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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report May 29, 2013

733_10-k_2013-05-29_d15598c7-3e82-4996-8d33-c620883fdb02.pdf

Annual Report

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erfolG mit verantworTung

jahres Finanzbericht 2012|13

KONZERNABSCHLUSS 2012|13 der AGRANA-Gruppe nach IFRS

Konzernlagebericht Konzernabschluss Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Gesamtergebnisrechnung Konzern-Geldflussrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapital-Entwicklung Konzernanhang

Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) Konzern-Anteilsbesitz

Bestätigungsvermerk

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

JAHRESABSCHLUSS 2012|13 der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB

Lagebericht Einzelabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Anhang

Bestätigungsvermerk Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Vorschlag für die Gewinnverwendung

Konzern Lagebericht |13

Unternehmensstruktur

Geschäftsfelder

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz- und Ertragslage
  • Investitionen
  • Vermögens- und Finanzlage
  • Cashflow
  • Geschäftsentwicklung der Segmente
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Segment Zucker

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff, Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung

Segment Stärke

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff, Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung
  • Bioethanol

Segment Frucht

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff, Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung
  • Ergebnis aus Sondereinflüssen

Nachhaltigkeit

Produktverantwortung

Forschung und Entwicklung

  • Segment Zucker
  • Segment Stärke
  • Segment Frucht

67 Personal- und Sozialbericht

  • Nachhaltige Personalstrategie
  • Personalentwicklung und Weiterbildung
  • Gesundheit
  • Risikomanagement (inkl. Internes Kontrollund Risikomanagementsystem)
  • Risikopolitik
  • Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
  • Operative Risiken
  • Regulatorische Risiken
  • Rechtliche Risiken
  • Finanzielle Risiken
  • Gesamtrisiko
  • Angaben gemäß § 243a Abs.2 UGB
  • Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte (Angaben gemäß § 243a Abs.1 UGB)
  • 75 Prognosebericht
  • Investitionsplanung

Unternehmensstruktur

44

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht. Rund 8.500 Mitarbeiter an 56 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2012|13 einen Konzernumsatz von rund 3,1 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

45

Geschäftsfelder

AGRANA beliefert in den drei Geschäftssegmenten Zucker, Stärke (inkl. Bioethanol) und Frucht lokale Produzenten sowie große internationale Konzerne speziell im Nahrungsmittelsektor. Bei Bioprodukten ist AGRANA in allen drei Geschäftsbereichen der größte Erzeuger in Europa.

Die im Segment Zucker hergestellten Produkte werden sowohl über den Lebensmittelhandel an Endverbraucher als auch an die weiterverarbeitende Industrie (für Süßwaren, alkoholfreie Getränke usw.) geliefert. Mit länderspezifischen Marken bietet AGRANA eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten für den Endkonsumenten an.

Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA primär Mais und Kartoffeln zu den unterschiedlichsten Stärkeprodukten. Diese werden sowohl an die Nahrungsund Genussmittelindustrie als auch an "Non-Food-Industrien" (z.B. Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie) geliefert. Die bei der Stärkegewinnung anfallenden Nebenprodukte werden als Futtermittel vermarktet. Der Geschäftsbereich Bioethanol mit seinem klimaschonenden Treibstoff ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie. Neben Fruchtsaftkonzentraten werden auch Direktsäfte und Pürees vor allem in Europa für die hoch spezialisierte Fruchtsaftindustrie hergestellt.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

46

Gesch
äftsentwicklung
2012 13 2011 12 Veränderung
in t¤ in t¤ in %
Umsatzerlöse 3.065.906 2.577.631 18,9
EBITDA1 318.311 309.032 3,0
Operatives Ergebnis1 236.900 232.424 1,9
Operative Marge 7,7% 9,0%
Ergebnis aus Sondereinflüssen –19.077 –1.433 > 100
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 217.823 230.991 –5,7
Finanzergebnis –27.656 –24.735 –11,8
Ergebnis vor Ertragsteuern 190.167 206.256 –7,8
Konzernjahresergebnis 156.482 155.673 0,5
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 149.848 97.093 54,3
Investitionen in Finanzanlagen 58 1.718 –96,6
Mitarbeiter 8.449 7.982 5,9

1 Vor Sondereinflüssen

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012|13 (März 2012 bis Februar 2013) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Am 1.Juni 2012 fand das Closing des Zusammenschlusses der AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf|Österreich, mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, statt. Die AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf|Österreich, diente bis zum 31.Mai 2012 als Muttergesellschaft der Juice-Aktivitäten.

Seit 1.Juni 2012 fungiert die AUSTRIA JUICE GmbH (vormals: YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH), Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, als Dachgesellschaft der Juice-Aktivitäten.

Im Zuge dieser Erweiterung der Juice-Aktivitäten wurden per 1.Juni 2012 die Ybbstaler Fruit Austria GmbH und die Ybbstaler Fruit Polska Sp. Z.o.o, Chełm|Polen (Geschäftszweck beider Gesellschaften: Produktion und Vertrieb von Getränkegrundstoffen, Fruchtsaftkonzentraten, natürlichen Aromen und Fruchtsüßen), erstmals in die Vollkonsolidierung einbezogen. Ebenfalls per

Umsatz nach Regionen

1.Juni 2012 wurde die bis zu diesem Zeitpunkt nicht konsolidierte Gesellschaft AGRANA d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina (Geschäftszweck: Handel von Rohzucker und Weißzucker), in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die Flavors from Florida, Inc., Bartow|USA, aus dem Segment Frucht wurde im Geschäftsjahr 2012|13 liquidiert.

Umsatz- und Ertragslage

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2012|13 um 488,3 Mio. € bzw. 18,9% auf 3.065,9 (Vorjahr: 2.577,6) Mio. €. Der Umsatzzuwachs war vor allem auf positive Volumen- und Marktpreisentwicklungen in den Segmenten Zucker und Frucht zurückzuführen. Im Segment Zucker konnten mit 1.121,5 (Vorjahr: 884,4) Mio. € sowohl bei Quotenzucker als auch bei Nicht-Quotenzucker höhere Umsätze erzielt werden, primär aufgrund gesteigerter Absatzmengen, bei Quotenzucker auch bedingt durch ein höheres Verkaufspreisniveau. Die Umsatzerlöse im Segment Stärke lagen bei 804,3 (Vorjahr: 764,3) Mio. € und entwickelten sich insbesondere aufgrund gestiegener Verkaufsvolumina positiv. Im Segment Frucht erreichte AGRANA vorwiegend durch Mengen, aber auch durch Preissteigerungen infolge höherer Rohstoffkosten einen Umsatzzuwachs auf 1.140,1 (Vorjahr: 928,9) Mio. €, wobei es im Bereich Fruchtsaftkonzentrate aufgrund der Fusion mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH (siehe auch Konzernanhang, Seite 92f) einen außerordentlichen Mengenanstieg gab.

Das operative Konzernergebnis lag mit 236,9 Mio. € leicht über dem Vorjahr (232,4 Mio. €). Zu der erneut außergewöhnlich guten Ergebnisentwicklung trugen die Segmente Zucker und Frucht bei. Es setzten sich hier die guten Zucker-Marktbedingungen vor allem in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres fort; das Fruchtzubereitungsgeschäft konnte sowohl absatz- als auch ertragsmäßig wieder gesteigert werden. Lediglich im Segment Stärke verzeichnete AGRANA aufgrund gestiegener Rohstoffkosten und verschärfter Marktbedingungen seit Herbst 2012 einen leichten Ergebnisrückgang.

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen führten Reorganisationsmaßnahmen in Europa ab dem zweiten Quartal 2012|13 und Vorsorgen in Zusammenhang mit aufgedeckten Unregelmäßigkeiten bei der mexikanischen Tochtergesellschaft AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. zu einem Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –19,1 Mio. € an (siehe auch Segment Frucht, Seite 61). Im Vorjahr wurden infolge der Auftrennung der chinesischen Joint Ventures im Fruchtsaftkonzentratbereich zwischen AGRANA und Yantai North Andre –1,4 Mio. € als Sonderergebnis ausgewiesen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2012|13 betrug in der Folge 217,8 (Vorjahr: 231,0) Mio. €.

Das leicht schwächere Finanzergebnis in Höhe von –27,7 (Vorjahr: –24,7) Mio. € war größtenteils auf ein erhöhtes negatives Zinsergebnis (Veränderung: –1,9 Mio. €) zurückzuführen. Hier wirkten sich vor allem der größere Finanzierungsbedarf für das gestiegene Working Capital sowie der höhere Zinsaufwand durch neue, langfristige Refinanzierungen (z.B. Schuldscheindarlehen) aus. Das Währungsergebnis lag bei –0,7 Mio. € und blieb gegenüber dem Vorjahr (–0,8 Mio. €) beinahe unverändert.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern ging leicht von 206,3 Mio. € im Vorjahr auf 190,2 Mio. € zurück. Nach einem Steueraufwand von 33,7 Mio. €, der einer Steuerquote von 17,7% (Vorjahr: 24,5%) entspricht, betrug das Konzernjahresergebnis 156,5 (Vorjahr: 155,7) Mio. €. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernjahresergebnis lag bei 149,4 (Vorjahr: 152,4) Mio. €, das Ergebnis je Aktie bei 10,52 (Vorjahr: 10,73) €.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2012|13 betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 149,8 (Vorjahr: 97,1) Mio. € und lagen damit noch deutlicher als im Vorjahr über dem Abschreibungsniveau. Die auf das Segment Zucker entfallenden 55,9 (Vorjahr: 25,3) Mio. € betrafen vorwiegend den Bau der beiden Niedertemperaturtrockner an den österreichischen Standorten Tulln und Leopoldsdorf, deren Inbetriebnahme planmäßig mit Beginn der Kampagne 2012|13 erfolgte. Im Segment Stärke wurden 59,0 (Vorjahr: 29,3) Mio. €, vor allem in die Errichtung der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf|Österreich, investiert. Im Segment Frucht wurden 34,9 (Vorjahr: 42,5) Mio. € unter anderem für die Verlagerung und Erweiterung der Fabrik in Dachang|China ausgegeben.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2013 lag mit 2.578,2 Mio. € um 216,1 Mio. € über dem Wert des Vorjahres (2.362,1 Mio. €). Die deutlich über Abschreibungsniveau liegenden Investitionen führten zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte um 105,0 Mio. €. Die kurzfristigen Vermögenswerte waren um 111,1 Mio. € höher als im Vorjahr. Für den Aufbau der Vorräte waren vor allem die gestiegenen Mengen und Rohstoffpreise verantwortlich.

Bei einer gegenüber dem 29. Februar 2012 um rund 9% gestiegenen Bilanzsumme konnte die AGRANA-Eigenkapitalquote von 45,4% auf 47,0% leicht verbessert werden. Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2013 lagen mit 483,7 Mio. € geringfügig über dem Wert des Bilanzstichtages 48 zum Jahresende 2011|12 (469,2 Mio. €), das Gearing in Höhe von 39,9% lag aber unter dem Wert des Vorjahres (43,7%). Durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens im ersten Quartal 2012|13 mit einem Volumen von 110 Mio. € und Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren wurde das Fristigkeitenprofil der Finanzverbindlichkeiten weiter gestreckt. Demgemäß stiegen die langfristigen Schulden, während kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zurückgeführt wurden.

Cashflow

Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 2,5% leicht auf 256,3 (Vorjahr: 250,1) Mio. € an, was bei einem konstanten Konzernjahresergebnis primär auf die Veränderung bei den Abschreibungen auf das Anlagevermögen zurückzuführen war. Nach einem gegenüber 2011|12 deutlich niedrigeren Anstieg des Working Capital um 50,9 (Vorjahr: 206,3) Mio. € belief sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 204,8 (Vorjahr: 43,2) Mio. €. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug –136,9 (Vorjahr: –97,9) Mio. € bei erhöhten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Nach einem niedrigeren Nettoaufbau der Finanzverbindlichkeiten als im Vorjahr und der Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2011|12 wurde ein Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von –21,6 (Vorjahr: 82,7) Mio. € ausgewiesen.

Geschäftsentwicklung der Segmente

Segment Zucker

in t¤ 2012 13 2011 12
Umsatzerlöse (brutto) 1.202.208 967.229
Umsätze zwischen den Segmenten –80.692 –82.812
Umsatzerlöse 1.121.516 884.417
EBITDA1 138.851 129.126
Operatives Ergebnis1 119.115 112.268
Operative Marge 10,6% 12,7%
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit 119.115 112.268
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 55.903 25.328
Investitionen in Finanzanlagen 17 490
Mitarbeiter 2.315 2.249

AGRANA steigerte im Geschäftsjahr 2012|13 den Umsatz im Segment Zucker um 26,8% auf 1.121,5 (Vorjahr: 884,4) Mio. €. Sowohl im Handels- als auch im Industriezuckergeschäft konnte die führende Position mit hohen Quotenzuckerabsätzen und gutem Service gefestigt werden. Auch im Nicht-Quotenzuckerbereich, also Zuckerlieferungen an Drittländer (außerhalb der EU) und an die chemische Industrie, konnte AGRANA mengenmäßig zulegen. Die Preise für Quotenzucker entwickelten sich gut, während sie für Nicht-Quotenzucker entsprechend den Weltmarktnotierungen zurückgingen. Der Umsatzanteil des Segments Zucker am Konzernumsatz betrug 36,6% (Vorjahr: 34,3%).

Das operative Ergebnis des Segments Zucker in Höhe von 119,1 Mio. € übertraf das Rekordergebnis des Vorjahres (112,3 Mio. €). Erfolgsfaktoren waren AGRANAs ausreichende Mengen an Nicht-Quotenzucker, das flexible Reagieren auf Marktchancen und Möglichkeiten aus sich rasch ändernden Marktbedingungen und die gute Preisentwicklung bei Quotenzucker. Erfreulich zeigte sich auch die Entwicklung im Nebenproduktbereich (Trockenschnitzel und Melasse), wo infolge der hohen Getreidepreise gute Zusatzdeckungsbeiträge erwirtschaftet werden konnten. Durch gezielte Investitionen wurden zudem zahlreiche Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen, insbesondere im Energiebereich, erreicht.

Segment Stärke

in t¤ 2012 13 2011 12
Umsatzerlöse (brutto) 813.724 773.217
Umsätze zwischen den Segmenten –9.420 –8.941
Umsatzerlöse 804.304 764.276
EBITDA1 96.193 106.080
Operatives Ergebnis1 72.614 81.948
Operative Marge 9,0% 10,7%
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit 72.614 81.948
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 59.081 29.303
Investitionen in Finanzanlagen 0 0
Mitarbeiter 950 911

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

49

Höhere Verkaufsmengen sowie bessere Verkaufspreise bei den Verzuckerungsprodukten führten im Geschäftsjahr 2012|13 zu einem Umsatzzuwachs im Segment Stärke von 5,2% auf 804,3 (Vorjahr: 764,3) Mio. €. Im Bereich Bioethanol lagen die Verkaufspreise über dem Vorjahr und die Verkaufsmengen auf Vorjahresniveau. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr sorgten die relativ hohen Preise am Zuckermarkt für eine Belebung des Geschäftes mit Stärkeverzuckerungsprodukten. Der Umsatzanteil des Segments Stärke am Konzernumsatz betrug 26,2% nach 29,7% im Vorjahr.

Das operative Ergebnis von 72,6 Mio. € lag um 9,3 Mio. € unter dem sehr guten Vorjahreswert. Die operative Marge ging von 10,7% auf 9,0% zurück. Während die Profitabilität im ersten Halbjahr 2012|13 noch klar über der des Vergleichszeitraums lag, führten niedrigere Verkaufspreise infolge des intensiveren Wettbewerbes sowie die gestiegenen Rohstoffaufwendungen zu einem signifikanten Rückgang im zweiten Halbjahr. Der höhere Ergebnisbeitrag der AGRANA Bioethanol GmbH konnte die rückläufigen Ergebnisse der AGRANA Stärke GmbH sowie der rumänischen Stärkefabrik nicht kompensieren. Das operative Ergebnis der ungarischen Beteiligung HUNGRANA lag auf Vorjahresniveau.

Segment Frucht

in t¤ 2012 13 2011 12
Umsatzerlöse (brutto) 1.141.255 930.265
Umsätze zwischen den Segmenten –1.169 –1.327
Umsatzerlöse 1.140.086 928.938
EBITDA1 83.267 73.826
Operatives Ergebnis1 45.171 38.208
Operative Marge 4,0% 4,1%
Ergebnis aus Sondereinflüssen –19.077 –1.433
Ergebnis der Betriebstätigkeit 26.094 36.775
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 34.864 42.462
Investitionen in Finanzanlagen 41 1.228
Mitarbeiter 5.184 4.822

Der Umsatz im Segment Frucht legte im Geschäftsjahr 2012|13 um 22,7% auf 1.140,1 Mio. € zu, was vor allem auf Absatzsteigerungen zurückzuführen war. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnte die verkaufte Menge trotz eines schwierigen europäischen Marktumfeldes gesteigert werden. Insbesondere im US-Markt wurde durch den Gewinn eines

Großkunden sowie aufgrund günstiger Marktbedingungen für "Greek Yoghurt" ein markanter Mengenzuwachs erzielt. Im asiatischen Raum, insbesondere in China, wurde ebenfalls ein starker Anstieg der Volumina verzeichnet. Auch Osteuropa und Afrika bestätigten den positiven Absatztrend mit teils deutlichen Zuwächsen. Die Verkaufspreise für Fruchtzubereitungen lagen im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau und spiegelten den Anstieg der Rohstoffkosten wider. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war vor allem ein volumenbedingter Umsatzanstieg zu verzeichnen, der zum Teil aus der erstmaligen Vollkonsolidierung der Ybbstaler Fruit Austria GmbH per 1.Juni 2012 resultierte. Der Umsatzanteil des Segments Frucht am Konzernumsatz betrug 37,2% (Vorjahr: 36,0%).

Das operative Ergebnis im Segment Frucht stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18,2% auf 45,2 Mio. €. Der erfreuliche Umsatzanstieg bei konstanter Margenentwicklung im Bereich Fruchtzubereitungen in den Märkten USA, Osteuropa und Asien konnte Rückgänge in anderen Regionen, insbesondere in Europa, wo auch Kostenoptimierungen vorgenommen wurden, kompensieren. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wurde vor allem im zweiten Halbjahr ein starkes und deutlich über dem Vorjahr liegendes Ergebnis erzielt. Die ersten neun Monate der Konsolidierung der Ybbstaler Fruit Austria-Gesellschaften als Teil der neuen Austria Juice (siehe auch Konzernanhang, Seite 92f) führten zu einem positiven Ergebniseffekt. In Zukunft sollen verstärkt Synergieeffekte durch die Zusammenführung von Prozessen und Strukturen innerhalb der neuen Organisation gehoben werden.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht begründet sich einerseits durch Reorganisationsmaßnahmen im europäischen Fruchtzubereitungsgeschäft (–4,3 Mio. €) und andererseits durch Risikovorsorgen in Zusammenhang mit aufgedeckten Unregelmäßigkeiten in der mexikanischen Tochtergesellschaft AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. (–14,8 Mio. €). Nähere Details dazu finden Sie in der Segmentberichterstattung auf der Seite 61.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2013 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Seg
ment
-Kennzahlen
2012 13 2011 12 Veränderung
in Mio. ¤ in Mio. ¤ in %
Umsatzerlöse 1.121,5 884,4 26,8
Operatives Ergebnis 119,1 112,3 6,1
Operative Marge 10,6% 12,7%
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 55,9 25,3 120,9

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns, in unseren Märkten Versorgungssicherheit mit Zucker zu gewährleisten.

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Dem Segment Zucker werden weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet.

Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt

Für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2012|13 (Oktober 2012 bis September 2013) geht F.O. Licht in der zweiten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom März 2013 von einer Erzeugung von 183,1 Mio. Tonnen und einem Verbrauch von 168,7 Mio. Tonnen aus (ZWJ 2011|12: 175,3 gegenüber 165,5 Mio. Tonnen). Das würde eine Stabilisierung der Weltzuckerbestände bei 78,5 (ZWJ 2011|12: 68,5) Mio. Tonnen bzw. 46,5% (ZWJ 2011|12: 41,4%) eines Jahresverbrauchs bedeuten.

WELTZUCKERBILANZ 2012 13 2011 12 2010 11
in Mio. Tonnen in Mio. Tonnen in Mio. Tonnen
Anfangsbestand 68,5 61,5 59,4
Erzeugung 183,1 175,3 165,4
Verbrauch 168,7 165,5 160,7
Mengenberichtigungen –4,4 –2,8 –2,6
Endbestand 78,5 68,5 61,5
In % des Verbrauchs 46,5% 41,4% 38,3%

Quelle: F.O. Licht, Zweite Schätzung der Weltzuckerbilanz 2012|13 vom 14.März 2013.

Die Weltmarktpreise für Zucker waren auch im vergangenen Jahr sehr volatil. Nach einem Höchstwert von 544 € je Tonne Weißzucker im Juli 2012 ging die Notierung bei starken Schwankungen bis zum Ende des Geschäftsjahres am 28. Februar 2013 auf 398 € je Tonne zurück.

51

internationale ZuckerNotierungen im AGRANA-Geschäftsjahr 2012|13 in USD je Tonne

Die Zuckerproduktion der EU-27 für die Saison 2012|13 soll im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Mio. Tonnen auf 17,1 Mio. Tonnen fallen. Regional sehr unterschiedliche Witterungsbedingungen (extreme Trockenheit bis ausgiebige Regenfälle) während des Anbaus und der Ernte können als Gründe dafür angesehen werden.

Die Europäische Kommission hat im ZWJ 2012|13 wie auch schon im Vorjahr zwei außerordentliche Maßnahmen getroffen. Sie genehmigte den Verkauf von Nicht-Quotenzucker für den EU-Food-Markt (eine sogenannte "Umwidmung"), für den eine verringerte Überschussabgabe zu entrichten war. Neben dieser Maßnahme wurde eine Dauerausschreibung für die Zeiträume Jänner bis Februar 2013 und Mai bis Juni 2013 für Einfuhren von Zucker zu einem ermäßigten Zollsatz eröffnet.

Insgesamt stehen für das ZWJ 2012|13 Exportkontingente für europäischen Nicht-Quotenzucker in Höhe von 1,35 Mio. Tonnen zur Verfügung.

Laut Vorschlag der Europäischen Kommission vom Oktober 2011 sollen wesentliche Teile der Zuckermarktordnung mit 30. September 2015 auslaufen. Das Europäische Parlament folgte Mitte März der Empfehlung des Agrarausschusses vom Jänner 2013 und stimmte zugunsten einer unveränderten Fortführung der Zuckermarktordnung bis Ende September 2020 ab. Am 19.März 2013 einigten sich im Rat die EU-Agrarminister darauf, das Quotensystem am 30. September 2017 zu beenden. Ein Trilog zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament in der ersten Jahreshälfte 2013 soll bis zum Sommer eine finale Entscheidung über die Zukunft der Zuckermarktordnung bringen.

Außenhandel Zucker

Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen ("Doha-Runde") konnten bisher nicht zum Abschluss gebracht werden. Für Dezember 2013 ist eine WTO-Ministerkonferenz in Bali|Indonesien angesetzt, bis zu der ebenfalls kein Abschluss zu erwarten ist.

1 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

52 ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

In der AGRANA-Gruppe wurde der Zuckerrübenanbau für das ZWJ 2012|13 auf rund 102.000 (Vorjahr: 92.000) Hektar ausgeweitet. Rund 6.000 Hektar Anbaufläche gingen im Frühjahr infolge widriger Witterungsbedingungen verloren, wurden jedoch zum Großteil wieder bebaut. Geringe bzw. ausbleibende Niederschlagsmengen von Juli bis September 2012 führten in fast allen Anbaugebieten zu unterdurchschnittlichen Erträgen, vor allem in der Slowakei, Ungarn und Rumänien. Rund 8.000 (Vorjahr: rund 8.100) Rübenbauern ernteten im Geschäftsjahr 2012|13 eine Rübenmenge von mehr als 5,5 (Vorjahr: 5,9) Mio. Tonnen. In der Gruppe sank der durchschnittliche Rübenertrag je Hektar auf rund 53 (Vorjahr: rund 66) Tonnen. Aufgrund der hohen Temperaturen waren zudem die Zuckergehalte der Ernte ebenfalls in allen Regionen mit 16,7% (Vorjahr: 17,6%) unterdurchschnittlich. Die Preise für die Zuckerrüben der Ernte 2012|13 wurden den höheren Zuckerpreisen angepasst.

Die sieben AGRANA-Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 48.800 (Vorjahr: 48.200) Tonnen Rüben. In durchschnittlich 117 (Vorjahr: 124) Tagen pro Werk wurden daraus rund 823.000 (Vorjahr: 945.000) Tonnen Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit zwar deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen, aber unter der Vorjahresmenge. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet, im Rahmen der von der EU dafür freigegebenen Mengen im EU-Food-Markt abgesetzt oder auf dem Weltmarkt exportiert. Zur Versorgung des Defizitmarktes Ungarn raffinierte das Werk in Kaposvár| Ungarn nach der Rübenkampagne Rohzucker und gewann rund 23.100 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 50.200 Tonnen in zwei Kampagnen). Insgesamt (inkl. Bosnien-Herzegowina und Rumänien) wurden im Konzern im Geschäftsjahr 2012|13 rund 296.600 (Vorjahr: 304.800) Tonnen Weißwert aus Rohzucker gewonnen. AGRANA produzierte in der vergangenen Bio-Rüben-Kampagne rund 5.000 (Vorjahr: rund 7.000) Tonnen Bio-Zucker.

Aufgrund der durchwegs geringeren Zuckergehalte in den Rüben stieg der Energieverbrauch in der Kampagne 2012|13 bezogen auf den produzierten Zucker (Weißwert) an. Der Gesamtenergieverbrauch für Zuckerproduktion und Schnitzeltrocknung (bezogen auf die verarbeiteten Rüben)

konnte gesenkt werden. So wurden in Rumänien und der Slowakei ebenso Einsparungen erzielt wie in Leopoldsdorf und Tulln durch die Errichtung von Niedertemperaturtrocknern für Pressschnitzel. In Ungarn wurden durch die Inbetriebnahme eines dritten Biogasfermenters rund 65% (Vorjahr: 52%) des Primärenergiebedarfes in der Kampagne durch eigenes Biogas substituiert.

INVESTITIONEN

Im Segment Zucker wurden im Geschäftsjahr 2012|13 55,9 (Vorjahr: 25,3) Mio. € für Neu- und Ersatzinvestitionen aufgewendet. In Leopoldsdorf und Tulln, beide Österreich, investierte AGRANA in die Errichtung zweier Niedertemperaturtrockner, die mit Beginn der Kampagne 2012|13 den Betrieb aufnahmen und zu einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauchs bei der Schnitzeltrocknung führten. In Kaposvár|Ungarn wurde die Dünnsaftenthärtung in Betrieb genommen und mit der Errichtung eines 60.000 Tonnen fassenden Zuckersilos begonnen. In Hrušovany|Tschechien erfolgte die Einbindung der neuen Gasanschlussleitung in das Hochdrucknetz und drei Dampfkessel wurden nach der Umstellung auf Gasbefeuerung erfolgreich in Betrieb genommen. Durch den Umbau der Verdampfstation in Sereď|Slowakei konnte der Energieverbrauch für die Rübenverarbeitung deutlich reduziert werden. Nach erfolgter Installation der 1-Kilogramm-Abpackmaschine wurden in Buzău|Rumänien die zugehörigen Förderwege entsprechend modernisiert. Um den gestiegenen lokalen Marktanforderungen gerecht zu werden, errichtete AGRANA in Brčko| Bosnien-Herzegowina ein neues Verpackungszentrum.

Geschäftsentwicklung

Die Absätze von AGRANA Zucker lagen in Österreich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Vorjahresniveau. Die sogenannten "Hamsterkäufe" größtenteils ungarischer Konsumenten und Händler im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet wie im letzten Jahr blieben diesmal aus, wodurch in diesem Bereich mengenmäßig nicht an das Vorjahresniveau angeknüpft werden konnte (–14,3%). Die Marktposition konnte dennoch gehalten werden. Der Absatz an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zeigte sich aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Großkunden stabil.

Im Geschäftsjahr 2012|13 musste AGRANA in Ungarn aufgrund des schwierigen Marktumfelds Mengeneinbußen verzeichnen (–9,7%). Getrieben durch einen hohen Umsatzsteuersatz, gibt es weiterhin viele kleine Importeure, die durch unterlassene Steuerzahlungen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber AGRANA genießen und damit das Preisniveau sowie die Abnahmemengen negativ beeinflussen. Um die bestmögliche Versorgung des ungarischen Marktes zu gewährleisten, wurde in Ungarn auch in diesem Jahr importierter Rohzucker raffiniert.

Innerhalb Tschechiens lag der Zuckerabsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt in etwa auf Vorjahresniveau. Während sich das Geschäft mit dem Lebensmittelhandel – insbesondere durch die Zusammenarbeit mit internationalen Handelsketten – positiv entwickelte, sank der Absatz an die zuckerverarbeitende Industrie um rund 5%. Die Preise zeigten gegenüber der Vorjahresperiode insgesamt eine positive Entwicklung.

In der Slowakei lag der Gesamtzuckerabsatz im Geschäftsjahr 2012|13 auf dem Niveau des Vorjahres. Das leichte Minus im Bereich der Lebensmittelindustrie (–2,2%) konnte durch die positive Entwicklung des Geschäftes mit dem Handel kompensiert werden (+16,2%). Der Export von Überschusszucker zeigte aufgrund der höheren Verfügbarkeit ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.

AGRANA konnte in Rumänien im Geschäftsjahr 2012|13 eine Steigerung des Zuckerabsatzes um insgesamt 19,8% erzielen. Dafür waren insbesondere deutlich höhere Handelsabsätze, aber auch verstärkte Lieferungen an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie verantwortlich.

Innerhalb Bulgariens konnte durch eine intensive Marktbearbeitung im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Absatzsteigerung um insgesamt 52,2% erzielt werden. Das kräftigste Wachstum wurde mit rund 53% im Verkauf an den Handel erreicht.

In der Region Westbalkan konnte der Zuckerabsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode insgesamt gesteigert werden (+27,3%). Dies war insbesondere auf eine positive Entwicklung in Bosnien-Herzegowina und Mazedonien zurückzuführen. Die Vermarktung von Überschusszucker in Drittländer lag mengenmäßig auf dem Niveau des Vorjahres.

Seg
ment
-Kennzahlen
2012 13 2011 12 Veränderung
in Mio. ¤ in Mio. ¤ in %
Umsatzerlöse 804,3 764,3 5,2
Operatives Ergebnis 72,6 81,9 –11,4
Operative Marge 9,0% 10,7%
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 59,1 29,3 101,7

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns als größter Bio-Stärke-Produzent in Europa, dieses Wachstumspotenzial weiter zu nutzen.

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit der österreichischen Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach. Die Gesellschaft führt und koordiniert zudem die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

Wirtschaftliches Umfeld

Gemäß Weltgetreidebilanz des Internationalen Getreiderats (IGC1) für das Wirtschaftsjahr 2012|132 sinken global sowohl Produktion als auch Nachfrage gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus werden die geschätzten Produktionsmengen von Mais und Weizen unter den nachgefragten Mengen liegen (Mais: 850 vs. 867 Mio. Tonnen; Weizen: 656 vs. 677 Mio. Tonnen) und somit zu einem Rückgang der Lagerbestände führen.

Der engen Versorgungssituation auf den internationalen Rohstoffmärkten folgend, bewegten sich die Terminnotierungen weiter auf hohem Niveau. So kletterten die Preise für Mais im Frühjahr 2012 stetig auf rund 195 € je Tonne (Weizen: 210 € je Tonne). Infolge einer Dürreperiode in den USA setzte Mitte Juni ein massiver Anstieg der Rohstoffpreise ein, der sich gegen Ende des Jahres wieder abschwächte. Anfang März 2013 lag die Maisnotierung an der NYSE Liffe Paris bei rund 225 € je Tonne und die Weizennotierung bei rund 250 € je Tonne.

Die Isoglukose-Quote der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2012|13 rund 690.000 Tonnen, wobei auf HUNGRANA mit 220.000 Tonnen der größte Anteil entfällt.

55

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Kartoffelstärke

In der Kampagne 2012|13 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 127 (Vorjahr: 145) Tagen rund 217.900 (Vorjahr: 235.500) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 18,5% (Vorjahr: 19,2%) verarbeitet. Der Bio-Anteil lag wie im Vorjahr bei rund 6%. Für das Anbaujahr 2013 plant AGRANA eine Stärkekartoffel-Kontraktmenge von rund 230.000 Tonnen. Aus rund 24.000 (Vorjahr: 25.000) Tonnen Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.400 (Vorjahr: 4.600) Tonnen Kartoffeldauerprodukte erzeugt, wobei der Bio-Anteil bei rund 29% (Vorjahr: 25%) lag.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich, Ungarn (50%) und Rumänien wuchs im Geschäftsjahr 2012|13 auf rund 791.000 (Vorjahr: 747.000) Tonnen. Davon entfiel auf die Verarbeitung von Nassmais (auf Basis Feuchtgewicht) eine Menge von rund 173.000 (Vorjahr: 161.000) Tonnen. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Garantiert Gentechnikfreier Mais) stieg auf rund 59.000 (Vorjahr: 57.000) Tonnen.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2012|13 59,1 (Vorjahr: 29,3) Mio. €. Der Anstieg der Investitionssumme gegenüber dem Vorjahr ist vor allem durch die Errichtung der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf| Österreich begründet. Darüber hinaus wurde an diesem Standort zur Verbesserung der Energieeffizienz in die Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknung investiert sowie ein Verwaltungsgebäude errichtet. Die Investitionstätigkeiten der ungarischen Beteiligung HUNGRANA in einen Strohverbrennungskessel zur Prozesswärmegewinnung aus Biomasse wurden abgeschlossen. Weiters wurde in Ungarn die Produktionsleistung auf eine tägliche Maisverarbeitung von 3.500 Tonnen erhöht. Im Werk Gmünd|Österreich investierte der Konzern in eine Dosenabfüllanlage für den Bereich Säuglingsmilchnahrung. Das Projekt "Erweiterung der Maislagerkapazität" in der Stärkefabrik Aschach|Österreich wurde abgeschlossen. In der rumänischen Fabrik in Ţăndărei wurde unter anderem in eine höhere Rohstoffverarbeitungsleistung von 175 Tonnen pro Tag investiert.

