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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report May 28, 2014

733_10-k_2014-05-28_2349c01d-e2dc-4188-9da4-911e8f4cbf8f.pdf

Annual Report

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IN UNSEREN HÄNDEN

JAHRESFINANZBERICHT 2013|14

JAHRESFINANZBERICHT 2013|14

03 KONZERNABSCHLUSS UND -LAGEBERICHT 2013|14 der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)

03 Konzernlagebericht

49 Konzernabschluss

  • 50 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 51 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 52 Konzern-Geldfl ussrechnung
  • 53 Konzernbilanz
  • 54 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • 56 Konzernanhang
  • 118 Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • 119 Konzern-Anteilsbesitz
  • 122 Bestätigungsvermerk
  • 124 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

  • 125 JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2013|14 der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)

  • 126 Lagebericht
  • 163 Jahresabschluss
  • 164 Gewinn- und Verlustrechnung
  • 165 Bilanz
  • 166 Anhang
  • 188 Bestätigungsvermerk
  • 190 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • 191 Gewinnverwendungsvorschlag

KONZERNLAGEBERICHT 2013|14

04 Unternehmensstruktur

  • Geschäftsfelder und Beschaff ungsmodelle
  • Nachhaltigkeit in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

08 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz- und Ertragslage
  • Investitionen
  • Vermögens- und Finanzlage
  • Cashfl ow
  • Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

12 Segment Zucker

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung
  • Ergebnis aus Sondereinfl üssen

18 Segment Stärke

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung
  • Bioethanol

22 Segment Frucht

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung
  • Ergebnis aus Sondereinfl üssen

28 Nachhaltigkeit

  • Praktisches Nachhaltigkeitsverständnis Nachhaltigkeitsberichterstattung Was AGRANA bewegt hat und was sie zukünftig erreichen möchte 32 Forschung und Entwicklung Segment Zucker Segment Stärke Segment Frucht 36 Personal- und Sozialbericht Personalstrategie und -management Personalentwicklung und Weiterbildung Arbeitssicherheit und Gesundheit Diversity 40 Risikomanagement (inkl. Internes Kontroll und Risikomanagementsystem) Risikopolitik Wesentliche Risiken und Ungewissheiten Operative Risiken Regulatorische Risiken Rechtliche Risiken Finanzielle Risiken Risiken aus Unregelmäßigkeiten Gesamtrisiko
  • Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB
  • 45 Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte (Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB)

46 Prognosebericht

  • Neuerungen durch die Equity-Methode ab dem Geschäftsjahr 2014|15
  • Ausblick für das Geschäftsjahr 2014|15
  • Investitionsplanung für 2014|15

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoff e zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht. Rund 8.800 Mitarbeiter an 54 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2013|14 einen Konzernumsatz von knapp 3,1 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

GESCHÄFTSFELDER UND BESCHAFFUNGSMODELLE

AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffi niert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien (z. B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen) geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifi schen Marken auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoff e eine Vielzahl an Düngeund Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückkehr von Nähr- und Mineralstoff en in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoff e, primär Mais, Weizen und Kartoff eln, zu hochwertigen Stärkeprodukten. Diese in der EU erzeugten Produkte werden sowohl an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie als auch an "Non-Food-Industrien", wie z. B. Papier-, Textil-, Kosmetik- und Baustoffi ndustrie, geliefert. Auch im Rahmen der Stärkegewinnung werden Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produk tion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwarensowie Eiscremeindustrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden großteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertrags anbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaft konzentrate

werden v. a. an europäischen Produktions standorten Apfelund Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Pürees für die hochspezialisierte Fruchtsaft industrie hergestellt. Auch im Segment Frucht legt AGRANA Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoff e. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum weiterverwendbare Rest stoff e anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaft konzentrat vebleibenden Presskuchen, sogenannte Trester, weiter aufbereitet. Sie fi nden als hochwertige Ballaststoffl ieferanten u. a. Einsatz in Müsli- und Snack-Produkten bzw. können in Form von Apfelmehl Backwaren zugesetzt werden.

AGRANA verarbeitet in allen drei Geschäftssegmenten auch agrarische Rohstoff e aus kontrolliert biologischem Anbau und ist damit einer der größten Bio-Produzenten Europas. Da sich eine relevante Bio-Nachfrage hauptsächlich auf die Märkte Deutschland, Österreich und die USA beschränkt, liegt der Bio-Anteil an AGRANAs Gesamtverkaufsvolumen relativ stabil im einstelligen Prozentbereich.

NACHHALTIGKEIT IN DER VORGELAGERTEN WERTSCHÖPFUNGSKETTE

AGRANA verarbeitet in den drei Geschäftssegmenten pro Jahr rund 9,4 Mio. Tonnen agrarische Rohstoff e zu ca. 4,0 Mio. Tonnen Haupt- und Nebenprodukten.

Im Rahmen der eigenen Veredelungsprozesse legt AGRANA auf eine möglichst vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoff e sowie den Einsatz emissionsarmer Technologien Wert. Damit trägt das Unternehmen ureigenen ökonomischen Interessen, aber auch ökologischen Aspekten Rechnung. Im Rahmen des Unternehmensleitbildes und des Verhaltenskodex hat AGRANA auch ihre sozialen Werte als verantwortungsvoller Arbeitgeber und Teil der Gesellschaft festgeschrieben. Die Einhaltung von sozialen Mindeststandards ist AGRANA auch bei Lieferanten wichtig. Ihr Verhaltenskodex ist daher auch Bestandteil von Lieferverträgen.

VEREINFACHTE WERTSCHÖPFUNGSKETTE

Vertragslandwirtschaft/Kontraktlandwirtschaft

Keine direkte Geschäftsbeziehung

Die im Rahmen der Geschäftsverbindungen gezeigte Strichstärke symbolisiert Mengenströme innerhalb des jeweiligen Geschäftssegmentes.

Direkte Geschäftsbeziehung

KUNDEN UND KONSUMENTEN

07 Steigendes Nachhaltigkeitsbewusstsein der Konsumenten und folglich der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie machen die Sicherstellung von Nachhaltigkeitskriterien über die gesamte Produktwertschöpfungskette zunehmend zu einer Kauf- bzw. Beschaff ungsvoraussetzung.

AGRANA bezieht im langjährigen Durchschnitt rund 90 % der verarbeiteten agrarischen Rohstoff menge in der EU, wo aufgrund kontrollierter gesetzlicher Regelungen sowie sozio-kultureller Rahmenbedingungen im internationalen Vergleich sehr hohe Sozial- und Umweltstandards bestehen. In diesem Bereich liegt die Herausforderung in der unbürokratischen Dokumentation der relevanten Nachhaltigkeitsaspekte.

Im Segment Frucht beschaff t AGRANA weltweit Rohstoff e. In diesem Bereich ist die Sicherstellung nachhaltiger Produktionsbedingungen im agrarischen Vorfeld nur durch den Bezug von nach internationalen Standards nachhaltigkeitszertifi zierten Rohstoff en und Vorprodukten bzw. alternativ durch eine Ausweitung der Kontraktwirtschaft möglich. Da die weltweit verfügbare Menge zertifi zierter agrarischer Rohstoff e bzw. Früchte zur industriellen Verarbeitung noch sehr gering ist, versucht AGRANA, das in den anderen Segmenten etablierte Erfolgsmodell der Beschaff ung über Vertragsanbauer auch im Segment Frucht weiter zu stärken. Durch die direkte Zusammenarbeit mit den Lieferanten können die wirtschaftliche Rohstoff verfügbarkeit abgesichert sowie Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Produktion gemeinsam mit den Partnern defi niert und umgesetzt werden.

Um die für AGRANAs agrarische Rohstoff e relevanten Umwelt- und Sozialaspekte und die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen in der vorgelagerten Lieferkette weiter zu bearbeiten, hat AGRANA Ende des Geschäftsjahres 2013|14 eine Arbeitsgruppe zum Thema nachhaltige Beschaff ung gegründet. Die Teilnehmer aus allen AGRANA-Geschäfts segmenten werden im laufenden Geschäftsjahr 2014|15, abhängig von der Integrationstiefe des jeweiligen Beschaff ungsmodelles, Strategien für die Zukunft entwickeln.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

08

GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2013 14 2012 131 Veränderung
in t¤ in t¤ in %
Umsatzerlöse 3.043.430 3.065.906 –0,7
EBITDA2 258.922 318.350 –18,7
Operatives Ergebnis 171.385 236.939 –27,7
Operative Marge 5,6 % 7,7 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 3.944 –19.077 > 100
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 175.329 217.862 –19,5
Finanzergebnis –27.200 –27.656 1,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 148.129 190.206 –22,1
Konzernjahresergebnis 109.774 156.508 –29,9
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte3 135.951 149.848 –9,3
Investitionen in Finanzanlagen 177 58 > 100
Mitarbeiter 8.778 8.449 3,9

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 in Verbindung mit IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (revised 2011) angepasst.

2 Operatives Ergebnis vor Abschreibungen

3 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2013|14 (1. März 2013 bis 28. Februar 2014) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Im Geschäftsjahr 2013|14 gab es im Konzern zwei Verschmelzungen bzw. fünf Zugänge in die Quotenkonsolidierung.

Fusioniert wurden die Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien, mit der aufnehmenden AGRANA Group-Services GmbH, Wien, sowie die Frefrost SARL, Laouamra|Marokko, mit der aufnehmenden Dirafrost Maroc SARL, Laouamra|Marokko.

Segment Zucker Segment Stärke Segment Frucht 33,6 % 27,9 % 38,5 %

UMSATZ NACH SEGMENTEN 2013|14

Die Zugänge in den Konsolidierungskreis betrafen fünf AGRAGOLD-Zucker-Handelsgesellschaften mit Sitz in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien und Slowenien. Die Gemein schaftsunternehmen wurden von AGRANA in den Vorjahren im Zuge der Beteiligung an der Studen-Gruppe, Wien, erworben, jedoch wegen untergeordneter Bedeutung nicht einbezogen. Nach Vor liegen der organisatorischen Voraus setzungen wurden die fünf Gesellschaften per 1. Dezember 2013 erstmals in die Quotenkonsolidierung einbezogen.

UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe ging im Geschäftsjahr 2013|14 um 22,5 Mio. € bzw. 0,7 % leicht auf 3.043,4 (Vorjahr: 3.065,9) Mio. € zurück. Gesteigerten Absatzmengen in allen Segmenten stand dabei ein preisbedingter Umsatzrückgang im Geschäftsfeld Zucker gegenüber. Im Segment Zucker wurden mit 1.022,8 (Vorjahr: 1.121,5) Mio. € sowohl bei Quotenzucker als auch bei Nicht-Quotenzucker niedrigere Umsätze erzielt, wobei der Rückgang auf ein deutlich niedrigeres Verkaufspreisniveau für Zucker zurückzuführen war. Die Umsatzerlöse im Segment Stärke lagen bei 848,5 (Vorjahr: 804,3) Mio. € und entwickelten sich insbesondere aufgrund gestiegener Verkaufsvolumina positiv. Im Segment Frucht erreichte AGRANA durch Mengensteigerungen ebenfalls einen Umsatzzuwachs auf 1.172,1 (Vorjahr: 1.140,1) Mio. €.

Das operative Konzernergebnis lag mit 171,4 Mio. € deutlich unter dem Wert des Vorjahres (236,9 Mio. €). Während im Segment Frucht das operative Ergebnis stark verbessert werden konnte, belasteten seit Sommer sinkende Verkaufspreise und höhere Rohstoff kosten in den Segmenten Zucker und Stärke die Margen. Vor allem das Segment Zucker

wies nach zwei außerordentlich guten Geschäftsjahren aufgrund der schwierigen Zucker-Marktbedingungen einen sehr deutlichen Ergebnisrückgang aus.

Das positive Ergebnis aus Sondereinfl üssen in Höhe von 3,9 Mio. € resultierte primär aus Rückerstattungen in Zusammenhang mit der EU-Produktionsabgabe im Segment Zucker (+4,7 Mio. €) und umfasst darüber hinaus die Kosten für die Verlagerung des Werkes in Kapstadt|Südafrika (–0,8 Mio. €). Im Vorjahr führten Reorganisationsmaßnahmen in Europa und Vor sorgen in Zusammenhang mit aufgedeckten Unregelmäßig keiten bei der mexikanischen Tochtergesellschaft AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. zu einem Sonderergebnis von –19,1 Mio. €. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäfts jahr 2013|14 betrug letztlich 175,3 (Vorjahr: 217,9) Mio. €.

Das Finanzergebnis war mit –27,2 Mio. € etwas besser als im Vorjahr (–27,7 Mio. €). Auf der einen Seite legte das Zinsergebnis deutlich zu (Veränderung: +13,3 Mio. €). Ausschlaggebend dafür waren der wegen des gesunkenen Working Capital niedrigere Finanzierungsbedarf, der aufgrund neuer, kurzfristiger Refi nanzierungen gesunkene Zinsaufwand sowie Eff ekte aus der Restrukturierung von Zinssicherungsinstrumenten. Auf der anderer Seite führten signifi kante negative Währungseff ekte zu einem klaren Rückgang des Währungsergebnisses (Veränderung: –15,7 Mio. €).

Das Ergebnis vor Ertragsteuern ging von 190,2 Mio. € im Vorjahr auf 148,1 Mio. € zurück. Nach einem Steueraufwand von 38,4 Mio. €, der einer Steuerquote von 25,9 % (Vorjahr: 17,7 %) entspricht, betrug das Konzernjahresergebnis 109,8 (Vorjahr: 156,5) Mio. €. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernjahresergebnis lag bei 107,9 (Vorjahr: 149,4) Mio. €, das Ergebnis je Aktie sank auf 7,60 (Vorjahr: 10,52) €.

OPERATIVES ERGEBNIS NACH SEGMENTEN 2013|14

10 INVESTITIONEN

Im Geschäftsjahr 2013|14 betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 136,0 (Vorjahr: 149,8) Mio. € und lagen damit wie im Vorjahr deutlich über dem Abschreibungsniveau. Die auf das Segment Zucker entfallenden 43,2 (Vorjahr: 55,9) Mio. € betrafen schwerpunktmäßig Maßnahmen zur Verbesserung der Logistik in Ungarn und Rumänien. Die Investitionen im Segment Stärke in Höhe von 41,0 (Vorjahr: 59,0) Mio. € entfi elen v. a. auf den Bau der Weizenstärkeanlage und auf Energie effi zienzmaßnahmen am Standort Pischelsdorf|Österreich. Im Segment Frucht wurden 51,8 (Vorjahr: 34,9) Mio. € ausgegeben, v. a. für das neue Fruchtzuberei tungswerk in Lysander im Bundesstaat New York|USA.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2014 lag mit 2.452,1 Mio. € um 126,3 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres von 2.578,4 Mio. €. Die deutlich über Abschreibungsniveau liegenden Investitionen führten zu einem Anstieg der langfristigen Vermögens werte um 21,8 Mio. €. Die kurzfristigen Vermögens werte waren um 148,1 Mio. € niedriger als im Vorjahr. Sowohl die Mengen komponente als auch niedrigere Rohstoff preise trugen neben einem aktiven Working Capital-Management zu dieser Entwicklung bei.

Bei einer gegenüber dem 28. Februar 2013 um rund 5 % geringeren Bilanzsumme konnte die AGRANA-Eigenkapitalquote von 47,0 % auf 48,6 % leicht verbessert werden. Die Nettofi nanzschulden zum 28. Februar 2014 lagen mit 410,6 Mio. € deutlich unter dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2012|13 (483,7 Mio. €), wodurch sich das Gearing auf 34,4 % (Vorjahr: 39,9 %) verbesserte. Die Reduktion der langfristigen Schulden war auf den Abbau langfristiger Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Die kurzfristigen Schulden sanken v. a. aufgrund redu zierter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstiger Verbindlichkeiten geringfügig.

CASHFLOW

Als Folge der schwächeren operativen Ergebnisentwicklung sank der Cashfl ow aus dem Ergebnis gegenüber dem Vorjahr (256,3 Mio. €) um 23,4 % auf 196,2 Mio. €. Nach einem Abbau des Working Capital um 88,1 Mio. € (Vorjahr: Aufbau um 50,9 Mio. €) belief sich der Cashfl ow aus laufender

Geschäftstätigkeit auf 283,2 (Vorjahr: 204,8) Mio. €. Der Cashfl ow aus Investitionstätigkeit betrug nach Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte –131,1 (Vorjahr: –136,9) Mio. €. Nach einem Nettoabbau der Finanzverbindlichkeiten und der Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2012|13 lag der Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit bei –142,7 (Vorjahr: –21,6) Mio. €.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER EINZELNEN SEGMENTE

Segment Zucker

in t¤ 2013 14 2012 13
Umsatzerlöse (brutto) 1.109.678 1.202.208
Umsätze zwischen den Segmenten –86.903 –80.692
Umsatzerlöse 1.022.775 1.121.516
EBITDA1 65.839 138.851
Operatives Ergebnis 45.306 119.115
Operative Marge 4,4 % 10,6 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 4.677 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 49.983 119.115
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 43.185 55.903
Investitionen in Finanzanlagen 15 17
Mitarbeiter 2.399 2.315

Im Geschäftsjahr 2013|14 sank der Umsatz im Segment Zucker um 8,8 % auf 1.022,8 (Vorjahr: 1.121,5) Mio. €. Die Reduktion war auf stark rückläufi ge Verkaufspreise zurückzuführen. Mengenmäßig konnte sowohl im Handels- als auch im Industriezuckergeschäft die führende Position mit hohen Quotenzuckerabsätzen und gutem Service weiter gefestigt werden. Auch im Nicht-Quotenzuckerbereich, also bei Zuckerlieferungen an Drittländer (außerhalb der EU) und an die chemische Industrie, konnte AGRANA die Absatzmengen stabil halten. Der Umsatzanteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 33,6 % (Vorjahr: 36,6 %).

Das operative Ergebnis des Segmentes Zucker in Höhe von 45,3 Mio. € lag wie erwartet deutlich unter dem Rekordergebnis des Vorjahres (119,1 Mio. €). Einfl ussfaktoren waren die fallenden Verkaufspreise bei noch hohen Rohstoff kosten, sowohl für Rüben als auch für Rohzucker. Erfreulich zeigte sich die Entwicklung bei den Nebenprodukten (Trockenschnitzel und Melasse), wo gute Zusatzdeckungsbeiträge erwirtschaftet werden konnten. Durch gezielte Investitionen wurden zudem zahlreiche Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen, insbesondere im Energiebereich, erreicht.

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen im Segment Zucker resultierte aus EU-Rückerstattungen in Zusammenhang mit der Produktionsabgabe (siehe auch Seite 17).

Segment Stärke
----------------
in t¤ 2013 14 2012 13
Umsatzerlöse (brutto) 858.556 813.724
Umsätze zwischen den Segmenten –10.044 –9.420
Umsatzerlöse 848.512 804.304
EBITDA1 87.722 96.193
Operatives Ergebnis 61.440 72.614
Operative Marge 7,2 % 9,0 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 53 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 61.493 72.614
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 40.952 59.081
Investitionen in Finanzanlagen 0 0
Mitarbeiter 1.008 950

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2013|14 lag mit 848,5 Mio. € um 5,5 % über dem Vorjahreswert (804,3 Mio. €). Der Umsatzanstieg wurde v. a. durch höhere Verkaufsmengen für Haupt- und Nebenprodukte hervor gerufen. Die neu errichtete Weizenstärkefabrik in Pischels dorf|Österreich konnte plangemäß zusätzliche Stärkemengen in den Markt bringen. Die Verkaufspreise für Haupt- und Nebenprodukte lagen etwas unter dem Vorjahresniveau. Der Umsatzanteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz erhöhte sich auf 27,9 % (Vorjahr: 26,2 %).

Das operative Ergebnis in der Höhe von 61,4 Mio. € lag um 15,4 % unter dem Vorjahreswert von 72,6 Mio. €. Die rückläufi ge Ergebnisentwicklung war v. a. dem geringeren Ergebnisbeitrag der Bioethanol-Aktivitäten geschuldet. Darüber hinaus führte die Inbetriebnahme der Weizenstärkefabrik am Standort Pischelsdorf|Österreich zu den erwarteten Anlaufverlusten. Die rückläufi ge Ergebnisentwick lung führte – bei einem höheren Umsatz – zu einem Rück gang der operativen Marge von 9,0 % auf 7,2 %.

Segment Frucht
in t¤ 2013 14 2012 133
Umsatzerlöse (brutto) 1.172.672 1.141.255
Umsätze zwischen den Segmenten –529 –1.169
Umsatzerlöse 1.172.143 1.140.086
EBITDA1 105.361 83.306
Operatives Ergebnis 64.639 45.210
Operative Marge 5,5 % 4,0 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen –786 –19.077
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 63.853 26.133
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 51.814 34.864
Investitionen in Finanzanlagen 162 41
Mitarbeiter 5.371 5.184

Der Umsatz im Segment Frucht legte im Geschäftsjahr 2013|14 um 2,8 % auf 1.172,1 (Vorjahr: 1.140,1) Mio. € zu. Der Mengenabsatz von Fruchtzubereitungen konnte um rund 6 % gesteigert werden, wobei die Zuwächse in den Werken der EU rund 5 % und jenen außerhalb von Europa rund 7 % betrugen. Die positive Umsatzentwicklung im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war v. a. auf eine höhere Absatzmenge von Apfelsaftkonzentrat (auch aufgrund der im ersten Quartal des Vorjahres noch nicht enthaltenen Ybbstaler-Mengen) zurückzuführen. Der Umsatzanteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 38,5 % (Vorjahr: 37,2 %).

Das operative Ergebnis lag mit 64,6 Mio. € um 42,9 % über dem Vorjahreswert von 45,2 Mio. €. Die operative Marge betrug 5,5 % und konnte somit um 1,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Ausschlaggebend dafür waren Absatzsteigerungen im Fruchtzubereitungsgeschäft. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft konnte das operative Ergebnis aufgrund der günstigen Kontraktsituation aus der Vorjahreskampagne (2012) gesteigert werden. Zusatzerträge ergaben sich ebenfalls aufgrund der Vollkonsolidierung der Ybbstaler-Gesellschaften im ersten Quartal 2013|14 (Konsolidierung erfolgte seit dem zweiten Quartal 2012|13).

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2014 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfl uss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

3 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 in Verbindung mit IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (revised 2011) angepasst.

SEGMENT ZUCKER

12
SEGMENT-KENNZAHLEN 2013 14 2012 13 Veränderung
in Mio. ¤ in Mio. ¤ in %
Umsatzerlöse 1.022,8 1.121,5 –8,8
Operatives Ergebnis 45,3 119,1 –62,0
Operative Marge 4,4 % 10,6 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 43,2 55,9 –22,7

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

BASICS ZUM SEGMENT ZUCKER

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C

Produkte Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Düngeund Futtermittel)

Verarbeitete Rohstoff e Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)

Hauptmärkte Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien (Region Westbalkan), Bulgarien

Abnehmer Lebensmittelhandel (für Endverbraucher), weiterverarbeitende Industrie (Süßwaren, Getränkeindustrie, Fermentations industrie)

Besondere Stärken Hoher Qualitätsstandard der Produkte; auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Zuckerweltmarkt

Mengenmäßig geht das Marktforschungsinstitut F. O. Licht für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2013|14 (Oktober 2013 bis September 2014) aktuell von einer Erzeugung von 181,0 (ZWJ 2012|13: 184,0) Mio. Tonnen und einem Verbrauch von 175,8 (ZWJ 2012|13: 172,3) Mio. Tonnen aus. Das würde eine weitere Stabilisierung der Weltzuckerbestände bei 76,2 (ZWJ 2012|13: 72,6) Mio. Tonnen bzw. 43,3 % (ZWJ 2012|13: 42,1 %) des Jahresverbrauches bedeuten.

Weltzuckerbilanz 2013 14 2012 13 2011 12
in Mio. Tonnen in Mio. Tonnen in Mio. Tonnen
Anfangsbestand 72,6 64,9 58,7
Erzeugung 181,0 184,0 174,9
Verbrauch –175,8 –172,3 –167,8
Mengenberichtigungen –1,7 –4,0 –0,9
Endbestand 76,1 72,6 64,9
In % des Verbrauches 43,3 42,1 38,7

Quelle: F. O. Licht, Zweite Schätzung der Weltzuckerbilanz 2013|14 vom 25. Februar 2014.

Die Preisentwicklung auf den Zuckermärkten war über weite Strecken des Geschäftsjahres volatil. In den letzten Monaten des Geschäftsjahres setzte ein steter Preisdruck ein, der Ende Jänner 2014 sogar zu einem 3-Jahres-Tiefstkurs führte. Meldungen über geringere Produktionsmengen in Südamerika aufgrund von Trockenheit und möglicherweise ausfallende Exportförderungen in Indien führten in weiterer Folge zu einem Ende der Abwärtsbewegung. Zum Stichtag 28. Februar 2014 schlossen die Börsen mit 476 \$ je Tonne für Weißzucker bzw. 363 \$ je Tonne für Rohzucker.

EU-Zuckermarkt

Die Zuckerproduktion der EU-28 für das ZWJ 2013|14 soll im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,9 Mio. Tonnen auf 16,4 Mio. Tonnen fallen. Verantwortlich dafür sind herausfordernde Witterungsbedingungen (teils extreme Trockenheit, teils ausgiebige Regenfälle sowie extreme Kälte) während des Anbaus und der Ernte.

Die Europäische Kommission führte im abgelaufenen ZWJ 2012|13 – wie auch schon im Jahr zuvor – zwei außerordentliche Maßnahmen zur Erhöhung der Marktversorgung durch. Mittels einer Dauerausschreibung für Einfuhren von Zucker zu einem ermäßigten Zollsatz wurden rund 550.000 Tonnen Zucker für den zollbegünstigten Import freigegeben. Zudem wurden vier Tranchen Nicht-Quotenzucker zu jeweils 150.000 Tonnen in Quotenzucker "umgewandelt" und an den EU-Food-Markt geliefert. Somit standen laut Statistiken der Europäischen Kommission insgesamt 1,15 Mio. Tonnen Zucker zusätzlich für den Markt zur Verfügung.

Gleichzeitig gab die Europäische Kommission für das ZWJ 2013|14 Exportkontingente in Höhe von 1,35 Mio. Tonnen für europäischen Nicht-Quotenzucker frei (dies entspricht dem Exportlimit der World Trade Organisation, WTO).

EU-Zuckerpolitik

Das EU-Parlament und der EU-Agrarministerrat haben im Rahmen der Verhandlungen zur Verlängerung der Gemeinsamen Agrarpolitik bis 2020 den Vorschlag der EU-Kommission, die Quoten- und Rübenmindestpreisregelungen bereits nach dem ZWJ 2014|15 auslaufen zu lassen, korrigiert und sich auf eine Verlängerung bis zum Ende des ZWJ 2016|17 (30. September 2017) geeinigt.

Weißzucker (London #5)Rohzucker (New York #11)

Nach dem Auslaufen der Zucker- und Isoglukosequoten und der Regelungen betreff end Rübenmindestpreis zum 30. September 2017 sieht die neue Marktordnung für den Binnenmarkt neben einer unveränderten Referenzschwelle für Weißzucker von 404 € je Tonne die Möglichkeit einer staatlich fi nanzierten privaten Lagerhaltung und eine fortgesetzte Vertragspfl icht zwischen Rübenanbauern und Zuckerindustrie vor. Als Konsequenz müssen sich alle Akteure in der Zucker-Wertschöpfungskette darauf einstellen, dass die Mengen- und Preisvolatilitäten des Weltmarktes stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt durchschlagen.

Der Außenschutz des EU-Zuckermarktes gegenüber Drittländern ist davon nicht betroff en und bleibt unverändert. AGRANA erwartet darüber hinaus, dass die Zuckerexporte nach Wegfall der Quoten zukünftig keiner Mengenbegrenzung mehr unterliegen, weil dann Quoten und Mindestrübenpreis als (ordnungspolitische) Grundlage für das WTO-Exportlimit entfallen.

Außenhandel Zucker

Bei der internationalen Ministerkonferenz in Bali|Indonesien (3. bis 6. Dezember 2013) konnten zwar die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen (Doha-Runde) nicht abgeschlossen werden, allerdings wurde eine Teillösung erarbeitet: Von den insgesamt 43 Teilbereichen der Doha-Development-Agenda (DDA) wurde zumindest der Punkt "Handelserleichterungen" umgesetzt, der Vereinfachungen in der administrativen Abwicklung mit sich bringt. Der weitere Zeitplan ist derzeit noch unbekannt.

14 ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Die Zuckerrübenanbaufl äche der AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2013|14 rund 105.000 (ZWJ 2012|13: 104.000) Hektar, wobei etwas mehr als 650 Hektar in Österreich für den biologischen Anbau verwendet wurden. 2013 war hinsichtlich der Vegetationsbedingungen ein Jahr der Extreme: Rund 3.000 Hektar Anbaufl äche gingen im Frühjahr infolge von Frost, Verschlämmungen und anderen Aufgangsproblemen sowie im Sommer zuerst durch Überschwemmungen und später durch Trockenheit und Hitze verloren. Die Wachstumsbedingungen ab Ende August bis zum Spätherbst waren für die Zuckerrübe aber wieder positiv. Im gesamten Rübenanbaugebiet der AGRANA-Gruppe wurden durchschnittliche Rübenerträge erzielt, wobei es in den verschiedenen Regionen massive Unterschiede gab. Insgesamt wurde für AGRANA eine Rübenmenge von rund 6,2 (Vorjahr: 5,5) Mio. Tonnen geerntet.

Die sieben AGRANA-Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 50.500 (Vorjahr: 48.800) Tonnen Rüben. In durchschnittlich 125 (Vorjahr: 117) Tagen pro Werk wurden daraus rund 953.000 (Vorjahr: 823.000) Tonnen Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen und übertraf auch die Vorjahresmenge um rund 16 %. Die Quote übersteigende Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet, im Rahmen der freigegebenen Mengen im EU-Food-Markt abgesetzt oder auf den Weltmarkt exportiert. Im Geschäftsjahr 2013|14 raffi nierte AGRANA rund 274.700 (Vorjahr: 296.600) Tonnen Weißwert aus Rohzucker. Weiters produzierte das Unternehmen in der vergangenen Bio-Rüben-Kampagne rund 3.900 (Vorjahr: rund 5.000) Tonnen Bio-Zucker.

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Der durchschnittliche spezifi sche direkte Energieeinsatz in der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken1 pro Tonne Haupt- und Nebenprodukt sank im Geschäftsjahr 2013|14 gegenüber dem Vorjahr um 1,1 %.

Wesentlichen Einfl uss auf den in der Geschäftsjahresbetrachtung gesunkenen Energieeinsatz haben die Rübenkampagnen. Durchwegs höhere Zuckergehalte der Rüben und höhere Saftreinheit sowie die Umsetzung technischer Maßnahmen in einzelnen Werken führten zu einem um 5,3 % geringeren Energieverbrauch in der Kampagne 2013|14, bezogen auf den produzierten Zucker (Weißwert). Besonders in Opava|Tschechien und Roman|Rumänien wurden mit –10,2 % bzw. –13,6 % beachtliche Reduktionen erzielt. In Kaposvár|Ungarn konnten in der Kampagne 2013|14 durch den Betrieb des dritten Fermenters bereits 71,2 % des Primär energiebedarfes gegenüber ca. 66,5 % in der Vor kampagne durch eigenproduziertes Biogas substituiert werden.

Die durchschnittlichen spezifi schen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz in der Veredelung in der AGRANA-Zucker produktion1, bezogen auf die gesamte Produktionsmenge (Haupt- und Neben produkte), sanken im Berichtszeitraum um rund 2,7 %. Den wesentlichen Beitrag dazu leistete der gestiegene Einsatz von Biogas in Kaposvár|Ungarn, der zu einer Reduktion von Emissionen von rund 2.400 Tonnen CO2-Äquivalent gegenüber dem Vorjahr führte; in Roman wurden durch die Verbesserung der Rüben anlieferung und der Wärmewirtschaft der Fabrik sogar etwa 3.600 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart. Insgesamt konnten in den Rübenkampagnen Emissionen von ca. 9.000 Tonnen CO2-Äquivalent vermieden werden.

Im November 2013 wurde die AGRANA Zucker GmbH für die Installation von Niedertemperaturtrocknern im Geschäftsjahr 2011|12 in den Zuckerfabriken Tulln und

DURCHSCHNITTLICHER SPEZ. DIREKTER ENERGIE-EINSATZ IN DER VEREDELUNG IN ZUCKERFABRIKEN1

  • Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
  • Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 28

15

Leopoldsdorf, beide in Österreich, mit der "klima:aktiv"- Urkunde des Lebensministeriums, die Unternehmen für Energiespar maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Klimaschutzes auszeichnet, geehrt. Diese Niedertemperaturtrockner sparten durch die Nutzung von Abwärme aus vorgelagerten Prozessen zur schonenden Trocknung von Rübenschnitzeln zur Futtermittelproduktion in den Kampagnen 2012|13 und 2013|14 rund 59.000 Tonnen CO2-Äquivalent ein.

Im Laufe der nächsten Jahre plant AGRANA die schrittweise Einführung eines nach ISO 50001 zertifi zierbaren Energiemanagementsystems in der Zuckerproduktion. Im Geschäftsjahr 2014|15 wird in den österreichischen Werken erste diesbezügliche Erfahrung gesammelt.

Abfall

Segment Zucker 2013 14 2012 13
in Tonnen in Tonnen
Entsorgte Abfälle 464.402 377.942
davon gefährliche Abfälle 116 212
Abfall pro Tonne Produkt 20,2 % 17,8 %
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,005 % 0,009 %
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsarten
Kompostierung 902 970
Energetische Verwertung 792 239
Wiederverwendung 357.874 242.792
Recycling 7.942 54.116
Deponierung 96.826 79.778
Andere 66 47

Quelle: Berichte beauftragter Entsorgungsunternehmen bzw. AGRANA-Eigenberechnungen

DURCHSCHNITTLICHE SPEZ. EMISSIONEN (AUS DIREKTEM UND INDIREKTEM ENERGIEEINSATZ) DURCH DIE VEREDELUNG IN ZUCKERFABRIKEN1 in kg CO2-Äquivalent pro Tonne Hauptprodukt bzw. Haupt- und Nebenprodukte

AGRANAs Prinzip der möglichst vollständigen Verwertung agrarischer Einsatzstoff e in Form von Nebenprodukten trägt ökonomischen, ökologischen und nicht zuletzt sozialen Aspekten Rechnung und ist die Basis für ein geringes Abfallauf kommen im Konzern.

Pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) entstanden im Geschäftssegment Zucker 2013|14 rund 202 (Vorjahr: 178) Kilogramm Abfall. Dieser Wert ist v. a. die Folge lokaler Gesetzgebungen. Der Anstieg der in der Position Wiederverwendung dargestellten Abfallmenge resultiert v. a. aus einer um 38 % höheren Rübenverarbeitungs menge und dadurch höheren Pressschnitzelmenge in der Zuckerfabrik Roman| Rumänien. Die durch die Erhöhung der Tagesleistung bedingte geringere Abpressung der nassen Rübenschnitzel führte daneben zu einer erhöhten Tonnage der in Rumänien gesetzlich als Abfall zu deklarierenden, aber als Futtermittel verkauften Pressschnitzel. Daneben sind in dieser Position auch Rübenschnitzel der Fabrik in Kaposvár|Ungarn enthalten, die als Biogassubstrat verwendet oder als Futtermittel verkauft werden, aufgrund lokaler Gesetzgebung aber als Abfall auszuweisen sind.

Biodiversität

Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit und damit verbundenen Nähe zur agrarischen Urproduktion sowie gesellschaftlichen Verantwortung legt AGRANA Wert auf den Schutz der Ökosysteme und der Artenvielfalt. Biodiversität stellt v. a. im agrarischen Vorfeld einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt dar. AGRANA bemüht sich daher sowohl im Rahmen von Projekten mit Vertragslieferanten als auch in ihrem eigenen Kerngeschäft, der Veredelung, um den Schutz lokaler Ökosysteme und den Erhalt der Biodiversität.

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Hauptproduktkg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Die Absetzbecken der 2006 stillgelegten AGRANA-Zuckerfabrik in Hohenau an der March|Österreich, in einem von der "RAMSAR Convention on Wetlands" (siehe Glossar) defi nierten Gebiet mit hohem Biodiversitätswert, stellen seit vielen Jahren ein interessantes Exkursionsziel für Ornithologen dar. AGRANA bietet in Zusammenarbeit mit dem Verein AURING auf dem ehemaligen Werksgelände selten gewordene Rastplätze für Wasservögel, v. a. aber für Watvögel, an.

In der Zuckerfabrik in Kaposvár|Ungarn ist Ende September 2013 ein mit rund 4.600 Tonnen Vinasse gefüllter Tank geborsten. Vinasse ist ein Nebenprodukt der Fermentation von Melasse. Sie enthält keine giftigen Stoff e und wird als organischer Dünger, als Bestandteil von Viehfutter oder als Rohstoff für die Produktion von Biogas genutzt. Durch unverzügliches Umpumpen des Tankinhaltes bzw. Auff angen des Austrittes konnte der Großteil der Schlempe gesichert werden. 15 Tonnen Vinasse fl ossen jedoch aufgrund des Bruchs eines Schutzdammes in den nahegelegenen Fluss Kapos.

Die zuständigen Umwelt- und Wasserbehörden sowie die Feuerwehr setzten sofort große Mengen an Frischwasser aus zwei nahegelegenen Stauseen für den Fluss Kapos frei. Durch den Vinasseaustritt bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung, der Fischbestand des Flusses nahm jedoch im Bereich direkt um die Fabrik Schaden. AGRANA arbeitet mit lokalen Fischereiverbänden an einer Kompensationslösung zur Regeneration der Fischpopulation.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Im Geschäftsjahr 2012|13 hat AGRANA das Projekt "Mont Blanc" zur Effi zienzsteigerung im Rübenanbau unter Betrachtung ökologischer und wirtschaftlicher Aspekte gestartet. Ziel dieses Projektes ist die Steigerung des Zucker ertrages pro Hektar um 10 % bis 20 % (je nach aktuellen Hektarerträgen in den einzelnen Ländern) bis zum Jahr 2017.

Das Projekt wird in allen Ländern, in denen AGRANA Zuckerrüben kontrahiert, umgesetzt. Im Zuge von "Mont Blanc" werden vom Anbau über die gesamte Vegetations periode bis hin zur Ernte Beratungsschwerpunkte gesetzt. Dabei werden Themen wie z. B. Sätechnik und Säkapazitäten, Aussaattermine, Düngung, Herbizid- und Fungizidstrategien sowie die sachgerechte Rodung bearbeitet. 2013 fokussierte die Beratung in Österreich auf Sätechnik. Es wurden sowohl Analysen zur eingesetzten Sätechnik durchgeführt als auch Geräte fachmännisch überprüft und zertifi ziert.

Fachinformationen werden den Landwirten in persönlichen Beratungsgesprächen, Feldbegehungen und bestehenden Kommunikationsmedien wie dem Rüben-Informations-System (RIS), dem AGRANA-Fachmagazin "Agrozucker/Agrostärke", Informationsbroschüren sowie Facebook zur Verfügung gestellt.

INVESTITIONEN

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2013|14 43,2 (Vorjahr: 55,9) Mio. € für Neu- und Ersatzinvestitionen aus. Am österreichischen Standort Tulln wurde die Laborgebäudeerweiterung der Zuckerforschung Tulln planmäßig fertiggestellt. Im November 2013 konnte in Kaposvár|Ungarn der neue 60.000 Tonnen fassende Kristallzuckersilo eröff net werden. In Hrušovany und Opava, beide in Tschechien, wurden zur Verbesserung der Zuckerqualität Dünnsaft-Enthärtungsanlagen in Betrieb genommen. In Roman und Buzău, beide in Rumänien, wurde die Abpackung weiter modernisiert und zur Sicherung der Zuckerqualität wurden zwei Silos mit Konditionierungssystemen ausgestattet.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Der Absatz im Segment Zucker konnte im Geschäftsjahr 2013|14 im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Bereichen gesteigert werden. Die sich laufend ändernden Marktgegebenheiten führen jedoch zunehmend zu einer Erhöhung der Komplexität der Geschäftstätigkeit sowohl auf der Verkäufer- als auch Käuferseite.

Besonders erfreulich zeigte sich der höhere Absatz an den Groß- und Einzelhandel, insbesondere in den osteuropäischen Ländern. Insgesamt ist es trotz des schwierigen Umfeldes gelungen, Marktpositionen zu halten oder sogar auszubauen. Die Situation in Ungarn, wo weiterhin durch Mehrwertsteuerbetrug in signifi kantem Ausmaß das Preisniveau manipuliert wird, stellt sich weiterhin schwierig dar.

Im Bereich der Getränke- und Lebensmittelindustrie sorgten die Vereinbarungen mit lokalen und internationalen Key Account-Kunden für stabile Abnahmemengen. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker an Kunden der chemischen Industrie sowie die Drittlandexporte lagen weitgehend auf Vorjahresniveau.

An das hohe Preisniveau des Vorjahres konnte hingegen nicht angeschlossen werden, was sich auf die Margen im Segment Zucker erheblich negativ auswirkte.

Die Absätze von AGRANA Zucker lagen in Österreich im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Marktposition konnte dennoch gehalten werden. Der Absatz an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zeigte sich aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Großkunden stabil.

