enthalten.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 9.116.428,52 (im Vorjahr 11.236 TEUR) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen.

Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2017/18 beträgt EUR 1.537.440,84 (im Vorjahr 1.468 TEUR) Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 7.687.204,20

28.02.2017 29.02.2016
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 7.800.000,00 7.800
Haftungen aus Zahlungsgarantien 76.002.314,67 195.326
Zwischensumme 83.802.314,67 203.126
Patronatserklärungen
Agrana Group Service GmbH, Wien 4.020.793,00 3.886
87.823.107,67 207.012
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 47.470.806,18 155.518

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 01. März 2016 bis 28. Februar 2017, im Vorjahr jenen vom 01. März 2015 bis 29. Februar 2016.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 31.873.316,05 (im Vorjahr 32.926 TEUR) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Konzernverrechnung und Erträge für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalities).

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 38.172,39 (im Vorjahr 16 TEUR).

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 219.142,71 (im Vorjahr 164 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffend IT-Leistungen, Veröffentlichungsaufwand und Konzernkommunikation.

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 1.019,06 (im Vorjahr 157 TEUR) enthalten Erträge aus realisierten Gewinnen aus Kursdifferenzen und Erträge aus Versicherungsansprüchen.

(13) Personalaufwand

2016/17 2015/16
in EUR in TEUR
Gehälter 14.073.868,36 14.699
Aufwendungen für Abfertigungen 749.479,14 308
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge
kassen (MVK)
151.911,02 153
Aufwendungen für Altersversorgung 7.152.889,00 1.306
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 2.873.733,24 2.938
Sonstige Sozialaufwendungen 238.441,61 252
Summe 25.240.322,37 19.655

davon entfallen

Abfertigungen und Leistun
gen an betriebliche Mitarbei
tervorsorgekassen
Pensionen (Rückstellungen)
2016/17
2015/16
2016/17 2015/16
EUR TEUR EUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 255.004,48 161 7.132.755,52 1.286
andere Arbeitnehmer 646.385,68 299 20.133.48 19
Summe 901.390,16 460 7.152.889,00 3.059

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 149 Angestellte (im Vorjahr 158 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 3.234.191,38 (im Vorjahr 3.183 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 353.898,34 (im Vorjahr 860 TEUR) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von EUR 6.778.857,18 (im Vorjahr 426 TEUR Zuführung) zugewiesen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2016/17 eine Vergütung von EUR 250.000,00 (im Vorjahr 250 TEUR).

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen EUR 21.965.877,16 (im Vorjahr 18.442 TEUR) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von EUR 7.917.536,62 (im Vorjahr 8.071 TEUR), Kosten der Kapitalerhöhung EUR 3.320.633,70 (im Vorjahr 0 TEUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von EUR 1.512.970,84 (im Vorjahr 1.398 TEUR), Leasing, Mieten und Pachten von EUR 2.177.883,72 (im Vorjahr 2.078 TEUR), Werbeaufwendungen von EUR 1.586.751,65 (im Vorjahr 1.560 TEUR), Bankgebühren EUR 78.746,10 (im Vorjahr 65 TEUR) sowie andere Aufwendungen in Höhe von EUR 5.371.354,53 (im Vorjahr 5.335 TEUR).

(15) Erträge aus Beteiligungen

2016/17 2015/16
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 76.078.359,08 61.167
Erträge von sonstigen Beteiligungen 40.000,00 10
Summe 76.118.359,08 61.177

(16) Steuern vom Einkommen

2016/17 2015/16
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer -9.557.200,00 -3.907
Körperschaftsteuer Vorperioden 1.153.363,68 506
Steuerumlagen 8.930.494,33 3.766
Lat. Ertragsst. a. Bewertungsdiff. 564.362,62 0,00
nicht abzugsfähige Quellensteuer -14.743,57 -14
Summe 1.076.277,06 351