1 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte Im Geschäftsjahr 2012|13 stieg der Umsatz der AGRANA Stärke GmbH vor allem aufgrund höherer Verkaufsmengen für Haupt- und Nebenprodukte sowie aufgrund höherer Verkaufspreise für Verzuckerungs- und Nebenprodukte um rund 6%. Bei den Stärkeprodukten wurden marktbedingt jedoch geringere Verkaufspreise als im Vorjahr erzielt. Das führte zusammen mit den gestiegenen Rohstoffaufwendungen zu einem Rückgang des operativen Ergebnisses. Aufgrund einer stabilen Marktnachfrage und der konsequenten Marktbearbeitung konnten die Absatzmengen der Hauptprodukte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In Summe legte der Mengenabsatz von 1.170.300 Tonnen im Vorjahr auf heuer 1.182.300 Tonnen leicht zu. Der Absatz von Nebenprodukten (inkl. Futtermittel-Handelswaren) lag mit 680.800 (Vorjahr: 705.000) Tonnen unter dem Vorjahr, was insbesondere auf geringere Verkäufe von Futtermittel-Handelswaren zurückzuführen war. Die knappe weltweite Versorgungslage mit Proteinfuttermitteln führte im Jahresvergleich zu einem deutlich höheren Preisniveau der Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskeime und Kartoffelproteine).

Im Geschäftsjahr 2012|13 konnte der Umsatz der ungarischen HUNGRANA um rund 11% gesteigert werden. Wie in Österreich waren dafür höhere Verkaufspreise bei Verzuckerungs- (+16%) und Nebenprodukten (+8%) sowie höhere Verkaufsmengen für Haupt- und Nebenprodukte verantwortlich. Die Absatzmenge übertraf mit insgesamt 530.800 Tonnen das Vorjahr (500.100 Tonnen). Die deutlich höheren Rohstoffpreise konnten durch die gestiegenen Verkaufspreise für Verzuckerungs- und Nebenprodukte sowie die höheren Verkaufsmengen kompensiert werden.

In Rumänien führten die generell höheren Verkaufsmengen sowie die gestiegenen Verkaufspreise für Nebenprodukte zu einer Umsatzsteigerung von rund 29%. Signifikant höhere Rohstoffpreise sowie niedrigere Verkaufspreise für die Hauptprodukte – insbesondere Stärkeprodukte – führten zu einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses.

BIOETHANOL

Wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen

Im Oktober 2012 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Richtlinienvorschlag, um das Thema der indirekten Landnutzungsänderungen ("Indirect Land Use Change" oder ILUC) in die bestehende "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" (2009/28/EG) aufzunehmen. AGRANA verfolgt die kontroverse Diskussion auf europäischer Ebene und ist überzeugt, dass durch Investitionen in moderne Technologien sämtliche Nachhaltigkeitskriterien erfüllt werden können. Schon heute betragen die CO2-Einsparungen von Bioethanol aus Pischelsdorf|Österreich gegenüber Benzin ca. 70%. Zudem reduziert das Nebenprodukt ActiProt®, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, den Bedarf an Sojaimporten aus Übersee. AGRANA verwendet für die Bioethanolproduktion ausschließlich mitteleuropäische Futtergetreideüberschüsse.

Die Ende 2011 gestarteten Anti-Dumping- und Anti-Subventions-Verfahren gegen Einfuhren von Bioethanol aus den USA gingen Ende 2012/Anfang 2013 zu Ende. Ab dem 25. Februar 2013 fallen für einen Zeitraum von fünf Jahren Anti-Dumping-Strafzölle für Ethanolimporte aus den USA in der Höhe von 49 € pro m3 an.

AGRANA Bioethanol in 2012|13

AGRANA betreibt gemeinsam mit den österreichischen Rübenbauern (AGRANA Stärke GmbH mit einem Anteil von 74,9%, Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH mit 25,1%) ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf|Österreich und im Rahmen ihrer 50%-Beteiligung an HUNGRANA Kft. eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyháza|Ungarn. Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke beträgt rund 400.000 m3.

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50%-Anteil Ungarn, ohne Industriealkohol) liegt mit 331.500 m³ auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 331.300 m³). Die Verkaufspreise von Bioethanol sowie ActiProt® konnten im Vergleich zum Vorjahr weiter angehoben werden.

57

In der österreichischen Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf wurden in Summe rund 568.000 (Vorjahr: 554.000) Tonnen Getreide – mit einem Verhältnis von Weizen (inkl. Tritikale) zu Mais von etwa 40:60 (anteiliger Nassmais auf Basis Feuchtgewicht) – verarbeitet. Für die Ernte 2013 wurden wieder Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil der Stärkefabrik HUNGRANA in Szabadegyháza, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Dort wurden rund 222.000 (Vorjahr: 206.000) Tonnen Mais (bezogen auf den 50%-Anteil der AGRANA) für die Verarbeitung zu Bioethanol eingesetzt.

Seg
ment
-Kennzahlen
2012 13 2011 12 Veränderung
in Mio. ¤ in Mio. ¤ in %
Umsatzerlöse 1.140,1 928,9 22,7
Operatives Ergebnis 45,2 38,2 18,3
Operative Marge 4,0% 4,1%
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 34,9 42,5 –17,9

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns, weltweit eine hochwertige Veredelung der Früchte für unsere Kunden sicherzustellen.

Die AGRANA J&F Holding GmbH ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert nach dem Zusammenschluss von AGRANA Juice und Ybbstaler die neue AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als Holding (nähere Details dazu finden Sie auch im Konzernanhang auf Seite 92f).

Wirtschaftliches Umfeld

Marktumfeld

Im Geschäftsjahr 2012|13 waren im Bereich Fruchtzubereitungen regional unterschiedliche Marktentwicklungen zu beobachten. Während der Absatz in der EU auf hohem Niveau leicht rückläufig war, zeigte sich in allen anderen Regionen eine sehr positive Entwicklung.

Der Marktrückgang in der EU, insgesamt zwischen 2% und 3%, war vor allem in Deutschland, Österreich sowie Süd- und Südosteuropa feststellbar. In Südeuropa belasteten die Euro-Krise und die damit verbundene hohe Arbeitslosensrate den Markt. In Deutschland und Österreich waren angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit eine generelle Konsumzurückhaltung und eine hohe Sparneigung zu verzeichnen. Dazu kam, dass in der EU die funktionalen "Health-Benefits" der Produkte nicht mehr beworben werden dürfen. In Verbindung mit generell reduzierten Werbeaufwendungen litt die Gesamtdynamik im europäischen Markt.

Außerhalb der EU wuchs der Markt mit 4% bis 6% weiterhin stark. Das betraf mit Ausnahme der bereits entwickelten Joghurt-Märkte Australien und Südkorea, wo ein Zuwachs von nur 1% bis 2% zu verzeichnen war, beinahe alle Länder. Gründe für das Marktwachstum waren neue und attraktive Produktangebote, wie griechisches Joghurt mit hohem Fruchtanteil in den USA, und anziehender Bedarf in Schwellenländern mit noch niedrigem Pro-Kopf-Joghurtkonsum.

Im Konzentratgeschäft war weiterhin ein Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt erkennbar. Fruchtsäfte und Nektare zeigten vor allem in Westeuropa einen rückläufigen Absatz, der ergebnisseitig durch niedrigere Einkaufspreise aufgrund sehr guter Ernten in Polen und Ungarn teilweise abgemildert wurde. In diesen beiden Hauptbezugsmärkten von AUSTRIA JUICE konnte daher bereits sehr früh mit der Apfelverarbeitung begonnen werden.

Die Preisentwicklungen waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr volatil. In Form von branchenüblichen Jahreskontrakten wurde der Großteil der Produktion aus der Ernte 2012 aber bereits während der laufenden Kampagne weltweit verkauft.

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Produktionsstandorte

AGRANA Frucht ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betrieb die Gruppe zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2012|13 erfolgte die Fabrikverlagerung und -erweiterung in Dachang|China sowie der Beschluss der Errichtung eines neuen Werkes im Wachstumsmarkt USA. Mit dem neuen Standort in Lysander im Bundesstaat New York soll vor allem der steigenden Kundennachfrage in Kanada und im Nordosten der USA Rechnung getragen werden. Gleichzeitig wurde der kleine und unprofitable Standort der Flavors from Florida, Inc. in Bartow|USA geschlossen.

Durch die Fusion von AGRANA Juice mit der Ybbstaler-Gruppe zur neuen AUSTRIA JUICE GmbH (Details dazu siehe auch "Änderungen im Konsolidierungskreis", Seite 46, bzw. Konzernanhang, Seite 92f) ist AGRANA mit 15 Produktionsstandorten der führende Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Durch den Zusammenschluss sollen Synergien genutzt, eine verstärkte Betreuung internationaler Märkte gewährleistet und weitere Wachstumsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Unternehmen möchte seine führende Rolle als Lieferant von Fruchtsaftkonzentraten, Fruchtpürees, Getränkegrundstoffen, natürlichen Aromen sowie Direktsäften für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie weiter stärken.

AUSTRIA JUICE produziert in Europa hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit einem relativ hohen Säuregrad zur weiteren Herstellung von 100%-Apfelsäften und Apfelschorlen. Der chinesische Standort liegt in Xianyang City in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnet sich dementsprechend durch eine gute Rohstoffversorgung für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat aus. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem internationalen Markt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Das abgelaufene Wirtschaftsjahr zeigte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen keine spürbare Entlastung auf den Rohstoffmärkten. Generell haben sich die Fruchtpreise sowie die Preise für Zucker, Stärken und Flüssigzucker auf dem hohen Preisniveau des vergangenen Jahres stabilisiert. Gründe dafür waren etwa die durchschnittlichen Frühjahrs- und Sommerernten in Europa, Nordamerika und China. Stein- und Kernfrüchte wie Pfirsich und Marille wurden aufgrund der volatilen Rohstoffpreissituation in Spanien und Griechenland leicht teurer. Dies gilt auch für Nord- und Südamerika, wo die Preise regional insbesondere aufgrund der robusten Nachfrage in den Schwellenländern noch stärker stiegen als in Europa. Die Preise für tropische Früchte waren im abgelaufenen Wirtschaftsjahr aufgrund eines guten Ernteaufkommens im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil.

Innerhalb der AGRANA-Gruppe konnten negative Rohstoffpreiseffekte durch eine gute Deckungspolitik und die Nutzung des globalen Sourcing-Netzwerks abgemildert werden.

1 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 60 Während die Ernte im Bereich Fruchsaftkonzentrate in Westeuropa vor allem in Frankreich und Italien deutlich unter Vorjahresniveau ausfiel, konnten in Polen und Ungarn aufgrund eines erhöhten Streuobstaufkommens sehr gute Ernten verzeichnet werden. Die Apfelverarbeitungssaison wurde an allen Produktionsstandorten, mit Ausnahme von China, Ende November beendet. In China lagen die Verarbeitungsmengen durch eine bessere Rohstoffverfügbarkeit deutlich über dem Vorjahr.

Die Beerensaison war von teilweise deutlich höheren Rohstoffpreisen aufgrund geringer Erntemengen gekennzeichnet. Vor allem Erdbeeren und Sauerkirschen waren davon betroffen. Einzig bei schwarzen Johannisbeeren konnte eine deutliche Preisentspannung gegenüber dem Vorjahr realisiert werden. Die Beerenverarbeitungssaison wurde Ende September abgeschlossen.

Die gesamte Produktionsmenge im Bereich Fruchtsaftkonzentrate konnte im Geschäftsjahr 2012|13 um rund 75% gesteigert werden. Dieser markante Zuwachs resultierte sowohl aus der Vollkonsolidierung der AUSTRIA JUICE GmbH als auch aus den gesteigerten Produktionsmengen in China, Polen und Ungarn.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 34,9 (Vorjahr: 42,5) Mio. € und betrafen neben Instandhaltungsmaßnahmen auch Kapazitätserweiterungen. In Serpuchov| Russland wurde die Werkserweiterung im Oktober 2012 erfolgreich abgeschlossen. Alle Aktivitäten in Zusammenhang mit der Fabrikverlagerung und -erweiterung in Dachang| China wurden ebenfalls erfolgreich beendet. Das neue Werk nahm bereits im November 2012 den Betrieb auf, alle Produktionslinien wurden transferiert und die alte Fabrik geschlossen. Im AGRANA-Werk in Centerville|USA erfolgte die Installation einer zusätzlichen Produktionslinie, in Mexiko wurde das Projekt der Trockenfrüchteproduktion abgeschlossen und die Produktion gestartet. Ferner floss ein größerer Betrag in den Ankauf von Edelstahlcontainern für den Fruchtzubereitungstransport. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate wurden im Wesentlichen notwendige Ersatzinvestitionen getätigt. In Ungarn wurde am Standort Vásárosnamény eine neue Produktionslinie für trübes Apfelsaftkonzentrat implementiert, in der Ukraine eine fünfte Säule für den Vakuumverdampfer angeschafft.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2012|13 lag der Absatz im Fruchtzubereitungsbereich um ca. 6% über dem Wert des Vorjahres. Während in der EU ein Rückgang zu verzeichnen war, wuchsen die Verkaufsmengen außerhalb der EU deutlich, wobei die Hälfte dieses Wachstums aus Nordamerika kam.

Höhere Rohstoffkosten konnten durch Preiserhöhungen aufgefangen werden. In der EU gelang es, einen Teil der Volumenrückgänge durch höhere Preise und Margen auszugleichen.

Weltweit konnte AGRANA Frucht den Marktanteil leicht steigern und ist weiterhin unangefochtener Marktführer im globalen Fruchtzubereitungsmarkt. Die größten Zuwächse wurden in USA, Osteuropa, Türkei, Naher Osten/Nordafrika, Brasilien und China erzielt. Damit nutzt AGRANA Frucht die Dynamik dieser Wachstumsregionen und baut seine Marktführerposition weiter aus.

Die deutliche Umsatzsteigerung von 49% im Bereich Fruchtsaftkonzentrate im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011|12 ist zum einen auf die Vollkonsolidierung der AUSTRIA JUICE GmbH und zum anderen auf höhere Verkaufspreise bei Fruchtsaftkonzentraten zurückzuführen. AUSTRIA JUICE ist absatzseitig global tätig, wobei die EU den Kernabsatzmarkt bildet. Weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland, Mittlerer und Ferner Osten. Für das im chinesischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat werden derzeit Kundenbeziehungen in Nordamerika, Japan, Südafrika und Australien aufgebaut. Erste Teilerfolge konnten in den letzten Monaten bereits verbucht werden. Das Geschäftsfeld "Fruchtwein" zeigte ein kontinuierliches organisches Umsatz- und Absatzwachstum von 12% bzw. 5% im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011|12.

Insgesamt lag das operative Ergebnis im Segment Frucht wieder deutlich über dem Vorjahr. Neben der erstmaligen Konsolidierung der Ybbstaler-Gesellschaften trugen Absatzzuwächse und höhere Verkaufspreise dazu bei, die Kostensteigerungen auszugleichen.

Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2012|13 basiert auf einmaligen Effekten im Fruchtzubereitungsgeschäft und wird in der Folge näher erläutert:

61

Reorganisationsmaßnahmen

Um den Marktbedingungen in Europa – stagnierender Markt, Änderungen im Konsumverhalten, zunehmende Konzentration in der Molkereiindustrie – besser und schneller gerecht zu werden, wurden im Geschäftsjahr 2012|13 die zwei europäischen Regionen West- und Zentraleuropa zu einer Region zusammengefasst. Somit werden die sechs europäischen Fruchtzubereitungswerke nun gemeinsam geführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden für diese Restrukturierung 4,3 Mio. € für Abfertigungen und externe Beratung zur Prozessoptimierung aufgewandt. Die jährlichen Einsparungen übertreffen die Einmalkosten und werden ab dem laufenden Geschäftsjahr erstmals zur Gänze wirksam.

Unregelmäßigkeiten in Mexiko

Im Zuge von externen und internen Prüftätigkeiten wurden bei der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V.Untreuehandlungen festgestellt. AGRANA leitete umgehend organisatorische und personelle Konsequenzen sowie juristische Schritte gegen die involvierten Manager und deren enge Mitarbeiter ein. Darüber hinaus verschärfte AGRANA das interne Kontrollsystem und bildete Vorsorgen für Forderungen, deren Einbringlichkeit gefährdet erscheint, in Höhe von rund 15 Mio. €. Weitere Details zu den Unregelmäßigkeiten und Konsequenzen aus diesem Fall werden im Kapitel "Risikomangement (inkl. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)" auf Seite 72 erläutert.

Nachhaltigkeit

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns, bei Lebensmittelsicherheit und Produktschutz mehr als nur nationale Gesetze und internationale Standards einzuhalten.

62 Als international tätiger Veredler landwirtschaftlicher Rohstoffe ist gelebtes Nachhaltigkeits-Management bei AGRANA ein integraler Bestandteil der unternehmerischen Tätigkeit. Das Unternehmen ist bestrebt, Einklang zwischen wirtschaftlicher sowie ressourcenschonender und energieeffizienter Produktion herzustellen und dabei auch seine soziale Verantwortung bestmöglich wahrzunehmen.

Die im Geschäftsjahr 2011|12 gestartete Initiative zur Implementierung eines gruppenweiten Nachhaltigkeits-Managements wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. Sie basiert auf ISO 26000 "Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung" und der Global Reporting Initiative (GRI Version 3.1.) unter Berücksichtigung relevanter Fragen aus dem Branchenzusatz für die Lebensmittelindustrie. Bei der Analyse entlang der gesamten Wertschöpfungskette wurden die folgenden Kernthemen als wesentlich identifiziert:

AGRANAs Nachhaltigkeits-Kernthemen

  • Arbeitsbedingungen & Menschenrechte
  • Umwelt- & Energieaspekte
  • Beschaffung von Rohstoffen
  • Produktverantwortung & Nachhaltige Produkte
  • Gesetzes- & Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung
  • Gesellschaftliches Engagement

Planet PEOPLE PROFIT

Für jedes Kernthema wurden in weiterer Folge Handlungsfelder festgelegt, für die es dann galt, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten. Diese sollten mindestens zwei der drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökonomie, Ökologie und Soziales) im jeweiligen Handlungsfeld verbessern, ohne zu einer Verschlechterung bei der dritten Dimension zu führen. Dieser Ansatz wird nun anhand des Kernthemas Produktverantwortung verdeutlicht.

Produktverantwortung – ein Nachhaltigkeits-Kernthema bei AGRANA

AGRANA legte in diesem Bereich die Handlungsfelder Lebensmittelsicherheit und Produktschutz fest.

"Erfolg mit Verantwortung"

Der Leitsatz des diesjährigen Geschäftsberichtes hängt auch eng mit den Themen Lebensmittelsicherheit und Produktschutz zusammen. Im Bestreben nach höchstmöglichen Standards in diesen Bereichen hat AGRANA – über die verschiedenen nationalen gesetzlichen Vorschriften hinausgehende – internationale Standards implementiert und diese extern zertifizieren lassen. Zentrales Augenmerk wurde der Qualitätssicherung gewidmet.

Gesetzliche Anforderungen und Standards im Lebensmittelbereich

AGRANA ist ein international ausgerichtetes, österreichisches Industrieunternehmen, das mit rund 8.500 Mitarbeitern an 56 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten weltweit präsent ist. Alle von AGRANA hergestellten und gelieferten Lebensmittel entsprechen den jeweils geltenden nationalen Regelungen. Lebensmittel, die an Standorten in der Europäischen Union hergestellt werden, entsprechen der EU-Verordnung (EG) Nr. 178/2002 ("General Food Law") in der jeweils gültigen Fassung. Zusätzlich orientiert sich das Unternehmen an den internationalen Mindeststandards im Bereich Lebensmittelsicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der FAO/Food and Agriculture Organization und der WHO/World Health Organization). AGRANA gewährleistet auf Basis des implementierten Qualitätsmanagementsystems die interne Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte. Das Unternehmen verfügt weiters über ein an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse angepasstes System der Gefahrenanalyse und der Überwachung kritischer Kontrollpunkte (HACCP-System/Hazard Analysis and Critical Control Point) gemäß den allgemeinen Grundsätzen für Lebensmittelhygiene (CAC/RCP 1-1969). Basierend auf der Analyse von möglichen chemischen, physikalischen oder mikrobiologischen Gefahren für die Gesundheit, werden dabei kritische Kontrollpunkte im Produktionsprozess festgelegt und überwacht. Das HACCP-System ist auch ein wichtiger Bestandteil diverser Lebensmittelsicherheitsstandards wie etwa der ISO 22000 oder des International Food Standards (IFS).

Externe Zertifizierungen im Lebensmittelbereich

Das AGRANA-Qualitätsmanagementsystem hat die Aufgabe, die verschiedenen Qualitätsansprüche und -anforderungen an die Produkte und Prozesse zu erkennen und deren Erfüllung zu gewährleisten. AGRANA ist seit dem Jahr 1993 ISO 9001-zertifiziert. Ergänzt wird das System durch weitere Standards für Lebensmittelsicherheit wie ISO 22000 und FSSC1 22000, IFS, BRC2, AIB3, Bio, Kosher und Halal.

Der Standard ISO 22000 regelt die Anforderungen an ein Managementsystem für Lebensmittelsicherheit, um sichere Produkte für den Endverbraucher herzustellen, und ist ein weltweit harmonisierter Standard für alle Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Norm hat sich AGRANA vor allem im weltweit tätigen Segment Frucht dazu entschlossen, die ISO 22000 einzuführen.

FSSC 22000 umfasst ein vollständiges Zertifizierungsverfahren für Lebensmittelsicherheitssysteme auf der Grundlage von bestehenden Zertifizierungsnormen. Es erfüllt die Vorgaben der Global Food Safety Initiative (GFSI) im Benchmarking-Verfahren für Lebensmittelsicherheitsstandards und wurde von der GFSI als gleichwertig mit anderen genehmigten Verfahren anerkannt. Aus AGRANAs Sicht zeichnet sich FSSC 22000 besonders durch die einfache Integration in das bestehende ISO-Managementsystem und durch die Internationalität des Standards aus. Unter dem Schlagwort "Food Defense" fordert der FSSC 22000, ähnlich dem IFS, dass kriminelle Handlungen wie Sabotage, Vandalismus oder Terrorismus mittels Gefahren- und Risikoanalyse bewertet und entsprechende Sicherungsmaßnahmen implementiert werden.

Der IFS als eher produktorientiertes Pendant zum FSSC 22000-Standard ist der Lebensmittelstandard des deutschen und französischen Einzelhandels und dient ebenfalls der Überprüfung und Zertifizierung von Systemen der Lebensmittelsicherheit. AGRANA hat diesen Standard als zweiten wichtigen Lebensmittelsicherheitsstandard vor allem in jenen Werken eingeführt, die einerseits den Einzelhandel direkt beliefern bzw. in denen Produkte zu Eigenmarken des Einzelhandels weiterverarbeitet werden.

Lebensmittelstandards wie BRC, AIB, Bio (Verordnung (EG) Nr. 834/2007, NOP4), Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) sind ebenfalls Teil des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems und länderspezifisch implementiert. Speziell die wachsende Nachfrage nach Bio-Produkten und Kosher-Lebensmitteln hat weltweit zu zahlreichen Zertifizierungen in diesem Bereich geführt.

Die verschiedenen Standards sehen kontinuierliche Verbesserungsprozesse vor. Neben externen Zertifizierungen sowie Kunden- und Lieferantenaudits sind interne Audits in den Werken durch geschulte Prüfer wesentliche Treiber dafür.

  • 2 British Retail Consortium
  • 3 American Institute for Baking
  • 4 National Organic Program; US-Pendant zum EU-Bio-Siegel

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Rezepturen, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte.

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns, Wachstum durch Innovationen voranzutreiben.

AGRANA unterhält mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Die Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) beschäftigt sich mit Landwirtschaft, Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie. Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC1) Gleisdorf|Österreich ist die zentrale Forschung und Entwicklung des Fruchtzubereitungsbereiches organisiert. Aufgabe dieser Einrichtung ist die Entwicklung von Produkten und Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren.

Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie von AGRANA, Markttrends zu setzen und sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit

SEGMENT ZUCKER

Das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte Projekt zur Beurteilung der technologischen Qualität von Zuckerrüben wurde weitgehend abgeschlossen. Die zugrunde liegende Berechnungsmethode greift auf relativ einfach zu analysierende Parameter zurück und liefert gleichzeitig Hinweise auf den Lagerzustand des Rübenmaterials. Mit der neuen Refraktometerformel verfügt AGRANA über ein neues und aussagekräftigeres Berechnungsmodell sowohl für die Beurteilung neuer Sorten als auch für die Berechnung von Qualitätsprämien.

Im Rahmen einer internationalen, von der ESST (European Society for Sugar Technology) organisierten Arbeitsgruppe zu erhöhten Nitritgehalten in Futtermitteln konnten wesentliche Erkenntnisse zur Minimierung der Nitritbildung im Extraktionsbereich sowohl im Labormaßstab als auch direkt an den Industrieanlagen gewonnen werden. Die Ergebnisse werden als Gemeinschaftsarbeit bei der ESST-Konferenz in Warschau präsentiert.

Der in den vergangenen Jahren begonnene Prozess, in österreichischen Werken bereits bewährte Entwicklungen zur Prozessoptimierung bzw.-automatisation über das gesamte Segment Zucker auszurollen, wurde im vergangenen Geschäftsjahr erfolgreich weitergeführt. So konnten 2012 Messeinrichtungen zur Härtebestimmung bzw. zur Laborautomation international erfolgreich eingeführt werden. Auch der Umstieg von Formalin auf natürliche Biostabilisatoren zur Infektionsbekämpfung im Extraktionsbereich wurde z.B. im rumänischen Werk problemlos umgesetzt.

Erstmals wurde seitens der ZFT ein segmentumfassendes Qualitäts-Monitoring-Programm für Weißzucker durchgeführt. Damit soll dem Bestreben, jeden Kunden von jedem Standort beliefern zu können, ein Schritt näher gekommen werden.

Innerhalb des abgelaufenen Geschäftsjahres entwickelte AGRANA einen neuen Bio-Rohzucker. Nach einer Testproduktion im Sommer 2012 konnte bereits im Oktober der aus Bio-Rüben erzeugte Sirup zu dem Endprodukt formuliert und im Jänner 2013 erfolgreich am Markt eingeführt werden.

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SEGMENT STÄRKE

Im Segment Stärke liegt der F&E-Fokus auf Spezialitätenprodukten, die eine hohe Veredelungstiefe aufweisen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr arbeitete AGRANA auf dem Gebiet Stärke im Lebensmittelbereich an der Entwicklung von ernährungsphysiologisch wirksamen Produkten aus den verschiedenen zur Verfügung stehenden Stärkerohstoffen (Kartoffel, Mais und Wachsmais). Dazu wurden sowohl eine Technologieentwicklungsphase als auch die notwendige Produktentwicklung gestartet. Um die Wirksamkeit dieser Produkte in weiterer Folge testen zu können, etablierte AGRANA die notwendigen analytischen "in vitro"-Tools. Darüber hinaus wurde eine Kooperation mit der Universität für Veterinärmedizin Wien geschlossen. In einem gemeinsamen, von der FFG geförderten Projekt soll ein "in vivo"-Schweinemodell entwickelt und etabliert werden, um die neuartigen Produkte in einer Vorstufe zu Humanstudien testen zu können.

Im Rahmen der Entwicklungen von speziellen Stärken, die durch enzymatische Behandlung erzeugt werden, konnten erste positive Ergebnisse in der Anwendung vor allem in der Speiseeisherstellung und in der Aromenstabilisierung erzielt werden. Diese Erkenntnisse werden nun im Rahmen von Kooperationen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie evaluiert.

Die Entwicklung von Stärkeprodukten für technische Anwendungen (Non Food), wie z.B. im Klebstoff-, Bau- und Papierbereich, ist ein weiterer wesentlicher Forschungsschwerpunkt.

Im Zuge der Entwicklung neuartiger Stärkeprodukte mit besonderer Stabilität und Klebkraft lassen sich synthetische Klebstoffe für die Verklebung im Papier verarbeitenden Bereich sehr gut substituieren. Aufgrund der Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Vorteile zeigen diese innovativen Klebstoffe großes Potenzial, unter anderem im Kaschier- und Brottütenbereich. Diese natürlichen Klebstoffe, allgemein als "Green Glues" bezeichnet, können angepasst an Kundengegebenheiten entweder als Flüssig- oder Trockenprodukte eingesetzt werden.

Im "Do-it-yourself"-Bereich konnten in Zusammenarbeit mit renommierten Unternehmen Klebstoffe für den Alltagsbereich entwickelt werden. Durch den Einsatz modifizierter Stärkeprodukte ergeben sich nicht nur ökologische (reduzierter Carbon Footprint), sondern auch qualitative und ökonomische Vorteile.

Im Bereich der thermoplastischen Stärken konnten in enger Zusammenarbeit mit Kunden neue, auf nachwachsenden Rohstoffen basierte Produkte für die Herstellung von Bio-Kunststoffen entwickelt werden. Diese Stärkeprodukte finden sowohl im Spritzguss (z.B. kompostierbares Einweggeschirr) als auch in der Folienextrusion (z.B. Bio-Frischhaltebeutel) Anwendung. Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung stehen dabei die biologische Abbaubarkeit sowie die Eignung für die Herstellung von Konsumgütern für den direkten Lebensmittelkontakt im Vordergrund.

1 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

Mitarbeiter in F&E

2012 13 204
2011 12 199
2010 11 194

66 Die mittels Biotechnologie produzierten, nachhaltigen Eisenchelatbildner zur Bekämpfung von pflanzlichen Mangelkrankheiten, wie z.B. Chlorose, stehen vor der Markteinführung. Die Optimierung der Fermentationsparameter konnte erfolgreich weiter betrieben und die Produktausbeute deutlich gesteigert werden. Düngeversuche von international anerkannten Instituten zeigten auch eine gute Wirkung des biologisch abbaubaren Eisenchelats auf das Pflanzenwachstum.

Im Bereich Mikrobiologie konnte mit der Implementierung eines qPCR1-Labors ein wichtiger Modernisierungsschritt betreffend Mikroorganismenanalyse gesetzt werden. Die qPCR ermöglicht es AGRANA, in kürzester Zeit mit extremer Genauigkeit die quantitative Analyse verschiedenster Mikroorganismen in Rohstoffen, Prozessen und Produkten zu betätigen. Ein konkretes Einsatzgebiet liegt in der eindeutigen Identifizierung von Schädlingen wie Bakterien und Pilzen auf Zuckerrüben oder in Silos.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2012|13 lag der Schwerpunkt der Tätigkeiten des Innovations- und Kompetenzzentrums (ICC) auf der Weiterführung des Projektes "GENESIS". Dabei geht es um die Analyse und Optimierung der Erstverarbeitung der später zu tiefgefrorenen Einzelstücken zu verarbeitenden Früchte vom Feld. Es wurden in diesem Zusammenhang auch vermehrt Entwicklungsaufträge aus den einzelnen Werken bearbeitet.

Im Geschäftsjahr 2012|13 wurde eine Reihe von Erkenntnissen gewonnen, die zu vertiefenden Projekten geführt haben bzw. noch führen werden. Insgesamt wurden im ICC neun Projekte abgeschlossen und fünf weitere befinden sich im Stadium der Industrialisierung. Unter den abgeschlossenen Entwicklungen sind zwei hervorzuheben:

"Liquid Core" und "Chocolate Sauce Homogenisation". Im Rahmen des erstgenannten Projektes wurden Fruchtzubereitungen für die Eiscremeindustrie entwickelt, welche auch noch bei –10° C flüssig sind, während es bei der anderen Entwicklung um eine Verbesserung der Textur und des "Mundgefühles" von Schokoladesaucen durch eine Homogenisation ging.

Im Geschäftsjahr 2013|14 wird das ICC seinen Fokus vor allem auf Projekte zur Sicherstellung der bestmöglichen (natürlichen) Textur der Fruchtstücke in den Fruchtzubereitungen bei gleichzeitiger Wahrung der geschmacklichen Eigenschaften (natürlicher Fruchtgeschmack) und auf innovative Lösungen für den Getränkebereich legen.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate arbeitete AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr an der Optimierung der Aromenausbeute und -qualität in den Werken. Ziel ist es, in den Bereichen Aromen und Getränkegrundstoffe ein nachhaltiges Wachstumssegment innerhalb der AUSTRIA JUICE GmbH zu etablieren.

