AI Terminal

MODULE: AI_ANALYST
Interactive Q&A, Risk Assessment, Summarization
MODULE: DATA_EXTRACT
Excel Export, XBRL Parsing, Table Digitization
MODULE: PEER_COMP
Sector Benchmarking, Sentiment Analysis
SYSTEM ACCESS LOCKED
Authenticate / Register Log In

AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report May 31, 2012

733_10-k_2012-05-31_3108655c-bcda-4c33-accf-9ad329d10e8c.pdf

Annual Report

Open in Viewer

Opens in native device viewer

SOLIDE GEWACHSEN

JAHRESFINANZBERICHT 2011|12

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. MÄRZ 2011 BIS 29. FEBRUAR 2012 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG

KONZERNABSCHLUSS 2011|12 DER AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

Konzernlagebericht Konzernabschluss Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Gesamtergebnisrechnung Konzern-Geldfl ussrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapital-Entwicklung Konzernanhang Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) Konzern-Anteilsbesitz Bestätigungsvermerk

JAHRESABSCHLUSS 2011|12 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

Lagebericht Einzelabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Anhang Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Vorschlag für die Gewinnverwendung Bestätigungsvermerk

KONZERN-LAGEBERICHT |12

48 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz- und Ertragslage
  • Investitionen
  • Vermögens- und Finanzlage
  • Cashfl ow
  • Geschäftsentwicklung der Segmente
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

52 Segment Zucker

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung

56 Segment Stärke

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung
  • Bioethanol

60 Segment Frucht

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Investitionen
  • Rohstoff und Ernte
  • Geschäftsentwicklung

64 Umwelt und Nachhaltigkeit (Corporate Social Responsibility)

  • CSR als strukturierter Managementansatz
  • 68 Forschung und Entwicklung
  • Segment Zucker
  • Segment Stärke
  • Segment Frucht

71 Personal- und Sozialbericht

  • Personalstrategie als langfristige Perspektive
  • Personalentwicklung und Weiterbildung
  • Gesundheit
  • 74 Risikomanagement und Internes Kontrollsystem
  • Risikopolitik
  • Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
  • Regulatorische Risiken
  • Operative Risiken
  • Rechtliche Risiken
  • Finanzielle Risiken
  • Gesamtrisiko
  • Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB
  • Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

79 Prognosebericht

Investitionsplanung

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

48

GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2011 12 2010 111 Veränderung
in t¤ in t¤ in %
Umsatzerlöse 2.577.631 2.165.902 19,0
EBITDA2 309.032 207.804 48,7
Operatives Ergebnis2 232.424 128.623 80,7
Operative Marge 9,0 % 5,9 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen –1.433 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) 230.991 128.623 79,6
Finanzergebnis –24.735 –18.959 –30,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 206.256 109.664 88,1
Konzernjahresergebnis 155.673 87.061 78,8
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte3 97.093 55.859 73,8
Investitionen in Finanzanlagen 1.718 118 1.355,9
Mitarbeiter 7.982 8.243 –3,2

1 Anpassung des Vorjahres aufgrund einer rückwirkend angewendeten Änderung der Bilanzierung in Zusammenhang mit IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer). Nähere Details dazu sind im Konzernanhang ab Seite 96ff angeführt.

2 Vor Sondereinfl üssen.

3 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011|12 (März 2011 bis Februar 2012) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Per 31. Juli 2011 wurden die drei bis zu diesem Zeitpunkt nicht konsolidierten rumänischen Gesellschaften AGRANA AGRO SRL, Roman (Geschäftszweck: Anbau von Getreide, Verarbeitung von Hülsenfrüchten), AGRANA BUZAU SRL, Buzău (Geschäftszweck: Herstellung von Zucker), und AGRANA TANDAREI SRL, Ţăndărei (Geschäftszweck: Herstellung von Zucker), erstmals in die Vollkonsolidierung einbezogen.

Mit Ende des ersten Halbjahres 2011|12 erfolgte die Erstkonsolidierung der ukrainischen AGRANA Juice Ukraine TOV, Winniza|Ukraine. AGRANA hält 100 % an dieser neu gegründeten Gesellschaft und bezieht sie in die Vollkonsolidierung ein. Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in der Ukraine hat schon zuvor bestanden, allerdings war diese bis dato rechtlich in die AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, eingegliedert.

AGRANA ging 2006 mit Yantai North Andre (YNA) eine Kooperation ein und betrieb mit diesem Partner zwei Apfelsaftkonzentratwerke als 50 %-Joint Ventures in China. Seit dem Geschäftsjahr

2010|11 wurden mit YNA Verhandlungen geführt, mit dem Ziel der 100 %-Übernahme eines Werkes durch AGRANA und Abgabe des 50 %-Anteils am verbleiben den Werk an den Partner, die im Sommer 2011 abgeschlossen wurden. Zum 1. August 2011 wurde das gemeinschaftlich geführte Unternehmen Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City|China, entkonsolidiert sowie das bisherige Joint Venture-Unternehmen Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City|China, erstmals als AGRANA JUICE (XIANGYANG) CO., LTD in die Vollkonsolidierung einbezogen.

Die AGRANA Juice Romania Carei SRL, Carei|Rumänien, wurde im Jänner 2012 mit der AGRANA Juice Romania Vaslui, Vaslui| Rumänien, als übernehmende Gesellschaft verschmolzen.

UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2011|12 um 411,7 m€ bzw. 19,0 % auf 2.577,6 (Vorjahr: 2.165,9) m€. Die gestiegenen Umsätze in allen drei Segmenten waren auf positive Markt- und Preisentwicklungen in den Segmenten Zucker und Stärke bei etwas geringeren Absatzmengen im Bereich Frucht zurückzuführen. Im Segment Zucker konnten mit 884,4 (Vorjahr: 713,1) m€ sowohl bei Quotenzucker als auch bei Nicht-Quotenzucker höhere Umsätze erzielt werden, einerseits aufgrund gesteigerter Absatzmengen und andererseits auch bedingt durch ein höheres Verkaufspreisniveau. Die Umsatzerlöse im Segment Stärke lagen bei 764,3 (Vorjahr: 583,2) m€ und entwickelten sich insbesondere aufgrund gestiegener Verkaufspreise positiv. Im Segment Frucht erreichte AGRANA vorwiegend durch Preissteigerungen infolge der Rohstoff - Hausse bei Früchten ebenfalls einen Umsatzzuwachs auf 928,9 (Vorjahr: 869,6) m€. Sowohl bei Fruchtzubereitungen als auch Fruchtsaftkonzentraten kam es aber zu einer Reduktion der Verkaufsvolumina.

Das operative Konzernergebnis lag mit 232,4 m€ deutlich über dem Vorjahr (128,6 m€). Zu dieser außergewöhnlich guten Ergebnisentwicklung trugen vor allem die Segmente Zucker und Stärke bei. Einerseits wirkten sich hier die in den Vorjahren eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen positiv aus, andererseits profi tierte der Konzern im Geschäftsjahr 2011|12 von den guten Marktbedingungen. Lediglich im Segment Frucht verzeichnete AGRANA einen Ergebnisrückgang.

Infolge der Trennung der chinesischen Joint Ventures im Fruchtsaftkonzentratbereich zwischen AGRANA und Yantai North Andre war bereits im zweiten Quartal 2011|12 ein Ergebnis aus Sondereinfl üssen in Höhe von rund –1,4 (Vorjahr: 0,0) m€ auszuweisen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2011|12 betrug in der Folge 231,0 (Vorjahr: 128,6) m€.

Das schwächere Finanzergebnis in Höhe von –24,7 (Vorjahr: –19,0) m€ war größtenteils auf ein erhöhtes negatives Zinsergebnis (Veränderung: –6,3 m€) zurückzuführen. Hier wirkte sich vor allem der größere Finanzierungsbedarf für das gestiegene Working Capital, auch infolge der sehr guten Ernte aus. Die unterjährig ausgewiesenen, unrealisierten Währungsverluste konnten aufgrund der Erholung der Währungen in den zentral- und osteuropäischen Ländern wieder ausgeglichen werden, sodass zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vergleichszeitraum eine Verbesserung des Währungsergebnisses (Veränderung: +1,7 m€) erreicht werden konnte.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich von 109,7 m€ im Vorjahr auf 206,3 m€. Nach einem Steueraufwand von 50,6 m€, der einer Steuerquote von 24,5 % (Vorjahr: 20,6 %) entspricht, betrug das Konzernjahresergebnis 155,7 (Vorjahr: 87,1) m€. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernjahresergebnis stieg auf 152,4 (Vorjahr: 84,9) m€, das Ergebnis je Aktie betrug somit 10,73 (Vorjahr: 5,98) €.

INVESTITIONEN

Im Geschäftsjahr 2011|12 betrugen die Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte 97,1 (Vorjahr: 55,9) m€ und lagen damit nach drei zurückhaltenden Jahren wieder deutlich über dem Abschreibungsniveau. Die auf das Segment Zucker entfallenden 25,3 (Vorjahr: 16,0) m€ betrafen vorwiegend den Bau des 70.000 Tonnen fassenden Zuckersilos am Standort Tulln|Österreich und den neu errichteten dritten Fermenter für die Biogasanlage in Kaposvár| Ungarn. Im Segment Stärke wurden 29,3 (Vorjahr: 9,0) m€, vor allem in die Realisierung der Biomasseverfeuerung und den Ausbau der Maisverarbeitungsleistung in Szabadegyháza| Ungarn, investiert. Im Segment Frucht wurden 42,5 (Vorjahr: 30,8) m€ vor allem für den Ausbau von Verarbeitungskapazitäten in Russland, China und Südafrika sowie für Qualitätsverbesserungsmaßnahmen in den USA und Frankreich ausgegeben.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme zum 29. Februar 2012 lag mit 2.362,1 m€ um 369,4 m€ über dem Vorjahr (1.992,7 m€). Der Anstieg der langfristigen Vermögenswerte um 10,5 m€ resultierte überwiegend aus den über Abschreibungsniveau liegenden Investitionen. Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 359,0 m€. Für den markanten Aufbau der Vorräte waren vor allem die gestiegenen Rohstoff preise, aber auch erhöhte Mengen verantwortlich (sehr gute Zuckerrübenernte, verstärkte Rohstoff - und auch Warenzukäufe); auch der Aufbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen spiegelt aufgrund der Anpassung der Verkaufspreise diesen Trend wider.

Bei einer gegenüber dem 28. Februar 2011 um knapp 19 % gestiegenen Bilanzsumme sank die AGRANA-Eigenkapitalquote trotz absolut verbessertem Eigenkapital von 48,4 % auf 45,4 %. Die Nettofi nanzschulden zum 29. Februar 2012 lagen mit 469,2 m€ über dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2010|11 von 382,4 m€ und auch das Gearing erhöhte sich zum Ende des Geschäftsjahres aufgrund eines erhöhten Finanzierungsbedarfs für das gestiegene Working Capital auf 43,7 % (Vorjahr: 39,7 %). Der Anstieg der langfristigen Schulden war auf die Erhöhung langfristiger Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Die kurzfristigen Schulden stiegen vor allem aufgrund eines rohstoff preisbedingten Aufbaus der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten.

CASHFLOW

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis stieg im Geschäftsjahr 2011|12 um 48,0 % auf 250,1 (Vorjahr: 169,0) m€ und folgte damit der verbesserten operativen Ergebnisentwicklung. Nach einem rohstoff preis- und zukaufsbedingten Anstieg des Working Capitals per 29. Februar 2012 um 206,3 (Vorjahr: 93,7) m€ belief sich der Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 43,2 (Vorjahr: 75,4) m€. Der Cashfl ow aus Investitionstätigkeit betrug –97,9 (Vorjahr: –51,6) m€ bei erhöhten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte. Nach der Ausschüttung und einem Nettoaufbau der Finanzverbindlichkeiten um 113,4 (Vorjahr: 3,2) m€ lag der Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit bei 82,7 (Vorjahr: –25,0) m€. Die AGRANA-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr einen Free Cashfl ow von –54,7 (Vorjahr: 23,8) m€.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER SEGMENTE

Segment Zucker

in t¤ 2011 12 2010 111
Umsatzerlöse (brutto) 967.229 770.587
Umsätze zwischen den Segmenten –82.812 –57.500
Umsatzerlöse 884.417 713.087
EBITDA2 129.126 51.955
Operatives Ergebnis2 112.268 33.758
Operative Marge 12,7 % 4,7 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit 112.268 33.758
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte3 25.328 16.031
Investitionen in Finanzanlagen 490 3
Mitarbeiter 2.249 2.245

Der Umsatz im Segment Zucker stieg im Geschäftsjahr 2011|12 um 24,0 % auf 884,4 (Vorjahr: 713,1) m€. Sowohl im Handels- als auch im Industriegeschäft wurden hohe Quotenzucker-Absätze erzielt, die aufgrund der allgemein schwie rigen Versorgungslage in den Defi zitmärkten nur durch rechtzeitige Zukäufe und Importe von Weltmarktzucker realisiert werden konnten. Der signifi kante Weltmarktpreis anstieg im ersten Drittel des Jahres führte in allen Absatzbereichen, vor allem in Osteuropa, zu höheren Zuckerpreisen. AGRANA ist es trotz der schwierigen Umfeldbedingungen gelungen, alle bestehenden Vereinbarungen mit ihren Kunden hinsichtlich Mengen und Preise einzuhalten. Die zum Teil schwierige Versorgungssituation in Defi zitmärkten wie Ungarn und Rumänien führte auf Kundenseite zu einem erhöhten Inter esse an mittelfristigen Kontrakten. Der Umsatzanteil des Segments Zucker am Konzernumsatz betrug 34,3 % (Vorjahr: 32,9 %).

Das operative Ergebnis des Segments Zucker lag mit 112,3 m€ markant über dem Vorjahreswert (33,8 m€). Beigetragen haben dazu vor allem der verfügbare Nicht-Quotenzucker und eine rechtzeitige Zuckerbeschaff ung am Weltmarkt, eine konsequente Marktbearbeitung sowie ein fl exibles Reagieren auf die Chancen der sich ändernden Marktbedingungen, wie die zusätzlichen Importmöglichkeiten oder die Verkäufe von Nicht-Quotenzucker als Quotenzucker im EU-Lebensmittelbereich aufgrund der Freigabe durch die EU-Kommission. Erfreulich lief auch die Rübenkampagne 2011|12 mit einer hohen Rübenqualität und großen Mengen. Neben dem Rübenzuckergeschäft konnte auch das Raffi na tions- und Handelsgeschäft mit deutlich besseren Margen betrieben werden.

Segment Stärke

in t¤ 2011 12 2010 11
Umsatzerlöse (brutto) 773.217 617.300
Umsätze zwischen den Segmenten –8.941 –34.097
Umsatzerlöse 764.276 583.203
EBITDA2 106.080 73.876
Operatives Ergebnis2 81.948 48.181
Operative Marge 10,7 % 8,3 %
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit 81.948 48.181
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte2 29.303 8.996
Investitionen in Finanzanlagen 0 0
Mitarbeiter 911 880

1 Anpassung des Vorjahres aufgrund einer rückwirkend angewendeten Änderung der Bilanzierung in Zusammenhang mit IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer). Nähere Details dazu sind im Konzernanhang ab Seite 96ff angeführt.

2 Vor Sondereinfl üssen.

3 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

51

Der Umsatzzuwachs von 31,1 % im Segment Stärke im Geschäftsjahr 2011|12 auf 764,3 (Vorjahr: 583,2) m€ war hauptsächlich auf höhere Verkaufspreise bei allen wesentlichen Haupt- und Nebenproduktgruppen zurückzuführen. Mengenmäßig konnte das Vorjahr ebenfalls leicht übertroff en werden, insbesondere aufgrund höherer Absätze von Nebenprodukten. Im Bereich Bioethanol überstiegen sowohl die Verkaufspreise als auch -mengen das Vorjahresniveau. Weiters sorgte der Preisanstieg am Zuckermarkt für eine Belebung des Geschäftes mit Stärkeverzuckerungsprodukten. Der Umsatzanteil des Segments Stärke am Konzernumsatz betrug 29,7 % nach 26,9 % im Vorjahr.

Mit einem operativen Ergebnis von 81,9 m€ wurde der Vorjahreswert um 33,7 m€ deutlich übertroff en. Die höheren Verkaufspreise bei allen Hauptprodukten konnten die gestiegenen Rohstoff preise überkompensieren und waren neben Effi zienzmaßnahmen für die Steigerung des operativen Ergebnisses ausschlaggebend. Sowohl die AGRANA Stärke GmbH als auch die Stärkefabriken in Ungarn und Rumänien erwirtschafteten sehr gute Ergebnisse.

Segment Frucht

2011 12 2010 111
930.265 873.787
–1.327 –4.175
928.938 869.612
73.826 81.973
38.208 46.684
4,1 % 5,4 %
–1.433 0
36.775 46.684
42.462 30.832
1.228 115
4.822 5.118

Der Umsatz im Segment Frucht stieg im Geschäftsjahr 2011|12 um 59,3 m€ bzw. 6,8 % auf 928,9 (Vorjahr: 869,6) m€. Im Bereich Fruchtzubereitungen ging der Absatz in einem schwierigen Marktumfeld gegenüber dem Vorjahr zurück. Neben teilweise rückläufi gen Märkten lag dies am Eintritt eines neuen Wettbewerbers in Russland und Marktanteilsverlusten in Westeuropa und Nordamerika, teilweise auch aufgrund von Marktanteilsverschiebungen zwischen den Herstellern der Konsumentenendprodukte. Im besonders wettbewerbsintensiven Markt Zentraleuropa sowie in Südamerika konnte sich AGRANA gut behaupten und den Marktanteil halten. In Asien wurde ein leichter Marktanteilsanstieg verzeichnet. Der Umsatzrückgang in China aufgrund

niedriger Preise und neuer Joghurtprodukte ohne Fruchtanteil konnte aber durch Erfolge in Australien und Südafrika wettgemacht werden. Die neuen Fabriken in Ägypten und Südafrika haben ihre Produktion erfolgreich aufgenommen und mit der Belieferung der lokalen Märkte begonnen. Im Bereich des Fruchtsaftkonzentratgeschäfts ist der Preis für europäisches Apfelsaftkonzentrat während der letzten zwölf Monate bei einer durchschnittlichen euro päischen Ernte leicht gesunken. Der Preis für chinesisches Apfelsaftkonzentrat hingegen kletterte auf ein historisch hohes Niveau, da infolge der großen Nachfrage nach Tafel äpfeln auch die Preise für Pressäpfel in China stark anstiegen. Insgesamt zeigten sich die Verkaufspreise bei Fruchtsaft konzentraten weiterhin auf hohem Niveau stabil, die Verkaufsmengen hingegen waren vor allem in den letzten Monaten etwas rückläufi g. Der Umsatzanteil des Segments Frucht am Konzernumsatz betrug 36,0 % (Vorjahr: 40,2 %).

Das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2011|12 konnte mit 38,2 m€ den Vorjahreswert von 46,7 m€ nicht erreichen. Während bei Fruchtsaftkonzentraten ein sehr positives Ergebnis erreicht wurde, führten die Volumenrückgänge sowie die rohstoff kostenbedingt niedrigere Margensituation bei Fruchtzubereitungen zu einem rückläufi gen Segmentergebnis.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Die EU-Kommission hat am 4. April 2012 den Unternehmen AGRANA Beteiligungs-AG und RWA Raiff eisen Ware Austria AG, Wien, die Zustimmung zur Fusion ihrer im Bereich Fruchtsaftkonzentrat tätigen Tochtergesellschaften AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf|Österreich, und Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf|Österreich, im Rahmen eines Joint Ventures erteilt. Damit sind die wettbewerbsrechtlichen Vor aussetzungen für eine Finalisierung dieses Vorhabens gegeben. Das Closing ist für Anfang Juni 2012 geplant.

Das neu gegründete Joint Venture YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH wird seinen Firmensitz in Kröllendorf|Österreich haben und über 14 Produktionsstandorte in Österreich, Dänemark, Ungarn, Polen, Rumänien, der Ukraine und China verfügen. Produziert werden neben Fruchtsaftkonzen traten auch Fruchtpürees und natürliche Aromen sowie Direktsäfte für die weiterverabeitende Getränkeindustrie. Das Joint Venture mit einem Umsatz von rund 350 m€ wird durch AGRANA voll konsolidiert werden.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2012 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfl uss auf die Ertrags-, Finanzund Vermögenslage der AGRANA hatten.

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2011 | 12

1 Anpassung des Vorjahres aufgrund einer rückwirkend angewendeten Änderung der Bilanzierung in Zusammenhang mit IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer). Nähere Details dazu sind im Konzernanhang ab Seite 96ff angeführt.

  • 2 Vor Sondereinfl üssen.
  • 3 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.
52
SEGMENT-KENNZAHLEN 2011 12 2010 111 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 884,4 713,1 24,0
Operatives Ergebnis 112,3 33,8 232,2
Operative Marge 12,7 % 4,7 %
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte2 25,3 16,0 58,1

1 Anpassung des Vorjahres aufgrund einer rückwirkend angewendeten Änderung der Bilanzierung in Zusammenhang mit IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer). Nähere Details dazu sind im Konzernanhang ab Seite 96ff angeführt.

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA setzt als führender Zuckerproduzent in Zentral-, Ost- und Südosteuropa seit über zwei Jahrzehnten Maßstäbe.

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker sind weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding angesiedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H., Wien, erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Zuckerweltmarkt

Für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2011|12 (Oktober 2011 bis September 2012) geht F. O. Licht in der zweiten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom März 2012 von einer Erzeugung von 176,9 (ZWJ 2010|11: 165,4) Mio. Tonnen und einem Verbrauch von 164,9 (ZWJ 2010|11: 160,4) Mio. Tonnen aus. Dadurch würden sich die Weltzuckerbestände nach wie vor auf niedrigem Niveau bewegen und mit 70,5 (ZWJ 2010|11: 62,8) Mio. Tonnen bei 42,8 % (ZWJ 2010|11: 39,1 %) eines Jahresver brauchs liegen.

WELTZUCKERBILANZ 2011 12 2010 11 2009 10
in Mio. t in Mio. t in Mio. t
Anfangsbestand 62,8 61,0 63,5
Erzeugung 176,9 165,4 159,0
Verbrauch 164,9 160,4 159,8
Mengenberichtigungen –4,3 –3,2 –1,7
Endbestand 70,5 62,8 61,0
In Prozent des Verbrauchs 42,8 % 39,1 % 38,2 %

Quelle: F. O. Licht, Zweite Schätzung der Weltzuckerbilanz 2011|12 vom 7. März 2012.

Auch das Geschäftsjahr 2011|12 war von einer hohen Preisvolatilität am Zuckerweltmarkt geprägt. Nach einem neuen Allzeithoch von 623 € je Tonne Weißzucker im Juli 2011 gingen die Notierungen bei starken Schwankungen wieder zurück. Ende Februar 2012 lag der Weltmarktpreis für Weißzucker bei 485 € je Tonne.

53

INTERNATIONALE ZUCKERNOTIERUNGEN IM AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2011|12 in USD je Tonne

Europäischer Zuckermarkt

Die Zuckerproduktion der EU-27 für die Saison 2011|12 wird im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,9 Mio. auf 18,3 Mio. Tonnen steigen. Neben der Rübenmenge wird auch der Zuckergehalt einen über- bzw. durchschnittlichen Wert erreichen.