Im Geschäftsjahr 2013|14 konnte AGRANA in Ungarn im Retail- und im Industriegeschäft trotz eines schwierigen Marktumfeldes die Absatzmenge steigern (+8,5 %). Getrieben durch einen hohen Umsatzsteuersatz, gibt es weiterhin viele kleine Importeure, die durch unterlassene Steuerzahlungen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber AGRANA genießen und damit das Preisniveau negativ beeinfl ussen. Um die bestmögliche Versorgung des ungarischen Marktes zu gewährleisten, wurde in Ungarn auch in diesem Jahr importierter Rohzucker raffi niert. Der Quotenzuckerexport ist durch wesentlich geringere Mengen von Zuckerswaps und die Belieferung von EU-Kunden aus Österreich stark zurückgegangen.

Innerhalb Tschechiens lag der Zuckerabsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt über Vorjahresniveau (+5,1 %). Während sich das Geschäft mit der Industrie positiv entwickelte (+18,2 %), sank der Absatz an den Lebensmittelhandel um 15,4 %. Auch in Tschechien ging der Quotenzuckerexport durch nicht in der Dimension des Vorjahres durchgeführte Zuckerswaps stark zurück.

In der Slowakei lag der Gesamtzuckerabsatz im Geschäftsjahr 2013|14 auf dem Niveau des Vorjahres. Das Minus im Bereich der Lebensmittelindustrie (–8,3 %) konnte durch die positive Entwicklung des Geschäftes mit dem Handel kompensiert werden (+13,0 %). Der Export von Überschuss– zucker und Quotenzucker zeigt aufgrund der niedrigeren Verfügbarkeit ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr.

AGRANA konnte in Rumänien im Geschäftsjahr 2013|14 zum wiederholten Mal eine Steigerung des Zuckerabsatzes um insgesamt 20,3 % erzielen. Dafür waren insbesondere deutlich höhere Handelsabsätze, aber auch verstärkte Exporte verantwortlich.

Innerhalb Bulgariens konnte durch eine intensive Marktbearbeitung im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder eine Absatzsteigerung erzielt werden (+20,6 %). Das Wachstum wurde in Industrie und Handel gleichermaßen erreicht.

In der Region Westbalkan konnte der Zuckerabsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode wieder gesteigert werden (+19,0 %). Dies war insbesondere auf eine positive Entwicklung des Zuckerhandels zurückzuführen.

ERGEBNIS AUS SONDEREINFLÜSSEN IM SEGMENT ZUCKER

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2013 ein EuGH-Urteil umgesetzt, demzufolge die europäische Zucker wirtschaft zu Unrecht eingehobene Beiträge aus der soge nannten Produktionsabgabe zurückerhalten soll. Aus diesem Titel wurden AGRANA 4,7 Mio. € rückerstattet. Dieser Betrag wurde als Sonderergebnis im Geschäftsjahr 2013|14 verbucht.

SEGMENT STÄRKE

SEGMENT-KENNZAHLEN 2013 14 2012 13 Veränderung
in Mio. ¤ in Mio. ¤ in %
Umsatzerlöse 848,5 804,3 5,5
Operatives Ergebnis 61,4 72,6 –15,4
Operative Marge 7,2 % 9,0 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 41,0 59,1 –30,6

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

BASICS ZUM SEGMENT STÄRKE

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte Unterscheidung in Food-, Non-Food- und Feed-Bereich; native und modifi zierte Stärken, Verzuckerungs produkte, Alkohole/Bioethanol, Nebenprodukte (Düngeund Futtermittel)

Verarbeitete Rohstoff e Mais, Weizen, Kartoff el

Hauptmärkte Zentral- und Osteuropa, schwerpunktmäßig in Österreich, Deutschland; auch Spezialmärkte wie USA oder VAE

Abnehmer Food-Bereich: Nahrungsmittelindustrie; Non-Food-Bereich: Papierindustrie, Textilindustrie, Bauchemische Industrie, Pharmazeutische und Kosmetikindustrie, Mineralölindustrie; Feed-Bereich: Futtermittelindustrie

Besondere Stärken Gentechnikfrei und starker Bio-Fokus

Das Segment Stärke umfasst mit der AGRANA Stärke GmbH die österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoff elstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage). Zudem führt und koordiniert die Gesellschaft die internationalen Beteiligungen in den Bereichen Stärke und Bioethanol in Ungarn und Rumänien.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Die Weltgetreidebilanz für das Wirtschaftsjahr 2013|141 ergibt laut Internationalem Getreiderat (IGC)2 eine gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Produktion und Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion in Höhe von 959 Mio. Tonnen wird den Verbrauch um 27 Mio. Tonnen ebenso übersteigen wie die Weizenproduktion von 708 Mio. Tonnen die Nachfrage in Höhe von 691 Mio. Tonnen. Demnach ist für beide Rohstoff e ein Anstieg der globalen Lagerbestände zu erwarten.

Der günstigeren Versorgungssituation auf den internationalen Rohstoff märkten folgend, sind die Terminnotierungen im Jahresverlauf gesunken. Zum Zeitpunkt Anfang März 2014 lag die Maisnotierung an der NYSE Euronext Liff e Paris bei rund 169 € je Tonne und jene für Weizen bei rund 201 € je Tonne; die entsprechenden Vorjahresnotierungen lagen noch bei 227 bzw. 248 € je Tonne.

Die Isoglukose-Quote der EU-28 beträgt rund 720.000 Tonnen, wobei auf HUNGRANA mit 250.000 Tonnen der größte Anteil entfällt.

ROHSTOFFNOTIERUNGEN IM AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2013|14

in € je Tonne (Warenterminbörse Paris, NYSE Euronext Liff e)

MaisWeizen

1 Getreidewirtschaftsjahr: Juli bis Juni

2 International Grains Council

19

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Kartoff elstärke

In der Kampagne 2013|14 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 101 (Vorjahr: 127) Tagen rund 160.200 (Vorjahr: 217.900) Tonnen Stärkeindustriekartoff eln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 18,7 % (Vorjahr: 18,5 %) verarbeitet. Dabei lag der Bio-Anteil (gemessen an der Einsatzmenge) bei rund 4 % (Vorjahr: 6 %). Für das Anbaujahr 2014 plant AGRANA eine Stärkekartoff el-Kontraktmenge von rund 220.000 Tonnen. Aus rund 23.000 (Vorjahr: 24.000) Tonnen Speiseindustriekartoff eln wurden etwa 4.300 (Vorjahr: 4.400) Tonnen Kartoff eldauerprodukte erzeugt, wobei der Bio-Anteil bei rund 19 % (Vorjahr: 29 %) lag.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich, Ungarn (50 %) und Rumänien wuchs im Geschäftsjahr 2013|14 auf rund 805.000 (Vorjahr: 791.000) Tonnen. Davon entfi el auf die Verarbeitung von Nassmais (auf Basis Feuchtgewicht) eine Menge von rund 200.000 (Vorjahr: 173.000) Tonnen. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Garantiert Gentechnikfreier Mais) stieg auf rund 62.000 (Vorjahr: 59.000) Tonnen.

Weizenstärke

In der im Juni 2013 neu eröff neten Weizenstärkeanlage am Standort Pischelsdorf wurden im Geschäftsjahr 2013|14 netto rund 66.500 Tonnen Weizen zur Gewinnung von Weizenstärke eingesetzt.

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung Der durchschnittliche spezifi sche direkte Energieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte im Geschäftssegment Stärke1 sank im Berichtsjahr 2013|14 um rund 0,5 % gegenüber der Vor periode. Den größten Einsparungsbeitrag dazu leistete mit rund 55 GWh pro Jahr die Installation einer Wärmerückgewinnungs anlage in der Futtermitteltrocknung in Pischelsdorf|Österreich.

Die durchschnittlichen spezifi schen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte stiegen gegenüber der Vorperiode 2012|13 im Berichtsjahr 2013|14 um 0,9 %. Dies ist v. a. auf eine Mengensteigerung bei der Bioethanolproduktion (+7,0 % gegenüber Vorjahr) und Futter mittelproduktion sowie den dadurch erhöhten Einsatz indirekter, d. h. zugekaufter Energie, zurückzuführen.

"Aus Eins mach Vier" bzw. Zero Waste

Mit der im Juni 2013 am Standort der Bioethanolfabrik Pischelsdorf|Österreich in Betrieb genommenen Weizen stärkeanlage dehnt AGRANA ihr Produktportfolio von Mais- und Kartoff elstärke auf Weizenstärke aus. Die Errichtung am Gelände der Bioethanolanlage eröff net einen bedeutenden Schritt in Richtung weiterer Ressourceneffi zienz.

Durch die enge Integration der Weizenstärkeanlage und der bestehenden Bioethanolfabrik wird das eingesetzte Getreide zu 100 % verwertet. So gehen die bei der Herstellung von Weizenstärke und -gluten ungenutzt bleibenden Rohstoff bestandteile in die Bioethanolerzeugung sowie in die Herstellung des hochwertigen, gentechnikfreien Eiweißfuttermittels ActiProt®. Gemeinsam mit hochreinem CO2, welches der Industriegaskonzern Air Liquide aus den Gär tanks der

DURCHSCHNITTLICHER SPEZ. DIREKTER ENERGIE-EINSATZ IN DER VEREDELUNG IN STÄRKEFABRIKEN1

  • Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
  • Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

20 Bioethanolanlage gewinnt, werden am Standort Pischelsdorf aus nur einem Rohstoff somit vier hochwertige Produkte hergestellt.

Abfall

Segment Stärke 2013 14 2012 13
in Tonnen in Tonnen
Entsorgte Abfälle 13.098 9.683
davon gefährliche Abfälle 68 42
Abfall pro Tonne Produkt 1,3 % 1,0 %
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,007 % 0,004 %
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsarten
Kompostierung 8.462 7.775
Energetische Verwertung 1.609 1.095
Wiederverwendung 207 23
Recycling 950 459
Deponierung 0 0
Andere 1.870 331

Quelle: Berichte beauftragter Entsorgungsunternehmen bzw. AGRANA-Eigenberechnungen

Im Berichtsjahr 2013|14 fi elen im Segment Stärke rund 13 (Vorjahr: 10) Kilogramm Abfall pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte an. Die im Vergleich zum Vorjahr höhere Abfallmenge ist v. a. auf eine gestiegene Produktionsmenge zurückzuführen. In der Position Andere Entsorgungs art sind v. a. in der rumänischen Stärkefabrik ange fallene orga nische Prozessabfälle, die derzeit am Standort zur Trocknung ausgebracht sind, um in Zukunft als Boden ver besserer in der Landwirtschaft Einsatz zu fi nden, enthalten. Wenngleich diese Abfälle zukünftig wiederverwendet werden, sind sie auf lokaler gesetzlicher Basis als Abfall zu deklarieren.

Für die langfristige Sicherstellung der biologischen Vielfalt und der damit verbundenen Funktionsfähigkeit des Ökosystems sind v. a. die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen von größter Bedeutung. Über die Plattform "Business & Biodiversity" des Bundeslandes Niederösterreich und des österreichischen Umweltdachverbandes sollen Wirtschaft und Naturschutz zum beiderseitigen Vorteil künftig verstärkt kooperieren.

AGRANA ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Verfügbarkeit agrarischer Rohstoff e und daher die Funktionsfähigkeit lokaler Ökosysteme angewiesen. Aus diesem Grund hat das Unternehmen gemeinsam mit niederösterreichi schen Vertragslieferanten im Sommer 2013 das erste konkrete Projekt dieser Plattform zum Schutz von Fleder mäusen im Waldviertel realisiert. 30 Landwirte, die Speise kartoff eln an die AGRANA-Stärkefabrik Gmünd|Österreich liefern, haben an ihren Wirtschaftsgebäuden Fledermaus bretter als zusätzliche Sommerquartiere angebracht, da Hohlräume in alten Bäumen oder Einfl ugöff nungen an Gebäuden als Nistplätze zusehends verloren gehen.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2013|14 41,0 (Vorjahr: 59,1) Mio. € und fl ossen zum Großteil in den Standort Pischelsdorf|Österreich. Dort wurde die Weizenstärkefabrik mit einem mehrjährigen projektbezogenen Gesamtinvestitionsvolumen von 70 Mio. €, unter Nutzung von Förderungen des Bundes (Österreich) sowie des Bundeslandes Niederösterreich von rund 3,4 Mio. €, fertiggestellt sowie ein Verwaltungsgebäude errichtet. Daneben wurde am Standort Pischelsdorf die Energieeffi zienz durch Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknung erhöht.

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Hauptproduktkg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

1 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 28

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Bei der ungarischen Beteiligung HUNGRANA erfolgten Investitionen in das Projekt "Wasserfreies Ethanol" sowie in eine neue Gasturbine. Im Werk Aschach|Österreich wurde die Kapazität der Produktion von Wachsmaisderivaten erweitert sowie in eine zusätzliche Sirup-Verladespur inves tiert. Am Standort Gmünd|Österreich wurde u. a. in die Walzentrocknung investiert.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2013|14 stieg der Umsatz der AGRANA Stärke GmbH, v. a. aufgrund höherer Verkaufsmengen sowie leicht höherer Verkaufspreise für Haupt- und Neben produkte, um rund 13 %. Bei den Stärkeprodukten im Speziellen wurden jedoch marktbedingt geringere Verkaufspreise als im Vorjahr erzielt. Zusammen mit den gesunkenen Rohstoff aufwen dungen führte die positive Umsatzentwicklung auch zu einem Anstieg des operativen Ergebnisses. Aufgrund einer stabilen Markt nachfrage und der konsequenten Marktbearbeitung sowie der zusätzlichen Mengen aus der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf|Österreich konnten die Absatzmengen der Haupt- und Nebenprodukte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In Summe legte der Mengenabsatz von 1.182.300 Tonnen im Vorjahr auf heuer 1.322.200 Tonnen deutlich zu. Der Absatz von Nebenprodukten lag mit 797.200 (Vorjahr: 680.800) Tonnen deutlich über dem Vorjahreswert, was insbesondere auf höhere Verkäufe von Futtermittel-Handels waren zurückzuführen war. Die knappe weltweite Versor gungslage mit Proteinfuttermitteln führte im Jahresvergleich zu einem höheren Preisniveau der Neben produkte (Mais kraftfutter, Maiskleber und Kartoff elproteine).

Im Geschäftsjahr 2013|14 ging der Umsatz der ungarischen Beteiligung HUNGRANA um rund 7 % zurück. Rückläufi ge Verkaufspreise bei den Hauptprodukten – insbesondere Bioethanol und Isoglukose – sowie geringere Verkaufs mengen für Haupt- und Nebenprodukte von –2 % bzw. –9 % waren für den Umsatzrückgang verantwortlich. Die Absatz menge lag mit insgesamt 505.500 Tonnen um 25.300 Tonnen unter dem Niveau des Vorjahres. Die geringeren Rohstoff preise konnten die rückläufi gen Verkaufspreise und -mengen nicht kompensieren, sodass HUNGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr einen geringeren Ergebnisbeitrag lieferte.

Trotz niedriger Verkaufspreise für Haupt- und Nebenprodukte lag der Umsatz der rumänischen Beteiligung auf Vorjahresniveau, beim operativen Ergebnis war aber ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

BIOETHANOL

Wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen

Der 2012 von der Europäischen Kommission veröff entlichte Richtlinienvorschlag, das Thema der indirekten Landnutzungsänderungen (ILUC – Indirect Land Use Change) in die bestehende Erneuerbare-Energien-Richtlinie (2009/28/EG) aufzunehmen, wurde in seiner gegenwärtigen Form mehrheitlich vom Rat der Europäischen Union abgelehnt. Der Vorschlag muss von der Kommission überarbeitet werden. Aufgrund der bevorstehenden Europa wahlen ist allerdings mit einer Lösung vor 2015 nicht zu rechnen. Daher sieht sich AGRANA darin bestätigt, die Synergien der Produktion von Nahrung, Futtermittel und Energie durch Investitionen in moderne Technologien und die Kaskaden-Nutzung der eingesetzten Rohstoff e zu realisieren. So reduziert das Nebenprodukt ActiProt®, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, den Bedarf an Sojaimporten aus Übersee. AGRANA verwendet für die Bioethanolproduk tion ausschließlich den europäischen Nachhaltigkeitskriterien entsprechende, regionale Futtergetreideüberschüsse.

AGRANA Bioethanol-Aktivitäten in 2013|14

AGRANA betreibt in Pischelsdorf|Österreich und im Rahmen ihrer 50 %-Beteiligung an HUNGRANA Kft. in Szabadegyháza| Ungarn zwei kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeu gungsanlagen. Im Geschäftsjahr 2013|14 haben die österreichischen Rübenbauern (Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH) ihren Anteil von 25,1 % an der AGRANA Bioethanol GmbH in Pischelsdorf an die AGRANA Stärke GmbH verkauft. Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke beträgt rund 400.000 m3.

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50 %-Anteil Ungarn, ohne Industriealkohol) lag mit 336.100 m³ knapp über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 331.500 m³). Die Verkaufspreise von Bioethanol lagen jedoch unter dem Vorjahr (–7 %).

In der österreichischen Bioethanolanlage in Pischelsdorf wurden in Summe rund 601.000 (Vorjahr: 568.000) Tonnen Getreide – mit einem Verhältnis von Weizen (inkl. Tritikale) zu Mais von etwa 45:55 (anteiliger Nassmais auf Basis Feuchtgewicht) – verarbeitet. Für die Ernte 2014 wurden wieder Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil der Stärkefabrik HUNGRANA in Szabadegyháza, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Dort wurden rund 190.000 (Vorjahr: 222.000) Tonnen Mais (bezogen auf den 50 %-Anteil der AGRANA) für die Verarbeitung zu Bioethanol eingesetzt.

SEGMENT FRUCHT

SEGMENT-KENNZAHLEN 2013 14 2012 13 Veränderung
in Mio. ¤ in Mio. ¤ in %
Umsatzerlöse 1.172,1 1.140,1 2,8
Operatives Ergebnis 64,6 45,2 42,9
Operative Marge 5,5 % 4,0 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 51,8 34,9 48,4

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

BASICS ZUM SEGMENT FRUCHT

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B

Produkte Fruchtzubereitungen, Fruchtsaftkonzentrate, Direktsäfte, Pürees

Verarbeitete Rohstoff e Früchte (Hauptrohstoff für Fruchtzubereitungen: Erdbeere; Rohstoff e für Fruchtsaftkonzentrate: Äpfel und Beeren)

Hauptmärkte Weltweit tätig

Abnehmer Milch-, Eiscreme-, Backwarenund Food Service- und Getränke industrie

Besondere Stärken Maßgeschneiderte, innovative Produkte

Die AGRANA J&F Holding GmbH ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert seit dem Zusammenschluss von AGRANA Juice und Ybbstaler die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als Holding.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Marktumfeld

Die weltweite Nachfrage nach Fruchtzubereitungen für Joghurts, Eiscreme und Food Services legt weiterhin um ca. 3 % pro Jahr zu. Dabei wächst eine Reihe von Nicht-EU-Märkten, wo der Pro-Kopf-Verbrauch auf einem verhältnismäßig geringen Niveau liegt, dynamisch.

Für die USA zeigen die neuesten Marktdaten von IRI1 für Fruchtjoghurts ein starkes mengenmäßiges (+3 %) und wertmäßiges Wachstum (+8 %). Der Bedarf an Fruchtzubereitungen nimmt dabei noch stärker zu, da in der mit 29 % stark wachsenden Produktgruppe der "Greek Yoghurts" eine relativ höhere Beimischung von Fruchtzubereitungen vorgenommen wird.

Weitere Regionen mit starken Wachstumsraten von bis zu 10 % bleiben Brasilien, Nordafrika, Ukraine, China und Südostasien. Geringere Wachstumsraten um rund 3 % gibt es in Ländern, in denen der Markt schon weit entwickelt ist (wie z. B. in Südkorea und Australien), oder in Ländern, in denen sich die generelle Wirtschaftsdynamik abgeschwächt hat (Russland, Mexiko und Südafrika).

In der EU sinkt der Bedarf an Fruchtzubereitungen weiterhin im Ausmaß von ca. 1,5 % pro Jahr. Ursachen dafür sind wie in der Vergangenheit die Konsumzurückhaltung aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation und ein leichter Trend zu Naturjoghurts ohne Fruchtzubereitungen. Positive Ausnahmen sind die relativ kleinen Märkte in Skandinavien, die ein leichtes Wachstum aufweisen, sowie Frankreich (zweitgrößter Markt nach Deutschland), wo sich der Fruchtjoghurtmarkt stabilisiert.

Im Konzentratgeschäft ist der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt ungebrochen. Bei hochfruchtsafthaltigen Getränken ist die Konsumentwicklung in Westeuropa (im Wesentlichen Deutschland) weiterhin leicht rückläufi g. Das Preisniveau für Fruchtsaftkonzentrate hat sich in Europa aufgrund der vorhandenen Restbestände aus der sehr guten Ernte 2012, den durchschnittlichen Verarbeitungsmengen in den wichtigsten Anbaugebieten Europas (Polen, Italien, Ungarn) in der Verarbeitungssaison 2013 und der überdurchschnittlichen Ernte in der Türkei bei einem niedrigen Preis stabilisiert.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betrieb die Gruppe zum Bilanzstichtag 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern. Mit dem neuen Standort in Lysander im Bundesstaat New York|USA (Inbetriebnahme Mitte Mai 2014) soll v. a. der steigenden Kundennachfrage in Kanada und im Nordosten der USA Rechnung getragen werden. In Süd afrika wurde der Produktionsstandort Kapstadt Ende Jänner 2014 geschlossen und die lokale Produktion auf den zentraler gelegenen Standort Johannesburg konzentriert.

AUSTRIA JUICE ist mit 14 Produktionsstandorten, davon einem in China, der führende Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Seit dem Zusammen schluss von AGRANA Juice mit der Ybbstaler-Gruppe werden erfolgreich Synergien genutzt, eine verstärkte Betreuung internationaler Märkte gewährleistet und weitere Wachs tumsmöglichkeiten geschaff en. Das Unternehmen möchte seine führende Rolle als Lieferant von Fruchtsaftkonzen traten, Fruchtpürees, Getränkegrundstoff en, natürlichen Aromen sowie Direktsäften für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie weiter stärken.

AUSTRIA JUICE produziert in Europa hauptsächlich Apfel saftkonzentrat mit einem relativ hohen Säuregrad zur weiteren Herstellung von 100 %-Apfelsäften und Apfel schorlen. Der chinesische Standort liegt in Xianyang City in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnet sich dementsprechend durch eine gute Rohstoff versorgung für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat aus. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem internationalen Markt. Im Zuge der Optimierung der Standortstruktur für die Fruchtsaft konzentratproduktion in Österreich schloss AUSTRIA JUICE den Produktionsstandort Gleisdorf nach Beendigung der Verarbeitung 2013. Wesentliche Anlagenteile für die Erwei terung der Verarbeitungskapazität wurden nach Kröllendorf/Allhartsberg verlegt.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Das abgelaufene Wirtschaftsjahr brachte eine Entlastung auf den Rohstoff märkten mit sich. Gründe dafür waren die moderate Nachfrage auf den Fruchtmärkten sowie Währungskursentwicklungen in den Schwellenländern. Generell haben sich die Einkaufspreise im Durchschnitt leicht unter dem Vorjahresniveau eingependelt. Die Preise für Zucker, Stärke und Flüssigzucker, die einen wesentlichen Kostenfaktor in den Fruchtzubereitungsrezepturen darstellen, lagen deutlich unter jenen des Vorjahres.

Die Ernten in den Hauptbeschaff ungsregionen waren mit wenigen Ausnahmen durchschnittlich bis überdurchschnittlich gut.

Innerhalb der AGRANA-Gruppe wird stets versucht, mögliche negative Rohstoff preiseff ekte durch eine gute Deckungspolitik und die Nutzung des globalen Sourcing-Netzwerkes abzumildern.

Die zunehmende Produktvielfalt und laufend steigende Qualitätsanforderungen machen eine Weiterentwicklung und Vergrößerung des AGRANA-Lieferantennetzwerkes neben der Ausweitung der unternehmensinternen Rohwarenerzeugung notwendig. Vor allem die zunehmende Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Rohstoff en bedarf verstärkter Anstrengungen in der Zusammenarbeit mit den Erzeugern, die bereits nachweisbare Erfolge brachten und sich positiv in den Verkäufen der Endprodukte niederschlugen.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen in den Hauptverarbeitungsregionen in Europa (Polen, Ungarn) rund 20 % unter den Mengen des Vorjahres. Die geringen Ernten in Deutschland führten in den angrenzenden Ländern zu einer Stabilisierung der zuvor gefallenen Rohstoff preise. Eine Erhöhung des Importzolles nach Europa sowie deutlich reduzierte Produktionsmengen und folglich höhere Preise für chinesisches Apfelsaft konzentrat verringerten dessen Wettbewerbsfähigkeit in Europa.

Die Beerenverarbeitungssaison war in Summe von guten Mengenverfügbarkeiten bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Einzig bei Himbeeren war in der zweiten Saisonhälfte, bedingt durch die Trockenheit und hohe Temperaturen, eine deutliche Verknappung des Angebotes feststellbar.

AUSTRIA JUICE konnte durch eine gezielte Anpassung der Sourcing-Strategie die vertriebsseitig geplanten Mengenziele erreichen. Vor allem die durch den Merger angestrebte Erhöhung der Eigenproduktionsquote konnte einen wesentlichen positiven Ergebnisbeitrag erwirken.

KONZERNLAGEBERICHT | KONZERNABSCHLUSS | LAGEBERICHT | JAHRESABSCHLUSS

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Die Daten des durchschnittlichen spezifi schen direkten Energieeinsatzes und der spezifi schen Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte in der Veredelung in AGRANA-Frucht verarbeitungsanlagen1 für das Geschäftsjahr 2013|14 enthalten gegenüber jenen der Vorjahre erstmals auch die Daten von AUSTRIA JUICE GmbH. Aus organisatorischen Gründen sind die Energieund Emissionsdaten sowie Abfallmengen der AUSTRIA JUICE-Standorte Gleisdorf|Österreich (Schließung nach der Kampagne 2013), Bingen|Deutschland (Fruchtwein produktion) und Xianyang City|China (Datenqualität) nicht enthalten.

Der Anstieg des durchschnittlichen spezifi schen direkten Energieeinsatzes pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte im Berichtsjahr 2013|14 im Segment Frucht um 45,0 % gegenüber dem Vorjahr ist der Aufnahme der energieintensiveren Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in die Berichterstattung geschuldet. Der durchschnittliche spezifi sche direkte Energieeinsatz in der Produktion von Fruchtzubereitungen sank um rund 0,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Die durchschnittlichen spezifi schen Emissionen aus direktem und indirektem Energieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte im Segment Frucht stiegen dagegen nur um 5,8 %. Im Bereich Fruchtzubereitungen hatte die Reduktion des durchschnittlichen spezifi schen indirekten Energie einsatzes eine Reduktion der durchschnittlichen spezifi schen Emissionen von 3,8 % zur Folge.

Abfall

Segment Frucht 2013 14 2012 13
in Tonnen in Tonnen
Entsorgte Abfälle 49.359 29.795
davon gefährliche Abfälle 206 301
Abfall pro Tonne Produkt 7,1 % 5,9 %
Gefährliche Abfälle
pro Tonne Produkt 0,03 % 0,06 %
Entsorgte Abfälle
nach Entsorgungsarten
Kompostierung 6.243 7.465
Energetische Verwertung 686 433
Wiederverwendung 23.708 3.732
Recycling 8.971 11.506
Deponierung 5.806 4.527
Andere 3.945 2.132

Quelle: Berichte beauftragter Entsorgungsunternehmen bzw. AGRANA-Eigenberechnungen

Die Abfallmenge des Segmentes Frucht erhöhte sich im Rahmen der Aufnahme der AUSTRIA JUICE GmbH in die Berichterstattung auf 71 (Vorjahr: 59) Kilogramm pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte. Dies ist in erster Linie auf lokale gesetzliche Abfalldefi nitionen zurückzuführen. So sind in der Position Wiederverwendung 2013|14 rund 18.500 Tonnen Reststoff e der Fruchtsaftproduktion (z. B. Presskuchen, Apfelstiele und -Blätter) enthalten, die in einigen Ländern gesetzlich als Abfall zu defi nieren sind, obwohl AGRANA diese als Nebenprodukt oder Bodenverbesserer verkauft bzw. an Landwirte abgibt. In der Position Recycling sind v. a. Verpackun gen aus Karton bzw. Plastik enthalten. Deponiert wurden in erster Linie Fruchtabfälle und Ausschussware. Die spezifi sche Abfallmenge des Bereiches Fruchtzubereitung

DURCHSCHNITTLICHER SPEZ. DIREKTER ENERGIE-

  • Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Hauptprodukt
  • Spez. Energieeinsatz nicht erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte
  • Spez. Energieeinsatz erneuerbare Energien pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. direkter Gesamtenergieeinsatz pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

25

ist mit 56 Kilo gramm pro Tonne Produkt trotz einer Produktionsmengen steigerung von rund 5,0 % gegenüber dem Vorjahr um 5,1 % gesunken.

Ganzheitliches Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Steigendes Nachhaltigkeitsbewusstsein von Konsumenten sowie bestehende oder geplante Berichtsverpfl ichtungen für nicht-fi nanzielle Leistungsindikatoren veranlassen Unternehmen dazu, Verantwortung für die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihres Handelns wahrzunehmen und zu dokumentieren. Aus diesem Grund wenden sich v. a. international tätige Kunden der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie verstärkt an AGRANA bezüglich der Doku mentation bzw. Einhaltung von Umwelt- und Sozial standards in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, konkret dem agrarischen Vorfeld.

Das Geschäftssegment Frucht arbeitet v. a. im Bereich der Beschaff ung von Vertragslieferanten seit vielen Jahren in unterschiedlichen Projekten in verschiedenen (Schwellen-) Ländern an der Verbesserung von Sozial- und Umweltstandards in der Landwirtschaft. Im Geschäftsjahr 2012|13 startete das Segment Frucht ein über Kundenanforderungen hinausgehendes Pilotprojekt zur Zertifi zierung von Erdbeerund Brombeerlieferanten in Jacona/Bundesstaat Michoacán| Mexiko nach den Kriterien des internationalen Rainforest Alliance-Standards.

Im Rahmen des Projektes bot AGRANA in Kooperation mit anderen wissensvermittelnden, lokalen Partnern interessierten Vertragslandwirten zur Vorbereitung auf die Zertifi zierungs-Audits Schulungen zu nachhaltiger agrarischer

Praxis (d. h. zu Pestizideinsatz, Wasser- und Abfall-Management etc.) an. Das Angebot umfasst außerdem fi nanzielle und fachliche Unterstützung beim Aufbau von Infrastruktur; z. B. Pfl anzung von Bäumen und Grünstreifen zur Erhöhung der lokalen Biodiversität, Errichtung von Toiletten und Duschen, Einführung von medizinischer Vorsorge für die Mitarbeiter der Anbaubetriebe.

Nach nur sechs Monaten Umsetzungszeitraum bestanden im November 2013 alle teilnehmenden Erdbeer- und, früher als geplant, auch drei von sieben teilnehmenden Brombeerlieferanten die RainforestAlliance-Zertifi zierung.

Das aus Geldern der österreichischen Entwicklungs zusammenarbeit im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft der Austrian Development Agency geförderte Projekt stellt eine Win-win-Situation für alle beteiligten Stakeholder dar: Die rund 1.100 Mitarbeiter der teilnehmenden Agrarbetriebe profi tieren von besseren Sicherheits- und Sozialstandards am Arbeitsplatz und schützen durch nachhaltigere Bewirtschaftungsmethoden zum Wohl der gesamten Gemeinschaft langfristig die Umwelt. Der weitere gesellschaftliche und ökologische Nutzen liegt im langfristigen Schutz natürlicher Ressourcen und der Biodiversität. Die Landwirte erhoff en sich durch die Verbesserung der Produktqualität und Arbeitseffi zienz sowie die im Bundesstaat Michoacán inno vative Zertifi zierung einen Wettbewerbsvorteil. AGRANA profi tiert durch die über einen kundenspezifi schen Standard hinausgehende international anerkannte Zertifi zierung ihrer Lieferanten und gewinnt in diesem Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse bezüglich des personellen Aufwandes und der Kosten der Zertifi zierung von Vertragslieferanten nach einem internationalen Standard. Dieses Wissen kann künftig im Rahmen des Strategieprozesses zur nachhaltigen Beschaff ung auch in anderen Schwellenmärkten einfl ießen.

DURCHSCHNITTLICHE SPEZ. EMISSIONEN (AUS DIREKTEM UND INDIREKTEM ENERGIEEINSATZ) DURCH DIE VEREDELUNG IN FRUCHTWERKEN1 in kg CO2-Äquivalent pro Tonne Hauptprodukt bzw. Haupt- und Nebenprodukte

kg CO2-Äquivalent pro Tonne Hauptproduktkg CO2-Äquivalent pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

2 Darstellung %-Veränderung auf Basis durchschnittlicher spez. Emissionen (aus direktem und indirektem Energieeinsatz) pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 51,8 (Vorjahr: 34,9) Mio. € und betrafen neben Instandhaltungsmaßnahmen auch Kapazitätserweiterungen. Das Hauptprojekt in diesem Segment ist die Errichtung des vierten Fruchtzubereitungswerkes in Nordamerika (Lysander|New York), von dem aus zukünftig der Nordosten der USA sowie Kanada beliefert werden wird. Die Inbetriebnahme ist für Mitte Mai 2014 geplant. In der Ukraine wurde die Kapazität durch die Installierung einer neuen Produktionslinie erweitert. Zudem vergrößerte das weltweite Absatzwachstum bei Fruchtzubereitungen den Bedarf an Edelstahl containern für den Transport. Im Geschäftsbereich Frucht saftkonzentrate wurden vorrangig Investitionen zur Ver besserung der Produktionseffi zienz vorgenommen. Neben den sonstigen erforderlichen Ersatzinvestitionen wurde mit der Optimierung der Standortstruktur in Österreich begon nen sowie an der Einführung eines einheitlichen Waren wirtschafts systems gearbeitet.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2013|14 konnten der Absatz im Fruchtzubereitungsbereich um 3,8 % auf 518.000 Tonnen gesteigert und die weltweite Marktführerschaft bei Fruchtzuberei tungen weiter ausgebaut werden.

Trotz des herausfordernden Marktumfeldes konnte das Unternehmen seine Position in der EU (ohne Osteuropa) als bedeutendste Region für den Geschäftsbereich marginal ausbauen und auch den Gewinn leicht steigern. Dies war v. a. durch Mengenwachstum und gutes Kostenmanage ment möglich. AGRANA wird weiterhin Maßnahmen treff en, um die Rentabilität in der EU weiter zu erhöhen.

In Osteuropa (Russland, Ukraine) konnte AGRANA aufgrund eines geringeren Handelsvolumens zwar den Umsatz nicht halten, aber die operative Marge verbessern.

In Nordamerika blieb der Umsatz trotz Mengenwachstums stabil. Dafür waren der starke Euro und die teilweise Bereitstellung von Rohstoff en durch Großkunden verantwortlich. Der Ertrag konnte jedoch durch den im Vergleich zum Mengenwachstum unterproportionalen Kostenanstieg wesentlich gesteigert werden.

In Lateinamerika konnte AGRANA trotz schwacher Währungen in allen drei Ländern, in denen der Konzern tätig ist (Argentinien, Brasilien und Mexiko), den Umsatz halten und die Ertragslage verbessern. Die Nachwirkungen der im Jahr 2012 aufgedeckten Betrugsaff äre in Mexiko belasten zwar die lokale Organisation durch die Abwicklung vieler gerichtsanhängiger zivil- und strafrechtlicher Ver fahren, die Geschäfte liefen aber zufriedenstellend.

In der Region Asien/Australien konnten der Umsatz gesteigert und die hohe Rentabilität gehalten werden. Vor allem die Produktionserweiterung in China ermöglichte das Wachstum in dieser Region.

Auch Umsatz und Ertrag in der Region Naher Osten/Nordafrika entwickelten sich gut. Trotz der schwierigen politischen Umstände entwickelte sich das ägyptische Joint Venture ausgezeichnet und erfüllte die Erwartungen. Lediglich in Südafrika kam es zu einem massiven Absatzrückgang, welcher mit der vorgezogenen Zusammen legung der Produktion am Standort Johannesburg und Schließung des Werkes in Kapstadt beantwortet wurde.

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012|13 stieg der Absatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate um knapp 8 %. AUSTRIA JUICE ist global tätig, wobei die EU den Kernabsatzmarkt darstellt. Weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland sowie der Mittlere und Ferne Osten. Das im chine sischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat wird v. a. in die USA, nach Japan, Indien, Russland und Australien geliefert. Das Geschäftsfeld Fruchtwein zeigte im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012|13 ein Umsatz- und Absatzwachstum.

Die Preisentwicklungen waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr volatil, wobei in Summe eine sinkende Tendenz festzustellen war. In Form von branchenüblichen Jahreskontrakten wurde der Großteil der Produktion aus der Ernte 2013 bereits während der laufenden Kampagne weltweit verkauft.

Ergebnisseitig konnte das gesunkene Preisniveau nur teilweise durch niedrigere Rohstoff preise abgemildert werden.

Die Integration von AGRANA Juice und Ybbstaler in AUSTRIA JUICE verläuft nach wie vor planmäßig. Es ist davon auszugehen, dass die Harmonisierung des Geschäftsmodelles und der Systeme im kommenden Geschäftsjahr im Wesentlichen abgeschlossen wird und ab dem Geschäftsjahr 2015|16 die Synergien voll umgesetzt werden können.

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ERGEBNIS AUS SONDEREINFLÜSSEN IM SEGMENT FRUCHT

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen im Geschäftsjahr 2013|14 basiert auf einmaligen Eff ekten in der Fruchtzubereitungs-Gesellschaft AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Die gesamte südafrikanische Produktion wird u. a. aufgrund logistischer Gründe zukünftig am Standort Johannes burg konzentriert; das Werk in Kapstadt wurde im Jänner 2014 geschlossen. Die diesbezüglichen Einmalkosten in Höhe von 0,8 Mio. € resultierten v. a. aus Abfertigungs verpfl ich tungen und Sonderabschreibungen.

Das Sonderergebnis des Vorjahres betraf einerseits Reorganisationsmaßnahmen im Fruchtzubereitungsgeschäft in Europa sowie Vorsorgen im Zuge der aufgedeckten Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsgebarung von AGRANA Fruit México, S.A. de C.V.

Der Bogen nachhaltigen Handelns spannt sich für AGRANA von der Rohstoff beschaff ung über emissionsarme Produktionstechnologien bis hin zu sozialem Engagement.

28 PRAKTISCHES NACHHALTIGKEITSVERSTÄNDNIS VON AGRANA

AGRANA versteht unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Im Rahmen des Aufbaus ihres konzernweiten Nachhaltigkeits-Managements hat AGRANA drei Leitsätze formuliert, die ihr Nachhaltigkeitsverständnis im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit noch konkreter zusammenfassen und die für AGRANA wesentlichen sechs Themenfelder refl ektieren.

Wir bei AGRANA …

  • █ verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoff e und nutzen emissionsarme Technologien zum Schutz der Umwelt;
  • █ achten alle unsere Stakeholder und die Gemeinschaften, in denen wir tätig sind;
  • █ leben langfristige Partnerschaften.

Diese drei Leitsätze sind inhaltlich auch in AGRANAs Unternehmensleitbild integriert und sollen dem Management und allen Mitarbeitern, über gesetzliche Anforderungen und freiwillige (Berichts-)Verpfl ichtungen und Standards hinaus, als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen.

NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG

Organisatorische Berichtsgrenzen

Die in diesen Geschäftsbericht 2013|14 integrierten, mit dem grünen Fingerabdruck gekennzeichneten, für AGRANAs Geschäftstätigkeit wesentlichen Nachhaltigkeitsinformationen orientieren sich am Fragebogen der Global Reporting Initiative (GRI-Version 3.1.) bzw. an deren Branchenzusatz für die Lebensmittelindustrie. Die für die Segmente Zucker, Stärke und Frucht erstellten Kennzahlen enthalten erstmals auch Daten der AUSTRIA JUICE GmbH, einem Joint Venture-Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2012|13 durch die Fusion von AGRANA Juice Holding GmbH und Ybbstaler Fruit Austria GmbH entstand und von AGRANA im Segment Frucht vollkonsolidiert wird.

Aus organisatorischen Gründen sind die quotenkonsolidierten Joint Venture-Unter nehmen des AGRANA-Konzerns, die AGRANA-Studen-Gruppe (Segment Zucker) und die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) sowie aus Nachhaltigkeitssicht unwesentliche Unternehmen, u. a. die INSTANTINA (Segment Zucker), weiterhin nicht in der Daten sammlung enthalten. In Summe fi nden damit ein Umsatzanteil von 299,4 Mio. € und durchschnittlich 367 Mitarbeiter keine Berücksichtigung in den Nachhaltigkeitskennzahlen für das Geschäftsjahr 2013|14.