Das im Geschäftsjahr 2011|12 forcierte Projekt zur verbesserten Verwertung und Vermarktung von Prozessnebenprodukten wie Apfel- oder Heidelbeertrester konnte erfolgreich weitergeführt werden. Für den Prozess zur Herstellung von Apfelmehl wurde in Österreich das Patent erteilt und in weiterer Folge global erweitert.

AGRANA legte im Geschäftsjahr 2012|13 auch einen Schwerpunkt auf die Evaluierung und Optimierung der bestehenden Innovationsprozesse. In enger Zusammenarbeit mit den F&E-Abteilungen der anderen Segmente wurde ein für die jeweilige Abteilung optimaler Innovationsprozess erstellt und implementiert. So sollen in weiterer Folge die Kontrolle des Prozessfortschrittes erleichtert sowie die Effizienz der einzelnen Projekte dargestellt und verbessert werden.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2012|13 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.449 (Vorjahr: 7.982) Mitarbeiter, davon 1.993 (Vorjahr: 1.812) in Österreich und 6.456 (Vorjahr: 6.170) international.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wie folgt:

  • █ im Segment Zucker 2.315 (Vorjahr: 2.249) Mitarbeiter,
  • █ im Segment Stärke 950 (Vorjahr: 911) Mitarbeiter und
  • █ im Segment Frucht 5.184 (Vorjahr: 4.822) Mitarbeiter.

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns, unsere Mitarbeiter zu fördern, aber auch zu fordern.

Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft1 betrug per 28. Februar 2013 wie im Vorjahr 41 Jahre. 28,4% (Vorjahr: 28,3%) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 57,7% (Vorjahr: 53,9%).

Der erhöhte Personalstand im Segment Zucker ist überwiegend auf die Einführung eines 4-Schicht-Betriebes in Ungarn und damit verbundene Personalaufnahmen sowie auf erhöhte Zuckerverarbeitungsmengen am Standort Tulln zurückzuführen. Im Segment Stärke haben geschäfts- sowie projektbedingte Kapazitätsanpassungen (insbesondere für das Weizenstärkeprojekt) für einen Anstieg des Personalstandes gesorgt. Die Erhöhung des durchschnittlichen Personalstandes im Segment Frucht ist auf die Fusion mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH sowie auf einen erhöhten Bedarf an Saisonarbeitskräften in Marokko, Mexiko und der Ukraine aufgrund höherer Erntemengen zurückzuführen.

Nachhaltige Personalstrategie

AGRANA legt auf einen von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung geprägten Arbeitsund Führungsstil Wert. Dabei werden Leistungsbereitschaft, Integrität und soziales Bewusstsein forciert. Die Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Zur Unterstützung dieses Anspruches besteht ein konzernweit gelebtes "Performance-Management" in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen des Unternehmens auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2012|13 nahmen 6,0% (Vorjahr: 5,8%) aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

AGRANA ist sich bewusst, dass für einen nachhaltigen Geschäftserfolg nach der Aufnahme der "richtigen" Mitarbeiter auch deren optimale Eingliederung ins Unternehmen sowie die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten von hoher Bedeutung sind. Daher wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in einigen Bereichen spezielle Initiativen für Neueinsteiger gesetzt. So soll ihnen etwa ein "Onboarding"-Programm helfen, sich schnell in ihrer neuen Position zurechtzufinden.

1 Dienstnehmer in einem unbefristeten Dienstverhältnis, d.h. keine temporären Arbeitskräfte mit befristeten Verträgen.

68 Die funktionierende internationale Zusammenarbeit und der effektive Informationsaustausch über Grenzen und Geschäftsbereiche hinweg sind für ein global agierendes Unternehmen wie AGRANA ein zentrales Thema. Das Personalmanagement legt darauf schon bei Rekrutierungen, aber auch bei der Entwicklung von Weiterbildungsprogrammen ein verstärktes Augenmerk.

Grundlage für eine moderne Personaladministration ist eine Reihe klar definierter Prozesse, unterstützt von einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur. Aus diesem Grund trieb AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr die Weiterentwicklung der personalrelevanten Prozesse und IT-Systeme, insbesondere SAP HR, erfolgreich voran.

Personalentwicklung und Weiterbildung

Wie auch in den letzten Jahren initiierte AGRANA zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen wie auch im persönlichkeitsbildenden Bereich. Dabei wurden für verschiedene Themen auch gezielt E-Learning-Anwendungen angeboten, wie z.B. das Basistraining "Grundlagen des Projektmanagements", wodurch eine breitere Streuung der Inhalte ermöglicht wurde. Die Schwerpunkte im Bereich Aus- und Weiterbildung lagen im Geschäftsjahr 2012|13 wie auch schon im Vorjahr auf der Führungskräfteentwicklung sowie dem konzernweiten Projektmanagement.

AGRANA bot im Geschäftsjahr 2012|13 insgesamt 65 Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit – unter anderem als MaschinenbautechnikerIn, ElektrotechnikerIn, Elektrobetriebs- und ProzessleittechnikerIn, MetalltechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn, MechatronikerIn, Industriekauffrau/-mann sowie als Informationstechnologie-TechnikerIn.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 14 Teilnehmer aus dem gesamten Konzern für das neue internationale Trainee-Programm ausgewählt. Sie kommen aus Österreich, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, der Ukraine sowie den USA und werden in 15 Monaten in unterschiedlichen Positionen in den Bereichen Einkauf (Rohstoff) & Verkauf eingesetzt. Die von den Teilnehmern dadurch gewonnenen, bereichsund länderübergreifenden Erfahrungen sollen zukünftig dabei unterstützen, Synergiepotenziale innerhalb des Konzerns zu identifizieren und zu heben sowie die internationale Zusammenarbeit zu verstärken.

Rund 30 Mitarbeiter und Führungskräfte aus dem Konzern wurden für das bereits zum dritten Mal stattfindende AGRANA Competencies Training ("ACT") ausgewählt. Es richtet sich an Kollegen, denen hohes Potenzial und überdurchschnittlicher Leistungswille attestiert wird. Der dritte Turnus besteht wieder aus drei Modulen und beginnt im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2013|14.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2012|13 auf rund 2,3 (Vorjahr: 2,2) Mio. €, das entspricht wie im Vorjahr rund 1,1% der Lohn- und Gehaltssumme.

Gesundheit

Unter dem Begriff "AGRANA Fit" und mit dem Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Mitarbeiter bietet AGRANA an vielen Standorten Gesundenuntersuchungen und/oder Impfungen (Grippeschutz, FSME etc.) im Rahmen der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung an. Zusätzlich bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen und Gesundheitsorganisationen.

Neben sportlichen Angeboten, wie z.B. Schitagen oder Wirbelsäulengymnastik, erfreuen sich auch firmeninterne Fußballturniere immer größerer Beliebtheit und stärken nicht nur die Gesundheit, sondern auch den Zusammenhalt und Teamgeist unter den AGRANA-Mitarbeitern. Außerdem gelang es in Österreich erneut, zahlreiche Laufsportler für die Teilnahme am jährlichen "Wien Energie Business Run" zu begeistern. AGRANA war im September 2012 mit insgesamt 41 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

Als führendes Unternehmen in der Lebensmittelbranche weist AGRANA auch die eigenen Mitarbeiter auf die Wichtigkeit einer gesunden und vitaminreichen Ernährung hin. Mit lokalen Aktionen wie dem "Obstkorb" – frisches Obst zur freien Entnahme – und der freien Verfügbarkeit von Mineralwasser soll dies unterstrichen werden.

Im Bereich "Gesundheit und Sicherheit" wurden konzernweit zahlreiche Aktivitäten wie Schulungen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, Übungen zur Feuerprävention und Workshops zur Reduktion von Lärm und Umweltverschmutzung durchgeführt.

RISIKOMANAGEMENT (inkl. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven Risikomanagements bewusst. Es verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu setzen.

Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

Ein konzernweites, operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf Chancen und Risiken aus sich verändernden Marktpreisen für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.

Das strategische Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation sowie -bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer "Monte-Carlo-Simulation" ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnte. Die Ergebnisse werden dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Die Segmente der AGRANA-Gruppe haben Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel-, wertorientierte und nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikokultur der Unternehmensgruppe ist geprägt durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sich diese aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäfts wird ohne Ausnahmen abgelehnt.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von derivativen Instrumenten ist nur zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht jedoch zu Spekulationszwecken erlaubt. Es wird über deren Verwendung regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns, unser Risikomanagement kontinuierlich zu verbessern und Schwachstellen auszumerzen.

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. In den Risiken der AGRANA-Gruppe schlagen sich auch Aspekte der Nachhaltigkeit, wie z.B. der Klimawandel, nieder. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe betreffen Risiken aufgrund klimatischer Veränderungen in erster Linie deren Verfügbarkeit. Daneben ist AGRANA, aufgrund der vor allem in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion, einem Risiko durch die Energie- und Umweltgesetzgebung ausgesetzt.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist als Veredler landwirtschaftlicher Produkte auf die Verfügbarkeit von ausreichend Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffs Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Für die Raffinationsstandorte in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Rumänien ist die Wertschöpfung aus den Rohzuckereinstandskosten im Vergleich zu den erzielbaren Marktpreisen von Weißzucker der grundlegende Rentabilitätsfaktor. Neben dem Risiko aus hohen Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weißund Rohzucker in die EU ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Diese werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.

Im Segment Stärke werden physische Lieferverträge in adäquatem Ausmaß zur Sicherung der Bedarfsmengen an Rohstoffen abgeschlossen. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte) erfolgen. Umfang und Ergebnis dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des monatlichen Reporting und werden dem AGRANA-Vorstand berichtet. Bei Stärkeprodukten ist es zudem möglich, höhere Rohstoffkosten kurzfristig an die Kunden weiterzugeben.

Bei der Bioethanolproduktion führen Veränderungen der Getreidepreise in der Regel auch zu einer gleichgerichteten Preisänderung des Nebenproduktes ActiProt® und können diese somit teilweise kompensieren ("Natural Hedge"). Es verbleibt jedoch das Restrisiko, dass steigende Rohstoffkosten nicht in vollem Ausmaß an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA kann durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig erkennen und entsprechend entgegenwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Die Produktionsvorgänge, vor allem in den Segmenten Zucker und Stärke, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen aus den relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung, der Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren beinhaltet. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits überprüft und optimiert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Die Stellung der Unternehmensgruppe im Markt wird laufend beobachtet und gegebenenfalls eine Modifikation der Unternehmensstrategie vorgenommen. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Die frühzeitige Erkennung von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Laut Vorschlag der Europäischen Kommission vom Oktober 2011 sollen wesentliche Teile der Zuckermarktordnung mit 30. September 2015 auslaufen. Das Europäische Parlament folgte Mitte März der Empfehlung des Agrarausschusses vom Jänner 2013 und stimmte zugunsten einer unveränderten Fortführung der Zuckermarktordnung bis Ende September 2020 ab. Am 19.März 2013 einigten sich im Europäischen Rat die EU-Agrarminister darauf, das Quotensystem am 30. September 2017 zu beenden. Ein Trilog zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament in der ersten Jahreshälfte 2013 soll bis zum Sommer eine finale Entscheidung über die Zukunft der Zuckermarktordnung bringen. Des Weiteren können nationale und internationale Handelsabkommen einen wesentlichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg der AGRANA-Gruppe ausüben. Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird ab Seite 51 im Segment Zucker im Detail berichtet.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien bildet die Basis für die seit Oktober 2007 gültige Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin. Die Höhe der vorgeschriebenen Beimischungsmenge hat dementsprechend eine starke Auswirkung auf den Geschäftsbereich Bioethanol. Aufgrund der aktuellen österreichischen und europäischen Gesetzes-

lage ist zumindest von einer Beibehaltung der derzeitigen Beimischungsquoten auszugehen. Trotzdem werden neue Initiativen auf EU-Ebene sowie die öffentliche Diskussion und nationale Gesetzesinitiativen zu diesem Thema genauestens beobachtet, analysiert und durch das Risikomanagement bewertet.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend mögliche rechtliche Änderungen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls antizipative Maßnahmen. Dies betrifft besonders die Bereiche Lebensmittel- und Umweltrecht.

Derzeit bestehen keine zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, wurden im Geschäftsjahr 2009|10 kartellrechtliche Untersuchungen gegen das AGRANA-Zuckerunternehmen in Ungarn eingeleitet. Im Dezember 2012 wurde dieses Verfahren vom ungarischen Wettbewerbsrat eingestellt. 2009|10 leitete die slowakische Wettbewerbsbehörde Erhebungen unter anderem gegen die lokale AGRANA-Zuckergesellschaft ein. Bis heute erfolgten jedoch keine weiteren Schritte.

Das im Jahr 2010 durch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde beantragte Kartellverfahren wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim| Deutschland, brachte bis dato keine weitere Entscheidung des Kartellgerichtes. AGRANA hält die Beschuldigung weiterhin für unbegründet.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Die Finanzierung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, finanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

72 Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung des IFRS 7 wurden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des "Cash Flow at Risk" bzw. der "Modified Duration" ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Euro-Finanzierungen entstehen. Für AGRANA sind vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Hrivna, russischem Rubel und brasilianischem Real von Relevanz.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Das Währungsrisiko wird durch den "Value at Risk"-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschaftsoder Länderebene

Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien jederzeit ausreichend gesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Risiken aus Unregelmäßigkeiten

Im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2011|12 der AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán|Mexiko, traten Verdachtsmomente auf, dass verschiedene Geschäftsvorfälle nicht im Einklang mit dem AGRANA "Code of Conduct" standen und deren finanzieller Ausweis nicht den geltenden externen und internen Bilanzierungsvorschriften entsprach. Diese Unregelmäßigkeiten bezogen sich im Wesentlichen auf Darlehen und Vorauszahlungen an Rohstoff- und Halbfabrikatlieferanten.

Nach intensiven Erhebungen im Geschäftsjahr 2012|13 durch die Interne Revision der AGRANA und durch beigezogene erfahrene interne Finanzfachleute vor Ort sowie den Wirtschaftsprüfer stellte sich heraus, dass es zu Untreuehandlungen gekommen ist, deren Ursprünge mindestens zwei Jahre zurückreichten. Verschleierungsmaßnahmen führten dazu, dass die Untreuehandlungen im Rahmen der regelmäßigen internen Kontrollen und der externen Prüfung nicht aufgedeckt worden waren.

Der CEO, der CFO und der Leiter Einkauf der mexikanischen Gesellschaft wurden Anfang Juni 2012 entlassen und einige ihrer engen Mitarbeiter gekündigt. Diese Positionen wurden unmittelbar durch konzerneigene Manager neu besetzt.

Die seitherige Aufarbeitung der Betrugs- und Verschleierungshandlungen zeigte eine massive Erweiterung der Problemfelder. Das ehemalige Management war teils direkt und/oder indirekt an über einem Dutzend Lieferanten-, Kunden- und Finanzierungsfirmen beteiligt und man gewährte diesen Firmen unlautere Vorteile zum Schaden der AGRANA. So wurden z.B. erhebliche Vorfinanzierungen geleistet bzw. Kredite unverzinst oder zu marktunüblichen Zinsen abgewickelt.

Bis jetzt wurden sechs Strafanzeigen gegen ehemalige Manager erhoben. Des Weiteren werden Zivilrechtsklagen vorbereitet. Gleichzeitig wurden Ansprüche aus der Vertrauensschadenversicherung geltend gemacht; zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses lag keine Deckungszusage seitens des Versicherers vor.

Durch die zielgerichtete Aufarbeitung des Falles in Mexiko wurde das Vertrauen in die Ordnungsmäßigkeit der lokalen Geschäftsabläufe wieder hergestellt. Um zukünftig einen ähnlichen Fall bei einer Gesellschaft des AGRANA-Konzerns bestmöglich zu verhindern, wurde das Kontroll- und Überprüfungssystem, sowohl intern als auch extern, weiter ausgebaut und verschärft.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Absatz- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem (Berichterstattung gemäSS § 243a Abs. 2 UGB)

Der Vorstand der AGRANA ist sich der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften bewusst.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Die Werte der Einzelabschlüsse werden in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul übernommen. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens wird monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen

Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravierenden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energie-, Rohstoff-, Verkaufspreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäftsjahresende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte (Angaben gemäSS § 243a Abs. 1 UGB)

74 Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt zum Stichtag 28. Februar 2013 103,2 Mio. € und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5% des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker) mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing.Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG bestellt.

Das britische Finanzunternehmen Prudential plc, London|Großbritannien, und einige seiner Tochtergesellschaften halten über den Streubesitz mehr als 15% am AGRANA-Grundkapital.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.

Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

PROGNOSEBERICHT

Das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2012|13 stellt eine herausfordernde Vorgabe für 2013|14 dar. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2013 und einem diversifizierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet, rechnet aber mit einer schwächeren Ergebnisentwicklung.

Aus heutiger Sicht geht der Konzern für das Geschäftsjahr 2013|14 von einem leichten Anstieg beim Konzernumsatz, der primär auf Mengenzuwächse zurückzuführen ist, aus. AGRANA erwartet aber nicht, die sehr guten operativen Konzernergebnisse der letzten beiden Geschäftsjahre neuerlich erreichen zu können.

Im Segment Zucker rechnet AGRANA mit einer stabilen Umsatzentwicklung und arbeitet weiterhin am Ausbau der starken Marktposition in Mittel- und Südosteuropa und an der Sicherstellung der Kapazitätsauslastung sowohl der Rübenzuckerproduktion als auch der Raffination. Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2013|14 wird daher eine Ausweitung der Rübenanbauflächen angestrebt; für die Raffination wurden bereits ausreichende Rohzuckerverträge abgeschlossen. Insgesamt sollte damit der Mengenabsatz weiter gesteigert werden können. Aufgrund niedrigerer Weltmarktnotierungen und teurerer Rohstoffkosten (Rübe) und – infolge der geringeren Ernte – höherer Produktionskosten der Kampagne 2012|13 wird somit ein zufriedenstellendes Jahr erwartet, wenngleich das Ergebnis deutlich unter den Ergebnissen der beiden vergangenen Rekordjahre liegen wird.

Im Segment Stärke wird für 2013|14 mit einem deutlichen Umsatzanstieg gerechnet. Das ist vor allem auf die Inbetriebnahme der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf zurückzuführen, wo erstmals ab Sommer native Weizenstärke, Weizengluten sowie Weizenkleie produziert werden. Infolge der noch immer gedämpften Konjunkturaussichten insbesondere in Süd- und Südosteuropa ist gegenüber dem Vorjahr mit verstärktem Wettbewerb in dieser Region zu rechnen. Im Bereich Bioethanol erwartet AGRANA eine stabile Entwicklung. Die Rohstoffversorgung für die Maisstärkeund Bioethanol-Verarbeitungswerke in Österreich, Ungarn und Rumänien ist großteils bis zur Ernte 2013 vertraglich fixiert. Aufgrund der generell erwarteten Ausdehnung der Maisanbauflächen wird mit einer stabilen, bei einer guten Vegetationsentwicklung sogar mit einer rückläufigen Preisentwicklung ab der neuen Ernte gerechnet. AGRANA erwartet bei der ungarischen Tochtergesellschaft rohstoffbedingt einen Rückgang der Ergebnis-Performance. Zudem ist mit Anlaufverlusten durch die Inbetriebnahme der Weizenstärkefabrik am Standort Pischelsdorf|Österreich zu rechnen. Daher erwartet AGRANA im Segment Stärke ein unter dem Vorjahreswert liegendes operatives Ergebnis.

Im Segment Frucht wird für 2013|14 eine positive Entwicklung bei Umsatz und Ertrag erwartet. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wird von einer Marktstabilisierung in der EU ausgegangen, sodass die Absätze hier auf Vorjahresniveau liegen sollten. Für die Regionen Nordund Südamerika, Osteuropa, Naher Osten/Afrika und Asien erwartet AGRANA vor allem aufgrund des weiter steigenden Pro-Kopf-Verbrauchs von Fruchtjoghurt dynamische Zuwächse. Das operative Ergebnis sollte bei stabilen Rohstoffpreisen durch steigende Verkaufsvolumen und Kosteneinsparungen in Europa sowie bei der Administration gesteigert werden können. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft wird von einer mit dem Vorjahr vergleichbaren Umsatzentwicklung ausgegangen. Ziel von Austria Juice ist der nachhaltige Ausbau der strategischen Geschäftsfelder Getränkegrundstoffe und Aromen. Ergebnisseitig wird die Entwicklung auch von der Marktsituation bei Apfelsaftkonzentrat nach der Ernte 2013 abhängen. Derzeit wird erwartet, das operative Ergebnis des Vorjahres steigern zu können. AGRANA rechnet im Segment Frucht insgesamt aufgrund der zu erwartenden positiven Absatzentwicklung sowie stabiler Verkaufspreise mit einem deutlich steigenden operativen Ergebnis.

Erfolg mit Verantwortung bedeutet für uns, sich nicht auf einem kurzfristigen Rekordergebnis auszuruhen, sondern alle Maßnahmen zu treffen, um die langfristige positive Entwicklung sicherzustellen.

76 Investitionsplanung

Auch im neuen Geschäftsjahr 2013|14 soll verstärkt und deutlich über Abschreibungsniveau investiert werden. Das Investitionsvolumen für alle drei Segmente wird insgesamt rund 143 Mio. € betragen, wodurch der langfristige Wachstumskurs nachhaltig unterstützt werden soll.

Die im Segment Zucker geplanten Ausgaben für das Geschäftsjahr 2013|14 belaufen sich auf rund 49 Mio. €. Die Investitionsschwerpunkte liegen auf den Bereichen Verpackung und Lagerung sowie auf qualitätssteigernden Maßnahmen. In Tulln|Österreich soll die bestehende Melasseentzuckerungsanlage erneuert werden. Neben der Fertigstellung des 60.000 Tonnen-Zuckersilos ist in Kaposvár| Ungarn die Errichtung eines zentralen Abpackungszentrums für Ungarn geplant. Zur weiteren Verbesserung der Zuckerqualität sollen in Hrušovany und Opava, beide Tschechien, Dünnsaftenthärtungsanlagen installiert werden. In Roman| Rumänien ist die Errichtung einer biologischen Abwasserreinigung geplant.

Im Segment Stärke ist bei einem Investitionsvolumen von rund 38 Mio. € vor allem die Fertigstellung der Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich hervorzuheben, die im zweiten Quartal des Geschäftsjahres in Betrieb genommen werden soll. In der Stärkefabrik Aschach|Österreich wird die Kapazität der Wachsmaisderivateproduktion erweitert. Im Werk Gmünd|Österreich investiert der Konzern in die Errichtung einer neuen Absackanlage – mit erhöhtem Durchsatz – für die Walzentrocknung.

Im Segment Frucht ist im Geschäftsjahr 2013|14 ein Investitionsvolumen von rund 56 Mio. € geplant. Rund 26 Mio. € sollen in die Errichtung der neuen US-Fabrik in Lysander im Bundesstaat New York fließen. Infolge der Volumensteigerung ist geplant, weitere 3,2 Mio. € in Edelstahlbehälter zu investieren. In Europa wurde aufgrund der stagnierenden Märkte die Investitionstätigkeit reduziert. Neben zahlreichen Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen steht im Fruchtsaftkonzentratbereich vor allem die kontinuierliche Verbesserung der Produktqualität im Vordergrund. In Vásárosnamény|Ungarn wird unter anderem in die Erweiterung des Tanklagers für biologischen Direktsaft investiert. Darüber hinaus wird ein einheitliches ERP-System für alle Juice-Gesellschaften implementiert.

Investitionen vs. Abschreibungen in Mio. ¤

Konzern Abschluss |13

AGRANA-Gruppe nach IFRS

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Geldflussrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • Konzernanhang
  • Informationen zu Geschäftssegmenten
  • Allgemeine Grundlagen
  • Konsolidierungskreis
  • Konsolidierungsmethoden
  • Währungsumrechnung

  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Geldflussrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Bestätigungsvermerk
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2012|13 vom 1. März 2012 bis 28. Februar 2013

in t¤ 2012 13 2011 12
Umsatzerlöse 3.065.906 2.577.631
Bestandsveränderungen 70.284 187.035
Andere aktivierte Eigenleistungen 4.955 4.208
Sonstige betriebliche Erträge 29.804 36.908
Materialaufwand –2.234.147 –1.919.755
Personalaufwand –274.307 –245.197
Abschreibungen –81.411 –76.608
Sonstige betriebliche Aufwendungen –363.261 –333.231
Ergebnis der Betriebstätigkeit 217.823 230.991
Finanzerträge 16.475 13.212
Finanzaufwendungen –44.131 –37.947
Finanzergebnis –27.656 –24.735
Ergebnis vor Ertragsteuern 190.167 206.256
Ertragsteuern –33.685 –50.583
Konzernjahresergebnis 156.482 155.673
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 149.419 152.360
– davon nicht beherrschende Anteile 7.063 3.313
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 10,52 € 10,73 €

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2012|13 vom 1. März 2012 bis 28. Februar 2013

in t¤ 2012 13 2011 12
Konzernjahresergebnis 156.482 155.673
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdifferenzen –5.502 –11.134
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 473 747
S
teuereffekt aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten
–250 –149
C
ashflow-Hedges
2.846 –3.926
S
teuereffekt aus Cashflow-Hedges
–762 931
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen –6.885 –3.981
S
teuereffekt aus Veränderung versicherungsmathematischer
Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 1.755 1.038
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse –8.325 –16.474
Gesamtjahresergebnis 148.157 139.199
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 139.633 137.906
– davon nicht beherrschende Anteile 8.524 1.293

Konzern-Geldflussrechnung für das Geschäftsjahr 2012|13 vom 1. März 2012 bis 28. Februar 2013

80

(13)

(14)

(15)

Konzernjahresergebnis
156.482 155.673
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 81.870 76.608
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –455 –2.515
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 18.413 20.349
Cashflow aus dem Ergebnis 256.310 250.115
Gewinne aus Anlagenabgängen –672 –627
Veränderungen Vorräte –41.840 –238.956
Veränderungen der Forderungen,
aktiven latenten Steuern und kurzfristigen Vermögenswerte 27.723 –76.923
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 2.392 –13.009
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) –38.504 125.470
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen –653 –2.889
Veränderung des Working Capital –50.882 –206.307
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 204.756 43.181
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 2.275 2.680
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –148.973 –96.942
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 248 3.588
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –59 –1.718
Einzahlungen/Auszahlungen aus dem Erwerb
von Geschäftseinheiten 9.625 –5.465
Cashflow aus Investitionstätigkeit –136.884 –97.857
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft
durch nicht beherrschende Anteile 3.765 4.140
Veränderungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten 96.698 65.086
Veränderungen kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten –69.582 48.319
Gezahlte Dividenden –52.447 –34.839
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –21.566 82.706
Veränderungen des Finanzmittelbestandes 46.306 28.030
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand –401 47
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 98.504 70.427

Konzernbilanz zum 28. Februar 2013

in t¤ Stand am Stand am
28.02.2013 29.02.2012
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 249.338 248.383
S
achanlagen
685.481 595.924
Wertpapiere 105.264 104.909
Beteiligungen und Ausleihungen 5.745 7.265
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 18.945 6.558
Aktive latente Steuern 33.021 29.764
B. Kurzfristige Vermögenswerte 1.097.794 992.803
Vorräte 851.492 768.569
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 472.084 492.720
L
aufende Ertragsteuerforderungen
11.271 8.173
Wertpapiere 1.198 1.352
Z
ahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
144.409
1.480.454
98.504
1.369.318
Summe Aktiva 2.578.248 2.362.121
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 611.464 524.900
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.126.036 1.039.472
N
icht beherrschende Anteile
86.060 33.516
B. Langfristige Schulden 1.212.096 1.072.988
R
ückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
58.534 52.674
Übrige Rückstellungen 15.179 12.397
Finanzverbindlichkeiten 428.788 332.090
S
onstige Verbindlichkeiten
2.283 2.013
Passive latente Steuern 14.355 17.253
519.139 416.427
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 29.186 26.777
Finanzverbindlichkeiten 305.802 341.885
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 471.421 469.465
L
aufende Ertragsteuerverbindlichkeiten
40.604 34.579
847.013 872.706
Summe Passiva 2.578.248 2.362.121

81

Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das Geschäftsjahr 2012|13 vom 1. März 2012 bis 28. Februar 2013

82

Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar

Gewinn-
in t¤ Grund- Kapital- Rücklage Rücklage Rücklage
kapital rücklagen für für für ver-
Available C ashflow- sicherungs-
for Sale H edges mathem.
Gewinne/
Verluste
Geschäftsja
hr 2012 13
Stand am 01.03.2012 103.210 411.362 4.097 –1.608 –9.799
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 387 1.285 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 –6.706
S
teuereffekte
0 0 –73 –370 1.710
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 314 915 –4.996
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 314 915 –4.996
D
ividendenausschüttung
0 0 0 0 0
Z
uweisung Rücklagen
0 0 0 0 0
Z
uzahlungen anderer Gesellschafter
0 0 0 0 0
Anteils- und Konsolidierungs
kreisänderungen 0 0 0 0 0
S
onstige Veränderungen
0 0 0 0 0
Stand 28.02.2013 103.210 411.362 4.411 –693 –14.795
611.464
Geschäftsja
hr 2011 12
Stand am 01.03.2011 103.210 411.362 3.591 40 –6.914
Bewertungseffekte IAS 39 0 0 655 –2.142 0
Veränderung versicherungs
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 –3.903
S
teuereffekte
0 0 –149 494 1.018
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 506 –1.648 –2.885
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 506 –1.648 –2.885
D
ividendenausschüttung
0 0 0 0 0
Z
uweisung Rücklagen
0 0 0 0 0
Z
uzahlungen anderer Gesellschafter
0 0 0 0 0
S
onstige Veränderungen
0 0 0 0 0
Stand am 29.02.2012 103.210 411.362 4.097 –1.608 –9.799

524.900

rücklagen
Summe Nicht Eigen- Jahres- nter- Übriges U
beherr- kapital der ergebnis schieds- kumuliertes
schende AGRANA- betrag Eigen-
Anteile Aktionäre Währungs-
umrechnung
kapital
1.072.988 33.516 1.039.472 152.360 –34.380 414.230
3.142 1.470 1.672 0 0 0
–6.885 –179 –6.706 0 0 0
920 –347 1.267 0 0 0
–5.502 517 –6.019 0 –6.019 0
–8.325 1.461 –9.786 0 –6.019 0
156.482 7.063 149.419 149.419 0 0
148.157 8.524 139.633 149.419 –6.019 0
–52.446 –1.319 –51.127 –51.127 0 0
0 0 0 –101.233 0 101.233
3.765 3.765 0 0 0 0
40.083 41.812 –1.729 0 0 –1.729
–451 –238 –213 0 0 –213
1.212.096 86.060 1.126.036 149.419 –40.399 513.521
964.155 28.558 935.597 84.890 –23.953 363.371
–3.179 –1.692 –1.487 0 0 0
–3.981 –78 –3.903 0 0 0
1.820 457 1.363 0 0 0
–11.134 –707 –10.427 0 –10.427 0
–16.474 –2.020 –14.454 0 –10.427 0
155.673
139.199
3.313
1.293
152.360
137.906
152.360
152.360
0
–10.427
0
0
–34.840 –755 –34.085 –34.085 0 0
0 0 0 –50.805 0 50.805
4.140 4.140 0 0 0 0
334 280 54 0 0 54
33.516 1.039.472 152.360 –34.380 414.230

Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zurechenbar

83

84 1. Informationen zu Geschäftssegmenten

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.

Die AGRANA-Gruppe hat die drei berichtspflichtigen Segmente Zucker, Stärke und Frucht, die entsprechend der strategischen Ausrichtung gebildet wurden. Jedes der Segmente bietet ein unterschiedliches Produktportfolio an und wird aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffungen und Absatzstrategien getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.

Für jedes Segment gibt es eine interne Berichterstattung, die monatlich an die jeweiligen CEOs (Chief Operating Decisionmaker) und deren Führungsmannschaft erfolgt. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente werden nachstehend gegeben. Die Bewertung der Ertragskraft der Segmente erfolgt vor allem auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.

1.1. Segmentierung nach Geschäftsbereichen

in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
Geschäftsja
hr 2012 13
Umsatzerlöse (brutto) 1.202.208 813.724 1.141.255 –91.281 3.065.906
Umsätze zwischen Segmenten –80.692 –9.420 –1.169 91.281 0
Umsatzerlöse 1.121.516 804.304 1.140.086 0 3.065.906
EBITDA 138.851 96.193 83.267 0 318.311
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –19.736 –23.579 –38.096 0 –81.411
Operatives Ergebnis 119.115 72.614 45.171 0 236.900
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0 0 –19.077 0 –19.077
Ergebnis der Betriebstätigkeit 119.115 72.614 26.094 0 217.823
Segmentvermögen 1.849.353 541.734 1.156.696 –969.535 2.578.248
Segmentschulden 915.807 246.787 844.695 –641.137 1.366.152
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 55.903 59.081 34.864 0 149.848
Investitionen in Finanzanlagen 17 0 41 0 58
Investitionen gesamt 55.920 59.081 34.905 0 149.906
Mitarbeiter 2.315 950 5.184 0 8.449
in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
Geschäftsja
hr 2011 12
Umsatzerlöse (brutto) 967.229 773.217 930.265 –93.080 2.577.631
Umsätze zwischen Segmenten –82.812 –8.941 –1.327 93.080 0
Umsatzerlöse 884.417 764.276 928.938 0 2.577.631
EBITDA 129.126 106.080 73.826 0 309.032
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –16.858 –24.132 –35.618 0 –76.608
Operatives Ergebnis 112.268 81.948 38.208 0 232.424
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0 0 –1.433 0 –1.433
Ergebnis der Betriebstätigkeit 112.268 81.948 36.775 0 230.991
Segmentvermögen 1.769.069 450.363 1.025.869 –883.180 2.362.121
Segmentschulden 899.530 202.728 752.890 –566.016 1.289.132
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 25.328 29.303 42.462 0 97.093
Investitionen in Finanzanlagen 490 0 1.228 0 1.718
Investitionen gesamt 25.818 29.303 43.690 0 98.811
Mitarbeiter 2.249 911 4.822 0 7.982

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –19.077 t€ betrifft Reorganisationsmaßnahmen (–4.307 t€) und Unregelmäßigkeiten in Mexiko (–14.770 t€). Dieser Betrag wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den Positionen Personalaufwand (–2.505 t€) und Sonstige betriebliche Aufwendungen (–16.572 t€) gezeigt.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung.