Um das Zuckerangebot am Binnenmarkt im ZWJ 2011|12 zu erhöhen, hat die EU-Kommission zwei Maßnahmen umgesetzt. Im Dezember 2011 genehmigte sie den Verkauf von 400.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker für den EU-Food-Markt. Im April 2012 wurden weitere 250.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker dafür freigegeben. Die Zuckerproduzenten hatten für diese "Umwidmung" eine Abgabe in Höhe von 85 € bzw. 211 € je Tonne zu entrichten. Neben dieser Maßnahme hat die EU-Kom mission für die Zeiträume Dezember 2011 bis Februar 2012 und Juni bis Juli 2012 eine Dauer ausschreibung für Einfuhren von Zucker zu einem ermäßigten Zollsatz eröff net. Bis Jänner 2012 wurden rund 200.000 Tonnen Rohzucker zu einem reduzierten Zollsatz für den Import freigegeben. Die Dauerausschreibungen wurden nach der ersten Jänner-Ausschreibung für die Monate Jänner und Februar 2012 von der EU-Kommission ausgesetzt.

Aufgrund der hohen Zuckerproduktion innerhalb der EU hat die EU-Kommission Exportkontingente für europäischen Nicht-Quotenzucker geöff net. Für das zurückliegende ZWJ 2010|11 wurden in zwei Tranchen insgesamt 1,35 Mio. Tonnen Zucker zum Export freigegeben, davon 700.000 Tonnen im Zeitraum September bis Dezember 2011. Für das laufende ZWJ 2011|12 wurde bereits im März 2011 beschlossen, 650.000 Tonnen Exportlizenzen ab Jänner 2012 zuzuteilen, im November 2011 wurde der Export weiterer 700.000 Tonnen Zucker ermöglicht. Für das kommende Zuckerwirtschaftsjahr 2012|13 wurde bereits im April 2012 entschieden, Exporte in Höhe von 650.000 Tonnen zuzulassen.

Am 12. Oktober 2011 hat die EU-Kommission dem Agrarministerrat und dem EU-Parlament einen legislativen Vorschlag vorgelegt, die geltenden Quoten- und Preisregelungen nicht über den 30. September 2015 hinaus zu verlängern. Im Gegensatz dazu hatte sich das EU-Parlament bereits im Juni 2011 für eine unveränderte Fortsetzung der bisherigen Regelungen bis mindestens 2020 ausgesprochen. Eine Entscheidung von Seiten des Europäischen Parlaments und des Ministerrates wird in der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet.

Außenhandel Zucker

Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen ("Doha-Runde") konnten bisher nicht zum Abschluss gebracht werden. Auch für das Jahr 2012 ist aufgrund der amerikanischen Präsidentschaftswahlen nicht damit zu rechnen.

In der AGRANA-Gruppe wurde der Zuckerrübenanbau für das ZWJ 2011|12 auf rund 92.000 (Vorjahr: 86.150) Hektar ausgeweitet. Rund 8.100 (Vorjahr: rund 8.400) Rübenbauern ernteten im Geschäftsjahr 2011|12 eine Rübenmenge von mehr als 5,9 (Vorjahr: 5,4) Mio. Tonnen. Infolge schwieriger Aufgangs- und Witterungsverhältnisse gingen rund 2.000 Hektar Anbaufl äche in den Ländern Ungarn und Rumänien verloren. Die Rübenerträge waren vor allem in Österreich, Tschechien und der Slowakei sehr zufriedenstellend. Vergleichsweise geringe Niederschläge in Ungarn und Rumänien, vor allem während der Monate August und September, führten zu Ertragsrückgängen und Ernteausfällen, sodass die Durchschnittserträge in diesen Ländern auf normalem Niveau blieben. In der Gruppe konnte der mittlere Rübenertrag je Hektar auf rund 66 (Vorjahr: rund 63 Tonnen) gesteigert werden. In allen Regionen ist durch die vorherrschende Witterung während der Vegetationsperiode und der Ernteperiode der Zuckergehalt mit über 17,6 % im Durchschnitt auf ein vergleichsweise hohes Niveau angestiegen (Vorjahr: 16,5 %).

Die sieben Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 48.200 (Vorjahr: 47.900) Tonnen Rüben. In durchschnittlich 124 (Vorjahr: 113) Tagen pro Werk wurden daraus rund 945.000 (Vorjahr: 803.000) Tonnen Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet, im Rahmen der von der EU dafür freigegebenen Mengen im EU-Food-Markt abgesetzt oder auf dem Weltmarkt exportiert. Zur Versorgung des Defi zitmarktes Ungarn wurde in Kaposvár|Ungarn erstmals vor und nach der Rübenkampagne jeweils eine Rohzuckerkampagne gefahren, dabei konnten rund 50.100 Tonnen Weißzucker gewonnen werden. Insgesamt (inklusive Bosnien-Herzegowina und Rumänien) wurden im Konzern im Geschäftsjahr 2011|12 rund 402.000 (Vorjahr: 204.000) Tonnen Weißzucker aus Rohzucker raffi niert. Diese Steigerung ist einerseits auf die Nutzung der zusätzlichen Kapazität in Ungarn und andererseits auf eine gegenüber dem Vorjahr höhere Rohzuckerverarbeitung in Brčko|Bosnien-Herze go wina (+128 %) und eine verbesserte Auslastung in Rumänien (+77 %) zurückzuführen.

Aufgrund der großen Rübenmenge verzeichnete das österreichische Werk Tulln die längste je durchgeführte Zuckerkampagne. Bezogen auf die gewonnene Zuckermenge konnte der Energieverbrauch der gesamten Gruppe um mehr als 8 % gesenkt werden. In Ungarn wurden rund 52 % des Primärenergiebedarfes in der Kampagne durch eigenes Biogas substituiert (Vorjahr: 48 %). AGRANA konnte die Produktion aus kontrolliert biologischem Anbau im Geschäftsjahr 2011|12 auf 6.900 (Vorjahr: 4.100) Tonnen Bio-Rübenzucker steigern.

INVESTITIONEN

Im Segment Zucker wurden im Geschäftsjahr 2011|12 25,1 (Vorjahr: 16,0) m€ für Neu- und Ersatzinvestitionen aufgewendet. In Tulln|Österreich investierte AGRANA in den Bau eines neuen Zuckersilos für 70.000 Tonnen Kristallzucker, der Mitte Oktober 2011 in Betrieb genommen wurde, und in eine Gelierzuckerabpackung. In Kaposvár|Ungarn wurde ein dritter Fermenter für die Biogasanlage gebaut und in Opava|Tschechien wurde eine zusätzliche Schnitzelpresse installiert. Eine Erneuerung der Steuerung der Zentrifugenstation wurde in Sereď|Slowakei vorgenommen. In Buzău| Rumänien wurde die Errichtung einer neuen 1-Kilogramm-Abpackung begonnen, um den gestiegenen Marktanforderungen gerecht zu werden. Dieses Vorhaben wird zu Beginn des Geschäftsjahres 2012|13 abgeschlossen werden.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

AGRANA Zucker in Österreich konnte im Geschäftsjahr 2011|12 im Vergleich zum Vorjahr um 28,9 % mehr Zucker absetzen. Diese Steigerung war hauptsächlich auf ein Ab satzplus von Nicht-Quotenzucker zurückzuführen. Hohe Quotenzuckerabsätze erfolgten zur Versorgung der Defi zitmärkte wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Die Ursache des gestiegenen Handelsabsatzes fand sich vor allem in sogenannten "Hamsterkäufen" durch größtenteils ungarische Konsumenten und Händler im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet während des Sommers 2011 wieder. Ein erfreuliches Ergebnis zeigte auch die Entwicklung der Bio-Sparte (+20,8 %).

55

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. im Vergleich zu 2010|11 insgesamt 21,4 % mehr Zucker absetzen. Dieser Volumen zuwachs war hauptsächlich auf Lieferungen in andere Mitgliedsstaaten zurückzuführen. Der Handel war im entsprechenden Berichtszeitraum weiterhin stark beeinfl usst von der großen Anzahl an Klein- und Billiganbietern. Getrieben durch den hohen Mehrwertsteuersatz gab es viele kleine Importeure, die durch unterlassene Steuerzahlungen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber AGRANA genossen und damit das Preisniveau sowie die Abnahmemengen negativ beeinfl ussten. Um eine bestmögliche Versorgung des ungarischen Marktes zu gewährleisten, wurde in Ungarn auch erstmals Rohzucker raffi niert.

Innerhalb der Tschechischen Republik lag der Zuckerabsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt auf Vorjahresniveau. Die positive Entwicklung des Lebensmittelhandels spiegelte die Konzentration auf diesen Bereich, insbesondere die Zusammenarbeit mit internationalen Handelsketten, wider. Der Absatz an die zuckerverarbeitende Industrie konnte das außergewöhnlich hohe Niveau des Vorjahres hingegen nicht halten und sank um 7,2 %. Die Preise zeigten gegenüber der Vorjahresperiode insgesamt eine sehr positive Entwicklung.

S.C. AGRANA Romania S.A. konnte im Geschäftsjahr 2011|12 im Vergleich zur Vorjahresperiode um insgesamt 1,7 % mehr Zucker absetzen, was hauptsächlich auf ein Absatzplus im Bereich des Lebensmittelhandels zurückzuführen war. Die Preise lagen aufgrund der hohen Weltmarktpreise deutlich über dem Vorjahresniveau.

In der Region Westbalkan konnte der Umsatz gegenüber dem letzten Geschäftsjahr deutlich gesteigert werden (+14 %). Es gelang, in allen Ländern dieser Region die Marktanteile und auch das Verkaufspreisniveau zu erhöhen.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2011 12 2010 11 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 764,3 583,2 31,1
Operatives Ergebnis 81,9 48,2 69,9
Operative Marge 10,7 % 8,3 %
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 29,3 9,0 225,6

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA als größter Bio-Stärke-Produzent in Europa.

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoff elstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Die Weltgetreidebilanz für das Wirtschaftsjahr 2011|12 zeigt nach Informationen des Internationalen Getreiderats (IGC1) eine gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhte Produktion bei einer ebenfalls gestiegenen Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion wird mit 864 Mio. Tonnen etwas unter dem Verbrauch von 874 Mio. Tonnen liegen. Im Gegensatz dazu wird die globale Weizenproduktion mit 696 Mio. Tonnen die Nachfrage von 681 Mio. Tonnen übertreff en.2 Demnach wird für die globalen Lagerbestände bei Weizen ein leichter Anstieg erwartet, während es bei Mais zu einem weiteren Absinken der Vorräte kommen sollte.

Der engen Versorgungssituation auf den internationalen Rohstoff märkten folgend, bewegen sich die Terminnotierungen weiter auf hohem Niveau. Nach einem stetigen Rückgang der Rohstoff preise für Mais und Weizen im Sommer bis Herbst 2011 auf rund 180 € je Tonne setzte gegen Ende des Kalenderjahres 2011 wieder ein Anstieg der Notierungen ein. Zum Zeitpunkt Anfang März 2012 lag sowohl der Preis für Mais als auch für Weizen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE deutlich über 200 € je Tonne.

Die EU-Marktordnung für Kartoff elstärke läuft mit Ende des Getreidewirtschaftsjahres per Ende Juni 2012 aus. Damit werden die Produktionsquoten sowie die Rohstoff -Mindestpreise abgeschaff t. Weiters werden die bisher an die Produktion gekoppelten Beihilfen für die Jahre 2012 und 2013 in entkoppelter Form an die Produzenten ausgezahlt. Die neuen Regelungen gelten erstmals für die Ernte 2012.

■ Mais ■ Weizen

57

Die gesamte Isoglukose-Quote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2011|12 rund 690.000 Ton nen. HUNGRANA hält mit 220.000 Tonnen die größte europäische Isoglukosequote.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich, Ungarn (50 %) und Rumänien erhöhte sich im Geschäftsjahr 2011|12 auf rund 747.000 (Vorjahr: 724.000) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von rund 161.000 (Vor jahr: 150.000) Tonnen. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Garantiert Gentechnikfreier Mais) erhöhte sich dabei auf rund 57.000 (Vorjahr: 44.000) Tonnen.

Kartoff elstärke

In der Kampagne 2011|12 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 145 (Vorjahr: 114) Tagen rund 235.500 (Vorjahr: 186.300) Tonnen Stärkeindustriekartoff eln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 19,2 % zu 52.100 (Vorjahr: 40.100) Tonnen Kartoff el stärke verarbeitet. Die österreichische Kartoff elstärke-Quote von 47.691 Tonnen wurde um 9 % überschritten. Dabei lag der Bio-Anteil, gemessen an der Einsatzmenge, bei rund 6 % (Vorjahr: rund 3 %). Für das Anbaujahr 2012 kommt die bisher bestehende EU-Marktordnung nicht mehr zur Anwendung. Den Wegfall der bisherigen Quote möchte AGRANA zu einer Aufstockung der Kontraktmenge um 20 % gegenüber dem Vorjahr nutzen. Wie im Vorjahr wurden aus rund 25.000 Tonnen Speiseindustriekartoff eln bei einem Bio-Anteil von rund 25 % wieder etwa 4.600 Tonnen Kartoff eldauerprodukte produziert.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2011|12 29,3 (Vorjahr 9,0) m€. Am Standort Pischelsdorf|Österreich wurde mit den Vorarbeiten für das neue Weizenstärkeprojekt ("Bioraffi nerie") begonnen und die Schlempeeindampfung erweitert. Dadurch wird die Energieeffi zienz der Anlage weiter verbessert und der Durchsatz bei der nachfolgenden Trocknung erhöht. Bei der ungarischen Beteiligung HUNGRANA wurde vor allem in einen Strohverbrennungskessel investiert, in welchem zukünftig Biomasse zur Prozesswärmeenergiegewinnung verwertet wird. Weiters wurde in Ungarn in die Erhöhung der Produktionsleistung auf eine tägliche Verarbeitung von 3.500 Tonnen investiert. Im Werk Gmünd|Österreich wurden in der Produktionsanlage für Kartoff eldauerprodukte die Kartoff elwaschanlage sowie der Dämpfer erneuert, wodurch der Energieverbrauch reduziert und die Rohstoff aus beute erhöht werden konnte. In der Stärkefabrik Aschach|Österreich wurde das Projekt der Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknerabluft zur Verbesse rung der Energieeffi zienz abgeschlossen. Weiters wurden an diesem Standort auch zusätzliche Reservefl ächen erworben. In der rumänischen Fabrik in Ţăndărei wurde vor allem in eine höhere Rohstoff verarbeitungsleistung von 150 Tonnen pro Tag investiert.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2011|12 stieg der Umsatz der österrei chischen AGRANA Stärke GmbH um rund 24 %, was auf höhere Verkaufspreise bei Haupt- und Nebenprodukten zurückzuführen war. Der Mengenabsatz sank leicht von 1.179.300 Tonnen im Vorjahr auf 1.170.300 Tonnen. Aufgrund einer intakten Marktnachfrage und einer konsequenten Marktbearbeitung konnten die Verkaufspreise der Haupt produkte gegenüber dem Vorjahr gesteigert, auch die Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskeime und Kartoff el proteine) konnten das Preisniveau des Vorjahres übertreff en. Im Bereich Lebensmittelstärken konnte das Absatzvolumen im Vergleich zum Vorjahresniveau weiter ausgebaut werden. Bei den technischen Stärken konnten höhere Mengen an die Textilund Bauindustrie abgesetzt werden, das Absatz volumen an die Papier- und Wellpappenindustrie reduzierte sich etwas im Vergleich zum Vorjahr. Der Absatz von Neben produkten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) lag mit 705.000 (Vorjahr: 708.600) Tonnen knapp unter dem Vorjahr, was insbesondere auf geringere Verkäufe von Futtermittel-Handelswaren zurückzuführen war.

Der Umsatz, entsprechend dem 50 %-Anteil der AGRANA an der ungarischen HUNGRANA, konnte im Geschäftsjahr 2011|12 um rund 23 % gesteigert werden. Die Gründe für die höheren Umsätze lagen hauptsächlich in höheren Verkaufspreisen bei Haupt- (+26 %) und Nebenprodukten (+21 %). Die Absatzmenge lag hingegen mit insgesamt 500.100 (Vorjahr: 503.800) Tonnen leicht unter dem Vorjahr. Die deutlich höheren Verkaufspreise konnten die gestiegenen Rohstoff preise sowie die leicht gesunkenen Verkaufs mengen überkompensieren und führten zu einer signifi kanten Verbesserung des operativen Ergebnisses.

In Rumänien erwirtschaftete AGRANA primär durch gestiegene Verkaufspreise bei allen Hauptprodukten (+39 %) eine Umsatzsteigerung. Die Verkaufsmengen lagen mit 41.300 Tonnen, bedingt durch geringere Verkäufe von Handelswaren (inklusive Rohstoff verkäufe), um 3.800 Tonnen unter dem Vorjahr. Die höheren Verkaufspreise für die Hauptprodukte, welche die höheren Rohstoff preise überkompensieren konnten, führten zu einem signifi kanten Anstieg beim operativen Ergebnis.

BIOETHANOL

Wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen

Die EU-Kommission hat am 25. November 2011 ein Anti-Dumping- sowie ein Anti-Subventions-Verfahren gegen die Einfuhren von Bioethanol mit Ursprung in den USA einge leitet. Die Verfahren wurden vom europäischen Bioethanol verband ePURE1 beantragt, da die sprunghaft gestiegenen Bioethanoleinfuhren aus den USA die Preise negativ beeinfl usst und zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen für die europäische Bioethanolindustrie geführt haben. Ursache dieses Anstiegs der Bioethanolimporte aus den USA sind ePURE zufolge staatliche Maßnahmen auf Bundesebene und in mehreren US-Bundesstaaten. Diese staatlichen Förde rungen zielten ursprünglich darauf ab, die Nutzung von Bioethanol als Kraftstoff in den USA zu unterstützen. Ange sichts eines Angebotsüberschusses in den USA wirken sich diese Maßnahmen nun jedoch zunehmend handelsverzerrend aus. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob diese Praktiken zu einer wesentlichen Schädigung der euro päi schen Bioethanolindustrie geführt haben. Die EU-Kom mission wird bis spätestens 26. August 2012 über die Einführung von vorläufi gen Ausgleichszöllen entscheiden.

AGRANAs Bioethanolaktivitäten in 2011|12

AGRANA betreibt gemeinsam mit den österreichischen Rübenbauern (AGRANA Stärke GmbH mit einem Anteil von 74,9 %, Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH mit 25,1 %) ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf|Österreich und im Rahmen ihrer 50 %-Beteiligung an HUNGRANA Kft. eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyháza|Ungarn. Bioethanol aus den AGRANA-Produktionswerken in Österreich und Ungarn spart gemäß Studien der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über den gesamten Lebenszyklus von der Produktion der Rohstoff e, deren Düngung, Transport und Verarbeitung bis zum Einsatz von Bioethanol im Motor mehr als 50 % an Treibhausgas emissionen gegenüber Benzin.

Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke in Österreich und Ungarn beträgt rund 400.000 m3.

59

Für die Bioethanolherstellung in Österreich werden vor allem Weizen, Mais und Tritikale als Rohstoff e eingesetzt. Neben Bioethanol werden jährlich bis zu 190.000 Tonnen des hochwertigen Eiweißfuttermittels ActiProt® erzeugt. Die Gesamt verarbeitung lag im Geschäftsjahr 2011|12 bei rund 554.000 (Vorjahr: 537.000) Tonnen Getreide mit einem Verhältnis von Weizen und Tritikale zu Mais von etwa 1:1. Aus der Ernte 2011 wurden über Vorverträge mit Landwirten rund 28.000 Tonnen Ethanolweizen und -tritikale kontrahiert. Für die Ernte 2012 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil einer Stärkefabrik, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Bei HUNGRANA wurden rund 206.000 Tonnen Mais (bezogen auf einen 50 %-AGRANA-Anteil) für die Verarbeitung zu Bioethanol eingesetzt.

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50 %-Anteil Ungarn) stieg um rund 24.400 m³ auf 331.300 m³. Die Verkaufspreise von Bioethanol sowie ActiProt® konnten im Vergleich zum Vorjahr weiter angehoben werden.

SEGMENT FRUCHT

SEGMENT-KENNZAHLEN 2011 12 2010 111 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 928,9 869,6 6,8
Operatives Ergebnis 38,2 46,7 –18,2
Operative Marge 4,1 % 5,4 %
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte2 42,5 30,8 38,0

1 Anpassung des Vorjahres aufgrund einer rückwirkend angewendeten Änderung der Bilanzierung in Zusammenhang mit IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer). Nähere Details dazu sind im Konzernanhang ab Seite 96ff angeführt. 2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA veredelt Früchte für Kunden auf der ganzen Welt.

Die AGRANA J&F Holding GmbH hält mittelbar alle nationalen und internationalen Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory| Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich als Holding.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Marktumfeld

Im Gegensatz zu früheren Jahren stagnierte der weltweite Markt für Fruchtjoghurts im abgelaufenen Geschäftsjahr. Während der Markt in West- und Zentraleuropa um 1 % bis 2,5 % zurückging, lagen die Wachstumsraten in den außereuropäischen Märkten bei etwas über 2 %. Die Ursachen für diese Marktstagnation lagen einerseits in den stark gestiegenen Preisen für Molkereiprodukte aufgrund hoher Milchpreise und in der Verunsicherung der Konsumenten durch das makroökonomische Umfeld. Andererseits waren bei den Herstellern von Fruchtjoghurt aufgrund der hohen Herstellkosten umfangreiche Einsparungen festzustellen, was in deutlich gesunkenen Werbeausgaben, verschobenen Produktneueinführungen, aber auch Dosierungsänderungen resultierte. Das schwierige Marktumfeld betraf gleichermaßen entwickelte Märkte mit hohem und Schwellenländer mit niedrigem Pro-Kopf-Verbrauch.

Im Konzentratgeschäft hat sich der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt und Getränken mit reduziertem Kalorien- und damit geringerem Fruchtsaftgehalt fortgesetzt. Dieser Trend wurde durch die Konzentratpreissteigerungen noch zusätzlich gefördert. Marktbestimmend war auch der Preisdruck im Handelsmarkengeschäft, wodurch Abfüller Schwierigkeiten hatten, die Konzentratpreissteigerungen an die Handelsketten weiterzugeben.

Bedingt durch eine geringere Ernte in Polen, gestiegene Rohstoff kosten in China und weltweit niedrige Lagerstände sind die Weltmarktpreise bei allen Konzentraten ab der Ernte 2010 erheblich gestiegen und auch während der Ernte 2011 nicht mehr wesentlich gesunken. In China hat sich in den letzten vier Jahren der Frischmarktabsatz bei allen Früchten überdurchschnittlich entwickelt. Mittlerweile werden auch Früchte der Klasse II und III in städtischen Ballungszentren erfolgreich vermarktet, wodurch erhebliche Fruchtmengen für die Konzentratverarbeitung fehlen. Dies führte zu einem geringen Angebot am Weltmarkt und damit zu höheren Preisen.

Die Absätze in den GUS-Staaten haben sich nach der Krise wieder erholt, das Marktwachstum liegt aber bislang unter den Erwartungen. Der Trend zu billigeren Getränken mit geringerem Saftgehalt machte sich auch in diesen Staaten bemerkbar.

61

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betrieb die Gruppe zum Bilanzstichtag 27 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2011|12 erfolgte die Inbetriebnahme von zwei neuen Werken im afrikanischen Raum. Im Juni 2011 eröff nete AGRANA einen kleinen Standort in Ägypten, Anfang November 2011 erweiterte der Konzern seine Präsenz in Südafrika mit einem Werk in Johannesburg.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Von 2006 bis zum Sommer 2011 gab es eine strategische Zusammenarbeit für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat in China mit Yantai North Andre (YNA). AGRANA betrieb mit dem 50:50-Joint Venture-Partner je ein Werk in Xianyang City (Provinz Shaanxi) und seit 2008 auch in Yongji City (Provinz Shanxi). Zum 1. August 2011 wurde das bis dahin gemeinschaftlich geführte Unternehmen Yongji Andre Juice Co., Ltd. an YNA abgegeben und seitens AGRANA entkonsolidiert. Gleichzeitig übernahm AGRANA das bisherige Joint Venture-Unternehmen Xianyang Andre Juice Co., Ltd. zu 100 % und bezog es erstmals als AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD in die Vollkonsolidierung ein. Der nunmehr einzige chinesische Juice-Standort der Gruppe liegt in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnet sich dementsprechend durch eine prinzipiell gute Rohstoff versorgung für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat aus.

