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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report Jun 2, 2015

733_10-k_2015-06-02_12705c1e-9a6c-4455-a42d-131b41d285d2.pdf

Annual Report

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HERAUSRAGENDE EIGENSCHAFTEN…

JAHRESFINANZBERICHT 2014|15

05 KONZERNABSCHLUSS
UND -LAGEBERICHT 2014 15
der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)
  • Konzernlagebericht
  • Konzernabschluss
  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Geldflussrechnung
  • Konzern-Bilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • Konzernanhang
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • Bestätigungsvermerk

JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2014|15 der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB) JAHRES-

FINANZBERICHT

|15

  • Lagebericht
  • Jahresabschluss
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Bilanz
  • Anhang
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • Bestätigungsvermerk
  • Gewinnverwendungsvorschlag

ZUCKER. STÄRKE. FRUCHT.

JAHRES-FINANZBERICHT 2014|15

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG

Unternehmensstruktur

  • Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle
  • Über die Nachhaltigkeitsinhalte in diesem Bericht

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

  • Erstmalige Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen)
  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz- und Ertragslage
  • Investitionen
  • Cashflow
  • Vermögens- und Finanzlage
  • Geschäftsentwicklung der

einzelnen Segmente

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Segment Zucker

  • Geschäftsentwicklung
  • Marktumfeld
  • Rohstoff und Produktion
  • Investitionen

Segment Stärke

  • Geschäftsentwicklung
  • Marktumfeld
  • Rohstoff und Produktion
  • Investitionen

Segment Frucht

  • Geschäftsentwicklung
  • Marktumfeld
  • Rohstoff und Produktion
  • Investitionen

Nachhaltigkeit

  • AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis
  • AGRANA-Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2014|15 und Ziele

Forschung und Entwicklung

  • Segment Zucker
  • Segment Stärke
  • Segment Frucht

Personal- und Sozialbericht

  • Personalstrategie und -management
  • Personalentwicklung und Weiterbildung
  • Arbeitssicherheit und Gesundheit
  • Diversity

Risikomanagement (inkl. Internes Kontrollund Risikomanagementsystem)

Risikopolitik

  • Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
  • Operative Risiken
  • Regulatorische Risiken
  • Rechtliche Risiken
  • Finanzielle Risiken
  • Risiken aus Unregelmäßigkeiten
  • Gesamtrisiko
  • Angaben gemäß § 243a Abs.2 UGB

Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte (Angaben gemäß § 243a Abs.1 UGB)

Prognosebericht

Nachhaltigkeitsausblick 2015|16

KONZERN-LAGEBERICHT 2014|15

UNTERNEHMENSSTRUKTUR

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht. Rund 8.700 Mitarbeiter an 54 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2014|15 einen Konzernumsatz von rund 2,5 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

GESCHÄFTSFELDER UND BESCHAFFUNGSMODELLE

AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwarensowie Eiscremeindustrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Pürees für die hoch spezialisierte Fruchtsaftindustrie hergestellt. Auch im Segment Frucht legt AGRANA Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum weiterverwendbare Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, weiter aufbereitet. Sie finden als hochwertige Ballaststofflieferanten u.a. Einsatz in Müsliund Snack-Produkten bzw. können in Form von Apfelmehl Backwaren zugesetzt werden.

AGRANA verarbeitet in allen drei Geschäftssegmenten auch agrarische Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau und ist damit einer der größten Bio-Produzenten Europas. Da sich eine relevante Bio-Nachfrage hauptsächlich auf die Märkte Deutschland, Österreich und die USA beschränkt, liegt der Bio-Anteil an AGRANAs Gesamtverkaufsvolumen relativ stabil im einstelligen Prozentbereich.

ÜBER DIE NACHHALTIGKEITSINHALTE IN DIESEM BERICHT

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte

AGRANA veredelte im Geschäftsjahr 2014|15 in den Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht weltweit rund 11,6 Mio. Tonnen agrarische Rohstoffe zu 4,6 Mio. Tonnen hochwertigen Produkten.

Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA im Geschäftsjahr 2012|13 sechs Handlungsfelder entlang der Produktwertschöpfungskette identifiziert, die wesentliche Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte haben:

  • █ Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • █ Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • █ Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • █ Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • █ Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • █ Gesellschaftliches Engagement

Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse haben die Mitglieder des AGRANA-Nachhaltigkeitskernteams sowie die Teilnehmer der sechs Arbeitsgruppen die ökonomische, ökologische und soziale Bedeutung einzelner Nachhaltigkeitsaspekte einerseits für AGRANA und andererseits für ihre Stakeholder-Gruppen eingeschätzt.

Diese Einschätzung erfolgte auf Basis der täglichen Arbeitserfahrungen im jeweiligen Bereich, aufgrund von Feedback von unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen und auch anhand der Ergebnisse einer im Herbst 2014 durchgeführten Kundenzufriedenheitsumfrage, die u.a. Fragen zum Thema Nachhaltigkeit enthielt.

07

KONZERNLAGEBERICHT | KONZERNABSCHLUSS | LAGEBERICHT | JAHRESABSCHLUSS

Formate des AGRANA-Stakeholder-Engagements

Schwerpunkt Lieferanten

  • █ Regelmäßige Beratungsgespräche (Vertragsanbau in allen Segmenten)
  • █ Feldbegehungen und Versuchsbesichtigungen während der Vegetationszeit (in den Segmenten Zucker und Stärke)
  • █ Kontrahierungsveranstaltungen (Vertragsanbau Zuckerrüben und Stärkekartoffeln)
  • █ "Winterversammlungen" (d.h. Informationsveranstaltungen in den Segmenten Zucker und Stärke)
  • █ "Hofgespräche" (d.h. an den Höfen von Vertragslandwirten organisierte Diskussionsrunden mit AGRANA-Vorstand/Rohstoffmanagement und interessierten Landwirten/Lieferanten)
  • █ Programm "Mont Blanc" (Effizienzprogramm für Zuckerrübenanbau mit großem Beratungsund Schulungsanteil)
  • █ Tag für neue Vertragsanbauer (Segment Stärke)
  • █ BetaExpo in Tulln|Österreich (Österreichs größtes landwirtschaftliches Schaufeld mit dem Schwerpunkt der Vermittlung guter landwirtschaftlicher Praxis)
  • █ "Kartoffeltag" in Gmünd|Österreich
  • █ "Oktoberfest" in Aschach|Österreich
  • █ Werksjubiläen (z.B. 75 Jahre Gmünd|Österreich)

Schwerpunkt Kunden

  • █ Persönliche Kundenbesuche
  • █ Messeauftritte
  • █ Kundenzufriedenheitsumfrage

Schwerpunkt Anrainer

  • █ Tage der offenen (Werks-)Tür (weltweit)
  • █ BetaExpo in Tulln|Österreich (Herbsttag)
  • █ "Kartoffeltag" in Gmünd|Österreich
  • █ "Oktoberfest" in Aschach|Österreich
  • █ Werksjubiläen (z.B. 75 Jahre Gmünd|Österreich)
  • █ "Lange Nacht der Forschung" in Pischelsdorf|Österreich

Schwerpunkt Investoren und Medien/ allgemeine Öffentlichkeit

  • █ Laufende Presse- und Investor-Relations-Arbeit
  • █ Pressekonferenzen, Hintergrundgespräche, Roadshows

Externe Relevanz (Kunden und andere Stakeholder-Gruppen)1

AGRANA-WESENTLICHKEITSANALYSE

NACHHALTIGKEITSREPORTING & ZIELE

A TRANSPARENZ █ Kinder-, Zwangs- und
Pflichtarbeit
█ Vereinigungsfreiheit
█ Bewertung der
AGRANA-Standorte
bzgl.Menschenrechte
█ Einbindung
von Stakeholdern
█ Bewertung der Lieferanten
bzgl. Arbeitspraktiken
█ Bewertung der Lieferanten
bzgl. ökologischer Aspekte
█ Verwendete
(agrarische Roh-)Stoffe
█ Compliance
█ Kundengesundheit
und -sicherheit
█ Kundenzufriedenheit
█ Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
█ Bewertung der Lieferanten
bzgl.Menschenrechte
B █ Vielfalt und Chancen
gleichheit
█ Gleichbehandlung
█ Biodiversität
█ Wasser
(AGRANA-Produktion)
█ Abfall inkl. Verpackungs
abfälle (AGRANA-Produktion)
█ Beschwerdeverfahren
bzgl. ökologischer Aspekte
und gesellschaftlicher
Auswirkungen
█ Einbindung lokaler
Gemeinschaften
█ Energieverbrauch
und Emissionen
(AGRANA-Produktion)
█ Beschwerdeverfahren
bzgl. Arbeitspraktiken
und Menschenrechte
█ Aus- und Weiterbildung
STEUERUNG UND
POSITIONIERUNG
C █ Schutz der Privatsphäre
des Kunden
█ Gleicher Lohn für
Frauen und Männer
█ Marketing
█ Transport
█ Arbeitgeber- und
Arbeitnehmerverhältnis
█ Beschäftigung
█ Kennzeichnung von
Produkten
█ Wirtschaftliche Leistung
D █ Verfügbarkeit von
Produkten (für Menschen
mit geringem Einkommen)
█ Rechte der indigenen
Bevölkerung
█ Sicherheitspraktiken
MONITORING MANAGEMENT
D C B A
Legende:
A = hohe Relevanz
B = mittlere Relevanz
C = marginale Relevanz
D = keine Relevanz
Ökonomische,
ökologische, soziale
und ggf. organi
satorische Relevanz
für AGRANA
Priorität 1 – Steuerung
und Positionierung:
Themen, für die Ziele
formuliert werden
auf Basis umfangreicher
Datentransparenz
Priorität 2 – Transparenz:
Themen, für die zentrale
externe Anforderungen
datenseitig erfüllt werden
Priorität 3 – Management:
Themen, die extern kaum
nachgefragt werden
und die intern auf weitere
Verbesserungspotenziale
geprüft werden
Priorität 4 – Monitoring:
Themen, die im Blick
behalten werden, für die
aber vorerst keine
weiteren Maßnahmen
notwendig sind

09

Abgeleitet von dieser Einschätzung der wesentlichen Aspekte berichtet AGRANA in diesem Geschäftsbericht 2014|15 über folgende G4-Indikatoren entlang ihrer Wertschöpfungskette:

Wesentlicher
Aspekt
Eingebracht v.a.
durch folgende
Stakeholder-Gruppe
Inhaltliche
Berichtsgrenze
Management-
ansatz
Berichtete/r
G4-Indikator/en
Bewertung der
Lieferanten bzgl.
Menschenrechts-
aspekte
Kunden/AGRANA Lieferanten
agrarischer
Rohstoffe
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
HR 10
Bewertung der
Lieferanten bzgl.
Arbeitspraktiken
Kunden/AGRANA Lieferanten
agrarischer
Rohstoffe
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
LA 14
Bewertung der
Lieferanten bzgl.
ökologischer Aspekte
Kunden/AGRANA Lieferanten
agrarischer
Rohstoffe
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
EN 32
Biodiversität Kunden/AGRANA V.a.relevant in
AGRANAs vorgelagerter
Wertschöpfungskette
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
EN 13
Verwendete Stoffe Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Verarbeitete
agrarische Rohstoffe
AGRANA-Umweltpolitik;
AGRANA-Grundsätze
zur Beschaffung
agrarischer Rohstoffe
und Vorprodukte
EN 1
Energieeinsatz Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Energieeinsatz
(Scope 1+2) in der
AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 5
EN 6
Emissionen Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Emissionen
(Scope 1+2) aus der
AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 18
EN 19
Wasser Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Wassernutzung und
Abwasser im Rahmen
der AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 8
EN 22
Abfall Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Abfall aus der
AGRANA-Produktion
AGRANA-Umweltpolitik EN 23
Beschwerdeverfahren
bzgl. ökologischer
Aspekte
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Beschwerden
zu Umweltaspekten
Beschwerdebezogene
Bearbeitung am
jeweiligen Standort
EN 34
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
V.a. AGRANA AGRANA-
Zero Accident Policy
LA 6
Aus- und Weiterbildung V.a. AGRANA AGRANA-
Policy on Training
LA 9
Vielfalt und
Chancengleichheit
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Verhaltenskodex LA 12

Wesentlicher Eingebracht v.a. Inhaltliche Management- Berichtete/r
Aspekt durch folgende
Stakeholder-Gruppe
Berichtsgrenze ansatz G4-Indikator/en
Bewertung des
Unternehmens bzgl.
Menschenrechte
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
Mitgliedschaft bei SEDEX
(+ SMETA-Audits)
HR 9
Beschwerdeverfahren
bzgl. Arbeitspraktiken
und Menschenrechte
AGRANA-Mitarbeiter AGRANA-Verhaltenskodex;
AGRANA-HR-Strategie
LA 16
HR 12
Kinder-, Zwangs-
und Pflichtarbeit
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Verhaltenskodex HR 5
HR 6
Vereinigungsfreiheit Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Verhaltenskodex HR 4
Konsumenten-
sicherheit und
-gesundheit
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-Qualitätsleitbild PR 4
Kundenzufriedenheit AGRANA/Kunden AGRANA-Qualitätsleitbild PR 5
Stakeholder-
Engagement
Alle Stakeholder AGRANA-
Unternehmensleitbild;
AGRANA-Verhaltenskodex
Standard
angabe
Lokales
gesellschaftliches
Engagement
Mehrere
Stakeholder-Gruppen
AGRANA-
Unternehmensleitbild;
3 Leitsätze zur Nachhaltigkeit
SO 1
Compliance AGRANA und mehrere
Stakeholder-Gruppen
Alle vorab
genannten Dokumente
SO 3
SO 4
SO 5

Organisatorische Berichtsgrenzen

Grundsätzlich umfassen die in diesem Geschäftsbericht 2014|15 integrierten und mit dem grünen Fingerabdruck gekennzeichneten Nachhaltigkeitsinformationen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit. Diese für AGRANAs Geschäftstätigkeit wesentlichen Daten wurden nach den Vorgaben der Global Reporting Initiative (Version G4; "in accordance CORE") erstellt.

Aus organisatorischen Gründen sind in den Nachhaltigkeitsdaten die nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen des AGRANA-Konzerns, die AGRANA-STUDEN-Gruppe (Segment Zucker) sowie die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) nicht enthalten. Daneben wurden die Daten der INSTANTINA (Segment Zucker) nicht integriert.

Inhaltliche Berichtsgrenzen

(1) Bewertung von Lieferanten bezüglich Menschenrechtsaspekten, Arbeitspraktiken und ökologischen Aspekten

Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, beschränkt AGRANA ihre Berichterstattung auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B.tiefgefrorene Fruchtstücke).

(2) Biodiversität

Als Veredler landwirtschaftlicher Rohstoffe ist AGRANA auf die Verfügbarkeit dieser und damit auf die Funktionsfähigkeit lokaler Ökosysteme angewiesen. Aus diesem Grund stellt Biodiversität für AGRANA v.a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt dar. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht.

12 (3) Energieeinsatz und Emissionen

Da AGRANA organische Ausgangsstoffe wie Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln und Früchte verarbeitet, deren Menge, Zucker- und Stärkegehalt bzw.Qualität aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren in der Vegetations- und Ernteperiode jährlichen Schwankungen unterliegt, und damit bzw. darüber hinaus das pro Standort erzeugte Produktmengenportfolio sowie der damit verbundene Energieeinsatz variiert, ist die Darstellung von absoluten Gesamtenergieeinsätzen bzw.-emissionen nicht aussagekräftig.

AGRANA berichtet daher ausschließlich Energie- und Emissionsintensität pro Tonne erzeugtem Produkt (Hauptund Nebenprodukte). Einsparungen aufgrund umgesetzter Energieeffizienz- bzw. Emissionsreduktionsmaßnahmen werden als Gesamteinsparungen auf absoluter Basis und prozentueller Basis pro Tonne Produkt berichtet.

AGRANA beschränkt ihre Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen auf den eigenen Produktionsbereich und jeweils auf Scope 1 und Scope 2, da die Datenverfügbarkeit zum Scope 3-Energieeinsatz sehr eingeschränkt ist bzw. Scope 3 teilweise auch im Vergleich zu den großen Energie- und Emissionseinträgen in den Carbon Footprint durch die AGRANA-Produktion vernachlässigbar ist (z.B.Geschäftsreisen).

(4) Wasser- und Abwasser

AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Kennzahlen zur Wassernutzung in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe, sind aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit und -verlässlichkeit nicht für alle eingesetzten Rohstoffe weltweit vorhanden und werden daher nicht berichtet.

Wasser, die global gesehen vielleicht bedeutendste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Die Nutzung und Ableitung von Wasser erfolgt an allen Standorten auf nachhaltige Art und Weise. AGRANA nutzt vielfach das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen.

So wird z.B. ein großer Teil des Wassers, das eine Zuckerfabrik benötigt, schon mit dem Rohstoff, der Rübe, in die Fabrik gebracht. Zuckerrüben bestehen zu ca. 75% aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Schnitzeln verwendet als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben. Das eingesetzte Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. Ähnliches gilt auch für die Saftkonzentratproduktion aus Äpfeln, die ca. 86% Wasser enthalten.

(5) Abfall

Für AGRANA sind die von ihr eingesetzten agrarischen Rohstoffe viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem konzernweiten "Prinzip der vollständigen Verwertung" trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v.a. in den Segmenten Zucker und Stärke durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v.a. Futterund Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits finden dadurch wichtige Mineralund Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.

Leider sind die von AGRANA als Nebenprodukte vertriebenen oder kostenfrei abgegebenen Futter- und Düngemittel aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen in einigen Ländern als Abfall zu deklarieren. AGRANA berichtet diese Mengen als Abfall, weist aber in ihrer Kommentierung auf deren nachhaltige weitere Verwendung in Tierhaltung oder Landwirtschaft hin.

ERTRAGS-, FINANZ-UND VERMÖGENSLAGE

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014|15 (1.März 2014 bis 28. Februar 2015) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

ERSTMALIGE ANWENDUNG VON IFRS 11 (GEMEINSCHAFTLICHE VEREINBARUNGEN)

Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) werden die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe (Segment Zucker) und der HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) seit Beginn des Geschäftsjahres 2014|15 nach der Equity-Methode einbezogen. Die Vorschrift war retrospektiv anzuwenden, weshalb die Zahlen des Vorjahres (2013|14) entsprechend angepasst wurden. Einzelheiten zu den Auswirkungen sowie Ausweisänderungen sind im Konzernanhang unter "Anpassungen gemäß IAS 8" (siehe Seite 76ff) erläutert.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Im Geschäftsjahr 2014|15 gab es im Konzern vier Abgänge aus Verschmelzungen, u.a.wurde die AGRANA Bioethanol GmbH, Wien, auf die AGRANA Stärke GmbH, Wien, verschmolzen, und drei Zugänge aus Erstkonsolidierungen.

Insgesamt wurden 63 Unternehmen in der Vollkonsolidierung (Ende des Geschäftsjahres 2013|14: 64 Unternehmen) und 11 Unternehmen (Ende des Geschäftsjahres 2013|14: 12 Unternehmen) nach der Equity-Methode einbezogen.

UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2014 15 2013 141 Veränderung
(verkürzt) % / pp
Umsatzerlöse t€ 2.493.512 2.841.716 –12,3%
EBITDA2 t€ 181.916 214.255 –15,1%
Operatives Ergebnis t€ 102.017 134.601 –24,2%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 25.372 28.392 –10,6%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ –5.670 3.891 –245,7%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 121.719 166.884 –27,1%
EBIT-Marge % 4,9 5,9 –1,0 pp
Finanzergebnis t€ –5.240 –30.202 82,7%
Ertragsteuern t€ –31.901 –29.700 –7,4%
Konzernergebnis t€ 84.578 106.982 –20,9%
Ergebnis je Aktie 5,70 7,40 –23,0%

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe gingen im Geschäftsjahr 2014|15 v.a. aufgrund niedrigerer Verkaufspreise um 12,3% auf 2.493,5 Mio. € zurück. Der Umsatz im Segment Stärke (700,1 Mio. €; –0,9%) lag annähernd auf Vorjahresniveau, die niedrigeren Erlöse in den Segmenten Zucker (731,1 Mio. €; –24,1%) und Frucht (1.062,3 Mio. €; –9,4%) waren zum größten Teil auf ein gesunkenes Verkaufspreisniveau zurückzuführen.

13

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 76ff.

2 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

Etwas mehr als 50% des Konzernumsatzes wurde von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) lag mit 121,7 Mio. € um 27,1% unter dem Wert des Vorjahres (166,9 Mio. €). Während im Segment Stärke das EBIT (54,1 Mio. €; +0,4%) geringfügig verbessert werden konnte, wies das Segment Zucker (9,0 Mio. €; –81,7%) aufgrund der schwierigen Zuckermarktbedingungen wie erwartet einen sehr deutlichen Ergebnisrückgang aus. Das dort erzielte Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von +1,0 Mio. € resultierte aus Rückerstattungen in Zusammenhang mit der EU-Produktionsabgabe. Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –6,7 Mio. € belastete das EBIT im Geschäftsfeld Frucht. Nähere Details zu diesen einmaligen Aufwendungen in Zusammenhang mit der Standortkonzentration der Fruchtzubereitungsproduktion in Österreich und Restrukturierungen im Dirafrost-Geschäft sind im Segmentbericht angeführt. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit der Frucht (58,6 Mio. €) ging letztlich um 8,2% moderat zurück.

Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2014|15 –5,2 Mio. € (Vorjahr: –30,2 Mio. €), wobei die deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr primär auf ein positives Währungsergebnis (Vorjahr: Währungsverluste) zurückzuführen war (Veränderung: +25,6 Mio. €). Auch das Zinsergebnis veränderte sich um +3,2 Mio. €. Ausschlaggebend dafür waren der wegen des reduzierten Working Capital niedrigere Finanzierungsbedarf sowie das weiter gesunkene Zinsniveau.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern ging von 136,7 Mio. € im Vorjahr auf 116,5 Mio. € zurück. Nach einem Steueraufwand von 31,9 Mio. €, der einer Steuerquote von 27,4% (Vorjahr: 21,7%) entspricht, betrug das Konzernergebnis 84,6 (Vorjahr: 107,0) Mio. €. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei 80,9 (Vorjahr: 105,2) Mio. €, das Ergebnis je Aktie sank auf 5,70 (Vorjahr: 7,40) €.

INVESTITIONEN

In Geschäftsjahr 2014|15 investierte AGRANA in Summe 91,2 Mio. €, das sind um 38,7 Mio. € weniger als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

Investitionen1 2014 15 2013 142 Veränderung
% / pp
Segment Zucker t€ 34.476 43.117 –20,0%
Segment Stärke t€ 13.743 35.025 –60,8%
Segment Frucht t€ 42.990 51.814 –17,0%
Konzern t€ 91.209 129.956 –29,8%
Abschreibungen t€ 80.065 79.654 0,5%
Investitionsdeckung % 113,9 163,2 –49,3 pp

Die Investitionsschwerpunkte lagen im Segment Zucker in den Bereichen Abpackung und Lagerung und im Segment Stärke im Ausbau der Veredelungstiefe. Das neue Fruchtzubereitungswerk in Lysander im Bundesstaat New York|USA war der größte CAPEX-Block im Segment Frucht. Das Investitionsvolumen des Konzerns lag in Summe um rund 14% über dem Abschreibungsniveau. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Segmente sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.

Investitionen nach Segmenten 2014|15

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

2 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 76ff.

16 CASHFLOW

Konzern-Geldflussrechnung (verkürzt) 2014 15 2013 141 Veränderung
%
Cashflow aus dem Ergebnis t€ 168.568 186.114 –9,4%
Verluste/Gewinne aus Anlagenabgängen t€ 63 –1.066 105,9%
Veränderungen des Working Capital t€ 58.662 98.847 –40,7%
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit t€ 227.293 283.895 –19,9%
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ –87.124 –126.466 31,1%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ –78.322 –139.127 43,7%
Veränderungen des Finanzmittelbestandes t€ 61.847 18.302 237,9%
Einfluss von Wechselkursänderungen
auf den Finanzmittelbestand t€ –3.885 –8.894 56,3%
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode t€ 135.856 126.448 7,4%
Finanzmittelbestand am Ende der Periode t€ 193.818 135.856 42,7%
Free Cashflow2 t€ 140.169 157.429 –11,0%

Der Cashflow aus dem Ergebnis sank im Geschäftsjahr 2014|15 v.a. aufgrund der schwächeren EBIT-Entwicklung um 9,4% auf 168,6 Mio. €. Nach einem schwächeren Abbau des Working Capital um 58,7 (Vorjahr: 98,8) Mio. € betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 227,3 (Vorjahr: 283,9) Mio. €. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug nach niedrigeren Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte –87,1 (Vorjahr: –126,5) Mio. €. Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von –78,3 (Vorjahr: –139,1) Mio. € spiegelt sich v.a. die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2013|14 wider. Der Free Cashflow ging gegenüber dem Vorjahr um 11,0% zurück.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Konzern-Bilanz (verkürzt) 2014 15 2013 141 Veränderung
% / pp
Langfristige Vermögenswerte t€ 1.136.643 1.104.492 2,9%
Kurzfristige Vermögenswerte t€ 1.270.244 1.287.726 –1,4%
Summe Aktiva t€ 2.406.887 2.392.218 0,6%
Eigenkapital t€ 1.194.420 1.190.988 0,3%
Langfristige Schulden t€ 418.064 412.514 1,3%
Kurzfristige Schulden t€ 794.403 788.716 0,7%
Summe Passiva t€ 2.406.887 2.392.218 0,6%
Nettofinanzschulden t€ 330.283 386.798 –14,6%
Gearing3 % 27,7 32,5 –4,8 pp
Eigenkapitalquote % 49,6 49,8 –0,2 pp

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2015 überstieg mit 2.406,9 Mio. € um 14,7 Mio. € den Wert des Vorjahres. Vor allem die über Abschreibungsniveau liegenden Investitionen und die Veränderung bei den nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen führten zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte um 32,2 Mio. €. Während die Zahlungsmittel

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 76ff.

2 Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit

3 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)

und Zahlungsmitteläquivalente markant stiegen (+58,0 Mio. €), sanken die Vorräte mengenund preisbedingt (–60,1 Mio. €), was in Summe zu einer leichten Reduzierung der kurzfristigen Vermögenswerte führte.

Die AGRANA-Eigenkapitalquote blieb mit 49,6% gegenüber dem Vorjahr (49,8%) nahezu unverändert. Auf der Passivseite erhöhten sich die langfristigen Schulden leicht, v.a. durch den Anstieg der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen (+13,6 Mio. €). Die kurzfristigen Schulden blieben trotz etwas höherer kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen nahezu konstant.

Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2015 lagen mit 330,3 Mio. € um 56,5 Mio. € deutlich unter dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2013|14. Das Gearing zum Stichtag war folglich mit 27,7% wesentlich geringer als zum 28. Februar 2014 (32,5%).

Nettofinanzschulden und Gearing

Die AGRANA-Gruppe hat in den vergangenen Monaten die günstigen Marktbedingungen am Finanzmarkt genutzt und die Refinanzierungsbasis des Unternehmens langfristig weiter abgesichert. Ein Ende 2012 abgeschlossener "Syndicated Loan" (Konsortialkredit; Finanzierungslinie für das Working Capital) über 300 Mio. € wurde mit den bestehenden Banken im Juli 2014 vorzeitig um fünf Jahre (bis 2019) zur Sicherung der strategischen und langfristigen Finanzierung des Konzerns verlängert. Ebenso wurde im Oktober 2014 der variabel verzinste Teil des im Jahr 2012 platzierten Schuldscheindarlehens (74 Mio. € von 110 Mio. €) gekündigt und neu aufgelegt. Aufgrund der hohen Überzeichnung hat AGRANA den Betrag auf 90 Mio. € (insgesamt nunmehr 126 Mio. €) aufgestockt.

18 GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER EINZELNEN SEGMENTE

Im Geschäftsjahr 2014|15 gingen die Umsatzerlöse im Segment Zucker deutlich um 24,1% auf 731,1 Mio. € zurück. Vor allem stark gesunkene Verkaufspreise, aber auch rückläufige Zuckerverkaufsmengen an die Industrie und im Nicht-Quotenzuckerbereich, waren dafür verantwortlich. Im Geschäft mit dem Groß- und Einzelhandel konnte die führende Position mit hohen Quotenzuckerabsätzen und gutem Service weiter gefestigt werden. Die Umsätze bei den Nebenprodukten stiegen moderat. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 29,3% (Vorjahr: 33,9%).

Auch das EBIT lag mit 9,0 Mio. € erwartungsgemäß sehr deutlich unter dem Vorjahreswert. Wesentlicher negativer Einflussfaktor waren die massiv gefallenen Zuckerverkaufspreise, die auch durch gesunkene Rohstoffkosten (v.a. für Rohzucker) nicht kompensiert werden konnten. Auch die Ergebnisentwicklung bei den Nebenprodukten (Trockenschnitzel und Melasse) zeigte eine rückläufige Tendenz; aufgrund gesunkener Verkaufspreise erreichten die dadurch erwirtschafteten zusätzlichen Deckungsbeiträge nicht das Niveau des Vorjahres. Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von +1,0 Mio. €, das aus Rückerstattungen in Zusammenhang mit der EU-Produktionsabgabe resultierte, hatte einen geringfügig positiven Effekt auf das EBIT.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 20f) angeführt.

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2014|15 lag mit 700,1 Mio. € um 0,9% geringfügig unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang resultierte v.a. aus niedrigeren Verkaufspreisen für Bioethanol, native Stärken und Stärkeverzuckerungsprodukte. Dieser konnte durch höhere Absatzmengen, u.a. aus der auf Volllast laufenden Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf|Österreich,

nahezu kompensiert werden. Die Verkaufspreise für Nebenprodukte blieben gegenüber dem Vorjahr bei einem gestiegenen Anteil an hochpreisigen Proteinen stabil. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 28,1% (Vorjahr: 24,9%).

Das EBIT lag mit 54,1 Mio. € um 0,4% geringfügig über dem Vorjahreswert. Die Umsatzrückgänge aufgrund niedrigerer Verkaufspreise konnten durch gesunkene Rohstoff- und Energiepreise sowie durch höhere Absatzmengen, insbesondere aus der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf, ausgeglichen werden. Die Profitabilität (EBIT-Marge) stieg geringfügig auf 7,7% (Vorjahr: 7,6%). Der Ergebnisbeitrag zum Segment-EBIT des nunmehr nach der Equity-Methode einbezogenen Tochterunternehmens HUNGRANA lag moderat unter dem Vorjahr.

Umsatzerlöse im Segment Frucht Mio. € 2013|14 1.172,1 1.062,3 2014|15 EBIT im Segment Frucht Mio. € 2013|14 63,8 58,6 2014|15

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 27) angeführt.

Der Umsatz im Segment Frucht ging im Geschäftsjahr 2014|15 um 9,4% auf 1.062,3 Mio. € zurück. Bei Fruchtzubereitungen lag der Absatz leicht unter Vorjahresniveau, größtenteils resultierte der Umsatzrückgang um rund 3% jedoch aus Fremdwährungseffekten. Die um knapp ein Viertel geringeren Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate waren v.a. auf stark gesunkene Verkaufspreise bei Apfelsaftkonzentrat, aber auch ein niedrigeres Absatzvolumen zurückzuführen. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 42,6% (Vorjahr: 41,2%).

Das Segment-EBIT betrug 58,6 Mio. € und lag damit um 8,2% unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate war verkaufspreisbedingt in absoluten Zahlen rückläufig, die Marge konnte aber konstant gehalten werden. Bei Fruchtzubereitungen beeinflusste ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –6,7 Mio. €, v.a. für die Schließungskosten des Werkes Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich und dessen Produktionsverlagerung nach Gleisdorf|Österreich, das Ergebnis der Betriebstätigkeit negativ. Dennoch lag das operative Ergebnis im Segment Frucht insgesamt auf Vorjahresniveau.

Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 32f) angeführt.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2015 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

SEGMENT ZUCKER

20 Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) werden die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe seit Beginn des Geschäftsjahres 2014|15 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Segment Zucker 2014 15 2013 141 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 812.265 1.049.780 –22,6%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –81.127 –86.900 6,6%
Umsatzerlöse t€ 731.138 962.880 –24,1%
EBITDA2 t€ 29.355 64.197 –54,3%
Operatives Ergebnis t€ 9.699 45.423 –78,6%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ –1.721 –933 –84,5%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 1.002 4.677 –78,6%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 8.980 49.167 –81,7%
EBIT-Marge % 1,2 5,1 –3,9 pp
Investitionen3 t€ 34.476 43.117 –20,0%
Mitarbeiter 2.326 2.276 2,2%

Der Gesamtabsatz der Zuckerprodukte ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, wobei sich die jeweiligen Produktgruppen unterschiedlich entwickelten. Während der Absatz des Retail-Quotenzuckers stabil geblieben ist, verzeichnete der an die Getränke- und Lebensmittelindustrie verkaufte Quotenzucker, v.a. in Österreich (–8%), einen deutlichen Rückgang. Dieser war einerseits durch einen wetterbedingten Minderabsatz an die Getränkeindustrie und andererseits durch die allgemein schwierige Marktsituation bedingt. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie wies einen Rückgang um 44% auf, dagegen stieg der Absatz außerhalb der EU um 25%.

Die Ergebnisentwicklung war in allen Produktgruppen durch fallende Preise beeinflusst. Der größte Rückgang lag bei den Preisen im Groß- und Einzelhandel. Der Preisverfall war in allen Ländern spürbar.

Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, wirkte sich negativ auf das EBIT des Segmentes Zucker aus, was im Wesentlichen auf die niedrigen Verkaufspreise in der Westbalkan-Region aufgrund des Mengenund Preisdruckes aus Serbien und die Unterauslastung der Raffinerie in Bosnien-Herzegowina zurückzuführen war.

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C

Produkte Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futterund Düngemittel)

Verarbeitete Rohstoffe Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)

Hauptmärkte Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien-Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien

Abnehmer Weiterverarbeitende Industrien (v.a. Süßwaren-, Getränkeund Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher)

Besondere Stärken Hoher Qualitätsstandard der Produkte; auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment

Saatgut, Services etc.)

2 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

3 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 76ff.

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2013 ein EuGH-Urteil umgesetzt, demzufolge die europäische Zuckerwirtschaft von der EU zu Unrecht eingehobene Beiträge aus der sogenannten Produktionsabgabe zurückerhält. Aus diesem Titel wurden AGRANA bereits im Vorjahr 4,7 Mio. € und im Geschäftsjahr 2014|15 ein Restbetrag von 1,0 Mio. € rückerstattet.

MARKTUMFELD

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnet in der zweiten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 17. Februar 2015 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2014|15 (Oktober 2014 bis September 2015) mit einer nochmals gesunkenen weltweiten Zuckerproduktion und einem weiteren Wachstum beim Verbrauch. Diese Schätzung geht von einer ausgeglichenen Bilanz aus. Dies wäre das erste Mal seit dem ZWJ 2009|10. Durch die in den vergangenen Jahren aufgebauten hohen Lagerstände dürfte sich dies jedoch nur moderat auf den Weltmarktpreis auswirken.

Weltzuckerbilanz1
Mio. Tonnen
2014 15 2013 14 2012 13
Anfangsbestand 76,8 72,2 64,5
Erzeugung 179,7 181,9 184,3
Verbrauch –179,8 –176,5 –173,0
Mengen
berichtigungen –1,0 –0,8 –3,6
Endbestand 75,7 76,8 72,2
in % des Verbrauches 42,1 43,5 41,7

Der Abwärtstrend am Weltzuckermarkt, der seit Juni 2014 zu erkennen ist, brachte bei den Notierungen Tiefststände, die bei Weißzucker seit 2009 und bei Rohzucker seit 2010 nicht mehr gesehen wurden. Der Weltmarktpreis befand sich am Ende des Berichtszeitraums (28. Februar 2015) bei 372 \$ (332 €) bzw. 307 \$ (274 €) je Tonne für Weißbzw. Rohzucker.

Die Produktionsländer mit maßgeblichem Einfluss auf den Weltmarkt, Brasilien und Indien, sehen guten Ernten entgegen. Während eine Trockenheit in den Hauptanbaugebieten Brasiliens im Jänner die Ernteerwartungen drückte, konnte ergiebiger Regenfall im Februar diese wieder normalisieren, sodass mit einer erneut guten Ernte gerechnet werden kann. Indien erwartet auf dem heimischen Markt für diese Ernte eine positive Bilanz, weshalb Überschüsse auf dem Weltmarkt platziert werden sollen. Hierzu wurde eine Exportsubvention eingeführt, die auch bei niedrigen Weltmarktpreisen einen Export für indische Produzenten attraktiv machen sollte.

Der starke US-Dollar sowie der relativ niedrige Ölpreis hinterlassen ebenfalls ihre Spuren. Der niedrige Preis für Öl als Konkurrenzprodukt von Ethanol hemmt die Produktion von Ethanol und somit entscheiden sich die Produzenten für einen höheren Anteil Zucker im Produktionsprogramm. Dies gilt vor allem für Brasilien, wo der Wechsel zwischen den beiden Produkten schnell bewerkstelligt werden kann. Der starke US-Dollar, vor allem gegenüber dem brasilianischen Real, federt die niedrigen Weltmarktpreise (in US-Dollar) in der Landeswährung ab und macht daher Zuckerexporte auch bei niedrigem Weltmarktniveau ökonomisch sinnvoll.

22 EU-Zuckermarkt

Für das angelaufene ZWJ 2014|15 wird bei insgesamt steigenden Ernteerwartungen beim europäischen Rübenzucker mit einer stabilen Erfüllung der EU-Zuckerquote gerechnet. Das Analyseunternehmen F.O. Licht rechnet in seiner zweiten Produktionsschätzung vom 22.Dezember 2014 für das ZWJ 2014|15 mit einer EU-Produktion von 19,2 (Vorjahr: 16,8) Mio. Tonnen. Durch die gesunkenen Zuckerpreise in der EU ist zu erwarten, dass die Präferenzimporte zurückgehen. Ein erstes Indiz hierfür war das Ausbleiben der Beantragungen für CXL-Importlizenzen im September und Oktober 2014.

Die Europäische Kommission hat im ZWJ 2014|15 für europäischen Nicht-Quotenzucker Exportkontingente in Höhe von 1,35 Mio. Tonnen freigegeben (dies entspricht dem Exportlimit der World Trade Organisation, WTO).

Industrie und Groß- und Einzelhandel (Retail)

In den Bereichen Industrie- und Retailkunden setzt AGRANA weiterhin auf eine Festigung bzw. den Ausbau vorhandener Marktanteile. Ziel ist es, in Zukunft die Position als präferierter Partner der zum Teil seit vielen Jahren bestehenden Kunden zu halten.

Im Retailbereich steht in allen Ländern die Intensivierung und Fortsetzung der bisherigen Markenpolitik sowie insbesondere in den osteuropäischen Ländern die Stärkung des Spezialitätensortimentes im Fokus.

Bei den Industriekunden ist weiterhin eine Konsolidierung und Internationalisierung großer Abnehmer zu beobachten. AGRANA zeigt sich hier auf lokaler und internationaler Ebene als verlässlicher Partner.

EU-Zuckerpolitik

Nach dem Auslaufen der Zucker- und Isoglukosequoten und der Regelungen betreffend Rübenmindestpreis zum 30. September 2017 sieht die neue Marktordnung für den Binnenmarkt neben einer unveränderten Referenzpreisschwelle für Weißzucker von 404 € je Tonne die Möglichkeit einer staatlich finanzierten privaten Lagerhaltung und eine fortgesetzte Vertragspflicht zwischen Rübenanbauern und Zuckerindustrie vor. Die Konsequenz ist, dass die Mengen- und Preisvolatilitäten des Weltmarktes stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt durchschlagen werden.

