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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report Jun 1, 2016

733_10-k_2016-06-01_63f7ae73-32e4-4802-8ffa-6f98635888e3.pdf

Annual Report

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Zusammen wirken.

Jahresfinanzbericht 2015|16

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht 2015|16 2

  • Unternehmensstruktur 4
  • Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 11
  • Segment Zucker 18
  • Segment Stärke 26
  • Segment Frucht 32
  • Nachhaltigkeit 38
  • Forschung und Entwicklung 44
  • Personal- und Sozialbericht 47
  • Risikomanagement 51
  • Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte 57
  • Prognosebericht 58

Konzernabschluss 2015|16 61

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 62
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung 63
  • Konzern-Geldflussrechnung 64
  • Konzern-Bilanz 65
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung 66
  • Konzernanhang 68
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) 126
  • Konzern-Anteilsbesitz 127
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 131
  • Bestätigungsvermerk 132

Lagebericht 2015|16 136

Jahresabschluss 2015|16 159

  • Gewinn- und Verlustrechnung 160
  • Bilanz 161
  • Anhang 162
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 185
  • Bestätigungsvermerk 186
  • Vorschlag für die Gewinnverwendung 188

1

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Jahresfinanzbericht 2015|16

für das Geschäftsjahr vom 1. März 2015 bis 29. Februar 2016 der AGRANA Beteiligungs-AG

In diesen Bericht über das Geschäftsjahr 2015|16 sind die nach dem Reportingstandard der Global Reporting Initiative G4 erstellten, für AGRANAs Geschäftstätigkeit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte direkt in den Konzernlagebericht eingeflossen. Zur besseren Auffindbarkeit der nicht-finanziellen Informationen ist im AGRANA Geschäftsbericht 2015|16 auf Seite 175ff ein Index aller an verschiedenen Stellen enthaltenen GRI G4-Indikatoren abgebildet. Zusätzlich sind relevante Textpassagen auf den jeweiligen Seiten mit einem grünen Fingerabdruck gekennzeichnet.

Konzernlagebericht 2015|16

der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)

Unternehmensstruktur 4

  • Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle 4
  • Über die Nachhaltigkeitsinhalte in diesem Bericht 5

Ertrags-, Finanzund Vermögenslage 11

  • Änderungen im Konsolidierungskreis 11
  • Umsatz- und Ertragslage 11
  • Investitionen 13
  • Cashflow 14
  • Vermögens- und Finanzlage 14
  • Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente 16
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 17

Segment Zucker 18

  • Geschäftsentwicklung 18
  • Marktumfeld 19
  • Rohstoff und Produktion 21
  • Investitionen 25

Segment Stärke 26

  • Geschäftsentwicklung 26
  • Marktumfeld 27
  • Rohstoff und Produktion 28
  • Investitionen 31

Segment Frucht 32

  • Geschäftsentwicklung 32
  • Marktumfeld 33
  • Rohstoff und Produktion 33
  • Investitionen 37

Nachhaltigkeit 38

  • AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis 38
  • AGRANAs Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2015|16 38
  • Ökonomischer Fußabdruck der AGRANA-Gruppe 38

  • Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung 39

  • Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion 41
  • Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter 41
  • Produktverantwortung und nachhaltige Produkte 41
  • Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung 43
  • Gesellschaftliches Engagement 43

Forschung und Entwicklung 44

  • Segment Zucker 44
  • Segment Stärke 45
  • Segment Frucht 46

Personal- und Sozialbericht 47

  • Personalmanagement 47
  • Personalentwicklung und Weiterbildung 48
  • Arbeitsbedingungen und Menschenrechte 49
  • Arbeitssicherheit und Gesundheit 49
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie 50

Risikomanagement 51

  • Risikopolitik 52
  • Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 52
  • Operative Risiken 52
  • Regulatorische Risiken 53
  • Rechtliche Risiken 54
  • Finanzielle Risiken 54
  • Risiken aus Unregelmäßigkeiten 55
  • Gesamtrisiko 55
  • Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem 56
  • Kapital-, Anteils-, Stimmund Kontrollrechte 57

Prognosebericht 58

Nachhaltigkeitsausblick 2016|17 59

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3

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• • Unternehmensstruktur Konzernlagebericht 4

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht. Rund 8.500 Mitarbeiter (FTEs)1 an 53 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015|16 einen Konzernumsatz von rund 2,5 Mrd. €.

AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle

AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

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Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe, primär Mais, Weizen und Kartoffeln, zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere geliefert. Auch im Rahmen der Stärkegewinnung werden Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v. a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine hergestellt. Auch im Segment Frucht legt AGRANA Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum weiterverwendbare Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel weiterverwendet.

AGRANA verarbeitet in allen drei Geschäftssegmenten auch agrarische Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau und ist damit einer der größten Bio-Produzenten Europas.

Über die Nachhaltigkeitsinhalte in diesem Bericht

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte

AGRANA veredelte im Geschäftsjahr 2015|16 in den Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht weltweit rund 8,5 Mio. Tonnen agrarische Rohstoffe und verkaufte 5,7 Mio. Tonnen hochwertige Produkte.

Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA im Geschäftsjahr 2012|13 sechs Handlungsfelder (und daraus abgeleitet Arbeitsgruppen) entlang der Produktwertschöpfungskette identifiziert, die wesentliche Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte haben:

  • █ Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • █ Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • █ Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • █ Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • █ Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • █ Gesellschaftliches Engagement

Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse haben die Mitglieder des AGRANA-Nachhaltigkeitskernteams sowie die Teilnehmer der Arbeitsgruppen die ökonomische, ökologische und soziale Bedeutung einzelner Nachhaltigkeitsaspekte einerseits für AGRANA und andererseits für ihre Stakeholder-Gruppen eingeschätzt.

Diese Einschätzung erfolgte auf Basis der täglichen Arbeitserfahrungen im jeweiligen Bereich, aufgrund von Feedback von unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen und auch anhand der Ergebnisse einer im Herbst 2014 gestarteten und im Geschäftsjahr 2015|16 fortgesetzten Kundenzufriedenheitsumfrage, die u. a. Fragen zum Thema Nachhaltigkeit enthielt.

Formate des AGRANA-Stakeholder-Engagements im Geschäftsjahr 2015|16

Schwerpunkt Lieferanten

  • █ Regelmäßige Beratungsgespräche (Vertragsanbau in allen Segmenten)
  • █ Feldbegehungen und Versuchsbesichtigungen während der Vegetationszeit (in den Segmenten Zucker und Stärke)
  • █ Kontrahierungsveranstaltungen (Vertragsanbau Zuckerrüben und Stärkekartoffeln)
  • █ Winterversammlungen (Informationsveranstaltungen in den Segmenten Zucker und Stärke)
  • █ 15 Hofgespräche (an den Höfen von Vertragslandwirten für Zuckerrüben und Kartoffeln organisierte Diskussionsrunden mit dem AGRANA-Vorstand/Rohstoff-Management und interessierten Landwirten/Lieferanten)
  • █ Programm "Mont Blanc" (Effizienzprogramm für Zuckerrübenanbau mit großem Beratungs- und Schulungsanteil) in allen Rübenanbauländern
  • █ Tag für neue Vertragsanbauer (Segment Stärke)
  • █ BETAEXPO (Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen)

  • █ Kartoffeltag in Waidhofen an der Thaya|Österreich in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Österreichischer Stärkekartoffelproduzenten (VÖSK)

  • █ Oktoberfest Aschach|Österreich

Schwerpunkt Kunden

  • █ Persönliche Kundenbesuche
  • █ Messeauftritte (siehe Seite 42)
  • █ Weltweite Kundenzufriedenheitsumfrage

Schwerpunkt Anrainer

  • █ Tage der offenen Tür in Zusammenarbeit mit der österreichischen Industriellenvereinigung in den Zucker- und Fruchtsaftkonzentratwerken Leopoldsdorf und Kröllendorf/Allhartsberg, beide Österreich
  • █ BETAEXPO Familientag
  • █ Kartoffeltag Gmünd|Österreich

Schwerpunkt Investoren und Medien/ allgemeine Öffentlichkeit

  • █ Laufende Presse- und Investor Relations-Arbeit
  • █ Pressekonferenzen, Werksbesichtigungen, Hintergrundgespräche, Roadshows

7

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AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse

Abgeleitet von dieser Einschätzung der wesentlichen Aspekte, berichtet AGRANA in diesem Geschäftsbericht 2015|16 über folgende G4-Indikatoren entlang ihrer Wertschöpfungskette:

Wesentlicher
Aspekt
Eingebracht v. a.
durch folgende
Stakeholder-Gruppe
Inhaltliche
Berichtsgrenze
Management-
ansatz
Berichtete/r
G4-Indikator/en
Bewertung der
Lieferanten bzgl.
Menschenrechts-
aspekte
Kunden/AGRANA Lieferanten
agrarischer
Rohstoffe
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
HR 10
Bewertung der
Lieferanten bzgl.
Arbeitspraktiken
Kunden/AGRANA Lieferanten
agrarischer
Rohstoffe
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
LA 14
Bewertung der
Lieferanten bzgl.
ökologischer Aspekte
Kunden/AGRANA Lieferanten
agrarischer
Rohstoffe
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
EN 32
Biodiversität Kunden/AGRANA V. a.relevant in
AGRANAs vorgelagerter
Wertschöpfungskette,
d.h. bei Lieferanten
agrarischer Rohstoffe
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
EN 13
Verwendete Stoffe Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Verarbeitete
agrarische Rohstoffe
AGRANA-Umweltpolitik;
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
EN 1
Energieeinsatz Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Energieeinsatz
(Scope 1+2) in der
AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 5
EN 6
Emissionen Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Emissionen
(Scope 1+2) aus der
AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 18
EN 19
Wasser Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Wassernutzung und
Abwasser im Rahmen
der AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 8
EN 22
Abfall Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Abfall aus der
AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 23
Beschwerdeverfahren
bzgl. ökologischer
Aspekte
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Beschwerden
zu Umweltaspekten
Beschwerdebezogene
Bearbeitung am
jeweiligen Standort
EN 34
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
V. a. AGRANA AGRANA-Mitarbeiter
und Kontraktoren
AGRANA-
Zero Accident Policy
LA 6
Aus- und
Weiterbildung
V. a. AGRANA AGRANA-Mitarbeiter AGRANA-
Policy on Training
LA 9
Vielfalt und
Chancengleichheit
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Mitarbeiter AGRANA-Verhaltenskodex LA 12

9

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• •

Wesentlicher
Aspekt
Eingebracht v. a.
durch folgende
Stakeholder-Gruppe
Inhaltliche
Berichtsgrenze
Management-
ansatz
Berichtete/r
G4-Indikator/en
Bewertung des
Unternehmens bzgl.
Menschenrechte
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Mitarbeiter
und Kontraktoren
AGRANA-Verhaltenskodex
und Mitgliedschaft bei
SEDEX (+ SMETA-Audits)
HR 9
Beschwerdeverfahren
bzgl. Arbeitspraktiken
und Menschenrechte
AGRANA-Mitarbeiter AGRANA-Mitarbeiter AGRANA-Verhaltenskodex;
AGRANA-HR-Strategie
LA 16
HR 12
Kinder-, Zwangs-
und Pflichtarbeit
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Mitarbeiter AGRANA-Verhaltenskodex HR 5
HR 6
Vereinigungsfreiheit Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Mitarbeiter AGRANA-Verhaltenskodex HR 4
Konsumenten-
sicherheit und
-gesundheit
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA AGRANA-Qualitätsleitbild PR 4
Kundenzufriedenheit AGRANA/Kunden AGRANA AGRANA-Qualitätsleitbild PR 5
Stakeholder-
Engagement
Alle Stakeholder AGRANA AGRANA-
Unternehmensleitbild;
AGRANA-Verhaltenskodex
Standard
angabe
Lokales
gesellschaftliches
Engagement
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA AGRANA-
Unternehmensleitbild;
3 Leitsätze zur Nachhaltigkeit
SO 1
Compliance AGRANA und mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA und
direkte Geschäftspartner
Alle vorab
genannten Dokumente
SO 3
SO 4
SO 5

Organisatorische Berichtsgrenzen

Grundsätzlich umfassen die in diesem Geschäftsbericht 2015|16 integrierten und mit dem grünen Fingerabdruck gekennzeichneten Nachhaltigkeitsinformationen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit. Diese für AGRANAs Geschäftstätigkeit wesentlichen Daten wurden nach den Vorgaben der Global Reporting Initiative (Version G4; "in accordance CORE") erstellt.

Aus organisatorischen Gründen sind in den Nachhaltigkeitsdaten die nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen des AGRANA-Konzerns, die AGRANA-STUDEN-Gruppe (Segment Zucker) sowie die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) nicht enthalten. Daneben wurden die Daten der INSTANTINA (Segment Zucker) aufgrund ihrer inhaltlich anderen Geschäftstätigkeit nicht integriert.

Die Daten zu Energieeinsatz, Emissionen, Wasser und Abfällen in der bzw. durch die Veredelung in AGRANA-Fruchtverarbeitungsanlagen für das Geschäftsjahr 2015|16 sowie 2014|15 enthalten die Daten aller zum Bilanzstichtag aktiven Produktionsstandorte des Segmentes

Frucht jeweils für das gesamte Geschäftsjahr mit der Ausnahme des Fruchtsaftkonzentratwerkes in Xianyang City|China (Hintergrund: Datenqualität). Im Geschäftsjahr 2013|14 waren in den berichteten Nachhaltigkeitsdaten aus dem Umweltbereich erstmals auch die Daten des Joint Ventures AUSTRIA JUICE GmbH enthalten. Aus organisatorischen Gründen waren die AUSTRIA JUICE-Standorte Gleisdorf|Österreich (Schließung nach der Kampagne 2013), Bingen|Deutschland (Fruchtweinproduktion) und Xianyang City|China (Datenqualität) im Geschäftsjahr 2013|14 nicht enthalten, die berichteten Werte der einbezogenen Standorte waren auf die jeweilige Verarbeitungskampagne beschränkt.

Inhaltliche Berichtsgrenzen

AGRANA berichtet alle GRI G4-Indikatoren pro Geschäftssegment, da unterschiedliche Geschäftsprozesse in den drei AGRANA-Geschäftssegmenten die Aussagekraft von auf Gruppen-Ebene konsolidierten Informationen (z.B. im Bereich Energieeinsatz und Emissionen) einschränken bzw. verzerren könnten.

Bewertung von Lieferanten bezüglich Menschenrechtsaspekten, Arbeitspraktiken und ökologischen Aspekten

Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, beschränkt AGRANA ihre Berichterstattung auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke).

Biodiversität

Als Veredler landwirtschaftlicher Rohstoffe ist AGRANA auf die Verfügbarkeit dieser und damit auf die Funktionsfähigkeit lokaler Ökosysteme angewiesen. Aus diesem Grund stellt Biodiversität für AGRANA v. a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt dar. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht.

Energieeinsatz und Emissionen

Da AGRANA organische Ausgangsstoffe wie Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln und Früchte verarbeitet, deren Menge, Zucker- und Stärkegehalt bzw.Qualität aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren in der Vegetationsund Ernteperiode jährlichen Schwankungen unterliegen, und damit bzw. darüber hinaus das pro Standort erzeugte Produktmengenportfolio sowie der damit verbundene Energieeinsatz variieren, ist die Darstellung von absoluten Gesamtenergieeinsätzen bzw.-emissionen nicht aussagekräftig.

AGRANA berichtet daher ausschließlich Energie- und Emissionsintensität pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) pro Geschäftssegment. Einsparungen aufgrund umgesetzter Energieeffizienzbzw. Emissionsreduktionsmaßnahmen werden als Gesamteinsparungen auf absoluter Basis und prozentueller Basis pro Tonne Produkt berichtet.

AGRANA beschränkt ihre Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen auf den eigenen Produktionsbereich und jeweils auf Scope 1 und Scope 2, da die Datenverfügbarkeit zum Scope 3-Energieeinsatz sehr eingeschränkt ist bzw. Scope 3 teilweise auch im Vergleich zu den großen Energie- und Emissionseinträgen in den Carbon Footprint durch die AGRANA-Produktion vernachlässigbar ist (z.B. Geschäftsreisen).

Wasser und Abwasser

AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Kennzahlen zur Wassernutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe, sind aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit und -verlässlichkeit nicht für alle eingesetzten Rohstoffe weltweit vorhanden und werden daher nicht berichtet.

Wasser, die global gesehen vielleicht bedeutendste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Die Nutzung und Ableitung von Wasser erfolgt an allen Standorten auf nachhaltige Art und Weise. AGRANA nutzt vielfach das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen.

So wird z.B. ein großer Teil des Wassers, das eine Zuckerfabrik benötigt, schon mit dem Rohstoff, der Rübe, in die Fabrik gebracht. Zuckerrüben bestehen zu rund 75% aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Schnitzeln verwendet als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben. Das eingesetzte Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. Ähnliches gilt auch für die Fruchtsaftkonzentratproduktion aus Äpfeln, die rund 86% Wasser enthalten.

Abfall

Für AGRANA sind die von ihr eingesetzten agrarischen Rohstoffe viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem konzernweiten "Prinzip der vollständigen Verwertung" trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v. a. in den Segmenten Zucker und Stärke durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v. a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits finden dadurch wichtige Mineralund Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.

In einigen Ländern sind die von AGRANA als Nebenprodukte vertriebenen (bzw. teilweise kostenfrei abgegebenen) Futter- und Düngemittel ausschließlich aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen als Abfall zu deklarieren. AGRANA berichtet diese Mengen ab der Berichtsperiode 2015|16 nicht mehr als Abfall, da sie weitere direkte stoffliche Verwendung in der Tierhaltung oder Landwirtschaft finden.

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• •

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 11 Ertrags-, Finanzund Vermögenslage

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015|16 (1. März 2015 bis 29. Februar 2016) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2015|16 gab es im Konzern sechs Konsolidierungskreisabgänge, davon vier aus Verschmelzungen, u. a.wurde die AGRANA J&F Holding GmbH, Wien, auf die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, verschmolzen. Erstmalig in den Konzern einbezogen wurden die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien (Vollkonsolidierung), und die AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k, Tirana|Albanien (Equity-Methode).

Insgesamt wurden 58 Unternehmen in der Vollkonsolidierung (Ende des Geschäftsjahres 2014|15: 63 Unternehmen) und zwölf Unternehmen (Ende des Geschäftsjahres 2014|15: elf Unternehmen) nach der Equity-Methode einbezogen.

Umsatz- und Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2015 16 2014 15 Veränderung
(verkürzt) % / pp
Umsatzerlöse t€ 2.477.647 2.493.512 –0,6%
EBITDA1 t€ 191.957 181.916 5,5%
Operatives Ergebnis t€ 107.486 102.017 5,4%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 24.523 25.372 –3,3%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ –3.054 –5.670 46,1%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 128.955 121.719 5,9%
EBIT-Marge % 5,2 4,9 0,3 pp
Finanzergebnis t€ –24.519 –5.240 –367,9%
Ertragsteuern t€ –23.508 –31.901 26,3%
Konzernergebnis t€ 80.928 84.578 –4,3%
Ergebnis je Aktie 5,82 5,70 2,1%

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2015|16 mit 2.477,6 Mio. € beinahe auf Vorjahresniveau. Der rückläufige Umsatz im Segment Zucker (672,6 Mio. €; –8,0%) war auf das gesunkene Verkaufspreisniveau zurückzuführen. Die Umsatzerlöse im Segment Stärke (721,6 Mio. €; +3,1%) und im Segment Frucht (1.083,4 Mio. €; +2,0%) lagen jeweils leicht über dem Vorjahr.

Umsatz nach Segmenten 2014|15

Etwas mehr als 50% des Konzernumsatzes wurde von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) lag mit 129,0 Mio. € um 6,0% moderat über dem Ergebnis des Vorjahres. Während im Segment Stärke das EBIT (65,9 Mio. €; +21,8%) deutlich verbessert werden konnte, führten im Segment Zucker die niedrigeren Erlöse zu einem markant schwächeren, aber positiven Ergebnis (4,3 Mio. €; –52,2%). Im Segment Frucht blieb das EBIT (58,8 Mio. €; +0,3%) trotz einer deutlich schwächeren Ertragsentwicklung bei Fruchtsaftkonzentraten stabil. Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.

Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2015|16 –24,5 Mio. € (Vorjahr: –5,2 Mio. €), wobei die deutliche Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr auf ein negatives Währungsergebnis (Vorjahr: Währungsgewinne) zurückzuführen war (Veränderung: –21,3 Mio. €), das v. a. durch die Abwertung der Währungen in den Ländern Argentinien, Brasilien, China, Mexiko und Russland verursacht wurde. Das Zinsergebnis verbesserte sich aufgrund des weiter gesunkenen Zinsniveaus sowie einer optimierten Nutzung der vorhandenen liquiden Mittel um 1,8 Mio. €.

13

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Finanzergebnis 2015 16 2014 15 Veränderung
%
Zinsergebnis t€ –8.376 –10.181 17,7%
Währungsergebnis t€ –13.524 7.754 –274,4%
Beteiligungsergebnis t€ 29 769 –96,2%
Sonstiges Finanzergebnis t€ –2.648 –3.582 26,1%
Summe t€ –24.519 –5.240 –367,9%

Das Ergebnis vor Ertragsteuern ging von 116,5 Mio. € im Vorjahr auf 104,4 Mio. € zurück. Nach einem Steueraufwand von 23,5 Mio. €, der einer Steuerquote von 22,5% (Vorjahr: 27,4%) entspricht, betrug das Konzernergebnis 80,9 Mio. € (Vorjahr: 84,6 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei 82,7 Mio. € (Vorjahr: 80,9 Mio. €), das Ergebnis je Aktie stieg auf 5,82 € (Vorjahr: 5,70 €).

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2015|16 investierte AGRANA in Summe 116,0 Mio. €, das sind um 24,8 Mio. € mehr als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

Investitionen1 2015 16 2014 15 Veränderung
% / pp
Segment Zucker t€ 46.102 34.476 33,7%
Segment Stärke t€ 28.151 13.743 104,8%
Segment Frucht t€ 41.730 42.990 –2,9%
Konzern t€ 115.983 91.209 27,2%
Abschreibungen t€ 85.381 80.065 6,6%
Investitionsdeckung % 135,8 113,9 21,9 pp

Die Investitionsschwerpunkte lagen im Segment Zucker in den Bereichen Ausbeute, Nebenproduktverwertung und Energieeffizienz und im Segment Stärke im Ausbau der Veredelungstiefe. Die Installation eines weiteren IQF2-Tunnels in Mexiko war das größte Projekt im Segment Frucht. Das Investitionsvolumen des Konzerns lag in Summe um rund 36% über dem Abschreibungsniveau. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Segmente sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.

Investitionen nach Segmenten 2015|16

2 Individually Quick Frozen (einzeln schockgefroren)

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Cashflow

Konzern-Geldflussrechnung
(verkürzt)
2015 16 2014 151 Veränderung
%
Cashflow aus dem Ergebnis t€ 225.914 208.066 8,6%
Veränderungen des Working Capital t€ –73.691 52.041 –241,6%
Saldo erhaltene/bezahlte Zinsen
und gezahlte Ertragsteuern t€ –50.310 –32.964 –52,6%
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit t€ 101.913 227.143 –55,1%
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ –19.924 –84.151 76,3%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ –163.613 –81.145 –101,6%
Veränderungen des Finanzmittelbestandes t€ –81.624 61.847 –232,0%
Einfluss von Wechselkursänderungen
auf den Finanzmittelbestand t€ –2.819 –3.885 27,4%
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode t€ 193.818 135.856 42,7%
Finanzmittelbestand am Ende der Periode t€ 109.375 193.818 –43,6%
Free Cashflow2 t€ 81.989 142.992 –42,7%

Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr moderat und lag bei 225,9 Mio. €. Nach einem deutlichen Aufbau des Working Capital um 73,7 Mio. € (Vorjahr: Abbau um 52,0 Mio. €) und höheren gezahlten Ertragsteuern betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 101,9 Mio. € (Vorjahr: 227,1 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug nach höheren Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Einzahlungen aus Finanzanlagen –19,9 Mio. € (Vorjahr: –84,2 Mio. €). Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von –163,6 Mio. € (Vorjahr: –81,1 Mio. €) spiegelt sich neben der Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2014|15 die Rückführung von Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Südzucker AG wider. Der Free Cashflow ging gegenüber dem Vorjahr um rund 43% zurück.

Vermögens- und Finanzlage

Konzern-Bilanz (verkürzt) 29.02.2016 28.02.2015 Veränderung
% / pp
Langfristige Vermögenswerte t€ 1.027.647 1.136.643 –9,6%
Kurzfristige Vermögenswerte t€ 1.213.887 1.270.244 –4,4%
Zur Veräußerung gehaltene
langfristige Vermögenswerte t€ 1.631 0
Summe Aktiva t€ 2.243.165 2.406.887 –6,8%
Eigenkapital t€ 1.200.124 1.194.420 0,5%
Langfristige Schulden t€ 378.678 418.064 –9,4%
Kurzfristige Schulden t€ 664.363 794.403 –16,4%
Summe Passiva t€ 2.243.165 2.406.887 –6,8%
Nettofinanzschulden t€ 405.806 330.283 22,9%
Gearing3 % 33,8 27,7 6,1 pp
Eigenkapitalquote % 53,5 49,6 3,9 pp

Die Bilanzsumme zum 29. Februar 2016 lag mit 2.243,2 Mio. € um 163,7 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres. Vor allem die Rückführung des Partizipationskapitals an die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGnmbH (85 Mio. €) als Teil der langfristigen Wertpapiere führte trotz über Abschreibungsniveau liegender Investitionen bei den Sachanlagen zu einer Reduktion der langfristigen Vermögenswerte um 109,0 Mio. €. Während die Vorräte mengen- und preisbedingt deutlich anstiegen (+28,9 Mio. €), sanken die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente markant (–84,4 Mio. €), was in Summe auch zu niedrigeren kurzfristigen Vermögenswerten führte.

1 Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 72.

2 Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit

3 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)

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Die AGRANA-Eigenkapitalquote verbesserte sich mit 53,5% gegenüber dem Vorjahr (49,6%) um knapp vier Prozentpunkte. Auf der Passivseite gingen die langfristigen Schulden v. a. durch die Reduktion von langfristigen Finanzverbindlichkeiten (–33,6 Mio. €) moderat zurück. Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich aufgrund deutlich niedrigerer kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten (–61,5 Mio. €) und gesunkener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (–36,1 Mio. €) markant.

Die Nettofinanzschulden zum 29. Februar 2016 lagen mit 405,8 Mio. € um 75,5 Mio. € erwartungsgemäß deutlich über dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2014|15. Das Gearing zum Stichtag war folglich mit 33,8% höher als zum 28. Februar 2015 (27,7%).

Im Geschäftsjahr 2014|15 wurde eine Neuausrichtung der Finanzierungsstruktur vorgenommen, sodass im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Kapitalmarkttransaktionen notwendig waren. Die aus dem Abgang des Partizipationskapitals freigesetzten finanziellen Mittel wurden zur Rückführung eines Darlehens der Südzucker AG genutzt, wodurch sich im Jahresvergleich die Bruttofinanzschulden von 629,0 Mio. € (28. Februar 2015) auf 533,8 Mio. € (29. Februar 2016) reduzierten.

Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente

Im Geschäftsjahr 2015|16 gingen die Umsatzerlöse im Segment Zucker um 8,0% auf 672,6 Mio. € zurück. Während die Zuckerverkaufspreise v. a. in den Geschäftsbereichen weiterverarbeitende Industrie und Lebensmittelhandel gegenüber der Vergleichsperiode deutlich niedriger waren, konnten die Absatzmengen von Quotenzucker, insbesondere an die Nahrungsmittelindustrie, gesteigert werden. Die Verkäufe von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie lagen nahezu auf dem Vorjahresniveau, die Exporte in Drittländer fielen deutlich geringer aus. Die Umsätze bei Nebenprodukten waren preisbedingt leicht rückläufig. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 27,2% (Vorjahr: 29,3%).

Auch das EBIT lag mit 4,3 Mio. € erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert (9,0 Mio. €). Wesentlicher negativer Einflussfaktor waren die gegenüber dem Vorjahr deutlich gefallenen Zuckerverkaufspreise. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres wurden noch höhere Preise aus der Kampagne 2013|14 erlöst. Die Erholung des EBITs in den letzten sechs Monaten ist v. a. auf die gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Rohzuckerkosten und den zusätzlichen Deckungsbeitrag der gestiegenen Absatzmenge zurückzuführen.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 16f ) angeführt.

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2015|16 lag mit 721,6 Mio. € um 3,1% leicht über dem Vorjahreswert. Umsatzzuwächse konnten u. a. im Geschäftsbereich Bioethanol aufgrund gestiegener Verkaufspreise sowie bei Stärke-Nassderivaten aufgrund höherer Absatzmengen erzielt werden. Erlösrückgänge bei den Verzuckerungsprodukten spiegeln das anhaltend niedrige Preisniveau des europäischen Zuckermarktes wider. Die Nebenproduktumsätze lagen rohstoffpreisbedingt leicht unter dem Vorjahreswert. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 29,1% (Vorjahr: 28,1%).

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Das EBIT in Höhe von 65,9 Mio. € übertraf den Vorjahreswert um 21,8% deutlich. Neben einem preisbedingten Margengewinn (v. a. bei Ethanol) und höheren Absatzmengen konnte diese Steigerung durch gesunkene Rohstoff- und Energiepreise erreicht werden. Die Profitabilität (EBIT-Marge) stieg von 7,7% auf 9,1%. Der Ergebnisrückgang des nach der Equity-Methode einbezogenen Tochterunternehmens HUNGRANA spiegelt die gesunkenen Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte wider.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 24f ) angeführt.

Der Umsatz im Segment Frucht stieg im Geschäftsjahr 2015|16 um 2,0% auf 1.083,4 Mio. €. Bei Fruchtzubereitungen lag der Absatz leicht über dem Vorjahresniveau, und auch gestiegene Verkaufspreise, verstärkt durch vorteilhafte Fremdwährungseffekte (v. a. USD, CNY, KRW und EGP), führten zu einem Umsatzanstieg um rund 8%. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate hingegen ging der Umsatz v. a. aufgrund stark gesunkener Verkaufspreise für Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2014 um rund 18% zurück. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 43,7% (Vorjahr: 42,6%).

Das Segment-EBIT betrug 58,8 Mio. € und lag damit auf Vorjahresniveau. Während der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen eine deutliche EBIT-Verbesserung auswies, wirkten sich die niedrigeren Apfelpreise der Kampagne 2014 und die damit verbundenen deutlich gesunkenen Konzentratpreise negativ auf die Margen im Fruchtsaftkonzentratgeschäft aus. Bei Fruchtzubereitungen gab es v. a. in den Regionen Europa, Nord- und Lateinamerika, Asien/Australien und Naher Osten/Nordafrika einen deutlich positiven Geschäftsverlauf, und auch gegenüber dem Euro stärker gewordene Währungen (v. a. USD, KRW und CNY) unterstützten den EBIT-Anstieg. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen von –3,1 Mio. € ist primär auf das Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad|Belgien, zurückzuführen, wobei der Großteil der damit zusammenhängenden Einmalkosten bereits im Konzernjahresabschluss 2014|15 bilanziert war.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 30f ) angeführt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2016 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

Konzernlagebericht 18 Segment Zucker

Basics zum Segment Zucker

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C

Produkte

Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel)

Verarbeitete Rohstoffe

Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)

Hauptmärkte

Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien-Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien

Abnehmer

Weiterverarbeitende Industrien (v. a. Süßwaren-, Getränkeund Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher)

Besondere Stärken

Hoher Qualitätsstandard der Produkte; auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment

Umsatz nach Produktgruppen 2015|16

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe werden seit Beginn des Geschäftsjahres 2014|15 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Geschäftsentwicklung

Segment Zucker 2015 16 2014 15 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 739.912 812.265 –8,9%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –67.268 –81.127 17,1%
Umsatzerlöse t€ 672.644 731.138 –8,0%
EBITDA1 t€ 25.397 29.355 –13,5%
Operatives Ergebnis t€ 2.764 9.699 –71,5%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 1.542 –1.721 189,6%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 0 1.002 –100,0%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 4.306 8.980 –52,0%
EBIT-Marge % 0,6 1,2 –0,6 pp
Investitionen2 t€ 46.102 34.476 33,7%
Mitarbeiter (FTEs)3 2.185 2.297 –4,9%

Der Gesamtabsatz der Zuckerprodukte ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, wobei sich die jeweiligen Märkte unterschiedlich entwickelten. Während der Absatz des Retail-Quotenzuckers leicht gesunken ist, verzeichnete der an die Getränke- und Lebensmittelindustrie verkaufte Quotenzucker, v. a. in Ungarn und Rumänien, einen deutlichen Zuwachs. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie blieb auf dem Vorjahresniveau, dagegen sank der Absatz außerhalb der EU um rund 38%.

Die Ergebnisentwicklung war im Wesentlichen durch deutlich niedrigere Preise negativ beeinflusst. Vor allem die Quotenzuckerpreise im Bereich weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie gingen deutlich zurück, aber auch die Verkaufspreise an den Lebensmittelhandel waren rückläufig. Der Preisverfall war in allen Ländern spürbar und sinkende Rohstoffkosten, v. a. für Rohzucker, konnten diesen im Ergebnis nicht kompensieren.

Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, verbesserte sich aufgrund der niedrigen Weltmarktpreise für Roh- und Weißzucker und der guten Auslastung der Raffinerie in Bosnien-Herzegowina und wirkte sich positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus.

  • 1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
  • 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
  • 3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs Full-time equivalents)

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Das im Geschäftsjahr 2014|15 erzielte Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von +1,0 Mio. € resultierte aus Rückerstattungen zu viel abgeführter EU-Produktionsabgaben.

Marktumfeld

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnet in der zweiten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 5. Februar 2016 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2015|16 (1. Oktober 2015 bis 30. September 2016) erstmals seit sechs Jahren wieder mit einem Defizit. Während die Nachfrage weiter steigt, wird die weltweite Zuckerproduktion zurückgehen. Trotz der Erwartung eines Anstieges der brasilianischen Zuckerproduktion wegen des in lokaler Währung attraktiven Weltmarktpreises geht die Weltzuckererzeugung insbesondere aufgrund der geringeren Ernten in der EU, aber auch in Indien zurück. Daher wird erwartet, dass zum Ende des ZWJ 2015|16 die weltweiten Lagerbestände erstmalig nach sechs Jahren sinken, und das mit –6,4 Mio. Tonnen deutlich.

Weltzuckerbilanz1
Mio. Tonnen
2015 16 2014 15 2013 14
Anfangsbestand 78,4 77,5 72,8
Erzeugung 176,9 181,7 181,3
Verbrauch –181,7 –178,9 –176,0
Mengen
berichtigungen –1,6 –1,9 –0,6
Endbestand 72,0 78,4 77,5
in % des Verbrauches 39,6 43,8 44,0

Auch im Geschäftsjahr 2015|16 war die Weltmarktpreisentwicklung sehr volatil. Zu Beginn des Geschäftsjahres stiegen die Notierungen für Weiß- und Rohzucker zunächst kurzzeitig an, fielen dann aber aufgrund der drastischen Abwertung des brasilianischen Real – der Währung des weltgrößten Zuckerproduzenten und -exporteurs – gegenüber dem US-Dollar auf das niedrigste Niveau seit sieben Jahren. Im weiteren Verlauf des Jahres gewann die Erwartung des Weltmarktdefizits in 2015|16 an Bedeutung, sodass seit Ende September eine deutliche Erholung der Zuckerpreise einsetzte. Nach einem kurzfristigen Preisrückgang Anfang des Kalenderjahres 2016 notierte am Ende des Berichtszeitsraumes (29. Februar 2016) Weißzucker bei rund 407 \$ (374 €) pro Tonne und Rohzucker bei rund 321 \$ (295 €) pro Tonne.

EU-Zuckermarkt

Im laufenden ZWJ 2015|16 wurde nach der Rekordernte des Vorjahres aufgrund der eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten von Nicht-Quotenzucker die Anbaufläche in der EU erheblich reduziert. Gleichzeitig lagen die Erträge der Kampagne 2015 unter dem Rekordniveau des Vorjahres, in weiten Teilen Europas sogar unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Daher wird mit einem deutlichen Rückgang der Zuckerproduktion in der EU auf 15,6 Mio. Tonnen (ZWJ 2014|15: 20,3 Mio. Tonnen) gerechnet, was zu einem Rückgang der Bestände an Nicht-Quotenzucker führt. Für einen Anstieg der Präferenzimporte wäre ein Preisniveau in der EU notwendig, welches die Vermarktung der Importe mindestens kostendeckend ermöglichen würde. Zum Ende des ZWJ 2015|16 wird nochmals ein Rückgang der Quotenzuckerbestände erwartet.

Weltmarktzuckernotierungen im AGRANA-Geschäftsjahr 2015|16

\$ pro Tonne

Rohzucker (New York #11)

1 Quelle: F.O. Licht, Zweite Schätzung der Weltzuckerbilanz 2015|16 vom 5. Februar 2016

Im abgelaufenen ZWJ 2014|15 wurde bei europaweiten Rekorderträgen die EU-Zuckerquote erfüllt und eine sehr hohe Nicht-Quotenzuckermenge erzeugt. Aufgrund der eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten von Nicht-Quotenzucker wurden hohe Mengen auf das ZWJ 2015|16 übertragen. Infolge drastisch gesunkener Zuckerpreise in der EU blieben die Präferenzimporte im zurückliegenden ZWJ unter dem Vorjahr. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Quotenzuckerendbestände zum Ende des ZWJ 2014|15.

Im Oktober 2015 gab die Europäische Kommission (EK) die erste Tranche an Exportkontingenten für europäischen Nicht-Quotenzucker in Höhe von 650.000 Tonnen frei. Ende Jänner 2016 hat die EK auch die zweite Tranche an Exportlizenzen (700.000 Tonnen) freigegeben. Die Summe entspricht dem Exportlimit der World Trade Organisation (WTO) von 1,35 Mio. Tonnen.

Industrie und Groß- und Einzelhandel (Retail)

Der Zuckerabsatz in den Bereichen Industrie und Retail zeigte im AGRANA-Gebiet insgesamt eine positive Entwicklung. So konnte durch die Erweiterung der Kundenstruktur sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Key Accounts der Absatz um rund 10% im Bereich Industrie gesteigert werden. Im Segment Handel ist aufgrund der steigenden Kaufkraft in den osteuropäischen Ländern neben einem allgemeinen Konsumanstieg auch eine stärkere Nachfrage nach Spezialitäten zu beobachten. Um die starke Marktposition auch zukünftig zu halten und gegebenenfalls weiter auszubauen, verfolgt AGRANA hier das Ziel, die bisherige Markenpolitik sowie den Spezialitätenverkauf zu intensivieren und die lokalen Marken zu stärken. Insbesondere in den osteuropäischen Ländern ist langfristig von einer steigenden Nachfrage nach Zuckerspezialitäten auszugehen. Die Nachfrage nach Bio-Produkten im Segment Zucker war stabil.