Die europäischen Konzentratstandorte produzieren hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit einem höheren Säuregrad, welches zur Herstellung von 100%-Apfelsäften und Apfelschorlen verwendet wird. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem europäischen und internationalen Markt.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 42,5 (Vorjahr: 30,8) m€ und betrafen neben Erhaltungsmaßnahmen auch Kapazitätserweiterungen. Das neue Fertigwarenlager in Serpuchov|Russland wurde im Juni 2011 in Betrieb genommen. In China wurde der erste Bauabschnitt des neuen Fruchtzubereitungswerks in Dachang (Produktionsverlagerung) fertiggestellt, in Südafrika erfolgten Investitionen in die neue Produktionsstätte in Johannesburg. Darüber hinaus wurde in zahlreiche Austausch- und Ersatzarbeiten investiert, so zum Beispiel in Polen (Produktionslinienersatz sowie neuer Kocher) und in Frankreich (Gefrierlagerumbau in Mitry-Mory und Ersatz des Kühllagerhauses in Valence). Ein größerer Betrag fl oss in den Ankauf von Edelstahlcontainern für den Fruchtzubereitungs transport und in den USA erfolgte die Implementierung eines neuen ERP-Software-Tools. Der Produktivitätssteigerung dienten auch Investitionen in Gleisdorf|Österreich. Im Konzentratbereich wurden vor allem in Polen und Ungarn Investitionen zur Betriebsoptimierung getätigt.

62 ROHSTOFF UND ERNTE

Das abgelaufene Geschäftsjahr war von deutlich gestiegenen Preisen bei den Basisrohstoff en wie Zucker, Stärke und Flüssigzucker sowie einer angespannten Versorgungslage bei Früchten geprägt. Gleichzeitig war auf allen relevanten Beschaff ungsmärkten eine erhöhte Nachfrage nach Rohstoff en festzustellen.

Beginnend mit der Winterernte 2011 in Mexiko, Südamerika, Marokko und Ägypten, etablierte sich durch die starke Nachfrage in allen Anbauregionen ein sehr hohes Preis niveau. Auch nach den Sommerernten in Europa und Nordamerika änderte sich an dieser Situation wenig und markante Preissteigerungen waren speziell bei Beeren früchten wie auch vereinzelt bei Stein- und Kernfrüchten feststellbar. Auch bei tropischen Früchten gab es eine ähnliche Entwicklung der Preise, hier im Speziellen bedingt durch eine starke Nachfrage der "Emerging Markets". Das Preisrisiko konnte zwar einerseits durch eine spezifi sche Deckungspolitik und andererseits durch Diversifi zierung bei der Beschaff ung im Rahmen der globalen Einkaufsorgani sation reduziert werden. Ein Teil der massiven Preis erhöhungen konnte jedoch im wettbewerbsintensiven Marktumfeld nicht überwälzt werden und belastete das Ergebnis.

AGRANA verfügt aber im Bereich Fruchtzu bereitungen über ein weltweit dichtes, hochqualifi ziertes Lieferantennetzwerk, das unter anderem dabei hilft, Roh stoff krisen ähnlich jener des abgelaufenen Wirtschaftsjahres zu bewältigen. Aktuelle Anzeichen sprechen dafür, dass das Jahr 2011|12 einen Höhepunkt bei den Preisentwicklungen für Früchte darstellte und man nunmehr von einer gewissen Entspannung am Markt, wenngleich auch auf relativ hohem Niveau, ausgehen kann. Regional erratische Vegetations- und Ernteverläufe bleiben weiterhin ein Risiko, das die Preise in einzelnen Regionen markant beeinfl ussen kann.

Im Bereich Fruchsaftkonzentrate lag die europäische Kernund Beerenobsternte 2011|12 bei einzelnen Früchten um bis zu 25% unter einer durchschnittlichen Ausbringung. Dadurch gab es besonders bei Erdbeeren-, Schwarze Johannisbeeren- und Sauerkirschen konzentrat einen erheblichen Rohwarenpreisanstieg. Es gelang AGRANA Juice, die Rohstoff kostensteigerungen an die Konzentratkunden weiterzugeben. In Ungarn, einem wichtigen Rohstoff gebiet für Industrieäpfel, wurde Anfang Mai 2011 durch einen Blütenfrost die Ernte zu 70 % zerstört. Durch eine frühzeitige gezielte Anpassung der Einkaufs strategien für Rohware und Apfelsaftkonzentrat in den jeweiligen Produktionsländern ist es gelungen, die für die Kundendeckung unbedingt erforderlichen Rohstoff - und Konzentratmengen zu sichern.

Die Verarbeitung von Bio-Äpfeln in Ungarn zu Konzentrat und Direktsaft konnte weiter ausgebaut werden.

Trotz einer guten Apfelernte von rund 30 Mio. Tonnen in China verringerte sich das Apfelangebot für die industrielle Verarbeitung durch eine hohe Nachfrage nach Frischobst. Schätzungen zufolge lag die gesamte chinesische Produktionsmenge von Apfelsaftkonzentrat für das Jahr 2011 um 50 % unter dem Wert des Rekordjahres 2007.

Für 2012 wird bei einem normalen Witterungsverlauf auch eine Entspannung auf den Rohstoff märkten für Fruchtsaftkonzentrathersteller erwartet.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Bereich Fruchtzubereitungen war der Mengenabsatz rückläufi g. Dieser Rückgang stammt aus dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres und ist auch auf den Eintritt eines neuen Wettbewerbers in Russland und die Übernahme von Liefer mengen in eine "Inhouse-Produktion" in Österreich zurückzuführen. Das stagnierende Marktumfeld sowie die geringere Nachfrage seitens einzelner Kunden verhinderten eine Kompensation dieser Mindermengen. Auch in der Über nahmephase der beiden größten russischen Kunden durch globale Konzerne kam es zu Nachfragerückgängen. Seit September 2011 konnte der Mengenrückgang gestoppt werden und die Absätze liegen wieder auf Vorjahresniveau.

Die Preise für Fruchtzubereitungen sind im Durchschnitt leicht gestiegen. Der größte Teil der Preiserhöhungen erfolgte im Laufe der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres. Neben diesen Steigerungen gab es auch negative Sortimentseff ekte zugunsten billigerer Produkte und eine fortschreitende Kundenkonzentration.

In Europa setzte sich der Trend zu natürlichen Fruchtjoghurts, möglichst ohne chemische Zusätze, fort. Der Bio-Anteil in Ländern wie Österreich, Deutschland und England steigt weiter (derzeit rund 12 %). AGRANA hat in diesen Bereichen aber auch bei GVO-freien Rezepturen wesentliche Impulse gesetzt.

In den USA lieferten die sogenannten "Greek Yoghurts", das sind im Wesentlichen Joghurts mit frischerem, "euro päischem" Geschmack, den größten Wachstumsimpuls. Hier hat AGRANA die Belieferung der Kunden mit geeigneten Rezepturen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres aufgenommen. In den Schwellenländern wie Russland, Mexiko, Brasilien, China und Südafrika steigt der Pro-Kopf-Verbrauch weiter stetig an, allerdings lag die Wachstumsrate in 2011|12 unter den Vorjahren.

Das operative Ergebnis bei Fruchtzubereitungen konnte aufgrund der Volumenrückgänge sowie der rohstoff kostenbedingten niedrigeren Margensituation nicht an das Vorjahresniveau anschließen. Vor allem in West- und Zentraleuropa konnten die Ergebnisse des Vorjahres nicht gehalten werden.

Das Absatzziel bei Fruchtsaftkonzentraten wurde wegen geringerer Erntemengen, trotz Zukauf von trüben, halbfertigen Konzentraten, nicht ganz erreicht. Bedingt durch die höheren Rohwarenpreise waren auch höhere Verkaufspreise am Markt durchzusetzen, wodurch eine deutliche Umsatz steigerung erzielt werden konnte. In den großen westeuro päischen Fruchtsaftkonzentratmärkten (Deutschland und Großbritannien) gelang es AGRANA, die Absätze stabil zu halten. Durch den Abschluss von Jahreskontrakten mit großen Fruchtsaftabfüllern wurde der Großteil der Produktion aus der Ernte 2011 bereits während der Kampagne vertraglich abgesichert. Die Auslieferungen der Kontrakte werden bis zum Beginn des dritten Quartals 2012|13 laufen.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2011|12 den in den Vorjahren eingeschlagenen Kurs der Verbreiterung des Kundenportfolios und der Erschließung neuer Absatzregionen erfolgreich fortgeführt und hat damit die Abhängigkeit von den hochkompetitiven zentral- und westeuropäischen Märkten verringert; auch Preisschwankungen konnten dadurch besser ausgeglichen werden.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT (CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY)

64 Als bedeutendes Industrieunternehmen mit globaler Präsenz im Food- und Non-Food-Bereich ist AGRANA bestrebt, ihre Verantwortung im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) wahrzunehmen und dabei auf die vielfältigen Anforderungen, die aufgrund regionaler Unterschiede bestehen, so gut wie möglich einzugehen. Hierbei ist es für AGRANA ein erklärtes Ziel, die Balance zwischen ökologischer, ökonomischer und sozialer Verantwortung bestmöglich herzustellen und langfristig aufrechtzuerhalten. Somit ist CSR für AGRANA kein auf einen Endpunkt hin defi niertes Projekt, sondern stellt einen kontinuierlichen, auf Langfristigkeit ausgelegten Prozess dar, der tagtäglich gelebt und laufend verbessert wird.

Nachhaltigkeit beginnt für AGRANA bereits bei der Beschaff ung der landwirtschaftlichen Rohstoff e, die danach in den eigenen Werken unter Einsatz möglichst effi zienter, umweltschonender und im Energieeinsatz optimierter Produktionsverfahren veredelt werden.

Unter diesem Aspekt lagen AGRANAs Schwerpunkte im Bereich Ökologie im abgelaufenen Jahr neben dem Thema Energieeffi zienz auch auf der Gewinnung und weitergehenden Nutzung wertvoller Nebenprodukte im Sinne einer möglichst geschlossenen Kreislaufwirtschaft. Die im Zuge der Nahrungsmittelproduktion gewonnenen Nebenprodukte dienen etwa zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittel- und Non-Food-Industrie, werden als Futter- und Düngemittel vertrieben oder auch zur Energiegewinnung genutzt. Somit kommt es zu einer annähernd vollständigen Verwer tung der landwirtschaftlichen Rohstoff e und – durch die damit erreichte Reduktion von Abfällen – auch zu einer Minimierung von Umweltbelastungen.

nachhaltigen Wirtschaftens und übernimmt ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung.

Ein Beispiel, welches AGRANAs Streben nach einer umfassenden Kreislaufwirtschaft eindrucksvoll veranschaulicht, ist die Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich im Segment Stärke. Die Anlage hat sich seit der Inbetriebnahme im Juni 2008 in Richtung vollintegrierte Bioraffi nerie mit einer nahezu hundertprozentigen Verwertung der Rohstoff e entwickelt und ist nunmehr zu einem Vorzeigeprojekt hinsichtlich effi zienter Nebenproduktverwertung geworden.

Bereits jetzt werden in Pischelsdorf aus dem eingesetzten Getreide jährlich nicht nur nach ISCC1-Standards und damit nach strengen Nachhaltigkeits kriterien zertifi ziertes, klimaschonendes Bioethanol, sondern darüber hinaus hochwertiges Eiweißfuttermittel ActiProt® hergestellt. Für dieses ist Gen technikfreiheit gemäß dem Österreichischen Lebensmittel buch ein wichtiges Qualitätsmerkmal und es kann somit als "geeignet für die gentechnikfreie Erzeugung von Lebens mitteln" ausgelobt werden. Durch die Her stellung von ActiProt® werden Sojafuttermittelimporte, deren Gentech nikfreiheit nicht gewährleistet ist, reduziert und damit in den Sojaerzeugungsländern Flächen für die Lebensmittel produktion frei.

Einen zusätzlichen wichtigen Schritt in Richtung vollständige Rohstoff nutzung am Standort Pischelsdorf setzt AGRANA mit ihrer Investition in der Höhe von 65 m€ in eine der Bioethanol produktion vorgelagerte Weizenstärkeanlage, deren Baubeginn im ersten Quartal des Geschäfts jahres 2012|13 stattfand. Die Anlage nutzt zuerst alle wesentlichen Rohstoff bestandteile zur Produktion von Weizenstärke und -gluten für die Nahrungs- und Futtermittelindustrie, um dann die agrarischen Reststoff e in der Kraftstoff produktion zu verwenden. Konkret werden hier zukünftig jährlich 250.000 Tonnen Weizen zu 107.000 Tonnen Weizenstärke, 23.500 Tonnen Weizengluten und 55.000 Tonnen Weizenkleie verarbeitet. Die in der Anlage produzierte Weizenstärke soll überwiegend in technischen Anwendungsbereichen (zum Beispiel in der Papierindustrie) verwendet werden. Weizengluten kommt in der Backwarenindustrie zum Einsatz, daneben fi ndet es in Pet-Food für Katzen und Hunde Verwendung. Die erzeugte Kleie dient als Futtermittel in der Tierzucht.

Um das integrierte Konzept des Standorts Pischelsdorf zu komplettieren, wird zukünftig auch das im Rahmen der Bioethanolerzeugung freigesetzte, vor der Verarbeitung in den Pfl anzen gebundene, biogene Kohlendioxid industriell genutzt und damit der natürliche CO2-Kreislauf zusätzlich und nachhaltig verbessert. Während CO2 aus anderen Quellen, zum Beispiel fossilen Rohstoff en, erst durch aufwändige Reinigungsverfahren für den Gebrauch in der Nahrungsmittelindustrie vorbereitet werden muss, kann

das bei der Ethanolproduktion anfallende CO2 ohne größeren Aufwand verfl üssigt und weiterverwendet und damit für die Nutzung in verschie denen industriellen Anwendungen – insbesondere für kohlensäurehaltige Getränke – verfügbar gemacht werden. Europas größter Hersteller von fl üssigem CO2, AIR LIQUIDE, errichtet daher am Standort Pischelsdorf die österreichweit größte und modernste Verfl üssigungsanlage für biogenes CO2, welche zu Beginn des zweiten Quartals 2012|13 in Betrieb gehen wird.

Durch die Anlage werden pro Jahr über 100.000 Tonnen des aus nachwachsenden Rohstoff en stammenden biogenen Kohlendioxids, welches bei der Hefevergärung von Alkohol entsteht, gereinigt und zuletzt verfl üssigt. Das damit gewonnene CO2 kommt in einer breiten Palette an Anwendungen, zum Beispiel zur Karbonisierung von Getränken mit Kohlensäure, zur Konservierung und Kühlung von Lebensmitteln, in der Aromaextraktion, im Transportsektor und in der Wasser aufbereitung zum Einsatz. Das Ergebnis ist nicht nur eine vollständige stoffl iche Nutzung, sondern auch eine erhebliche Einsparung an fossilem CO2.

Mit dieser mehrstufi gen Veredelung der eingesetzten landwirtschaftlichen Rohstoff e wird der Grundgedanke einer möglichst geschlossenen Kreislaufwirtschaft durch AGRANA tagtäglich gelebt.

Auch im Segment Frucht hat AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Reihe von Maßnahmen in diversen CSR-Bereichen gesetzt. Diese fügen sich wie viele kleine Mosaik steine zu einem stimmigen Ganzen und ver deutlichen AGRANAs allumfassenden Zugang zum Thema Nachhaltigkeit:

Nutzung von Apfeltrester als Nahrungsmittelzusatz

Im Sinne der geschlossenen Kreislaufwirtschaft führt AGRANA auch Apfeltrester – der Pressrückstand aus der Apfelsaftherstellung – einer zusätzlichen sinnvollen Verwen dung zu. Die aus Apfeltrester gewonnenen Apfelfasern werden zum Beispiel als glutenfreier Mehl-Ersatz bei Backwaren, aber auch als kalorienarmer und ballaststoff reicher Zusatz zum Beispiel zu Cerealien, Fruchtriegeln und Fruchtzubereitungen verwendet.

Solarpaneele in Herk-de-Stad|Belgien

Durch die Installation von 7.500 m2 Solarpaneelen im belgi schen Werk Herk de Stad werden pro Jahr 630 MWh Strom durch Solarenergie produziert und damit 409 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart.

66 Wärmepumpen in Gleisdorf|Österreich

Der Einbau von Wärmepumpen im Werk Gleisdorf bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Energie effi zienz. Durch dieses Projekt können rund 7.000 MWh Erdgas pro Jahr eingespart werden, was einer Reduktion von 1.400 Tonnen CO2-Äquivalent entspricht.

Solar-Prismen in Jacona|Mexiko

Die Verpackungsanlage im Werk Jacona wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Solar-Prismen ausgestattet, welche das natürlich vorhandene Licht bündeln und damit eine Art der Innenbeleuchtung ermöglichen, die ohne die Verwendung von Energie auskommt.

Energieeffi zienz und die Reduktion von CO2-Emis sionen bildeten im Segment Zucker die Schwerpunkte von AGRANAs nachhaltigem Handeln:

Energieunabhängigkeit am Standort Kaposvár|Ungarn

AGRANAs Biogasanlage in der Zuckerfabrik Kaposvár stellt ein aktuelles Projekt hinsichtlich Energieeffi zienz dar. Durch die Anlage, die direkt mit den bei der Zuckerrübenverarbeitung anfallenden Rübenpressschnitzeln gespeist wird, konnten in der abgelaufenen Zuckerrübenkampagne 2011|12 rund 50 % des Primärenergiebedarfs der Zuckerfabrik durch eigenes Biogas gedeckt werden. AGRANA arbeitet derzeit an einem Ausbau der Anlage auf 80 % Energieunabhängigkeit und wird zukünftig durch weitere Maßnahmen in der Zuckerfabrik (Kalkofen beheizt durch Biogas anstelle von Koks) eine primärenergie-autarke Zuckerproduktion realisieren.

Niedrigtemperatur-Trockner in Tulln und Leopoldsdorf, beide Österreich

Durch die Installation von Niedrigtemperatur-Trocknern an den beiden Standorten Tulln und Leopoldsdorf wird zukünf tig neben einer beachtlichen Energieeinsparung auch eine bedeutende Reduktion der Staub emissio nen und Geruchsbelastung aus der Rübenschnitzel trocknung erzielt.

Nachhaltigkeitsaspekte des neuen Zuckersilos in Tulln|Österreich

Der im Herbst 2011 in Betrieb genommene Zuckersilo in Tulln, welcher der zusätzlichen Lagerung von 70.000 Tonnen Kristallzucker dient, spart Zuckertransporte in externe Lager, womit eine erhebliche jährliche CO2-Emissionsreduktion erzielt wird. Darüber hinaus kommt bisher ungenutzte Abwärme aus der Zuckerproduktion zur Beheizung und Konditionierung des Silos zum Einsatz, was zusätzlich CO2- Emissionen spart. Zudem sorgen Filteranlagen mit einer Gesamtfl äche von rund 430 m2 für eine zusätzliche Minimierung der Staubbelastung für die Umwelt.

Neben Maßnahmen wie Energieeffi zienz, Ressourcenschonung und CO2-Einsparung, die wesentlich zum Klimaund Umweltschutz beitragen, bedeutet gelebte Nachhaltigkeit für AGRANA auch, sich ihrer ökonomischen Verantwortung bewusst zu sein und diese tagtäglich wahrzunehmen. Dies umfasst nicht nur AGRANAs Finanzgebarung, sondern schließt auch Themen wie Fairness im Umgang mit Mitbewerbern, Integrität im Geschäftsverkehr oder auch ordnungsgemäße und transparente Finanzberichterstattung, die eine Gleichbehandlung aller Interessengruppen gewährleistet, mit ein. AGRANA hat dazu "Compliance-Unter nehmensgrundsätze" festgelegt, die für jeden Mitarbeiter gültig sind. Im Rahmen dieser bekennt sich AGRANA beispielsweise zum Wettbewerb mit fairen Mitteln, insbeson dere zur strikten Einhaltung des Kartellrechts. Ebenso stellt sich AGRANA gegen Korruption und verpfl ichtet sich, alle einschlägigen nationalen und internationalen Rechtsvorschrift en strikt zu befolgen. Neben der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Buchführung sowie dem Bestreben nach einem kooperativen Umgang mit Behörden stellt unter anderem auch das Thema "Fairer und respektvoller Umgang mit Kollegen und Dritten" einen zentralen Bestandteil von AGRANAs Compliance-Unternehmensgrundsätzen dar.

Zu umfassender CSR zählt auch die Wahrnehmung sozialer Verantwortung, im Rahmen derer AGRANA beispielsweise einen Schwerpunkt auf den Vertrieb von "Fair Trade"- Produkten legt. Daneben unterstützt das Unternehmen aber auch karitative und soziale Projekte rund um den Globus und engagiert sich schon viele Jahre im Bereich Sponsoring.

Neben ihrem traditionellen kulturellen Engagement hat das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Reihe sozialer und karitativer Einrichtungen fi nanziell gefördert. So hat AGRANA etwa zu Weihnachten 2011 unter dem Motto "Marmelade mit MEHRwert" Kleinbauern-Familien im verarmten Nordosten Brasiliens bei der besseren Vermarktung ihrer Ernte unterstützt. Konkret wurde durch AGRANAs Spende in Zusammenarbeit mit der österreichischen Entwicklungsorganisation ICEP1 die Professionalisierung der brasilianischen Kooperative cooperCUC2 gezielt gefördert. cooperCuC ist eine Kleinbauern-Kooperative, die sich durch die Verarbeitung und Vermarktung heimischer Früchte zu Fruchtaufstrichen, allen voran den Früchten des Umbu-Baums (auch "brasilianische Zwetschke" genannt), eine Einkommensquelle geschaff en hat. Neben Beratungsmaßnah men für eine professionelle Buchhaltung wurde die Koopera tive bei der Entwicklung eines Marketingkonzepts für die kommenden Jahre unterstützt und damit zur langfristigen Sicherung des Einkommens von mehr als 300 Klein bauern-Familien beigetragen. Um sicherzustellen, dass das Geld

vor Ort zweckgewidmet eingesetzt wird, bekommt AGRANA den Projektfortschritt von ICEP lückenlos dokumen tiert.

Darüber hinaus startete AGRANA im Herbst anlässlich der Hungerkatastrophe in Ostafrika 2011 eine gemeinsame Hilfsaktion mit ihren Mitarbeitern. Im Rahmen dieser Aktion verdoppelte das Unternehmen die seitens seiner Mitarbeiter eingegangenen Gelder und spendete diese an die Caritas Wien für deren Ostafrika-Hilfe.

Weitere karitative Einrichtungen, die AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr unterstützte, waren beispielsweise "die möwe"-Kinderschutzzentren, der Vorsorgepreis "Gesundes Niederösterreich" oder die idance company, welche sich mit der Förderung der künstlerischen Ausdrucksfähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom beschäftigt.

CSR ALS STRUKTURIERTER MANAGEMENTANSATZ

AGRANA ist an einer kontinuierlichen Vertiefung ihres CSR-Ansatzes interessiert. Dies zeigt sich anhand zahlreicher Projekte, welche CSR und deren weitere Integration in die Geschäftsprozesse des Unternehmens zum Thema haben.

So wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen der AGRANA-internen Talenteförderung ("ACT1 II"-Programm) das Projekt "CaeSaR – Corporate Social Responsibilty" durchgeführt. Ergebnisse dieses Projektes, welches teilweise vom Nachhaltigkeitsansatz des Segments Frucht inspiriert wurde, waren ein Überblick über die Stakeholderstruktur des Unternehmens sowie die Identifi kation relevanter Kern themen rund um den Bereich gesellschaftliche Verantwor tung bei AGRANA. Diese erarbeiteten Kernthemen wurden in weiterer Folge im Rahmen einer Soll-Ist-Analyse den derzeitigen Geschäftspraktiken des Unternehmens gegenübergestellt, um mögliche weitere Handlungsfelder zu eruieren. Dabei wurde herausgefunden, dass – mit wenigen Ausnahmen – die wichtigsten Kernthemen bereits durch den AGRANA-Verhal-

tenskodex, die Compliance-Unternehmens grundsätze und die AGRANA-Unternehmens- und Qualitäts politik abgedeckt sind. Zur weiteren strukturierten Bearbeitung der einzelnen Kernthemen soll weiterhin auf die Werkzeuge und Informationen der SEDEX-Datenbank2 zurückgegriff en werden. Als Grundlage des gesamten Projektes diente der ISO 26000- Leitfaden, der aus sieben Prinzipien (Rechenschaftspfl icht, Transparenz, Ethisches Verhalten, Achtung der Interessen der Anspruchsgruppen, Achtung der Rechtsstaatlichkeit, Achtung internationaler Verhaltensstandards und Achtung der Menschenrechte) sowie aus sieben Kernthemen (Orga nisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Konsumentenanliegen, Umwelt und Einbindung sowie Entwicklung der Gesellschaft) besteht.

Ende 2011 wurde ein übergeordneter Prozess gestartet, der, ausgehend von der Implementierung eines CSR-Konzeptes in der AGRANA-Gruppe, zum Ziel hat, nicht nur das Gleichgewicht zwischen den drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales – herzustellen, sondern auch sicherzustellen, dass die Werte und Vorgaben des AGRANA-Verhaltenskodex an allen Standorten und von allen Lieferanten und Vertragspartnern verstanden und respektiert werden. Teile des CSR-Konzepts sind eine erweiterte Kernthemen- und Handlungsfeld-Analyse sowie die Beschreibung eines AGRANA-CSR-Managementprozesses. Die Erhebung von Verbesserungspotenzialen und eine entsprechende Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen erfolgt im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Zusammenfassend versteht AGRANA CSR als Marktchance sowie als Möglichkeit, betriebswirtschaftliche Ziele mit gesellschaftlichen Interessen zu verbinden. Ressourcen schonende Produktionsverfahren, verantwortungsvolle Liefer- und Wertschöpfungsketten, laufende Produkt- und Prozessinnovationen sowie fair gehandelte Produkte ermöglichen aus AGRANA-Sicht nicht nur die Erschließung neuer Märkte, sondern dienen darüber hinaus auch der Sicherung bestehender Partnerschaften.

67

1 AGRANA Competencies Training.

2 SEDEX Supplier Ethical Data Exchange – "Nachhaltigkeitsdatenbank".

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In einem hochkompetitiven Marktumfeld verfolgt AGRANA das strategische Ziel, Markttrends zu setzen und sich durch Produkt innovationen von den Mitbewerbern zu diff erenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue, innovative Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) stellt somit einen unverzichtbareren Bestandteil der auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie dar.

AGRANA unterhält mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Das Leistungsspektrum der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich reicht von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC1) Gleisdorf|Österreich ist die zentrale Forschung und Entwicklung des Fruchtzubereitungsbereichs organisiert. Aufgabe dieser Einrichtung ist die Ent wicklung von innovativen Produkten und Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren.

Im Geschäftsjahr 2011|12 investierte AGRANA rund 15,1 (Vorjahr: 14,5) m€ in Forschung und Entwicklung, was, gemessen am Konzernumsatz, einer F&E-Quote von 0,59 % (Vorjahr: 0,67 %) entsprach. Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 199 (Vorjahr: 194) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt.

SEGMENT ZUCKER

In einem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Projekt zur Beurteilung der technologischen Qualität von Zuckerrüben konnten mit einer neu erarbeiteten sogenannten Refraktometerformel sehr gute Vorhersage-Ergebnisse erzielt werden. Diese neue Berechnungsmethode arbeitet mit einfach zu analysierenden Parametern und liefert auch bei gelagerten Rüben zuverlässige Ergebnisse, was bisher nur mit Formeln möglich war, die einen sehr hohen Analyseaufwand erforderten und nicht automatisiert werden konnten. Diese gewonnenen Erkenntnisse werden nun anhand des Rübenmaterials aus der Kampagne 2011|12 verifi ziert. Mit der neuen Refraktometerformel erwartet AGRANA, über ein neues und aussagekräftigeres Berechnungsmodell sowohl für die Beurteilung neuer Sorten als auch für die Berechnung von Qualitätsprämien zu verfügen.

Trotz der praktisch über die gesamte Kampagne guten Rübenqualität konnten weitere Erkenntnisse zur Verarbeitung lange gelagerter Rüben gewonnen werden. Mit der Feststellung von bestimmten fl üchtigen organischen Substanzen beim Transport in die Fabrik können nun alterierte2 Rüben erkannt werden. Je nach Gehalt dieser Substanzen sind entsprechende technische Maßnahmen – wie das Dosieren von Dextranase, einem Enzym zum Abbau von fi ltrationshemmenden Stoff en – einzuleiten. Dies ermöglicht, hohe Verarbeitungsleistungen bei minimalem Hilfsstoff einsatz auch am Ende der Kampagne aufrechtzuerhalten.

Nachhaltiges Wachstum ist nur durch Innovationskraft möglich.

2 Durch äußere Einfl üsse in ihrer Verarbeitbarkeit geminderte Rüben, zum Beispiel frostgeschädigte Rüben.

1 Innovation and Competence Center.

69

Die F&E-Abteilung hat in den letzten Jahren erfolgreich dazu beigetragen, den Verbrauch und die Kosten von Hilfsstoff en bei der Zuckerproduktion bedeutend abzusenken. Besonders erwähnenswert sind die Programme zur Einsparung von Schaumdämpfungsmitteln und das Verfahren zur Reduzierung des Kalksteinverbrauchs sowie zur Einsparung von Alkalisierungsmitteln. Diese Programme zur Qualitätssicherung und Verfahrensoptimierung wurden bereits erfolgreich in der österreichischen Zuckerproduktion umgesetzt und werden nun im gesamten Segment Zucker ausgerollt.

Im Bereich Produktentwicklung konnte im Geschäftsjahr 2011|12 in enger Zusam menarbeit der F&E mit der Marketingabteilung – von der Rezepterstellung bis zur Kontrolle des Endprodukts – die Innovation "Wiener Sirupzucker" auf dem Markt eingeführt werden.

SEGMENT STÄRKE

Im Lebensmittelsektor (Food) lag der Arbeitsschwerpunkt auf der Entwicklung von speziellen Bindemitteln und Verdickersystemen auf Stärkebasis, die ohne chemische Modifi zierung die in der Lebensmittelindustrie erforderlichen Eigenschaften aufweisen. Dazu wurden die notwendigen Apparate, Techniken und Technologien – teilweise auch gemeinsam mit Partnern – geprüft bzw. entwickelt. Die Umsetzung in den großtechnischen Maßstab ist derzeit im Gange. Diese Entwicklungen ermöglichen Bio- bzw. E-Nummern-freie Deklarationen.

Mit der Anschaff ung eines neuen Sprühtrockners im Pilotmaßstab kann nun im Bereich der Kindernährmittelproduktion verstärkt die Entwicklung von Spezialnahrungsmitteln vorangetrieben werden.

Im Geschäftsjahr 2011|12 war die Entwicklung von Stärkeprodukten für tech nische Anwendungen im Bau-, Klebstoff - und Papierbereich (Non-Food) ein wesentlicher Forschungsschwerpunkt.

Der Schwerpunkt im Papierbereich lag insbesondere auf Neuentwicklungen für den Papierstrich1. Ein spezielles Stärkeprodukt konnte als Latexersatz im Vor- und Mittelstrich bereits erfolgreich am Markt eingeführt werden.

Im Klebstoff bereich wurde die Entwicklung von nachhaltigen und biologisch abbaubaren Klebstoff en erfolgreich fortgesetzt. Fertigleime als Ersatz für gängige erdölbasierte Klebstoff e wurden in der Praxis bereits erfolgreich getestet. Der Produk tionsprozess wurde sodann auf ein industrielles Niveau hochgefahren. Die Konzeption von speziellen Stärkeprodukten als Kaseinersatz für Fertigleime zur Nassetikettierung für Glasfl aschen wurde ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. Unter Nutzung von Synergien innerhalb des Konzerns ist es gelungen, ein maßgeschneidertes Stärkeprodukt zu entwickeln, das den Ansprüchen im Bereich der Flaschenetikettierung gerecht wird.

1 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz. Im Baubereich lagen die Aktivitäten vorrangig auf der Unterstützung bei der Vermarktung der in den letzten Jahren entwickelten Produkte durch Promotion auf diversen Messen und der anwendungstechnischen Unterstützung bei zahlreichen Kundenkontakten. Ein zusätzliches Projekt bestand in der Entwicklung eines "Rückprallminderers" auf Stärkebasis für eine Applikation im Nassspritzbeton. Der Einsatz der Entwicklungsprodukte schon in geringster Menge zeigte eine signifi kante Reduktion des anfallenden Rückpralls.

Erste Versuche zur Verbesserung der Wertschöpfung im Kuppelproduktbereich der Bioethanolproduktion durch Gewinnung einer hocheiweißhaltigen Fraktion waren sehr erfolgreich. Es konnte gezeigt werden, dass mit entsprechender maschineller Ausstattung eine Eiweißfraktion abgetrennt werden kann. Dies eröff net neue Einsatzgebiete im Futtermittelsektor. Die Umsetzung in den Produktionsmaßstab wird im Geschäftsjahr 2012|13 vorangetrieben. Diverse proteinreiche Nebenkomponenten wurden für den Einsatz als Futtermittel oder Zuschlag in organischen Düngern geprüft und entsprechende Rezepturen entwickelt.

Das Projekt zur Herstellung biologischer Chelatbildner1 konnte weiter vorangetrieben werden. Im Pilotmaßstab konnten erste Produktionen erfolgreich durchgeführt werden, sodass in den nächsten Monaten bereits mit Umsetzungsversuchen in der Praxis begonnen werden kann.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2011|12 lag der Schwerpunkt der Forschung in der Optimierung der Qualität der eingesetzten Früchte. AGRANA Fruit startete bereits im Geschäftsjahr 2010|11 das längerfristige Programm "GENESIS", dessen Hauptaugenmerk auf der Analyse und Optimierung der "fi rst transformation", also der Verarbeitung der Früchte vom Feld zu tiefgefrorenen Fruchteinzelstücken, liegt. Die Ergebnisse wurden von den Kunden sehr positiv aufgenommen, was den Bedarf an optimierten Lösungen nochmals verdeutlichte. Im Rahmen des Programms wurden bereits einige Maß nahmen zur Verbesserung der Fruchtqualität bei den bislang verwendeten Standardprozessen identifi ziert. Während der kommenden Fruchternte fi nden in Vorbereitung zur Imple mentierung weitere Tests statt. Parallel dazu werden auch neue Technologien und Prozesse hinsichtlich ihrer Eignung zur Verwendung in der "fi rst transformation" geprüft.

Neben der technologischen Umsetzung von verbesserten oder neuen Prozessen ist auch die Sicherstellung der erreichten Fruchttextur von entscheidender Bedeutung. Um diesen Anforderungen genügen zu können, werden nun angepasste Methoden zur Bestimmung der Fruchttextur und Charakterisierung von Fruchteigenschaften, die für Konsumenten relevant sind, erarbeitet.

Zur Konsolidierung des im gesamten Unternehmen vorhandenen Wissens zum Anbau und zur Verarbeitung von Früchten wurden Initiativen gestartet, um eine direkte Kommunikation zwischen den einzelnen Spezialisten von AGRANA Fruit sicherzustellen.

Um dem weltweit stetig wachsenden Konsumenteninteresse an Natürlichkeit in Fruchtprodukten gerecht zu werden, wurde im Geschäftsjahr 2011|12 ein eigenes Programm gestartet, dessen Ziel die zentrale Koordination von "Clean Label"2-Produktkonzepten und technologischem Know-how ist.

Im Fruchtsaftkonzentratbereich konnten durch Initiativen zur Optimierung diverser Reinigungsprozesse der Verbrauch an Reinigungsmitteln und somit die Gesamtkosten signifi kant verringert werden. Ebenso läuft dadurch die Reinigung rascher und effi zienter ab. Diese Maßnahmen sollen nun in Zukunft auch an weiteren Juice-Standorten umgesetzt werden.

Im Bereich der Entwicklung neuer Produkte lag der Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2011|12 in der verbesserten Verwertung und Vermarktung von Nebenprodukten wie Apfeltrester. Umfangreiche Versuche wurden im Herbst 2011 erfolgreich durchgeführt. Nach dem Knüpfen von ersten Kundenkontakten werden derzeit abnehmerseitig Tests mit den von AGRANA entwickelten Apfelfaser-Mustern durchgeführt. Für den neu entwickelten Prozess wurde im Oktober 2011 eine Patentanmeldung eingereicht.

Zur Verbesserung der Aromenqualität von Äpfeln und Beerenfrüchten wird daran gearbeitet, die in den Früchten vorhandenen Aromastoff e zu identifi zieren und deren Veränderungen während des Produktionsprozesses zu untersuchen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen kann der Produktionsprozess gezielt auf die Herstellung hochwertiger Aromen ausgelegt werden.

1 Chelatbildner sind Stoff e, die chemisch umgreifen bzw. umklammern. Dabei entsteht eine chemische Bindung, bei welcher ein größerer Baustein (sogenannter "Chelat-Körper") ein Metall oder Schwermetall umklammert.

2 "Clean Label" ("sauberes Etikett") bezeichnet ein Vorgehen der Lebensmittelindustrie, um besonders "natürliche" Lebensmittel zu bewerben.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2011|12 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 7.982 (Vorjahr: 8.243) Mitarbeiter, davon 1.812 (Vorjahr: 1.746) in Österreich und 6.170 (Vorjahr: 6.497) international.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wie folgt:

  • █ im Segment Zucker 2.249 (Vorjahr: 2.245) Mitarbeiter,
  • █ im Segment Stärke 911 (Vorjahr: 880) Mitarbeiter und
  • █ im Segment Frucht 4.822 (Vorjahr: 5.118) Mitarbeiter.

Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft1 betrug per 29. Februar 2012 41 Jahre, 28 % der Beschäftigten waren Frauen und die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 54 %.

Rund 8.000 Mitarbeiter weltweit sind AGRANAs wichtigste Ressource.

Der Anstieg im durchschnittlichen Personalstand des Segments Stärke (+31 Mitarbeiter) ist auf geschäfts- sowie projektbedingte Kapazitätsanpassungen in sämtlichen Unternehmensbereichen zurückzuführen. Zusätzlich wurde am Standort Gmünd eine neue Walzentrocknungslinie in Betrieb genommen. Die Verminderung des durchschnittlichen Personalstands im Segment Frucht (–296 Mitarbeiter) ist vor allem auf den geringeren Bedarf an Saisonarbeitskräften in der Ukraine und in Mexiko zurückzuführen.

PERSONALSTRATEGIE ALS LANGFRISTIGE PERSPEKTIVE

AGRANA versteht sich als internationale Unternehmensgruppe. Integrität, Leistungsbereitschaft und soziales Bewusstsein sollen verbinden, die Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Der Arbeits- und Führungsstil ist von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

In diesem Sinne übernimmt auch jeder AGRANA-Mitarbeiter Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung. Die Führungskräfte und die Personalabteilungen bieten dafür allen Mitarbeitern Möglichkeiten und Hilfestellungen im Einklang mit den Geschäftszielen. Dadurch konnte ein wertvoller Beitrag zur Profi tabilität und zum Wachstum der Geschäftsbereiche geleistet werden.

Zur Unterstützung der strategischen Ziele existiert ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2011|12 waren 5,8 % (Vorjahr: 5,2 %) aller Beschäftigten Teil dieses erfolgsorientierten Entlohnungssystems.

MITARBEITER NACH REGIONEN

ANZAHL DER MITARBEITER

DAVON SEGMENT ZUCKER

DAVON SEGMENT FRUCHT

2011 12 4.822
2010 11 5.118
2009 10 4.711

72 Im Rahmen der Personalstrategie war das vergangene Geschäftsjahr von der Umsetzung einer Vielzahl von Human Resources (HR)-Projekten geprägt, wie zum Beispiel IT-Systemver besserungen oder die Einführung eines HR-Shared Service Centers (SSC) in Österreich. Mit diesen geschaff enen organisatorischen Voraussetzungen wird im Geschäftsjahr 2012|13 der Fokus darauf gelegt, die Personalprozesse noch effi zienter zu gestalten, um somit die bestmögliche Unterstützung der Fachbereiche zu gewährleisten. Aber auch Projekte, die die Funktion HR weiter in Richtung strategischer Partner der Fachbereiche entwickeln sollen, werden zu den Aufgaben und Herausforderungen zählen. Dazu zählt beispielsweise die Einführung einer elektronischen Bewerber datenbank.

Im Segment Zucker lag der strategische Arbeitsschwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, verstärkte internationale Kooperation sowie Know-how-Transfer. Auch im Geschäftsbereich Stärke wurde insbesondere im Bereich Personalentwicklung investiert. Im Segment Frucht wurde neben dem Bereich Aus- und Weiterbildung auch ein starker Fokus auf die Nachfolgeplanung gelegt, mit dem Ziel, eine solide Basis von Nachwuchsführungskräften im mittleren Management aufzubauen. Zusätzlich wurden im Bereich Personalmarketing gezielt Maßnahmen gesetzt, um die gute Position als attraktiver Arbeitgeber nachhaltig zu sichern. Unterstützend dazu wurden auch die Aktivitäten im Bereich Kommunikation und Mitarbeiterbindung intensiviert. Des Weiteren wurde im Jänner 2012 eine weltweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt, deren Ergebnisse für die weitere Maßnahmenplanung im neuen Geschäftsjahr herangezogen werden.

AGRANA bot im Geschäftsjahr 2011|12 insgesamt 70 Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit – unter anderem als MaschinenbautechnikerIn, ElektrotechnikerIn, Elektrobetriebs- und ProzessleittechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn, MechatronikerIn sowie als Informationstechnologie-TechnikerIn und Industriekaufmann/frau.

Bei der Umsetzung der Personalstrategie für das Geschäftsjahr 2012|13 werden die intensiven Bemühungen um Qualifi zierung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter fortgeführt.

PERSONALENTWICKLUNG UND WEITERBILDUNG IN DER AGRANA-GRUPPE

Sowohl die Holding als auch lokale Tochtergesellschaften organisierten zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen wie auch im persönlichkeitsbildenden Bereich.

Im Zuge des "Talent Development"-Prozesses hat zum zweiten Mal eine rund 30 Personen umfassende Gruppe an Mitarbeitern und Führungskräften mit hohem Potenzial und hoher Leistung aus dem gesamten AGRANA-Konzern das AGRANA Competencies Training ("ACT")-Programm mit großem Erfolg abgeschlossen.

Einer der Schwerpunkte im Bereich Aus- und Weiterbildung lag im Geschäftsjahr 2011|12 auf der Führungskräfteentwicklung. Diese Trainings wurden verstärkt weiterentwickelt, um durchgängige Schulungen im Bereich Führung bieten zu können und das hohe Niveau der Führungskräfte weiter zu verbessern. Darüber hinaus wurde ein Schulungsschwerpunkt auf den Bereich des konzernweiten Projektmanagements gelegt. Das Angebot an Trainings wurde erweitert und zusätzlich auf die internen Bedürfnisse zugeschnitten. Das Basistraining "Grundlagen des Projektmanagements" wird nun mittels E-Learning angeboten, wodurch eine breitere Streuung der Inhalte ermöglicht wird.

Die Personalentwicklung im Segment Zucker konzentrierte sich im vergangenen Geschäftsjahr auf die Entwicklung eines Trainee-Programms für den Themenbereich Rohstoff . Das Programm wurde erfolgreich eingeführt und wird derzeit von allen Tochtergesellschaften umgesetzt. Ziel ist es, den Nach wuchs in diesem Bereich zu stärken und zusätzlich den Wissensaustausch zwischen den Ländern zu intensivieren. Darüber hinaus wurden verstärkt Ausbildungsaktivitäten in den Bereichen Projektmanagement, Software und Fremdsprachen angeboten. Im Segment Stärke lag der Fokus auf den Trainings zukünftiger Meister, um die Nachfolge innerhalb der Organisation gewährleisten zu können. Darüber hinaus wurde ein internes Einführungstraining für neue Mitarbeiter im Segment Stärke entwickelt, um deren Einstieg zu erleichtern. Bei den weiteren Weiterbildungsaktivitäten standen Führungskompetenz, Sprach- sowie Softwarekenntnisse im Vordergrund. Im Segment Frucht beschäftigte sich die Personalentwicklung im Geschäftsjahr 2011|12 vor allem mit dem Bereich Führungskräfteentwicklung. Das Management wurde regional intensiv geschult, um das Wissen der Mitarbeiter auf einen gemeinsamen Standard zu heben. Außerdem wurde ein Fokus auf Projektmanagement sowie die Vertiefung des Know-hows bei SAP-Anwendungen gelegt.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2011|12 auf rund 2,2 (Vorjahr: 2,3) m€, das entspricht rund 1,1 % (Vorjahr: 1,3 %) der Lohn- und Gehaltssumme.

GESUNDHEIT

Zusätzlich zum Angebot der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen. Ziel ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie des Wohlbefi ndens der Mitarbeiter.

Neben weiteren sportlichen Angeboten wie zum Beispiel Schitagen oder Wirbelsäulengymnastik gelang es erneut, zahlreiche Laufsportler für die Teilnahme am jährlichen "Wien Energie Business Run" zu begeistern. AGRANA war im September 2011 mit insgesamt 32 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

Im Segment Zucker wurde zusätzlich zum bewährten Angebot des "AGRANA-Fit"-Programms mit der Aktion "Obstkorb" auf die Wichtigkeit einer gesunden und vitaminreichen Ernährung hingewiesen. Mit dem Projekt "Weitwinkel" wurde das Sicherheitsbewusstsein der Lehrlinge geschult. Dabei wurden diese beauftragt, mit einer Foto kamera das Werk zu begehen und Sicherheitsmängel fotografi sch festzuhalten; die besten Bilder wurden ausgezeich net. Letztlich wurden konzernweit zahlreiche Aktivitäten im Bereich "Health & Safety" durchgeführt, so zum Beispiel Trainings zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, Trainings zur Feuerprävention und Workshops zur Reduktion von Lärm.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

74 Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zu seiner Verantwortung zur Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Ziel des Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um negative Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Ergebnisse auf ein Minimum zu reduzieren.

Ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Chancen und Risiken ermöglicht es AGRANA, die vorhandenen unternehmerischen Ressourcen effi zient zur Erreichung ihrer strategischen Ziele einzusetzen. Dabei wird der Vorstand durch effi ziente Kontroll- und Berichtssysteme unterstützt.

Zur Steuerung ihrer Risiken bedient sich AGRANA zweier einander ergänzender Systeme:

Das wesentliche operative Steuerungsinstrument ist das konzernweit implementierte, einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Ergänzt wird dieses durch einen monatlichen Risikobericht, in welchem über das Risikopotenzial sowohl für die AGRANA-Gruppe als auch für jedes einzelne Segment für das laufende sowie auch das nachfolgende Geschäftsjahr berichtet wird.