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

F. SONSTIGE ANGABEN

1. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Abs. 1 Z20 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italien AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA Croatia d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRANA d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fidschi AGRANA Fruit France S.A., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED, Neu Delhi, Indien AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd., Sydney, Australien AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Johannesburg, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc , Brecksville, USA

AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE Hungary Kft., Vásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Deutschland AUSTRIA JUICE Ukraine LLC, Winniza, Ukraine AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Makedonija DOOEL Skopje, Mazedonien AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich AGRANA Skrob s.r.o., Hrusovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA TANDAREI SRL, Țăndărei, Rumänien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, Österreich AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Polen Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn Cukoripari Egyesüles, Budapest, Ungarn DELHIA SHELF s.r.o., Hrusonany, Tschechien Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Main Process S.A., Buenos Aires, Argentinien Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien

o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich PERCA s.r.o., Hrusovany, Tschechien S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered', Slowakei Sudinver S.A., Buenos Aires, Argentinien Yube d.o.o., Požega, Serbien

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften

  1. Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

"AGRAGOLD" d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRAGOLD dooel, Skopje, Mazedonien AGRAGOLD trgovina d.o.o. , Ljubljana, Slowenien AGRANA STUDEN Albania, Tirana, Albanien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C., Prishtina, Kosovo AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn HungranaTrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn SCO STUDEN & CO. BRASIL EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA., Sao Paulo, Brasilien STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina

2016/2017
Jahres
abschluss
Andere
Bestätigungs
leistungen
sonstige
Leistungen
Gesamt 2015/2016
Jahres
abschluss
Andere
Bestätigungs
leistungen
sonstige
Leistungen
Gesamt
EUR EUR EUR EUR TEUR TEUR TEUR TEUR
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und 31.070,00 433.659,00 122.995,52 587.724,52 31 236 13 280
Steuerberatungsgesellschaft
Summe 31.070,00 433.659,00 122.955,52 587.724,52 31 236 13 280

G. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 237 Z14 UGB)

H. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten.

I. Ergebnisverwendung

Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 75.305.483,74 eine Dividende von EUR 4,00 je Aktie, das sind in Summe EUR 62.488.976,00 auszuschütten und den Restbetrag der Gewinnrücklage zuzuführen.

J. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Dipl.Ing. Josef PRÖLL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt Dr. Jochen FENNER, Gelchsheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Stephan SAVIC, Wien Andreas KLAMLER, Gleisdorf (seit 10. November 2016) Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg Karl ORTHABER, Gleisdorf (bis 10. November 2016)

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Mag. Stephan BÜTTNER, Wien Dkfm. Thomas KÖLBL, Speyer

Wien, am 24. April 2017

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h

Mag. Stephan Büttner e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM WIRTSCHAFTSJAHR 2016|17