EU-Zuckerpolitik

Nach dem Auslaufen der Zucker- und Isoglukosequoten und der Regelungen betreffend Rübenmindestpreis zum 30. September 2017 sieht die neue Marktordnung für den Binnenmarkt neben einer unveränderten Referenzpreisschwelle für Weißzucker von 404 € pro Tonne die Möglichkeit einer staatlich finanzierten privaten Lagerhaltung und eine fortgesetzte Vertragspflicht zwischen Rübenanbauern und Zuckerindustrie vor. Die Konsequenz der Marktliberalisierung ist, dass die Mengen- und Preisvolatilitäten des Weltmarktes stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt durchschlagen werden.

Der Außenschutz des EU-Zuckermarktes gegenüber Drittländern ist von der Änderung der Marktordnung nicht betroffen. AGRANA erwartet darüber hinaus, dass die Zuckerexporte nach Wegfall der Quoten zukünftig keiner Mengenbegrenzung mehr unterliegen, weil dann Quoten und Mindestrübenpreis als (ordnungspolitische) Grundlage für das WTO-Exportlimit entfallen.

Außenhandel Zucker

2013 wurden zwischen der EU und den USA Gespräche über das TTIP1-Freihandelsabkommen aufgenommen. Ziel des TTIP ist eine weitgehende Marktliberalisierung.

Nur rund 10% der Handelsgüter werden derzeit als "sensible Produkte" definiert und sollen entweder spezielle Ausnahmeregelungen erhalten oder komplett ausgenommen werden. Zucker und zuckerhaltige Produkte sollen in den finalen Runden der TTIP-Verhandlungen behandelt werden.

Der Frage der Ursprungsregeln kommt im TTIP im Bereich Zucker besondere Bedeutung zu, da die USA im Kontext der NAFTA2 zoll- und quotenfreien Zuckerimporten aus Mexiko ausgesetzt sind.

2 North American Free Trade Agreement (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen)

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Nachhaltigkeit im Segment Zucker

Ökonomischer Fußabdruck1

102,5 Mio. € direkte Bruttowertschöpfung

292,0 Mio. € Gesamtbruttowertschöpfung

Durch 1 AGRANA-Arbeitsplatz 4 weitere in anderen Unternehmen

Ziele in der Lieferkette

2015|16 Einführung des SAI-FSA im Rübenvertragsanbau in 5 Ländern

Umweltziele 2020|21

Direkter Energieeinsatz von 2,80 GJ pro Tonne Produkt

Wassereinsatz von 2,17 m³ pro Tonne Produkt

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/ wertschoepfungskette/ zucker

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenerntefläche der rund 7.700 AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2015|16 rund 95.000 Hektar (Vorjahr: 98.000 Hektar), wobei rund 850 Hektar (Vorjahr: 600 Hektar) für den biologischen Anbau verwendet wurden. Ein extrem trockener und heißer Sommer führte 2015 zu einem insgesamt negativen Vegetationsverlauf der Zuckerrübenbestände. Die Flächenrücknahmen und die unterdurchschnittlichen Rübenerträge resultierten in einer stark reduzierten Rübenerntemenge. Insgesamt wurden in der AGRANA-Gruppe rund 5,4 Mio. Tonnen (Vorjahr: 7,7 Mio. Tonnen) Rüben verarbeitet. Aufgrund der Witterung während der Vegetationsphase und des Herbstes bzw. auch aufgrund der vergleichsweise kurzen Lagerdauer der Rüben ist der Zuckergehalt der Ernte 2015 mit 16,8% (Vorjahr: 15,2%) als im Mittel überdurchschnittlich einzustufen.

Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich rund 49.800 Tonnen (Vorjahr: 48.400 Tonnen) Rüben. In durchschnittlich 115 Tagen (Vorjahr: 164 Tage) pro Werk wurden daraus rund 812.000 Tonnen (Vorjahr: 999.000 Tonnen) Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen wurden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder außerhalb Europas verkauft. Im Geschäftsjahr 2015|16 raffinierte AGRANA rund 368.300 Tonnen (Vorjahr: 277.500 Tonnen) Weißwert aus Rohzucker.

Um auch für das Vorprodukt Rohzucker eine nachhaltige vorgelagerte Lieferkette sicherstellen zu können, hält AGRANA seit 2014 eine für alle Raffinationsstandorte gültige "Chain of Custody"-Zertifizierung nach dem international anerkannten Bonsucro-Standard. Dieses Zertifikat erlaubt AGRANA-Kunden, das Bonsucro-Logo auf ihren Produkten zu führen. Daneben hat AGRANA im Geschäftsjahr 2015|16 erstmals aus Brasilien stammenden biozertifizierten Rohzucker sowie Fairtrade-zertifizierten Rohzucker aus Fidschi zur Raffination eingekauft. Weiters produzierte das Unternehmen in der vergangenen Bio-Rübenkampagne rund 4.600 Tonnen (Vorjahr: rund 4.200 Tonnen) Bio-Rübenzucker.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Das Segment Zucker hat im Geschäftsjahr 2015|16 in Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die den Einsatz guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP) und fairer Arbeitsbedingungen vorschreiben, das Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) für ihre Zuckerrübenanbauer eingeführt.

Umsetzung des SAI FSA

Neben dem Vergleich der Cross Compliance-Vorgaben2 der EU und der gesetzlichen Vorgaben der Anbauländer, in denen AGRANA Zuckerrüben bezieht, mit den Anforderungen von SAI wurde im Berichtsjahr 2015|16 auch mit der großflächigen Erhebung des tatsächlichen Nachhaltigkeitsstatus der Lieferbetriebe anhand des FSA-Fragebogens begonnen.

Im Frühjahr 2015 wurde der FSA-Fragebogen, eine betriebliche Selbsteinschätzung, im AGRANA-eigenen webbasierten Rohstoffinformationssystem (RIS) für Vertragslieferanten von Zuckerrüben in Österreich, Tschechien und der Slowakei abgebildet. Die Länder Rumänien und Ungarn wurden im ersten Schritt noch mittels eines Papierformulares in die Selbsteinschätzung einbezogen, für das Anbaujahr 2016 ist auch hier die Abwicklung über das

Details unter www.agrana.com/nachhaltigkeit/oekonomie/fussabdruck 2 Siehe AGRANA Geschäftsbericht 2015|16, Kapitel "Glossar"

1 Auf Basis der Daten des Geschäftsjahres 2014|15 berechnet.

RIS-Onlinetool vorgesehen. Insgesamt gelangten in den fünf AGRANA-Anbauländern von Mai bis Dezember 2015 rund 630 freiwillig von Zuckerrübenlieferanten beantwortete Fragebögen zur Auswertung. Die Antwortraten lagen je nach Land zwischen 7% und 34%.

Während die gesetzlichen Anbaubedingungen und Vertragsanbaubedingungen im Rübenanbau in den Ländern Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn dem SAI-Bronze-Status entsprechen, zeigte die betriebsindividuelle freiwillige Selbstauskunft ein noch erfreulicheres Nachhaltigkeitsbild: In Österreich und Ungarn konnten jeweils mindestens 50% der Betriebe Gold-Status, die restlichen Betriebe Silber-Status erreichen. In Tschechien erzielten sogar rund zwei Drittel der Lieferanten Gold-Status und ein Drittel Silber-Status, in Rumänien und der Slowakei war das Verhältnis umgekehrt. Das heißt, dass die Teilnehmer zusätzlich zu den EU- und im jeweiligen Land gültigen gesetzlichen Regelungen noch weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Betriebe umsetzen.

Für die österreichischen Landwirte wurde bereits ein interner Verifizierungsprozess auf Basis betriebsspezifisch gruppierter Zufallsstichproben dieser Selbstauskünfte erarbeitet und Anfang 2016 mit der Durchführung begonnen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Fragen korrekt verstanden wurden, und die Lieferanten erhalten die Möglichkeit, Feedback zu Inhalt und Ablauf der Selbstbeurteilung zu geben. Diese Erkenntnisse fließen dann in die Weiterentwicklung des SAI-Systems, aber auch in die kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Betriebe ein. Für das Anbaujahr 2016 wird die weitere freiwillige Teilnahme von Vertragsanbauern angestrebt.

Bewusstseinsbildung zu guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP)

Auch im Geschäftsjahr 2015|16 investierte AGRANA wieder intensiv in Bewusstseinsbildung zu GLP, z.B. im Rahmen des Programms "Mont Blanc", ihrer jährlichen Veranstaltung BETAEXPO für Vertragslandwirte und der Kulturberatung.

Das seit dem Geschäftsjahr 2012|13 geführte Effizienzsteigerungsprogramm "Mont Blanc", mit dem Ziel der Erhöhung des Zuckerertrages pro Hektar um bis zu 20% bis 2017, unterstützt Nachhaltigkeitsbestrebungen durch ressourcenschonenden Betriebsmitteleinsatz zum Vorteil von Landwirt, Umwelt und Gesellschaft. Thematischer Programmschwerpunkt im Jahr 2015, dem Internationalen Jahr des Bodens, war die Bodenfruchtbarkeit. Bei

den 62 Demonstrationsbetrieben im gesamten Anbaugebiet konnten sich Landwirte u. a. Anregungen zu Bodenbearbeitungssystemen holen. Eine gezielte Auswahl an Schaufeldern und Feldbegehungen während der Vegetationsperiode sowie eine Vielzahl von Feldversuchen, deren Ergebnisse systematisch zusammengefasst allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt wurden, sollten den Blick für Verbesserungsmöglichkeiten schärfen.

Unter dem Motto "Nachhaltiges L/liefern in Zukunft" stand die BETAEXPO im Juni 2015 zum 15. Mal ganz im Dienst der Vermittlung von GLP v. a. an AGRANA-Vertragslandwirte. Auf den rund 700 Schauparzellen am zwölf Hektar großen BETAEXPO-Gelände neben der Zuckerfabrik Tulln|Österreich wurden den rund 3.500 Besuchern Praxisbeispiele im Pflanzenbau für die AGRANA-Vertragskulturen sowie etwa die im Rahmen der RKI-Nachhaltigkeits-Challenge 2014 ausgezeichnete AGRANA-Zwischenfruchtmischung gezeigt.

Im Rahmen der BETAEXPO zeichnete AGRANA erstmals besonders nachhaltig wirtschaftende Vertragsanbauer u. a. aus den Bereichen Zuckerrübe und Bio-Zuckerrübe mit dem "AGRANA Sustainability Award" aus, um damit bei allen Lieferanten das Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltiger Wirtschaftsweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verstärken (siehe auch Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 38).

Biodiversität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

AGRANA setzt mit ihrem Kulturberaternetzwerk seit vielen Jahren auf partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ihren Vertragslieferanten. Im Rahmen des angebotenen Beratungsprogramms standen interessierten Landwirten im Geschäftsjahr 2015|16 wieder Seminare zum Thema "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" zur Verfügung, welche auch für ÖPUL1 angerechnet werden und bis auf den letzten Platz ausgebucht waren.

Im Geschäftsjahr 2015|16 wurden bereits 3.000 Hektar mit der Zwischenfruchtmischung der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, eines nicht gewinnorientierten Tochterunternehmens der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut zur Verfügung stellt, begrünt. Sie lockert den Boden, mobilisiert Nährstoffe, aktiviert das Bodenleben und erhöht die Biodiversität am Feld. Zusätzlich bieten die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.

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Informative "Süße Grüße"

Um die Bemühungen zu verantwortungsbewusstem Wirtschaften in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette auch für Kunden transparenter zu machen, hat AGRANA diese im Geschäftsjahr 2015|16 erstmals mit einem optisch unverwechselbaren Symbol auf den Verpackungen der "Wiener Zucker"-Produkte an Kunden und Konsumenten kommuniziert. Mit dem Slogan "Süße Grüße" in Form einer Briefmarke wird die nachhaltige Wirtschaftsweise der österreichischen Rübenbauern verdeutlicht. Informative Botschaften von Landwirten sollen Nachhaltigkeit für AGRANA-Kunden und Konsumenten erlebbar machen. Im Anbaujahr 2015 wurden auf zahlreichen Feldern in Rübenanbaugebieten Schautafeln mit "Süßen Grüßen" platziert.

Transport

Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Zuckerprodukten je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5% bis 10% auf den Carbon Footprint des Segmentes Zucker hat, versucht AGRANA trotzdem, auch Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2015|16 rund 37% der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte in Österreich mit rund 40% am höchsten lag.

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Zucker sank im Berichtsjahr 2015|16 gegenüber dem Vorjahr um rund 4,1%. Dies lag v. a. am im Vergleich zum Vorjahr generell günstigeren Kampagnenverlauf, d.h. einem höheren Zuckergehalt der Rüben, höherer Saftreinheit und einer kürzeren Kampagnendauer. In der ungarischen Zuckerfabrik in Kaposvár konnte im Rahmen der Kampagne 2015|16 rund 56,5% des Primärenergiebedarfes durch am Standort erzeugtes Biogas gedeckt werden. Daneben wurde ein Teil des in der Fabrik erzeugten Biogases über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu 750.000 m³ Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz verarbeitet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 300 Einfamilienhäusern.

Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt stieg aufgrund geringerer Eigenenergieversorgung nicht nur in Kaposvár|Ungarn, sondern auch in einigen anderen Werken um rund 12,4% gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt sanken die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt aufgrund des veränderten Energiemixes in der Berichtsperiode um rund 2,1% gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik auf Seite 22).

Nach der Einführung eines nach ISO 50001 zertifizierten Energiemanagementsystems an den österreichischen Produktionsstandorten der AGRANA Zucker GmbH im Jahr 2014 wurden im Geschäftsjahr 2015|16 die beiden Standorte in Tschechien zertifiziert. Bis zur Jahresmitte 2016 wird die Zertifizierung der verbliebenen Standorte in Rumänien, Ungarn und der Slowakei abgeschlossen.

Durchschnittlicher spez. direkter Energieeinsatz in der Veredelung in Zuckerfabriken1

Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 7f

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung

Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird teilweise mit der Zuckerrübe in die Fabrik gebracht. Die Rübe besteht zu rund 75% aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln verwendet als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 7f )

Segment Zucker
m³ pro Tonne Haupt
und Nebenprodukte
2015 16 2014 15 2013 14
Wassereinsatz 1,98 2,10 2,28
Abgabe 3,12 3,13 2,82

Die Verringerung des durchschnittlichen spezifischen Wassereinsatzes pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) von rund 5,6% ist v. a. auf die bewusstere Wassernutzung an den Standorten Kaposvár|Ungarn und Leopoldsdorf|Österreich zurückzuführen. Die durchschnittliche spezifische Wasserabgabe blieb hingegen unverändert gegenüber dem Vorjahr. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.

Abfall aus der Veredelung

Die Abfallmenge sank – absolut gesehen – um rund 1,8% gegenüber dem Vorjahr, aufgrund des im Berichtsjahr geringeren Produktausstoßes stieg die durchschnittliche spezifische Abfallmenge pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Zucker allerdings von 64 auf 75 Kilogramm.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 7f )

Segment Zucker
Tonnen
2015 16 2014 151 2013 141
Entsorgte Abfälle 163.068 166.014 138.031
davon gefährliche Abfälle 170 258 116
Abfall
pro Tonne Produkt 7,5% 6,4% 6,0%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,008% 0,010% 0,005%
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsart
Kompostierung 962 506 902
Energetische
Verwertung 442 746 792
Wiederverwendung 91.460 89.485 69.326
Recycling 19.781 2.973 7.942
Deponierung 50.418 72.303 59.002
Andere 5 1 66

Durchschnittliche spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) durch die Veredelung in Zuckerfabriken2

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Die Werte für 2013|14 und 2014|15 wurden gemäß der seit 2015|16 geltenden Definition von Abfall überarbeitet (siehe Inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 7f ).

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 7f

3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

25

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(Bio-)Diversität am ehemaligen Produktionsstandort

Wenngleich Biodiversität v. a. in AGRANAs vorgelagerter Lieferkette, in der Landwirtschaft, einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt darstellt, bemüht sich AGRANA auch an ihren eigenen Produktionsstandorten um den Schutz lokaler Ökosysteme und den Erhalt der Biodiversität.

So hat AGRANA die Absetzbecken auf dem Werksgelände ihrer 2006 stillgelegten Zuckerfabrik in Hohenau an der March|Österreich, in einem von der RAMSAR Convention on Wetlands1 definierten Gebiet mit hohem Biodiversitätswert, in Zusammenarbeit mit dem Verein AURING als Rastplätze für Wasservögel, v. a. aber für Watvögel, umgewidmet.

Im Herbst 2015 entschloss sich AGRANA zu einer weiteren gesellschaftlich wertvollen Nutzung des Areals in Hohenau an der March. Angesichts des anhaltend starken Zustroms von Asylsuchenden aus dem Mittleren Osten stellte AGRANA nach einer Adaptierung das Verwaltungsgebäude und Teile des AGRANA-Areals im Einvernehmen mit der Gemeinde für die Unterbringung von insgesamt 50 Asylwerbern, v. a. Familien aus Afghanistan, dem Irak und Syrien, zur Verfügung (siehe auch Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 41).

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2015|16 46,1 Mio. € (Vorjahr: 34,5 Mio. €) für Neu- und Ersatzinvestitionen aus:

  • █ Erweiterte Verdampfstation in Leopoldsdorf| Österreich ging mit Beginn der Rübenkampagne in Betrieb
  • █ Umgebaute und vergrößerte Melasseentzuckerungsanlage in Tulln|Österreich nahm erfolgreich den Betrieb auf
  • █ Volle Inbetriebnahme der Abpackungsanlagen des neuen Verpackungszentrums in Kaposvár|Ungarn

Konzernlagebericht 26 Segment Stärke

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte

Unterscheidung in Food-, Non-Foodund Feed-Bereich; native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Alkohole/ Bioethanol, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel)

Verarbeitete Rohstoffe

Mais, Weizen, Kartoffeln

Hauptmärkte

Zentral- und Osteuropa, schwerpunktmäßig Österreich und Deutschland, auch Spezialmärkte wie z.B. USA und VAE

Abnehmer

Food: Nahrungsmittelindustrie; Non-Food: Papier-, Textil- und Bauchemische Industrie, Pharmazeutische und Kosmetikindustrie, Mineralölindustrie; Feed: Futtermittelindustrie

Besondere Stärken

Gentechnikfrei und starker Bio-Fokus

Umsatz nach Hauptprodukten 2015|16

Das Segment Stärke umfasst mit der AGRANA Stärke GmbH die drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage). Zudem führt und koordiniert die Gesellschaft die internationalen Beteiligungen in den Bereichen Stärke und Bioethanol in Ungarn und Rumänien. Die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol inklusive Nebenprodukte) werden seit Beginn des Geschäftsjahres 2014|15 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Geschäftsentwicklung

Segment Stärke 2015 16 2014 15 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 728.730 708.233 2,9%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –7.164 –8.102 11,6%
Umsatzerlöse t€ 721.566 700.131 3,1%
EBITDA1 t€ 64.884 49.005 32,4%
Operatives Ergebnis t€ 42.846 27.038 58,5%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 22.981 27.093 –15,2%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 65.827 54.131 21,6%
EBIT-Marge % 9,1 7,7 1,4 pp
Investitionen2 t€ 28.151 13.743 104,8%
Mitarbeiter (FTEs)3 870 848 2,6%

Im Segment Stärke stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2015|16 um 3,1%. Hauptgrund dafür waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Ethanolpreise und daraus resultierend Umsatzzuwächse. Daneben wurden in der Produktgruppe der Stärken die Produktionskapazitäten vermehrt für margenstärkere modifizierte Produkte genutzt. Die Verfolgung der Spezialitätenstrategie brachte im Berichtsjahr auch deutliche Umsatzsteigerungen bei Säuglingsmilchnahrung und Bio-Produkten, sowohl durch Mengensteigerungen als auch aufgrund gefestiger Verkaufspreise. Das anhaltend niedrige Zuckerpreisniveau in Europa drückte auch auf die Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte, die Umsätze in dieser Produktkategorie konnten trotz Mehrmengen nicht das Vorjahresniveau erreichen. Die Nebenprodukterlöse lagen infolge des niedrigen Getreide- und Sojapreisniveaus leicht unter dem Vorjahreswert.

Die Rohstoffpreisentwicklung war auch heuer wieder volatil und insbesondere von der Wettersituation beeinflusst. Anhaltende Trockenheit im Sommer führte zwar lokal zu deutlichen Ernteausfällen bei Herbstfrüchten wie Mais und Kartoffeln und damit zu zwischenzeitlich höheren Preisen. Insgesamt konnten bei den Rohstoffkosten jedoch Einsparungen gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Auch die Energiekosten sanken im Berichtsjahr v. a. preisbedingt. Letztlich führten neben der verbesserten Kostensituation hauptsächlich die bereits erwähnten höheren Verkaufspreise (für Bioethanol) und größere Absatzmengen zu einer verbesserten Profitabilität des Segmentes Stärke.

  • 1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
  • 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
  • 3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs Full-time equivalents)

27

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In den österreichischen Werken wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen eines Projektes die gesamte Wertschöpfungskette optimiert. Durch Verbesserung der Produktionsprozesse und Organisationsänderungen mit dem Ziel einer Stärkung der Kundenorientierung gelang eine weitere Effizienzsteigerung.

Im Geschäftsjahr 2015|16 stieg der Umsatz der ungarischen, nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe geringfügig. Höheren Umsätzen bei Bioethanol standen gesunkene Verzuckerungsproduktverkaufserlöse gegenüber. Trotz geringerer Rohstoff- und Energiepreise lag das Ergebnis der Equity-Beteiligung aufgrund gesunkener Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte unter dem Vorjahr.

Marktumfeld

Die bestimmenden Marktumfeldfaktoren für das Segment Stärke im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Getreidepreise, die trotz regional starker Dürreereignisse eine stabile bzw.sogar fallende Tendenz aufwiesen, der Marktdruck bei Zucker sowie das hohe Ethanolpreisniveau auf den europäischen Märkten.

Die strategische Weiterentwicklung des Produkt- und Marktportfolios von AGRANA Stärke in Richtung Spezialisierung findet in der Ausweitung von umsatz- und margenstärkeren Stärkederivaten ihren deutlichen Niederschlag. Auch Bio-Stärken und der Bereich Säuglingsmilchnahrung trugen zur positiven Geschäftsentwicklung des Segmentes bei. Die Absatzsituation bei Stärken für technische Anwendungen (v. a. für Papier und Wellpappe) ist auf hohem Niveau stabil. Die Marktposition von AGRANA am europäischen Stärkemarkt konnte durch die Ergänzung des Portfolios um Weizenstärke merkbar ausgeweitet werden.

Obwohl das Angebot bei Getreide und Ölfrüchten durch die Dürre des Sommers 2015 regional wesentlich beeinflusst wurde, sorgten die international hohen Ernten bei Getreide, Eiweiß- und Ölfrüchten für einen Marktdruck auf die Nebenprodukterlöse.

Verzuckerungsprodukte

Die Isoglukosequote der EU-28 betrug im Zuckerwirtschaftsjahr 2015|16 rund 720.000 Tonnen, wobei auf die HUNGRANA (100%) mit 250.000 Tonnen der größte Anteil entfiel.

Bei den Verzuckerungsprodukten waren die Preisrückgänge als Folge der gesunkenen Notierungen für Weltmarktzucker und des verstärkten Wettbewerbes um Marktanteile in Erwartung der Liberalisierung des europäischen Marktes nach dem Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung im September 2017 erheblich.

Bioethanol (inklusive wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen)

Trotz des dramatischen Preisverfalles bei Rohöl, Benzin und Diesel konnten sich die Märkte für Treibstoffethanol im abgelaufenen Jahr gut behaupten. Dies war Folge einer knappen Versorgungslage und nicht ausreichend gegebener Importmöglichkeiten aufgrund der Euro-Schwäche und des Außenschutzes. Zusätzlich sorgten die gesetzlichen Beimischverpflichtungen dafür, dass Ethanol trotz höherem Preis auf eine entsprechende Nachfrage traf.

Nach jahrelangen Verhandlungen wurde im April 2015 die Debatte über die iLUC-Thematik ("Indirect Land Use Change" bzw. indirekte Landnutzungsänderungen) bei Biokraftstoffen durch eine Einigung im Europäischen Parlament beendet. Die 7%ige Deckelung der Beimischung von Biokraftstoffen der ersten Generation wird stabilere Rahmenbedingungen als zuletzt für die Zeit bis 2020 bringen. AGRANA profitiert von den Synergien der Produktion von Nahrung, Futtermitteln und Energie sowie der kaskadischen Nutzung der eingesetzten Rohstoffe. So reduziert das Nebenprodukt ActiProt®, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, den Bedarf an Sojaimporten aus Übersee. AGRANA verwendet für die Bioethanolproduktion ausschließlich den europäischen Nachhaltigkeitskriterien entsprechende, regionale Futtergetreideüberschüsse.

Rohstoff und Produktion

Der Internationale Getreiderat (IGC1) sieht die weltweite Getreideerzeugung im Getreidewirtschaftsjahr 2015|162 bei rund 2 Mrd. Tonnen, damit leicht unter dem Vorjahresniveau, aber dennoch über dem erwarteten Verbrauch. Die weltweite Weizenproduktion wird auf 732 Mio. Tonnen (Vorjahr: 728 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 719 Mio. Tonnen) geschätzt, die globale Maiserzeugung auf 969 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.016 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 971 Mio. Tonnen). Die gesamten Getreidelagerbestände werden aufgrund der guten Weizenernte um rund 16 Mio. Tonnen mit 465 Mio. Tonnen über Vorjahresniveau erwartet.

Der günstigeren Versorgungssituation v. a. bei Weizen folgend, sind die Getreidenotierungen im Jahresverlauf gesunken (Weizen) bzw.stabil (Mais) geblieben. Am 29. Februar 2016 lag der Preis an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) für Mais und Weizen bei rund 147 € pro Tonne (entsprechende Vorjahresnotierungen: Mais 148 € und Weizen 185 € pro Tonne).

Kartoffeln

In der Kampagne 2015 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 104 Tagen (Vorjahr: 122 Tagen) witterungsbedingt trotz gleichbleibendem Kontraktumfang eine deutlich unter dem Vorjahr liegende Stärkekartoffelmenge verarbeitet. Die durchschnittlichen Hektarerträge lagen bei rund 26 Tonnen (Vorjahr: 40 Tonnen) und der durchschnittliche Stärkegehalt lag wie im Vorjahr bei 17,3%. Der Bio-Anteil betrug, gemessen an der Einsatzmenge, rund 4% (Vorjahr: rund 3%). Für das Anbaujahr 2016 plant AGRANA eine Stärkekartoffelkontraktmenge auf Höhe des Vorjahres und damit bei Durchschnittserträgen eine höhere Verarbei-

tungsmenge. Im Bereich Speiseindustriekartoffeln wurde für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten eine mit dem Vorjahr vergleichbare Rohstoffmenge verarbeitet, wobei der Bio-Anteil bei rund 26% (Vorjahr: rund 21%) lag.

Mais und Weizen

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich und Rumänien lag im Geschäftsjahr 2015|16 aufgrund der witterungsbedingt geringeren Nassmaisverarbeitung leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, zertifiziert gentechnikfreier Mais) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 31%.

In der Weizenstärkeanlage am Standort Pischelsdorf| Österreich wurde im Geschäftsjahr 2015|16 im Vorjahresvergleich eine um 14% höhere Rohstoffmenge und erstmals auch bio-zertifizierter Weizen für die Verarbeitung zu Weizenstärke eingesetzt.

Im Bioethanolwerk Pischelsdorf lag die Verarbeitung von Mais, Weizen und Tritikale etwas unter dem Vorjahresniveau. Aus der Ernte 2015 wurden über Vorverträge mit Landwirten rund 50.700 Tonnen Ethanolweizen und -tritikale kontrahiert. Für die Ernte 2016 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

In Ungarn (HUNGRANA, nach der Equity-Methode einbezogen) konnte die gesamte Maisverarbeitung 2015|16 (100%) auf einem Niveau von über einer Million Tonnen moderat gesteigert werden. Die Nassmaisverarbeitung wurde Ende November 2015 deutlich unter dem Vorjahresniveau abgeschlossen.

€ pro Tonne (Warenterminbörse Paris, NYSE Euronext Liffe)

2 Getreidewirtschaftsjahr: 1.Juli 2015 bis 30.Juni 2016

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Nachhaltigkeit im Segment Stärke

Ökonomischer Fußabdruck1

123,8 Mio. € direkte Bruttowertschöpfung

333,1 Mio. € Gesamtbruttowertschöpfung

Durch 1 AGRANA-Arbeitsplatz 5 weitere in anderen Unternehmen

Ziele in der Lieferkette 2015|16 Einführung des SAI-FSA im Kartoffelvertragsanbau

Umweltziele 2020|21

Einsparung von 50 GWh durch Effizienzmaßnahmen in Anlagen

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/ wertschoepfungskette/ staerke

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Im Segment Stärke wurde im Geschäftsjahr 2015|16 an der Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, konkret für aus Vertragsanbau in Österreich und Tschechien bezogene Kartoffeln, gearbeitet. Im Rahmen des Abgleichs der Cross Compliance-Vorgaben2 der EU und der gesetzlichen Vorgaben der Anbauländer Österreich und Tschechien mit den Anforderungen der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) konnte dem Kartoffelanbau in Österreich und Tschechien von SAI der Bronze-Status verliehen werden. Basierend auf dem Farm Sustainability Assessment (FSA), einem Fragebogen zur betrieblichen Selbstbewertung der SAI, wurde der tatsächliche Nachhaltigkeitsstatus von AGRANAs Kartoffellieferanten evaluiert.

Um diesen darstellen zu können, wurde im Frühjahr 2015 der FSA-Fragebogen im AGRANAeigenen webbasierten Rohstoffinformationssystem (RIS) für Vertragslieferanten abgebildet und für österreichische Kartoffelanbauer zur Selbstbewertung freigeschaltet. Insgesamt nahmen rund 15% der Kartoffellieferanten freiwillig an der Selbstbewertung teil. Über 50% erzielten Gold-Status, der Rest Silber-Status. Das bedeutet, dass die Teilnehmer zusätzlich zu den EU- und im jeweiligen Land gültigen gesetzlichen Regelungen noch weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Betriebe umsetzen.

Anfang 2016 führte AGRANA einen internen Verifizierungsprozess im Rahmen einer betriebsspezifisch gruppierten Zufallsstichprobe durch, um sicherzustellen, dass die Fragen korrekt verstanden und beantwortet wurden, und um den Bauern die Möglichkeit zu geben, Feedback zu Inhalt und Ablauf der Selbstbeurteilung zu geben. Diese Erkenntnisse fließen in die Umsetzung der Selbstbewertung in Tschechien im Geschäftsjahr 2016|17, die Weiterentwicklung des SAI-Systems und natürlich auch in die kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Betriebe ein (siehe auch Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 37f ).

Bei der Beschaffung von Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf nach dem International Sustainability and Carbon Certificate (ISCC) und nach RedCert-EU zertifizierte Rohstoffe.

BETAEXPO – Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen

Im Juni 2015 stand die BETAEXPO, Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen, unter dem Motto "Nachhaltiges L/liefern in Zukunft" zum 15. Mal im Dienst der Vermittlung guter landwirtschaftlicher Praxis, u. a. im Pflanzenbau für die AGRANA-Vertragskulturen Kartoffel und Getreide.

Biodiversität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Das im Sommer 2013 gestartete Projekt zum Schutz von Fledermäusen im Waldviertel| Österreich (siehe Geschäftsbericht 2014|15, Seite 64) zeigte bei Bestandskontrollen 2015 Erfolge durch die zunehmende Besiedelung der Ersatzquartiere, v. a. durch Mopsfledermäuse, eine nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie besonders schützenswerte Art. Ein im Bereich des Fledermaus-Schutzes ganz besonders aktiver AGRANA-Kartoffellieferant durfte sich für sein Engagement über die Auszeichnung mit dem AGRANA Sustainability Award 2015 freuen.

1 Auf Basis der Daten des Geschäftsjahres 2014|15 berechnet.

Details unter www.agrana.com/nachhaltigkeit/oekonomie/fussabdruck

2 Siehe AGRANA Geschäftsbericht 2015|16, Kapitel "Glossar"

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke sank in der Berichtsperiode 2015|16 gegenüber dem Vorjahr um rund 2,2%. Ein wichtiger Grund dafür war die Reduktion des Erdgasverbrauches in Pischelsdorf|Österreich durch die Erhöhung des Ferndampfanteils am Energiemix.

Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt im Segment Stärke stieg hingegen um rund 8,3% im Vergleich zum Vorjahr, v. a. bedingt durch die bereits erwähnte Änderung am Energiemix in Pischelsdorf|Österreich und die im Durchschnitt erhöhte Veredelungstiefe am Standort Aschach|Österreich.

In Summe reduzierten sich die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch damit pro Tonne Produkt um rund 5,6% gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik auf Seite 29).

Im Herbst 2014 wurde an den österreichischen Stärkeproduktionsstandorten Aschach, Gmünd und Pischelsdorf ein Energiemanagementsystem eingeführt und nach ISO 50001 zertifiziert. Im Rahmen einer kontinuierlichen Verbesserung hat sich das Segment Stärke standortindividuelle Effizienzverbesserungen, konkret die Reduktion von 50 GWh im Rahmen von Effizienzsteigerungsprojekten in einzelnen Anlagenteilen bis 2020|21, zum Ziel gesetzt. Im Geschäftsjahr 2015|16 wurden rund 5 GWh dieses Einsparungszieles im Rahmen von mehreren Projekten, z.B. einer Optimierung in der Destillation in Pischelsdorf|Österreich, realisiert.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung

In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt. Ein Beispiel dazu ist die kombinierte Bioethanol- und Weizenstärkeproduktion am Standort Pischelsdorf|Österreich. Die Bioethanolerzeugung kommt seit der Inbetriebnahme der Weizenstärkefabrik im Regelbetrieb ohne Frischwasser aus, da das zur Einmaischung notwendige Wasser durch Dampfkondensat bzw. den Slurry der Weizenstärkefabrik zugeführt wird.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 7f )

Segment Stärke 2015 16 2014 151 2013 14
m³ pro Tonne Haupt
und Nebenprodukte
Wassereinsatz 3,83 4,34 4,56
Abgabe 4,35 4,92 4,64

Der durchschnittliche spezifische Wassereinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag in der Berichtsperiode 2015|16 rund 11,7% unter dem Vorjahr, was v. a. an der Installation einer Wasserrückgewinnung aus dem Stärkeslurry in Pischelsdorf|Österreich lag. Die im Vergleich zum Vorjahr um rund 11,6% niedrigere Wasserabgabe ist u. a. auf die geringeren Niederschlagsmengen und die kurze Kampagnendauer in Gmünd|Österreich zurückzuführen.

Durchschnittlicher spez. direkter Energieeinsatz in der Veredelung in Stärkefabriken2

Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Korrektur der Werte 2014|15 aufgrund eines Fehlers in der Datenerfassung 2014|15

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 7f

3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

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Abfall aus der Veredelung

Die spezifische Abfallmenge aus der Veredelung pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) war im Geschäftsjahr 2015|16 um 22,3% höher als im Vorjahr. Die Veränderung ist v. a. durch den erhöhten Anfall von Klärschlamm begründet.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 7f )

Segment Stärke 2015 16 2014 15 2013 14
Tonnen
Entsorgte Abfälle 17.665 14.351 13.098
davon gefährliche Abfälle 21 28 68
Abfall
pro Tonne Produkt 1,6% 1,3% 1,3%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,002% 0,003% 0,007%

Entsorgte Abfälle

nach Entsorgungsart
Kompostierung 13.030 10.337 8.462
Energetische
Verwertung 1.490 1.120 1.609
Wiederverwendung 700 0 207
Recycling 377 638 950
Deponierung 4 0 0
Andere 2.064 2.256 1.870

Im Herbst 2015 nahm die AGRANA Stärke GmbH eine Aktualisierung ihrer nachhaltigkeitsrelevanten Daten im Rahmen der Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. AGRANA Stärke GmbH konnte sich vom Silber-Status im Jahr 2014 auf Gold-Status verbessern und gehört mit diesem Ergebnis zu den 5% der Top-Performer, die von EcoVadis bewertet wurden.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2015|16 28,2 Mio. € (Vorjahr: 13,7 Mio. €):

  • █ Projekt Werksausbau in Aschach|Österreich: Behördenverhandlungen abgeschlossen, Detailplanung läuft, Baufeldfreimachung begonnen
  • █ Im Werk Gmünd|Österreich wurde eine Trockenmischanlage für Säuglingsmilchnahrung errichtet
  • █ Umbauten in der Extruderanlage am Standort Gmünd für die Erzeugung thermoplastischer Stärke durchgeführt
  • █ Projekt zur Kapazitätserhöhung und Energieeinsparung mit Inbetriebnahme eines neuen Wärmetauschers in Pischelsdorf|Österreich umgesetzt

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2015|16 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100%) Investitionen im Ausmaß von 16,8 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €) getätigt.

Durchschnittliche spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) durch die Veredelung in Stärkefabriken1

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 7f

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Konzernlagebericht 32 Segment Frucht

Basics zum Segment Frucht

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte

Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe

Verarbeitete Rohstoffe

Früchte (Hauptrohstoff für Fruchtzubereitungen: Erdbeeren; Rohstoffe für Fruchtsaftkonzentrate: Äpfel und Beeren)

Hauptmärkte Weltweit tätig

Abnehmer

Molkerei-, Eiscreme-, Backwaren-, Food Service- und Getränkeindustrie

Besondere Stärken

Maßgeschneiderte, innovative Produkte

Umsatz nach Produkt-

Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt betrieb das Segment zum Bilanzstichtag 24 Produktionsstandorte in 19 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten.

Geschäftsentwicklung

Segment Frucht 2015 16 2014 15 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 1.084.085 1.062.510 2,0%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –648 –267 –142,7%
Umsatzerlöse t€ 1.083.437 1.062.243 2,0%
EBITDA1 t€ 101.676 103.556 –1,8%
Operatives Ergebnis t€ 61.876 65.280 –5,2%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ –3.054 –6.672 54,2%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 58.822 58.608 0,4%
EBIT-Marge % 5,4 5,5 –0,1 pp
Investitionen2 t€ 41.730 42.990 –2,9%
Mitarbeiter (FTEs)3 5.455 5.405 0,9%

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stieg um rund 8%, was einerseits auf gestiegene Verkaufspreise, verstärkt durch vorteilhafte Fremdwährungseffekte (v. a. USD, CNY, KRW und EGP), und andererseits auf eine Absatzsteigerung von rund 4% zurückzuführen war. Umsatztreiber waren v. a. die Regionen Nordamerika und Asien/Australien, Absatzsteigerungen gab es in allen AGRANA-Regionen mit Ausnahme von Nordamerika.

Erfreulich ist, dass in der EU als umsatzmäßig bedeutendste Region trotz des rückläufigen Marktes höhere Mengen abgesetzt werden konnten. Auch durch einen guten Produktportfoliomix wuchs v. a. das Geschäft in Frankreich. In Nordamerika lag der Absatz auf Vorjahresniveau, die Volumina im Eiscremebereich konnten aber erhöht werden. Der "Greek Yoghurt"-Trend bietet nach wie vor gute Wachstumsmöglichkeiten. In der Region Osteuropa gab es ein differenziertes Bild: Während in Russland mehr Mengen verkauft wurden, lagen die Absätze in der Ukraine unter dem Vorjahr. In Lateinamerika wurden im Jahresvergleich mehr Fruchtzubereitungen verkauft – Haupttreiber war hier Mexiko, während sich die wirtschaftliche Situation in Brasilien negativ auf die Absatzentwicklung auswirkte.