Ziel des strategischen Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken des AGRANA-Geschäftsmodells aufzuzeigen. Der Beobachtungshorizont ist dabei mittel- bis langfristig angelegt. Unterstützt wird der Vorstand bei dieser Aufgabe von einem eigenständigen, unabhängigen Risikomanagement-Team. Zweimal jährlich werden gemeinsam mit Experten aus allen Segmenten und Geschäftsbereichen die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen in einem "Strategischen Risk Review" analysiert. Die erkannten Chancen und Bedrohungen werden hinsichtlich ihres Potenzials und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit evaluiert, Frühwarnindikatoren festgelegt und Maßnahmen zur Gegensteuerung defi niert. Das Ergebnis wird in einem Risiko katalog zusammengefasst. Im Zuge dieses Prozesses wird als ergänzende Information für das Management ein "Worst Case"-Szenario für das laufende Geschäftsjahr entwickelt und mittels einer "Monte Carlo Simulation" die maximal theoretisch denkbare negative Abweichung vom geplanten Ergebnis ermittelt. Die Ergebnisse des "Strategischen Risk Reviews" werden in einem Risikohandbuch zusammengefasst und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichts rates berichtet.

Um im Risikofall den Schaden auf ein Minimum zu begrenzen, sind in jeder Tochtergesellschaft eigene lokale Risikomanagement-Teams nominiert, die bei Bedarf rasche und koordinierte Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten.

Das direkt dem Vorstand berichtende Risikomanagement-Team auf Konzernebene legt besonderes Augenmerk auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken und die Stärkung des Risikobewusstseins aller Mitarbeiter im Konzern.

RISIKOPOLITIK

Chancen und Risiken sind untrennbar mit unternehmerischem Handeln und Entscheiden verbunden. Zielsetzung eines erfolgreichen Risikomanagements ist es, ein ausgewogenes Gleichgewicht von Chancen und Risiken zu erhalten.

Grundsätzlich ist der Konzern bereit, Risiken im Rahmen der Kernkompetenz des Unternehmens in Kauf zu nehmen, wobei aber Risiken, die nicht auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß reduziert werden können, möglichst vermieden werden sollen. Risiken, die sich nicht auf Kern- oder Unterstützungsprozesse beziehen, werden prinzipiell nicht eingegangen.

Risikomanagement: ein integraler Bestandteil der wertorientierten Unternehmensführung.

Die Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Risikostrategie und die Abwicklung der tatsächlich angewandten Sicherungsmaßnahmen erfolgt für den gesamten Konzern zentral und koordiniert durch die AGRANA Beteiligungs-AG.

Derivative Instrumentarien werden nur zur Absicherung von Grundgeschäften angewendet, deren Einsatz zu Spekulationszwecken ist ausdrücklich verboten. Durch Richtlinien, Limits, laufende Kontrollen und Berichte an den Vorstand wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft mit einer globalen Geschäftstätigkeit ist AGRANA Risiken ausgesetzt, die ihre Ursache einerseits in den spezifi schen Geschäftstätigkeiten der Gruppe und andererseits in den regionalen Rahmenbedingungen ihre Ursache haben und die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wesentlich beeinfl ussen können.

REGULATORISCHE RISIKEN

Marktordnungsrisiken für Zucker

Die derzeit gültige Zuckermarktordnung bildet bis zum Ende des Zuckerwirtschaftsjahres 2014|15 (30. September 2015) den Handlungsrahmen für die Zuckerindustrie in der EU. Auch können Handelsabkommen (international und national) wesentlichen Einfl uss auf den Erfolg des Unternehmens haben. Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Auswirkungen wird ab Seite 52ff im Segment Zucker im Detail berichtet.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien

Das Geschäftsmodell des Bereiches Bioethanol wird wesentlich von der in Österreich seit Oktober 2007 geltenden gesetzlichen Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin beeinfl usst, die auf der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien basiert. Ein Wegfall oder eine Verminderung der Beimischungsmenge könnte den Erfolg des Bereiches Bioethanol wesentlich negativ beeinfl ussen. Öff entliche Diskussionen und Gesetzesinitiativen zu diesem Thema werden genauestens beobachtet und analysiert und durch das Risikomanagement bewertet.

OPERATIVE RISIKEN

Beschaff ungsrisiken

AGRANA ist als Veredler landwirtschaftlicher Erzeugnisse in allen Segmenten Beschaff ungsrisiken bei den eingesetzten Rohstoff en ausgesetzt. Aufgrund von klimatischen Ereig nissen können unter Umständen Rohstoff e in zu geringer Menge verfügbar sein. Auch unterliegen diese Rohstoff e Preisschwankungen, die nicht immer vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können.

Die primäre Sicherungsstrategie im Segment Stärke ist es, physische Lieferverträge in höchstmöglichem Ausmaß abzuschließen. Die Restmengen werden – wenn wirtschaftlich sinnvoll – durch Future-Kontrakte abgesichert. Diese Sicherungsgeschäfte unterliegen strengen Regularien und werden in ihrem Umfang von der Geschäftsführung des Segments vorgeschlagen und durch den AGRANA-Vorstand genehmigt. Der Umfang und die Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte werden im Zuge des monatlichen Berichtswesens dem AGRANA-Vorstand berichtet.

Bei Stärkeprodukten ist es in hohem Maße möglich, höhere Rohstoff kosten aufgrund der homogenen Kostenstruktur in den für AGRANA relevanten Märkten kurzfristig an die Kunden weiterzugeben. Bei der Bioethanolproduktion können höhere Rohstoff kosten teilweise durch höhere Verkaufspreise des eiweißhaltigen Nebenproduktes Actiprot® kompensiert werden, dennoch bleibt das Restrisiko, dass höhere Rohstoff kosten nicht zur Gänze an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Im Segment Zucker ist das Beschaff ungsrisiko je nach eingesetztem Rohstoff diff erenziert zu betrachten: in Ländern, in denen der Rohstoff Zuckerrübe eingesetzt wird, steht dieser mit anderen Feldfrüchten in Konkurrenz. In Bosnien-Herzegowina und in Rumänien ist der wirtschaftliche Erfolg im Wesentlichen vom Verhältnis Rohzuckereinstandskosten zum erzielbaren Marktpreis von Weißzucker ab hängig. Das Beschaff ungsrisiko für Rohzucker besteht für die Rohzucker raffi nerien neben einem hohen Rohzuckerpreis aufgrund der Marktzutrittsbestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU. Die Bedarfsmengen an Rohzucker werden, wenn wirtschaftlich sinnvoll, durch Warentermin geschäfte abgesichert. Diese Sicherungsgeschäfte unterliegen den gleichen strengen Richtlinien wie jene für Getreide.

Ungünstige Witterungsverhältnisse und Pfl anzenkrankheiten können im Segment Frucht zu gravierenden Ernteausfällen führen und wirken sich sowohl auf die Verfügbarkeit des Rohstoff es als auch auf das Preisniveau aus. Die zentrale Einkaufsorganisation im Bereich Fruchtzubereitungen ermöglicht es, durch ihre weltweite Präsenz und ihre Kenntnisse der globalen Rohstoff märkte, Versorgungs eng pässe frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten. Um eine ganzjährige Ver sorgungssicherheit zu gewährleisten, werden mit Lieferanten auch Jahresverträge abgeschlossen. Dadurch können gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden. Auf der Absatz seite werden mit Kunden ebenfalls Jahresabnahmeverträge abgeschlossen, um eine Laufzeitkongruenz bei Beschaff ung und Absatz zu erreichen.

Durch laufende Investitionen in die Verbesserung der Energieeffi zienz der Produktionsanlagen und durch den kostenoptimalen Einsatz von verschiedenen, auch alternativen Energieformen reduziert AGRANA das Energiepreisrisiko. Der Bedarf an Energieträgern wird – wenn möglich – durch kurz- und mittelfristige physische Lieferverträge sowohl mengen- als auch preismäßig gesichert.

Produktqualität und -sicherheit

Die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards ist für AGRANA, als Veredler agrarischer Produkte für die Lebensmittelindustrie, eine Selbstverständlichkeit. Durch strengste interne zertifi zierte Qualitätsmanagementsysteme werden die Risiken durch Verarbeitungsfehler und Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoff e, auf ein Minimum reduziert. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig konzernweit zertifi ziert und kontrolliert. Durch die abgeschlossenen Produkthaftpfl ichtversicherungen besteht auch eine ausreichende Deckung für potenzielle Schadenersatzleistungen.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA ist in ihrer globalen Geschäftstätigkeit einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt. Eine detaillierte monatliche Analyse der Planabweichungen auf Kunden- und Produktebene ermöglicht es, Änderungen des Nachfrageverhaltens frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten. Eine regelmäßige Überprüfung der Marktposition auf den relevanten Märkten und, wenn notwendig, die Anpassung der Unternehmensstrategie sowie die kontinuierliche Optimierung der Kostenstrukturen in allen Unternehmensbereichen sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sowohl kurzals auch langfristig.

RECHTLICHE RISIKEN

AGRANA ist stets mit möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht konfrontiert, weshalb derartige Risiken bereits in der Frühphase erfasst, ihr Einfl uss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe evaluiert wird und daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Zivilrechtliche Klagen gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die eine wesentliche Auswirkung auf die fi nanzielle Lage des Konzerns haben könnten, bestehen derzeit nicht.

Wie im Vorjahresbericht erläutert, wurden im Geschäftsjahr 2009|10 kartellrechtliche Untersuchungen gegen AGRANA-Tochtergesellschaften in der Slowakei und Ungarn eingeleitet. Im Berichtsjahr und bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses kam es zu keiner Substanziierung der Vorwürfe durch die Behörde.

Im September 2010 beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde, wie bereits im Vorjahresbericht erläutert, unter anderem gegen das AGRANA-Tochterunternehmen AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, beim Kartellgericht Wien die Feststellung eines Verstoßes gegen das Kartellrecht. Es wird die Beteiligung an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen in Bezug auf Österreich vorgeworfen. Im Oktober 2011 stellte die Bundeswett bewerbsbehörde einen Bußgeldantrag an das zuständige Kartellgericht. Die Beklagten, die AGRANA Zucker GmbH und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, halten die zugrunde liegende Beschuldigung weiterhin für unbegründet und sehen den Bußgeldantrag der Bundeswettbewerbsbehörde vom Oktober 2011 durch die vom Kartellgericht durchgeführte Beweisaufnahme nicht bestätigt. Das Beweisverfahren ist noch nicht abgeschlossen, eine Entscheidung des Kartellgerichts steht daher bis dato noch aus.

FINANZIELLE RISIKEN

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt, die in der Folge dargestellt werden. Die Finanzierung der Unternehmensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung der Nettofi nanzschulden des Konzerns und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sen sitivitätsanalyse in Bezug auf Zinsänderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Eurofi nanzierungen entstehen. Für AGRANA sind vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Hrivna und russischem Rubel zum Euro von Relevanz.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder USD und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Im Bereich der Refi nanzierungen wird laufend das Wechselkursrisiko bei Fremdwährungsfi nanzierungen gegenüber den Zinskosten zur jeweiligen Landeswährung überprüft, um hier kostenoptimierte Entscheidungen treff en zu können.

Produktpreisrisiken

Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, sowohl im Bereich Rohstoff als auch Energie. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar einem zusätzlichen Währungsrisiko, das durch Warentermin geschäfte abgesichert wird.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch eventuelle Gegensteue rungsmaßnahmen somit rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien jederzeit ausreichend gesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die beste henden Warenkreditversicherungen, durch strikte Vorgaben von Obergrenzen von Kreditlimits und laufende Überprüfung der Bonität der Kunden minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemessener Höhe abgedeckt.

GESAMTRISIKO

Zusammenfassend ist die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Zum Bilanz stichtag haben keine bestandsgefährdenden Risiken für AGRANA bestanden. Für das Geschäftsjahr 2012|13 werden keine wesentlichen Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Gruppe erwartet.

Insgesamt sieht der Vorstand aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken für das Geschäftsjahr 2012|13.

INTERNES KONTROLLSYSTEM (BERICHT-ERSTATTUNG GEMÄSS § 243a ABS. 2 UGB)

Der Vorstand der AGRANA bekennt sich zu seiner Verantwortung der Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagement systems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschrift en.

Konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien, das interne Kontrollsystem (IKS) sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Die Abwicklung des fi nanziellen und betrieblichen Rechnungswesens erfolgt in den meisten Konzerngesell schaften mit SAP. Dadurch ist sichergestellt, dass das interne und externe Berichtswesen auf der gleichen Datenbasis erfolgt. Die Kontrolle und Abstimmung der internen und externen Berichte wird monatlich bzw. quartalsweise durch das Controlling und das Konzernrechnungswesen durchgeführt. Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgabe und Verantwortungsbereich im Wesentlichen die Betreuung der Melde datenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durch führung der Konsolidierungs- und Eliminierungsmaß nahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzern abschlussdaten und die Erstellung von Finanzberichten umfasst.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheit77

liche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfrist planung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das nächstfolgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von gravierenden Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Der vom Controlling erstellte Monatsbericht zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die AGRANA-Gruppe, indem unter der Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergeb nisfaktoren (wie zum Beispiel Energie-, Rohstoff -, Verkauf spreise etc.) auf dem aktuellen Niveau bis Geschäfts jahres ende ein Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoff beschaff ung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten.

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlun gen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisions plan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Follow-ups überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLL RECHTE (ANGABEN GEMÄSS § 243a ABS. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt zum Stichtag 29. Februar 2012 103,2 m€ und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z & S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z & S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker) mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiff eisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsver trages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z & S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Mari hart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstands mitglied der AGRANA Beteiligungs-AG bestellt.

Das britische Finanzunternehmen Prudential plc, London| Großbritannien, und einige seiner Tochtergesell schaften halten über den Streubesitz mehr als 15 % am AGRANA-Grundkapital.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes im Sinne des § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesell schaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsverein barungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öff entlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

PROGNOSEBERICHT

Das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2011|12 stellt eine herausfordernde Vorgabe für 2012|13 dar. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 29. Februar 2012 und einem diversifi zierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA aber auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet und rechnet mit einer soliden Ergebnisentwicklung in allen Geschäftsbereichen.

Durch kontinuierlich fortgeführte Strukturverbesserungen und konsequente Marktbearbeitung will der Konzern die Herausforderungen im Rahmen weiterhin volatiler Märkte meistern und ist optimistisch, das Wachstum nachhaltig weiterzuentwickeln. Auch der langfristige Trend hin zu höherwertiger, gesunder Ernährung bleibt für AGRANA ebenso ein Wachstumstreiber wie die Ausrichtung auf Emerging Markets.

Aus heutiger Sicht rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2012|13 mit einem moderaten Anstieg beim Konzernumsatz bei einem insgesamt leichten Volumenzuwachs und einem hohen Preisniveau. Aufgrund der verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der dadurch beeinfl ussten Nachfrage- und Preisentwicklung geht AGRANA nicht davon aus, das außergewöhnlich gute operative Konzernergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres in 2012|13 halten zu können. Dessen ungeachtet ist es das Ziel von AGRANA, durch fortlaufende Optimierungen in der Einkaufspolitik und im Kostenmanagement sowie gezielte Verbesserungen in den Bereichen Energieverbrauch und Verwaltung die Ertragssituation nachhaltig auf dem erreichten Ergebnisniveau zu etablieren.

Im Segment Zucker plant AGRANA die Fortsetzung des in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Weges: die Auslastung ihrer Kapazitäten und eine verstärkte Marktpräsenz in Südosteuropa. In allen Ländern, in denen AGRANA Zuckerrüben kontrahiert, ist eine Flächenausdehnung von durchschnittlich rund 10 % geplant. AGRANA erwartet 2012 eine stabile Zuckerpreisentwicklung. Am Weltmarkt werden für das ZWJ 2011|12 aufgrund der Erwartung guter Ernten in Asien, trotz leichtem Rückgang in Brasilien, ein Lageraufbau und ein Angebotsüberschuss prognostiziert. In der EU werden seitens der EU-Kommission regelmäßig Maßnahmen gesetzt, um den Markt ausgeglichen und ausreichend versorgt zu halten (Importe, Umwidmungen von Nicht-Quoten- in Quotenzucker). Bei den Nebenprodukten sollten sich, nach den Rekordpreisen 2010|11 und darauf folgenden Rückgängen, die Preise nun auf gutem Niveau stabilisieren. AGRANA rechnet ergebnismäßig nach dem Rekordjahr 2011|12 mit einem leichten Rückgang aufgrund der Rohstoff preissituation, aber einem weiterhin hohen Gewinnniveau. Mengenmäßig wird ein weiteres Wachstum angestrebt, was entsprechend dem verfügbaren Marktpotenzial und den verfügbaren Produktmengen aus einer guten Kampagne 2011 ein realistisches Ziel sein sollte.

Eine Stabilisierung des operativen Ergebnisses auf höherem Niveau ist das Ziel – eine Wiederholung des Vorjahresgewinns ist für 2012|13 allerdings nicht realistisch.

80 Im Segment Stärke wird für 2012|13 mit einem etwas niedrigeren Umsatz gerechnet. Es werden zwar steigende Verkaufsmengen erwartet, allerdings bei tendenziell etwas rückläufi gen Verkaufs preisen gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang der Preise am Markt, vor allem bei nativer Stärke und Verzuckerungs produkten, ist primär auf den zuneh menden Wettbewerb unter den Anbietern infolge der Kon junk turschwäche in den Kernmärkten zurückzuführen. Die Absatzentwicklung bei Bioethanol hängt unmittelbar mit den gesetzlichen Bei mischungsverpfl ichtungen zusammen. Hier wird nach den Erfahrungen im Zuge der Einführung von E10 in Deutsch land auch in Österreich eine intensive politische Diskussion geführt, wobei eine Entscheidung betreff end Zeitpunkt der Einführung in Österreich noch nicht absehbar ist. Im Segment Stärke werden im Anbaujahr 2012 die Stärke kartoff el-Kontrakte nach dem Wegfall der Produk tionsober grenze ausgeweitet. Betreff end Rohstoff versorgung der Maisstärke- und Bioethanolwerke in Öster reich, Ungarn und Rumänien sind große Teile der benötigten Mengen bis zur neuen Ernte 2012 bereits vertraglich fi xiert. Aufgrund der erwarteten Ausdehnung der Anbaufl ächen bei Mais wird mit einer – abhängig von einer guten Vegeta tionsentwicklung – relativ stabilen Preisentwicklung gerechnet. Das operative Ergebnis wird unter dem außergewöhnlich starken Vorjahr erwartet, im Wesentlichen bedingt durch Rohstoff - und Energiekosten, die sich insgesamt auf einem höheren Niveau stabilisieren werden, bei einer gleichzeitig etwas rückläufi gen Entwicklung der zu erzielenden Verkaufs preise gegenüber dem Vorjahr.

Im Segment Frucht wird für 2012|13 wieder ein leichter Aufwärtstrend beim operativen Ergebnis erwartet. Für 2012|13 geht AGRANA im Fruchtzubereitungsbereich weiterhin von einem herausfordernden Marktumfeld, ähnlich wie 2011|12, aus. In der EU sollten aber weitere Innovationen im Bereich Natürlichkeit und Gesundheit (weniger Kalorien, weniger Fett) den Markt beleben. Außer halb der EU liegt der Pro-Kopf-Verbrauch erst bei 25 % bis 50 % des europäischen Durchschnitts und bietet daher langfristige Wachstumschancen. Die weltweite Präsenz von AGRANA wird zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Das hohe Qualitätsniveau und der gute Servicegrad sind Stärken des Konzerns. Im Bereich Fruchtzubereitungen gibt es auch viele Wachstumsprojekte, die kurz vor der Realisierung stehen. Einige Neuentwicklungen und zusätzliche Sortimente wurden bereits seit Ende des Geschäftsjahres 2011|12 eingeführt. Damit sollte es gelingen, bei unveränderten Marktbedingungen den Umsatz weiter zu steigern. Die Preisentwicklung bei agrarischen Rohstoff en bleibt eine Herausforderung bei Fruchtzubereitungen. Es wird aber durch Volumenwachstum und Kostensenkungsmaßnahmen wieder mit einer

Erholung beim operativen Ergebnis gerechnet. Bei Fruchtsaftkonzentraten ist mit einer weiteren Umsatzsteigerung aufgrund von leichten Absatzzuwächsen bei einem weiterhin durchaus hohen Produktpreisniveau vor allem für Apfelsaftkonzentrate zu rechnen. Ein Unsicherheitsfaktor für die Entwicklung im Konzentrat geschäft wird unter anderem eine erfolgreiche Ernte 2012 sein; davon wird die weitere Rohwarenpreis- und somit auch Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr 2012|13 abhängen. Beim operativen Ergebnis des Fruchtsaftkonzentratgeschäfts wird mit einer Stabilisierung auf dem zuletzt erreichten Niveau gerechnet. Insgesamt kann im Segment Frucht also aufgrund der zu erwartenden positiven Absatzentwicklung sowie stabilen Verkaufspreisen mit einem leicht steigenden operativen Ergebnis gerechnet werden. Für zusätzliches Wachstum wird die Fusion mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllen dorf|Österreich, sorgen, die Anfang April 2012 kartellrechtlich genehmigt wurde. Die Erstkonsolidierung der neuen Gesellschaften ist für das zweite Quartal 2012|13 geplant.

INVESTITIONSPLANUNG

Nach 2011|12 soll auch im neuen Geschäftsjahr wieder verstärkt und deutlich über Abschreibungsniveau investiert werden. Das Investitionsvolumen wird 2012|13 in allen drei Segmenten insgesamt rund 140 m€ betragen, wodurch der langfristige Wachstumskurs weiterhin nachhaltig unterstützt werden soll.

Die im Segment Zucker geplanten Ausgaben für das Geschäftsjahr 2012|13 belaufen sich auf rund 55 m€. Die Investitionsschwerpunkte liegen einerseits auf Optimierungen der Produktion zur weiteren Reduktion des Energieverbrauches und andererseits in Lager- und Abpackungskapazitätserweiterungen zur Verbesserung der Logistik und fl exibleren Versorgung der Kunden. Das Projekt zur Errichtung von Niedertemperaturtrocknern in Leopoldsdorf und Tulln, beide Österreich, wird den größten Kostenblock im Investitionsbudget des Segments darstellen und zu einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauchs bei der Schnitzeltrocknung führen. In der Zuckerfabrik in Brčko| Bosnien-Herzegowina soll zur Schaff ung der notwendigen Lagerkapazität und der damit verbundenen Konditionierung des Zuckers (Qualitätssteigerung) ein 25.000 Tonnen fassender Zuckersilo errichtet werden. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt wird Kaposvar|Ungarn sein, wo für den weiteren Ausbau des Standorts ebenfalls ein 60.000 Tonnen fassender Zuckersilo zur Erhöhung der Lagerkapazität sowie auch eine Dünnsaftenthärtungsanlage zur weiteren Verbesserung der Zuckerqualität geplant sind.

81

Im Segment Stärke ist bei einem Investitionsvolumen von rund 50 m€ vor allem der Bau der neuen Weizenstärkeanlage in Pischelsdorf|Österreich hervorzuheben. Die Fundamentarbeiten für die Gebäude haben Anfang April begonnen, die Maschinenmontage soll im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012|13 beginnen. Weiters wird in Aschach|Österreich das Projekt zur Erhöhung der Spezialmais-Einlagerungskapazität fertiggestellt; die Inbetriebnahme der Erweiterungssilos ist im September 2012 mit Beginn der Nassmaiskampagne geplant. Im ungarischen Werk soll eine neue Gasturbine installiert werden, deren Abhitze direkt zur Vorwärmung der Trocknerluft für Maisgluten- und Maisstärke verwendet werden soll.