Der Außenschutz des EU-Zuckermarktes gegenüber Drittländern ist von der Änderung der Marktordnung nicht betroffen. AGRANA erwartet darüber hinaus, dass die Zuckerexporte nach Wegfall der Quoten zukünftig keiner Mengenbegrenzung mehr unterliegen, weil dann Quoten und Mindestrübenpreis als (ordnungspolitische) Grundlage für das WTO-Exportlimit entfallen.

Außenhandel Zucker

Im Juli 2013 wurden zwischen der Europäischen Union und den USA Gespräche über ein Freihandelsabkommen (TTIP1) aufgenommen, dessen Ziel eine weitgehende Marktliberalisierung ist. Sowohl die EU als auch die USA sind Nettoimportländer. In den bisher stattgefundenen Verhandlungsrunden zwischen der EU-Kommission und den USA wurde Zucker bisher nicht explizit thematisiert.

ROHSTOFF UND PRODUKTION

Die Zuckerrübenerntefläche der AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2014|15 rund 98.000 (Vorjahr: 102.000) Hektar, wobei etwas mehr als 600 Hektar in Österreich für den biologischen Anbau verwendet wurden. Trotz dieser Rücknahme der Kontraktflächen sind aufgrund der sehr guten Witterungs- und Vegetationsbedingungen und der damit verbundenen überdurchschnittlichen Rübenerträge in allen Ländern überdurchschnittliche Rübenernten erzielt worden. Insgesamt hat AGRANA eine Rübenmenge von rund 7,7 (Vorjahr: 6,2) Mio. Tonnen verarbeitet. Aufgrund der Witterung vor und während der Erntephase bzw. auch aufgrund der vergleichsweise langen Lagerdauer der Rüben ist der Zuckergehalt der Ernte 2014 mit 15,2% (Vorjahr: 17,1%) als unterdurchschnittlich einzustufen.

Die sieben AGRANA-Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 48.400 (Vorjahr: 50.500) Tonnen Rüben. In durchschnittlich 164 (Vorjahr: 125) Tagen pro Werk wurden daraus rund 999.000 (Vorjahr: 953.000) Tonnen Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen und übertraf auch die Vorjahresmenge um ca. 4,8%. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder auf den Weltmarkt exportiert. Im Geschäftsjahr 2014|15 raffinierte AGRANA rund 277.500 (Vorjahr: 274.700) Tonnen Weißwert aus Rohzucker. Weiters produzierte das Unternehmen in der vergangenen Bio-Rübenkampagne rund 4.200 (Vorjahr: rund 3.900) Tonnen Bio-Zucker.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette Im Segment Zucker erfolgten im Geschäftsjahr 2014|15 einige Schritte zur Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte.

AGRANA bezieht Zuckerrüben ausschließlich von Vertragslandwirten in EU-Ländern. Dies gibt AGRANA seit vielen Jahren die Möglichkeit, sehr eng mit ihren Zuckerrübenlieferanten zusammenzuarbeiten und so gemeinsam den Einsatz guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP) und fairer Arbeitsbedingungen, wie in ihren Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe festgeschrieben, sicherzustellen und zu dokumentieren.

Im Berichtsjahr wurde u.a. das Programm "Mont Blanc" weitergeführt. Das im Geschäftsjahr 2012|13 gestartete Effizienzsteigerungsprogramm mit dem Ziel der Erhöhung des Zuckerertrages pro Hektar um bis zu 20% bis 2017 unterstützt Nachhaltigkeitsbestrebungen durch ressourcenschonenden Betriebsmitteleinsatz zum Vorteil von Landwirt, Umwelt und Gesellschaft. Der konsequenten Förderung von GLP wurde im Geschäftsjahr 2014|15 mit dem Schwerpunkt Pflanzenschutzmitteltechnik Rechnung getragen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stellt nicht nur einen ökonomisch, sondern auch ökologisch und sozial relevanten Nachhaltigkeitsfaktor dar. Die gezielte und optimale Anwendung ist im Interesse aller Beteiligten. Eine Spezialausgabe des AGRANA-Fachmagazins "Agrozucker/Agrostärke" bot den Landwirten umfassende Informationen zu diesem Thema. Daneben konnten sie sich bei einem der 62 Demonstrationsbetriebe im gesamten Anbaugebiet Beispiele des Einsatzes von GLP als Anregung für das eigene Unternehmen ansehen. Eine gezielte Auswahl an Schaufeldern, Feldbegehungen während der Vegetationsperiode sowie eine Vielzahl von Feldversuchen, deren Ergebnisse systematisch zusammengefasst und allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden, sollten den Blick für Verbesserungsmöglichkeiten schärfen. Daneben konnten Vertragslandwirte auch von Investitionsanreizen, wie z.B. einer Aktion zum Austausch herkömmlicher Düsen gegen spezielle Doppelflachstrahldüsen für die effiziente Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, profitieren.

Durch die Teilnahme vieler EU-Landwirte am EU-"Cross Compliance-Programm" sowie die seit Jahren durch das AGRANA-Kulturberaternetzwerk durchgeführten Beratungen zu GLP und der so gemeinsam erarbeitete hohe Produk-

tionsstandard sollten vielen von AGRANAs Zuckerrübenlieferbetrieben gute Ergebnisse bei der im Geschäftsjahr 2015|16 geplanten Teilnahme am Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) sichern (Details im Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 39).

AGRANA raffiniert an einigen Produktionsstandorten im Segment Zucker ausschließlich oder zusätzlich zur Rübenverarbeitung Rohzucker aus Zuckerrohr zu Weißzucker. Für die Versorgung ihrer Rohzuckerraffinerien in der EU (Rumänien, Ungarn) bezieht AGRANA Rohzucker aus den Least Developed Countries1, die Rohzuckerraffinerie in Brčko| Bosnien-Herzegowina wird mit Rohzucker vom Weltmarkt, v.a. aus Brasilien, versorgt. Um auch für das Vorprodukt Rohzucker eine nachhaltige vorgelagerte Lieferkette sicherstellen zu können, ist AGRANA seit Juli 2014 Mitglied bei Bonsucro. Diese Mitgliedschaft ermöglicht es AGRANA, Bonsucro-nachhaltigkeitszertifizierten Rohzucker aus Zuckerrohr zu beziehen. Um ihren Kunden ein sogenanntes Bonsucro "Chain of Custody"-Zertifikat anbieten zu können, wurden im Dezember 2014 alle AGRANA-Raffinationsstandorte im Rahmen einer Bonsucro-Gruppenzertifizierung erfolgreich auditiert. Das "Chain of Custody"-Zertifikat erlaubt AGRANA-Kunden, das Bonsucro-Logo auf ihren Produkten zu führen.

Biodiversität in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Im Rahmen des von AGRANA angebotenen Beratungsprogramms standen interessierten Landwirten im Geschäftsjahr 2014|15 auch Seminare zum Thema "Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung" zur Verfügung, welche auch für ÖPUL2 angerechnet werden und sehr gut besucht waren.

Darüber hinaus entwickelte die Österreichische Rübensamenzucht GmbH, ein Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, im Geschäftsjahr 2014|15 eine blühende Saatmischung als Alternative zu anderen Zwischenfrüchten v.a. zur Anwendung auf Rübenfeldern. Die neue Mischung überzeugt durch eine Vielzahl an Vorteilen für Boden und Biodiversität bei gleichzeitig hohem (arbeits-)ökonomischem Nutzen für die Landwirte durch die Reduktion von Bearbeitungsschritten im Frühjahr. Sie lockert den Boden, mobilisiert Nährstoffe, aktiviert das Bodenleben und erhöht die Biodiversität am Feld. Zusätzlich ergeben die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienen-

1 Der von den Vereinten Nationen definierte Begriff "Least Developed Countries" (am wenigsten entwickelte Länder)

umfasst eine Gruppe von 48 Ländern weltweit mit einem besonders niedrigen sozioökonomischen Status.

24 weide sowie ein wunderschönes Landschaftsbild. Diese Begrünungs-Innovation, die auch von der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative ausgezeichnet wurde, wird ebenfalls im Rahmen der Beratungsprogramme vorgestellt.

Transport

Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Zuckerprodukten je nach Berechnungsmethode und Land nur einen vergleichsweise geringen Einfluss von 5% bis 10% auf den Carbon Footprint von Zucker hat, versucht AGRANA trotzdem auch Transporte so weit wie infrastrukturell und wirtschaftlich möglich nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet wurden in der Verarbeitungssaison 2014|15 rund 40% der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte in Österreich mit rund 55% am höchsten lag.

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (d.h.Haupt- und Nebenprodukte) stieg im Segment Zucker im Berichtsjahr 2014|15 gegenüber dem Vorjahr um rund 5,9%. Dies lag v.a. am niedrigeren Zuckergehalt von durchschnittlich 15,2% (Vorjahr: 17,1%). Daneben hatte die außerordentlich lange Lagerdauer der Rüben bis zur Verarbeitung eine starke Verschlechterung der Saftreinheit zur Folge und beeinflusste damit den Energieverbrauch ebenfalls negativ.

Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt sank im Gegenzug um rund 3,9%. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt stiegen in der Berichtsperiode dagegen um rund 20% gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik auf Seite 25). Grund für diesen außerordentlichen Anstieg war die extrem lange Kampagne in den mit emissionsintensiveren Brennstoffen betriebenen Werken in Opava|Tschechien und Sereď|Slowakei. In Sereď trug zusätzlich der Ausfall einer Stufe der Verdampfstation zu dieser überproportionalen Erhöhung der spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz gegenüber dem Vorjahr bei.

In der energieintensiven Veredelung im Segment Zucker stand im Umwelt- und Energiebereich im Geschäftsjahr 2014|15 die Einführung eines Energiemanagementsystems, in einem ersten Schritt an den österreichischen Produktionsstandorten Tulln und Leopoldsdorf, im Vordergrund. Beide Werke wurden im Herbst 2014 im Rahmen einer Gruppenzertifizierung nach ISO 50001 zertifiziert.

Das Geschäftssegment Zucker strebt bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 die Reduktion des spezifischen direkten Energieeinsatzes (Scope 1) pro Tonne Produkt (d.h.Haupt- und Nebenprodukte) um 5% vom – durch z.B. die Einführung von Niedertemperaturtrocknern in den österreichischen Zuckerfabriken im Geschäftsjahr 2011|12 – schon sehr guten Basisjahr 2013|14 (2,95 GJ pro Tonne) an.

2012|13 2013|14 2014|15

  • n Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • n Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • n Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
  • n Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Wassernutzung und Abwasser in der Veredelung

Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird teilweise mit der Zuckerrübe in die Fabrik gebracht. Die Rübe besteht zu ca. 75% aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker getrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln verwendet als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt.

Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.

Wassernutzung und Abwasser in der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 11f

m³ pro Tonne1 2014 15 2013 14
Wassereinsatz 2,10 2,28
Abwasser 3,13 2,82

1 Haupt- und Nebenprodukte

Die Veränderungen im durchschnittlichen spezifischen Wassereinsatz bzw. in der durchschnittlichen spezifischen Abwasserabgabe pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) sind jeweils v.a. auf die höhere Verarbeitungsmenge an Zuckerrüben zurückzuführen.

Trotz einem an vielen Produktionsstandorten im Geschäftssegment Zucker bereits sehr sparsamen Umgang mit Wasser soll der Wassereinsatz pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) bis Ende des Geschäftsjahres 2020|21 noch einmal um 5% gesenkt werden (Basisjahr 2013|14: 2,28 m³ pro Tonne).

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 11f

Tonnen 2014 15 2013 14
Entsorgte Abfälle 505.361 464.402
davon gefährliche Abfälle 258 116
Abfall pro Tonne Produkt 19,5% 20,2%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,009% 0,005%
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsarten
Kompostierung 506 902
Energetische Verwertung 746 792
Wiederverwendung 428.832 357.874
Recycling 2.973 7.942
Deponierung 72.303 96.826
Andere 1 66

Die spezifische Abfallmenge pro Tonne Produkt (Hauptund Nebenprodukte) im Segment Zucker sank trotz der Steigerung der verarbeiteten Rübenmenge von 202 Kilogramm im Geschäftsjahr 2013|14 auf 195 Kilogramm im Berichtsjahr 2014|15. Die um rund 19,8% höhere Menge

25

DURCHSCHNITTLICHE SPEZ. EMISSIONEN (AUS DIREKTEM UND INDIREKTEM ENERGIEEINSATZ) DURCH DIE VEREDELUNG IN ZUCKERFABRIKEN1

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Hauptprodukt bzw.Haupt- und Nebenprodukte

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 11f

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte (siehe Kommentierung auf Seite 24)

26 an wiederverwendeten Abfällen ist v.a. auf Nebenprodukte wie Pressschnitzel zurückzuführen, die aufgrund lokaler gesetzlicher Regelungen als Abfall auszuweisen sind, obwohl sie von AGRANA als Nebenprodukt verkauft bzw. abgegeben werden. Die Reduktion der deponierten Abfälle ist v.a. auf einen Standort in Rumänien zurückzuführen, der im Geschäftsjahr 2014|15 keine Abfälle mehr deponiert hat. Die absolute und spezifische Steigerung der gefährlichen Abfälle ist umfangreichen Gleiserneuerungen am Standort Leopoldsdorf|Österreich sowie der Entsorgung von mehr Altöl geschuldet.

Biodiversität am ehemaligen Produktionsstandort

Biodiversität stellt v.a. in AGRANAs vorgelagerter Lieferkette, in der Landwirtschaft, einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt dar. AGRANA bemüht sich aber auch an ihren eigenen Produktionsstandorten um den Schutz lokaler Ökosysteme und den Erhalt der Biodiversität.

So hat AGRANA die Absetzbecken auf dem Werksgelände ihrer 2006 stillgelegten Zuckerfabrik in Hohenau an der March|Österreich, in einem von der RAMSAR Convention on Wetlands1 definierten Gebiet mit hohem Biodiversitätswert, in Zusammenarbeit mit dem Verein AURING als Rastplätze für Wasservögel, vor allem aber für Watvögel umgewidmet. Sie stellen seit vielen Jahren ein interessantes Exkursionsziel für Ornithologen dar.

INVESTITIONEN

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2014|15 34,5 (Vorjahr: 43,1) Mio. € für Neu- und Ersatzinvestitionen aus:

  • █ Ausbau der Melasseentzuckerungsanlage in Tulln| Österreich; die Inbetriebnahme der umgebauten Anlage wird im Mai 2015 erwartet
  • █ Errichtung des Verpackungszentrums in Kaposvár| Ungarn bis zur Kampagne 2015|16
  • █ Schnitzelpressen-Austausch in Hrušovany|Tschechien, Opava|Tschechien und Sereď|Slowakei

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2014|15

SEGMENT STÄRKE

und Bioethanolanlage). Zudem führt und koordiniert die Gesellschaft die internationalen Beteili-

gungen in den Bereichen Stärke und Bioethanol in Ungarn und Rumänien. Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) werden die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol inkl. Nebenprodukte) seit Beginn des Geschäftsjahres 2014|15 nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Im Berichtsjahr wurde die AGRANA Bioethanol GmbH auf die AGRANA Stärke GmbH verschmolzen.

in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke-

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Segment Stärke 2014 15 2013 141 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 708.233 716.650 –1,2%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –8.102 –9.957 18,6%
Umsatzerlöse t€ 700.131 706.693 –0,9%
EBITDA2 t€ 49.005 44.732 9,6%
Operatives Ergebnis t€ 27.038 24.574 10,0%
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden t€ 27.093 29.325 –7,6%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 54.131 53.899 0,4%
EBIT-Marge % 7,7 7,6 0,1 pp
Investitionen3 t€ 13.743 35.025 –60,8%
Mitarbeiter 863 858 0,6%

Der Umsatz der AGRANA Stärke GmbH im Geschäftsjahr 2014|15 konnte nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden. Niedrigeren Verkaufspreisen bei den meisten Hauptprodukten standen erhöhte Absatzmengen, v.a. bei nativen und derivativen Stärken, gegenüber. Die im Vorjahr in Betrieb genommene Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf|Österreich erreichte im Berichtsjahr ihre volle Auslastung, die zusätzlichen Stärke- und Nebenproduktmengen konnten erfolgreich abgesetzt werden. Aufgrund der stabilen Marktnachfrage und der konsequenten Marktbearbeitung entwickelte sich der Absatz der bestehenden Produktportfolios an Kartoffel- und Maisstärken sowie Verzuckerungsprodukten positiv. Das Bioethanolgeschäft musste sich in einem schwierigen Marktumfeld behaupten. Aufgrund eines produktions- und importbedingten Überangebotes und einer sinkenden Nachfrage nach Bioethanol gingen die Ethanolnotierungen im Berichtsjahr massiv zurück und erreichten im Jänner 2015 mit 417 € je m³ ein historisches Tief. Trotz gesunkener Rohstoff- und Energiekosten konnten die Margenverluste beim Bioethanolgeschäft nicht ausgeglichen werden. Insgesamt blieb das EBIT der AGRANA Stärke GmbH auf Vorjahresniveau.

Die Umsatzerlöse der rumänischen Beteiligung lagen, bedingt durch geringere Absatzmengen und Verkaufspreise, unter dem Vorjahresniveau. Insbesondere bei Verzuckerungsprodukten gingen die Verkaufsmengen aufgrund des starken Wettbewerbes deutlich zurück. Geringere Materialaufwendungen führten allerdings trotz des Umsatzverlustes zu einer Steigerung des EBIT.

Im Geschäftsjahr 2014|15 ging der Umsatz der ungarischen, nunmehr nach der Equity-Methode bilanzierten HUNGRANA-Gruppe deutlich zurück. Der Rückgang durch gesunkene Verkaufspreise bei den Hauptprodukten, v.a. bei Bioethanol und Isoglukose, wurde durch höhere Verkaufsmengen von Haupt- und Nebenprodukten nicht ausgeglichen. Trotz geringerer Rohstoffund Energiepreise lag das Ergebnis nach Steuern der Equity-Beteiligung unter dem Vorjahr.

  • 1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 76ff.
  • 2 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
  • 3 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

BASICS ZUM SEGMENT STÄRKE

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte Unterscheidung in Food-, Non-Food- und Feed-Bereich; native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Alkohole/Bioethanol, Nebenprodukte (Futterund Düngemittel)

Verarbeitete Rohstoffe Mais, Weizen, Kartoffel

Hauptmärkte Zentral- und Osteuropa, schwerpunktmäßig Österreich und Deutschland, auch Spezialmärkte wie z.B.USA oder VAE

Abnehmer Food-Bereich: Nahrungsmittelindustrie; Non-Food-Bereich: Papierindustrie, Textilindustrie, Bauchemische Industrie, Pharmazeutische und Kosmetikindustrie, Mineralölindustrie; Feed-Bereich: Futtermittelindustrie

Besondere Stärken Gentechnikfrei und starker Bio-Fokus

Umsatz nach Hauptprodukten 2014|15

  • n Native und modifizierte Stärke n Verzuckerungsprodukte und sonstige Hauptprodukte
  • n Alkohol und Ethanol

28 MARKTUMFELD

Sinkende Getreidepreise und das Überangebot an Zucker auf den europäischen Märkten haben die Absatzmärkte des Segmentes Stärke in der abgelaufenen Berichtsperiode wesentlich beeinflusst. Rekordernten, gepaart mit bereits jetzt gesetzten Aktivitäten der Marktteilnehmer im Hinblick auf die zukünftige Liberalisierung der Zuckermärkte ab 2017, lösten einen intensiven Wettbewerb bei Stärkeverzuckerungsprodukten aus.

Die Absatzsituation bei Stärken für technische Anwendungen (v.a. für Papier und Wellpappe) ist stabil auf hohem Niveau. Dieser Umstand unterstützt die Etablierung des neuen Produktes Weizenstärke in Österreich und den umliegenden Märkten. Die Marktposition von AGRANA am europäischen Stärkemarkt konnte durch die Ergänzung des Portfolios um Weizenstärke merkbar ausgeweitet werden.

Die neue Sojaernte traf aufgrund logistischer Engpässe zu den brasilianischen Häfen erst sehr verzögert mit kleineren Volumina in Europa ein, sodass bis in den Sommer 2014 stabil hohe Preise bei DDGS1, Maiskleber und Maiskleberfutter vorherrschten. Die außerordentlich hohen Ernten 2014 bei Getreide und Ölfrüchten zeigten dann allerdings eine direkte Auswirkung auf die Nebenprodukteerlöse bei Stärken und Bioethanol und die Preise gaben tendenziell nach.

Der europäische Markt für Treibstoffethanol ist infolge des Überangebotes schon seit dem letzten Jahr unter starkem Margendruck. Absatzimpulse fehlen, da der politische Rückhalt für eine konsequente Verfolgung der Beimischungsziele von biogenen Treibstoffen schwindet. Der dramatische Preisverfall für Rohöl, Benzin und Diesel gegen Ende der Berichtsperiode erschwerte die Rahmenbedingungen zusätzlich.

Verzuckerungsprodukte

Die Isoglukosequote der EU-28 beträgt rund 720.000 Tonnen, wobei auf die HUNGRANA (100%) mit 250.000 Tonnen der größte Anteil entfällt.

Bei den Verzuckerungsprodukten waren die Preisrückgänge als Folge der gesunkenen Notierungen für Weltmarktzucker und des verstärkten Wettbewerbes um Marktanteile in Erwartung der Liberalisierung des europäischen Marktes nach dem Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung im September 2017 erheblich.

Bioethanol – wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen

Der 2012 von der Europäischen Kommission veröffentlichte Richtlinienvorschlag, das Thema der indirekten Landnutzungsänderungen ("Indirect Land Use Change" oder ILUC) in die bestehende "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" (2009/28/EG) aufzunehmen, wurde in seiner gegenwärtigen Form mehrheitlich vom Rat der Europäischen Union abgelehnt. In Trilog-Verhandlungen werden diese Positionen um Gegenvorschläge des Europäischen Parlaments ergänzt, der Ausgang des gesamten Prozesses ist noch nicht absehbar. Aus diesem Grund sieht sich AGRANA darin bestätigt, die Synergien der Produktion von Nahrung, Futtermittel und Energie und die kaskadische Nutzung der eingesetzten Rohstoffe zu realisieren. So reduziert das Nebenprodukt ActiProt®, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, den Bedarf an Sojaimporten aus Übersee. AGRANA verwendet für die Bioethanolproduktion ausschließlich den europäischen Nachhaltigkeitskriterien entsprechende, regionale Futtergetreideüberschüsse.

MAIS- UND WEIZENNOTIERUNGEN IM AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2014|15 € je Tonne (Warenterminbörse Paris, NYSE Euronext Liffe)

29 ROHSTOFF UND PRODUKTION

Die Weltgetreidebilanz für das Wirtschaftsjahr 2014|151 ergibt laut Internationalem Getreiderat (IGC2) eine gegenüber dem Vorjahr ähnliche Produktion bei einer etwas gestiegenen Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion wird mit 992 Mio. Tonnen über dem Verbrauch von 974 Mio. Tonnen liegen. In gleicher Weise wird die weltweite Weizenproduktion von 719 Mio. Tonnen die weltweite Nachfrage von 709 Mio. Tonnen übertreffen. Demnach werden die globalen Lagerbestände bei Mais und Weizen im Vergleich zum Vorjahr steigen.

Der günstigeren Versorgungssituation auf den internationalen Rohstoffmärkten folgend sind die Terminnotierungen im Jahresverlauf gesunken. Ende Februar 2015 lag die Notierung an der NYSE Euronext Liffe (Warenterminbörse Paris) für Mais bei rund 148 € je Tonne, bei Weizen bei rund 185 € je Tonne (entsprechende Vorjahresnotierungen: 173 € bzw. 209 € je Tonne).

Kartoffel

In der Kampagne 2014|15 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 147 (Vorjahr: 101) Tagen rund 240.500 (Vorjahr: 160.200) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 17,3% (Vorjahr: 18,7%) verarbeitet. Der Bio-Anteil lag bei rund 3% (Vorjahr: 4%). Für das Anbaujahr 2015 plant AGRANA eine Stärkekartoffel-Kontraktmenge von rund 220.000 Tonnen.

Aus rund 24.900 (Vorjahr 23.200) Tonnen Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.500 (Vorjahr: 4.300) Tonnen Kartoffeldauerprodukte produziert, wobei der Bio-Anteil hier bei rund 21% (Vorjahr: 19%) lag.

Mais und Weizen

Die Maisverarbeitungsmenge in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich und Rumänien betrug im Geschäftsjahr 2014|15 wie im Vorjahr rund 745.000 Tonnen. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Garantiert Gentechnikfreier Mais) erhöhte sich dabei auf rund 12% (Vorjahr: 8%).

Am Standort Pischelsdorf|Österreich wurde im Geschäftsjahr 2014|15 eine Weizenmenge von rund 440.000 (Vorjahr: 287.000) Tonnen für die Verarbeitung zu Weizenstärke und Bioethanol eingesetzt.

In Ungarn (HUNGRANA, 100%) wurde die Maisverarbeitungsmenge von 1.034.000 Tonnen auf 1.048.000 Tonnen leicht gesteigert.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Auch im Segment Stärke erfolgten im Geschäftsjahr 2014|15 erste Schritte zur Umsetzung der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte für aus Vertragsanbau in Österreich und Tschechien bezogene Kartoffeln. Im Geschäftsjahr 2015|16 ist die Teilnahme der Lieferbetriebe für Kartoffeln am Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) geplant. Neben der Beratung durch die AGRANA-Kulturberater sollte sich auch die Teilnahme vieler EU-Landwirte am EU-"Cross Compliance Programm" positiv auf das Ergebnis der Selbstbeurteilung auswirken (Details siehe Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 39).

Bei der Beschaffung von Rohstoffen für die Weizenstärkeund Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf nach dem International Sustainability and Carbon Certificate (ISCC) zertifizierte Rohstoffe.

DURCHSCHNITTLICHER SPEZ. DIREKTER ENERGIE-EINSATZ IN DER VEREDELUNG IN STÄRKEFABRIKEN3 Gigajoule (GJ) pro Tonne Hauptprodukt bzw.Haupt- und Nebenprodukte

  • n Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • n Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • n Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
  • n Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

  • 1 Getreidewirtschaftsjahr: Juli bis Juni

  • 2 International Grains Council
  • 3 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 11f
  • 4 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte (siehe Kommentierung auf Seite 30)

30 Biodiversität

Um einen Beitrag zur Funktionsfähigkeit lokaler Ökosysteme in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette zu leisten, hat AGRANA im Rahmen der Plattform "Business & Biodiversity" des Bundeslandes Niederösterreich und des österreichischen Umweltdachverbandes gemeinsam mit Vertragslieferanten im Sommer 2013 ein Projekt zum Schutz von Fledermäusen im Waldviertel|Österreich realisiert. 30 Landwirte, die Speisekartoffeln an die AGRANA Stärkefabrik Gmünd|Österreich liefern, haben an ihren Wirtschaftsgebäuden insgesamt 70 Fledermaus-Ersatzquartiere angebracht, da Hohlräume in alten Bäumen oder Einflugöffnungen an Gebäuden als Nistplätze zusehends verloren gehen. Bei Projektbegehungen im Frühjahr und Herbst 2014 konnten Mitarbeiter der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich (KFFÖ) bereits die Besiedelung durch erste Bewohner unterschiedlicher Fledermausarten und Jungtiere registrieren.

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (d.h.Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke sank in der Berichtsperiode 2014|15 gegenüber dem Vorjahr um 15,1% (siehe Grafik auf Seite 29). Dies lag v.a. an der effizienteren Arbeitsweise der im Geschäftsjahr 2013|14 angefahrenen Weizenstärkeanlage am kombinierten Produktionsstandort Pischelsdorf|Österreich sowie deren teilweisem Ersatz von direkter Energieversorgung durch indirekte, durch den Bezug von Dampf aus der nahegelegenen thermischen Abfallverwertungsanlage

Zwentendorf/Dürnrohr|Österreich. Dennoch sank auch der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz pro Tonne Produkt im Segment Stärke um 1,7% im Vergleich zum Vorjahr. Im Einklang mit dem Energieverbrauch reduzierten sich auch die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch pro Tonne Produkt um rund 16,3% gegenüber dem Vorjahr.

Im Herbst 2014 wurde an den österreichischen Stärkeproduktionsstandorten Aschach, Gmünd und Pischelsdorf ein Energiemanagementsystem eingeführt und nach ISO 50001 zertifiziert. Im Rahmen einer kontinuierlichen Verbesserung hat sich AGRANA-Stärke standortindividuelle Effizienzverbesserungen, konkret die Reduktion von jährlich 50 GWh im Rahmen von Effizienzsteigerungsprojekten in einzelnen Anlagenteilen, zum Ziel gesetzt.

Wassernutzung und Abwasser in der Veredelung

In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt. Ein Beispiel dazu ist die kombinierte Bioethanolund Weizenstärkeproduktion am Standort Pischelsdorf| Österreich. Die Bioethanolerzeugung kommt seit der Inbetriebnahme der Weizenstärkefabrik im Regelbetrieb ohne Frischwasser aus, da das zur Einmaischung notwendige Wasser durch Dampfkondensat bzw. den Slurry der Weizenstärkefabrik zugeführt wird.

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 11f

DURCHSCHNITTLICHE SPEZ. EMISSIONEN

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Wassernutzung und Abwasser in der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 11f

m³ pro Tonne1 2014 15 2013 14
Wassereinsatz 4,18 4,56
Abwasser 4,74 4,64

1 Haupt- und Nebenprodukte

Der durchschnittliche spezifische Wassereinsatz im Segment Stärke pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) lag in der Berichtsperiode 2014|15 rund 8,3% unter dem Vorjahr, was v.a. auf den im Geschäftsjahr 2013|14 erhöhten Einsatz durch die Inbetriebnahme der Erweiterung der Derivateanlage am Standort Aschach|Österreich zu erklären ist. Die im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,2% höheren durchschnittlichen spezifischen Abwassermengen sind auf stärkere Niederschläge in Österreich und damit eine größere Menge abzuführendes Oberflächenwasser zurückzuführen.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 11f

Tonnen 2014 15 2013 14
Entsorgte Abfälle 14.351 13.098
davon gefährliche Abfälle 28 68
Abfall pro Tonne Produkt 1,2% 1,3%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,002% 0,007%
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsarten
Kompostierung 10.337 8.462
Energetische Verwertung 1.120 1.609
Wiederverwendung 0 207
Recycling 638 950
Deponierung 0 0
Andere 2.256 1.870

Die spezifische Abfallmenge aus der Veredelung pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) in den AGRANA-Stärkefabriken bewegte sich die letzten Jahre auf konstantem Niveau.

Eine im September 2014 durchgeführte Bewertung der AGRANA Stärke GmbH durch die Lieferantenbewertungsplattform Ecovadis bestätigte dem Unternehmen mit dem "Silber Status" eine nachhaltige Arbeitsweise.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2014|15 13,7 (Vorjahr: 35,0) Mio. €:

  • █ Kapazitätserweiterung der Wachsmaisderivateproduktion in Aschach|Österreich
  • █ Kapazitätserhöhung der Sprühtrocknung in Gmünd|Österreich
  • █ Investitionen in Nassderivateanlage in Gmünd|Österreich
  • █ Erweiterung des ActiProt®-(DDGS-)Lagers am Standort Pischelsdorf|Österreich

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2014|15 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften Investitionen im Ausmaß von 11,6 Mio. € (100%; Vorjahr: 11,8 Mio. €) getätigt.

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2014|15

SEGMENT FRUCHT

32

Die AGRANA J&F Holding GmbH ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt betrieb das Segment zum Bilanzstichtag 25 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Segment Frucht 2014 15 2013 141 Veränderung
% / pp
Umsatzerlöse (brutto) t€ 1.062.510 1.172.672 –9,4%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ –267 –529 49,5%
Umsatzerlöse t€ 1.062.243 1.172.143 –9,4%
EBITDA2 t€ 103.556 105.326 –1,7%
Operatives Ergebnis t€ 65.280 64.604 1,0%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ –6.672 –786 –748,9%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 58.608 63.818 –8,2%
EBIT-Marge % 5,5 5,4 0,1 pp
Investitionen3 t€ 42.990 51.814 –17,0%
Mitarbeiter 5.519 5.371 2,8%

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ging um rund 3,4% zurück. Diese Entwicklung war primär auf nachteilige Fremdwährungseffekte, aber auch auf etwas geringere Absatzvolumen von Fruchtzubereitungen (–1,3%), die nur teilweise durch höhere Verkaufsmengen im Bereich Nicht-Fruchtzubereitungen (Verkauf von Rohmaterialien, +6,3%) kompensiert werden konnten, zurückzuführen. Während in Nordamerika (inkl. neues Werk in Lysander|USA), Australien und Asien die Absatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden konnten, blieben die anderen Regionen, allen voran Osteuropa, unter dem Vorjahresniveau.

Trotz des herausfordernden Marktumfeldes konnte AGRANA ihre Position in der EU als umsatzmäßig bedeutendste Region für den Geschäftsbereich halten und auch den Gewinn deutlich steigern. Dies war v.a. durch ein gutes Produktportfoliomanagement und eine verbesserte Kostenkontrolle möglich. AGRANA wird weiterhin Maßnahmen treffen, um die Profitabilität in der EU zu erhöhen.

In Russland und der Ukraine verzeichnete AGRANA im Bereich Fruchtzubereitungen aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen bzw. politischen Lage sowohl Markt- als auch Absatzrückgänge, konnte aber die operative Marge verbessern. Bei der Versorgung mit Rohmaterialien kam es zu keiner Zeit zu Engpässen.

In Nordamerika erzielte AGRANA Fruit ein Mengenwachstum. Der Ertrag sank gegenüber dem Vorjahr im Ausmaß der geplanten Anlaufkosten für das neu gestartete Werk in Lysander im Bundesstaat New York.

BASICS ZUM SEGMENT FRUCHT

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate, Direktsäfte, Fruchtweine, natürliche Aromen und Getränkegrundstoffe

Verarbeitete Rohstoffe

Früchte (Hauptrohstoff für Fruchtzubereitungen: Erdbeere; Rohstoffe für Fruchtsaftkonzentrate: Äpfel und Beeren)

Hauptmärkte Weltweit tätig

Abnehmer Milch-, Eiscreme-, Backwaren-, Food Service- und Getränkeindustrie

Besondere Stärken Maßgeschneiderte, innovative Produkte

Umsatz nach Produktgruppen 2014|15

  • (Dairy und Non-Dairy)
  • n Fruchtsaftkonzentrate
  • n Sonstige Juice-Hauptprodukte (NFC, Fruchtwein etc.)
  • n Juice-Nebenprodukte
  • (v. a. Trester) n Sonstige (Handel mit Früchten, Tiefkühlfrüchte etc.)
  • 1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 76ff. 2 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
    • 3 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

33

In Lateinamerika konnte AGRANA trotz schwacher Währungen in allen drei Ländern, in denen der Konzern tätig ist (Argentinien, Brasilien und Mexiko), den Umsatz halten und die Ertragslage deutlich verbessern.

In Asien/Australien wurde der Umsatz gesteigert und die hohe Rentabilität weiter gehalten. Das Wachstum kam aus allen drei Ländern der Region (China, Südkorea und Australien).

In der Region Naher Osten/Nordafrika (inkl.Dirafrost-Gesellschaften) gingen Absatz und absoluter Ertrag marktbedingt zurück, v.a. die Werke in der Türkei und in Ägypten weisen aber nach wie vor hohe EBIT-Margen auf.

Der Umsatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war im Geschäftsjahr 2014|15 deutlich rückläufig. Dies war hauptsächlich auf den starken Preisverfall bei Apfelsaftkonzentraten, aber auch auf niedrigere Absatzmengen zurückzuführen.

AUSTRIA JUICE ist global tätig, wobei die EU den Kernabsatzmarkt darstellt. Weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland sowie der Mittlere und Ferne Osten. Das im chinesischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat wird v.a. nach Japan, Indien, Russland und Australien, aber auch nach Europa geliefert.

Die Fruchtsaftkonzentratpreise waren im abgelaufenen Geschäftsjahr volatil, wobei in Summe eine stark sinkende Tendenz, v.a. beim Apfel, festzustellen war. Auch bei Buntsaftkonzentraten fielen die Verkaufspreise infolge gesunkener Rohstoffpreise gegenüber dem Vorjahr. In Form von branchenüblichen Jahreskontrakten wurde die Produktion aus der Ernte 2014 bereits während der laufenden Kampagne weltweit verkauft.

Die Integration von AGRANA Juice und Ybbstaler in die AUSTRIA JUICE verlief weiterhin planmäßig. Die Harmonisierung des Geschäftsmodells und der Systeme wurde im Geschäftsjahr 2014|15 weitgehend abgeschlossen; somit soll der Geschäftsbereich 2015|16 noch stärker von den Synergien profitieren.

Ergebnis aus Sondereinflüssen

Aufgrund der in Europa anhaltend schwachen Marktentwicklung für Fruchtjoghurts hat AGRANA die Standortstruktur ihres Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen in Österreich optimiert. Der Standort in Gleisdorf|Steiermark wird nunmehr als alleinige österreichische Produktionsstätte für Fruchtzubereitungen betrieben, nachdem die unterausgelastete Fruchtzubereitungsproduktion in Kröllendorf/Allhartsberg|Niederösterreich in dieses größere, noch aufnahmefähige Werk verlagert wurde. Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in Kröllendorf/Allhartsberg blieb davon unberührt. Die Produktionsverlagerung des Fruchtzubereitungsgeschäftes wurde mit Ende des Geschäftsjahres 2014|15 abgeschlossen, die mit dem Projekt zusammenhängenden Einmalkosten (inkl. Abfertigungsund Sozialplanverpflichtungen) wurden im Ergebnis aus Sondereinflüssen ausgewiesen. Weiters beinhaltet das Sonderergebnis des Segmentes die Dotierung einer Rückstellung für zu erwartende Einmalkosten in Verbindung mit einem Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad|Belgien. Einige der derzeitigen Aktivitäten der Dirafrost in Belgien sollen dabei eingestellt und verlagert werden. Ein Hauptziel des Projektes ist die Verbesserung der Effizienz in der Produktion von gefrorenen Früchten und Fertigprodukten.

Das Sonderergebnis des Vorjahres (–0,8 Mio. €) betraf die Fruchtzubereitungsgesellschaft AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd., deren Werk in Kapstadt|Südafrika geschlossen und Produktionsvolumen an den zentralen Standort Johannesburg|Südafrika transferiert wurde.

MARKTUMFELD

Bei Fruchtzubereitungen sind ein leichtes Wachstum in den außereuropäischen Märkten und weiterhin ein geringfügiger Nachfragerückgang in der EU festzustellen.

Konkret zeigen aktuelle Nielsen-Zahlen für den Fruchtjoghurtmarkt in Europa einen jährlichen Konsumrückgang von 1,5%1. In den USA stagnierte 2014 der Konsum von Fruchtjoghurts auf Vorjahresniveau, nachdem in den Jahren davor noch außerordentlich hohe Wachstumsraten nach zahlreichen Produktneueinführungen, wie jene von "Greek Yoghurt", verzeichnet wurden.2 Mittelfristig wird in den USA weiteres Wachstum erwartet, da der Pro-Kopf-Verbrauch von 7 Kilogramm pro Jahr immer noch deutlich unter jenem von Europa liegt.

34 Makroökonomische und politische Probleme verlangsamen die Marktentwicklung in den Wachstumsregionen Osteuropa (Russland, Ukraine, Weißrussland), Nordafrika (Ägypten, Algerien), Naher Osten sowie in Mexiko und Argentinien. Sobald sich die dortigen politischen Verhältnisse wieder normalisieren, sollte der Fruchtjoghurtkonsum in diesen Ländern wieder (deutlicher) wachsen.

Das überdurchschnittliche Wachstum in Märkten wie Brasilien, China oder der Türkei hat sich 2014 mit rund 3%1 etwas verlangsamt. Die entwickelten Märkte im asiatischpazifischen Raum, v.a. Südkorea und Australien, zeigen einen stabilen Fruchtjoghurtkonsum.