Betreffend Kundenstruktur gab es nicht nur im Bereich Molkereien eine positive Umsatz- und Absatzentwicklung. Auch die Diversifizierung in Richtung Fruchtzubereitungen für Food Service-, Backwaren- und Eiscreme-Kunden wurde weiter forciert und Mengen und Umsatzerlöse konnten in diesen Bereichen gesteigert werden.

  • 1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
  • 2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
  • 3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs Full-time equivalents)

33

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Ergebnismäßig verzeichnete der Bereich Fruchtzubereitungen über alle Regionen hinweg einen deutlich positiven Geschäftsverlauf. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen von –3,1 Mio. € ist primär auf das Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad| Belgien, zurückzuführen, wobei der Großteil der damit zusammenhängenden Einmalkosten bereits im Konzernjahresabschluss 2014|15 bilanziert wurde. Einige Aktivitäten der Dirafrost in Belgien wurden eingestellt und verlagert; ein Hauptziel des Projektes war die Verbesserung der Effizienz in der Produktion von gefrorenen Früchten und Fertigprodukten. 2014|15 hatten v. a. die Schließungskosten des Werkes Kröllendorf/ Allhartsberg|Österreich und dessen Produktionsverlagerung nach Gleisdorf|Österreich das EBIT mit –6,7 Mio. € belastet.

Der Umsatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war im Geschäftsjahr 2015|16 deutlich rückläufig. Dies war hauptsächlich auf den Preisverfall bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2014, aber auch auf niedrigere Absatzmengen zurückzuführen. AUSTRIA JUICE ist global tätig, wobei die EU den Kernabsatzmarkt darstellt. Weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland sowie der Mittlere und Ferne Osten. Das im chinesischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat wird v. a. nach Japan, USA, Russland und Australien, aber auch nach Europa geliefert.

Die Fruchtsaftkonzentratpreise waren im abgelaufenen Geschäftsjahr volatil, wobei in Summe aus der Ernte 2014 eine stark sinkende Tendenz, v. a. beim Apfel, festzustellen war. In der Kampagne 2015 verzeichnete AUSTRIA JUICE sowohl bei den Rohstoffpreisen als auch bei den Marktpreisen eine Stabilisierung. Dieser Trend war auch bei Buntsaftkonzentraten zu beobachten.

Die Integration von AGRANA Juice und Ybbstaler in die AUSTRIA JUICE verlief planmäßig und konnte mit dem Merger der beiden polnischen Gesellschaften und der Etablierung eines Profit-Centers für das Fruchtweingeschäft am Standort Bingen|Deutschland abgeschlossen werden.

Marktumfeld

Im Fruchtzubereitungsgeschäft steht einem weiterhin geringfügigen Nachfragerückgang in der EU ein solides Wachstum in den außereuropäischen Märkten gegenüber. Die Marktentwicklung der Retail-Volumina an Trink- und Fruchtjoghurts zeigte im Kalenderjahr 2015 weltweit ein durchschnittliches Wachstum von rund 4% (Quelle: Euromonitor), wobei der Konsum in Europa, Osteuropa (Ukraine und Russland) und im asiatischpazifischen Raum einen Rückgang aufwies. Zudem verlangsamen makroökonomische und politische Probleme die Marktentwicklung in den Regionen Naher und Mittlerer Osten und Argentinien. Dennoch konnte AGRANA in allen Regionen, mit Ausnahme von Nordamerika, eine positive Absatzentwicklung im Vorjahresvergleich erzielen.

Im Geschäftsjahr 2015|16 standen v. a. die Trends Gesundheit, Naturbelassenheit, Genuss und Convenience im Fokus. Konsumenten suchen nach neuen Geschmacksvariationen und legen besonderen Wert auf Produkte, die natürliche Inhaltsstoffe und einen hohen Fruchtanteil aufweisen. Des Weiteren werden auch Produkte nachgefragt, die einen natürlichen Energieschub bieten und den gesunden Lebensstil unterstreichen. Auch der "Greek"-Trend bestimmt den Joghurtmarkt weiterhin, v. a. durch die vielseitige Einsetzbarkeit in Hinblick auf Zielgruppe, Variationen oder Essenszeit. Entgegen dem Gesundheitstrend sind andere Konsumenten auch auf der Suche nach sogenannten "Brown Flavours" (Schokolade, Karamell, Nougat) als Bestandteil ihres Desserts. Hier steht der Genuss im Vordergrund.

Im Konzentratgeschäft ist der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt ungebrochen. Bei hochfruchtsafthaltigen Getränken ist die Konsumentwicklung in Westeuropa weiterhin leicht rückläufig, konnte sich aber im für Apfelsaftkonzentrat wichtigsten Markt Deutschland stabilisieren. Das Preisniveau für Fruchtsaftkonzentrate hat sich in Europa trotz sehr guter Ernteprognosen im Jahr 2015 sowie handelspolitischer Einflüsse auf die Rohstoffmärkte (Ukraine und Russland) und deren Preisgefüge im Herbst 2015 erholt.

Rohstoff und Produktion

Die Rohstoffbeschaffung im Geschäftsjahr 2015|16 war einerseits makroökonomisch bedingt und andererseits auch witterungsbedingt durch außergewöhnliche Volatilitäten und zum Teil kritische Versorgungssituationen gekennzeichnet.

Nach guten Ernten zu Beginn des Kalenderjahres 2015 und daraus resultierend einer guten Versorgungslage und moderaten Rohstoffpreisen hat v. a. der ungewöhnlich heiße Sommer bei Beeren- und Steinfrüchten zu Versorgungsengpässen mit Preiserhöhungen geführt, die sich auch im Fruchtrohstoffportfolio der AGRANA auswirkten.

Nachhaltigkeit im Segment Frucht

Ökonomischer Fußabdruck1

284,3 Mio. € direkte Bruttowertschöpfung

860,2 Mio. € Gesamtbruttowertschöpfung

Durch 1 AGRANA-Arbeitsplatz 3 weitere in anderen Unternehmen

Ziele in der Lieferkette

2015|16 Ermittlung des Nachhaltigkeitsstatus bei Fruchtlieferanten anhand definierter internationaler Zertifizierungen

Umweltziele 2020|21 Fruchtzubereitungen:

Direkter und indirekter Energieeinsatz von 1,72 GJ pro Tonne Produkt

Fruchtsaftkonzentrate:

Direkter und indirekter Energieeinsatz von 3,43 GJ pro Tonne Produkt

Wassereinsatz von 4,21 m³ pro Tonne Produkt

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/ wertschoepfungskette/ frucht

Die Währungsentwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar hat den Einkauf von tropischen Früchten sowie von weltweit gesourceten Ingredienzien (z.B. Pektin) verteuert.

Währungsrisiken im Einkauf, die nur durch ein lokales Rohstoffmanagement ausgeglichen werden konnten, gab es auch in anderen Ländern mit hoher Inflation wie in Russland, der Ukraine oder Lateinamerika.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen in den Hauptverarbeitungsregionen in Europa (Polen und Ungarn) unter den Mengen des Vorjahres. Die trockenen Frühlings- und Sommermonate führten zu erheblichen Rohstoffpreissteigerungen zu Beginn der Apfelverarbeitungssaison, die bis in den November anhielten. Gegen Ende des Geschäftsjahres war allerdings wieder ein Abwärtstrend bei den Rohstoffpreisen zu beobachten. Die europäischen Fruchtsaftkonzentratwerke waren in der Kampagne 2015 durchschnittlich ausgelastet. In China verlief die Produktionssaison im Wesentlichen plangemäß auf Vorjahresniveau.

Die Beerenverarbeitungssaison war in Summe von guten Mengenverfügbarkeiten bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Die Preise für die wichtigsten Rohstoffe (Erdbeere, Sauerkirsche, Schwarze Johannisbeere; ausgenommen Himbeere) lagen über dem Vorjahr.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Auch im Segment Frucht wurde im Geschäftsjahr 2015|16 an der Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte gearbeitet.

Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bzw. dessen zuständige Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS), Wien, hatte sich für das Geschäftsjahr 2015|16 zum Ziel gesetzt, den Zertifizierungsstand nach definierten Nachhaltigkeitsstandards bei ihren Lieferanten für Früchte und Vorprodukte zu dokumentieren. Im Berichtsjahr verfügten 12,4% der von AFS beschafften Rohstoffe über eine Nachhaltigkeitszertifizierung, wobei der größte Teil auf Bio- sowie nach Rainforest Alliance (RFA) und nach einem branchenweit bedeutenden Kundenstandard zertifizierte Rohstoffe entfiel. Allerdings besteht für die genannten Standards noch kein Abgleich mit den Anforderungen des Farm Sustainability Assessments (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI), der den Rohstoffbezug im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen in einen konzernweiten Vergleichsrahmen setzen könnte. Daneben verfügt AFS auf Kundenwunsch über weiteres Potenzial zur Beschaffung nachhaltigkeitszertifizierter Rohwaren von rund 13,6%. Da die Beschaffung im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ausschließlich nach Kundenspezifikation erfolgt, wird die weitere Entwicklung zertifizierter Rohstoffvolumina von diesen Kundenanforderungen abhängen.

Bei der Beschaffung von Vertragslandwirten hat der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen in Mexiko und Fidschi weiter erfolgreich an der Verbesserung von Sozial- und Umweltstandards in der Lieferkette gearbeitet.

Das im August 2013 gestartete, im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft mit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit geförderte Projekt zur Unterstützung der Zertifizierung von Erdbeer- und Brombeerlieferanten nach dem Rainforest Alliance-Standard (RFA) in Jacona/ Michoacán|Mexiko wurde im Geschäftsjahr 2015|16 fortgesetzt. Die Flächen für Erdbeeren wurden um rund 72% gesteigert und neue Flächen für Stachelannone und Himbeeren zertifiziert. Im Rahmen des jährlichen RFA-Awards in Mexiko wurde AGRANA für ihre Schulungs- und Beratungsmaßnahmen gemeinsam mit ihren Fruchtlieferanten als Unternehmen mit dem höchsten Ergebnis beim ersten Zertifizierungsaudit ausgezeichnet. Auch "Aneberries", die Interessenvertretung der mexikanischen Beerenproduzenten, präsentierte das AGRANA-Projekt als Best Practice-Beispiel auf ihrer Jahreskonferenz.

1 Auf Basis der Daten des Geschäftsjahres 2014|15 berechnet. Details unter www.agrana.com/nachhaltigkeit/oekonomie/fussabdruck

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Aufgrund des Erfolges in Mexiko startete AGRANA Ende 2014 ein weiteres, ebenfalls gefördertes Projekt auf Fidschi. Auf der Südseeinsel unterstützt AGRANA Kleinbauern bei der Gruppenzertifizierung von meist auf Gemeinschaftsland kultivierten Bananen nach dem international anerkannten Bio-Standard ACO (Australian Certified Organic). Zur Förderung der Dorfgemeinschaften sowie der Unterstützung und Weiterentwicklung der Bananenbauern hat AGRANA im Jahr 2015 gemeinsam mit der lokalen NGO PCDF (Partner in Community Development Fiji) ein auf zwei Jahre ausgelegtes Schulungsprogramm für eine ökologische Wirtschaftsweise gestartet. Im Rahmen von Agroforstwirtschaft1 ernten die 130 teilnehmenden Bauern aus sieben Dörfern Bananen und liefern sie zu Sammelpunkten, wo sie im Auftrag von AGRANA zur Verarbeitung ins Werk transportiert werden. Einen Teil der Ernte verkaufen die Bauern auf dem lokalen Markt, um diesen mit heimischen Produkten zu beleben und zusätzliches Einkommen zu generieren. Ende des Geschäftsjahres 2015|16 wurde am AGRANA-Betriebsgelände eine zusätzliche Produktionshalle mit einer neuen Anlage zur Herstellung von Pürees, die den hohen europäischen und amerikanischen Qualitäts- und Produktsicherheitsanforderungen genügt, fertiggestellt. Neben der durchgehenden Produktion von Bio-Bananen-Pürees sollen saisonal auch Mangos und Guaven aus Wildsammlung (wild harvest) zu Püree verarbeitet werden. Der Ende Februar 2016 auf den Fidschi-Inseln wütende Zyklon Winston verschonte zwar die AGRANA-Produktionsstätten weitgehend, allerdings wird das Rohstoffangebot im ersten Halbjahr 2016 reduziert sein und das Ziel der weiteren Einbindung von 300 Bauern sich gegebenenfalls etwas verzögern.

Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, bezieht er doch einen Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Händler. Dies ist die Folge national historisch gewachsener Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen.

Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern. In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten, für deren Kultivierung rund 60% bis 80% weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperioden erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien, die mit einer Preisprämie durch AUSTRIA JUICE honoriert werden. 2007 wurde in Polen ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten im Berichtsjahr 2015|16 rund 8% der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird im Geschäftsjahr 2016|17 begonnen, wie auch in den Segmenten Zucker und Stärke, das Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) einzuführen.

Durchschnittlicher spez. direkter Energieeinsatz in der Veredelung in Fruchtwerken2

Gigajoule (GJ) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Siehe AGRANA Geschäftsbericht 2015|16, Kapitel "Glossar"

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 7f

3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) sank im Segment Frucht im Geschäftsjahr 2015|16 um rund 3,8% gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik auf Seite 33). Dies ist v. a. auf die Reduktion des Erdgasanteils zugunsten eines höheren Dampf- und Stromeinsatzes im Bereich Fruchtsaftkonzentrate zurückzuführen. Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz im Segment Frucht blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt des Segmentes Frucht sanken daher im Einklang mit dem Energieeinsatz um rund 3,1% gegenüber dem Vorjahr.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung

Der Rückgang des durchschnittlichen spezifischen Wassereinsatzes pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Frucht um rund 2,9% bzw. der Wasserabgabe um rund 5,5% in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahr ist v. a. auf die Einführung von Aufbereitungsanlagen zur Nutzung von Wasser im Kreislaufsystem im Bereich Fruchtsaftkonzentrate zurückzuführen.

Wassernutzung und -abgabe in der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 7f )

Segment Frucht 2015 16 2014 15 2013 14
m³ pro Tonne Haupt
und Nebenprodukte
Wassereinsatz 4,04 4,16 3,89
Abgabe 3,77 3,99 3,91

Abfall aus der Veredelung

Die spezifische Abfallmenge pro Tonne Produkt (Hauptund Nebenprodukte) lag im Geschäftssegment Frucht im Berichtsjahr 2015|16 mit 54 Kilogramm im Schnitt der letzten beiden Geschäftsjahre.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

(in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 7f )

Segment Frucht 2015 16 2014 151 2013 141
Tonnen
Entsorgte Abfälle 46.617 45.699 37.227
davon gefährliche Abfälle 37 15 206
Abfall
pro Tonne Produkt 5,4% 5,6% 5,3%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,004% 0,002% 0,029%

Entsorgte Abfälle

nach Entsorgungsart

Kompostierung 4.064 3.359 6.243
Energetische
Verwertung 392 341 686
Wiederverwendung 17.767 19.986 12.558
Recycling 14.895 14.082 8.971
Deponierung 9.804 7.817 5.506
Andere 126 113 3.263

Durchschnittliche spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) durch die Veredelung in Fruchtwerken2

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Die Werte für 2013|14 und 2014|15 wurden gemäß der seit 2015|16 geltenden Definition von Abfall überarbeitet (siehe Inhaltliche Berichtsgrenzen, Seite 7f ).

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 7f

3 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

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Investitionen

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 41,7 Mio. € (Vorjahr: 43,0 Mio. €) und betrafen sowohl Kapazitätserweiterungen als auch Instandhaltungsmaßnahmen:

  • █ Installation eines weiteren IQF1-Tunnels in Mexiko
  • █ Fertigstellung der Erweiterung und Erneuerung der Containerreinigungsanlage bei AGRANA Fruit in Australien
  • █ Erfolgreicher SAP-Roll-Out bei AGRANA Fruit in Brasilien
  • █ Neue Produktionslinie für Bananen auf Fidschi

Nachhaltigkeit bei AGRANA

Ökonomischer Fußabdruck1

510,6 Mio. € direkte Bruttowertschöpfung

1,5 Mrd. € Gesamtbruttowertschöpfung

Rund 8.700 AGRANA-Arbeitsplätze generierten 31.000 weitere in anderen Unternehmen

Ziele in der Lieferkette

2015|16 SAI-FSA Einführung im Rüben- und Kartoffelvertragsanbau

Segmentsindividuelle Umweltziele 2020|21

Reduktion des direkten und indirekten Energieeinsatzes pro Tonne Produkt

Reduktion des Wassereinsatzes pro Tonne Produkt

Wertschöpfungskette

www.agrana.com/ nachhaltigkeit/ wertschoepfungskette

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:

Wir bei AGRANA…

  • █ verwerten annähernd 100% der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren;
  • █ achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind;
  • █ leben langfristige Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden.

AGRANAs Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2015|16

Die Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit sind in folgende Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette gegliedert:

  • █ Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • █ Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • █ Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • █ Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • █ Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • █ Gesellschaftliches Engagement

AGRANA hat wie in den Vorjahren auch im Berichtsjahr 2015|16 intensiv an der weiteren Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die operativen Geschäftsabläufe gearbeitet. Wesentliche Schritte wurden v. a. in der Umsetzung von AGRANAs Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte gesetzt, aber auch die Implementierung der Energiepolitik des Unternehmens wurde weiter vorangetrieben. Daneben war AGRANA im laufenden Austausch mit ihren Stakeholdern und wieder in diversen nachhaltigkeitsrelevanten Brancheninitiativen tätig.

Ökonomischer Fußabdruck der AGRANA-Gruppe

Im Bereich Nachhaltigkeit stand für AGRANA – als energieintensives Industrieunternehmen – viele Jahre der ökologische Aspekt der Geschäftstätigkeit im Fokus. Daneben wurden auch Arbeitsbedingungen im eigenen Bereich sowie in der Lieferkette und Compliance-Aspekte betrachtet. Im Geschäftsjahr 2015|16 wurde erstmals auch der Wertschöpfungs- und Beschäftigungsbeitrag genauer untersucht.

Methodik

Basierend auf den Geschäftsdaten des Jahres 2014|15, in denen AGRANA in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht in 25 Ländern mit rund 8.700 Mitarbeitern weltweit rund 2,5 Mrd. € Umsatz erwirtschaftete, berechnete "Economica Institut für Wirtschaftsforschung" die aus der Tätigkeit resultierenden Bruttowertschöpfungs- sowie Beschäftigungseffekte.

Die Studie beruht methodisch auf einer Input-Output-Analyse. Unter Nutzung einer weltweiten Input-Output-Tabelle, in welcher AGRANA in Form eines Satellitenkontos eigens modelliert wurde, können die Liefer- und Bezugsstrukturen von AGRANA mit allen Produktionssektoren einer Volkswirtschaft und die Beiträge zur Wertschöpfung beschrieben und die Ströme einzelner Güter von der Produktion bis hin zur Verwendung verdeutlicht werden. Dadurch kann über den direkten Effekt hinaus auch der multiplikativ verstärkte gesamtwirtschaftliche Effekt der Betriebstätigkeit von AGRANA quantifiziert werden.

1 Auf Basis der Daten des Geschäftsjahres 2014|15 berechnet. Details unter www.agrana.com/nachhaltigkeit/oekonomie/fussabdruck

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AGRANAs Gesamt-Bruttowertschöpfungsbeitrag entsprach 0,002% am weltweiten BIP

Die Ergebnisse der Studie bestätigten die internationale Relevanz der AGRANA-Gruppe, da sie einen makroökonomisch relevanten direkten Effekt in Höhe von 0,0007% und einen Gesamteffekt von 0,002% am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) nachweisen.

510,6 Mio. € wurden im Geschäftsjahr 2014|15 durch den laufenden Betrieb an direkter Bruttowertschöpfung in der AGRANA-Gruppe generiert. Der gesamte Bruttowertschöpfungsbeitrag1 der AGRANA-Gruppe, welcher sich aus direkten1, indirekten1 und induzierten1 Effekten zusammensetzt, betrug knapp 1,5 Mrd. €. Diese Summe entspricht in etwa jener Wertschöpfung, die in der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen oder in der Rechtsberatung in Österreich generiert wurden. Vergleichsweise entsprechen knapp 1,5 Mrd. € rund 0,5% des österreichischen BIPs. Mit 860,2 Mio. € bzw. 58% der Bruttowertschöpfung ging der größte Beitrag vom Segment Frucht aus, gefolgt von Stärke mit 333,1 Mio. € und Zucker mit 292,0 Mio. €. Auch den größten volkswirtschaftlichen Hebel, ausgedrückt in einem Multiplikator1, findet man im Segment Frucht: Ein Multiplikator von 3,03 bedeutet, dass mit jedem in der AGRANA-Gruppe im Segment Frucht erwirtschafteten Euro weltweit zwei weitere Euro an Wertschöpfung in anderen Unternehmen generiert wurden.

In der regionalen Verteilung lagen die Länder der EU-28 mit einem Anteil von 77,1% an der Bruttowertschöpfung vor Nordamerika mit 8,2% und Rest-Europa mit 5,7%.2

Ein Arbeitsplatz bei AGRANA schaffte bis zu fünf weitere weltweit

Insgesamt stand der laufende Geschäftsbetrieb der AGRANA-Gruppe 2014|15 für knapp 40.000 Arbeitsplätze weltweit. Von 8.708 direkten Jobs in der AGRANA-Gruppe hingen rund 31.000 weitere Arbeitsplätze weltweit ab, davon 29.103 in der überdurchschnittlich beschäftigungsintensiven Landwirtschaft. Daraus resultieren die mit anderen Produktionsbetrieben nicht zu vergleichenden, überdurchschnittlich hohen Beschäftigungsmultiplikatoren von 5,81 (Segment Stärke), 5,52 (Segment Zucker) und 3,95 (Segment Frucht).

Etwas mehr als die Hälfte des Gesamteffektes in Höhe von 39.678 Arbeitsplätzen ist mit 21.827 Jobs bzw. 55% dem Segment Frucht zuzuschreiben, gefolgt von Zucker mit 12.834 (32,3%) und Stärke mit 5.017 (12,6%) Stellen. Rund 65,9% dieser Arbeitsplätze entfielen auf die 28 EU-Mitgliedstaaten. Der vergleichsweise höhere Anteil von 77,1% an der Bruttowertschöpfung spiegelt

die höhere Produktivität in der EU wider. Es folgten Asien mit 2.248 und Nordamerika mit 2.024 Arbeitsplätzen bzw. 5,7% und 5,1% der Stellen.2

AGRANAs Investitionen schafften weitere 4.622 Arbeitsplätze

Neben den Effekten aus dem laufenden Betrieb entstanden durch die Investitionstätigkeit der AGRANA zusätzliche Bruttowertschöpfungseffekte. Weltweit lösten die Gesamtinvestitionen des letzten Geschäftsjahres 2014|15 in Höhe von rund 91 Mio. € einen totalen Wertschöpfungseffekt von 171,5 Mio. € aus. Der dadurch ausgelöste Beschäftigungseffekt beläuft sich auf insgesamt 4.622 Mannjahre3. Von diesen Effekten profitierte man in der EU mit 124,3 Mio. € Bruttowertschöpfung, dies entspricht einem Anteil von 72,5%, am meisten. Der Beschäftigungseffekt von 2.260 Arbeitsplätzen in der EU entspricht 48,9%.

Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung

Im Geschäftsjahr 2015|16 lag der Arbeitsschwerpunkt bei der weiteren Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Besonders hervorzuheben sind hier die Anstrengungen der Segmente Zucker und Stärke im Rahmen der Einführung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI), aber auch die seit 15 Jahren von AGRANA durchgeführte BETAEXPO.

Sustainable Agriculture Initiative (SAI)

Nachhaltigkeitsaktivitäten im Rahmen der Rohstoffbeschaffung von agrarischen Produzenten sind für AGRANA schon immer integraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit. Um Nachhaltigkeitsaspekte noch strukturierter zu bearbeiten, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei SAI und nimmt mit ihren Segmenten Zucker, Stärke und Frucht an allen für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.

Benchmarking der rechtlichen Rahmenbedingungen

Im Geschäftsjahr 2015|16 wurden in einem ersten Schritt die gesetzlichen Vorgaben der EU und der Anbauländer, in denen AGRANA Zuckerrüben und Kartoffeln bezieht, im Rahmen des SAI-Benchmarkprozesses mit den Anforderungen von SAI abgeglichen. Für den Rohstoffbezug aus den Ländern Österreich, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn wurde von SAI der Bronze-Status verliehen.

2 Siehe AGRANA Geschäftsbericht 2015|16, Kapitel "AGRANA-Standorte"

3 Vollzeitäquivalent-Arbeitsplätze für ein Jahr

Um den tatsächlichen Nachhaltigkeitsstatus der Kontraktbauern darstellen zu können, wurde im Frühjahr 2015 der SAI-Fragebogen zum Farm Sustainability Assessment, eine Selbstauskunft der Landwirte, im AGRANA-eigenen webbasierten Rohstoffinformationssystem (RIS) für Vertragslieferanten von Zuckerrüben in Österreich, Tschechien und der Slowakei abgebildet. Österreichweit wurden auch Kartoffellieferanten miteinbezogen, die Länder Rumänien und Ungarn wurden im ersten Schritt noch mittels eines Papierformulares in die Selbsteinschätzung aufgenommen.

Vorläufige Ergebnisse der freiwilligen Lieferantenselbstauskunft

Insgesamt gelangten in den fünf AGRANA-Anbauländern von Mai bis Dezember 838 FSA-Fragebögen zur Auswertung, womit AGRANA 2015 die bisher größte SAI-Befragung durchgeführt hat. Die Antwortraten lagen je nach Land zwischen 7% und 34%.

Die Ergebnisse waren höchst erfreulich: In den Ländern Österreich, Ungarn und Tschechien konnten jeweils mindestens 50% der Betriebe Gold-Status erreichen, der Rest Silber. In der Slowakei und Rumänien lag der Anteil der Betriebe mit Gold-Status jeweils bei rund einem Drittel, der Rest erzielte Silber-Status. Das heißt, dass die Teilnehmer zusätzlich zu den EU- und im jeweiligen Land gültigen gesetzlichen Regelungen noch weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Betriebe umsetzen.

Für die österreichischen Landwirte wurde bereits ein interner Verifizierungsprozess dieser Selbstauskünfte erarbeitet und Anfang 2016 mit der Überprüfung der Angaben im FSA-Fragebogen gestartet. Damit soll sichergestellt werden, dass die Fragen korrekt verstanden und beantwortet wurden, und die Bauern sollen auch die Möglichkeit erhalten, Feedback zu Inhalt und Ablauf der Selbstbeurteilung zu geben. Diese Erkenntnisse fließen dann in die Weiterentwicklung des SAI-Systems, aber auch in die kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Betriebe ein.

BETAEXPO – Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld für AGRANA-Rohstoffkulturen

Die BETAEXPO stand im Juni 2015 unter dem Motto "Nachhaltiges L/liefern in Zukunft" zum 15. Mal im Dienst der Vermittlung guter landwirtschaftlicher Praxis, v. a. an AGRANA-Vertragslandwirte und solche, die es noch werden wollen. Auf den rund 700 Schauparzellen am zwölf Hektar großen BETAEXPO-Gelände neben der Zuckerfabrik Tulln|Österreich wurden den rund 3.500 Besuchern Praxisbeispiele im Pflanzenbau für die AGRANA-Vertragskulturen Zuckerrübe, Kartoffel und Getreide

sowie etwa die im Rahmen der RKI-Nachhaltigkeits-Challenge 2014 ausgezeichnete AGRANA-Zwischenfruchtmischung gezeigt.

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Einsatzes nachhaltiger Agrarpraxis in AGRANAs vorgelagerter Lieferkette im Rahmen der Kaufentscheidung bot AGRANA ihren Kunden der weiterverarbeitenden Industrie zum Jubiläum die Möglichkeit eines Besuches der BETAEXPO an. Die Kunden konnten sich erstmals selbst von den von AGRANA und ihren Kontrakt-Landwirten umgesetzten Maßnahmen ein Bild machen. In einer Podiumsdiskussion präsentierten namhafte Kunden aus der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie ihre eigenen Nachhaltigkeitsstrategien und Erwartungen an ihre Lieferanten.

Am Vorabend der BETAEXPO zeichnete AGRANA erstmals besonders nachhaltig wirtschaftende Vertragsanbauer aus den Bereichen Zuckerrüben, Bio-Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais mit dem "AGRANA Sustainability Award" aus, um damit bei allen Lieferanten das Bewusstsein für die Bedeutung nachhaltiger Wirtschaftsweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verstärken. Für das Geschäftsjahr 2016|17 ist eine Ausdehnung der Zielgruppe der Auszeichnung auf institutionelle Lieferanten, d.h. zum Beispiel Händler und Dienstleister, geplant.

Ziele bezüglich Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung

Für ihre Geschäftssegmente Zucker und Stärke hat AGRANA es sich zum Ziel gesetzt, im Geschäftsjahr 2016|17 die betriebliche Selbsteinschätzung nach SAI hinsichtlich nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien gemeinsam mit ihren Vertragslieferanten für Zuckerrüben und Kartoffeln in allen Anbauländern in ihrem Erfassungssystem weiter auszurollen und mehr Betriebe zur Durchführung des FSA zu gewinnen. Der Geschäftsbereich Fruchtsatzkonzentrate wird ebenfalls im Rahmen des direkten Bezuges von Rohstoffen von Anbauern den SAI-FSA zur betrieblichen Selbsteinschätzung zum Einsatz bringen. Daneben wird weiter sowohl intern als auch im Rahmen der SAI-Mitgliedschaft an Verifizierungssystemen gearbeitet.

Im Rahmen ihrer Aktivitäten zur Förderung der Biodiversität in der vorgelagerten Lieferkette sowie ihrer Affinität zum Thema Bienen plant AGRANA, im Geschäftsjahr 2016|17 an allen österreichischen Produktionsstandorten und in der Zentrale der AGRANA-Gruppe in Wien jeweils zehn Bienenstöcke zu platzieren. Diese werden von einem Imker laufend betreut und sollen pro Standort eine garantierte Menge von rund 200 Kilogramm Honig liefern.

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Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2014|15 die schon immer gelebte Verantwortung für die Umwelt- und Energieaspekte im Rahmen ihrer Produktion in einer für alle Geschäftssegmente weltweit gültigen AGRANA-Umweltpolitik formal festgeschrieben. Diese enthält AGRANAs Managementansatz für die Themen Energieeinsatz und Emissionen, Wassernutzung und Abwasser sowie Abfall.

In Umsetzung dieser Umweltpolitik wurde im Berichtsjahr 2015|16 die Einführung von Energiemanagementsystemen weiter fortgesetzt. Bis Mai 2016 wurden die Energiemanagementsysteme aller noch fehlenden europäischen AGRANA-Produktionsstandorte des Segmentes Zucker und des Bereiches Fruchtsaftkonzentrate nach ISO 50001 zertifiziert.

Ziele bezüglich Umwelt- und Energieaspekten in der AGRANA-Produktion

Die AGRANA-Segmente Zucker, Stärke und Frucht haben sich im Geschäftsjahr 2014|15 jeweils für ihre Geschäftstätigkeit relevante Energie- bzw.Umweltziele bis zum Geschäftsjahr 2020|21 gesetzt. Der bisherige Fortschritt bei der Zielerreichung wird im jeweiligen Segmentbericht dargestellt.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter

Die im Geschäftsjahr 2015|16 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter werden im Personalbericht (siehe Seite 45ff ) kommentiert.

Produktverantwortung und nachhaltige Produkte

Da AGRANA v. a. Vorprodukte für die Lebensmittelindustrie erzeugt, ist Lebensmittelsicherheit und Produktschutz ein ganz wesentlicher Aspekt im Bereich Produktverantwortung und nachhaltige Produkte. Zusätzlich zur Einhaltung nationaler gesetzlicher Anforderungen hat AGRANA daher weltweit anerkannte Standards für Lebensmittelsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen, wie z.B. FSSC und ISO 22000 sowie IFS, eingeführt. Alle Produktionsstandorte sind nach mindestens einem relevanten Standard zertifiziert.

Bio-Produkte

AGRANA verfügt in ihren Werken und in der Lieferkette über die notwendigen Zertifizierungen, um Kundenwünschen nach Ware aus biologischer Wirtschaftsweise nachkommen zu können. Im Geschäftsjahr 2015|16 hat das Segment Zucker sein Angebot an bio-zertifizierten Produkten für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie auf Kundenwunsch mit aus Brasilien stammendem Bio-Rohzucker zur Raffination ergänzt. Das Segment Stärke konnte erstmals auch bio-zertifizierte Weizenstärke aus dem Werk in Pischelsdorf|Österreich anbieten.

Da sich eine mengenmäßig relevante Bio-Nachfrage aber im Wesentlichen auf die Länder Österreich, Deutschland und USA beschränkt, liegt der Anteil von Bio-Produkten am AGRANA-Gesamtabsatz im einstelligen Prozentbereich.

SEDEX-Mitgliedschaft und SMETA-Audits

AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Exchange Database (SEDEX). Alle AGRANA-Produktionsstandorte nehmen jährlich ein SEDEX Self-Assessment vor. Um ihr Engagement in diesem Bereich zu untermauern, hat bereits rund die Hälfte der AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen zur Überprüfung dieser Selbstauskünfte 4-Pillar SEDEX Members Ethical Trade Audits (SMETA) von unabhängigen Dritten durchführen lassen. Die Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Weltweite Umfrage zur Kundenzufriedenheit

Die im Geschäftsjahr 2014|15 gestartete Befragung der Kunden europäischer AGRANA-Organisationen wurde im Berichtsjahr 2015|16 plangemäß für sämtliche weiteren AGRANA-Unternehmen weltweit ausgerollt. In beiden Wellen wurden insgesamt nahezu 2.500 Kunden per E-Mail kontaktiert und ersucht, einen Online-Fragebogen auszufüllen, der in 13 Sprachen angeboten wurde, darunter Türkisch, Chinesisch, Russisch und Portugiesisch. Gestellt wurden 20 Fragen zu den Bereichen allgemeine Zufriedenheit, Produktsortiment, Lieferungen sowie Kundenbetreuung und Beschwerdemanagement.

Je nach Region war die Beantwortungsrate unterschiedlich hoch und lag im Durchschnitt bei 33%, was als hervorragend zu beurteilen und ein Indiz für die hohe Loyalität der Kunden ist. 814 Fragebögen konnten ausgewertet werden, im Durchschnitt nahmen sich die Befragten 13 Minuten für die Beantwortung Zeit und

nutzten die Gelegenheit auch, in offenen Fragen ("Was möchten Sie uns noch sagen?") Lob und manchmal auch kritische Anmerkungen abzugeben.

Die Ergebnisse der Befragung wurden den einzelnen Verkaufsorganisationen in Workshops präsentiert und gemeinsam konkrete Maßnahmen zur Optimierung der Kundenbeziehungen erarbeitet. Waren die Rückmeldungen unserer Kunden überwiegend sehr positiv, so gab es doch Themenbereiche mit Verbesserungspotenzial. Diese beziehen sich je nach Region auf Einzelaktivitäten für spezielle Kunden, betreffen aber auch die Verbesserung der Erreichbarkeit von Mitarbeitern im Innen- und Außendienst oder die Optimierung der Bereitstellung von Dokumenten für Kunden sowie den breiten Themenkomplex Nachhaltigkeit.

So wurden für die Verkaufsmitarbeiter interne Trainingsveranstaltungen zum Thema nachhaltige Wirtschaftsweise durchgeführt, um ihnen alle Aspekte der AGRANA-Nachhaltigkeitsaktivitäten zu vermitteln. Digitale und analoge Unterlagen sollen die Verkäufer dabei unterstützen, ihren Kunden neben den Aspekten Qualität, Service und Preis auch AGRANAs Engagement in Bezug auf Nachhaltigkeit nahezubringen. Im Geschäftsjahr 2016|17 ist eine Wiederholung der globalen Befragung vorgesehen, um Fortschritte sichtbar zu machen und zu evaluieren.

Messeauftritte

Um das Unternehmen zu präsentieren, Kontakt mit Kunden zu pflegen und neue Kunden zu gewinnen, haben die AGRANA-Geschäftssegmente teilweise gemeinsam bzw. auch einzeln im Geschäftsjahr 2015|16 eine Vielzahl von Messeauftritten absolviert, darunter Lebensmittelmessen, wie z.B. die Biofach (Nürnberg| Deutschland), die ANUGA (Köln|Deutschland), die Gulfood Manufacturing (Dubai|Vereinigte Arabische Emirate), die FI Europe (Paris|Frankreich). Die breite Palette an Futtermitteln wurde auf den landwirtschaftlichen Messen wie z.B. der Rieder Messe (Ried im Innkreis|Österreich) und der Inter-Agrar (Wieselburg| Österreich) vorgestellt. Das Segment Stärke war auf den Messen der internationalen in-cosmetics-Reihe (Barcelona|Spanien, São Paulo|Brasilien, Bangkok| Thailand), der SCS Formulate (Coventry|Großbritannien) sowie technischen Messen, wie der European Coatings Show (Nürnberg|Deutschland), vertreten. Daneben waren einzelne AGRANA-Standorte auch auf regionalen Messen präsent.

Für das Geschäftsjahr 2016|17 wird AGRANA erstmals auch an Messen in interessanten neuen Märkten in Algerien (Djaz AGRO in Algier) und dem Iran (Iran Food + Hospitality in Teheran) sowie erstmals auch in den USA (NYSCC Suppliers Day in New Jersey) teilnehmen.

Mitgliedschaften bei wesentlichen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen

Initiative Mitgliedsunternehmen Seit Ziel der Initiative und Mitglieder
Sustainable Agriculture
Initiative (SAI)
AGRANA Beteiligungs-AG1 Juli 2014 Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung
nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken;
Mitglieder: Lebensmittel- und Getränkeindustrie
SEDEX AGRANA Beteiligungs-AG1 2009 Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und
Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette;
Mitglieder: 36.000 Mitgliedsunternehmen weltweit
EcoVadis AGRANA Zucker GmbH
AGRANA Stärke GmbH
Segment Frucht –
einige Gesellschaften
2013 Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt
und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten
Wertschöpfungskette;
Mitglieder: rund 100 global tätige Unternehmen
verschiedenster Industrien
Bonsucro AGRANA Zucker GmbH Juli 2014 Ziel: Verbesserung der Nachhaltigkeit
im Zuckerrohranbau sowie der Zuckerproduktion
aus Zuckerrohr;
Mitglieder: Produzenten, Händler, Verarbeiter
ARGE Gentechnik-frei AGRANA Beteiligungs-AG1 2010 Ziel: Förderung/Sicherstellung der
österreichischen GVO-freien Landwirtschaft
und Lebensmittelproduktion;
Mitglieder: Mitglieder aus der gesamten Lebensmittel
Wertschöpfungskette inkl. vieler Einzelhändler
Initiative Donau Soja AGRANA Stärke GmbH April 2013 Ziel: Nachhaltiger GVO-freier Sojaanbau in der
Donauregion (Fokus Futtermittel);
Mitglieder: gesamte Wertschöpfungskette, NGOs etc.