Im Segment Frucht wird im Geschäftsjahr 2012|13 ein Investitionsvolumen von rund 35 m€ geplant. Der Investitionsschwerpunkt liegt hierbei in der Fertigstellung bereits begonnener Wachstumsprojekte. Im Fruchtzubereitungswerk in Centerville|USA wird eine dritte Produktionslinie installiert, um dem wachsenden Verkaufsvolumen zu entsprechen. Im Zuge eines Diversifi kationsprojekts in Mexiko wird eine Halle errichtet, wo mit der Produktion von Trockenfrüchten begonnen werden soll. In Dachang|China soll die neue Fabrik fertiggestellt und die gesamte Produktion verlagert werden, indem die neuen Linien installiert und bestehende transferiert werden. Zahlreiche Ersatzinvestitionen werden bei AGRANA Juice getätigt, wobei ein Schwerpunkt auf energieverbrauchsoptimierende Maßnahmen gelegt wird.

KONZERN-ABSCHLUSS 2011|12

AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

  • 84 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 85 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 86 Konzern-Geldfl ussrechnung
  • 87 Konzernbilanz
  • 88 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • 90 Konzernanhang
  • 90 Informationen zu Geschäftssegmenten
  • 93 Allgemeine Grundlagen
  • 98 Konsolidierungskreis
  • 101 Konsolidierungsmethoden
  • 102 Währungsumrechnung
  • 103 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

  • 110 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

  • 117 Erläuterungen zur Geldfl ussrechnung
  • 118 Erläuterungen zur Bilanz
  • 132 Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • 147 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • 147 Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • 150 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • 151 Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • 152 Konzern-Anteilsbesitz
  • 154 Bestätigungsvermerk
  • 156 Kennzahlen

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011|12 VOM 1. MÄRZ 2011 BIS 29. FEBRUAR 2012

in t¤ 2011 12 2010 111
Umsatzerlöse 2.577.631 2.165.902
Bestandsveränderungen 187.035 18.428
Andere aktivierte Eigenleistungen 4.208 3.115
Sonstige betriebliche Erträge 36.908 31.093
Materialaufwand –1.919.755 –1.501.561
Personalaufwand –245.197 –225.231
Abschreibungen –76.608 –79.182
Sonstige betriebliche Aufwendungen –333.231 –283.941
Ergebnis der Betriebstätigkeit 230.991 128.623
Finanzerträge 13.212 14.980
Finanzaufwendungen –37.947 –33.939
Finanzergebnis –24.735 –18.959
Ergebnis vor Ertragsteuern 206.256 109.664
Ertragsteuern –50.583 –22.603
Konzernjahresergebnis 155.673 87.061
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 152.360 84.890
– davon nicht beherrschende Anteile 3.313 2.171
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 10,73 € 5,98 €

84

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011|12 VOM 1. MÄRZ 2011 BIS 29. FEBRUAR 2012

in t¤ 2011 12 2010 111
Konzernjahresergebnis 155.673 87.061
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdiff erenzen –11.134 5.737
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 747 –651
Steuereff ekt aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten –149 121
Cashfl ow-Hedges –3.926 –973
Steuereff ekt aus Cashfl ow-Hedges 931 14
Veränderung versicherungsmathematischer
Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpfl ichtungen –3.981 –976
Steuereff ekt aus Veränderung versicherungsmathematischer
Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpfl ichtungen 1.038 216
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse –16.474 3.488
Gesamtjahresergebnis 139.199 90.549
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 137.906 88.390
– davon nicht beherrschende Anteile 1.293 2.159

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011|12 VOM 1. MÄRZ 2011 BIS 29. FEBRUAR 2012

86

(13)

(14)

(15)

in t¤ 2011 12 2010 111
Konzernjahresergebnis 155.673 87.061
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 76.608 79.182
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –2.515 –3.978
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen 20.349 6.784
Cashfl ow aus dem Ergebnis 250.115 169.049
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen –627 87
Veränderungen Vorräte –238.956 –59.666
Veränderungen der Forderungen,
aktiven latenten Steuern und kurzfristigen Vermögenswerte –76.923 –66.354
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen –13.009 11.195
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) 125.470 19.190
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen –2.889 1.929
Veränderung des Working Capital –206.307 –93.706
Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit 43.181 75.430
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 2.680 3.978
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und
Immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –96.942 –55.859
Einzahlungen/Auszahlungen aus dem
Verkauf/Kauf von Wertpapieren 3.588 –896
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –1.718 –116
Auszahlungen/Einzahlungen aus dem Erwerb
von Geschäftseinheiten –5.465 1.304
Cashfl ow aus Investitionstätigkeit –97.857 –51.589
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft
durch nicht beherrschende Anteile 4.140 0
Veränderungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten 65.086 58.702
Veränderungen kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 48.319 –55.542
Gezahlte Dividenden –34.839 –28.170
Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit 82.706 –25.010
Veränderungen des Finanzmittelbestandes 28.030 –1.169
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 47 1.208
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 70.427 70.388
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 98.504 70.427

KONZERNBILANZ ZUM 29. FEBRUAR 2012

in t¤ Stand am Stand am Stand am
29. 02. 2012 28. 02. 20111 28. 02. 20101
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 248.383 248.551 252.446
Sachanlagen 595.924 577.709 597.788
Wertpapiere 104.909 104.598 104.977
Beteiligungen und Ausleihungen 7.265 6.152 7.027
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 6.558 13.827 10.652
Aktive latente Steuern 29.764 31.462 31.318
992.803 982.299 1.004.208
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 768.569 528.241 468.576
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 492.720 400.107 336.688
Laufende Ertragsteuerforderungen 8.173 7.179 5.013
Wertpapiere 1.352 4.411 3.515
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 98.504 70.427 70.388
1.369.318 1.010.365 884.180
Summe Aktiva
2.362.121 1.992.664
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 524.900 421.025
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.039.472 935.597
Nicht beherrschende Anteile 33.516 28.558
1.072.988 964.155
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 52.674 50.634
Übrige Rückstellungen 12.397 12.971
Finanzverbindlichkeiten 332.090 267.004
Sonstige Verbindlichkeiten 2.013 2.308
Passive latente Steuern 17.253 17.412
416.427 350.329
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 26.777 39.787
Finanzverbindlichkeiten 341.885 294.868
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 469.465 328.619
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 34.579
872.706
14.906
678.180
1.888.388
103.210
411.362
358.504
873.076
25.425
898.501
52.534
14.073
208.301
2.229
17.724
294.861
28.592
347.160
308.533
10.741
695.026

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011|12 VOM 1. MÄRZ 2011 BIS 29. FEBRUAR 2012

Den Aktionären der AGRANA

Gewinn
in t¤ Grund- Kapital- Rücklage Rücklage Rücklage
kapital rücklagen für für für ver-
Available Cashfl ow- sicherungs-
for Sale Hedges mathem.
Gewinne/
Verluste
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Stand am 01. 03. 2011 103.210 411.362 3.591 40 –6.914
Bewertungseff ekte IAS 39 0 0 655 –2.142 0
Veränderung versicherungs-
mathematischer Gewinne/Verluste
leistungsorientierter Pensionszusagen
und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 –3.903
Steuereff ekte 0 0 –149 494 1.018
Verlust aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 506 –1.648 –2.885
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 506 –1.648 –2.885
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0
Zuzahlungen anderer Gesellschafter 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0
Stand 29. 02. 2012 103.210 411.362 4.097 –1.608 –9.799
524.900

GESCHÄFTSJAHR 2010|111

Stand am 01. 03. 2010
veröff entlicht 103.210 411.362 4.121 936 0
IAS 19-Anpassung 0 0 0 0 –6.154
Stand am 01. 03. 2010
angepasst 103.210 411.362 4.121 936 –6.154
Bewertungseff ekte IAS 39 0 0 –651 –976 0
IAS 19-Anpassung 0 0 0 0 –976
Steuereff ekte 0 0 121 80 216
Gewinn aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 –530 –896 –760
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –530 –896 –760
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0
Stand 28. 02. 2011 103.210 411.362 3.591 40 –6.914
421.025
rücklagen
Übriges Unter- Jahres- Eigen- Nicht Summe
kumuliertes schieds- ergebnis kapital der beherr
Eigen- betrag AGRANA- schende
kapital Währungs- Aktionäre Anteile
umrechnung
363.371 –23.953 84.890 935.597 28.558 964.155
0 0 0 –1.487 –1.692 –3.179
0 0 0 –3.903 –78 –3.981
0 0 0 1.363 457 1.820
0 –10.427 0 –10.427 –707 –11.134
0 –10.427 0 –14.454 –2.020 –16.474
0 0 152.360 152.360 3.313 155.673
0 –10.427 152.360 137.906 1.293 139.199
0 0 –34.085 –34.085 –755 –34.840
50.805 0 –50.805 0 0 0
0 0 0 0 4.140 4.140
54 0 0 54 280 334
414.230 –34.380 152.360 1.039.472 33.516 1.072.988
317.077 –29.639 72.162 879.229 25.425 904.654
0 0 0 –6.154 0 –6.154
317.077 –29.639 72.162 873.075 25.425 898.500
0 0 0 –1.627 3 –1.624
0 0 0 –976 0 –976
0 0 0 417 –66 351
0 5.686 0 5.686 51 5.737
0 5.686 0 3.500 –12 3.488
0 0 84.890 84.890 2.171 87.061

0 5.686 84.890 88.390 2.159 90.549 0 0 –27.694 –27.694 –477 –28.171 44.468 0 –44.468 0 0 0 1.826 0 0 1.826 1.451 3.277 363.371 –23.953 84.890 935.597 28.558 964.155

Beteiligungs-AG zurechenbar

89

KONZERNANHANG DER AGRANA-GRUPPE

90 1. INFORMATIONEN ZU GESCHÄFTSSEGMENTEN

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.

Die AGRANA-Gruppe hat die drei berichtspfl ichtigen Segmente Zucker, Stärke und Frucht, die entsprechend der strategischen Ausrichtung gebildet wurden. Jedes der Segmente bietet ein unterschiedliches Produktportfolio an und wird aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien, Rohstoff beschaff ungen und Absatzstrategien getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet.

Für jedes Segment gibt es eine interne Berichterstat tung, die monatlich an die jeweiligen CEOs (Chief Operating Decisionmaker) und deren Führungs mannschaft erfolgt. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspfl ichtigen Segmente werden nachstehend gegeben. Die Bewertung der Ertragskraft der Segmente erfolgt vor allem auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt.

1.1. SEGMENTIERUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Umsatzerlöse (brutto) 967.229 773.217 930.265 –93.080 2.577.631
Umsätze zwischen Segmenten –82.812 –8.941 –1.327 93.080 0
Umsatzerlöse 884.417 764.276 928.938 0 2.577.631
EBITDA 129.126 106.080 73.826 0 309.032
Abschreibungen auf Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 –16.858 –24.132 –35.618 0 –76.608
Operatives Ergebnis 112.268 81.948 38.208 0 232.424
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0 0 –1.433 0 –1.433
Ergebnis der Betriebstätigkeit 112.268 81.948 36.775 0 230.991
Segmentvermögen 730.167 402.660 946.162 0 2.078.989
Segmentschulden 330.161 89.317 143.848 0 563.326
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 25.328 29.303 42.462 0 97.093
Investitionen in Finanzanlagen 490 0 1.228 0 1.718
Investitionen gesamt 25.818 29.303 43.690 0 98.811
Mitarbeiter 2.249 911 4.822 0 7.982
in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Umsatzerlöse (brutto) 770.587 617.300 873.787 –95.772 2.165.902
Umsätze zwischen Segmenten –57.500 –34.097 –4.175 95.772 0
Umsatzerlöse 713.087 583.203 869.612 0 2.165.902
EBITDA veröff entlicht 51.338 73.876 82.020 0 207.234
IAS 19-Anpassung1 617 0 –47 0 570
EBITDA nach IAS 19-Anpassung1 51.955 73.876 81.973 0 207.804
Abschreibungen auf Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte2 –18.197 –25.695 –35.289 0 –79.181
Operatives Ergebnis veröff entlicht 33.141 48.181 46.731 0 128.053
Operatives Ergebnis
nach IAS 19-Anpassung1 33.758 48.181 46.684 0 128.623
Ergebnis der Betriebstätigkeit 33.758 48.181 46.684 0 128.623
Segmentvermögen 532.803 384.881 832.294 0 1.749.978
Segmentvermögen
nach IAS 19-Anpassung1 532.803 384.881 832.294 0 1.749.978
Segmentschulden 193.075 88.365 144.203 0 425.643
IAS 19-Anpassung1 7.610 415 652 0 8.677
Segmentschulden
nach IAS 19-Anpassung1 200.685 88.780 144.855 0 434.320
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte2 16.031 8.996 30.832 0 55.859
Investitionen in Finanzanlagen 3 0 115 0 118
Investitionen gesamt 16.034 8.996 30.947 0 55.977
Mitarbeiter 2.245 880 5.118 0 8.243

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen in Höhe von –1.433 t€ betriff t die Aufl ösung der Joint Ventures der chinesischen Juice-Gesellschaften im Zuge derer AGRANA die restlichen Anteile an der AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD erworben und ihre Anteile an der Yongji Andre Juice Co., Ltd. abgetreten hat. Dieser Betrag wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Sonstige betriebliche Aufwendungen gezeigt.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden werden aus dem Gesamt vermögen bzw. den Gesamtschulden abgeleitet ohne Berücksichtigung der Finanzanlagen bzw. -verbindlichkeiten. Des Weiteren werden in den Segmenten nicht zuordenbare Anteile an sonstigen Beteiligungen, Wertpapieren und Ausleihungen sowie laufende und latente Steuerforderungen/-verbindlichkeiten bereinigt.

Segmentvermögen und -schulden

in t¤ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 IAS 19- 28. 02. 2011
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
Bilanzsumme Aktiva 2.362.121 1.992.664 462 1.992.202
abzüglich Finanzanlagen –112.174 –110.750 0 –110.750
abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungs-
mitteläquivalente und Wertpapiere –99.855 –74.838 0 –74.838
abzüglich Steuerforderungen
und sonstiger Aktiva –71.103 –57.098 –462 –56.636
Segmentvermögen 2.078.989 1.749.978 0 1.749.978
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.289.133 1.028.510 7.001 1.021.509
abzüglich Finanzverbindlichkeiten –673.975 –561.872 0 –561.872
abzüglich passiver latenter Steuern
und Ertragsteuerverbindlichkeiten –51.832 –32.318 1.676 –33.994
Segmentschulden 563.326 434.320 8.677 425.643

1.2. SEGMENTIERUNG NACH REGIONEN

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

in t€ 2011 12 2010 11
Umsatz
Österreich 1.306.761 1.044.467
Ungarn 273.985 217.009
Rumänien 183.098 147.638
Restliche EU 366.616 329.819
EU-27 2.130.460 1.738.933
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 135.865 136.338
Übriges Ausland 311.306 290.632
Summe 2.577.631 2.165.902

Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 % gesteigert werden. Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 763.300 (Vorjahr: 632.592) t€ was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 29,6 % darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina defi niert. Kein Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10 % des Gesamtumsatzes der AGRANA-Gruppe.

in t€ 2011 12 2010 11
Segmentvermögen
Österreich 742.492 648.345
Ungarn 279.256 210.634
Rumänien 109.802 93.321
Restliche EU 553.189 486.383
EU-27 1.684.739 1.438.683
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 133.202 106.953
Übriges Ausland 261.048 204.342
Summe 2.078.989 1.749.978

93

in t€ 2011 12 2010 11
Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte1
Österreich 39.602 17.509
Ungarn 13.078 6.278
Rumänien 3.795 1.372
Restliche EU 15.972 14.439
EU-27 72.447 39.598
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 10.137 5.196
Übriges Ausland 14.509 11.065
Summe 97.093 55.859

2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz Donau-City-Straße 9, 1220 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoff e tätig ist.

Der Konzernabschluss 2011|12 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpfl ichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdiff erenzen auftreten.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Überleitung vom Gewinn zum Gesamtergebnis, der Geldfl ussrechnung sowie der Bilanz werden die Eigenkapitalveränderungen gezeigt. Die Anhangsangaben enthalten außerdem Informationen zu den Geschäftssegmenten.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011|12 waren von AGRANA folgende vom IASB überarbeiteten bzw. neu herausgegebenen Standards und Interpretationen verpfl ichtend anzuwenden; sie haben keine bzw. unwesentliche Auswirkungen auf den AGRANA-Konzernabschluss:

  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2010) Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7
  • █ IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen 2009)
  • █ IFRIC 14 (Beitragsvorauszahlungen bei bestehenden Mindestdotierungsverpfl ichtungen 2009)
  • █ IFRIC 19 (Tilgung fi nanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten)

Im Mai 2010 veröff entlichte das IASB im Rahmen des jährlichen "Improvements-Project" den dritten Sammelstandard "Improvements to IFRSs" (Verbesserung der IFRSs 2010). Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen.

Nachfolgend eine Übersicht über die Standards und Interpretationen, die ab dem Geschäftsjahr 2012|13 anzuwenden sind bzw. vom IASB veröff entlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben:

Standard/Interpretation Verabschiedung Anwendungs- Anerkennung
durch IASB pfl icht für durch EU
AGRANA ab
IFRS 7: Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) 07. 10. 2010 2012 13 22. 11. 2011
IAS 1: Darstellung des Abschlusses (Änderung) 16. 06. 2011 2013 14 nein
IAS 12: Ertragsteuern (Änderung) 20. 12. 2010 2012 13 nein
IAS 19: Leistungen an Arbeitnehmer (Neufassung) 16. 06. 2011 2013 14 nein
IAS 27: Einzelabschlüsse (Neufassung) 12. 05. 2011 2013 14 nein
IAS 28: Anteile an assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen (Neufassung) 12. 05. 2011 2013 14 nein
IAS 32: Finanzinstrumente: Darstellung (Änderung) 16. 12. 2011 2014 15 nein
IFRS 1: Erstmalige Anwendung des
International Financial Reporting Standards (Änderung) 20. 12. 2010 2012 13 nein
IFRS 9: Finanzinstrumente 16. 12. 2011 2015 16 nein
IFRS 10: Konzernabschlüsse 12. 05. 2011 2013 14 nein
IFRS 11: Gemeinschaftliche Vereinbarungen 12. 05. 2011 2013 14 nein
IFRS 12: Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 12. 05. 2011 2013 14 nein
IFRS 13: Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 12. 05. 2011 2013 14 nein
IFRIC 20: Kosten der Abraumbeseitigung
während des Abbaubetriebs im Tagebau 19. 10. 2011 2013 14 nein

Im November 2011 wurde IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben – 2010) von der EU in europäisches Recht übernommen. Die Änderung des IFRS 7 betriff t Angaben zur Ausbuchung von fi nanziellen Vermögenswerten bei Übertragung. Der geänderte Standard ist von AGRANA erstmalig ab dem Geschäftsjahr 2012|13 verpfl ichtend anzuwenden; die Änderungen sind für AGRANA nicht relevant.

Folgende Standards, Interpretationen und Änderungen wurden vom IASB veröff entlicht, aber noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen. Die in der Tabelle angeführten geänderten und neuen Standards und Interpretationen betreff en nachfolgende Änderungen:

  • █ IAS 1 (Darstellung des Abschlusses): Die Darstellung des sonstigen Gesamtergebnisses wurde dahingehend geändert, dass Zwischensummen für die Posten gefordert werden, die recycelt werden können, und diejenigen, die nicht recycelt werden. Die Änderungen sind erstmalig für Geschäft sjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen.
  • █ IAS 12 (Ertragsteuern): Die Änderungen in IAS 12 regeln die Bewertung latenter Steuern in Abhängigkeit, ob der Buchwert durch Nutzung oder Veräußerung (widerlegbare Vermutung) realisiert wird. Die Änderungen sind erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2012 beginnen.

  • █ IAS 27 (Einzelabschlüsse): Der Standard wird von "Konzern- und Einzelabschlüsse" in "Einzelabschlüsse" umbenannt und umfasst künftig nur noch Regelungen zu Einzelabschlüssen. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen.

  • █ IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung): Finanzielle Vermögenswerte und fi nanzielle Schulden müssen miteinander verrechnet und als Nettobetrag dargestellt werden, falls und nur falls das Unternehmen einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch zur Verrechnung dieser Beträge hat und beabsichtigt, diese auf Nettobasis zu begleichen oder den Vermögenswert zu realisieren und die Verbindlichkeit gleichzeitig zu begleichen. Die Änderung ist verpfl ichtend retrospektiv für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2014 beginnen.
  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards): Die Änderungen in IFRS 1 beinhalten eine Erleichterung bei den Ausbuchungsvorschrift en vor Umstellung auf die IFRS sowie Sonderregelungen, wenn die funktionale Währung einer Hochinfl ation unterlag. Die Änderungen sind erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen.
  • █ IFRS 10 (Konzernabschlüsse): IFRS 10 ersetzt die im IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse) und SIC 12 (Konsolidierung Zweckgesellschaften) enthaltenen Leitlinien über Beherrschung und Konsolidierung. IFRS 10 ändert die Defi nition der Beherrschung dahingehend, dass zur Ermittlung eines Beherrschungsverhältnisses auf alle Unternehmen die gleichen Kriterien angewendet werden. Diese Defi nition wird durch umfassende Anwendungsleitlinien gestützt. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen.
  • █ IFRS 12 (Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen): IFRS 12 legt die erforderlichen Angaben für Unternehmen fest, die in Übereinstimmung mit den Standards IFRS 10 (Konzern abschlüsse), IFRS 11 (gemeinschaftliche Vereinbarungen) und IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen) bilanziert werden. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen.
  • █ IFRS 13 (Bewertung zum beizulegenden Zeitwert): IFRS 13 beschreibt, wie der beizulegende Zeitwert zu bestimmen ist, und erweitert die Angaben zum beizulegenden Zeitwert; der Standard enthält keine Vorgaben, in welchen Fällen der beizulegende Zeitwert zu verwenden ist. Der Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen.
  • █ IFRIC 20 (Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebs im Tagebau): Die Interpretation tritt für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen.

Das IASB hat im Oktober 2010 IFRS 9 (Finanzinstrumente) erneut herausgegeben. Dieser Standard beinhaltet die erste Phase des dreiphasigen IASB-Projekts, den derzeit gültigen IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) zu ersetzen. Der neue Standard IFRS 9 sieht künftig nur noch zwei Kategorien zur Einordnung fi nanzieller Vermögenswerte vor, die Bewertung zu fortgeführten Anschaff ungskosten und die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Das bisherige diff erenzierte Klassifi zierungs- und Bewertungsmodell des IAS 39 soll wegfallen. In der zweiten Version von IFRS 9 wurden neue Vorschrift en für die Bilanzierung von fi nanziellen Verbindlichkeiten aufgenommen und die Vorschrift en für die Ausbuchung von fi nanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus IAS 39 übernommen. Das IASB hat im Dezember 2011 veröff entlicht, dass der verpfl ichtende Erstanwendungszeitpunkt für Geschäftsjahre ab 2015 verschoben wird. Die Verzögerung resultiert aus den noch ausstehenden Publikationen der zweiten Phase (Wertminderung) und dritten Phase (Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung) des IFRS 9. Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat die Empfehlung der Übernahme von IFRS 9 verschoben, um sich mehr Zeit für die Begutachtung der Ergebnisse des IASB-Projekts zur Ver besserung der Bilanzierung von Finanz instrumenten zu nehmen. AGRANA bilanziert weitgehend wie unter den neuen Standards vorgesehen, sodass keine wesentlichen Auswirkungen auf den AGRANA-Konzernabschluss erwartet werden.