86 1.2. Segmentierung nach Regionen

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

in t€ 2012 13 2011 12
Umsatz
Österreich 1.524.219 1.306.761
Ungarn 306.763 273.985
R
umänien
228.706 183.098
R
estliche EU
454.113 366.616
EU-27 2.513.801 2.130.460
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 168.349 135.865
Übriges Ausland 383.756 311.306
Summe 3.065.906 2.577.631

Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um rund 18,9% gesteigert werden. Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 957.514 (Vorjahr: 763.300) t€, was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 31,2% darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina definiert. Kein Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10% des Gesamtumsatzes der AGRANA-Gruppe.

in t€ 2012 13 2011 12
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1
Österreich 86.587 39.602
Ungarn 13.759 13.078
R
umänien
9.238 3.795
R
estliche EU
17.463 15.972
EU-27 127.047 72.447
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 6.827 10.137
Übriges Ausland 15.974 14.509
Summe 149.848 97.093

2. Allgemeine Grundlagen

Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.

Der Konzernabschluss 2012|13 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Überleitung vom Gewinn zum Gesamtergebnis, der Geldflussrechnung sowie der Bilanz werden die Eigenkapitalveränderungen gezeigt. Die Anhangsangaben enthalten außerdem Informationen zu den Geschäftssegmenten.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2012|13, war von AGRANA der geänderte IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben – 2010) verpflichtend anzuwenden. Die Änderung des IFRS 7 betrifft Angaben zur Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten bei Übertragung; die Änderungen sind für AGRANA nicht anwendbar.

Nachfolgend eine Übersicht über die Standards und Interpretationen, die ab dem Geschäftsjahr 2013|14 oder später anzuwenden sind bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben:

Standard/Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Anwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Anerkennung
durch EU
IAS 1 D arstellung des Abschlusses (Änderung) 16.06.2011 2013 14 05.06.2012
IAS 12 Ertragsteuern (Änderung) 20.12.2010 2013 14 11.12.2012
IAS 19 L eistungen an Arbeitnehmer (Neufassung) 16.06.2011 2013 14 05.06.2012
IAS 27 Einzelabschlüsse (Neufassung) 12.05.2011 2014 15 11.12.2012
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen (Neufassung)
12.05.2011 2014 15 11.12.2012
IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung (Änderung) 16.12.2011 2014 15 13.12.2012
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) 07.10.2010 2013 14 13.12.2012
IFRS 9 Finanzinstrumente 16.12.2011 2015 16 nein
IFRS 10 Konzernabschlüsse 12.05.2011 2014 15 11.12.2012
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 12.05.2011 2014 15 11.12.2012

Standard/Interpretation Verabschiedung Anwendungs- Anerkennung Voraussichtliche Auswirkungen auf AGRANA

IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 16.06.2011 2013|14 05.06.2012 Die Darstellung des sonstigen Gesamtergebnisses wird künftig dahingehend geändert, dass die im sonstigen Ergebnis dargestellten Posten in zwei Kategorien unterteilt werden: Posten, die in Zukunft über die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden (sog. Recycling), und Posten, die nicht recycled werden.

IAS 12 Ertragsteuern (Änderung) 20.12.2010 2013|14 11.12.2012 Die Bewertung latenter Steuern von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt künftig unter der Annahme, dass eine Veräußerung beabsichtigt wird. Die Änderung hat keine Auswirkung auf den AGRANA-Konzernabschluss, da es derzeit keine als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien gibt.

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (Neufassung) 16.06.2011 2013|14 05.06.2012 Die wesentliche Änderung besteht darin, dass versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort bei Entstehung vollständig erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis des Eigenkapitals zu erfassen sind. Die bisher zulässige Abgrenzung nach dem Korridoransatz und auch eine sofortige Erfassung in der Gewinn-und Verlustrechnung sind nicht mehr zulässig. Daneben darf künftig der Ertrag aufgrund der erwarteten Verzinsung des Planvermögens lediglich in Höhe des Diskontierungssatzes der Verpflichtung erfasst werden. Im Übrigen werden die Anhangsangaben deutlich ausgeweitet. Darüber hinaus enthält die Neuregelung des IAS 19 Klarstellungen zum Inhalt von "kurzfristig fälligen" und "sonstigen langfristigen Leistungen", zu "Plankürzungen", zur Verteilung des "nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands" sowie zur Definition von Zahlungen mit Abfindungscharakter. AGRANA hat die Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste bereits in 2011|12 umgestellt. Aus den übrigen Änderungen werden bei den Pensions- und Altersteilzeitrückstellungen gegenläufige Effekte erwartet, die insgesamt im unteren einstelligen Millionenbereich liegen.

IAS 27 Einzelabschlüsse (Neufassung) 12.05.2011 2014|15 11.12.2012 Der Standard wird von "Konzern- und Einzelabschlüsse" in "Einzelabschlüsse" umbenannt und umfasst künftig nur noch Regelungen zu IFRS-Einzelabschlüssen.

IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und 12.05.2011 2014|15 11.12.2012 Der Anwendungsbereich von IAS 28 wird auf Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen ausgedehnt (vgl. Erläuterungen zu IFRS 11).

IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung (Änderung) 16.12.2011 2014|15 13.12.2012 Die Änderung betrifft Klarstellungen zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden. AGRANA erwartet keine wesentlichen Auswirkungen.

IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) 07.10.2010 2013|14 13.12.2012 Die Änderungen führen zu erweiterten Anhangsangaben zu Saldierungsvorgängen. Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den AGRANA-Konzern erwartet.

IFRS 9 Finanzinstrumente 16.12.2011 2015|16 nein Der neue Standard IFRS 9 regelt die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Ergänzend wurde bereits eine Überarbeitung des verabschiedeten Standards begonnen. Die Kategorien und die damit verbundenen Bewertungsmaßstäbe werden neu festgelegt. Das bisherige Klassifizierungs- und Bewertungsmodell des IAS 39 soll wegfallen. Der vorgesehene Erstanwendungszeitpunkt wurde verschoben. Die Verzögerung resultiert aus den noch ausstehenden Publikationen der zweiten Phase (Wertminderung) und dritten Phase (Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung) des IFRS 9. AGRANA bilanziert weitgehend wie unter den neuen Standards vorgesehen, sodass keine wesentlichen Auswirkungen auf den AGRANA-Konzernabschluss erwartet werden.

IFRS 10 Konzernabschlüsse 12.05.2011 2014|15 11.12.2012 IFRS 10 ersetzt die im IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse) und SIC 12 (Konsolidierung Zweckgesellschaften) enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung. IFRS 10 ändert die Definition der Beherrschung dahingehend, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewendet werden. Die geänderte Definition von Beherrschung setzt Verfügungsmacht und variable Rückflüsse für das Vorliegen eines Beherrschungsverhältnisses voraus. AGRANA erwartet keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 12.05.2011 2014|15 11.12.2012 Mit den neuen Vorschriften werden zwei Arten von gemeinschaftlichen Vereinbarungen – gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen – definiert. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung bei gemeinschaftlich geführten Unternehmen wurde abgeschafft. Partnerunternehmen eines Gemeinschaftsunternehmens haben verpflichtend die Equity-Bilanzierung anzuwenden. Die Regelungen für Unternehmen, die an gemeinschaftlichen Tätigkeiten beteiligt sind, werden mit den derzeit geltenden Bilanzierungsvorschriften für gemeinschaftliche Vermögenswerte oder gemeinschaftliche Tätigkeiten vergleichbar. AGRANA bezieht derzeit sieben Unternehmen anteilsmäßig in den Konzernabschluss ein. Die Umstellung auf die Equity-Bilanzierung wird insbesondere Auswirkungen auf den Ausweis in den Umsatzerlösen, im operativen Ergebnis sowie in der Bilanz haben.

Standard/Interpretation Verabschiedung
durch IASB
Anwendungs-
pflicht für AGRANA
ab Geschäftsjahr
Anerkennung
durch EU
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 12.05.2011 2014 15 11.12.2012
IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 12.05.2011 2013 14 11.12.2012
Diverse Annual Improvements Project 2009–2011 17.05.2012 2013 14 27.03.2013
IFRIC 20 Kosten der Abraumbeseitigung
während des Abbaubetriebs im Tagebau
19.10.2011 2013 14 11.12.2012

3. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 66 (Vorjahr: 63) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 7 (Vorjahr: 7) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der vollkonsolidierten und quotenkonsolidierten einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich auf Seite 143ff.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2012|13 wie folgt verändert:

Voll- Quoten-
konsolidierung konsolidierung
Stand 01.03.2012 63 7
Wechsel Einbeziehungsart 2 0
Erstmalige Einbeziehung 2 0
Verschmelzung 0 0
Abgang –1 0
Stand 28.02.2013 66 7

Standard/Interpretation Verabschiedung Anwendungs- Anerkennung Voraussichtliche Auswirkungen auf AGRANA

IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 12.05.2011 2014|15 11.12.2012 IFRS 12 legt die erforderlichen Angaben für Unternehmen fest, die in Übereinstimmung mit den Standards IFRS 10 (Konzernabschlüsse), IFRS 11 (gemeinschaftliche Vereinbarungen) und IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) bilanzieren. Der Umfang der Angaben wird sich dadurch erhöhen.

IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 12.05.2011 2013|14 11.12.2012 IFRS 13 beschreibt, wie der beizulegende Zeitwert zu bestimmen ist, und erweitert die Angaben zum beizulegenden Zeitwert; der Standard enthält keine Vorgaben, in welchen Fällen der beizulegende Zeitwert zu verwenden ist. Die Anwendung wird zu weiteren Anhangsangaben führen.

Diverse Annual Improvements Project 2009–2011 17.05.2012 2013|14 27.03.2013 Die Verbesserungen betreffen im Wesentlichen IAS 1 – Klarstellung der Vorschriften für Vergleichsinformationen, IAS 16 – Klassifizierung von Wartungsgeräten, IAS 32 – Steuereffekte bei Ausschüttungen an Eigenkapitalgeber und IAS 34 – Segmentangaben für das Gesamtvermögen und Gesamtschulden im Rahmen der Zwischenberichterstattung.

IFRIC 20 Kosten der Abraumbeseitigung 19.10.2011 2013|14 11.12.2012 IFRIC 20 regelt die bilanzielle Abbildung von Abraumbeseitigungskosten im Tagebau. Es gibt im AGRANA-Konzern keine Geschäftsvorfälle, während des Abbaubetriebs im Tagebau die in diesen Anwendungsbereich fallen.

Erstmalige Einbeziehung

  • █ Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich Tätigkeit: Produktion und Vertrieb von Getränkegrundstoffen, Fruchtsaftkonzentraten, natürlichen Aromen und Fruchtsüßen Einbeziehungszeitpunkt: Juni 2012 Anteil: 100% Anschaffungskosten in bar: Siehe "Erläuterung der Ybbstaler-Einbeziehung"
  • █ Ybbstaler Fruit Polska Sp. Z.o.o, Chełm|Polen Tätigkeit: Produktion und Vertrieb von Getränkegrundstoffen, Fruchtsaftkonzentraten, natürlichen Aromen und Fruchtsüßen Einbeziehungszeitpunkt: Juni 2012 Anteil: 100% Anschaffungskosten in bar: Siehe "Erläuterung der Ybbstaler-Einbeziehung"

Wechsel der Einbeziehungsart

█ AUSTRIA JUICE GmbH (vormals: YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH), Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich Tätigkeit: Holdingtätigkeiten Einbeziehungszeitpunkt: Juni 2012 Wechseltatbestand: Von "Nicht einbezogene Tochterunternehmen" zu "Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises" Anteil: 100% Anschaffungskosten in bar: 1.000 t€

Die Effekte der Einbeziehung der Ybbstaler-Gesellschaften sind im Punkt "Erläuterung der Ybbstaler-Einbeziehung" beschrieben.

█ AGRANA d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina Tätigkeit: Handel von Rohzucker und Weißzucker Einbeziehungszeitpunkt: Juni 2012 Wechseltatbestand: Von "Nicht einbezogene Tochterunternehmen" zu "Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises" Anteil: 100% Anschaffungskosten in bar: 100 t€ Die Einbeziehung der AGRANA d.o.o. führte zu keinem Unterschiedsbetrag.

Abgang

Der Abgang betraf die Liquidation der Gesellschaft Flavors from Florida, Inc., Bartow|USA, und führte zu einem Goodwill-Abgang von 1.257 t€.

Erläuterung der Ybbstaler-Einbeziehung

Am 1.Juni 2012 fand das Closing des Zusammenschlusses der AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf|Österreich, mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, statt. Die AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf|Österreich, fungierte bis zum 31.Mai 2012 als Muttergesellschaft der Juice-Aktivitäten.

Seit dem 1.Juni 2012 sind die Juice-Aktivitäten in der AUSTRIA JUICE GmbH (vormals: YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH), Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, gebündelt.

Die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, wird zu 50,01% von AGRANA und zu 49,99% von der RWA Raiffeisen Ware Austria AG (kurz: RWA), Wien, gehalten und im Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG vollkonsolidiert.

Durch den Zusammenschluss der AGRANA Juice Holding GmbH und der Ybbstaler Fruit Austria GmbH sollen Synergien genutzt werden. Ziel der AUSTRIA JUICE GmbH ist es, eine verstärkte Betreuung internationaler Märkte und damit weitere Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen. Hier möchte sich das Unternehmen als führender Lieferant von Fruchtsaftkonzentraten, Fruchtpürees, Getränkegrundstoffen, natürlichen Aromen sowie Direktsäften für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie etablieren. Das Unternehmen mit rund 800 Mitarbeitern hat seinen Firmensitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich und verfügt über 15 Standorte in Österreich, Dänemark, Deutschland, Ungarn, Polen, Rumänien, der Ukraine und China.

Im Rahmen des Closings wurden zwei Ybbstaler-Gesellschaften und die Anteile der AGRANA-Juicegesellschaften in die AUSTRIA JUICE GmbH eingebracht. Die beiden Ybbstaler-Gesellschaften Ybbstaler Fruit Austria GmbH und die Ybbstaler Fruit Polska Sp. Z.o.o, Chełm|Polen, werden durchgerechnet zu je 100% von der AUSTRIA JUICE GmbH gehalten.

Im Zuge dieser Transaktion hat AGRANA am 1.Juni 2012 50,01% der Anteile an der Ybbstaler Fruit Austria GmbH erworben und gleichzeitig 49,99% der Anteile an der AGRANA Juice Holding GmbH an die RWA abgetreten. Da die Gegenleistung durch Übertragung von Anteilen der AUSTRIA JUICE GmbH erfolgte, stellen diese die Anschaffungskosten dar und wurden zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet.

Das Nettovermögen zum Zeitpunkt der erstmaligen Vollkonsolidierung und der sich aus der Akquisition ergebende Goodwill sind nachfolgend ersichtlich:

in t€ Buchwerte zum
Erwerbszeitpunkt
Langfristiges Vermögen 23.262
Vorräte 41.083
Forderungen und andere Vermögenswerte 29.751
Flüssige Mittel und Wertpapiere 9.625
Kurzfristiges Vermögen 80.459
Summe Vermögen 103.721
abzüglich langfristige Verbindlichkeiten –2.981
abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten –67.399
Nettovermögen (Eigenkapital) 33.341
abzüglich nicht beherrschende Anteile –16.843
Goodwill 6.871
Anschaffungskosten 23.369

Folgende Faktoren führten zur Erfassung des Geschäfts- oder Firmenwerts:

  • Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigenproduktion und Zukauf in Hinblick auf die Risikominimierung
  • Kostensynergien im Verwaltungsbereich
  • Komplettierung des Produktportfolios (Fruchtsaftkonzentrat, Fruchtsaft, Fruchtwein, Getränkegrundstoffe, Aromen)
  • Komplementäre geografische Absatzmarktschwerpunkte der Einzelunternehmen
  • Breiteres gemeinsames Kundenportfolio
  • Know-how-Transfer bei Produktionstechnologie und Qualitätsparametern
  • Globale Präsenz sowohl absatz- wie auch beschaffungsseitig

Der Anteil des Eigenkapitals an nicht beherrschenden Anteilen erhöhte sich zum Erwerbszeitpunkt um 41.648 t€. Zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses war die Kaufpreisallokation abgeschlossen. Die hierbei zusätzlich identifizierten Vermögenswerte betragen vor latenten Steuern 2.053 t€. Die vollkonsolidierten Ybbstaler-Gesellschaften trugen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Zeitraum 1.Juni 2012 bis 28. Februar 2013 mit 100.292 t€ zum Konzernumsatz und mit 2.273 t€ zum Konzernjahresüberschuss bei. Unter der Annahme, dass die Akquisition bereits zu Beginn des Geschäftsjahres stattgefunden hätte, hätte der Umsatzbeitrag 133.709 t€ und der Anteil am Konzernjahresüberschuss 2.776 t€ betragen. Durch die Kaufpreisallokation kam es im Geschäftsjahr zusätzlich zu einer Ergebnisbelastung von 1.030 t€.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen die gemeinschaftlich geführte HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza|Ungarn, an der die AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit 50% beteiligt ist, sowie deren Tochtergesellschaft Hungranatrans Kft., Szabadegyháza|Ungarn, und die GreenPower E85 Kft., Szabadegyháza|Ungarn. Weiters werden die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, die STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina, die AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, und die AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, der Quotenkonsolidierung unterzogen.

94
in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Langfristiges Vermögen 94.668 99.536
Vorräte 26.409 25.571
Forderungen und andere Vermögenswerte 59.554 79.628
Z
ahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere
17.961 10.055
Kurzfristiges Vermögen 103.924 115.254
Summe Aktiva 198.592 214.790
Eigenkapital 92.679 91.129
Langfristige Schulden 5.352 10.104
Kurzfristige Schulden 100.561 113.557
Summe Passiva 198.592 214.790
Umsatzerlöse 358.580 370.172
Sonstige Aufwendungen/Erträge –331.867 –336.644
Jahresüberschuss 26.713 33.528

3.1. Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. Konsolidierungsmethoden

█ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaffungskosten zu den identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbs. Übersteigen die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs ertragswirksam erfasst.

█ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

█ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

█ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

5. Währungsumrechnung

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.

█ Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
in € Währungs- 28.02.2013 29.02.2012 01.03.2012– 01.03.2011–
einheit 28.02.2013 29.02.2012
Ägypten EGP 8,94 8,18 8,03 8,26
Argentinien ARS 6,60 5,82 6,03 5,79
Australien AUD 1,28 1,24 1,25 1,33
Bosnien BAM 1,96 1,96 1,96 1,96
Brasilien BRL 2,59 2,29 2,57 2,33
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 8,17 8,46 8,12 8,89
Dänemark D KK 7,46 7,44 7,45 7,45
Fiji FJD 2,36 2,35 2,31 2,47
Südkorea KRW 1.423,71 1.502,28 1.440,48 1.536,01
Marokko MAD 11,13 11,18 11,09 11,24
Mexiko MXN 16,76 17,19 16,88 17,41
Polen PLN 4,16 4,14 4,16 4,18
Rumänien RON 4,36 4,35 4,46 4,25
Russland RUB 40,08 39,14 39,97 40,85
Serbien CSD 111,52 110,19 113,85 102,33
Südafrika ZAR 11,76 10,01 10,81 10,21
Tschechien CZK 25,64 24,84 25,18 24,74
Türkei TRY 2,36 2,35 2,32 2,37
USA USD 1,31 1,34 1,29 1,38
Ukraine UAH 10,47 10,75 10,32 11,04
Ungarn HUF 295,80 288,71 288,39 283,64

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

96 6. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

6.1. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

█ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Definition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

█ Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wird eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsguts führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

█ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

6.2. Zuschüsse der öffentlichen Hand

█ Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

6.3. Finanzinstrumente

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Ausleihungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Vermögenswerte
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzielle Schulden

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoffderivate
  • Sonstige Derivate

█ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

█ Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet, zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen werden mit dem Barwert angesetzt.

█ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaffungskosten und Tilgungsbetrag nach der Effektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt (held to maturity). Bei Wertpapieren, die für Handelszwecke gehalten werden (held for trading), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten, dabei werden Stichtagsgewinne bzw.-verluste erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinnund Verlustrechnung ausgewiesen werden ("available for sale").

█ Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

98 █ Wenn substanzielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden mit dem Nominalwert angesetzt, der regelmäßig dem Marktwert entspricht. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashflow-Hedge-Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angaben von Banken oder mit Hilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zuganges mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfalloder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Wertberichtigungen werden über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

█ Fremdwährungsforderungen werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

6.4. Vorräte

█ Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

6.5. Emissionszertifikate

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschriften IAS 38 (immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifikate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifikate (ein Zertifikat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung von CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits angeschafft wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.6. Wertminderung

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzwert und Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzwert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashflow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzwertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashflow ermittelt werden kann (cash generating unit).

█ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroffenen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie "available for sale" – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungsoder Herstellungskosten und Nutzwert.

100 6.7. Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected Unit Credit Method entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

█ Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen beziehungsweise aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt.

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 3,5% (Vorjahr: 4,5%) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

6.8. Sonstige Rückstellungen

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

6.9. Steuerabgrenzungen

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungsund Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden.

█ Die Steuerabgrenzungen werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

█ Werden Erträge und Aufwendungen direkt im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

█ Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

6.10. Gewinnrealisierung

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Finanzierungs-Leasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

102 6.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert zum 28.02.2013: 227.934 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert zum 28.02.2013: 21.404 t€) und Sachanlagen (Buchwert zum 28.02.2013: 685.481 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Prognoserechnungen für die Cashflows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre. Der Abzinsungssatz orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 7,6% und 8,7% (Vorjahr: 9,1% und 9,6%).
  • Wäre der WACC um 1% gestiegen, wäre in keinem der Segmente Wertberichtigungsbedarf der Geschäfts-/Firmenwerte gegeben gewesen.
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert zum 28.02.2013: 58.534 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
  • Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um ±1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übriger Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (24a) angeführten Rückstellungen:
Rechnungszinssatz
in t€ + 1 Prozent- – 1 Prozent
punkt punkt
Pensionen –3.507 4.162
Abfertigungen –2.390 2.745
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert zum 28.02.2013: 33.021 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpflichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der Übrigen Rückstellungen (Buchwert zum 28.02.2013: 44.365 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden in der Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt.

█ Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

7. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Note (1)

7.1. Umsatzerlöse

in t€ 2012 13 2011 12
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 2.761.091 2.382.924
H
andelswarenerlöse
300.998 188.289
L
eistungserlöse
3.817 6.418
Summe 3.065.906 2.577.631

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Informationen zu den Geschäftssegmenten (siehe Seite 86) ausgewiesen.

28% des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt.

7.2. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen Note (2)

in t€ 2012 13 2011 12
Veränderungen des Bestandes an
fertigen und unfertigen Erzeugnissen 70.284 187.035
Andere aktivierte Eigenleistungen 4.955 4.208

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 70.284 (Vorjahr: 187.035) t€ resultierte vor allem aus dem Segment Zucker mit 24.764 (Vorjahr: 126.925) t€ und dem Segment Frucht (insbesondere aus den Juice-Aktivitäten) mit 40.526 (Vorjahr: 51.121) t€.

7.3. Sonstige betriebliche Erträge Note (3)

in t€ 2012 13 2011 12
Erträge aus
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 9.438 5.327
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 2.010 314
Miet- und Pachtverträgen 1.149 1.174
R
üben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation
791 10.672
D
erivaten
478 2.885
L
eistungen an Dritte
134 2.828
Kursgewinnen 0 2.961
Übrige 15.804 10.747
Summe 29.804 36.908

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen beispielsweise Erträge aus der Veräußerung von Rohmaterial und Betriebsstoffen.

104 7.4. Materialaufwand

in t€ 2012 13 2011 12
Aufwendungen für
R
ohstoffe
1.301.633 1.114.154
H
ilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren
881.995 752.921
bezogene Leistungen 50.519 52.680
Summe 2.234.147 1.919.755

Note (5)

Note (4)

7.5. Personalaufwand

in t€ 2012 13 2011 12
Löhne und Gehälter 215.711 192.416
Soziale Abgaben 51.978 46.748
Aufwendungen für Altersversorgung 1.606 1.790
Aufwendungen für Abfertigungen 5.012 4.243
Summe 274.307 245.197

Die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind im Personalaufwand ohne Zinsanteil ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 2.579 (Vorjahr: 2.651) t€ im Finanzergebnis enthalten.

Im Geschäftsjahr 2012|13 wurden 6.302 (Vorjahr: 6.617) t€ als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.

In den Aufwendungen für Abfertigungen sind 2.505 t€ aus Sondereinflüssen enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2012 13 2011 12
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 6.007 5.695
Angestellte 2.361 2.228
L
ehrlinge
81 59
Summe 8.449 7.982
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 1.993 1.812
Ungarn 546 475
R
umänien
740 756
R
estliche EU
1.627 1.546
EU-27 4.906 4.589
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.054 1.025
Übriges Ausland 2.489 2.368
Summe 8.449 7.982

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von gemeinschaftlich geführten Unternehmen stellt sich wie folgt dar (50%):

2012 13 2011 12
Arbeiter 156 278
Angestellte 71 86
Summe 227 364

7.6. Abschreibungen Note (6)

in t¤ 2012 13 2011 12
Gesamt Abschrei- Wertminde- Gesamt Abschrei- Wertminde
bungen rungen bungen rungen
Immaterielle Vermögenswerte 6.693 6.552 141 8.180 8.180 0
Sachanlagen 74.718 73.922 796 68.428 68.428 0
Abschreibungen im operativen Ergebnis 81.411 80.474 937 76.608 76.608 0
Abschreibungen im
Ergebnis der Betriebstätigkeit 81.411 80.474 937 76.608 76.608 0
Finanzanlagen 460 0 460 0 0 0
Abschreibungen im Finanzergebnis 460 0 460 0 0 0
Summe 81.871 80.474 1.397 76.608 76.608 0

Die Wertminderungen des Geschäftsjahres betrafen im Wesentlichen außerplanmäßige Maschinenabschreibungen im Segment Zucker sowie außerplanmäßige Abschreibungen von Grundstücken und Bauten im Segment Frucht (Køge|Dänemark). Im Bereich der Finanzanlagen betraf die Wertminderung im Wesentlichen die Abschreibung einer verbundenen, nicht konsolidierten südamerikanischen Beteiligung im Segment Zucker.

Die Wertminderungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2012 13 2011 12
Segment Zucker 1.105 0
Segment Stärke 18 0
Segment Frucht 274 0
Gesamt 1.397 0

Note (7)

106 7.7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in t€ 2012 13 2011 12
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 129.324 117.562
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 122.964 112.809
Sonderergebnis 16.572 1.433
Fremdleistungen für Betrieb 11.598 11.394
Werbeaufwendungen 7.985 10.542
Forschung und Entwicklung (extern) 7.772 6.466
Sonstige Steuern 7.463 5.952
Miete und Pachtaufwand 7.449 7.304
Umwidmung Nicht-Quotenzucker 7.295 4.659
Produktionsabgabe 4.412 4.589
Schadensfälle 2.697 1.842
Leasingaufwand 2.673 2.187
Kursverluste 2.521 0
Derivate 2.303 234
Verluste aus dem Abgang von Gegenständes des Anlagevermögens 1.627 500
Rübenbauernvergütung 0 28.600
Übrige 28.606 17.158
Summe 363.261 333.231

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 18.186 (Vorjahr: 15.139) t€.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren Risikovorsorgen sowie Aufwendungen für Reinigung- und Abfallentsorgung enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft betrugen 584 (Vorjahr: 320) t€. Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) in Höhe von 414 t€, sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 64 t€ sowie sonstige Leistungen von 106 t€.

Note (8)

7.8. Ergebnis der Betriebstätigkeit

in t€ 2012 13 2011 12
Operatives Ergebnis 236.900 232.424
Ergebnis aus Sondereinflüssen –19.077 –1.433
Summe 217.823 230.991

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –19.077 t€ basierte auf einmaligen Effekten im Fruchtzubereitungsgeschäft und wurde in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den Positionen Personalaufwand (–2.505 t€) und Sonstige betriebliche Aufwendungen (–16.572 t€) gezeigt.

Reorganisationsmaßnahmen

Um den Marktbedingungen in Europa – stagnierender Markt, Änderungen im Konsumverhalten, zunehmende Konzentration in der Molkereiindustrie – besser und schneller gerecht zu werden, wurden im Geschäftsjahr 2012|13 die zwei europäischen Regionen West- und Zentraleuropa zu einer Region zusammengefasst. Somit werden die sechs europäischen Fruchtzubereitungswerke

nun gemeinsam geführt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden für diese Restrukturierung 4.307 t€ für Abfertigungen und externe Beratung zur Prozessoptimierung aufgewandt. Die jährlichen Einsparungen übertreffen die Einmalkosten und werden ab heuer erstmals zur Gänze wirksam.

Unregelmäßigkeiten in Mexiko

Im Zuge von externen und internen Prüftätigkeiten wurden bei AGRANA Fruit Mexiko Unregelmäßigkeiten in der Finanzgebarung zum Schaden des Unternehmens festgestellt. AGRANA leitete umgehend organisatorische und personelle Konsequenzen sowie juristische Schritte gegen die involvierten Manager und Mitarbeiter ein. Darüber hinaus verschärfte AGRANA das interne Kontrollsystem und bildete Rückstellungen und Vorsorgen für Forderungen, deren Einbringlichkeit gefährdet erscheint, in Höhe von rund 14.770 t€.

7.9. Finanzerträge Note (9)

in t€ 2012 13 2011 12
Zinserträge 12.073 10.864
Sonstige Finanzerträge
Beteiligungserträge aus verbundenen Unternehmen 1.005 1.029
Gewinn aus Derivaten 2.786 1.166
Übrige finanzielle Erträge 611 153
Summe 16.475 13.212

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2012 13 2011 12
Segment Zucker 8.670 9.338
Segment Stärke 586 331
Segment Frucht 2.817 1.195
Summe 12.073 10.864

Note (10)

7.10. Finanzaufwendungen

in t€ 2012 13 2011 12
Zinsaufwendungen 36.075 32.984
Sonstige Finanzaufwendungen
Währungsverluste 670 775
Verluste aus Derivaten 2.684 2.369
Übrige finanzielle Aufwendungen 4.702 1.819
Summe 44.131 37.947

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2012 13 2011 12
Segment Zucker 6.836 9.817
Segment Stärke 3.408 3.363
Segment Frucht 25.831 19.804
Summe 36.075 32.984

108 Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen von 2.579 (Vorjahr: 2.651) t€.

Das Finanzergebnis (Erträge und Aufwendungen kumuliert) setzt sich wie folgt zusammen:

in t€ 2012 13 2011 12
Zinsergebnis –24.002 –22.120
Währungsergebnis –670 –775
Beteiligungsergebnis 1.005 1.029
Veräußerungsergebnis –459 –174
Sonstiges Finanzergebnis –3.530 –2.695
Summe –27.656 –24.735

Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Verlust in Höhe von 670 (Vorjahr: 775) t€. Dieser setzte sich aus einem realisierten Gewinn von 1.063 (Vorjahr: realisierter Verlust von –2.078) t€ und einem nicht realisierten Verlust in Höhe von –1.733 (Vorjahr: nicht realisierter Gewinn von 1.303) t€ zusammen.

7.11. Ertragsteuern Note (11)

Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

in t€ 2012 13 2011 12
Effektive Steuern 39.367 47.990
– davon Inland 16.006 20.973
– davon Ausland 23.361 27.017
Latente Steuern –5.682 2.593
– davon Inland –1.251 3.395
– davon Ausland –4.431 –802
Steueraufwand 33.685 50.583
– davon Inland 14.755 24.368
– davon Ausland 18.930 26.215

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2012 13 2011 12
Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 3.257 –1.698
Verminderung (+) passiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 2.898 159
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer
ohne Konzernkreisänderung 6.155 –1.539
– davon Konsolidierungskreisänderung, erfolgsneutral –406 0
– davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen
(Neubewertung, Cashflow-Hedges, IAS 19, Sonstige) 879 1.054
– davon erfolgswirksame Veränderungen 5.682 –2.593

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

in t€ 2012 13 2011 12
Ergebnis vor Ertragsteuern 190.167 206.256
Österreichischer Steuersatz 25% 25%
Theoretischer Steueraufwand 47.542 51.564
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund
abweichender Steuersätze –7.602 –9.103
S
teuerminderung durch steuerfreie Erträge
und steuerliche Abzugsposten –1.590 –1.554
S
teuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger
Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen 3.235 1.789
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen –4.032 2.481
nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen –3.868 5.406
Ertragsteuern 33.685 50.583
Effektive Steuerquote 17,7% 24,5%

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25%.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Bioethanol GmbH, Agrofrucht GmbH, AGRANA J&F Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungsund Asset-Management GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft mbH, AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 8.377 (Vorjahr: 12.692) t€ nicht aktiviert. Zum Bilanzstichtag bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, in Höhe von 37.919 (Vorjahr: 62.074) t€.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 4.063 (Vorjahr: 2.619) t€.