Inhaltliche Berichtsgrenzen

AGRANA widmet sich an 54 Standorten weltweit in den Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht der Veredelung von agrarischen Rohstoff en zu Lebensmitteln bzw. hochwertigen Vorpro dukten, v. a. für weiterverarbeitende Nahrungsmittelunternehmen sowie technische Anwen dungen. Die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte wurden im Geschäfts jahr 2012|13 von einem segment- und funktionenübergreifenden AGRANA-Nachhaltigkeits-Kernteam in folgende sechs Themenfelder gegliedert:

  • █ Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaff ung agrarischer Rohstoff e
  • █ Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion
  • █ Arbeitsbedingungen und Menschenrechte der Mitarbeiter
  • █ Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • █ Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • █ Gesellschaftliches Engagement

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AGRANA ordnete diesen sechs Themenfeldern die jeweils für ihre Geschäftstätigkeit inhaltlich relevanten Indikatoren der GRI zu. Im Rahmen dieses Geschäftsberichtes werden jene mit der höchsten Relevanz berichtet. Die Wesentlichkeit der einzelnen Indikatoren wurde auf Basis von in den verschiedenen Geschäftssegmenten und Funktionen von Stakeholder-Gruppen erhaltenen Rückmeldungen festgestellt und durch das AGRANA-Nachhaltigkeits-Kernteam im Geschäftsjahr 2012|13 erstmals konzernweit strukturiert erfasst sowie 2013|14 bestätigt.

WAS AGRANA IM GESCHÄFTSJAHR 2013|14 BEWEGT HAT UND WAS SIE ZUKÜNFTIG ERREICHEN MÖCHTE

Die folgenden Projekte wurden in den sechs Themenfeldern im Geschäftsjahr 2013|14 bereits umgesetzt bzw. erfolgt ein Ausblick auf laufende Programme sowie Projekte in den Folgejahren:

Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaff ung

█ Um dem wachsenden Konsumentenbewusstsein und daraus resultierenden erhöhten Kundenanforderungen, v. a. der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie, in Hinblick auf Umwelt- und Sozialkriterien in der vorgelagerten agrari schen Lieferkette gerecht zu werden und ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen, startete AGRANA Ende des Geschäftsjahres 2013|14 eine Arbeitsgruppe zum Thema nachhaltige Beschaff ung. Die Teilnehmer aus allen AGRANA-Geschäftssegmenten werden im laufenden Geschäftsjahr 2014|15, abhängig von der Integrationstiefe des Beschaff ungsmodelles (siehe auch Wertschöpfungskette auf Seite 6f) und dem damit verbundenen Einfl uss auf Nach haltigkeits aspekte, Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaff ungsstrategie evaluieren und im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse weiterentwickeln.

█ Bereits im Geschäftsjahr 2012|13 startete das Segment Frucht auf Basis von kundenspezifi schen Forderungen zur Einhaltung von Sozialkriterien und Umsetzung von bestimmten Agrarpraktiken ein über diese Forderungen hinausgehendes Pilotprojekt. Ziel des Projektes war die Zertifi zie rung von Erdbeer- und Brombeerlieferanten im Bundes staat Michoacán|Mexiko nach den Kriterien des internatio nalen RainforestAlliance-Standards. Im Rahmen des Projektes bot AGRANA interessierten Vertragsfarmern in Kooperation mit anderen wissensvermittelnden Partnern zur Vorberei tung auf die Zertifi zierungs-Audits Schulungen (z. B. zu Pestizideinsatz, Wasser- und Abfall-Management, Reporting) an. Das Angebot umfasst außerdem fi nanzielle und fachliche Unterstützung beim Aufbau von Infrastruktur (z. B. Toiletten, Duschen, medizinischer Vorsorge). Nach nur sechs Monaten Umsetzungszeitraum bestanden im Novem ber 2013 alle teilnehmenden Erdbeer- und, früher als geplant, auch drei von sieben teilnehmenden Brombeer farmen die Zertifi zierung. Das aus Geldern der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen einer Wirtschaftspartner schaft der Austrian Development Agency geförderte Projekt stellt eine Win-win-Situation für alle beteiligten Stakeholder dar: Die rund 1.100 Mitarbeiter der teilnehmenden Anbau betriebe profi tieren von besseren Sicherheits- und Sozialstandards

am Arbeitsplatz und schützen durch nachhaltigere Bewirtschaftungsmethoden zum Wohl der gesamten Gemeinschaft langfristig die Umwelt. Der weitere gesellschaftliche und ökologische Nutzen liegt im langfristigen Schutz natürlicher Ressourcen und der Biodiversität. Die Landwirte erhoff en sich durch die Ver besserung der Produktqualität und Arbeitseffi zienz sowie die im Bundesstaat Michoacán innovative Zertifi zierung einen Wettbewerbsvorteil. AGRANA profi tiert durch die über einen kundenspezifi schen Standard hinausgehende international anerkannte Zertifi zierung ihrer Lieferanten und gewinnt in diesem Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse bezüglich des personellen Aufwandes und der Kosten der Zertifi zierung von Vertragslieferanten nach einem internationalen Standard. Dieses Wissen kann künftig im Rahmen des Strategieprozesses "nachhaltige Beschaff ung" auch in anderen Schwellenmärkten einfl ießen.

Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

█ AGRANA hat im Geschäftsjahr 2013|14 die Einführung eines nach ISO 50001 zertifi zierbaren Energie-Manage ment-Systems für alle österreichischen Produktions standorte vorbereitet. Im Geschäftsjahr 2014|15 werden die defi nierten Energiekennzahlen erhoben sowie die zuständigen Mit arbeiter eingeschult. Basierend auf der Auswertung der Energiekennzahlen, werden Aktionspläne für weitere Energie sparmaßnahmen erstellt. AGRANA strebt eine Zertifi zierung nach ISO 50001 für Herbst 2014 an.

█ "klima:aktiv", die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums, zeichnete im November 2013 Unterneh men für Energie sparmaßnahmen im Rahmen des betrieblichen Klimaschutzes aus. AGRANA Zucker GmbH wurde für die Installation von Niedertemperatur trocknern im Geschäftsjahr 2011|12 in den Zucker fabriken Tulln und Leopoldsdorf, beide in Österreich, mit der "klima:aktiv"-Urkunde geehrt. Durch den Einsatz der Niedertempera turtrockner wurden, durch die Nutzung von Abwärme aus vorgelagerten Pro zessen, in der Trocknung von Rübenschnitzeln zur Produk tion von Futtermittel bisher rund 59.000 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter

█ Die im Geschäftsjahr 2013|14 erstmals über alle Geschäftssegmente nach weltweit einheitlich defi nierten Kriterien erhobenen Arbeitssicherheitskennzahlen werden aktuell analysiert. Aufgrund der Ergebnisse dieser Analyse werden Verbesserungspotenziale identifi ziert und Best Practices an den einzelnen Standorten entsprechend angepasst bzw. schrittweise umgesetzt (siehe auch Personal- und Sozialbericht auf Seite 38).

█ Zur Unterstützung der zeitlichen Vereinbarkeit von Berufsund Familien-Anforderungen bietet AGRANA im Sommer 2014 im Rahmen eines Pilotprojektes Ferien betreuung für Kinder von Mitarbeitern der Zuckerfabrik in Tulln|Österreich an. Während der niederösterreichischen Kindergarten- bzw. Schulferien werden ausgebildete Pädagogen des Niederösterreichischen Hilfswerks für Kinder von Mit arbeitern ein ganztägiges, jeweils altersgerechtes, buntes Betreuungsprogramm gestalten.

Produktverantwortung und nachhaltige Produkte

█ Da AGRANA hauptsächlich Vor produkte für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie erzeugt, stellen Lebensmittelsicherheit und Produkt schutz die Arbeitsschwerpunkte im Bereich Produktverantwortung dar. Die Einhaltung gelten der nationaler rechtlicher Anforderungen an allen Produktionsstätten stellt für AGRANA den Basis anspruch dar. Zusätzlich orientiert sich AGRANA an international anerkann ten Standards im Bereich Lebensmittel sicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der FAO – Food and Agriculture Organization und der WHO – World Health Organization). Im Codex Alimentarius wird mit den "General Principles of Food Hygiene" das Hazard Analysis and Critical Control Point (HACCP)-System eingeführt. Damit werden mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert und bewertet. In weiterer Folge werden entsprechende Schritte zur Beseitigung bzw. notwendigen Reduktion dieser Gefahren gesetzt. Das Unternehmen geht in seinem Bestreben nach Lebensmittelsicherheit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat daher weltweit anerkannte Standards für Lebens mittelsicherheit und Produktschutz im Zuge von externen Zertifi zierungen eingeführt. Die bedeutendsten Standards sind z. B. der FSSC 22000, die ISO 22000 und der IFS. Im Geschäftsjahr 2013|14 waren 92,5 % aller Produktionsstand orte nach mindestens einem internationalen Standard zur Lebens mittelsicherheit zertifi ziert. Letztendlich bilden gelebte Produktverantwortung und die Einhaltung der drei Nach haltigkeitsleitsätze die Basis für die Erzeugung nachhaltiger Produkte durch AGRANA.

Gesellschaftliches Engagement

█ Im Herbst 2013 beging AGRANA das 25-jährige Firmenjubiläum. Das gesamte Geschäftsjahr 2013|14 standen externe Veranstaltungen und die Unternehmenskommunikation im Zeichen der erfolgreichen Entwicklung von einem österreichischen Zucker- und Stärkeprodu zenten mit rund 360 Mio. € Umsatz zu einem international tätigen Konzern mit durchschnittlich rund 8.800 Mitarbeitern und einem Umsatz in Höhe von rund 3 Mrd. €.

Um dieses Jubiläum mit den Mitarbeitern gebührend zu feiern, fand im September 2013 ein Fest für die Beschäftigten aller österreichischen Werke am Standort der Zuckerfabrik Tulln statt. Daneben wurde ein Benefi z-Konzert in Kooperation mit dem Theater an der Wien veranstaltet, zu dem 25 Mitarbeiter internationaler Stand orte im Rahmen eines Gewinnspieles Tickets gewinnen konnten. Den Kartenerlös dieses Benefi z-Abends verdoppelte AGRANA und spendete gemeinsam mit dem Theater an der Wien einen Gesamtbetrag von 70.000 €, jeweils zur Hälfte an die Organisationen "Malteser Care-Ring Kinderhilfe" und "Hilfe im eigenen Land – Katastrophenhilfe Österreich". Die "Malteser Care-Ring Kinderhilfe" bietet fachliche Unterstützung in der häuslichen Pfl ege für Familien mit schwer erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Verein "Hilfe im eigenen Land" ist eine österreichweit tätige Orga nisation, die nach einem unerwarteten Todesfall, einer schlimmen Erkrankung oder Naturkatastrophen plötzlich in Not geratenen Menschen und Familien rasch und unmittelbar fi nanziell hilft.

Helfende Hände

█ Auch im Geschäftsjahr 2013|14 spendete AGRANA wie in den Vorjahren Zucker für die "Le+O"-Märkte der Caritas. Diese Märkte bieten Lebensmittel zu einem symbolischen Preis und Orientierung in Form von Sozialberatung für einkommensschwache Menschen. Wie auch in der Vergangenheit haben AGRANA-Mitarbeiter der Zentrale in Wien die wöchentlichen Lebensmittelaus gaben in einem nahegelegenen "Le+O"-Markt im Rahmen von Frei willigen arbeit in ihrer Arbeitszeit tatkräftig unterstützt.

█ Die AGRANA-Kartoff elstärkefabrik in Gmünd|Österreich unterstützte "SOMAmobil Waldviertel", einen mobilen Sozialmarkt, der mehr als 800 Menschen mit geringem Einkommen in 16 Waldviertler Gemeinden mit Lebens mitteln und Produkten des täglichen Bedarfes versorgt, mit Kartoff eldauerprodukten, wie z. B. Kartoff elpüree.

█ AGRANA Fruit México hat im Geschäftsjahr 2013|14 an einer Aktion des mexikanischen Zentrums für Philan thropie teilgenommen, das jährlich Unternehmen für Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility auszeichnet. Die Bewertungskriterien sind in vier Kategorien geglie dert: Unternehmens ethik, Sozialstandards und -leistungen für Mitarbeiter, Umweltschutz sowie gesellschaftliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft. AGRANAs mexikanischer Produk tionsstandort wurde für sein vielfältiges Angebot im Bereich physischer und psychischer Gesundheitsmaßnahmen für seine Mitarbeiter sowie die von Mitarbeitern im Rahmen von Renovierungsprojekten an 20 lokalen Schulen geleistete Freiwilligenarbeit mit dem ESR (Empresa Socialmente Responsable)-Zeichen geehrt.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

F&E-KENNZAHLEN 2013 14 2012 13 2011 12
F&E-Aufwendungen (intern und extern) in Mio. ¤ 17,2 18,2 15,1
F&E-Quote1 in % 0,57 0,59 0,59
Mitarbeiter in F&E 218 204 199

1 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

Wir greifen immer wieder neue Ideen auf und streben stets nach innovativen Lösungen.

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends zu setzen und sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu diff erenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Rezepturen, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstreicht ihre auf nachhaltigen Erfolg ausgelegte Unternehmensstrategie.

AGRANA unterhielt im Geschäftsjahr 2013|14 zwei Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Die Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT), Tulln|Österreich, beschäftigte sich mit Landwirtschaft, Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie. Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC1) Gleisdorf|Österreich war die zentrale Forschung und Entwicklung des Fruchtzubereitungsbereiches organisiert. Die Aufgabe des ICC bestand in der Entwicklung von Produkten und Produktionsverfahren sowie Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren.

Im Rahmen einer räumlichen Erweiterung des Forschungsstandortes in Tulln wird AGRANA zukünftig ihre Forschungs- und Innovationsaktivitäten der bisherigen Einrichtungen ZFT sowie ICC bündeln. Ab Juli 2014 wird das neue AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) mit rund 60 Mitarbeitern das zentrale Forschungs- und Entwicklungsinstitut des Konzerns darstellen. Die Zusammenführung soll nicht nur verwaltungstechnische Synergieeff ekte, sondern v. a. die stärkere Zusammenarbeit bislang geografi sch getrennt agierender Forschergruppen ermöglichen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen der ZFT und des ICC werden sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, wie z. B. Clean Label, Ernährungsphysiologie, Süßmittel oder Aromen, ergeben. Die zunehmende Anzahl an Projekten, die mehrere AGRANA-Geschäftssegmente gleichzeitig betreff en, soll damit in Zukunft wesentlich einfacher und effi zienter umgesetzt werden können. Der neue AGRANA Forschungs-Cluster am Standort Tulln erlaubt darüber hinaus eine ideale Anbindung zu relevanten universitären Einrichtungen sowie deren Absolventen.

SEGMENT ZUCKER

Die in den letzten Jahren in Österreich entwickelten und in der Praxis eingesetzten Methoden zur objektiven Erkennung alterierter Rüben, das sind durch unterschiedliche Witterungsbedingungen bei der Lagerung geschädigte Früchte, fanden im Rahmen der 3. Generalversammlung der ESST (European Society for Sugar Technology) internationale Anerkennung. AGRANAs Beitrag wurde mit dem "Best Paper Award" ausgezeichnet. Mithilfe der beschriebenen Methoden wie Bildanalyse, Detektion von fl üchtigen organischen Verbindungen oder bestimmten Zuckerspaltprodukten (Glukose aus Saccharose) können verarbeitungstechnisch schwierige Rüben erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Dadurch werden Betriebsstörungen weitgehend vermieden und die Kosten für die erforderlichen Hilfsstoff e reduziert.

Neben den bekannten Qualitätskriterien für Zucker (wie "Farbe in Lösung" oder Aschegehalt) gewinnen die Eigenschaften Geruch und Geschmack immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund wurde ein Forschungsprojekt zur Sicherung der sensorischen Qualität von Staubzucker gestartet. Schon die bisher durchgeführten systematischen Untersuchungen haben gezeigt, dass sowohl der zur Vermahlung herangezogene Ausgangszucker als auch die Bedingungen beim Mahlen bzw. Abpacken und Lagern des Staubzuckers einen wesentlichen Einfl uss auf die senso rische Qualität des Produktes haben. Nur unter bestimmten Produktionsbedingungen des Ausgangskristallzuckers und der mit dem Zucker in Berührung kommen den Luft ist es möglich, einwandfreien Staubzucker herzustellen. Im weiteren Verlauf dieses zweijährigen, von der Österreichi schen Forschungsfördergesellschaft (FFG) unterstützten Projektes sind Versuche zur objektiven Bewertung der sensorischen Eigenschaften geplant. Dabei sollen modernste Analysentechniken wie Gas-Chromatografi e nach spezieller Anreicherung der Geruchsstoff e mittels SPDE (Solid Phase Dynamic Extraction) oder Gas-Chromatografi e in Kombination mit Ionenmobilitäts spektroskopie als Detektionsverfahren eine objektive Beurteilung ermöglichen.

Das seitens der ZFT eingeführte segmentumfassende Qualitäts-Monitoring-Programm für Weißzucker weist ebenfalls bereits erste Erfolge auf. Das Programm versteht sich nicht nur als reines Monitoring, im Bedarfsfall kann durch Beratung vor Ort optimierend eingegriff en werden. So konnten technologische Änderungen im Bereich der Saft reinigung eines Werkes in der vergangenen Kampagne das sogenannte Floc-Potenzial – ein für bestimmte Kunden wichtiger Qualitätsparameter von Weißzucker – deutlich unter den maßgeblichen Grenzwert senken. Diese Beratungs- und Schulungstätigkeiten werden in Zukunft weiter verstärkt.

Um die mikrobiologische Qualität von Zuckerprodukten zu verbessern, wurde im letzten Jahr ein neues Projekt, welches sich mit der Auffi ndung von thermoacidophilen Bakterien im Zuckerherstellungsprozess beschäftigt, gestartet. Ziele des Projektes sind die Identifi zierung potenzieller Infektionsquellen und die Minimie rung des Kontaminationsrisikos von Zuckerprodukten mit thermoacidophilen Bakterien.

SEGMENT STÄRKE

Im Bereich Kartoff elstärke-Rohstoff wurde ein Gemeinschaftsprojekt der ZFT mit dem Austrian Institute of Technology und der Niederösterreichischen Saatbaugenossenschaft gestartet. Ziel dieses vom FFG geförderten Projektes ist die Züchtung neuer Kartoff elsorten mit speziellen Stärkeeigenschaften. Die Aufgabe der ZFT wird in den kommenden Projektjahren in der Verarbeitung von Versuchskartoff eln im Labormaßstab und der Qualitätsbeurteilung der daraus gewonnenen Stärke liegen, welche den Projektpartnern zur Evaluierung und Ausrichtung des Züchtungsfortschrittes dienen sollen.

Durch eine Silierung von Nassmais soll eine Verlängerung der durch die Einsparung der energieintensiven Maistrocknung ökologisch und ökonomisch interessanten Nassmaiskampagne ermöglicht werden. In diesem Zusammenhang wurde eine neue Lagertechnik geprüft, bei der der Nassmais in Tunnelfolien gelagert wird. Erste positive Ergebnisse sollen bei der nächsten Kampagne überprüft und bestätigt werden.

Bei Stärken für den Einsatz im Lebensmittelbereich stand der Ausbau der anwendungstechnischen Kompetenz im Fokus der Forschungstätigkeit. Dabei wurden die Prüfmöglichkeiten neu entwickelter Stärken verbessert und erweitert. Beson derer Wert wurde dabei auch auf die Erweiterung der Bio-Linie unter Zuhilfenahme von eigens dafür entwickelten Bio-Stärken gelegt. Diese neuen Entwicklungen können beispielsweise im Bio-Feinkostbereich umgesetzt werden.

Es wurde auch begonnen, neue modifi zierte Lebensmittel-Quellstärken zu entwickeln und z. B. anwendungstechnisch in backstabilen Fruchtzubereitungen zu bewerten. Ziel ist es, das Portfolio an funktionellen Quellstärken zu erweitern und damit auch in Zukunft die Auslastung der Anlagen zu gewährleisten.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der ZFT im Bereich Stärke Food lag in der Untersuchung von ernährungs physiologischen Wirkungen von Spezialstärken als Ballaststoff e. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien an der Etablierung einer Vorstufe zu Humanstudien anhand eines Schweinemodelles gearbeitet. Zwei AGRANA-Spezialstärkeprodukte werden bereits diesem Test unterzogen. Ein transglucosidiertes Dextrin wurde entwickelt, welches für die Ersatzhuman studie geeignet ist.

34 Im Geschäftsjahr 2013|14 waren auch die Entwicklungen von Stärkeprodukten für technische Anwendungen in den Bereichen Bau, Klebstoff , Papier und Biopolymere wesentliche Forschungsschwerpunkte.

Wichtige Forschungsvorhaben betrafen die Entwicklung von speziellen modifi zierten, nachhaltigen Stärken zur Substi tution von synthetischem Latex. Diese Aktivitäten zielten nicht nur auf den Papierbereich ab, auch in Anwendungs feldern wie Textil und Bau bekommt dieses Thema immer größere Aufmerksamkeit bei den Kunden.

Nachhaltige und biologisch abbaubare Klebstoff e gewinnen am Markt und beim Konsumenten immer mehr an Bedeutung. In Zusammenarbeit mit renommierten Unternehmen konnten modifi zierte Stärken für den Do-it-yourself-Bereich zum Einsatz in Alltagsprodukten, wie Bastelkleber oder Klebestiften, entwickelt werden. Diese sogenannten Green Glues bestechen nicht nur durch ihre ökologischen Vorteile, auch ökonomisch und qualitativ konnten sie überzeugen.

Die Substitution synthetischer Klebstoff e durch den Einsatz der neuartigen Stärke NOVACOLL führte zur Entwicklung von Fertigleimen bzw. Fertigpasten mit herausragender Stabilität und Klebkraft. Im "Brotsackerl"-Bereich oder bei der Kaschierung konnte sich AGRANA mit neuen, intelligenten Produkten positionieren.

Steigendes Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein erhöhen das Interesse an und die Nachfrage nach biologisch abbaubaren Biokunststoff en stetig. Thermoplastische Stärken stellen dabei eine wesentliche Komponente in der Herstel lung von Biokunststoff en dar. AGRANA konnte modifi zierte thermoplastische Stärken entwickeln, die speziell im Spritzguss zur Herstellung von Konsumgütern und anderen alltagstauglichen, biologisch abbaubaren Produkten ihren Einsatz fi nden. So konnten z. B. Rebklemmen für den Weinund Gartenbau mit einem erheblichen Anteil an der neu entwickelten thermoplastischen Stärke hergestellt werden. Weitere Neuentwicklungen hinsichtlich spezieller Stärkeprodukte für die Blasfolienanwendungen, wo die Nach haltigkeit, der ökologische Mehrwert und der direkte Kontakt mit Lebensmitteln im Vordergrund stehen, sollen ebenso den Eintritt in den Markt fi nden.

Ein weiteres neues Projekt in Zusammenarbeit mit einem österreichischen Tiefbauunternehmen befasst sich mit der Dichtung von Dämmen ("Bio-Sealing"). Durch Anregung des Bodenbakterienwachstums und die damit verbundene Produktion einer Polysaccharid-Matrix sollen Spalten und Risse im Boden geschlossen und so undichte Dämme wieder versiegelt werden.

Die Unterstützung des Bioethanolwerkes in Pischelsdorf| Österreich bestimmt einen Großteil der Aktivitäten im Bereich Biotech nologie. Die laufende Anpassung der Verfahrensparameter an die variierenden Rohstoff zusammensetzungen sowie die Evaluierung neu auf den Markt kommender Enzyme und Hefen tragen zu einer schrittweisen Prozessoptimierung bei.

SEGMENT FRUCHT

Im Bereich Fruchtzubereitungen lancierte das ICC im Geschäftsjahr 2013|14 ein langfristig angelegtes Projekt zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung der Fruchtzubereitungen. Dabei wird an der Erreichung und Sicherstellung der bestmöglichen (natürlichen) Textur von Fruchtstücken in den Fruchtzubereitungen bei gleichzeitiger Wahrung der fruchteigenen Aromen, die für den natürlichen Fruchtgeschmack verantwortlich sind, gearbeitet. Mit der Ent wicklung eines Baukastensystems (spezielle Bezugnahme auf die einzelnen Schritte der Grundoperationen/Produktionsprozesse) sollen Verbesserungs potenziale in den einzelnen Produktionsbereichen identifi ziert sowie Teilprojekte zielgerichtet gestartet und umgesetzt werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen weitere Schwerpunkte auf der

  • █ Realisierung der identifi zierten Optimierungsmöglichkeiten von Frucht-Rohmaterialien in Marokko;
  • █ Erprobung unterschiedlicher Behandlungs- und Verarbei tungsoptionen direkt nach der Ernte;
  • █ Identifi zierung signifi kanter Prozessparameter wie Pasteurisationstemperatur und Zeit;
  • █ Evaluierung neuartiger Kochkesseldesigns in Hinblick auf Qualitätsverbesserung der Fruchtzubereitungen;
  • █ Einführung neuartiger Stabilisationssysteme und
  • █ Zusammenarbeit mit Anlagenbauern von Abfüll- und Dosiereinheiten für die Molkerei- und Getränkeindustrie.

35

Im neuen Geschäftsjahr 2014|15 werden die begonnenen Aktivitäten weiter vorangetrieben und mit der Verbesserung der einzelnen Bausteine soll eine solide Basis geschaff en werden, um die AGRANA-Werke und lokalen Entwicklerteams unterstützen zu können. Durch die richtige Kombination der optimierten Bausteine sollen maßgeschneiderte Produkt entwicklungen gewährleistet werden.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate arbeitete AGRANA im Geschäftsjahr 2013|14 an der Optimierung der Aromenausbeute und -qualität in ihren Werken. Ein Projekt zur verbesserten Verwertung und Vermarktung von Presskuchen, wie Apfel- oder Heidelbeertrester, in Form von Nebenprodukten konnte erfolgreich umgesetzt werden. Für den Prozess zur Herstellung von Apfelmehl, einem hochwertigen, kalorienarmen Ballaststoff träger, v. a. zum Einsatz in der Backwarenindustrie, wurde in Österreich ein Patent erteilt.

Im Geschäftsjahr 2014|2015 wird der Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten der AUSTRIA JUICE im weiteren Ausbau der Entwicklungskapazitäten im Bereich der Grundstoff und Aromenentwicklung liegen.

Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Entwicklung und schließlich Vermarktung natürlicher Fruchtaromen, sogenannter FTNF (From The Named Fruit)1, gelegt. Daneben sind die Optimierung der Herstellungsprozesse von Wasser phasenaromen sowie die Evaluierung der technischen Möglichkeit zur Reduktion von kritischen Pestiziden im Fruchtsaftbereich mittels physikalischer Methoden ein Forschungsziel.

Wir bringen das nötige Fingerspitzengefühl mit, um unsere Mitarbeiter zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2013|14 durchschnittlich 8.778 (Vorjahr: 8.449) Mitarbeiter, davon 2.131 (Vorjahr: 1.993) in Österreich und 6.647 (Vorjahr: 6.456) international. Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wie folgt:

  • █ im Segment Zucker 2.399 (Vorjahr: 2.315) Mitarbeiter,
  • █ im Segment Stärke 1.008 (Vorjahr: 950) Mitarbeiter und
  • █ im Segment Frucht 5.371 (Vorjahr: 5.184) Mitarbeiter.

Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft1 betrug per 28. Februar 2014 wie im Vorjahr 41 Jahre. 28,9 % (Vorjahr: 28,4 %) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 60,1 % (Vorjahr: 57,7 %).

Der erhöhte Personalstand im Segment Zucker ist u. a. auf die erstmalige Einbeziehung der Mit arbeiter der AGRAGOLD-Gesellschaften zurückzuführen. Darüber stieg der Personalbedarf im Produk tionsbereich der AGRANA Zucker GmbH. Im Segment Stärke erklärt sich der um rund 6 % erhöhte Personalstand v. a. durch die Inbetriebnahme der neuen Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich. Die Erhöhung des Personalstandes im Segment Frucht ist einerseits auf die anstehende Eröff nung des neuen Produktionsstandortes in Lysander|USA und andererseits auf einen volumenbedingt erhöhten Bedarf an Saisonarbeitskräften, insbesondere in den Werken in Mexiko und der Ukraine, zurückzuführen.

PERSONALSTRATEGIE UND -MANAGEMENT

AGRANAs Personalstrategie folgt den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Sie ist geprägt von gegenseitigem Respekt, auch für unterschiedliche Kulturen und Religionen, und geht von unternehme rischem Denken und Handeln aus.

AGRANAs Personalmanagement fokussierte im Geschäftsjahr 2013|14 einmal mehr auf die gezielte Förderung der Mitarbeiter und professionelle Personalentwicklung als zentrale Schlüsselfaktoren für den zukünftigen Unternehmenserfolg.

Daneben wurden im Bereich der Personalverwaltung die administrativen Prozesse weiter harmonisiert und standardisiert sowie technische Lösungen von Grund auf überarbeitet, um den Detailgrad z. B. des monatlichen Berichtswesens zu erhöhen und dennoch gleichzeitig die Verwaltungseffi zienz zu verbessern. Dies macht es möglich, auch Komponenten, wie z. B. das monatliche

AGRANA-MITARBEITER IM RAHMEN DER GRI-BERICHTSGRENZEN2 zum Bilanzstichtag 28. 02. 2014

Befristete
Segment
Dienstverhältnisse3
Unbefristete Dienstverhältnisse Angestellte
im Management4
Davon Executive
Leadership5
Gesamt Frauen Arbeiter Frauen Angestellte Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen Gesamt Frauen
Zucker6 168 23,8 % 1.050 14,3 % 729 41,4 % 1.779 25,4 % 152 21,7 % 18 16,7 %
Stärke 43 27,9 % 563 12,8 % 247 41,3 % 810 21,5 % 37 13,5 % 3 0,0 %
Frucht 2.202 77,2 % 2.257 25,1 % 1.299 46,3 % 3.556 32,8 % 224 26,3 % 15 6,7 %
Gesamt 2.413 72,6 % 3.870 20,4 % 2.275 44,2 % 6.145 29,2 % 413 23,5 % 36 11,1 %

1 Mitarbeiter in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften

2 Siehe GRI-Berichtsgrenzen auf Seite 28

3 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeiter zur Ernteunterstützung bzw. für Verarbeitungskampagnen.

4 2. und 3. Berichtslevel

5 1. Berichtslevel (d. h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA-Beteiligungs-AG)

6 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Arbeitssicherheits-Reporting oder die Personalplanung, im selben System abzubilden und von verbesserten Plausibilitätsprüfungen und fl exiblen Auswer tungsmöglichkeiten zu profi tieren. Daneben hat die 2011|12 gestartete Zusammenführung der Lohn- und Gehaltsservices für österreichische AGRANA-Konzerngesellschaften im HR-Service center in Tulln| Österreich zu höherer Qualität und skalierbaren Lösungen beigetragen.

AGRANAs Vergütungspolitik orientiert sich grundsätzlich an Kollektivverträgen. Für das Management unterhält AGRANA ein globales, objektivierbares Vergütungssystem, das sich aus einem fi xen Bestandteil sowie aus einem variablen Bezugsteil zusammensetzt. Die fi xe Vergütung richtet sich nach dem Stelleninhalt, dem Marktniveau sowie der internen Ausgewogenheit. Die Höhe der variablen Vergütung ist von der Erreichung der jeweiligen Geschäftsziele bzw. individuellen Ziele abhängig.

Im Geschäftsjahr 2013|14 nahmen 6,7 % (Vorjahr: 6,0 %) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

PERSONALENTWICKLUNG UND WEITERBILDUNG

Wie auch in den Vorjahren bot AGRANA zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen wie auch im persönlichkeitsbildenden Bereich, an. Laufende unternehmensübergreifende Programme, um den Austausch der Segmente zu fördern und die Internationalität des Konzerns zu unterstützen, wurden fortgeführt. Erst durch diese Beständigkeit können der nachhaltige Erfolg dieser Trainings-, aber auch Traineeprogramme und der Mehrwert für das Unternehmen und seine Mitarbeiter sichergestellt werden.

Ein besonderer Fokus wurde auch im Geschäftsjahr 2013|14 auf "Onboarding"-Programme und "Welcome Days" gelegt, die in allen Segmenten und der Holding organisiert wurden, um neuen Mitarbeitern einen schnellen Überblick über den eigenen Bereich, aber auch die gesamte AGRANA-Welt zu geben. In der Folge können Mitarbeiter am segment übergreifenden, konzernweiten Austausch INCA (International Communication at AGRANA) teilnehmen.

Die Förderung von Talenten hat bei AGRANA einen hohen Stellenwert. Im Jänner 2014 haben 22 Mitarbeiter und sieben Mitarbeiterinnen den dritten Durchgang des Talente-Programms ACT (AGRANA Competencies Training) beendet. Bei der abschließenden Projektpräsentation wurden über den hochgesteckten Erwartungen liegende Ergebnisse (z. B. im Bereich weiterer Vermarktungsmöglichkeiten für Rest stoff e aus der Apfelsaftkonzentratsproduktion) vorge stellt. Aber auch die Entwicklung der Mitarbeiter im Laufe des Programms war auff allend positiv. Mit den Ergebnissen der Projekte, aber auch der intensiven Weiterbildung einer ausgewählten Anzahl von Mitarbeitern ist AGRANA für die Zukunft bestens vorbereitet.

AGRANA bot im Geschäftsjahr 2013|14 insgesamt 78 (Vorjahr: 65) Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit, u. a. als Maschinenbau technikerIn, ElektrotechnikerIn, Elektrobetriebs- und Prozess leit technikerIn, MetalltechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn, MechatronikerIn, Industriekauff rau/-mann sowie als Informationstechnologie-TechnikerIn. Der Anteil weiblicher Lehrlinge lag bei 10,3 %.

TRAININGSSTUNDEN DER AGRANA-MITARBEITER1 im Geschäftsjahr 2013|14

Segment Trainingsstunden pro
Mitarbeiter (Durchschnitt)
Anteil der Mitarbeiter,
die Training absolvierten
Anteil der Aus- und
Weiterbildungskosten2
Männer Frauen Gesamt
Zucker3 37,9 47,5 40,4 92,0 % 1,8 %
Stärke 24,8 18,4 23,5 75,2 % 0,7 %
Frucht 17,7 16,6 17,3 81,0 % 1,1 %
Gesamt 24,9 24,6 24,8 83,4 % 1,3 %

1 Mitarbeiter in einem unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 28)

2 Von Lohn- und Gehaltssumme

3 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA-Beteiligungs-AG gezählt.

"AGRANA-Academy" konzernweit gestartet

Unter dem Begriff "AGRANA-Academy" fasst das Unternehmen sein Programm zur Schulung aller Führungskräfte (top-down) in Hinblick auf die AGRANA-Competencies und Unternehmensprinzipien zusammen. Durch die Teilnahme an verschiedenen Workshops soll ein einheitliches Unternehmensverständnis gewährleistet und eine gemeinsame Führungskultur entwickelt werden. Als Schwerpunkt für das abgelaufene wie auch aktuelle Geschäftsjahr 2014|15 wurde die Kompetenz "Leadership" ausgewählt. Im Rahmen der Academy will AGRANA ihre Führungskräfte auf allen Ebenen noch besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2013|14 auf rund 2,7 (Vorjahr: 2,3) Mio. €, das entspricht rund 1,2 % (Vorjahr: 1,1 %) der Lohn- und Gehaltssumme.

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEIT

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2013|14 zusätzlich zu gesetzlichen und segmentbezogenen Berichtspfl ichten erstmals globale, über alle Geschäftssegmente einheitlich defi nierte Arbeitssicherheitskennzahlen erhoben.

Diese im Geschäftsjahr 2013|14 erstmals weltweit nach einheitlichen Kriterien erhobenen Kennzahlen werden im Geschäftsjahr 2014|15 im Detail analysiert. Aufgrund der

Ergebnisse dieser Analyse werden im Rahmen eines internationalen Vergleiches Verbesserungspotenziale sowie Best Practices identifi ziert, um an den einzelnen Standorten – entsprechend adaptiert – schrittweise umgesetzt zu werden.

Gesundheitsprogramme

Unter dem Begriff "AGRANA Fit" und mit dem Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefi ndens der Mitarbeiter bietet AGRANA an vielen Standorten ein umfangreiches Gesundheits- und Sport angebot an. Neben gesundheitlichen Routine-Checks, Tipps zu ausgewogener, gesunder Ernährung, Ergonomie am Arbeitsplatz zur Prävention von Verspannungen und schwerwiegenderen Problemen, werden viele unterschiedliche sportliche Aktivi täten angeboten. Um Sportliches mit Teamspirit zu kombi nieren, bot AGRANA ihren Mitarbeitern auch 2013 wieder die Teilnahme am jährlichen Wien Energie Business Run an. Insgesamt 177 Mitarbeiter aus allen Geschäftsbereichen waren im September 2013 am Start.

Neben diesen Angeboten zur Verbesserung der physischen Gesundheit wurde im Februar 2014 an allen österreichi schen Standorten eine (gesetzlich vorgeschriebene) Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Mit Hilfe einer Mitarbeiterumfrage werden nun zusätzlich zur laufenden Arbeitsplatzevaluierung durch die Präventivfachkräfte an den Standorten auch die arbeitsbedingten psychischen Belastungen erhoben. Nach Analyse der Ergebnisse werden im Geschäftsjahr 2014|15 geeignete Maßnahmen umgesetzt werden.

ARBEITSSICHERHEITSKENNZAHLEN DER AGRANA-GRUPPE1 im Geschäftsjahr 2013|14

Segment Verletzungsrate2 Ausfallstagequote3 Abwesenheitsrate4
Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen
Zucker 2,0 2,4 0,6 19,9 23,0 10,6 4.442,1 4.549,1 4.114,0
Stärke 1,6 1,8 0,5 19,2 24,1 5.540,8 5.445,7 5.917,0
Frucht 3,1 4,1 1,8 34,6 47,3 17,9 3.239,8 3.482,1 2.919,9
Gesamt 2,6 3,2 1,5 28,6 35,8 15,2 3.864,5 4.130,8 3.370,7

Im Berichtsjahr 2013|14 ereigneten sich keine tödlichen Arbeitsunfälle in der AGRANA-Gruppe1.

Im Berichtsjahr 2013|14 ereigneten sich fünf Unfälle von AGRANA-Kontraktoren, diese sind aus organisatorischen Gründen

nicht in den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen, wie der Verletzungsrate, Ausfallstagequote und Abwesenheitsrate, enthalten.

1 Mitarbeiter in befristetem und unbefristetem Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 28)

2 Verletzungsrate = (Gesamtanzahl der Unfälle5 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000

  • 3 Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage7 ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000
  • 4 Abwesenheitsrate = (Gesamtanzahl der Abwesenheitsstunden durch Unfall5 und Krankheit ÷ Gesamtarbeitszeit6) × 200.000
  • 5 In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag,
  • an dem der Mitarbeiter aufgrund des Vorfalles dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegeunfälle).

6 Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden. 7 Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen.

39 DIVERSITY

Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der industriellen Veredelung agrarischer Rohstoff e zu Lebensmitteln und hochwertigen Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für industrielle Anwendun gen, sucht AGRANA vielfach Mitarbeiter mit technischem Ausbildungshintergrund. Da der Anteil von Absolventinnen technischer Ausbildungen bzw. Studien in Österreich und auch anderen Ländern relativ niedrig liegt, veranstaltete das Unternehmen auch 2013 wieder einen "Töchtertag" zur Begeisterung junger Mädchen für technische Berufe.

Eine große Herausforderung auf dem Karriereweg stellt vielfach auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie dar. Aus diesem Grund bietet AGRANA – neben einem Betriebskindergarten und einer Tagesbetreuung für schulautonome und Fenster-Tage am Standort Wien – im Sommer 2014 als Pilotprojekt erstmals eine Woche Sommer ferienbetreuung für Kinder von Mitarbeitern der Zucker fabrik in Tulln|Österreich an. In der Zeit der niederösterreichi schen Kindergartenbzw. Schulferien werden ausgebildete Pädagogen des Niederösterreichischen Hilfswerks für Mitarbeiterkinder von drei bis zehn Jahren ein jeweils altersgerechtes, buntes Betreuungsprogramm von Kreativ-Work shops über Ausfl üge bis zu Sportaktivitäten gestalten.

RISIKOMANAGEMENT (INKL. INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM)

Kalkulierbare Risiken haben wir im Griff , von den unkalkulierbaren lassen wir die Hände.

40 Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • █ Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf Chancen und Risiken aus sich verändernden Marktpreisen für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • █ Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifi zieren und zu bewer ten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäfts bereichen durch ein defi niertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifi kation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Defi nition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer "Monte-Carlo-Simulation" ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnte. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche defi niert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

RISIKOPOLITIK

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sich diese aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen nicht gestattet.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von derivativen Instrumenten ist nur zur Absicherung von Grundgeschäften, nicht jedoch zu Spekulationszwecken erlaubt. Über die Verwendung von Derivaten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoff e stellen klimatische Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der Roh materialien Risiken für AGRANA dar. Daneben ist AGRANA aufgrund der v. a. in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion Risiken durch die Energie- und Umweltgesetzgebungen in den verschie denen Ländern ausgesetzt.

OPERATIVE RISIKEN

Beschaff ungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoff en stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Ver fügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegeben heiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Ver änderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohzucker als Rohstoff e verwendet. Neben witterungsbedingten Einfl ussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoff es Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zulie fernden Bauern eine wichtige Rolle. Für die Raffi nations standorte in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus hohen Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestim mungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU ein Beschaff ungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Diese werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspfl icht gegenüber dem Vorstand.

Im Segment Stärke werden Lieferverträge in adäquatem Ausmaß zur Sicherung der Bedarfsmengen an Rohstoff en abgeschlossen. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspfl ichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte) erfolgen. Umfang und Ergebnis dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des monatlichen Reporting und werden dem AGRANA-Vorstand berichtet.