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Mitgliedschaften bei Branchen- und Interessenvertretungen

Branchen- und Interessenvertretung Mitgliedsunternehmen Wirkungsbereich
Industriellenvereinigung (IV) AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AGRANA Stärke GmbH Deutschland
CEFS – Comité Européen des Fabricants de Sucre AGRANA Zucker GmbH EU
Starch Europe AGRANA Stärke GmbH EU
SGF International E.V. AUSTRIA JUICE GmbH weltweit

Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung

Die Aktivitäten des Geschäftsjahres 2015|16 zum Thema Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung werden im Bereich Compliance (siehe AGRANA Geschäftsbericht 2015|16, Seite 25ff ) im Corporate Governance-Bericht dargestellt.

Gesellschaftliches Engagement

Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten, an denen sie tätig ist, engagiert.

Spende eines Einsatzwagens für das Rote Kreuz in Mexiko

An ihrem Fruchtzubereitungsstandort in Jacona/ Michoacán|Mexiko hat AGRANA das lokale Rote Kreuz in seiner Arbeit mit der Spende eines überarbeiteten Lieferwagens aus dem Betriebsfuhrpark unterstützt.

Praxisvermittlung für Lehrer

Im August 2015 beteiligte sich AGRANA an der Aktionswoche "LehrerInnen in die Wirtschaft" des Wirtschaftsforums der Führungskräfte. Im Zuge einer Praxiswoche durchlief eine Pädagogin einer Schule für wirtschaftliche Berufe (Handelsakademie) verschiedenste Abteilungen an den Standorten der AGRANA Zucker GmbH in Tulln und der AGRANA Stärke GmbH in

Pischelsdorf, beide Österreich, um so einen Einblick in die Abläufe eines Unternehmens zu gewinnen und ihre Erfahrungen in weiterer Folge an die Schüler weitergeben zu können.

Unterbringung von Asylwerbern

Angesichts des anhaltend starken Flüchtlingszustromes hat sich AGRANA im Herbst 2015 dazu entschlossen, das Verwaltungsgebäude und Teile des Areals der im Jahr 2006 stillgelegten Zuckerfabrik in Hohenau an der March|Österreich im Einvernehmen mit der Gemeinde für die Unterbringung von Asylwerbern zu adaptieren und zur Verfügung zu stellen.

Im November 2015 bezogen die ersten von insgesamt 50 Asylwerbern, v. a. Familien aus Afghanistan, dem Irak und Syrien, die von der Firma SLC betriebene Unterkunft. Die Asylwerber haben, während sie den Ausgang ihres Verfahrens abwarten, die Möglichkeit, einem geregelten Alltag mit Kindergarten- und Schulbesuch, Selbstversorgung, Deutschkursen und Sportangeboten nachzugehen. AGRANA organisierte für die neuen Bewohner auch eine Willkommensfeier. Bei dieser Gelegenheit begrüßten auch Johann Marihart und Robert Freitag, Bürgermeister der Gemeinde Hohenau an der March, die Asylwerber und übergaben AGRANA-Startpakete sowie Sachspenden, die von AGRANA-Mitarbeitern und Bürgern aus Hohenau gespendet wurden. Nach der Adaptierung und Ausstattung eines zusätzlichen Gemeinschaftsraumes mit WLAN konnte AGRANA den Familien mit der Einrichtung von Computerarbeitsplätzen im Dezember noch eine (weihnachtliche) Freude bereiten.

Forschung und Entwicklung Konzernlagebericht 44

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends zu setzen und sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu unterscheiden. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Rezepturen, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstreicht somit ihre auf nachhaltigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist das zentrale Forschungsund Entwicklungsinstitut des Konzerns für die Bereiche Stärke, Bioethanol, Zucker und Frucht. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG. Ziel der Einrichtung ist es, neue Anwendungsfelder für innovative Produkte aus den Rohstoffen Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und Zuckerrübe zu erschließen. Das Unternehmen ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Lebensmitteltechnologie, Stärkeund Bioethanoltechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungsproduktentwicklung tätig. Weiters bietet die Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für Bioethanol-Analytik und die Qualitätsüberprüfung von Zuckerrüben.

Die Zusammenführung und das Zusammenarbeiten von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Zucker, Stärke und Frucht) unter einem Dach ermöglichen nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördern auch den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten wie z.B. Ernährungsphysiologie, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte. Die zunehmende Anzahl an Projekten, die mehrere AGRANA-Geschäftssegmente gleichzeitig betreffen, kann somit wesentlich einfacher und effizienter umgesetzt werden.

F&E-Kennzahlen 2015 16 2014 15 2013 14
F&E-Aufwendungen (intern und extern) Mio. € 14,9 14,5 17,2
F&E-Quote1 % 0,60 0,58 0,61
Mitarbeiter in F&E (Köpfe) 214 216 218

Segment Zucker

Ein Projekt zur potenziellen Reduktion der Primärenergiekosten wurde im Bereich der erweiterten Melasseentzuckerungsanlage im Werk Tulln|Österreich gestartet. Beim Betrieb dieser Anlage wird Melasse chromatografisch ohne Chemikalieneinsatz in je eine zuckerreiche, betainreiche und asche- sowie farbstoffreiche Fraktion aufgetrennt. Während für die ersten beiden Fraktionen ausgezeichnete Nutzungsmöglichkeiten existieren, lassen sich bei letzterem Produkt, welches noch immer einen signifikanten Anteil an Zucker enthält und als "Restmelasse" bezeichnet wird, die bereits existierenden Verwertungsschienen als Futter- oder Düngemittel noch erweitern.

Im Rahmen eines im COMET-Programm der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) geförderten Kooperationsprojektes mit der ACIB GmbH (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) wird die fermentative Nutzung dieses in der Restmelasse noch vorhandenen Restzuckers untersucht. Dabei wird ein zweistufiger Prozess genutzt, bei dem der Restzucker von Mikroorganismen verwertet wird, um so Wasserstoff und Methan zu produzieren. Ziel ist es, eine zweistufige Pilotanlage in der Melasseentzuckerungsanlage in Tulln zu errichten, um den Prozess über einen längeren Zeitraum zu charakterisieren. Bei erfolgreicher Umsetzung und Errichtung einer großtechnischen Anlage könnten etwa 30% des Primärenergiebedarfes der Melasseentzuckerungsanlage durch das selbst produzierte Methan ersetzt werden.

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Weitere Fortschritte konnten auch bei Versuchen zum Einsatz von UV-Bestrahlung zur Bekämpfung von Mikroorganismen in Zuckerfabriksäften erzielt werden. Insbesondere bestimmte Bakterienstämme, die für die Belieferung von Kunden in der Getränkeindustrie problematisch sind, haben sich als UV-empfindlich herausgestellt und können so gezielt bekämpft werden.

Neben einer Fortführung der Untersuchungen zur Behandlung von Dünnsaft konnten speziell im Prozesswasserkreislauf von Dünnsaftenthärtungsanlagen Erfolge erzielt werden. Eine Kontamination mit Mikroorganismen wirkt sich hier besonders ungünstig aus, da sich diese im Extraktionsbereich weiter ausbreiten können und Zuckerverluste erhöhen. Die Ergebnisse, die im vergangenen Jahr mit einer weiter verbesserten Pilotanlage erzielt werden konnten, ermöglichen es nun, das Verfahren ökonomisch zu bewerten sowie Planung und Auslegung einer großtechnischen Anlage durchzuführen.

Segment Stärke

Rohstoff

Die Gewinnung und analytische Charakterisierung spezieller Stärken aus neu gezüchteten Pflanzensorten wurde im Pilotmaßstab realisiert. Mit der Pilotanlage zur Verarbeitung dieser neuen Sorten können zwischen 150 und 700 Kilogramm Rohstoff pro Batch in seine Hauptbestandteile aufgetrennt werden. Somit können die neuartigen Stärken in handelsüblicher Qualität gewonnen und einer anwendungstechnischen Prüfung – v. a. für Lebensmittelanwendungen, aber auch technische Einsatzmöglichkeiten – zugeführt werden.

Food

Mit dem bisher gängigen Verfahren zur Herstellung von kaltquellenden Stärken für den Lebensmittelbereich ließen sich die Eigenschaftsprofile der fertigen Stärke nur begrenzt modifizieren. Eine neu entwickelte Technologie wurde im Pilotmaßstab erfolgreich implementiert und daraus ein breites Spektrum an verschiedensten kaltquellenden Stärken gewonnen. Erste Ergebnisse zeigen, dass die mit dem neuen Verfahren hergestellten Stärken sich im Vergleich zu walzengetrockneten Produkten durch ein besseres Löseverhalten und höhere Verdickungsleistung auszeichnen.

Non-Food

Nachhaltige Lösungen in technischen Anwendungsbereichen von Stärke gewinnen immer mehr an Bedeutung. Unter Nutzung von Synergien innerhalb des Konzerns ist es gelungen, maßgeschneiderte Stärkeprodukte zu entwickeln, die den Ansprüchen des weltweit stetig wachsenden Konsumenteninteresses an Natürlichkeit gerecht werden.

Im Bereich der Veredelung von grafischen Papieren zu Hochglanzpapieren konnten im Rahmen eines von der deutschen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) geförderten Projekts neue Stärkeprodukte für den Top-Strich als Ersatz für erdölbasierte Latexlösungen entwickelt werden, womit Nachhaltigkeitsanforderungen an gestrichenes Papier erfüllt werden.

Im Textildruck konnten für neue Technologien innovative Stärkeprodukte eingesetzt werden. Diese Stärken zeichnen sich durch ein exzellentes und stabiles Lösungsverhalten und hervorragende Druckergebnisse aus. Für den Klebstoffbereich wurden Prozesse entwickelt, um hochwertigere Klebstoffprodukte mit einem verbesserten Eigenschaftsprofil bei geringerem Auftrag herzustellen.

Ein zukunftsweisendes Projekt sind biologisch abbaubare Kunststoffe, basierend auf dem nachwachsenden Rohstoff Stärke. Durch entsprechende Modifikationen konnten neue thermoplastische Stärken entwickelt werden, die in verschiedensten Verpackungsmaterialien wie z.B. in Folien und Hohlkörpern eingesetzt werden können. Damit steht nun z.B. ein Stärke-Rohstoff für die Herstellung von nachhaltigen und biologisch abbaubaren Plastiktragetaschen zur Verfügung.

Bioethanol

Die weitere Optimierung des Herstellungsprozesses von Bioethanol ist im ständigen Fokus der Forschungsaktivitäten. Im letzten Geschäftsjahr wurde das Hauptaugenmerk auf das Einsparungspotenzial beim Einsatz der wichtigsten Zusatzstoffe (Hefe und Enzyme) und die kritischen Prozessparameter gelegt. Zusätzlich wurde nach Hefen gesucht, die größeres Potenzial zur Fermentation bei höheren Temperaturen haben. Durch Anpassung des Enzymdosierschemas ist eine Verschiebung der Glyzerinproduktion zugunsten der Alkoholausbeute gelungen.

Segment Frucht

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stand die Konsolidierung der einzelnen Projekte zur kontinuierlichen Qualitätssteigerung in der gesamten Wertschöpfungskette zur Herstellung und Vermarktung von Fruchtzubereitungen im Vordergrund. Die dabei verfolgte Innovationsstrategie liegt in der Umsetzung von marktnahen Projekten, welche das gemeinsame Ziel verfolgen, die natürliche Textur der Fruchtstücke nicht zu verändern und das fruchteigene Aroma und die Farbe zu erhalten.

Im Bereich der Rohstoffbeschaffung konnten entscheidende Fortschritte bei der mikrobiologischen Charakterisierung gemacht werden. Ebenfalls wurde damit begonnen, die mikrobiologischen Standards durch neuartige Behandlungsmethoden der Fruchtrohmaterialien zu verbessern.

Die Entwicklung und Einführung spezieller Trocknungstechnologien soll die Produktivität und Profitabilität bei der Herstellung von Fruchtzubereitungen erhöhen. Verschiedene Einsatzmöglichkeiten dieser Technologien mit dem Ziel, die Qualität bei Fruchtzubereitungen zu steigern, werden geprüft.

Durch die Optimierung von Prozessparametern und Anlagendesign in Kooperation mit Universitäten wird eine deutliche Verbesserung der organoleptischen Eigenschaften von Fruchtzubereitungen angestrebt.

Im Bereich Eiscreme liegt der Fokus auf der Entwicklung marktrelevanter Produktinnovationen.

Die AUSTRIA JUICE konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Geschäftsbereich Getränkegrundstoffe durch die Gewinnung neuer Kunden und die Entwicklung neuer Produkte weiter ausbauen. Die eigene Aromenproduktion von Kompositionsaromen zur Stärkung des Wachstumssegmentes der Getränkegrundstoffe und des Aufbaus des Aromengeschäftes wurde erfolgreich weiterentwickelt. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder wie dem Bereich der Biermischgetränke und Getränke auf Fruchtweinbasis gelegt. Weitere Projekte zur verbesserten Verwertung und Vermarktung von Prozessnebenprodukten sowie der Erweiterung des Produktportfolios und zur Verbesserung und Optimierung der Prozess- und Produktsicherheit in Hinsicht auf die mikrobielle Sicherheit der produzierten Saftkonzentrate wurden initiiert.

Technische Neuerungen im Bereich der Aromenanalytik (Elektronische Nase) wurden zur Unterstützung der Qualitätssicherung und der Produktentwicklung in Betrieb genommen.

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Personal- und Sozialbericht

Nachhaltigkeit bei AGRANA

Ziele bzgl. Arbeitspraktiken und Menschenrechte 2015|16 Einrichtung von Ombudsstellen an allen Standorten, an denen kein Betriebsrat existiert

Ziele bzgl. Arbeitssicherheit 2015|16 Bereich Fruchtzubereitungen:

Verletzungsrate1 von 2,3

Ausfallstagequote1 von 28,0

Abwesenheitsrate1 von 3.106 Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2015|16 durchschnittlich 8.611 (Vorjahr: 8.708) Mitarbeiter, davon 2.120 (Vorjahr: 2.138) in Österreich und 6.491 (Vorjahr: 6.570) international.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:

Durchschnittliche
Mitarbeiter-
anzahl (Köpfe)
Durchschnittliche
Anzahl an FTEs2
Mitarbeiter (Köpfe)
zum Bilanzstichtag
Segment 2015 16 2014 15 2015 16 2014 15 29.02.2016 28.02.2015
Zucker 2.203 2.326 2.185 2.297 1.984 2.403
Stärke 887 863 870 848 881 864
Frucht 5.521 5.519 5.455 5.405 4.940 5.115
Konzern 8.611 8.708 8.510 8.550 7.805 8.382

Der Rückgang der Mitarbeiter im Segment Zucker war überwiegend auf kürzere Kampagnen sowie auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen. Im Segment Stärke erhöhte sich der Mitarbeiterstand durch das Ausbauprojekt in Aschach|Österreich leicht. Die Mitarbeiterzahl im Segment Frucht blieb konstant.

Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft3 betrug per 29. Februar 2016 42 Jahre (Vorjahr: 41 Jahre). 29,1% (Vorjahr: 28,8%) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 58,0% (Vorjahr: 59,6%). Die Fluktuation im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2015|16 12,0% (Vorjahr: 11,4%).

Personalmanagement

Der Arbeitsstil bei AGRANA ist von gegenseitiger Wertschätzung und Kooperation geprägt. Dabei werden Leistungsbereitschaft, Integrität und soziales Bewusstsein forciert. Die Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln.

Die Entwicklung der Potenziale der Mitarbeiter ist für ein global agierendes Unternehmen wie AGRANA ein wichtiges Anliegen. Darüber hinaus können nur gut funktionierende Zusammenarbeit und Informationsaustausch über Grenzen und Geschäftsbereiche hinweg die positive Werteentwicklung des Unternehmens sicherstellen. Die Personalabteilungen bieten daher verschiedene Programme und Initiativen an, die diesen Prozess unterstützen. Dies sowohl auf lokaler bzw. regionaler Ebene wie auch international im Rahmen unserer AGRANA Academy.

AGRANA-Mitarbeiter im Rahmen der GRI-Berichtsgrenzen4

zum Bilanzstichtag 29. Februar 2016

Befristete
Dienst-
verhältnisse5 Unbefristete Dienstverhältnisse Angestellte
im
Management6
Davon
Executive
Leadership7
Ange
Segment Gesamt Frauen Arbeiter Frauen stellte Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen
Zucker8 110 23,6% 1.069 15,8% 716 40,6% 1.785 25,8% 138 23,9% 17 11,8%
Stärke 44 20,5% 574 12,4% 263 44,1% 837 22,3% 49 14,3% 3 33,3%
Frucht 1.366 73,4% 2.288 23,0% 1.286 47,6% 3.574 31,9% 232 25,0% 12 8,3%
Konzern 1.520 68,3% 3.931 19,5% 2.265 45,0% 6.196 28,8% 419 23,4% 32 12,5%

1 Begriffsdefinition siehe Seite 48

2 Vollzeitäquivalente (Full-time equivalents)

3 Mitarbeiter in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften

4 Siehe GRI-Berichtsgrenzen Seite 7f

5 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeiter

im Rahmen der Verarbeitungskampagnen.

6 Managementfunktionen der 2. und 3. Berichtsebene

7 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)

8 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Variable Vergütung

Einen wichtigen Bestandteil von AGRANAs Personalstrategie stellt die Förderung und Anerkennung von Leistung als Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Für das Management kommt dabei ein konzernweit implementiertes Performance-Management zum Einsatz, das weltweit in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem dazu beiträgt, die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2015|16 nahmen 7,9% (Vorjahr: 7,3%) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

Im Rahmen der individuellen Ziele, die für den Großteil des Managements im variablen Vergütungssystem zur Anwendung kommen, werden – wo dies sinnvoll umsetzbar ist – auch nicht-finanzielle (d.h. ökologische und soziale) Zielsetzungen vereinbart.

Auch in Zukunft möchte AGRANA weiterhin ein konzernweites Performance-Management verfolgen, bei dem die individuelle Leistung und der Beitrag zum Unternehmenserfolg verstärkt in den Fokus rücken.

AGRANA-HR1-Team mit silbernem BEST RECRUITERS-Gütesiegel ausgezeichnet

Das HR-Team der AGRANA Beteiligungs-AG ist stolz, bei BEST RECRUITERS den zweiten Platz im Branchenranking 2015|16 in Österreich vor einigen anderen namhaften Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie zu belegen und sich zudem zu den Top-100- Recruitern im Gesamtranking zählen zu können.

BEST RECRUITERS ist die größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum und untersucht jährlich die Qualität der Recruitingmaßnahmen der jeweils

Top-500-Arbeitgeber in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Studie umfasst dabei 86 Kriterien aus den Bereichen Umgang mit Bewerbern, Recruiting-Präsenz und Stellenanzeigen.

Die Verleihung des silbernen BEST RECRUITERS-Gütesiegels bestätigt, dass ein wertschätzender Umgang mit potenziellen neuen Mitarbeitern für die AGRANA Beteiligungs-AG ein großes Anliegen ist. AGRANA versteht diese Auszeichnung als Ansporn bei der Suche nach neuen Talenten, ihre Qualitätsmaßstäbe beim Einsatz unterschiedlicher Recruitingmaßnahmen und im Umgang mit Menschen weiterhin kontinuierlich nach oben zu schrauben, wie auch als Motivation, den neuen Recruiting-Trends zu folgen.

HR-Cockpit

Im Geschäftsjahr 2015|16 wurde ein kennzahlenbasiertes HR-Informations- und Steuerungstool konzipiert. Damit erhält der Vorstand sowie das Segmentsund HR-Management nun monatlich die wichtigsten HR-Kennzahlen grafisch und tabellarisch für jedes Segment, jeden Geschäftsbereich und jede Region aufbereitet, inklusive aller notwendigen Kommentierungen, um die wichtigsten Entwicklungen herauszustreichen.

Personalentwicklung und Weiterbildung

AGRANA zielt auf eine stetige Verbesserung des Wissens und der Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter ab. Neben einer Vielzahl an fachlichen Schulungen wie auch Trainings im persönlichkeitsbildenden Bereich werden gezielte konzernübergreifende Programme angeboten. Durch diese Trainingsprogramme steigt nicht nur die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, sondern auch die Motivation der Mitarbeiter.

Trainingsstunden der AGRANA-Mitarbeiter2

im Geschäftsjahr 2015|16

Trainingsstunden
pro Mitarbeiter
(Durchschnitt)
Anteil der Mitarbeiter,
die Training
absolvierten
Anteil der
Aus- und Weiter-
bildungskosten3
Segment Gesamt Männer Frauen
Zucker4 36,0 36,1 35,9 83,1% 1,3%
Stärke 18,4 16,1 27,0 71,3% 0,6%
Frucht 30,0 29,0 32,2 85,0% 0,5%
Konzern 30,2 29,2 35,9 82,4% 0,8%

3 Von Lohn- und Gehaltssumme

1 Human Resources bzw. Personalabteilung

2 Mitarbeiter in einem unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 7f )

4 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

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Im Februar 2016 haben bereits zum vierten Mal 27 motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter (davon zehn Frauen) das AGRANA Competency Training (ACT) erfolgreich beendet. Mit den erarbeiteten Ergebnissen der Projekte, aber auch durch die intensive Förderung der fachlichen, persönlichen und methodischen Kompetenzen konnten sich die Teilnehmer fit für die Zukunft machen.

Um neuen Mitarbeitern einen Überblick über die gesamte AGRANA-Gruppe und auch den eigenen Bereich zu geben, werden ein konzernweites On-Boarding-Programm und Welcome Days durchgeführt. Mitarbeiter profitieren von einem besseren Verständnis und können am übergreifenden, konzernweiten Austausch (INCA – International Communication at AGRANA) teilnehmen.

Ein besonderer Fokus wurde im Geschäftsjahr 2015|16 auf die Entwicklung von internen Schulungen und Trainingsprogrammen (z.B. Sharepoint-Trainings und Compliance-Schulungen) gelegt. Dies ermöglichte eine gezielte Weitergabe von Know-how innerhalb des Unternehmens (Wissensmanagement).

Ein wichtiger Bestandteil der konzernweiten Ausund Weiterbildung ist die AGRANA Academy. Bei dieser Initiative werden Führungskräfte in den Bereichen Strategie und Führung geschult. Ein Hauptaugenmerk stellen der segmentübergreifende Austausch von Ideen und Best Practices sowie das Aufzeigen von Markttrends dar. Die Academy soll Führungskräfte noch besser für künftige Herausforderungen wappnen. Darüber hinaus wurden zur Unterstützung der Verkaufsaktivitäten Vertriebstrainings durch eine neu konzipierte Sales Academy implementiert. Nachdem es AGRANA als Unternehmen wichtig ist, ihre Mitarbeiter stetig weiterzuentwickeln, startet im Geschäftsjahr 2016|17 ein neues Entwicklungsprogramm, welches speziell auf langjährige Mitarbeiter in einer Expertenfunktion abzielt. Das Programm wird bei seinem erstmaligen Roll-Out für die Bereiche Finanzen, Produktion, Einkauf sowie den Qualitätsbereich angeboten. Durch den fachspezifischen Kontext wird den Mitarbeitern neues Wissen aus dem eigenen Fachbereich sowie ein Austausch mit Kollegen aus demselben Fachbereich ermöglicht.

Im Geschäftsjahr 2015|16 waren durchschnittlich 68 Lehrlinge in Österreich und Deutschland, u. a. in den Bereichen Maschinenbautechnik, Metalltechnik, Lebensmitteltechnik und Informationstechnologie, beschäftigt. Der Anteil weiblicher Lehrlinge lag bei rund 10%.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2015|16 auf rund 1,8 Mio. € (Vorjahr: 2,0) Mio. €, das entspricht rund 0,8% (Vorjahr: 0,9%) der Lohn- und Gehaltssumme.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte

Die Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitern stellt der AGRANA Verhaltenskodex dar, der u. a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, sowie von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit enthält, daneben auch Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen gewährt. Er ist nicht auf AGRANAs Mitarbeiter beschränkt, sondern als Teil der AGRANA-Einkaufsbedingungen bzw. der Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte auch für AGRANAs Lieferanten und Dienstleister gültig.

Im Bereich Arbeitsbedingungen und Menschenrechte hat AGRANA das im Vorjahr gesteckte Ziel, an allen Standorten weltweit, wo kein Betriebsrat existiert, der diese Funktion erfüllt, eine formale Beschwerdestelle bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechten für alle Mitarbeiter einzurichten, im Geschäftsjahr 2015|16 umgesetzt. Daneben wurde ein Prozess festgelegt, der die zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellt.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Für das Industrieunternehmen AGRANA ist Arbeitssicherheit ein besonderes Anliegen. Zur besseren Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen sowie zur Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen erhebt AGRANA weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit. Zur Verbesserung der Arbeitssicherheit hat sich AGRANA bisher v. a. standortindividuelle Ziele gesetzt. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen hatte sich im Geschäftsjahr 2015|16 die Reduktion der Verletzungsrate1 um 13%, der Ausfallstagequote1 um 10% und der Abwesenheitsrate1 um 4% gegenüber dem Basisjahr 2014|15 vorgenommen. Die Ziele der Reduktion der Verletzungsrate sowie der Ausfallstagequote durch Unfall wurden erreicht, allein Abwesenheiten durch Krankheit führten zu einer Erhöhung der Abwesenheitsrate gegenüber dem Vorjahr.

Für das Geschäftsjahr 2016|17 haben sich erstmals alle Segmente divisions- bzw. bereichsweite Arbeitssicherheitsziele gesetzt:

Segment Zucker

█ Reduktion der Anzahl der Arbeitsunfälle1 um 10% (Basis: Geschäftsjahr 2015|16) im Rahmen eines jeweils standortspezifischen Maßnahmenpaketes

Segment Stärke

█ Weniger als zwölf Arbeitsunfälle1 im Geschäftsjahr (Geschäftsjahr 2015|16: 19 Unfälle1) durch Umsetzung eines jeweils standortspezifischen Maßnahmenpaketes

Segment Frucht

Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen

(Basis: jeweils Geschäftsjahr 2015|16)

  • █ Verringerung der Verletzungsrate1 um 16%
  • █ Verringerung der Ausfallstagequote2 um 17%
  • █ Verringerung der Abwesenheitsrate3 um 10%

Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate

█ Bereichsweit standardisierte Schulung definierter Mitarbeiter zum sicheren Umgang mit Chemikalien an allen Standorten

Gesundheitsprogramme

Zufriedene, leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter bilden die zentrale Säule im Unternehmen. Daher liegen AGRANA die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Mitarbeiter besonders am Herzen. Unter dem Begriff "AGRANA fit" ist an vielen Standorten ein umfangreiches Gesundheits- und Sportangebot verfügbar. Neben verschiedenen Vorträgen und Workshops lag in den Betriebsrestaurants ein Schwerpunkt auf bewusster und gesunder Ernährung. Beim jährlichen "Wien Energie Business Run" untermauerten 177 Mitarbeiter (59 Teams) im Geschäftsjahr 2015|16 ihre Sportlichkeit.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Im Juli 2015 bot AGRANA Mitarbeitern der Zuckerfabrik Tulln|Österreich bereits zum zweiten Mal eine einwöchige Sommerferienbetreuung für Kinder von drei bis zehn Jahren an. Ausgebildete Pädagogen des Niederösterreichischen Hilfswerkes betreuten die Kinder im Rahmen des altersgerechten Ausflugs- und Workshop-Programms bei Ausflügen auf eine mittelalterliche Burg, auf einen Schulbauernhof bzw. im Rahmen eines Zirkus-Workshops. Daneben standen Mitarbeitern am Standort Wien zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein Betriebskindergarten und ein Kinderbetreuungsservice für schulautonome Tage und Fenstertage zur Verfügung.

Im Frühjahr 2016 trat AGRANA dem österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" bei. Das Netzwerk wurde vom Bundesministerium für Familien und Jugend ins Leben gerufen, um Unternehmen und Gemeinden, die sich für eine familienbewusste Personal- und Gemeindepolitik interessieren und/oder auch schon dafür engagieren, zu vernetzen. Die Plattform des Netzwerkes sowie zugehörige Veranstaltungen dienen als Ort des Austausches, der Inspiration sowie der Information. Im Rahmen ihres Beitrittes hat AGRANA die Umsetzung einer Reihe weiterer Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Geschäftsjahr 2016|17 beschlossen.

Arbeitssicherheitskennzahlen der AGRANA-Gruppe4

in den Geschäftsjahren 2015|16 und 2014|15

Verletzungsrate1 Ausfallstagequote2 Abwesenheitsrate3
Segment Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen
2015 16
Zucker 1,9 2,3 0,8 26,8 29,5 18,8 5.705,0 5.573,1 6.095,4
Stärke 1,6 1,8 0,5 23,1 28,5 2,2 7.400,9 7.369,3 7.522,5
Frucht 2,2 2,5 1,7 25,8 30,6 18,3 3.526,0 3.553,2 3.484,4
Konzern
2014 15
2,0 2,3 1,4 25,7 30,0 17,2 4.578,3 4.709,8 4.315,9
Zucker 2,2 2,6 0,8 24,5 25,9 20,1 5.101,8 4.969,5 5.523,5
Stärke 2,2 2,6 0,6 29,8 34,5 11,4 7.289,2 7.410,3 6.811,2
Frucht 2,8 3,6 1,6 31,5 44,7 11,7 3.417,5 3.743,5 2.931,5
Konzern 2,5 3,1 1,3 29,3 37,2 13,4 4.344,8 4.646,3 3.737,9

Im Berichtsjahr 2015|16 ereigneten sich keine tödlichen Arbeitsunfälle in der AGRANA-Gruppe4.

Im Berichtsjahr 2015|16 ereigneten sich 13 Unfälle von AGRANA-Kontraktoren, die aus organisatorischen Gründen nicht in den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen, wie der Verletzungsrate, der Ausfallstagequote und der Abwesenheitsrate, enthalten sind.

1 Verletzungsrate = (Gesamtanzahl der Unfälle5 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.0007

  • 2 Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage8 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000
  • 3 Abwesenheitsrate = (Gesamtanzahl der Abwesenheitsstunden durch Unfall5 und Krankheit ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000
  • 4 Mitarbeiter in befristetem und unbefristetem Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 7f )
  • 5 In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag,
  • an dem der Mitarbeiter aufgrund des Vorfalles dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegeunfälle). 6 Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden.

7 Erklärung Faktor 200.000: Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über die Unternehmensgrenzen hinweg dienen. Dieser entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeiter (40 × 50 × 100). Damit versucht man die durchschnittliche unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeiter umzurechnen.

8 Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen.

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Risikomanagement 51 Risikomanagement (inklusive Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • █ Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend mit der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • █ Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der "Monte-Carlo-Simulation", ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnte. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Wie im Vorjahr wurde im Geschäftsjahr 2015|16 vom Wirtschaftsprüfer die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt. Für die Überprüfung wurden die Empfehlungen des "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission" (COSO) als Referenzmodell herangezogen.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sich diese aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe stellen klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Rohmaterialien Risiken für AGRANA dar. Zunehmend gewinnt auch die Einhaltung nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien in der vorgelagerten Lieferkette an Bedeutung. Diese versucht AGRANA durch die Einhaltung definierter Kriterien zur Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte zu gewährleisten. Daneben ist AGRANA aufgrund der v. a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschiedenen Ländern ausgesetzt. In diesem Bereich hat AGRANA eine Umweltpolitik formuliert, deren Einhaltung Risiken vermeiden bzw. minimieren soll.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Für die Raffinationsstandorte in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus hohen Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Darüber hinaus werden auch Exporte von Nicht-Quotenzucker (Weißzucker) mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.

Im Segment Stärke werden Lieferverträge in adäquatem Ausmaß zur Sicherung der Bedarfsmengen an Rohstoffen abgeschlossen. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnis dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des monatlichen Reporting und werden dem AGRANA-Vorstand berichtet.

Bei der Bioethanolproduktion führen Preisveränderungen beim Rohstoff Getreide in der Regel auch zu einer gleichgerichteten Preisänderung des Nebenproduktes ActiProt®. Dadurch können Rohstoffpreisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Es verbleibt jedoch das Restrisiko, dass steigende Rohstoffkosten nicht in vollem Ausmaß an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

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Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken überregional gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen.

Die Produktionsvorgänge, v. a. in den Segmenten Zucker und Stärke, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Die frühzeitige Erkennung von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.

Eine Ausweitung der politischen Unruhen in Osteuropa kann sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 17f im Segment Zucker berichtet.

Zuckermarktordnung: Mit 30. September 2017 entfallen die Rübenmindestpreis- und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose. Beide Produkte können dann in der EU in beliebigen Quantitäten erzeugt und verkauft werden. Die Beendigung der Quotenregelung im Herbst 2017 hat bereits jetzt den europäischen Zuckermarkt beeinflusst, da der Markt durch eine offensive Preispolitik der Wettbewerber zur Sicherung von zukünftigen Marktanteilen gekennzeichnet ist. Mit dem Ende der Zuckermarktordnung wird auch die Substitution von kristallinem Zucker durch Isoglukose bis zu einem gewissen Ausmaß erwartet. Für das Segment Stärke ergibt sich damit massiver Wettbewerb auf den Verzuckerungsproduktmärkten, gleichzeitig aber auch die Chance, einen wachsenden Markt zu besetzen.

Freihandelsabkommen: Die derzeit verhandelten Freihandelsabkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die laufenden Verhandlungen und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Im September 2015 wurde durch die EU-Richtlinie 2015/1513/EU eine Änderung der EU-Regelung für erneuerbare Energien veröffentlicht. Im Hinblick auf das EU-Treibhausgas-Einsparungsziel von 40% bis zum Jahr 2030 auf Basis des Energieverbrauches von 1990 wurde der Beitrag durch Biotreibstoffe neu geregelt. Darin soll der Anteil von Energien aus erneuerbaren Quellen im Verkehrssektor bei allen Verkehrsträgern im Jahr 2020 mindestens 10% des verkehrsbedingten Endenergieverbrauches des Mitgliedstaates entsprechen. Der Anteil aus konventionellen Biokraftstoffen ("Biokraftstoffe aus erster Generation") wurde auf 7% limitiert. Gleichzeitig wurden die nationalen Regierungen aufgefordert, bis September 2017 diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen und damit festzulegen, mit welchem Portfolio von erneuerbaren Energien sie die Einsparungsziele erreichen wollen. AGRANA verfolgt die laufenden Entwicklungen und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend rechtliche Änderungen, die ihre Geschäfte betreffen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Compliance, Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht. AGRANA hat hierfür eigene Stabsstellen eingerichtet.

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim| Deutschland. Bis dato gibt es keine Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Die Finanzierung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, finanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung des IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v. a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.

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Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"- Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Risiken aus Unregelmäßigkeiten

Im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2011|12 der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán|Mexiko, traten Verdachtsmomente auf, dass verschiedene Geschäftsvorfälle nicht im Einklang mit dem AGRANA-Verhaltenskodex standen und deren finanzieller Ausweis nicht den geltenden externen und internen Bilanzierungsvorschriften entsprach. Nach intensiven Erhebungen wurde Anfang Juni 2012 das lokale Management ausgetauscht. Weiters wurden im Jahresabschluss 2012|13 finanzielle Vorsorgen getroffen.

Die Eintreibungsverfahren gegen die Schuldner der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V.wurden auf lokaler Ebene fortgesetzt. Die arbeitsrechtlichen Verfahren gegen das ehemalige Management konnten bis auf ein Verfahren abgeschlossen werden, wobei die hierfür rückgestellten Beträge nicht überschritten wurden. Die strafrechtlichen Verfahren werden seitens der mexikanischen Staatsanwaltschaft geführt. Mit der Vertrauensschadenversicherung wurde eine außergerichtliche Einigung erzielt.

Interne und externe Prüfungen sollen bestmöglich sicherstellen, dass ähnliche Vorfälle verhindert bzw. frühzeitig erkannt werden.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Verkaufsund Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem1

Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften.

Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP2-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzern-

weit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 49ff ), sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebsund Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

2 Enterprise-Resource-Planning

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Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte1

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 29. Februar 2016 beträgt 103,2 Mio. € und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 86,2% des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50% abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50% beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u. a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing.Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

Im Februar 2014 wurden 4,9% an AGRANA-Aktien unmittelbar von Südzucker erworben, die dadurch ihren direkten Anteil an der AGRANA Beteiligungs-AG auf rund 6,5% aufstockte. Knapp 5% sollen wieder dem Streubesitz zugeführt werden, um die Liquidität der AGRANA-Aktie zu erhöhen und so die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Auf allfällig nicht platzierte Aktien hat die Z&S eine Call-Option gegenüber Südzucker.

Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 3.Juli 2015 wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren nach Eintragung der entsprechenden Satzungsänderung im Firmenbuch (erfolgte am 4. September 2015) gemäß § 169 AktG ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital um bis zu 15.261.295,18 € durch Ausgabe von bis zu 2.100.000 Stück neuen, auf Inhaber lautenden Stammaktien der Gesellschaft gegen Bar- oder Sacheinlagen auch in mehreren Tranchen zu erhöhen und den Ausgabebetrag, der nicht unter dem anteiligen Betrag des Grundkapitals liegen darf, die Ausgabebedingungen und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat festzusetzen.

Weiters wurde der Vorstand gemäß § 65 Abs.1 Z 8 sowie Abs.1a und Abs.1b AktG für die Dauer von 30 Monaten ab dem Datum der Beschlussfassung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft, auch unter wiederholter Ausnutzung der 10%-Grenze, sowohl über die Börse als auch außerbörslich auch unter Ausschluss des quotenmäßigen Andienungsrechtes der Aktionäre zu erwerben.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

1 Angaben gemäß § 243a Abs.1 UGB

Prognosebericht

AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodells und einer soliden Bilanzstruktur gut gerüstet und blickt optimistisch in das nächste Geschäftsjahr.

AGRANA-Gruppe 2015 16 2016 17
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 2.477,6 moderater Anstieg i
EBIT Mio. € 129,0 moderater Anstieg i
Investitionen1 Mio. € 116,0 ~114

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2016|17 sowohl beim Konzernumsatz als auch beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) von einem moderaten Anstieg aus.

Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten wird in Summe mit rund 114 Mio. € deutlich über den Abschreibungen in Höhe von knapp 90 Mio. € liegen.

Segment Zucker 2015 16
IST
2016 17
Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 672,6 stabile Entwicklung p
EBIT Mio. € 4,3 deutlicher Anstieg ii
Investitionen1 Mio. € 46,1 ~22

Im Segment Zucker rechnet AGRANA in Erwartung stabiler Absatzmengen und Preise mit einer Umsatzentwicklung zumindest auf Vorjahresniveau. Verbesserte Margen sowie das im Sommer 2015 eingeleitete Kostensenkungsprogramm lassen im Geschäftsjahr 2016|17 einen deutlichen Anstieg im EBIT gegenüber dem Vorjahr erwarten.

Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben belaufen sich auf rund 22 Mio. €. Neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wird v. a. in Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Produktqualität investiert.

Segment Stärke 2015 16 2016 17
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 721,6 stabile Entwicklung p
EBIT Mio. € 65,9 moderater Rückgang s
Investitionen1 Mio. € 28,2 ~58

Im Segment Stärke erwartet AGRANA für das Geschäftsjahr 2016|17 bei leicht steigenden Absatzmengen eine konstante Umsatzentwicklung. Ein zu erwartender Preisdruck bei Verzuckerungsprodukten und Bioethanol führt trotz auf Rohstoffseite gefallener Terminmarktpreise zu einer moderat bis deutlich reduzierten EBIT-Erwartung gegenüber dem Vorjahr.

Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 58 Mio. € und somit rund 50% der gesamten Konzernausgaben. Investiert wird v. a. in Kapazitätserweiterungen in Österreich (Aschach) und Produktbereiche mit hoher Veredelungstiefe, um Wachstumschancen in margenstarken Bereichen ergreifen zu können.

Segment Frucht 2015 16 2016 17
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. € 1.083,4 deutlicher Anstieg ii
EBIT Mio. € 58,8 deutlicher Anstieg ii
Investitionen1 Mio. € 41,7 ~34

AGRANA erwartet im Segment Frucht für das Geschäftsjahr 2016|17 einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und EBIT.

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59

• •

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• •

Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet aufgrund steigender Absatzmengen mit einer positiven Umsatzentwicklung, speziell in den Regionen Europa, Nordamerika und Asien. Bei stabilen Rohstoffpreisen wird von einer konstanten Ergebnisentwicklung im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015|16 ausgegangen.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird aufgrund höherer Absatzpreise infolge gestiegener Rohstoffpreise in der Ernte 2015 gegenüber der Ernte 2014 ein deutlicher Umsatzanstieg prognostiziert. Diese Entwicklung soll auch zu einer deutlichen Erholung beim EBIT führen.

Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 34 Mio. € geplant. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen sollen neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen die Kapazitäten in den USA und Asien erhöht werden, im Bereich Fruchtsaftkonzentrate liegt der Fokus auf Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen und der kontinuierlichen Verbesserung der Produktqualität.

Nachhaltigkeitsausblick 2016|17

Die Sicherstellung und Dokumentation einer nachhaltigen Wirtschaftsweise wird zunehmend zu einem Beschaffungskriterium für AGRANAs Kunden, v. a. in der Lebensmittelindustrie. Aus diesem Grund wird AGRANA auch 2016|17 und in den Folgejahren intensiv an der weiteren Integration von Nachhaltigkeit in die Kerngeschäftsaktivitäten arbeiten. Entsprechende Ziele zur Verbesserung von Umwelt- und Sozialkriterien in den eigenen Produktionsanlagen bzw. für die Mitarbeiter hat sich das Unternehmen 2014|15 gesetzt und 2015|16 mit weiteren Zielen, v. a. bezüglich Nachhaltigkeit in ihrer Lieferkette, ergänzt. Über den Zielerreichungsgrad wird in den Folgejahren im Rahmen der im Geschäftsbericht integrierten Nachhaltigkeitsberichterstattung informiert.

Konzernabschluss 2015|16

der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 62
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung 63
  • Konzern-Geldflussrechnung 64
  • Konzern-Bilanz 65
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung 66

Konzernanhang 68

  • Informationen zu Geschäftssegmenten 68
  • Allgemeine Grundlagen 71
  • Konsolidierungskreis 74
  • Konsolidierungsmethoden 78
  • Währungsumrechnung 78

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 79

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61

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• •

  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 86
  • Erläuterungen zur Geldflussrechnung 93
  • Erläuterungen zur Bilanz 94
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten 107
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 122
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen 123
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) 126
  • Konzern-Anteilsbesitz 127
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 131
  • Bestätigungsvermerk 132

Konzernabschluss 62 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Note
2015 16 2014 15
(1) Umsatzerlöse 2.477.647 2.493.512
(2) Bestandsveränderungen 25.183 –76.133
(2) Andere aktivierte Eigenleistungen 1.523 1.375
(3) Sonstige betriebliche Erträge 44.087 38.3421
Materialaufwand –1.783.723 –1.703.680
Personalaufwand –285.696 –282.054
Abschreibungen –85.381 –80.065
Sonstige betriebliche Aufwendungen –289.208 –294.9501
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 24.523 25.372
Ergebnis der Betriebstätigkeit 128.955 121.719
Finanzerträge 43.789 68.7201
Finanzaufwendungen –68.308 –73.9601
Finanzergebnis –24.519 –5.240
Ergebnis vor Ertragsteuern 104.436 116.479
Ertragsteuern –23.508 –31.901
Konzernergebnis 80.928 84.578
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 82.723 80.896
davon nicht beherrschende Anteile –1.795 3.682
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 5,82 € 5,70 €

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63

• •

• • • •

• •

Konzernabschluss 63 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

2015 16 2014 15
Konzernergebnis 80.928 84.578
Sonstiges Ergebnis aus
Währungsdifferenzen –14.655 –9.513
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten (IAS 39)
nach latenten Steuern –1.163 323
Cashflow-Hedges (IAS 39) nach latenten Steuern –2.515 –19
Anteilen aus Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode einbezogen werden –2.103 2.287
Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung
zu erfassende Erträge und Aufwendungen –20.436 –6.922
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen und
ähnlicher Verpflichtungen (IAS 19) nach latenten Steuern 2.820 –14.697
Anteilen aus Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode einbezogen werden 3 –6
Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung
zu erfassende Erträge und Aufwendungen 2.823 –14.703
Sonstiges Ergebnis –17.613 –21.625
Gesamtergebnis 63.315 62.953
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 66.869 58.711
davon nicht beherrschende Anteile –3.554 4.242

Konzernabschluss 64 Konzern-Geldflussrechnung

2015 16 2014 151
Konzernergebnis 80.928 84.578
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 86.211 80.763
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –821 –698
Verluste aus Anlagenabgängen 1.075 63
Veränderungen langfristiger Rückstellungen 3.106 –1.684
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden –24.523 –25.372
Dividenden und Anzahlungen auf Dividenden von Unternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 33.000 22.900
Erhaltene Dividenden von verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen 763 –763
Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen 46.175 48.279
Cashflow aus dem Ergebnis 225.914 208.066
Veränderungen der Vorräte –42.107 49.865
Veränderungen der Forderungen und kurzfristigen Vermögenswerte –712 –715
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen –14.583 –23
Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) –16.289 2.914
Veränderungen des Working Capital –73.691 52.041
Erhaltene Zinsen 7.684 7.559
Gezahlte Zinsen –16.687 –18.207
Gezahlte Ertragsteuern –41.307 –22.316
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 101.913 227.143
Erhaltene Dividenden 10 6
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 3.103 1.621
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –107.720 –86.982
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 1 1.244
Einzahlungen aus dem Verkauf von Partizipationskapital 85.000 0
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –318 –40
Cashflow aus Investitionstätigkeit –19.924 –84.151
Begebung von Schuldscheindarlehen 0 90.000
Rückführung von Schuldscheindarlehen 0 –74.000
Rückführung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe –85.000 0
Einzahlungen/Auszahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen –21.098 –8.373
Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen –2.558 –33.327
Gezahlte Dividenden –54.957 –55.445
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –163.613 –81.145
Veränderungen des Finanzmittelbestandes –81.624 61.847
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand –2.819 –3.885
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 193.818 135.856
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 109.375 193.818

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65

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• • • •

• •

Konzernabschluss 65 Konzern-Bilanz

zum 29. Februar 2016

Stand Stand
29.02.2016 28.02.2015
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte 241.961 241.475
Sachanlagen 679.592 661.537
Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen 60.906 84.384
Wertpapiere 18.622 104.879
Beteiligungen 1.091 1.114
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 10.602 21.070
Aktive latente Steuern 14.873 22.184
B. Kurzfristige Vermögenswerte 1.027.647 1.136.643
Vorräte 654.172 625.313
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 439.521 439.793
Laufende Ertragsteuerforderungen 10.774 11.274
Wertpapiere 45 46
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 109.375 193.818
1.213.887 1.270.244
C. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 1.631 0
Summe Aktiva 2.243.165 2.406.887
PASSIVA
103.210
411.362
629.709
1.144.281
55.843
1.200.124
67.146
19.999
286.028
1.024
4.481
378.678
28.426
247.820
B. Langfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
375.058
13.059
A. Eigenkapital
Grundkapital
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital
Nicht beherrschende Anteile
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
Übrige Rückstellungen
Finanzverbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
Passive latente Steuern
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen
Finanzverbindlichkeiten
und sonstige Verbindlichkeiten
Steuerschulden
664.363 103.210
411.362
614.687
1.129.259
65.161
1.194.420
71.885
14.879
319.672
1.204
10.424
418.064
41.757
309.354
411.193
32.099
794.403

Konzernabschluss 66 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

für das Geschäftsjahr 2015|16 vom 1.März 2015 bis 29. Februar 2016

Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar

Gewinnrücklagen
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Rücklage
für
"Zur Ver-
äußerung
verfügbar"
Rücklage
für
Cashflow-
Hedges
Rücklage
für ver-
sicherungs-
mathem.
Gewinne/
Verluste
Anteile am
sonstigen
Ergebnis
von Gemein-
schafts-
unter-
nehmen1
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 103.210 411.362 4.294 215 –29.945 –23.775
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 –1.529 –3.353 0 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 3.161 3
Steuereffekte 0 0 366 838 –386 –1
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0 –2.104
Sonstige Ergebnisse 0 0 –1.163 –2.515 2.775 –2.102
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –1.163 –2.515 2.775 –2.102
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Anteils- und
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Stand 29.02.2016 103.210 411.362 3.131 –2.300 –27.170 –25.877
629.709
Geschäftsjahr 2014 15
Stand 01.03.2014 103.210 411.362 3.971 234 –15.463 –25.935
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 1.022 –31 0 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen
Steuereffekte
0
0
0
0
0
–699
0
12
–16.966
2.484
–7
241
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0 1.926
Sonstige Ergebnisse 0 0 323 –19 –14.482 2.160
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 323 –19 –14.482 2.160
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Anteils- und
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Stand 28.02.2015 103.210 411.362 4.294 215 –29.945 –23.775
614.687

• • • • • • • • •

• •

67

• • • •

• •

Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar

Nicht
beherr
schende
Anteile
Summe
Eigen-
kapital der
AGRANA-
Aktionäre
Jahres-
ergebnis
Unter-
schieds-
betrag
Währungs-
umrechnung
Übriges
kumuliertes
Eigen-
kapital
65.161
1.194.420
1.129.259 80.896 –67.981 650.983
0 –4.882 0 0 0
61 3.164 0 0 0
–15 817 0 0 0
–1.805
–16.758
–14.953 0 –12.849 0
–1.759
–17.613
–15.854 0 –12.849 0
–1.795 82.723 82.723 0 0
–3.554 66.869 82.723 –12.849 0
–3.830
–54.957
–51.127 –51.127 0 0
0 0 –29.769 0 29.769
–1.934 –724 0 0 –724
0 4 0 0 4
55.843
1.200.124
1.144.281 82.723 –80.830 680.032
66.255
1.190.988
1.124.733 105.155 –57.814 600.013
0 991 0 0 0
–288
–17.261
–16.973 0 0 0
152 2.038 0 0 0
696
560
–21.625
–8.241
–22.185
0
0
–10.167
–10.167
0
0
3.682
4.242
80.896
58.711
80.896
80.896
0
–10.167
0
0
–4.318
–55.445
–51.127 –51.127 0 0
0 0 –54.028 0 54.028
–979 –2.548 0 0 –2.548
–39
65.161
1.194.420
–510
1.129.259
0
80.896
0
–67.981
–510
650.983

Konzernanhang der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.

Der Konzernabschluss 2015|16 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

1. Informationen zu Geschäftssegmenten

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.

Die AGRANA-Gruppe hat die drei berichtspflichtigen Segmente Zucker, Stärke und Frucht, die entsprechend der strategischen Ausrichtung gebildet wurden. Jedes der Segmente bietet ein unterschiedliches Produktportfolio an und wird aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffungen und Absatzstrategien getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.

Für jedes Segment gibt es eine interne Berichterstattung, die monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker) erfolgt. CODM sind die Vorstände der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente werden nachstehend gegeben. Die Bewertung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v. a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.

Konsoli
Zucker Stärke Frucht dierung Konzern
Geschäftsjahr 2015 16
Umsatzerlöse (brutto) 739.912 728.730 1.084.085 –75.080 2.477.647
Umsätze zwischen Segmenten –67.268 –7.164 –648 75.080 0
Umsatzerlöse 672.644 721.566 1.083.437 0 2.477.647
EBITDA 25.397 64.884 101.676 0 191.957
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –22.633 –22.038 –39.800 0 –84.471
Operatives Ergebnis 2.764 42.846 61.876 0 107.486
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0 0 –3.054 0 –3.054
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 1.542 22.981 0 0 24.523
Ergebnis der Betriebstätigkeit 4.306 65.827 58.822 0 128.955
Segmentvermögen 1.619.559 474.811 1.094.648 –945.853 2.243.165
Segmenteigenkapital 906.208 318.089 312.633 –336.806 1.200.124
Segmentschulden 713.351 156.722 782.015 –609.047 1.043.041
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 46.102 28.151 41.730 0 115.983
Investitionen in Finanzanlagen 0 10 308 0 318
Investitionen gesamt 46.102 28.161 42.038 0 116.301
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 5.303 55.603 0 0 60.906
Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) 2.185 870 5.455 0 8.510

1.1. Segmentierung nach Geschäftsbereichen

• • • • • • • • •

• •

69

• • • •

• •

Konsoli
Zucker Stärke Frucht dierung Konzern
Geschäftsjahr 2014 15
Umsatzerlöse (brutto) 812.265 708.233 1.062.510 –89.496 2.493.512
Umsätze zwischen Segmenten –81.127 –8.102 –267 89.496 0
Umsatzerlöse 731.138 700.131 1.062.243 0 2.493.512
EBITDA 29.355 49.005 103.556 0 181.916
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –19.656 –21.967 –38.276 0 –79.899
Operatives Ergebnis 9.699 27.038 65.280 0 102.017
Ergebnis aus Sondereinflüssen 1.002 0 –6.672 0 –5.670
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden –1.721 27.093 0 0 25.372
Ergebnis der Betriebstätigkeit 8.980 54.131 58.608 0 121.719
Segmentvermögen 1.722.879 467.881 1.080.921 –864.794 2.406.887
Segmenteigenkapital 919.359 300.979 310.889 –336.807 1.194.420
Segmentschulden 803.520 166.902 770.032 –527.987 1.212.467
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 34.476 13.743 42.990 0 91.209
Investitionen in Finanzanlagen 4 0 36 0 40
Investitionen gesamt 34.480 13.743 43.026 0 91.249
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 3.754 80.630 0 0 84.384
Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente)2 2.297 848 5.405 0 8.550

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Im Ergebnis aus Sondereinflüssen sind Aufwendungen aus der Schließung eines Produktionsstandortes in Belgien und einer Farm in Marokko sowie Aufwendungen für ein Strategie- und Organisationsprojekt im Segment Frucht enthalten.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –609.047 t€ (Vorjahr: –527.987 t€) und die Kapitalkonsolidierung mit –336.806 t€ (Vorjahr: –336.807 t€).

1.2. Segmentierung nach Regionen

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

Umsatz t¤ 2015 16 2014 15
Österreich 1.248.869 1.333.776
Ungarn 89.218 86.107
Rumänien 178.510 173.030
Restliche EU 412.566 408.113
EU-28 1.929.163 2.001.026
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 90.496 91.863
Übriges Ausland 457.988 400.623
Summe 2.477.647 2.493.512

2 Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Weitere Angaben finden sich auf Seite 72.

Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 539.571 t€ (Vorjahr: 541.033 t€), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 21,8% (Vorjahr: 21,7%) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina definiert.

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t¤ 2015 16 2014 15
Österreich 65.630 32.999
Ungarn 12.650 17.673
Rumänien 3.577 4.408
Restliche EU 15.987 13.651
EU-28 97.844 68.731
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 2.751 3.255
Übriges Ausland 15.388 19.223
Summe 115.983 91.209
Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte1 t¤ 2015 16 2014 15
Österreich 344.563 315.217
Ungarn 68.806 63.690
Rumänien 39.009 39.760
Restliche EU 113.090 121.481
EU-28 565.468 540.148
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 17.831 19.723
Übriges Ausland 112.052 116.965
Summe 695.351 676.836
Standard / Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Voraussichtliche
Erstanwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Anerkennung
durch EU
IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 18.12.2014 2016 17 18.12.2015
IAS 7 Kapitalflussrechnungen (Änderung) 29.01.2016 2017 18 nein
IAS 12 Ertragsteuern (Änderung) 19.01.2016 2017 18 nein
IAS 16 Sachanlagen (Änderung) 12.05.2014 und
30.06.2014
2016 17 23.11.2015 und
02.12.2015
IAS 27 (2011) Separate Abschlüsse (Änderung) 12.08.2014 2016 17 18.12.2015

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2. Allgemeine Grundlagen

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Im Geschäftsjahr 2015|16 war IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) und neben den im Rahmen der Annual Improvements Projects 2011–2013 sowie 2010–2012 geänderten Standards auch IFRIC 21 (Abgaben) erstmalig verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanzund Ertragslage von AGRANA.

Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards und Interpretationen dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2015|16 oder später anzuwenden sind bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.

Standard / Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Anerkennung Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA

IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 18.12.2014 2016|17 18.12.2015 Mit den Änderungen wird klargestellt, dass Informationen durch Aggregation nicht vermieden werden sollen und dass Wesentlichkeitserwägungen auf alle Bestandteile des Abschlusses anzuwenden sind, auch wenn einzelne Standards Mindestangaben vorschreiben. Die Relevanz von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung bestimmt deren Aufgliederung oder Zusammenfassung. Im sonstigen Gesamtergebnis werden sämtliche Effekte aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen in einer separaten Kategorie unabhängig von der Recycelbarkeit dargestellt. Die Änderungen sind Bestandteil der Initiative zur Verbesserung von Angabepflichten (Disclosure Initiative). Es werden Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses und die Angaben im Anhang erwartet.

IAS 7 Kapitalflussrechnungen (Änderung) 29.01.2016 2017|18 nein Mit der Änderung sollen die Angaben der Komponenten der Veränderung der Schulden aus der Finanzierungstätigkeit im Sinne einer Überleitungsrechnung ausgeweitet werden.

IAS 12 Ertragsteuern (Änderung) 19.01.2016 2017|18 nein Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IAS 16 Sachanlagen (Änderung) 12.05.2014 und 2016|17 23.11.2015 und Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IAS 27 (2011) Separate Abschlüsse (Änderung) 12.08.2014 2016|17 18.12.2015 Die Änderung hat keine Auswirkungen, da sie Einzelabschlüsse betrifft.

Standard / Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Voraussichtliche
Erstanwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Anerkennung
durch EU
IAS 28 (2011) Assoziierte Unternehmen (Änderung) 11.09.2014 und
18.12.2014
2016 17 nein
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte (Änderung) 12.05.2014 2016 17 02.12.2015
IAS 41 Landwirtschaft (Änderung) 30.06.2014 2016 17 23.11.2015
IFRS 9 (2014) Finanzinstrumente 24.07.2014 2018 19 nein
IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 11.09.2014 und
18.12.2014
2016 17 nein
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Änderung) 06.05.2014 2016 17 24.11.2015
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen
(Änderung)
18.12.2014 2016 17 nein
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 2016 17 nein
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 28.05.2014 2018 19 nein

IFRS 16 Leasingverhältnisse 13.01.2016 2019|20 nein Mit IFRS 16 werden der Ansatz, die Bewertung und der Ausweis von Leasingverhältnissen neu geregelt. Beim Leasingnehmer wird es

Diverse Annual Improvements Project 2012–2014 25.09.2014 2016|17 15.12.2015 Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

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Standard / Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Anerkennung Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA

IAS 28 (2011) Assoziierte Unternehmen (Änderung) 11.09.2014 und 2016|17 nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte (Änderung) 12.05.2014 2016|17 02.12.2015 Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IAS 41 Landwirtschaft (Änderung) 30.06.2014 2016|17 23.11.2015 Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IFRS 9 (2014) Finanzinstrumente 24.07.2014 2018|19 nein Der IASB hat die endgültige Fassung von IFRS 9 herausgegeben, in dem die Ergebnisse der Phasen zu Klassifizierung und Bewertung, Wertminderung und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen, in denen das Projekt zur Ersetzung von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) abgearbeitet wurde, zusammengebracht sind. In dieser neuen Version des Standards sind das neue Modell der erwarteten Verluste in Bezug auf Wertminderungen und begrenzte Änderungen bei den Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften für finanzielle Vermögenswerte aufgenommen worden. Das Wertminderungsmodell beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste bei Vertragsbeginn abzubilden. Ausgenommen sind Instrumente, die bereits bei Zugang wertgemindert sind; bei diesen werden die erwarteten Verluste im bei Zugang bestimmten Effektivzins widergespiegelt. Das Klassifizierungs- und Bewertungsmodell wurde für finanzielle Vermögenswerte und für bestimmte Schuldinstrumente um die Kategorie "Beizulegender Zeitwert mit Erfassung der Änderungen im sonstigen Ergebnis" (Fair Value through Other Comprehensive Income, FVTOCI) ergänzt. Außerdem wurden neue Leitlinien dazu aufgenommen, wie die Prüfung der Geschäftsmodellbedingung und der Zahlungsstrombedingung durchgeführt werden kann. Der Standard ersetzt alle früheren Fassungen von IFRS 9. Für den Wertpapierbestand werden sich aufgrund der neuen Klassifizierung auch Veränderungen in der Art der Bewertung ergeben und im Bereich der Derivate wird von einer Ausweitung des Hedge-Accounting ausgegangen. Daneben wird von einer Ausweitung der Angabepflichten ausgegangen.

IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 11.09.2014 und 2016|17 nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Änderung) 06.05.2014 2016|17 24.11.2015 Die Änderung kann Auswirkungen auf die Bilanzierung von künftigen Anteilserwerben haben.

IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 18.12.2014 2016|17 nein Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 2016|17 nein Der Standard ist für AGRANA nicht relevant. Aufgrund des äußerst limitierten Anwenderkreises hat die EU-Kommission den Interimsstandard nicht zur Übernahme in EU-Recht vorgeschlagen.

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 28.05.2014 2018|19 nein Mit IFRS 15 werden Prinzipien geschaffen, die ein Unternehmen bei der Berichterstattung über die Art, die Höhe, den zeitlichen Anfall sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und resultierenden Zahlungsströmen aus einem Vertrag mit einem Kunden anzuwenden hat. Insbesondere werden Kriterien aufgestellt, nach denen verschiedene Leistungsverpflichtungen in einem Vertrag als eigenständig anzusehen sind. AGRANA erwartet aus der Anwendung keine Auswirkungen auf die Umsatzrealisierungszeitpunkte, aber erweiterte Angabepflichten.

IFRS 16 Leasingverhältnisse 13.01.2016 2019|20 nein Mit IFRS 16 werden der Ansatz, die Bewertung und der Ausweis von Leasingverhältnissen neu geregelt. Beim Leasingnehmer wird es künftig nur noch ein Bilanzierungsmodell geben, bei dem das Nutzungsrecht als Vermögenswert und die Verpflichtung als Verbindlichkeit in der Bilanz auszuweisen ist. Ein Aktivierungswahlrecht besteht für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit unter zwölf Monaten. AGRANA überprüft, inwieweit IFRS 16 für bestehende Mietverträge anzuwenden ist und wie bei einzelnen Verträgen bzw. Vertragsgruppen der Nutzwert und die korrespondierende Schuld zu bemessen sind. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, lassen sich die Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage abschätzen. Da beim Leasinggeber das duale Bilanzierungsmodell mit Operating- und Finanzierungsleasing erhalten bleibt, werden hieraus keine Anpassungserfordernisse erwartet.

Diverse Annual Improvements Project 2012–2014 25.09.2014 2016|17 15.12.2015 Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

Anpassungen gemäß IAS 8

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2015|16 wurde die Darstellung der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis um die Zeilen "Anteile aus Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden" ergänzt. Darin enthalten sind jene Beträge zusammengefasst, die aus erfolgsneutralen IAS 39-Bewertungseffekten und Währungsdifferenzen sowie aus Veränderungen versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen bei nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen resultieren. Diese waren zuvor den bisherigen Zeilen zu IAS 39-Bewertungseffekten und Währungsdifferenzen sowie Veränderungen versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen zugeordnet. Die Konzern-Eigenkapital-Entwicklung wurde dahingehend angepasst, dass die Beträge der erfolgsneutralen IAS 39-Bewertungseffekte, Währungsdifferenzen und Veränderungen versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen in einer separaten Spalte dargestellt werden.

Änderungen von Vergleichsinformationen

Wechselkursergebnisse wurden erstmals im Geschäftsjahr 2015|16 dem Bruttoprinzip folgend als Kursgewinne oder -verluste im Ergebnis der Betriebstätigkeit bzw. im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Anpassung hat eine Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 5.055 t€ sowie eine Erhöhung der Finanzerträge und -aufwendungen von 41.204 t€ für die Vergleichsperiode 2014|15 verglichen mit den veröffentlichten Werten zur Folge.

Bedingt durch eine Erweiterung des Treasurysystems und eine damit verbundene Anpassung der Buchungsprozesse, werden seit dem Geschäftsjahr 2015|16 die Gewinne/Verluste aus Derivaten brutto ausgewiesen. Dies führt zu einer Erhöhung der Gewinne aus Derivaten um 11.935 t€ und zu einer Erhöhung der Verluste aus Derivaten um 32.583 t€ sowie zu einer Reduktion der Währungsgewinne im Finanzergebnis von 5.130 t€ und zu einer Reduktion der Währungsverluste im Finanzergebnis von 25.778 t€ für die Vergleichsperiode 2014|15 im Vergleich zu den veröffentlichten Werten.

Die Darstellung der Angaben von Mitarbeiterzahlen wurde von Köpfen (Jahresdurchschnitt) auf Vollzeitäquivalente (Jahresdurchschnitt) umgestellt.

In der Geldflussrechnung wurden die zahlungswirksamen Zinsen, Steuern und Dividenden gesondert ausgewiesen und die Fremdwährungseffekte den jeweiligen Positionen zugeordnet, was zu einer Anpassung der Vorjahreswerte geführt hat.

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Beherrschender Einfluss ist gegeben, wenn AGRANA Beteiligungs-AG die Verfügungsgewalt hat, an positiven und negativen schwankenden Rückflüssen eines Unternehmens zu partizipieren und diese Rückflüsse durch diese Verfügungsgewalt beeinflussen kann sowie Entscheidungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten eines Unternehmens hat. Dies ist in der Regel gegeben, wenn AGRANA Beteiligungs-AG mehr als die Hälfte der Stimmrechte innehat.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden, über die die Beherrschung gemeinsam ausgeübt wird und an denen die Unternehmen die Rechte am Nettovermögen gemeinsam besitzen (Gemeinschaftsunternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 58 Unternehmen (Vorjahr: 63 Unternehmen) in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und zwölf Unternehmen (Vorjahr: elf Unternehmen) nach der Equity-Methode einbezogen.

Eine Übersicht der voll einbezogenen Unternehmen, nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich auf Seite 125f.

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Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2015|16 wie folgt verändert:

Voll-
konsolidierung
Equity
Methode
Stand 01.03.2015 63 11
Erstmalige Einbeziehung 1 1
Verschmelzung –4 0
Abgang –2 0
Stand 29.02.2016 58 12

Im Geschäftsjahr 2015|16 erfolgte die erstmalige Einbeziehung der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die bis dahin aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung ein nicht einbezogenes Tochterunternehmen war. Im Zuge der erstmaligen Einbeziehung ist ein Unterschiedsbetrag zwischen dem übernommenen Nettovermögen und den Anschaffungskosten von 3,6 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Weiters wurde die AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k, Tirana|Albanien, nach der Equity-Methode erstmalig einbezogen.

Die Auswirkungen im Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, stellen sich wie folgt dar:

2015 16
Langfristige Vermögenswerte 2.363
Kurzfristige Vermögenswerte 4.998
Summe Aktiva 7.361
Eigenkapital 4.353
Langfristige Schulden 1.888
Kurzfristige Schulden 1.120
Summe Passiva 7.361

In den Bilanzwerten sind Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 4.781 t€ enthalten.

Abgänge im Konsolidierungskreis betrafen die Gesellschaften AGRANA URZICENI S.R.L., Bukarest|Rumänien, und AGRANA LIESTI S.R.L., Bukarest|Rumänien. Weder der Abgang des Nettovermögens der beiden Gesellschaften hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Konzern-Bilanz noch das Ergebnis aus der Entkonsolidierung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie auf die Konzern-Gesamtergebnisrechnung.

Gemeinschaftsunternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 127 aufgelistet.

STUDEN- HUNGRANA
Gruppe Gruppe Summe
29.02.2016
Langfristige Vermögenswerte 37.213 107.445 144.658
Vorräte 33.879 35.146 69.025
Forderungen und andere Vermögenswerte 28.155 40.427 68.582
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere 4.292 2.215 6.507
Kurzfristige Vermögenswerte 66.326 77.788 144.114
Summe Aktiva 103.539 185.233 288.772
STUDEN- HUNGRANA
Gruppe Gruppe Summe
Eigenkapital 11.510 110.237 121.747
Externe Finanzschulden 166 7.488 7.654
Sonstige Schulden 253 5.944 6.197
Langfristige Schulden 419 13.432 13.851
Externe Finanzschulden 45.085 34.383 79.468
Sonstige Schulden 46.525 27.181 73.706
Kurzfristige Schulden 91.610 61.564 153.174
Summe Passiva 103.539 185.233 288.772
Umsatzerlöse 189.093 318.377 507.470
Abschreibungen –2.854 –12.607 –15.461
Sonstige Aufwendungen/Erträge –183.197 –248.141 –431.338
Ergebnis der Betriebstätigkeit 3.042 57.629 60.671
Zinsertrag 707 49 756
Zinsaufwand –1.607 –667 –2.274
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge 848 546 1.394
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.990 57.557 60.547
Ertragsteuern 94 –11.595 –11.501
Jahresüberschuss 3.084 45.962 49.046
Sonstiges Ergebnis 15 –4.216 –4.201
Gesamtergebnis 3.099 41.746 44.845
28.02.2015
Langfristige Vermögenswerte 39.716 106.727 146.443
Vorräte 25.087 24.671 49.758
Forderungen und andere Vermögenswerte 29.505 62.532 92.037
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere 4.888 21.815 26.703
Kurzfristige Vermögenswerte 59.480 109.018 168.498
Summe Aktiva 99.196 215.745 314.941
Eigenkapital 8.412 160.292 168.704
Externe Finanzschulden 157 10.497 10.654
Sonstige Schulden 326 6.668 6.994
Langfristige Schulden 483 17.165 17.648
Externe Finanzschulden 40.505 10.666 51.171
Sonstige Schulden 49.796 27.622 77.418
Kurzfristige Schulden 90.301 38.288 128.589
Summe Passiva 99.196 215.745 314.941
Umsatzerlöse 189.442 315.800 505.242
Abschreibungen –3.134 –12.180 –15.314
Sonstige Aufwendungen/Erträge –188.220 –235.942 –424.162
Ergebnis der Betriebstätigkeit –1.912 67.678 65.766
Zinsertrag 116 55 171
Zinsaufwand –1.634 –556 –2.190
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge –412 –794 –1.206
Ergebnis vor Ertragsteuern –3.842 66.383 62.541
Ertragsteuern 399 –12.196 –11.797
Jahresüberschuss –3.443 54.187 50.744
Sonstiges Ergebnis 312 3.599 3.911
Gesamtergebnis –3.131 57.786 54.655

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Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:

STUDEN- HUNGRANA
Gruppe Gruppe Summe
29.02.2016
Eigenkapital 11.510 110.237 121.747
davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 5.755 55.119 60.874
Goodwill 0 484 484
Wertminderung Goodwill zum Zeitpunkt des Überganges –452 0 –452
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 5.303 55.603 60.906
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 45.900 45.900
28.02.2015
Eigenkapital 8.412 160.292 168.704
davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 4.206 80.146 84.352
Goodwill 0 484 484
Wertminderung Goodwill zum Zeitpunkt des Überganges –452 0 –452
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 3.754 80.630 84.384
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 0 0

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 55.843 t€ (Vorjahr: 65.161 t€) betreffen im Wesentlichen mit 39.952 t€ (Vorjahr: 47.895 t€) die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01%. Somit ist in Höhe von 49,99% das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:

AUSTRIA JUICE-Gruppe t¤ 29.02.2016 28.02.2015
Langfristige Vermögenswerte 131.452 138.535
Kurzfristige Vermögenswerte 228.422 200.569
Summe Vermögenswerte 359.874 339.104
Langfristige Schulden 6.668 8.575
Kurzfristige Schulden 266.007 227.439
Summe Schulden 272.675 236.014
Nettovermögen 87.199 103.090
Umsatzerlöse 212.082 257.137
Ergebnis der Betriebstätigkeit 443 15.331
Ergebnis vor Ertragsteuern –4.234 11.760
Ertragsteuern –1.746 –1.850
Jahresüberschuss –5.980 9.910
Sonstiges Ergebnis –2.917 –461
Gesamtergebnis –8.897 9.449
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 57.729 5.627
Cashflow aus Investitionstätigkeit –7.242 –11.869
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –51.810 23.375
Veränderung des Finanzmittelbestandes –1.323 17.133

In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:

AUSTRIA JUICE-Gruppe t¤ 29.02.2016 28.02.2015
Anteiliger Jahresüberschuss –2.990 4.954
Anteilige gezahlte Dividenden 3.499 3.499
Anteiliges Nettovermögen 43.591 51.535
Anteiliger Goodwill –3.639 –3.640
Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen 39.952 47.895

3.1. Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. Konsolidierungsmethoden

█ Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Werden bei einem Unternehmenszusammenschluss auch immaterielle Vermögenswerte angesetzt, die bisher nicht im Einzelabschluss des erworbenen Unternehmens erfasst wurden, wie beispielsweise Kundenbeziehungen, so werden diese nur dann angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IAS 38 für eine Aktivierung vorliegen. Für Unternehmenserwerbe, bei denen die mehrheitlichen Anteile, jedoch nicht 100% erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht für die Erfassung der entstehenden nicht beherrschenden Anteile vor. Diese können wahlweise mit dem anteiligen Zeitwert des Nettovermögens (Purchased-Goodwill-Methode) oder mit dem Anteil des Geschäfts-/Firmenwertes, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, berücksichtigt werden (Full-Goodwill-Methode). Dieses Wahlrecht ist je Unternehmenserwerb frei auszuüben. Die Full-Goodwill-Methode ist im AGRANA-Konzern bisher nicht zur Anwendung gekommen.

█ Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit der AGRANA-Konzern Transaktionen mit einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.

█ Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

5. Währungsumrechnung

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekanntgegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs (Mittelwert der tagesaktuellen Kurse von EZB bzw. Nationalbanken) umgerechnet.

█ Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.

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█ In Fremdwährung angefallene Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsbewertung von Finanzierungsverbindlichkeiten werden mit Stichtagskursen zum Bilanzstichtag umgerechnet, wenn der Durchschnittskurs aufgrund anhaltender Wechselkursschwankungen als nicht angemessen beurteilt wurde.

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

Währungs- Stichtagskurs Durchschnittskurs
¤ einheit 29.02.2016 28.02.2015 2015 16 2014 15
Albanien ALL 138,24 139,43
Ägypten EGP 8,54 8,61 8,54 9,27
Argentinien ARS 17,18 9,77 11,22 10,72
Australien AUD 1,53 1,44 1,49 1,46
Bosnien BAM 1,96 1,96 1,96 1,96
Brasilien BRL 4,34 3,26 3,90 3,10
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 7,14 7,05 6,98 8,00
Dänemark DKK 7,46 7,47 7,46 7,45
Fidschi FJD 2,35 2,29 2,34 2,47
Kroatien HRK 7,63 7,69 7,61 7,64
Marokko MAD 10,78 10,80 10,82 11,10
Mazedonien MKD 61,70 61,51 61,64 61,60
Mexiko MXN 19,80 16,87 18,11 17,48
Polen PLN 4,36 4,15 4,21 4,19
Rumänien RON 4,48 4,44 4,45 4,44
Russland RUB 82,64 69,20 69,79 55,51
Serbien CSD 123,50 120,33 120,85 118,30
Südafrika ZAR 17,46 13,07 14,87 14,14
Südkorea KRW 1.347,54 1.236,16 1.267,46 1.365,73
Tschechien CZK 27,06 27,44 27,17 27,58
Türkei TRY 3,23 2,83 3,11 2,86
Ukraine UAH 29,78 31,42 24,98 17,70
Ungarn HUF 311,26 303,03 310,04 309,59
USA USD 1,09 1,12 1,10 1,29

6. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6.1. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

█ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Nahezu alle immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer. Jene immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer sind für den Konzern unwesentlich.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Die Überprüfung findet regelmäßig zum 31. August, und zusätzlich bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events), statt. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare bzw. kampagnenbezogene planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögens-

wertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

6.2. Zuwendungen der öffentlichen Hand

█ Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Investitionsförderung werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen passivisch abgegrenzt und entsprechend der Nutzungsdauer des zugeordneten Vermögenswertes linear ergebniswirksam aufgelöst. Details dazu finden sich auf Seite 94f.

6.3. Finanzinstrumente

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Vermögenswerte
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzielle Schulden

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten
  • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe
  • Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoffderivate

█ Beteiligungen und Wertpapiere sind der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert (im Falle von Beteiligungen zu Anschaffungskosten) inklusive allfälliger Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bewertungsänderungen werden unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Zur Veräußerung verfügbare Beteiligungen von untergeordneter Bedeutung werden zu Anschaffungskosten bewertet.

█ Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

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█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit den Stichtagskursen bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswert oder Verbindlichkeit bilanziert und – unabhängig von ihrem Zweck – mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Wertes werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen (Rohstoffderivate und Währungsderivate in Zusammenhang mit Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) oder im Finanzergebnis (Zinsderivate, Währungsderivate bei Finanzierungen) erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft ("Cashflow-Hedges"). Sind die Voraussetzungen für "Cashflow-Hedge-Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten und effektiven Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Umgliederung aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in der Periode, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Ineffektive Teile der Bewertungsunterschiede von Cashflow-Hedges werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente sind der Kategorie "Zu Handelszwecken gehalten" zugeordnet, es sei denn, es handelt sich um Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft, auf die "Cashflow-Hedge-Accounting" anwendbar ist. Weitere Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten finden sich auf Seite 107.

Forderungen

█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zuganges mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Forderungen, die für sich betrachtet von untergeordneter Bedeutung sind, sowie Forderungen mit einem ähnlichen Ausfallrisiko werden in Gruppen zusammengefasst und aufgrund von Erfahrungswerten wertberichtigt. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

█ Fremdwährungsforderungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.

6.4. Vorräte

█ Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw.Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

6.5. Emissionszertifikate

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifikate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifikate (ein Zertifikat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits angeschafft wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.6. Wertminderung

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit).