Note (12)

110 7.12. Ergebnis je Aktie

2012 13 2011 12
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist in t€ 149.419 152.360
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war in Stück 14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) in € 10,52 10,73
Dividende je Aktie in € 3,601 3,60

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2012|13 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 51.127 (Vorjahr: 51.127) t€ ausgeschüttet.

8. Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Auswirkungen von Akquisitionen sind in der Position Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten dargestellt.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

Note (13)

8.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 256.310 (Vorjahr: 250.115) t€, das entspricht 8,36% (Vorjahr: 9,70%) des Umsatzes. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen unter anderem die nicht realisierten Währungsverluste des Finanzergebnisses 1.733 (Vorjahr: Währungsgewinne –1.303) t€, die Auswirkungen der latenten Steuern –6.581 (Vorjahr: +1.539) t€, zahlungsunwirksame effektive Steuern 2.927 (Vorjahr: 18.680) t€, das zahlungsunwirksame Sonderergebnis aus den Reorganisationsmaßnahmen und den Unregelmäßigkeiten in Mexiko 19.077 (Vorjahr: 1.433 aus Joint Venture-Trennung China) t€ und den Goodwill-Abgang der Flavors from Florida, Inc., Bartow|USA, 1.257 t€. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital führte zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 204.756 (Vorjahr: 43.181) t€.

Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen enthalten:

in t€ 2012 13 2011 12
Zinseinzahlungen 17.555 15.893
Zinsauszahlungen 33.387 29.838
Steuerauszahlungen 36.439 29.310
Dividendeneinzahlungen 1.005 1.029

Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

8.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit Note (14)

Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 136.884 (Vorjahr: 97.857) t€ benötigt.

Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen auf 148.973 (Vorjahr: 96.942) t€.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 2.275 (Vorjahr: 2.680) t€.

Im Geschäftsjahr wurden Einzahlungen für den Erwerb von Geschäftseinheiten ausgewiesen, die die Ybbstaler-Einbeziehung betrafen. Die Einzahlungen resultieren aus den übernommenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 9.625 t€.

8.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Note (15)

Im Geschäftsjahr 2012|13 stiegen die Finanzverbindlichkeiten um den Gesamtbetrag von 58.883 (Vorjahr: 113.405) t€. Davon entfallen 31.767 t€ auf die Veränderung des Konsolidierungskreises, sodass nur 27.116 t€ zahlungswirksam waren.

Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

9. Erläuterungen zur Bilanz

Note (16)

9.1. Immaterielle Vermögenswerte

in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Z uckerquote,
ähnliche Rechte
Geschäftsja
hr 2012 13
Anschaffungskosten
S
tand 01.03.2012
222.332 86.235 308.567
Währungsdifferenzen –12 5 –7
Konsolidierungskreisänderungen 5.614 –31 5.583
Z
ugänge
0 1.856 1.856
Umbuchungen 0 88 88
Abgänge 0 –2.167 –2.167
Stand 28.02.2013 227.934 85.986 313.920
Abschreibungen
S
tand 01.03.2012
0 60.184 60.184
Währungsdifferenzen 0 –30 –30
Konsolidierungskreisänderungen 0 –145 –145
L
aufende Abschreibungen
0 6.552 6.552
Wertminderungen 0 141 141
Umbuchungen 0 –4 –4
Abgänge 0 –2.116 –2.116
Stand 28.02.2013 0 64.582 64.582
Buchwert 28.02.2013 227.934 21.404 249.338

111

112
in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Z uckerquote,
ähnliche Rechte
Geschäftsja
hr 2011 12
Anschaffungskosten
S
tand 01.03.2011
219.223 91.336 310.559
Währungsdifferenzen 0 –44 –44
Konsolidierungskreisänderungen 3.109 26 3.135
Z
ugänge
0 4.650 4.650
Umbuchungen 0 187 187
Abgänge 0 –9.920 –9.920
Stand 29.02.2012 222.332 86.235 308.567
Abschreibungen
S
tand 01.03.2011
0 62.008 62.008
Währungsdifferenzen 0 –43 –43
L
aufende Abschreibungen
0 8.180 8.180
Umbuchungen 0 –90 –90
Abgänge 0 –9.871 –9.871
Stand 29.02.2012 0 60.184 60.184
Buchwert 29.02.2012 222.332 26.051 248.383

█ Die Abgänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.167 t€ betrafen im Wesentlichen Abgänge von Software (2.166 t€).

█ Die Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von 5.614 t€ bei den Firmenwerten betrafen den Zugang der Ybbstaler-Gesellschaften (6.871 t€) und den Abgang der Flavors from Florida, Inc., Bartow|USA (–1.257 t€).

█ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie langfristige Anzahlungen ausgewiesen.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 21.384 (Vorjahr: 21.384) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr: 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 204.460 (Vorjahr: 198.858) t€.

█ Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert des erwarteten Mittelzuflusses aus dem Vermögenswert ermittelt.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted-Cash-Flow) auf den erwarteten Mittelzufluss der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Aufsichtsratsgremien validierte bzw. beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleich bleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 0,75% p.a. (Vorjahr: 0,75% p.a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt für das Segment Frucht 8,2% (Vorjahr: 9,5%), für das Segment Stärke 8,7% (Vorjahr: 9,6%) und das Segment Zucker 7,6% (Vorjahr: 9,1%).

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Marktund Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde. Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen.

█ Am Bilanzstichtag waren keine anderen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

in t€ Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, in Bau
gleiche Rechte M aschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung
Geschäftsja
hr 2012 13
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
S
tand 01.03.2012
489.161 1.024.495 181.630 42.358 1.737.644
Währungsdifferenzen –2.712 –5.489 –509 –208 –8.918
Konsolidierungs
kreisänderungen 12.713 7.952 2.241 512 23.418
Z
ugänge
12.725 60.814 10.311 64.142 147.992
Umbuchungen 5.640 13.406 1.675 –20.808 –87
Abgänge –3.346 –13.991 –4.134 –12 –21.483
Z
uschüsse
3 12 7 –1.565 –1.543
Stand 28.02.2013 514.184 1.087.199 191.221 84.419 1.877.023
Abschreibungen
S
tand 01.03.2012
260.871 740.978 139.281 590 1.141.720
Währungsdifferenzen –1.089 –3.289 –294 0 –4.672
Konsolidierungs
kreisänderungen 0 –312 –230 0 –542
L
aufende Abschreibungen
14.548 48.515 10.859 0 73.922
Wertminderungen 454 306 36 0 796
Umbuchungen 3 –4 4 0 3
Abgänge –2.483 –13.299 –3.903 0 –19.685
Stand 28.02.2013 272.304 772.895 145.753 590 1.191.542
Buchwert 28.02.2013 241.880 314.304 45.468 83.829 685.481

9.2. Sachanlagen Note (17)

ł
۰.
۰. . .
. .
114
in t€ Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, in Bau
gleiche Rechte M aschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung
Geschäftsja
hr 2011 12
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
S
tand 01.03.2011
469.404 993.995 171.636 29.588 1.664.623
Währungsdifferenzen –5.202 –7.734 –597 –271 –13.804
Konsolidierungs
kreisänderungen 1.057 2.353 161 88 3.659
Z
ugänge
18.657 22.736 11.574 39.476 92.443
Umbuchungen 8.485 15.988 1.819 –26.479 –187
Abgänge –3.232 –2.524 –2.941 –44 –8.741
Z
uschüsse
–8 –319 –22 0 –349
Stand 29.02.2012 489.161 1.024.495 181.630 42.358 1.737.644
Abschreibungen
S
tand 01.03.2011
251.401 703.026 131.951 536 1.086.914
Währungsdifferenzen –2.294 –4.855 –485 0 –7.634
Konsolidierungs
kreisänderungen 293 926 51 0 1.270
L
aufende Abschreibungen
13.700 44.129 10.545 54 68.428
Umbuchungen 50 40 0 0 90
Abgänge –2.279 –2.288 –2.781 0 –7.348
Stand 29.02.2012 260.871 740.978 139.281 590 1.141.720
Buchwert 29.02.2012 228.290 283.517 42.349 41.768 595.924

█ Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/ Firmenwerte):

in t€ 2012 13 2011 12
Segment Zucker 55.903 25.328
Segment Stärke 59.081 29.303
Segment Frucht 34.864 42.462
Summe 149.848 97.093

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

  • █ Die Zuschüsse betrafen eine staatliche Investitionsförderung in Ungarn (Segment Zucker).
  • █ Es wurden keine Fremdkapitalzinsen angesetzt.

█ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

in t€ 2012 13 2011 12
Anschaffungskosten 245 246
abzüglich kumulierter Abschreibungen –62 –98
Buchwert 183 148

█ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

in t€ 2012 13 2011 12
Im folgenden Jahr 3.561 2.446
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 9.381 4.656
Über 5 Jahre 6.989 487

█ Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

9.3. Wertpapiere, Beteiligungen und Ausleihungen Note (18)

in t€ Beteiligungen
und
Wertpapiere
(langfristige
Summe
Ausleihungen Vermögens-
werte)
Geschäftsja
hr 2012 13
Stand 01.03.2012 7.265 104.909 112.174
Währungsdifferenz 0 3 3
Konsolidierungskreisänderungen 40 1 41
Zugänge 0 58 58
Wertminderungen –460 0 –460
Abgänge –1.100 0 –1.100
Neubewertung (IAS 39) 0 293 293
Stand 28.02.2013 5.745 105.264 111.009

Geschäftsjahr 2011|12

Stand 29.02.2012 7.265 104.909 112.174
Neubewertung (IAS 39) 0 127 127
Abgänge –6 –424 –430
Zugänge 1.120 598 1.718
Währungsdifferenzen –1 10 9
Stand 01.03.2011 6.152 104.598 110.750

116 █ Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

█ Der Abgang im Bereich der Beteiligungen betraf mit 1.000 t€ die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, und mit 100 t€ die AGRANA d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina.

█ Die Wertminderung betraf im Wesentlichen die Abschreibung einer verbundenen, nicht konsolidierten südamerikanischen Beteiligung im Segment Zucker.

Note (19)

9.4. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 315.108 290.760
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 14 117
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 11.190 22.904
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0 30
Forderungen aus Zuschüssen 6.189 3.800
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 6.189 0
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 4.750 2.708
Positiver Marktwert Derivate 3.446 6.335
Forderungen aus Altlastsanierung 1.081 1.650
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 863 1.432
Versicherung und Schadensvergütung 595 655
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 589 646
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 477 5.374
Kautionen 56 52
Sonstige Vermögenswerte 43.775 39.588
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 11.158 4.161
Zwischensumme Finanzinstrumente 386.667 373.826
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 18.813 6.386
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 86.408 99.284
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 132 172
Rechnungsabgrenzungsposten 9.334 7.408
Geleistete Anzahlungen 8.620 18.760
Summe 491.029 499.278
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 18.945 6.558

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammten aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 326.663 297.914
abzüglich Wertberichtigungen –11.555 –7.154
Buchwert (netto) 315.108 290.760

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

in t€ 2012 13 2011 12
Wertberichtigungen 01.03. 7.154 7.895
Währungsänderung/Sonstige Veränderung –22 –289
Zuführungen 6.544 1.159
Verbrauch –748 –525
Auflösungen –1.373 –1.086
Wertberichtigungen 28./29.02. 11.555 7.154

Aus der Auflösung der Wertberichtigungen resultierten Zinserträge von 21 (Vorjahr: 16) t€.

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashflows eingeschätzt.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 32.160 27.568
31 bis 90 Tage 11.432 9.551
91 Tage und älter 8.056 8.807
Summe 51.648 45.926

Note (20)

9.5. Aktive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 3.805 9.646
Finanzanlagen (v.a."Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 9.435 9.188
Vorräte 6.002 6.128
Forderungen, sonstige Vermögenswerte und
aktive Rechnungsabgrenzungsposten 10.151 1.517
Verlustvorträge 6.695 3.510
R
ückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder
5.563 4.388
S
onstige Rückstellungen und sonstige Schulden
6.227 7.567
Summe Aktive latente Steuern 47.878 41.944
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –14.857 –12.180
Saldierte aktive Steuerabgrenzung 33.021 29.764

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (27) erläutert.

Note (21)

118 9.6. Vorräte

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 201.688 198.369
Fertige und unfertige Erzeugnisse 607.776 500.447
Waren 42.028 69.753
Summe 851.492 768.569

Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten Vorräte beträgt 48.730 (Vorjahr: 19.826) t€.

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 8.939 (Vorjahr: 1.101) t€ vorgenommen.

9.7. Wertpapiere Note (22)

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 1.198 (Vorjahr: 1.352) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquiditätsreserve dienen.

9.8. Eigenkapital Note (23)

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag unverändert zum Vorjahr 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 82 und 83 dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2012|13 unverändert. Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklagen "available for sale", die Rücklagen aus Cashflow-Hedges, die Rücklagen für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Eigenkapital 1.212.096 1.072.988
Bilanzsumme 2.578.248 2.362.121
Eigenkapitalquote 47,0% 45,4%

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird vor allem auch die Kennzahl "Gearing" (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

9.9. Rückstellungen Note (24)

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Rückstellungen für
Pensionen 31.341 29.615
Abfertigungen 27.193 23.059
Übrige 44.365 39.174
Summe 102.899 91.848

Note (24a)

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.

Für die inländischen und europäischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen sowie des Rechnungszinssatzes zugrunde gelegt:

in % 28.02.2013 29.02.2012
Lohn-/Gehaltstrend
Inland/Europa 0,00–2,50 2,50
Mexiko/USA 3,00–6,00 3,50–5,56
Rententrend
Inland/Europa 0,00–2,25 2,00
Mexiko/USA 0,00 0,00–4,52
Zinssatz
Inland/Europa 3,50 4,50
Mexiko/USA 3,50–6,75 4,50–7,85

Der Abzinsungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte verwendet.

120 Der erwartete Ertrag des externen Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in % 28.02.2013 29.02.2012
Erwarteter Ertrag des Planvermögens Europa: 3,50 4,50
Mexiko: 6,75 7,00

Die Verzinsung des Planvermögens resultiert aus der strategischen Portfolio-Strukturierung der Pensionskasse.

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 665 (Vorjahr: 990) t€ betragen.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpflichtung der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012 28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009
Pensionen 38.846 35.729 34.924 36.462 35.780
Abfertigungen 27.527 23.432 21.373 20.867 19.147

Historische Information zur Pensionsverpflichtung

in t€ 28.02.2013 29.02.2012 28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009
Barwert der Verpflichtung 38.846 35.729 34.924 36.462 35.780
Planvermögen 7.505 6.114 5.640 4.767 3.587
Nicht durch Planvermögen
gedeckte Verpflichtung 31.341 29.615 29.284 31.695 32.193

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in t€ Pensionen Abferti-
gungen
Geschäftsja
hr 2012 13
Bilanzierte Rückstellung 01.03.2012 29.615 23.059
D
ienstzeitaufwand
599 1.283
Z
insaufwand
1.547 1.032
Erwartete Erträge Planvermögen –302 –1
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 1.844 2.314
Konsolidierungskreisänderungen 0 1.456
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.252 –2.491
Dotierung Planvermögen –961 0
Währungsdifferenz 17 3
Versicherungsmathematische Verluste (OCI) 4.078 2.852
Bilanzierte Rückstellung 28.02.2013 31.341 27.193
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 311
Marktwert Planvermögen 7.505 23
Barwert der Verpflichtung 28.02.2013 38.846 27.527
in t€ Pensionen Abferti-
gungen
Geschäftsja
hr 2011 12
Bilanzierte Rückstellung 01.03.2011 29.284 21.350
D
ienstzeitaufwand
580 851
Z
insaufwand
1.666 985
Erwartete Erträge Planvermögen –256 –2
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 1.990 1.834
Konsolidierungskreisänderungen 0 –156
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.256 –1.614
Dotierung Planvermögen –654 0
Währungsdifferenz 0 0
Versicherungsmathematische Verluste (OCI) 2.251 1.645
Bilanzierte Rückstellung 29.02.2012 29.615 23.059
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 350
Marktwert Planvermögen 6.114 23
Barwert der Verpflichtung 29.02.2012 35.729 23.432

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Ähnliche Verpflichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Erfahrungsbedingte Anpassungen infolge des Unterschieds zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Verlauf betragen –1.085 (Vorjahr: –587) t€.

in t€ 28.02.2013 29.02.2012 28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009
Erfahrungsbedingte
Anpassungen –1.085 –587 –1.226 –1.418 –3.272

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2012 13 2011 12
Planvermögen (Zeitwert) 01.03. 6.114 5.640
Währungsdifferenz 1 –3
Tatsächliche Aufwendungen/Erträge aus Planvermögen 429 –177
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 961 654
Planvermögen (Zeitwert) 28./29.02. 7.505 6.114

Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse. Die Veranlagung erfolgte zu 56% (Vorjahr: 62%) in Anleihen, 32% (Vorjahr: 15%) in Eigenkapitalinstrumente und zu 12% (Vorjahr: 22%) in Sonstige.

Note (24b)

122 b) Übrige Rückstellungen

in t€ Rekultivierung P ersonal- U
aufwendungen
inklusive
ngewisse
Verbindlich-
keiten
Summe
Jubiläumsgeld
hr 2012 13
Geschäftsja
Stand 01.03.2012 3.820 12.343 23.011 39.174
Währungsänderungen 0 10 –132 –122
Konsolidierungskreisänderungen 0 479 244 723
Verbrauch –84 –2.591 –3.781 –6.456
Auflösung –27 –1.761 –6.820 –8.608
Z
uführung
88 7.127 12.439 19.654
Stand 28.02.2013 3.797 15.607 24.961 44.365
– davon innerhalb eines Jahres 28 6.195 22.963 29.186

Geschäftsjahr 2011|12

Stand 01.03.2011 5.485 11.163 36.110 52.758
Währungsänderungen –61 –10 –55 –126
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 15 15
Verbrauch –52 –1.194 –17.414 –18.660
Auflösung –1.641 –1.623 –7.464 –10.728
Z
uführung
89 4.007 11.819 15.915
Stand 29.02.2012 3.820 12.343 23.011 39.174
– davon innerhalb eines Jahres 27 4.744 22.006 26.777

Die übrigen Rückstellungen sind mit 15.179 (Vorjahr: 12.397) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 29.186 (Vorjahr: 26.777) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpflichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung.

In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten.

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Rückstellungen für Prozessrisiken mit 2.995 (Vorjahr: 1.507) t€, Stationskosten VÖR (Vereinigung der österreichischen Rübenbauernorganisationen) 3.973 (Vorjahr: 3.566) t€ und andere Risikovorsorgen 4.320 (Vorjahr: 3.580) t€.

9.10. Finanzverbindlichkeiten Note (25)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28.02.2013 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 29.02.2012 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 484.407 235.781 164.461 84.165 473.827 271.866 178.893 23.068
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 70.000 180.000 0 200.000 70.000 30.000 100.000
Leasingverbindlichkeiten 183 21 162 0 148 19 129 0
Finanzverbindlichkeiten 734.590 305.802 344.623 84.165 673.975 341.885 209.022 123.068
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte) –105.264 –104.909
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte) –1.198 –1.352
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente –144.409 –98.504
Nettofinanzschulden 483.719 469.210

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Grundpfandrechte 702 703
Sonstige Pfandrechte 7.900 19.391
Summe 8.602 20.094

Die sonstigen Pfandrechte betreffen die 100%ige Besicherung eines Exportförderungskredites.

9.11. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Note (26)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28.02.2013 bis 1 Jahr über 1 Jahr 29.02.2012 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 313.462 313.462 0 299.397 299.397 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen der Südzucker-Gruppe 50.661 50.661 0 52.267 52.267 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 86.257 83.974 2.283 93.261 91.248 2.013
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 23.324 23.324 0 26.553 26.553 0
– davon Rechnungsabgrenzungsposten 4.890 4.890 0 5.238 5.238 0
– davon Vorauszahlungen 242 242 0 964 964 0
– davon sonstige Steuern 12.549 12.549 0 15.384 15.384 0
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.643 5.643 0 4.967 4.967 0
Summe 473.704 471.421 2.283 471.478 469.465 2.013

124 In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 122.787 (Vorjahr: 127.728) t€ ausgewiesen.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlichkeiten aus Derivaten.

9.12. Passive latente Steuern Note (27)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 15.845 15.951
Vorräte 2.653 1.978
Forderungen, sonstige Vermögenswerte
und aktive Rechnungsabgrenzungsposten 1.730 2.627
S
teuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen
6.155 6.070
R
ückstellungen und sonstige Schulden
2.829 2.807
Summe Passive latente Steuern 29.212 29.433
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –14.857 –12.180
Saldierte passive Steuerabgrenzung 14.355 17.253

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.

10. Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

10.1. Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tagesund Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tagesund Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt (siehe Tabelle auf Seite 125).

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten (ohne Financial Leasing) sowie verbundenen Unternehmen betrugen 734.407 (Vorjahr: 673.827) t€ und waren durchschnittlich mit 2,63% (Vorjahr: 3,21%) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, sodass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
Effektivzinssatz 28.02.2013 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 29.02.2012 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2012 13 2011 13
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 3,54 3,80 284.982 4.336 238.541 42.105 233.589 42.593 69.488 121.508
3,54 3,80 284.982 4.336 238.541 42.105 233.589 42.593 69.488 121.508
Variabler Zinssatz
ARS 20,61 0,00 690 690 0 0 0 0 0 0
BAM 4,70 5,35 254 254 0 0 344 344 0 0
CNY 5,94 6,10 11.125 9.901 1.224 0 5.980 5.980 0 0
EGP 8,00 8,18 1.180 1.180 0 0 397 397 0 0
EUR 1,21 2,12 364.052 218.492 103.500 42.060 340.493 199.633 139.300 1.560
GBP 0,00 1,56 0 0 0 0 1 1 0 0
HUF 6,33 7,65 30.924 30.924 0 0 46.691 46.691 0 0
KRW 4,34 5,22 5.268 5.268 0 0 3.328 3.328 0 0
PLN 4,60 5,54 22.072 22.072 0 0 7.306 7.306 0 0
MXN 10,50 6,25 5.125 3.929 1.196 0 20.763 20.763 0 0
USD 1,88 1,61 8.735 8.735 0 0 14.935 14.830 105 0
2,05 2,87 449.425 301.445 105.920 42.060 440.238 299.273 139.405 1.560
Summe 2,63 3,21 734.407 305.781 344.461 84.165 673.827 341.866 208.893 123.068

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 284.982 (Vorjahr: 233.589) t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 702 (Vorjahr: 703) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 7.900 (Vorjahr: 19.391) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eine Erhöhung um 45.905 t€ auf 144.409 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 1.198 (Vorjahr: 1.352) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

10.2. Derivative Finanzinstrumente

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

█ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.

  • █ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • █ Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoffpreise für Weltmarktzucker, Energie- und Getreidepreise sowie aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol.

126 Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
in t€ 28.02.2013 29.02.2012 28.02.2013 29.02.2012
Kauf USD 65.547 4.711 –1.307 105
Verkauf USD 30.205 6.637 –758 13
Kauf AUD 388 403 1 –4
Kauf CZK 15.288 15.898 –290 130
Kauf HUF 30.274 18.548 –896 740
Verkauf HUF 7.485 0 73 0
Kauf PLN 58.538 95.833 518 3.037
Verkauf PLN 9.294 1.000 –22 –10
Kauf DKK 0 1.211 0 0
Verkauf GBP 1.467 0 80 0
Währungsderivate 218.486 144.241 –2.601 4.011
Zinsderivate 125.117 171.439 –8.000 –6.165
Rohstoffderivate 43.606 66.546 –345 –5.856
Summe 387.209 382.226 –10.946 –8.010

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu zehn Jahren ab.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2013 beträgt –368 (Vorjahr: –3.616) t€.

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, für die kein Cashflow-Hedge-Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juice-Aktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Fair Value-Hedge-Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

10.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

28.02.2013 29.02.2012
in t€ Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert
Z
Beizulegender
eitwert
Buchwert
Z
Beizulegender
eitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 85.000 85.000 85.000 85.000
(langfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 20.264 20.264 19.909 19.909
(langfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 105.264 105.264 104.909 104.909
(langfristig gehalten)
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 278 278 278 278
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 5.467 5.467 6.987 6.987
finanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Beteiligungen und 5.745 5.745 7.265 7.265
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
Forderungen aus Kredite und Forderungen 315.108 315.108 290.760 290.760
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 68.113 68.113 76.731 76.731
Derivative finanzielle D erivate, erfolgsneutral 2.101 2.101 3.495 3.495
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
(Hedge-Accounting)
Derivative finanzielle Erfolgswirksam zum beizu- 1.345 1.345 2.840 2.840
Vermögenswerte legenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Forderungen aus 386.667 386.667 373.826 373.826
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 1.198 1.198 1.352 1.352
(kurzfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 1.198 1.198 1.352 1.352
(kurzfristig gehalten)
Zahlungsmittel und Kredite und Forderungen 144.409 144.409 98.504 98.5047
Zahlungsmitteläquivalente
Summe 643.283 643.283 585.856 585.856
28.02.2013 29.02.2012
in t€ Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Z eitwert Z eitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Z u (fortgeführten) 484.407 490.342 473.827 476.513
gegenüber Kreditinstituten Anschaffungskosten
und Darlehen bewertete Verbindlichkeiten
gegenüber Dritten
Verbindlichkeiten Z u (fortgeführten) 250.000 257.508 200.000 205.390
gegenüber verbundenen Anschaffungskosten
Unternehmen der bewertete Verbindlichkeiten
Südzucker-Gruppe
Finanzverbindlichkeiten 734.407 747.850 673.827 681.903
Verbindlichkeiten aus Z u (fortgeführten) 313.462 313.462 299.397 299.397
Lieferungen und Leistungen Anschaffungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Sonstige Zu (fortgeführten) 122.526 122.526 131.183 131.183
Verbindlichkeiten1 Anschaffungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Derivate, erfolgsneutral 2.469 2.469 0 0
aus derivativen zum beizulegenden Zeitwert
Finanzinstrumenten (Hedge-Accounting)
Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizu- 11.923 11.923 14.345 14.345
aus derivativen legenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumenten finanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Verbindlichkeiten aus 450.380 450.380 444.925 444.925
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Summe 1.184.787 1.198.230 1.118.752 1.126.828

Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten setzen sich je Bewertungskategorie wie folgt zusammen:

28.02.2013 29.02.2012
in t€ Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Z eitwert Z eitwert
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 21.740 21.740 21.539 21.539
finanzielle Vemögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 90.467 90.467 91.987 91.987
finanzielle Vemögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Kredite und Forderungen 527.630 527.630 465.994 465.994
Zu (fortgeführten) –1.170.395 –1.183.838 –1.104.407 –1.112.483
Anschaffungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Derivate, erfolgsneutral –368 –368 3.495 3.495
zum beizulegenden Zeitwert
(Hedge-Accounting)

1 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten sowie erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

28.02.2013 29.02.2012
in t€ Buchwert Beizulegender
Buchwert
Beizulegender
Z eitwert Z eitwert
Erfolgswirksam zum beizu- –10.578 –10.578 –11.505 –11.505
legenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögens
werte/Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere ("available for sale"). Diese werden zu aktuellen Börse- oder Marktwerten bewertet.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsewerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaffungskosten ("at cost") bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsenotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashflows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoffderivaten betreffen sowohl Fair Value- als auch Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw.-abschlägen. Die Marktwerte für Zins- und Rohstoffderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Die Marktwerte von Währungsderivaten entsprechen der Differenz zwischen den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und dem gesicherten Wechselkurs. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

in t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
Geschäftsja
hr 2012 13
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 20.264 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 1.198 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 278
finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 21.462 0 278
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 0 2.101 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 2.101 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 0 1.345 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 1.345 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 21.462 3.446 278
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Derivate, erfolgsneutral zum 0 2.469 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 2.469 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 0 11.923 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 11.923 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 11.923 0
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
in t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
Geschäftsja
hr 2011 12
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 19.909 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 1.352 0 0
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 278
finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 21.261 0 278
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 0 3.495 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
(Hedge-Accounting)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 3.495 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 0 2.840 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 2.840 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 21.261 6.335 278
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 0 14.345 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 14.345 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 14.345 0
zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

█ In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börse- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.

█ In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börse- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.

█ In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden ermittelt wird, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst:

Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available H eld to Loans Financial Keine Summe Kein Finanz-
for sale maturity and liabilities Z uord- Finanz- ergebnis
receivables at cost nung instru-
ment
Geschäftsja
hr 2012 13
Z
insergebnis
0 0 6.177 –19.039 0 –12.862 0 –12.862
Z
insen für Derivate
0 0 0 0 –8.561 –8.561 0 –8.561
Z
insanteil Personalrückstellung
0 0 0 0 0 0 –2.579 –2.579
Summe Zinsergebnis 0 0 6.177 –19.039 –8.561 –21.423 –2.579 –24.002
Beteiligungsergebnis 546 0 0 0 0 546 0 546
Summe Beteiligungsergebnis 546 0 0 0 0 546 0 546
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 –670 0 –670 0 –670
S
onstiges Finanzergebnis
0 0 0 –3.632 0 –3.632 0 –3.632
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 102 102 0 102
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 –4.302 102 –4.200 0 –4.200
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 546 0 6.177 –23.341 –8.459 –25.077 –2.579 –27.656
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 –1.401 0 0 –1.401 0 –1.401
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 0 –2.521 –2.521 0 –2.521
Aufwand aus Wertberichtigung
von Forderungen 0 0 –4.401 0 0 –4.401 0 –4.401
Aufwand aus Wertberichtigung
von sonstigen Vermögenswerten 0 0 –6.643 0 0 –6.643 0 –6.643
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –12.445 0 –2.521 –14.966 0 –14.966
Geschäftsja
hr 2011 12
Z
insergebnis
0 0 6.164 –18.813 0 –12.649 0 –12.649
Z
insen für Derivate
0 0 0 0 –6.820 –6.820 0 –6.820
Z
insanteil Personalrückstellung
0 0 0 0 0 0 –2.651 –2.651
Summe Zinsergebnis 0 0 6.164 –18.813 –6.820 –19.469 –2.651 –22.120
Beteiligungsergebnis 1.029 –174 0 0 0 855 0 855
Summe Beteiligungsergebnis 1.029 –174 0 0 0 855 0 855
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 –775 0 –775 0 –775
S
onstiges Finanzergebnis
0 0 0 –1.492 0 –1.492 0 –1.492
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 –1.203 –1.203 0 –1.203
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 –2.267 –1.203 –3.470 0 –3.470
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 1.029 –174 6.164 –21.080 –8.023 –22.084 –2.651 –24.735
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 –2.272 0 0 –2.272 0 –2.272
Gewinne aus Währungsumrechung 0 0 0 0 2.962 2.962 0 2.962
Aufwand aus Wertberichtigung
von Forderungen 0 0 –2.530 0 0 –2.530 0 –2.530
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –4.802 0 2.962 –1.840 0 –1.840

Im sonstigen Finanzergebnis sind Geldbeschaffungskosten in Höhe von 2.590 t€ enthalten, die nicht nach der Effektivzinsmethode auf die Laufzeit der Finanzierung aufgeteilt werden.

Im Konzernabschluss sind Wertberichtigungen zu sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von 1.587 t€ und sonstige langfristige Vermögenswerte in Höhe von 5.056 t€ enthalten. Darüber hinaus sind Wertberichtigungen zu kurzfristigen Anzahlungen in Höhe von 7.695 t€ enthalten.

10.4. Risikomanagement in der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Ein- und Verkauf von Weltmarktzucker, von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion sowie auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Note (19) des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko in Höhe von 501.668 (Vorjahr: 541.352) t€ beinhaltet den Buchwert aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten zuzüglich Eventualschulden und entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. Das tatsächliche Kreditrisiko ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2013 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 02. 2013
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 484.407 511.588 243.451 72.182 9.258 45.689 52.816 88.192
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 250.000 271.615 76.550 34.953 54.692 3.558 101.862 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 183 200 22 178 0 0 0 0
734.590 783.403 320.023 107.313 63.950 49.247 154.678 88.192
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige
finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 313.462 313.462 313.462 0 0 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 136.918 136.918 134.635 2.283 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 8.000 8.000 8.000 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 3.413 3.413 3.413 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 1.000 1.000 1.000 0 0 0 0 0
– davon sonstige Derivate 1.979 1.979 1.979 0 0 0 0 0
450.380 450.380 448.097 2.283 0 0 0 0
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
29. 02. 2012
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 473.827 495.570 278.800 12.982 122.696 4.181 52.272 24.639
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 200.000 223.938 75.715 5.413 33.822 3.568 3.558 101.862
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 148 162 20 142 0 0 0 0
673.975 719.670 354.535 18.537 156.518 7.749 55.830 126.501
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige
finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 299.397 299.397 299.397 0 0 0 0 0
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten 145.528 145.528 143.515 2.013 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 6.538 6.538 6.538 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 594 594 594 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 112 112 112 0 0 0 0 0
– davon sonstige Derivate 7.101 7.101 7.101 0 0 0 0 0
444.925 444.925 442.912 2.013 0 0 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Die folgende Tabelle zeigt die erwarteten Cashflows aus Derivaten, die für Cashflow-Hedges genutzt werden:

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
in t€ Buchwert Summe bis 6 bis 1 bis über
6 Monate 12 Monate 2 Jahre 2 Jahre
28.02.2013
Devisentermingeschäfte
CZ
K
8.263 8.400 7.700 700 0 0
H
UF
22.614 23.316 11.006 12.310 0 0
PLN 44.557 44.019 26.382 17.637 0 0
Summe 75.434 75.735 45.088 30.647 0 0
136 Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
in t€ Buchwert Summe bis 6 bis 1 bis über
6 Monate 12 Monate 2 Jahre 2 Jahre
29.02.2012
Devisentermingeschäfte
CZ
K
9.761 9.700 2.700 7.000 0 0
H
UF
17.597 16.920 8.032 8.888 0 0
PLN 48.870 46.124 39.724 6.400 0 0
Summe 76.228 72.744 50.456 22.288 0 0

Zinsswaps und Währungsswaps wurden sämtlich zum Fair Value gehedget.

Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfangs von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern seit dem Geschäftsjahr 2011|12 den Value at Risk (kurz: VaR) nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95%. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter VaR aus Währungen angegeben und nach Finanzierungen und operativem Geschäft unterschieden:

Value at Risk aus
Value at Risk aus operativen Forderungen/
Finanzierungen Verbindlichkeiten
in t€ 28.02.2013 29.02.2012 28.02.2013 29.02.2012
Summe Nettopositionen (absolut)
der Währungspaare 224.734 213.413 169.014 93.588
Value at Risk diversifiziert 8.862 10.401 9.975 3.885

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweilige Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpflichtungen sowie Fremdwährungsfinanzierungen in Höhe von brutto 374.850 (Vorjahr: 367.596) t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Es bestanden Sicherungen für folgende Währungen:

2012 13 2011 12
in 1.000 Besicherte EUR Besicherte EUR
Währung Währung
Ungarischer Forint (HUF) 21.980.932 75.225 27.504.889 97.683
US-Dollar (USD) 195.307 152.077 192.787 137.015
Tschechische Krone (CZK) 582.212 23.222 178.616 7.464
Rumänischer Leu (RON
)
104.603 22.901 123.527 29.799
Polnischer Zloty (PLN) 412.024 94.332 380.197 92.693
Australischer Dollar (AUD) 1.320 1.050 793 457
Dänische Krone (DKK) 14.150 1.903 18.520 2.485
Britisches Pfund (GBP) 2.692 3.269 0 0
Kanadischer Dollar (CAD) 1.230 871 0 0
Summe 374.850 367.596

Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone.

Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.

VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende, fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modified-Duration-Ansatz" berücksichtigt. Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Nettoposition variabel verzinst 449.425 418.237
Cashflow at Risk diversifiziert 3.069 2.147
Nettoposition fix verzinst 280.808 233.737
Value at Risk bei Zinssatzänderung 10.039 8.424

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.

138 Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Einkauf von Rohzucker in Osteuropa über 4.064 (Vorjahr: 16.510) Tonnen, für den Verkauf von Weißzucker über 23.500 (Vorjahr: 20.500) Tonnen, für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 55.100 (Vorjahr: 63.900) Tonnen, für den Verkauf von Gasoline über 26.960 (Vorjahr: 59.730) Tonnen und für den Einkauf von Mais über 7.500 Tonnen (Vorjahr: keine Hedges). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 43.606 (Vorjahr: 66.545) t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 345 (Vorjahr: positiver Marktwert 5.997) t€.

Eine Veränderung der Rohstoffpreise von +10% (–10%) würde folgende Wertveränderung der bestehenden Rohstoffderivate ergeben:

28.02.2013 29.02.2012
in t€ Sensitivität Sensitivität Sensitivität Sensitivität
bei +10% bei –10% bei +10% bei –10%
Wertänderung Rohstoffderivate 4.043 –4.557 5.918 –5.015
– davon erfolgsneutral im Eigenkapital 7.201 272 3.424 –3.424

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend mögliche rechtliche Änderungen, die zu einer Risikosituation führen können, und trifft gegebenenfalls antizipative Maßnahmen. Dies betrifft besonders die Bereiche Lebensmittel- und Umweltrecht.

Derzeit bestehen keine zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Vermögens- und Ertragslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, wurden im Geschäftsjahr 2009|10 kartellrechtliche Untersuchungen gegen das AGRANA-Zuckerunternehmen in Ungarn eingeleitet. Im Dezember 2012 wurde dieses Verfahren vom ungarischen Wettbewerbsrat eingestellt. 2009|10 leitete die slowakische Wettbewerbsbehörde Erhebungen unter anderem gegen die lokale AGRANA-Zuckergesellschaft ein. Bis heute erfolgten jedoch keine weiteren Schritte.

Das im Jahr 2010 durch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde beantragte Kartellverfahren wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim| Deutschland, brachte bis dato keine weitere Entscheidung des Kartellgerichts. AGRANA hält die Beschuldigung weiterhin für unbegründet.

10.5. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Bürgschaften betreffen vor allem Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Bereich Zucker und Juice.

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Bürgschaften 27.937 41.073
Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.647 1.649
Eventualschulden 29.584 42.722

Die zugunsten nahe stehender Unternehmen abgegebenen Bürgschaften belaufen sich auf 14.363 (Vorjahr: 15.082) t€.

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 28.02.2013 29.02.2012
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 12.942 7.102
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 21.403 41.760
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 34.345 48.862

11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2013 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

12. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 100% der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, Wien, die 75,50% der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, einbezogen.

140 Neben der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften ("indirekte Anteilseigner") zählen die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg.Gen.m.b.H., Wien, und deren Tochtergesellschaften ("Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss") zu den nahe stehenden Unternehmen.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahe stehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

in t€ Indirekte U
Anteilseigner
nternehmen
mit maß-
geblichem
Einfluss
Joint
Ventures
(50%)
Summe
Geschäftsja
hr 2012 13
Umsatz 241.558 0 18.528 260.086
Kreditbeziehungen –251.254 –46.478 10.102 –287.630
Partizipationskapital 0 91.462 0 91.462
Bankguthaben 0 16.137 0 16.137
Zinsergebnis –7.227 2.550 269 –4.408
Garantien gegeben 8.200 87.958 20.908 117.066
Garantien ausgenutzt 5.590 40.863 19.171 65.624

Geschäftsjahr 2011|12

Umsatz 127.948 0 10.390 138.338
Kreditbeziehungen –200.233 –111.474 24 –311.683
Partizipationskapital 0 91.464 0 91.464
Bankguthaben 0 37.138 0 37.138
Zinsergebnis –7.772 1.771 135 –5.866
Garantien gegeben 8.200 99.458 30.719 138.377
Garantien ausgenutzt 6.164 84.023 29.802 119.989

Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 297.732 (Vorjahr: 311.707) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 195.475 (Vorjahr: 160.087) t€ langfristig.

Aus Warenlieferungen bestanden gegenüber nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Verbindlichkeiten von 32.035 (Vorjahr: Forderungen 35.773) t€.

Gegenüber Joint Venture-Partnern bestanden sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 116 (Vorjahr: 154) t€.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 2.983 (Vorjahr: 2.584) t€ und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.475 (Vorjahr: 1.475) t€ sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 1.508 (Vorjahr: 1.109) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für das abgelaufene Geschäftsjahr auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 2.Juli 2012 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 200 (Vorjahr: 200) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch.

Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Für das Geschäftsjahr 2012|13 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge in Höhe von 684 (Vorjahr: 690) t€; gleichzeitig wurde eine Dotierung der Pensionsrückstellung in Höhe von 848 (Vorjahr: 783) t€ unter den übrigen Rückstellungen berücksichtigt. In der Bilanz zum 28. Februar 2013 wird ein Wert von 3.285 (Vorjahr: 2.437) t€ ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart.

Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 142.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 29. April 2013 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 29. April 2013

Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Mag.Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer

ORGANE DER GESELLSCHAFT (Kurzdarstellung)

142 VORSTAND

Dipl.-Ing.Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Mitglied des Vorstandes

Mag.Walter Grausam Mitglied des Vorstandes

Dkfm. Thomas Kölbl Mitglied des Vorstandes

AUFSICHTSRAT

Präsident Ökonomierat Dr. Christian Konrad Aufsichtsratsvorsitzender

Dr.Wolfgang Heer Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Präsident Obmann Mag. Erwin Hameseder Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden

Dr.Jochen Fenner Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Hans-Jörg Gebhard Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Thomas Kirchberg Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing.Josef Pröll Mitglied des Aufsichtsrates

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender

Gerhard Glatz

Dipl.-Ing. Stephan Savic

Ing. Peter Vymyslicky

Konzern-Anteilsbesitz zum 28. Februar 2013

(Angaben gemäSS § 265 Abs. 2 und Abs. 4 UGB)

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
AGRANA Beteiligungs-AG (Muttergesellschaft) Wien Österreich
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA AGRO
SRL R
oman R umänien 100,00%
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00%
AGRANA Bioethanol GmbH Wien Österreich 74,90%
AGRANA Bulgaria AD S ofia Bulgarien 100,00%
AGRANA BUZAU SRL Buzău R umänien 100,00%
AGRANA d.o.o. Brčko Bosnien- 100,00%
H erzegowina
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,99%
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Mangrove Australien 100,00%
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00%
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, São Paulo Brasilien 77,91%
Importacao e Exportacao Ltda.
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien 99,99%
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00%
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi 100,00%
AGRANA Fruit France S.A. Paris Frankreich 100,00%
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz D eutschland 100,00%
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Zincirlikuyu Türkei 100,00%
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul S üdkorea 100,00%
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacán Mexiko 99,99%
AGRANA Fruit Luka TOV Winniza Ukraine 99,97%
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacán Mexiko 100,00%
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostrołęka Polen 100,00%
AGRANA Fruit S.A.S. Paris Frankreich 100,00%
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00%
AGRANA Fruit Services Inc. Brecksville USA 100,00%
AGRANA Fruit Services S.A.S. Paris Frankreich 100,00%
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt S üdafrika 100,00%
AGRANA Fruit Ukraine TOV Winniza Ukraine 99,80%
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00%
AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich 100,00%
AGRANA Internationale Verwaltungs- Wien Österreich 100,00%
und Asset-Management GmbH
AGRANA J&F Holding GmbH Wien Österreich 98,91% 1,09%
AGRANA Juice Denmark A/S Køge D änemark 50,01%
AGRANA Juice Holding GmbH Gleisdorf Österreich 50,01%
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. Vásárosnamény Ungarn 50,01%
AGRANA Juice Poland Sp. z.o.o. Białobrzegi Polen 50,01%
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui R umänien 50,01%
AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH Gleisdorf Österreich 50,01%
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen D eutschland 50,01%
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen D eutschland 50,01%
AGRANA Juice Ukraine TOV Winniza Ukraine 50,01%
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China 50,01%
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 100,00%
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00%
Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
Agrana Nile Fruits Processing S.A.E. Qalyoubia Ä gypten 51,00%
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91% 1,09%
AGRANA TANDAREI SRL Ţăndărei R umänien 100,00%
AGRANA Trading EOOD S ofia Bulgarien 100,00%
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91% 1,09%
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Wien Österreich 100,00%
Produkten Gesellschaft m.b.H.
AUSTR
IA JUICE GmbH
Kröllendorf/ Österreich 50,01%
Allhartsberg
Biogáz Fejlesztő Kft. Kaposvár Ungarn 100,00%
Dirafrost FFI N. V. Herk-de-Stad Belgien 100,00%
Dirafrost Maroc SARL L aouamra Marokko 100,00%
Financière Atys S.A.S. Paris Frankreich 100,00%
Frefrost SARL L aouamra Marokko 100,00%
INST
ANTINA Nahrungsmittel
Wien Österreich 66,67%
Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H.
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság Budapest Ungarn 100,00%
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,59%
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrušovany T schechien 97,66%
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov R ussland 100,00%
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Ţăndărei R umänien 99,99%
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest R umänien 91,33%
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sereď S lowakei 100,00%
Ybbstaler Fruit Austria GmbH Kröllendorf/ Österreich 50,01%
Allhartsberg
Ybbstaler Fruit Polska Sp. Z.o.o Chełm Polen 50,01%
Yube d.o.o. Požega S erbien 100,00%
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Skrob s.r.o. Hrušovany T schechien 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 38,9 t€ I Jahresüberschuss: 38,8 t€
Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd Belgrad S erbien 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 37,1 t€ I Jahresfehlbetrag: –211,8 t€
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H. Hamburg D eutschland 100,00%
Abschlussstichtag: 28.02.2013 I Eigenkapital: 92,7 t€ I Jahresfehlbetrag: 4,9 t€
Hungaro Ybbstal Kft Veszprém Ungarn 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 58,0 t€ I Jahresfehlbetrag: 2,9 t€
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00%
Abschlussstichtag: 30.04.2012 I Eigenkapital: 1.339,0 t€ I Jahresfehlbetrag: 238,2 t€
PERCA s.r.o. Hrušovany T schechien 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 428,8 t€ I Jahresüberschuss: 48,1 t€
SC Ybbstaler Frucht Romania srl Oradea R umänien 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 12,9 t€ I Jahresfehlbetrag: 15,5 t€
"Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH Wien Österreich 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 21,8 t€ I Jahresfehlbetrag: 2,5 t€
Ybbstal Getränkegrundst. VertriebsgmbH München D eutschland 100,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 72,3 t€ I Jahresüberschuss: 13,9 t€
Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00%

Abschlussstichtag: 31.12.2012 I Eigenkapital: 3.965,8 t€ I Jahresüberschuss: 1.600,9 t€

145

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen
Unternehmen, die nach der Quoten-Methode bewertet wurden
AGRAGOLD
Holding GmbH
Wien Österreich 50,00%
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00%
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00%
GreenPower E85 Kft Szabadegyháza Ungarn 50,00%
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. S zabadegyháza Ungarn 50,00%
HungranaTrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00%
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00%
H erzegowina
Nicht einbezogene gemeinschaftlich geführte Unternehmen
"AGRAGOLD
" d.o.o.
Brčko Bosnien- 50,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I 100%: Eigenkapital: 2.119,2 t€ I Jahresüberschuss: 171,5 t€ H erzegowina
AGRAGOLD
d.o.o.
Zagreb Kroatien 50,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I 100%: Eigenkapital: 847,1 t€ I Jahresüberschuss: 120,3 t€
AGRAGOLD
dooel Skopje
Skopje Mazedonien 50,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I 100%: Eigenkapital: 56,0 t€ I Jahresüberschuss: 8,0 t€
AGRAGOLD
trgovina d.o.o.
Ljubljana S lowenien 50,00%
Abschlussstichtag: 31.12.2012 I 100%: Eigenkapital: 627,2 t€ I Jahresüberschuss: 143,5 t€

SCO STUDEN & CO. BRASIL EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA. São Paulo Brasilien – 37,75% Abschlussstichtag: 31.12.2012 I 100%: Eigenkapital: –13,3 t€ I Jahresfehlbetrag: –1,2 t€

Bestätigungsvermerk

146 Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1.März 2012 bis zum 28. Februar 2013 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 28. Februar 2013, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Geldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das am 28. Februar 2013 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2013 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1.März 2012 bis zum 28. Februar 2013 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 29. April 2013

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Rainer Hassler e.h. ppa.Mag. Nikolaus Urschler e.h.

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

148

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2013 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA -Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2012|13 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 29. April 2013

Dipl.-Ing.Johann Marihart Mag.Dipl.-Ing.Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Segmentverantwortung Zucker Kommunikation (inklusive Investor Relations) sowie Forschung und Entwicklung; Segmentverantwortung Stärke

für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf;

Mag.Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht; Segmentverantwortung Frucht

Jahres Abschluss 2012|13

AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB

Lagebericht Einzelabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Anhang

Bestätigungsvermerk Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Vorschlag für die Gewinnverwendung

LAGEBERICHT 2012/2013 für das Geschäftsjahr vom 1. März 2012 bis 28. Februar 2013 der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

INHALTSVERZEICHNIS

LAGEBERICHT 2012/13

Überblick

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Segmente der AGRANA-Gruppe

Umwelt und Nachhaltigkeit

Forschung und Entwicklung

Personal- und Sozialbericht

Risikomanagement und Internes Kontrollsystem

Zweigniederlassungen

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Prognosebericht

ÜBERBLICK

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA"). Die AGRANA-Gruppe ist ein international ausgerichteter Konzern, welcher landwirtschaftliche Rohstoffe zu einer Vielzahl von industriellen Produkten für die weiterverarbeitende Industrie veredelt. Rund 8.000 Mitarbeiter an 53 Produktionsstandorten auf allen fünf Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2012/13 einen Konzernumsatz von rund 3,1 Mrd. €. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft notiert seit 1991 im Prime Market Segment der Wiener Börse.

AGRANA beliefert in den drei Geschäftssegmenten Zucker, Stärke (inklusive Bioethanol) und Frucht lokale Produzenten sowie große internationale Konzerne speziell im Nahrungsmittelsektor. Im Segment Zucker wird auch der Endkonsument direkt über den Lebensmitteleinzelhandel bedient.

Folgendes Organigramm zeigt die Eigentümerstruktur sowie wesentliche Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft zum 28. Februar 2013:

*) Die rest lichen Ant eile auf 100 % werden von der Tocht ergesellschaf t AGRANA Market ing- und Vert riebsservice Gesellschaf t m.b.H. gehalt en.

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hält zum 28. Februar 2013 auch Beteiligungen an INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien (66,67 %), Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln (100,00 %), AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien (100,00 %) und der Agrofrucht Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft mbH, Wien (100,00%).

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 28. Februar 2013

Veränderung
Geschäftsentwicklung 2012/13 2011/12 in %
Umsatzerlöse t€ 71 69 2,9%
Sonstige betriebliche Erträge t€ 37.478 34.245 9,4%
Betriebsleistung t€ 37.549 34.314 9,4%
Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) t€ -7.476 -8.615 -13,2%
Operative Marge ¹ % -19,9% -25,1%
Beteiligungserträge t€ 53.825 53.825 0,0%
Finanzerfolg t€ 60.089 60.350 -0,4%
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit t€ 52.612 51.735 1,7%
Jahresüberschuss t€ 52.693 52.543 0,3%
Investitionen in Sachanlagen und t€
immaterielle Vermögenswerte t€ 1.996 2.131 -6,3%
Investitionen in Finanzanlagen t€ 129.256 13.335 869,3%

¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Ertragslage

Weder das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit noch der Jahresüberschuss der Gesellschaft haben sich gegenüber dem Vorjahr wesentlich verändert.

Investitionen

Die Investitionen in Finanzanlagen betrafen indirekte Gesellschafterzuschüsse an die AGRANA Bioethanol GmbH und die AGRANA Group-Services GmbH sowie den Zugang einer Ausleihung an die AGRANA Group-Services GmbH.

Vermögens- und Finanzlage

Veränderung
Bilanzkennzahlen 2012/13 2011/12 in %
Bilanzsumme t€ 762.077 631.938 20,6%
Grundkapital t€ 103.210 103.210 0,0%
Immaterielle Vermögensgegenstände t€
und Sachanlagen t€ 3.171 2.689 17,9%
Anteile an verbundenen Unternehmen t€ 422.485 403.678 4,7%
Andere Finanzanlagen t€ 195.456 85.456 128,7%
Eigenkapital t€ 592.433 590.867 0,3%
Eigenkapitalquote ¹ % 77,7% 93,5% -16,9%
Haftungsverhältnisse t€ 320.211 465.821 -31,3%

¹ Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die Bilanzsumme verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 130.139 t€ bzw. 20,6 %. Dieser ist vor allem auf die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen (18.807 t€) und die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 110.000 t€ zurückzuführen, welches zu gleichen Konditionen an die AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurde.

Die Eigenkapitalquote von 77,7 % (Vorjahr: 93,5 %) zeigt eine solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

Cashflow

Veränderung
2012/13 2011/12 in %
Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit t€ 53.154 40.001 32,9%
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ -131.126 -15.466 747,8%
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ 58.935 -34.089 -272,9%
Veränderung der flüssigen Mittel t€ -19.037 -9.552 99,3%
Bestand an flüssigen Mittel t€ 2.061 21.098 -90,2%

2012/13: t€ 1.863; 2011/12: t€ 21.014 ¹ einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Geschäftsjahr 2012/13 um 13.153 t€ auf 53.154 t€ (Vorjahr: 40.001 t€).

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 747,8 % auf -131.126 t€ und enthält im Wesentlichen Investitionen in Finanzanlagen (129.256 t€).

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr trotz Dividendenauszahlung von rd. 51.127 TEUR durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von rd. 110.000 TEUR mit 58.935 TEUR (Vorjahr: -34.089 TEUR) positiv.

BETEILIGUNGEN DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Die AGRANA Zucker GmbH konnte im Geschäftsjahr 2012/13 im Vergleich zum Vorjahr mengenmäßig nicht an das Vorjahresniveau anknüpfen. Die Marktposition konnte dennoch gehalten werden. Der Absatz an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zeigte sich aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Großkunden stabil. In der Bio-Sparte ließen sich nur kleine Mengenzuwächse verzeichnen.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments ZUCKER wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Stärke GmbH

Die AGRANA Stärke GmbH stellt an den österreichischen Produktionsstandorten Gmünd und Aschach Kartoffel- und Maisstärkeprodukte her und fungiert als Holding für die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien sowie für die AGRANA Bioethanol GmbH, Wien.

Im Geschäftsjahr 2012/13 stieg der Umsatz der österreichischen AGRANA Stärke GmbH um rund 5,2 %, was auf höhere Verkaufsmengen bei Haupt- und Nebenprodukten sowie aufgrund höherer Verkaufspreise als im Vorjahr zurückzuführen war. Aufgrund einer stabilen Marktnachfrage und der konsequenten Marktbearbeitung konnten die Absatzmengen der Hauptprodukte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In Summe legte der Mengenabsatz von 1.170.300 Tonnen im Vorjahr auf heuer 1.182.300 Tonnen leicht zu. Der Absatz von Nebenprodukten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) lag mit 680.800 (Vorjahr: 705.000) Tonnen unter dem Vorjahr, was insbesondere auf geringere Verkäufe von Futtermittel-Handelswaren zurückzuführen war. Die knappe weltweite Versorgungslage mit Proteinfuttermitteln führte im Jahresvergleich zu einem deutlich höheren Preisniveau der Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskeime und Kartoffelproteine).

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments STÄRKE wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH

Die AGRANA J & F Holding GmbH fungiert als Holding für sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory/Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf/Österreich.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments FRUCHT wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

Die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. fungiert als Holding Gesellschaft und hält neben der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Anteile an AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH und AGRANA J & F Holding GmbH.

Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H.

Bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H, Tulln, werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

SEGMENTE DER AGRANA-GRUPPE

Da die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Holding-Funktion für die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") und ihre wesentlichen Beteiligungen die Holding-Funktionen für die Segmente der Gruppe übernehmen, wird nachfolgend auch auf die Geschäftsentwicklung und das wirtschaftliche Umfeld der Segmente eingegangen.

Angaben zur Geschäftsentwicklung basieren auf dem IFRS-Konzernabschluss der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2012/13.

SEGMENT ZUCKER

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker sind weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding angesiedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H., Wien, erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt

Für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2012|13 (Oktober 2012 bis September 2013) geht F.O. Licht in der zweiten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom März 2013 von einer Erzeugung von 183,1 Mio. Tonnen und einem Verbrauch von 168,7 Mio. Tonnen aus (ZWJ 2011|12: 175,3 gegenüber 165,5 Mio. Tonnen). Das würde eine Stabilisierung der Weltzuckerbestände bei 78,5 (ZWJ 2011|12: 68,5) Mio. Tonnen bzw. 46,5 % (ZWJ 2011|12: 41,4 %) eines Jahresverbrauchs bedeuten.

Die Weltmarktpreise für Zucker waren auch im vergangen Jahr sehr volatil. Nach einem Höchstwert von 544 € je Tonne Weißzucker im Juli 2012 ging die Notierung bei starken Schwankungen bis zum Ende des Geschäftsjahres am 28. Februar 2013 auf 398 € je Tonne zurück.

EU-Zuckermarkt

Die Zuckerproduktion der EU-27 für die Saison 2012|13 soll im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Mio. Tonnen auf 17,1 Mio. Tonnen fallen. Regional sehr unterschiedliche Witterungsbedingungen (extreme Trockenheit bis ausgiebige Regenfälle) während des Anbaus und der Ernte können als Gründe dafür angesehen werden.

Die Europäische Kommission hat im ZWJ 2012|13 wie auch schon im Vorjahr zwei außerordentliche Maßnahmen getroffen. Sie genehmigte den Verkauf von Nicht-Quotenzucker für den EU-Food-Markt (eine sogenannte "Umwidmung"), für den eine verringerte Überschussabgabe zu entrichten war. Neben dieser Maßnahme wurde eine Dauerausschreibung für die Zeiträume Jänner bis Februar 2013 und Mai bis Juni 2013 für Einfuhren von Zucker zu einem ermäßigten Zollsatz eröffnet. Insgesamt stehen für das ZWJ 2012|13 Exportkontingente für europäischen Nicht-Quotenzucker in Höhe von 1,35 Mio. Tonnen zur Verfügung.

Laut Vorschlag der Europäischen Kommission vom Oktober 2011 sollen wesentliche Teile der Zuckermarktordnung mit 30. September 2015 auslaufen. Das Europäische Parlament folgte Mitte März der Empfehlung des Agrarausschusses vom Jänner 2013 und stimmte zugunsten einer unveränderten Fortführung der Zuckermarktordnung bis Ende September 2020 ab. Am 19. März 2013 einigten sich im Europäischen Rat die EU-Agrarminister darauf, das Quotensystem am 30. September 2017 zu beenden. Ein Trilog zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament in der ersten Jahreshälfte 2013 soll bis zum Sommer eine finale Entscheidung über die Zukunft der Zuckermarktordnung bringen.

Außenhandel Zucker

Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen ("Doha-Runde") konnten bisher nicht zum Abschluss gebracht werden. Für Dezember 2013 ist eine WTO-Ministerkonferenz in Bali|Indonesien angesetzt, bis zu der ebenfalls kein Abschluss zu erwarten ist.

Rohstoff, Ernte und Produktion

In der AGRANA-Gruppe wurde der Zuckerrübenanbau für das ZWJ 2012|13 auf rund 102.000 (Vorjahr: 92.000) Hektar ausgeweitet. Rund 6.000 Hektar Anbaufläche gingen im Frühjahr infolge widriger Witterungsbedingungen verloren, wurden jedoch zum Großteil wieder bebaut. Geringe bzw. ausbleibende Niederschlagsmengen von Juli bis September 2012 führten in fast allen Anbaugebieten zu unterdurchschnittlichen Erträgen, vor allem in der Slowakei, Ungarn und Rumänien. Rund 8.000 (Vorjahr: rund 8.100) Rübenbauern ernteten im Geschäftsjahr 2012|13 eine Rübenmenge von mehr als 5,5 Millionen (Vorjahr: 5,9 Millionen) Tonnen. In der Gruppe sank der durchschnittliche Rübenertrag je Hektar auf rund 53 (Vorjahr: rund 66) Tonnen. Aufgrund der hohen Temperaturen waren zudem die Zuckergehalte der Ernte ebenfalls in allen Regionen mit 16,7 % (Vorjahr: 17,6 %) unterdurchschnittlich. Die Preise für die Zuckerrüben der Ernte 2012|13 wurden den höheren Zuckerpreisen angepasst.

Die sieben AGRANA-Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 48.800 (Vorjahr: 48.200) Tonnen Rüben. In durchschnittlich 117 (Vorjahr: 124) Tagen pro Werk wurden daraus rund 823.000 (Vorjahr: 945.000) Tonnen Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit zwar deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen, aber unter der Vorjahresmenge. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet, im Rahmen der von der EU dafür freigegebenen Mengen im EU-Food-Markt abgesetzt oder auf dem Weltmarkt exportiert. Zur Versorgung des Defizitmarktes Ungarn raffinierte das Werk in Kaposvár|Ungarn nach der Rübenkampagne Rohzucker und gewann rund 23.100 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 50.100 Tonnen in zwei Kampagnen). Insgesamt (inklusive Bosnien-Herzegowina und Rumänien) wurden im Konzern im Geschäftsjahr 2012|13 rund 296.600 (Vorjahr: 304.800) Tonnen Weißwert aus Rohzucker gewonnen. Hrusovany|Tschechien produzierte in der vergangenen Bio-Rüben-Kampagne 4.949 Tonnen Bio-Zucker (Vorjahr: 7.000 Tonnen).

Aufgrund der durchwegs geringeren Zuckergehalte in den Rüben stieg der Energieverbrauch bezogen auf den produzierten Zucker (Weißwert) an. Der Gesamtenergieverbrauch für Zuckerproduktion und Schnitzeltrocknung (bezogen auf die verarbeiteten Rüben) konnte gesenkt werden. In Ungarn wurden durch die Inbetriebnahme eines dritten Biogasfermenters rund 66 % (Vorjahr: 52 %) des Primärenergiebedarfes in der Kampagne durch eigenes Biogas substituiert.

Investitionen

Im Segment Zucker wurden im Geschäftsjahr 2012|13 55,9 (Vorjahr: 25,3) Mio. € für Neu- und Ersatzinvestitionen aufgewendet. In Leopoldsdorf und Tulln, beide Österreich, investierte AGRANA in die Errichtung zweier Niedertemperaturtrockner, die mit Beginn der Kampagne 2012|13 den Betrieb aufnahmen und zu einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauchs bei der Schnitzeltrocknung führten. In Kaposvár|Ungarn wurde die Dünnsaftenthärtung in Betrieb genommen und mit der Errichtung eines 60.000 Tonnen fassenden Zuckersilos begonnen. In Hrušovany| Tschechien erfolgte die Einbindung der neuen Gasanschlussleitung in das Hochdrucknetz und drei Dampfkessel wurden nach der Umstellung auf Gasbefeuerung erfolgreich in Betrieb genommen. Durch den Umbau der Verdampfstation in Sereď|Slowakei konnte der Energieverbrauch für die Rübenverarbeitung deutlich reduziert werden. Nach erfolgter Installation der 1-Kilogrammkg-Abpackmaschine wurden in Buzău|Rumänien die zugehörigen Förderwege entsprechend modernisiert. Um den gestiegenen lokalen Marktanforderungen gerecht zu werden, errichtete AGRANA in Brčko|Bosnien-Herzegowina ein neues Verpackungszentrum.

Geschäftsentwicklung

Die Absätze von AGRANA Zucker lagen in Österreich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Vorjahresniveau. Die sogenannten "Hamsterkäufe" größtenteils ungarischer Konsumenten und Händler im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet blieben heuer aus, wodurch in diesem Bereich mengenmäßig nicht an das Vorjahresniveau angeknüpft werden konnte. Die Marktposition konnte dennoch gehalten werden. Der Absatz an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zeigte sich aufgrund der intensiven Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Großkunden stabil. In der Bio-Sparte ließen sich nur kleine Mengenzuwächse verzeichnen.

Um die bestmögliche Versorgung des ungarischen Marktes zu gewährleisten, wurde in Ungarn auch in diesem Jahr importierter Rohzucker raffiniert. Innerhalb der Tschechischen Republik lag der Zuckerabsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt auf Vorjahresniveau (+2,6 %). Während sich das Geschäft mit dem Lebensmittelhandel – insbesondere durch die Zusammenarbeit mit internationalen Handelsketten – positiv entwickelte, sank der Absatz an die zuckerverarbeitende Industrie um rund 5 %. Die Preise zeigten gegenüber der Vorjahresperiode insgesamt eine positive Entwicklung.

In der Slowakei lag der Gesamtzuckerabsatz im Geschäftsjahr 2012|13 auf dem Niveau des Vorjahres. Das leichte Minus im Bereich der Lebensmittelindustrie (-2,2 %) konnte durch die positive Entwicklung des Geschäftes mit dem Handel kompensiert werden (+16,2 %). Der Export von Überschusszucker zeigte aufgrund der höheren Verfügbarkeit ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.

AGRANA konnte in Rumänien im Geschäftsjahr 2012|13 eine Steigerung des Zuckerabsatzes um insgesamt 19,8 % erzielen. Dafür waren insbesondere deutlich höhere Handelsabsätze aber auch verstärkte Lieferungen an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie verantwortlich.

Innerhalb Bulgariens konnte durch eine intensive Marktbearbeitung im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Absatzsteigerung im Bereich "Handel" um insgesamt 52,2 % erzielt werden.