Bei der Bioethanolproduktion führen Preisveränderungen beim Rohstoff Getreide in der Regel auch zu einer gleichgerichteten Preisänderung des Nebenproduktes ActiProt®. Dadurch können Rohstoff preisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Es verbleibt jedoch das Restrisiko, dass steigende Rohstoff kosten nicht in vollem Ausmaß an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witte rungsverhältnisse sowie Pfl anzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Ein standspreis der Rohstoff e auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaff ungs märkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaff ungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Die Produktionsvorgänge – v. a. in den Segmenten Zucker und Stärke – sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffi zienz ihrer Produk tionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoff beschaff ung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitäts42 standards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifi ziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpfl ichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einfl ussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kern märkten stetig angepasst. Die frühzeitige Erkennung von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.

REGULATORISCHE RISIKEN

Marktordnungsrisiken für Zucker

Zuckermarktordnung: Der Rat der Europäischen Union sowie das Parlament konnten sich im Oktober 2013 darauf verständigen, dass die Zuckermarktordnung mit September 2017 auslaufen wird. Mit 30. September 2017 entfällt demzufolge die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose und beide Produkte können dann in der EU in beliebigen Quantitäten erzeugt und verkauft werden.

Freihandelsabkommen: Das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA könnte wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. Nach derzeitigem Stand werden landwirtschaftliche Erzeugnisse (insbesondere Zucker und Stärke) als sensible Produkte klassifi ziert und sind somit nicht Gegenstand der Verhandlungen. Es ist allerdings möglich, dass sich das in weiteren Verhandlungsrunden ab 2015 ändern wird. Details der Verhandlungstexte sind bis dato nicht öff entlich einsehbar.

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 13 im Segment Zucker berichtet.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien bildet die Basis für die seit Oktober 2007 gültige Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin, deren Höhe eine starke Auswirkung auf den Geschäftsbereich Bioethanol hat. Aufgrund der aktuellen österreichischen und europäischen Gesetzeslage ist zumindest von einer Beibehaltung der derzeitigen Beimischungsquoten bis 2020 auszugehen. Trotzdem werden neue Initiativen auf EU-Ebene (indirekte Landnutzungsänderungen) sowie die öff entliche Diskussion und nationale Gesetzesinitiativen zu diesem Thema genauestens beobach tet, analysiert und durch das Risikomanagement bewertet.

RECHTLICHE RISIKEN

AGRANA verfolgt laufend mögliche rechtliche Änderungen, die zu einer Risikosituation führen können, und triff t gegebenenfalls antizipative Maßnahmen. Dies betriff t besonders die Bereiche Lebensmittel- und Umweltrecht.

Derzeit bestehen keine zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, leitete die slowakische Wettbewerbsbehörde im Geschäftsjahr 2009|10 Erhebungen u. a. gegen die lokale AGRANA-Zuckergesellschaft ein. Bis heute erfolgten jedoch keine weiteren Schritte.

Das im Jahr 2010 durch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde beantragte Kartellverfahren wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim| Deutschland, brachte bis dato keine weitere Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung weiterhin für unbegründet.

FINANZIELLE RISIKEN

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Die Finanzierung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofi nanzschulden des Konzerns, fi nanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fi x verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung des IFRS 7 wurden die bestehen den Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modifi ed Duration" ermittelt und im Konzern anhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Euro-Finanzierungen entstehen. Für AGRANA sind v. a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel und brasilianischem Real von Relevanz.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschaftsoder Länderebene

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien jederzeit ausreichend gesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

RISIKEN AUS UNREGELMÄSSIGKEITEN

Im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2011|12 der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán|Mexiko, traten Verdachtsmomente auf, dass verschiedene Geschäftsvorfälle nicht im Einklang mit dem AGRANA Code of Conduct standen und deren fi nanzieller Ausweis nicht den geltenden externen und internen Bilanzierungsvorschrift en entsprach. Nach intensiven Erhebungen wurden Anfang Juni 2012 das lokale Management ausgetauscht, der Fall bearbeitet und im Jahresabschluss 2012|13 entsprechende fi nanzielle Vorsorgen getroff en.

Im Geschäftsjahr 2013|14 ergaben sich keine wesentlichen, neuen Erkenntnisse zu diesem Betrugsfall, und die im Geschäftsjahr 2012|13 erfolgten internen und externen Ermittlungen erwiesen sich als umfassend. Es laufen Straf anzeigen gegen das frühere Management sowie Zivilklagen gegen Firmen, welche in deren Eigentum stehen bzw. standen. Verhandlungen mit der Versicherungsgesellschaft über die Deckung des Vertrauensschadens sind im Gange.

Interne und externe Prüfungen sollen bestmöglich sicherstellen, dass ähnliche Vorfälle verhindert bzw. frühzeitig erkannt werden.

GESAMTRISIKO

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Absatz- und Rohstoff preisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefähr denden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

44 INTERNES KONTROLL- UND RISIKO-MANAGEMENTSYSTEM (BERICHTERSTATTUNG GEMÄSS § 243a ABS. 2 UGB)

Der Vorstand der AGRANA ist sich der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschrift en bewusst.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungs richtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschrift en zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheit lichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Die Werte der Einzelabschlüsse werden in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul übernommen. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analy tische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inkl. eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäfts jahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwick lungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravie renden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z. B. Energie-, Rohstoff -, Verkaufspreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäftsjahresende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoff beschaff ung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshand lun gen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewer tung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM-UND KONTROLLRECHTE (ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2014 beträgt 103,2 Mio. € und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 86,2 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Süd zucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen u. a. Übertragungs beschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

M&G Investmentfonds des britischen Finanzunternehmens Prudential plc, London|Großbritannien, hielten bis 27. Februar 2014 15,6 % am AGRANA-Grundkapital. Die Z&S, die als Mehrheits aktionärin der AGRANA Beteiligungs-AG bis zu diesem Zeitpunkt 75,5 % des Grundkapitals hielt, hat von M&G Investmentfonds einen Anteil in Höhe von 10,7 % unmittelbar übernommen, wodurch die Z&S nach dieser Transaktion 86,2 % der Stimmrechte an AGRANA hält. Weitere 4,9 % an AGRANA-Aktien wurden unmittelbar von Südzucker erworben, die dadurch ihren direkten Anteil an der AGRANA Beteiligungs-AG auf rund 6,5 % aufgestockt hat. Davon sollen die knapp 5 % wieder platziert werden, um den Streubesitz der AGRANA Beteiligungs-AG zu erhöhen. Ziel ist es, die Liquidität der AGRANA-Aktie zu erhöhen und so die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Auf die nicht platzierten Aktien hat die Z&S eine ab dem 1. März 2015 ausübbare Call-Option gegenüber Südzucker.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreff end Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarun gen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahme angebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öff entlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

PROGNOSEBERICHT

Wir haben es selbst in der Hand, unsere Zukunft weiterhin positiv zu gestalten.

NEUERUNGEN DURCH DIE EQUITY-METHODE AB DEM GESCHÄFTSJAHR 2014|15

Durch die verpfl ichtende Anwendung von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) seit dem neuen Geschäftsjahr 2014|15 werden die Gesellschaften der HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) und jene der Westbalkan-Gruppe (Segment Zucker) nicht mehr mittels Quotenkonsolidierung in den AGRANA-Konzernabschluss einbezogen, sondern mit der Konsolidierungsmethode "At-Equity" aufgenommen (Details dazu siehe auch im Anhang auf Seite 63f). Die Umstellung auf die Equity-Methode wird u. a. Auswirkungen auf den Ausweis der Umsatzerlöse, des operativen Ergebnisses und des Ergebnisses der Betriebstätigkeit haben.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2014|15 erfolgt bereits auf Vergleichsbasis der Geschäftszahlen 2013|14 gemäß "At-Equity-Bilanzierung" – siehe dazu nachfolgende, tabellarisch dargestellte Überleitung.

in Mio. € 2013 14
veröff entlicht1
IFRS 112 2013 14
angepasst3
Umsatzerlöse 3.043,4 –201,7 2.841,7
Operatives Ergebnis 171,4 –36,6 134,8
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0,0 28,4 28,4
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 175,3 –8,3 167,0

1 Quotenkonsolidierung

2 Bilanzierungs- und Ausweisänderung

3 At-Equity-Konsolidierung

AGRANA möchte darauf hinweisen, dass aufgrund der geänderten Konsolidierungsmethode der Fokus des Ergebnisausblickes auf das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gelegt wird. Das operative Ergebnis, auf das bisher abgezielt wurde, inkludiert nach den neuen Regeln nicht mehr die HUNGRANA- und die Westbalkan-Gruppe, sodass dieser Wert zukünftig ein verzerrtes Bild über die tatsächliche Geschäftsentwicklung des Konzerns abgeben würde.

Da das Segment Frucht von der Änderung der Einbeziehungsart nicht betroff en ist, gibt es für dieses Geschäftsfeld nachfolgend auch keine IFRS 11-Überleitung.

AUSBLICK FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2014|15

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2014 und einem gut diversifi zierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet, rechnet aber mit einer etwas schwächeren Ergebnisentwicklung.

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2014|15 von einem leichten Rückgang beim Konzernumsatz aus, der auf ein im Durchschnitt etwas niedrigeres Preisniveau bei leicht steigen den Verkaufsmengen zurückzuführen ist. Beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) erwartet der Konzern ebenfalls eine geringfügige Abschwächung.

Segment Zucker

in Mio. € 2013 14
veröff entlicht1
IFRS 112 2013 14
angepasst3
Umsatzerlöse 1.022,8 –59,9 962,9
Operatives Ergebnis 45,3 0,2 45,5
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 0,0 –0,9 –0,9
Ergebnis der
Betriebstätigkeit (EBIT) 50,0 –0,8 49,2

1 Quotenkonsolidierung

2 Bilanzierungs- und Ausweisänderung

3 At-Equity-Konsolidierung

Im Segment Zucker rechnet AGRANA mit einer rückläufi gen Umsatzentwicklung, die aus dem niedrigeren Verkaufspreisniveau für Zucker resultiert. Für das neue Geschäftsjahr 2014|15 wird von einer Steigerung der Rohzucker-Verarbeitungsmengen innerhalb der EU sowie in Bosnien ausgegangen. Für das Anbaujahr 2014|15 rechnet AGRANA mit einer ähnlich hohen Anbaufl äche wie im Zuckerwirtschaftsjahr 2013|14. Der Umsatzrückgang wird nur teilweise durch reduzierte Rohstoff kosten kompensiert werden können, wodurch von einem weiteren Rückgang beim EBIT ausgegangen wird.

Segment Stärke

in Mio. € 2013 14 IFRS 112 2013 14
veröff entlicht1 angepasst3
Umsatzerlöse 848,5 –141,8 706,7
Operatives Ergebnis 61,5 –36,8 24,7
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 0,0 29,3 29,3
Ergebnis der
Betriebstätigkeit (EBIT) 61,5 –7,5 54,0

1 Quotenkonsolidierung

2 Bilanzierungs- und Ausweisänderung

3 At-Equity-Konsolidierung

Im Segment Stärke rechnet AGRANA für das Geschäftsjahr 2014|15 mit einem leichten, preisbedingten Umsatzrückgang. Die neue Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf wird mit Vollbetrieb laufen und native Weizenstärke, Weizengluten sowie Weizen kleie produzieren. Die dadurch möglichen positiven Absatz mengeneff ekte werden voraussichtlich den erwarteten Preisrückgang – insbesondere bei Verzuckerungsprodukten und Bioethanol – aufgrund des hohen Marktangebotes nicht kompensieren können. Dennoch erwartet AGRANA im Segment Stärke ein leicht über dem Vorjahreswert liegendes EBIT.

Segment Frucht

in Mio. € 2013 14
Umsatzerlöse 1.172,1
Operatives Ergebnis 64,6
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0,0
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 63,8

Im Segment Frucht wird für das Geschäftsjahr 2014|15 eine – durch steigende Mengen bedingte – anhaltend positive Umsatzentwicklung erwartet. Auch die EBIT-Entwicklung wird positiv gesehen. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wird sowohl eine Steigerung des Umsatzes als auch des EBIT erwartet. AGRANA geht in allen Regionen von einer positiven Entwicklung des Fruchtzubereitungsabsatzes aus. Trotz der Anlaufkosten des neuen US-Werkes sollte das Ergebnis v. a. aufgrund von Synergieeff ekten im Produktions- und Struktur kostenbereich gesteigert werden können. Im Frucht saftkonzentratgeschäft wird von einer geringfügig rückläufi gen Umsatz entwicklung im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Zur Effi zienzsteigerung wird ein einheitliches Enterprise Resource Planning (ERP)-System für alle Juice-Gesellschaften in Öster reich, Polen und Ungarn implementiert, um Synergieeff ekte voll ausschöpfen zu können. Das EBIT der AUSTRIA JUICE dürfte geringfügig unter dem des Vorjahres liegen.

Im Geschäftsjahr 2014|15 wird das Investitionsvolumen in den drei Segmenten in Summe mit rund 96 Mio. € wieder auf Abschreibungsniveau liegen.

Die im Segment Zucker geplanten Ausgaben belaufen sich auf rund 37 Mio. €. Die Investitionsschwerpunkte werden in den Bereichen Abpackung und Lagerung liegen. In Tulln| Österreich ist der Beginn des Umbaues der Melasseentzuckerungsanlage geplant. In Kaposvár|Ungarn soll an der Errichtung des zentralen Abpackungszentrums für Ungarn weitergearbeitet werden. An drei Standorten – in Hrušovany| Tschechien, Opava|Tschechien und Sereď|Slowakei – ist der Austausch von vier Schnitzelpressen aufgrund der Anlagenbeschaff enheit infolge jahrzehntelanger Nutzung erforderlich. Darüber hinaus wird die bauliche Erweiterung der Forschungseinrichtung in Tulln fertiggestellt.

Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke soll rund 11 Mio. € betragen. Im Werk Pischelsdorf|Österreich wird in die Erweiterung des DDGS1-Lagers sowie in die Schiff sentladung investiert. Im Werk Gmünd|Österreich erfolgt die Investitionstätigkeit in die Leistungssteigerung des Sprühtrockners MSD3 (Multi Stage Dryer 3), und der vorhandene Pressfi lterautomat soll ersetzt werden. In den Fabriken in Aschach|Österreich und Tăndărei|Rumänien sollen diverse Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen erfolgen.

Im Segment Frucht ist mit rund 48 Mio. € das größte Investitionsvolumen innerhalb der Gruppe geplant. Das Hauptinvestitionsprojekt im Geschäftsjahr 2014|15 wird die Fertigstellung des neuen Fruchtzubereitungswerkes in Lysander im Bundesstaat New York|USA sein. In Marokko soll die Erweiterung des Lagers in Angriff genommen werden. Neben zahlreichen Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen und der kontinuierlichen Verbesserung der Produktqualität steht im Frucht saftkonzentratbereich die Umsetzung der Standortoptimie rung in Österreich im Mittelpunkt.

INVESTITIONEN
in Mio. € 2013 14
veröff entlicht2
IFRS 113 2013 14
angepasst4
2014 15
Planung4
Segment Zucker 43,2 –0,1 43,1 37
Segment Stärke 41,0 –5,9 35,1 11
Segment Frucht 51,8 0,0 51,8 48
Gesamt 136,0 –6,0 130,0 96

1 Distiller's Dried Grain with Solubles (Eiweißfuttermittel)

2 Quotenkonsolidierung

3 Bilanzierungs- und Ausweisänderung

KONZERNABSCHLUSS 2013|14

AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

  • 50 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 51 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 52 Konzern-Geldfl ussrechnung
  • 53 Konzernbilanz
  • 54 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

56 Konzernanhang

  • 56 Informationen zu Geschäftssegmenten
  • 59 Allgemeine Grundlagen
  • 65 Konsolidierungskreis
  • 66 Konsolidierungsmethoden
  • 67 Währungsumrechnung
  • 68 Bilanzierungs- und Bewertungs grundsätze

  • 76 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

  • 83 Erläuterungen zur Geldfl ussrechnung
  • 84 Erläuterungen zur Bilanz
  • 100 Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • 115 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • 115 Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • 118 Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • 119 Konzern-Anteilsbesitz
  • 122 Bestätigungsvermerk
  • 124 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013|14 VOM 1. MÄRZ 2013 BIS 28. FEBRUAR 2014

in t¤ 2013 14 2012 131
Umsatzerlöse 3.043.430 3.065.906
Bestandsveränderungen –111.024 70.284
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.796 4.955
Sonstige betriebliche Erträge 30.542 29.804
Materialaufwand –2.065.969 –2.234.147
Personalaufwand –281.380 –274.268
Abschreibungen –87.537 –81.411
Sonstige betriebliche Aufwendungen –355.529 –363.261
Ergebnis der Betriebstätigkeit 175.329 217.862
Finanzerträge 18.738 16.475
Finanzaufwendungen –45.938 –44.131
Finanzergebnis –27.200 –27.656
Ergebnis vor Ertragsteuern 148.129 190.206
Ertragsteuern –38.355 –33.698
Konzernjahresergebnis 109.774 156.508
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 107.947 149.445
– davon nicht beherrschende Anteile 1.827 7.063
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 7,60 € 10,52 €

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013|14 VOM 1. MÄRZ 2013 BIS 28. FEBRUAR 2014

in t¤ 2013 14 2012 131
Konzernjahresergebnis 109.774 156.508
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdiff erenzen –45.324 –5.502
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten (IAS 39)
nach latenten Steuern –442 223
Cashfl ow-Hedges (IAS 39) nach latenten Steuern –1.797 2.084
Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung
zu erfassende Erträge und Aufwendungen –47.563 –3.195
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen und
ähnlicher Verpfl ichtungen (IAS 19) nach latenten Steuern 104 –5.130
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen –47.459 –8.325
Gesamtjahresergebnis 62.315 148.183
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 62.540 139.659
– davon nicht beherrschende Anteile –225 8.524

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013|14 VOM 1. MÄRZ 2013 BIS 28. FEBRUAR 2014

in t¤ 2013 14 2012 13
Konzernjahresergebnis 109.774 156.508
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 87.582 81.870
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –1.098 0
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –4.646 –455
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 4.625 18.387
Cashfl ow aus dem Ergebnis 196.237 256.310
Gewinne aus Anlagenabgängen –1.080 –672
Veränderungen der Vorräte 143.313 –41.840
Veränderungen der Forderungen, aktiven latenten Steuern
und kurzfristigen Vermögenswerte 22.099 27.723
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 8.255 2.392
Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) –73.867 –38.504
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen –11.716 –653
Veränderung des Working Capital 88.084 –50.882
Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit 283.241 204.756
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 3.685 2.275
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –138.181 –148.973
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 987 248
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –177 –59
Einzahlungen aus der Ersteinbeziehung/
dem Erwerb von Geschäftseinheiten 2.636 9.625
Cashfl ow aus Investitionstätigkeit –131.050 –136.884
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft
durch nicht beherrschende Anteile 547 3.765
Begebung von Schuldscheindarlehen 0 110.000
Aufnahme von Darlehen 0 50.000
Auszahlungen für Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten 0 –30.675
Einzahlungen/Auszahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen –91.118 –102.209
Gezahlte Dividenden –52.080 –52.447
Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit –142.651 –21.566
Veränderungen des Finanzmittelbestandes 9.540 46.306
Einfl uss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand –9.465 –401
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 144.409 98.504
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 144.484 144.409
in t¤ 2013 14 2012 13
Dividenden von sonstigen Beteiligungen 1.047 1.005
Zinseinzahlungen 15.474 17.555
Zinsauszahlungen –23.671 –33.387
Steuerauszahlungen –46.474 –36.439

(13)

(14)

(15)

KONZERNBILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2014

in t¤ Stand am Stand am
28. 02. 2014 28. 02. 20131
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 247.763 249.338
Sachanlagen 711.626 685.481
Wertpapiere 104.584 105.264
Beteiligungen 1.169 5.745
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 24.532 18.945
Aktive latente Steuern 30.084 33.137
1.119.758 1.097.910
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 712.222 851.492
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 461.090 472.084
Laufende Ertragsteuerforderungen 14.364 11.271
Wertpapiere 146 1.198
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 144.484 144.409
1.332.306 1.480.454
Summe Aktiva 2.452.064 2.578.364
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 611.906 611.257
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.126.478 1.125.829
Nicht beherrschende Anteile 66.255 86.060
1.192.733 1.211.889
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 56.796 58.844
Übrige Rückstellungen 12.642 14.435
Finanzverbindlichkeiten 331.469 428.788
Sonstige Verbindlichkeiten 1.387 2.283
Steuerschulden 0
Passive latente Steuern 15.614
417.908
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 37.441
Finanzverbindlichkeiten 328.316
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 444.012
Steuerschulden 31.654
841.423 744
14.368
519.462
29.186
305.802
471.421
40.604
847.013

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2013 | 14

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013|14 VOM 1. MÄRZ 2013 BIS 28. FEBRUAR 2014

54 Den Aktionären der AGRANA

Gewinn
in t¤ Grund- Kapital- Rücklage Rücklage Rücklage
kapital rücklagen für für für ver-
Available Cashfl ow- sicherungs-
for Sale Hedges mathem.
Gewinne/
Verluste
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Stand 01. 03. 2013 103.210 411.362 4.411 –693 –15.028
Bewertungseff ekte IAS 39 0 0 –567 –2.662 0
Veränderung versicherungs-
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpfl ichtungen 0 0 0 0 140
Steuereff ekte 0 0 127 699 –37
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 –440 –1.963 103
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –440 –1.963 103
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0
Zuzahlungen anderer Gesellschafter 0 0 0 0 0
Anteils- und Konsolidierungs-
kreisänderungen 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 –481
Stand 28. 02. 2014 103.210 411.362 3.971 –2.656 –15.406
611.906
GESCHÄFTSJAHR 2012 131
Stand 01. 03. 2012 (veröff entlicht) 103.210 411.362 4.097 –1.608 –9.799
Anpassungen gemäß IAS 8 0 0 0 0 –233
Stand 01. 03. 2012 (angepasst) 103.210 411.362 4.097 –1.608 –10.032
Bewertungseff ekte IAS 39 0 0 387 1.285 0
Veränderung versicherungs-
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpfl ichtungen 0 0 0 0 –6.706
Steuereff ekte 0 0 –73 –370 1.710
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 314 915 –4.996
Konzernjahresergebnis
(inkl. IAS 8-Anpassung) 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 314 915 –4.996

kreisänderungen 0 0 0 0 0

Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 Zuzahlungen anderer Gesellschafter 0 0 0 0 0

Anteils- und Konsolidierungs-

Beteiligungs-AG zurechenbar
rücklagen
Übriges
kumuliertes
Unter-
schieds-
Jahres-
ergebnis
Eigen-
kapital der
Nicht
beherr
Summe
Eigen-
kapital
betrag
Währungs-
umrechnung
AGRANA-
Aktionäre
schende
Anteile
513.521 –40.399 149.445 1.125.829 86.060 1.211.889
0 0 0 –3.229 218 –3.011
0 0 0 140 1 141
0 0 0 789 –54 735
0 –43.107 0 –43.107 –2.217 –45.324
0 –43.107 0 –45.407 –2.052 –47.459
0 0 107.947 107.947 1.827 109.774
0 –43.107 107.947 62.540 –225 62.315
0 0 –51.127 –51.127 –952 –52.079
98.318 0 –98.318 0 0 0
0 0 0 0 547 547
–10.811 0 0 –10.811 –19.014 –29.825
528
601.556
0
–83.506
0
107.947
47
1.126.478
–161
66.255
–114
1.192.733
414.230 –34.380 152.360 1.039.472 33.516 1.072.988
0 0 0 –233 0 –233
414.230 –34.380 152.360 1.039.239 33.516 1.072.755
0 0 0 1.672 1.470 3.142
0 0 0 –6.706 –179 –6.885
0 0 0 1.267 –347 920
0 –6.019 0 –6.019 517 –5.502
0 –6.019 0 –9.786 1.461 –8.325
0 0 149.445 149.445 7.063 156.508
0 –6.019 149.445 139.659 8.524 148.183
0 0 –51.127 –51.127 –1.319 –52.446
101.233 0 –101.233 0 0 0
0 0 0 0 3.765 3.765
–1.729 0 0 –1.729 41.812 40.083
–213 0 0 –213 –238 –451
513.521 –40.399 149.445 1.125.829 86.060 1.211.889

KONZERNANHANG DER AGRANA-GRUPPE

56 Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiff eisen-Platz 1, 1020 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoff e tätig ist.

Der Konzernabschluss 2013|14 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpfl ichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

1. INFORMATIONEN ZU GESCHÄFTSSEGMENTEN

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.

Die AGRANA-Gruppe hat die drei berichtspfl ichtigen Segmente Zucker, Stärke und Frucht, die entsprechend der strategischen Ausrichtung gebildet wurden. Jedes der Segmente bietet ein unterschiedliches Produktportfolio an und wird aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien, Rohstoff beschaff ungen und Absatzstrategien getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.

Für jedes Segment gibt es eine interne Berichterstattung, die monatlich an den COD (Chief Operating Decisionmaker) erfolgt. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspfl ichtigen Segmente werden nachstehend gegeben. Die Bewertung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v. a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.

1.1. SEGMENTIERUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Umsatzerlöse (brutto) 1.109.678 858.556 1.172.672 –97.476 3.043.430
Umsätze zwischen Segmenten –86.903 –10.044 –529 97.476 0
Umsatzerlöse 1.022.775 848.512 1.172.143 0 3.043.430
EBITDA 65.839 87.722 105.361 0 258.922
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –20.533 –26.282 –40.722 0 –87.537
Operatives Ergebnis 45.306 61.440 64.639 0 171.385
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 4.677 53 –786 0 3.944
Ergebnis der Betriebstätigkeit 49.983 61.493 63.853 0 175.329
Segmentvermögen 1.869.500 562.154 1.066.887 –1.046.477 2.452.064
Segmentschulden 930.971 281.260 765.178 –718.078 1.259.331
in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 43.185 40.952 51.814 0 135.951
Investitionen in Finanzanlagen 15 0 162 0 177
Investitionen gesamt 43.200 40.952 51.976 0 136.128
Mitarbeiter 2.399 1.008 5.371 0 8.778
GESCHÄFTSJAHR 2012 132
Umsatzerlöse (brutto) 1.202.208 813.724 1.141.255 –91.281 3.065.906
Umsätze zwischen Segmenten –80.692 –9.420 –1.169 91.281 0
Umsatzerlöse 1.121.516 804.304 1.140.086 0 3.065.906
EBITDA 138.851 96.193 83.306 0 318.350
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –19.736 –23.579 –38.096 0 –81.411
Operatives Ergebnis 119.115 72.614 45.210 0 236.939
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0 0 –19.077 0 –19.077
Ergebnis der Betriebstätigkeit 119.115 72.614 26.133 0 217.862
Segmentvermögen 1.849.353 541.734 1.156.812 –969.535 2.578.364
Segmentschulden 915.807 246.787 845.018 –641.137 1.366.475
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 55.903 59.081 34.864 0 149.848
Investitionen in Finanzanlagen 17 0 41 0 58
Investitionen gesamt 55.920 59.081 34.905 0 149.906
Mitarbeiter 2.315 950 5.184 0 8.449

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Im Ergebnis aus Sondereinfl üssen sind Erträge aus der Rückerstattung der für die Zuckerwirtschaftsjahre 2001|02 bis 2005|06 zu viel entrichteten Produktionsabgaben als auch Aufwendungen aus der Schließung einer südafrikanischen Fruchtgesellschaft enthalten.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung.

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

2 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben fi nden sich auf Seite 62f.

58 1.2. SEGMENTIERUNG NACH REGIONEN

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

in t€ 2013 14 2012 13
Umsatz
Österreich 1.553.283 1.524.219
Ungarn 258.268 306.763
Rumänien 225.393 228.706
Restliche EU 455.863 454.113
EU-28 2.492.807 2.513.801
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Mazedonien,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 151.312 168.349
Übriges Ausland 399.311 383.756
Summe 3.043.430 3.065.906

Der Umsatz blieb konstant auf Vorjahresniveau. Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 870.938 (Vorjahr: 957.514) t€, was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 29 % darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien, Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina defi niert. Kein Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10 % des Gesamtumsatzes der AGRANA-Gruppe.

in t€ 2013 14 2012 13
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1
Österreich 50.550 86.587
Ungarn 20.930 13.759
Rumänien 13.574 9.238
Restliche EU 16.588 17.463
EU-28 101.642 127.047
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Mazedonien,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 5.089 6.827
Übriges Ausland 29.220 15.974
Summe 135.951 149.848
in t€ 2013 14 2012 13
Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte1
Österreich 319.323 305.681
Ungarn 103.063 99.535
Rumänien 38.585 28.972
Restliche EU 126.303 130.254
EU-28 587.274 564.442
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Mazedonien,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 45.539 53.937
Übriges Ausland 96.262 88.506
Summe 729.075 706.885

2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdiff erenzen auftreten.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Überleitung vom Gewinn zum Gesamtergebnis, der Geldfl ussrechnung sowie der Bilanz werden die Eigenkapitalveränderungen gezeigt. Die Anhangsangaben enthalten außerdem Informationen zu den Geschäftssegmenten.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Die Änderungen von IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) in Bezug auf erweiterte Angaben zu Saldierungsvorgängen hatten keine Auswirkungen. Mit dem erstmalig anzuwendenden IFRS 13 (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert) wurden einheitliche Regelungen bezüglich der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes eingeführt. Der neue Standard hat zu weiteren Angaben zu Finanzinstrumenten, insbesondere bei der Zwischenberichterstattung, geführt; wesentliche Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung zum beizulegenden Zeitwert haben sich nicht ergeben.

Der geänderte IAS 12 (Ertragsteuern), der erstmalig anzuwendende IFRIC 20 (Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebs im Tagebau) sowie die Änderungen von Standards durch das Annual Improvements Project 2009–2011 hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IAS 19 revised 2011 (Leistungen an Arbeitnehmer) werden im weiteren Verlauf dieses Kapitels dargestellt. Der geänderte IAS 1 (Darstellung des Abschlusses) wurde bereits mit Beginn des Geschäftsjahres 2012|13 vorzeitig angewandt.

Nachfolgend eine Übersicht über die Standards und Interpretationen, die ab dem Geschäftsjahr 2014|15 oder später anzuwenden sind bzw. vom IASB veröff entlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschrift en vorzeitig angewendet.

Standard/Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Anwendungs-
pfl icht für AGRANA
Anerkennung
durch EU
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (Änderung) 21. 11. 2013 ab Geschäftsjahr
2015 16
nein
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen (Neufassung)
12. 05. 2011 2014 15 11. 12. 2012
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung (Änderung) 16. 12. 2011 2014 15 13. 12. 2012
IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten (Änderung) 29. 05. 2013 2014 15 19. 12. 2013
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung
(Änderung)
27. 06. 2013 2014 15 19. 12. 2013
IFRS 9 Finanzinstrumente 16. 12. 2011 2018 19 nein
IFRS 10 Konzernabschlüsse 12. 05. 2011 2014 15 11. 12. 2012
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 12. 05. 2011 2014 15 11. 12. 2012

Voraussichtliche Auswirkungen auf AGRANA

Die Änderung betreff en die Erfassung von Arbeitnehmerbeiträgen bzw. Beiträgen Dritter zu leistungsorientierten Pensionsplänen, deren Höhe unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre ist. Dabei wird es zulässig sein, solche Beiträge in der Periode als Reduktion des laufenden Dienstzeitaufwandes, in der die korrespondierende Arbeitsleistung erbracht wird, zu erfassen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

Der Anwendungsbereich von IAS 28 wird auf Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen ausgedehnt (vgl. Erläuterungen zu IFRS 11).

Die Änderung betriff t Klarstellungen zur Saldierung von fi nanziellen Vermögenswerten und fi nanziellen Schulden. AGRANA erwartet keine wesentlichen Auswirkungen.

Mit der Änderung wurde klargestellt, dass der erzielbare Ertrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit anzugeben ist, für die in der laufenden Periode eine Wertminderung oder Wertaufholung vorgenommen wurde. Außerdem sind weitere Angaben zu machen, wenn der erzielbare Betrag auf Basis des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten bestimmt wurde. Diese betreff en u. a. die Angabe der Bewertungsstufe und im Falle der Stufen 2 und 3 eine Beschreibung der Bewertungsmethode, die Angabe wesentlicher Annahmen und im Rahmen einer Barwertermittlung die Angabe zum Abzinsungssatz. Es wird von einer Ausweitung der Angabepfl ichten ausgegangen.

Mit der Änderung "Novationen von Derivaten und Fortsetzung der Sicherungsbilanzierung" wird klargestellt, dass Derivate trotz einer Novation weiterhin als Sicherungsinstrumente in fortbestehenden Sicherungsbeziehungen designiert bleiben. Hieraus werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.

Der neue Standard IFRS 9 regelt die Klassifi zierung und Bewertung von fi nanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Ergänzend wurde bereits eine Überarbeitung des verabschiedeten Standards begonnen. Die Kategorien und die damit verbundenen Bewertungsmaßstäbe werden neu festgelegt. Das bisherige Klassifi zierungs- und Bewertungsmodell des IAS 39 soll wegfallen. Im November 2013 wurden die neuen Regelungen zum Hedge-Accounting veröff entlicht. Sie enthalten die künftigen Vorschrift en zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den bisherigen Vorschrift en in IAS 39 liegen u. a. in der Abschaff ung der im Rahmen des retrospektiven Eff ektivitätstests anzuwendenden Schwellenwerte für eff ektive Sicherungsbeziehungen zugunsten eines Nachweises über den wirtschaftlichen Zusammenhang von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument. Ein neuer Erstanwendungs zeitpunkt wird erst festgelegt, wenn der Standard vollständig vorliegt. Erst im Anschluss daran ist ein Endorsement durch die Europäische Union vorgesehen. Die Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung werden geprüft. Es wird von einer Ausweitung der Angabe pfl ichten ausgegangen.

IFRS 10 ersetzt die im IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse) und SIC 12 (Konsolidierung von Zweckgesellschaften) enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung. IFRS 10 ändert die Defi nition der Beherrschung dahingehend, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewendet werden. Die geänderte Defi nition von Beherrschung setzt Verfügungsmacht und variable Rückfl üsse für das Vorliegen eines Beherrschungsverhältnisses voraus. Im November 2012 hat der IASB den Standard in Bezug auf Investment-Gesellschaften geändert; diese Änderungen sind im November 2013 von der EU übernommen worden. Für AGRANA ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Mit den neuen Vorschrift en werden zwei Arten von gemeinschaftlichen Vereinbarungen – gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen – defi niert. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung bei gemeinschaftlich geführten Unternehmen wurde abgeschaff t. Partnerunternehmen eines Gemeinschaftsunternehmens haben verpfl ichtend die Equity-Bilanzierung anzuwenden. Die Regelungen für Unternehmen, die an gemeinschaftlichen Tätigkeiten beteiligt sind, werden mit den derzeit geltenden Bilanzierungsvorschrift en für gemeinschaftliche Vermögenswerte oder gemeinschaftliche Tätigkeiten vergleichbar sein. AGRANA bezieht derzeit zwölf Unternehmen anteilsmäßig in den Konzernabschluss ein. Wie sich die Anwendung von IFRS 11 in 2013|14 ausgewirkt hätte, ist im Folgenden dargestellt.

Standard/Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Anwendungs-
pfl icht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Anerkennung
durch EU
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 12. 05. 2011 2014 15 11. 12. 2012
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30. 01. 2014 2016 17 nein
Diverse Annual Improvements Project 2010–2012 12. 12. 2013 2015 16 nein
Diverse Annual Improvements Project 2011–2013 12. 12. 2013 2015 16 nein
IFRIC 21 Abgaben 20. 05. 2013 2014 15 nein

ANPASSUNGEN GEMÄSS IAS 8

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (revised 2011): Die wesentliche Anpassung des IAS 19 bestand in der ausschließlich erfolgsneutralen Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in den sonstigen Eigenkapitalposten; diese Anpassung wurde bereits im Geschäftsjahr 2011|12 im Rahmen des damals gültigen IAS 19 vorgenommen. Die Anpassungen im Geschäftsjahr 2013|14 betreff en die Korrektur von nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand, welche eine Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen bewirkt. Die Anpassungen wurden retrospektiv ab Beginn des Geschäftsjahres 2012|13 vorgenommen.

In der Bilanz zum 28. Februar 2013 haben die Anpassungen zu einer Erhöhung der Rück stellungen für Pensionen und Abfertigungen um 310 t€ geführt. Daneben waren aktive latente Steuern in Höhe von 116 t€ zu bilden. Die Anpassungen verringerten das Konzern-Eigenkapital um 207 t€.

Voraussichtliche Auswirkungen auf AGRANA

IFRS 12 legt die erforderlichen Angaben für Unternehmen fest, die in Übereinstimmung mit den Standards IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) und IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) bilanzieren. Der Umfang der Angaben wird sich dadurch erhöhen. Im November 2012 hat der IASB den Standard in Bezug auf Investmentgesellschaften geändert; diese Änderungen sind im November 2013 von der EU übernommen worden. Die Anwendung der Vorschrift wird zu einer Ausweitung der Angaben führen.

IFRS 14 gestattet, dass Unternehmen, die IFRS-Erstanwender sind und die nach ihren bisherigen Rechnungslegungsvorschrift en regulatorische Abgrenzungsposten erfassen, dies auch nach dem Übergang auf die IFRS weiterhin zu tun. Der Standard ist für AGRANA nicht relevant.

Die Verbesserungen betreff en im Wesentlichen IFRS 2 (Defi nition von Ausübungsbedingungen), IFRS 3 (Bilanzierung von bedingten Gegenleistungen bei einem Unternehmenszusammenschluss), IFRS 8 (Zusammenfassung von Segmenten), IFRS 13 (Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten), IAS 16 und IAS 38 (Anteilsmäßige Neudarstellung der kumulierten Abschreibung bei der Neubewertungsmethode) sowie IAS 24 (Mitglieder der Unternehmensführung). Die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

Die Verbesserungen betreff en im Wesentlichen IFRS 1 (Bedeutung von "in Kraft getreten"), IFRS 3 (Anwendungsbereich der Ausnahme für Joint Ventures), IFRS 13 (Anwendungsbereich von IFRS 13) und IAS 40 (Klarstellung der Beziehung zwischen IFRS 3 und IAS 40 bei der Klassifi zierung einer Immobilie als Finanzinvestition gehalten oder als eigentümergenutzt). Die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden noch geprüft.

IFRIC 21 bietet Leitlinien dazu, wann eine Schuld für eine Abgabe anzusetzen ist, die von einer Regierung auferlegt wird. Davon nicht abgedeckt sind allerdings Ertragsteuern im Sinne von IAS 12, Strafzahlungen und andere Strafen. Die Anwendung auf Schulden aus Emissionshandelssystemen ist optional. Das verpfl ichtende Ereignis für den Ansatz einer Schuld ist eine Aktivität, welche die Zahlung nach der einschlägigen Gesetzgebung auslöst. Die Schuld ist pro rata temporis anzusetzen, wenn das verpfl ichtende Ereignis über einen Zeit raum eintritt bzw. wenn die Verpfl ichtung durch Erreichen eines Schwellenwertes ausgelöst wird. Die Ansatzvorschrift en gelten auch für Zwischenabschlüsse. Die Änderungen werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Die Anpassungen in der Gewinn- und Verlustrechnung 2012|13 verringerten den Personal aufwand 2012|13 um 39 t€ und erhöhten das Konzernperiodenergebnis um 26 t€. Daraus resultierte eine Anpassung der passiven latenten Steuern in Höhe von 13 t€. Alle genannten Eff ekte haben aufgrund von Zahlungsunwirksamkeit keinen Einfl uss auf die Geldfl ussrechnung.

Auswirkungen durch Anwendung des IFRS 11 im nächsten Geschäftsjahr

Durch Anwendung des IFRS 11 werden die Gesellschaften der HUNGRANA-Gruppe als auch der Zucker-Westbalkan-Gruppe nicht mehr mittels Quotenkonsolidierung einbezogen, sondern mit der Konsolidierungsmethode "at-Equity" aufgenommen. Der Übergangszeitpunkt ist der 28. Februar 2013. Daraus resultiert das folgende, geänderte Bild der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung:

64 in t€ Stand
veröff entlicht
Übergang
auf Equity-
Stand nach
Übergang
Methode auf Equity-
Methode
Konzernbilanz 28. 02. 2014
Langfristige Vermögenswerte 1.119.758 –17.120 1.102.638
Kurzfristige Vermögenswerte 1.332.306 –44.580 1.287.726
Summe Aktiva 2.452.064 –61.700 2.390.364
Eigenkapital 1.192.733 –1.273 1.191.460
Langfristige Schulden 417.908 –6.953 410.955
Kurzfristige Schulden 841.423 –53.474 787.949
Summe Passiva 2.452.064 –61.700 2.390.364
in t€ Stand Übergang Stand nach
veröff entlicht auf Equity- Übergang
IAS 19 restated Methode auf Equity-
Methode
Konzernbilanz 28. 02. 2013 (Übergangszeitpunkt)
Langfristige Vermögenswerte 1.097.910 –11.138 1.086.772
Kurzfristige Vermögenswerte 1.480.454 –45.985 1.434.469
Summe Aktiva 2.578.364 –57.123 2.521.241
Eigenkapital 1.211.889 –1.066 1.210.823
Langfristige Schulden 519.462 –5.895 513.567
Kurzfristige Schulden 847.013 –50.162 796.851
Summe Passiva 2.578.364 –57.123 2.521.241
in t€ Stand Übergang Stand nach
veröff entlicht auf Equity- Übergang
Methode auf Equity-
Methode
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2013 14
Umsatzerlöse 3.043.430 –201.714 2.841.716
Bestandsveränderungen –111.024 1.923 –109.101
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.796 –275 2.521
Sonstige betriebliche Erträge 30.542 –1.139 29.403
Materialaufwand –2.065.969 133.949 –1.932.020
Personalaufwand –281.380 6.326 –275.054
Abschreibungen –87.537 7.883 –79.654
Sonstige betriebliche Aufwendungen –355.529 16.398 –339.131
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0 28.392 28.392
Ergebnis der Betriebstätigkeit 175.329 –8.257 167.072
Finanzerträge 18.738 86 18.824
Finanzaufwendungen –45.938 447 –45.491
Finanzergebnis –27.200 532 –26.668
Ergebnis vor Ertragsteuern 148.129 –7.725 140.404
Ertragsteuern –38.355 7.725 –30.630
Konzernjahresergebnis 109.774 0 109.774
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 107.947 0 107.947
– davon nicht beherrschende Anteile 1.827 0 1.827

3. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfl uss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfl uss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einfl usses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 64 (Vorjahr: 66) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 12 (Vorjahr: 7) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der voll- und quotenkonsolidiert einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befi ndet sich auf Seite 119ff .