Ähnlich wie bei Fruchtjoghurts verhält sich auch die Marktdynamik bei Eiscreme und Food Services. Auch hier ist in vielen Märkten ein Rückgang der Wachstumsraten (Nordamerika, Naher Osten/Nordafrika, Asien) bzw. eine Stagnation (EU und Osteuropa) feststellbar.

Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass die weitgehende Marktstagnation 2014 und (erwartet) 2015 nur eine vorübergehende ist und die Konsumgütermärkte Fruchtjoghurts, Eiscreme und Food Services mittelfristig, v.a. außerhalb Europas, weiterhin zu den Wachstumsmärkten gehören.

Im Konzentratgeschäft ist der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt ungebrochen. Bei hochfruchtsafthaltigen Getränken ist die Konsumentwicklung in Westeuropa (im Wesentlichen Deutschland) weiterhin leicht rückläufig. Das Preisniveau für Fruchtsaftkonzentrate hat sich in Europa aufgrund der vorhandenen Restbestände aus der Verarbeitungssaison 2013, sehr guten Ernteprognosen für Europa im Jahr 2014 sowie handelspolitischen Einflüssen auf die Rohstoffmärkte (Ukraine/Russland) und deren Preisgefüge fast halbiert.

ROHSTOFF UND PRODUKTION

Die Preise auf den Beschaffungsmärkten waren das zweite Jahr in Folge rückläufig.

Diese Entwicklung auf den Rohstoffmärkten zeigte sich v.a. bei den Beeren und Steinfrüchten in den europäischen und nordafrikanischen Beschaffungsregionen deutlich. Auch die Kosten für Zucker und Stärke als wichtige Bestandteile von Fruchtzubereitungen waren niedriger.

Die Rohstoffpreise auf den nord- und südamerikanischen Beschaffungsmärkten sowie in den Ursprungsländern tropischer Früchte waren insgesamt nur leicht rückläufig. Die Gründe dafür waren einerseits eine stabilere wirtschaftliche Situation und andererseits ein deutlich reduziertes Fruchtaufkommen, z.B. bei Erdbeeren und Pfirsichen in Kalifornien.

Die Rubel- und Griwna-Schwäche beeinflussten die Rohwarenpreise in den Rezepturen der Endprodukte in Russland und der Ukraine erheblich. Durch Fokussierung der Beschaffung auf regionale Märkte konnte ein Teil dieses Kursrisikos abgefangen werden.

AGRANA Frucht konnte im Geschäftsjahr 2014|15 wiederum neue Rohstoffquellen für Früchte, deren Knappheit für das Segment besonders kritisch sein kann, erschließen. Weiters wurde das Lieferantennetzwerk um neue strategische Partner erweitert, mit welchen gemeinsame Ziele vereinbart wurden, um dem verstärkten Wunsch der Kunden nach Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter gerecht zu werden.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen in den Hauptverarbeitungsregionen in Europa (Polen, Ungarn) über den Mengen des Vorjahres. Ein Überangebot an Apfelsaftkonzentrat zu Beginn der Verarbeitungssaison 2014 aus der Saison 2013, sehr gute Ernteprognosen in Europa, hohe Restbestände im Tafelobstbereich und die Handelsbarrieren aufgrund des Ukraine-Russland-Konfliktes führten zu einer Rohstoffpreiserosion in den Hauptrohstoffregionen. Gegen Ende des Geschäftsjahres war allerdings bereits wieder ein Aufwärtstrend bei den Rohstoffpreisen zu beobachten. Während die Fruchtsaftkonzentratwerke in Osteuropa (Polen, Ungarn) über sehr gute Produktionsauslastungen verfügten, führten die niedrigen Rohstoffpreise in Westeuropa aufgrund von reduzierten Rohstoffanlieferungen zu deutlichen Minderauslastungen. In China verlief die Produktionssaison im Wesentlichen plangemäß.

Die Beerenverarbeitungssaison war in Summe von guten Mengenverfügbarkeiten bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Die Preise für die wichtigsten Rohstoffe (Erdbeere, Sauerkirsche, Schwarze Johannisbeere; ausgenommen Himbeere) lagen deutlich unter dem Vorjahr.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette Auch im Segment Frucht stand die Einführung der AGRANA-

Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsbemühungen.

Das weltweit tätige Geschäftssegment Frucht beschafft im Bereich Fruchtzubereitungen rund 22% der verarbeiteten Früchte aus Vertragslandwirtschaft, den Großteil meist in Form von Vorprodukten (d.h. IQF-Früchten, aseptisch verpackten Früchten, Pürees etc.) von Erstverarbeitern oder Händlern. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate verarbeitet AGRANA hauptsächlich von Händlern bezogene Rohstoffe, rund 10% der weltweit verarbeiteten Apfelmenge stammen aus Vertragslandwirtschaft.

Um nachhaltige Produktionsbedingungen in der vorgelagerten Lieferkette für die Vielzahl verschiedener, weltweit bezogener Früchte im Rahmen komplexer Beschaffungsstrukturen sicherstellen zu können, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

Eine Variante ist der Bezug nachhaltigkeitszertifizierter Früchte oder Vorprodukte. Aus diesem Grund hat AGRANA für das Geschäftssegment Frucht im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Liste internationaler Standards definiert, die sie als Nachweis für unter nachhaltigen Produktionsbedingungen erzeugte Rohstoffe bzw. Vorprodukte akzeptiert. Ziel für das Geschäftsjahr 2015|16 ist es, bei der Gruppe strategischer Fruchtlieferanten den Zertifizierungsstand nach diesen internationalen Standards zu erheben, um so Informationen zum aktuellen Nachhaltigkeitsstatus in den Zulieferunternehmen bzw. deren Lieferkette zu erhalten.

Als Alternative zur Variante der Sicherstellung von Nachhaltigkeit in der Lieferkette über Zertifizierungen hat AGRANA, wie auch in den Vorjahren, im Bereich der Beschaffung von Vertragslieferanten in Projekten in verschiedenen (Schwellen-)Ländern an der Verbesserung von Sozial- und Umweltstandards in ihrer landwirtschaftlichen Lieferkette gearbeitet. Vielfach wird aber auch in diesen Projekten aus Dokumentationsgründen und um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess anzustoßen und am Leben zu erhalten, letztendlich eine Zertifizierung nach einem internationalen Standard durchgeführt.

Ein im Geschäftsjahr 2012|13 gestartetes, aus Geldern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft gefördertes Projekt zur

Zertifizierung von Erdbeer- und Brombeerlieferanten nach dem RainforestAlliance-Standard in Jacona/Bundesstaat Michoacán|Mexiko wurde im Berichtsjahr erfolgreich fortgesetzt. Ende 2014 hat AGRANA den Projektumfang auf Mangos ausgeweitet.

Aufgrund des Erfolges in Mexiko wurde Ende 2014 ein weiteres, ebenfalls gefördertes Projekt auf Fidschi gestartet. Auf der Südseeinsel unterstützt AGRANA Bauernkooperativen bei der Zertifizierung von meist auf Gemeinschaftsland kultivierten Bananen und der Sammlung wildwachsender Guaven und Mangos nach dem international anerkannten Bio-Standard ACO (Australian Certified Organic).

In Ungarn startete AGRANA im Jahr 2000 ein Projekt mit lokalen Landwirten zum Anbau von resistenten Apfelsorten, für deren Kultivierung rund 60% weniger Pestizide notwendig sind. Die Anbauer erhielten zu Projektstart finanzielle Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie seither laufende Beratung über die Vegetationsperioden und Abnahmegarantien, die in normalen Erntejahren sogar mit einer Preisprämie durch AGRANA honoriert werden. Dieses Projekt lieferte im Berichtsjahr 2014|15 rund 10% der weltweit von AGRANA verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Die Daten zu Energieeinsatz, Emissionen, Wasser und Abfällen in der bzw. durch die Veredelung in AGRANA-Fruchtverarbeitungsanlagen für das Geschäftsjahr 2014|15 enthalten die Daten aller zum Stichtag 28. Februar 2015 aktiven Produktionsstandorte des Segmentes Frucht für das gesamte Geschäftsjahr 2014|15 mit der Ausnahme des Fruchtsaftkonzentratwerkes in Xianyang City|China (Hintergrund: Datenqualität). Im Geschäftsjahr 2013|14 waren in den berichteten Nachhaltigkeitsdaten aus dem Umweltbereich erstmals auch die Daten des Joint Ventures AUSTRIA JUICE GmbH enthalten. Aus organisatorischen Gründen waren die AUSTRIA JUICE-Standorte Gleisdorf|Österreich (Schließung nach der Kampagne 2013), Bingen|Deutschland (Fruchtweinproduktion) und Xianyang City|China (Datenqualität) im Geschäftsjahr 2013|14 nicht enthalten, die berichteten Werte der einbezogenen Standorte waren auf die jeweilige Verarbeitungskampagne beschränkt.

KONZERNLAGEBERICHT | KONZERNABSCHLUSS | LAGEBERICHT | JAHRESABSCHLUSS

36 Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) stieg im Segment Frucht im Geschäftsjahr 2014|15 um rund 5,2% gegenüber dem Vorjahr. Dies ist auf die Ausdehnung der Berichterstattung im Bereich Fruchtsaftkonzentrate vom Reporting der Daten der Verarbeitungskampagnen auf eine Gesamtjahresberichterstattung und ein damit verändertes Produktmengenportfolio zurückzuführen. Der durchschnittliche spezifische direkte Energieeinsatz im Bereich Fruchtzubereitungen pro Tonne Produkt blieb gegenüber dem Vorjahr konstant. Der durchschnittliche spezifische indirekte Energieeinsatz im Segment Frucht sank in der Berichtsperiode um rund 3,4% gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Produkt des Segmentes Frucht stiegen aufgrund der Veränderung der inhaltlichen Berichtsgrenze im Berichtsjahr um rund 7,4% gegenüber dem Vorjahr.

Im Geschäftssegment Frucht wurden aufgrund unterschiedlicher Verarbeitungsprozesse im Bereich Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate individuelle Ziele für die beiden Bereiche gesteckt. Im Rahmen der Fruchtzubereitung und Erstverarbeitung soll der direkte und indirekte Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produkt bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 um 6,8% gegenüber dem Basisjahr 2013|14 (1,85 GJ pro Tonne) gesenkt werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate soll der Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte bis 2020|21 auf dem Level des Basisjahres 2014|15 (3,43 GJ pro Tonne) gehalten werden.

Wassernutzung und Abwasser in der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 35

m³ pro Tonne1 2014 15 2013 14
Wassereinsatz 4,16 3,89
Abwasser 3,99 3,91

1 Haupt- und Nebenprodukte

Die Erhöhung des durchschnittlichen spezifischen Wassereinsatzes pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Frucht in der Berichtsperiode um rund 6,9% gegenüber dem Vorjahr sowie der durchschnittlichen spezifischen Abwassermenge pro Tonne Produkt um rund 2% ist auf die geänderten Berichtsgrenzen im Bereich Fruchtsaftkonzentrate und ein damit verändertes Produktmengenportfolio zurückzuführen. Der durchschnittliche spezifische Wassereinsatz sowie die durchschnittliche spezifische Abwassermenge im Bereich Fruchtzubereitungen waren gegenüber dem Vorjahr relativ konstant.

Im Bereich Fruchtzubereitungen sollen etablierte Best-Practices im Bereich Wassernutzung im Rahmen von Trainings zur Bewusstseinsbildung an allen Produktionsstandorten umgesetzt werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate ist im Zeitraum bis 2020|21 eine Reduktion des Wassereinsatzes um 5% pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt (Basisjahr 2014|15: 4,43 m³ pro Tonne) geplant. Daneben soll das Bewusstsein der Mitarbeiter für die ökologischen Auswirkungen der Verarbeitungsprozesse und ihres individuellen Verhaltens im Rahmen von Trainings an allen Fruchtsaftkonzentratstandorten geschult werden.

DURCHSCHNITTLICHER SPEZ. DIREKTER ENERGIE-EINSATZ IN DER VEREDELUNG IN FRUCHTWERKEN1 Gigajoule (GJ) pro Tonne Hauptprodukt bzw.Haupt- und Nebenprodukte 2,0 1,5 1,0 0,5 0 2012|13 2013|14 2014|15 45,0%2 5,2%2

  • n Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • n Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • n Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
  • n Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

  • 1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 35

  • 2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

37

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken in den GRI-Berichtsgrenzen, siehe Seite 35

Tonnen 2014 15 2013 14
Entsorgte Abfälle 59.652 49.359
davon gefährliche Abfälle 40 206
Abfall pro Tonne Produkt 7,3% 7,1%
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,005% 0,030%
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsarten
Kompostierung 3.359 6.243
Energetische Verwertung 341 686
Wiederverwendung 33.349 23.708
Recycling 14.620 8.971
Deponierung 7.746 5.806
Andere 237 3.945

Die spezifische Abfallmenge lag im Geschäftssegment Frucht im Berichtsjahr 2014|15 mit rund 73 Kilogramm pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) um rund 2,8% höher als im Vorjahr. Die Veränderung reflektiert die höhere Rohstoffverarbeitung der Fruchtsaftkonzentratstandorte gegenüber dem Vorjahr. Rund 84,1% der in der Position Wiederverwendung ausgewiesenen Menge wurden durch den Bereich Fruchtsaftkonzentrate als Nebenprodukt (z.B. Presskuchen, Apfelstiele und -blätter) verkauft oder kostenlos abgegeben und so einer weiteren Verwendung zugeführt, müssen aber auf Basis lokaler gesetzlicher Regelungen als Abfälle deklariert werden.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 43,0 (Vorjahr: 51,8) Mio. € und betrafen sowohl Kapazitätserweiterungen als auch Instandhaltungsmaßnahmen:

  • █ Fertigstellung des Fruchtzubereitungswerkes in Lysander|USA im Bundesstaat New York, das im ersten Quartal 2014|15 erfolgreich angelaufen ist
  • █ Fertigstellung einer dritten Produktionslinie im Fruchtzubereitungswerk in Brasilien
  • █ Erweiterung des Tiefkühllagers in Marokko
  • █ Standortoptimierungen: Verlagerung der Fruchtzubereitungsproduktionskapazitäten von Kröllendorf/ Allhartsberg nach Gleisdorf, beide Österreich; Verlagerung der Fruchtsaftkonzentratproduktion von Gleisdorf nach Kröllendorf/Allhartsberg bei gleichzeitiger Steigerung der Verarbeitungskapazität um 30% – damit wurden in Gleisdorf erstmals keine Äpfel gepresst
  • █ Einführung eines einheitlichen Warenwirtschaftssystems im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2014|15

DURCHSCHNITTLICHE SPEZ. EMISSIONEN (AUS DIREKTEM UND INDIREKTEM ENERGIEEINSATZ) DURCH DIE VEREDELUNG IN FRUCHTWERKEN1

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Hauptprodukt bzw.Haupt- und Nebenprodukte

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2014|15

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 35

NACHHALTIGKEIT

38 AGRANAS NACHHALTIGKEITSVERSTÄNDNIS

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2014|15 intensiv an der weiteren Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die operativen Geschäftsabläufe gearbeitet. Dies zeigt sich in einer Reihe neuer bzw. erstmals formalisierter interner Richtlinien und Grundsätze, in der Zertifizierung nach verschiedenen für die Geschäftstätigkeit relevanten internationalen Nachhaltigkeitsstandards, der Mitgliedschaft und Mitarbeit bei in diesem Bereich tätigen Organisationen und Initiativen sowie der Setzung von Zielen für die kommenden Geschäftsjahre.

Inhaltlich lassen sich alle Aktivitäten im Rahmen von drei AGRANA-Leitsätzen, die Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammenfassen:

Wir bei AGRANA…

  • █ verwerten annähernd 100% der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien zum Schutz der Umwelt;
  • █ achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind;
  • █ leben langfristige Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden.

AGRANA-NACHHALTIGKEITSAKTIVITÄTEN IM GESCHÄFTSJAHR 2014|15 UND ZIELE

in den sechs für AGRANAs Geschäftstätigkeit relevanten Handlungsfeldern:

(1) Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung

Steigendes Nachhaltigkeitsbewusstsein der Konsumenten v.a. im Bereich Nahrungs- und Genussmittel und folglich der Lebensmittelindustrie machen die Sicherstellung von Nachhaltigkeitskriterien über die gesamte Produktwertschöpfungskette zunehmend zu einer Kauf- bzw. Beschaffungsvoraussetzung.

Für AGRANA, die im Geschäftsjahr 2014|15 v.a. aufgrund der Rekordrübenernte in der EU in den drei Geschäftssegmenten insgesamt rund 11,6 (Vorjahr: 9,6) Mio. Tonnen agrarische Rohstoffe verarbeitete, lag der Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsaktivitäten in der vorgelagerten Wertschöpfungskette daher auf der Entwicklung einer Strategie zur Sicherstellung und Dokumentation von Nachhaltigkeitsaspekten im Rahmen der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte.

AGRANA-Grundsätze der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte

Ausgangspunkt aller Aktivitäten war die Formulierung von für alle AGRANA-Konzernunternehmen gültigen Grundsätzen für die Beschaffung von agrarischen Rohstoffen und Vorprodukten. In diesen AGRANA-Grundsätzen sind einerseits soziale Mindeststandards mit Referenz auf den AGRANA-Verhaltenskodex und andererseits Umweltkriterien definiert, die AGRANA als relevant für die nachhaltige Produktion der von ihr eingesetzten agrarischen Rohstoffe betrachtet. Die Grundsätze sehen weiters unterschiedliche Wege der Erfüllung dieser Nachhaltigkeitskriterien durch die Lieferanten, angepasst an die Integrationstiefe des jeweiligen Rohstoffbeschaffungsmodells, vor. Die Aufnahme in individuelle Verträge mit Vertragsanbauern und sonstigen Rohstofflieferanten ist angelaufen.

Sustainable Agriculture Initiative

Im Juli 2014 trat AGRANA Beteiligungs-AG mit all ihren Geschäftssegmenten der Sustainable Agriculture Initiative (SAI), einer 2002 von Nestlé, Unilever und Danone gegründeten Initiative der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, bei. SAI hat es sich zum Ziel gesetzt, als Informationsplattform durch die Vorstellung von Best-Practices und Unterstützung durch das Angebot unterschiedlicher Tools die Entwicklung und Implementierung nachhaltiger Agrarpraxis weltweit zu fördern. Mittelfristig sollen Benchmarks für wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte in der agrarischen Produktion, z.B.Wassermanagement, Biodiversität etc., im Rahmen von rohstoffspezifischen Arbeitsgruppen, an denen die Mitgliedsunternehmen teilnehmen können, entwickelt werden.

Eines der wesentlichen von SAI angebotenen Hilfsmittel, um den aktuellen Status der Nachhaltigkeit hinsichtlich Umwelt- und Sozialkriterien in einem landwirtschaftlichen Produktionsbetrieb zu bewerten, ist das sogenannte Farm Sustainability Assessment (FSA). Der weltweit anwendbare Fragebogen soll es agrarischen Produzenten ermöglichen, eine Statusbeurteilung bezüglich nachhaltiger Produktionsbedingungen im eigenen Betrieb durchzuführen, auf der dann gegebenenfalls Verbesserungsmaßnahmen aufsetzen können. Kunden dieser Betriebe, die ihre Lieferantenauswahl auf Basis von Nachhaltigkeitsaspekten treffen wollen, erhalten durch die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung der Landwirte eine zusätzliche weltweit vergleichbare Entscheidungshilfe, abseits von Zertifizierungen nach internationalen Standards wie z.B.Global GAP.

Einzelne Umsetzungsaktivitäten der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte bzw. Aktivitäten in der vorgelagerten Wertschöpfungskette in den drei Geschäftssegmenten werden im jeweiligen Segmentbericht erläutert.

Ziele bezüglich Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung

Für ihre Geschäftssegmente Zucker und Stärke hat AGRANA es sich zum Ziel gesetzt, im Geschäftsjahr 2015|16 die betriebliche Selbsteinschätzung nach SAI hinsichtlich nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien gemeinsam mit ihren Vertragslieferanten für Zuckerrüben und Kartoffeln zu starten, und zwar in den jeweils fünf bzw. zwei EU-Ländern, in denen diese Rohstoffe bezogen werden.

Für das Geschäftssegment Frucht hat AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Liste internationaler Standards definiert, die sie als Nachweis für unter nachhaltigen Produktionsbedingungen erzeugte Rohstoffe bzw. Vorprodukte akzeptiert. Ziel für das Geschäftsjahr 2015|16 ist es, bei der Gruppe strategischer Fruchtlieferanten den Zertifizie-

rungsstand nach diesen internationalen Standards zu erheben, um so Informationen zum aktuellen Nachhaltigkeitsstatus in den Zulieferunternehmen bzw. deren Lieferkette zu erhalten. Auf Basis dieses Status quo können in den Folgejahren weitere Schritte gesetzt werden.

(2) Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2014|15 die schon immer gelebte Verantwortung für die Umwelt- und Energieaspekte im Rahmen ihrer Produktion in einer für alle Geschäftssegmente weltweit gültigen AGRANA-Umweltpolitik formal festgeschrieben. Diese enthält AGRANAs Managementansatz für die Themen Energieeinsatz und Emissionen, Wassernutzung und Abwasser sowie Abfall.

Für AGRANA, als v.a. in den Segmenten Zucker und Stärke energieintensiven Veredler agrarischer Rohstoffe, stand im Geschäftsjahr 2014|15 die Einführung eines Energiemanagementsystems, in einem ersten Schritt an allen österreichischen Produktionsstandorten, im Vordergrund. Im Herbst 2014 wurden alle Werke in Österreich nach ISO 50001 zertifiziert.

Ziele bezüglich Umwelt- und Energieaspekten in der AGRANA-Produktion

Aufgrund der unterschiedlichen Produktionsprozesse in den drei AGRANA-Geschäftssegmenten haben die einzelnen Segmente jeweils für das gesamte Segment gültige Ziele im Umwelt- und Energiebereich formuliert.

Das Geschäftssegment Zucker strebt bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 die Reduktion des direkten Energieeinsatzes (Scope 1) pro Tonne erzeugtem Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) um 5% vom schon sehr guten Basisjahr 2013|14 an. Weiters soll im gleichen Zeitraum der Wassereinsatz pro Tonne erzeugtem Produkt (Hauptund Nebenprodukte) um 5% gesenkt werden.

Im Geschäftssegment Stärke können aufgrund der zunehmenden Kundennachfrage nach höher veredelten Produkten, die dann einen spezifisch höheren Energie- und teilweise auch Wassereinsatz erfordern, keine spezifischen Reduktionsziele pro Tonne Produkt für die Zukunft formuliert werden. Darum hat sich AGRANA-Stärke die Reduktion von jährlich 50 GWh im Rahmen von Effizienzsteigerungsprojekten in einzelnen Anlagenteilen zum Ziel gesetzt.

Im Geschäftssegment Frucht wurden aufgrund unterschiedlicher Verarbeitungsprozesse im Bereich Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate individuelle Ziele für die beiden Bereiche gesteckt. Im Rahmen der Fruchtzubereitung und Erstverarbeitung soll der direkte und indirekte Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produkt bis zum Ende

des Geschäftsjahres 2020|21 um 6,8% gegenüber dem Basisjahr 2013|14 gesenkt werden. Daneben sollen etablierte Best-Practices im Bereich Wassernutzung im Rahmen von Trainings zur Bewusstseinsbildung an allen Produktionsstandorten umgesetzt werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate soll der Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt bis 2020|21 auf dem Level des Basisjahres 2014|15 gehalten werden. Weiters ist im gleichen Zeitraum eine Reduktion des Wassereinsatzes um 5% pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt geplant. Daneben soll das Bewusstsein der Mitarbeiter für die ökologischen Auswirkungen der Verarbeitungsprozesse und ihres individuellen Verhaltens im Rahmen von Trainings an allen Fruchtsaftkonzentratstandorten geschult werden.

(3) Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter

Im Bereich Arbeitsbedingungen und Menschenrechte hat AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr an grundlegenden Richtlinien gearbeitet.

So wurde einerseits der AGRANA-Verhaltenskodex überarbeitet, der für alle Mitarbeiter gilt, aber auch Bestandteil der AGRANA-Einkaufsbedingungen ist.

Andererseits wurde eine "Zero Accident Policy" erlassen, die in ihrer Umsetzung zur Reduktion bzw. idealerweise zur totalen Vermeidung von Arbeitsunfällen führen soll. Die Basis für die Umsetzung und Evaluierung von Maßnahmen zur Unfallvermeidung stellen die Arbeitssicherheitskennzahlen und Daten des Geschäftsjahres 2013|14 dar.

Daneben hat das Unternehmen auch eine Reihe von Maßnahmen z.B. im Bereich des Engagements junger Menschen, v.a.Mädchen in technischen Berufen, sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt. Unter anderem nahm AGRANA im April 2014 an den "Talente Tagen 2014" im Technischen Museum in Wien zur Begeisterung junger Menschen für technische Berufe teil, daneben wurde im Juni 2014 ein Schnuppertag in der Zuckerfabrik Tulln|Österreich speziell für Mädchen organisiert. Darüber hinaus bot AGRANA im Juli 2014 erstmals eine einwöchige Sommerferienbetreuung für Kinder von Mitarbeitern der Zuckerfabrik Tulln|Österreich an. Ausgebildete Pädagogen des Niederösterreichischen Hilfswerkes gestalteten ein jeweils altersgerechtes, buntes Betreuungsprogramm für Kinder von drei bis zehn Jahren. Aufgrund des positiven Feedbacks zum Pilotprojekt 2014 wird diese Entlastung bei der Kinderbetreuung in den Sommerferien den Mitarbeitern auch im Sommer 2015 wieder angeboten. Daneben stehen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie Mitarbeitern am Standort Wien ein Betriebskindergarten und ein Kinderbetreuungsservice für schulautonome und Fenstertage zur Verfügung.

Ziele bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechte

Im Bereich Arbeitsbedingungen und Menschenrechte hat AGRANA sich das Ziel gesetzt, im Geschäftsjahr 2015|16 für alle Standorte weltweit eine formale Beschwerdestelle bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechten für alle Mitarbeiter einzurichten. An vielen Standorten wird diese Funktion von lokalen Betriebsräten wahrgenommen, diese existieren aber aufgrund fehlender Mitarbeiterinitiative bzw. gesetzlicher Rahmenbedingungen (z.B. China) nicht überall. Um auch für diese Mitarbeiter ein einheitlich strukturiertes System für Beschwerden zur Verfügung stellen zu können, werden an diesen Standorten Ombudsstellen eingerichtet.

Im Bereich der Verbesserung der Kennzahlen zur Arbeitssicherheit hat sich AGRANA standortindividuelle Ziele gesetzt. Nur der Bereich Fruchtzubereitungen hat sich bereichsindividuelle Ziele vorgenommen, nämlich für das Geschäftsjahr 2015|16 (gegenüber dem Basisjahr 2014|15) die Reduktion der Verletzungsrate um 13%, der Ausfallstage um 10% und der Abwesenheitsrate um 4%.

(4) Produktverantwortung und nachhaltige Produkte

Die Arbeitsschwerpunkte im Bereich Produktverantwortung und nachhaltige Produkte lagen im Geschäftsjahr 2014|15 in der Durchführung von SMETA-Audits, dem Start einer weltweiten Kundenzufriedenheitsumfrage sowie der Entwicklung einiger neuer Produkte.

SEDEX-Mitgliedschaft und SMETA-Audits

AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Exchange Database (SEDEX). Alle AGRANA-Produktionsstandorte nehmen jährlich ein SEDEX Self-Assessment vor. Um ihr Engagement in diesem Bereich zu untermauern, hat AGRANA im Geschäftsjahr 2014|15 an 15 ihrer Produktionsstandorte zur Überprüfung dieser Selbstauskünfte 4-Pillar Sedex Members Ethical Trade Audits (SMETA) von unabhängigen Dritten durchführen lassen.

Im Geschäftssegment Zucker wurden im Herbst 2014 die Produktionsstandorte Tulln und Leopoldsdorf, beide Österreich, Hrušovany und Opava, beide Tschechien, Sereď| Slowakei sowie Kaposvár|Ungarn einem 4-Pillar SMETA-Audit, die restlichen Zuckerfabriken einer vergleichbaren Prüfung zu Sozial- und Umweltkriterien unterzogen.

Im Geschäftssegment Stärke wurden 2014 an allen österreichischen Produktionsstandorten, d.h. Aschach, Gmünd und Pischelsdorf, 4-Pillar SMETA-Audits durchgeführt.

Im Geschäftssegment Frucht fanden an den Zubereitungsbzw. Erstverarbeitungsstandorten in Botkins|USA, Altιnova (Yalova)|Türkei, Cabreúva|Brasilien und Laouamra|Marokko sowie an den Fruchtsaftkonzentratstandorten in Chełm| Polen und Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich SMETA-Audits statt.

Die Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Umfrage zur Kundenzufriedenheit

Im Geschäftsjahr 2014|15 wurde erstmals eine auf Konzernebene organisierte Befragung aller AGRANA-Kunden weltweit gestartet.

In der ersten im Herbst 2014 abgeschlossenen Welle der Befragung von Industriekunden in Mitteleuropa wurden 1.337 Kunden der AGRANA-Segmente kontaktiert und gebeten, 22 Fragen zu den Bereichen allgemeine Zufriedenheit, Produktsortiment, Lieferungen sowie Kundenbetreuung und Beschwerdemanagement auf einer Online-Plattform zu beantworten. Die Rücklaufquote von nahezu 30% zeigte das hohe Interesse und die Verbundenheit der Kunden zu den Unternehmen der AGRANA-Gruppe.

Brachte ein Großteil der Kunden mit ihren Antworten ihre generelle Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit zum Ausdruck, so konnten bei der Detailanalyse doch einige Bereiche mit Verbesserungspotenzial ausgemacht werden. Als Reaktion erstellt AGRANA z.B. an einigen Standorten Konzepte zur Ausweitung von Verladezeiten und zur Optimierung von Transportverpackungen, um Logistikschäden vorzubeugen.

Die systematische Auswertung der Ergebnisse macht es auch möglich, Vergleiche zwischen der Performance der einzelnen AGRANA-Segmente herzustellen und Best-Practices abzuleiten.

Bei der Befragung der Industriekunden nach ihren Prioritäten in Bezug auf Produkteigenschaften wurden die Themen Nachhaltigkeit, soziale Verträglichkeit und Regionalität oftmals mit hohen Prioritäten versehen. Dies bestätigt AGRANA in ihren Bemühungen, nachhaltiges Handeln als integralen Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit noch stärker zu etablieren und zu kommunizieren.

Im Geschäftsjahr 2015|16 werden im Rahmen der zweiten Befragungswelle Industriekunden außerhalb Europas systematisch kontaktiert.

MITGLIEDSCHAFTEN BEI WESENTLICHEN NACHHALTIGKEITSRELEVANTEN INITIATIVEN

Initiative Mitgliedsunternehmen Seit Ziel der Initiative und Mitglieder
Sustainable Agriculture
Initiative (SAI)
AGRANA Beteiligungs-AG1 Juli 2014 Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung
landwirtschaftlicher Praktiken;
Mitglieder: Lebensmittel- und Getränkeindustrie
SEDEX AGRANA Beteiligungs-AG1 2009 Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und
Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette;
Mitglieder: 36.000 Mitgliedsunternehmen weltweit
Ecovadis AGRANA Zucker GmbH
AGRANA Stärke GmbH
Segment Frucht –
einige Gesellschaften
2013 Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozial
kriterien entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette;
Mitglieder: ca. 100 global tätige Unternehmen
verschiedenster Industrien
Bonsucro AGRANA Zucker GmbH Juli 2014 Ziel: Verbesserung der Nachhaltigkeit im Zuckerrohr
anbau sowie der Zuckerproduktion aus Zuckerrohr;
Mitglieder: Produzenten, Händler, Verarbeiter
Arge Gentechnik frei AGRANA Beteiligungs-AG1 2010 Ziel: Förderung/Sicherstellung der österreichischen
GVO-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion;
Mitglieder: Mitglieder aus der gesamte Lebensmittel
Wertschöpfungskette inkl. vieler Einzelhändler
Initiative Donau Soja AGRANA Stärke GmbH April 2013 Ziel: Nachhaltiger GVO-freier Sojaanbau
in der Donauregion (Fokus Futtermittel);
Mitglieder: gesamte Wertschöpfungskette, NGOs etc.

42 MITGLIEDSCHAFTEN BEI BRANCHEN- UND INTERESSENVERTRETUNGEN

Branchen- und Interessenvertretung Mitgliedsunternehmen Wirkungsbereich
Industriellenvereinigung (IV) AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AGRANA Stärke GmbH Deutschland
CEFS – Comité Européen des Fabricants de Sucre AGRANA Zucker GmbH EU
Starch Europe AGRANA Stärke GmbH EU
SGF International E.V. AUSTRIA JUICE GmbH weltweit

Neue AGRANA-Produkte mit dem Nachhaltigkeitsplus

Zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Förderung der Biodiversität v.a. auf Rübenäckern hat AGRANA im Geschäftsjahr 2014|15 eine blühende Zwischenfruchtmischung entwickelt, die von den Landwirten sehr gut angenommen wurde (siehe auch Segmentberichterstattung Zucker, Biodiversität auf Seite 23).

Zunehmendes Interesse der Konsumenten und damit der Lebensmittelindustrie an pflanzlichem Eiweiß als Ersatz für tierisches Protein führt zu einem stetigen Anstieg veganer Produkte. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, hat AGRANA im Geschäftsjahr 2014|15 Mischungen von Früchten, Gemüse und Süßlupinen entwickelt. Diese wurden erstmals von AGRANAs Geschäftssegment Frucht auf der Internationalen Messe Health Ingredients in Amsterdam| Niederlande präsentiert.

Daneben hat das ARIC Stärken entwickelt, die in Saucen und Aufstrichen eingesetzt, als teilweiser Fettersatz einen Beitrag zur Fettreduktion leisten. Diese Produkte wurden erstmals auf der Biofach in Nürnberg|Deutschland, der Weltleitmesse für Bio-Produkte, vorgestellt.

(5) Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung

Die Aktivitäten des Geschäftsjahres 2014|15 zum Thema Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung werden im Bereich Compliance im Corporate Governance-Bericht dargestellt.

(6) Gesellschaftliches Engagement

Die Flutkatastrophe im Frühjahr 2014 in Südosteuropa hat tausende Menschen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien ihrer Existenzgrundlage beraubt. Da AGRANA in Brčko|Bosnien-Herzegowina seit vielen Jahren einen Standort betreibt und auch ihre Mitarbeiter vor Ort durch die Flut Schäden zu beklagen hatten, war es eine Selbstverständlichkeit für das Unternehmen, schnell und unbürokratisch zu helfen.

Unter dem Motto "Mitarbeiter helfen Mitarbeitern" und unter Verdoppelung dieser Spenden durch den AGRANA-Vorstand stand ein Gesamtbetrag von 41.000 € zur Verfügung. Damit konnten lokal betroffene Kollegen in Bosnien-Herzegowina und mit dem darüber hinausgehenden Betrag auch die vom KURIER initiierte Hilfsaktion "Wiederaufbau Südosteuropa", die vor Ort wichtige Hilfsmaßnahmen umsetzte, unterstützt werden.

Im Mai 2014 führte der AGRANA-Standort Wien eine gezielte Kleidersammlung für obdachlose Menschen aus der EU, die in der Zweiten Gruft der Caritas ein Notquartier finden, durch.

Die mittlerweile übliche Weihnachtsgeschenke für Geschäftspartner ersetzende Weihnachtsspende des AGRANA-Standortes Wien kam im Dezember 2014 dem Roten Kreuz für seine Winterhilfe in der Ost-Ukraine zugute.

Auch im Geschäftsjahr 2014|15 spendete AGRANA wie in den Vorjahren Zucker für die Le+O-Märkte der Caritas. Diese Märkte bieten Lebensmittel zu einem symbolischen Preis und Orientierung in Form von Sozialberatung für einkommensschwache Menschen. Wie auch in der Vergangenheit haben AGRANA-Mitarbeiter der Zentrale in Wien die wöchentlichen Lebensmittelausgaben in einem nahegelegenen Le+O-Markt im Rahmen von Freiwilligenarbeit in ihrer Arbeitszeit tatkräftig unterstützt.

Aspekte/Segmente Bewertung der Lieferanten
bzgl. Arbeitspraktiken und
Menschenrechte
Bewertung der Lieferanten
bzgl. ökologischer Aspekte
Erfüllungs
zeitraum
Zucker Umsetzung des SAI FSA im
Rübenvertragsanbau in fünf Ländern
Umsetzung des SAI FSA im
Rübenvertragsanbau in fünf Ländern
2015 16
Stärke Umsetzung des SAI FSA im
Kartoffelvertragsanbau in zwei Ländern
Umsetzung des SAI FSA im
Kartoffelvertragsanbau in zwei Ländern
2015 16
Frucht Abfrage des Nachhaltigkeitsstatus
bei strategischen Lieferanten
anhand definierter akzeptierter
internationaler Zertifizierungen
Abfrage des Nachhaltigkeitsstatus
bei strategischen Lieferanten
anhand definierter akzeptierter
internationaler Zertifizierungen
2015 16
Aspekte/Segmente Energieeinsatz und Emissionen Wasser Erfüllungs-
zeitraum
Zucker –5% direkter Energieeinsatz (Scope 1)
pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt
(Ausgangsbasis 2013 14: 2,95 GJ)
–5% Wassereinsatz pro Tonne
Haupt- und Nebenprodukt
(Ausgangsbasis 2013 14: 2,28 m³)
2020 21
Stärke Jährliche Einsparung von 50 GWh
im Rahmen von Energieeffizienzprojekten
2020 21
Frucht Fruchtzubereitungen:
–6,8% gesamter Energieeinsatz
(Scope 1+2) pro Tonne Produkt
(Ausgangsbasis 2013 14: 1,85 GJ)
Fruchtzubereitungen:
Bewusstseinsbildung und
Übertragung von Best-Practices
2020 21
Fruchtsaftkonzentrate:
Halten des Energieeinsatzes (Scope 1+2)
pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt
auf Level des Basisjahres 2014 15
(3,43 GJ)
Fruchtsaftkonzentrate:
–5% Wassereinsatz pro Tonne
Haupt- und Nebenprodukt
(Ausgangsbasis 2014 15: 4,43 m³)
Trainings zur Bewusstseinsbildung
zu allen ökologischen Aspekten
an allen Standorten
Aspekte/Segmente Verbesserung Beschwerdesystem Erfüllungs
der Arbeitssicherheit für Arbeitspraktiken und
Menschenrechte (HR)
zeitraum
Alle Segmente Grundsätzlich standort-
individuelle Ziele
Bereich Fruchtzubereitungen:
Reduktion der Verletzungsrate um 13%,
der Ausfallstage um 10% und der
Abwesenheitsrate um 4% gegenüber
dem Basisjahr 2014 15
Einrichtung von Ombudsstellen
an allen Unternehmensstandorten
(wo kein Betriebsrat, der diese
Funktion wahrnimmt, existiert)
2015 16

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

44 In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends zu setzen und sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu unterscheiden. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Rezepturen, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstreicht somit ihre auf nachhaltigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.

AGRANA unterhielt bis zum Juli 2014 zwei Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Die Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT), Tulln|Österreich, beschäftigte sich mit Landwirtschaft, Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie. Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC1) in Gleisdorf|Österreich war die zentrale F&E des Fruchtzubereitungsbereiches organisiert. Die Aufgabe des ICC bestand in der Entwicklung von Produkten und Produktionsverfahren sowie Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren.