In der Region Westbalkan konnte der Zuckerabsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode insgesamt gesteigert werden (+ 27 %). Dies war insbesondere auf eine positive Entwicklung in Bosnien-Herzegowina und Mazedonien zurückzuführen. Die Vermarktung von Überschusszucker in Drittländer lag mengenmäßig auf dem Niveau des Vorjahres.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT ZUCKER

2012/13 2011/12
Umsatzerlöse (brutto) t€ 1.202.208 967.229
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -80.692 -82.812
Umsatzerlöse t€ 1.121.516 884.417
EBITDA 1 t€ 138.851 129.126
Operatives Ergebnis 1 t€ 119.115 112.268
Operative Marge % 10,6 12,7
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 119.115 112.268
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte 2
t€ 55.903 25.328
Investitionen in Finanzanlagen t€ 17 490
Mitarbeiter 2.315 2.249

1 Vor Sondereinflüssen

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

AGRANA steigerte im Geschäftsjahr 2012|13 den Umsatz im Segment Zucker um 26,8 % auf 1.121,5 (Vorjahr: 884,4) Mio. €. Sowohl im Handels- als auch im Industriezuckergeschäft konnte die führende Position mit hohen Quotenzuckerabsätzen und gutem Service gefestigt werden. Auch im Nicht-Quotenzuckerbereich, also Zuckerlieferungen an Drittländer (außerhalb der EU) und an die chemische Industrie, konnte AGRANA mengenmäßig zulegen. Die Preise für Quotenzucker entwickelten sich stabil, während sie für Nicht-Quotenzucker entsprechend den Weltmarktnotierungen zurückgingen. Der Umsatzanteil des Segments Zucker am Konzernumsatz betrug 36,6 % (Vorjahr: 34,3 %).

Das operative Ergebnis des Segments Zucker in Höhe von 119,1 (Vorjahr: 112,3) Mio. € übertraf das Rekordergebnis des Vorjahres. Erfolgsfaktoren waren AGRANAs ausreichende Mengen an Nicht-Quotenzucker, das flexible Reagieren auf Marktchancen und Möglichkeiten aus sich rasch ändernden Marktbedingungen und die stabile Preisentwicklung bei Quotenzucker. Erfreulich zeigte sich auch die Entwicklung im Nebenproduktbereich (Trockenschnitzel und Melasse), wo infolge der hohen Getreidepreise gute Zusatzdeckungsbeiträge erwirtschaftet werden konnten. Durch gezielte Investitionen wurden zudem zahlreiche Qualitätsverbesserungen und Kosteneinsparungen, insbesondere im Energiebereich, erreicht.

SEGMENT STÄRKE

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

Wirtschaftliches Umfeld

Gemäß Weltgetreidebilanz des Internationalen Getreiderats (IGC1 ) für das Wirtschaftsjahr 2012|132 sinken global sowohl Produktion als auch Nachfrage gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus werden die geschätzten Produktionsmengen von Mais und Weizen unter den nachgefragten Mengen liegen (Mais: 850 vs. 867 Mio. Tonnen; Weizen: 656 vs. 677 Mio. Tonnen) und somit zu einem Rückgang der Lagerbestände führen.

Der engen Versorgungssituation auf den internationalen Rohstoffmärkten folgend, bewegen sich die Terminnotierungen weiter auf hohem Niveau. So kletterten die Preise für Mais im Frühjahr 2012 stetig auf rund 195 € je Tonne (Weizen: 210 € je Tonne). Infolge einer Dürreperiode in den USA setzte Mitte Juni ein massiver Anstieg der Rohstoffpreise ein, der sich gegen Ende des Jahres wieder abschwächte. Anfang März 2013 lagen die Maisnotierung an der NYSE Liffe Paris bei rund 225 € je Tonne und die Weizennotierung bei rund 250 € je Tonne.

Die Isoglukose-Quote der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2012|13 rund 690.000 Tonnen, wobei auf HUNGRANA mit 220.000 Tonnen der größte Anteil entfällt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Kartoffelstärke

In der Kampagne 2012|13 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 127 (Vorjahr: 145) Tagen rund 216.800 (Vorjahr: 235.500) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 18,5 % (Vorjahr: 19,2 %) verarbeitet. Der Bio-Anteil lag wie im Vorjahr bei rund 6 %. Für das Anbaujahr 2013 plant AGRANA eine Stärkekartoffel-Kontraktmenge von rund 230.000 Tonnen. Aus rund 24.000 (Vorjahr: 25.000) Tonnen Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.400 (Vorjahr: 4.600) Tonnen Kartoffeldauerprodukte erzeugt, wobei der Bio-Anteil bei rund 29 % (Vorjahr: 25 %) lag.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich, Ungarn (50 %) und Rumänien wuchs im Geschäftsjahr 2012|13 auf rund 791.000 (Vorjahr: 747.000) Tonnen. Davon entfiel auf die Verarbeitung von Nassmais (auf Basis Feuchtgewicht) eine Menge von rund 173.000 (Vorjahr: 161.000) Tonnen. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Garantiert Gentechnikfreier Mais) stieg auf rund 59.000 (Vorjahr: 57.000) Tonnen.

1 International Grains Council

2 Getreidewirtschaftsjahr: Juli bis Juni

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2012|13 rd. 59,1 (Vorjahr: 29,3) Mio. €. Der Anstieg der Investitionssumme gegenüber dem Vorjahr ist vor allem durch die Errichtung der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf|Österreich begründet. Darüber hinaus wurde an diesem Standort zur Verbesserung der Energieeffizienz in die Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknung investiert sowie ein Verwaltungsgebäude errichtet. Die Investitionstätigkeiten der ungarischen Beteiligung HUNGRANA in einen Strohverbrennungskessel zur Prozesswärmegewinnung aus Biomasse wurden abgeschlossen. Weiters wurde in Ungarn die Produktionsleistung auf eine tägliche Maisverarbeitung von 3.500 Tonnen erhöht. Im Werk Gmünd|Österreich investierte der Konzern in eine Dosenabfüllanlage für den Bereich Säuglingsmilchnahrung. Das Projekt "Erweiterung der Maislagerkapazität" in der Stärkefabrik Aschach|Österreich wurde abgeschlossen. In der rumänischen Fabrik in Tăndărei wurde unter anderem in eine höhere Rohstoffverarbeitungsleistung von 175 Tonnen pro Tag investiert.

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2012|13 stieg der Umsatz der AGRANA Stärke GmbH vor allem aufgrund höherer Verkaufsmengen für Haupt- und Nebenprodukte sowie aufgrund höherer Verkaufspreise für Verzuckerungs- und Nebenprodukte um rund 5 %. Bei den Stärkeprodukten wurden marktbedingt jedoch geringere Verkaufspreise als im Vorjahr erzielt. Das führte zusammen mit den gestiegenen Rohstoffaufwendungen zu einem Rückgang des operativen Ergebnisses. Aufgrund einer stabilen Marktnachfrage und der konsequenten Marktbearbeitung konnten die Absatzmengen der Hauptprodukte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. In Summe legte der Mengenabsatz von 1.170.300 Tonnen im Vorjahr auf heuer 1.182.300 Tonnen leicht zu. Der Absatz von Nebenprodukten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) lag mit 680.800 (Vorjahr: 705.000) Tonnen unter dem Vorjahr, was insbesondere auf geringere Verkäufe von Futtermittel-Handelswaren zurückzuführen war. Die knappe weltweite Versorgungslage mit Proteinfuttermitteln führte im Jahresvergleich zu einem deutlich höheren Preisniveau der Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskeime und Kartoffelproteine).

Im Geschäftsjahr 2012|13 konnte der Umsatz der ungarischen HUNGRANA (50%-Anteil der AGRANA) um rund 11 % gesteigert werden. Wie in Österreich waren dafür höhere Verkaufspreise bei Verzuckerungs- (+15 %) und Nebenprodukten (+8 %) sowie höhere Verkaufsmengen für Haupt- und Nebenprodukte verantwortlich. Die Absatzmenge übertraf mit insgesamt 530.800 Tonnen das Vorjahr (500.100 Tonnen). Die deutlich höheren Rohstoffpreise konnten durch die gestiegenen Verkaufspreise für Verzuckerungs- und Nebenprodukte sowie die höheren Verkaufsmengen kompensiert werden.

In Rumänien führten die generell höheren Verkaufsmengen sowie die gestiegenen Verkaufspreise für Nebenprodukte zu einer Umsatzsteigerung von rund 29 %. Deutlich höhere Rohstoffpreise sowie niedrigere Verkaufspreise für die Hauptprodukte – insbesondere Stärkeprodukte – führten zu einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses.

Bioethanol

Wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen

Im Oktober 2012 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Richtlinienvorschlag, um das Thema der indirekten Landnutzungsänderungen ("Indirect Land Use Change" oder ILUC) in die bestehende "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" (2009/28/EG) aufzunehmen. AGRANA verfolgt die kontroverse Diskussion auf europäischer Ebene und ist überzeugt, dass durch Investitionen in moderne Technologien sämtliche Nachhaltigkeitskriterien erfüllt werden können. Schon heute betragen die CO2-Einsparungen von Bioethanol aus Pischelsdorf|Österreich gegenüber Benzin ca. 70 %. Zudem reduziert das Nebenprodukt ActiProt®, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, den Bedarf an Sojaimporten aus Übersee. AGRANA verwendet für die Bioethanolproduktion ausschließlich mitteleuropäische Futtergetreideüberschüsse.

Die Ende 2011 gestarteten Anti-Dumping- und Anti-Subventionsverfahren gegen Einfuhren von Bioethanol aus den USA gingen Ende 2012/Anfang 2013 zu Ende. Ab dem 25. Februar 2013 fallen für einen Zeitraum von fünf Jahren Anti-Dumping-Strafzölle für Ethanolimporte aus den USA in der Höhe von 49 € pro m³ an.

AGRANA Bioethanol in 2012|13

AGRANA betreibt gemeinsam mit den österreichischen Rübenbauern (AGRANA Stärke GmbH mit einem Anteil von 74,9 %, Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH mit 25,1 %) ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf|Österreich und im Rahmen ihrer 50%-Beteiligung an HUNGRANA Kft. eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyháza|Ungarn. Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke beträgt rund 400.000 m³.

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50 %-Anteil Ungarn, ohne Industriealkohol) liegt mit 331.500 m³ auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 331.300 m³). Die Verkaufspreise von Bioethanol sowie ActiProt® konnten im Vergleich zum Vorjahr weiter angehoben werden.

In der österreichischen Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf wurden in Summe rund 567.000 (Vorjahr: 554.000) Tonnen Getreide – mit einem Verhältnis von Weizen (inkl. Tritikale) zu Mais von etwa 40:60 (anteiliger Nassmais auf Basis Feuchtgewicht) – verarbeitet. Für die Ernte 2013 wurden wieder Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil der Stärkefabrik Szabadegyháza, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Bei HUNGRANA wurden rund 222.000 (Vorjahr: 206.000) Tonnen Mais (bezogen auf den 50%-Anteil der AGRANA) für die Verarbeitung zu Bioethanol eingesetzt.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT STÄRKE

2012/13 2011/12
Umsatzerlöse (brutto) t€ 813.724 773.217
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -9.420 -8.941
Umsatzerlöse t€ 804.304 764.276
EBITDA 1 t€ 96.193 106.080
Operatives Ergebnis 1 t€ 72.614 81.948
Operative Marge % 9,0 10,7
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 72.614 81.948
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte 2
t€ 59.081 29.303
Investitionen in Finanzanlagen t€ 0 0
Mitarbeiter 950 911

1 Vor Sondereinflüssen

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Höhere Verkaufsmengen sowie bessere Verkaufspreise bei den Verzuckerungsprodukten führten im Geschäftsjahr 2012|13 zu einem Umsatzzuwachs im Segment Stärke von 5,2 % auf 804,3 (Vorjahr: 764,3) Mio. €. Im Bereich Bioethanol lagen die Verkaufspreise über dem Vorjahr und die Verkaufsmengen auf Vorjahresniveau. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr sorgten die relativ hohen Preise am Zuckermarkt für eine Belebung des Geschäftes mit Stärkeverzuckerungsprodukten. Der Umsatzanteil des Segments Stärke am Konzernumsatz betrug 26,2 % nach 29,7 % im Vorjahr.

Das operative Ergebnis von 72,6 Mio. € lag um 9,3 Mio. € unter dem sehr guten Vorjahreswert. Die operative Marge ging von 10,7 % auf 9,0 % zurück. Während die Profitabilität im ersten Halbjahr 2012|13 noch klar über der des Vergleichszeitraums lag, führten niedrigere Verkaufspreise infolge des intensiveren Wettbewerbes sowie die gestiegenen Rohstoffaufwendungen zu einem signifikanten Rückgang im zweiten Halbjahr. Der höhere Ergebnisbeitrag der AGRANA Bioethanol GmbH konnte die rückläufigen Ergebnisse der AGRANA Stärke GmbH sowie der rumänischen Stärkefabrik nicht kompensieren. Das operative Ergebnis der ungarischen Beteiligung HUNGRANA lag auf Vorjahresniveau.

SEGMENT FRUCHT

Die AGRANA J&F Holding GmbH hält mittelbar alle nationalen und internationalen Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory/Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf/Österreich als Holding.

Wirtschaftliches Umfeld

Marktumfeld

Im Geschäftsjahr 2012|13 waren im Bereich Fruchtzubereitungen regional unterschiedliche Marktentwicklungen zu beobachten. Während der Absatz in der EU auf hohem Niveau leicht rückläufig war, zeigte sich in allen anderen Regionen eine sehr positive Entwicklung.

Der Absatzrückgang in der EU, insgesamt zwischen 2 bis 3 %, war vor allem in Deutschland, Frankreich, Österreich sowie Süd- und Südosteuropa feststellbar. In Südeuropa belasteten die Euro-Krise und die damit verbundene hohe Arbeitslosensrate den Markt. In Deutschland und Österreich waren angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit eine generelle Konsumzurückhaltung und eine hohe Sparneigung zu verzeichnen. Dazu kam, dass in der EU die funktionalen "Health-Benefits" der Produkte nicht mehr beworben werden dürfen. In Verbindung mit generell reduzierten Werbeaufwendungen litt die Gesamtdynamik im europäischen Markt.

Außerhalb der EU wuchs der Markt mit 4 bis 6 % weiterhin stark. Das betraf mit Ausnahme der bereits entwickelten Joghurt-Märkte Australien und Südkorea, wo ein Zuwachs von nur 1 bis 2 % zu verzeichnen war, beinahe alle Länder. Gründe für das Marktwachstum waren neue und attraktive Produktangebote, wie griechisches Joghurt mit hohem Fruchtanteil in den USA, und anziehender Bedarf in Schwellenländern mit noch niedrigem Pro-Kopf-Joghurtkonsum.

Im Konzentratgeschäft war weiterhin ein Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt erkennbar. Fruchtsäfte und Nektare zeigten vor allem in Westeuropa einen rückläufigen Absatz, der ergebnisseitig durch niedrigere Einkaufspreise aufgrund sehr guter Ernten in Polen und Ungarn teilweise abgemildert wurde. In diesen beiden Hauptbezugsmärkten von AUSTRIA JUICE konnte daher bereits sehr früh mit der Apfelverarbeitung begonnen werden.

Die Preisentwicklungen waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr volatil. In Form von branchenüblichen Jahreskontrakten wurde der Großteil der Produktion aus der Ernte 2012 aber bereits während der laufenden Kampagne weltweit verkauft.

Produktionsstandorte

AGRANA Frucht ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betrieb die Gruppe zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2012|13 erfolgte die Fabrikverlagerung und -erweiterung in Dachang|China sowie der Beschluss der Errichtung eines neuen Werkes im Wachstumsmarkt USA. Mit dem neuen Standort in Lysander im Bundestaat New York soll vor allem der steigenden Kundennachfrage in Kanada und im Nordosten der USA Rechnung getragen werden. Gleichzeitig wurde der kleine und unprofitable Standort der Flavors from Florida, Inc. in Bartow|USA geschlossen.

Durch die Fusion von AGRANA Juice mit der Ybbstaler-Gruppe zur neuen AUSTRIA JUICE GmbH ist AGRANA mit 15 Produktionsstandorten der führende Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Durch den Zusammenschluss sollen Synergien genutzt, eine verstärkte Betreuung internationaler Märkte gewährleistet und weitere Wachstumsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Unternehmen möchte seine führende Rolle als Lieferant von Fruchtsaftkonzentraten, Fruchtpürees, Getränkegrundstoffen, natürlichen Aromen sowie Direktsäften für die weiterverarbeitende Getränkeindustrie weiter stärken.

AUSTRIA JUICE produziert in Europa hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit einem relativ hohen Säuregrad zur weiteren Herstellung von 100%-Apfelsäften und Apfelschorlen. Der chinesische Standort liegt in Xianyang City in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnet sich dementsprechend durch eine gute Rohstoffversorgung für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat aus. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem internationalen Markt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Das abgelaufene Wirtschaftsjahr zeigte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen keine spürbare Entlastung auf den Rohstoffmärkten. Generell haben sich die Fruchtpreise sowie die Preise für Zucker, Stärken und Flüssigzucker auf dem hohen Preisniveau des vergangenen Jahres stabilisiert. Gründe dafür waren etwa die durchschnittlichen Frühjahrs- und Sommerernten in Europa, Nordamerika und China. Stein- und Kernfrüchte wie Pfirsich und Marille wurden aufgrund der volatilen Rohstoffpreissituation in Spanien und Griechenland leicht teurer. Dies gilt auch für Nordund Südamerika, wo die Preise regional insbesondere aufgrund der robusten Nachfrage in den Schwellenländern noch stärker stiegen als in Europa. Die Preise für tropische Früchte waren im abgelaufenen Wirtschaftsjahr aufgrund eines guten Ernteaufkommens im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil.

Innerhalb der AGRANA-Gruppe konnten negative Rohstoffpreiseffekte durch eine gute Deckungspolitik und die Nutzung des globalen Sourcing-Netzwerks abgemildert werden.

Während die Ernte im Bereich Fruchtsaftkonzentrate in Westeuropa vor allem in Frankreich und Italien deutlich unter Vorjahresniveau ausfiel, konnten in Polen und Ungarn aufgrund eines erhöhten Streuobstaufkommens sehr gute Ernten verzeichnet werden. Die Apfelverarbeitungssaison wurde an allen Produktionsstandorten, mit Ausnahme von China, Ende November beendet. In China lagen die Verarbeitungsmengen durch eine bessere Rohstoffverfügbarkeit deutlich über Vorjahr.

Die Beerensaison war von teilweise deutlich höheren Rohstoffpreisen aufgrund geringer Erntemengen gekennzeichnet. Vor allem Erdbeeren und Sauerkirschen waren davon betroffen. Einzig bei schwarzen Johannisbeeren konnte eine deutliche Preisentspannung gegenüber dem Vorjahr realisiert werden. Die Beerenverarbeitungssaison wurde Ende September abgeschlossen.

Die gesamte Produktionsmenge im Bereich Fruchtsaftkonzentrate konnte im Geschäftsjahr 2012|13 deutlich gesteigert werden. Dieser markante Zuwachs resultierte sowohl aus Vollkonsolidierung der AUSTRIA JUICE GmbH als auch aus den gesteigerten Produktionsmengen in China, Polen und Ungarn.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 34,9 (Vorjahr: 42,5) Mio. € und betrafen neben Instandhaltungsmaßnahmen auch Kapazitätserweiterungen. In Serpuchov|Russland wurde die Werkserweiterung im Oktober 2012 erfolgreich abgeschlossen. Alle Aktivitäten in Zusammenhang mit der Fabrikverlagerung und -erweiterung in Dachang|China wurden ebenfalls erfolgreich beendet. Das neue Werk nahm bereits im November 2012 den Betrieb auf, alle Produktionslinien wurden transferiert und die alte Fabrik geschlossen. Im AGRANA-Werk in Centerville|USA erfolgte die Installation einer zusätzlichen Produktionslinie, in Mexiko wurde das Projekt der Trockenfrüchteproduktion abgeschlossen und die Produktion gestartet. Ferner floss ein größerer Betrag in den Ankauf von Edelstahlcontainern für den Fruchtzubereitungstransport. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate wurden im Wesentlichen notwendige Ersatzinvestitionen getätigt. In Ungarn wurde am Standort Vásárosnamény eine neue Produktionslinie für trübes Apfelsaftkonzentrat implementiert, in der Ukraine eine fünfte Säule für den Vakuumverdampfer angeschafft.

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2012|13 lag der Absatz im Fruchtzubereitungsbereich um ca. 6 % über dem Wert des Vorjahres. Während in der EU ein Rückgang zu verzeichnen war, wuchsen die Verkaufsmengen außerhalb der EU deutlich, wobei die Hälfte dieses Wachstums aus Nordamerika kam.

Höhere Rohstoffkosten konnten durch Preiserhöhungen aufgefangen werden. In der EU gelang es, einen Teil der Volumenrückgänge durch höhere Preise und Margen auszugleichen.

Weltweit konnte AGRANA Frucht den Marktanteil leicht steigern und ist weiterhin unangefochtener Marktführer im globalen Furchtzubereitungsmarkt. Die größten Zuwächse wurden in USA, Osteuropa, Türkei, Naher Osten/Nordafrika, Brasilien und China erzielt. Damit nutzt AGRANA Frucht die Dynamik dieser Wachstumsregionen und baut seine Marktführerposition weiter aus.

Die deutliche Umsatzsteigerung im Bereich Fruchtsaftkonzentrate im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011|12 ist zum einen auf die Vollkonsolidierung der AUSTRIA JUICE GmbH und zum anderen auf höhere Verkaufspreise bei Fruchtsaftkonzentraten zurückzuführen. AUSTRIA JUICE ist absatzseitig global tätig, wobei die EU den Kernabsatzmarkt bildet. Weitere wesentliche Absatzmärkte sind Nordamerika, Russland, mittlerer und ferner Osten. Für das im chinesischen Werk hergestellte Apfelsaftkonzentrat werden derzeit Kundenbeziehungen in Nordamerika, Japan, Südafrika und Australien aufgebaut.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT FRUCHT

2012/13 2011/12
Umsatzerlöse (brutto) t€ 1.141.255 930.265
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -1.169 -1.327
Umsatzerlöse t€ 1.140.086 928.938
EBITDA 1 t€ 83.267 73.826
Operatives Ergebnis 1 t€ 45.171 38.208
Operative Marge % 4,0 4,1
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ -19.077 -1.433
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 26.094 36.775
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte 2
t€ 34.864 42.462
Investitionen in Finanzanlagen t€ 41 1.228
Mitarbeiter 5.184 4.822

1 Vor Sondereinflüssen

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Der Umsatz im Segment Frucht legte im Geschäftsjahr 2012|13 um 22,7 % auf 1.140,1 Mio. € zu, was vor allem auf Absatzsteigerungen zurückzuführen war. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnte die verkaufte Menge trotz eines schwierigen europäischen Marktumfeldes gesteigert werden.

Insbesondere im US-Markt wurde durch den Gewinn eines Großkunden sowie aufgrund günstiger Marktbedingungen für "Greek Yoghurt" ein markanter Mengenzuwachs erzielt. Im asiatischen Raum, insbesondere in China, wurde ebenfalls ein starker Anstieg der Volumina verzeichnet. Auch Osteuropa und Afrika bestätigten den positiven Absatztrend mit teils deutlichen Zuwächsen.

Die Verkaufspreise für Fruchtzubereitungen lagen im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau und spiegelten den Anstieg der Rohstoffkosten wider. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war vor allem ein volumenbedingter Umsatzanstieg zu verzeichnen, der zum Teil aus der erstmaligen Vollkonsolidierung der Ybbstaler Fruit Austria GmbH per 1. Juni 2012 resultierte. Der Umsatzanteil des Segments Frucht am Konzernumsatz betrug 37,2 % (Vorjahr: 36,0 %).

Das operative Ergebnis im Segment Frucht stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18,2 % auf 45,2 Mio. €. Der Umsatzanstieg bei konstanter Margenentwicklung im Bereich Fruchtzubereitungen in den Märkten USA, Osteuropa und Asien konnte Rückgänge in anderen Regionen, insbesondere in Europa, wo auch Kostenoptimierungen vorgenommen wurden, kompensieren.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wurde vor allem im zweiten Halbjahr ein starkes und deutlich über Vorjahr liegendes Ergebnis erzielt. Die ersten neun Monate der Konsolidierung der Ybbstaler Fruit Austria-Gesellschaften als Teil der neuen AUSTRIA JUICE führten zu einem positiven Ergebniseffekt. In Zukunft sollen verstärkt Synergieeffekte durch die Zusammenführung von Prozessen und Strukturen innerhalb der neuen Organisation gehoben werden.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht begründet sich einerseits durch Reorganisationsmaßnahmen im europäischen Furchtzubereitungsgeschäft (-4,3 Mio. €) und andererseits durch Risikovorsorgen in Zusammenhang mit aufgedeckten Unregelmäßigkeiten in der mexikanischen Tochtergesellschaft AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. (-14,8 Mio. €).

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

Als international tätiger Veredler landwirtschaftlicher Rohstoffe ist gelebtes Nachhaltigkeits-Management bei AGRANA ein integraler Bestandteil der unternehmerischen Tätigkeit. Das Unternehmen ist bestrebt, Einklang zwischen wirtschaftlicher sowie ressourcenschonender und energieeffizienter Produktion herzustellen und dabei auch seine soziale Verantwortung bestmöglich wahrzunehmen.

Die im Geschäftsjahr 2011|12 gestartete Initiative zur Implementierung eines gruppenweiten Nachhaltigkeits-Managements wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter vorangetrieben. Sie basiert auf ISO 26000 "Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung" und der Global Reporting Initiative (GRI Version 3.1.) unter Berücksichtigung relevanter Fragen aus dem Branchenzusatz für die Lebensmittelindustrie. Bei der Analyse entlang der gesamten Wertschöpfungskette, wurden die folgenden Kernthemen als wesentlich identifiziert:

Für jedes Kernthema wurden in weiterer Folge Handlungsfelder festgelegt für die es dann galt, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten. Diese sollten mindestens zwei der drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökonomie, Ökologie und Soziales) im jeweiligen Handlungsfeld verbessern, ohne zu einer Verschlechterung bei der dritten Dimension zu führen. Dieser Ansatz wird nun anhand des Kernthemas Produktverantwortung verdeutlicht.

Produktverantwortung – ein Nachhaltigkeits-Kernthema bei AGRANA

AGRANA legte in diesem Bereich die Handlungsfelder Lebensmittelsicherheit und Produktschutz fest.

"Erfolg mit Verantwortung". Der Leitsatz des diesjährigen Geschäftsberichts hängt auch eng mit den Themen Lebensmittelsicherheit und Produktschutz zusammen. Im Bestreben nach höchstmöglichen Standards in diesen Bereichen hat AGRANA – über die verschiedenen nationalen gesetzlichen Vorschriften hinausgehende – internationale Standards implementiert und diese extern zertifizieren lassen. Zentrales Augenmerk wurde der Qualitätssicherung gewidmet.

Gesetzliche Anforderungen und Standards im Lebensmittelbereich

AGRANA ist ein international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen, das mit rund 8.500 Mitarbeitern an 56 Produktionsstandorten auf fünf Kontinenten weltweit präsent ist. Alle von AGRANA hergestellten und gelieferten Lebensmittel entsprechen den jeweils geltenden nationalen Regelungen. Lebensmittel, die an Standorten in der Europäischen Union hergestellt werden, entsprechen der EU-Verordnung (EG) Nr. 178/2002 ("General Food Law") in der jeweils gültigen Fassung. Zusätzlich orientiert sich das Unternehmen an den internationalen Mindeststandards im Bereich Lebensmittelsicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der FAO/Food and Agriculture Organization und der WHO/World Health Organization). AGRANA gewährleistet auf Basis des implementierten Qualitätsmanagementsystems die interne Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte. Das Unternehmen verfügt weiters über ein an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse angepasstes System der Gefahrenanalyse und der Überwachung kritischer Kontrollpunkte (HACCP-System/Hazard Analysis and Critical Control Point) gemäß den allgemeinen Grundsätzen für Lebensmittelhygiene (CAC/RCP 1-1969). Basierend auf der Analyse von möglichen chemischen, physikalischen oder mikrobiologischen Gefahren für die Gesundheit, werden dabei kritische Kontrollpunkte im Produktionsprozess festgelegt und überwacht. Das HACCP-System ist auch ein wichtiger Bestandteil diverser Lebensmittelsicherheitsstandards wie etwa der ISO 22000 oder des International Food Standards (IFS).

Externe Zertifizierungen im Lebensmittelbereich

Das AGRANA-Qualitätsmanagementsystem hat die Aufgabe, die verschiedenen Qualitätsansprüche und -anforderungen an die Produkte und Prozesse zu erkennen und deren Erfüllung zu gewährleisten. AGRANA ist seit dem Jahr 1993 ISO 9001-zertifiziert. Ergänzt wird das System durch weitere Standards für Lebensmittelsicherheit wie ISO 22000 und FSSC3 22000, IFS, BRC4 , AIB5 , Bio, Kosher und Halal.

Der Standard ISO 22000 regelt die Anforderungen an ein Managementsystem für Lebensmittelsicherheit, um sichere Produkte für den Endverbraucher herzustellen und ist ein weltweit harmonisierter Standard für alle Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Norm hat sich AGRANA im weltweit tätigen Segment Frucht dazu entschlossen, die ISO 22000 einzuführen.

FSSC 22000 umfasst ein vollständiges Zertifizierungsverfahren für Lebensmittelsicherheitssysteme auf der Grundlage von bestehenden Zertifizierungsnormen. Es erfüllt die Vorgaben der Global Food Safety Initiative (GFSI) im Benchmarking-Verfahren für Lebensmittelsicherheitsstandards und wurde von der GFSI als gleichwertig mit anderen genehmigten Verfahren anerkannt. Aus AGRANAs Sicht zeichnet sich FSSC 22000 besonders durch die einfache Integration in das bestehende ISO-

3 Food Safety System Certification

4 British Retail Consortium

5 American Institute for Baking

Managementsystem und durch die Internationalität des Standards aus. Unter dem Schlagwort "Food Defense" fordert der FSSC 22000, ähnlich dem IFS, dass kriminelle Handlungen wie Sabotage, Vandalismus oder Terrorismus mittels Gefahren- und Risikoanalyse bewertet und entsprechende Sicherungsmaßnahmen implementiert werden.

Der IFS als eher produktorientiertes Pendant zum FSSC 22000 Standard ist der Lebensmittelstandard des deutschen und französischen Einzelhandels und dient ebenfalls der Überprüfung und Zertifizierung von Systemen der Lebensmittelsicherheit. AGRANA hat diesen Standard als zweiten wichtigen Lebensmittelsicherheitsstandard vor allem in jenen Werken eingeführt, die einerseits den Einzelhandel direkt beliefern bzw. in denen Produkte zu Eigenmarken des Einzelhandels weiterverarbeitet werden.

Lebensmittelstandards wie BRC, AIB, Bio (Verordnung (EG) Nr. 834/2007, NOP6 ), Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischem Speisegesetzen) sind ebenfalls Teil des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems und länderspezifisch implementiert. Speziell die wachsende Nachfrage nach Bio-Produkten und Kosher-Lebensmitteln hat weltweit zu zahlreichen Zertifizierungen in diesem Bereich geführt.

Die verschiedenen Standards sehen kontinuierliche Verbesserungsprozesse vor. Neben externen Zertifizierungen sowie Kunden- und Lieferantenaudits sind interne Audits in den Werken durch geschulte Prüfer wesentliche Treiber dafür.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung- und Entwicklungstätigkeit.

Die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") verfolgt in einem hochkompetitiven Marktumfeld das strategische Ziel, durch Produktinnovationen Markttrends zu setzen und sich von den Mitbewerbern zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue, innovative Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) stellt somit einen unverzichtbareren Bestandteil der auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie dar.

AGRANA unterhält mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Das Leistungsspektrum der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich reicht von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC, "Innovation and Competence Center") Gleisdorf/ Österreich ist die zentrale Forschung und Entwicklung des Fruchtzubereitungsbereichs organisiert. Aufgabe dieser Einrichtung ist die Entwicklung von innovativen Produkten und Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren. Eine zentrale Marktentwicklungsabteilung in Mitry-Mory/Frankreich unterstützt das ICC in Gleisdorf.

6 National Organic Program; US-Pendant zum EU-Bio-Siegel

Im Geschäftsjahr 2012|13 investierte AGRANA rund 18,2 (Vorjahr: 15,1) m€ in Forschung und Entwicklung, was, gemessen am Konzernumsatz, einer F&E-Quote wie im Vorjahr von 0,59 % entsprach. Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 204 (Vorjahr: 199) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2012/13 beschäftigte die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft durchschnittlich 153 (Vorjahr 145) Mitarbeiter (ohne Vorstandsmitglieder).

In der gesamten AGRANA-Gruppe waren im Geschäftsjahr 2012/13 durchschnittlich 8.449 (Vorjahr 7.982) Mitarbeiter tätig. Davon waren 1.993 (Vorjahr 1.812) Mitarbeiter in Österreich und 6.456 (Vorjahr 6.170) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Personalstrategie als langfristige Perspektive

AGRANA versteht sich als internationale Unternehmensgruppe. Integrität, Leistungsbereitschaft und soziales Bewusstsein sollen verbinden, die Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Der Arbeits- und Führungsstil ist von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung bestimmt.

In diesem Sinne übernimmt auch jeder AGRANA-Mitarbeiter Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung. Die Führungskräfte und die Personalabteilungen bieten dafür allen Mitarbeitern Möglichkeiten und Hilfestellungen im Einklang mit den Geschäftszielen. Dadurch konnte ein wertvoller Beitrag zur Profitabilität und zum Wachstum der Geschäftsbereiche geleistet werden.

Zur Unterstützung der strategischen Ziele existiert ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2012|13 waren 6,0 % (Vorjahr: 5,8 %) aller Beschäftigten Teil dieses erfolgsorientierten Entlohnungssystems.