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2013|14 wie folgt verändert:

Voll-
konsolidierung
Quoten-
konsolidierung
Stand 01. 03. 2013 66 7
Erstmalige Einbeziehung 0 5
Verschmelzung –2 0
Stand 28. 02. 2014 64 12

Verschmelzung

Die Verschmelzungen betrafen einerseits die Verschmelzung der Gesellschaft Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien, auf die AGRANA Group-Services GmbH, Wien, und andererseits die Verschmelzung der Gesellschaft Frefrost SARL, Laouamra|Marokko, auf die Dirafrost Maroc SARL, Laouamra|Marokko.

Erstmalige Einbeziehung der quotenkonsolidierten Gesellschaften

Der Zugang betriff t fünf AGRAGOLD-Zucker-Handelsgesellschaften mit Sitz in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien und Slowenien. Die Gemeinschaftsunternehmen wurden von AGRANA in den Vorjahren im Zuge der Beteiligung an der STUDEN-Gruppe, Wien, erworben, jedoch wegen untergeordneter Bedeutung nicht einbezogen. Nach Vorliegen der organisatorischen Voraussetzungen wurden die fünf Gesellschaften per 1. Dezember 2013 erstmals in die Quotenkonsolidierung einbezogen.

Die AGRAGOLD-Gesellschaften trugen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Zeitraum 1. Dezember 2013 bis 28. Februar 2014 mit 1.676 t€ zum Konzernumsatz und mit –233 t€ zum Konzernjahresüberschuss bei.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen folgende gemeinschaftlich geführte Unternehmen:

  • █ HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza|Ungarn
  • █ HungranaTrans Kft., Szabadegyháza|Ungarn
  • █ GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza|Ungarn
  • █ AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien
  • █ STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina
  • █ AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien
  • █ AGRAGOLD Holding GmbH, Wien
  • █ "AGRAGOLD" d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina
  • █ AGRAGOLD d.o.o., Zagreb|Kroatien
  • █ AGRAGOLD dooel Skopje, Skopje|Mazedonien
  • █ AGRAGOLD trgovina d.o.o., Laibach|Slowenien
  • █ Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Belgrad|Serbien
in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Langfristiges Vermögen 71.686 81.020
Vorräte 26.772 26.370
Forderungen und andere Vermögenswerte 37.426 39.779
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere 8.629 17.961
Kurzfristiges Vermögen 72.827 84.110
Summe Aktiva 144.513 165.130
Eigenkapital 55.784 71.271
Langfristige Schulden 7.008 5.572
Kurzfristige Schulden 81.721 88.287
Summe Passiva 144.513 165.130
Umsatzerlöse 278.739 298.955
Sonstige Aufwendungen/Erträge –250.347 –266.136
Jahresüberschuss 28.392 32.819

3.1. BILANZSTICHTAG

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monates Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

█ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaff ungskosten zu den identifi zierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbes. Übersteigen die Anschaff ungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbes ertragswirksam erfasst.

█ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

█ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

█ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

5. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfi nanzierung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.

█ Diff erenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwen dungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

█ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
in € Währungs- 28. 02. 2014 28. 02. 2013 01. 03. 2013– 01. 03. 2012–
einheit 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Ägypten EGP 9,53 8,94 9,34 8,03
Argentinien ARS 10,87 6,60 7,88 6,03
Australien AUD 1,54 1,28 1,42 1,25
Bosnien BAM 1,96 1,96 1,96 1,96
Brasilien BRL 3,21 2,59 2,96 2,57
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 8,49 8,17 8,16 8,12
Dänemark DKK 7,46 7,46 7,46 7,45
Fiji FJD 2,58 2,36 2,47 2,31
Kroatien HRK 7,65 7,59 7,59 7,52
Südkorea KRW 1.473,27 1.423,71 1.457,68 1.440,48
Marokko MAD 11,24 11,13 11,16 11,09
Mazedonien MKD 61,69 61,62 61,59 61,54
Mexiko MXN 18,31 16,76 17,15 16,88
Polen PLN 4,16 4,16 4,20 4,16
Rumänien RON 4,50 4,36 4,44 4,46
Russland RUB 49,94 40,08 43,47 39,97
Serbien CSD 115,94 111,52 113,75 113,85
Südafrika ZAR 14,76 11,76 13,35 10,81
Tschechien CZK 27,34 25,64 26,31 25,18
Türkei TRY 3,06 2,36 2,64 2,32
USA USD 1,38 1,31 1,33 1,29
Ukraine UAH 13,64 10,47 10,74 10,32
Ungarn HUF 310,45 295,80 299,10 288,39

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

6. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

6.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

█ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaff ungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Defi nition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzufl üssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

█ Die Sachanlagen werden zu Anschaff ungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wird eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsgutes führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

█ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzufl üsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

6.2. ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND

█ Zuschüsse der öff entlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaf fungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

6.3. FINANZINSTRUMENTE

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige fi nanzielle Vermögenswerte
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzielle Schulden

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten
  • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige fi nanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoff derivate

█ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaff ungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

█ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaff ungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaff ungskosten und Tilgungsbetrag nach der Eff ektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt (Held to Maturity). Bei Wertpapieren, die für Handelszwecke gehalten werden (Held for Trading), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten, dabei werden Stichtagsgewinne bzw. -verluste erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden (Available for Sale).

█ Die Erfassung von fi nanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

█ Wenn substanzielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

70

█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden mit dem Nominalwert angesetzt, der regelmäßig dem Marktwert entspricht. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertrags abschluss zu Anschaff ungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanz stichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashfl ow-Hedge-Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

█ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öff entliche Notierung, Angaben von Banken oder mit Hilfe fi nanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Diff erenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zuganges mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Eff ektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Wertberichtigungen werden über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaff ungskosten.

█ Fremdwährungsforderungen werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugefl ossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Eff ektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaff ungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

6.4. VORRÄTE

█ Die Vorräte werden zu Anschaff ungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

6.5. EMISSIONSZERTIFIKATE

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschrift en in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öff entlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifi kate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifi kate (ein Zertifi kat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaff ungskosten zugekaufter Zertifi kate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifi katen zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits angeschaff t wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.6. WERTMINDERUNG

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashfl ows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifi schen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashfl ow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashfl ow ermittelt werden kann (Cash Generating Unit).

█ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroff enen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie Available for Sale – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaff ungsoder Herstellungskosten und Nutzungswert.

6.7. VERPFLICHTUNGEN GEGENÜBER ARBEITNEHMERN

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen triff t AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpfl ichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpfl ichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung (Defi ned Benefi t Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

█ Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpfl ichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt.

█ Eff ekte aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen werden sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst.

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 3,5 % (Vorjahr: 3,5 %) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfi nanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpfl ichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpfl ichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsrückstellung kürzen.

6.8. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpfl ichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpfl ichtung zu einem Abfl uss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpfl ichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpfl ichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpfl ichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

6.9. STEUERABGRENZUNGEN

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRSund Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungsund Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden soweit die Realisierung latenter Steueransprüche wahrscheinlich ist.

█ Die Steuerabgrenzungen werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

█ Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreff enden Konzerngesellschaft.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpfl ichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertrag steuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

█ Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpfl ichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

74 6.10. GEWINNREALISIERUNG

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfi nanzierungen und Finanzierungsleasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Eff ektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

6.11. UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND SCHÄTZUNGEN

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpfl ichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinfl ussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 28. 02. 2014: 230.314 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 28. 02. 2014: 17.449 t€) und Sachanlagen (Buchwert 28. 02. 2014: 711.626 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Prognoserechnungen für die Cashfl ows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre. Der Abzinsungssatz orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 8,3 % und 9,4 % (Vorjahr: 7,6 % und 8,7 %).
  • Wäre der WACC um 1 % gestiegen, wäre in keinem der Segmente Wertberichtigungsbedarf der Geschäfts-/Firmenwerte gegeben gewesen.
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative fi nanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.

  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpfl ichtungen (Buchwert 28. 02. 2014: 56.796 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.

  • Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, sodass mögliche Korrelationseff ekte zwischen den Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die Sensitivitäten haben folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (24a) angeführten Barwerte der Verpfl ichtungen:
in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Pensionen Abferti- Pensionen Abferti-
gungen gungen
Veränderung versicherungs
mathematischer Annahmen
Rechnungszinssatz
+ 0,5 Prozentpunkte –1.820 –1.347 –1.788 –1.246
– 0,5 Prozentpunkte 1.989 1.456 1.953 1.481
Lohn-/Gehaltssteigerung
+ 0,25 Prozentpunkte 125 720 126 762
– 0,25 Prozentpunkte –123 –695 –124 –612
Rentensteigerung
+ 0,25 Prozentpunkte 839 824
– 0,25 Prozentpunkte –809 –795
Lebenserwartung
Zunahme um 1 Jahr 3.315 3.553
Abnahme um 1 Jahr –3.504 –3.754
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 28. 02. 2014: 30.084 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpfl ichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der übrigen Rückstellungen (Buchwert 28. 02. 2014: 50.083 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden in der Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt.

█ Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroff enen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

76 7. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Note (1)

7.1. UMSATZERLÖSE

in t€ 2013 14 2012 13
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 2.851.776 2.761.091
Handelswarenerlöse 186.223 300.998
Leistungserlöse 5.431 3.817
Summe 3.043.430 3.065.906

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Informationen zu den Geschäftssegmenten (siehe Seite 58) ausgewiesen.

26 % des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt.

7.2. BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN Note (2)

in t€ 2013 14 2012 13
Veränderungen des Bestandes an
fertigen und unfertigen Erzeugnissen –111.024 70.284
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.796 4.955

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von –111.024 (Vorjahr: 70.284) t€ resultierte v. a. aus dem Segment Zucker mit –61.606 (Vorjahr: 24.764) t€ und dem Segment Frucht (insbesondere aus den Juice-Aktivitäten) mit –50.364 (Vorjahr: 40.526) t€.

Note (3)

7.3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

in t€ 2013 14 2012 13
Erträge aus
Sonderergebnis Produktionsabgabe 4.730 0
Derivaten 3.717 478
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 2.335 9.438
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 1.547 2.010
Miet- und Pachtverträgen 1.126 1.149
Leistungen an Dritte 1.058 134
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 771 791
Kursgewinnen 217 0
Übrige 15.041 15.804
Summe 30.542 29.804

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen beispielsweise Erträge aus der Veräußerung von Rohmaterial und Betriebsstoff en.

77

Note (4)

7.4. MATERIALAUFWAND

in t€ 2013 14 2012 13
Aufwendungen für
Rohstoff e 1.125.605 1.301.633
Hilfs-/Betriebsstoff e und bezogene Waren 899.452 881.995
bezogene Leistungen 40.912 50.519
Summe 2.065.969 2.234.147

Note (5)

7.5. PERSONALAUFWAND

in t€ 2013 14 2012 131
Löhne und Gehälter 219.766 215.711
Soziale Abgaben 55.150 51.978
Aufwendungen für Altersversorgung 1.473 1.567
Aufwendungen für Abfertigungen 4.991 5.012
Summe 281.380 274.268

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 1.948 (Vorjahr: 2.579) t€ im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist im Personalaufwand enthalten.

Im Geschäftsjahr 2013|14 wurden 6.565 (Vorjahr: 6.302) t€ als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.

Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreff end beitragsorientierte Abfertigungsverpfl ichtun gen wurden aufwandswirksam in Höhe von 849 (Vorjahr: 727) t€ im abgelaufenen Geschäftsjahr erfasst.

In den Aufwendungen für Abfertigungen sind 189 t€ aus Sondereinfl üssen enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2013 14 2012 13
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 6.169 6.007
Angestellte 2.514 2.361
Lehrlinge 95 81
Summe 8.778 8.449
Übriges Ausland 2.576 2.489
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.143 1.054
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina, Mazedonien,
EU-28 5.059 4.906
Restliche EU 1.656 1.627
Rumänien 698 740
Ungarn 574 546
Österreich 2.131 1.993
Aufgliederung nach Regionen
2013 14 2012 13

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von gemeinschaftlich geführten Unternehmen stellt sich wie folgt dar (50 %):

2013 14 2012 13
Arbeiter 157 156
Angestellte 116 71
Summe 273 227

7.6. ABSCHREIBUNGEN Note (6)

in t¤ 2013 14 2012 13
Gesamt Abschrei- Wertminde- Zuschrei- Gesamt Abschrei- Wertminde-
bungen rungen bungen bungen rungen
Immaterielle Vermögenswerte 6.587 6.516 212 –141 6.693 6.552 141
Sachanlagen 80.950 78.969 2.938 –957 74.718 73.922 796
Zu-/Abschreibungen im
operativen Ergebnis 87.537 85.485 3.150 –1.098 81.411 80.474 937
Zu-/Abschreibungen im
Ergebnis der Betriebstätigkeit 87.537 85.485 3.150 –1.098 81.411 80.474 937
Finanzanlagen 44 0 44 0 460 0 460
Zu-/Abschreibungen
im Finanzergebnis 44 0 44 0 460 0 460
Summe 87.581 85.485 3.194 –1.098 81.871 80.474 1.397

Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2013 14 2012 13
Segment Zucker –183 1.105
Segment Stärke –864 18
Segment Frucht 3.143 274
Summe 2.096 1.397

Note (7)

7.7. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

in t€ 2013 14 2012 13
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 138.369 129.324
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 135.246 134.562
Miete und Pachtaufwand 12.008 7.449
Sonstige Steuern 8.572 7.463
Forschung und Entwicklung (extern) 8.421 7.772
Werbeaufwendungen 8.025 7.985
Produktionsabgabe 4.474 4.412
Leasingaufwand 2.622 2.673
Derivate 2.187 2.303
Umwidmung Nicht-Quotenzucker 1.645 7.295
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 1.076 1.627
Schadensfälle 863 2.697
Sonderergebnis 597 16.572
Kursverluste 0 2.521
Übrige 31.424 28.606
Summe 355.529 363.261

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 17.225 (Vorjahr: 18.186) t€.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren Risikovorsorgen sowie Aufwendungen für Reinigung und Abfallentsorgung enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft betrugen 838 (Vorjahr: 584) t€. Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) in Höhe von 496 (Vorjahr: 414) t€, sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 141 (Vorjahr: 64) t€ sowie sonstige Leistungen von 201 (Vorjahr: 106) t€.

Note (8)

7.8. ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEIT

in t€ 2013 14 2012 131
Operatives Ergebnis 171.385 236.939
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 3.944 –19.077
Summe 175.329 217.862

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen umfasst einerseits Erträge aus der Rückerstattung der für die Zuckerwirtschaftsjahre 2001|02 bis 2005|06 zu viel entrichteten Produktionsabgaben in Höhe von 4.730 t€ in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Andererseits sind für die Schließung eines südafrikanischen Fruchtwerkes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand 189 t€ und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen 597 t€ ausgewiesen.

Note (9)

80 7.9. FINANZERTRÄGE

in t€ 2013 14 2012 13
Zinserträge 15.288 12.073
Sonstige Finanzerträge
Beteiligungserträge aus verbundenen Unternehmen 1.047 1.005
Gewinn aus Derivaten 1.555 2.786
Übrige fi nanzielle Erträge 848 611
Summe 18.738 16.475

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2013 14 2012 13
Segment Zucker 13.280 8.670
Segment Stärke 177 586
Segment Frucht 1.831 2.817
Summe 15.288 12.073

Note (10)

7.10. FINANZAUFWENDUNGEN

in t€ 2013 14 2012 13
Zinsaufwendungen 25.983 36.075
Sonstige Finanzaufwendungen
Währungsverluste 16.411 670
Verluste aus Derivaten 81 2.684
Übrige fi nanzielle Aufwendungen 3.463 4.702
Summe 45.938 44.131

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2013 14 2012 13
Segment Zucker 18.989 6.836
Segment Stärke 677 3.408
Segment Frucht 6.317 25.831
Summe 25.983 36.075

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen von 1.948 (Vorjahr: 2.579) t€.

Das Finanzergebnis (Erträge und Aufwendungen kumuliert) setzt sich wie folgt zusammen:

in t€ 2013 14 2012 13
Zinsergebnis –10.695 –24.002
Währungsergebnis –16.411 –670
Beteiligungsergebnis 1.047 1.005
Veräußerungsergebnis –18 –459
Sonstiges Finanzergebnis –1.123 –3.530
Summe –27.200 –27.656

Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Verlust in Höhe von –16.411 (Vorjahr: –670) t€. Dieser setzte sich aus einem realisierten Verlust von –98 (Vorjahr: realisierter Gewinn von 1.063) t€ und einem nicht realisierten Verlust in Höhe von –16.313 (Vorjahr: nicht realisierter Verlust von –1.733) t€ zusammen. Der Verlust ist v. a. auf Kursveränderungen in den Ländern Ukraine, Rumänien, Argentinien, Russland, Südafrika und Brasilien zurückzuführen.

7.11. ERTRAGSTEUERN Note (11)

Die eff ektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreff en in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

in t€ 2013 14 2012 131
Eff ektive Steuern 34.432 39.367
– davon Inland 7.631 16.006
– davon Ausland 26.801 23.361
Latente Steuern 3.923 –5.669
– davon Inland 5.035 –1.251
– davon Ausland –1.112 –4.418
Steueraufwand 38.355 33.698
– davon Inland 12.666 14.755
– davon Ausland 25.689 18.943

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

2013 14 2012 131
–3.053 3.373
–1.246 2.885
–4.299 6.258
–31 –406
–345 995
–3.923 5.669

82 Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

in t€ 2013 14 2012 131
Ergebnis vor Ertragsteuern 148.129 190.206
Österreichischer Steuersatz 25 % 25 %
Theoretischer Steueraufwand 37.032 47.552
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund
abweichender Steuersätze –2.031 –7.602
Steuerminderung durch steuerfreie
Erträge und steuerliche Abzugsposten –1.601 –1.590
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger
Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen 2.545 3.235
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 2.410 –4.032
nicht temporärer Diff erenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen 0 –3.865
Ertragsteuern 38.355 33.698
Eff ektive Steuerquote 25,9 % 17,7 %

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25 %.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA J&F Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpfl ichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 7.051 (Vorjahr: 8.377) t€ nicht aktiviert, diese betreff en noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 24.895 (Vorjahr: 37.919) t€.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 5.085 (Vorjahr: 4.063) t€.

Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 231.801 (Vorjahr: 253.877) t€ nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.

7.12. ERGEBNIS JE AKTIE Note (12)

2013 14 2012 131
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist in t€ 107.947 149.445
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war
in Stück
14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) in € 7,60 10,52
Dividende je Aktie in € 3,602 3,60

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2013|14 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 51.127 (Vorjahr: 51.127) t€ ausgeschüttet.

8. ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSSRECHNUNG

Die Geldfl ussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschrift en des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Auswirkungen von Akquisitionen sind in der Position "Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten" dargestellt.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

Note (13)

8.1. CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis beträgt 196.237 (Vorjahr: 256.310) t€, das entspricht 6,45 % (Vorjahr: 8,36 %) des Umsatzes. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen u. a. die nicht realisierten Währungsverluste des Finanzergebnisses von 16.313 (Vorjahr: 1.733) t€, die Auswirkungen der latenten Steuern 4.299 (Vorjahr: –6.581) t€, zahlungsunwirksame eff ektive Steuern –12.043 (Vorjahr: 2.927) t€, das zahlungsunwirksame Sonderergebnis –3.944 t€ (Vorjahr: 19.077 t€ aus den Reorganisationsmaßnahmen und den Unregel mäßigkeiten in Mexiko). Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital führte zu einem Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit von 283.241 (Vorjahr: 204.756) t€.

Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

8.2. CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT Note (14)

Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 131.050 (Vorjahr: 136.884) t€ benötigt.

Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sanken auf 138.181 (Vorjahr: 148.973) t€.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 3.685 (Vorjahr: 2.275) t€.

2 Vorschlag an Hauptversammlung

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst. Weitere Angaben fi nden sich auf Seite 62f.

Note (15)

84 8.3. CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT

Im Geschäftsjahr 2013|14 sanken die Finanzverbindlichkeiten nach Bereinigung um nicht realisierte Kursverluste um 91.118 t€ (Vorjahr: Anstieg 58.883 t€, davon 27.116 t€ zahlungswirksam).

Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

9. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Note (16)

9.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen
und ähnliche
Rechte
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2013 227.934 85.986 313.920
Währungsdiff erenzen 0 –1.036 –1.036
Konsolidierungskreisänderungen 2.380 33 2.413
Zugänge 0 2.701 2.701
Umbuchungen 0 206 206
Abgänge 0 –674 –674
Stand 28. 02. 2014 230.314 87.216 317.530
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2013 0 64.582 64.582
Währungsdiff erenzen 0 –857 –857
Konsolidierungskreisänderungen 0 3 3
Laufende Abschreibungen 0 6.516 6.516
Wertminderungen 0 212 212
Umbuchungen 0 92 92
Abgänge 0 –640 –640
Zuschreibungen 0 –141 –141
Stand 28. 02. 2014 0 69.767 69.767
Buchwert 28. 02. 2014 230.314 17.449 247.763
GESCHÄFTSJAHR 2012 13
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2012 222.332 86.235 308.567
Währungsdiff erenzen –12 5 –7
Konsolidierungskreisänderungen 5.614 –31 5.583

Zugänge 0 1.856 1.856 Umbuchungen 0 88 88 Abgänge 0 –2.167 –2.167 Stand 28. 02. 2013 227.934 85.986 313.920

in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen
und ähnliche
Rechte
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2012 0 60.184 60.184
Währungsdiff erenzen 0 –30 –30
Konsolidierungskreisänderungen 0 –145 –145
Laufende Abschreibungen 0 6.552 6.552
Wertminderungen 0 141 141
Umbuchungen 0 –4 –4
Abgänge 0 –2.116 –2.116
Stand 28. 02. 2013 0 64.582 64.582
Buchwert 28. 02. 2013 227.934 21.404 249.338

█ Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.701 t€ betrafen im Wesentlichen Software.

█ Die Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von 2.380 t€ bei den Geschäfts-/Firmenwerten betrafen die erstmalige Einbeziehung der AGRAGOLD-Gesellschaften.

█ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 23.764 (Vorjahr: 21.384) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr: 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 204.460 (Vorjahr: 204.460) t€.

█ Um die Vorschrift en des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht defi niert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert und Barwert des erwarteten Mittelzufl usses aus dem Vermögenswert ermittelt.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashfl ow) auf den erwarteten Mittelzufl uss der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashfl ows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, infl ationsbedingte Wachstumsrate von 1,5 % p. a. (Vorjahr: 0,75 % p. a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt für das Segment

86 Frucht 9,4 % (Vorjahr: 8,2 %), für das Segment Stärke 8,9 % (Vorjahr: 8,7 %) und das Segment Zucker 8,3 % (Vorjahr: 7,6 %).

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

█ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen. Die Gegenüberstellung des Buchwertes der jeweiligen CGU mit dem Nutzungswert zeigt eine Überdeckung im Segment Frucht von 165 (Vorjahr: 205) m€, im Segment Stärke von 634 (Vorjahr: 543) m€ und im Segment Zucker von 96 (Vorjahr: 254) m€.

█ Der Geschäfts-/Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

█ Am Bilanzstichtag waren keine anderen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

9.2. SACHANLAGEN Note (17)

in t€ Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, in Bau
gleiche Rechte Maschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 01. 03. 2013 514.184 1.087.199 191.221 84.419 1.877.023
Währungsdiff erenzen –17.135 –27.043 –4.489 –2.610 –51.277
Konsolidierungs-
kreisänderungen –34 –197 318 1.088 1.175
Zugänge 16.760 39.815 10.961 65.714 133.250
Umbuchungen 26.416 81.111 2.450 –110.183 –206
Abgänge –3.146 –15.134 –6.232 –341 –24.853
Zuschüsse –210 –391 –36 –573 –1.210
Stand 28. 02. 2014 536.835 1.165.360 194.193 37.514 1.933.902
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2013 272.304 772.895 145.753 590 1.191.542
Währungsdiff erenzen –6.674 –17.541 –3.381 –1 –27.597
Konsolidierungs-
kreisänderungen –27 3 89 0 65
Laufende Abschreibungen 15.440 52.038 11.491 0 78.969
Wertminderungen 5 2.886 41 6 2.938
Umbuchungen 2 93 –187 0 –92
Abgänge –2.386 –14.358 –5.842 –6 –22.592
Zuschreibungen –347 –595 0 –15 –957
Stand 28. 02. 2014 278.317 795.421 147.964 574 1.222.276
Buchwert 28. 02. 2014 258.518 369.939 46.229 36.940 711.626
in t€ Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, in Bau
gleiche Rechte Maschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung
GESCHÄFTSJAHR 2012 13
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 01. 03. 2012 489.161 1.024.495 181.630 42.358 1.737.644
Währungsdiff erenzen –2.712 –5.489 –509 –208 –8.918
Konsolidierungs-
kreisänderungen 12.713 7.952 2.241 512 23.418
Zugänge 12.725 60.814 10.311 64.142 147.992
Umbuchungen 5.640 13.406 1.675 –20.808 –87
Abgänge –3.346 –13.991 –4.134 –12 –21.483
Zuschüsse 3 12 7 –1.565 –1.543
Stand 28. 02. 2013 514.184 1.087.199 191.221 84.419 1.877.023
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2012 260.871 740.978 139.281 590 1.141.720
Währungsdiff erenzen –1.089 –3.289 –294 0 –4.672
Konsolidierungs-
kreisänderungen 0 –312 –230 0 –542
Laufende Abschreibungen 14.548 48.515 10.859 0 73.922
Wertminderungen 454 306 36 0 796
Umbuchungen 3 –4 4 0 3
Abgänge –2.483 –13.299 –3.903 0 –19.685
Stand 28. 02. 2013 272.304 772.895 145.753 590 1.191.542
Buchwert 28. 02. 2013 241.880 314.304 45.468 83.829 685.481

█ Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/ Firmenwerte):

in t€ 2013 14 2012 13
Segment Zucker 43.185 55.903
Segment Stärke 40.952 59.081
Segment Frucht 51.814 34.864
Summe 135.951 149.848

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

█ Die Zuschüsse betrafen staatliche Investitionsförderungen in Ungarn (Segment Zucker und Stärke).

█ Es wurden keine Fremdkapitalzinsen angesetzt.

88 █ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungs leasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

in t€ 2013 14 2012 13
Anschaff ungskosten 287 245
abzüglich kumulierter Abschreibungen –94 –62
Buchwert 193 183

█ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpfl ichtungen in folgendem Umfang:

in t€ 2013 14 2012 13
Im folgenden Jahr 3.895 3.561
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 11.940 9.381
Über 5 Jahre 6.340 6.989

█ Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

Note (18)

9.3. WERTPAPIERE UND BETEILIGUNGEN

in t€ Beteiligungen Wertpapiere
(langfristige
Vermögens-
Summe
werte)
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Stand 01. 03. 2013 5.745 105.264 111.009
Währungsdiff erenz –2 –42 –44
Konsolidierungskreisänderungen –4.530 0 –4.530
Zugänge 15 162 177
Wertminderungen –44 0 –44
Abgänge –15 –297 –312
Neubewertung (IAS 39) 0 –503 –503
Stand 28. 02. 2014 1.169 104.584 105.753

GESCHÄFTSJAHR 2012|13

Stand 28. 02. 2013 5.745 105.264 111.009
Neubewertung (IAS 39) 0 293 293
Abgänge –1.100 0 –1.100
Wertminderungen –460 0 –460
Zugänge 0 58 58
Konsolidierungskreisänderungen 40 1 41
Währungsdiff erenz 0 3 3
Stand 01. 03. 2012 7.265 104.909 112.174

█ Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

█ Die Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von –4.530 t€ betrafen den Abgang der Beteiligungsansätze der AGRAGOLD-Gesellschaften, die bis 30. November 2013 als nicht einbezogene, gemeinschaftlich geführte Unternehmen geführt wurden und mit 1. Dezember 2013 in die Quotenkonsolidierung aufgenommen wurden.

Note (19)

9.4. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 306.222 315.108
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0 14
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 11.476 477
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 8.519 11.190
Forderungen aus Zuschüssen 4.686 6.189
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 3.686 6.189
Positiver Marktwert Derivate 3.302 3.446
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 2.215 4.750
Forderungen aus Altlastsanierung 645 1.081
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 645 863
Versicherung und Schadensvergütung 0 595
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0 589
Sonstige fi nanzielle Vermögenswerte 56.056 43.831
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 20.201 11.158
Zwischensumme Finanzinstrumente 393.121 386.667
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 24.532 18.813
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 74.814 86.408
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0 132
Geleistete Anzahlungen 12.490 8.620
Rechnungsabgrenzungsposten 5.197 9.334
Summe 485.622 491.029
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 24.532 18.945

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammten aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 318.753 326.663
abzüglich Wertberichtigungen –12.531 –11.555
Buchwert (netto) 306.222 315.108

90 Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

in t€ 2013 14 2012 13
Wertberichtigungen 01. 03. 11.555 7.154
Währungsänderung/Sonstige Veränderung 340 –22
Zuführungen 1.437 6.544
Verbrauch –95 –748
Aufl ösungen –706 –1.373
Wertberichtigungen 28. 02. 12.531 11.555

Aus der Aufl ösung der Wertberichtigungen resultierten Zinserträge von 11 (Vorjahr: 21) t€.

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashfl ows eingeschätzt.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 37.604 32.160
31 bis 90 Tage 22.114 11.432
91 Tage und älter 7.339 8.056
Summe 67.057 51.648

Die Forderungen, die weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen gegenüber Kunden mit erstklassiger Bonität.

Note (20)

9.5. AKTIVE LATENTE STEUERN

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 20131
Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 3.560 3.805
Finanzanlagen (v. a. "Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 5.978 9.435
Vorräte 8.112 6.002
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 4.339 10.151
Verlustvorträge 8.473 6.695
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 5.830 5.679
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 9.549 6.227
Summe Aktive latente Steuern 45.841 47.994
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –15.757 –14.857
Saldierte aktive Steuerabgrenzung 30.084 33.137

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (27) erläutert.

Note (21)

9.6. VORRÄTE

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoff e 199.087 201.688
Fertige und unfertige Erzeugnisse 479.891 607.776
Waren 33.244 42.028
Summe 712.222 851.492

Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten Vorräte beträgt 55.490 t€ für die wertgeminderten Vorräte und 53.621 t€ für die wertaufgeholten Vorräte.

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 12.891 (Vorjahr: 8.939) t€ vorgenommen.

9.7. WERTPAPIERE Note (22)

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 146 (Vorjahr: 1.198) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquiditätsreserve dienen.

Note (23)

9.8. EIGENKAPITAL

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag unverändert zum Vorjahr 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 54f dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2013|14 unverändert. Die Gewinnrück lagen umfassen die Rücklagen Available for Sale, die Rücklagen aus Cashfl ow-Hedges, die Rück lagen für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die Eff ekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

█ Die AGRANA Stärke GmbH hat im Februar 2014 ihren Anteil an der AGRANA Bioethanol GmbH von 74,9 % auf 100 % aufgestockt. Die Diff erenz zwischen dem gezahlten Kaufpreis und dem Buch wert des erworbenen Nettovermögens von 10.811 t€ wurde mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 20131
Eigenkapital 1.192.733 1.211.889
Bilanzsumme 2.452.064 2.578.364
Eigenkapitalquote 48,6 % 47,0 %

92 Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofi nanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl "Gearing" (Nettofi nanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck fi nanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfi nanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

9.9. RÜCKSTELLUNGEN Note (24)

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 20131
Rückstellungen für
Pensionen 28.153 31.341
Abfertigungen 28.643 27.503
Übrige 50.083 43.621
Summe 106.879 102.465

Note (24a)

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschafts barwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defi ned Benefi t Plan.

Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematischen Parameter zugrunde gelegt:

in % 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Lohn-/Gehaltstrend
Inland/Europa 2,50 2,50
Mexiko/USA/Südkorea 6,00/3,00/4,00 6,00/3,00/–
Rententrend
Inland 2,00 2,00
Mexiko 4,00 0,00
Zinssatz
Inland/Europa/USA 3,50 3,50
Mexiko/Südkorea 8,00/4,20 6,75/–

Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 3,50 % (Vorjahr: 3,50 %) zugrunde gelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpfl ichtungen entspricht.

Daneben werden auch andere unternehmensspezifi sche versicherungsmathematische Annahmen wie die Mitarbeiterfl uktuation in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifi sch anerkannten und auf aktuellem Stand befi ndlichen

Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.

Die Verzinsung des Planvermögens resultiert aus der strategischen Portfolio-Strukturierung der Pensionskasse und der Rückdeckungsversicherungen.

Leistungsorientierte Vorsorgepläne

Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und der versorgungsrelevanten Bezüge. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpfl ichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.

Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 20131
Pensionspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung 37.522 38.846
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –9.369 –7.505
Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) 28.153 31.341
Abfertigungspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung 29.253 27.526
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –610 –23
Rückstellung für Abfertigungen (Nettoschuld) 28.643 27.503

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:

█ In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fi xen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpfl ichtung von 12.637 (Vorjahr: 10.685) t€ steht ein Planvermögen von 8.697 (Vorjahr: 7.399) t€ gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt "Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" des Anhangs verwiesen.

█ Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befi ndliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 20.805 (Vorjahr: 23.081) t€, AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 2.638 (Vorjahr: 2.762) t€ und AGRANA Juice Holding GmbH in Höhe von 186 (Vorjahr: 127) t€. Dem Barwert der Verpfl ichtung der AGRANA Juice Holding GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 170 t€ gegenüber.

█ Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befi ndliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpfl ichtung von 786 (Vorjahr: 934) t€ steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 406 t€ gegenüber.

94 █ In Mexiko besteht eine vertragliche Verpfl ichtung, einem defi nierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestandes einen fi xen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpfl ichtung von 470 (Vorjahr: 562) t€ steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 96 (Vorjahr: 106) t€ gegenüber.

Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:

in t€ Barwert Marktwert Rückstellung
der Plan- für
Verpfl ichtung vermögen Pensionen
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Stand 01. 03. 2013 38.846 –7.505 31.341
Dienstzeitaufwand 756 0 756
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.298 –292 1.006
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 63 –68 –5
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen –22 –1 –23
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 51 51
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 2.095 –310 1.785
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –98 –98
Änderung fi nanzieller Annahmen –120 0 –120
erfahrungsbedingten Anpassungen 307 0 307
Währungsdiff erenz –55 9 –47
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung 132 –89 43
Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifi zierungen –696 –502 –1.198
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.855 0 –2.855
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –963 –963
Sonstige Veränderungen –3.551 –1.465 –5.016
Stand 28. 02. 2014 37.522 –9.369 28.153
GESCHÄFTSJAHR 2012 13
Stand 01. 03. 2012 35.729 –6.114 29.615
Dienstzeitaufwand 666 0 666
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.547 –301 1.246
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen –68 0 –68
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Pensionsaufwand netto) 2.145 –301 1.844
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –126 –126
Änderung demografi scher Annahmen 119 0 119
Änderung fi nanzieller Annahmen 3.457 0 3.457
erfahrungsbedingten Anpassungen 624 0 624
Währungsdiff erenz 24 –3 21
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung 4.224 –129 4.095
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.252 0 –3.252
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –961 –961
Sonstige Veränderungen –3.252 –961 –4.213

Stand 28. 02. 2013 38.846 –7.505 31.341

Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:

█ Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Aufl ösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfi nanziert in Höhe von 27.262 (Vorjahr: 27.202) t€.

█ In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Aufl ösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 117 (Vorjahr: 136) t€ ausschließlich rückstellungsfi nanziert.

█ Bei den Abfertigungsplänen in den USA handelt es sich um vertraglich vereinbarte Versorgungszusagen für einen defi nierten Empfängerkreis, in Mexiko bestehen hingegen gesetzliche Verpfl ichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Aufl ösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens fünfzehnjähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig – ebenso wie in den USA, wo sie bei Beendigung des Dienstverhältnisses zur Auszahlung gelangt. Planvermögen in Höhe von 21 (Vorjahr: 23) t€ kürzt in Mexiko den Barwert der Verpfl ichtung von 104 (Vorjahr: 188) t€, wohingegen in den USA die Versorgungszusagen von 672 (Vorjahr: 696) t€ ausschließlich rückstellungsfi nanziert sind.

█ Der Abfertigungsplan von Südkorea wurde im Geschäftsjahr 2013|14 erstmals mit einbezogen und weist einen Barwert der Verpfl ichtung von 1.098 t€ bei einem Planvermögen von 589 t€ aus.

Die Rückstellung für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt:

in t€ Barwert Marktwert Rückstellung
der Plan- für Ab-
Verpfl ichtung vermögen fertigungen
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Stand 01. 03. 2013 27.526 –23 27.504
Dienstzeitaufwand 1.465 0 1.465
Zinsaufwand/(-ertrag) 961 –19 942
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 970 –534 436
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen 71 0 71
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 2 2
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 3.467 –551 2.916
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 5 5
Änderung demografi scher Annahmen –44 0 –44
Änderung fi nanzieller Annahmen –119 0 –119
erfahrungsbedingten Anpassungen 343 0 343
Währungsdiff erenz –108 20 –88
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung 72 25 97
Konsolidierungskreisänderungen/Umklassifi zierungen 679 0 679
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.491 71 –2.420
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –132 –132
Sonstige Veränderungen –1.812 –61 –1.873
Stand 28. 02. 2014 29.253 –610 28.643
in t€ Barwert Marktwert Rückstellung
der Plan- für Ab-
Verpfl ichtung vermögen fertigungen
GESCHÄFTSJAHR 2012 131
Stand 01. 03. 2012 23.432 –23 23.409
Dienstzeitaufwand 1.151 0 1.151
Zinsaufwand/(-ertrag) 1.032 –1 1.031
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 52 0 52
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen 40 0 40
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag
(Abfertigungsaufwand netto) 2.275 –1 2.274
Gewinne (–) und Verluste (+) aus
tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 2 2
Änderung demografi scher Annahmen 160 0 160
Änderung fi nanzieller Annahmen 2.314 0 2.314
erfahrungsbedingten Anpassungen 373 0 373
Währungsdiff erenz 7 –1 6
Gesamter Neubewertungsgewinn/(-verlust)
ausgewiesen in der Gesamtergebnisrechnung 2.854 1 2.855
Konsolidierungskreisänderungen 1.456 0 1.456
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.491 0 –2.491
Sonstige Veränderungen –1.035 0 –1.035
Stand 28. 02. 2013 27.526 –23 27.503

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten. Die tatsächlichen Erträge des Planvermögens beliefen sich auf 391 (Vorjahr: 427) t€.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf –341 (Vorjahr: 6.706) t€. Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund erfahrungsbedingter Annahmen, wie der Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters, der Lohn- und Gehaltstrends und Fluktuationsannahmen. Bis zum 28. Februar 2014 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von 20.662 (Vorjahr: 19.915) t€ mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Eff ekte auf die bestehenden Versorgungsverpfl ichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktua tion der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.

Zusammensetzung des Planvermögens

Das Planvermögen betriff t insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpfl ichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien.

in % 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Festverzinsliche Wertpapiere 53,87 55,22
Eigenkapitaltitel 30,38 31,69
Immobilien 3,83 4,56
Sonstige 11,92 8,53

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:

Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken, wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko, bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen in Infl ationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpfl ichtung. Die Nettoverpfl ichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinfl usst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpfl ichtung beiträgt. Ein weiterer Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpfl ichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.

Mögliche Infl ationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpfl ichtungen führen können, bestehen indirekt bei infl ationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei infl ationsbedingten Rentenanpassungen.

Duration und künftige Zahlungen

Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpfl ichtungen beträgt zum 28. Februar 2014 9,97 (Vorjahr: 9,45) Jahre, jene der Abfertigungsverpfl ichtungen 9,46 (Vorjahr: 8,75) Jahre.

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 1.007 (Vorjahr: 665) t€ betragen.