Im Rahmen einer räumlichen Erweiterung des Forschungsstandortes in Tulln hat AGRANA seit dem Sommer 2014 ihre Forschungs- und Innovationsaktivitäten der bisherigen Einrichtungen ZFT sowie ICC gebündelt. Das neue AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) ist mit rund 60 Mitarbeitern auf ca. 4.000 m2 nunmehr das neue zentrale Forschungs- und Entwicklungsinstitut des Konzerns. Das Investitionsvolumen für die Erweiterung der Forschungsstätte in Tulln betrug rund 4 Mio. €. Die Zusammenführung ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern v.a. die stärkere Zusammenarbeit bislang geografisch getrennt agierender Forschergruppen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, wie z.B. Ernährungsphysiologie, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte. Die zunehmende Anzahl an Projekten, die mehrere AGRANA-Geschäftssegmente gleichzeitig betreffen, kann somit wesentlich einfacher und effizienter umgesetzt werden. Der neue AGRANA-Forschungs-Cluster am Standort Tulln erlaubt darüber hinaus eine ideale Anbindung zu relevanten universitären Einrichtungen sowie deren Absolventen. Weiters bietet die neue Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für Bioethanol-Analytik und die Qualitätsüberprüfung von Zuckerrüben.

F&E-Kennzahlen 2014 15 2013 142 2012 13
F&E-Aufwendungen (intern und extern) Mio. ¤ 14,5 17,2 18,2
F&E-Quote3 % 0,58 0,61 0,59
Mitarbeiter in F&E 224 218 204

SEGMENT ZUCKER

Nach ersten Vorarbeiten in der Kampagne 2013|14 wurden im Geschäftsjahr 2014|15 Maßnahmen zur Optimierung der Extraktion im Hinblick auf die Kontrolle von Mikroorganismentätigkeit schwerpunktmäßig bearbeitet. Dabei müssen die durch Mikroorganismen verursachten Zuckerverluste und Aufwendungen für Hilfsstoffe einem geringeren Aufwand von Desinfektionsmitteln und Energie bei der etwaigen Trocknung der Extraktionsrückstände gegenübergestellt werden. Einsparungen werden hier durch eine bessere mechanische Abpressbarkeit der extrahierten Schnitzel aufgrund von mikrobiologischer Aktivität erzielt. So ergibt sich für jedes Werk in Abhängigkeit von den Rahmenbedingungen wie Trocknungskosten, Kosten für Desinfektionsmittel/Alkalisierungs-

1 Innovation and Competence Center

2 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Nähere Angaben befinden sich im Konzernanhang auf Seite 76ff.

3 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

mittel, Rüben- und Zucker- bzw.Melassepreis eine optimale Betriebsweise. Verbesserungen sollen ausgehend von den österreichischen Werken in Hrušovany|Tschechien und Kaposvár|Ungarn Geschäftsjahr 2015|16 abgeschlossen sein und in weiteren AGRANA-Werken Anwendung finden.

Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der natürlichen Biostabilisatoren (Produkte auf Basis von Hopfen-, Harz- oder Fettsäuren zur Kontrolle von Mikroorganismen) wurden in Zusammenarbeit mit einem Vertriebspartner neue Formulierungen zuerst im Labormaßstab und später auch direkt in den Werken getestet. Aufgrund der positiven Ergebnisse steht aus technischer Sicht einer weltweiten Markteinführung dieser neuen Produkte nichts mehr im Wege. Aufgrund von Patentrechten würden auch Lizenzeinnahmen lukriert werden können.

Erfolge konnten auch bei Versuchen zum Einsatz von UV-Bestrahlung zur Bekämpfung von Mikroorganismen in Zuckersäften erzielt werden. Dies trifft u.a. auf die Behandlung von Dünnsaft zu, wo durch Adaptierungen in einem Standardmodul Strömungsverhältnisse geschaffen werden konnten, welche auch bei geringer Eindringtiefe der UV-Strahlung, wie sie bei Dünnsaft durch die Eigenfärbung gegeben ist, eine deutliche Keimzahlreduktion bewirken. Weitere Versuche wurden in Wasserkreisläufen durchgeführt, die zusammen mit Frischwasser zur Extraktion des Zuckers aus den Rüben verwendet werden. Eine Kontamination mit Mikroorganismen wirkt sich hier besonders ungünstig aus, da sich diese im Extraktionsbereich weiter ausbreiten können und Zuckerverluste erhöhen bzw. Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich machen. Besonders erfreulich war die Tatsache, dass bestimmte Bakterienstämme, die bisher immer wieder eine Herausforderung in der Qualitätskontrolle bei Zucker darstellten, besonders empfindlich gegen UV-Strahlung sind und somit gezielt ausgeschaltet werden können.

Die Systeme zur objektiven Erkennung alterierter (d.h. bei der Lagerung geschädigter) Rüben konnten in der vergangenen langen Kampagne noch umfänglicher getestet und weiter verbessert werden. Die Deutungen, die sich aus dem Geruch der Rübenschnitzel bzw. der Rübenverfärbung ableiten ließen, stimmten sehr gut mit den analytisch erfassten Abbauprodukten des Zuckers (Invertzucker) bzw. den im Anschluss daran auftretenden Verarbeitungsproblemen (schlechtere Filtration der Säfte) überein. Für die kommende Kampagne ist nun geplant, diese Erkenntnisse – einzeln oder verknüpft – zu einer automatischen Steuerung der Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ein entsprechendes

Programm soll in der nächsten Kampagne eingesetzt werden und durch ereignisgesteuerte Dosierung mithelfen, Einsparungen bei den zum Teil sehr teuren Hilfsstoffen zu erzielen.

SEGMENT STÄRKE

Rohstoffe

Neue Rohstoffquellen eröffnen Chancen auf bessere Produktqualitäten und neue Applikationsmöglichkeiten. Dazu wurde gemeinsam mit einem deutschen Züchter ein Projekt gestartet, bei dem konventionell gezüchtete spezielle Weizensorten bezüglich ihrer Eignung zur Gewinnung und Verwendung der enthaltenen Stärke beurteilt werden. Das Projekt umfasst das Engineering, die Errichtung und die Inbetriebnahme einer Pilotanlage zur Verarbeitung von Weizen zu Stärke, die Charakterisierung des Rohstoffes und der daraus gewonnenen Stärke sowie die anwendungstechnische Untersuchung der Stärke und deren Derivate in Lebensmitteln und technischen Applikationen.

Food

Das Verlangen nach mehr Natürlichkeit und Clean-Label-Produkten hat sich in den vergangenen Jahren zu einem weit verbreiteten Trend in der Lebensmittelindustrie entwickelt. Diesem Trend folgend beschäftigt sich AGRANA schon seit geraumer Zeit mit der Entwicklung von Verfahren, die es erlauben, native Stärke mit hoher Funktionalität ohne Einsatz von Chemie herzustellen. Gemeinsam mit einem Partnerunternehmen ist es gelungen, eine für den Einsatz in der Stärkebehandlung neue Technologie für die Erzeugung von Clean-Label-Stärken zu entwickeln und zum Patent anzumelden. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien, die in der Evaluierung technologischer Fragestellungen einen wichtigen Beitrag leistet. Schwerpunkt liegt nun in der weiteren Produktentwicklung in Kooperation mit interessierten und potenziellen Kunden.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt des letzten Geschäftsjahres im Bereich Stärke-Food bestand in der Erweiterung der anwendungstechnischen Kompetenz. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Ausdehnung und Vertiefung des Know-hows in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. So konnte z.B. im Zuge einer Kooperation im Fleischbereich mit dem neu entwickelten speziellen Maltodextrin Agenanova® eine qualitätserhöhende Wirkung in Schinkenprodukten gegenüber Standardmaltodextrinen belegt werden.

46 Auch das Bio-Portfolio wurde mit den neu entwickelten Stärkeprodukten QuemLite® und AgenaLite® erweitert. Mit QuemLite® wurde die Herstellung fettreduzierter Feinkostprodukte wie z.B. Bio-Mayonnaise, Bio-Saucen und Bio-Dressings ermöglicht. Mit AgenaLite® wurde die Möglichkeit geschaffen, eine fettähnliche Textur zu erzielen, die v.a. in fettreduzierten süßen Aufstrichen eingesetzt werden kann. Die Umsetzung dieser Innovation wird intensiv vorangetrieben.

Non-Food

In den technischen Stärkeanwendungen gehen die Forschungsvorhaben immer stärker weg von der Petrochemie hin zu nachwachsenden, ökologischen Produkten. Kreative Lösungen in der Stärkemodifizierung ermöglichten in den Bereichen Papier, Klebstoffe und Textil die Substitution von synthetischen, erdölbasierenden Produkten. Neben dem ökologischen Vorteil sind diese neuen Stärken für den Markt auch ökonomisch sehr interessant.

Kostenoptimierung bei gleichbleibender Qualität ist im Additivbereich der Trockenmörtel ein wesentliches Thema. Unter anderem durch neue Rohstoffkombinationen konnten am Markt neue Produkte angeboten werden.

Ein vielversprechender Bereich für die Anwendung neuer Stärkeprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen sind Bio-Kunststoffe. Dieser Bereich zeigt eine stetig wachsende Nachfrage. Durch entsprechende Entwicklungen konnten nun spezielle thermoplastische Stärken für den breiten Bereich der Folienanwendung entwickelt werden. Die Stärke zeichnet sich insbesondere durch ihre gute Verarbeitbarkeit mit gängigen biologisch abbaubaren Polyestern aus. Weiters wird der Anteil der nachwachsenden Komponente im Mischungsverhältnis gegenüber den petrochemischen Polyestern deutlich erhöht.

Bioethanol

Eine Erhöhung der Wertschöpfung für die aus den Produktionsprozessen anfallenden Nebenprodukte steht immer wieder im Fokus der Forschungsaktivitäten, wie z.B. aktuell bei der Aufwertung der bei der Bioethanolherstellung anfallenden Trockenschlempe, die auch als Bio-Dünger (BioAgenasol®) eingesetzt werden kann. Die Verbindung von BioAgenasol® mit natürlichen Chelatbildnern, die durch

Bakterien und Pilze gebildet werden können, erzeugt einen aufgebesserten Dünger, der zugleich auch die Eisenversorgung der Pflanzen sicherstellt und für den Bio-Landbau geeignet ist. Die Entwicklung und Optimierung der fermentativen Herstellung dieser Additive sowie deren Wirksamkeitsprüfung im Rahmen von Düngeversuchen mit externen Partnern waren Schwerpunkte der Aktivitäten im letzten Geschäftsjahr.

SEGMENT FRUCHT

Das im Jahr 2013|14 langjährig angelegte Projekt zur kontinuierlichen Qualitätssteigerung in den einzelnen Teilbereichen der Wertschöpfungskette ("From Field to Cup") von Fruchtzubereitungen wurde konsequent weiter verfolgt. Die Innovationsstrategie "Consumer Relevant Innovations" hilft dabei, die einzelnen Teilprojekte marktnah zu definieren, welche allesamt das gemeinsame Ziel der Erhaltung der natürlichen Textur der Fruchtstücke bei gleichzeitiger Wahrung fruchteigener Aromen und Farben verfolgen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden einige Optimierungsschritte von Frucht-Rohmaterialien im großtechnischen Maßstab realisiert. Dazu wurden in Marokko neue Erdbeersorten kultiviert, spezielle Erntemethoden implementiert und neuartige Behandlungsoptionen direkt nach der Fruchternte im Industriemaßstab getestet.

In der Produktentwicklung lag der Forschungsschwerpunkt auf alternativen Clean-Label-Stabilisationssystemen. Hier wurde der Einsatz von Fruchtfasern in der Produktion etabliert. Zusätzlich wurde die Anwendung von speziellen Pektinen für unterschiedlichste Joghurtprodukte weltweit industrialisiert. In der Eiscreme-Industrie wurde eine dreijährige Zusammenarbeit mit einem langjährigen Geschäftspartner beschlossen. Hier liegt der Fokus auf der Verbesserung der Fruchtstücke im Speiseeis.

Die Zusammenarbeit mit den Anlagenbauern von Abfüllund Dosiereinheiten wurde fortgeführt, um einerseits im Molkereibereich die gemeinsamen Kunden bei Problemlösungen zu unterstützen und um andererseits neue Entwicklungen vorantreiben zu können. Für den Getränkesektor wurde mit zwei Partnerfirmen ein innovativer Abfüllprozess entwickelt, der die Abfüllgenauigkeit sowie die Endproduktqualität verbessert.

47

Die AUSTRIA JUICE konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Geschäftsbereich der Getränkegrundstoffe durch die Gewinnung neuer Kunden und die Entwicklung neuer Produkte nachhaltig ausbauen. Die eigene Aromenproduktion zur Stärkung des Wachstumssegmentes der Getränkegrundstoffe und des Aufbaus des Aromengeschäftes wurde erfolgreich aufgenommen. Weitere Projekte zur verbesserten Verwertung und Vermarktung von Prozessnebenprodukten sowie der Erweiterung des Produktportfolios wurden initiiert.

Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Entwicklung und schließlich Vermarktung natürlicher Fruchtaromen, sogenannter FTNF (From The Named Fruit)1, gelegt. Daneben sind die Optimierung der Herstellungsprozesse von Wasserphasenaromen sowie die Evaluierung der technischen Möglichkeit zur Reduktion von kritischen Pestiziden im Fruchtsaftbereich mittels physikalischer Methoden ein Forschungsziel.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

48

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2014|15 durchschnittlich 8.708 (Vorjahr: 8.505) Mitarbeiter, davon 2.138 (Vorjahr: 2.124) in Österreich und 6.570 (Vorjahr: 6.381) international.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wie folgt:

  • █ im Segment Zucker 2.326 (Vorjahr: 2.276) Mitarbeiter,
  • █ im Segment Stärke 863 (Vorjahr: 858) Mitarbeiter und
  • █ im Segment Frucht 5.519 (Vorjahr: 5.371) Mitarbeiter.

Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft1 betrug per 28. Februar 2015 wie im Vorjahr 41 Jahre. 28,8% (Vorjahr: 29,2%) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 59,6% (Vorjahr: 58,9%).

Der erhöhte Personalstand im Segment Zucker ist v.a. auf die Rekordkampagne 2014|15 zurückzuführen. Im Segment Stärke war die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl konstant. Die Erhöhung des Personalstandes im Segment Frucht um knapp 150 Personen war v.a. auf den erhöhten Bedarf an Saisonarbeitskräften in der Ukraine, Mexiko und Serbien zurückzuführen. Die neue Produktionsstätte in den USA führte ebenfalls zu einem Mitarbeiteraufbau.

PERSONALSTRATEGIE UND -MANAGEMENT

Als internationale Unternehmensgruppe baut AGRANA auf die Leistungsbereitschaft und Integrität ihrer Mitarbeiter, verbunden mit deren sozialem Bewusstsein. Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Der Arbeits- und Führungsstil ist von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

Jeder AGRANA-Mitarbeiter übernimmt in diesem Sinne auch Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung. Die Personalabteilungen bieten dafür allen Mitarbeitern Möglichkeiten und Hilfestellungen an, die jeweils im Einklang mit den Geschäftszielen stehen. Nur durch diese langfristige Weiterentwicklung kann auch die weitere Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden.

Ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" wird in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management weltweit eingesetzt, um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Die Kriterien für die variable

AGRANA-MITARBEITER IM RAHMEN DER GRI-BERICHTSGRENZEN2 zum Bilanzstichtag 28.02.2015

Befristete Angestellte Davon Executive Segment Dienstverhältnisse3 Unbefristete Dienstverhältnisse im Management4 Leadership5 Gesamt Frauen Arbeiter Frauen Angestellte Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen Zucker6 520 26,7% 1.082 15,7% 708 40,8% 1.790 25,6% 138 18,8% 16 6,3% Stärke 39 15,4% 575 12,3% 250 44,4% 825 22,1% 44 15,9% 3 33,3% Frucht 1.513 69,9% 2.356 22,9% 1.326 47,7% 3.682 31,9% 218 25,2% 15 6,7% Gesamt 2.072 58,1% 4.013 19,5% 2.284 45,2% 6.297 28,8% 400 22,0% 34 8,8%

1 Mitarbeiter in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 11f

3 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeiter zur Ernteunterstützung bzw. für Verarbeitungskampagnen.

4 Managementfunktionen der 2. und 3. Berichtsebene

5 1. Berichtsebene (d. h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA-Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)

6 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Vergütung umfassen neben den Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen.

Im Geschäftsjahr 2014|15 nahmen 7,3% (Vorjahr: 6,9%) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

PERSONALENTWICKLUNG UND WEITERBILDUNG

AGRANA zielt auf eine stetige Verbesserung des Wissens und der Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter ab. Neben einer Vielzahl an fachlichen Schulungen wie auch Trainings im persönlichkeitsbildenden Bereich werden gezielte konzernübergreifende Programme angeboten. Durch diese Trainingsprogramme steigen nicht nur die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, sondern auch die Motivation und das Selbstwertgefühl seiner Mitarbeiter.

Im November 2014 haben bereits zum vierten Mal 30 motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter das AGRANA Competency Training (ACT) gestartet. Mit den erarbeiteten Ergebnissen der Projekte, aber auch durch die intensive Förderung der fachlichen, persönlichen und methodischen Kompetenzen dieser ausgewählten Anzahl an Mitarbeitern hofft AGRANA sich fit für die Zukunft zu machen.

Um neuen Mitarbeitern einen Überblick über die gesamte AGRANA-Gruppe und auch den eigenen Bereich zu geben, werden ein konzernweites On-Boarding-Programm und Welcome Days durchgeführt. Mitarbeiter profitieren von einem besseren Verständnis und können am übergreifenden, konzernweiten Austausch (INCA – International Communication at AGRANA) teilnehmen.

Ein besonderer Fokus wurde im letzten Geschäftsjahr auf die Entwicklung von internen Schulungen und Trainingsprogrammen (Sharepoint-Training, Compliance-Schulungen und Trainings im Bereich Logistik) gelegt. Dies ermöglichte eine gezielte Weitergabe von Know-how innerhalb des Unternehmens (Wissensmanagement) und führte gleichzeitig zu einer Verringerung der externen Trainingskosten.

Ein wichtiger Bestandteil der konzernweiten Aus- und Weiterbildung ist die AGRANA Academy, die im Geschäftsjahr 2013|14 gestartet und nun weiter ausgerollt wurde. Bei dieser Initiative werden Führungskräfte in den Bereichen Strategie und Führung geschult. Ein Hauptaugenmerk stellen der divisionsübergreifende Austausch von Ideen und Best-Practices sowie das Aufzeigen von Markttrends dar. Die Academy soll Führungskräfte noch besser für künftige Herausforderungen wappnen. Darüber hinaus sind zur Unterstützung der Verkaufsaktivitäten Vertriebstrainings durch eine neu konzipierte Sales Academy in Planung, die im Geschäftsjahr 2015|16 durchgeführt werden sollen.

Im Geschäftsjahr 2014|15 waren durchschnittlich 68 Lehrlinge in Österreich und Deutschland beschäftigt. Der Anteil weiblicher Lehrlinge lag bei 7,6%.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2014|15 auf rund 2,0 (Vorjahr: 2,7) Mio. €, das entspricht rund 0,9% (Vorjahr: 1,3%) der Lohn- und Gehaltssumme.

TRAININGSSTUNDEN DER AGRANA-MITARBEITER1 im Geschäftsjahr 2014|15

Segment Trainingsstunden pro
Mitarbeiter (Durchschnitt)
Anteil der Mitarbeiter,
die Training absolvierten
Anteil der Aus- und
Weiterbildungskosten2
Gesamt Männer Frauen
Zucker3 23,6 22,3 27,3 91,6% 1,3%
Stärke 15,1 15,3 14,7 77,2% 0,5%
Frucht 21,6 21,5 21,7 80,3% 0,5%
Gesamt 21,3 20,9 22,4 83,1% 0,9%

1 Mitarbeiter in einem unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 11f)

2 Von Lohn- und Gehaltssumme

3 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA-Beteiligungs-AG gezählt.

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEIT

Im Geschäftsjahr 2013|14 wurden erstmals weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit erhoben. Auf Basis der jährlichen Erhebungen können nun auch Vergleiche zum Vorjahr bzw. zukünftig tendenziell aussagekräftigere Vergleiche über längere Zeiträume durchgeführt werden, denn einzelne schwere Arbeitsunfälle können die jährliche Statistik und allgemeine Aussagekraft belasten. Auf Basis längerer Vergleichszeiträume können dann auch segment- oder sogar gruppenweit gültige Ziele gesetzt und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet werden. Vorerst hat nur der Bereich Fruchtzubereitungen bereichsindividuelle Ziele für das nächste Geschäftsjahr gesetzt.

Gesundheitsprogramme

Zufriedene, leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter bilden die zentrale Säule im Unternehmen. Daher liegen AGRANA die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Mitarbeiter auch besonders am Herzen. Unter dem Begriff "AGRANA fit" ist an vielen Standorten ein umfangreiches

Gesundheits- und Sportangebot verfügbar. Neben verschiedenen Vorträgen und Workshops zum Thema "Bewusste und gesunde Ernährung" wird in der Konzernzentrale im Betriebsrestaurant ein ausgewogenes Ernährungskonzept mit einer großen Auswahl an unterschiedlichen Menüs, Salaten und frischem Obst angeboten.

Im Geschäftsjahr 2014|15 haben zudem 177 Mitarbeiter (59 Teams) aus allen Geschäftsbereichen ihren Teamspirit beim jährlichen "Wien Energie Business Run" unter Beweis gestellt.

Neben diesen Angeboten zur Verbesserung der physischen Gesundheit wurde im Geschäftsjahr 2014|15 an allen österreichischen Standorten eine Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Nach erfolgter Analyse der Ergebnisse wurden durch unterschiedliche Steuerungsgruppen zielgerichtet Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Die abgeleiteten Maßnahmen gestalteten sich je nach Zielgruppe und Standort sehr unterschiedlich. Beispielsweise wurden an einige Mitarbeiter Tipps und Tricks zur Wissensarbeit versendet, eine Mitarbeiterzeitung ins Leben gerufen, Workshops zur Präzisierung

ARBEITSSICHERHEITSKENNZAHLEN DER AGRANA-GRUPPE1 in den Geschäftsjahren 2014|15 und 2013|14

Segment Verletzungsrate2 Ausfallstagequote3 Abwesenheitsrate4
2014 15 Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen
Zucker 2,2 2,6 0,8 24,5 25,9 20,1 5.101,8 4.969,5 5.523,5
Stärke 2,2 2,6 0,6 29,8 34,5 11,4 7.289,2 7.410,3 6.811,2
Frucht 2,8 3,6 1,6 31,5 44,7 11,7 3.417,5 3.743,5 2.931,5
Gesamt 2,5 3,1 1,3 29,3 37,2 13,4 4.344,8 4.646,3 3.737,9
2013 14
Zucker 2,0 2,5 0,6 19,9 22,9 10,6 4.458,7 4.554,8 4.164,1
Stärke 1,6 1,8 0,5 19,1 24,0 5.538,8 5.445,4 5.907,9
Frucht 3,1 4,1 1,8 34,6 47,3 17,9 3.239,9 3.481,9 2.920,5
Gesamt 2,6 3,2 1,5 28,5 35,7 15,2 3.870,4 4.133,7 3.381,8

Im Berichtsjahr 2014|15 ereigneten sich keine tödlichen Arbeitsunfälle in der AGRANA-Gruppe1.

Im Berichtsjahr 2014|15 ereigneten sich sechs Unfälle von AGRANA-Kontraktoren, diese sind aus organisatorischen Gründen

nicht in den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen, wie der Verletzungsrate, Ausfallstagequote und Abwesenheitsrate, enthalten.

1 Mitarbeiter in befristetem und unbefristetem Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 11f)

2 Verletzungsrate = (Gesamtanzahl der Unfälle5 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.0007

3 Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage8 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000

4 Abwesenheitsrate = (Gesamtanzahl der Abwesenheitsstunden durch Unfall5 und Krankheit ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000

5 In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag,

an dem der Mitarbeiter aufgrund des Vorfalles dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegeunfälle).

6 Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden.

7 Erklärung Faktor 200.000: Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über die Unternehmensgrenzen hinweg dienen. Er entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeiter (40 × 50 × 100). Damit versucht man die durchschnittliche unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeiter umzurechnen.

8 Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen.

Development-Programm für Schichtleiter und Meister im Produktionsbereich konzipiert.

Ende des Geschäftsjahres 2014|15 konstatierte die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK) u.a. der AGRANA Zucker GmbH und der AGRANA Research & Innovation Center GmbH eine ausgezeichnete betriebliche Gesundheitsförderung.

DIVERSITY

Um den Bedarf an weiblichen, technisch-qualifizierten Fachkräften aus eigener Hand abdecken zu können, veranstaltete AGRANA auch 2014 wieder einen "Töchtertag" zur Begeisterung junger Mädchen für technische Berufe. Das Zuckerwerk Tulln|Österreich bot Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren die Gelegenheit, Einblick in die Lehrberufe Elektrotechnik, Maschinenbautechnik und Informationstechnologie zu bekommen.

Bei AGRANA wird auf multidisziplinäre Fachkräfte gebaut. Im Rahmen der Talentetage zum Thema "Industrie in der Stadt" im Technischen Museum Wien erzählten engagierte Lehrlinge und Fachtechniker aus ihrem Berufsalltag und zeigten Karrierewege sowie Möglichkeiten in technischen Berufen auf.

Als internationales Unternehmen ist AGRANA der offene und vorbehaltlose Umgang zwischen Mitarbeitern unterschiedlicher Kulturen und Herkunft besonders wichtig. Dies zeigt sich in den globalen Ausmaßen des Unternehmens und der internationalen Zusammensetzung der Belegschaft.

Work-Life Balance

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Aus diesem Grund bietet AGRANA flexible Arbeitszeitregelungen.

Die zügige Rückkehr an den Arbeitsplatz aus der Karenz wird am Standort Wien durch einen Betriebskindergarten und die grundsätzliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch ein Flying Nanny-Service für schulautonome Tage erleichtert.

51 von Rollen und Verantwortung abgehalten sowie ein Im Sommer 2014 fand erstmals ein Pilotprojekt für eine Sommerferienbetreuung in Tulln|Österreich statt. Ausgebildete Pädagogen des Niederösterreichischen Hilfswerkes haben für Mitarbeiterkinder von drei bis zehn Jahren ein jeweils altersgerechtes, buntes Betreuungsprogramm vom Erste-Hilfe-Kurs über Ausflüge auf den Bauernhof bis zur spielerischen Einführung in die Gebärdensprache gestaltet. Unter dem Motto "Hier kommt unser Essen her" wurde den Kindern die landwirtschaftliche Produktion nähergebracht.

Auch in AGRANAs Fruchtzubereitungswerk in Mexiko steht eine gesunde Work-Life Balance klar im Vordergrund. Durch Familientage oder auch Veranstaltungen zum Abschluss der Erntearbeiten steigt die Identifikation der Mitarbeiter mit AGRANA. Um die Arbeitnehmer für Themen wie Stressabbau, Gesundheit und Wohlbefinden zu sensibilisieren und bei deren Umsetzung zu unterstützen, werden verschiedene Workshops und Vorträge organisiert. Bereits zum sechsten Mal wurde der mexikanische Fruchtzubereitungsstandort mit dem ESR (Empresa Socialmente Responsable) für herausragende Mitarbeiterinitiativen geehrt.

Dass diese Maßnahmen von den Mitarbeitern als attraktiv empfunden werden, spiegelt sich auch in einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von konzernweit zwölf Jahren wider. Dadurch kann AGRANA auf langfristig erworbene Erfahrungen und Kompetenzen zurückgreifen, die den Wertschöpfungsprozess nachhaltig positiv beeinflussen.

RISIKOMANAGEMENT (INKL. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM)

52 Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • █ Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend mit der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • █ Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der "Monte-Carlo-Simulation", ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnte. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Im Geschäftsjahr 2014|15 wurde vom Wirtschaftsprüfer die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt. Für die Überprüfung wurden die Empfehlungen des "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission" (COSO) als Referenzmodell herangezogen.

RISIKOPOLITIK

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sich diese aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen nicht gestattet.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe stellen klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Rohmaterialien Risiken für AGRANA dar. Daneben ist AGRANA aufgrund der v.a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschiedenen Ländern ausgesetzt.

OPERATIVE RISIKEN

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Für die Raffinationsstandorte in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und

Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus hohen Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Diese werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.

Im Segment Stärke werden Lieferverträge in adäquatem Ausmaß zur Sicherung der Bedarfsmengen an Rohstoffen abgeschlossen. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnis dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des monatlichen Reporting und werden dem AGRANA-Vorstand berichtet.

Bei der Bioethanolproduktion führen Preisveränderungen beim Rohstoff Getreide in der Regel auch zu einer gleichgerichteten Preisänderung des Nebenproduktes ActiProt®. Dadurch können Rohstoffpreisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Es verbleibt jedoch das Restrisiko, dass steigende Rohstoffkosten nicht in vollem Ausmaß an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen. Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken überregional gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen.

Die Produktionsvorgänge, v.a. in den Segmenten Zucker und Stärke, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

54 Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Die frühzeitige Erkennung von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.

Eine Ausweitung der politischen Unruhen in Osteuropa kann sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage.

REGULATORISCHE RISIKEN

Marktordnungsrisiken für Zucker

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 22 im Segment Zucker berichtet.

Zuckermarktordnung: Mit 30. September 2017 entfallen die Rübenmindestpreis- und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose. Beide Produkte können dann in der EU in beliebigen Quantitäten erzeugt und verkauft werden. Mit

dem Ende der Zuckermarktordnung wird die Substitution von kristallinem Zucker durch Isoglukose bis zu einem gewissen Ausmaß erwartet. Für das Segment Stärke ergibt sich damit massiver Wettbewerb auf den Verzuckerungsproduktmärkten, gleichzeitig aber auch die Chance, einen wachsenden Markt zu besetzen.

Freihandelsabkommen: Die derzeit verhandelten Freihandelsabkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die laufenden Verhandlungen und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien bildet die Basis für die seit Oktober 2007 gültige Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin, deren Höhe eine starke Auswirkung auf den Geschäftsbereich Bioethanol hat. Aufgrund der aktuellen österreichischen und europäischen Gesetzeslage ist zumindest von einer Beibehaltung der derzeitigen Beimischungsquoten bis 2020 auszugehen. Trotzdem werden neue Initiativen auf EU-Ebene (indirekte Landnutzungsänderungen) sowie die öffentliche Diskussion und nationale Gesetzesinitiativen zu diesem Thema genauestens beobachtet, analysiert und durch das Risikomanagement bewertet.

RECHTLICHE RISIKEN

AGRANA verfolgt laufend rechtliche Änderungen, die ihre Geschäfte betreffen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Compliance, Lebensmittel- und Umweltrecht. AGRANA hat hierfür eigene Stabsstellen eingerichtet.

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland. Bis dato gibt es keine Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

FINANZIELLE RISIKEN

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Die Finanzierung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, finanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung des IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können einerseits aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie andererseits aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Euro-Finanzierungen entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

RISIKEN AUS UNREGELMÄSSIGKEITEN

Im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2011|12 der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán|Mexiko, traten Verdachtsmomente auf, dass verschiedene Geschäftsvorfälle nicht im Einklang mit dem AGRANA-Verhaltenskodex standen und deren finanzieller Ausweis nicht den geltenden externen und internen Bilanzierungsvorschriften entsprach. Nach intensiven Erhebungen wurden Anfang Juni 2012 das lokale Management ausgetauscht, der Fall bearbeitet und im Jahresabschluss 2012|13 entsprechende finanzielle Vorsorgen getroffen.

In den Geschäftsjahren 2013|14 sowie 2014|15 ergaben sich keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu diesem Betrugsfall und die im Geschäftsjahr 2012|13 erfolgten internen und externen Ermittlungen erwiesen sich als umfassend. Es laufen Strafanzeigen gegen das frühere Management sowie Zivilklagen gegen Firmen, welche in deren Eigentum stehen bzw.standen. Verhandlungen mit der Versicherungsgesellschaft über die Deckung des Vertrauensschadens sind im Gange.

Interne und externe Prüfungen sollen bestmöglich sicherstellen, dass ähnliche Vorfälle verhindert bzw. frühzeitig erkannt werden.

GESAMTRISIKO

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Verkaufs- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

56 INTERNES KONTROLL- UND RISIKO-MANAGEMENTSYSTEM (BERICHTERSTATTUNG GEMÄSS § 243a ABS. 2 UGB)

Der Vorstand der AGRANA trägt der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften Rechnung.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das IKS sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energie-, Rohstoff-, Verkaufspreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäftsjahresende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM-UND KONTROLLRECHTE (ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2015 beträgt 103,2 Mio. € und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 86,2% des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50% abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50% beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u.a.Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing.Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

M&G Investmentfonds des britischen Finanzunternehmens Prudential plc, London|Großbritannien, hielten bis 27. Februar 2014 15,6% am AGRANA-Grundkapital. Die Z&S, die als Mehrheitsaktionärin der AGRANA Beteiligungs-AG bis zu diesem Zeitpunkt 75,5% des Grundkapitals hielt, übernahm von M&G Investmentfonds einen Anteil in Höhe von 10,7% unmittelbar, wodurch die Z&S seit dieser Transaktion 86,2% der Stimmrechte an AGRANA hält. Weitere 4,9% an AGRANA-Aktien wurden damals unmittelbar von Südzucker erworben, die dadurch ihren direkten Anteil an der AGRANA Beteiligungs-AG auf rund 6,5% aufstockte. Davon sollen die knapp 5% wieder platziert werden, um den Streubesitz der AGRANA Beteiligungs-AG zu erhöhen. Ziel ist es, die Liquidität der AGRANA-Aktie zu erhöhen und so die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Auf die nicht platzierten Aktien hat die Z&S eine seit dem 1.März 2015 ausübbare Call-Option gegenüber Südzucker.

Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

PROGNOSEBERICHT

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2015 und einem diversifizierten Geschäftsmodell sieht sich AGRANA auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet, rechnet aber mit einem deutlichen Ergebnisrückgang.

2014 15 2015 16
Prognose
IST
Mio. ¤ 2.493,5 p
Mio. ¤ 121,7 ss
Mio. ¤ 91,2 ~93

p Stabile Entwicklung

ss Deutlicher Rückgang

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2015|16 von einer stabilen Entwicklung beim Konzernumsatz aus. Beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) erwartet der Konzern eine deutliche Abschwächung. Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten wird in Summe mit rund 93 Mio. € geringfügig über Abschreibungsniveau liegen.

Segment Zucker 2014 15
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. ¤ 731,1 ss
EBIT Mio. ¤ 9,0 ss
Investitionen1 Mio. ¤ 34,5 ~32

ss Deutlicher Rückgang

Im Segment Zucker rechnet AGRANA trotz einer zu erwartenden Absatzsteigerung, v.a. in den osteuropäischen Märkten, aufgrund des allgemein weiter anhaltenden starken Preisdrucks mit einer abermals deutlich rückläufigen Umsatzentwicklung. Reduzierte Rübenkosten und auch ein bereits im Geschäftsjahr 2014|15 eingeleitetes Kostensenkungsprogramm für alle Länder werden die sinkenden Verkaufspreise nicht kompensieren können, sodass 2015|16 mit einem negativen EBIT zu rechnen ist.

Die im Segment Zucker geplanten Investitionen belaufen sich auf rund 32 Mio. €. Die Investitionsschwerpunkte werden in den Bereichen Energieeffizienz (v.a. in Österreich) und Abpackung sowie Logistik (Ungarn) liegen.

Segment Stärke 2014 15
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. ¤ 700,1 s
EBIT Mio. ¤ 54,1 ss
Investitionen1 Mio. ¤ 13,7 ~28

s Moderater Rückgang

ss Deutlicher Rückgang

Im Segment Stärke erwartet AGRANA für das Geschäftsjahr 2015|16 bei konstanten Absatzmengen einen moderaten preisbedingten Umsatzrückgang. Aufgrund der weiterhin unbefriedigenden Preisentwicklung bei Bioethanol und des anhaltenden Wettbewerbsdruckes bei Verzuckerungsprodukten, welcher v.a. das Ergebnis der HUNGRANA belastet, wird für das Segment Stärke ein deutlich unter dem Vorjahreswert liegendes EBIT erwartet.

Da sich AGRANA auch mittelfristig aufgrund konstant hoch erwarteter Rohstoff- und Energiepreise einem steigenden Margendruck ausgesetzt sieht, wurde ein Projekt zur Optimierung der betrieblichen Prozesse angestoßen, um die Profitabilität des Segmentes nachhaltig zu sichern.

Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 28 Mio. €. Es wird v.a. in Österreich in Kapazitätserweiterungen und Produktbereiche mit hoher Veredelungstiefe investiert, um Wachstumschancen in margenstarken Bereichen ergreifen zu können.

Segment Frucht 2014 15 2015 16
IST Prognose
Umsatzerlöse Mio. ¤ 1.062,3 i
EBIT Mio. ¤ 58,6 ii
Investitionen1 Mio. ¤ 43,0 ~33

i Moderater Anstieg

ii Deutlicher Anstieg

AGRANA erwartet im Segment Frucht für das Geschäftsjahr 2015|16 eine moderate Umsatzsteigerung und einen deutlichen Anstieg beim EBIT. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet aufgrund steigender Absatzmengen mit einer positiven Umsatzentwicklung, speziell in den Regionen Europa und Nordamerika. Es wird weiterhin von einem niedrigen Rohstoffpreisniveau ausgegangen, da die Nachfrage spürbar schwach und mit Jahreswechsel noch immer ausreichend Lagerware bei den wesentlichen Früchten vorhanden war; gegenläufig dazu ist die Schwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar, u.a. beim Einkauf tropischer Früchte für Europa, zu sehen. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft wird aufgrund niedrigerer Preise mit einem leichten Umsatzrückgang gerechnet.

Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 33 Mio. € geplant. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen sollen v.a. die Kapazitäten in den USA und Australien erhöht werden, im Fruchtsaftkonzentratbereich liegt der Fokus auf Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen und der kontinuierlichen Verbesserung der Produktqualität.

NACHHALTIGKEITSAUSBLICK 2015|16

Die Sicherstellung und Dokumentation einer nachhaltigen Wirtschaftsweise wird zunehmend zu einem Beschaffungskriterium für AGRANAs Kunden, v.a. in der Lebensmittelindustrie. Aus diesem Grund wird AGRANA auch 2015|16 und in den Folgejahren intensiv an der weiteren Integration von Nachhaltigkeit in den Kerngeschäftsaktivitäten arbeiten. Entsprechende Ziele zur Verbesserung von Umwelt- und Sozialkriterien in den eigenen Produktionsanlagen bzw. für die Mitarbeiter hat sich das Unternehmen 2014|15 gesetzt. Auch im Bereich der vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. im Rahmen der Beschaffung agrarischer Rohstoffe, hat sich das Unternehmen praktisch und wirtschaftlich umsetzbare Ziele zur Verbesserung von Nachhaltigkeitskriterien gesetzt (Details siehe Kapitel Nachhaltigkeit, Seite 38f). Über den Zielerreichungsgrad wird in den Folgejahren im Rahmen der im Geschäftsbericht integrierten Nachhaltigkeitsberichterstattung informiert.