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzungswert.

6.7. Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

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█ Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettopensionsverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.

█ Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die Erfassung im sonstigen Ergebnis schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 1,8% (Vorjahr: 1,4%) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.

6.8. Sonstige Rückstellungen

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

█ Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastsanierung und Abraumbeseitigung.

█ Rückstellungen für Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgelder beinhalten des Weiteren Rückstellungen für Altersteilzeit, Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen, Rückstellungen für Bonifikationen und Prämien sowie sonstige personalbezogene Rückstellungen. Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer einzustufen. Diese werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der laufenden Periode im Personalaufwand ausgewiesen. Jubiläumsgelder stellen einmalige vom Entgelt und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängige Zahlungen dar, die aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Vorschriften bestehen. Vor allem in Österreich und Deutschland bestehen Verpflichtungen für Jubiläumsgeldzahlungen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind in Österreich aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern zu bilden. Die gesetzliche Regelung der Altersteilzeit erleichtert es Betrieben, ältere Arbeitnehmer unter weitest gehender finanzieller Absicherung mit einer verringerten Arbeitszeit bis zum Pensionsantritt zu beschäftigen. Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen werden nur dann angesetzt, wenn ein formaler, detaillierter Restrukturierungsplan erstellt und kommuniziert wurde.

█ Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozessrisiken, Rückstellungen für Drohverluste, Rückstellungen für Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung sowie Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Rückstellungen für Drohverluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

6.9. Steuerabgrenzungen

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestehen bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern werden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wird nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, soweit die Realisierung latenter Steueransprüche wahrscheinlich ist.

█ Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn die entsprechenden Steuervorteile bei zugrunde liegender Planungsperiode von fünf Jahren realisiert werden können. Dies ist gegeben, wenn ausreichend Gewinne erwirtschaftet werden bzw. zu versteuerndes Ergebnis aus der Umkehrung von passiven Differenzen vorhanden ist.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

█ Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

6.10. Gewinnrealisierung

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Finanzierungsleasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

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6.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 29.02.2016: 226.202 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 29.02.2016: 15.759 t€) und Sachanlagen (Buchwert 29.02.2016: 679.592 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt des regelmäßigen Wertminderungstest-Stichtages zum 31. August aktuellsten Prognoserechnung für die Cashflows der Cash Generating Units (CGUs) der nächsten fünf Jahre. Kurz vor dem Abschlussstichtag wurde dem Aufsichtsrat eine neue Prognoserechnung vorgelegt, die keine potenziellen Anhaltspunkte (Triggering Events) enthält, die auf Wertminderung hinweisen.
  • Die Simulation einer angenommenen Reduktion der nachhaltigen Cashflows um 5% würde zu keiner Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes führen.
  • Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 6,11% und 10,48% (Vorjahr: 6,30% und 10,36%).
  • Ein Anstieg des WACC1 um 0,5 Prozentpunkte würde keinen Wertberichtigungsbedarf zur Folge haben. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert 29.02.2016: 67.146 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
  • Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, sodass mögliche Korrelationseffekte zwischen den Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die Sensitivitäten haben folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (25a) angeführten Barwerte der Verpflichtungen:
Pensionen Abfertigungen
29.02.2016 28.02.2015 29.02.2016 28.02.2015
Veränderung versicherungs
mathematischer Annahmen
Rechnungszinssatz
+0,5 Prozentpunkte –2.572 –2.663 –1.720 –1.842
–0,5 Prozentpunkte 2.829 2.939 1.865 2.003
Lohn-/Gehaltssteigerung
+0,25 Prozentpunkte 92 86 905 969
–0,25 Prozentpunkte –91 –84 –872 –932
Rentensteigerung
+0,25 Prozentpunkte 1.205 1.271
–0,25 Prozentpunkte –1.157 –1.219
Lebenserwartung
Zunahme um 1 Jahr 4.069 4.194
Abnahme um 1 Jahr –4.202 –4.329
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 29.02.2016: 14.873 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass innerhalb des Planungszeitraumes von fünf Jahren ausreichend steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpflichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der übrigen Rückstellungen (Buchwert 29.02.2016: 48.425 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann.

█ Die HUNGRANA-Gruppe und die STUDEN-Gruppe wurden gemäß IFRS 11 und den derzeit bestehenden Vereinbarungen als Gemeinschaftsunternehmen qualifiziert. Der Konzern hält 50% der Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen.

█ Die AGRANA-Gruppe hält 50,01% an der AUSTRIA JUICE GmbH und deren Tochtergesellschaften. Aufgrund der zugrunde liegenden Verträge und Vereinbarungen übt AGRANA Beherrschung auf diese Gesellschaften aus und bezieht sie in den Konzernabschluss mittels Vollkonsolidierung ein.

7. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7.1. Umsatzerlöse Note (1)

2015 16 2014 15
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 2.220.995 2.275.633
Handelswarenerlöse 246.094 202.104
Leistungserlöse 10.558 15.775
Summe 2.477.647 2.493.512

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Informationen zu den Geschäftssegmenten (siehe Seite 67) ausgewiesen.

27% (Vorjahr: 26%) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Ein AGRANA-Kunde trug mit 12% (Vorjahr: unter 10%) zum Konzernumsatz bei. Kein weiterer Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10%.

Note (2) 7.2. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen
2015 16 2014 15
Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 25.183 –76.133
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.523 1.375

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 25.183 t€ (Vorjahr: –76.133 t€) resultierte v. a. aus dem Segment Zucker mit –14.965 t€ (Vorjahr: –36.643 t€) und dem Segment Frucht (insbesondere aus den Juice-Aktivitäten) mit 39.520 t€ (Vorjahr: –37.420 t€).

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87

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7.3. Sonstige betriebliche Erträge Note (3)

2015 16 2014 151
Erträge aus
Kursgewinnen 11.356 11.450
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 4.596 1.426
Derivaten 3.882 3.481
aperiodischen Ergebnissen aus Ersteinbeziehung 3.590 0
Leistungen an Dritte 1.773 2.614
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 1.068 1.437
Miet- und Pachtverträgen 1.010 1.255
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 438 1.136
Sonderergebnis 65 1.002
Übrige 16.309 14.541
Summe 44.087 38.342

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen beispielsweise Erträge aus der Weiterverrechnung von Betriebsstoffen, Rohmaterial und Sachbezügen.

7.4. Materialaufwand Note (4)

2015 16 2014 15
Aufwendungen für
Rohstoffe 1.120.260 1.017.420
Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren 603.728 621.512
bezogene Leistungen 59.735 64.748
Summe 1.783.723 1.703.680

7.5. Personalaufwand Note (5)

2015 16 2014 15
Löhne und Gehälter 223.196 222.275
Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung
und sonstiger Personalaufwand 62.500 59.779
Summe 285.696 282.054

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 1.010 t€ (Vorjahr: 1.962 t€) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist im Personalaufwand enthalten.

Im Geschäftsjahr 2015|16 wurden 16.170 t€ (Vorjahr: 15.839 t€) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.

Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 949 (Vorjahr: 920) t€ im abgelaufenen Geschäftsjahr erfasst.

In den Löhnen und Gehältern sind 1.587 t€ (Vorjahr: 5.151 t€) aus Sondereinflüssen enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente)

2014 151
6.078 6.128
2.345 2.341
87 81
8.510 8.550
2015 16
2015 16 2014 151
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 2.061 2.076
Ungarn 432 469
Rumänien 645 669
Restliche EU 1.574 1.609
EU-28 4.712 4.823
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.313 1.290
Übriges Ausland 2.485 2.437
Summe 8.510 8.550

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100%):

2015 16 2014 151
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 289 313
Angestellte 179 184
Summe 468 497

7.6. Abschreibungen Note (6)

Wert- Wert
Abschrei- minde- auf
Gesamt bungen rungen holungen
Geschäftsjahr 2015 16
Immaterielle Vermögenswerte 7.282 7.282 0 0
Sachanlagen 77.189 77.501 509 –821
Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis 84.471 84.783 509 –821
Sondereinfluss 910 0 910 0
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 85.381 84.783 1.419 –821
Finanzanlagen 8 8 0 0
Zu-/Abschreibungen im Finanzergebnis 8 8 0 0
Summe 85.389 84.791 1.419 –821
Geschäftsjahr 2014 15
Immaterielle Vermögenswerte 6.247 6.247 0 0
Sachanlagen 73.652 74.340 10 –698
Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis 79.899 80.587 10 –698
Sondereinfluss 166 0 166 0
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 80.065 80.587 176 –698
Summe 80.065 80.587 176 –698

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89

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Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

Wert-
minde-
Wert
auf
rungen holungen
Geschäftsjahr 2015 16
Segment Zucker 509 –17
Segment Stärke 0 –804
Segment Frucht 910 0
Konzern 1.419 –821
Geschäftsjahr 2014 15
Segment Zucker 10 –10
Segment Stärke 0 –688
Segment Frucht 166 0
Konzern 176 –698

Die Wertminderungen im Segment Zucker betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für abgegangene Vermögenswerte, die sich durch technische Nichtrealisierung ergaben. Die Wertminderungen im Segment Frucht betreffen die Aufwendungen für die Schließung eines Produktionsstandortes in Belgien und einer Farm in Marokko, die im Ergebnis aus Sondereinflüssen dargestellt sind. Die Wertaufholungen im Segment Stärke betreffen eine österreichische Walzentrocknungsanlage, die im Geschäftsjahr 2009|10 auf den Nutzungswert wertgemindert wurde. Für die Ermittlung des Nutzungswertes wurde zum Bilanzstichtag ein Abzinsungssatz von 6,16% verwendet.

7.7. Sonstige betriebliche Aufwendungen Note (7)

2015 16 2014 151
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 136.159 135.423
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 91.958 94.235
Kursverluste 10.860 5.055
Miete und Pachtaufwand 8.476 7.397
Werbeaufwendungen 8.338 8.044
Sonstige Steuern 6.657 6.879
Produktionsabgabe 3.774 3.770
Derivate 2.594 4.296
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 2.040 2.297
Leasingaufwand 1.489 1.686
Schadensfälle 924 1.504
Forschung und Entwicklung (extern) 917 4.498
Sonderergebnis 622 1.049
Übrige 14.400 18.817
Summe 289.208 294.950

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 14.911 t€ (Vorjahr: 14.520 t€). Die Reduktion der externen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen ist auf die erstmalige Einbeziehung der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, zurückzuführen.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft betrugen 468 t€ (Vorjahr: 666 t€). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 447 t€ (Vorjahr: 454 t€), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 8 t€ (Vorjahr: 18 t€) sowie sonstige Leistungen von 13 t€ (Vorjahr: 194 t€).

7.8. Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden Note (8)

Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 24.523 t€ (Vorjahr: 25.372 t€) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe und der STUDEN-Gruppe.

7.9. Ergebnis der Betriebstätigkeit Note (9)

2015 16 2014 15
Operatives Ergebnis 107.486 102.017
Ergebnis aus Sondereinflüssen –3.054 –5.670
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 24.523 25.372
Ergebnis der Betriebstätigkeit 128.955 121.719

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen, das nur in der Segmentberichterstattung separat dargestellt wird, umfasst Aufwendungen für die Schließung eines Produktionsstandortes in Belgien und einer Farm in Marokko sowie Aufwendungen für ein Strategie- und Organisationsprojekt im Segment Frucht. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen 65 t€ (Vorjahr: 1.002 t€), im Personalaufwand 1.587 t€ (Vorjahr: 5.151 t€), in den Abschreibungen 910 t€ (Vorjahr: 166 t€) und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen 622 t€ (Vorjahr: 1.049 t€) ausgewiesen.

7.10. Finanzerträge Note (10)

2015 16 2014 151
Zinserträge 9.724 9.905
Währungsgewinne 12.271 44.790
Erträge aus Beteiligungen 37 769
Gewinn aus Derivaten 21.373 12.609
Übrige finanzielle Erträge 384 647
Summe 43.789 68.720

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

2015 16 2014 15
Segment Zucker 8.099 8.412
Segment Stärke 111 72
Segment Frucht 1.514 1.421
Konzern 9.724 9.905

7.11. Finanzaufwendungen Note (11)

2015 16 2014 151
Zinsaufwendungen 17.668 17.061
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 1.010 1.962
Währungsverluste 24.515 15.427
Aufwendungen aus Beteiligungen 9 0
Verlust aus Derivaten 22.074 35.283
Übrige finanzielle Aufwendungen 3.032 4.227
Summe 68.308 73.960

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Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

2015 16 2014 15
Segment Zucker 15.818 14.465
Segment Stärke 23 61
Segment Frucht 1.827 2.535
Konzern 17.668 17.061

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 98 t€ (Vorjahr: 179 t€).

Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Verlust in Höhe von –12.244 t€ (Vorjahr: Gewinn 29.363 t€). Dieser setzte sich aus einem realisierten Verlust von –1.211 t€ (Vorjahr: Gewinn 20.554 t€) und einem nicht realisierten Verlust in Höhe von –11.033 t€ (Vorjahr: nicht realisierter Gewinn 8.809 t€) zusammen. Der Verlust ist v. a. auf Kursveränderungen in den Ländern Ukraine, Brasilien, Mexiko und Russland zurückzuführen.

7.12. Ertragsteuern Note (12)

Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

2015 16 2014 15
Effektive Steuern 22.698 25.055
davon Inland 4.422 6.723
davon Ausland 18.276 18.332
Latente Steuern 810 6.846
davon Inland 2.991 –3.468
davon Ausland –2.181 10.314
Steueraufwand 23.508 31.901
davon Inland 7.413 3.255
davon Ausland 16.095 28.646

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

2015 16 2014 15
Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz –7.311 –8.082
Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz 5.943 2.178
Gesamte Veränderung aus latenten Steuern –5.904
davon im sonstigen Ergebnis erfasst (Neubewertung, Cashflow-Hedges, IAS 19) 802 2.190
davon aus Währungsumrechnung/Sonstige –1.360 –1.248
davon erfolgswirksame Veränderungen –810 –6.846
2015 16 2014 15
Ergebnis vor Ertragsteuern 104.436 116.479
Österreichischer Steuersatz 25% 25%
Theoretischer Steueraufwand 26.109 29.120
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund:
abweichender Steuersätze –122 –326
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche Abzugsposten
inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden –6.756 –7.858
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen
und steuerlicher Zurechnungen 2.180 2.426
Effekten aus nicht angesetzten Verlustvorträgen des laufenden Geschäftsjahres 2.197 4.693
Effekten aus Wertberichtigungen latenter Steuern 97 6.130
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen –197 496
nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen 0 –2.780
Ertragsteuern 23.508 31.901
Effektive Steuerquote 22,5% 27,4%

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25%.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 16.075 t€ (Vorjahr: 14.305 t€) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 72.412 t€ (Vorjahr: 66.306 t€). Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 25.568 t€ (Vorjahr: 18.606 t€) unbegrenzt vortragsfähig, 20.851 t€ (Vorjahr: 0 t€) verfallen zwischen zwei bis vier Jahren, 17.020 t€ (Vorjahr: 38.734 t€) verfallen zwischen fünf bis sieben Jahren und 8.973 t€ (Vorjahr: 8.966 t€) verfallen im Jahr 2017.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 7.198 t€ (Vorjahr:6.396 t€).

Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 191.574 t€ (Vorjahr: 193.502 t€) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.

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93

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7.13. Ergebnis je Aktie Note (13)

2015 16 2014 15
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist
t€
82.723 80.896
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war
Stück
14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert)
5,82 5,70
Dividende je Aktie
4,001 3,60

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2015|16 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 56.808 t€ (Vorjahr: 51.127 t€) ausgeschüttet.

8. Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben.

Aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen bestehen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen von 18.237 t€ (Vorjahr: 17.006 t€) in China und der Ukraine.

Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelstand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

8.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Note (14)

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 225.914 t€ (Vorjahr: 208.066 t€), das entspricht 9,12% (Vorjahr: 8,34%) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsverluste des Finanzergebnisses von 11.033 t€ (Vorjahr: nicht realisierte Währungsgewinne –8.809 t€), zahlungsunwirksame Ertragsteuern 23.508 t€ (Vorjahr: 31.901 t€), zahlungsunwirksame Zinsen 8.376 t€ (Vorjahr: 10.182 t€), zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigung zu Forderungen 1.146 t€ (Vorjahr: 1.368 t€) sowie zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten 5.471 t€ (Vorjahr: 13.851 t€). Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital sowie zahlungswirksame Zinsen und Steuern führten zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 101.913 t€ (Vorjahr: 227.143 t€).

8.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit Note (15)

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit verzeichnete einen Rückgang um 64.227 t€ von –84.151 t€ auf –19.924 t€. Dies war im Wesentlichen bedingt durch gestiegene Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von –107.720 t€ (Vorjahr: –86.982 t€) sowie gegenläufig aufgrund der Einziehung des von der AGRANA Beteiligungs-AG gezeichneten Partizipationskapitals durch die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH in Höhe von 85.000 t€.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 3.103 t€ (Vorjahr: 1.621 t€).

8.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Note (16)

Im Geschäftsjahr 2015|16 sanken die Finanzverbindlichkeiten nach Bereinigung um nicht realisierte Kursverluste um –21.098 t€ (Vorjahr: –8.373 t€).

Durch die Einziehung des Partizipationskapitals durch die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH konnten kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe in Höhe von –85.000 t€ rückgeführt werden.

Die Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen betrafen den Erwerb durch AGRANA Zucker GmbH, Wien, der restlichen 2,34% an der Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany|Tschechien, von 2.558 t€, der im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlungswirksam war.

Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

9. Erläuterungen zur Bilanz

9.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte
Geschäfts-/
Firmen-
werte
Konzessionen,
Lizenzen
und ähnliche
Rechte
Summe
Geschäftsjahr 2015 16
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2015 226.176 90.449 316.625
Währungsdifferenzen 26 –355 –329
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 41 41
Zugänge 0 6.682 6.682
Umbuchungen 0 1.342 1.342
Abgänge 0 –2.851 –2.851
Stand 29.02.2016 226.202 95.308 321.510
Abschreibungen
Stand 01.03.2015 0 75.150 75.150
Währungsdifferenzen 0 –245 –245
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 43 43
Laufende Abschreibungen 0 7.282 7.282
Umbuchungen 0 87 87
Abgänge 0 –2.768 –2.768
Stand 29.02.2016 0 79.549 79.549
Buchwert 29.02.2016 226.202 15.759 241.961
Geschäftsjahr 2014 15
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2014 226.177 85.331 311.508
Währungsdifferenzen –1 1.535 1.534
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 1 1
Zugänge 0 2.274 2.274
Umbuchungen 0 1.584 1.584
Abgänge 0 –276 –276
Stand 28.02.2015 226.176 90.449 316.625
Abschreibungen
Stand 01.03.2014 0 68.181 68.181
Währungsdifferenzen 0 1.250 1.250
Laufende Abschreibungen 0 6.247 6.247
Umbuchungen 0 –247 –247
Abgänge 0 –281 –281
Stand 28.02.2015 0 75.150 75.150
Buchwert 28.02.2015 226.176 15.299 241.475

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█ Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 6.682 t€ (Vorjahr: 2.274 t€) betrafen im Wesentlichen Software und ein Lieferrecht an einen Kunden. Das Lieferrecht unterliegt einer Abschreibung nach Maßgabe der gelieferten Menge.

█ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte erfasst.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 20.111 t€ (Vorjahr: 20.111 t€), auf das Segment Stärke 1.606 t€ (Vorjahr: 1.606 t€) und auf das Segment Frucht 204.485 t€ (Vorjahr: 204.459 t€).

█ Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 1,5% p.a. (Vorjahr: 1,5% p.a.) angenommen. Die Kapitalkosten (WACC) sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU berechnet.

█ Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- als auch Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 6,5% (Vorjahr: 5,75%) und dem aus einer neun Unternehmen umfassenden Peer-Group abgeleiteten Beta-Faktor. Das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,5 (Vorjahr: 1,0) unterworfen.

█ Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, dem Länderrisikozuschlag, Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonitätszuschlag (Credit Spread) angesetzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte, den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC) und die Überdeckung je CGU:

Geschäfts-/Firmenwert WACC vor Steuer Überdeckung
29.02.2016 28.02.2015 2015 16 2014 15 29.02.2016 28.02.2015
Mio. € Mio. € % % Mio. € Mio. €
CGU Frucht 204 204 10,48 10,36 67 96
CGU Stärke 2 2 6,11 6,30 576 737
CGU Zucker 20 20 7,66 7,83 61 128
Konzern 226 226 704 961

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

█ Die Überdeckungen wurden einer Sensitivitätsanalyse unterzogen. Die Ergebnisse finden sich auf Seite 83. Der Geschäfts-/Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

█ Am Bilanzstichtag waren andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von untergeordneter Bedeutung für den AGRANA-Konzern enthalten.

Andere
Grundstücke, Anlagen,
grundstücks- Technische Betriebs- und
gleiche Rechte Anlagen und Geschäfts- Anlagen
und Bauten Maschinen ausstattung in Bau Summe
Geschäftsjahr 2015 16
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2015 539.181 1.118.396 184.044 33.572 1.875.193
Währungsdifferenzen –7.630 –11.547 –2.425 –1.348 –22.950
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 13 1.918 3.762 49 5.742
Zugänge 18.209 36.749 8.328 46.015 109.301
Umbuchungen 17.633 31.037 4.495 –54.508 –1.343
Abgänge –12.371 –22.148 –5.944 –193 –40.656
Zuschüsse –114 –127 0 0 –241
Stand 29.02.2016 554.921 1.154.278 192.260 23.587 1.925.046
Abschreibungen
Stand 01.03.2015 291.420 778.629 143.134 473 1.213.656
Währungsdifferenzen –2.897 –7.762 –1.842 1 –12.500
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges –54 1.387 1.608 0 2.941
Laufende Abschreibungen 15.866 50.118 11.517 0 77.501
Wertminderungen 0 910 0 510 1.420
Umbuchungen 1.128 –2.220 1.006 0
Abgänge –10.193 –20.853 –5.611 0 –36.657
Zuschreibungen –326 –495 0 0 –821
Stand 29.02.2016 294.944 799.714 149.812 984 1.245.454
Buchwert 29.02.2016 259.977 354.564 42.448 22.603 679.592
Geschäftsjahr 2014 15
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2014
497.931 1.075.621 186.938
Währungsdifferenzen 2.919 11.494 35.005 1.795.495
–416 1.070
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 15 36 –129 1.418
Zugänge 7.936 27.382 9.503 44.114
Umbuchungen 33.007 18.875 –7.274 –46.192
Abgänge –2.253 –14.709 –4.578 –133
Zuschüsse –374 –303 0 –1.710
Stand 28.02.2015 539.181 1.118.396 184.044 33.572
Abschreibungen
Stand 01.03.2014 265.913 742.904 142.491 574
Währungsdifferenzen 2.093 6.031 –452 0
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 518 –298 0
Laufende Abschreibungen 15.325 48.633 10.382 0
Wertminderungen
Umbuchungen
0
9.936
28
–4.775
148
–4.923
0
9
Abgänge –1.697 –14.196 –4.180 –110 15.067
1.340
88.935
–1.584
–21.673
–2.387
1.875.193
1.151.882
7.672
74.340
–20.183
Zuschreibungen
Stand 28.02.2015
–150
291.420
–514
778.629
–34
143.134
0
473
–698
1.213.656

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• •

97

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█ Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte):

2015 16 2014 15
Segment Zucker 46.102 34.476
Segment Stärke 28.151 13.743
Segment Frucht 41.730 42.990
Konzern 115.983 91.209

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

█ Die Zuschüsse betrafen staatliche Investitionsförderungen in Ungarn (Segment Zucker) und den USA (Segment Frucht).

█ Fremdkapitalzinsen waren nicht anzusetzen.

█ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Die wesentliche Finanzierungsleasingvereinbarung betrifft die Miete eines Superädifikates auf eigenem Grund am Standort Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich. Dieses Finanzierungsleasing ist erstmals ab dem Geschäftsjahr 2015|16 zu bilanzieren. Eine Kaufoption für das Superädifikat kann im Geschäftsjahr 2018|19 ausgeübt werden. Die Finanzierungsleasingvereinbarungen der anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind von untergeordneter Bedeutung und betreffen v. a. Fahrzeugleasing. Nachfolgend ist die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen und die Überleitung der künftigen Mindestleasingzahlungen auf deren Barwert dargestellt:

2015 16 2014 15
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Anschaffungskosten 3.003 59 0 96
abzüglich
kumulierte Abschreibungen –235 –17 0 –35
Buchwert 2.768 42 0 61
2015 16 2014 15
Künftige
Mindest-
leasing-
zahlungen
Zinsen Barwert Künftige
Mindest
leasing
zahlungen
Zinsen Barwert
Im folgenden Jahr 331 –57 274 22 –2 20
In den folgenden
2 bis 5 Jahren 2.642 –92 2.550 42 –1 41
Über 5 Jahre 0 0 0 0 0 0
Summe 2.973 –149 2.824 64 –3 61

█ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2015 16 2014 15
Im folgenden Jahr 3.511 3.620
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 10.192 10.730
Über 5 Jahre 3.622 6.333

█ Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

Nach der
Equity-Methode
bilanzierte
Gemeinschafts-
unternehmen
Wertpapiere
(langfristige
Vermögens
werte)
Beteiligungen Summe
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015
84.384 104.879 1.114 190.377
Währungsdifferenzen –2.104 33 0 –2.071
Zugänge 0 308 10 318
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 24.523 0 0 24.523
Wertminderungen 0 0 –8 –8
Abgänge/Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden –45.900 –85.069 –25 –130.994
Sonstiges Ergebnis 3 –1.529 0 –1.526
Stand 29.02.2016 60.906 18.622 1.091 80.619
Geschäftsjahr 2014 15
Stand 01.03.2014 57.057 104.584 1.120 162.761
Währungsdifferenzen 2.127 171 0 2.298
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 0 –10 –10
Zugänge 0 36 4 40
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 25.372 0 0 25.372
Abgänge/Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 –198 0 –198
Sonstiges Ergebnis –172 286 0 114
Stand 28.02.2015 84.384 104.879 1.114 190.377

9.3. Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen, Wertpapiere und Beteiligungen Note (19)

█ Der Abgang bei den Wertpapieren resultiert im Wesentlichen aus der Einziehung des von AGRANA Beteiligungs-AG gezeichneten Partizipationskapitals durch die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH in Höhe von 85.000 t€.

█ Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

9.4. Forderungen und sonstige Vermögenswerte Note (20)

29.02.2016 28.02.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 296.566 313.762
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen 28.059 28.839
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe 3.215 1.338
Positiver Marktwert Derivate 3.186 2.690
Forderungen aus Altlastsanierung 208 426
Forderungen aus Zuschüssen 199 2.957
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 25.504 38.813
Zwischensumme Finanzinstrumente 356.937 388.825
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 73.079 54.905
Geleistete Anzahlungen 15.262 12.535
Rechnungsabgrenzungsposten 4.845 4.598
Summe 450.123 460.863
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 10.602 21.070

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.

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99

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9.5. Aktive latente Steuern Note (21)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

29.02.2016 28.02.2015
Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 2.820 2.413
Finanzanlagen (v. a."Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 4.310 7.127
Vorräte 3.720 4.968
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.690 1.869
Verlustvorträge 3.022 3.248
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 7.153 7.813
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 11.295 9.335
Summe aktive latente Steuern 34.010 36.773
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –19.137 –14.589
Saldierte aktive Steuerabgrenzung 14.873 22.184

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (28) erläutert.

9.6. Vorräte Note (22)

29.02.2016 28.02.2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 182.680 201.265
Fertige und unfertige Erzeugnisse 418.441 396.843
Waren 53.051 27.205
Summe 654.172 625.313

Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 5.471 t€ (Vorjahr: 13.851 t€) vorgenommen, welche im Wesentlichen aus dem Segment Zucker mit 3.058 t€ (Vorjahr: 11.364 t€) resultieren. Die Wertminderungen sind auf gesunkene Nettoveräußerungswerte für Quotenzucker und Nicht-Quotenzucker zum Bilanzstichtag zurückzuführen.

9.7. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte Note (23)

In dieser Position wird eine belgische Immobilie gemäß IFRS 5 zum Buchwert ausgewiesen, die zum Verkauf innerhalb von zwölf Monaten gehalten wird.

9.8. Eigenkapital Note (24)

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag unverändert zum Vorjahr 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 64f dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2015|16 unverändert. Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für "Zur Veräußerung verfügbar", die Rücklage für Cashflow-Hedges, die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Rücklagen für Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

█ Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, hat im Februar 2016 ihren Anteil an der Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany|Tschechien, von 97,66% auf 100% aufgestockt. Die Differenz zwischen dem gezahlten Kaufpreis und dem Buchwert des erworbenen Nettovermögens von 724 t€ wurde mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

29.02.2016 28.02.2015
Eigenkapital 1.200.124 1.194.420
Bilanzsumme 2.243.165 2.406.887
Eigenkapitalquote 53,5% 49,6%
Nettofinanzschulden 405.806 330.283
Gearing 33,8% 27,7%

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

9.9. Rückstellungen Note (25)

29.02.2016 28.02.2015
Rückstellungen für
Pensionen 30.102 34.307
Abfertigungen 37.044 37.578
Übrige 48.425 56.636
Summe 115.571 128.521

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen Note (25a)

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.

Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematischen Parameter zugrunde gelegt:

% 29.02.2016 28.02.2015
Lohn-/Gehaltstrend
Inland/Europa 2,5 2,5
Mexiko/USA/ Südkorea 6,0/3,0/4,0 6,0/3,0/4,0
Rententrend
Inland 2,0 2,0
Mexiko 4,0 4,0
Zinssatz
Inland/Europa /USA 1,8 1,4
Mexiko/ Südkorea 7,0/2,7 7,0/3,1

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• •

101

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• •

Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 1,8% (Vorjahr: 1,4%) zugrunde gelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht.

Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen wie die Mitarbeiterfluktuation in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.

Leistungsorientierte Vorsorgepläne

Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.

Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

29.02.2016 28.02.2015
Pensionspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 43.243 47.676
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –13.141 –13.369
Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) 30.102 34.307
Abfertigungspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 37.874 38.409
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –830 –831
Rückstellung für Abfertigungen (Nettoschuld) 37.044 37.578

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:

In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 19.020 t€ (Vorjahr: 20.698 t€) steht ein Planvermögen von 12.374 t€ (Vorjahr: 12.640 t€) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt "Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" dieses Anhangs verwiesen.

Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 19.721 t€ (Vorjahr: 22.243 t€), AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 2.666 t€ (Vorjahr: 2.866 t€) und AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 229 t€ (Vorjahr: 243 t€). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 163 t€ (Vorjahr: 167 t€) gegenüber.

Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpflichtung von 1.013 t€ (Vorjahr: 1.032 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 505 t€ (Vorjahr: 456 t€) gegenüber.

In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestandes einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 594 t€ (Vorjahr: 594 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 99 t€ (Vorjahr: 106 t€) gegenüber.

Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:

Barwert Marktwert Rückstellung
der Ver- Plan- für
pflichtung vermögen Pensionen
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 47.676 –13.369 34.307
Dienstzeitaufwand 828 0 828
Zinsaufwand/(-ertrag) 681 –198 483
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 155 0 155
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 33 33
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 1.664 –165 1.499
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 1.028 1.028
der Änderung finanzieller Annahmen –2.145 0 –2.145
erfahrungsbedingten Anpassungen –1.208 0 –1.208
Währungsdifferenzen –104 17 –87
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –3.457 1.045 –2.412
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.640 9 –2.631
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –661 –661
Sonstige Veränderungen –2.640 –652 –3.292
Stand 29.02.2016 43.243 –13.141 30.102
Geschäftsjahr 2014 15
Stand 01.03.2014 37.522 –9.369 28.153
Dienstzeitaufwand 826 0 826
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.284 –349 935
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 155 155
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 2.110 –194 1.916
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –829 –829
der Änderung finanzieller Annahmen 9.571 0 9.571
erfahrungsbedingten Anpassungen 1.660 0 1.660
Währungsdifferenzen 46 –8 38
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 11.277 –837 10.440
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.233 9 –3.224
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –2.978 –2.978
Sonstige Veränderungen –3.233 –2.969 –6.202
Stand 28.02.2015 47.676 –13.369 34.307

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103

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Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:

Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 35.224 t€ (Vorjahr: 35.973 t€).

In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 101 t€ (Vorjahr: 71 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert.

Bei den Abfertigungsplänen in den USA handelt es sich um vertraglich vereinbarte Versorgungszusagen für einen definierten Empfängerkreis, in Mexiko bestehen hingegen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens fünfzehnjähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig – ebenso wie in den USA, wo sie bei Beendigung des Dienstverhältnisses zur Auszahlung gelangt. Planvermögen in Höhe von 3 t€ (Vorjahr: 13 t€) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 132 t€ (Vorjahr: 137 t€), wohingegen in den USA die Versorgungszusagen von 1.073 t€ (Vorjahr: 961 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert sind.

Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 1.344 t€ (Vorjahr: 1.267 t€) bei einem Planvermögen von 827 t€ (Vorjahr: 818 t€) aus.

Die Rückstellung für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt:

Barwert Marktwert Rückstellung
der Ver- Plan- für Ab
pflichtung vermögen fertigungen
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 38.409 –831 37.578
Dienstzeitaufwand 1.820 0 1.820
Zinsaufwand/(-ertrag) 552 –25 527
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 7 0 7
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 2 2
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 2.379 –23 2.356
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 9 9
der Änderung demografischer Annahmen 9 0 9
der Änderung finanzieller Annahmen –1.202 0 –1.202
erfahrungsbedingten Anpassungen 415 0 415
Währungsdifferenzen –113 72 –41
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –891 81 –810
Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifizierungen 696 0 696
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.719 103 –2.616
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –160 –160
Sonstige Veränderungen –2.023 –57 –2.080
Stand 29.02.2016 37.874 –830 37.044
Barwert Marktwert Rückstellung
der Ver- Plan- für Ab
pflichtung vermögen fertigungen
Geschäftsjahr 2014 15
Stand 01.03.2014 30.762 –610 30.152
Dienstzeitaufwand 1.538 0 1.538
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.052 –25 1.027
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –10 0 –10
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen 51 0 51
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 2 2
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 2.631 –23 2.608
Gewinne (–)/Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 15 15
der Änderung demografischer Annahmen –3 0 –3
der Änderung finanzieller Annahmen 6.815 0 6.815
erfahrungsbedingten Anpassungen –13 0 –13
Währungsdifferenzen 128 –121 7
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 6.927 –106 6.821
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.139 102 –2.037
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –194 –194
Übrige Veränderungen 228 0 228
Sonstige Veränderungen –1.911 –92 –2.003
Stand 28.02.2015 38.409 –831 37.578

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf 3.225 t€ (Vorjahr: Verluste –17.261 t€). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund des höheren Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Annahmen, wie der Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters, der Lohn- und Gehaltstrends und Fluktuationsannahmen. Bis zum 29. Februar 2016 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –35.037 t€ (Vorjahr: –38.261 t€) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.

Zusammensetzung des Planvermögens

Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien.

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:

% 29.02.2016 28.02.2015
Festverzinsliche Wertpapiere 58,09 57,93
Eigenkapitaltitel 25,04 29,36
Immobilien 4,41 3,43
Sonstige 12,46 9,28

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105

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Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohnund Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Inflationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein weiterer Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.

Duration und künftige Zahlungen

Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 29. Februar 2016 12,51 Jahre (Vorjahr: 12,96 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 8,92 Jahre (Vorjahr: 9,67 Jahre).

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 627 t€ (Vorjahr: 954 t€) betragen.

In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

t€ Pension Abfertigung
Geschäftsjahr 2016 17 2.657 1.767
Geschäftsjahr 2017 18 2.748 2.543
Geschäftsjahr 2018 19 2.764 3.033
Geschäftsjahr 2019 20 2.778 3.501
Geschäftsjahr 2020 21 2.637 3.536
Geschäftsjahre 2021 22 bis 2025 26 11.777 12.158
Summe 25.361 26.538
Note (25b) b) Übrige Rückstellungen Personal
aufwendungen
inkl. Ungewisse
Jubiläums- Verbindlich
Rekultivierung geld keiten Summe
Geschäftsjahr 2015 16
Stand 01.03.2015 2.782 17.718 36.136 56.636
Währungsänderungen 11 –52 69 28
Konsolidierungskreisänderungen 0 47 7 54
Verbrauch –29 –4.733 –15.481 –20.243
Auflösungen 0 –725 –4.022 –4.747
Umbuchungen 4.241 0 –4.241 0
Zuführungen 472 4.831 11.394 16.697
Stand 29.02.2016 7.477 17.086 23.862 48.425
davon innerhalb von 1 Jahr 305 4.443 23.678 28.426

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten beispielsweise Rückstellungen für Prozessrisiken mit 11.744 t€ (Vorjahr: 8.481 t€), Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung mit 2.165 t€ (Vorjahr: 2.771 t€) und Drohverluste mit 4.189 t€ (Vorjahr: 11.687 t€).

Den Großteil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 19.999 t€ (Vorjahr: 14.879 t€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 10.150 t€ (Vorjahr: 10.048 t€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam. Für Rückstellungen für Altersteilzeit von 736 t€ (Vorjahr: 965 t€) wird innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre mit einem Mittelabfluss gerechnet. Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 7.173 t€ (Vorjahr: 2.754 t€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.

9.10. Finanzverbindlichkeiten Note (26)

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten 366.024 378.965
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe 165.000 250.000
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 2.824 61
Finanzverbindlichkeiten 533.848 629.026
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 286.028 319.672

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Grundpfandrechte 0 809
Sonstige Pfandrechte 7.800 7.900
Summe 7.800 8.709

Die sonstigen Pfandrechte betreffen ausschließlich die Besicherung von Exportförderungskrediten mit zugrunde liegenden Buchwerten von 7.800 t€.

9.11. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Note (27)

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 269.892 291.281
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe 11.133 29.459
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 12.687 10.259
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 61.035 59.179
Zwischensumme Finanzinstrumente 354.747 390.178
Rechnungsabgrenzungsposten 3.050 2.909
Erhaltene Vorauszahlungen 175 701
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 11.468 12.275
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 6.642 6.334
Summe 376.082 412.397
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.024 1.204

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 73.085 t€ (Vorjahr: 82.970 t€) ausgewiesen.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u. a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlichkeiten aus der EU-Produktionsabgabe.

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107

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9.12. Passive latente Steuern Note (28)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 12.327 13.905
Vorräte 14 772
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 4.490 2.906
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 5.351 5.859
Rückstellungen und sonstige Schulden 1.436 1.571
Summe passive latente Steuern 23.618 25.013
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –19.137 –14.589
Saldierte passive Steuerabgrenzung 4.481 10.424

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (21) erläutert.

10. Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

10.1. Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durch
schnittlicher Stand davon Restlaufzeit
Effektiv- Bilanz- 1 bis Über
5 Jahre
zinssatz stichtag Bis 1 Jahr 5 Jahre
% t€ t€ t€ t€
29.02.2016
Fixer Zinssatz
EUR 3,10 200.149 860 192.289 7.000
3,10 200.149 860 192.289 7.000
Variabler Zinssatz
ARS 31,20 599 599 0 0
CNY 4,56 841 841 0 0
DKK 2,00 10 10 0 0
EGP 7,80 1 1 0 0
EUR 1,03 314.606 233.686 66.920 14.000
HUF 2,34 5.003 5.003 0 0
KRW 3,16 3.711 3.711 0 0
MXN 14,46 3.269 0 3.269 0
USD 2.835 2.835 0 0
1,26 330.875 246.686 70.189 14.000
Summe 1,95 531.024 247.546 262.478 21.000
Durch
schnittlicher Stand davon Restlaufzeit
Effektiv- Bilanz- 1 bis Über
5 Jahre
zinssatz stichtag Bis 1 Jahr 5 Jahre
% t€ t€ t€ t€
28.02.2015
Fixer Zinssatz
EUR 2,96 251.067 52.356 191.711 7.000
2,96 251.067 52.356 191.711 7.000
Variabler Zinssatz
ARS 20,44 515 515 0 0
EGP 7,80 13 13 0 0
EUR 1,09 361.255 240.335 106.920 14.000
HUF 2,96 7.425 7.425 0 0
KRW 3,65 4.854 4.854 0 0
MXN 14,46 3.836 3.836 0 0
1,32 377.898 256.978 106.920 14.000
Summe 1,98 628.965 309.334 298.631 21.000

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Finanzierungsleasing) sowie gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe betrugen 531.024 t€ (Vorjahr: 628.965 t€). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Rückzahlung einer Darlehenstranche an die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, in Höhe von 85.000 t€.

Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz beträgt 1,95% (Vorjahr: 1,98%) bei einer Restlaufzeit von 1,6 Jahren (Vorjahr: 1,9 Jahren).

Die Verbindlichkeiten sind durch Kreditrahmen in Höhe von 952.627 t€ (Vorjahr: 1.007.724 t€) gedeckt. Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditrahmen zum Bilanzstichtag beträgt 2,6 Jahre (Vorjahr: 3,0 Jahre).

Die Refinanzierung der AGRANA-Gruppe setzt sich im Wesentlichen aus zwei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 450.000 t€ (Vorjahr: 450.000 t€), einem Schuldscheindarlehen über 126.000 t€ (Vorjahr: 126.000 t€) sowie einer Finanzierung der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, über aktuell 165.000 t€ (Vorjahr: 250.000 t€) zusammen. Die verbleibenden Kreditlinien bestehen aus bilateralen Kreditlinien.

Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 200.149 t€ (Vorjahr: 251.067 t€). Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 0 t€ (Vorjahr: 809 t€) durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 7.800 t€ (Vorjahr: 7.900 t€) durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eine Verringerung um 84.443 t€ auf 109.375 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 45 t€ (Vorjahr: 46 t€) kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

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109

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10.2. Derivative Finanzinstrumente

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • █ Zinsänderungsrisiken, die sich aus Kreditaufnahmen mit variabler Verzinsung ergeben können.
  • █ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • █ Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoffpreise für Weltmarktzucker, Getreidepreise sowie aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Kauf Verkauf Nominale Positive
Marktwerte
Negative
Marktwerte
Netto
marktwerte
t€ t€ t€ t€
29.02.2016
USD EUR 39.907 919 –92 827
USD AUD 900 0 0 0
AUD EUR 589 0 –2 –2
EUR AUD 1.471 5 0 5
EUR USD 93.386 19 –1.037 –1.018
CAD EUR 167 2 0 2
CZK EUR 21.056 0 –41 –41
EUR HUF 4.715 13 –33 –20
EUR ZAR 2.670 0 –21 –21
EUR CZK 2.000 4 0 4
EUR PLN 1.734 0 –16 –16
EUR GBP 2.044 171 0 171
EUR RON 65.357 65 –31 34
Zwischensumme
Devisentermingeschäfte 235.996 1.198 –1.273 –75
Zinsswap 68.000 0 –5.675 –5.675
Zinscap 50.000 38 0 38
Zuckerfutures 26.868 1.731 –51 1.680
Weizen- und Maistermingeschäfte 37.423 219 –5.688 –5.469
Summe 418.287 3.186 –12.687 –9.501
Positive Negative Netto
Kauf Verkauf Nominale Marktwerte Marktwerte marktwerte
t€ t€ t€ t€
28.02.2015
USD EUR 16.725 962 –1 961
USD AUD 1.746 165 0 165
EUR USD 88.755 293 –3.803 –3.510
CAD EUR 169 4 0 4
CZK EUR 23.196 159 –10 149
EUR HUF 2.851 0 –96 –96
PLN EUR 20.145 323 0 323
EUR PLN 1.662 0 –13 –13
EUR GBP 716 0 –72 –72
EUR RON 14.998 36 0 36
Zwischensumme
Devisentermingeschäfte 170.963 1.942 –3.995 –2.053
Zinsswap 68.000 0 –6.195 –6.195
Zinscap 50.000 160 0 160
Weizen- und Maistermingeschäfte 30.405 588 –69 519
Summe 319.368 2.690 –10.259 –7.569

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu vier Jahren ab.

Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 29. Februar 2016 beträgt 1.748 t€ (Vorjahr: 588 t€) bzw. –5.688 t€ (Vorjahr: –69 t€).

Es wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 588 t€ (Vorjahr: 185 t€) ins Periodenergebnis umgegliedert und der unwirksame Teil der Absicherung von Zahlungsströmen von 284 t€ (Vorjahr: 0 t€) im Periodenergebnis erfasst.

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, für die kein Cashflow-Hedge-Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juice-Aktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment.

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• •

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• •

Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Buch- 0 bis 4 bis 7 bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis Über
t€ wert Summe 3 M 6 M 12 M 2 J 3 J 4 J 5 J 5 J
29.02.2016
Devisentermingeschäfte
Positive Marktwerte 1.198 1.198 1.006 104 88 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –1.273 –1.273 –1.112 –87 –74 0 0 0 0 0
Zinsderivate
Positive Marktwerte 38 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –5.675 –5.367 –384 –384 –768 –1.536 –1.524 –771 0 0
Rohstoffderivate
Positive Marktwerte 1.950 1.950 1.563 210 177 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –5.739 –5.739 –3.504 –375 –1.860 0 0 0 0 0
Summe –9.501 –9.231 –2.431 –532 –2.437 –1.536 –1.524 –771 0 0
28.02.2015
Devisentermingeschäfte
Positive Marktwerte 1.942 1.942 1.258 392 292 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –3.995 –3.995 –1.868 –1.122 –1.005 0 0 0 0 0
Zinsderivate
Positive Marktwerte 160 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –6.195 –6.491 –362 –362 –725 –1.446 –1.446 –1.434 –716 0
Rohstoffderivate
Positive Marktwerte 588 588 15 0 573 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –69 –69 –40 –29 0 0 0 0 0 0
Summe –7.569 –8.025 –997 –1.121 –865 –1.446 –1.446 –1.434 –716 0

Der Marktwert der am 29. Februar 2016 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10%, einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10% wie folgt entwickeln (Sensitivität):

Nominale Sensitivität (+) Sensitivität (–)
29.02.2016 28.02.2015 29.02.2016 28.02.2015 29.02.2016 28.02.2015
Devisentermingeschäfte 235.996 170.963 –10.982 –6.412 10.150 4.569
Zinsderivate 118.000 118.000 2.403 2.719 –2.107 –2.341
Rohstoffderivate 64.291 30.405 6.980 2.863 –3.810 –2.745

Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um 5.253 t€ (Vorjahr: 2.147 t€) bzw. um –2.898 t€ (Vorjahr: –2.059 t€) verändert und das Ergebnis vor Ertragsteuern um –8.603 t€ (Vorjahr: –3.693 t€) bzw. um 8.097 t€ (Vorjahr: 2.228 t€) verändert.

10.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt.

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

  • █ In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.
  • █ In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.
  • █ In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Market-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der EZB bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten EURIBOR- und (L)IBOR-Zinssätze.

Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen SWAP-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen.

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Buchwert Beizulegender Zeitwert
t€ Zur Veräußerung verfügbar Zur Veräußerung verfügbar
(zu Anschaffungskosten)
Zu Handelszwecken gehalten Beizulegender Zeitwert
Sicherungsinstrumente
Kredite und Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet
Summe Level 1 Level 2 Summe
29.02.2016
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
(langfristig gehalten) 18.622 0 0 0 0 0 18.622 18.622 18.622
Derivative finanzielle
Vermögenswerte 0 0 1.438 1.748 0 0 3.186 1.950 1.236 3.186
Werpapiere
(kurzfristig gehalten) 45 0 0 0 0 0 45 45 45
18.667 0 1.438 1.748 0 0 21.853
Nicht zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen 0 1.091 0 0 0 0 1.091
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 296.566 0 296.566
Sonstige Forderungen1 0 0 0 0 57.185 0 57.185
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 0 0 0 0 109.375 0 109.375
0 1.091 0 0 463.126 0 464.217
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus
derivativen Finanzinstrumenten 0 0 6.999 5.688 0 0 12.687 5.739 6.948 12.687
0 0 6.999 5.688 0 0 12.687
Nicht zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
und Darlehen gegenüber Dritten 0 0 0 0 0 366.024 366.024 369.248 369.248
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 0 0 0 0 0 165.000 165.000 169.771 169.771
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 0 0 0 0 0 2.824 2.824 2.896 2.896
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 0 269.892 269.892
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten2
0 0 0 0 0 72.168 72.168
0 0 0 0 0 875.908 875.908

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen.

2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Buchwert Beizulegender Zeitwert
t€ Zur Veräußerung verfügbar Zur Veräußerung verfügbar
(zu Anschaffungskosten)
Zu Handelszwecken gehalten Beizulegender Zeitwert
Sicherungsinstrumente
Kredite und Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet
Summe Level 1 Level 2 Summe
28.02.2015
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
(langfristig gehalten) 19.879 0 0 0 0 0 19.879 19.879 19.879
Derivative finanzielle
Vermögenswerte 0 0 2.102 588 0 0 2.690 588 2.102 2.690
Werpapiere
(kurzfristig gehalten) 46 0 0 0 0 0 46 46 46
19.925 0 2.102 588 0 0 22.615
Nicht zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
(langfristig gehalten) 0 85.000 0 0 0 0 85.000
Beteiligungen 0 1.114 0 0 0 0
1.114
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 313.762 0 313.762
Sonstige Forderungen1 0 0 0 0 72.373 0 72.373
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 0
0
0
86.114
0
0
0
0
193.818
579.953
0
0
193.818
666.067
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus
derivativen Finanzinstrumenten 0 0 10.190 69 0 0 10.259 69 10.190 10.259
0 0 10.190 69 0 0 10.259
Nicht zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
und Darlehen gegenüber Dritten 0 0 0 0 0 378.965 378.965 382.970 382.970
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 0 0 0 0 0 250.000 250.000 255.967 255.967
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 0 0 0 0 0 61 61 61 61
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 0 291.281 291.281
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten2 0 0 0 0 0 88.639 88.639
0 0 0 0 0 1.008.946 1.008.946

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen.

2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

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Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere. Diese werden zu aktuellen Börsen- oder Marktwerten bewertet.

Zur Veräußerung verfügbare Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten bewertet. Hierbei handelt es sich um nicht vollkonsolidierte Tochtergesellschaften und Anteile an nicht börsennotierten Gesellschaften, bei denen auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist.

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen finanziellen Vermögenswerten sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw.-abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen und bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB (Europäische Zentralbank) bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.

Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:

t€ 2015 16 2014 15
Zur Veräußerung verfügbar 0 2
Zur Veräußerung verfügbar (zu Anschaffungskosten) 28 0
Zu Handelszwecken gehalten 3.771 –2.846
Kredite und Forderungen –649 5.028
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet –11.033 8.809
Nettoergebnis Finanzinstrumente –7.883 10.993

Die Veränderung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" wurde mit 1.529 t€ (Vorjahr: –1.022 t€) vor Steuern und –366 t€ (Vorjahr: 699 t€) Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:

t€ 2015 16 2014 15
Gesamtzinserträge 9.724 9.426
Gesamtzinsaufwendungen –15.298 –13.417
Nettozinsergebnis –5.574 –3.991

10.4. Risikomanagement in der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Ein- und Verkauf von Weltmarktzucker, von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion sowie auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 304.646 325.024
abzüglich Wertberichtigungen –8.080 –11.262
Buchwert (netto) 296.566 313.762

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Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Wertberichtigungen zum 01.03. 11.262 12.309
Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen –642 –1.643
Zuführungen 2.914 2.480
Verbrauch –3.686 –772
Auflösungen –1.768 –1.112
Wertberichtigungen zum 29./28.02. 8.080 11.262

Aus der Auflösung der Wertberichtigungen resultierten Zinserträge von 27 t€ (Vorjahr: 17 t€).

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashflows eingeschätzt.

Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
Bis 30 Tage 31.286 21.047
31 bis 90 Tage 8.867 7.758
91 Tage und älter 3.093 3.087
Summe 43.246 31.892

Die Forderungen, die weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen gegenüber Kunden mit erstklassiger Bonität.

Das maximale Kreditrisiko in Höhe von 490.748 t€ (Vorjahr: 492.767 t€) beinhaltet den Buchwert aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten zuzüglich Eventualschulden und entspricht dem Buchwert dieser Instrumente.

Das Kreditrisiko, gekürzt um Kreditversicherungen, Bankgarantien und sonstige Sicherheiten (Nettokreditrisiko), stellt sich wie folgt dar:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 296.566 313.762
abzüglich Kreditversicherungen und sonstige Sicherheiten –161.071 –147.344
Nettokreditrisiko 135.495 166.418

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 29. Februar 2016 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Buch- 0 bis 4 bis 7 bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis Über
t€ wert Summe 3 M 6 M 12 M 2 J 3 J 4 J 5 J 5 J
29.02.2016
Nicht derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 366.024 376.680 163.912 9.574 42.530 18.063 14.990 105.614 526 21.471
Finanzverbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 165.000 172.732 36.011 1.088 2.141 102.622 760 30.110 0 0
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 269.892 269.892 262.448 3.217 4.227 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 11.133 11.133 9.391 5 1.737 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 2.824 2.973 83 83 166 373 2.268 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 61.035 61.035 47.061 3.602 9.348 443 18 18 126 419
875.908 894.445 518.906 17.569 60.149 121.501 18.036 135.742 652 21.890
Derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsderivate 5.675 5.367 384 384 768 1.536 1.524 771 0 0
Währungsderivate 1.273 1.273 1.112 87 74 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 5.739 5.739 3.504 375 1.860 0 0 0 0 0
12.687 12.379 5.000 846 2.702 1.536 1.524 771 0 0

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Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Buch- 0 bis 4 bis 7 bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis Über
t€ wert Summe 3 M 6 M 12 M 2 J 3 J 4 J 5 J 5 J
28.02.2015
Nicht derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 378.965 393.772 173.656 8.756 10.768 43.970 18.076 10.855 105.701 21.990
Finanzverbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 250.000 262.472 121.285 1.138 2.239 4.318 102.622 760 30.110 0
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 291.281 291.281 279.977 2.340 8.964 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen der
Südzucker-Gruppe 29.459 29.459 23.429 14 6.016 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 61 65 6 6 11 42 0 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 59.179 59.179 44.275 3.776 9.858 377 586 53 53 201
1.008.945 1.036.228 642.628 16.030 37.856 48.707 121.284 11.668 135.864 22.191
Derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsderivate 6.195 6.491 362 362 725 1.446 1.446 1.434 716 0
Währungsderivate 3.995 3.995 1.867 1.122 1.006 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 69 69 40 29 0 0 0 0 0 0
10.259 10.555 2.269 1.513 1.731 1.446 1.446 1.434 716 0

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95%. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter Value at Risk aus Währungen angegeben und nach Finanzierungen und operativem Geschäft unterschieden:

Value at Risk aus
Finanzierungen
Value at Risk aus
operativen Forderungen/
Verbindlichkeiten
29.02.2016 28.02.2015 29.02.2016 28.02.2015
Summe Nettopositionen (absolut) der Währungspaare 143.715 217.750 63.445 91.000
Value at Risk diversifiziert 9.959 13.418 5.459 6.804

Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der Value at Risk-Berechnung:

Fremdwährungsposition
Finanzierung
Fremdwährungsposition
operative Forderungen/
Verbindlichkeiten
29.02.2016 28.02.2015 29.02.2016 28.02.2015
Währungspaar
EUR/USD 11.797 20.578 5.684 16.264
EUR/HUF 30.692 30.559 4.523 0
EUR/RON 44.161 78.690 8.894 35.282
EUR/RUB 4.140 5.826 3.251 0
EUR/UAH 5.610 7.587 4.530 5.773
EUR/BGN 4.296 0 0 3.440
EUR/ CZK 0 12.127 16.742 0
EUR/PLN 0 0 0 6.766
EUR/BRL 0 4.920 0 0
EUR/ CNY 0 17.826 0 0
EUR/ ZAR 0 3.036 0 0
USD/BRL 7.302 7.073 0 0
USD/ CNY 10.399 0 0 0
USD/MXN 11.582 16.565 3.877 4.648
Übrige 13.736 12.963 15.944 18.827
Summe 143.715 217.750 63.445 91.000

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen. Die Fremdwährungspositionen des operativen Geschäftes von 63.445 t€ (Vorjahr: 91.000 t€) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Mexiko, Tschechien, Rumänien, Russland, Ukraine und Ungarn auf sowie eine US-Dollar-Position im Euro-Raum und entsprechen einem Value at Risk von 5.459 t€ (Vorjahr: 6.804 t€).

Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen. Die Fremdwährungspositionen aus der Finanzierung betragen 143.715 t€ (Vorjahr: 217.750 t€) und weisen einen Value at Risk von 9.959 t€ (Vorjahr: 13.418 t€) aus und entfallen überwiegend auf die Länder Brasilien, China, Mexiko, Rumänien, Russland, Ukraine und Ungarn für Finanzierungen in den Währungen Euro und US-Dollar.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Verkäufen von Nicht-Quotenzucker in US-Dollar.

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Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone.

Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.

VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modified-Duration-Ansatz" berücksichtigt.

Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Nettoposition variabel verzinst 333.664 377.898
Cashflow at Risk diversifiziert 3.542 3.170
Nettoposition fix verzinst 199.304 198.751
Value at Risk bei Zinssatzänderung 4.662 6.492

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Einkauf von Rohzucker über 84.281 Tonnen (Vorjahr: 0 Tonnen), den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 184.500 Tonnen (Vorjahr: 153.500 Tonnen), für den Einkauf von Mais über 15.300 Tonnen (Vorjahr: 4.700 Tonnen) und den Verkauf von Mais über 4.600 Tonnen (Vorjahr: 9.050 Tonnen) sowie den Verkauf von Weißzucker über 8.250 Tonnen (Vorjahr: 0 Tonnen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 62.101 t€ (Vorjahr: 27.462 t€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 3.789 t€ (Vorjahr: positiver Marktwert 519 t€).

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend rechtliche Änderungen, die ihre Geschäfte betreffen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Compliance, Lebensmittel- und Umweltrecht und AGRANA hat hierfür eigene Stabsstellen eingerichtet.

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland. Bis dato gibt es keine Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

10.5. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Bürgschaften betreffen v. a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Bürgschaften 49.580 44.727
Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.647 1.647

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Eine weitere Eventualschuld von 6.425 t€ (Vorjahr: 6.600 t€) besteht im Zusammenhang mit der Rückforderung einer EU-Förderung in Ungarn. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

t€ 29.02.2016 28.02.2015
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 13.703 14.350
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 41.600 41.208
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 55.303 55.558

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2016 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA hatten.

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123

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12. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 100% der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, Wien, die 86,2% der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H, Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen.

Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("Südzucker-Gruppe") zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTEREICH-WIEN regGenmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss") zu den nahe stehenden Unternehmen.

Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahe stehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

Unter- Nicht
nehmen
mit maß-
Gemein-
schafts-
konsolidierte
verbundene
Südzucker- geblichem unter- Unter
Gruppe Einfluss nehmen nehmen Summe
Geschäftsjahr 2015 16
Umsatz 86.174 17.341 55.243 6 158.764
Operative Aufwendungen –69.205 –601 –80.326 –618 –150.750
Kreditbeziehungen –165.773 –54.697 0 0 –220.470
Partizipationskapital 0 5.294 0 0 5.294
Bankguthaben und
kurzfristige Forderungen 0 2.363 12.519 50 14.932
Forderungen/Verbindlichkeiten
aus Warenlieferungen 10.554 844 –2.064 –146 9.188
Zinsergebnis –5.322 5.153 1.139 0 970
Garantien gegeben 0 0 46.000 8.200 54.200
Garantien ausgenutzt 0 0 43.694 4.493 48.187

Geschäftsjahr 2014|15

Umsatz 85.088 16.110 55.705 22 156.925
Operative Aufwendungen –73.174 –766 –80.530 –5.010 –159.480
Kreditbeziehungen –250.821 –98.907 0 –3.675 –353.403
Partizipationskapital 0 91.188 0 0 91.188
Bankguthaben und
kurzfristige Forderungen 0 37.933 1.621 773 40.327
Forderungen/Verbindlichkeiten
aus Warenlieferungen 2.185 164 1.911 –1.211 3.049
Zinsergebnis –6.255 3.757 1.071 –6 –1.433
Garantien gegeben 0 0 48.200 8.200 56.400
Garantien ausgenutzt 0 0 38.500 2.836 41.336

Im Unterschied zum Vorjahresbericht werden keine Transaktionen mit dem zweiten Eigentümer der Gemeinschaftsunternehmen berichtet.

Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 220.470 t€ (Vorjahr: 353.403 t€) ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 130.000 t€ (Vorjahr: 130.000 t€) langfristig.

Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 t€ (Vorjahr: 17.958 t€) gegeben, von denen 1.022 t€ (Vorjahr: 9.345 t€) ausgenutzt waren.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 3.183 t€ (Vorjahr: 3.365 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.445 t€ (Vorjahr: 1.693 t€) sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 1.738 t€ (Vorjahr: 1.672 t€). Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim| Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H, Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 3.Juli 2015 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 250 t€ (Vorjahr: 250 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing.Johann Marihart, Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Mag. Walter Grausam Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Für Mag. Stephan Büttner besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2015|16 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 720 t€ (Vorjahr: 2.955 t€).

Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 29. Februar 2016 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 6.646 t€ (Vorjahr: 8.058 t€) und für Abfertigungsverpflichtungen ein Wert von 1.986 t€ (Vorjahr: 1.906 t€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG.

Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 124.

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125

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Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 25. April 2016 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 25. April 2016

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Konzernabschluss 126 Organe der Gesellschaft

(Kurzdarstellung)

Vorstand

Dipl.-Ing.Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsmitglied

Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied

Aufsichtsrat

Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Wolfgang Heer Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner, MBA Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Dr.Jochen Fenner Aufsichtsratsmitglied

Dr.Hans-Jörg Gebhard Aufsichtsratsmitglied

Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied

Dr. Thomas Kirchberg Aufsichtsratsmitglied

Dipl.-Ing.Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender

Gerhard Glatz

Karl Orthaber

Dipl.-Ing. Stephan Savic

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127

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Konzern-Anteilsbesitz 127 Konzern-Anteilsbesitz

zum 29. Februar 2016

Anteil am Kapital Anteil am Kapital
29.02.2016 28.02.2015
un- un
Bilanz- mittel- mittel- mittel- mittel
Name der Gesellschaft stichtag Sitz Land bar bar1 bar bar1
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft
(Muttergesellschaft) 29.02.2016 Wien Österreich
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA AGRO S.r.l. 29.02.2016 Roman Rumänien 92,10% 92,10%
AGRANA BIH Holding GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 75,00% 75,00%
AGRANA Bulgaria AD2 Sofia Bulgarien 100,00%
AGRANA BUZAU S.r.l. 29.02.2016 Buzău Rumänien 92,10% 92,10%
AGRANA d.o.o. 31.12.2015 Brčko Bosnien- 75,00% 75,00%
Herzegowina
AGRANA Fruit Argentina S.A. 29.02.2016 Buenos Aires Argentinien 99,99% 99,99%
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. 29.02.2016 Central Australien 100,00% 100,00%
Mangrove
AGRANA Fruit Austria GmbH 29.02.2016 Gleisdorf Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Brasil Indústria Comércio 31.12.2015 São Paulo Brasilien 100,00% 100,00%
Importação e Exportação Ltda.
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. 31.12.2015 São Paulo Brasilien 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. 31.12.2015 Dachang China 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. 29.02.2016 Sigatoka Fidschi 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit France S.A. 29.02.2016 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Germany GmbH 29.02.2016 Konstanz Deutschland 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Istanbul 29.02.2016 Zincirlikuyu Türkei 100,00% 100,00%
Gida Sanayi ve Ticaret A.S.
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. 29.02.2016 Seoul Südkorea 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. 31.12.2015 Michoacán Mexiko 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Luka TOV 31.12.2015 Winniza Ukraine 99,97% 99,97%
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. 31.12.2015 Michoacán Mexiko 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. 29.02.2016 Ostrołęka Polen 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit S.A.S. 29.02.2016 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Services GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Services Inc.2 Brecksville USA 100,00%
AGRANA Fruit Services S.A.S. 29.02.2016 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. 29.02.2016 Johannesburg Südafrika 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Ukraine TOV 31.12.2015 Winniza Ukraine 99,80% 99,80%
AGRANA Fruit US, Inc. 29.02.2016 Brecksville USA 100,00% 100,00%
AGRANA Group-Services GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Internationale Verwaltungs- 29.02.2016 Wien Österreich 100,00% 100,00%
und Asset-Management GmbH
AGRANA J&F Holding GmbH2 Wien Österreich 98,91% 1,09%
AGRANA Juice Denmark A/S 29.02.2016 Køge Dänemark 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. 29.02.2016 Vásárosnamény Ungarn 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Poland Sp. z.o.o.2 Bialobrzegi Polen 50,01%
AGRANA Juice Romania Vaslui S.r.l. 31.12.2015 Vaslui Rumänien 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH 29.02.2016 Bingen Deutschland 50,01% 50,01%
AUSTRIA JUICE Germany GmbH 29.02.2016 Bingen Deutschland 50,01% 50,01%
AUSTRIA JUICE Ukraine LLC 31.12.2015 Winniza Ukraine 50,01% 50,01%
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD 31.12.2015 Xianyang City China 50,01% 50,01%
AGRANA LIESTI S.R.L.2 Bukarest Rumänien 99,92%
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. 29.02.2016 Budapest Ungarn 87,64% 87,64%

2 Verschmelzung im Geschäftsjahr 2015|16

Anteil am Kapital Anteil am Kapital
29.02.2016 28.02.2015
un- un
Bilanz- mittel- mittel- mittel- mittel
Name der Gesellschaft stichtag Sitz Land bar bar1 bar bar1
AGRANA Marketing- und 29.02.2016 Wien Österreich 100,00% 100,00%
Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.
Agrana Nile Fruits Processing SAE 29.02.2016 Qalyoubia Ägypten 51,00% 51,00%
AGRANA Research & Innovation Center GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 100,00% 100,00%2
AGRANA Stärke GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 98,91% 1,09% 98,91% 1,09%
AGRANA TANDAREI S.r.l. 29.02.2016 Ţăndărei Rumänien 92,10% 92,10%
AGRANA Trading EOOD 29.02.2016 Sofia Bulgarien 100,00% 100,00%
AGRANA URZICENI S.R.L.2 Bukarest Rumänien 99,92%
AGRANA Zucker GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 98,91% 1,09% 98,91% 1,09%
AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 100,00% 100,00%
AUSTRIA JUICE GmbH 29.02.2016 Kröllendorf/
Allhartsberg
Österreich 50,01% 50,01%
Biogáz Fejleszto Kft. 29.02.2016 Kaposvár Ungarn 87,64% 87,64%
Dirafrost FFI N. V. 29.02.2016 Herk-de-Stad Belgien 100,00% 100,00%
Dirafrost Maroc SARL 29.02.2016 Laouamra Marokko 100,00% 100,00%
Financière Atys S.A.S. 29.02.2016 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- 29.02.2016 Wien Österreich 66,67% 66,67%
und Produktionsgesellschaft m.b.H.
Koronás Irodaház Szolgáltató 29.02.2016 Budapest Ungarn 87,60% 87,60%
Korlátolt Felelösségü Társaság
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. 29.02.2016 Budapest Ungarn 87,60% 87,60%
Moravskoslezské Cukrovary A.S. 29.02.2016 Hrušovany Tschechien 100,00% 97,66%
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region 31.12.2015 Serpuchov Russland 100,00% 100,00%
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. 29.02.2016 Ţăndărei Rumänien 100,00% 100,00%
S.C. AGRANA Romania S.A. 29.02.2016 Bukarest Rumänien 92,02% 92,02%
Slovenské Cukrovary s.r.o. 29.02.2016 Sereď Slowakei 100,00% 100,00%
AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o. 29.02.2016 Chełm Polen 50,01% 50,01%
Yube d.o.o. 31.12.2015 Požega Serbien 100,00% 100,00%
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Amidi srl 29.02.2016 Sterzing Italien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 29.02.2016 I Eigenkapital: 11,4 t€ I Jahresüberschuss: 1,1 t€
AGRANA Croatia d.o.o. 31.12.2015 Zagreb Kroatien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2015 I Eigenkapital: 2,8 t€ I Jahresüberschuss: 0,2 t€
AGRANA Makedonija DOOEL Skopje 31.12.2015 Skopje Mazedonien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2015 I Eigenkapital: 2,8 t€ I Jahresüberschuss: 0,9 t€
AGRANA Skrob s.r.o. 31.12.2015 Hrušovany Tschechien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2015 I Eigenkapital: 70,3 t€ I Jahresfehlbetrag: –18,7 t€
Cukoripari Egyesüles 31.12.2015 Budapest Ungarn 38,78% 38,78%
Abschlussstichtag: 31.12.2015 I Eigenkapital: 143,6 t€ I Jahresüberschuss: 32,1 t€
DELHIA SHELF s.r.o. 31.12.2015 Hrušovany Tschechien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2015 I Eigenkapital: 0,0 t€ I Jahresüberschuss: 0,0 t€
Dr.Hauser Gesellschaft m.b.H. i.L. 30.09.2015 Hamburg Deutschland 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 30.09.2015 I Eigenkapital: 39,8 t€ I Jahresfehlbetrag: –8,7 t€
Österreichische Rübensamenzucht 30.04.2015 Wien Österreich 86,00% 86,00%
Gesellschaft m.b.H.
Abschlussstichtag: 30.04.2015 I Eigenkapital: 1.894,5 t€ I Jahresüberschuss: 72,5 t€
PERCA s.r.o. 31.12.2015 Hrušovany Tschechien 100,00% 97,66%
Abschlussstichtag: 31.12.2015 I Eigenkapital: 531,4 t€ I Jahresüberschuss: 55,4 t€

2 Verschmelzung im Geschäftsjahr 2015|16

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Anteil am Kapital
29.02.2016
Anteil am Kapital
28.02.2015
un- un
Bilanz- mittel- mittel- mittel- mittel
Name der Gesellschaft stichtag Sitz Land bar bar bar bar
II. Gemeinschaftsunternehmen
Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert wurden
STUDEN-Gruppe:
"AGRAGOLD" d.o.o. 31.12.2015 Brčko Bosnien- 50,00% 50,00%
Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o. 31.12.2015 Zagreb Kroatien 50,00% 50,00%
AGRAGOLD dooel Skopje 31.12.2015 Skopje Mazedonien 50,00% 50,00%
AGRAGOLD trgovina d.o.o. 31.12.2015 Ljubljana Slowenien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k 31.12.2015 Tirana Albanien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 50,00% 50,00%
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH 29.02.2016 Wien Österreich 50,00% 50,00%
Company for trade and services 29.02.2016 Belgrad Serbien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. 31.12.2015 Brčko Bosnien-
Herzegowina
50,00% 50,00%
HUNGRANA-Gruppe:
GreenPower E85 Kft 31.12.2015 Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
HUNGRANA Keményitö- és 31.12.2015 Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft.
HungranaTrans Kft. 31.12.2015 Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
Nicht einbezogene Gemeinschaftsunternehmen
SCO STUDEN & CO. BRASIL 31.12.2015 São Paulo Brasilien 50,00% 50,00%
EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA.
Abschlussstichtag: 31.12.2015 I Eigenkapital: –12,5 t€ I Jahresfehlbetrag: –2,5 t€

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Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2016 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015|16 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 25. April 2016

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Treasury, Datenverarbeitung/ Kommunikation (inklusiveInvestor Relations) Organisation, Mergers & Acquisitions, sowie Forschung und Entwicklung; Compliance sowie Recht; Segmentverantwortung Stärke Segmentverantwortung Frucht

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für den Bereich Interne Revision Einkauf & Logistik; Segmentverantwortung Zucker

Bestätigungsvermerk 132 Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Konzernbilanz zum 29. Februar 2016, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing – ISA). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfurteil zu dienen.

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Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2016 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 25. April 2016

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler e.h. Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Jahresabschluss und Lagebericht 2015|16

der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)

  • Lagebericht Jahresabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Erklärung aller Bestätigungsvermerk Vorschlag für die 136 159 160 161 185 186 188
  • Anhang zum Jahresabschluss 162
  • Entwicklung des Anlagevermögens 182

gesetzlichen Vertreter

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  • Gewinnverwendung

Lagebericht

für das Geschäftsjahr 2015|16 vom 1.März 2015 bis 29. Februar 2016

INHALTSVERZEICHNIS

Überblick

Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte Corporate Governance-Bericht Zweigniederlassungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prognosebericht

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ÜBERBLICK

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Damit ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA").

Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie.

Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.

Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen wiederspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung:

AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten.

Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine gute Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die Innovationskraft und die gute Kostenposition der AGRANA geschaffen.

AGRANA verfolgt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit das Ziel, den von ihr beeinflussbaren Teil der Wertschöpfungskette möglichst nachhaltig zu gestalten. Unter Nachhaltigkeit versteht AGRANA in diesem Zusammenhang v.a. die folgenden drei, für alle Geschäftssegmente gültigen, Aspekte:

  • Verwertung von annähernd 100 % der eingesetzten agrarischen Rohstoffe und Nutzung emissionsarmer Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren,
  • Achtung aller Stakeholder und Gemeinschaften, in denen das Unternehmen tätig ist, sowie
  • Zusammenarbeit in langfristigen Partnerschaften.

Rund 8.500 Mitarbeiter an 53 Produktionsstandorten auf allen fünf Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015/16 einen Konzernumsatz von rund 2,5 Mrd. € (VJ rd. 2,5 Mrd. €). Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft notiert seit 1991 im Prime Market Segment der Wiener Börse.

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BETEILIGUNGEN DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider.

Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions GmbH zu 100% gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions GmbH werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten.

Die restlichen Anteile auf 100 % der einzelnen "Segment-Gesellschaften" werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. gehalten.

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Geschäftsentwicklung

SEGMENT ZUCKER

Veränderung
2015/ 16 2014/ 15 in % / pp 2013/ 14
Umsatzerlöse (brutto) t€ 739.912 812.265 -8,9% 1.049.780
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -67.268 -81.127 -17,1% -86.900
Umsatzerlöse t€ 672.644 731.138 -8,0% 962.880
EBI T DA 1 t€ 25.397 29.355 -13,5% 64.197
Operatives Ergebnis t€ 2.764 9.699 -71,5% 45.423
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
t€ 1.542 -1.721 -189,6% -933
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 0 1.002 -100,0% 4.677
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBI T ) t€ 4.306 8.980 -52,0% 49.167
EBI T - Marge
%
0,6 1,2 -0,6 0,5
I nvestitionen 2 t€ 46.102 34.476 33,7% 43.117
Mitarbeiter 3 2.185 2.326 -6,1% 2.276

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

2 In S achanlagen und immaterielle Vermögensw erte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenw erte

3 Durchschnittlich im Geschätsjahr beschäftigte Vollzeitquivalente ( FT Es - Full-time equivalents)

Im Geschäftsjahr 2015|16 sank der Umsatz im Segment Zucker um 8,9 % auf 740 (Vorjahr: 812) Mio. €. Die Reduktion war auf stark rückläufige Verkaufspreise zurückzuführen.

Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, wirkte sich positiv auf das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) des Segmentes Zucker aus, was im Wesentlichen auf den niedrigen Weltmarktpreis für Roh- und Weißzucker und der guten Auslastung der Raffiniere in Bosnien-Herzegowina zurückzuführen war.

Das im Geschäftsjahr 2014|15 erzielte Ergebnis aus Sondereinflüssen resultierte aus EU-Rückerstattungen in Zusammenhang mit der Produktionsabgabe im Segment Zucker.

Der Anstieg der Investitionen um 33,7 % auf 46 (Vorjahr: 34) Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Erweiterung der Verdampfstation in Leopoldsdorf|Österreich, der Vergrößerung der Melasseentzuckerungsanlage in Tulln|Österreich sowie der Vollinbetriebnahme der Abpackungsanlage des neuen Verpackungszentrums in Kaposvár|Ungarn.

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AGRANA Stärke GmbH

Das Segment Stärke umfasst mit der AGRANA Stärke GmbH die drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage). Zudem führt und koordiniert die Gesellschaft die internationalen Beteiligungen in den Bereichen Stärke und Bioethanol in Ungarn und Rumänien.

Geschäftsentwicklung

SEGMENT STÄRKE

Veränderung
2015/ 16 2014/ 15 in % / pp 2013/ 14
Umsatzerlöse (brutto)
t€
728.730 708.233 2,9% 716.650
Umsätze zwischen den Segmenten
t€
-7.164 -8.102 -11,6% -9.957
Umsatzerlöse
t€
721.566 700.131 3,1% 706.693
EBI T DA 1
t€
64.884 49.004 32,4% 44.732
Operatives Ergebnis
t€
42.846 27.038 58,5% 24.574
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
t€
einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen
22.981 27.093 -15,2% 29.325
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBI T )
t€
65.827 54.131 21,6% 53.899
EBI T - Marge
%
9,1 7,7 1,4 7,6
t€
I nvestitionen 2
28.151 13.743 104,8% 35.025
Mitarbeiter 3 870 863 0,8% 858

1 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

2 In S achanlagen und immaterielle Vermögensw erte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenw erte

3 Durchschnittlich im Geschätsjahr beschäftigte Vollzeitquivalente ( FT Es - Full-time equivalents)

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2015|16 konnte um 2,9 % auf 729 (Vorjahr: 708) Mio. € gesteigert werden. Hauptgrund dafür waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Ethanolpreise und daraus resultierend Umsatzzuwächse.

Im Geschäftsjahr 2015|16 stieg der Umsatz der ungarischen, nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe geringfügig. Höheren Umsätzen bei Bioethanol standen jedoch gesunkene Verzuckerungsproduktverkaufserlöse gegenüber. Trotz geringerer Rohstoff- und Energiepreise lag das Ergebnis der Equity-Beteiligung aufgrund gesunkener Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte unter dem Vorjahr.

Der Anstieg der Investitionen resultiert im Wesentlichen aus dem Projekt "Werksausbau" in Aschach|Österreich, einen Trockenmischanlage in Gmünd|Österreich sowie der Inbetriebnahme eines neuen Wärmetauschers in Pischelsdorf|Österreich. Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2015|16 in den HUNGRANA-Gesellschaften Investitionen im Ausmaß von 16,8 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €) getätigt.

AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH

Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH fungiert als Holding für sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als operative Holding die AUSTRIA Juice GmbH mit Sitz in Kröllendorf|Österreich.

Geschäftsentwicklung

SEGMENT FRUCHT

Veränderung
2015/ 16 2014/ 15 in % / pp 2013/ 14
Umsatzerlöse (brutto)
t€
1.084.085 1.062.510 2,0% 1.172.672
Umsätze zwischen den Segmenten
t€
-648 -267 142,7% -529
Umsatzerlöse
t€
1.083.437 1.062.243 2,0% 1.172.143
t€
EBI T DA 1
101.676 103.556 -1,8% 105.326
Operatives Ergebnis
t€
61.876 65.280 -5,2% 64.604
Ergebnis aus Sondereinflüssen
t€
-3.054 -6.672 -54,2% -786
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBI T )
t€
58.822 58.608 0,4% 63.818
EBI T - Marge
%
5,4 5,5 -0,1 5,4
I nvestitionen 2
t€
41.730 42.990 -2,9% 51.814
Mitarbeiter 3 5.455 5.519 -1,2% 5.371

1 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

2 In S achanlagen und immaterielle Vermögensw erte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenw erte

3 Durchschnittlich im Geschätsjahr beschäftigte Vollzeitquivalente ( FT Es - Full-time equivalents)

Der Umsatz im Segment Frucht verzeichnete im Geschäftsjahr 2015|16 einen leichten Anstieg von 2,0 % auf 1.084 (Vorjahr: 1.063) Mio. €. Dies resultiert vor allem aus dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen, was einerseits auf gestiegene Verkaufspreise und andererseits auf eine Absatzsteigerung zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu war der Umsatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrat, hauptsächlich durch den Preisverfall bei Apfelsaftkonzentraten aus der Ernte 2014, deutlich rückläufig.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -3 Mio € resultiert im Wesentlichen aus dem Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad|Belgien, wobei der Großteil der damit zusammenhängenden Einmalkosten bereits im Konzernjahresabschluss 2014|15 bilanziert wurde. Einige Aktivitäten der Dirafrost in Belgien wurden eingestellt und verlagert; ein Hauptziel des Projektes war die Verbesserung der Effizienz in der Produktion von gefrorenen Früchten und Fertigprodukten.

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INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

AGRANA Research & Innovation Center GmbH

Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln (vormals Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H.) werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

Die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. fungiert als Holding Gesellschaft und hält neben der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Anteile an AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH und AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH.

AGRANA Group Services GmbH

Die AGRANA Group Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 29. Februar 2016

Veränderung
Geschäftsentwicklung 2015/ 16 2014/ 15 in % 2013/ 14
Umsatzerlöse t€ 11.693 11.306 3,4% 71
Sonstige betriebliche Erträge t€ 21.569 23.830 -9,5% 37.972
Betriebsleistung t€ 33.262 35.136 -5,3% 38.043
Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) t€ -6.338 -12.774 -50,4% -9.067
Operative Marge ¹ % -19,1% -36,4% 23,8%
Beteiligungserträge t€ 61.177 61.915 -1,2% 53.745
Finanzerfolg t€ 65.842 64.055 2,8% 61.948
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit t€ 59.503 51.281 16,0% 52.881
Jahresüberschuss t€ 59.854 52.376 14,3% 53.411
I nvestitionen in Sachanlagen und t€
immaterielle Vermögenswerte t€ 678 816 -16,9% 3.131
I nvestitionen in Finanzanlagen t€ 0 16.000 x 0

¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Umsatzerlöse

Die Veränderung der Umsatzerlöse resultiert aus höheren Umsätze in den Divisionen im Vergleich zum Vorjahr, wodurch höhere Royalties verrechnet werden konnten.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind die weiterverrechneten Konzernkosten mit einem Anteil von rd. 98% (Vorjahr: 99%) an der Gesamtsumme enthalten, welche vorwiegend aufgrund geringerer für den Konzern notwendiger Investitionen um rd. TEUR 2.599 zurückgegangen sind.

Ertragslage

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch der Jahresüberschuss der Gesellschaft haben sich gegenüber dem Vorjahr wesentlich positiv verändert, da im Vergleich zum Vorjahr geringere Ausgaben für Rechts- und Beratungsleistungen bzw. für IT-Beratung angefallen sind und aufgrund von Änderungen in der Personalstruktur geringere Ausgaben für Vorsorgezahlungen getätigt werden mussten.

Vermögens- und Finanzlage

Veränderung
Bilanzkennzahlen 2015/ 16 2014/ 15 in % 2013/ 14
Bilanzsumme t€ 771.441 780.491 -1,2% 761.858
Grundkapital t€ 103.210 103.210 0,0% 103.210
I mmaterielle Vermögensgegenstände
und Sachanlagen
t€
t€
2.172 3.043 -28,6% 4.158
Anteile an verbundenen Unternehmen t€ 417.025 417.025 0,0% 422.485
Andere Finanzanlagen t€ 126.259 211.259 -40,2% 195.456
Eigenkapital t€ 604.692 595.965 1,5% 594.716
Eigenkapitalquote ¹ % 78,4% 76,4% 2,7% 78,1%
Haftungsverhältnisse t€ 206.095 172.869 19,2% 272.361

¹ Eig enkapitalquote = Eig enkapital / Gesamtkapital

Die Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um -871 t€. Grund ist im Vergleich zu den Vorjahren höhere Abschreibungen aufgrund der im Vorjahr getätigten Investitionen für die Geschäftsausstattung des Mietgebäudes.

Die Veränderung der anderen Finanzanlagen ist auf die Einlösung des Partizipationskapitals in Höhe von t€ 85.000 zurückzuführen.

Die Eigenkapitalquote von 78,4 % (Vorjahr: 76,4 %) zeigt eine solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

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Cashflow

Veränderung
2015/ 16 2014/ 15 in % 2013/ 14
Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit t€ 60.576 67.125 -9,8% 55.578
Cashflow aus I nvestitionstätigkeit t€ 84.378 -16.524 -610,6% -3.107
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ -51.127 -35.127 45,5% -51.182
Veränderung der flüssigen Mittel t€ 93.827 15.473 506,4% -1.931
Bestand an flüssigen Mittel¹ t€ 109.430 15.603 601,3% 130

2015/16: t€ 109.406; 2014/15: t € 15.515 ¹ einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-S ervices GmbH

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sank im Geschäftsjahr 2015|16 um 6.549 t€ auf 60.576 t€ (Vorjahr: 67.125 t€). Der Rückgang ist auf die Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling sowie der Steuerrückstellung zurückzuführen.

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit stieg von -16.524 t€ im Vorjahr auf 84.378 t€ an und resultiert im Wesentlichen aus der Rückzahlung des Partizipationskapitals an der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung.

Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus der Dividendenauszahlung von rd. 51.127 t€. Im Geschäftsjahr 2014|15 setzte sich dieser aus der Dividendenzahlung sowie der Neuaufnahme von Teilverbindlichkeiten zum Schuldscheindarlehen in Höhe von 16.000 t€ zusammen.

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UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:

Wir bei AGRANA…

  • verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien zum Schutz der Umwelt;
  • achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind;
  • leben langfristige Partnerschaften.

AGRANA Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2015|16 und Ziele

Ihre Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit sind in folgende Handlungsfelder entlang der Wertschöpfungskette gegliedert:

  • Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • Gesellschaftliches Engagement

Darüber hinaus ist besonders der Beitritt zur Sustainable Agriculture Initiative im Juli 2014 hervorzuheben. Die Sustainable Agriculture Initiative (SAI) ist eine von Nestlé, Unilever und Danone im Jahr 2002 gegründeten Initiative der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. SAI hat es sich zum Ziel gesetzt als Informationsplattform durch die Vorstellung von Best-Practices und Unterstützung durch das Angebot unterschiedlicher Tools die Entwicklung und Implementierung nachhaltiger Agrarpraxis weltweit zu fördern. Mittelfristig sollen Benchmarks für wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte in der agrarischen Produktion z.B. Wassermanagement, Biodiversität etc. im Rahmen von rohstoffspezifischen Arbeitsgruppen, an denen die Mitgliedsunternehmen teilnehmen können, entwickelt werden. Im Geschäftsjahr 2015/2016 wurden die ersten Assessments zur Erhebung einzelner Benchmarks durchgeführt, wo seitens AGRANA ein beachtlicher Beitrag geleistet wurde.

Erstmalig wurden nicht nur ökologische sondern auch Aspekte der ökonomischen Nachhaltigkeit in den Fokus gestellt. In Zusammenarbeit mit "Economica Instiut für Wirtschaftsforschung" wurde erfasst, welche Bruttowertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte die Gesamtleistung der drei Segmente in 25 Ländern erzielt haben. Somit konnte festgestellt werden, dass AGRANA einen Gesamteffekt von 0,002% am weltweiten Bruttoinlandsprodukt bewirkt.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends zu setzen und sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu unterscheiden. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Rezepturen, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstreicht somit ihre auf nachhaltigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center GmbH (ARIC) in Tulln|Österreich ist das zentrale Forschungs- und Entwicklungsinstitut des Konzerns für die Bereiche Stärke, Bioethanol, Zucker und Frucht. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG. Ziel der Einrichtung ist es, neue Anwendungsfelder für innovative Produkte aus den Rohstoffen Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und Zuckerrübe zu erschließen. Das Unternehmen ist national und international als F&E-Dienstleister und - Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Lebensmitteltechnologie, Stärke- und Bioethanoltechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Frucht tätig. Weiters bietet die Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für Bioethanol-Analytik und die Qualitätsüberprüfung von Zuckerrüben.

Die Zusammenführung und das Zusammenarbeiten von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Zucker, Stärke und Frucht) unter einem Dach ermöglichen nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördern auch den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten wie z.B. Ernährungsphysiologie, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte. Die zunehmende Anzahl an Projekten, die mehrere AGRANA-Geschäftssegmente gleichzeitig betreffen, kann somit wesentlich einfacher und effizienter umgesetzt werden.

F&E-Kennzahlen 2015 16 2014 15 2013 14
F&E-Aufwendungen (intern und extern) (in Mio. €) 14,9 14,5 17,2
F&E-Quote1 (in %) 0,60 0,58 0,61
Mitarbeiter in F&E (Köpfe) 214 216 218

1 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

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PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2014|15 durchschnittlich 8.611 (Vorjahr: 8.708) Mitarbeiter, davon 2.120 (Vorjahr: 2.138) in Österreich und 6.491 (Vorjahr: 6.570) international. Die geringe Veränderung im Konzern begründet sich vor allem mit Zuwächsen im Segment Stärke und Frucht und einen notwendigen Abbau durch Effizienzsteigerungen im Segment Zucker.

Ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" wird in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management weltweit eingesetzt, um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben den Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2015|16 nahmen 7,9 % (Vorjahr: 7,3 %) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

Ein besonderer Fokus wurde im letzten Geschäftsjahr auf die Entwicklung von internen Schulungen und Trainingsprogrammen (Sharepoint-Training, Compliance-Schulungen und Trainings im Bereich Logistik) gelegt. Dies ermöglichte eine gezielte Weitergabe von Knowhow innerhalb des Unternehmens (Wissensmanagement) und führte gleichzeitig zu einer Verringerung der externen Trainingskosten.

Ein wichtiger Bestandteil der konzernweiten Aus- und Weiterbildung ist die AGRANA Academy. Bei dieser Initiative werden Führungskräfte in den Bereichen Strategie und Führung geschult. Ein Hauptaugenmerk stellen der segmentübergreifende Austausch von Ideen und Best-Practices sowie das Aufzeigen von Markttrends dar. Die Academy soll Führungskräfte noch besser für künftige Herausforderungen wappnen. Darüber hinaus wurden zur Unterstützung der Verkaufsaktivitäten Vertriebstrainings durch eine neu konzipierte Sales Academy implementiert. Nachdem es AGRANA als Unternehmen wichtig ist, ihre Mitarbeiter stetig weiter zu entwickeln, startet im Geschäftsjahr 2016|17 ein neues Entwicklungsprogramm, welches speziell auf langjährige Mitarbeiter in einer Expertenfunktion abzielt. Das Programm wird bei seinem erstmaligen Roll-Out für die Bereiche Finanzen, Produktion, Einkauf sowie den Qualitätsbereich angeboten. Durch den fachspezifischen Kontext wird den Mitarbeitern neues Wissen aus dem eigenen Fachbereich sowie ein Austausch mit Kollegen aus demselben Fachbereich, ermöglicht.

Im Geschäftsjahr 2015|16 waren durchschnittlich 68 Lehrlinge in Österreich und Deutschland, u.a. in den Bereichen Maschinenbautechnik, Metalltechnik, Lebensmitteltechnik und Informationstechnologie, beschäftigt. Der Anteil weiblicher Lehrlinge lag bei rund 10 %.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2015|16 auf rund 1,7 (Vorjahr: 2,0) Mio. €, das entspricht rund 0,8 % (Vorjahr: 0,9 %) der Lohnund Gehaltssumme.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte

Im Bereich Arbeitsbedingungen und Menschenrechte hat AGRANA das im Vorjahr gesteckte Ziel, an allen Standorten weltweit, wo kein Betriebsrat, der diese Funktion erfüllt, existiert, eine formale Beschwerdestelle bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechten für alle Mitarbeiter einzurichten, im Geschäftsjahr 2015|16 umgesetzt. Daneben wurde ein Prozess festgelegt, der die zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellt.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Im Geschäftsjahr 2013|14 wurden erstmals Kennzahlen zur Verletzungsrate, Ausfalltagequote und Abwesenheitsrate pro Segment weltweit erhoben. Die Verletzungsrate als auch die Ausfallstageqote konnten gesamt (Männer und Frauen) im Vergleich zum Vorjahr nicht unwesentlich gesenkt werden.

Work-Life Balance

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Im Frühjahr 2016 trat AGRANA dem österreichischen Netzwerk "Unternehmen für Familien" bei. Das Netzwerk wurde vom Bundesministerium für Familien und Jugend ins Leben gerufen, um Unternehmen und Gemeinden, die sich für eine familienbewusste Personal- und Gemeindepolitik interessieren und/oder auch schon dafür engagieren zu vernetzen. Die Plattform des Netzwerkes sowie zugehörige Veranstaltungen dienen als Ort des Austausches, der Inspiration sowie der Information. Im Rahmen ihres Beitrittes hat AGRANA die Umsetzung einer Reihe weiterer Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Geschäftsjahr 2016|17 beschlossen.

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RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe stellen klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Rohmaterialien Risiken für AGRANA dar. Daneben ist AGRANA aufgrund der v.a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschiedenen Ländern ausgesetzt.

Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernden Marktpreisen für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr.

Zu den operativen Risiken zählen die

  • Beschaffungsrisiken
  • Produktqualität und –sicherheit
  • Markt- und Wettbewerbsrisiken

Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Darüber hinaus beschäftigt sich das konzernweite Riskmanagement mit

Ungewissheiten

Zunehmend gewinnt auch die Einhaltung nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien in der vorgelagerten Lieferkette an Bedeutung. Diese versucht AGRANA durch die Einhaltung definierter Kriterien zur Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte zu gewährleisten. Daneben ist AGRANA aufgrund der v.a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschiedenen Ländern ausgesetzt. In diesem Bereich hat AGRANA eine Umweltpolitik formuliert, deren Einhaltung Risiken vermeiden bzw. minimieren soll.

  • Regulatorischen Risiken (zB Zuckermarktordnung) Mit 30. September 2017 entfallen die Rübenmindestpreis- und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose.
  • Freihandelsabkommen
  • EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin, deren Höhe eine starke Auswirkung auf den Geschäftsbereich Bioethanol hat.

Rechtliche Risiken

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Die Finanziellen Risiken werden vor allem in vier für den Konzern wesentlichen Bereiche gegliedert:

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung des IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können einerseits aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie andererseits aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Euro-Finanzierungen entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz. Darüber hinaus beeinflussen Veränderungen der Währungskurse im Vergleich zum Euro das Konzernergebnis der AGRANA-Gruppe.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist, durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien, langfristig und ausreichend abgesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

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Risiken aus Unregelmäßigkeiten

Im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2011|12 der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán|Mexiko, traten Verdachtsmomente auf, dass verschiedene Geschäftsvorfälle nicht im Einklang mit dem AGRANA-Verhaltenskodex standen und deren finanzieller Ausweis nicht den geltenden externen und internen Bilanzierungsvorschriften entsprach. Nach intensiven Erhebungen wurden Anfang Juni 2012 das lokale Management ausgetauscht, der Fall bearbeitet und im Jahresabschluss 2012|13 entsprechende finanzielle Vorsorgen getroffen.

In den Geschäftsjahren seit 2013|14 ergaben sich keine wesentlichen, neuen Erkenntnisse zu diesem Betrugsfall und die im Geschäftsjahr 2012|13 erfolgten internen und externen Ermittlungen erwiesen sich als umfassend. Die strafrechtlichen Verfahren gegen das frühere Management werden seitens der mexikanischen Staatsanwaltschaft geführt. Mit der Vertrauensschadenversicherung wurde eine außergerichtliche Einigung erzielt.

Interne und externe Prüfungen sollen bestmöglich sicherstellen, dass ähnliche Vorfälle verhindert bzw. frühzeitig erkannt werden.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Verkaufs- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

BERICHTERSTATTUNG GEMÄß § 243A ABS. 2 UGB

Der Vorstand der AGRANA ist sich der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften bewusst.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Die Werte der Einzelabschlüsse werden in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul übernommen. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravierenden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energie-, Rohstoff-, Verkaufspreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäftsjahresende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

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Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft. AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Lagebericht 2015/16 Beilage II/21

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTE (Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 29. Februar 2016 beträgt 103,2 Mio. € und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 86,2 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %- Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50% beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglieds der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

M&G Investmentfonds des britischen Finanzunternehmens Prudential plc, London|Großbritannien, hielten bis 27. Februar 2014 15,6 % am AGRANA-Grundkapital. Die Z&S, die als Mehrheitsaktionärin der AGRANA Beteiligungs-AG bis zu diesem Zeitpunkt 75,5 % des Grundkapitals hielt, übernahm von M&G Investmentfonds einen Anteil in Höhe von 10,7 % unmittelbar, wodurch die Z&S seit dieser Transaktion 86,2 % der Stimmrechte an AGRANA hält. Weitere 4,9 % an AGRANA-Aktien wurden damals unmittelbar von Südzucker erworben, die dadurch ihren direkten Anteil an der AGRANA Beteiligungs-AG auf rund 6,5 % aufstockte. Davon sollen knapp 5 % wieder platziert werden, um den Streubesitz der AGRANA Beteiligungs-AG zu erhöhen. Ziel ist es, die Liquidität der AGRANA-Aktie zu erhöhen und so die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Auf die nicht platzierten Aktien hat die Z&S eine seit dem 1. März 2015 ausübbare Call-Option gegenüber Südzucker.

Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

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CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und hält nahezu alle Bestimmungen ein. Der ÖCGK ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporategovernance.at abrufbar. Er bildet - auf dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung beruhend - den Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung des Unternehmens mit dem Ziel einer hohen Transparenz für alle Stakeholder.

Im Geschäftsjahr 2015|16 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2015 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 30. November 2015 und 25. Februar 2016 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig die Erklärung über die Einhaltung des Kodex beschlossen.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte in 2015/16 keine Zweigniederlassungen

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es sind nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSEBERICHT

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 29. Februar 2016 und einem gut diversifizierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet und rechnet mit einer moderat positiven Ergebnisentwicklung.

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2016|17 sowohl beim Konzernumsatz als auch beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) von einem moderaten Anstieg aus.

Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird daher für das kommende Geschäftsjahr 2016|17 ebenfalls mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EGT) auf aktuellen Niveau gerechnet.

Wien, am 25. April 2016

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Mag. Stephan Büttner e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

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Jahresabschluss

für das Geschäftsjahr 2015|16 vom 1.März 2015 bis 29. Februar 2016

INHALTSVERZEICHNIS

Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz

Anhang zum Jahresabschluss Allgemeines Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige Angaben Aufwendungen für den Abschlussprüfer Organe und Arbeitnehmer

Entwicklung des Anlagevermögens

Jahresabschluss 160 Gewinn- und Verlustrechnung

2015 16 2014 15
1. Umsatzerlöse 11.693 11.306
2. Sonstige betriebliche Erträge 21.569 23.830
3. Personalaufwand –19.655 –23.922
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –1.504 –1.859
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen –18.442 –22.129
6. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 5) –6.339 –12.774
7. Erträge aus Beteiligungen 61.177 61.915
davon aus verbundenen Unternehmen 61.167 t€ (Vorjahr: 61.910 t€)
8. Erträge aus anderen Wertpapieren
des Finanzanlagevermögens 5.989 5.215
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.040 5.219
davon aus verbundenen Unternehmen 5.040 t€ (Vorjahr: 5.187 t€)
10. Erträge aus dem Abgang und
der Zuschreibung zu Finanzanlagen 0 2
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen 0 –5.460
davon aus Abschreibungen 0 t€ (Vorjahr: 5.460 t€)
davon aus verbundenen Unternehmen 0 t€ (Vorjahr: 5.460 t€)
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –6.364 –2.836
13. Finanzerfolg (Z 7 bis 12) 65.842 64.055
14. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Z 1 bis 13) 59.503 51.281
15. Steuern vom Einkommen 351 1.095
16. Jahresüberschuss 59.854 52.376
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 8.710 7.461
18. Bilanzgewinn 68.564 59.837

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Jahresabschluss 161 Bilanz zum 29. Februar 2016

Stand
29.02.2016
Stand
28.02.2015
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
605 900
II. Sachanlagen 1.567 2.143
III. Finanzanlagen 543.283 628.284
545.455 631.327
B. Umlaufvermögen
I.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
225.881 149.076
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 24 88
225.905 149.164
C. Rechnungsabgrenzungsposten
I.
Sonstige Abgrenzungsposten
81 0
Summe Aktiva 771.441 780.491
PASSIVA
A. Eigenkapital
I.
Grundkapital
103.210 103.210
II. Kapitalrücklagen 418.990 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 68.564 59.837
davon Gewinnvortrag 8.710 t€ (Vorjahr: 7.461 t€)
604.692 595.965
B. Rückstellungen
I.
Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen
und Jubiläumsgelder 5.655 5.056
II. Rückstellung für Steuern und sonstige 17.213 35.548
22.868 40.604
C. Verbindlichkeiten
I.
Finanzverbindlichkeiten
126.000 126.000
II. Übrige Verbindlichkeiten 17.881 17.922
143.881 143.922
Summe Passiva 771.441 780.491
Haftungsverhältnisse 206.095 172.869

Anhang zum Jahresabschluss

für das Geschäftsjahr 2015|16 vom 1.März 2015 bis 29. Februar 2016

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gesellschaft ist als große Gesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen. Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

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2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 33,33

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 3 33,33
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

c. Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Wenn die Gründe für die Abschreibungen nicht mehr bestehen, werden im Ausmaß der Werterhöhung bis zur Höhe der Anschaffungskosten Zuschreibungen vorgenommen.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 0 (im Vorjahr 0 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von TEUR 444 (im Vorjahr 729 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

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• •

165

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden gemäß § 198 und 211 UGB nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dazu wurde ein Gutachten der Valida Consulting GmbH, Wien, eingeholt. Der Rückstellungsberechnung liegen ein Rechnungszinssatz von 1,80 % (im Vorjahr 2,00 %), Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-7,59 % (im Vorjahr 0-8,08 %) sowie Gehaltsanpassungen zugrunde.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 3,5 % so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension ausfinanziert ist, wenn die Anwartschaftsberechtigten das 65. (Vorjahr: 65.) Lebensjahr vollendet haben. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Nachschusspflicht an die Pensionskassa. Die Rückstellung für die Nachschussverpflichtung wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und der Rechnungszinssatz von 1,80 % (im Vorjahr 2,00 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-7,59 % (im Vorjahr 0-8,08 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe
des
Eigenkapital gem. Geschäfts- Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB jahr schuss/fehlbetrag
% EUR EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100 8.120.339,28 2015/16 676.543,56
AGRANA Int.Verw.u.Asset Managem.
GmbH, Wien*)
98,91 231.713.173,46 2015/16 -23.921.708,80
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 304.221.638,30 2015/16 4.838.159,44
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 291.289.764,89 2015/16 68.591.904,06
AGRANA Group-Service GmbH 100 -3.885.637,80 2015/16 314.698,42
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwick
lungs- und Produktions- GesmbH, Wien
66,67 8.194.962,07 2015/16 622.719,45
AGRANA Research & Innovation Center
GmbH, Tulln
100 3.883.887,39 2015 270.237,35

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien und haben eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren (€ 105.000.000,00) bzw. von mehr als 5 Jahren (€ 21.000.000,00).

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167

in EUR (Vorjahr in T EUR) Restlaufzeit Restlaufzeit von
mehr
Bilanzwert
bis 1 Jahr als 1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 218.933.140,36 0,00 218.933.140,36
(28.02.2015) (138.485) 0 (138.485)
S onstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 1.384.083,80 5.563.076,01 6.947.159,81
(28.02.2015) (10.583) (9) (10.592)
Summe 220.317.224,16 5.563.076,01 225.880.300,17
(28.02.2015) (149.067) (9) (149.076)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 218.933.140,36 (im Vorjahr 138.485 TEUR) sonstige Forderungen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Partizipationsscheinen in Höhe von EUR 0,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR), Forderungen aus Kapitalertragsteuer gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 6.859.367,74 (im Vorjahr 5.211 TEUR) sowie andere kurzfristige Forderungen.

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 0,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR) enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich aus 14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien – Stammaktien zusammen.

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 01.03.2015 Veränderung Stand 29.02.2016
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 418.989.595,00

(5) Gewinnrücklagen

Stand 01.03.2015 Veränderung Stand 29.02.2016
EUR EUR EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,07 0,00 13.927.964,07

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169

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die Abfertigungsrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

S tand Verbrauch Auflösung Zuweisung S tand am
28.02.2015 29.02.2016
in EUR in EUR in EUR in EUR in EUR
Abfertigung 3.389.965,56 130.114,56 3.520.080,12
Pensionsansprüche 1.291.387,29 425.771,86 1.717.159,15
Jubiläumsgelder 374.525,82 2.791,30 45.548,36 417.282,88
Altersteilzeit 30.529,23 34.091,82 64.621,05
Nicht konsumierte Urlaube 2.016.517,60 415.101,19 1.601.416,41
S onderzahlungen 358.966,53 27.361,12 331.605,41
Prüfungsaufwand 266.000,00 226.192,12 39.807,88 266.900,00 266.900,00
Veröffentlichungsaufwand 140.000,00 117.220,45 22.779,55 131.000,00 131.000,00
Kosten der
Hauptversammlung
45.000,00 45.000,00 54.000,00 54.000,00
Kosten Bilanzpresse
konferenz
3.500,00 2.438,40 1.061,60 3.500,00 3.500,00
Konzernkommunikation 78.415,00 8.301,50 70.113,50 7.000,00 7.000,00
Aufsichtsratsvergütungen 250.000,00 250.000,00 250.000,00 250.000,00
Pensionskasse 92.916,00 92.916,00 169.375,00 169.375,00
S onstige ausstehende
Eingangsrechnungen
337.427,00 307.227,07 30.199,93 412.745,00 412.745,00
Summe 8.675.150,03 1.494.549,15 163.962,46 1.930.046,60 8.946.685,02

Die als Verbrauch dargestellten EUR 2.791,30 bei der Jubiläumsrückstellung bzw. EUR 13.272,15 des Verbrauchs der Urlaubsrückstellung betreffen Übertritte in andere Konzerngesellschaften. Die Zuweisung im Geschäftsjahr wurde einerseits aufgrund der Senkung des Zinssatzes und andererseits aufgrund der internen Änderung zur Prämienauszahlung notwendig.

Die Pensionsansprüche stellen Nachschussverpflichtungen an die Pensionskasse dar für kapitalmäßige Deckungslücken der bereits im Jahr 2002 übertragenden Anwartschaften.

Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und ausstehende Abrechnungen.

(7) Verbindlichkeiten

29.02.2016 28.02.2015
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 126.000.111,21 126.000
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (111,21) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (105.000.000,00) (105.000)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (21.000.000,00) (21.000)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.139.489,92 759
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (1.139.489,92) (759)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0,00) (0)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (0,00) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 11.236.098,05 11.798
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (11.236.098,05) (11.798)
Sonstige Verbindlichkeiten 5.505.308,77 5.365
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (5.505.308,77) (5.365)
Summe 143.881.007,95 143.922
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (17.881.007,95) (17.922)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (105.000.000,00) (105.000)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (21.000.000,00) (21.000)

RLZ = Restlaufzeit

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen mit TEUR 126.000 ein Schuldscheindarlehen, welches von 31 Banken und Pensionsfonds gezeichnet wurde.

Der gesamte Gegenwert des Schuldscheindarlehens wurde konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht und wird dort für allgemeine Refinanzierungszwecke verwendet.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 3.044.430,47 (im Vorjahr 2.955 TEUR) und Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 1.049.521,96 (im Vorjahr 1.042 TEUR) enthalten.

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 11.236.098,05 (im Vorjahr 11.798 TEUR) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen.

Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2015/16 beträgt inkl. Garage EUR 1.468.152,42 (im Vorjahr 1.355 TEUR). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 6.983.853,00

29.02.2016 28.02.2015
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 7.800.000,00 7.800
Haftungen aus Zahlungsgarantien 192.588.852,00 165.069
Summe 200.388.852,00 172.869
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 156.694.879 132.371

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

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D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 01. März 2015 bis 29. Februar 2016, im Vorjahr jenen vom 01. März 2014 bis 28. Februar 2015.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 11.693.300,00 (im Vorjahr 11.306 TEUR) beinhalten nur Erträge aus der Konzernverrechnung für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalities).

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 15.796,33 (im Vorjahr 20 TEUR).

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 163.962,46 (im Vorjahr 105 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von EUR 93.954,65 (im Vorjahr 33 TEUR) betreffend Veröffentlichungsaufwand und Konzernkommunikation.

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 21.389.741,02 (im Vorjahr 23.705 TEUR) enthalten Erträge für Durchlaufposten, IT-Leistungen und Personal in Höhe von EUR 20.788.200,02 (im Vorjahr 23.388 TEUR) sowie Versicherungsansprüche in Höhe von EUR 155.000,00 (im Vorjahr 2 TEUR).

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173

(13) Personalaufwand

2015/16 2014/15
in EUR in T EUR
Gehälter 14.699.401,54 15.903
Aufwendungen für Abfertigungen 307.897,22 1.384
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge 152.587,74 201
kassen (MVK)
Aufwendungen für Altersversorgung 1.305.510,21 3.059
S ozialabgaben und Personalnebenkosten 2.937.521,34 3.106
S onstige S ozialaufwendungen 252.265,56 269
Summe 19.655.183,61 23.922

davon entfallen

Abfertigungen und Leistun
gen an betriebliche Mitarbei
tervorsorgekassen
Pensionen (Rückstellungen)
2015/16
2014/15
2015/16 2014/15
EUR TEUR EUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 161.641,26 925 1.286.214,41 3.041
andere Arbeitnehmer 298.843,70 19.295,80 18
Summe 460.484,96 1.585 1.305.510,21 3.059

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 149 Angestellte (im Vorjahr 165 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 3.398.238,97 (im Vorjahr 3.796 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 860.442,55 (im Vorjahr 2.952 TEUR) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von EUR 425.771,86 (im Vorjahr 88 TEUR Zuführung) zugewiesen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015/16 eine Vergütung von EUR 250.000,00 (im Vorjahr 250 TEUR).

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen EUR 18.442.042,92 (im Vorjahr 22.129 TEUR) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von EUR 7.045.627,22 (im Vorjahr 8.753 TEUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von EUR 1.398.492,66 (im Vorjahr 3.031 TEUR), Leasing, Mieten und Pachten von EUR 2.078.119,93 (im Vorjahr 1.570 TEUR), Werbeaufwendungen von EUR 1.560.239,13 (im Vorjahr 1.194 TEUR) sowie andere Aufwendungen in Höhe von EUR 6.359.563,98 (im Vorjahr 7.581 TEUR).

(15) Erträge aus Beteiligungen

Summe 61.177.288,70 61.915
Erträge von sonstigen Beteiligungen 10.000,00 5
Erträge von verbundenen Unternehmen 61.167.288,70 61.910
in EUR in T EUR
2015/16 2014/15

(16) Aufwendungen aus Finanzanlagen

Aufgrund einer dauerhaften Wertminderung der AGRANA Group-Services GmbH, Wien wurde die Beteiligung per 28.02.2015 um EUR 5.460.000 abgewertet. Im Geschäftsjahr mussten keine Wertminderungen berücksichtigt werden.

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• •

175

2015/16 2014/15
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer -3.906.700,00 -4.842
Körperschaftsteuer Vorperioden 505.976,88 -418
Steuerumlagen 3.765.685,74 6.395
nicht abzugsfähige Quellensteuer -14.306,19 -41
Summe 350.656,43 1.094

(17) Steuern vom Einkommen

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

E. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italy AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA Croatia d.o.o., Zagreb, Kroatia AGRANA d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fidschi AGRANA Fruit France S.A., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA

• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • 177 AGRANA Group-Services GmbH, Wien AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice Magyarorzág Kft., Vásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Makedonija DOOEL Skopje, Skopje, Macedonia AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich AGRANA Skrob s.r.o., Hrušovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA TANDAREI SRL, Țăndărei, Rumänien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Deutschland AUSTRIA JUICE Ukraine LLC, Winniza, Ukraine AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Polen Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn Cukoripari Egyesüles, Budapest, Hungary DELHIA SHELF s.r.o., Hrusovany, Czech Republic Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn

Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich PERCA s.r.o., Hrušovany, Tschechien S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered', Slowakei Yube d.o.o., Požega, Serbien

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

"AGRAGOLD" d.o.o., Brcko, Bosnien-Herzegowina AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRAGOLD dooel, Skopje, Mazedonien AGRAGOLD trgovina d.o.o. , Ljubljana, Slowenien AGRANA STUDEN Albania, Tirane, Albanien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Beograd, Serbien GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn HungranaTrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn SCO STUDEN & CO. BRASIL EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA., Sao Paulo, Brasilien STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina

• • • • • • • • •

• •

• • • •

• •

179

F. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 237 Z14 UGB)

2015/2016
Jahres
abschluss
Andere
Bestätigungs
leistungen
sonstige
Leistungen
Gesamt 2014/2015
Jahres
abschluss
Andere
Bestätigungs
leistungen
sonstige
Leistungen
Gesamt
EUR EUR EUR EUR T EUR T EUR T EUR T EUR
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und 31.070,00 235.830,00 12.925,00 279.825,00 32 234 5 271
S teuerberatungsgesellschaft
Summe 31.070,00 235.830,00 12.925,00 279.825,00 32 234 5 271

G. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Dipl.Ing. Josef PRÖLL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt Dr. Jochen FENNER, Gelchsheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Stephan SAVIC, Wien Karl ORTHABER, Gleisdorf Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg (Vorsitzender) Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Mag. Stephan BÜTTNER, Wien Dkfm. Thomas KÖLBL, Speyer

Wien, am 25. April 2016

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Mag. Stephan Büttner e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM WIRTSCHAFTSJAHR 2015|16 Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2015/2016

A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffungskosten
Stand
01.03.15
Zugang Abgang Stand
29.02.16
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.300,93 0,00 0,00 611.300,93
2. EDV-Software 8.132.986,93 387.934,88 4.455,00 8.516.466,81
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 14.883,84 14.883,84 0,00
8.744.287,86 402.818,72 19.338,84 9.127.767,74
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.601.763,23 266.556,80 339.709,82 4.528.610,21
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 8.881,97 8.881,97 0,00
4.601.763,23 275.438,77 348.591,79 4.528.610,21
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 424.145.490,31 0,00 0,00 424.145.490,31
2. Ausleihungen an verbundene
Unternehmen 126.000.000,00 0,00 0,00 126.000.000,00
3. Beteiligungen 258.620,00 0,00 0,00 258.620,00
4. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
85.000.000,00 0,00 85.000.000,00 0,00
635.404.110,31 0,00 85.000.000,00 550.404.110,31
Gesamtsumme 648.750.161,40 678.257,49 85.367.930,63 564.060.488,26
Abschreibungen Buchwerte
Stand
01.03.15
Jahres-
abschreibung
Zuschreibung Abgang Stand
29.02.16
Stand
29.02.16
Stand
28.02.15
611.300,93
502.494,93
61.016,00 0,00 563.510,93 47.790,00 108.806,00
8.516.466,81
7.341.502,93
621.968,88 4.455,00 7.959.016,81 557.450,00 791.484,00
0,00
0,00
9.127.767,74
7.843.997,86
14.883,84
697.868,72
14.883,84
19.338,84
0,00
8.522.527,74
0,00
605.240,00
0,00
900.290,00
0,00
0,00
4.528.610,21
2.458.669,05
0,00
796.976,80
0,00
293.708,82
0,00
2.961.937,03
0,00
1.566.673,18
0,00
2.143.094,18
0,00 8.881,97 8.881,97 0,00 0,00 0,00
4.528.610,21
2.458.669,05
805.858,77 302.590,79 2.961.937,03 1.566.673,18 2.143.094,18
424.145.490,31
7.120.724,48
0,00 0,00 0,00 7.120.724,48 417.024.765,83 417.024.765,83
126.000.000,00
0,00
0,00 0,00 0,00 126.000.000,00 126.000.000,00
258.620,00
0,00
0,00 0,00 0,00 258.620,00 258.620,00
0,00
0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 85.000.000,00
550.404.110,31
7.120.724,48
0,00 0,00 0,00 7.120.724,48 543.283.385,83 628.283.385,83
564.060.488,26
17.423.391,39
1.503.727,49 0,00 321.929,63 18.605.189,25 545.455.299,01 631.326.770,01

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185

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2016 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;

█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2015|16 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 25. April 2016

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Treasury, Datenverarbeitung/ Kommunikation (inklusiveInvestor Relations) Organisation, Mergers & Acquisitions, sowie Forschung und Entwicklung; Compliance sowie Recht; Segmentverantwortung Stärke Segmentverantwortung Frucht

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für den Bereich Interne Revision Einkauf & Logistik; Segmentverantwortung Zucker

Bestätigungsvermerk Bestätigungsvermerk 186

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 29. Februar 2016, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Jahresabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing – ISA). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist.

Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Jahresabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Jahresabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschaft relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

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187

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 29. Februar 2016 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 25. April 2016

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler e.h. Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Gewinnverwendung 188 Vorschlag für die Gewinnverwendung

der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB

2015 16
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2015 bis 29. Februar 2016
schließt mit einem Bilanzgewinn von 68.563.879
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 4,00 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 56.808.160
Vortrag auf neue Rechnung 11.755.719
68.563.879

Impressum Impressum 189

Eigentümer, Herausgeber und Verleger

AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1

Konzernkommunikation/Investor Relations

Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation/Sustainability

Mag. Ulrike Middelhoff Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]

Satz & Design: marchesani_kreativstudio GmbH Imagekonzept & Design: WIEN NORD Werbeagentur GmbH

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Jahresfinanzbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Jahresfinanzbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.

Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Dieser Jahresfinanzbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

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