In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

in t€ Pension Abfertigung
Geschäftsjahr 2014 15 2.774 1.668
Geschäftsjahr 2015 16 2.726 1.958
Geschäftsjahr 2016 17 2.878 2.550
Geschäftsjahr 2017 18 2.755 1.972
Geschäftsjahr 2018 19 2.634 2.409
Geschäftsjahre 2019 20 bis 2023 24 12.448 14.961
Summe 26.215 25.518

Note (24b)

98 b) Übrige Rückstellungen

in t€ Rekultivierung Personal-
aufwendungen
inklusive
Jubiläumsgeld
Ungewisse
Verbindlich-
keiten
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Stand 01. 03. 2013 3.797 15.607 24.217 43.621
Währungsänderungen 0 –104 –618 –722
Verbrauch –28 –2.179 –8.692 –10.899
Aufl ösung –1.030 –3.723 –5.038 –9.791
Zuführung 29 4.336 23.509 27.874
Stand 28. 02. 2014 2.768 13.937 33.378 50.083
– davon innerhalb 1 Jahres 28 4.224 33.189 37.441

GESCHÄFTSJAHR 2012|13

Stand 01. 03. 2012 3.820 12.343 23.011 39.174
Währungsänderungen 0 10 –132 –122
Konsolidierungskreisänderungen 0 479 16 495
Verbrauch –84 –2.591 –3.781 –6.456
Aufl ösung –27 –1.761 –6.820 –8.608
Zuführung 88 7.127 11.923 19.138
Stand 28. 02. 2013 3.797 15.607 24.217 43.621
– davon innerhalb 1 Jahres 28 6.195 22.963 29.186

Die übrigen Rückstellungen sind mit 12.642 (Vorjahr: 14.435) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 37.441 (Vorjahr: 29.186) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpfl ichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung.

In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten.

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozess risiken mit 1.118 (Vorjahr: 2.995) t€, Stationskosten VÖR (Vereinigung der österreichischen Rübenbauernorganisationen) 3.757 (Vorjahr: 3.973) t€ und andere Risikovorsorgen 3.839 (Vorjahr: 4.320) t€.

Die im Vorjahr enthaltenen langfristigen Steuerschulden sind in diesem Geschäftsjahr als eigene Bilanzposition bei den langfristigen Schulden ausgewiesen.

9.10. FINANZVERBINDLICHKEITEN Note (25)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 02. 2014 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2013 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 409.592 228.302 105.488 75.802 484.407 235.781 164.461 84.165
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 100.000 150.000 0 250.000 70.000 180.000 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 193 14 179 0 183 21 162 0
Finanzverbindlichkeiten 659.785 328.316 255.667 75.802 734.590 305.802 344.623 84.165
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte) –104.584 –105.264
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte) –146 –1.198
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente –144.484 –144.409
Nettofi nanzschulden 410.571 483.719

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Grundpfandrechte 687 702
Sonstige Pfandrechte 7.900 7.900
Summe 8.587 8.602

Die sonstigen Pfandrechte betreff en die 100%ige Besicherung eines Exportförderungskredites.

9.11. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Note (26)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 02. 2014 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28. 02. 2013 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 299.490 299.490 0 313.462 313.462 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen der Südzucker-Gruppe 11.835 11.835 0 50.661 50.661 0
Sonstige fi nanzielle Verbindlichkeiten 112.731 111.344 1.387 86.257 83.974 2.283
Sonstige nicht fi nanzielle Verbindlichkeiten 21.343 21.343 0 23.324 23.324 0
– davon Rechnungsabgrenzungsposten 4.582 4.582 0 4.890 4.890 0
– davon Vorauszahlungen 134 134 0 242 242 0
– davon sonstige Steuern 11.044 11.044 0 12.549 12.549 0
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.583 5.583 0 5.643 5.643 0
Summe 445.399 444.012 1.387 473.704 471.421 2.283

100 In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpfl ichtungen gegenüber den Rübenbauern von 116.423 (Vorjahr: 122.787) t€ ausgewiesen.

Die sonstigen fi nanziellen Verbindlichkeiten enthalten u. a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlichkeiten aus Derivaten. Weiters umfasst diese Position die Erstattungsansprüche der Rübenbauern gegenüber der EU aus der in den Zuckerwirtschaftsjahren 2001|02 bis 2005|06 zuviel erhobenen Produktionsabgabe. Die Rück zahlung erfolgt bis spätestens September 2014 in voller Höhe an die Zuckerindustrie, die ihrerseits die Ansprüche der Rübenbauern an diese weiterleitet. Daneben ist die Kaufpreisverpfl ichtung aus dem Erwerb der Minderheitenanteile an der AGRANA Bioethanol GmbH durch die AGRANA Stärke GmbH enthalten.

9.12. PASSIVE LATENTE STEUERN Note (27)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 20131
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 17.340 15.845
Vorräte 2.353 2.653
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 3.600 1.730
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 6.183 6.155
Rückstellungen und sonstige Schulden 1.895 2.842
Summe passive latente Steuern 31.371 29.225
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –15.757 –14.857
Saldierte passive Steuerabgrenzung 15.614 14.368

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.

10. ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

10.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfi nanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschaff t und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
Eff ektivzinssatz 28. 02. 2014 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2013 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2013 14 2012 13
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 3,45 3,54 240.220 33.690 176.748 29.782 284.982 4.336 238.541 42.105
CNY 6,65 1.414 1.414 0 0 0 0 0 0
3,46 3,54 241.634 35.104 176.748 29.782 284.982 4.336 238.541 42.105
Variabler Zinssatz
ARS 34,31 20,61 606 606 0 0 690 690 0 0
BAM 4,70 0 0 0 0 254 254 0 0
CNY 5,94 0 0 0 0 11.125 9.901 1.224 0
EGP 7,80 8,00 801 801 0 0 1.180 1.180 0 0
EUR 1,48 1,21 378.030 253.270 78.740 46.020 364.052 218.492 103.500 42.060
HUF 3,39 6,33 20.489 20.489 0 0 30.924 30.924 0 0
KRW 4,08 4,34 5.091 5.091 0 0 5.268 5.268 0 0
PLN 2,72 4,60 8.322 8.322 0 0 22.072 22.072 0 0
MXN 8,00 10,50 2.145 2.145 0 0 5.125 3.929 1.196 0
USD 2,32 1,88 2.474 2.474 0 0 8.735 8.735 0 0
1,73 2,05 417.958 293.198 78.740 46.020 449.425 301.445 105.920 42.060
Summe 2,36 2,63 659.592 328.302 255.488 75.802 734.407 305.781 344.461 84.165

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten (ohne Verbindlich keiten aus Finanzierungsleasing) sowie verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe betrugen 659.592 (Vorjahr: 734.407) t€ und waren durchschnittlich mit 2,36 % (Vorjahr: 2,63 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, sodass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 241.634 (Vorjahr: 284.982) t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 687 (Vorjahr: 702) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 7.900 (Vorjahr: 7.900) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 144.484 t€ liegen auf Vorjahresniveau. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 146 (Vorjahr: 1.198) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

10.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff preisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

█ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.

102 █ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.

█ Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoff preise für Weltmarktzucker, Energie- und Getreidepreise sowie aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstoff futures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren defi nieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Kauf USD 1.326 65.547 –225 –1.307
Verkauf USD 94.589 30.205 966 –758
Kauf AUD 0 388 0 1
Kauf CZK 17.145 15.288 –147 –290
Kauf HUF 23.391 30.274 –701 –896
Verkauf HUF 5.166 7.485 22 73
Kauf PLN 43.831 58.538 805 518
Verkauf PLN 1.807 9.294 –6 –22
Verkauf GBP 1.200 1.467 –14 80
Summe Währungsderivate 188.455 218.486 700 –2.601
Zinsderivate 191.500 125.117 –6.055 –8.000
Rohstoff derivate 52.156 43.606 –571 –345
Summe Derivate 432.111 387.209 –5.926 –10.946

Die Währungs- und Rohstoff derivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu zehn Jahren ab.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Aufl ösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashfl ow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstromes erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2014 beträgt –3.255 (Vorjahr: –368) t€.

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, für die kein Cashfl ow-Hedge-Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juice-Aktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment.

10.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der fi nanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

28. 02. 2014 28. 02. 2013
in t€ Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 85.000 85.000 85.000 85.000
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 19.584 19.584 20.264 20.264
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 104.584 104.584 105.264 105.264
(langfristig gehalten)
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 276 276 278 278
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 893 893 5.467 5.467
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Beteiligungen 1.169 1.169 5.745 5.745
(langfristig gehalten)
Forderungen aus Kredite und Forderungen 306.222 306.222 315.108 315.108
Lieferungen und Leistungen
Sonstige fi nanzielle Kredite und Forderungen 83.597 83.597 68.113 68.113
Vermögenswerte1
Derivative fi nanzielle Derivate, erfolgsneutral 419 419 2.101 2.101
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
bewertet (Hedge-Accounting)
Derivative fi nanzielle Erfolgswirksam zum beizu- 2.883 2.883 1.345 1.345
Vermögenswerte legenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Forderungen aus 393.121 393.121 386.667 386.667
Lieferungen und Leistungen
und sonstige fi nanzielle
Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 146 146 1.198 1.198
(kurzfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 146 146 1.198 1.198
(kurzfristig gehalten)
Zahlungsmittel und Kredite und Forderungen 144.484 144.484 144.409 144.409
Zahlungsmitteläquivalente
Summe 643.504 643.504 643.283 643.283
28. 02. 2014 28. 02. 2013
in t€ Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 409.592 411.895 484.407 490.342
gegenüber Kreditinstituten Anschaff ungskosten
und Darlehen bewertete Verbindlichkeiten
gegenüber Dritten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 250.000 257.147 250.000 257.508
gegenüber verbundenen Anschaff ungskosten
Unternehmen der bewertete Verbindlichkeiten
Südzucker-Gruppe
Finanzverbindlichkeiten 659.592 669.042 734.407 747.850
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) 299.490 299.490 313.462 313.462
Lieferungen und Leistungen Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Sonstige fi nanzielle Zu (fortgeführten) 115.338 115.338 122.526 122.526
Verbindlichkeiten1 Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Derivate, erfolgsneutral 3.674 3.674 2.469 2.469
aus derivativen zum beizulegenden Zeitwert
Finanzinstrumenten bewertet (Hedge-Accounting)
Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizu- 5.554 5.554 11.923 11.923
aus derivativen legenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumenten fi nanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Verbindlichkeiten aus 424.056 424.056 450.380 450.380
Lieferungen und Leistungen
und sonstige fi nanzielle
Verbindlichkeiten
Summe 1.083.648 1.093.098 1.184.787 1.198.230

Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten setzen sich je Bewertungskategorie wie folgt zusammen:

28. 02. 2014 28. 02. 2013
in t€ Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 20.006 20.006 21.740 21.740
fi nanzielle Vemögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 85.893 85.893 90.467 90.467
fi nanzielle Vemögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Kredite und Forderungen 534.303 534.303 527.630 527.630
Zu (fortgeführten) –1.074.420 –1.083.870 –1.170.395 –1.183.838
Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten

1 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten sowie erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

28. 02. 2014 28. 02. 2013
in t€ Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
Derivate, erfolgsneutral –3.255 –3.255 –368 –368
zum beizulegenden Zeitwert
bewertet (Hedge-Accounting)
Erfolgswirksam zum beizu- –2.671 –2.671 –10.578 –10.578
legenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögens
werte/Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere (Available for Sale). Diese werden zu aktuellen Börsen- oder Marktwerten bewertet.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaff ungskosten ("at cost") bewertet. Hierbei handelt es sich v. a. um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashfl ows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashfl ows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen fi nanziellen Vermögenswerten sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoff derivaten betreff en zum Teil Cashfl ow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashfl ows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zins- und Rohstoff derivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Die Marktwerte von Währungsderivaten entsprechen der Diff erenz zwischen den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward Rates und dem gesicherten Wechselkurs. Den zur Ermittlung der Forward Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen sonstigen fi nanziellen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifi zierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

in t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 19.584 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 146 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 276
fi nanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 19.730 0 276
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 419 0 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Vermögenswerte, 419 0 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 152 2.731 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 152 2.731 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 20.301 2.731 276
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Derivate, erfolgsneutral zum 22 3.652 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 22 3.652 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 1.002 4.552 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 1.002 4.552 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 1.024 8.204 0
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
in t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
GESCHÄFTSJAHR 2012 13
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 20.264 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 1.198 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 278
fi nanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 21.462 0 278
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 2.101 0 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Vermögenswerte, 2.101 0 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 532 813 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 532 813 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 24.095 813 278
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Derivate, erfolgsneutral zum 111 2.358 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 111 2.358 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 999 10.924 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 999 10.924 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 1.110 13.282 0
zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

█ In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.

108 █ In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifi kante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.

█ In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifi kante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdiff erenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der EZB bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröff entlichten EURIBOR- und (L)IBOR-Quotierungen.

Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fi xe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen SWAP-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Erträgen/ Aufwendungen je Bewertungskategorie im Finanzergebnis und operativem Ergebnis erfasst:

Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Loans Financial Keine Summe Kein Finanz-
for Sale and Liabilities Zuordnung Finanz- ergebnis
Receivables at Cost instrument
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Zinsergebnis 0 6.995 –16.322 0 –9.327 0 –9.327
Zinsen für Derivate 0 0 0 580 580 0 580
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 –1.948 –1.948
Summe Zinsergebnis 0 6.995 –16.322 580 –8.747 –1.948 –10.695
Beteiligungsergebnis 1.029 0 0 0 1.029 0 1.029
Summe Beteiligungsergebnis 1.029 0 0 0 1.029 0 1.029
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 –16.411 0 –16.411 0 –16.411
Sonstiges Finanzergebnis 0 0 –2.597 0 –2.597 0 –2.597
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 1.474 1.474 0 1.474
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 –19.008 1.474 –17.534 0 –17.534
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im Finanzergebnis 1.029 6.995 –35.330 2.054 –25.252 –1.948 –27.200
Ergebnisse aus Derivaten 0 1.854 0 0 1.854 0 1.854
Gewinne aus Währungsumrechung 0 0 0 217 217 0 217
Aufwand aus Wertberichtigung
von Forderungen 0 –1.437 0 0 –1.437 0 –1.437
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im operativen Ergebnis 0 417 0 217 634 0 634
Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Loans Financial Keine Summe Kein Finanz-
for Sale and Liabilities Zuordnung Finanz- ergebnis
Receivables at Cost instrument
GESCHÄFTSJAHR 2012 13
Zinsergebnis 0 6.177 –19.039 0 –12.862 0 –12.862
Zinsen für Derivate 0 0 0 –8.561 –8.561 0 –8.561
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 –2.579 –2.579
Summe Zinsergebnis 0 6.177 –19.039 –8.561 –21.423 –2.579 –24.002
Beteiligungsergebnis 546 0 0 0 546 0 546
Summe Beteiligungsergebnis 546 0 0 0 546 0 546
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 –670 0 –670 0 –670
Sonstiges Finanzergebnis 0 0 –3.632 0 –3.632 0 –3.632
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 102 102 0 102
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 –4.302 102 –4.200 0 –4.200
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im Finanzergebnis 546 6.177 –23.341 –8.459 –25.077 –2.579 –27.656
Ergebnisse aus Derivaten 0 –1.401 0 0 –1.401 0 –1.401
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 –2.521 –2.521 0 –2.521
Aufwand aus Wertberichtigung
von Forderungen 0 –4.401 0 0 –4.401 0 –4.401
Aufwand aus Wertberichtigung
von sonstigen Vermögenswerten 0 –6.643 0 0 –6.643 0 –6.643
Summe Erträge/Aufwendungen
aus Finanzinstrumenten
im operativen Ergebnis 0 –12.445 0 –2.521 –14.966 0 –14.966

10.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaff ungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Ein- und Verkauf von Weltmarktzucker, von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion sowie auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unab hängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifi sche operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifi kation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

110 Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifi ziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpfl ichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Note (19) des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko in Höhe von 484.131 (Vorjahr: 501.668) t€ beinhaltet den Buchwert aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten zuzüglich Eventualschulden und entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. Das tatsächliche Kreditrisiko ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine fi nanziellen Verpfl ichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die fi nanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashfl ows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2014 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinfl ussen. Sämtliche Zahlungsabfl üsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 02. 2014
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 409.592 427.697 232.855 6.553 46.777 53.880 10.551 77.081
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 264.322 105.133 53.769 3.558 101.862 0 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 193 212 15 197 0 0 0 0
659.785 692.231 338.003 60.519 50.335 155.742 10.551 77.081
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige fi nanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 299.490 299.490 299.490 0 0 0 0 0
Sonstige fi nanzielle
Verbindlichkeiten und sonstige
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 124.566 124.566 123.179 1.387 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 6.583 6.583 6.583 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 1.503 1.503 1.503 0 0 0 0 0
– davon Rohstoff derivate 1.142 1.142 1.142 0 0 0 0 0
424.056 424.056 422.669 1.387 0 0 0 0
28. 02. 2013
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 484.407 511.588 243.451 72.182 9.258 45.689 52.816 88.192
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 271.615 76.550 34.953 54.692 3.558 101.862 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 183 200 22 178 0 0 0 0
734.590 783.403 320.023 107.313 63.950 49.247 154.678 88.192
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige fi nanzielle
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 313.462 313.462 313.462 0 0 0 0 0
Sonstige fi nanzielle
Verbindlichkeiten und sonstige
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 136.918 136.918 134.635 2.283 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 8.000 8.000 8.000 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 3.413 3.413 3.413 0 0 0 0 0
– davon Rohstoff derivate 2.979 2.979 2.979 0 0 0 0 0
450.380 450.380 448.097 2.283 0 0 0 0

112 Die undiskontierten Zahlungsabfl üsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Im aktuellen Geschäftsjahr gibt es keine erwarteten Cashfl ows aus Derivaten, die für Cashfl ow-Hedges genutzt werden. Im Vorjahr stellten sich die erwarteten Cashfl ows aus Derivaten wie folgt dar:

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 6 bis 1 bis über
6 Monate 12 Monate 2 Jahre 2 Jahre
Stand 28. 02. 2013
Devisentermingeschäfte
CZK 8.263 8.400 7.700 700 0 0
HUF 22.614 23.316 11.006 12.310 0 0
PLN 44.557 44.019 26.382 17.637 0 0
Summe 75.434 75.735 45.088 30.647 0 0

Zinsswaps und Währungsswaps wurden zur Gänze zum Fair Value gehedged.

Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfangs von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen betroff en. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern seit dem Geschäftsjahr 2011|12 den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfi denzintervall von 95 %. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifi zierter Value at Risk aus Währungen angegeben und nach Finanzierungen und operativem Geschäft unterschieden:

Value at Risk aus
Value at Risk aus operativen Forderungen/
Finanzierungen Verbindlichkeiten
in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Summe Nettopositionen (absolut)
der Währungspaare 235.950 224.734 156.324 169.014
Value at Risk diversifi ziert 12.953 8.862 10.267 9.975

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

113 Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpfl ichtungen sowie Fremdwährungsfi nanzierungen in Höhe von brutto 292.809 (Vorjahr: 374.850) t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Es bestanden Sicherungen für folgende Währungen:

2013 14 2012 13
in 1.000 Besicherte EUR Besicherte EUR
Währung Währung
Ungarischer Forint (HUF) 13.019.814 43.418 21.980.932 75.225
US-Dollar (USD) 80.642 60.519 195.307 152.077
Tschechische Krone (CZK) 875.105 32.941 582.212 23.222
Rumänischer Leu (RON) 307.665 69.291 104.603 22.901
Polnischer Zloty (PLN) 345.342 80.904 412.024 94.332
Australischer Dollar (AUD) 4.378 2.911 1.320 1.050
Dänische Krone (DKK) 1.100 148 14.150 1.903
Britisches Pfund (GBP) 2.116 2.513 2.692 3.269
Kanadischer Dollar (CAD) 231 164 1.230 871
292.809 374.850

Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone.

Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashfl ow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fi x verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refi nanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.

VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende, fi x verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fi x verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modifi ed-Duration-Ansatz" berücksichtigt. Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Nettoposition variabel verzinst 417.957 449.425
Cashfl ow at Risk diversifi ziert 2.453 3.069
Nettoposition fi x verzinst 206.709 280.808
Value at Risk bei Zinssatzänderung 6.688 10.039

114 Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fi xe Verzinsung erreicht.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoff en sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoff e Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoff derivate für den Einkauf von Rohzucker in Osteuropa über 508 (Vorjahr: 4.064) Tonnen, für den Verkauf von Weißzucker über 77.800 (Vorjahr: 23.500) Tonnen, für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 90.200 (Vorjahr: 55.100) Tonnen, für den Verkauf von Gasoline über 2.252 (Vorjahr: 26.960) Tonnen und für den Einkauf von Mais über 35.400 (Vorjahr: 7.500) Tonnen. Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 53.087 (Vorjahr: 43.606) t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 571 (Vorjahr: 345) t€.

Eine Veränderung der Rohstoff preise von ±10 % würde folgende Wertveränderung der bestehenden Rohstoff derivate ergeben:

28. 02. 2014 28. 02. 2013
in t€ Sensitivität Sensitivität Sensitivität Sensitivität
bei +10 % bei –10 % bei +10 % bei –10 %
Wertänderung Rohstoff derivate 2.432 –7.482 4.043 –4.557
– davon erfolgsneutral im Eigenkapital 3.360 –1.772 7.201 272

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend mögliche rechtliche Änderungen, die zu einer Risikosituation führen können, und triff t gegebenenfalls antizipative Maßnahmen. Dies betriff t besonders die Bereiche Lebensmittel- und Umweltrecht.

Derzeit bestehen keine zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Vermögens- und Ertragslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, leitete die slowakische Wettbewerbsbehörde im Geschäfts jahr 2009|10 Erhebungen u. a. gegen die lokale AGRANA-Zuckergesellschaft ein. Bis heute erfolgten jedoch keine weiteren Schritte.

Das im Jahr 2010 durch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde beantragte Kartellverfahren wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, brachte bis dato keine weitere Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung weiterhin für unbegründet.

115 10.5. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Bürgschaften betreff en v. a. Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Bereich Zucker.

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Bürgschaften 24.254 27.937
Gewährleistungsverpfl ichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.647 1.647
Eventualschulden 25.901 29.584

Die zugunsten nahe stehender Unternehmen abgegebenen Bürgschaften belaufen sich auf 14.953 (Vorjahr: 14.363) t€.

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Die sonstigen fi nanziellen Verpfl ichtungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2014 28. 02. 2013
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 15.836 12.942
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 4.279 21.403
Sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen 20.115 34.345

11. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2014 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfl uss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA hatten.

12. ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 100 % der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, Wien, die 86,10 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H, Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, einbezogen.

Neben der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("indirekte Anteilseigner") zählen die Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.b.H., Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfl uss") zu den nahe stehenden Unternehmen.

116 Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahe stehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

in t€ Indirekte Unternehmen Joint Summe
Anteilseigner mit maß- Ventures
geblichem (50 %)
Einfl uss
GESCHÄFTSJAHR 2013 14
Umsatz 131.976 17.900 8.912 158.788
Kreditbeziehungen –250.071 –30.164 10.121 –270.114
Partizipationskapital 0 91.462 0 91.462
Bankguthaben und
kurzfristige Forderungen 0 12.945 0 12.945
Zinsergebnis –7.193 5.284 477 –1.432
Garantien gegeben 8.200 38.558 16.000 62.758
Garantien ausgenutzt 5.140 30.301 14.953 50.394

GESCHÄFTSJAHR 2012|13

241.558 15.727 18.528 275.813
–46.478 10.102 –287.630
0 91.462 0 91.462
0 17.001 0 17.001
–7.227 2.550 269 –4.408
8.200 87.958 20.908 117.066
5.590 40.863 19.171 65.624
–251.254

Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 280.235 (Vorjahr: 297.732) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 150.000 (Vorjahr: 195.475) t€ langfristig.

Aus Warenlieferungen bestanden gegenüber nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Verbindlichkeiten von 5.478 (Vorjahr: Verbindlichkeiten 32.035) t€.

Gegenüber Joint Venture-Partnern bestanden sonstige Forderungen in Höhe von 1.110 (Vorjahr: Verbindlichkeiten 116) t€.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 3.167 (Vorjahr: 3.005) t€ und bestanden aus einem fi xen Anteil von 1.659 (Vorjahr: 1.497) t€ sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 1.508 (Vorjahr: 1.508) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für das abgelaufene Geschäftsjahr auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H, Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 5. Juli 2013 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 250 (Vorjahr: 200) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

117 Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch.

Die Pensionsverpfl ichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Für das Geschäftsjahr 2013|14 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge in Höhe von 968 (Vorjahr: 684) t€; gleichzeitig wurde eine Dotierung der Pensionsrückstellung in Höhe von 655 (Vorjahr: 848) t€ unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen berücksichtigt. In der Bilanz zum 28. Februar 2014 wird ein Wert von 3.940 (Vorjahr: 3.285) t€ ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart.

Die Angaben zu den Organen befi nden sich auf Seite 118.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 29. April 2014 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröff entlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 29. April 2014

Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer

ORGANE DER GESELLSCHAFT (KURZDARSTELLUNG)

118 VORSTAND

Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Mitglied des Vorstandes

Mag. Walter Grausam Mitglied des Vorstandes

Dkfm. Thomas Kölbl Mitglied des Vorstandes

AUFSICHTSRAT

Präsident Ökonomierat Dr. Christian Konrad Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Wolfgang Heer Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Präsident Obmann Mag. Erwin Hameseder Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Dr. Jochen Fenner Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Hans-Jörg Gebhard Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Ernst Karpfi nger Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Thomas Kirchberg Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Josef Pröll Mitglied des Aufsichtsrates

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender

Gerhard Glatz

Dipl.-Ing. Stephan Savic

Ing. Peter Vymyslicky

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 28. FEBRUAR 2014 (ANGABEN GEMÄSS § 265 ABS. 2 UND ABS. 4 UGB)

119 Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital unmittelbar mittelbar AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Muttergesellschaft) Wien Österreich – – I. Verbundene Unternehmen Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises AGRANA AGRO SRL Roman Rumänien – 100,00 % AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich – 75,00 % AGRANA Bioethanol GmbH Wien Österreich – 100,00 % AGRANA Bulgaria AD Sofi a Bulgarien – 100,00 % AGRANA BUZAU SRL Buzău Rumänien – 100,00 % AGRANA d.o.o. Brčko Bosnien- – 100,00 % Herzegowina AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien – 99,99 % AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Mangrove Australien – 100,00 % AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich – 100,00 % AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, São Paulo Brasilien – 75,00 % Importacao e Exportacao Ltda. AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien – 99,99 % AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China – 100,00 % AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi – 100,00 % AGRANA Fruit France S.A. Paris Frankreich – 100,00 % AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland – 100,00 % AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Zincirlikuyu Türkei – 100,00 % AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea – 100,00 % AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacán Mexiko – 100,00 % AGRANA Fruit Luka TOV Winniza Ukraine – 99,97 % AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacán Mexiko – 100,00 % AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostrołęka Polen – 100,00 % AGRANA Fruit S.A.S. Paris Frankreich – 100,00 % AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich – 100,00 % AGRANA Fruit Services Inc. Brecksville USA – 100,00 % AGRANA Fruit Services S.A.S. Paris Frankreich – 100,00 % AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika – 100,00 % AGRANA Fruit Ukraine TOV Winniza Ukraine – 99,80 % AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA – 100,00 % AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich – 100,00 % AGRANA Internationale Verwaltungs- Wien Österreich – 100,00 % und Asset-Management GmbH AGRANA J&F Holding GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 % AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark – 50,01 % AGRANA Juice Holding GmbH Gleisdorf Österreich – 50,01 % AGRANA Juice Magyarorzság Kft. Vásárosnamény Ungarn – 50,01 % AGRANA Juice Poland Sp. z.o.o. Białobrzegi Polen – 50,01 % AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui Rumänien – 50,01 % AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH Gleisdorf Österreich – 50,01 % AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland – 50,01 % AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen Deutschland – 50,01 % AGRANA Juice Ukraine TOV Winniza Ukraine – 50,01 % AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China – 50,01 % AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn – 100,00 % AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 % –

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
Agrana Nile Fruits Processing SAE Qalyoubia Ägypten 51,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA TANDAREI SRL Ţăndărei Rumänien 100,00 %
AGRANA Trading EOOD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AUSTRIA JUICE GmbH Kröllendorf/ Österreich 50,01 %
Allhartsberg
Biogáz Fejleszto Kft. Kaposvár Ungarn 100,00 %
Dirafrost FFI N. V. Herk-de-Stad Belgien 100,00 %
Dirafrost Maroc SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Financière Atys S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
INSTANTINA Nahrungsmittel Wien Österreich 66,67 %
Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H.
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság Budapest Ungarn 100,00 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,59 %
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrušovany Tschechien 97,66 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Ţăndărei Rumänien 99,99 %
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest Rumänien 91,33 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sereď Slowakei 100,00 %
Ybbstaler Fruit Austria GmbH Kröllendorf/ Österreich 50,01 %
Allhartsberg
Ybbstaler Fruit Polska Sp. Z.o.o Chełm Polen 50,01 %
Yube d.o.o. Požega Serbien 100,00 %
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Skrob s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2013 I Eigenkapital: 74,9 t€ I Jahresüberschuss: 38,4 t€
AGRANA ZHG Zucker Handels GmbH Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 28. 02. 2014 I Eigenkapital: 8,1 t€ I Jahresfehlbetrag: –1,9 t€
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H. Hamburg Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 28. 02. 2014 I Eigenkapital: 48,2 t€ I Jahresfehlbetrag: –2,9 t€
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00 %
Abschlussstichtag: 30. 04. 2013 I Eigenkapital: 1.585,0 t€ I Jahresüberschuss: 245,9 t€
PERCA s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2013 I Eigenkapital: 436,4 t€ I Jahresüberschuss: 42,5 t€
Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %

Abschlussstichtag: 31. 12. 2013 I Eigenkapital: 4.587,1 t€ I Jahresüberschuss: 1.611,1 t€

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen
Unternehmen, die nach der Quoten-Methode bewertet wurden
"AGRAGOLD" d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien 50,00 %
AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Mazedonien 50,00 %
AGRAGOLD Holding GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRAGOLD trgovina d.o.o. Laibach Slowenien 50,00 %
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00 %
Company for trade and services Belgrad Serbien 50,00 %
AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd
GreenPower E85 Kft Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
HungranaTrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
Nicht einbezogene gemeinschaftlich geführte Unternehmen
SCO STUDEN & CO. BRASIL EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA. São Paulo Brasilien 37,75 %

Abschlussstichtag: 31. 12. 2013 I Eigenkapital: 348,4 t€ I Jahresfehlbetrag: –1,7 t€

BESTÄTIGUNGSVERMERK

122 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2013 bis zum 28. Februar 2014 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 28. Februar 2014, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Geldfl ussrechnung und die Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das am 28. Februar 2014 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsich tigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risiko123 einschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2014 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. März 2013 bis zum 28. Februar 2014 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreff en.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreff end.

Wien, am 29. April 2014

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Rainer Hassler e. h. ppa. Mag. Nikolaus Urschler e. h.

Die Veröff entlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

124 Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2014 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2013|14 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 29. April 2014

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Segmentverantwortung Zucker Kommunikation (inklusive Investor Relations) sowie Forschung und Entwicklung; Segmentverantwortung Stärke

für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf;

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht; Segmentverantwortung Frucht

JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2013|14

AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

126 Lagebericht

127 Überblick
128 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
der AGRANA Beteiligungs-AG
131 Beteiligungen der
AGRANA Beteiligungs-AG
133 Segmente der AGRANA-Gruppe
147 Umwelt und Nachhaltigkeit
151 Forschung und Entwicklung
151 Personal- und Sozialbericht
154 Risikomanagement und
Internes Kontrollsystem
161 Zweigniederlassungen
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Prognosebericht

163 Jahresabschluss

  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Bilanz
  • Anhang zum Jahresabschluss
  • Allgemeines
  • Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zur
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Sonstige Angaben
  • Aufwendungen für den Abschlussprüfer
  • Organe und Arbeitnehmer
  • Entwicklung des Anlagevermögens
  • 188 Bestätigungsvermerk
  • 190 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • 191 Gewinnverwendungsvorschlag

LAGEBERICHT DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013|14 VOM 1. MÄRZ 2013 BIS 28. FEBRUAR 2014

126 INHALTSVERZEICHNIS

Überblick

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Segmente der AGRANA-Gruppe Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Zweigniederlassungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prognosebericht

ÜBERBLICK

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA"). Die AGRANA-Gruppe ist ein international ausgerichteter Konzern, welcher landwirtschaftliche Rohstoffe zu einer Vielzahl von industriellen Produkten für die weiterverarbeitende Industrie veredelt. Rund 8.000 Mitarbeiter an 54 Produktionsstandorten auf allen fünf Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2013|14 einen Konzernumsatz von rund 3,04 Mrd. €. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft notiert seit 1991 im Prime Market Segment der Wiener Börse.

AGRANA beliefert in den drei Geschäftssegmenten Zucker, Stärke (inklusive Bioethanol) und Frucht lokale Produzenten sowie große internationale Konzerne speziell im Nahrungsmittelsektor. Im Segment Zucker wird auch der Endkonsument direkt über den Lebensmitteleinzelhandel bedient.

Folgendes Organigramm zeigt die Eigentümerstruktur sowie wesentliche Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft zum 28. Februar 2014:

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hält zum 28. Februar 2014 auch Beteiligungen an INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien (66,67 %), Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln (100,00 %), AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien (100,00 %) und AGRANA Group Services GmbH, Wien (100,00 %).

128 GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 28. Februar 2014

Geschäftsentwicklung 2013 14 2012 13
Umsatzerlöse t€ 71 71
Sonstige betriebliche Erträge t€ 37.972 37.478
Betriebsleistung t€ 38.043 37.549
Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) t€ -9.067 -7.476
Operative Marge ¹ % -23,8% -19,9%
Beteiligungserträge t€ 53.745 53.825
F
inanzerfolg
t
61.948 60.089
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit t€ 52.881 52.612
Jahresüberschuss t€ 53.411 52.693
Investitionen in Sachanlagen und t€
immaterielle Vermögenswerte t€ 3.131 1.996
Investitionen in Finanzanlagen t€ 0 129.256

¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Ertragslage

Weder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit noch der Jahresüberschuss der Gesellschaft haben sich gegenüber dem Vorjahr wesentlich verändert.

Investitionen

Im Geschäftsjahr wurden keine Investitionen in Finanzanlagen vorgenommen. Die AGROFRUCHT GmbH (100 %ige Beteiligung wurde in die AGRANA Group-Services GmbH (100 %ige Beteiligung) verschmolzen.

Vermögens- und Finanzlage

Veränderung
Bilanzkennzahlen 2013 14 2012 13 in %
Bilanzsumme t€ 761.858 762.077 0,0%
Grundkapital t
103.210 103.210 0,0%
Immaterielle Vermögensgegenstände t€
und Sachanlagen t€ 4.158 3.171 31,1%
Anteile an verbundenen Unternehmen t€ 422.485 422.485 0,0%
Andere Finanzanlagen t€ 195.456 195.456 0,0%
E
igenkapital
t
594.716 592.433 0,4%
Eigenkapitalquote ¹ % 78,1% 77,7% 0,4%
Haftungsverhältnisse t€ 272.361 320.211 -14,9%

¹ Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die Bilanzsumme verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine unwesentlich rückläufige Entwicklung von 219 t€ bzw. -0,03 %.

Die Eigenkapitalquote von 78,1 % (Vorjahr: 77,7 %) zeigt eine solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

Cashflow

Veränderung
2013 14 2012 13 in %
Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit t€ 55.578 53.121 4,6%
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ -3.107 -131.093 -97,6%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ -51.182 58.935 -186,8%
Veränderung der flüssigen Mittel t€ -1.931 -19.037 -89,9%
Bestand an flüssigen Mittel¹ t€ 130 2.061 -93,7%

2013|14: t€ 0; 2012|13: t€ 1.863 ¹ einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verringerte sich im Geschäftsjahr 2013|14 um 763 t€ auf 52.358 t€ (Vorjahr: 53.121 t€).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 97,6 % auf 3.107 t€ und enthält im Wesentlichen Investitionen in immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war im Vorjahr trotz Dividendenauszahlung von rd. 51.127 T€ durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von rd. 110.000 T€ positiv. Heuer enthält er im Wesentlichen die Dividendenauszahlung von rd. 51.127 T€.

BETEILIGUNGEN DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments ZUCKER wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Stärke GmbH

Die AGRANA Stärke GmbH stellt an den österreichischen Produktionsstandorten Gmünd und Aschach Kartoffel- und Maisstärkeprodukte her und fungiert als Holding für die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien sowie für die AGRANA Bioethanol GmbH, Wien.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments STÄRKE wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH

Die AGRANA J & F Holding GmbH fungiert als Holding für sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments FRUCHT wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

132 AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

Die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. fungiert als Holding Gesellschaft und hält neben der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Anteile an AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH und AGRANA J & F Holding GmbH.

Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H.

Bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H, Tulln, werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

AGRANA Group Services GmbH

Die AGRANA Group Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.

SEGMENTE DER AGRANA-GRUPPE

Da die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Holding-Funktion für die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") und ihre wesentlichen Beteiligungen die Holding-Funktionen für die Segmente der Gruppe übernehmen, wird nachfolgend auch auf die Geschäftsentwicklung und das wirtschaftliche Umfeld der Segmente eingegangen.

Angaben zur Geschäftsentwicklung basieren auf dem IFRS-Konzernabschluss der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2013|14.

SEGMENT ZUCKER

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker sind weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, als Gruppen-Holding angesiedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H., Wien, erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt

Mengenmäßig geht das Marktforschungsinstitut F.O. Licht für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2013|14 (Oktober 2013 bis September 2014) aktuell von einer Erzeugung von 181,0 (ZWJ 2012|13: 183,1) Mio. Tonnen und einem Verbrauch von 175,8 (ZWJ 2012|13: 168,7) Mio. Tonnen aus. Das würde eine weitere Stabilisierung der Weltzuckerbestände bei 76,2 (ZWJ 2012|13: 78,5) Mio. Tonnen bzw. 43,3 % (ZWJ 2012|13: 46,5 %) des Jahresverbrauchs bedeuten.

Die Preisentwicklung auf den Zuckermärkten war über weite Strecken des Geschäftsjahres volatil. In den letzten Monaten des Geschäftsjahres setzte ein steter Preisdruck ein, der Ende Jänner 2014 sogar zu einem 3-Jahres-Tiefstkurs führte. Meldungen über geringere Produktionsmengen in Südamerika aufgrund von Trockenheit und möglicherweise ausfallende Exportförderungen in Indien führten in weiterer Folge zu einem Ende der Abwärtsbewegung. Zum Stichtag 28. Februar 2014 schlossen die Börsen mit 476 \$ je Tonne für Weißzucker bzw. 363 € je Tonne für Rohzucker.

EU-Zuckermarkt

Die Zuckerproduktion der EU-28 für das ZWJ 2013|14 soll im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,9 Mio. auf 16,4 Mio. Tonnen fallen. Verantwortlich dafür sind herausfordernde Witterungsbedingungen (teils extreme Trockenheit, teils ausgiebige Regenfälle sowie extreme Kälte) während des Anbaus und der Ernte.

Die Europäische Kommission führte im abgelaufenen ZWJ 2013|14 – wie auch schon im Jahr zuvor – zwei außerordentliche Maßnahmen zur Erhöhung der Marktversorgung durch. Mittels einer Dauerausschreibung für Einfuhren von Zucker zu einem ermäßigten Zollsatz wurden rund 550.000 Tonnen Zucker für den zollbegünstigten Import freigegeben. Zudem wurden vier Tranchen Nicht-Quotenzucker zu jeweils 150.000 Tonnen in Quotenzucker "umgewandelt" und an den EU-FoodMarkt geliefert. Somit standen laut Statistiken der Europäischen Kommission insgesamt 1,15 Mio. Tonnen Zucker zusätzlich für den Markt zur Verfügung. Im ZWJ 2013|14 ist ohne weitere Maßnahmen der EU-Kommission eine ausgeglichene Zuckerbilanz zwischen Angebot und Nachfrage zu erwarten.

Gleichzeitig gab die Europäische Kommission für das ZWJ 2013|14 Exportkontingente in Höhe von 1,35 Mio. Tonnen für europäischen Nicht-Quotenzucker frei (dies entspricht dem Exportlimit der World Trade Organisation, WTO).

EU-Zuckerpolitik

Das EU-Parlament und der EU-Agrarministerrat haben im Rahmen der Verhandlungen zur Verlängerung der Gemeinsamen Agrarpolitik bis 2020 den Vorschlag der EU-Kommission, die Quoten- und Rübenmindestpreisregelungen bereits nach dem ZWJ 2014|15 auslaufen zu lassen, korrigiert und sich auf eine Verlängerung bis zum Ende des ZWJ 2016|17 (30. September 2017) geeinigt.

Nach dem Auslaufen der Zucker- und Isoglukosequoten und der Regelungen betreffend Rübenmindestpreis zum 30. September 2017 sieht die neue Marktordnung für den Binnenmarkt neben einer unveränderten Referenzschwelle für Weißzucker von 404 € je Tonne die Möglichkeit einer staatlich finanzierten privaten Lagerhaltung und eine fortgesetzte Vertragspflicht zwischen Rübenanbauern und Zuckerindustrie vor. Als Konsequenz müssen sich alle Akteure in der Zucker-Wertschöpfungskette darauf einstellen, dass die Mengen- und Preisvolatilitäten des Weltmarkts stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt durchschlagen.