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Geldflussrechnung
  • Konzern-Bilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

Konzernanhang

  • Informationen zu Geschäftssegmenten
  • Allgemeine Grundlagen
  • Konsolidierungskreis
  • Konsolidierungsmethoden
  • Währungsumrechnung
  • Bilanzierungs- und Bewertungs grundsätze
  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Geldflussrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • Bestätigungsvermerk

KONZERN-ABSCHLUSS 2014|15

AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15 VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015

2014 15 2013 141
Umsatzerlöse 2.493.512 2.841.716
Bestandsveränderungen –76.133 –109.101
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.375 2.521
Sonstige betriebliche Erträge 33.287 29.403
Materialaufwand –1.703.680 –1.932.020
Personalaufwand –282.054 –275.242
Abschreibungen –80.065 –79.654
Sonstige betriebliche Aufwendungen –289.895 –339.131
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 25.372 28.392
Ergebnis der Betriebstätigkeit 121.719 166.884
Finanzerträge 20.711 18.824
Finanzaufwendungen –25.951 –49.026
Finanzergebnis –5.240 –30.202
Ergebnis vor Ertragsteuern 116.479 136.682
Ertragsteuern –31.901 –29.700
Konzernergebnis 84.578 106.982
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 80.896 105.155
– davon nicht beherrschende Anteile 3.682 1.827
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 5,70 € 7,40 €

62

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15 VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015

2014 15 2013 141
Konzernergebnis 84.578 106.982
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen –7.545 –45.324
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten (IAS 39)
nach latenten Steuern 323 –442
Cashflow-Hedges (IAS 39) nach latenten Steuern 300 854
Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung
zu erfassende Erträge und Aufwendungen –6.922 –44.912
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen und
ähnlicher Verpflichtungen (IAS 19) nach latenten Steuern –14.703 43
Erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasste Erträge und Aufwendungen –21.625 –44.869
Gesamtergebnis 62.953 62.113
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 58.711 62.338
– davon nicht beherrschende Anteile 4.242 –225

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15 VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015

2014|15 2013|141 Konzernergebnis 84.578 106.982 Abschreibungen auf das Anlagevermögen 80.763 79.699 Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –698 –1.098 Veränderungen langfristiger Rückstellungen –1.433 –4.571 Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden –25.372 –28.392 Dividenden und Anzahlungen auf Dividenden von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 22.900 30.000 Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 7.830 3.494 Cashflow aus dem Ergebnis 168.568 186.114 Verluste/Gewinne aus Anlagenabgängen 63 –1.066 Veränderungen der Vorräte 60.137 143.715 Veränderungen der Forderungen, aktiven latenten Steuern und kurzfristigen Vermögenswerte –7.212 38.640 Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen –206 8.251 Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) 20.351 –78.972 Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen von Nicht-Fondspositionen –14.408 –12.787 Veränderung des Working Capital 58.662 98.847 Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 227.293 283.895 Einzahlungen aus Anlagenabgängen 1.621 3.198 Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –89.941 –130.474 Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 1.236 987 Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –40 –177 Cashflow aus Investitionstätigkeit –87.124 –126.466 Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft durch nicht beherrschende Anteile 0 547 Begebung von Schuldscheindarlehen 90.000 0 Rückführung von Schuldscheindarlehen –74.000 0 Einzahlungen/Auszahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen –5.550 –87.594 Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen –33.327 0 Gezahlte Dividenden –55.445 –52.080 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –78.322 –139.127 Veränderungen des Finanzmittelbestandes 61.847 18.302 Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand –3.885 –8.894 Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 135.856 126.448

2014 15 2013 141
Dividenden von sonstigen Beteiligungen 769 1.047
Zinseinzahlungen 10.327 15.185
Zinsauszahlungen –18.601 –22.585
Steuerauszahlungen –21.077 –43.957

Finanzmittelbestand am Ende der Periode 193.818 135.856

64

(14)

(15)

(16)

KONZERN-BILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2015

Stand am Stand am
28.02.2015 28.02.20141 01.03.20131
241.475 243.327 247.125
661.537 643.613 612.069
84.384 57.057 72.544
104.879 104.584 105.264
1.114 1.120 1.205
21.070 24.525 18.945
22.184 30.266 31.523
1.136.643 1.104.492 1.088.675
625.313 685.450 825.122
439.793 452.025 470.522
11.179
1.198
126.448
1.434.469
2.406.887 2.392.218 2.523.144
103.210
411.362
609.714
1.124.286
65.161 66.255 86.060
11.274
46
193.818
1.270.244
103.210
411.362
614.687
1.129.259
14.249
146
135.856
1.287.726
103.210
411.362
610.161
1.124.733
(25a)
(25b)
(26)
(27)

(28)

(25b) (26) (27)

1.194.420 1.190.988 1.210.346
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 71.885 58.305 60.170
Übrige Rückstellungen 14.879 12.631 14.422
Finanzverbindlichkeiten 319.672 327.611 423.403
Sonstige Verbindlichkeiten 1.204 1.365 2.283
Steuerschulden 0 0 744
Passive latente Steuern 10.424 12.602 14.241
418.064 412.514 515.263
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 41.757 37.397 29.146
Finanzverbindlichkeiten 309.354 299.773 274.867
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 411.193 420.449 452.921
Steuerschulden 32.099 31.097 40.601
794.403 788.716 797.535
Summe Passiva 2.406.887 2.392.218 2.523.144

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15 VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015

66 Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar

Gewinn-
Grund- Kapital- Rücklage Rücklage Rücklage
kapital rücklagen für für für ver-
Available Cashflow- sicherungs-
for Sale Hedges mathem.
Gewinne/
Verluste
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Stand 01.03.2014 103.210 411.362 3.971 –5 –15.467
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 1.022 –31 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 –16.973
Steuereffekte 0 0 –699 251 2.486
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 323 220 –14.487
Konzernergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 323 220 –14.487
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0
Anteils- und Konsolidierungs
kreisänderungen 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0
Stand 28.02.2015 103.210 411.362 4.294 215 –29.954
614.687
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Stand 01.03.2013 (veröffentlicht) 103.210 411.362 4.411 –693 –15.028
Anpassungen gemäß IAS 8 0 0 0 0 0
Stand 01.03.2013 103.210 411.362 4.411 –693 –15.028
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 –567 872 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 59
Steuereffekte 0 0 127 –184 –17
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 –440 688 42
Konzernergebnis
(inkl. IAS 8-Anpassung) 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –440 688 42
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0
Zuzahlungen anderer Gesellschafter 0 0 0 0 0
Anteils- und Konsolidierungs
kreisänderungen 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 –481
Stand 28.02.2014 103.210 411.362 3.971 –5 –15.467

610.161

Beteiligungs-AG zurechenbar
rücklagen
Übriges
kumuliertes
Eigen-
kapital
Unter-
schieds-
betrag
Währungs-
umrech-
Jahres-
ergebnis
Eigen-
kapital der
AGRANA-
Aktionäre
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Summe
600.013 nung
–83.506
105.155 1.124.733 66.255 1.190.988
0 0 0 991 0 991
0
0
0
0
0
–8.241
0
0
0
–16.973
2.038
–8.241
–288
152
696
–17.261
2.190
–7.545
0 –8.241 0 –22.185 560 –21.625
0 0 80.896 80.896 3.682 84.578
0 –8.241 80.896 58.711 4.242 62.953
0 0 –51.127 –51.127 –4.318 –55.445
54.028 0 –54.028 0 0 0
–2.548 0 0 –2.548 –979 –3.527
–510 0 0 –510 –39 –549
650.983 –91.747 80.896 1.129.259 65.161 1.194.420
513.521
–1.543
511.978
0
–40.399
0
–40.399
0
149.445
0
149.445
0
1.125.829
–1.543
1.124.286
305
86.060
0
86.060
218
1.211.889
–1.543
1.210.346
523
0
0
0
0
0
–43.107
0
0
0
59
–74
–43.107
1
–54
–2.217
60
–128
–45.324
0 –43.107 0 –42.817 –2.052 –44.869
0 0 105.155 105.155 1.827 106.982
0 –43.107 105.155 62.338 –225 62.113
0 0 –51.127 –51.127 –952 –52.079
98.318
0
0
0
–98.318
0
0
0
0
547
0
547
–10.811 0 0 –10.811 –19.014 –29.825
528 0 0 47 –161 –114
600.013 –83.506 105.155 1.124.733 66.255 1.190.988

610.161

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2014|15

KONZERNANHANG DER AGRANA-GRUPPE

68 Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.

Der Konzernabschluss 2014|15 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

1. INFORMATIONEN ZU GESCHÄFTSSEGMENTEN

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.

Die AGRANA-Gruppe hat die drei berichtspflichtigen Segmente Zucker, Stärke und Frucht, die entsprechend der strategischen Ausrichtung gebildet wurden. Jedes der Segmente bietet ein unterschiedliches Produktportfolio an und wird aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffungen und Absatzstrategien getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.

Für jedes Segment gibt es eine interne Berichterstattung, die monatlich an den COD (Chief Operating Decisionmaker) erfolgt. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente werden nachstehend gegeben. Die Bewertung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v.a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.

1.1. SEGMENTIERUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Umsatzerlöse (brutto) 812.265 708.233 1.062.510 –89.496 2.493.512
Umsätze zwischen Segmenten –81.127 –8.102 –267 89.496 0
Umsatzerlöse 731.138 700.131 1.062.243 0 2.493.512
EBITDA 29.355 49.005 103.556 0 181.916
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –19.656 –21.967 –38.276 0 –79.899
Operatives Ergebnis 9.699 27.038 65.280 0 102.017
Ergebnis aus Sondereinflüssen 1.002 0 –6.672 0 –5.670
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden –1.721 27.093 0 0 25.372
Ergebnis der Betriebstätigkeit 8.980 54.131 58.608 0 121.719
Segmentvermögen 1.722.879 467.881 1.080.921 –864.794 2.406.887
Segmentschulden 803.520 166.902 770.032 –527.987 1.212.467
Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 34.476 13.743 42.990 0 91.209
Investitionen in Finanzanlagen 4 0 36 0 40
Investitionen gesamt 34.480 13.743 43.026 0 91.249
Buchwert von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden 3.754 80.630 0 0 84.384
Mitarbeiter 2.326 863 5.519 0 8.708
GESCHÄFTSJAHR 2013 142
Umsatzerlöse (brutto) 1.049.780 716.650 1.172.672 –97.386 2.841.716
Umsätze zwischen Segmenten –86.900 –9.957 –529 97.386 0
Umsatzerlöse 962.880 706.693 1.172.143 0 2.841.716
EBITDA 64.197 44.732 105.326 0 214.255
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –18.774 –20.158 –40.722 0 –79.654
Operatives Ergebnis 45.423 24.574 64.604 0 134.601
Ergebnis aus Sondereinflüssen 4.677 0 –786 0 3.891
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden –933 29.325 0 0 28.392
Ergebnis der Betriebstätigkeit 49.167 53.899 63.818 0 166.884
Segmentvermögen 1.811.864 535.468 1.066.924 –1.022.036 2.392.220
Segmentschulden 874.789 254.756 765.323 –693.637 1.201.231
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 43.117 35.025 51.814 0 129.956
Investitionen in Finanzanlagen 15 0 162 0 177
Investitionen gesamt 43.132 35.025 51.976 0 130.133
Buchwert von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden 5.320 51.737 0 0 57.057
Mitarbeiter 2.276 858 5.371 0 8.505

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Im Ergebnis aus Sondereinflüssen sind Erträge aus der Rückerstattung der für die Zuckerwirtschaftsjahre 2001|02 bis 2005|06 zu viel entrichteten Produktionsabgaben als auch Aufwendungen aus der Schließung eines Werkes des Segmentes Frucht in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich sowie die Schließung eines Produktionsstandortes in Belgien enthalten.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung.

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben finden sich auf Seite 76ff.

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

70 1.2. SEGMENTIERUNG NACH REGIONEN

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

t€ 2014 15 2013 141
Umsatz
Österreich 1.333.776 1.511.203
Ungarn 86.107 116.860
Rumänien 173.030 230.498
Restliche EU 408.113 452.262
EU-28 2.001.026 2.310.823
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 91.863 131.581
Übriges Ausland 400.623 399.312
Summe 2.493.512 2.841.716

Der Umsatz ist um 348.204 t€ geringer als im Vorjahr. Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 541.033 (Vorjahr: 711.304) t€, was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 21,7% darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina definiert. Kein Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10% des Gesamtumsatzes der AGRANA-Gruppe.

t€ 2014 15 2013 141
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte2
Österreich 32.999 50.543
Ungarn 17.673 15.003
Rumänien 4.408 13.574
Restliche EU 13.651 16.588
EU-28 68.731 95.708
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 3.255 5.027
Übriges Ausland 19.223 29.221
Summe 91.209 129.956
t€ 2014 15 2013 141
Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte2
Österreich 315.217 318.915
Ungarn 63.690 50.723
Rumänien 39.760 38.585
Restliche EU 121.481 126.284
EU-28 540.148 534.507
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 19.723 29.994
Übriges Ausland 116.965 96.262
Summe 676.836 660.763

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Überleitung vom Gewinn zum Gesamtergebnis, der Geldflussrechnung sowie der Bilanz werden die Eigenkapitalveränderungen gezeigt. Die Anhangsangaben enthalten außerdem Informationen zu den Geschäftssegmenten.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Die im Folgenden erläuterten IFRS und IFRIC waren im Geschäftsjahr 2014|15 erstmalig verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen von IAS 36 (Wertminderungen von Vermögenswerten) korrigieren zum einen die durch IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwertes) in IAS 36 eingeführte Angabenvorschrift, den erzielbaren Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder Gruppe von Einheiten) anzugeben, der ein bedeutender Geschäfts- oder Firmenwert oder bedeutende immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer zugeordnet sind. Durch die Änderung von IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) wird das gegenwärtige Saldierungsmodell nach IAS 32 im Grundsatz beibehalten, jedoch durch zusätzliche Anwendungsleitlinien (Application Guidance) konkretisiert. Infolge der Änderungen von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) müssen Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen Derivate auf zentrale Gegenparteien umstellen. Die erstmalige Anwendung dieser geänderten Standards hatte keine wesentlichen bzw. keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Mit dem erstmalig anzuwendenden IFRS 10 (Konzernabschlüsse), der die bis dahin in IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse) und SIC 12 (Konsolidierung Zweckgesellschaften) enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung ersetzt, hat sich die Definition der Beherrschung dahingehend geändert, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewendet werden. Nach dem neuen Konzept ist Beherrschung gegeben, wenn das potenzielle Mutterunternehmen die Entscheidungsgewalt aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über das potenzielle Tochterunternehmen innehat, es an positiven oder negativen variablen Rückflüssen aus dem Tochterunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsgewalt beeinflussen kann. Für AGRANA haben sich keine Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis und somit auch nicht auf den Konzernabschluss ergeben.

72 Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) ist die Quotenkonsolidierung weggefallen, gleichzeitig wurden zwei Arten von gemeinschaftlichen Vereinbarungen definiert: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Die bisher quotal konsolidierten Gemeinschaftsunternehmen werden mit Beginn dieses Geschäftsjahres nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 einbezogen. Die Vorschrift war retrospektiv anzuwenden, weshalb das Vorjahr entsprechend angepasst wurde. Einzelheiten zu den Auswirkungen sowie Ausweisänderungen sind am Ende dieses Abschnitts unter den Anpassungen gemäß IAS 8 (Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler) erläutert. Die Einordnung als Gemeinschaftsunternehmen findet sich auf Seite 94 unter den Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen.

erwägungen auf alle Bestandteile des Abschlusses anzuwenden sind, auch wenn einzelne Standards Mindestangaben vorschreiben. Die Relevanz von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung bestimmt deren Aufgliederung oder Zusammenfassung. Im sonstigen Gesamtergebnis werden sämtliche Effekte aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen in einer separaten Zeile unabhängig von der Recycelbarkeit dargestellt. Die Änderungen sind Bestandteil der Initiative zur Verbesserung von Angabepflichten

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

(Disclosure Initiative). Es werden Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses und die Angaben im Anhang erwartet.

Standard/Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Anerkennung
durch IASB Erstanwendungs- durch EU
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 18.12.2014 2016 17 nein
IAS 16 Sachanlagen (Änderung) 12.05.2014 2016 17 nein
IAS 16 Sachanlagen (Änderung) 30.06.2014 2016 17 nein
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (Änderung) 21.11.2013 2015 16 17.12.2014
IAS 27 (2011) Separate Abschlüsse (Änderung) 12.08.2014 2016 17 nein
IAS 28 (2011) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 11.09.2014 2016 17 nein
IAS 28 (2011) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 18.12.2014 2016 17 nein
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte (Änderung) 12.05.2014 2016 17 nein

Der erstmalig anzuwendende IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen) legt die erforderlichen Angaben für Unternehmen fest, die in Übereinstimmung mit den Standards IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (gemeinschaftliche Vereinbarungen) und IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) bilanzieren. Die quantitativen und qualitativen Angaben gemäß IFRS 12 müssen es dem Abschlussadressaten ermöglichen, Art, Risiken und finanzielle Auswirkungen, die mit dem Engagement verbunden sind, zu beurteilen.

Nachfolgend eine Übersicht über die Standards und Interpretationen, die ab dem Geschäftsjahr 2015|16 oder später anzuwenden sind bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet.

Standard/Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Anerkennung Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA

IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 18.12.2014 2016|17 nein Mit den Änderungen wird klargestellt, dass Informationen durch Aggregation nicht vermieden werden sollen und dass Wesentlichkeitserwägungen auf alle Bestandteile des Abschlusses anzuwenden sind, auch wenn einzelne Standards Mindestangaben vorschreiben. Die Relevanz von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung bestimmt deren Aufgliederung oder Zusammenfassung. Im sonstigen Gesamtergebnis werden sämtliche Effekte aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen in einer separaten Zeile unabhängig von der Recycelbarkeit dargestellt. Die Änderungen sind Bestandteil der Initiative zur Verbesserung von Angabepflichten (Disclosure Initiative). Es werden Auswirkungen auf die Darstellung des Abschlusses und die Angaben im Anhang erwartet.

IAS 16 Sachanlagen (Änderung) 12.05.2014 2016|17 nein Mit der Änderung wurde klargestellt, dass eine Abschreibung, die auf Erlösen basiert, die aus einer Tätigkeit entstehen, die die Verwendung eines Vermögenswertes beinhaltet, nicht sachgerecht ist, da Erlöse die Erzeugung des wirtschaftlichen Nutzens und nicht dessen Verbrauch darstellen. Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IAS 16 Sachanlagen (Änderung) 30.06.2014 2016|17 nein Siehe Änderung von IAS 41 (Landwirtschaft).

durch IASB Erstanwendungs- durch EU pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (Änderung) 21.11.2013 2015|16 17.12.2014 Die Änderungen betreffen die Erfassung von Arbeitnehmerbeiträgen bzw. Beiträgen Dritter zu leistungsorientierten Pensionsplänen, deren Höhe unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre ist. Dabei wird es zulässig sein, solche Beiträge in der Periode als Reduktion des laufenden Dienstzeitaufwandes, in der die korrespondierende Arbeitsleistung erbracht wird, zu erfassen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IAS 27 (2011) Separate Abschlüsse (Änderung) 12.08.2014 2016|17 nein Mit den Änderungen wird die Equity-Methode als Bilanzierungsoption für Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierte Unternehmen im separaten Abschluss wieder zugelassen. Die Änderung hat keine Auswirkungen, da sie Einzelabschlüsse betrifft.

IAS 28 (2011) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 11.09.2014 2016|17 nein Die Änderung stellt klar, dass bei Transaktionen mit einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture das Ausmaß der Erfolgserfassung davon abhängt, ob die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb darstellen. Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IAS 28 (2011) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 18.12.2014 2016|17 nein Mit der Änderung wird verdeutlicht, dass eine Nicht-Investmentgesellschaft, die eine Investmentgesellschaft als assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezieht, die durch das assoziierte Unternehmen bzw. das Gemeinschaftsunternehmen vorgenommene Fair Value-Bewertung von Tochterunternehmen beibehalten darf. Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte (Änderung) 12.05.2014 2016|17 nein Mit der Änderung wurde eine widerlegbare Annahme aufgenommen, wonach eine erlösbasierte Abschreibungsmethode aus denselben Gründen wie in IAS 16 (Sachanlagen) (siehe oben) nicht sachgerecht ist. Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

Standard/Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Voraussichtliche
Erstanwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Anerkennung
durch EU
IAS 41 Landwirtschaft (Änderung) 30.06.2014 2016 17 nein
IFRS 9 (2014) Finanzinstrumente 24.07.2014 2018 19 nein

Wertminderung und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen, in denen das Projekt zur Ersetzung von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) abgearbeitet wurden, zusammengebracht sind. In dieser neuen Version des Standards sind das neue Modell der erwarteten Verluste in Bezug auf Wertminderungen und begrenzte Änderungen bei den Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften für finanzielle Vermögenswerte aufgenommen worden. Das Wertminderungsmodell beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste bei Vertragsbeginn abzubilden. Ausgenommen sind Instrumente, die bereits bei Zugang wertgemindert sind; bei diesen werden die erwarteten Verluste im bei Zugang bestimmten Effektivzins widergespiegelt. Das Klassifizierungs- und Bewertungsmodell wurde für finanzielle Vermögenswerte für bestimmte Schuldinstrumente um die Kategorie "Beizulegender Zeitwert mit Erfassung der Änderungen im sonstigen Ergebnis" (Fair Value Through Other Comprehensive Income, FVTOCI) ergänzt. Außerdem wurden neue Leitlinien dazu aufgenommen, wie die Prüfung der Geschäftsmodellbedingung und der Zahlungsstrombedingung durchgeführt werden kann. Der Standard ersetzt alle früheren Fassungen von IFRS 9. Die Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung werden geprüft. Es wird von einer

leistungen bei einem Unternehmenszusammenschluss), IFRS 8 (Zusammenfassung von Segmenten), IFRS 13 (Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten), IAS 16 und IAS 38 (Anteilsmäßige Neudarstellung der kumulierten Abschreibung bei der Neubewertungsmethode) sowie IAS 24 (Erweiterung der Definition der nahestehenden Unternehmen und Personen). Die Auswirkungen auf die Darstellung der

Ausweitung der Angabepflichten ausgegangen.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 11.09.2014 2016 17 nein
IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 18.12.2014 2016 17 nein
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Änderung) 06.05.2014 2016 17 nein
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Untermehmen
(Änderung)
18.12.2014 2016 17 nein
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 2016 17 nein
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 28.05.2014 2017 18 nein
17.12.2014
Diverse Annual Improvements Project 2010–2012 12.12.2013 2015 16

Standard/Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Anerkennung Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA

durch IASB Erstanwendungs- durch EU pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr

IAS 41 Landwirtschaft (Änderung) 30.06.2014 2016|17 nein Mit der Änderung fallen fruchttragende Pflanzen, die nur zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte verwendet werden, in den Anwendungsbereich von IAS 16 (Sachanlagen). Somit können diese analog zu Sachanlagen bilanziert werden. Eine fruchttragende Pflanze ist definiert als eine lebende Pflanze, die zur Herstellung oder Lieferung landwirtschaftlicher Produkte verwendet wird, erwartungsgemäß mehr als eine Periode Frucht tragen wird und mit Ausnahme des Verkaufes nach Ende der Nutzbarkeit nur mit geringer Wahrscheinlichkeit als landwirtschaftliches Produkt verkauft wird. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

IFRS 9 (2014) Finanzinstrumente 24.07.2014 2018|19 nein Der IASB hat die endgültige Fassung von IFRS 9 herausgegeben, in dem die Ergebnisse der Phasen zu Klassifizierung und Bewertung, Wertminderung und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen, in denen das Projekt zur Ersetzung von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) abgearbeitet wurden, zusammengebracht sind. In dieser neuen Version des Standards sind das neue Modell der erwarteten Verluste in Bezug auf Wertminderungen und begrenzte Änderungen bei den Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften für finanzielle Vermögenswerte aufgenommen worden. Das Wertminderungsmodell beruht auf der Prämisse, erwartete Verluste bei Vertragsbeginn abzubilden. Ausgenommen sind Instrumente, die bereits bei Zugang wertgemindert sind; bei diesen werden die erwarteten Verluste im bei Zugang bestimmten Effektivzins widergespiegelt. Das Klassifizierungs- und Bewertungsmodell wurde für finanzielle Vermögenswerte für bestimmte Schuldinstrumente um die Kategorie "Beizulegender Zeitwert mit Erfassung der Änderungen im sonstigen Ergebnis" (Fair Value Through Other Comprehensive Income, FVTOCI) ergänzt. Außerdem wurden neue Leitlinien dazu aufgenommen, wie die Prüfung der Geschäftsmodellbedingung und der Zahlungsstrombedingung durchgeführt werden kann. Der Standard ersetzt alle früheren Fassungen von IFRS 9. Die Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung werden geprüft. Es wird von einer Ausweitung der Angabepflichten ausgegangen.

IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 11.09.2014 2016|17 nein Siehe Änderung von IAS 28 (geändert 2011) (Anteile an assoziierten Unternehmen).

IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 18.12.2014 2016|17 nein Die Änderung stellt klar, dass die Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses auch für Mutterunternehmen gilt, die selbst Tochterunternehmen einer Investmentgesellschaft sind, und dass eine Investmentgesellschaft sämtliche Tochterunternehmen, die selbst die Definitionskriterien einer Investmentgesellschaft erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert bewerten muss. Letzteres gilt auch dann, wenn die Tochterunternehmen anlagebezogene Dienstleistungen erbringen. Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Änderung) 06.05.2014 2016|17 nein Mit der Änderung hat der Erwerber von Anteilen an einer gemeinsamen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb darstellen wie in IFRS 3 definiert, alle Prinzipien in Bezug auf die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen aus IFRS 3 und anderen IFRS anzuwenden, solange diese nicht im Widerspruch zu den Leitlinien in IFRS 11 stehen. Die Änderung kann Auswirkungen auf die Bilanzierung von künftigen Anteilserwerben haben.

IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Untermehmen 18.12.2014 2016|17 nein Mit der Änderung wird klargestellt, dass von Investmentgesellschaften, die ihre Tochterunternehmen zum beizulegenden Zeitwert (Änderung) bewerten, in den Anwendungsbereich von IFRS 12 fallen und dass die nach IFRS 12 erforderlichen Angaben zu Investmentgesellschaften zu machen sind. Die Änderung ist für AGRANA nicht relevant.

IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 2016|17 nein IFRS 14 regelt, dass Unternehmen, die IFRS-Erstanwender sind und die nach ihren bisherigen Rechnungslegungsvorschriften regulatorische Abgrenzungsposten erfassen, zu gestatten ist, dies auch nach dem Übergang auf die IFRS weiterhin zu tun. Der Standard ist für AGRANA nicht relevant.

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 28.05.2014 2017|18 nein Mit IFRS 15 werden Prinzipien geschaffen, die ein Unternehmen bei der Berichterstattung über die Art, die Höhe, den zeitlichen Anfall sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und resultierenden Zahlungsströmen aus einem Vertrag mit einem Kunden anzuwenden hat. Insbesondere werden Kriterien aufgestellt, nach denen verschiedene Leistungsverpflichtungen in einem Vertrag als eigenständig anzusehen sind. AGRANA erwartet aus der Anwendung keine Auswirkungen auf die Umsatzrealisierungszeitpunkte, aber erweiterte Angabepflichten.

Diverse Annual Improvements Project 2010–2012 12.12.2013 2015|16 17.12.2014 Die Verbesserungen betreffen im Wesentlichen IFRS 2 (Definition von Ausübungsbedingungen), IFRS 3 (Bilanzierung von bedingten Gegenleistungen bei einem Unternehmenszusammenschluss), IFRS 8 (Zusammenfassung von Segmenten), IFRS 13 (Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten), IAS 16 und IAS 38 (Anteilsmäßige Neudarstellung der kumulierten Abschreibung bei der Neubewertungsmethode) sowie IAS 24 (Erweiterung der Definition der nahestehenden Unternehmen und Personen). Die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

Standard/Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Voraussichtliche
Erstanwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Anerkennung
durch EU
Diverse Annual Improvements Project 2011–2013 12.12.2013 2015 16 18.12.2014
Diverse Annual Improvements Project 2012–2014 25.09.2014 2016 17 nein
IFRIC 21 Abgaben 20.05.2013 2015 16 13.06.2014

nicht abgedeckt sind allerdings Ertragsteuern im Sinne von IAS 12 (Strafzahlungen und andere Strafen). Die Anwendung auf Schulden aus Emissionshandelssystemen ist optional. Das verpflichtende Ereignis für den Ansatz einer Schuld ist eine Aktivität, welche die Zahlung nach der einschlägigen Gesetzgebung auslöst. Die Schuld ist pro rata temporis anzusetzen, wenn das verpflichtende Ereignis über einen Zeitraum eintritt bzw.wenn die Verpflichtung durch Erreichen eines Schwellwertes ausgelöst wird. Die Änderungen werden keine

wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA haben.

ANPASSUNGEN GEMÄSS IAS 8

Anpassungen gemäß IAS 8 betreffen Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Es wurde rückwirkend die Bemessungsgrundlage für Abfertigungsverpflichtungen und noch nicht konsumierte Urlaube geändert.

Am 28. Februar 2014 wurde der negative Marktwert eines Zinsswaps erfolgsneutral einschließlich latenter Steuern im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst, wobei die Voraussetzungen dafür gemäß IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) nicht gegeben waren. Der Vorjahresausweis wurde dahingehend angepasst, dass die Bewertung erfolgswirksam in den Finanzaufwendungen und die Steuereffekte unter den Ertragsteuern in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen wurden.

Weiters haben sich Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) zu Beginn des Geschäftsjahres 2014|15 auf die Bilanz, auf die Gewinn- und Verlustrechnung und auf weitere Abschlussbestandteile ergeben, da die bisher quotal einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen der STUDEN-Gruppe (Segment Zucker) und der HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) seitdem nach der Equity-Methode einbezogen werden.

Durch die retrospektive Anwendung des neuen Standards ergaben sich analoge Auswirkungen auch auf die dargestellten Vergleichsperioden. Eine Aufschlüsselung der Vermögenswerte und Schulden, die zum 1.März 2013 erstmalig im Posten "Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen" zusammengefasst wurden, kann der nachfolgenden Übersicht entnommen werden.

Standard/Interpretation Verabschiedung Voraussichtliche Anerkennung Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA

durch IASB Erstanwendungs- durch EU pflicht für AGRANA ab Geschäftsjahr

Diverse Annual Improvements Project 2011–2013 12.12.2013 2015|16 18.12.2014 Die Verbesserungen betreffen im Wesentlichen IFRS 1 (Bedeutung von "in Kraft getreten" in Bezug auf IFRS), IFRS 3 (Anwendungsbereich der Ausnahme für Joint Ventures), IFRS 13 (Anwendungsbereich von IFRS 13) und IAS 40 (Klarstellung der Beziehung zwischen IFRS 3 und IAS 40 bei der Klassifizierung einer Immobilie als Finanzinvestition gehalten oder als eigentümergenutzt). Die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

Diverse Annual Improvements Project 2012–2014 25.09.2014 2016|17 nein Die Verbesserungen betreffen im Wesentlichen IFRS 5 (Änderungen in der Veräußerungsmethode), IFRS 7 (Verwaltungsverträge), IAS 19 (Abzinsungssatz basiert auf Anleihen, die in gleicher Währung denominiert sein sollten wie die zu leistenden Zahlungen) und IAS 34 (Angaben zu Informationen an anderer Stelle im Zwischenbericht). Die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

IFRIC 21 Abgaben 20.05.2013 2015|16 13.06.2014 IFRIC 21 (Abgaben) bietet Leitlinien dazu, wann eine Schuld für eine Abgabe anzusetzen ist, die von einer Regierung auferlegt wird. Davon nicht abgedeckt sind allerdings Ertragsteuern im Sinne von IAS 12 (Strafzahlungen und andere Strafen). Die Anwendung auf Schulden aus Emissionshandelssystemen ist optional. Das verpflichtende Ereignis für den Ansatz einer Schuld ist eine Aktivität, welche die Zahlung nach der einschlägigen Gesetzgebung auslöst. Die Schuld ist pro rata temporis anzusetzen, wenn das verpflichtende Ereignis über einen Zeitraum eintritt bzw.wenn die Verpflichtung durch Erreichen eines Schwellwertes ausgelöst wird. Die Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA haben.

t€ Übergangseffekte
aus Erstanwendung
von IFRS 11
01. 03. 2013
Langfristige Vermögenswerte 82.293
Kurzfristige Vermögenswerte 45.985
Vorräte 26.370
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.654
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquialente 17.961
Summe Aktiva 128.278
Langfristige Schulden –5.572
Kurzfristige Schulden –50.162
Summe Passiva –55.734
Buchwert (Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen) 72.544

Der Rückgang der Vermögenswerte und Schulden führte zu einer Reduktion des Capital Employed und der Nettofinanzschulden. In der Gewinn- und Verlustrechnung waren neben dem Rückgang der Umsatzerlöse sämtliche Posten im Bereich des Ergebnisses der Betriebstätigkeit, des Finanzergebnisses bis hin zu den Ertragsteuern von den Anpassungen betroffen; das Konzernergebnis und das Ergebnis je Aktie blieben unverändert. Das Ergebnis nach Steuern der betroffenen Gesellschaften floss ausschließlich in den Ergebnisteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, ein. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass es sich bei diesen Unternehmen um operative Beteiligungen und nicht um Finanzanlagen handelte, wurde der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, als Bestandteil des Ergebnisses der Betriebstätigkeit ausgewiesen.

In den nachstehenden Tabellen sind gemäß IAS 8 die im Vorjahr in 2013|14 veröffentlichten Werte, deren Anpassung aus dem Übergang auf die Equity-Methode, der IAS 8-Anpassungen betreffend Abfertigungsverpflichtungen, Verpflichtungen für noch nicht konsumierte Urlaube und der erfolgswirksamen Erfassung eines Zinsswaps sowie die Werte nach dem Übergang bzw. Anpassungen angegeben.

t€ Stand Übergang IAS 8- Stand
veröffentlicht auf Equity- Anpas- nach Anpas-
Methode sungen sungen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2013 14
Umsatzerlöse 3.043.430 –201.714 0 2.841.716
Bestandsveränderungen –111.024 1.923 0 –109.101
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.796 –275 0 2.521
Sonstige betriebliche Erträge 30.542 –1.139 0 29.403
Materialaufwand –2.065.969 133.949 0 –1.932.020
Personalaufwand –281.380 6.326 –188 –275.242
Abschreibungen –87.537 7.883 0 –79.654
Sonstige betriebliche Aufwendungen –355.529 16.398 0 –339.131
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden 0 28.392 0 28.392
Ergebnis der Betriebstätigkeit 175.329 –8.257 –188 166.884
Finanzerträge 18.738 86 0 18.824
Finanzaufwendungen –45.938 446 –3.534 –49.026
Finanzergebnis –27.200 532 –3.534 –30.202
Ergebnis vor Ertragsteuern 148.129 –7.725 –3.722 136.682
Ertragsteuern –38.355 7.725 930 –29.700
Konzernergebnis 109.774 0 –2.792 106.982
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 107.947 0 –2.792 105.155
– davon nicht beherrschende Anteile 1.827 0 0 1.827
Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) 7,60 € 0,00 € –0,20 € 7,40 €
t€ Stand Übergang IAS 8- Stand
veröffentlicht auf Equity- Anpas- nach Anpas-
Methode sungen sungen
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
2013 14
Konzernergebnis 109.774 0 –2.792 106.982
Erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasste Erträge und Aufwendungen –47.459 0 2.590 –44.869
Gesamtergebnis 62.315 0 –202 62.113
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 62.540 0 –202 62.338
– davon nicht beherrschende Anteile –225 0 0 –225
t€ Stand Übergang IAS 8- Stand
veröffentlicht auf Equity- Anpas- nach Anpas-
Methode sungen sungen
Konzern-Geldflussrechnung 2013 14
Konzernergebnis 109.774 0 –2.792 106.982
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 87.582 –7.883 0 79.699
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –1.098 0 0 –1.098
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –4.646 –3 78 –4.571
Ergebnis aus der Einbeziehung
von Unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden 0 –28.392 0 –28.392
Dividenden von Unternehmen, die nach
der Equity-Methode bilanziert werden 0 30.000 0 30.000
Sonstige zahlungsunwirksame
Aufwendungen und Erträge 4.625 –3.782 2.651 3.494
Cashflow aus dem Ergebnis 196.237 –10.060 –63 186.114
Gewinne aus Anlagenabgängen –1.080 14 0 –1.066
Veränderungen der Vorräte 143.313 402 0 143.715
Veränderungen der Forderungen,
aktiven latenten Steuern und
kurzfristigen Vermögenswerte 22.099 16.541 0 38.640
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 8.255 –4 0 8.251
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) –73.867 –5.168 63 –78.972
Währungsumrechnungsbedingte
Veränderungen von Nicht-Fondspositionen –11.716 –1.071 0 –12.787
Veränderung des Working Capital 88.084 10.700 63 98.847
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 283.241 654 0 283.895
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 3.685 –487 0 3.198
Auszahlungen für Investitionen
in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –138.181 7.707 0 –130.474
Einzahlungen aus dem
Verkauf von Wertpapieren 987 0 0 987
Auszahlungen für Investitionen
in das Finanzanlagevermögen –177 0 0 –177
Einzahlungen aus der Ersteinbeziehung/
dem Erwerb von Geschäftseinheiten 2.636 –2.636 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit –131.050 4.584 0 –126.466
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft
durch nicht beherrschende Anteile 547 0 0 547
Einzahlungen/Auszahlungen von
Kontokorrentkrediten und Barvorlagen –91.118 3.524 0 –87.594
Gezahlte Dividenden –52.080 0 0 –52.080
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –142.651 3.524 0 –139.127
Veränderungen des Finanzmittelbestandes 9.540 8.762 0 18.302
Einfluss von Wechselkursänderungen
auf den Finanzmittelbestand –9.465 571 0 –8.894
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 144.409 –17.961 0 126.448
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 144.484 –8.628 0 135.856
t€ Stand
veröffentlicht
Übergang
auf Equity-
IAS 8-
Anpas-
Stand
nach Anpas-
Methode sungen sungen
Konzern-Bilanz zum 28. 02. 2014
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte
und Geschäfts-/Firmenwerte 247.763 –4.436 0 243.327
Sachanlagen 711.626 –68.013 0 643.613
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen
Wertpapiere
0
104.584
57.057
0
0
0
57.057
104.584
Beteiligungen 1.169 –49 0 1.120
Forderungen und
sonstige Vermögenswerte 24.532 –7 0 24.525
Aktive latente Steuern 30.084 –399 581 30.266
1.119.758 –15.847 581 1.104.492
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 712.222 –26.772 0 685.450
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Vermögenswerte 461.090 –9.065 0 452.025
Laufende Ertragsteuerforderungen 14.364 –115 0 14.249
Wertpapiere 146 0 0 146
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 144.484 –8.628 0 135.856
1.332.306 –44.580 0 1.287.726
Summe Aktiva 2.452.064 –60.427 581 2.392.218
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 0 0 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 0 0 411.362
Gewinnrücklagen 611.906 0 –1.745 610.161
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.126.478 0 –1.745 1.124.733
Nicht beherrschende Anteile 66.255 0 0 66.255
1.192.733 0 –1.745 1.190.988
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen
und Abfertigungen 56.796 –50 1.559 58.305
Übrige Rückstellungen 12.642 –11 0 12.631
Finanzverbindlichkeiten 331.469 –3.858 0 327.611
Sonstige Verbindlichkeiten 1.387 –22 0 1.365
Steuerschulden 0 0 0 0
Passive latente Steuern 15.614 –3.012 0 12.602
417.908 –6.953 1.559 412.514
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 37.441 –44 0 37.397
Finanzverbindlichkeiten 328.316 –28.543 0 299.773
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 444.012 –24.330 767 420.449
Steuerschulden 31.654 –557 0 31.097
841.423 –53.474 767 788.716
Summe Passiva 2.452.064 –60.427 581 2.392.218
t€ Stand Übergang IAS 8- Stand
veröffentlicht auf Equity- Anpas- nach Anpas-
Methode sungen sungen
Konzern-Bilanz zum 01. 03. 2013
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte
und Geschäfts-/Firmenwerte 249.338 –2.213 0 247.125
Sachanlagen 685.481 –73.412 0 612.069
Nach der Equity-Methode
bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen 0 72.544 0 72.544
Wertpapiere 105.264 0 0 105.264
Beteiligungen 5.745 –4.540 0 1.205
Forderungen und
sonstige Vermögenswerte 18.945 0 0 18.945
Aktive latente Steuern 33.137 –2.128 514 31.523
1.097.910 –9.749 514 1.088.675
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 851.492 –26.370 0 825.122
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Vermögenswerte 472.084 –1.562 0 470.522
Laufende Ertragsteuerforderungen 11.271 –92 0 11.179
Wertpapiere 1.198 0 0 1.198
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente 144.409 –17.961 0 126.448
1.480.454 –45.985 0 1.434.469
Summe Aktiva 2.578.364 –55.734 514 2.523.144
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 0 0 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 0 0 411.362
Gewinnrücklagen 611.257 0 –1.543 609.714
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.125.829 0 –1.543 1.124.286
Nicht beherrschende Anteile 86.060 0 0 86.060
1.211.889 0 –1.543 1.210.346
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen
und Abfertigungen 58.844 –47 1.373 60.170
Übrige Rückstellungen 14.435 –13 0 14.422
Finanzverbindlichkeiten 428.788 –5.385 0 423.403
Sonstige Verbindlichkeiten 2.283 0 0 2.283
Steuerschulden 744 0 0 744
Passive latente Steuern 14.368 –127 0 14.241
519.462 –5.572 1.373 515.263
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 29.186 –40 0 29.146
Finanzverbindlichkeiten 305.802 –30.935 0 274.867
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 471.421 –19.184 684 452.921
Steuerschulden 40.604 –3 0 40.601
847.013 –50.162 684 797.535
Summe Passiva 2.578.364 –55.734 514 2.523.144

82 3. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 63 (Vorjahr: 64) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 11 (Vorjahr: 12) Unternehmen nach der Equity-Methode einbezogen.