Am 12. Mai 2011 publizierte das IASB den IFRS 11 (gemeinschaftliche Vereinbarungen) gemeinsam mit dem überarbeiteten IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen). Mit den neuen Vorschrift en werden zwei Arten von gemeinschaftlichen Vereinbarungen – gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen – defi niert. Das bisherige Wahlrecht der Quotenkonsolidierung bei gemeinschaftlich geführten Unternehmen wurde abgeschaff t. Partnerunternehmen eines Gemeinschaftsunternehmens haben verpfl ichtend die Equity-Bilanzie rung anzuwenden. Die Regelungen für Unternehmen, die an gemeinschaftlichen Tätigkeiten beteiligt sind, werden mit den derzeit geltenden Bilanzierungsvorschrift en für gemeinschaftliche Vermögenswerte oder gemeinschaftliche Tätigkeiten vergleichbar. Der Standard ist für Geschäfts jahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2013 beginnen. AGRANA prüft die Auswirkun gen auf den Konzernabschluss.

Am 16. Juni 2011 wurde vom IASB der überarbeitete IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) veröff entlicht. Die wesentliche Änderung besteht darin, dass versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort bei Entstehung vollständig erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis zu erfassen sind. Die bisher zulässige Abgrenzung nach dem Korridoransatz und auch eine sofortige Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung sind nicht mehr zulässig. Daneben darf künftig der Ertrag aufgrund der erwarteten Verzinsung des Planvermögens lediglich in Höhe des Diskontierungssatzes erfasst werden, was somit zu einem Netto-Zinsaufwand bzw. -ertrag für einen Verpfl ichtungsüberhang bzw. einen Planüberschuss führt. Im Übrigen werden die Anhangsangaben deutlich ausgeweitet; insbesondere sind Angaben zur Risikostruktur der betrieblichen Versorgungs werke und Sensitivitätsanalysen hinsichtlich der Schwankungsbreite der Pensionsverpfl ichtungen bei Änderung der Bewertungsannahmen zu machen. Darüber hinaus enthält die Neuregelung des IAS 19 Klar stellungen zum Inhalt von "kurzfristig fälligen" und "sonstigen langfristigen Leistungen", zu "Plan kürzungen", zur Verteilung des "nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands" sowie zur Defi nition von Zahlungen mit Abfi ndungscharakter. Aus diesen Änderungen können sich insbesondere Auswirkungen auf den Zeitpunkt der aufwandswirksamen Erfassung von Verpfl ichtungen aus Altersteilzeit- und ähnlichen Programmen ergeben. Bei fristgerechter Übernahme in europäisches Recht ist der geänderte IAS 19 von AGRANA ab dem Geschäftsjahr 2013|14 erstmalig verpfl ichtend anzuwenden.

Am 16. Dezember 2011 wurden vom IASB weitere Änderungen von IFRS 9 und IFRS 7 (Verpfl ichtender Anwendungszeitpunkt und Anhangsangaben bei Übergang) sowie Änderungen von IAS 32 und IFRS 7 (Saldierung von fi nanziellen Vermögenswerten und fi nanziellen Schulden) verabschiedet. Diese Änderungen sind voraussichtlich ab dem Geschäftsjahr 2013|14 erstmalig verpfl ichtend anzuwenden.

Anpassungen gemäß IAS 8

Zur Verbesserung der Vergleichbarkeit der Berichterstattung zu Pensionen und ähnlichen Verpfl ich tungen hat AGRANA beschlossen, im Rahmen des derzeit gültigen IAS 19 (Leistungen an Arbeit nehmer) versicherungsmathematische Gewinne und Verluste vollständig in der Periode zu erfassen, in der sie entstehen. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden ab dem Geschäftsjahr 2011|12 – unter Berücksichtigung latenter Steuern – in den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Die Änderung der Bilanzierung wurde rückwirkend vorgenommen und hat Auswirkungen auf die Konzern-Gesamtergebnis rechnung und auf die Konzernbilanz, nicht aber auf die Zwischensummen der Konzern-Geldfl ussrechnung.

Mit Ausnahme der beschriebenen Änderungen bezüglich der Bilanzierung und Bewertung der Pensionsverpfl ichtungen hat AGRANA keine weiteren Änderungen bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen.

Bei rückwirkend angewendeten Änderungen der Bilanzierung verlangt IAS 8 die zusätzliche Angabe der Eröff nungsbilanz der frühesten Vergleichsperiode. Entsprechend ist eine Bilanz zum 28. Februar 2010 angegeben. Die zum 1. Marz 2010 bzw. zum 28. Februar 2011 vorge nommenen Anpassungen der betroff enen Posten in der Konzernbilanz, in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung sowie in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2010|11 sind nachfolgend dargestellt:

Konzernbilanz

Betrag
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
1.003.735
30.845
884.180 0 884.180
1.888.388 473 1.887.915
898.500 –6.154 904.654
358.503 –6.154 364.657
294.862 6.627 288.235
44.263
17.725 –1.644 19.369
695.026 0 695.026
1.888.388 473 1.887.915
981.837
31.000
1.010.365 0 1.010.365
1.992.664 462 1.992.202
970.694
421.025 –6.539 427.564
343.328
41.957
19.088
678.180 0 678.180
Betrag
1.004.208
31.318
52.534
982.299
31.462
964.155
350.329
50.634
IAS 19-
473
473
8.271
462
462
–6.539
7.001
8.677
17.412
–1.676

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in t€ Betrag
angepasst
IAS 19-
Anpassung
Betrag
ver-
öff entlicht
2010 11
Personalaufwand –225.231 570 –225.801
Ergebnis der Betriebstätigkeit 128.623 570 128.053
Ergebnis vor Ertragsteuern 109.664 570 109.094
Ertragsteuern –22.603 –195 –22.408
Konzernjahresergebnis 87.061 375 86.686

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Betrag IAS 19- Betrag
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
87.061 375 86.686
5.737 0 5.737
–651 0 –651
121 0 121
–973 0 –973
14 0 14
–976 –976 0
216 216 0
3.488 –760 4.248
90.549 –385 90.934
88.390 –385 88.775
2.159 0 2.159

3. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfl uss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonso li dierung einbezogen, sofern deren Einfl uss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einfl usses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 63 (Vorjahr: 59) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 7 (Vorjahr: 9) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der vollkonsolidierten und quotenkonsolidierten einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befi ndet sich auf Seite 152f.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2011|12 wie folgt verändert:

Voll-
konsolidierung
Quoten-
konsolidierung
Stand 01. 03. 2011 59 9
Wechsel Einbeziehungsart 4 –1
Erstmalige Einbeziehung 1 0
Verschmelzung –1 0
Abgang 0 –1
Stand 29. 02. 2012 63 7

Erstmalige Einbeziehung

█ AGRANA Juice Ukraine TOV, Winniza|Ukraine Tätigkeit: Produktion von Saftkonzentraten Einbeziehungszeitpunkt (Gründung): August 2011 Anteil: 100 % Gründungskosten in bar: 2 t€ Die Einbeziehung der AGRANA Juice Ukraine TOV führte zu keinem Unterschiedsbetrag.

Wechsel der Einbeziehungsart

  • █ AGRANA AGRO SRL, Roman|Rumänien Tätigkeit: Anbau von Getreide, Verarbeitung von Hülsenfrüchten Einbeziehungszeitpunkt: Juli 2011 Wechseltatbestand: Von "Nicht einbezogene Tochterunternehmen" zu "Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises" Anteil: 100 % Anschaff ungskosten in bar: 1 t€ Die Einbeziehung der AGRANA AGRO SRL führte zu keinem Unterschiedsbetrag.
  • █ AGRANA BUZAU SRL, Buzău|Rumänien Tätigkeit: Herstellung von Zucker Einbeziehungszeitpunkt: Juli 2011 Wechseltatbestand: Von "Nicht einbezogene Tochterunternehmen" zu "Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises" Anteil: 100 % Anschaff ungskosten in bar: 23 t€ Die Einbeziehung der AGRANA BUZAU SRL führte zu keinem Unterschiedsbetrag.
  • █ AGRANA TANDAREI SRL, Ţăndărei|Rumänien Tätigkeit: Herstellung von Zucker Einbeziehungszeitpunkt: Juli 2011 Wechseltatbestand: Von "Nicht einbezogene Tochterunternehmen" zu "Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises" Anteil: 100 % Anschaff ungskosten in bar: 23 t€ Die Einbeziehung der AGRANA TANDAREI SRL führte zu keinem Unterschiedsbetrag.

100 █ AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD, Xianyang City|China Tätigkeit: Produktion von Saftkonzentraten Einbeziehungszeitpunkt: August 2011 Wechseltatbestand: Von "Unternehmen, die nach der Quoten-Methode bewertet wurden" zu "Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises" Anteil: 100 %

Verschmelzung

Die AGRANA Juice Romania Carei SRL, Carei|Rumänien, wurde im Jänner 2012 auf die AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui|Rumänien, als übernehmende Gesellschaft verschmolzen. Es entstanden keine Entkonsolidierungseff ekte.

Abgang

Der Abgang betraf die Gesellschaft Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City|China, im Rahmen der Joint Venture-Trennung.

Beschreibung der Joint Venture-Trennung

Ende Juli 2011 wurde die Aufl ösung von zwei chinesischen Joint Venture-Verträgen abgeschlossen. Die beiden Gemeinschaftsunternehmen, die in China Apfelsaftkonzentrat produzieren, waren bis dahin nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen. AGRANA hat im Zuge der Vertragsaufl ösung 100 % der Anteile an der bisherigen Joint Venture-Gesellschaft Xianyang Andre Juice Co., Ltd. übernommen; diese wird seit dem 1. August 2011 vollkonsolidiert.

Effekte aus der Joint Venture-Trennung

Der Wert der von AGRANA vollständig abgegebenen Anteile an der bisherigen Joint Venture-Gesellschaft Yongji Andre Juice Co., Ltd. wurde auf Basis eines externen Bewertungsgutachtens mit 6.000 t€ bestimmt, jener der von AGRANA übernommenen Anteile an der Xianyang Andre Juice Co., Ltd. mit 11.500 t€; die Yongji Andre Juice Co., Ltd. wurde zum 1. August 2011 entkonsolidiert. Als Wertausgleich musste AGRANA 5.500 t€ an den ehemaligen Joint Venture-Partner Yantai North Andre leisten, der nun 100 % an der zweiten Joint Venture-Gesellschaft Yongji Andre Juice Co., Ltd. hält. Der Wertausgleich wird als Investition in Finanzanlagen in der Konzern-Geldfl uss rechnung ausgewiesen.

Das Nettovermögen der Xianyang Andre Juice Co., Ltd. (zu 100 %) zum Zeitpunkt der erstmaligen Vollkonsolidierung und der sich aus der Akquisition ergebende Goodwill ist nachfolgend ersichtlich:

in t€ Buchwerte zum
Erwerbszeitpunkt
Langfristiges Vermögen 14.338
Vorräte 2.744
Forderungen und andere Vermögenswerte 6.517
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere 69
Kurzfristiges Vermögen 9.330
Summe Vermögen 23.668
abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten –15.808
Nettovermögen (Eigenkapital) 7.860
Goodwill 15.140
Kaufpreis 23.000

Die Trennung der Joint Ventures führte insgesamt zu einer Erhöhung der Firmenwerte um 3.109 t€ und zu einem Aufwand von –1.433 t€. Die seit der erstmaligen Vollkonsolidierung zum 1. August 2011 einbezogenen Umsatzerlöse beliefen sich auf rund 8.286 t€.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen die gemeinschaftlich geführte HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza|Ungarn, an der die AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit 50 % beteiligt ist, sowie deren Tochtergesellschaft Hungranatrans Kft., Szabadegyháza|Ungarn, und die GreenPower E85 Kft., Szabadegyháza|Ungarn. Weiters werden die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, die STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina, die AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, die AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, der Quotenkonsolidierung unterzogen.

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Langfristiges Vermögen 99.536 129.736
Vorräte 25.571 29.525
Forderungen und andere Vermögenswerte 79.628 57.632
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Wertpapiere 10.055 3.924
Kurzfristiges Vermögen 115.254 91.081
Summe Aktiva 214.790 220.817
Eigenkapital 91.129 99.914
Langfristige Schulden 10.104 20.077
Kurzfristige Schulden 113.557 100.826
Summe Passiva 214.790 220.817
Umsatzerlöse 370.172 297.791
Sonstige Aufwendungen/Erträge –336.644 –272.071
Jahresüberschuss 33.528 25.720

3.1. BILANZSTICHTAG

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

█ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaff ungskosten zu den identifi zierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbs. Übersteigen die Anschaff ungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den Immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschieds beträge werden in der Periode des Erwerbs ertragswirksam erfasst.

█ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

█ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

█ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

5. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfi nanzierung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.

█ Diff erenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
in € Währungs- 29. 02. 2012 28. 02. 2011 01. 03. 2011– 01. 03. 2010–
einheit 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Ägypten EGP 8,18 8,12 8,26 7,52
Argentinien ARS 5,82 5,56 5,79 5,20
Australien AUD 1,24 1,36 1,33 1,41
Bosnien BAM 1,96 1,96 1,96 1,96
Brasilien BRL 2,29 2,29 2,33 2,29
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 8,46 9,09 8,89 8,87
Dänemark DKK 7,44 7,46 7,45 7,45
Fiji FJD 2,35 2,51 2,47 2,51
Südkorea KRW 1.502,28 1.557,85 1.536,01 1.516,73
Marokko MAD 11,18 11,24 11,24 11,10
Mexiko MXN 17,19 16,74 17,41 16,47
Polen PLN 4,14 3,98 4,18 3,97
Rumänien RON 4,35 4,21 4,25 4,23
Russland RUB 39,14 39,90 40,85 39,97
Serbien CSD 110,19 103,22 102,33 104,04
Südafrika ZAR 10,01 9,64 10,21 9,55
Tschechien CZK 24,84 24,35 24,74 25,01
Türkei TRY 2,35 2,21 2,37 2,00
USA USD 1,34 1,38 1,38 1,32
Ukraine UAH 10,75 10,91 11,04 10,45
Ungarn HUF 288,71 270,72 283,64 275,84

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

6. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

6.1. ÄNDERUNG VON BILANZIERUNGSMETHODEN

█ Die Erläuterungen zur geänderten Ausübung des Wahlrechts des bestehenden IAS 19 befi nden sich auf Seite 96ff .

6.2. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

█ Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaff ungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle Immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Defi nition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzufl üssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

█ Die Sachanlagen werden zu Anschaff ungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wird im Geschäftsjahr eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzie rung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstel lungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsguts führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

15 bis 50 Jahre
10 bis 15 Jahre
3 bis 10 Jahre

█ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzufl üsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

6.3. ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND

█ Zuschüsse der öff entlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

6.4. FINANZINSTRUMENTE

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Ausleihungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige fi nanzielle Vermögenswerte
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzielle Schulden

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige fi nanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoff derivate
  • Sonstige Derivate

█ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaff ungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

█ Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet, zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen wurden mit dem Barwert angesetzt.

█ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaff ungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaff ungskosten und Tilgungsbetrag nach der Eff ektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt ("held to maturity"). Bei Wertpapieren, die für Handelszwecke gehalten werden ("held for trading"), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten, dabei werden Stichtagsgewinne bzw. -verluste erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in eine gesonderte Rücklage im

Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinnund Verlustrech nung ausgewiesen werden ("available for sale").

█ Die Erfassung von fi nanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

█ Wenn substanzielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden mit dem Nominalwert angesetzt, der regelmäßig dem Marktwert entspricht. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaff ungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashfl ow-Hedge-Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öff entliche Notierung, Angaben von Banken oder mit Hilfe fi nanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Diff erenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Eff ektivzins methode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Aus buchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Wert berich tigungen werden über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberich tigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaff ungskosten.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugefl ossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Eff ektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaff ungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

6.5. VORRÄTE

█ Die Vorräte werden zu Anschaff ungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

6.6. EMISSIONSZERTIFIKATE

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschrift en IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öff entlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifi kate sind Immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaff ungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifi kate (ein Zertifi kat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung von CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaff ungskosten zugekaufter Zertifi kate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifi katen zum jeweiligen Bewertungs stichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits angeschaff t wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.7. WERTMINDERUNG

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmen werten und Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzwert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzwert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashfl ows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifi schen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashfl ow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzwertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashfl ow ermittelt werden kann (cash generating unit).

█ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroff enen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie "available for sale" – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaff ungs- oder Herstellungskosten und Nutzwert.

6.8. VERPFLICHTUNGEN GEGENÜBER ARBEITNEHMERN

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen triff t AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpfl ichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung (Defi ned Benefi t Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

█ Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen beziehungsweise aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpfl ichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt.

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 4,5 % (Vorjahr: 5,0 %) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfi nanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpfl ichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

6.9. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpfl ichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpfl ichtung zu einem Abfl uss von Ressourcen führen wird und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpfl ichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpfl ichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpfl ichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

6.10. STEUERABGRENZUNGEN

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren möglich ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungsund Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden.

█ Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpfl ichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die ausgewiesenen laufenden Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

█ Werden Erträge und Aufwendungen direkt im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, unter anderen über die zukünftige Ertragssituation in der betreff enden Konzerngesellschaft.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpfl ichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

6.11. GEWINNREALISIERUNG

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfi nanzierungen und Finanzierungs-Leasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Eff ektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

6.12. UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND SCHÄTZUNGEN

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpfl ichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinfl ussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Immateriellen Vermögenswerten (Buchwert zum 29. 02. 2012: 26.051 t€), Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert zum 29. 02. 2012: 222.332 t€) und Sachanlagen (Buchwert zum 29. 02. 2012: 595.924 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Prognoserechnungen für die Cashfl ows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre. Der Abzinsungssatz orientiert sich an der Branche, am Unternehmens risiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 9,1 % und 9,6 % (Vorjahr: 8,1 % und 9,6 %).
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative fi nanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpfl ichtungen (Buchwert zum 29. 02. 2012: 52.674 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
  • Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um ±1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übriger Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (24a) angeführten Rückstellungen:
Rechnungszinssatz
in t€ + 1 Prozent- – 1 Prozent
punkt punkt
Pensionen 3.058 3.613
Abfertigungen 1.920 2.197
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert zum 29. 02. 2012: 29.764 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpfl ichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzun gen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der Übrigen Rückstellungen (Buchwert zum 29. 02. 2012: 39.174 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden in der Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt.

█ Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroff enen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

6.13. ÄNDERUNG VON BILANZIERUNGSMETHODEN

█ Mit Ausnahme des Übergangs von der Korridormethode auf die erfolgsneutrale Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten im sonstigen Ergebnis (OCI) gab es im Geschäftsjahr 2011|12 keine wesentlichen Änderungen von Bilanzierungs- und Bewer tungsmethoden. Diese Änderung wird in den Kapiteln 2. Allgemeine Grundlagen (siehe Seite 93ff ) und 6. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Punkt 6.10. Steuerabgrenzungen (siehe Seite 108) erläutert.

7. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Note (1)

7.1. UMSATZERLÖSE

in t€ 2011 12 2010 11
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 2.382.924 2.026.331
Handelswarenerlöse 188.289 131.831
Leistungserlöse 6.418 7.740
Summe 2.577.631 2.165.902

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Informationen zu den Geschäftssegmenten (siehe Seite 92) ausgewiesen.

28 % des Konzernumsatzes werden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt.

Note (2)

7.2. BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN

in t€ 2011 12 2010 11
Veränderungen des Bestandes an
fertigen und unfertigen Erzeugnissen 187.035 18.428
Andere aktivierte Eigenleistungen 4.208 3.115

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 187.035 (Vorjahr: 18.428) t€ resultierte vor allem aus dem Segment Zucker mit 126.925 (Vorjahr: 1.755) t€ und dem Segment Frucht (insbesondere aus den Juice-Aktivitäten) mit 51.121 (Vorjahr: 12.421) t€.

Note (3)

7.3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

in t€ 2011 12 2010 11
Erträge aus
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 10.672 4.455
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 5.327 1.607
Kursgewinnen 2.961 0
Derivaten 2.885 848
Leistungen an Dritte 2.828 5.931
Miet- und Pachtverträgen 1.174 1.207
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 314 495
Übrige 10.747 16.550
Summe 36.908 31.093

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen beispielsweise Erträge aus der Veräußerung von Rohmaterial und Betriebsstoff en, Erträge aus Schadenersatzleistungen oder Erträge aus Lohnbearbeitung.

Note (4)

7.4. MATERIALAUFWAND

in t€ 2011 12 2010 11
Aufwendungen für
Rohstoff e 1.114.154 819.139
Hilfs-/Betriebsstoff e und bezogene Waren 752.921 649.021
bezogene Leistungen 52.680 33.401
Summe 1.919.755 1.501.561

Note (5)

7.5. PERSONALAUFWAND

in t€ 2011 12 2010 11 IAS 19- 2010 11
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
Löhne und Gehälter 192.416 176.817 0 176.817
Soziale Abgaben 46.748 43.706 0 43.706
Aufwendungen für Altersversorgung 1.790 893 –570 1.463
Aufwendungen für Abfertigungen 4.243 3.815 0 3.815
Summe 245.197 225.231 –570 225.801

Die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind im Personal aufwand ohne Zinsanteil ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 2.651 (Vorjahr: 2.753) t€ im Finanzergebnis enthalten.

Im Geschäftsjahr 2011|12 wurden 6.617 (Vorjahr: 7.040) t€ als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2011 12 2010 11
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 5.695 6.045
Angestellte 2.228 2.138
Lehrlinge 59 60
Summe 7.982 8.243
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 1.812 1.746
Ungarn 475 470
Rumänien 756 807
Restliche EU 1.546 1.538
EU-27 4.589 4.561
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.025 1.272
Übriges Ausland 2.368 2.410
Summe 7.982 8.243

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von gemeinschaftlich geführten Unternehmen stellt sich wie folgt dar (50 %):

Summe 364 390
Angestellte 86 100
Arbeiter 278 290
2011 12 2010 11

Note (6) 7.6. ABSCHREIBUNGEN

in t¤ 2011 12 2010 11
Gesamt Abschrei- Wertminde- Gesamt Abschrei- Wertminde-
bungen rungen bungen rungen
Immaterielle Vermögenswerte 8.180 8.180 0 7.462 7.462 0
Sachanlagen 68.428 68.428 0 71.720 69.911 1.809
Abschreibungen im operativen Ergebnis 76.608 76.608 0 79.182 77.373 1.809
Abschreibungen im
Ergebnis der Betriebstätigkeit 76.608 76.608 0 79.182 77.373 1.809
Finanzanlagen 0 0 0 7 7 0
Zu-/Abschreibungen im Finanzergebnis 0 0 0 7 7 0
Summe 76.608 76.608 0 79.189 77.380 1.809

Die Wertminderungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2011 12 2010 11
Segment Zucker 0 838
Segment Stärke 0 971
Segment Frucht 0 0
Summe 0 1.809

7.7. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

in t€ 2011 12 2010 11
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 117.562 106.964
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 112.809 96.645
Rübenbauernvergütung 28.600 0
Fremdleistungen für Betrieb 11.394 12.722
Werbeaufwendungen 10.542 7.321
Miete und Pachtaufwand 7.304 8.352
Forschung und Entwicklung (extern) 6.466 6.392
Sonstige Steuern 5.952 6.390
Umwidmung Nicht-Quotenzucker 4.659 0
Produktionsabgabe 4.589 4.399
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 500 1.393
Derivate 234 409
Kursverluste 0 1.008
Übrige 22.620 31.946
Summe 333.231 283.941

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich insgesamt auf 15.139 (Vorjahr: 14.478) t€.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Nachzahlungen für Industriezuckerverkäufe, Kosten für Leasing und Vermietung, Schadenersatz, Risikovorsorge sowie Abfallentsorgung enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Abschlussprüfer KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft betragen 320 (Vorjahr: 317) t€ sowie für die MULTICONT Revisions- und Treuhand Gesellschaft m.b.H. 179 (Vorjahr: 183) t€. Die Aufwendungen betrafen zur Gänze die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen); andere Beratungsleistungen durch die Abschlussprüfer sind nicht angefallen.