Personalentwicklung und Weiterbildung in der AGRANA-Gruppe

Personalentwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter und Führungskräfte hatte auch im Geschäftsjahr 2012/13 besondere Bedeutung in der Personalarbeit der AGRANA. Sowohl die Holding als auch lokale Tochtergesellschaften organisierten zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen wie auch im persönlichkeitsbildenden Bereich.

Im Geschäftsjahr bot AGRANA 65 Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit an. Aus dem gesamten Konzern wurden 14 Teilnehmer für ein internationales Trainee-Programm ausgewählt. Die von den Teilnehmern dadurch gewonnenen, bereichs- und länderübergreifenden Erfahrungen sollen zukünftig dabei unterstützen, Synergiepotenziale innerhalb des Konzerns zu identifizieren und zu heben, sowie die internationale Zusammenarbeit zu verstärken.

Rund 30 Mitarbeiter und Führungskräfte aus dem Konzern wurden für das bereits zum dritten Mal stattfindende AGRANA Competencies Training ("ACT") ausgewählt. Es richtet sich an Kollegen, denen hohes Potenzial und überdurchschnittlicher Leistungswillen attestiert wird. Der dritte Turnus besteht wieder aus drei Modulen und beginnt im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2013|14.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2012|13 auf rund 2,3 (Vorjahr: 2,2) Mio. €, das entspricht wie im Vorjahr rund 1,1 % der Lohnund Gehaltssumme.

Gesundheit & Arbeitssicherheit

Zusätzlich zum Angebot der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen. Ziel ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie des Wohlbefindens der Mitarbeiter.

Neben weiteren sportlichen Angeboten wie zum Beispiel Schitagen oder Wirbelsäulengymnastik gelang es erneut, zahlreiche Laufsportler für die Teilnahme am jährlichen "Wien Energie Business Run" zu begeistern.

Als führendes Unternehmen in der Lebensmittelbranche weist AGRANA auch die eigenen Mitarbeiter auf die Wichtigkeit einer gesunden und vitaminreichen Ernährung hin. Mit lokalen Aktionen wie dem "Obstkorb" – frisches Obst zur freien Entnahme – und der freien Verfügbarkeit von Mineralwasser soll dies unterstrichen werden.

Im Bereich "Gesundheit und Sicherheit" wurden konzernweit zahlreiche Aktivitäten wie Schulungen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, Übungen zur Feuerprävention und Workshops zur Reduktion von Lärm und Umweltverschmutzung durchgeführt.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zu seiner Verantwortung zur Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Ziel des Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um negative Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Ergebnisse auf ein Minimum zu reduzieren.

Ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Chancen und Risiken ermöglicht es AGRANA, die vorhandenen unternehmerischen Ressourcen effizient zur Erreichung ihrer strategischen Ziele einzusetzen. Dabei wird der Vorstand durch effiziente Kontrollund Berichtssysteme unterstützt.

Zur Steuerung ihrer Risiken bedient sich AGRANA zweier, einander ergänzender Systeme:

Das wesentliche operative Steuerungsinstrument ist das konzernweit implementierte, einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Ergänzt wird dieses durch einen monatlichen Risikobericht, in welchem über das Risikopotential sowohl für die AGRANA-Gruppe als auch für jedes einzelne Segment für das laufende sowie auch das nachfolgende Geschäftsjahr berichtet wird.

Ziel des strategischen Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken des AGRANA-Geschäftsmodells aufzuzeigen. Der Beobachtungshorizont ist dabei mittel- bis langfristig angelegt. Unterstützt wird der Vorstand bei dieser Aufgabe von einem eigenständigen, unabhängigen Risikomanagement-Team. Zweimal jährlich werden gemeinsam mit Experten aus allen Segmenten und Geschäftsbereichen die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen in einem "Strategischen Risk Review" analysiert. Die erkannten Chancen und Bedrohungen werden hinsichtlich ihres Potentials und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit evaluiert, Frühwarnindikatoren festgelegt und Maßnahmen zur Gegensteuerung definiert. Das Ergebnis wird in einem Risikokatalog zusammengefasst. Im Zuge dieses Prozesses wird als ergänzende Information für das Management ein "Worst Case"-Szenario für das laufende Geschäftsjahr entwickelt und mittels einer "Monte Carlo Simulation" die maximal theoretisch denkbare negative Abweichung vom geplanten Ergebnis ermittelt. Die Ergebnisse des "Strategischen Risk Reviews" werden in einem Risikohandbuch zusammengefasst und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Um im Risikofall den Schaden auf ein Minimum zu begrenzen, sind in jeder Tochtergesellschaft eigene lokale Risikomanagement-Teams nominiert, die bei Bedarf rasche und koordinierte Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten.

Das direkt dem Vorstand berichtende Risikomanagement-Team auf Konzernebene legt besonderes Augenmerk auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken und die Stärkung des Risikobewusstseins aller Mitarbeiter im Konzern.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel-, wertorientierte und nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikokultur der Unternehmensgruppe ist geprägt durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen.

Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sich diese aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäfts wird ohne Ausnahmen abgelehnt.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von derivativen Instrumenten ist nur zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht jedoch zu Spekulationszwecken erlaubt. Es wird über deren Verwendung regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. In den Risiken der AGRANA-Gruppe schlagen sich auch Aspekte der Nachhaltigkeit, wie z.B. der Klimawandel, nieder. Im Zuge der Geschäftstätigkeit als weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe betreffen Risiken aufgrund klimatischer Veränderungen in erster Linie deren Verfügbarkeit. Daneben ist AGRANA, aufgrund der vor allem in den Geschäftssegmenten Zucker und Stärke energieintensiven Produktion, einem Risiko durch die Energie- und Umweltgesetzgebung ausgesetzt.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist als Veredler landwirtschaftlicher Produkte auf die Verfügbarkeit von ausreichend Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffs Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus - im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Für die Raffinationsstandorte in Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Rumänien ist die Wertschöpfung aus den Rohzuckereinstandskosten im Vergleich zu den erzielbaren Marktpreisen von Weißzucker der grundlegende Rentabilitätsfaktor. Neben dem Risiko aus hohen Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Diese werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.

Im Segment Stärke werden physische Lieferverträge in adäquatem Ausmaß zur Sicherung der Bedarfsmengen an Rohstoffen abgeschlossen. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte) erfolgen. Umfang und Ergebnis dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des monatlichen Reporting und werden dem AGRANA-Vorstand berichtet. Bei Stärkeprodukten ist es zudem möglich, höhere Rohstoffkosten kurzfristig an die Kunden weiterzugeben.

Bei der Bioethanolproduktion führen Veränderungen der Getreidepreise in der Regel auch zu einer gleichgerichteten Preisänderung des Nebenproduktes ActiProt® und können diese somit teilweise kompensieren ("Natural Hedge"). Es verbleibt jedoch das Restrisiko, dass steigende Rohstoffkosten nicht in vollem Ausmaß an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA kann durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig erkennen und entsprechend entgegenwirken. Wo möglich werden zudem sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Die Produktionsvorgänge vor allem in den Segmenten Zucker und Stärke sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen und richtet sie auf den kostenoptimierenden Einsatz von unterschiedlichen Energieträgern aus. Für die eingesetzten Energieträger werden zudem teilweise kurz- und mittelfristige Mengenund Preissicherungen vorgenommen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen aus den relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess von der Rohstoffbeschaffung, der Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren beinhaltet. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits überprüft und optimiert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Die Stellung der Unternehmensgruppe im Markt wird laufend beobachtet und gegebenenfalls eine Modifikation der Unternehmensstrategie vorgenommen. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Die frühzeitige Erkennung von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Divisionen der AGRANA-Gruppe führen können.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Laut Vorschlag der Europäischen Kommission vom Oktober 2011 sollen wesentliche Teile der Zuckermarktordnung mit 30. September 2015 auslaufen. Das Europäische Parlament folgte Mitte März der Empfehlung des Agrarausschusses vom Jänner 2013 und stimmte zugunsten einer unveränderten Fortführung der Zuckermarktordnung bis Ende September 2020 ab. Am 19. März 2013 einigten sich im Rat die EU-Agrarminister darauf, das Quotensystem am 30. September 2017 zu beenden. Ein Trilog zwischen der Europäischen Kommission, dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament in der ersten Jahreshälfte 2013 soll bis zum Sommer eine finale Entscheidung über die Zukunft der Zuckermarktordnung bringen. Des Weiteren können nationale und internationale Handelsabkommen einen wesentlichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg der AGRANA-Gruppe ausüben. Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Auswirkungen analysiert und bewertet.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (2009/28/EG)

Die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien bildet die Basis für die seit Oktober 2007 gültige Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin. Die Höhe der vorgeschriebenen Beimischungsmenge hat dementsprechend eine starke Auswirkung auf den Geschäftsbereich Bioethanol. Aufgrund der aktuellen österreichischen und europäischen Gesetzeslage ist zumindest von einer Beibehaltung der derzeitigen Beimischungsquoten auszugehen. Trotzdem werden neue Initiativen auf EU-Ebene sowie die öffentliche Diskussion und nationale Gesetzesinitiativen zu diesem Thema genauestens beobachtet, analysiert und durch das Risikomanagement bewertet.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt laufend mögliche rechtliche Änderungen, die zu einer Risikosituation führen können und trifft gegebenenfalls antizipative Maßnahmen. Dies betrifft besonders die Bereiche Lebensmittel- und Umweltrecht.

Derzeit bestehen keine zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine nachhaltige Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, wurden im Geschäftsjahr 2009|10 kartellrechtliche Untersuchungen gegen das AGRANA-Zucker-Unternehmen in Ungarn eingeleitet. Im Dezember 2012 wurde dieses Verfahren vom ungarischen Wettbewerbsrat eingestellt. 2009|10 leitete die slowakische Wettbewerbsbehörde Erhebungen unter anderem gegen die lokale AGRANA-Zuckergesellschaft ein. Bis heute erfolgten jedoch keine weiteren Schritte.

Das im Jahr 2010 durch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde beantragte Kartellverfahren wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, brachte bis dato keine weitere Entscheidung des Kartellgerichts. AGRANA hält die Beschuldigung weiterhin für unbegründet.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Die Finanzierung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der Nettofinanzschulden des Konzerns, finanzielle Risiken und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

  • Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko).
  • Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Euro-Finanzierungen entstehen. Für AGRANA sind vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Hrivna, russischem Rubel und brasilianischem Real von Relevanz.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

  • Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien jederzeit ausreichend gesichert.
  • Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Risiken aus Haftungen

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hat Haftungen für Konzerngesellschaften übernommen. Sollten Haftungen schlagend werden, ergibt sich daraus ein nicht unerhebliches Liquiditätsrisiko.

Durch die laufende Überwachung der Beteiligungen sowie die konzernweite Liquiditäts- und Finanzplanung kann einem Zahlungsengpass zeitgerecht entgegengewirkt werden.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch anhaltend hohe Volatilitäten von Absatz- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet und entspricht in Summe dem Niveau des Vorjahres. Es sind gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe erkennbar.

Internes Kontrollsystem (Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB)

Der Vorstand der AGRANA ist sich der Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften bewusst.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System. Die Werte der Einzelabschlüsse werden in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul übernommen. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis erfolgt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen, der analytischen Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens wird monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravierenden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energie-, Rohstoff-, Verkaufspreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäftsjahresende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt zum Stichtag 28. Februar 2013 103,2 m€ und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker) mit Sitz in Mannheim/Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.

Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt, und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG bestellt.

Die restlichen 24,5 % des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz. Das britische Finanzunternehmen Prudential plc, London/Großbritannien, und einige seiner Tochtergesellschaften sind seit Februar 2011 mit einem Anteil von mehr als 15% am AGRANA-Grundkapital beteiligt.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine, über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien ("Syndicated Loans") sind "Change of Control"-Klauseln enthalten.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte in 2012/13 keine Zweigniederlassungen

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es sind nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSEBERICHT

Das abermals sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2012|13 stellt eine herausfordernde Vorgabe für 2013|14 dar. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2013 und einem diversifizierten Geschäftsmodell sieht sich AGRANA zwar auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet, rechnet aber mit einer schwächeren Ergebnisentwicklung.

Aus heutiger Sicht geht der Konzern für das Geschäftsjahr 2013|14 von einem leichten Anstieg beim Konzernumsatz, der primär auf Mengenzuwächse zurückzuführen ist, aus. AGRANA erwartet aber nicht, die sehr guten operativen Konzernergebnisse der beiden letzten Geschäftsjahre neuerlich erreichen zu können.

Wien, am 29. April 2013

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Jahresabschluss

zum

28. Februar 2013

der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien

Gewinn- und Verlustrechnung
vom 1.03.2012 - 28.02.2013
Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse
2. Sonstige betriebliche Erträge
71.355,67 69
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen
72.988,93 0
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c) Übrige
112.169,55
37.292.630,10
517
33.728
37.477.788,58 34.245
3. Personalaufwand
a) Gehälter
-14.965.917,31 -13.823
b) Aufwendungen für Abfertigungen u. Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
-512.133,30 -316
c) Aufwendungen für Altersversorgung -1.005.385,62 -1.201
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
-2.874.464,39 -2.592
e) Sonstige Sozialaufwendungen -153.391,17 -133
-19.511.291,79 -18.065
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-1.418.462,47 -1.569
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) übrige
-24.095.641,59 -23.295
6. Zwischensumme aus Z 1 bis 5 (Betriebsergebnis) -7.476.251,60 -8.615
7. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen 53.820.266,00 EUR
(Vorjahr 53.820 TEUR)
53.825.266,00 53.825
8. Erträge aus anderen Wertpapieren des
Finanzanlagevermögens
5.207.172,47 5.215
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen 4.606.004,76 EUR
(Vorjahr 1.307 TEUR)
4.760.551,19 1.312
10. Erträge aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen 1.211.456,15 0
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen
davon Abschreibungen 1.660.724,48 EUR (Vorjahr 0 TEUR)
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen
1.660.724,48 EUR (Vorjahr 0 TEUR)
-1.660.724,48 0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.255.148,19 -2
13. Zwischensumme aus Z 7 bis 12 ( Finanzerfolg) 60.088.573,14 60.350
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 52.612.321,54 51.735
15. Steuern vom Einkommen
davon Steuerumlagen 17.452.186,54 EUR
(Vorjahr 18.170 TEUR)
80.899,39 808
16. Jahresüberschuss 52.693.220,93 52.543
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.611.613,02 2.196
18. Bilanzgewinn 56.304.833,95 54.739

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien

Bilanz
zum 28. Feber 2013
Vorjahr
A K T I V A EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.583.925,00 1.641
II. Sachanlagen 1.587.286,19 1.047
III. Finanzanlagen 617.940.981,83 621.112.193,02 489.135
491.823
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögens-
gegenstände
1. Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
131.633.351,21 130.827
2. Sonstige Forderungen und Vermögens-
gegenstände
9.133.244,18 9.204
II. Kassenbestand, Guthaben 140.766.595,39 140.031
bei Kreditinstituten 198.428,36 84
140.965.023,75 140.115
762.077.216,77 631.938

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien

Bilanz
zum 28. Feber 2013
Vorjahr
P A S S I V A EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210.249,78 103.210
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 373.422.710,55 373.423
2. Nicht gebundene 45.566.884,45 418.989.595,00 45.567
418.990
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 47.964,07 48
2. Andere (freie) Rücklagen 13.880.000,00 13.880
13.927.964,07 13.928
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag 3.611.613,02 EUR
(Vorjahr 2.196 TEUR)
56.304.833,95 54.739
592.432.642,80 590.867
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 2.726.869,61 2.572
2. Steuerrückstellungen 28.250.597,90 21.766
3. Sonstige Rückstellungen 4.587.719,18 4.180
35.565.186,69 28.518
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
110.000.197,42 0
und Leistungen
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
1.572.027,39 1.046
Unternehmen 10.052.684,36 7.445
4. Sonstige Verbindlichkeiten 12.454.478,11 4.062
davon aus Steuern 7.741.256,97 EUR
(Vorjahr 1.192 TEUR)
davon im Rahmen der sozialen
Sicherheit 238.612,84 EUR
(Vorjahr 233 TEUR) 134.079.387,28 12.553
762.077.216,77 631.938
Haftungsverhältnisse 320.211.155,00 465.821

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 33,33

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 3 33,33
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrundegelegt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

c. Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 6.646 (im Vorjahr 8 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 454.070,91 (im Vorjahr 369 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden gemäß § 198 und 211 UGB nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dazu wurde ein Gutachten der Valida Consulting GmbH, Wien, eingeholt. Der Rückstellungsberechnung liegen ein Rechnungszinssatz von 3,0 % (im Vorjahr 4,5 %), Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-8,31 % (im Vorjahr 0-7,89 %) sowie Gehaltsanpassungen zugrunde.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 3,0 % (im Vorjahr 3,5 % so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension ausfinanziert ist, wenn die Anwartschaftsberechtigten das 65. (Vorjahr: 65.) Lebensjahr vollendet haben. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Nachschusspflicht an die Pensionskassa. Die Rückstellung für die Nachschussverpflichtung wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und der Rechnungszinssatz von 3,0 % (im Vorjahr 4,5 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-8,31 % (im Vorjahr 0-7,89 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe des Eigenkapital gem. Geschäfts- Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB jahr schuss/fehlbetrag
% EUR EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100 6.274.524,46 2012/13 580.826,71
AGRANA J & F Holding GmbH, Wien*) 98,91 248.279.836,25 2012/13 -722.749,87
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 312.503.198,15 2012/13 56.113.126,61
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 239.802.324,96 2012/13 56.020.076,79
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen
Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien 100 6.363.378,67 2012/13 -2.021.787,35
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs
und Produktions- GesmbH, Wien 66,67 7.620.839,89 2012/13 514.307,41
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln 100 3.965.823,53 2012 1.600.933,42

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien, und haben eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren (€ 45.000.000,00) bzw. von mehr als 5 Jahren (€ 65.000.000,00).

in EUR (Vorjahr in TEUR) Restlaufzeit Restlaufzeit von
mehr
Bilanzwert
bis 1 Jahr als 1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 131.633.351,21 0,00 131.633.351,21
(29.02.2012) (130.827) 0 (130.827)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 9.116.264,18 16.980,00 9.133.244,18
(29.02.2012) (9.186) (18) (9.204)
Summe 140.749.615,39 16.980,00 140.766.595,39
(29.02.2012) (140.013) (18) (140.031)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von EUR 131.633.351,21 (im Vorjahr 116.649 TEUR) sonstige Forderungen.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Partizipationsscheinen in Höhe von EUR 5.206.250,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR), Forderungen aus Kapitalertragsteuer gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 3.808.591,61 (im Vorjahr 2.506 TEUR) sowie andere kurzfristige Forderungen.

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 5.206.250,00 (im Vorjahr 5.214 TEUR) enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich wie folgt zusammen: 14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien - Stammaktien

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 01.03.2012 Veränderung Stand 28.02.2013
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 418.989.595,00

(5) Gewinnrücklagen

Stand 01.03.2012 Veränderung Stand 28.02.2013
EUR EUR EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,07 0,00 13.927.964,07

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die Abfertigungsrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand Verbrauch Auflösung Zuweisung Stand am
29.02.2012 28.02.2013
in EUR in EUR in EUR in EUR in EUR
Abfertigung 2.572.090,03 0,00 154.779,58 2.726.869,61
Pensionsansprüche 212.062,02 0,00 246.502,25 458.564,27
Jubiläumsgelder 228.672,50 105.480,83 334.153,33
Altersteilzeit 104.880,39 67.131,58 0,00 37.748,81
Nicht konsumierte Urlaube 1.425.691,18 182.086,17 1.607.777,35
Sonderzahlungen 685.828,23 330.545,83 24.004,17 152.594,82 483.873,05
Prüfungsaufwand 213.900,00 175.000,00 38.900,00 205.000,00 205.000,00
Veröffentlichungsaufwand 176.000,00 166.760,34 9.239,66 186.500,00 186.500,00
Kosten der
Hauptversammlung
38.000,00 34.747,47 3.252,53 40.000,00 40.000,00
Kosten Bilanzpresse
konferenz
3.800,00 2.868,81 931,19 4.000,00 4.000,00
Konzernkommunikation 16.050,00 14.548,02 1.501,98 88.130,00 88.130,00
Aufsichtsratsvergütungen 200.000,00 200.000,00 200.000,00 200.000,00
Pensionskasse 0,00 59.662,83 59.662,83
Ausstehende
Eingangsrechnungen
524.775,00 490.434,98 34.340,02 582.309,54 582.309,54
Sonstiges 350.000,00 50.000,00 300.000,00
Summe 6.751.749,35 1.532.037,03 112.169,55 2.207.046,02 7.314.588,79

(7) Verbindlichkeiten

28.02.2013 29.02.2012
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 110.000.197,42 0
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (197,42) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (45.000.000,00) (0)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (65.000.000,00) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.572.027,39 1.046
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (1.572.027,39) (1.022)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0,00) (15)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (0,00) (9)
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 10.052.684,36 7.445
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (10.052.684,36) (7.445)
Sonstige Verbindlichkeiten 12.454.478,11 4.062
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (12.454.478,11) (4.062)
Summe 134.079.387,28 12.553
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (24.079.387,28) (12.530)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (45.000.000,00) (15)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (65.000.000,00) (9)

RLZ = Restlaufzeit

Aufgrund der weiterhin andauernden, weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, hat sich die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft entschieden, das günstige Umfeld zu nutzen und erstmalig am Kapitalmarkt ein Schuldscheindarlehen über EUR 110.000.000,00 aufgenommen.

Mit dieser Transaktion wurden die Helaba Landesbank Hessen/Thüringen sowie die Raiffeisenbank International AG mandatiert.

Das Schuldscheindarlehen wurde in Tranchen von 5, 7 und 10 Jahren begeben und leistet somit einen wesentlichen Beitrag für die langfristige finanzielle Absicherung des Konzerns. Als weiteres strategisches Ziel wurde die Verbreiterung der Investorenbasis angestrebt. Insgesamt haben 31 Banken bzw. Pensionsfonds gezeichnet.

Der gesamte Gegenwert des Schuldscheindarlehens wurde konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht und wird dort für allgemeine Refinanzierungszwecke, insbesondere für den Bau der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf verwendet.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 2.822.009,43 (im Vorjahr 2.549 TEUR), Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 7.979.870,41 (im Vorjahr 1.425 TEUR) enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 2.822.009,43 (im Vorjahr 2.549 TEUR) sowie Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 573.225,71 (im Vorjahr 578 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 10.052.684,36 (im Vorjahr 7.445 TEUR) enthalten.

Das Mietverhältnis im Strabaghaus endet per 30.04.2013. Für den Zeitraum 01.03.2013 bis 30.04.2013 beträgt die Miete EUR 173.535,50.

Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2012/13 beträgt EUR 1.024.278,14. Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 5.784.158,88.

Die Miete für die Telefonanlage Alcatel beträgt für das Geschäftsjahr 2013/14 EUR 76.786,26 (im Vorjahr 185 TEUR). Der Mietvertrag endet am 31.07.2013. Die Telefonanlage geht in das Eigentum von AGRANA durch Bezahlung des Restwerts in Höhe von EUR 116.240,00 netto über.

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

28.02.2013 29.02.2012
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 37.800.000,00 37.800
Haftungen aus Zahlungsgarantien 282.411.155,00 428.021
Summe 320.211.155,00 465.821
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 242.286.399,00 364.702

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 01. März 2012 bis 28. Februar 2013, im Vorjahr jenen vom 01. März 2011 bis 29. Februar 2012.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 71.355,67 (im Vorjahr 69 TEUR) beinhalten nur Inlandsumsätze.

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 72.988,93 (im Vorjahr 0 TEUR).

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 112.169,55 (im Vorjahr 517 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen (EUR 49.265,00, im Vorjahr 500 TEUR).

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von Euro 37.292.630,10 (im Vorjahr 33.728 TEUR) enthalten Erträge aus Konzernverrechnungen für die Nutzung der Markenrechte in Höhe von EUR 13.813.800,00 (im Vorjahr 12.860 TEUR), für IT-Leistungen und Personal in Höhe von EUR 21.975.504,28 (im Vorjahr 19.711 TEUR), die Auflösung der Einzelwertberichtigung der Yongji Andre Juice Co., Ltd. in Höhe von EUR 1.136.412,71, Durchlaufposten in Höhe von EUR 182.074,87 (im Vorjahr 884 TEUR) sowie andere Erträge in Höhe von EUR 184.838,24 (im Vorjahr 272 TEUR).

(13) Personalaufwand

2012/13 2011/12
in EUR in TEUR
Gehälter 14.965.917,31 13.823
Aufwendungen für Abfertigungen 403.502,61 220
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge
kassen (MVK)
108.630,69 95
Aufwendungen für Altersversorgung 1.005.385,62 1.201
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 2.874.464,39 2.592
Sonstige Sozialaufwendungen 153.391,17 133
Summe 19.511.291,79 18.065

davon entfallen

Abfertigungen und Leistun
gen an betriebliche Mitarbei
tervorsorgekassen
Pensionen (Rückstellungen)
2012/13 2011/12 2012/13 2011/12
EUR
TEUR
EUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG -5.875,73 94 987.476,25 1.185
andere Arbeitnehmer 518.009,03 221 17.909,37 16
Summe 512.133,30 316 1.005.385,62 1.201

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 153 Angestellte (im Vorjahr 145 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 2.983.257,00 (im Vorjahr 2.584 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 740.974,00 (im Vorjahr 748 TEUR) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von EUR 246.502,25 (im Vorjahr 82 TEUR Zuführung) zugewiesen und eine Rückstellung für Nachschussverpflichtung in Höhe von EUR 0,00 (im Vorjahr 355 TEUR) gebildet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012/13 eine Vergütung von EUR 200.000,00 (im Vorjahr 200 TEUR).

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen EUR 24.095.641,59 (im Vorjahr 23.295 TEUR) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von EUR 7.088.478,44 (im Vorjahr 7.382 TEUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von EUR 6.659.368,70 (im Vorjahr 5.544 TEUR), Leasing, Mieten und Pachten von EUR 1.387.416,13 (im Vorjahr 1.270 TEUR), die Zuweisung zur Einzelwertberichtigung Forderung von EUR 68.514,00 (im Vorjahr 1.088.731,50 TEUR), Werbeaufwendungen von EUR 1.246.925,86 (im Vorjahr 1.042 TEUR) sowie andere Aufwendungen in Höhe von EUR 7.644.938,46 (im Vorjahr 6.563 TEUR).

(15) Erträge aus Beteiligungen

2012/13 2011/12
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 53.820.266,00 53.820
Erträge von sonstigen Beteiligungen 5.000,00 5
Summe 53.825.266,00 53.825

(16) Beteiligungskauf

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hat die Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien von der AGRANA Zucker GmbH, Wien um EUR 1,00 gekauft. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hat der AGRANA Group-Services GmbH, Wien in ihrer Eigenschaft als indirekte Gesellschafterin einen unwiderruflichen Gesellschafterzuschuss in Höhe von EUR 8.000.000,00 gewährt. Aufgrund einer dauerhaften Wertminderung der AGRANA Group-Services GmbH, Wien wurde die Beteiligung per 28.02.2013 um EUR 1.660.724,48 abgewertet.

2012/13 2011/12
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer 14.170.000,00 17.392
Körperschaftsteuer Vorperioden 3.132.583,44 -62
Steuerumlagen -17.452.186,54 -18.170
nicht abzugsfähige Quellensteuer 68.703,71 32
Summe -80.899,39 -808

(17) Steuern vom Einkommen

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA J & F Holding GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., die AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH und die AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

F. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Bioethanol GmbH, Wien, Österreich AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fidschi AGRANA Fruit France S.A., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville, USA AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine

AGRANA Fruit US, Inc , Brecksville, USA AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich AGRANA J & F Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Juice Magyarorzág Kft., Vásásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Poland Sp z.o.o., Białobrzegi, Polen AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Ukraine TOV, Winniza, Ukraine AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten AGRANA Skrob s.r.o., Hrusšvany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich AGRANA TANDAREI SRL, Țăndărei, Rumänien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Beograd , Serbien Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich Frefrost SARL, Laouamra, Marokko INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn

Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich PERCA s.r.o., Hrušovany, Tschechien S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered', Slowakei Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Allhartsberg, Österreich Ybbstaler Fruit Polska Sp.z.o.o., Chelm, Polen Hungaro Ybbstal Kft, Vesprém, Ungarn SC Ybbstal Frucht Romania s.r.l., Oradea, Rumänien Ybbstal Getränkegrundst. VertriebsgmbH, München, Deutschland "Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH, Wien, Österreich AUSTRIA JUICE GmbH, Allhartsberg, Österreich Yube d.o.o., Požega, Serbien Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn HungranaTrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina

2012/13 2011/12
Jahres
abschluss
Andere Gesamt Jahres
abschluss
Andere Gesamt
Bestätigungs
leistungen
Bestätigungs
leistungen
EUR EUR EUR TEUR TEUR TEUR
KPMG Austria AG
Wirtschaftsprüfungs
und Steuerberatungs- 25.581,34 286.460,66 312.042,00 25 323 348
gesellschaft
Summe 25.581,34 286.460,66 312.042,00 25 323 348

G. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 237 Z14 UGB)

H. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Dr. Christian KONRAD, Wien Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Dipl.Ing. Josef PRÖLL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt Dr. Jochen FENNER, Gelchsheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Stephan SAVIC, Wien Ing. Peter VYMYSLICKY, Leopoldsdorf Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Walter GRAUSAM, Wien Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Dkfm. Thomas KÖLBL, Speyer

Wien, am 29. April 2013

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h.

Mag. Walter Grausam e.h.

Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien ANLAGE 1

Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2012/2013

A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffungskosten Abschreibungen Buchwerte
Stand Zugang Abgang Stand Stand Jahres- Zuschreibung Abgang Stand Stand Stand
01.03.2012 28.02.2013 01.03.2012 abschreibung 28.02.2013 28.02.2013 29.02.2012
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.300,93 0,00 0,00 611.300,93 319.314,93 61.060,00 0,00 380.374,93 230.926,00 291.986,00
2. EDV-Software 6.089.606,37 789.777,10 63.092,07 6.816.291,40 4.740.403,37 785.074,10 62.185,07 5.463.292,40 1.352.999,00 1.349.203,00
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 101.990,53 101.990,53 0,00 0,00 101.990,53 101.990,53 0,00 0,00 0,00
6.700.907,30 891.767,63 165.082,60 7.427.592,33 5.059.718,30 948.124,63 164.175,60 5.843.667,33 1.583.925,00 1.641.189,00
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund
146.090,57 0,00 146.090,57 0,00 55.281,48 1.418,00 56.699,48 0,00 0,00 90.809,09
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.046.471,43 1.094.664,16 293.079,27 3.848.056,32 2.089.899,25 459.609,15 288.738,27 2.260.770,13 1.587.286,19 956.572,18
3. Geringwertige Vermögensgegenstände 0,00 9.310,69 9.310,69 0,00 0,00 9.310,69 9.310,69 0,00 0,00 0,00
3.192.562,00 1.103.974,85 448.480,53 3.848.056,32 2.145.180,73 470.337,84 354.748,44 2.260.770,13 1.587.286,19 1.047.381,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 404.889.765,83 19.255.724,48 0,00 424.145.490,31 1.211.456,15 1.660.724,48 1.211.456,15 1.660.724,48 422.484.765,83 403.678.309,68
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 0,00 110.000.000,00 0,00 110.000.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 110.000.000,00 0,00
3. Beteiligungen 258.620,00 0,00 0,00 258.620,00 0,00 0,00 0,00 0,00 258.620,00 258.620,00
4. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
85.206.800,00 0,00 0,00 85.206.800,00 9.204,00 0,00 0,00 9.204,00 85.197.596,00 85.197.596,00
490.355.185,83 129.255.724,48 0,00 619.610.910,31 1.220.660,15 1.660.724,48 1.211.456,15 0,00 1.669.928,48 617.940.981,83 489.134.525,68
Gesamtsumme 500.248.655,13 131.251.466,96 613.563,13 630.886.558,96 8.425.559,18 3.079.186,95 1.211.456,15 518.924,04 9.774.365,94 621.112.193,02 491.823.095,95

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien,

für das Geschäftsjahr vom 1. März 2012 bis zum 28. Februar 2013 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 28. Februar 2013, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 28. Februar 2013 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 28. Februar 2013 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. März 2012 bis zum 28. Februar 2013 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Aussagen zum Lagebericht

Der Lagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreffend.

Wien, am 29. April 2013

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Rainer Hassler e.h. ppa Mag. Nikolaus Urschler e.h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

  • o dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2013 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;
  • o dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2012|13 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 29. April 2013

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h.
Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung für die
Bereiche Wirtschaftspolitik, Produktion,
Qualitätsmanagement, Personal, Kommunikation
(inklusive Investor Relations) sowie Forschung
und Entwicklung; Segmentverantwortung Stärke
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.
Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die
Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf;
Segmentverantwortung Zucker
Mag. Walter Grausam e.h.
Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die
Bereiche Finanzen, Controlling, Treasury,
Datenverarbeitung/Organisation, Mergers &
Acquisitions sowie Recht; Segmentverantwortung
Frucht
Dkfm. Thomas Kölbl e.h.
Vorstandsmitglied mit Verantwortung für Interne
Revision

Vorschlag für die Gewinnverwendung

der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB

152
2012 13
in €
Das Geschäftsjahr vom 1.März 2012 bis 28. Februar 2013
schließt mit einem Bilanzgewinn von 56.304.834
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 3,60 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 51.127.344
Vortrag auf neue Rechnung 5.177.490
56.304.834

www.agrana.com

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