Der Außenschutz des EU-Zuckermarktes gegenüber Drittländern ist davon nicht betroffen und bleibt unverändert. AGRANA erwartet darüber hinaus, dass die Zuckerexporte nach Wegfall der Quoten zukünftig keiner Mengenbegrenzung mehr unterliegen, weil dann Quoten- und Mindestrübenpreis als (ordnungspolitische) Grundlage für das WTO-Exportlimit entfallen.

Außenhandel Zucker

Bei der internationalen Ministerkonferenz in Bali|Indonesien (3. bis 6. Dezember 2013) konnten zwar die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen ("Doha-Runde") nicht abgeschlossen werden, allerdings wurde eine Teillösung erarbeitet: Von den insgesamt 43 Teilbereichen der Doha-Development-Agenda ("DDA") wurde zumindest der Punkt "Handelserleichterungen" umgesetzt, der Vereinfachungen in der administrativen Abwicklung mit sich bringt. Der weitere Zeitplan ist derzeit noch unbekannt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Die Zuckerrübenanbaufläche der AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2013|14 rund 105.000 (ZWJ 2012|13: 102.000) Hektar, wobei etwas mehr als 650 Hektar in Österreich für den biologischen Anbau verwendet wurden. 2013 war hinsichtlich der Vegetationsbedingungen ein Jahr der Extreme: Rund 3.000 Hektar Anbaufläche gingen im Frühjahr infolge von Frost, Verschlämmungen und anderen Aufgangsproblemen sowie im Sommer zuerst durch Überschwemmungen und später durch Trockenheit und Hitze verloren. Die Wachstumsbedingungen ab Ende August bis zum Spätherbst waren für die Zuckerrübe aber wieder positiv. Im gesamten Rübenanbaugebiet der AGRANA-Gruppe wurden durchschnittliche Rübenerträge erzielt, wobei es in den verschiedenen Regionen massive Unterschiede gab. Insgesamt wurde für AGRANA eine Rübenmenge von rund 6,2 Mio. (Vorjahr: 5,5 Mio.) Tonnen geerntet.

Die sieben AGRANA-Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 50.500 (Vorjahr: 48.800) Tonnen Rüben. In durchschnittlich 125 (Vorjahr: 117) Tagen pro Werk wurden daraus rund 953.000 (Vorjahr: 823.000) Tonnen Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen und übertraf auch die Vorjahresmenge um ca. 16%. Die Quote übersteigende Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet, im Rahmen der freigegebenen Mengen im EU-Food-Markt abgesetzt oder auf den Weltmarkt exportiert. Im Geschäftsjahr 2013|14 raffinierte AGRANA rund 274.700 (Vorjahr: 296.600) Tonnen Weißwert aus Rohzucker, wobei auf das Werk in Kaposvár|Ungarn rund 50.500 (Vorjahr: 23.100) Tonnen Weißzucker zur Versorgung des Defizitmarktes Ungarn entfielen. Das Unternehmen produzierte in der vergangenen Bio-Rüben-Kampagne rund 3.900 (Vorjahr: rund 5.000) Tonnen Bio-Zucker.

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2013|14 43,2 (Vorjahr: 55,9) Mio. € für Neuund Ersatzinvestitionen aus. Am österreichischen Standort Tulln wurde die Laborgebäudeerweiterung der Zuckerforschung Tulln planmäßig fertiggestellt. Im November 2013 konnte in Kaposvár|Ungarn der neue 60.000 Tonnen fassende Kristallzuckersilo eröffnet werden. In Hrušovany und Opava, beide in Tschechien, wurden zur Verbesserung der Zuckerqualität Dünnsaft-Enthärtungsanlagen in Betrieb genommen. In Roman und Buzau, beide in Rumänien, wurde die Abpackung weiter modernisiert und zur Sicherung der Zuckerqualität wurden zwei Silos mit Konditionierungssystemen ausgestattet.

Geschäftsentwicklung

Der Absatz im Segment Zucker konnte im Geschäftsjahr 2013|14 im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Bereichen gesteigert werden. Die sich laufend ändernden Marktgegebenheiten führen jedoch zunehmend zu einer Erhöhung der Komplexität der Geschäftstätigkeit sowohl auf der Verkäuferals auch Käuferseite.

Besonders erfreulich zeigte sich der höhere Absatz an den Groß- und Einzelhandel, insbesondere in den osteuropäischen Ländern. Insgesamt ist es trotz des schwierigen Umfelds gelungen, Marktpositionen zu halten oder sogar auszubauen. Die Situation in Ungarn, wo weiterhin durch Mehrwertsteuerbetrug in signifikantem Ausmaß das Preisniveau manipuliert wird, stellt sich weiterhin schwierig dar.

Im Bereich der Getränke- und Lebensmittelindustrie sorgten die Vereinbarungen mit lokalen und internationalen Key Account-Kunden für stabile Abnahmemengen. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker an Kunden der chemischen Industrie sowie die Drittlandexporte lagen weitgehend auf Vorjahresniveau.

An das hohe Preisniveau des Vorjahres konnte hingegen nicht angeschlossen werden, was sich auf die Margen im Segment Zucker erheblich negativ auswirkte.

Die Absätze von AGRANA Zucker lagen in Österreich im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Marktposition konnte dennoch gehalten werden. Der Absatz an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zeigte sich aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Großkunden stabil.

Im Geschäftsjahr 2013|14 konnte AGRANA in Ungarn im Retail- und im Industriegeschäft trotz eines schwierigen Marktumfelds die Absatzmenge steigern (+8,5 %). Getrieben durch einen hohen Umsatzsteuersatz, gibt es weiterhin viele kleine Importeure, die durch unterlassene Steuerzahlungen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber AGRANA genießen und damit das Preisniveau negativ beeinflussen. Um die bestmögliche Versorgung des ungarischen Marktes zu gewährleisten, wurde in Ungarn auch in diesem Jahr importierter Rohzucker raffiniert. Der Quotenzuckerexport ist durch wesentlich geringere Mengen von Zuckerswaps und die Belieferung von EU-Kunden aus Österreich stark zurückgegangen.

Innerhalb Tschechiens lag der Zuckerabsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt über Vorjahresniveau (+5,1 %). Während sich das Geschäft mit der Industrie positiv entwickelte (+18,2 %), sank der Absatz an den Lebensmittelhandel um 15,4 %. Auch in Tschechien ging der Quotenzuckerexport durch nicht in der Dimension des Vorjahres durchgeführte Zuckerswaps stark zurück.

In der Slowakei lag der Gesamtzuckerabsatz im Geschäftsjahr 2013|14 auf dem Niveau des Vorjahres. Das Minus im Bereich der Lebensmittelindustrie (-8,3 %) konnte durch die positive Entwicklung des Geschäftes mit dem Handel kompensiert werden (+13,0 %). Der Export von Überschusszucker und Quotenzucker zeigt aufgrund der niedrigeren Verfügbarkeit ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr.

AGRANA konnte in Rumänien im Geschäftsjahr 2013|14 zum wiederholten Mal eine Steigerung des Zuckerabsatzes um insgesamt 20,3 % erzielen. Dafür waren insbesondere deutlich höhere Handelsabsätze, aber auch verstärkte Exporte verantwortlich.

Innerhalb Bulgariens konnte durch eine intensive Marktbearbeitung im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder eine Absatzsteigerung erzielt werden (+20,6%). Das Wachstum wurde in Industrie und Handel gleichermaßen erreicht.

In der Region Westbalkan konnte der Zuckerabsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode wieder gesteigert werden (+19,0%). Dies war insbesondere auf eine positive Entwicklung des Zuckerhandels zurückzuführen.

Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Zucker

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2013 ein EuGH-Urteil umgesetzt, demzufolge die europäische Zuckerwirtschaft zu Unrecht eingehobene Beiträge aus der sogenannten Produktionsabgabe zurückerhalten soll. Aus diesem Titel wurden AGRANA 4,7 Mio. € rückerstattet. Dieser Betrag wurde als Sonderergebnis im Geschäftsjahr 2013|14 verbucht.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT ZUCKER

2013 14 2012 13
Umsatzerlöse (brutto) t
1.109.678 1.202.208
Umsätze zwischen den Segmenten t
-86.903 -80.692
Umsatzerlöse t
1.022.775 1.121.516
EBITDA 1 t€ 65.839 138.851
1
Operatives Ergebnis
t€ 45.306 119.115
Operative Marge % 4,4 10,6
Ergebnis aus Sondereinflüssen t
4.677 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit t
49.983 119.115
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte 2
t€ 43.185 55.903
Investitionen in Finanzanlagen t
15 17
Mitarbeiter 2.399 2.315

1 Vor Sondereinflüssen

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Im Geschäftsjahr 2013|14 sank der Umsatz im Segment Zucker um -8,8 % auf 1.022,8 (Vorjahr: 1.121,5) Mio. €. Die Reduktion war auf stark rückläufige Verkaufspreise zurückzuführen. Mengenmäßig konnte sowohl im Handels- als auch im Industriezuckergeschäft die führende Position mit hohen Quotenzuckerabsätzen und gutem Service weiter gefestigt werden. Auch im Nicht-Quotenzuckerbereich, also bei Zuckerlieferungen an Drittländer (außerhalb der EU) und an die chemische Industrie, konnte AGRANA mengenmäßig leicht zulegen. Der Umsatzanteil des Segments Zucker am Konzernumsatz betrug 33,6 % (Vorjahr: 36,6 %).

Das operative Ergebnis des Segments Zucker in Höhe von 45,3 Mio. € lag wie erwartet deutlich unter dem Rekordergebnis des Vorjahres (119,1 Mio. €). Einflussfaktoren waren die fallenden Verkaufspreise bei noch hohen Rohstoffkosten, sowohl für Rüben als auch für Rohzucker. Erfreulich zeigte sich die Entwicklung bei den Nebenprodukten (Trockenschnitzel und Melasse), wo gute Zusatzdeckungsbeiträge erwirtschaftet werden konnten. Durch gezielte Investitionen wurden zudem zahlreiche Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen, insbesondere im Energiebereich, erreicht.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Zucker resultierte aus EU-Rückerstattungen in Zusammenhang mit der Produktionsabgabe im Segment Zucker.

138 SEGMENT STÄRKE

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltgetreidebilanz für das Wirtschaftsjahr 2013|141 ergibt laut Internationalem Getreiderat (IGC2 ) eine gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Produktion und Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion in Höhe von 959 Mio. Tonnen wird den Verbrauch um 27 Mio. Tonnen ebenso übersteigen, wie die Weizenproduktion von 708 Mio. Tonnen die Nachfrage in Höhe von 691 Mio. Tonnen. Demnach ist für beide Rohstoffe ein Anstieg der globalen Lagerbestände zu erwarten.

Der günstigeren Versorgungssituation auf den internationalen Rohstoffmärkten folgend, sind die Terminnotierungen im Jahresverlauf gesunken. Zum Zeitpunkt Anfang März 2014 lag die Maisnotierung an der NYSE Euronext Liffe Paris bei rund 169 € je Tonne und jene für Weizen bei rund 201 € je Tonne; die entsprechenden Vorjahresnotierungen lagen noch bei 227 bzw. 248 € je Tonne. Die Isoglukose-Quote der EU-28 beträgt rund 720.000 Tonnen, wobei auf HUNGRANA mit 250.000 Tonnen der größte Anteil entfällt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Kartoffelstärke

In der Kampagne 2013|14 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 101 (Vorjahr: 127) Tagen rund 160.200 (Vorjahr: 216.800) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 18,7 % (Vorjahr: 18,5 %) verarbeitet. Dabei lag der Bio-Anteil (gemessen an der Einsatzmenge) bei rund 4 % (Vorjahr: 6 %). Für das Anbaujahr 2014 plant AGRANA eine Stärkekartoffel-Kontraktmenge von rund 220.000 Tonnen. Aus rund 23.000 (Vorjahr: 24.000) Tonnen Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.300 (Vorjahr: 4.400) Tonnen Kartoffeldauerprodukte erzeugt, wobei der Bio-Anteil bei rund 19 % (Vorjahr: 29 %) lag.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich, Ungarn (50 %) und Rumänien wuchs im Geschäftsjahr 2013|14 auf rund 805.000 (Vorjahr: 791.000) Tonnen. Davon entfiel auf die Verarbeitung von Nassmais (auf Basis Feuchtgewicht) eine Menge von rund 200.000 (Vorjahr: 173.000) Tonnen. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Garantiert Gentechnikfreier Mais) stieg auf rund 62.000 (Vorjahr: 59.000) Tonnen.

Weizenstärke

In der im Juni 2013 neu eröffneten Weizenstärke-Anlage am Standort Pischelsdorf wurden im Geschäftsjahr 2013|14 netto rund 66.500 Tonnen Weizen zur Gewinnung von Weizenstärke eingesetzt.

1 Getreidewirtschaftsjahr: Juli bis Juni

2 International Grains Council

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2013|14 41,0 (Vorjahr: 59,1) Mio. € und flossen zum Großteil in den Standort Pischelsdorf|Österreich. Dort wurde die Weizenstärkefabrik mit einem mehrjährigen projektbezogenen Gesamtinvestitionsvolumen von 70 Mio. €, unter Nutzung von Förderungen des Bundes (Österreich) sowie des Bundeslandes Niederösterreich von rund 3,4 Mio. €, fertiggestellt sowie ein Verwaltungsgebäude errichtet. Daneben wurde am Standort Pischelsdorf die Energieeffizienz durch Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknung erhöht. Bei der ungarischen Beteiligung HUNGRANA erfolgten Investitionen in das Projekt "Wasserfreies Ethanol" sowie in eine neue Gasturbine. Im Werk Aschach|Österreich wurde die Kapazität der Produktion von Wachsmaisderivaten erweitert sowie in eine zusätzliche Sirup-Verladespur investiert. Am Standort Gmünd|Österreich wurde u.a. in die Walzentrocknung investiert.

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2013|14 stieg der Umsatz der AGRANA Stärke GmbH, vor allem aufgrund höherer Verkaufsmengen sowie leicht höherer Verkaufspreise für Haupt- und Nebenprodukte, um rund 13 %. Bei den Stärkeprodukten im Speziellen wurden jedoch marktbedingt geringere Verkaufspreise als im Vorjahr erzielt. Zusammen mit den gesunkenen Rohstoffaufwendungen führte die positive Umsatzentwicklung auch zu einem Anstieg des operativen Ergebnisses. Aufgrund einer stabilen Marktnachfrage und der konsequenten Marktbearbeitung sowie der zusätzlichen Mengen aus der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf|Österreich konnten die Absatzmengen der Haupt- und Nebenprodukte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In Summe legte der Mengenabsatz von 1.182.300 Tonnen im Vorjahr auf heuer 1.322.200 Tonnen deutlich zu. Der Absatz von Nebenprodukten lag mit 797.200 (Vorjahr: 680.800) Tonnen deutlich über dem Vorjahreswert, was insbesondere auf höhere Verkäufe von Futtermittel-Handelswaren zurückzuführen war. Die knappe weltweite Versorgungslage mit Proteinfuttermitteln führte im Jahresvergleich zu einem höheren Preisniveau der Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskleber und Kartoffelproteine).

Im Geschäftsjahr 2013|14 ging der Umsatz der ungarischen Beteiligung HUNGRANA um rund 7 % zurück. Rückläufige Verkaufspreise bei den Hauptprodukten – insbesondere Bioethanol und Isoglukose – sowie geringere Verkaufsmengen für Haupt- und Nebenprodukte von -2 % bzw. -9 % waren für den Umsatzrückgang verantwortlich. Die Absatzmenge lag mit insgesamt 505.500 Tonnen um 25.300 Tonnen unter dem Niveau des Vorjahres. Die geringeren Rohstoffpreise konnten die rückläufigen Verkaufspreise und -mengen nicht kompensieren, sodass HUNGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr einen geringeren Ergebnisbeitrag lieferte.

Trotz niedriger Verkaufspreise für Haupt- und Nebenprodukte lag der Umsatz der rumänischen Beteiligung auf Vorjahresniveau, beim operativen Ergebnis war aber ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Bioethanol

Wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen

Der 2012 von der Europäischen Kommission veröffentlichte Richtlinienvorschlag, das Thema der indirekten Landnutzungsänderungen ("Indirect Land Use Change" oder ILUC) in die bestehende "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" (2009/28/EG) aufzunehmen, wurde in seiner gegenwärtigen Form mehrheitlich vom Rat der Europäischen Union abgelehnt. Der Vorschlag muss von der Kommission überarbeitet werden. Aufgrund der bevorstehenden Europawahlen ist allerdings mit einer Lösung vor 2015 nicht zu rechnen. Daher sieht sich AGRANA darin bestätigt, die Synergien

der Produktion von Nahrung, Futtermittel und Energie durch Investitionen in moderne Technologien und die Kaskaden-Nutzung der eingesetzten Rohstoffe zu realisieren. So reduziert das Nebenprodukt ActiProt®, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, den Bedarf an Sojaimporten aus Übersee. AGRANA verwendet für die Bioethanolproduktion ausschließlich den europäischen Nachhaltigkeitskriterien entsprechende, regionale Futtergetreideüberschüsse.

AGRANA Bioethanol-Aktivitäten in 2013|14

AGRANA betreibt in Pischelsdorf|Österreich und im Rahmen ihrer 50%-Beteiligung an HUNGRANA Kft. in Szabadegyháza|Ungarn zwei kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlagen. Im Geschäftsjahr 2013|14 haben die österreichischen Rübenbauern (Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH) ihren Anteil von 25,1 % an der AGRANA Bioethanol GmbH in Pischelsdorf an die AGRANA Stärke GmbH verkauft. Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke beträgt rund 400.000 m3 .

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50 %-Anteil Ungarn, ohne Industriealkohol) lag mit 336.100 m³ knapp über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 331.500 m³). Die Verkaufspreise von Bioethanol lagen jedoch unter dem Vorjahr (-7 %).

In der österreichischen Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf wurden in Summe rund 601.000 (Vorjahr: 567.000) Tonnen Getreide – mit einem Verhältnis von Weizen (inkl. Tritikale) zu Mais von etwa 45:55 (anteiliger Nassmais auf Basis Feuchtgewicht) – verarbeitet. Für die Ernte 2014 wurden wieder Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil der Stärkefabrik HUNGRANA in Szabadegyháza, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Dort wurden rund 190.000 (Vorjahr: 222.000) Tonnen Mais (bezogen auf den 50 %-Anteil der AGRANA) für die Verarbeitung zu Bioethanol eingesetzt.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT STÄRKE

2013 14 2012 13
Umsatzerlöse (brutto) t€ 858.556 813.724
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -10.044 -9.420
Umsatzerlöse t€ 848.512 804.304
EBITDA1 t€ 87.722 96.193
1
Operatives Ergebnis
t€ 61.440 72.614
Operative Marge % 7,2 9,0
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 53 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 61.493 72.614
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte 2
t€ 40.952 59.081
Investitionen in Finanzanlagen t€ 0 0
Mitarbeiter 1.008 950

1 Vor Sondereinflüssen

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Der Umsatz des Segments Stärke im Geschäftsjahr 2013|14 lag mit 848,5 Mio. € um 5,5 % über dem Vorjahreswert (804,3 Mio. €). Der Umsatzanstieg wurde vor allem durch höhere Verkaufsmengen für Haupt- und Nebenprodukte hervorgerufen. Die neu errichtete Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf|Österreich konnte plangemäß zusätzliche Stärkemengen in den Markt bringen. Die Verkaufspreise für Haupt- und Nebenprodukte lagen etwas unter dem Vorjahresniveau. Der Umsatzanteil des Segments Stärke am Konzernumsatz erhöhte sich auf 27,9 % (Vorjahr: 26,2 %).

Das operative Ergebnis in der Höhe von 61,4 Mio. € lag um 15,4 % unter dem Vorjahreswert von 72,6 Mio. €. Die rückläufige Ergebnisentwicklung war vor allem dem geringeren Ergebnisbeitrag der Bioethanol-Aktivitäten geschuldet. Sowohl die AGRANA Bioethanol GmbH als auch die ungarische Beteiligung HUNGRANA konnten niedrigere Verkaufspreise von Bioethanol nicht durch geringere Rohstoffaufwendungen kompensieren. Darüber hinaus führte die Inbetriebnahme der Weizenstärkefabrik am Standort Pischelsdorf|Österreich zu den erwarteten Anlaufverlusten. Die rückläufige Ergebnisentwicklung führte – bei einem höheren Umsatz – zu einem Rückgang der operativen Marge von 9,0 % auf 7,2 %.

SEGMENT FRUCHT

Die AGRANA J & F Holding GmbH ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert seit dem Zusammenschluss von AGRANA Juice und Ybbstaler die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als Holding.

Wirtschaftliches Umfeld

Marktumfeld

Die weltweite Nachfrage nach Fruchtzubereitungen für Joghurts, Eiscreme und Food Services legt weiterhin um ca. 3 % pro Jahr zu. Dabei wächst eine Reihe von Nicht-EU-Märkten, wo der Pro-Kopf-Verbrauch auf einem verhältnismäßig geringen Niveau liegt, dynamisch.

Für die USA zeigen die neuesten Marktdaten von IRI3 für Fruchtjoghurts ein starkes mengenmäßiges (+ 3 %) und wertmäßiges Wachstum (+8 %). Der Bedarf an Fruchtzubereitungen nimmt dabei noch stärker zu, da in der mit 29 % stark wachsenden Produktgruppe der "Greek Yoghurts" eine relativ höhere Beimischung von Fruchtzubereitungen vorgenommen wird.

Weitere Regionen mit starken Wachstumsraten von bis zu 10 % bleiben Brasilien, Nordafrika, Ukraine, China und Südostasien. Geringere Wachstumsraten um rund 3 % gibt es in Ländern, in denen der Markt schon weit entwickelt ist (wie z.B. in Südkorea und Australien), oder in Ländern, in denen sich die generelle Wirtschaftsdynamik abgeschwächt hat (Russland, Mexiko und Südafrika).

In der EU sinkt der Bedarf an Fruchtzubereitungen weiterhin im Ausmaß von ca. 1,5 % pro Jahr. Ursachen dafür sind wie in der Vergangenheit die Konsumzurückhaltung aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation und ein leichter Trend zu Naturjoghurts ohne Fruchtzubereitungen. Positive Ausnahmen sind die relativ kleinen Märkte in Skandinavien, die ein leichtes Wachstum aufweisen, sowie Frankreich (zweitgrößter Markt nach Deutschland), wo sich der Fruchtjoghurtmarkt stabilisiert.

Im Konzentratgeschäft ist der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt ungebrochen. Bei hochfruchtsafthaltigen Getränken ist die Konsumentwicklung in Westeuropa (im Wesentlichen Deutschland) weiterhin leicht rückläufig. Das Preisniveau für Fruchtsaftkonzentrate hat sich in Europa aufgrund der vorhandenen Restbestände aus der sehr guten Ernte 2012, den durchschnittlichen Verarbeitungsmengen in den wichtigsten Anbaugebieten Europas (Polen, Italien, Ungarn) in der Verarbeitungssaison 2013 und der überdurchschnittlichen Ernte in der Türkei bei einem niedrigen Preis stabilisiert.

142

3 Information Resources, Inc.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betrieb die Gruppe zum Bilanzstichtag 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern. Mit dem neuen Standort in Lysander im Bundesstaat New York|USA (Inbetriebnahme Mitte Mai 2014) soll vor allem der steigenden Kundennachfrage in Kanada und im Nordosten der USA Rechnung getragen werden. In Südafrika wurde der Produktionsstandort Kapstadt Ende Jänner 2014 geschlossen und die lokale Produktion auf den zentraler gelegenen Standort Johannesburg konzentriert.

AUSTRIA JUICE ist mit 14 Produktionsstandorten, davon einem in China, der führende Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Seit dem Zusammenschluss von AGRANA Juice mit der Ybbstaler-Gruppe werden erfolgreich Synergien genutzt, eine verstärkte Betreuung internationaler Märkte gewährleistet und weitere Wachstumsmöglichkeiten geschaffen. Das Unternehmen möchte seine führende Rolle als Lieferant von Fruchtsaftkonzentraten, Fruchtpürees, Getränkegrundstoffen, natürlichen Aromen sowie Direktsäften für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie weiter stärken.

AUSTRIA JUICE produziert in Europa hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit einem relativ hohen Säuregrad zur weiteren Herstellung von 100 %-Apfelsäften und Apfelschorlen. Der chinesische Standort liegt in Xianyang City in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnet sich dementsprechend durch eine gute Rohstoffversorgung für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat aus. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem internationalen Markt. Im Zuge der Optimierung der Standortstruktur für die Fruchtsaftkonzentratproduktion in Österreich schloss AUSTRIA JUICE den Produktionsstandort Gleisdorf nach Beendigung der Verarbeitung 2013. Wesentliche Anlagenteile für die Erweiterung der Verarbeitungskapazität wurden nach Kröllendorf/Allhartsberg verlegt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Das abgelaufene Wirtschaftsjahr brachte eine Entlastung auf den Rohstoffmärkten mit sich. Gründe dafür waren die moderate Nachfrage auf den Fruchtmärkten sowie Währungskursentwicklungen in den Schwellenländern. Generell haben sich die Einkaufspreise im Durchschnitt leicht unter dem Vorjahresniveau eingependelt. Die Preise für Zucker, Stärke und Flüssigzucker, die einen wesentlichen Kostenfaktor in den Fruchtzubereitungsrezepturen darstellen, lagen deutlich unter jenen des Vorjahres.

Die Ernten in den Hauptbeschaffungsregionen waren mit wenigen Ausnahmen durchschnittlich bis überdurchschnittlich gut.

Innerhalb der AGRANA-Gruppe wird stets versucht, mögliche negative Rohstoffpreiseffekte durch eine gute Deckungspolitik und die Nutzung des globalen Sourcing-Netzwerks abzumildern.

Die zunehmende Produktvielfalt und laufend steigende Qualitätsanforderungen machen eine Weiterentwicklung und Vergrößerung des AGRANA-Lieferantennetzwerkes neben der Ausweitung der unternehmensinternen Rohwarenerzeugung notwendig. Vor allem die zunehmende Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Rohstoffen bedarf verstärkter Anstrengungen in der Zusammenarbeit mit den Erzeugern, die bereits nachweisbare Erfolge brachten und sich positiv in den Verkäufen der Endprodukte niederschlugen.

144

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen die verfügbaren Apfelmengen in den Haupt-Verarbeitungsregionen in Europa (Polen, Ungarn) rund 20 % unter den Mengen des Vorjahres. Die geringen Ernten in Deutschland führten in den angrenzenden Ländern zu einer Stabilisierung der zuvor gefallenen Rohstoffpreise. Eine Erhöhung des Importzolles nach Europa sowie deutlich reduzierte Produktionsmengen und folglich höhere Preise für chinesisches Apfelsaftkonzentrat verringerten dessen Wettbewerbsfähigkeit in Europa.

Die Beerenverarbeitungssaison war in Summe von guten Mengenverfügbarkeiten bei den Hauptfrüchten gekennzeichnet. Einzig bei Himbeeren war in der zweiten Saisonhälfte, bedingt durch die Trockenheit und hohe Temperaturen, eine deutliche Verknappung des Angebotes feststellbar.

AUSTRIA JUICE konnte durch eine gezielte Anpassung der Sourcing-Strategie die vertriebsseitig geplanten Mengenziele erreichen. Vor allem die durch den Merger angestrebte Erhöhung der Eigenproduktionsquote konnte einen wesentlichen positiven Ergebnisbeitrag erwirken.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 51,8 (Vorjahr: 34,9) Mio. € und betrafen neben Instandhaltungsmaßnahmen auch Kapazitätserweiterungen. Das Hauptprojekt in diesem Segment ist die Errichtung des vierten Fruchtzubereitungswerks in Nordamerika (Lysander|New York), von dem aus zukünftig der Nordosten der USA sowie Kanada beliefert werden wird. Die Inbetriebnahme ist für Mitte Mai 2014 geplant. In der Ukraine wurde die Kapazität durch die Installierung einer neuen Produktionslinie erweitert. Zudem vergrößerte das weltweite Absatzwachstum bei Fruchtzubereitungen den Bedarf an Edelstahlcontainern für den Transport. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wurden vorrangig Investitionen zur Verbesserung der Produktionseffizienz vorgenommen. Neben den sonstigen erforderlichen Ersatzinvestitionen wurde mit der Optimierung der Standortstruktur in Österreich begonnen sowie an der Einführung eines einheitlichen Warenwirtschaftssystems gearbeitet.

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2013|14 konnten der Absatz im Fruchtzubereitungsbereich um 3,8 % auf 518.000 Tonnen gesteigert und die weltweite Marktführerschaft bei Fruchtzubereitungen weiter ausgebaut werden.

Trotz des herausfordernden Marktumfeldes konnte das Unternehmen seine Position in der EU (ohne Osteuropa) als bedeutendste Region für den Geschäftsbereich marginal ausbauen und auch den Gewinn leicht steigern. Dies war v.a. durch Mengenwachstum und gutes Kostenmanagement möglich. AGRANA wird weiterhin Maßnahmen treffen, um die Rentabilität in der EU weiter zu erhöhen.

In Osteuropa (Russland, Ukraine) konnte AGRANA aufgrund eines geringeren Handelsvolumens zwar den Umsatz nicht halten, aber die operative Marge verbessern.

In Nordamerika blieb der Umsatz trotz Mengenwachstums stabil. Dafür waren der starke Euro und die teilweise Bereitstellung von Rohstoffen durch Großkunden verantwortlich. Der Ertrag konnte jedoch durch den im Vergleich zum Mengenwachstum unterproportionalen Kostenanstieg wesentlich gesteigert werden.

In Lateinamerika konnte AGRANA trotz schwacher Währungen in allen drei Ländern, in denen der Konzern tätig ist (Argentinien, Brasilien und Mexiko), den Umsatz halten und die Ertragslage verbessern. Die Nachwirkungen der im Jahr 2012 aufgedeckten Betrugsaffäre in Mexiko belasten zwar die lokale Organisation durch die Abwicklung vieler gerichtsanhängiger zivil- und strafrechtlicher Verfahren, die Geschäfte liefen aber zufriedenstellend.

In der Region Asien/Australien konnten der Umsatz gesteigert und die hohe Rentabilität gehalten werden. Vor allem die Produktionserweiterung in China ermöglichte das Wachstum in dieser Region.

Auch Umsatz und Ertrag in der Region Naher Osten/Nordafrika entwickelten sich gut. Trotz der schwierigen politischen Umstände entwickelte sich das ägyptische Joint Venture ausgezeichnet und erfüllte die Erwartungen. Lediglich in Südafrika kam es zu einem massiven Absatzrückgang, welcher mit der vorgezogenen Zusammenlegung der Produktion am Standort Johannesburg und Schließung des Werkes in Kapstadt beantwortet wurde.

Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012|13 stieg der Absatz im Bereich Fruchtsaftkonzentrate um knapp 8 %. AUSTRIA JUICE ist global tätig, wobei die EU den Kernabsatzmarkt darstellt. Weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland sowie der Mittlere und Ferne Osten. Das im chinesischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat wird vor allem in die USA, nach Japan, Indien, Russland und Australien geliefert. Das Geschäftsfeld "Fruchtwein" zeigte im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012|13 ein Umsatz- und Absatzwachstum.

Die Preisentwicklungen waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr volatil, wobei in Summe eine sinkende Tendenz festzustellen war. In Form von branchenüblichen Jahreskontrakten wurde der Großteil der Produktion aus der Ernte 2013 bereits während der laufenden Kampagne weltweit verkauft.

Ergebnisseitig konnte das gesunkene Preisniveau nur teilweise durch niedrigere Rohstoffpreise abgemildert werden.

Die Integration von AGRANA Juice und Ybbstaler in AUSTRIA JUICE verläuft nach wie vor planmäßig. Es ist davon auszugehen, dass die Harmonisierung des Geschäftsmodells und der Systeme im kommenden Geschäftsjahr im Wesentlichen abgeschlossen wird und ab dem Geschäftsjahr 2015|16 die Synergien voll umgesetzt werden können.

Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2013|14 basiert auf einmaligen Effekten in der Fruchtzubereitungs-Gesellschaft AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Die gesamte südafrikanische Produktion wird u.a. aufgrund logistischer Gründe zukünftig am Standort Johannesburg konzentriert; das Werk in Kapstadt wurde im Jänner 2014 geschlossen. Die diesbezüglichen Einmalkosten in Höhe von 0,8 Mio. € resultierten vor allem aus Abfertigungsverpflichtungen und Sonderabschreibungen.

Das Sonderergebnis des Vorjahres betraf einerseits Reorganisationsmaßnahmen im Fruchtzubereitungsgeschäft in Europa sowie Vorsorgen im Zuge der aufgedeckten Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsgebarung von AGRANA Fruit México, S.A. de C.V.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT FRUCHT

146

2013 14 2012 13 3
Umsatzerlöse (brutto) t€ 1.172.672 1.141.255
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -529 -1.169
Umsatzerlöse t€ 1.172.143 1.140.086
EBITDA1 t€ 105.361 83.306
1
Operatives Ergebnis
t€ 64.639 45.210
Operative Marge % 5,5 4,0
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ -786 -19.077
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 63.853 26.133
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte 2
t€ 51.814 34.864
Investitionen in Finanzanlagen t€ 162 41
Mitarbeiter 5.371 5.184

1 Vor Sondereinflüssen

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

3 Die Vorjahreswerte wurde gemäß IAS 8 in Verbindung mit IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (revised 2011) angepasst.

Der Umsatz im Segment Frucht legte im Geschäftsjahr 2013|14 um 2,8 % auf 1.172,1 (Vorjahr: 1.140,1) Mio. € zu. Der Mengenabsatz von Fruchtzubereitungen konnte um rund 6 % gesteigert werden, wobei die Zuwächse in den Werken der EU rund 5 % und jene außerhalb von Europa rund 7 % betrugen. Die positive Umsatzentwicklung im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war vor allem auf eine höhere Absatzmenge von Apfelsaftkonzentrat (auch aufgrund der im ersten Quartal des Vorjahres noch nicht enthaltenen Ybbstaler-Mengen) zurückzuführen. Der Umsatzanteil des Segments Frucht am Konzernumsatz betrug 38,5 % (Vorjahr: 37,2 %).

Das operative Ergebnis lag mit 64,6 Mio. € um 42,9 % über dem Vorjahreswert von 45,2 Mio. €. Die operative Marge betrug 5,5 % und konnte somit um 1,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Ausschlaggebend dafür waren Absatzsteigerungen im Fruchtzubereitungsgeschäft. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft konnte das operative Ergebnis aufgrund der günstigen Kontraktsituation aus der Vorjahreskampagne (2012) gesteigert werden. Zusatzerträge ergaben sich ebenfalls aufgrund der Vollkonsolidierung der Ybbstaler-Gesellschaften im ersten Quartal 2013|14 (Konsolidierung erfolgte seit dem zweiten Quartal 2012|13).

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

AGRANA versteht unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Im Rahmen des konzernweiten Nachhaltigkeits-Managements hat AGRANA drei Leitsätze formuliert, die ihr Nachhaltigkeitsverständnis im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit noch konkreter zusammenfassen:

  • verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien zum Schutz der Umwelt;
  • achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind;
  • leben langfristige Partnerschaften.

Diese drei Leitsätze sind inhaltlich auch in AGRANAs Unternehmensleitbild integriert und sollen dem Management und allen Mitarbeitern, über gesetzliche Anforderungen und freiwillige Verpflichtungen und Standards hinaus, als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen.

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Organisatorische Berichtsgrenzen

Die in diesen Geschäftsbericht 2013|14 integrierten, mit dem grünen Fingerabdruck gekennzeichneten, für AGRANAs Geschäftstätigkeit wesentlichen Nachhaltigkeitsinformationen orientieren sich am Fragebogen der Global Reporting Initiative (GRI-Version 3.1.) bzw. an deren Branchenzusatz für die Lebensmittelindustrie.

Die für die Segmente Zucker, Stärke und Frucht erstellten Kennzahlen enthalten erstmals auch Daten der AUSTRIA JUICE GmbH, einem Joint Venture-Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2012|13 durch die Fusion von AGRANA Juice Holding GmbH und Ybbstaler Fruit Austria GmbH entstand und von AGRANA im Segment Frucht finanziell vollkonsolidiert wird.

Aus organisatorischen Gründen sind die finanziell quotenkonsolidierten Joint Venture-Unternehmen des AGRANA-Konzerns, die AGRANA-Studen-Gruppe (Segment Zucker), die INSTANTINA (Segment Zucker) sowie die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) weiterhin nicht in der Datensammlung enthalten.

Inhaltliche Berichtsgrenzen

AGRANA widmet sich weltweit an den wesentlichsten Standorten in den Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht der Veredelung von agrarischen Rohstoffen zu Lebensmitteln bzw. hochwertigen Vorprodukten, v.a. für weiterverarbeitende Nahrungsmittelunternehmen sowie technische Anwendungen.

Die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte wurden im Geschäftsjahr 2012|13 von einem segment- und funktionenübergreifenden AGRANA-Nachhaltigkeits-Kernteam in folgende sechs Themenfelder gegliedert:

  • % Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe
  • % Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion
  • % Arbeitsbedingungen und Menschenrechte der Mitarbeiter
  • % Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • % Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • % Gesellschaftliches Engagement

AGRANA ordnete diesen sechs Themenfeldern, die jeweils für ihre Geschäftstätigkeit inhaltlich relevanten Indikatoren der GRI zu. Die Wesentlichkeit der einzelnen Indikatoren wurde auf Basis von in den verschiedenen Geschäftssegmenten und Funktionen von Stakeholder-Gruppen erhaltenen Rückmeldungen festgestellt und durch das AGRANA-Nachhaltigkeits-Kernteam im Geschäftsjahr 2012|13 erstmals konzernweit strukturiert erfasst sowie 2013|14 bestätigt.

Die folgenden Projekte wurden in den sechs Themenfeldern im Geschäftsjahr 2013|14 bereits umgesetzt bzw. erfolgt ein Ausblick auf laufende Programme sowie Projekte in den Folgejahren:

Umwelt- und Sozialkriterien in der Beschaffung:

  • % Um dem wachsenden Konsumentenbewusstsein und daraus resultierenden erhöhten Kundenanforderungen, v.a. der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie, in Hinblick auf Umwelt - und Sozialkriterien in der vorgelagerten, agrarischen Lieferkette gerecht zu werden und ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen, startete AGRANA Ende des Geschäftsjahres 2013|14 eine Arbeitsgruppe zum Thema nachhaltige Beschaffung. Die Teilnehmer aus allen AGRANA Geschäftssegmenten werden im laufenden Geschäftsjahr 2014|15, abhängig von der Integrationstiefe des Beschaffungsmodells dem damit verbundenen Einfluss auf Nachhaltigkeitsaspekte, diese in der Beschaffungsstrategie evaluieren und im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse weiterentwickeln.
  • % Bereits im Geschäftsjahr 2012|13 startete das Segment Frucht auf Basis von kundenspezifischen Forderungen zur Einhaltung von Sozialkriterien und Umsetzung von bestimmten Agrarpraktiken ein über diese Forderungen hinausgehendes Pilotprojekt. Ziel des Projektes war die Zertifizierung von Erdbeer- und Brombeerlieferanten im Bundesstaat Michoacán|Mexiko nach den Kriterien des internationalen RainforestAlliance-Standards. Im Rahmen des Projektes bot AGRANA interessierten Vertragsfarmern in Kooperation mit anderen wissensvermittelnden Partnern zur Vorbereitung auf die Zertifizierungs-Audits Schulungen z.B. zu Pestizideinsatz, Wasser- und Abfall-Management, Reporting an. Das Angebot umfasst außerdem finanzielle und fachliche Unterstützung beim Aufbau von Infrastruktur z.B. Toiletten, Duschen, medizinischer Vorsorge. Nach nur sechs Monaten Umsetzungszeitraum bestanden im November 2013 alle teilnehmenden Erdbeer- und, früher als geplant, auch drei von sieben teilnehmenden Brombeerfarmen die Zertifizierung. Das aus Geldern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen einer Wirtschaftspartnerschaft der Austrian Development Agency geförderte Projekt stellt eine Win-win-Situation für alle beteiligten Stakeholder dar: Die rund 1.100 Mitarbeiter der teilnehmenden Anbaubetriebe profitieren von besseren Sicherheits- und Sozialstandards am Arbeitsplatz und schützen durch nachhaltigere Bewirtschaftungsmethoden zum Wohl der gesamten Gemeinschaft langfristig die Umwelt. Der weitere gesellschaftliche und

ökologische Nutzen liegt im langfristigen Schutz natürlicher Ressourcen und der Biodiversität. Die Landwirte erhoffen sich durch die Verbesserung der Produktqualität und Arbeitseffizienz sowie die im Bundesstaat Michoacán innovative Zertifizierung einen Wettbewerbsvorteil. AGRANA profitiert durch die über einen kundenspezifischen Standard hinausgehende international anerkannte Zertifizierung ihrer Lieferanten und gewinnt in diesem Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse bzgl. des personellen Aufwands und der Kosten der Zertifizierung von Vertragslieferanten nach einem internationalen Standard. Dieses Wissen kann künftig im Rahmen des Strategieprozesses "nachhaltige Beschaffung" auch in anderen Schwellenmärkten einfließen.

Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion:

  • % AGRANA hat im Geschäftsjahr 2013|14 die Einführung eines nach ISO 50001 zertifizierbaren Energie-Management-Systems für alle österreichischen Produktionsstandorte vorbereitet. Im Geschäftsjahr 2014|15 werden die definierten Energiekennzahlen erhoben sowie die zuständigen Mitarbeiter eingeschult. Basierend auf der Auswertung der Energiekennzahlen, werden Aktionspläne für weitere Energiesparmaßnahmen erstellt. AGRANA strebt eine Zertifizierung nach ISO 50001 für Herbst 2014 an.
  • % "klima:aktiv", die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums, zeichnete im November 2013 Unternehmen für Energiesparmaßnahmen im Rahmen des betrieblichen Klimaschutzes aus. AGRANA Zucker GmbH wurde für die Installation von Niedertemperaturtrocknern im Geschäftsjahr 2011|12 in den Zuckerfabriken Tulln und Leopoldsdorf|Österreich mit der "klima:aktiv"-Urkunde geehrt.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter:

  • % Die im Geschäftsjahr 2013|14 erstmals über alle Geschäftssegmente nach weltweit einheitlich definierten Kriterien erhobenen Arbeitssicherheits-Kennzahlen werden aktuell analysiert. Aufgrund der Ergebnisse dieser Analyse werden Verbesserungspotenziale identifiziert und Best Practices an den einzelnen Standorten entsprechend angepasst bzw. schrittweise umgesetzt
  • % Zur Unterstützung der zeitlichen Vereinbarkeit von Berufs- und Familien-Anforderungen bietet AGRANA im Sommer 2014 im Rahmen eines Pilotprojektes Ferienbetreuung für Kinder von Mitarbeitern der Zuckerfabriken Tulln, Leopoldsdorf und des Werkes Pischelsdorf an. Während der niederösterreichischen Kindergarten- bzw. Schulferien werden ausgebildete Pädagogen des Niederösterreichischen Hilfswerks für Kinder von Mitarbeitern ein ganztägiges jeweils altersgerechtes, buntes Betreuungsprogramm gestalten.

Produktverantwortung und nachhaltige Produkte:

% Produktverantwortung ist eines der sechs Nachhaltigkeits-Kernthemen bei AGRANA. Da AGRANA hauptsächlich Vorprodukte für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie erzeugt, stellen "Lebensmittelsicherheit" und "Produktschutz" die Arbeitsschwerpunkte in diesem Bereich dar. Die Einhaltung geltender nationaler rechtlicher Anforderungen an allen Produktionsstätten stellt für AGRANA den Basisanspruch dar. Zusätzlich orientiert sich AGRANA an international anerkannten Standards im Bereich Lebensmittelsicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der FAO – Food and Agriculture Organization und der WHO – World Health Organization). Im Codex Alimentarius wird mit den "General Principles of Food Hygiene" das Hazard Analysis and Critical Control Point (HACCP)-System eingeführt. Damit werden mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert und bewertet. In weiterer Folge werden entsprechende Schritte zur Beseitigung bzw. notwendigen Reduktion dieser Gefahren gesetzt.

Das Unternehmen geht in seinem Bestreben nach Lebensmittelsicherheit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat daher weltweit anerkannte Standards für Lebensmittelsicherheit und Produktschutz im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt. Die bedeutendsten Standards sind z.B. der FSSC 22000, die ISO 22000 und der IFS. Im Geschäftsjahr 2013|14 waren mehr als 90% aller Produktionsstandorte nach mindestens einem internationalen Standard zur Lebensmittelsicherheit zertifiziert.

Gesellschaftliches Engagement:

  • % Im Herbst 2013 beging AGRANA ihr 25-jähriges Firmenjubiläum. Das gesamte Geschäftsjahr 2013|14 standen externe Veranstaltungen und die Unternehmenskommunikation im Zeichen der erfolgreichen Entwicklung von einem österreichischen Zucker- und Stärkeproduzenten zu einem international tätigen Konzern. Um dieses Jubiläum mit den Mitarbeitern gebührend zu feiern fand im September 2013 ein Fest für die Beschäftigten aller österreichischen Werke am Standort der Zuckerfabrik Tulln statt. Daneben wurde ein Benefizkonzert in Kooperation mit dem Theater an der Wien veranstaltet zu dem 25 Mitarbeiter internationaler Standorte im Rahmen eines Gewinnspiels Tickets gewinnen konnten. Den Kartenerlös dieses Benefiz-Abends verdoppelte AGRANA und spendete gemeinsam mit dem "Theater an der Wien" einen Gesamtbetrag von 70.000 € jeweils zur Hälfte an die Organisationen "Malteser Care Ring Kinderhilfe" und "Hilfe im eigenen Land – Katastrophenhilfe Österreich". Die "Malteser Care-Ring Kinderhilfe" bietet fachliche Unterstützung in der häuslichen Pflege für Familien mit schwer erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Der Verein "Hilfe im eigenen Land" ist eine österreichweit tätige Organisation, die nach einem unerwarteten Todesfall, einer schlimmen Erkrankung oder Naturkatastrophen plötzlich in Not geratenen Menschen und Familien rasch und unmittelbar finanziell hilft.
  • % Helfende Hände: Auch im Geschäftsjahr 2013|14 spendete AGRANA wie in den Vorjahren Zucker für die "Le+O"-Märkte der Caritas. Diese Märkte bieten Lebensmittel zu einem symbolischen Preis und Orientierung in Form von Sozialberatung für einkommensschwache Menschen. Wie auch in der Vergangenheit haben AGRANA Mitarbeiter der Zentrale in Wien die wöchentlichen Lebensmittelausgaben in einem nahegelegenen "Le+O"-Markt im Rahmen von Freiwilligenarbeit in ihrer Arbeitszeit tatkräftig unterstützt. Die AGRANA-Kartoffelstärkefabrik in Gmünd|Österreich unterstützte "SOMAmobil Waldviertel", einen mobilen Sozialmarkt, der mehr als 800 Menschen mit geringem Einkommen in 16 Waldviertler Gemeinden mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs versorgt mit Kartoffeldauerprodukten wie z.B. Kartoffelpüree. AGRANA Fruit Mexico hat im Geschäftsjahr 2013|14 an einer Aktion des mexikanischen Zentrums für Philanthropie teilgenommen, das jährlich Unternehmen für Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility auszeichnet. Die Bewertungskriterien sind in vier Kategorien gegliedert: Unternehmensethik, Sozialstandards und -leistungen für Mitarbeiter, Umweltschutz sowie gesellschaftliches Engagement in der lokalen Gemeinschaft. AGRANAs mexikanischer Produktionsstandort wurde für sein vielfältiges Angebot im Bereich physischer und psychischer Gesundheitsmaßnahmen für seine Mitarbeiter sowie die von Mitarbeitern im Rahmen von Renovierungsprojekten an 20 lokalen Schulen geleistete Freiwilligenarbeit mit dem "ESR" (Empresa Socialmente Responsable)-Zeichen geehrt.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung- und Entwicklungstätigkeit.

Die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") verfolgt in einem hochkompetitiven Marktumfeld das strategische Ziel, durch Produktinnovationen Markttrends zu setzen und sich von den Mitbewerbern zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue, innovative Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) stellt somit einen unverzichtbareren Bestandteil der auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie dar.

AGRANA unterhielt im Geschäftsjahr 2013|14 zwei Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Die Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT), Tulln|Österreich, beschäftigte sich mit Landwirtschaft, Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie. Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC4 ) Gleisdorf|Österreich war die zentrale Forschung und Entwicklung des Fruchtzubereitungsbereiches organisiert. Die Aufgabe des ICC bestand in der Entwicklung von Produkten und Produktionsverfahren sowie Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren.

Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC, "Innovation and Competence Center") Gleisdorf| Österreich ist die zentrale Forschung und Entwicklung des Fruchtzubereitungsbereichs organisiert. Aufgabe dieser Einrichtung ist die Entwicklung von innovativen Produkten und Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren. Eine zentrale Marktentwicklungsabteilung in Mitry-Mory|Frankreich unterstützt das ICC in Gleisdorf.

Im Geschäftsjahr 2013|14 investierte AGRANA rund 17,2 (Vorjahr: 18,2) m€ in Forschung und Entwicklung, was, gemessen am Konzernumsatz, einer F&E-Quote von 0,57 % (Vorjahr von 0,59 %) entsprach. Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 218 (Vorjahr: 204) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2013|14 beschäftigte die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft durchschnittlich 174 (Vorjahr 153) Mitarbeiter (ohne Vorstandsmitglieder).

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftige im Geschäftsjahr 2013|14 durchschnittlich 8.778 Mitarbeiter, die sich wie folgt auf die einzelnen Segmente aufteilen: Im Segment Zucker waren 2.399 Mitarbeiter und im Segment Stärke 1.008 Mitarbeiter beschäftigt. Den höchsten Mitarbeiterstand verzeichnete das Segment Frucht mit 5.371 Beschäftigten.

Personalstrategie als langfristige Perspektive

AGRANA versteht sich als internationale Unternehmensgruppe. Integrität, Leistungsbereitschaft und soziales Bewusstsein sollen verbinden, die Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Der Arbeits- und Führungsstil ist von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung bestimmt.

In diesem Sinne übernimmt auch jeder AGRANA-Mitarbeiter Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung. Die Führungskräfte und die Personalabteilungen bieten dafür allen Mitarbeitern Möglichkeiten und Hilfestellungen im Einklang mit den Geschäftszielen. Dadurch konnte ein wertvoller Beitrag zur Profitabilität und zum Wachstum der Geschäftsbereiche geleistet werden.

Zur Unterstützung der strategischen Ziele existiert ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2013|14 waren 6,7 % (Vorjahr: 6,0 %) aller Beschäftigten Teil dieses erfolgsorientierten Entlohnungssystems.

Personalentwicklung und Weiterbildung in der AGRANA-Gruppe

Wie auch in den Vorjahren bot AGRANA zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen wie auch im persönlichkeitsbildenden Bereich, an. Laufende unternehmensübergreifende Programme, um den Austausch der Segmente zu fördern und die Internationalität des Konzerns zu unterstützen, wurden fortgeführt. Erst durch diese Beständigkeit können der nachhaltige Erfolg dieser Trainingsaber auch Traineeprogramme und der Mehrwert für das Unternehmen und seine Mitarbeiter sichergestellt werden.

Ein besonderer Fokus wurde auch im Geschäftsjahr 2013|14 auf "Onboarding"-Programme und "Welcome Days" gelegt, die in allen Segmenten und der Holding organisiert wurden, um neuen Mitarbeitern einen schnellen Überblick über den eigenen Bereich, aber auch die gesamte AGRANA-Welt zu geben. In der Folge können Mitarbeiter am segmentübergreifenden, konzernweiten Austausch INCA (International Communication at AGRANA) teilnehmen.

Die Förderung von Talenten hat bei AGRANA einen hohen Stellenwert. Im Jänner 2014 haben 22 Mitarbeiter und 7 Mitarbeiterinnen den dritten Durchgang des Talente-Programmes "ACT" (AGRANA Competencies Training) beendet. Bei der abschließenden Projektpräsentation wurden über den hoch gesteckten Erwartungen liegende Ergebnisse z.B. im Bereich weiterer Vermarktungsmöglichkeiten für Reststoffe aus der Apfelsaftkonzentratsproduktion vorgestellt. Aber auch die Entwicklung der Mitarbeiter im Laufe des Programmes war auffallend positiv. Mit den Ergebnissen der Projekte aber auch der intensiven Weiterbildung einer ausgewählten Anzahl von Mitarbeitern ist AGRANA für die Zukunft bestens vorbereitet.

Konzernweit bot AGRANA im Geschäftsjahr 2013|14 insgesamt 78 Lehrlingen (Vorjahr: 65) in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit, u.a. als MaschinenbautechnikerIn, ElektrotechnikerIn, Elektrobetriebs- und ProzessleittechnikerIn, MetalltechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn, MechatronikerIn, Industriekauffrau/-mann sowie als Informationstechnologie-TechnikerIn. Der Anteil weiblicher Lehrlinge lag bei 10,3 %.

Gesundheit & Arbeitssicherheit

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2013|14, zusätzlich zu gesetzlichen und segmentbezogenen Berichtspflichten, erstmals globale, über alle Geschäftssegmente einheitlich definierte Arbeitssicherheitskennzahlen erhoben. Diese im Geschäftsjahr 2013|14 erstmals weltweit nach einheitlichen Kriterien erhobenen Kennzahlen werden im Geschäftsjahr 2014|15 im Detail analysiert. Aufgrund der Ergebnisse dieser Analyse werden im Rahmen eines internationalen Vergleichs Verbesserungspotentiale sowie Best Practices identifiziert, um in den einzelnen Standorten – entsprechend adaptiert – schrittweise umgesetzt zu werden.

Zusätzlich zum Angebot der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen. Ziel ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie des Wohlbefindens der Mitarbeiter.

Neben gesundheitlichen Routine-Checks, Tipps zu ausgewogener, gesunder Ernährung, Ergonomie am Arbeitsplatz zur Prävention von Verspannungen und schwerwiegenderen Probleme, werden viele unterschiedliche sportliche Aktivitäten angeboten. Weiters gelang es erneut, zahlreiche Laufsportler für die Teilnahme am jährlichen "Wien Energie Business Run" zu begeistern.

Als führendes Unternehmen in der Lebensmittelbranche weist AGRANA auch die eigenen Mitarbeiter auf die Wichtigkeit einer gesunden und vitaminreichen Ernährung hin. Mit lokalen Aktionen wie dem "Obstkorb" – frisches Obst zur freien Entnahme – und der freien Verfügbarkeit von Mineralwasser soll dies unterstrichen werden.

Neben diesen Angeboten zu Verbesserung der physischen Gesundheit, wurde im Februar 2014 an allen österreichischen Standorten eine (gesetzlich vorgeschriebene) Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Mit Hilfe einer Mitarbeiterumfrage werden nun zusätzlich zur laufenden Arbeitsplatzevaluierung durch die Präventivfachkräfte an den Standorten auch die arbeitsbedingten psychischen Belastungen erhoben. Nach Analyse der Ergebnisse werden im Geschäftsjahr 2014|15 geeignete Maßnahmen umgesetzt werden.

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RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu setzen.

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf Chancen und Risiken aus sich verändernden Marktpreisen für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.

Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer "Monte-Carlo-Simulation" ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnte. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sich diese aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäfts wird ohne Ausnahmen abgelehnt.

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von derivativen Instrumenten ist nur zur Absicherung von Grundgeschäften, nicht jedoch zu Spekulationszwecken erlaubt. Über die Verwendung von Derivaten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. In den Risiken der AGRANA-Gruppe schlagen sich auch Aspekte der Nachhaltigkeit, wie z.B. der Klimawandel, nieder. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe betreffen Risiken aufgrund klimatischer Veränderungen in erster Linie deren Verfügbarkeit. Daneben ist AGRANA, aufgrund der vor allem in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion, einem Risiko durch die Energie- und Umweltgesetzgebung ausgesetzt.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffs Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Für die Raffinationsstandorte in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus hohen Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Diese werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.

Im Segment Stärke werden Lieferverträge in adäquatem Ausmaß zur Sicherung der Bedarfsmengen an Rohstoffen abgeschlossen. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte) erfolgen. Umfang und Ergebnis dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des monatlichen Reporting und werden dem AGRANA-Vorstand berichtet.

Bei der Bioethanolproduktion führen Preisveränderungen beim Rohstoff Getreide in der Regel auch zu einer gleichgerichteten Preisänderung des Nebenproduktes ActiProt®. Dadurch können Rohstoffpreisrisiken teilweise kompensiert werden ("Natural Hedge"). Es verbleibt jedoch das Restrisiko, dass steigende Rohstoffkosten nicht in vollem Ausmaß an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Die Produktionsvorgänge vor allem in den Segmenten Zucker und Stärke sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung, über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige, korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Die frühzeitige Erkennung von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Zuckermarktordnung:

Der Rat der Europäischen Union sowie das Parlament konnten sich im Oktober 2013 darauf verständigen, dass die Zuckermarktordnung mit September 2017 auslaufen wird. Mit 30. September 2017 entfällt demzufolge die Quotenregelung für Zucker und Isoglukose und beide Produkte können dann in beliebigen Quantitäten erzeugt und verkauft werden.

Freihandelsabkommen:

Das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA könnte wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. Nach derzeitigem Stand werden landwirtschaftliche Erzeugnisse (insbesondere Zucker und Stärke) als sensible Produkte klassifiziert und sind somit nicht Gegenstand der Verhandlungen. Es ist allerdings möglich, dass sich das in weiteren Verhandlungsrunden, ab 2015, ändern wird. Details der Verhandlungstexte sind bis dato nicht öffentlich einsehbar.

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien bildet die Basis für die seit Oktober 2007 gültige Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin, deren Höhe eine starke Auswirkung auf den Geschäftsbereich Bioethanol hat. Aufgrund der aktuellen österreichischen und europäischen Gesetzeslage ist zumindest von einer Beibehaltung der derzeitigen Beimischungsquoten bis 2020 auszugehen. Trotzdem werden neue Initiativen auf EU-Ebene (indirekte Landnutzungsänderungen) sowie die öffentliche Diskussion und nationale Gesetzesinitiativen zu diesem Thema genauestens beobachtet, analysiert und durch das Risikomanagement bewertet.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend mögliche rechtliche Änderungen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls antizipative Maßnahmen. Dies betrifft besonders die Bereiche Lebensmittel- und Umweltrecht.

Derzeit bestehen keine zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, leitete die slowakische Wettbewerbsbehörde im Geschäftsjahr 2009|10 Erhebungen unter anderem gegen die lokale AGRANA-Zuckergesellschaft ein. Bis heute erfolgten jedoch keine weiteren Schritte.

Das im Jahr 2010 durch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde beantragte Kartellverfahren wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, brachte bis dato keine weitere Entscheidung des Kartellgerichts. AGRANA hält die Beschuldigung weiterhin für unbegründet und es wurden bis dato keine rechtlichen Schritte seitens der Behörden eingeleitet.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Die Finanzierung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, finanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

% Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung des IFRS 7 wurden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

158 % Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Euro-Finanzierungen entstehen. Für AGRANA sind vor allem die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel und brasilianischem Real von Relevanz.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

  • % Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist, durch von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien, jederzeit ausreichend gesichert.
  • % Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Risiken aus Unregelmäßigkeiten

Im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2011|12 der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán|Mexiko, traten Verdachtsmomente auf, dass verschiedene Geschäftsvorfälle nicht im Einklang mit dem AGRANA "Code of Conduct" standen und deren finanzieller Ausweis nicht den geltenden externen und internen Bilanzierungsvorschriften entsprach. Nach intensiven Erhebungen wurde Anfang Juni 2012 das lokale Management ausgetauscht, der Fall aufgearbeitet, und im Jahresabschluss 2012|13 entsprechende finanzielle Vorsorgen getroffen.

Im Geschäftsjahr 2013|14 ergaben sich keine wesentlichen, neuen Erkenntnisse zu diesem Betrugsfall, und die im Geschäftsjahr 2012|13 erfolgten internen und externen Ermittlungen erwiesen sich als umfassend. Es laufen Strafanzeigen gegen das frühere Management sowie Zivilklagen gegen Firmen, welche in deren Eigentum stehen bzw. standen.

Interne und externe Prüfungen sollen bestmöglich sicherstellen, dass ähnliche Vorfälle verhindert bzw. frühzeitig erkannt werden.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Absatz- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem (Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB)

Der Vorstand der AGRANA ist sich der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften bewusst.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Die Werte der Einzelabschlüsse werden in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul übernommen. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravierenden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energie-, Rohstoff-, Verkaufspreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäftsjahresende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer

konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft beträgt zum Stichtag 28. Februar 2014 103,2 Mio. € und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 86,2 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft. Die Z&S ist eine 100 %- Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, an welcher die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, gehalten wird, sowie die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50% beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft nominiert und bestellt.

M&G Investmentfonds des britischen Finanzunternehmens Prudential plc, London|Großbritannien, hielten bis 27. Februar 2014 mehr als 15 % am AGRANA-Grundkapital. Die Z&S, die als Mehrheitsaktionärin der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft bis zu diesem Zeitpunkt 75,5 % des Grundkapitals hielt, hat von M&G Investmentfonds einen Anteil in Höhe von 10,7 % unmittelbar übernommen, wodurch die Z&S nach dieser Transaktion 86,2 % der Stimmrechte an AGRANA hält. Weitere 4,9 % an AGRANA-Aktien wurden unmittelbar von Südzucker erworben, die dadurch ihren direkten Anteil an der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft auf rund 6,5 % aufgestockt hat, von denen 4,9 % wieder platziert werden sollen, um den Streubesitz der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft zu erhöhen. Ziel ist es, die Liquidität der AGRANA-Aktie zu erhöhen und so die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Auf nicht platzierte Aktien hat die Z&S eine ab dem 1. März 2015 ausübbare Call-Option gegenüber Südzucker.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte in 2013|14 keine Zweigniederlassungen

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es sind nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSEBERICHT

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2014 und einem gut diversifizierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet, rechnet aber mit einer etwas schwächeren Ergebnisentwicklung.

Aus heutiger Sicht geht AGRANA für das Geschäftsjahr 2014|15 von einem leichten Rückgang beim Konzernumsatz aus, der auf ein im Durchschnitt etwas niedrigeres Preisniveau bei leicht steigenden Verkaufsmengen zurückzuführen ist. Beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) erwartet der Konzern ebenfalls eine geringfügige Abschwächung.

Wien, am 29. April 2014

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

JAHRESABSCHLUSS DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013|14 VOM 1. MÄRZ 2013 BIS 28. FEBRUAR 2014

INHALTSVERZEICHNIS

Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz

Anhang zum Jahresabschluss

Allgemeines

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erläuterungen zur Bilanz

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige Angaben

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Organe und Arbeitnehmer

Entwicklung des Anlagevermögens

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2013 | 14

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2013|14 VOM 1. MÄRZ 2013 BIS 28. FEBRUAR 2014

164 in t¤ 2013 14 2012 13
1. Umsatzerlöse 71 71
2. Sonstige betriebliche Erträge 37.972 37.478
3. Personalaufwand –22.003 –19.511
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –2.074 –1.418
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen –23.033 –24.096
6. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 5) –9.067 –7.476
7. Erträge aus Beteiligungen 53.745 53.825
– davon aus verbundenen Unternehmen 53.740 (Vorjahr: 53.820) t€
8. Erträge aus anderen Wertpapieren
des Finanzanlagevermögens 5.215 5.207
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.707 4.761
– davon aus verbundenen Unternehmen 5.707 (Vorjahr: 4.606) t€
10. Erträge aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen 0 1.211
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen 0 –1.661
– davon aus Abschreibungen 0 (Vorjahr: 1.661) t€
– davon aus verbundenen Unternehmen 0 (Vorjahr: 1.661) t€
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –2.719 –3.255
13. Finanzerfolg (Z 7 bis 12) 61.948 60.089
14. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Z 1 bis 13) 52.881 52.612
15. Steuern vom Einkommen 530 81
16. Jahresüberschuss 53.411 52.693
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.177 3.612
18. Bilanzgewinn 58.588 56.305
in t¤ Stand am Stand am
28. 02. 2014 28. 02. 2013
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.423 1.584
II. Sachanlagen 2.735 1.587
III. Finanzanlagen 617.941 617.941
622.099 621.112
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 139.628 140.767
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 130 198
139.758 140.965
Summe Aktiva 761.857 762.077
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210 103.210
II. Kapitalrücklagen 418.990 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 58.588 56.305
– davon Gewinnvortrag 5.177 (Vorjahr: 3.612) t€
594.716 592.433
B. Rückstellungen
I. Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 4.311 3.520
II. Rückstellung für Steuern und sonstige 30.117 32.046
34.428 35.565
C. Verbindlichkeiten
I. Finanzverbindlichkeiten 110.031 110.087
II. Übrige Verbindlichkeiten 22.682 23.993
132.713 134.079
Summe Passiva 761.857 762.077
Haftungsverhältnisse 272.361 320.211

166 A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gesellschaft ist als große Gesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen. Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in Euro (EUR), jene der Vorjahresbeträge in tausend Euro (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 33,33

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5 - 10 20 - 10
EDV-Ausstattung 3 33,33
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrundegelegt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

c. Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 2.802 (im Vorjahr 7 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 638.727,94 (im Vorjahr 454 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden gemäß § 198 und 211 UGB nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dazu wurde ein Gutachten der Valida Consulting GmbH, Wien, eingeholt. Der Rückstellungsberechnung liegen ein Rechnungszinssatz von 2,75 % (im Vorjahr 3,0 %), Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0 bis 7,61 % (im Vorjahr 0 bis 8,31 %) sowie Gehaltsanpassungen zugrunde.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 2,75 % (im Vorjahr 3,0 %) so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension ausfinanziert ist, wenn die Anwartschaftsberechtigten das 65. (Vorjahr: 65.) Lebensjahr vollendet haben. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Nachschusspflicht an die Pensionskassa. Die Rückstellung für die Nachschussverpflichtung wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und der Rechnungszinssatz von 2,75 % (im Vorjahr 3,0 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0 bis 7,61 % (im Vorjahr 0 bis 8,31 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe des Eigenkapital gem. Geschäfts- Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB jahr schuss/fehlbetrag
% EUR EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100 6.859.027,68 2013/14 584.503,22
AGRANA J & F Holding GmbH, Wien*) 98,91 247.733.628,90 2013/14 -546.207,35
AGRANA Zucker GmbH., Wien*) 98,91 362.653.766,09 2013/14 51.192.199,11
AGRANA Stärke GmbH., Wien*) 98,91 277.299.975,78 2013/14 63.220.847,77
AGRANA Group-Service GmbH 100 3.459.127,11 2013/14 -267.883,37
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs
und Produktions- GesmbH, Wien 66,67 7.728.632,69 2013/14 587.792,80
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln 100 4.587.121,73 2013 1.611.173,23

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien und haben eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren (€ 45.000.000,00) bzw. von mehr als 5 Jahren (€ 65.000.000,00).

Die Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien wurde in die AGRANA Group-Services GmbH, Wien verschmolzen. Da beide Gesellschaften vor der Verschmelzung bereits zu 100 % im Eigentum der Gesellschaft standen, erfolgte die Verschmelzung erfolgsneutral.

in EUR (Vorjahr in TEUR) Restlaufzeit Restlaufzeit von
mehr
Bilanzwert
bis 1 Jahr als 1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 129.142.425,29 0,00 129.142.425,29
(28.02.2013) (131.633) 0 (131.633)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 10.473.805,61 12.169,52 10.485.975,13
(28.02.2013) (9.116) (17) (9.133)
Summe 139.616.230,90 12.169,52 139.628.400,42
(28.02.2013) (140.750) (17) (140.767)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 129.142.425,29 (im Vorjahr 131.633 TEUR) sonstige Forderungen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Partizipationsscheinen in Höhe von EUR 5.206.250,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR), Forderungen aus Kapitalertragsteuer gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 5.122.104,44 (im Vorjahr 3.809 TEUR) sowie andere kurzfristige Forderungen.

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 5.206.250,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR) enthalten.

(3) Grundkapital

172

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich aus 14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien – Stammaktien zusammen.

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 01.03.2013 Veränderung Stand 28.02.2014
EUR EUR EUR
G
ebundene
373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
N
icht gebundene
45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 418.989.595,00

(5) Gewinnrücklagen

Stand 01.03.2013 Veränderung Stand 28.02.2014
EUR EUR EUR
G
esetzliche Rücklage
47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,07 0,00 13.927.964,07

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die Abfertigungsrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand Verbrauch Auflösung Zuweisung Stand am
28.02.2013 28.02.2014
in EUR in EUR in EUR in EUR in EUR
Abfertigung 2.726.869,61 10.750,22 2.737.619,83
Pensionsansprüche 458.564,27 744.349,73 1.202.914,00
Jubiläumsgelder 334.153,33 36.651,31 370.804,64
Altersteilzeit 37.748,81 37.748,81 0,00
Nicht konsumierte Urlaube 1.607.777,35 237.187,20 1.844.964,55
Sonderzahlungen 483.873,05 142.000,00 34.898,76 376.771,81
Prüfungsaufwand 205.000,00 205.000,00 228.000,00 228.000,00
Veröffentlichungsaufwand 186.500,00 110.637,23 75.862,77 157.000,00 157.000,00
Kosten der
Hauptversammlung
40.000,00 40.000,00 45.000,00 45.000,00
Kosten Bilanzpresse
konferenz
4.000,00 4.000,00 3.500,00 3.500,00
Konzernkommunikation 88.130,00 74.130,00 14.000,00 10.000,00 10.000,00
Aufsichtsratsvergütungen 200.000,00 200.000,00 250.000,00 250.000,00
Pensionskasse 59.662,83 59.662,83 2.822,40 2.822,40
Sonstige ausstehende
Eingangsrechnungen
582.309,54 582.309,54 576.510,06 576.510,06
Sonstiges 300.000,00 222.203,74 77.796,26 0,00
Summe 7.314.588,79 1.677.692,15 167.659,03 2.336.669,68 7.805.907,29

(7) Verbindlichkeiten

28.02.14 28.02.13
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 110.031.099,51 110.000
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (31.099,51) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (45.000.000,00) (45.000)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (65.000.000,00) (65.000)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.214.980,63 1.572
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (1.214.980,63) (1.572)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0,00) (0)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (0,00) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 15.642.020,87 10.053
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (15.642.020,87) (10.053)
Sonstige Verbindlichkeiten 5.825.353,06 12.454
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (5.825.353,06) (12.368)
Summe 132.713.454,07 134.079
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (22.713.454,07) (23.993)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (45.000.000,00) (45.000)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (65.000.000,00) (65.000)

RLZ = Restlaufzeit

Aufgrund der weiterhin andauernden, weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, hat sich die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2012/13 entschieden, das günstige Umfeld zu nutzen und erstmalig am Kapitalmarkt ein Schuldscheindarlehen über EUR 110.000.000,00 aufgenommen.

Mit dieser Transaktion wurden die Helaba Landesbank Hessen/Thüringen sowie die Raiffeisenbank International AG mandatiert.

Das Schuldscheindarlehen wurde in Tranchen von 5, 7 und 10 Jahren begeben und leistet somit einen wesentlichen Beitrag für die langfristige finanzielle Absicherung des Konzerns. Als weiteres strategisches Ziel wurde die Verbreiterung der Investorenbasis angestrebt. Insgesamt haben 31 Banken bzw. Pensionsfonds gezeichnet.

Der gesamte Gegenwert des Schuldscheindarlehens wurde konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht und wird dort für allgemeine Refinanzierungszwecke, insbesondere für den Bau der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf verwendet.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 3.054.800,52 (im Vorjahr 2.822 TEUR) und Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 1.154.459,08 (im Vorjahr 7.979 TEUR) enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 3.054.800,52 (im Vorjahr 2.822 TEUR) sowie Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 632.399,40 (im Vorjahr 573 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 15.642.020,87 (im Vorjahr 10.053 TEUR) enthalten.

Das Mietverhältnis im Strabaghaus endete am 30.04.2013.

Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2014/15 beträgt EUR 1.355.319,72 (im Vorjahr 1.024 TEUR). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 6.776.598,60.

Der Mietvertrag für die Telefonanlage Alcatel endete am 31.07.2013. Die Telefonanlage ging in das Eigentum von AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft durch Bezahlung des Restwerts in Höhe von EUR 166.240,00 netto über.

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

28.02.2014 28.02.2013
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 7.800.000,00 37.800
Haftungen aus Zahlungsgarantien 264.561.060,00 282.411
Summe 272.361.060,00 320.211
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 229.121.281,00 242.286

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 01. März 2013 bis 28. Februar 2014, im Vorjahr jenen vom 01. März 2012 bis 28. Februar 2013.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 70.995,74 (im Vorjahr 71 TEUR) beinhalten nur Inlandsumsätze.

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 24.707,00 (im Vorjahr 73 TEUR).

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 167.659,03 (im Vorjahr 112 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen in Höhe von EUR 89.862,77 (im Vorjahr 49 TEUR) betreffend Veröffentlichungsaufwand und Konzernkommunikation.

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von EUR 37.780.073,44 (im Vorjahr 37.293 TEUR) enthalten Erträge aus Konzernverrechnungen für die Nutzung der Markenrechte in Höhe von EUR 13.603.200,00 (im Vorjahr 13.814 TEUR), für IT-Leistungen und Personal in Höhe von EUR 23.968.215,39 (im Vorjahr 21.976 TEUR), die Auflösung von Einzelwertberichtigungen in Höhe von EUR 68.514,00 (im Vorjahr 1.136 TEUR), Durchlaufposten in Höhe von EUR 83.989,76 (im Vorjahr 182 TEUR) sowie andere Erträge in Höhe von EUR 56.154,29 (im Vorjahr 185 TEUR).

(13) Personalaufwand

2013/14 2012/13
in EUR in TEUR
Gehälter 16.249.126,04 14.966
Aufwendungen für Abfertigungen 404.187,56 404
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge
kassen (MVK)
131.554,40 109
Aufwendungen für Altersversorgung 1.724.191,27 1.005
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 3.156.678,38 2.874
Sonstige Sozialaufwendungen 336.822,60 153
Summe 22.002.560,25 19.511

davon entfallen

Abfertigungen und
Leistungengen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
2013/14
2012/13
Pensionen (Rückstellungen)
2013/14 2012/13
EUR TEUR EUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 187.184,95 -6 1.706.556,57 987
andere Arbeitnehmer 348.557,01 518 17.634,70 18
Summe 535.741,96 512 1.724.191,27 1.005

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 174 Angestellte (im Vorjahr 153 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 3.165.292,90 (im Vorjahr 2.983 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 967.719,84 (im Vorjahr 741 TEUR) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von EUR 744.349,73 (im Vorjahr 246 TEUR Zuführung) zugewiesen und eine Rückstellung für Nachschussverpflichtung in Höhe von EUR 0,00 (im Vorjahr 0,00 TEUR) gebildet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2013/14 eine Vergütung von EUR 250.000,00 (im Vorjahr 200 TEUR).

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen EUR 23.034.321,59 (im Vorjahr 24.096 TEUR) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV-Beratung von EUR 8.421.864,23 (im Vorjahr 7.088 TEUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von EUR 4.930.093,63 (im Vorjahr 6.659 TEUR), Leasing, Mieten und Pachten von EUR 1.432.295,46 (im Vorjahr 1.387 TEUR), die Zuweisung zur Einzelwertberichtigung Forderung von EUR 0,00 (im 69 TEUR), Werbeaufwendungen von EUR 1.422.384,25 (im Vorjahr 1.246 TEUR) sowie andere Aufwendungen in Höhe von EUR 6.827.684,02 (im Vorjahr 6.563 TEUR).

(15) Erträge aus Beteiligungen

2013/14 2012/13
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 53.740.266,00 53.820
Erträge von sonstigen Beteiligungen 5.000,00 5
Summe 53.745.266,00 53.825
2013/14 2012/13
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer -6.536.730,00 -14.170
Körperschaftsteuer Vorperioden 10.329,16 -3.133
Steuerumlagen 7.097.562,65 17.452
nicht abzugsfähige Quellensteuer -41.410,81 -69
Summe 529.751,00 81

(17) Steuern vom Einkommen

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA J & F Holding GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., die AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH und die AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

F. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Bioethanol GmbH, Wien, Österreich AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA d.o.o., Brþko, Bosnien-Herzegowina AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fidschi AGRANA Fruit France S.A., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., OstroáĘka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville, USA AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika

AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich AGRANA J & F Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Juice Magyarorzág Kft., Vásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Poland Sp z.o.o., Biaáobrzegi, Polen AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD, Xianyang City, China AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Skrob s.r.o., Hrušovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA TANDAREI SRL, ndćrei, Rumänien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich Biogáz FejlesztŊ Kft., Kaposvár, Ungarn Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn

Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich PERCA s.r.o., Hrušovany, Tschechien S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., ndćrei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered', Slowakei Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Allhartsberg, Österreich Ybbstaler Fruit Polska Sp.z.o.o., Cheám, Polen Yube d.o.o., Poãega, Serbien Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

"AGRAGOLD" d.o.o., Brcko, Bosnien-Herzegowina AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien AGRAGOLD dooel, Skopje, Mazedonien AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, Österreich AGRAGOLD trgovina d.o.o., Ljubljana, Slowenien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Beograd, Serbien GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn HungranaTrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brþko, Bosnien-Herzegowina

183

G. AUFWENDUNGEN FÜR DEN ABSCHLUSSPRÜFER (§ 237 Z14 UGB)

2013/14
Jahres
abschluss
EUR
Andere
Bestätigungs
leistungen
EUR
sonstige
Leistungen
EUR
Gesamt
EUR
2012/13
Jahres
abschluss
TEUR
Andere
Bestätigungs
leistungen
TEUR
sonstige
Leistungen
TEUR
Gesamt
TEUR
KPMG Austria AG
Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft
30.280,00 300.370,98 201.105,39 531.756,37 26 219 106 351
Summe 30.280,00 300.370,98 201.105,39 531.756,37 26 219 106 351

H. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Dr. Christian KONRAD, Wien Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Dipl.-Ing. Josef PRÖLL, Wien Dipl.-Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt Dr. Jochen FENNER, Gelchsheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.-Ing. Stephan SAVIC, Wien Ing. Peter VYMYSLICKY, Leopoldsdorf Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg

185

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Mag. Walter GRAUSAM, Wien Dkfm. Thomas KÖLBL, Speyer

Wien, am 29. April 2014

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h.

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Mag. Walter Grausam e.h.

Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2013 | 14

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffungskosten
Stand Zugang Abgang Stand
01.03.13 28.02.14
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.300,93 0,00 0,00 611.300,93
2. EDV-Software 6.816.291,40 860.150,84 0,00 7.676.442,24
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 189.849,17 62.891,35 189.849,17 62.891,35
7.617.441,50 923.042,19 189.849,17 8.350.634,52
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.848.056,32 2.122.886,70 1.301.294,00 4.669.649,02
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 84.636,73 84.636,73 0,00
3.848.056,32 2.207.523,43 1.385.930,73 4.669.649,02
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 424.145.490,31 0,00 0,00 424.145.490,31
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 110.000.000,00 0,00 0,00 110.000.000,00
3. Beteiligungen 258.620,00 0,00 0,00 258.620,00
4. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens 85.206.800,00 0,00 0,00 85.206.800,00
619.610.910,31 0,00 0,00 619.610.910,31
Gesamtsumme 631.076.408,13 3.130.565,62 1.575.779,90 632.631.193,85
Abschreibungen Buchwerte
Stand Jahres- Zuschreibung Abgang Stand Stand Stand
01.03.13 abschreibung 28.02.14 28.02.14 28.02.13
380.374,93 61.060,00 0,00 0,00 441.434,93 169.866,00 230.926,00
5.463.292,40 960.072,84 0,00 0,00 6.423.365,24 1.253.077,00 1.352.999,00
189.849,17 62.891,35 0,00 189.849,17 62.891,35 0,00 0,00
6.033.516,50 1.084.024,19 0,00 189.849,17 6.927.691,52 1.422.943,00 1.583.925,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2.260.770,13 904.927,71 0,00 1.231.427,00 1.934.270,84 2.735.378,18 1.587.286,19
0,00 84.636,73 0,00 84.636,73 0,00 0,00 0,00
2.260.770,13 989.564,44 0,00 1.316.063,73 1.934.270,84 2.735.378,18 1.587.286,19
1.660.724,48 0,00 0,00 0,00 1.660.724,48 422.484.765,83 422.484.765,83
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 110.000.000,00 110.000.000,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 258.620,00 258.620,00
9.204,00 0,00 0,00 0,00 9.204,00 85.197.596,00 85.197.596,00
1.669.928,48 0,00 0,00 0,00 1.669.928,48 617.940.981,83 617.940.981,83
9.964.215,11 2.073.588,63 0,00 1.505.912,90 10.531.890,84 622.099.303,01 621.112.193,02

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien,

für das Geschäftsjahr vom 1. März 2013 bis zum 28. Februar 2014 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 28. Februar 2014, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 28. Februar 2014 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 28. Februar 2014 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. März 2013 bis zum 28. Februar 2014 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 29. April 2014

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler e.h. ppa Mag. Nikolaus Urschler e.h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

190 Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2014 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;

█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013|14 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 29. April 2014

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf; Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Segmentverantwortung Zucker Kommunikation (inklusive Investor Relations) sowie Forschung und Entwicklung; Segmentverantwortung Stärke

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht; Segmentverantwortung Frucht

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERWENDUNG DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

2013 14
in €
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2013 bis 28. Februar 2014
schließt mit einem Bilanzgewinn von 58.588.379
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 3,60 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 51.127.344
Vortrag auf neue Rechnung 7.461.035
58.588.379

IMPRESSUM

192 IMPRESSUM

Eigentümer, Herausgeber und Verleger

AGRANA Beteiligungs-AG A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiff eisen-Platz 1

Konzernkommunikation/Investor Relations Mag. (FH) Hannes Haider Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926 E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation/Sustainability Mag. Ulrike Middelhoff Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926 E-Mail: ulrike.middelhoff @agrana.com

Design: marchesani_kreativstudio GmbH Imagekonzept: The Gentlemen Creatives GmbH Imagefotos und Vorstandsporträts: Stefan Badegruber

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreff end sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Infl ation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Personenbezogene Begriff e wie "Mitarbeiter" oder "Arbeitnehmer" werden aus Gründen der Lesbarkeit geschlechtsneutral verwendet.

Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendiff erenzen kommen.

Druck- und Satzfehler vorbehalten.

Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

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