A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffungskosten
Stand
01.03.16
Zugang Abgang Stand
28.02.17
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.300,93 0,00 0,00 611.300,93
2. EDV-Software 8.516.466,81 230.387,00 0,00 8.746.853,81
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 5.643,45 5.643,45 0,00
9.127.767,74 236.030,45 5.643,45 9.358.154,74
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.528.610,21 476.596,79 303.531,18 4.701.675,82
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 11.402,03 11.402,03 0,00
4.528.610,21 487.998,82 314.933,21 4.701.675,82
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 424.145.490,31 0,00 0,00 424.145.490,31
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 126.000.000,00 0,00 0,00 126.000.000,00
3. Beteiligungen 258.620,00 0,00 0,00 258.620,00
550.404.110,31 0,00 0,00 550.404.110,31
Gesamtsumme 564.060.488,26 724.029,27 320.576,66 564.463.940,87
Anschaffungskosten
A N L A G E V E R M Ö G E N
Abschreibungen Buchwerte
Stand
Zugang
Abgang
Stand
Stand Jahres- Abgang Stand Stand Stand
01.03.16
28.02.17
01.03.16 abschreibung 28.02.17 28.02.17 29.02.16
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte
611.300,93
0,00
0,00
611.300,93
563.510,93 24.352,00 0,00 587.862,93 23.438,00 47.790,00
2. EDV-Software
8.516.466,81
230.387,00
0,00
8.746.853,81
7.959.016,81 462.198,00 0,00 8.421.214,81 325.639,00 557.450,00
3. Geringwertige Vermögensgegenstände
0,00
5.643,45
5.643,45
0,00
0,00 5.643,45 5.643,45 0,00 0,00 0,00
9.127.767,74
236.030,45
5.643,45
9.358.154,74
8.522.527,74 492.193,45 5.643,45 9.009.077,74 349.077,00 605.240,00
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung
4.528.610,21
476.596,79
303.531,18
4.701.675,82
2.961.937,03 603.895,40 279.047,18 3.286.785,25 1.414.890,57 1.566.673,18
3. Geringwertige Vermögensgegenstände
0,00
11.402,03
11.402,03
0,00
0,00 11.402,03 11.402,03 0,00 0,00 0,00
4.528.610,21
487.998,82
314.933,21
4.701.675,82
2.961.937,03 615.297,43 290.449,21 3.286.785,25 1.414.890,57 1.566.673,18
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
424.145.490,31
0,00
0,00
424.145.490,31
7.120.724,48 0,00 0,00 7.120.724,48 417.024.765,83 417.024.765,83
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
126.000.000,00
0,00
0,00
126.000.000,00
0,00 0,00 0,00 0,00 126.000.000,00 126.000.000,00
258.620,00
0,00
0,00
258.620,00
0,00 0,00 0,00 0,00 258.620,00 258.620,00
550.404.110,31
0,00
0,00
550.404.110,31
7.120.724,48 0,00 0,00 7.120.724,48 543.283.385,83 543.283.385,83
564.060.488,26
724.029,27
320.576,66
564.463.940,87
18.605.189,25 1.107.490,88 296.092,66 19.416.587,47 545.047.353,40 545.455.299,01
Gesamtsumme

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2017 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;

█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016|17 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 24. April 2017

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Treasury, Datenverarbeitung/ Kommunikation (inklusive Investor Relations) Organisation, Mergers & Acquisitions, sowie Forschung und Entwicklung Compliance sowie Recht

Dr. Mag. Dipl.-Ing. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für den Bereich Interne Revision Einkauf & Logistik

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 28. Februar 2017, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 28. Februar 2017 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Wir haben bestimmt, dass es keine besonders wichtigen Prüfungssachverhalte gibt, die in unserem Vermerk mitzuteilen sind.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.

Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus gilt:

█ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

█ Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.

█ Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

█ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.

█ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

█ Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.

█ Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihnen über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.

█ Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Wilhelm Kovsca.

Wien, am 24. April 2017

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Wilhelm Kovsca e.h. Wirtschaftsprüfer

Vorschlag für die Gewinnverwendung

der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB

2016 17
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2016 bis 28. Februar 2017
schließt mit einem Bilanzgewinn von 75.305.484
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 15.622.244 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 4,00 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 62.488.976
Vortrag auf neue Rechnung 12.816.508
75.305.484

Impressum

Eigentümer, Herausgeber und Verleger

AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1

Konzernkommunikation|Investor Relations

Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation|Sustainability

Mag. Ulrike Middelhoff Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]

Satz & Design: marchesani_kreativstudio GmbH Imagekonzept: Gruppe am Park GmbH Kommunikationsagentur

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Betreffend der Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:

Wertaussage Visualisierung Wertmäßige Veränderung in Zahlen
Stabil p 0% bis +1% oder 0% bis –1%
Leicht o oder a Mehr als +1% bis +5% oder mehr als –1% bis –5%
Moderat i oder s Mehr als +5% bis +10% oder mehr als –5% bis –10%
Deutlich ii oder ss Mehr als +10% oder mehr als –10%

Bezüglich Definitionen zu Finanzkennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im AGRANA Geschäftsbericht 2016|17 auf Seite 183 verwiesen. Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

AGRANA 2016|17 Online reports.agrana.com

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