Eine Übersicht der voll einbezogenen Unternehmen, nach der Equity-Methode einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich auf Seite 139ff.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2014|15 wie folgt verändert:

Voll-
konsolidierung
Equity-
Methode
Stand 01.03.2014 64 12
Erstmalige Einbeziehung 3 0
Verschmelzung –4 –1
Stand 28.02.2015 63 11

Erstmalige Einbeziehung

  • █ AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH, Wien Tätigkeit: Handel mit Waren aller Art, insbesondere Zucker, Rohzucker und Weißzucker, einschließlich Handelsagentur und Handelsvertretung Einbeziehungszeitpunkt: Mai 2014 Anteil: 100% Gründungskosten in bar: 10 t€
  • █ AGRANA URZICENI S.R.L., Bukarest|Rumänien Tätigkeit: Produktion aus Zuckerrübe, Rohzuckerraffination, Handel mit Zucker und Zuckererzeugnissen, Erbringung von Dienstleistungen, Import und Export Einbeziehungszeitpunkt: Dezember 2014 Anteil: 100% Gründungskosten in bar: 29 t€
  • █ AGRANA LIESTI S.R.L., Bukarest|Rumänien Tätigkeit: Produktion aus Zuckerrübe, Rohzuckerraffination, Handel mit Zucker und Zuckererzeugnissen, Erbringung von Dienstleistungen, Import und Export Einbeziehungszeitpunkt: Dezember 2014 Anteil: 100% Gründungskosten in bar: 29 t€

Verschmelzungen

Die Verschmelzungen betrafen einerseits die Verschmelzung der nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaft AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, auf die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, und andererseits die Verschmelzung der AGRANA Bioethanol GmbH, Wien, auf die AGRANA Stärke GmbH, Wien. Zusätzlich wurden die AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf|Österreich, die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, und die Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, auf die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg (vormals: AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf), verschmolzen.

Gemeinschaftsunternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 141 aufgelistet.

t€ 28.02.2015 28.02.2014
STUDEN- HUNGRANA- Gesamt STUDEN- HUNGRANA- Gesamt
Gruppe Gruppe Gruppe Gruppe
Langfristiges Vermögen 39.716 106.727 146.443 41.174 104.680 145.854
Vorräte 25.087 24.671 49.758 31.429 22.113 53.542
Forderungen und
andere Vermögenswerte 29.505 62.532 92.037 30.610 44.239 74.849
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel
äquivalente und Wertpapiere 4.888 21.815 26.703 3.772 13.485 17.257
Kurzfristiges Vermögen 59.480 109.018 168.498 65.811 79.837 145.648
Summe Aktiva 99.196 215.745 314.941 106.985 184.517 291.502
Eigenkapital 8.412 160.292 168.704 11.544 102.505 114.049
Externe Finanzschulden 157 10.497 10.654 218 7.496 7.714
Sonstige Schulden 326 6.668 6.994 340 5.961 6.301
Langfristige Schulden 483 17.165 17.648 558 13.457 14.015
Externe Finanzschulden 40.505 10.666 51.171 40.406 16.680 57.086
Sonstige Schulden 49.796 27.622 77.418 54.477 51.875 106.352
Kurzfristige Schulden 90.301 38.288 128.589 94.883 68.555 163.438
Summe Passiva 99.196 215.745 314.941 106.985 184.517 291.502
Umsatzerlöse 189.442 315.800 505.242 179.855 377.623 557.478
Abschreibungen –3.134 –12.180 –15.314 –3.518 –12.248 –15.766
Sonstige Aufwendungen/Erträge –188.220 –235.942 –424.162 –176.831 –291.581 –468.412
Ergebnis der Betriebstätigkeit –1.912 67.678 65.766 –494 73.794 73.300
Zinsertrag 116 55 171 74 166 240
Zinsaufwand –1.634 –556 –2.190 –270 –488 –758
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge –412 –794 –1.206 –1.378 829 –549
Ergebnis vor Ertragsteuern –3.842 66.383 62.541 –2.068 74.301 72.233
Ertragsteuern 399 –12.196 –11.797 200 –15.650 –15.450
Jahresüberschuss –3.443 54.187 50.744 –1.868 58.651 56.783
Erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasste Erträge und Aufwendungen 312 3.599 3.911 1 7.714 7.715
Gesamtergebnis –3.131 57.786 54.655 –1.867 66.365 64.498
t€ 28.02.2015 28.02.2014
STUDEN- HUNGRANA- Summe STUDEN- HUNGRANA- Summe
Gruppe Gruppe Gruppe Gruppe
Eigenkapital 8.412 160.292 168.704 11.544 102.505 114.049
– davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 4.206 80.146 84.352 5.772 51.253 57.025
Goodwill 0 484 484 0 484 484
Wertminderung Goodwill
zum Zeitpunkt des Überganges –452 0 –452 –452 0 –452
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode
bilanziert werden (Buchwert) 3.754 80.630 84.384 5.320 51.737 57.057
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 0 0 0 40.000 40.000

Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 65.161 t€ betreffen im Wesentlichen mit 47.895 t€ die Miteigentümer der JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der JUICE-Gruppe beträgt 50,01%. Somit ist in Höhe von 49,99% das Eigenkapital der JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der JUICE-Gruppe:

JUICE-Gruppe t€ 28.02.2015 28.02.2014
Langfristige Vermögenswerte 138.535 132.318
Kurzfristige Vermögenswerte 200.569 235.331
Summe Vermögenswerte 339.104 367.649
Langfristige Schulden 8.575 7.806
Kurzfristige Schulden 227.439 259.343
Summe Schulden 236.014 267.149
Nettovermögen 103.090 100.500
Umsatzerlöse 257.137 345.652
Ergebnis der Betriebstätigkeit 15.331 20.013
Ergebnis vor Ertragsteuern 11.760 6.961
Ertragsteuern –1.850 –3.324
Jahresüberschuss 9.910 3.637
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen –461 –2.278
Gesamtergebnis 9.449 1.359
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 5.627 78.840
Cashflow aus Investitionstätigkeit –11.869 –11.262
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 23.375 –74.730
Veränderung des Finanzmittelbestandes 17.133 –7.152

In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der JUICE-Gruppe dargestellt:

JUICE-Gruppe t€ 28.02.2015 28.02.2014
Anteiliger Jahresüberschuss 4.954 1.818
Anteilige gezahlte Dividenden 3.499 0
Anteiliges Nettovermögen 51.535 50.240
Anteiliger Goodwill –3.640 –3.640
Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen 47.895 46.600

3.1. BILANZSTICHTAG

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

█ Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaffungskosten zu den identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbes. Übersteigen die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbes ertragswirksam erfasst.

█ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

█ Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Hierbei werden diese Unternehmen zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeführten anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Ein bilanzierter Geschäfts-/Firmenwert ist im Beteiligungsansatz enthalten; die Indikatoren für Werthaltigkeitsprüfungen unterliegen den Vorschriften von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung). Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet.

█ Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

5. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.

█ Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

█ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungs- 28.02.2015 28.02.2014 01.03.2014– 01.03.2013–
einheit 28.02.2015 28.02.2014
Ägypten EGP 8,61 9,53 9,27 9,34
Argentinien ARS 9,77 10,87 10,72 7,88
Australien AUD 1,44 1,54 1,46 1,42
Bosnien BAM 1,96 1,96 1,96 1,96
Brasilien BRL 3,26 3,21 3,10 2,96
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 7,05 8,49 8,00 8,16
Dänemark DKK 7,47 7,46 7,45 7,46
Fidschi FJD 2,29 2,58 2,47 2,47
Kroatien HRK 7,69 7,65 7,64 7,59
Marokko MAD 10,80 11,24 11,10 11,16
Mazedonien MKD 61,51 61,69 61,60 61,59
Mexiko MXN 16,87 18,31 17,48 17,15
Polen PLN 4,15 4,16 4,19 4,20
Rumänien RON 4,44 4,50 4,44 4,44
Russland RUB 69,20 49,94 55,51 43,47
Serbien CSD 120,33 115,94 118,30 113,75
Südafrika ZAR 13,07 14,76 14,14 13,35
Südkorea KRW 1.236,16 1.473,27 1.365,73 1.457,68
Tschechien CZK 27,44 27,34 27,58 26,31
Türkei TRY 2,83 3,06 2,86 2,64
Ukraine UAH 31,42 13,64 17,70 10,74
Ungarn HUF 303,03 310,45 309,59 299,10
USA USD 1,12 1,38 1,29 1,33

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

6. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

6.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

█ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Definition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

█ Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wird eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsgutes führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

█ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

6.2. ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND

█ Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

6.3. FINANZINSTRUMENTE

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Vermögenswerte
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzielle Schulden

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten
  • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoffderivate

█ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten.

█ Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden (Available for Sale).

█ Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

█ Wertminderungstests werden vorgenommen, wenn substanzielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen. Wenn der beizulegende Zeitwert von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden mit dem Nominalwert angesetzt, der regelmäßig dem Marktwert entspricht. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashflow-Hedge-Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

█ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mit Hilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften basiert auf dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zuganges mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

█ Fremdwährungsforderungen werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

6.4. VORRÄTE

█ Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw.Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

6.5. EMISSIONSZERTIFIKATE

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifikate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifikate (ein Zertifikat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits angeschafft wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.6. WERTMINDERUNG

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/ Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit).

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie Available for Sale – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungsoder Herstellungskosten und Nutzungswert.

6.7. VERPFLICHTUNGEN GEGENÜBER ARBEITNEHMERN

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

█ Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettopensionsverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.

█ Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die erfolgsneutrale Erfassung schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 1,4% (Vorjahr: 3,5%) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.

92 6.8. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

6.9. STEUERABGRENZUNGEN

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungsund Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden, soweit die Realisierung latenter Steueransprüche wahrscheinlich ist.

█ Die Steuerabgrenzungen werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

█ Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

█ Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

6.10. GEWINNREALISIERUNG

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Finanzierungsleasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

6.11. UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND SCHÄTZUNGEN

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 28.2.2015: 226.176 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 28.2.2015: 15.299 t€) und Sachanlagen (Buchwert 28.2.2015: 661.537 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Prognoserechnungen für die Cashflows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre. Der Abzinsungssatz orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 6,3% und 10,4% (Vorjahr: 7,5% und 9,4%).
  • Wäre der WACC um 1% gestiegen, wäre in keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit Wertberichtigungsbedarf der Geschäfts-/Firmenwerte gegeben gewesen.
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert 28.02.2015: 71.885 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
  • Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, sodass mögliche Korrelationseffekte zwischen den Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die Sensitivitäten haben folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (25a) angeführten Barwerte der Verpflichtungen:
t€ 28.02.2015 28.02.20141
Pensionen Abferti- Pensionen Abferti
gungen gungen
Veränderung versicherungs
mathematischer Annahmen
Rechnungszinssatz
+0,5 Prozentpunkte –2.663 –1.842 –1.820 –1.389
–0,5 Prozentpunkte 2.939 2.003 1.989 1.500
Lohn-/Gehaltssteigerung
+0,25 Prozentpunkte 86 969 125 742
–0,25 Prozentpunkte –84 –932 –123 –717
Rentensteigerung
+0,25 Prozentpunkte 1.271 839
–0,25 Prozentpunkte –1.219 –809
Lebenserwartung
Zunahme um 1 Jahr 4.194 3.315
Abnahme um 1 Jahr –4.329 –3.504
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 28.02.2015: 22.184 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpflichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der übrigen Rückstellungen (Buchwert 28.02.2015: 56.636 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden in der Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt.

█ Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

█ Die HUNGRANA-Gruppe und die STUDEN-Gruppe wurden gemäß IFRS 11 und den derzeit bestehenden Vereinbarungen als Gemeinschaftsunternehmen qualifiziert. Der Konzern hält 50% der Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen.

█ Die AGRANA-Gruppe hält 50,01% an der AUSTRIA Juice GmbH und deren Tochtergesellschaften. Aufgrund der zugrunde liegenden Verträge und Vereinbarungen übt AGRANA Beherrschung auf diese Gesellschaften aus und bezieht sie in den Konzernabschluss mittels Vollkonsolidierung ein.

7. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Note (1)

7.1. UMSATZERLÖSE

t€ 2014 15 2013 141
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 2.275.633 2.674.784
Handelswarenerlöse 202.104 161.471
Leistungserlöse 15.775 5.461
Summe 2.493.512 2.841.716

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Informationen zu den Geschäftssegmenten (siehe Seite 70) ausgewiesen.

26% des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt.

7.2. BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN Note (2)

t€ 2014 15 2013 141
Veränderungen des Bestandes an
fertigen und unfertigen Erzeugnissen –76.133 –109.101
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.375 2.521

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von –76.133 (Vorjahr: –109.101) t€ resultierte v.a. aus dem Segment Zucker mit –36.643 (Vorjahr: –60.029) t€ und dem Segment Frucht (insbesondere aus den Juice-Aktivitäten) mit –37.420 (Vorjahr: –50.365) t€.

Note (3)

7.3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

t€ 2014 15 2013 141
Erträge aus
Kursgewinnen 6.395 0
Derivaten 3.481 3.717
Leistungen an Dritte 2.614 1.048
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 1.437 771
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 1.426 1.999
Miet- und Pachtverträgen 1.255 1.126
dem Abgang von Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 1.136 1.533
Sonderergebnis Produktionsabgabe 1.002 4.677
Übrige 14.541 14.532
Summe 33.287 29.403

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen beispielsweise Erträge aus der Veräußerung von Rohmaterial und Betriebsstoffen.

96 7.4. MATERIALAUFWAND

t€ 2014 15 2013 141
Aufwendungen für
Rohstoffe 1.017.420 1.006.197
Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren 621.512 886.703
bezogene Leistungen 64.748 39.120
Summe 1.703.680 1.932.020

Im Materialaufwand sind 306 t€ aus Sondereinflüssen enthalten.

Note (5)

Note (4)

7.5. PERSONALAUFWAND

t€ 2014 15 2013 141
Löhne und Gehälter 222.275 215.446
Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung
und sonstiger Personalaufwand 59.779 59.796
Summe 282.054 275.242

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 1.962 (Vorjahr: 1.946) t€ im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist im Personalaufwand enthalten.

Im Geschäftsjahr 2014|15 wurden 5.653 (Vorjahr: 6.549) t€ als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.

Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 920 (Vorjahr: 848) t€ im abgelaufenen Geschäftsjahr erfasst.

In den Löhnen und Gehältern sind 5.151 (Vorjahr: 189) t€ aus Sondereinflüssen enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2014 15 2013 141
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 6.195 6.012
Angestellte 2.422 2.398
Lehrlinge 91 95
Summe 8.708 8.505
2014 15 2013 141
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 2.138 2.124
Ungarn 475 424
Rumänien 678 698
Restliche EU 1.635 1.639
EU-28 4.926 4.885
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.165 1.044
Übriges Ausland 2.617 2.576
Summe 8.708 8.505

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100%):

2014 15 2013 14
Arbeiter 318 314
Angestellte 194 232
Summe 512 546

7.6. ABSCHREIBUNGEN Note (6)

2014 15 2013 141
Gesamt Abschrei- Wert Zuschrei- Gesamt Abschrei- Wert Zuschrei
bungen minde- bungen bungen minde- bungen
rungen rungen
Immaterielle Vermögenswerte 6.247 6.247 0 0 6.402 6.331 212 –141
Sachanlagen 73.652 74.340 10 –698 73.252 71.271 2.938 –957
Zu-/Abschreibungen im
operativen Ergebnis 79.899 80.587 10 –698 79.654 77.602 3.150 –1.098
Sondereinfluss 166 0 166 0 0 0 0 0
Zu-/Abschreibungen im
Ergebnis der Betriebstätigkeit 80.065 80.587 176 –698 79.654 77.602 3.150 –1.098
Finanzanlagen 0 0 0 0 44 0 44 0
Zu-/Abschreibungen
im Finanzergebnis 0 0 0 0 44 0 44 0
Summe 80.065 80.587 176 –698 79.698 77.602 3.194 –1.098

Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

t€ 2014 15 2013 141
Segment Zucker 0 –183
Segment Stärke –688 –864
Segment Frucht 166 3.143
Summe –522 2.096

98 7.7. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

t€ 2014 15 2013 141
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 135.423 129.248
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 94.235 131.774
Werbeaufwendungen 8.044 7.933
Miete und Pachtaufwand 7.397 11.763
Sonstige Steuern 6.879 8.156
Forschung und Entwicklung (extern) 4.498 8.421
Derivate 4.296 2.133
Produktionsabgabe 3.770 3.827
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 2.297 1.076
Leasingaufwand 1.686 2.620
Schadensfälle 1.504 863
Sonderergebnis 1.049 597
Umwidmung Nicht-Quotenzucker 0 1.645
Kursverluste 0 288
Übrige 18.817 28.787
Summe 289.895 339.131

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 14.520 (Vorjahr: 17.225) t€.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft betrugen 666 (Vorjahr: 822) t€. Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 454 (Vorjahr: 480) t€, sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 18 (Vorjahr: 141) t€ sowie sonstige Leistungen von 194 (Vorjahr: 201) t€.

Note (8)

7.8. ERGEBNISANTEIL VON GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN, DIE NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERT WERDEN

Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 25.372 (Vorjahr: 28.392) t€ beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe und der STUDEN-Gruppe.

Note (9)

7.9. ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEIT

t€ 2014 15 2013 141
Operatives Ergebnis 102.017 134.601
Ergebnis aus Sondereinflüssen –5.670 3.891
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 25.372 28.392
Ergebnis der Betriebstätigkeit 121.719 166.884

Note (7)

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen umfasst einerseits Erträge aus der Rückerstattung der für die Zuckerwirtschaftsjahre 2001|02 bis 2005|06 zu viel entrichteten Produktionsabgaben in Höhe von 1.002 (Vorjahr: 4.677) t€ in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Andererseits sind für die Schließung eines Werkes des Segmentes Frucht in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich und eines Produktionsstandortes in Belgien in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand 5.151 (Vorjahr: 189) t€, im Materialaufwand 306 t€, in den Abschreibungen 166 t€ und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen 1.049 (Vorjahr: 597) t€ ausgewiesen.

7.10. FINANZERTRÄGE Note (10)

t€ 2014 15 2013 141
Zinserträge 10.276 15.259
Sonstige Finanzerträge
Währungsgewinne 8.716 0
Beteiligungserträge aus verbundenen Unternehmen 769 1.047
Gewinn aus Derivaten 303 1.555
Übrige finanzielle Erträge 647 963
Summe 20.711 18.824

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

t€ 2014 15 2013 141
Segment Zucker 8.783 13.334
Segment Stärke 72 94
Segment Frucht 1.421 1.831
Summe 10.276 15.259

Note (11)

7.11. FINANZAUFWENDUNGEN

t€ 2014 15 2013 141
Zinsaufwendungen 20.458 28.638
Sonstige Finanzaufwendungen
Währungsverluste 0 16.850
Verluste aus Derivaten 1.265 81
Übrige finanzielle Aufwendungen 4.228 3.457
Summe 25.951 49.026

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

t€ 2014 15 2013 141
Segment Zucker 17.165 21.888
Segment Stärke 406 433
Segment Frucht 2.887 6.317
Summe 20.458 28.638

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen von 1.962 (Vorjahr: 1.946) t€ sowie Effekte aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 179 (Vorjahr: 196) t€.

100 Das Finanzergebnis (Erträge und Aufwendungen kumuliert) setzt sich wie folgt zusammen:

t€ 2014 15 2013 141
Zinsergebnis –10.182 –13.379
Währungsergebnis 8.716 –16.850
Beteiligungsergebnis 769 1.047
Veräußerungsergebnis 0 –18
Sonstiges Finanzergebnis –4.543 –1.002
Summe –5.240 –30.202

Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Gewinn in Höhe von 8.716 (Vorjahr: –16.850) t€. Dieser setzte sich aus einem realisierten Verlust von –93 (Vorjahr: –142) t€ und einem nicht realisierten Gewinn in Höhe von 8.809 (Vorjahr: nicht realisierter Verlust –16.708) t€ zusammen. Der Gewinn ist v.a. auf Kursveränderungen in den Ländern Ukraine, Brasilien, Mexiko und Russland zurückzuführen.

7.12. ERTRAGSTEUERN Note (12)

Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

t€ 2014 15 2013 141
Effektive Steuern 25.055 31.383
– davon Inland 6.723 7.620
– davon Ausland 18.332 23.763
Latente Steuern 6.846 –1.683
– davon Inland –3.468 4.165
– davon Ausland 10.314 –5.848
Steueraufwand 31.901 29.700
– davon Inland 3.255 11.785
– davon Ausland 28.646 17.915

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

t€ 2014 15 2013 141
Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz –8.082 –1.257
Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 2.178 1.639
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer –5.904 382
– davon im sonstigen Ergebnis erfasst
(Neubewertung, Cashflow-Hedges, IAS 19) 2.190 –128
– davon aus Währungsumrechnung/Sonstige –1.248 –1.173
– davon erfolgswirksame Veränderungen –6.846 1.683

<-- PDF CHUNK SEPARATOR -->

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

t€ 2014 15 2013 141
Ergebnis vor Ertragsteuern 116.479 136.682
Österreichischer Steuersatz 25% 25%
Theoretischer Steueraufwand 29.120 34.171
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund
abweichender Steuersätze –326 231
Steuerminderung durch steuerfreie
Erträge und steuerliche Abzugsposten –7.858 –8.699
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger
Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen 2.426 1.728
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 11.319 2.269
nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen –2.780 0
Ertragsteuern 31.901 29.700
Effektive Steuerquote 27,4% 21,7%

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25%.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA J&F Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 14.305 (Vorjahr: 6.532) t€ nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 66.306 (Vorjahr: 22.767) t€. Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 18.606 (Vorjahr: 22.608) t€ unbegrenzt vortragsfähig, 38.734 (Vorjahr: 159) t€ verfallen zwischen fünf bis sieben Jahren und 8.966 (Vorjahr: 0) t€ verfallen im Jahr 2016. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge von 4.114 (Vorjahr: 0) t€ wurden nicht angesetzt.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 6.396 (Vorjahr: 4.206) t€.

Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 193.502 (Vorjahr: 193.869) t€ nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.

Note (13)

102 7.13. ERGEBNIS JE AKTIE

2014 15 2013 141
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist t€ 80.896 105.155
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war Stück 14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) 5,70 7,40
Dividende je Aktie 3,602 3,60

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2014|15 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 51.127 (Vorjahr: 51.127) t€ ausgeschüttet.

8. ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSSRECHNUNG

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

Note (14)

8.1. CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 168.568 (Vorjahr: 186.114) t€, das entspricht 6,76% (Vorjahr: 6,55%) des Umsatzes. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen u.a. die nicht realisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses von –8.809 (Vorjahr: nicht realisierte Währungsverluste 16.708) t€, die Auswirkungen der latenten Steuern 8.096 (Vorjahr: 3.305) t€, zahlungsunwirksame effektive Steuern 3.977 (Vorjahr: –12.575) t€, das zahlungsunwirksame Sonderergebnis 4.566 t€ aus der Schließung eines Werkes des Segmentes Frucht in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich und eines Produktionsstandortes in Belgien (Vorjahr: –3.944 t€ aus der Rückerstattung der zu viel entrichteten Produktionsabgabe und der Schließung eines südafrikanischen Fruchtwerkes). Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital führte zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 227.293 (Vorjahr: 283.895) t€.

Aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen bestehen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen von 17.006 (Vorjahr: 19.391) t€ in den Ländern China, Ukraine und Argentinien.

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben finden sich auf Seite 76ff.

2 Vorschlag an Hauptversammlung

8.2. CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT Note (15)

Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 87.124 (Vorjahr: 126.466) t€ benötigt.

Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sanken auf 89.941 (Vorjahr: 130.474) t€.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 1.621 (Vorjahr: 3.198) t€.

8.3. CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT Note (16)

Im Geschäftsjahr 2014|15 sanken die Finanzverbindlichkeiten nach Bereinigung um nicht realisierte Kursverluste um 5.550 (Vorjahr: 87.594) t€.

Durch die Begebung von Schuldscheindarlehen von 90.000 t€ einerseits und die Rückführung von Schuldscheindarlehen von 74.000 t€ erhöhten sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 16.000 t€.

Die Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen betrafen den Erwerb durch AGRANA Stärke GmbH der restlichen 25,1% an der AGRANA Bioethanol GmbH von 29.800 t€, der im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlungswirksam war, und den Erwerb durch AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. der restlichen 25% an der AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda. von 3.527 t€.

Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

9. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Note (17)
----------- --

9.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND GESCHÄFTS-/FIRMENWERTE

t€ Firmenwerte Geschäfts-/ Konzessionen,
Lizenzen
und ähnliche
Rechte
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2014 226.177 85.331 311.508
Währungsdifferenzen –1 1.535 1.534
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 1 1
Zugänge 0 2.274 2.274
Umbuchungen 0 1.584 1.584
Abgänge 0 –276 –276
Stand 28.02.2015 226.176 90.449 316.625
1 0 L
104 t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen
und ähnliche
Rechte
Abschreibungen
Stand 01.03.2014 0 68.181 68.181
Währungsdifferenzen 0 1.250 1.250
Laufende Abschreibungen 0 6.247 6.247
Umbuchungen 0 –247 –247
Abgänge 0 –281 –281
Stand 28.02.2015 0 75.150 75.150
Buchwert 28.02.2015 226.176 15.299 241.475
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2013 226.177 84.094 310.271
Währungsdifferenzen 0 –995 –995
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 29 29
Zugänge 0 2.674 2.674
Umbuchungen 0 204 204
Abgänge 0 –675 –675
Stand 28.02.2014 226.177 85.331 311.508
Abschreibungen
Stand 01.03.2013 0 63.145 63.145
Währungsdifferenzen 0 –818 –818
Laufende Abschreibungen 0 6.331 6.331
Wertminderungen 0 212 212
Umbuchungen 0 92 92
Abgänge 0 –640 –640
Zuschreibungen 0 –141 –141
Stand 28.02.2014 0 68.181 68.181
Buchwert 28.02.2014 226.177 17.150 243.327

█ Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.247 t€ betrafen im Wesentlichen Software.

█ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte erfasst.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 20.111 (Vorjahr: 20.111) t€, auf das Segment Stärke 1.606 (Vorjahr: 1.606) t€ und auf das Segment Frucht 204.459 (Vorjahr: 204.460) t€.

█ Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert aus dem Vermögenswert ermittelt.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 1,5% p.a. (Vorjahr: 1,5% p.a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt für das Segment Frucht 10,4% (Vorjahr: 9,4%), für das Segment Stärke 6,3% (Vorjahr: 7,5%) und das Segment Zucker 7,8% (Vorjahr: 8,0%).

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

█ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen. Die Gegenüberstellung des Buchwertes der jeweiligen CGU mit dem Nutzungswert zeigt eine Überdeckung im Segment Frucht von 96 (Vorjahr: 165) m€, im Segment Stärke von 737 (Vorjahr: 497) m€ und im Segment Zucker von 128 (Vorjahr: 136) m€.

█ Der Geschäfts-/Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

█ Am Bilanzstichtag waren keine anderen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

Note (18)

106 9.2. SACHANLAGEN

t€ Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
Anlagen
in Bau
Summe
ausstattung
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand 01.03.2014 497.931 1.075.621 186.938 35.005 1.795.495
Währungsdifferenzen 2.919 11.494 –416 1.070 15.067
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges 15 36 –129 1.418 1.340
Zugänge 7.936 27.382 9.503 44.114 88.935
Umbuchungen 33.007 18.875 –7.274 –46.192 –1.584
Abgänge –2.253 –14.709 –4.578 –133 –21.673
Zuschüsse –374 –303 0 –1.710 –2.387
Stand 28.02.2015 539.181 1.118.396 184.044 33.572 1.875.193
Abschreibungen
Stand 01.03.2014 265.913 742.904 142.491 574 1.151.882
Währungsdifferenzen 2.093 6.031 –452 0 7.672
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges 0 518 –298 0 220
Laufende Abschreibungen 15.325 48.633 10.382 0 74.340
Wertminderungen 0 28 148 0 176
Umbuchungen 9.936 –4.775 –4.923 9 247
Abgänge –1.697 –14.196 –4.180 –110 –20.183
Zuschreibung –150 –514 –34 0 –698
Stand 28.02.2015 291.420 778.629 143.134 473 1.213.656
Buchwert 28.02.2015 247.761 339.767 40.910 33.099 661.537
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand 01.03.2013 474.567 996.176 184.203 82.687 1.737.633
Währungsdifferenzen –15.637 –23.371 –4.176 –2.501 –45.685
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges –40 –216 142 1.088 974
Zugänge 15.515 36.448 10.521 64.798 127.282
Umbuchungen 26.416 81.111 2.422 –110.153 –204
Abgänge –2.893 –14.549 –6.181 –341 –23.964
Zuschüsse 3 22 7 –573 –541

Stand 28.02.2014 497.931 1.075.621 186.938 35.005 1.795.495

t€ Grundstücke,
Technische
grundstücks-
Anlagen und
Andere Anlagen Summe
Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
in Bau
gleiche Rechte Maschinen
und Bauten
Stand 01.03.2013 261.055 723.283 140.636 590 1.125.564
Währungsdifferenzen –6.168 –15.296 –3.144 –1 –24.609
Konsolidierungskreis
änderungen/Sonstiges –33 –1 –23 0 –57
Laufende Abschreibungen 13.701 46.434 11.136 0 71.271
Wertminderungen 5 2.886 41 6 2.938
Umbuchungen 3 93 –188 0 –92
Abgänge –2.303 –13.900 –5.967 –6 –22.176
Zuschreibungen –347 –595 0 –15 –957
Stand 28.02.2014 265.913 742.904 142.491 574 1.151.882
Buchwert 28.02.2014 232.018 332.717 44.447 34.431 643.613

█ Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/ Firmenwerte):

t€ 2014 15 2013 141
Segment Zucker 34.476 43.117
Segment Stärke 13.743 35.025
Segment Frucht 42.990 51.814
Summe 91.209 129.956

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

█ Die Zuschüsse betrafen staatliche Investitionsförderungen in Ungarn (Segment Zucker) und den USA (Segment Frucht).

█ Fremdkapitalzinsen waren nicht anzusetzen.

█ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

t€ 2014 15 2013 141
Anschaffungskosten 96 112
abzüglich kumulierter Abschreibungen –35 –20
Buchwert 61 92

108 █ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

t€ 2014 15 2013 141
Im folgenden Jahr 3.620 3.890
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 10.730 11.922
Über fünf Jahre 6.333 6.340

█ Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

9.3. NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTE GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN, WERTPAPIERE UND BETEILIGUNGEN

t€ Nach der Wertpapiere Beteiligungen Summe
Equity-Methode (langfristige
bilanzierte Vermögens-
Gemeinschafts- werte)
unternehmen
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Stand 01.03.2014 57.057 104.584 1.120 162.761
Währungsdifferenz 2.127 171 0 2.298
Konsolidierungskreisänderungen/
Sonstiges 0 0 –10 –10
Zugänge 0 36 4 40
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden 25.372 0 0 25.372
Abgänge 0 –198 0 –198
Sonstiges Ergebnis –172 286 0 114
Stand 28.02.2015 84.384 104.879 1.114 190.377
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Stand 01.03.2013 72.544 105.264 1.204 179.012
Währungsdifferenz –3.857 –42 0 –3.899
Konsolidierungskreisänderungen/
Sonstiges –23 0 –40 –63
Zugänge 0 162 15 177
Ergebnisanteil von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden 28.392 0 0 28.392
Wertminderungen 0 0 –44 –44
Abgänge/Dividende von Gemeinschafts
unternehmen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden –40.000 –297 –15 –40.312
Sonstiges Ergebnis 1 –503 0 –502
Stand 28.02.2014 57.057 104.584 1.120 162.761

Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

Note (19)

Note (20)

9.4. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 313.762 279.279
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen 28.839 32.523
Forderungen aus Zuschüssen 2.957 4.686
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 2.957 3.686
Positiver Marktwert Derivate 2.690 3.302
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 1.338 2.215
Forderungen aus Altlastsanierung 426 645
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 426 645
Versicherung und Schadensvergütung 17 0
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 0 11.425
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 38.796 52.499
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 17.687 20.194
Zwischensumme Finanzinstrumente 388.825 386.574
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 21.070 24.525
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 54.905 73.265
Geleistete Anzahlungen 12.535 12.228
Rechnungsabgrenzungsposten 4.598 4.483
Summe 460.863 476.550
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 21.070 24.525

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 325.024 291.588
abzüglich Wertberichtigungen –11.262 –12.309
Buchwert (netto) 313.762 279.279

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Wertberichtigungen zum 01.03. 12.309 11.555
Währungsänderung/Sonstige Veränderung –1.643 112
Zuführungen 2.480 1.257
Verbrauch –772 –95
Auflösungen –1.112 –520
Wertberichtigungen zum 28.02. 11.262 12.309

Aus der Auflösung der Wertberichtigungen resultierten Zinserträge von 17 (Vorjahr: 8) t€.

110 Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashflows eingeschätzt.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 21.047 31.556
31 bis 90 Tage 7.758 19.100
91 Tage und älter 3.087 5.893
Summe 31.892 56.549

Die Forderungen, die weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen gegenüber Kunden mit erstklassiger Bonität.

9.5. AKTIVE LATENTE STEUERN Note (21)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 2.413 3.733
Finanzanlagen (v.a."Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 7.127 5.935
Vorräte 4.968 8.111
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.869 4.339
Verlustvorträge 3.248 7.949
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 7.813 6.410
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 9.335 9.489
Summe aktive latente Steuern 36.773 45.966
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –14.589 –15.700
Saldierte aktive Steuerabgrenzung 22.184 30.266

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (28) erläutert.

9.6. VORRÄTE Note (22)

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 201.265 190.206
Fertige und unfertige Erzeugnisse 396.843 473.062
Waren 27.205 22.182
Summe 625.313 685.450

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 10.815 (Vorjahr: 12.891) t€ vorgenommen.

111

9.7. WERTPAPIERE Note (23)

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere sind mit einem Betrag von 46 (Vorjahr: 146) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere.

9.8. EIGENKAPITAL Note (24)

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag unverändert zum Vorjahr 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 66f dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2014|15 unverändert. Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für Available for Sale, die Rücklage für Cashflow-Hedges, die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

█ Die AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. hat im Jänner 2015 ihren Anteil an der AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda. von 75% auf 100% aufgestockt. Die Differenz zwischen dem gezahlten Kaufpreis und dem Buchwert des erworbenen Nettovermögens von 2.548 t€ wurde mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Eigenkapital 1.194.420 1.190.988
Bilanzsumme 2.406.887 2.392.218
Eigenkapitalquote 49,6% 49,8%

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v.a. auch die Kennzahl "Gearing" (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

112 9.9. RÜCKSTELLUNGEN

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Rückstellungen für
Pensionen 34.307 28.153
Abfertigungen 37.578 30.152
Übrige 56.636 50.028
Summe 128.521 108.333

Note (25a)

Note (25)

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.

Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematischen Parameter zugrunde gelegt:

% 28.02.2015 28.02.20141
Lohn-/Gehaltstrend
Inland/Europa 2,5 2,5
Mexiko/USA/Südkorea 6,0 / 3,0 / 4,0 6,0 / 3,0 / 4,0
Rententrend
Inland 2,0 2,0
Mexiko 4,0 4,0
Zinssatz
Inland/Europa/USA 1,4 3,5
Mexiko/Südkorea 7,0 / 3,1 8,0 / 4,2

Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 1,4% (Vorjahr: 3,5%) zugrunde gelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht.

Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen wie die Mitarbeiterfluktuation in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung-Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.

Leistungsorientierte Vorsorgepläne

Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und der versorgungsrelevanten Bezüge. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugsund dienstzeitabhängig.

Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

28.02.2015 28.02.20141
47.676 37.522
–13.369 –9.369
34.307 28.153
38.409 30.762
–831 –610
37.578 30.152

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:

In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 20.698 (Vorjahr: 12.637) t€ steht ein Planvermögen von 12.640 (Vorjahr: 8.697) t€ gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt "Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" dieses Anhangs verwiesen.

Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 22.243 (Vorjahr: 20.805) t€, AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 2.866 (Vorjahr: 2.638) t€ und AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 243 (Vorjahr: 186) t€. Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 167 (Vorjahr: 170) t€ gegenüber.

Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpflichtung von 1.032 (Vorjahr: 786) t€ steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 456 (Vorjahr: 406) t€ gegenüber.

In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestandes einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 594 (Vorjahr: 470) t€ steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 106 (Vorjahr: 96) t€ gegenüber.

114 Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:

Barwert Marktwert Rückstellung
der Plan- für
Verpflichtung vermögen Pensionen
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Stand 01.03.2014 37.522 –9.369 28.153
Dienstzeitaufwand 826 0 826
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.284 –349 935
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 155 155
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 2.110 –194 1.916
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –829 –829
Änderung finanzieller Annahmen 9.571 0 9.571
erfahrungsbedingten Anpassungen 1.660 0 1.660
Währungsdifferenz 46 –8 38
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust),
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung 11.277 –837 10.440
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.233 9 –3.224
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –2.978 –2.978
Sonstige Veränderungen –3.233 –2.969 –6.202
Stand 28.02.2015 47.676 –13.369 34.307
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Stand 01.03.2013 38.846 –7.505 31.341
Dienstzeitaufwand 756 0
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.298 –292
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 63 –68 756
1.006
–5
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen –22 –1 –23
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 51 51
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 2.095 –310 1.785
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –98 –98
Änderung finanzieller Annahmen –120 0 –120
erfahrungsbedingten Anpassungen 307 0 307
Währungsdifferenz –55 9 –47
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust),
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung 132 –89 43
Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifizierungen –696 –502 –1.198
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.855 0 –2.855
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen
Sonstige Veränderungen
0
–3.551
–963
–1.465
–963
–5.016

Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:

█ Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) im Falle des Pensionsantrittes

und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 35.973 (Vorjahr: 28.771) t€.

█ In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 71 (Vorjahr: 117) t€ ausschließlich rückstellungsfinanziert.

█ Bei den Abfertigungsplänen in den USA handelt es sich um vertraglich vereinbarte Versorgungszusagen für einen definierten Empfängerkreis, in Mexiko bestehen hingegen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens fünfzehnjähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig – ebenso wie in den USA, wo sie bei Beendigung des Dienstverhältnisses zur Auszahlung gelangt. Planvermögen in Höhe von 13 (Vorjahr: 21) t€ kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 137 (Vorjahr: 104) t€, wohingegen in den USA die Versorgungszusagen von 961 (Vorjahr: 672) t€ ausschließlich rückstellungsfinanziert sind.

█ Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 1.267 (Vorjahr: 1.098) t€ bei einem Planvermögen von 818 (Vorjahr: 589) t€ aus.

t€ Barwert
der
Verpflichtung
Marktwert
Plan-
vermögen
Rückstellung
für Ab-
fertigungen
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Stand 01.03.2014 30.762 –610 30.152
Dienstzeitaufwand 1.538 0 1.538
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.052 –25 1.027
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –10 0 –10
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen 51 0 51
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 2 2
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 2.631 –23 2.608
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 15 15
Änderung demografischer Annahmen –3 0 –3
Änderung finanzieller Annahmen 6.815 0 6.815
erfahrungsbedingten Anpassungen –13 0 –13
Währungsdifferenz 128 –121 7
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust),
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung 6.927 –106 6.821
Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifizierungen 0 0 0
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.139 102 –2.037
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –194 –194
Übrige Veränderungen 228 0 228
Sonstige Veränderungen –1.911 –92 –2.003
Stand 28.02.2015 38.409 –831 37.578

Die Rückstellung für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt:

t€ Barwert Marktwert Rückstellung
der Plan- für Ab-
Verpflichtung vermögen fertigungen
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Stand 01.03.2013 28.854 –23 28.831
Dienstzeitaufwand 1.566 0 1.566
Zinsaufwand/(-ertrag) 959 –19 940
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 970 –534 436
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen 71 0 71
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 2 2
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 3.566 –551 3.015
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 5 5
Änderung demografischer Annahmen –45 0 –45
Änderung finanzieller Annahmen –119 0 –119
erfahrungsbedingten Anpassungen 427 0 427
Währungsdifferenz –391 20 –371
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust),
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung –128 25 –103
Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifizierungen 679 0 679
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.491 71 –2.420
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –132 –132
Übrige Veränderungen 282 0 282
Sonstige Veränderungen –1.530 –61 –1.591
Stand 28.02.2014 30.762 –610 30.152

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die tatsächlichen Erträge des Planvermögens beliefen sich auf 1.193 (Vorjahr: 404) t€.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf –17.261 (Vorjahr: Gewinne 60) t€. Die Veränderung resultierte v.a. aufgrund des geringeren Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Annahmen, wie der Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters, der Lohn- und Gehaltstrends und Fluktuationsannahmen. Bis zum 28. Februar 2015 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von 38.261 (Vorjahr: 21.000) t€ mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.

Zusammensetzung des Planvermögens

Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien.

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:

% 28.02.2015 28.02.20141
Festverzinsliche Wertpapiere 57,93 53,87
Eigenkapitaltitel 29,36 30,38
Immobilien 3,43 3,83
Sonstige 9,28 11,92

Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Inflationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein weiterer Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.

Duration und künftige Zahlungen

Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 28. Februar 2015 12,96 (Vorjahr: 9,97) Jahre, jene der Abfertigungsverpflichtungen 9,67 (Vorjahr: 9,39) Jahre.

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 954 (Vorjahr: 1.170) t€ betragen.

118 In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

t€ Pension Abfertigung
Geschäftsjahr 2015 16 2.821 984
Geschäftsjahr 2016 17 3.255 1.728
Geschäftsjahr 2017 18 3.050 2.715
Geschäftsjahr 2018 19 2.905 2.145
Geschäftsjahr 2019 20 2.752 2.880
Geschäftsjahre 2020 21 bis 2024 25 12.011 17.315
Summe 26.794 27.767

Note (25b)

b) Übrige Rückstellungen

t€ Rekultivierung Personal-
aufwendungen
Ungewisse
Verbindlich-
Summe
inkl. keiten
Jubiläumsgeld
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Stand 01.03.2014 2.769 13.895 33.364 50.028
Währungsänderungen 0 19 –199 –180
Verbrauch –28 –3.827 –10.924 –14.779
Auflösung 0 –2.447 –5.269 –7.716
Zuführung 41 10.078 19.164 29.283
Stand 28.02.2015 2.782 17.718 36.136 56.636
– davon innerhalb eines Jahres 28 5.776 35.953 41.757

GESCHÄFTSJAHR 2013|141

Stand 01.03.2013 3.797 15.562 24.209 43.568
Währungsänderungen 0 –107 –618 –725
Verbrauch –28 –2.179 –8.692 –10.899
Auflösung –1.029 –3.723 –5.039 –9.791
Zuführung 29 4.342 23.504 27.875
Stand 28.02.2014 2.769 13.895 33.364 50.028
– davon innerhalb eines Jahres 28 4.193 33.176 37.397

Die übrigen Rückstellungen sind mit 14.879 (Vorjahr: 12.631) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 41.757 (Vorjahr: 37.397) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpflichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung.

In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten.

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten beispielsweise Rückstellungen für Prozessrisiken mit 8.481 (Vorjahr: 6.657) t€, Stationskosten VÖR (Vereinigung der österreichischen Rübenbauernorganisationen) 2.771 (Vorjahr: 3.757) t€ und Drohverluste 11.687 (Vorjahr: 7.401) t€.

9.10. FINANZVERBINDLICHKEITEN Note (26)

Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28.02.2015 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28.02.20141 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und Darlehen
gegenüber Dritten 378.965 189.334 168.631 21.000 377.292 199.759 101.731 75.802
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 120.000 130.000 0 250.000 100.000 150.000 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 61 20 41 0 92 14 78 0
Finanzverbindlichkeiten 629.026 309.354 298.672 21.000 627.384 299.773 251.809 75.802
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte) –104.879 –104.584
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte) –46 –146
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente –193.818 –135.856
Nettofinanzschulden 330.283 386.798

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4. Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Grundpfandrechte 809 679
Sonstige Pfandrechte 7.900 7.900
Summe 8.709 8.579

Die sonstigen Pfandrechte betreffen ausschließlich die Besicherung von Exportförderungskrediten. Die zugrunde liegenden Buchwerte sind 2.126 t€ für Grundpfandrechte und 7.900 t€ für sonstige Pfandrechte.

9.11. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Note (27)

Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28.02.2015 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28.02.20141 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 291.281 291.281 0 280.491 280.491 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen der Südzucker-Gruppe 29.459 29.459 0 16.111 16.111 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 69.438 68.234 1.204 108.221 106.856 1.365
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 22.219 22.219 0 16.991 16.991 0
– davon Rechnungsabgrenzungsposten 2.909 2.909 0 1.783 1.783 0
– davon Vorauszahlungen 701 701 0 20 20 0
– davon sonstige Steuern 12.275 12.275 0 9.778 9.778 0
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 6.334 6.334 0 5.410 5.410 0
Summe 412.397 411.193 1.204 421.814 420.449 1.365

120 In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 82.970 (Vorjahr: 116.423) t€ ausgewiesen.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u.a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlichkeiten aus Derivaten.

Note (28)

9.12. PASSIVE LATENTE STEUERN

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 13.905 14.467
Vorräte 772 2.353
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.906 3.494
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 5.859 6.138
Rückstellungen und sonstige Schulden 1.571 1.850
Summe passive latente Steuern 25.013 28.302
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –14.589 –15.700
Saldierte passive Steuerabgrenzung 10.424 12.602

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (21) erläutert.

10. ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

10.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher
Effektivzinssatz
Stand
davon Restlaufzeit
Stand davon Restlaufzeit
28.02.2015 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28.02.20141 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2014 15 2013 141
% % t€ t€ t€ t€ t€ t€ t€ t€
Fixer Zinssatz
EUR 2,96 3,48 251.067 52.356 191.711 7.000 234.965 32.191 172.992 29.782
CNY 6,65 0 0 0 0 1.414 1.414 0 0
2,96 3,46 251.067 52.356 191.711 7.000 236.379 33.605 172.992 29.782
Variabler Zinssatz
ARS 20,44 34,31 515 515 0 0 606 606 0 0
EGP 7,80 7,80 13 13 0 0 801 801 0 0
EUR 1,09 1,51 361.255 240.335 106.920 14.000 354.250 229.491 78.739 46.020
HUF 2,96 3,41 7.425 7.425 0 0 19.698 19.698 0 0
KRW 3,65 4,08 4.854 4.854 0 0 5.091 5.091 0 0
PLN 2,72 0 0 0 0 8.322 8.322 0 0
MXN 14,46 8,00 3.836 3.836 0 0 2.145 2.145 0 0
1,32 1,73 377.898 256.978 106.920 14.000 390.913 266.154 78.739 46.020
Summe 1,98 2,42 628.965 309.334 298.631 21.000 627.292 299.759 251.731 75.802

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten (ohne Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing) sowie verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe betrugen 628.965 (Vorjahr: 627.292) t€ und waren durchschnittlich mit 1,98% (Vorjahr: 2,42%) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, sodass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 251.067 (Vorjahr: 236.379) t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 809 (Vorjahr: 679) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 7.900 (Vorjahr: 7.900) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eine Erhöhung um 57.962 t€ auf 193.818 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 46 (Vorjahr: 146) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

10.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • █ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.
  • █ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • █ Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoffpreise für Weltmarktzucker, Energie- und Getreidepreise sowie aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol.

122 Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
t€ 28.02.2015 28.02.20141 28.02.2015 28.02.20141
Kauf USD (gegen EUR) 16.725 5.224 1.255 –131
Kauf USD (gegen AUD) 1.746 0 165 0
Verkauf USD 88.755 94.589 –3.805 966
Kauf CAD 169 0 4 0
Kauf CZK 23.196 17.145 150 –147
Kauf HUF 0 23.391 0 –701
Verkauf HUF 2.851 5.166 –96 22
Kauf PLN 20.145 48.831 323 805
Verkauf PLN 1.662 1.807 –13 –6
Verkauf GBP 716 1.200 –72 –14
Verkauf RON 14.998 0 36 0
Summe Währungsderivate 170.963 192.353 –2.053 794
Zinsderivate 118.000 191.500 –6.035 –4.604
Rohstoffderivate 30.405 52.156 519 –571
Summe Derivate 319.368 436.009 –7.569 –4.381

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu zehn Jahren ab.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges, umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2015 beträgt 519 (Vorjahr: 279) t€.

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, für die kein Cashflow-Hedge-Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juice-Aktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment.

123

10.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

28.02.2015 28.02.20141
t€ Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 85.000 85.000 85.000 85.000
(langfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 19.879 19.879 19.584 19.584
(langfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 104.879 104.879 104.584 104.584
(langfristig gehalten)
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 277 277 276 276
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 837 837 844 844
finanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Beteiligungen 1.114 1.114 1.120 1.120
(langfristig gehalten)
Forderungen aus Kredite und Forderungen 313.762 313.762 279.279 279.279
Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Kredite und Forderungen 72.373 72.373 103.993 103.993
Vermögenswerte2
Derivative finanzielle Derivate, erfolgsneutral 588 588 419 419
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
bewertet (Hedge-Accounting)
Derivative finanzielle Erfolgswirksam zum beizu- 2.102 2.102 2.883 2.883
Vermögenswerte legenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Forderungen aus 388.825 388.825 386.574 386.574
Lieferungen und Leistungen
und sonstige finanzielle
Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 46 46 146 146
(kurzfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 46 46 146 146
(kurzfristig gehalten)
Zahlungsmittel und Kredite und Forderungen 193.818 193.818 135.856 135.856
Zahlungsmitteläquivalente
Summe 688.682 688.682 628.280 628.280

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben finden sich auf Seite 76ff.

2 Ohne sonstige Steuerforderungen, positive Marktwerte von Derivaten sowie geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungszufluss führen.

28.02.2015 28.02.20141
t€ Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 378.965 382.970 377.292 379.709
gegenüber Kreditinstituten Anschaffungskosten
und Darlehen bewertete Verbindlichkeiten
gegenüber Dritten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 250.000 255.967 250.000 257.147
gegenüber verbundenen Anschaffungskosten
Unternehmen der bewertete Verbindlichkeiten
Südzucker-Gruppe
Finanzverbindlichkeiten 628.965 638.937 627.292 636.856
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) 291.281 291.281 280.491 280.491
Lieferungen und Leistungen Anschaffungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Sonstige finanzielle Zu (fortgeführten) 88.638 88.638 116.649 116.649
Verbindlichkeiten2 Anschaffungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Derivate, erfolgsneutral 69 69 140 140
aus derivativen zum beizulegenden Zeitwert
Finanzinstrumenten bewertet (Hedge-Accounting)
Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizu- 10.190 10.190 7.543 7.543
aus derivativen legenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumenten finanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Verbindlichkeiten aus 390.178 390.178 404.823 404.823
Lieferungen und Leistungen
und sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
Summe 1.019.143 1.029.115 1.032.115 1.041.679

Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten setzen sich je Bewertungskategorie wie folgt zusammen:

28.02.2015 28.02.20141
t€ Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 20.202 20.202 20.006 20.006
finanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 85.837 85.837 85.844 85.844
finanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Kredite und Forderungen 579.953 579.953 519.127 519.127
Zu (fortgeführten) –1.008.884 –1.018.856 –1.024.432 –1.033.996
Anschaffungskosten
bewertete Verbindlichkeiten

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben finden sich auf Seite 76ff.

2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten sowie erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

28.02.2015 28.02.20141
t€ Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
Derivate, erfolgsneutral 519 519 279 279
zum beizulegenden Zeitwert
bewertet (Hedge-Accounting)
Erfolgswirksam zum beizu- –8.088 –8.088 –4.660 –4.660
legenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögens
werte/Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere ("Available for Sale"). Diese werden zu aktuellen Börsen- oder Marktwerten bewertet.

Sonstige Beteiligungen, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaffungskosten ("at cost") bewertet. Hierbei handelt es sich v.a. um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashflows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde.

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminaufbzw.-abschlägen. Die Marktwerte für Zins- und Rohstoffderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 19.879 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 46 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 277
finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 19.925 0 277
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 588 0 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Vermögenswerte, 588 0 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 0 2.102 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 2.102 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 20.513 2.102 277
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Derivate, erfolgsneutral zum 69 0 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 69 0 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 0 10.190 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 10.190 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 69 10.190 0
t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 19.584 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 146 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 276
finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 19.730 0 276
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 419 0 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Vermögenswerte, 419 0 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 152 2.731 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 152 2.731 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 20.301 2.731 276
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Derivate, erfolgsneutral zum 22 118 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 22 118 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 1.002 6.541 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 1.002 6.541 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 1.024 6.659 0
zum beizulegenden Zeitwert bewertet

128 Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

  • █ In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.
  • █ In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.
  • █ In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der EZB bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten EURIBOR- und (L)IBOR-Quotierungen.

Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen SWAP-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Erträgen/ Aufwendungen je Bewertungskategorie im Finanzergebnis und operativen Ergebnis erfasst:

Aktiva Passiva Überleitung
t€ Available Loans Financial Keine Summe Kein Finanz-
for Sale and Liabilities Zuordnung Finanz- ergebnis
Receivables at Cost instrument
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Zinsergebnis 5.206 1.235 –10.812 0 –4.371 0 –4.371
Zinsen für Derivate 0 0 0 –3.671 –3.671 0 –3.671
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 –2.140 –2.140
Summe Zinsergebnis 5.206 1.235 –10.812 –3.671 –8.042 –2.140 –10.182
Beteiligungsergebnis 769 0 0 0 769 0 769
Summe Beteiligungsergebnis 769 0 0 0 769 0 769
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 8.716 0 8.716 0 8.716
Sonstiges Finanzergebnis 0 0 –3.581 0 –3.581 0 –3.581
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 –962 –962 0 –962
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 5.135 –962 4.173 0 4.173
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im Finanzergebnis 5.975 1.235 –5.677 –4.633 –3.100 –2.140 –5.240
Ergebnisse aus Derivaten 0 581 0 0 581 0 581
Verluste aus Währungsumrechnung 0 0 0 6.395 6.395 0 6.395
Aufwand aus der Wertberichtigung
von Forderungen 0 –2.480 0 0 –2.480 0 –2.480
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im operativen Ergebnis 0 –1.899 0 6.395 4.496 0 4.496
Aktiva Passiva Überleitung
t€ Available Loans Financial Keine Summe Kein Finanz-
for Sale and Liabilities Zuordnung Finanz- ergebnis
Receivables at Cost instrument
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Zinsergebnis 5.206 1.789 –15.319 0 –8.324 0 –8.324
Zinsen für Derivate 0 0 0 –2.913 –2.913 0 –2.913
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 –2.142 –2.142
Summe Zinsergebnis 5.206 1.789 –15.319 –2.913 –11.237 –2.142 –13.379
Beteiligungsergebnis 1.029 0 0 0 1.029 0 1.029
Summe Beteiligungsergebnis 1.029 0 0 0 1.029 0 1.029
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 –16.850 0 –16.850 0 –16.850
Sonstiges Finanzergebnis 0 0 –2.475 0 –2.475 0 –2.475
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 1.473 1.473 0 1.473
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 –19.325 1.473 –17.852 0 –17.852
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im Finanzergebnis 6.235 1.789 –34.644 –1.440 –28.060 –2.142 –30.202
Ergebnisse aus Derivaten 0 1.526 0 0 1.526 0 1.526
Verluste aus Währungsumrechnung 0 0 0 –494 –494 0 –494
Aufwand aus der Wertberichtigung
von Forderungen 0 –1.257 0 0 –1.257 0 –1.257
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im operativen Ergebnis 0 269 0 –494 –225 0 –225

10.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Ein- und Verkauf von Weltmarktzucker, von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion sowie auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

130 Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Note (20) des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko in Höhe von 492.767 (Vorjahr: 495.646) t€ beinhaltet den Buchwert aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten zuzüglich Eventualschulden und entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. Das tatsächliche Kreditrisiko ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2015 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 02. 2015
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 378.965 393.773 193.181 43.970 18.076 10.855 105.701 21.990
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 262.472 124.662 4.318 102.622 760 30.110 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 61 66 21 45 0 0 0 0
629.026 656.311 317.864 48.333 120.698 11.615 135.811 21.990
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 291.281 291.281 291.281 0 0 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten und sonstige
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 98.897 98.897 97.693 1.204 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 6.195 6.195 6.195 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 3.995 3.995 3.995 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 69 69 69 0 0 0 0 0
390.178 390.178 388.974 1.204 0 0 0 0
28. 02. 20141
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 377.292 395.398 204.312 7.811 44.262 51.381 10.551 77.081
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 264.322 105.133 53.769 3.558 101.862 0 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 92 100 15 85 0 0 0 0
627.384 659.820 309.460 61.665 47.820 153.243 10.551 77.081
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 280.491 280.491 280.491 0 0 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten und sonstige
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 124.332 124.332 122.967 1.365 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 5.132 5.132 5.132 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 1.409 1.409 1.409 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 1.142 1.142 1.142 0 0 0 0 0
404.823 404.823 403.458 1.365 0 0 0 0

132 Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Im aktuellen Geschäftsjahr gibt es keine erwarteten Cashflows aus Derivaten, die für Cashflow-Hedges genutzt werden.

Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern seit dem Geschäftsjahr 2011|12 den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95%. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter Value at Risk aus Währungen angegeben und nach Finanzierungen und operativem Geschäft unterschieden:

Value at Risk aus
Value at Risk aus operativen Forderungen/
Finanzierungen Verbindlichkeiten
t€ 28.02.2015 28.02.20141 28.02.2015 28.02.20141
Summe Nettopositionen (absolut)
der Währungspaare 217.750 214.607 91.000 91.371
Value at Risk diversifiziert 13.418 12.845 6.804 5.519

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

133 Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone.

Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.

VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modified-Duration-Ansatz" berücksichtigt. Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Nettoposition variabel verzinst 377.898 390.914
Cashflow at Risk diversifiziert 3.170 2.353
Nettoposition fix verzinst 198.751 202.851
Value at Risk bei Zinssatzänderung 6.492 6.568

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 153.500 (Vorjahr: 90.200) Tonnen, für den Einkauf von Mais über 4.700 (Vorjahr: 35.400) Tonnen und den Verkauf von Mais über 9.050 (Vorjahr: 0) Tonnen. Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 27.462 (Vorjahr: 53.087) t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 519 (Vorjahr: negativer Marktwert 571) t€.

Eine Veränderung der Rohstoffpreise von +10% (–10%) würde folgende Wertveränderung der bestehenden Rohstoffderivate ergeben:

28.02.2015 28.02.20141
t€ Sensitivität Sensitivität Sensitivität Sensitivität
bei +10% bei –10% bei +10% bei –10%
Wertänderung Rohstoffderivate 2.747 –2.747 2.432 –7.482
– davon erfolgsneutral im Eigenkapital 2.747 –2.747 3.360 –1.772

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2014|15

134 Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend mögliche rechtliche Änderungen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Compliance, Lebensmittel- und Umweltrecht; AGRANA hat hierfür eigene Stabsstellen eingerichtet.

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland. Bis dato gibt es keine Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

10.5. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Bürgschaften betreffen v.a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Bürgschaften 44.727 41.974
Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.647 1.647

Die zugunsten nahe stehender Unternehmen abgegebenen Bürgschaften belaufen sich auf 38.500 (Vorjahr: 29.906) t€.

Eine weitere Eventualschuld von 6.600 (Vorjahr: 0) t€ besteht im Zusammenhang mit der Rückforderung einer EU-Förderung in Ungarn. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein.

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

t€ 28.02.2015 28.02.20141
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 14.350 15.836
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 41.208 4.279
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 55.558 20.115

135 11. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2015 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA hatten.

12. ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 100% der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, Wien, die 86,10% der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen.

Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("indirekte Anteilseigner") zählen die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.b.H., Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss") zu den nahe stehenden Unternehmen.

Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahe stehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

t€ Indirekte Unternehmen Gemein- Summe
Anteilseigner mit maß- schafts-
geblichem unternehmen
Einfluss
GESCHÄFTSJAHR 2014 15
Umsatz 85.110 16.110 124.374 225.594
Operative Aufwendungen –77.696 –766 –98.104 –176.566
Kreditbeziehungen –253.675 –98.907 14.521 –338.061
Partizipationskapital 0 91.188 0 91.188
Bankguthaben und
kurzfristige Forderungen 0 37.933 0 37.933
Zinsergebnis –6.261 3.757 1.071 –1.433
Garantien gegeben 8.200 17.958 42.000 68.158
Garantien ausgenutzt 2.836 9.345 38.500 50.681
136 t€ Indirekte Unternehmen Gemein- Summe
Anteilseigner mit maß- schafts-
geblichem unternehmen
Einfluss
GESCHÄFTSJAHR 2013 141
Umsatz 131.976 17.900 60.757 210.633
Operative Aufwendungen –114.014 –540 –127.610 –242.164
Kreditbeziehungen –250.071 –30.164 20.242 –259.993
Partizipationskapital 0 91.462 0 91.462
Bankguthaben und
kurzfristige Forderungen 0 12.945 0 12.945
Zinsergebnis –7.193 5.284 954 –955
Garantien gegeben 8.200 38.558 32.000 78.758
Garantien ausgenutzt 5.140 30.301 29.906 65.347

Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 352.582 (Vorjahr: 280.235) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 130.000 (Vorjahr: 150.000) t€ langfristig.

Aus Warenlieferungen bestanden gegenüber nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Verbindlichkeiten von 364 (Vorjahr: 5.478) t€.

Gegenüber Joint Venture-Partnern bestanden sonstige Forderungen in Höhe von 3.446 (Vorjahr: 2.221) t€.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 3.365 (Vorjahr: 3.167) t€ und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.693 (Vorjahr: 1.659) t€ sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 1.672 (Vorjahr: 1.508) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 4.Juli 2014 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 250 (Vorjahr: 250) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Für Mag. Stephan Büttner besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2014|15 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 2.955 (Vorjahr: 968) t€.

137 Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 28. Februar 2015 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 8.058 (Vorjahr: 3.940) t€ und für Abfertigungsverpflichtungen ein Wert von 1.906 (Vorjahr: 2.009) t€ unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG.

Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 138.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 28. April 2015 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 28. April 2015

Der Vorstand

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Mag.Dipl.-Ing.Dr. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

ORGANE DER GESELLSCHAFT (KURZDARSTELLUNG)

138 VORSTAND

Dipl.-Ing.Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied

Mag.Dipl.-Ing.Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsmitglied

Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied

AUFSICHTSRAT

Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender

Dr.Wolfgang Heer Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner, MBA Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Dr.Jochen Fenner Aufsichtsratsmitglied

Dr.Hans-Jörg Gebhard Aufsichtsratsmitglied

Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied

Dr. Thomas Kirchberg Aufsichtsratsmitglied

Dipl.-Ing.Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender

Gerhard Glatz

Karl Orthaber

Dipl.-Ing. Stephan Savic

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 28. FEBRUAR 2015

Anteil am Kapital Anteil am Kapital
28.02.2015 28.02.2014
Name der Gesellschaft Bilanzstichtag Sitz Land unmittel- mittel- unmittel- mittel-
bar bar1 bar bar1
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft
(Muttergesellschaft) Wien Österreich
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA AGRO SRL 28.02.2015 Roman Rumänien 92,10% 92,10%
AGRANA BIH Holding GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 75,00% 75,00%
AGRANA Bulgaria AD 28.02.2015 Sofia Bulgarien 100,00% 100,00%
AGRANA BUZAU SRL 28.02.2015 Buzau Rumänien 92,10% 92,10%
AGRANA d.o.o. 31.12.2014 Brčko Bosnien-
Herzegowina 75,00% 75,00%
AGRANA Fruit Argentina S.A. 28.02.2015 Buenos Argentinien 99,99% 99,99%
Aires
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. 28.02.2015 Central Australien 100,00% 100,00%
Mangrove
AGRANA Fruit Austria GmbH 28.02.2015 Gleisdorf Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, 31.12.2014 São Paulo Brasilien 99,99% 74,99%
Importacao e Exportacao Ltda.
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. 31.12.2014 São Paulo Brasilien 99,99% 99,99%
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. 31.12.2014 Dachang China 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. 28.02.2015 Sigatoka Fidschi 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit France S.A. 28.02.2015 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Germany GmbH 28.02.2015 Konstanz Deutschland 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Istanbul 28.02.2015 Zincirlikuyu Türkei 100,00% 100,00%
Gida Sanayi ve Ticaret A.S.
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. 28.02.2015 Seoul Südkorea 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. 31.12.2014 Michoacán Mexiko 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Luka TOV 31.12.2014 Winniza Ukraine 99,97% 99,97%
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. 31.12.2014 Michoacán Mexiko 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. 28.02.2015 Ostrołęka Polen 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit S.A.S. 28.02.2015 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Services GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Services Inc. 28.02.2015 Brecksville USA 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Services S.A.S. 28.02.2015 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. 28.02.2015 Johannesburg Südafrika 100,00% 100,00%
AGRANA Fruit Ukraine TOV 31.12.2014 Winniza Ukraine 99,80% 99,80%
AGRANA Fruit US, Inc. 28.02.2015 Brecksville USA 100,00% 100,00%
AGRANA Group-Services GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 100,00% 100,00%
AGRANA Internationale Verwaltungs- 28.02.2015 Wien Österreich 100,00% 100,00%
und Asset-Management GmbH
AGRANA J&F Holding GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 98,91% 1,09% 98,91% 1,09%
AGRANA Juice Denmark A/S 28.02.2015 Køge Dänemark 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. 28.02.2015 Vásárosnamény Ungarn 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Poland Sp. z.o.o. 28.02.2015 Bialobrzegi Polen 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. 31.12.2014 Vaslui Rumänien 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH 28.02.2015 Bingen Deutschland 50,01% 50,01%
Anteil am Kapital Anteil am Kapital
28.02.2015 28.02.2014
Name der Gesellschaft Bilanzstichtag Sitz Land unmittel-
bar
mittel-
bar1
unmittel-
bar
mittel-
bar1
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH 28.02.2015 Bingen Deutschland 50,01% 50,01%
AGRANA Juice Ukraine TOV 31.12.2014 Winniza Ukraine 50,01% 50,01%
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD 31.12.2014 Xianyang City China 50,01% 50,01%
AGRANA LIESTI S.R.L 28.02.2015 Bukarest Rumänien 99,92%
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. 28.02.2015 Budapest Ungarn 87,64% 87,64%
AGRANA Marketing- und 28.02.2015 Wien Österreich 100,00% 100,00%
Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.
Agrana Nile Fruits Processing SAE 28.02.2015 Qalyoubia Ägypten 51,00% 51,00%
AGRANA Stärke GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 98,91% 1,09% 98,91% 1,09%
AGRANA TANDAREI SRL 28.02.2015 Ţăndărei Rumänien 92,10% 92,10%
AGRANA Trading EOOD 28.02.2015 Sofia Bulgarien 100,00% 100,00%
AGRANA URZICENI S.R.L 28.02.2015 Bukarest Rumänien 99,92%
AGRANA Zucker GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 98,91% 1,09% 98,91% 1,09%
AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 100,00% 100,00%2
AUSTRIA JUICE GmbH 28.02.2015 Kröllendorf/ Österreich 50,01% 50,01%
Allhartsberg
Biogáz Fejleszto Kft. 28.02.2015 Kaposvár Ungarn 87,64% 87,64%
Dirafrost FFI N. V. 28.02.2015 Herk-de-Stad Belgien 100,00% 100,00%
Dirafrost Maroc SARL 28.02.2015 Laouamra Marokko 100,00% 100,00%
Financière Atys S.A.S. 28.02.2015 Paris Frankreich 100,00% 100,00%
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- 28.02.2015 Wien Österreich 66,67% 66,67%
und Produktionsgesellschaft m.b.H.
Koronás Irodaház Szolgáltató 28.02.2015 Budapest Ungarn 87,60% 87,60%
Korlátolt Felelösségü Társaság
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. 28.02.2015 Budapest Ungarn 87,60% 87,60%
Moravskoslezské Cukrovary A.S. 28.02.2015 Hrušovany Tschechien 97,66% 97,66%
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region 31.12.2014 Serpuchov Russland 100,00% 100,00%
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. 28.02.2015 Ţăndărei Rumänien 100,00% 100,00%
S.C. AGRANA Romania S.A. 28.02.2015 Bukarest Rumänien 92,02% 92,02%
Slovenské Cukrovary s.r.o. 28.02.2015 Sereď Slowakei 100,00% 100,00%
Ybbstaler Fruit Polska Sp. Z.o.o 28.02.2015 Chełm Polen 50,01% 50,01%
Yube d.o.o. 31.12.2014 Požega Serbien 100,00% 100,00%
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Skrob s.r.o. 31.12.2014 Hrušovany Tschechien 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31. 12. 2014 I Eigenkapital: 87,9 t€ I Jahresüberschuss: 1,4 t€
Dr.Hauser Gesellschaft m.b.H. 28.02.2015 Hamburg Deutschland 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 28. 02. 2015 I Eigenkapital: 48,5 t€ I Jahresüberschuss: 0,3 t€
Österreichische Rübensamenzucht 30.04.2014 Wien Österreich 86,00% 86,00%
Gesellschaft m.b.H.
Abschlussstichtag: 30. 04. 2014 I Eigenkapital: 1.820,7 t€ I Jahresüberschuss: 1.153,2 t€
PERCA s.r.o. 31.12.2014 Hrušovany Tschechien 97,66% 97,66%
Abschlussstichtag: 31. 12. 2014 I Eigenkapital: 479,6 t€ I Jahresüberschuss: 54,9 t€
AGRANA Research & Innovation Center GmbH 31.12.2014 Wien Österreich 100,00% 100,00%
Abschlussstichtag: 31. 12. 2014 I Eigenkapital: 4.350,5 t€ I Jahresüberschuss: 763,4 t€

2 Im Vorjahr nicht einbezogenes Tochterunternehmen

141

Anteil am Kapital Anteil am Kapital
28.02.2015 28.02.2014
Name der Gesellschaft Bilanzstichtag Sitz Land unmittel- mittel- unmittel- mittel-
bar bar bar bar
II. Gemeinschaftsunternehmen
Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert wurden
"AGRAGOLD" d.o.o. 31.12.2014 Brčko Bosnien- 50,00% 50,00%
Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o. 31.12.2014 Zagreb Kroatien 50,00% 50,00%
AGRAGOLD dooel Skopje 31.12.2014 Skopje Mazedonien 50,00% 50,00%
AGRAGOLD trgovina d.o.o. 31.12.2014 Ljubljana Slowenien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 50,00% 50,00%
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH 28.02.2015 Wien Österreich 50,00% 50,00%
Company for trade and services 28.02.2015 Belgrad Serbien 50,00% 50,00%
AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd
GreenPower E85 Kft 31.12.2014 Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
HUNGRANA Keményitö- 31.12.2014 Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft.
HungranaTrans Kft. 31.12.2014 Szabadegyháza Ungarn 50,00% 50,00%
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. 31.12.2014 Brčko Bosnien- 50,00% 50,00%
Herzegowina
Nicht einbezogene Gemeinschaftsunternehmen
SCO STUDEN & CO. BRASIL 31.12.2014 São Paulo Brasilien 37,50% 37,50%
EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA.
Abschlussstichtag: 31. 12. 2014 I Eigenkapital: –13,6 t€ I Jahresfehlbetrag: –1,4 t€

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2015 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014|15 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 28. April 2015

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Treasury, Datenverarbeitung/ Kommunikation (inkl. Investor Relations) Organisation, Mergers & Acquisitions, sowie Forschung und Entwicklung; Recht sowie Compliance; Segmentverantwortung Stärke Segmentverantwortung Frucht

Mag.Dipl.-Ing.Dr. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für Interne Revision Einkauf & Logistik; Segmentverantwortung Zucker

BESTÄTIGUNGSVERMERK

144 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.März 2014 bis zum 28. Februar 2015 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 28. Februar 2015, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Geldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapital-Entwickung für das am 28. Februar 2015 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risiko145 einschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2015 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1.März 2014 bis zum 28. Februar 2015 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 28. April 2015

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Rainer Hassler e.h. ppa Mag. Claudia Draxler-Eisert e.h.

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

148 Lagebericht
149 Überblick
151 Beteiligungen der AGRANA
Beteiligungs-Aktiengesellschaft
156 Geschäftsverlauf und
wirtschaftliche Lage der AGRANA
Beteiligungs-Aktiengesellschaft
159 Umwelt und Nachhaltigkeit
160 Forschung und Entwicklung
161 Personal- und Sozialbericht
163 Risikomanagement und
Internes Kontrollsystem
166 Berichterstattung
gemäß § 243a Abs. 2 UGB
168 Kapital-, Anteils-, Stimm- und
Kontrollrechte
169 Corporate Governance-Bericht
170 Zweigniederlassungen
170 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
170 Prognosebericht
171 Jahresabschluss
172 Gewinn- und Verlustrechnung
  • Bilanz
  • Anhang zum Jahresabschluss
  • Allgemeines
  • Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Sonstige Angaben
  • Aufwendungen für den Abschlussprüfer
  • Organe und Arbeitnehmer
  • Entwicklung des Anlagevermögens
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • Bestätigungsvermerk
  • Gewinnverwendungsvorschlag

JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2014|15

AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

LAGEBERICHT DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15 VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015

148 INHALTSVERZEICHNIS

Überblick

Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte Corporate Governance-Bericht Zweigniederlassungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prognosebericht

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Lagebericht 2014/15

ÜBERBLICK

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Damit ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA").

Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler der an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie.

Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.

Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen wiederspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung:

150

AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Lagebericht 2014/15

Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine gute Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die Innovationskraft und die gute Kostenposition der AGRANA geschaffen.

Eigentümerübersicht

Rund 8.700 Mitarbeiter an 54 Produktionsstandorten auf allen fünf Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2014/15 einen Konzernumsatz von rund 2,5 Mrd. €. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft notiert seit 1991 im Prime Market Segment der Wiener Börse.

Lagebericht 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

BETEILIGUNGEN DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider.

Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions GmbH zu 100% gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions GmbH werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten.

Die restlichen Anteile auf 100 % der einzelnen "Segment-Gesellschaften" werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. gehalten.

151

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Lagebericht 2014/15

Geschäftsentwicklung

2014/15 2013/141 Veränderung
in %/pp
Umsatzerlöse (brutto) Segment Zucker t€ 812.265 1.049.780 -22,6%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -81.127 -86.900 -6,6%
Umsatzerlöse t€ 731.138 962.880 -24,1%
EBITDA 2 t€ 29.355 64.197 -54,3%
Operatives Ergebnis t€ 9.699 45.423 -78,6%
Ergebnis aus nach der Equity-Methode einbezogenen
Gemeinschaftsunternehmen
t€ -1.721 -933 84,5%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 1.002 4.677 -78,6%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 8.980 49.167 -81,7%
EBIT- Marge % 1 5 -3,9
Investitionen3 t€ 34.476 43.117 -20,0%
Mitarbeiter 2.326 2.276 2,2%

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

3 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Im Geschäftsjahr 2014|15 sank der Umsatz im Segment Zucker um 24,1 % auf 812 (Vorjahr: 1.050) Mio. €. Die Reduktion war auf stark rückläufige Verkaufspreise zurückzuführen.

Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe, das nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wird, wirkte sich negativ auf das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) des Segmentes Zucker aus, was im Wesentlichen auf die niedrigen Verkaufspreise in der Westbalkan-Region aufgrund des Mengen- und Preisdruckes aus Serbien und die Unterauslastung der Raffinerie in Bosnien-Herzegowina zurückzuführen war.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Zucker resultierte aus EU-Rückerstattungen in Zusammenhang mit der Produktionsabgabe im Segment Zucker.

Lagebericht 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

AGRANA Stärke GmbH

Die AGRANA Stärke GmbH stellt an den österreichischen Produktionsstandorten Gmünd und Aschach Kartoffel- und Maisstärkeprodukte her und fungiert als Holding für die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien sowie für die AGRANA Bioethanol GmbH, Wien.

Geschäftsentwicklung

Veränderung
2014/15 2013/141 in %/pp
Umsatzerlöse (brutto) Segment Stärke
t€
708.233 716.650 -1,2%
Umsätze zwischen den Segmenten
t€
-8.102 -9.957 -18,6%
Umsatzerlöse
t€
700.131 706.693 -0,9%
EBITDA 2
t€
49.004 44.732 9,6%
Operatives Ergebnis
t€
27.038 24.574 10,0%
Ergebnis aus nach der Equity-Methode einbezogenen
Gemeinschaftsunternehmen
t€
27.093 29.325 -7,6%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT)
t€
54.131 53.899 0,4%
EBIT- Marge
%
7,7 7,6 0,1
Investitionen3
t€
13.743 35.025 -60,8%
Mitarbeiter 863 858 0,6%

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

3 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2014|15 konnte nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden. Niedrigeren Verkaufspreisen bei den meisten Hauptprodukten standen erhöhte Absatzmengen gegenüber.

Das Bioethanolgeschäft musste sich in einem schwierigen Marktumfeld behaupten. Aufgrund eines produktions- und importbedingten Überangebotes und einer sinkenden Nachfrage nach Bioethanol gingen die Ethanol-Notierungen im Berichtsjahr massiv zurück und erreichten im Jänner 2015 ein historisches Tief. Trotz gesunkener Rohstoff- und Energiekosten konnten die Margenverluste beim Bioethanolgeschäft nicht ausgeglichen werden. Insgesamt blieb das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) der AGRANA Stärke GmbH auf Vorjahresniveau.

AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH

Die AGRANA J & F Holding GmbH fungiert als Holding für sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory/Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AUSTRIA Juice GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Österreich.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Lagebericht 2014/15

Geschäftsentwicklung

Veränderung
2014/15 2013/141 in %/pp
Umsatzerlöse (brutto) Segment Frucht t€ 1.062.510 1.172.672 -9,4%
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -267 -529 -49,5%
Umsatzerlöse t€ 1.062.243 1.172.143 -9,4%
EBITDA 2 t€ 103.556 105.326 -1,7%
Operatives Ergebnis t€ 65.280 64.604 1,0%
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ -6.672 -786 748,9%
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ 58.608 63.818 -8,2%
EBIT- Marge
%
5,5 5,4 0,1
Investitionen3 t€ 42.990 51.814 -17,0%
Mitarbeiter 5.519 5.371 2,8%

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst.

2 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

3 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Der Umsatz im Segment Frucht verzeichnete im Geschäftsjahr 2014|15 einen unwesentlichen Rückgang von 9,4 % auf 1.062 (Vorjahr: 1.172) Mio. €.

Das Vorjahresniveau des Operativen Ergebnisses konnte gehalten werden.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen resultiert aus der Optimierung der Standortstruktur des Geschäftsbereichs Fruchtzubereitung in Österreich. Der Standort in Gleisdorf|Steiermark wird seit Ende des Geschäftsjahres 2014|2015 als alleinige österreichische Produktionsstätte für Fruchtzubereitungen betrieben. Die Einmalkosten dieser Produktionsverlagerung wurden in dem Ergebnis aus Sondereinflüssen ausgewiesen. Weiters beinhaltet diese Position die Dotierung einer Rückstellung für ein Restrukturierungsprojekt der Dirafrost FFI, Belgien.

Lagebericht 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

AGRANA Research & Innovation Center GmbH

Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln (vormals Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H.) werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

Die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. fungiert als Holding Gesellschaft und hält neben der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Anteile an AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH und AGRANA J & F Holding GmbH.

AGRANA Group Services GmbH

Die AGRANA Group Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.

155

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 28. Februar 2015

Veränderung
Geschäftsentwicklung 2014/15 2013/14 in %
Umsatzerlöse t€ 11.306 71 15823,9%
Sonstige betriebliche Erträge t€ 23.830 37.972 -37,2%
Betriebsleistung t€ 35.136 38.043 -7,6%
Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) t€ -12.774 -9.067 40,9%
Operative Marge ¹ % -36,4% -23,8%
Beteiligungserträge t€ 61.915 53.745 15,2%
Finanzerfolg t€ 64.055 61.948 3,4%
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit t€ 51.281 52.881 -3,0%
Jahresüberschuss t€ 52.376 53.411 -1,9%
Investitionen in Sachanlagen und t€
immaterielle Vermögenswerte t€ 816 3.131 -73,9%
Investitionen in Finanzanlagen t€ 16.000 0 x

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Lagebericht 2014/15

¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Umsatzerlöse

Die Veränderung der Umsatzerlöse resultiert aus der Umgliederung der Lizenzen für Markenrechte (Royalities) in Höhe von 11.306 t€ (Vorjahr: 13.603 t€) von den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 23.830 t€ (Vorjahr: 37.972 t€) zu den Umsatzerlösen.

Betriebserfolg

Der Betriebserfolg weißt einen negativen Rückgang von rund 41% auf. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Royalities in Höhe von 2.116 t€, welche auf Basis der entstandenen Umsätze der Tochtergesellschaften verrechnet wurden.

Ertragslage

Weder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit noch der Jahresüberschuss der Gesellschaft haben sich gegenüber dem Vorjahr wesentlich verändert, da im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 15,2 % bei den Beteiligungserträgen zu verzeichnen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich nicht wesentlich verändert.

Investitionen

Im Geschäftsjahr wurden Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 16.000 t€ vorgenommen. Diese betreffen das im Geschäftsjahr 2012/13 aufgenommene Schuldscheindarlehen, dessen Gesamtvolumen sich von 110.000 t€ auf 126.000 t€ erhöht hat und unter dem Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen sind. Der gesamte Gegenwert des Schuldscheindarlehens wurde konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die AGRANA Group Services GmbH weitergereicht.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Lagebericht 2014/15

Vermögens- und Finanzlage

Veränderung
Bilanzkennzahlen 2014/15 2013/14 in %
Bilanzsumme t€ 780.491 761.858 2,4%
Grundkapital t€ 103.210 103.210 0,0%
Immaterielle Vermögensgegenstände t€
und Sachanlagen t€ 3.043 4.158 -26,8%
Anteile an verbundenen Unternehmen t€ 417.025 422.485 -1,3%
Andere Finanzanlagen t€ 211.259 195.456 8,1%
Eigenkapital t€ 595.965 594.716 0,2%
Eigenkapitalquote ¹ % 76,4% 78,1% -2,2%
Haftungsverhältnisse t€ 172.869 272.361 -36,5%

¹ Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die Bilanzsumme verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 2,4 % auf 780.491 t€.

Die Immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um -1.115 t€. Grund ist im Vergleich zu den Vorjahren höhere Abschreibungen aufgrund der im Vorjahr getätigten Investitionen für die Geschäftsausstattung des neuen Mietgebäudes.

Die Eigenkapitalquote von 76,4 % (Vorjahr: 78,1 %) zeigt eine solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

Cashflow

Veränderung
2014/15 2013/14 in %
Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit t€ 67.125 55.578 20,8%
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ -16.524 -3.107 431,8%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ -35.127 -51.182 -31,4%
Veränderung der flüssigen Mittel t€ 15.473 -1.931 -901,3%
Bestand an flüssigen Mittel¹ t€ 15.603 130 11902,3%

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Lagebericht 2014/15

2014/15: t€ 15.515; 2013/14: t € 0 ¹ einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2014/15 um 11.547 t€ auf 67.125 t€ (Vorjahr: 55.578 t€). Der Anstieg ist auf die Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling zurückzuführen.

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich um +432 % auf -16.524 t€ und resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Ausleihung an die AGRANA Group Services.

Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit bestand im Vorjahr im Wesentlichen aus der Dividendenauszahlung von rd. 51.127 t€. Im laufenden Geschäftsjahr setzt sich dieser aus der Dividendenzahlung sowie der Neuaufnahme von Teilverbindlichkeiten zum Schuldscheindarlehen in Höhe von 16.000 t€ zusammen.

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UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2014|15 intensiv an der weiteren Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die operativen Geschäftsabläufe gearbeitet. Dies zeigt sich in einer Reihe neuer bzw. erstmals formalisierter interner Richtlinien und Grundsätze, in der Zertifizierung nach verschiedenen für die Geschäftstätigkeit relevanten internationalen Nachhaltigkeitsstandards, der Mitgliedschaft und Mitarbeit bei in diesem Bereich tätigen Organisationen und Initiativen sowie der Setzung von Zielen für die kommenden Geschäftsjahre.

Inhaltlich lassen sich alle Aktivitäten im Rahmen von drei AGRANA-Leitsätzen, die Management und allen Mitarbeitern, als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammenfassen:

Wir bei AGRANA…

  • verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien zum Schutz der Umwelt;
  • achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind;
  • leben langfristige Partnerschaften.

AGRANA Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2014|15 und Ziele

konzentrieren sich auf folgende Handlungsfelder:

  • Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung:
  • Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion
  • Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • Gesellschaftliches Engagement

Darüber hinaus ist besonders der Beitritt zur Sustainable Agriculture Initiative im Juli 2014 hervorzuheben. Die Sustainable Agriculture Initiative (SAI) ist eine von Nestlé, Unilever und Danone im Jahr 2002 gegründeten Initiative der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. SAI hat es sich zum Ziel gesetzt als Informationsplattform durch die Vorstellung von Best-Practices und Unterstützung durch das Angebot unterschiedlicher Tools die Entwicklung und Implementierung nachhaltiger Agrarpraxis weltweit zu fördern. Mittelfristig sollen Benchmarks für wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte in der agrarischen Produktion z.B. Wassermanagement, Biodiversität etc. im Rahmen von rohstoffspezifischen Arbeitsgruppen, an denen die Mitgliedsunternehmen teilnehmen können, entwickelt werden.

160 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends zu setzen und sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu unterscheiden. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Rezepturen, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstreicht somit ihre auf nachhaltigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.

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Im Rahmen einer räumlichen Erweiterung des Forschungsstandortes in Tulln hat AGRANA seit dem Sommer 2014 ihre Forschungs- und Innovationsaktivitäten der bisherigen Einrichtungen ZFT sowie ICC gebündelt. Das neue AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) ist mit rund 60 Mitarbeitern auf ca. 4.000 m2 nunmehr das neue zentrale Forschungs und Entwicklungsinstitut des Konzerns.

Das Investitionsvolumen für die Erweiterung der Forschungsstätte in Tulln betrug rund vier Mio. €. Die Zusammenführung ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern v.a. die stärkere Zusammenarbeit bislang geografisch getrennt agierender Forschergruppen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten wie z.B. Ernährungsphysiologie, Verdicker und Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkte.

Die zunehmende Anzahl an Projekten, die mehrere AGRANA-Geschäftssegmente gleichzeitig betreffen, kann somit wesentlich einfacher und effizienter umgesetzt werden. Der neue AGRANA-Forschungs-Cluster am Standort Tulln erlaubt darüber hinaus eine ideale Anbindung zu relevanten universitären Einrichtungen sowie deren Absolventen. Weiters bietet die neue Forschungsstätte ihr spezielles F&E-Know-how auch Dritten an und fungiert als staatlich akkreditiertes Labor für Bioethanol-Analytik und die Qualitätsüberprüfung von Zuckerrüben.

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PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2014|15 durchschnittlich 8.708 (Vorjahr: 8.505) Mitarbeiter, davon 2.138 (Vorjahr: 2.124) in Österreich und 6.570 (Vorjahr: 6.381) international. Der Aufbau im Konzern begründet sich vor allem im Segment Zucker und Frucht auf entsprechend produktionsbedingter Steigerungen. International vorwiegend in den Ländern Ukraine, Mexiko und Serbien, sowie in der neuen Produktionsstätte in den USA.

Ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" wird in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management weltweit eingesetzt, um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben den Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2014|15 nahmen 7,3 % (Vorjahr: 6,9 %) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

Ein besonderer Fokus wurde im letzten Geschäftsjahr auf die Entwicklung von internen Schulungen und Trainingsprogrammen (Sharepoint-Training, Compliance-Schulungen und Trainings im Bereich Logistik) gelegt. Dies ermöglichte eine gezielte Weitergabe von Knowhow innerhalb des Unternehmens (Wissensmanagement) und führte gleichzeitig zu einer Verringerung der externen Trainingskosten.

Ein wichtiger Bestandteil der konzernweiten Aus- und Weiterbildung ist die AGRANA Academy, die im Geschäftsjahr 2013|14 gestartet und nun weiter ausgerollt wurde. Bei dieser Initiative werden Führungskräfte in den Bereichen Strategie und Führung geschult. Ein Hauptaugenmerk stellen der divisionsübergreifende Austausch von Ideen und Best-Practices sowie das Aufzeigen von Markttrends dar. Die Academy soll Führungskräfte noch besser für künftige Herausforderungen wappnen. Darüber hinaus sind zur Unterstützung der Verkaufsaktivitäten Vertriebstrainings durch eine neu konzipierte Sales Academy in Planung, die im Geschäftsjahr 2015|16 durchgeführt werden sollen.

Im Geschäftsjahr 2014|15 waren durchschnittlich 68 Lehrlinge in Österreich und Deutschland beschäftigt. Der Anteil weiblicher Lehrlinge lag bei 7,6 %.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2014|15 auf rund 2,0 (Vorjahr: 2,7) Mio. €, das entspricht rund 0,9 % (Vorjahr: 1,2 %) der Lohnund Gehaltssumme.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Im Geschäftsjahr 2013|14 wurden erstmals Kennzahlen zur Verletzungsrate, Ausfalltagequote und Abwesenheitsrate pro Segment weltweit erhoben.

Diversity

Um den Bedarf an weiblichen technisch-qualifizierten Fachkräften aus eigener Hand abdecken zu können, veranstaltete AGRANA auch 2014 wieder einen "Töchtertag" zur Begeisterung junger Mädchen für technische Berufe. Das Zuckerwerk Tulln|Österreich bot Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren die Gelegenheit Einblick in die Lehrberufe Elektrotechnik, Maschinenbautechnik und Informationstechnologie zu bekommen.

161

Work-Life Balance

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Aus diesem Grund bietet AGRANA flexible Arbeitszeitregelungen und unter bestimmten Bedingungen Spielräume für Heimarbeit. Die zügige Rückkehr an den Arbeitsplatz aus der Karenz wird am Standort Wien durch einen Betriebskindergarten und die grundsätzliche Vereinbarkeit Beruf und Familie ein Flying-Nanny-Service für schulautonome Tage erleichtert. Im Sommer 2014 fand erstmals ein Pilotprojekt für eine Sommerferienbetreuung in Tulln|Österreich statt. Ausgebildete Pädagogen des Niederösterreichischen Hilfswerkes haben für Mitarbeiterkinder von drei bis zehn Jahren ein jeweils altersgerechtes, buntes Betreuungsprogramm vom Erste-Hilfe-Kurs über Ausflüge auf den Bauernhof bis zur spielerischen Einführung in die Gebärdensprache gestaltet. Unter dem Motto "Hier kommt unser Essen her" wurde den Kindern die landwirtschaftliche Produktion näher-gebracht.

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Auch in AGRANAs Fruchtzubereitungswerk in Mexiko steht eine gesunde Work-Life Balance klar im Vordergrund. Durch Familientage oder auch Veranstaltungen zum Abschluss der Erntearbeiten steigt die Identifikation der Mitarbeiter mit AGRANA. Um die Arbeitnehmer für Themen wie Stressabbau, Gesundheit und Wohlbefinden zu sensibilisieren und bei deren Umsetzung zu unterstützen, werden verschiedene Workshops und Vorträge organisiert. Bereits zum sechsten Mal wurde der mexikanische Fruchtzubereitungsstandort mit dem ESR (Empresa Socialmente Responsable) für herausragende Mitarbeiterinitiativen geehrt.

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RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe stellen klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Rohmaterialien Risiken für AGRANA dar. Daneben ist AGRANA aufgrund der v.a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschiedenen Ländern ausgesetzt.

Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernden Marktpreisen für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr.

Zu den operativen Risiken zählen die

  • Beschaffungsrisiken
  • Produktqualität und –sicherheit
  • Markt- und Wettbewerbsrisiken

Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Darüber hinaus beschäftigt sich das konzernweite Riskmanagement mit

  • Regulatorischen Risiken (zB Zuckermarktordnung) Mit 30. September 2017 entfallen die Rübenmindestpreis- und die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose.
  • Freihandelsabkommen
  • EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin, deren Höhe eine starke Auswirkung auf den Geschäftsbereich Bioethanol hat.

Rechtliche Risiken

Derzeit bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanzund Vermögenslage haben könnten.

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Die Finanziellen Risiken werden vor allem in vier für den Konzern wesentlichen Bereiche gegliedert:

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung des IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können einerseits aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie andererseits aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Euro-Finanzierungen entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz. Darüber hinaus beeinflussen Veränderungen der Währungskurse im Vergleich zum Euro das Konzernergebnis der AGRANA-Gruppe.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist, durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien, langfristig und ausreichend abgesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

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Risiken aus Unregelmäßigkeiten

Im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2011|12 der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán|Mexiko, traten Verdachtsmomente auf, dass verschiedene Geschäftsvorfälle nicht im Einklang mit dem AGRANA-Verhaltenskodex standen und deren finanzieller Ausweis nicht den geltenden externen und internen Bilanzierungsvorschriften entsprach. Nach intensiven Erhebungen wurden Anfang Juni 2012 das lokale Management ausgetauscht, der Fall bearbeitet und im Jahresabschluss 2012|13 entsprechende finanzielle Vorsorgen getroffen. In den Geschäftsjahren 2013|14 sowie 2014|15 ergaben sich keine wesentlichen, neuen Erkenntnisse zu diesem Betrugsfall und die im Geschäftsjahr 2012|13 erfolgten internen und externen Ermittlungen erwiesen sich als umfassend. Es laufen Strafanzeigen gegen das frühere Management sowie Zivilklagen gegen Firmen, welche in deren Eigentum stehen bzw. standen. Verhandlungen mit der Versicherungsgesellschaft über die Deckung des Vertrauensschadens sind im Gange. Interne und externe Prüfungen sollen bestmöglich sicherstellen, dass ähnliche Vorfälle verhindert bzw. frühzeitig erkannt werden.

166

BERICHTERSTATTUNG GEMÄß § 243A ABS. 2 UGB

Der Vorstand der AGRANA ist sich der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften bewusst.

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Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Die Werte der Einzelabschlüsse werden in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul übernommen. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravierenden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energie-, Rohstoff-, Verkaufspreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäftsjahresende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

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Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft. AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Lagebericht 2014/15

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

BERICHTERSTATTUNG GEMÄß § 243A ABS. 2 UGB

berichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Der Vorstand der AGRANA ist sich der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften bewusst.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanz-

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Die Werte der Einzelabschlüsse werden in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul übernommen. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravierenden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energie-, Rohstoff-, Ver-

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

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KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTE (Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2015 beträgt 103,2 Mio. € und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

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Lagebericht 2014/15

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 86,2 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %- Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50% beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Vorstandsmitglieds der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

M&G Investmentfonds des britischen Finanzunternehmens Prudential plc, London|Großbritannien, hielten bis 27. Februar 2014 15,6 % am AGRANA-Grundkapital. Die Z&S, die als Mehrheitsaktionärin der AGRANA Beteiligungs-AG bis zu diesem Zeitpunkt 75,5 % des Grundkapitals hielt, übernahm von M&G Investmentfonds einen Anteil in Höhe von 10,7 % unmittelbar, wodurch die Z&S seit dieser Transaktion 86,2 % der Stimmrechte an AGRANA hält. Weitere 4,9 % an AGRANA-Aktien wurden damals unmittelbar von Südzucker erworben, die dadurch ihren direkten Anteil an der AGRANA Beteiligungs-AG auf rund 6,5 % aufstockte. Davon sollen die knapp 5 % wieder platziert werden, um den Streubesitz der AGRANA Beteiligungs-AG zu erhöhen. Ziel ist es, die Liquidität der AGRANA-Aktie zu erhöhen und so die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Auf die nicht platzierten Aktien hat die Z&S eine seit dem 1. März 2015 ausübbare Call-Option gegenüber Südzucker.

Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

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Lagebericht 2014/15

CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und hält nahezu alle Bestimmungen ein. Der ÖCGK ist auf der Website des Österreichischen Arbeitskreises für Corporate Governance unter www.corporategovernance.at abrufbar. Er bildet - auf dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung beruhend - den Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung des Unternehmens mit dem Ziel einer hohen Transparenz für alle Stakeholder.

Im Geschäftsjahr 2014|15 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Juli 2012 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 12. November 2014 und 26. Februar 2015 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig die Erklärung über die Einhaltung des Kodex beschlossen.

169

170 ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte in 2014/15 keine Zweigniederlassungen

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es sind nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSEBERICHT

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2015 und einem gut diversifizierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet, rechnet aber mit einer etwas schwächeren Ergebnisentwicklung.

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2015|16 von einer stabilen Entwicklung beim Konzernumsatz aus. Beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) erwartet der Konzern eine deutliche Abschwächung.

Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird daher für das kommende Geschäftsjahr 2015|16 ebenfalls mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis der Geschäftstätigkeit (EGT) auf aktuellen Niveau gerechnet.

Wien, am 28. April 2015

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

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Lagebericht 2014/15

Mag. Stephan Büttner e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

JAHRESABSCHLUSS DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15 VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015

INHALTSVERZEICHNIS

Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz

Anhang zum Jahresabschluss Allgemeines Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige Angaben Aufwendungen für den Wirtschaftsprüfer Organe und Arbeitnehmer

Entwicklung des Anlagevermögens

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15 VOM 1. MÄRZ 2014 BIS 28. FEBRUAR 2015

172

2014 15 2013 14
1. Umsatzerlöse 11.306 71
2. Sonstige betriebliche Erträge 23.830 37.972
3. Personalaufwand –23.922 –22.003
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –1.859 –2.074
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen –22.129 –23.033
6. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 5) –12.774 –9.067
7. Erträge aus Beteiligungen 61.915 53.745
– davon aus verbundenen Unternehmen 61.590 (Vorjahr: 53.740) t€
8. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 5.215 5.215
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.219 5.707
– davon aus verbundenen Unternehmen 5.187 (Vorjahr: 5.707) t€
10. Erträge aus dem Abgang und der Zuschreibung zu Finanzanlagen 2 0
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen –5.460 0
– davon aus Abschreibungen 5.460 (Vorjahr: 0) t€
– davon aus verbundenen Unternehmen 5.460 (Vorjahr: 0) t€
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –2.836 –2.719
13. Finanzerfolg (Z 7 bis 12) 64.055 61.948
14. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Z 1 bis 13) 51.281 52.881
15. Steuern vom Einkommen 1.095 530
16. Jahresüberschuss 52.376 53.411
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 7.461 5.177
18. Bilanzgewinn 59.837 58.588
Stand am
28.02.2015
Stand am
28.02.2014
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
900 1.423
II. Sachanlagen 2.143 2.735
III. Finanzanlagen 628.284 617.941
631.327 622.099
B. Umlaufvermögen
I.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
149.076 139.628
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 88 130
149.164 139.758
Summe Aktiva 780.491 761.857
PASSIVA
A. Eigenkapital
I.
Grundkapital
103.210 103.210
II. Kapitalrücklagen 418.990 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 59.837 58.588
– davon Gewinnvortrag 7.461 (Vorjahr: 5.177) t€
595.965 594.716
B. Rückstellungen
I.
Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder
5.056 4.311
II. Rückstellung für Steuern und sonstige 35.548 30.117
40.604 34.428
C. Verbindlichkeiten
I.
Finanzverbindlichkeiten
126.000 110.031
II. Übrige Verbindlichkeiten 17.922 22.682
143.922 132.713
Summe Passiva 780.491 761.857
Haftungsverhältnisse 172.869 272.361

173

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS

174 A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Anhang 2014/15

Die Gesellschaft ist als große Gesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen. Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt.

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 33,33

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 3 33,33
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

c. Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 0 (im Vorjahr 3 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 729.240,58 (im Vorjahr 639 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden gemäß § 198 und 211 UGB nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dazu wurde ein Gutachten der Valida Consulting GmbH, Wien, eingeholt. Der Rückstellungsberechnung liegen ein Rechnungszinssatz von 2,00 % (im Vorjahr 2,75 %), Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-8,08 % (im Vorjahr 0-7,61 %) sowie Gehaltsanpassungen zugrunde.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 2,00 % (im Vorjahr 2,75 %) so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension ausfinanziert ist, wenn die Anwartschaftsberechtigten das 65. (Vorjahr: 65.) Lebensjahr vollendet haben. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Nachschusspflicht an die Pensionskassa. Die Rückstellung für die Nachschussverpflichtung wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und der Rechnungszinssatz von 2,00 % (im Vorjahr 2,75 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-8,08 % (im Vorjahr 0-7,61 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe
des
Eigenkapital gem. Geschäfts- Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB jahr schuss/fehlbetrag
% EUR EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100 7.443.795,72 2014/15 584.768,04
AGRANA J & F Holding GmbH, Wien*) 98,91 247.198.923,55 2014/15 -534.705,35
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 325.438.789,86 2014/15 14.265.058,91
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 257.471.117,01 2014/15 6.447.178,56
AGRANA Group-Service GmbH 100 -4.200.336,22 2014/15 -7.659.463,33
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwick
lungs- und Produktions- GesmbH, Wien 66,67 8.082.242,62 2014/15 833.609,93
AGRANA Research & Innovation Center
GmbH, Tulln
100 4.350.526,37 2014 763.404,64

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien und haben eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren (€ 105.000.000,00) bzw. von mehr als 5 Jahren (€ 21.000.000,00).

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

179

in EUR (Vorjahr in TEUR) Restlaufzeit Restlaufzeit von
mehr
Bilanzwert
bis 1 Jahr als 1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 138.484.531,62 0,00 138.484.531,62
(28.02.2014) (129.142) 0 (129.142)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 10.582.961,02 8.859,52 10.591.820,54
(28.02.2014) (10.474) (17) (10.491)
Summe 149.067.492,64 8.859,52 149.076.352,16
(28.02.2014) (139.616) (17) (139.633)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 138.484.531,62 (im Vorjahr 129.142 TEUR) sonstige Forderungen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Partizipationsscheinen in Höhe von EUR 5.206.250,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR), Forderungen aus Kapitalertragsteuer gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 5.211.250,00 (im Vorjahr 5.122 TEUR) sowie andere kurzfristige Forderungen.

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 5.206.250,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR) enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich aus 14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien – Stammaktien zusammen.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 01.03.2014 Veränderung Stand 28.02.2015
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 418.989.595,00

(5) Gewinnrücklagen

Andere Rücklagen (freie Rücklagen)
Summe
13.880.000,00
13.927.964,07
0,00
0,00
13.880.000,00
13.927.964,07
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
EUR EUR EUR
Stand 01.03.2014 Veränderung Stand 28.02.2015

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die Abfertigungsrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand Verbrauch Auflösung Zuweisung Stand am
28.02.2014 28.02.2015
in EUR in EUR in EUR in EUR in EUR
Abfertigung 2.737.619,83 216.351,01 868.696,74 3.389.965,56
Pensionsansprüche 1.202.914,00 88.473,29 1.291.387,29
Jubiläumsgelder 370.804,64 17.323,46 21.044,64 374.525,82
Altersteilzeit 0,00 30.529,23 30.529,23
Nicht konsumierte Urlaube 1.844.964,55 93.332,21 264.885,26 2.016.517,60
Sonderzahlungen 376.771,81 17.805,28 358.966,53
Prüfungsaufwand 228.000,00 228.000,00 266.000,00 266.000,00
Veröffentlichungsaufwand 157.000,00 124.118,31 32.881,69 140.000,00 140.000,00
Kosten der
Hauptversammlung
45.000,00 45.000,00 45.000,00 45.000,00
Kosten Bilanzpresse
konferenz
3.500,00 3.332,99 167,01 3.500,00 3.500,00
Konzernkommunikation 10.000,00 10.000,00 78.415,00 78.415,00
Aufsichtsratsvergütungen 250.000,00 250.000,00 250.000,00 250.000,00
Pensionskasse 2.822,40 2.822,40 92.916,00 92.916,00
Sonstige ausstehende
Eingangsrechnungen
576.510,06 505.014,59 71.495,47 337.427,00 337.427,00
Sonstiges 0,00 0,00
Summe 7.805.907,29 1.168.288,29 449.356,13 2.486.887,16 8.675.150,03

Die als Auflösung dargestellten EUR 216.351,01 bei der Abfertigungsrückstellung und die EUR 17.323,46 bei der Jubiläumsgeldrückstellung betreffen Übertritte in andere Konzerngesellschaften. Die Zuweisung im Geschäftsjahr wurde einerseits aufgrund der Senkung des Zinssatzes und andererseits aufgrund der internen Änderung zur Prämienauszahlung notwendig.

Die Pensionsansprüche stellen Nachschussverpflichtungen an die Pensionskasse dar für kapitalmäßige Deckungslücken der bereits im Jahr 2002 übertragenden Anwartschaften.

Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und ausstehende Abrechnungen im Zusammenhang mit dem SSC in Krakau.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

(7) Verbindlichkeiten

28.02.2015 28.02.2014
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 126.000.108,39 110.031
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (108,39) (31)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (105.000.000,00) (45.000)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (21.000.000,00) (65.000)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 758.850,80 1.215
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (758.850,80) (1.215)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0,00) (0)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (0,00) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 11.798.396,70 15.642
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (11.798.396,70) (15.642)
Sonstige Verbindlichkeiten 5.364.523,76 5.825
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (5.364.523,76) (5.825)
Summe 143.921.879,65 132.713
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (17.921.879,65) (22.713)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (105.000.000,00) (45.000)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (21.000.000,00) (65.000)

RLZ = Restlaufzeit

Aufgrund der weiterhin andauernden, weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, hat sich die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2012/2013 entschieden, das günstige Umfeld zu nutzen und erstmalig am Kapitalmarkt ein Schuldscheindarlehen über EUR 110.000.000,00 aufgenommen.

Mit dieser Transaktion wurden die Helaba Landesbank Hessen/Thüringen sowie die Raiffeisenbank International AG mandatiert.

Das Schuldscheindarlehen wurde in Tranchen von 5, 7 und 10 Jahren begeben und leistet somit einen wesentlichen Beitrag für die langfristige finanzielle Absicherung des Konzerns. Als weiteres strategisches Ziel wurde die Verbreiterung der Investorenbasis angestrebt. Insgesamt haben 31 Banken bzw. Pensionsfonds gezeichnet.

Im Geschäftsjahr wurden Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von 16.000 t€ vorgenommen. Diese betreffen das im Geschäftsjahr 2012/13 aufgenommene Schuldschein-

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

darlehen, dessen Gesamtvolumen sich von 110.000 t€ auf 126.000 t€ erhöht hat und unter dem Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen sind.

Der gesamte Gegenwert des Schuldscheindarlehens wurde konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht und wird dort für allgemeine Refinanzierungszwecke, insbesondere für den Bau der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf verwendet.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 2.954.581,32 (im Vorjahr 3.055 TEUR) und Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 1.042.370,73 (im Vorjahr 1.154 TEUR) enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 2.954.581,32 (im Vorjahr 3.055 TEUR) sowie Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 604.045,68 (im Vorjahr 632 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 11.798.396,70 (im Vorjahr 15.642 TEUR) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen.

Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2014/15 beträgt EUR 1.355.319,72 (im Vorjahr 1.355 TEUR) Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 6.776.598,60.

28.02.2015 28.02.2014
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 7.800.000,00 7.800
Haftungen aus Zahlungsgarantien 165.068.872,00 264.561
Summe 172.868.872,00 272.361
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 132.370.921,00 229.121

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 01. März 2014 bis 28. Februar 2015, im Vorjahr jenen vom 01. März 2013 bis 28. Februar 2014.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

(9) Umsatzerlöse

Die Veränderung der Umsatzerlöse von 71 t€ um 11.205 t€ auf 11.308 t€ resultiert aus der Umgliederung der Lizenzen für Markenrechte (Royalities), welche im Geschäftsjahr 11.306 t€ (Vorjahr: 13.603 t€) betrugen. Dies spiegelt sich auch in der Veränderung der sonstigen betrieblichen Erträge großteils wieder, die sich im Wesentlichen ebenfalls auf die Umgliederung zurückführen lässt.

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 20.340,00 (im Vorjahr 25 TEUR).

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 104.544,17 (im Vorjahr 168 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von EUR 33.048,70 (im Vorjahr 90 TEUR) betreffend Veröffentlichungsaufwand und Konzernkommunikation.

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von Euro 23.705.278,57 (im Vorjahr 37.780 TEUR) enthalten Erträge für Durchlaufposten, IT-Leistungen und Personal in Höhe von EUR 23.387.541,90 (im Vorjahr 24.052 TEUR) sowie die Auflösung von Einzelwertberichtigungen in Höhe von EUR 0,00 (im Vorjahr 69 TEUR).

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

(13) Personalaufwand
------ -----------------
Summe 23.921.957,11 22.003
Sonstige Sozialaufwendungen 269.433,29 337
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 3.105.793,03 3.157
Aufwendungen für Altersversorgung 3.059.091,40 1.724
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge
kassen (MVK)
200.788,47 132
Aufwendungen für Abfertigungen 1.383.963,12 404
Gehälter 15.902.887,80 16.249
in EUR in TEUR
2014/15 2013/14

davon entfallen

Abfertigungen und Leistun
gen an betriebliche Mitarbei
tervorsorgekassen
Pensionen (Rückstellungen)
2014/15 2013/14 2014/15 2013/14
EUR TEUR EUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 925.248,85 187 3.040.641,32 1.706
andere Arbeitnehmer 659.502,74 349 18.450,08 18
Summe 535.741,96 536 3.059.091,40 1.724

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 165 Angestellte (im Vorjahr 174 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 3.795.921,76 (im Vorjahr 3.165 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 2.952.168,03 (im Vorjahr 968 TEUR) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von EUR 88.473,29 (im Vorjahr 744 TEUR Zuführung) zugewiesen.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014/15 eine Vergütung von EUR 250.000,00 (im Vorjahr 250 TEUR).

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen EUR 22.128.728,33 (im Vorjahr 23.034 TEUR) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von EUR 8.752.587,78 (im Vorjahr 8.422 TEUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von EUR 3.031.141,77 (im Vorjahr 4.930 TEUR), Leasing, Mieten und Pachten von EUR 1.570.101,14 (im Vorjahr 1.432 TEUR), Werbeaufwendungen von EUR 1.193.737,41 (im Vorjahr 1.422 TEUR) sowie andere Aufwendungen in Höhe von EUR 7.581.160,23 (im Vorjahr 6.827 TEUR).

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

(15) Erträge aus Beteiligungen

2014/15 2013/14
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 61.910.288,70 53.740
Erträge von sonstigen Beteiligungen 5.000,00 5
Summe 61.915.288,70 53.745

(16) Aufwendungen aus Finanzanlagen

Aufgrund einer dauerhaften Wertminderung der AGRANA Group-Services GmbH, Wien wurde die Beteiligung per 28.02.2015 um EUR 5.460.000 abgewertet.

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

2014/15 2013/14
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer -4.842.242,90 -6.537
Körperschaftsteuer Vorperioden -417.521,32 10
Steuerumlagen 6.394.954,27 7.098
nicht abzugsfähige Quellensteuer -40.689,33 -41

Summe -1.094.500,72 530

(17) Steuern vom Einkommen

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA J & F Holding GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

F. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fidschi AGRANA Fruit France S.A., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville, USA AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

189

AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich AGRANA J & F Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice Magyarorzág Kft., Vásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Poland Sp z.o.o., Białobrzegi, Polen AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD, Xianyang City, China AGRANA LIESTI S.R.L., Bukarest, Rumänien AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich AGRANA Skrob s.r.o., Hrušovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA TANDAREI SRL, Țăndărei, Rumänien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA URICENI S.R.L., Bukarest, Rumänien AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn

Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien

o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich PERCA s.r.o., Hrušovany, Tschechien S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered', Slowakei Ybbstaler Fruit Polska Sp.z.o.o., Chelm, Polen Yube d.o.o., Požega, Serbien

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

"AGRAGOLD" d.o.o., Brcko, Bosnien-Herzegowina AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRAGOLD dooel, Skopje, Mazedonien AGRAGOLD trgovina d.o.o. , Ljubljana, Slowenien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Serbien GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn HungranaTrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina

Anhang 2014/15

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

G. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 237 Z14 UGB)

2014/2015
Jahres
abschluss
Andere
Bestätigungs
leistungen
sonstige
Leistungen
Gesamt 2013/2014
Jahres
abschluss
Andere
Bestätigungs
leistungen
sonstige
Leistungen
Gesamt
EUR EUR EUR EUR TEUR TEUR TEUR TEUR
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft
31.800,00 234.200,00 5.040,00 271.040,00 30 300 201 531
Summe 31.800,00 234.200,00 5.040,00 271.040,00 30 300 201 531

H. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Dipl.Ing. Josef PRÖLL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt Dr. Jochen FENNER, Gelchsheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Stephan SAVIC, Wien Karl ORTHABER, Gleisdorf Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg

191

192 Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Mag. Walter GRAUSAM (bis 31.12.2014) Mag. Stephan BÜTTNER, Wien (ab. 1.11.2014) Dkfm. Thomas KÖLBL, Speyer

Wien, am 28. April 2015

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Anhang 2014/15

Mag. Stephan Büttner e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

193

194 ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2014/2015

A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffungskosten
Stand
01.03.14
Zugang Abgang Stand
28.02.15
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.300,93 0,00 0,00 611.300,93
2. EDV-Software 7.676.442,24 456.544,69 0,00 8.132.986,93
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 25.598,75 25.598,75 0,00
8.287.743,17 482.143,44 25.598,75 8.744.287,86
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.669.649,02 326.249,94 394.135,73 4.601.763,23
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 7.961,50 7.961,50 0,00
4.669.649,02 334.211,44 402.097,23 4.601.763,23
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene
424.145.490,31 0,00 0,00 424.145.490,31
Unternehmen 110.000.000,00 16.000.000,00 0,00 126.000.000,00
3. Beteiligungen
4. Wertpapiere (Wertrechte) des
258.620,00 0,00 0,00 258.620,00
Anlagevermögens 85.206.800,00 0,00 206.800,00 85.000.000,00
619.610.910,31 16.000.000,00 206.800,00 635.404.110,31
Gesamtsumme 632.568.302,50 16.816.354,88 634.495,98 648.750.161,40

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft , Wien ANLAGE 1

Abschreibungen Buchwerte
Stand
Stand
Jahres- Zu- Abgang Stand Stand Stand
28.02.15
01.03.14
abschreibung schreibung 28.02.15 28.02.15 28.02.14
611.300,93 441.434,93 61.060,00 0,00 0,00 502.494,93 108.806,00 169.866,00
8.132.986,93 6.423.365,24 918.137,69 0,00 0,00 7.341.502,93 791.484,00 1.253.077,00
0,00 0,00 25.598,75 0,00 25.598,75 0,00 0,00 0,00
8.744.287,86 6.864.800,17 1.004.796,44 0,00 25.598,75 7.843.997,86 900.290,00 1.422.943,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4.601.763,23 1.934.270,84 846.608,94 0,00 322.210,73 2.458.669,05 2.143.094,18 2.735.378,18
0,00 0,00 7.961,50 0,00 7.961,50 0,00 0,00 0,00
4.601.763,23 1.934.270,84 854.570,44 0,00 330.172,23 2.458.669,05 2.143.094,18 2.735.378,18
424.145.490,31 1.660.724,48 5.460.000,00 0,00 0,00 7.120.724,48 417.024.765,83 422.484.765,83
126.000.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 126.000.000,00 110.000.000,00
258.620,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 258.620,00 258.620,00
85.000.000,00 9.204,00 0,00 0,00 9.204,00 0,00 85.000.000,00 85.197.596,00
635.404.110,31 1.669.928,48 5.460.000,00 0,00 9.204,00 7.120.724,48 628.283.385,83 617.940.981,83
648.750.161,40 10.468.999,49 7.319.366,88 0,00 364.974,98 17.423.391,39 622.099.303,01

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft , Wien ANLAGE 1

Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2014/2015

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2015 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;

█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014|15 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 28. April 2015

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Stephan Büttner Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Finanzen, Controlling, Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Treasury, Datenverarbeitung/ Kommunikation (inkl. Investor Relations) Organisation, Mergers & Acquisitions, sowie Forschung und Entwicklung; Recht sowie Compliance; Segmentverantwortung Stärke Segmentverantwortung Frucht

Mag.Dipl.-Ing.Dr. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie für Interne Revision Einkauf & Logistik; Segmentverantwortung Zucker

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bericht zum Jahresabschluss

abschlusses.

Prüfungsurteil

Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Aussagen zum Lagebericht

Wien, am 28. April 2015

stellt.

Bestätigungsvermerk

ABCD

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien,

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien

28. April 2015

Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 28. Februar 2015

für das Geschäftsjahr vom 1. März 2014 bis zum 28. Februar 2015 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 28. Februar 2015, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 28. Februar 2015 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist. ABCD AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 28. Februar 2015

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem,

soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahres-

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil dar-

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 28. Februar 2015 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. März 2014 bis zum 28. Februar 2015 in Übereinstimmung mit den österreichischen

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa Mag. Claudia Draxler-Eisert Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen

sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien

Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 28. Februar 2015

soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem,

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

ABCD

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 28. Februar 2015 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. März 2014 bis zum 28. Februar 2015 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 28. April 2015

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler ppa Mag. Claudia Draxler-Eisert Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERWENDUNG DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

200
2014 15
Das Geschäftsjahr vom 1.März 2014 bis 28. Februar 2015
schließt mit einem Bilanzgewinn von 59.837.092
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 3,60 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 51.127.344
Vortrag auf neue Rechnung 8.709.748
59.837.092

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IMPRESSUM

IMPRESSUM

Eigentümer, Herausgeber und Verleger AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1

Konzernkommunikation/Investor Relations Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation/Sustainability Mag.Ulrike Middelhoff Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]

Design: marchesani_kreativstudio GmbH Imagekonzept: The Gentlemen Creatives GmbH

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Personenbezogene Begriffe wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.

Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.

Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

201

AGRANA 2014|15 Online: reports.agrana.com

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