Note (8)

7.8. ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEIT

in t€ 2011 12 2010 11
angepasst
IAS 19-
Anpassung
2010 11
ver-
öff entlicht
Operatives Ergebnis 232.424 128.623 570 128.053
Ergebnis aus Sondereinflüssen –1.433 0 0 0
Summe 230.991 128.623 570 128.053

Note (7)

Note (9)

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen in Höhe von –1.433 t€ resultiert aus der Restrukturierung im Rahmen der Joint Venture-Trennung der chinesischen Juice-Gesellschaften und wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Position Sonstige betriebliche Aufwendungen gezeigt.

7.9. FINANZERTRÄGE

in t€ 2011 12 2010 11
Zinserträge 10.864 12.642
Sonstige Finanzerträge
Beteiligungserlöse aus verbundenen Unternehmen 1.029 1.029
Gewinn aus Derivaten 1.166 1.260
Übrige fi nanzielle Erträge 153 49
Summe 13.212 14.980

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2011 12 2010 11
Segment Zucker 9.338 10.788
Segment Stärke 331 115
Segment Frucht 1.195 1.739
Summe 10.864 12.642

7.10. FINANZAUFWENDUNGEN Note (10)

in t€ 2011 12 2010 11
Zinsaufwendungen 32.984 28.502
Sonstige Finanzaufwendungen
Währungsverluste 775 2.499
Verluste aus Derivaten 2.369 982
Übrige fi nanzielle Aufwendungen 1.819 1.956
Summe 37.947 33.939

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2011 12 2010 11
Segment Zucker 9.817 5.650
Segment Stärke 3.363 3.060
Segment Frucht 19.804 19.792
Summe 32.984 28.502

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen von 2.651 (Vorjahr: 2.753) t€.

Das Finanzergebnis (Erträge und Aufwendungen kumuliert) setzt sich wie folgt zusammen:

in t€ 2011 12 2010 11
Zinsergebnis –22.120 –15.860
Währungsergebnis –775 –2.499
Beteiligungsergebnis 1.029 1.029
Veräußerungsergebnis –174 –51
Sonstiges Finanzergebnis –2.695 –1.578
Summe –24.735 –18.959

Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Verlust in Höhe von 775 t€. Dieser setzt sich aus einem realisierten Verlust von –2.078 t€ und einem nicht realisierten Gewinn in Höhe von 1.303 t€ zusammen.

7.11. ERTRAGSTEUERN Note (11)

Die eff ektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreff en in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

in t€ 2011 12 2010 11 IAS 19- 2010 11
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
Eff ektive Steuern 47.990 20.993 0 20.993
– davon Inland 20.973 3.471 0 3.471
– davon Ausland 27.017 17.522 0 17.522
Latente Steuern 2.593 1.610 195 1.415
– davon Inland 3.395 1.132 185 947
– davon Ausland –802 478 10 468
Steueraufwand 50.583 22.603 195 22.408
– davon Inland 24.368 4.603 185 4.418
– davon Ausland 26.215 18.000 10 17.990

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2011 12 2010 11 IAS 19- 2010 11
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
Verminderung (–)/Erhöhung (+)
aktiver latenter Steuer gem. Konzernbilanz –1.698 617 462 155
Verminderung (+)/Erhöhung (–)
passiver latenter Steuer gem. Konzernbilanz 159 1.957 1.676 281
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer –1.539 2.574 2.138 436
– davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen
(Neubewertung, Cashfl ow-Hedges, IAS 19, Sonstige) 1.054 4.184 2.333 1.851
– davon erfolgswirksame Veränderungen –2.593 –1.610 –195 –1.415

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

in t€ 2011 12 2010 11
angepasst
IAS 19-
Anpassung
2010 11
ver-
öff entlicht
Ergebnis vor Ertragsteuern 206.256 109.664 570 109.094
Österreichischer Steuersatz 25 % 25 % 25 %
Theoretischer Steueraufwand 51.564 27.416 143 27.273
Veränderung des theoretischen
Steueraufwandes aufgrund
abweichender Steuersätze –9.103 –949 0 –949
Steuerminderung durch steuerfreie
Erträge und steuerliche Abzugsposten –1.554 –1.560 0 –1.560
Steuererhöhung aufgrund nicht
absetzfähiger Aufwendungen
und steuerlicher Zurechnungen 1.789 2.401 0 2.401
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 2.481 1.397 0 1.397
nicht temporärer Diff erenzen
aus Konsolidierungsmaßnahmen 5.406 –6.154 0 –6.154
IAS 19-Anpassung 0 52 52 0
Ertragsteuern 50.583 22.603 195 22.408
Eff ektive Steuerquote 24,5 % 20,6 % 20,5 %

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25 %.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Bioethanol GmbH, Agrofrucht GmbH, AGRANA J & F Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungsund Asset-Management GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft mbH und AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpfl ichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 12.692 (Vorjahr: 14.919) t€ nicht aktiviert. Zum Bilanzstichtag bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, in Höhe von 62.074 (Vorjahr: 74.386) t€.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 2.619 t€ (Vorjahr veröff entlicht: –1.077 t€; Vorjahr inkl. IAS 19-Anpassung: 1.256 t€).

7.12. ERGEBNIS JE AKTIE Note (12)

2011|12 2010|11 IAS 19- 2010|11 angepasst Anpassung ver öff entlicht Konzernjahresergebnis, das den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist 152.360 t€ 84.890 t€ 375 t€ 84.515 t€ Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war (in Stück) 14.202.040 14.202.040 – 14.202.040 Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 10,73 € 5,98 € 0,03 € 5,95 € Dividende je Aktie 3,60 €1 2,40 € – 2,40 €

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2011|12 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 51.127 (Vorjahr: 34.085) t€ ausgeschüttet.

8. ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSSRECHNUNG

Die Geldfl ussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschrift en des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Auswirkungen von Akquisitionen sind in der Position Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten dargestellt.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

8.1. CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT (Note 13)

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis beträgt 250.115 (Vorjahr 169.049) t€, das entspricht 9,70 % (Vorjahr: 7,81 %) des Umsatzes. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen unter anderem die nicht realisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses –1.303 (Vorjahr: Währungsverluste 3.251) t€, die Auswirkungen der latenten Steuern +1.539 (Vorjahr: –2.574) t€, zahlungsunwirksame eff ektive Steuern 18.680 (Vorjahr: 1.999) t€ und das zahlungswirksame Sonderergebnis aus der Joint Venture-Trennung in Höhe von 1.433 t€. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital führt zu einem Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit von 43.181 (Vorjahr 75.430) t€.

Im Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen enthalten:

in t€ 2011 12 2010 11
Zinseinzahlungen 15.893 12.197
Zinsauszahlungen 29.838 26.643
Steuerauszahlungen 29.310 18.994
Dividendeneinzahlungen 1.029 1.029

Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

8.2. CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT Note (14)

Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 97.857 (Vorjahr: 51.589) t€ benötigt.

Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte stiegen auf 96.942 (Vorjahr: 55.859) t€.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 2.680 (Vorjahr: 3.978) t€.

Im Geschäftsjahr wurden Auszahlungen für den Erwerb von Geschäftseinheiten ausgewiesen, die den Erwerb von 50 % an der bisherigen Joint Venture-Gesellschaft Xianyang Andre Juice Co., Ltd. betreff en. Die Auszahlungen aus diesem Erwerb setzen sich aus den übernommenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 35 t€ abzüglich des Kaufpreises in Höhe von 5.500 t€ zusammen.

8.3. CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT (Note 15)

Im Geschäftsjahr 2011|12 stiegen die Finanzverbindlichkeiten um 113.405 (Vorjahr: 3.160) t€. Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

9. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(Note 16)

9.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

in t€ Firmenwerte Geschäfts-/ Konzessionen,
Lizenzen,
Summe
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2011 219.223 91.336 310.559
Währungsdiff erenzen 0 –44 –44
Konsolidierungskreisänderungen 3.109 26 3.135
Zugänge 0 4.650 4.650
Umbuchungen 0 187 187
Abgänge 0 –9.920 –9.920
Stand 29. 02. 2012 222.332 86.235 308.567
in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2011 0 62.008 62.008
Währungsdiff erenzen 0 –43 –43
Laufende Abschreibungen 0 8.180 8.180
Umbuchungen 0 –90 –90
Abgänge 0 –9.871 –9.871
Stand 29. 02. 2012 0 60.184 60.184
Buchwert 29. 02. 2012 222.332 26.051 248.383
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2010 220.280 98.263 318.543
Währungsdiff erenzen 0 275 275
Konsolidierungskreisänderungen 0 1 1
Zugänge 0 2.443 2.443
Umbuchungen 0 2.256 2.256
Abgänge –1.057 –11.902 –12.959
Stand 28. 02. 2011 219.223 91.336 310.559
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2010 0 66.097 66.097
Währungsdiff erenzen 0 225 225
Laufende Abschreibungen 0 7.462 7.462
Abgänge 0 –11.776 –11.776
Stand 28. 02. 2011 0 62.008 62.008
Buchwert 28. 02. 2011 219.223 29.328 248.551

█ Die Abgänge im Bereich der Immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 9.920 t€ betreff en im Wesentlichen Abgänge von Patenten (8.689 t€).

█ Die Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von 3.109 t€ bei den Firmenwerten betreff en die Joint Venture-Trennung der beiden chinesischen Juice-Gesellschaften.

█ Die Immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie langfristige Anzahlungen ausgewiesen.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 21.384 (Vorjahr: 21.384) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr: 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 198.858 (Vorjahr: 195.749) t€.

█ Um die Vorschrift en des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units, kurz: CGUs) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht defi niert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und Immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Wert des erwarteten Mittelzufl usses aus dem Vermögenswert ermittelt.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashfl ow) auf den erwarteten Mittelzufl uss der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashfl ows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Aufsichtsratsgremien validierte bzw. beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungs zeitraum wird eine gleich bleibende, infl ationsbedingte Wachstumsrate von 0,75 % p. a. (Vorjahr: 0,75 % p. a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzin sungssatz (WACC) beträgt für das Segment Frucht 9,5 % (Vorjahr: 9,6 %), für das Segment Stärke 9,6 % (Vorjahr: 8,5 %) und das Segment Zucker 9,1 % (Vorjahr: 8,1 %).

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Marktund Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

█ Im Hinblick auf die Ermittlung des Nutzungswertes für die CGUs ist das Management der AGRANA-Gruppe davon überzeugt, dass realistische Änderungen der wesentlichen Annahmen für die Ermittlung des erzielbaren Betrags der CGUs des Konzerns nicht zu einer Wertminderung führen würden. Die Überdeckung im Segment Frucht beträgt 201 m€ (Vorjahr: 121 m€), im Segment Stärke 449 m€ (Vorjahr: 400 m€) und im Segment Zucker 86 m€ (Vorjahr: 80 m€).

█ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen.

█ Wäre der WACC um 1 % angestiegen, wäre in keinem der Segmente Wertberichtigungsbedarf der Geschäfts-/Firmenwerte gegeben gewesen.

█ Am Bilanzstichtag waren keine anderen Immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

(Note 17)

9.2. SACHANLAGEN

in t€ Grundstücke, Technische
grundstücks-
gleiche Rechte
Anlagen
und
Andere
Anlagen,
Betriebs-
Anlagen
in Bau
Fremd-
kapital-
kosten
Summe
und Bauten Maschinen und
Geschäfts-
GESCHÄFTSJAHR 2011 12 ausstattung
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 01. 03. 2011 469.404 993.995 171.636 29.588 0 1.664.623
Währungsdiff erenzen –5.202 –7.734 –597 –275 4 –13.804
Konsolidierungs-
kreisänderungen 1.057 2.353 161 88 0 3.659
Zugänge 18.657 22.736 11.574 39.374 102 92.443
Umbuchungen 8.485 15.988 1.819 –26.479 0 –187
Abgänge –3.232 –2.524 –2.941 –44 0 –8.741
Zuschüsse –8 –319 –22 0 0 –349
Stand 29. 02. 2012 489.161 1.024.495 181.630 42.252 106 1.737.644
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2011 251.401 703.026 131.951 536 0 1.086.914
Währungsdifferenzen –2.294 –4.855 –485 0 0 –7.634
Konsolidierungs-
kreisänderungen 293 926 51 0 0 1.270
Laufende
Abschreibungen 13.700 44.129 10.545 54 0 68.428
Umbuchungen 50 40 0 0 0 90
Abgänge –2.279 –2.288 –2.781 0 0 –7.348
Stand 29. 02. 2012 260.871 740.978 139.281 590 0 1.141.720
Buchwert 29. 02. 2012 228.290 283.517 42.349 41.662 106 595.924
in t€ Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, in Bau
gleiche Rechte Maschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung

GESCHÄFTSJAHR 2010|11 Anschaff ungs- und

Stand 01. 03. 2010 464.326 979.623 167.000 18.504 1.629.453
Währungsdiff erenzen 1.697 2.925 405 –105 4.922
Konsolidierungs
kreisänderungen –64 0 0 0 –64
Zugänge 3.228 15.783 7.261 27.144 53.416
Umbuchungen 3.333 8.295 1.941 –15.825 –2.256
Abgänge –3.116 –12.631 –4.971 –130 –20.848
Stand 28. 02. 2011 469.404 993.995 171.636 29.588 1.664.623
in t€ Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Andere
Anlagen,
Maschinen Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Anlagen
in Bau
Summe
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2010 238.751 666.046 126.391 477 1.031.665
Währungsdiff erenzen 445 1.981 328 –3 2.751
Konsolidierungs
kreisänderungen –42 0 0 0 –42
Laufende
Abschreibungen 14.002 45.736 10.173 0 69.911
Wertminderung 808 841 0 160 1.809
Umbuchungen –70 70 0 0 0
Abgänge –2.493 –11.648 –4.941 –98 –19.180
Stand 28. 02. 2011 251.401 703.026 131.951 536 1.086.914
Buchwert 28. 02. 2011 218.003 290.969 39.685 29.052 577.709

█ Zugänge von Sachanlagen und Immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/ Firmenwerte):

in t€ 2011 12 2010 11
Segment Zucker 25.328 16.031
Segment Stärke 29.303 8.996
Segment Frucht 42.462 30.832
Summe 97.093 55.859

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

█ Die Zuschüsse betreff en eine Investitionsförderung des Landes Niederösterreich (Segment Zucker) und eine Investitionsförderung in Rumänien (Segment Frucht).

█ Der Zinssatz der Fremdkapitalkosten beträgt 5,45 %.

█ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungs leasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

in t€ 2011 12 2010 11
Anschaff ungskosten 246 300
abzüglich kumulierter Abschreibungen –98 –121
Buchwert 148 179

█ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpfl ichtungen in folgendem Umfang:

in t€ 2011 12 2010 11
Im folgenden Jahr 2.446 2.657
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 4.656 6.287
Über 5 Jahre 487 603

█ Aufwendungen aus operativen Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen betrugen 9.491 (Vorjahr: 10.414) t€.

█ Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

9.3. WERTPAPIERE, BETEILIGUNGEN UND AUSLEIHUNGEN (Note 18)

in t€ Beteiligungen
und
Ausleihungen
Wertpapiere
(langfristige
Vermögens-
werte)
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Stand 01. 03. 2011 6.152 104.598 110.750
Währungsdiff erenzen –1 10 9
Zugänge 1.120 598 1.718
Abgänge –6 –424 –430
Neubewertung (IAS 39) 0 127 127
Stand 29. 02. 2012 7.265 104.909 112.174

GESCHÄFTSJAHR 2010|11

Stand 28. 02. 2011 6.152 104.598 110.750
Neubewertung (IAS 39) 0 –467 –467
Abgänge –902 0 –902
Abschreibungen –7 0 –7
Zugänge 36 79 115
Währungsdiff erenzen –2 9 7
Stand 01. 03. 2010 7.027 104.977 112.004

█ Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

█ Der Zugang im Bereich der Beteiligungen betriff t mit 1.000 t€ vor allem die Gründung der YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH, Kröllendorf (pol. Gemeinde Allhartsberg).

124

Note (19)

9.4. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 290.760 275.332
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 117 61
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 22.904 12.855
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 30 124
Positiver Marktwert Derivate 6.335 2.992
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 5.374 8.388
Forderungen aus Zuschüssen 3.800 3.841
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0 3.841
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 2.708 0
Forderungen aus Altlastsanierung 1.650 1.506
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.432 1.308
Versicherung und Schadensvergütung 655 1.094
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 646 1.089
Kautionen 52 40
Sonstige Vermögenswerte 39.588 32.474
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 4.161 7.134
Zwischensumme Finanzinstrumente 373.826 338.522
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 6.386 13.557
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 99.284 63.220
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 172 270
Rechnungsabgrenzungsposten 7.408 5.727
Geleistete Anzahlungen 18.760 6.465
Summe 499.278 413.934
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 6.558 13.827

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungs verkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 297.914 283.227
abzüglich Wertberichtigungen –7.154 –7.895
Buchwert (netto) 290.760 275.332

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

in t€ 2011 12 2010 11
Wertberichtigungen 01. 03. 7.895 7.110
Währungsänderung/Sonstige Veränderung –289 –10
Zuführungen 1.159 2.835
Verbrauch –525 –1.132
Aufl ösungen –1.086 –908
Wertberichtigungen 29./28. 02. 7.154 7.895

Aus der Aufl ösung der Wertberichtigungen resultieren Zinserträge von 16 (Vorjahr: 16) t€.

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashfl ows eingeschätzt.

Im Falle von Vorfi nanzierungen von Landwirten erhält AGRANA als Sicherung Pfandrechte.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Noch nicht fällige Forderungen 237.680 207.538
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 27.568 41.113
31 bis 90 Tage 9.551 8.880
91 Tage und älter 8.807 9.906
Summe überfällige Forderungen,
die nicht wertberichtigt sind 45.926 59.899

Note (20)

9.5. AKTIVE LATENTE STEUERN

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 IAS 19- 28. 02. 2011
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
Aktive latente Steuern
Rückstellungen für Pensionen,
Abfertigungen und Jubiläumsgelder 4.385 3.002 2.138 864
Finanzanlagen (vor allem "Siebentel-
Abschreibung" auf Beteiligungen) 8.082 11.559 0 11.559
Vorräte 4.150 0 0 0
Sonstige Rückstellungen
und sonstige Schulden 4.763 4.655 0 4.655
Verlustvorträge 3.510 5.471 0 5.471
Summe Aktive latente Steuern 24.890 24.687 2.138 22.549
Saldierung von Aktiven und
Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 4.874 6.775 –1.676 8.451
Saldierte Aktive Steuerabgrenzung 29.764 31.462 462 31.000

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (27) erläutert.

126

Note (21)

9.6. VORRÄTE

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoff e 198.369 159.258
Fertige und unfertige Erzeugnisse 500.447 319.456
Waren 69.753 49.527
Summe 768.569 528.241

Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten Vorräte beträgt 19.826 (Vorjahr: 3.532) t€.

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 1.101 (Vorjahr: 213) t€ vorgenommen.

9.7. WERTPAPIERE Note (22)

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 1.352 (Vorjahr: 4.411) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquiditätsreserve dienen.

9.8. EIGENKAPITAL Note (23)

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 88 und 89 dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2011|12 unverändert. Die Gewinn rücklagen umfassen die Rücklagen "available for sale", die Rücklagen aus Cashfl ow-Hedges, die Eff ekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

█ Der Umstieg auf die erfolgsneutrale Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im sonstigen Ergebnis (OCI-Methode) führte zu einem gesonderten Ausweis der versicherungsmathematischen Eff ekte.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

Eigenkapitalquote 45,4 % 48,4 % 48,7 %
Bilanzsumme 2.362.121 1.992.664 462 1.992.202
Eigenkapital 1.072.988 964.155 –6.539 970.694
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 IAS 19- 28. 02. 2011

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofi nanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird vor allem auch die Kennzahl "Gearing" (Nettofi nanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck fi nanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfi nanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

9.9. RÜCKSTELLUNGEN Note (24)

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 IAS 19- 28. 02. 2011
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
Rückstellungen für
Pensionen 29.615 29.284 3.719 25.565
Abfertigungen 23.059 21.350 4.958 16.392
Übrige 39.174 52.758 0 52.758
Summe 91.848 103.392 8.677 94.715

Note (24a)

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschaftsbarwert verfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versiche rungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defi ned Benefi t Plan.

Für die inländischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohn-, Gehaltsund Rentensteigerungen sowie des Rechnungszinssatzes zugrunde gelegt:

in % 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Lohn-/Gehaltstrend 2,50 2,50
Rententrend 2,00 2,00
Zinssatz 4,50 5,00

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten modifi ziert.

Der Abzinsungssatz für Pensionsverpfl ichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte verwendet.

Der erwartete Ertrag des externen Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in % 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Erwarteter Ertrag des Planvermögens Europa: 4,50 4,25
Mexiko: 7,00 7,60

Die Verzinsung des Planvermögens resultiert aus der strategischen Portfolio-Strukturierung der Pensionskasse.

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 990 (Vorjahr: 660) t€ betragen.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpfl ichtung der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008
Pensionen 35.729 34.924 36.462 35.780 35.090
Abfertigungen 23.432 21.373 20.867 19.147 17.564

Historische Information zur Pensionsverpfl ichtung

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008
Barwert der Verpfl ichtung 35.729 34.924 36.462 35.780 35.090
Planvermögen 6.114 5.640 4.767 3.587 3.550
Nicht durch Planvermögen
gedeckte Verpfl ichtung 29.615 29.284 31.695 32.193 31.540

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in t€ Pensionen Abferti-
gungen
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2011 29.284 21.350
Dienstzeitaufwand 597 1.008
Zinsaufwand 1.666 985
Erwartete Erträge Planvermögen –256 –2
Versicherungsmathematische Gewinne –17 –157
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 1.990 1.834
Konsolidierungskreisänderungen 0 –156
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.256 –1.614
Dotierung Planvermögen –654 0
Währungsdiff erenz 0 0
Versicherungsmathematische Verluste (OCI-Methode) 2.251 1.645
Bilanzierte Rückstellung 29. 02. 2012 29.615 23.059
Nicht erfasste versicherungsmathematische Verluste 0 350
Marktwert Planvermögen 6.114 23
Barwert der Verpfl ichtung 29. 02. 2012 35.729 23.432
Pensionen Abfertigungen
in t€ OCI Korridor OCI Korridor
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2010
(Korridormethode) 28.154 28.154 16.109 16.109
Überleitung auf OCI-Methode 3.541 0 4.730 0
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2010
(OCI-Methode) 31.695 0 20.839 0
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2010 31.695 28.154 20.839 16.109
Dienstzeitaufwand 341 341 1.078 1.078
Zinsaufwand 1.755 1.755 998 998
Erwartete Erträge Planvermögen –278 –278 –2 –2
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste –9 369 206 302
Gesamter im Periodenergebnis
ausgewiesener Betrag 1.809 2.187 2.280 2.376
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 –44 –44
Gezahlte Versorgungsleistungen –4.110 –4.110 –2.045 –2.045
Dotierung Planvermögen –663 –663 0 0
Währungsdiff erenz –3 –3 –4 –4
Versicherungsmathematische Verluste
(OCI-Methode) 556 0 324 0
Bilanzierte Rückstellung 28. 02. 2011 29.284 25.565 21.350 16.392
Nicht erfasste versicherungs
mathematische Verluste 0 3.719 0 4.957
Marktwert Planvermögen 5.640 5.640 23 23
Barwert der Verpfl ichtung 28. 02. 2011 34.924 34.924 21.373 21.372

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Ähnliche Verpfl ichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Erfahrungsbedingte Anpassungen infolge des Unterschieds zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Verlauf betragen –587 (Vorjahr: –1.226) t€.

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008
Erfahrungsbedingte
Anpassungen
–587 –1.226 –1.418 –3.272 –1.239

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2011 12 2010 11
Planvermögen (Zeitwert) 01. 03. 5.640 4.767
Währungsdiff erenz –3 4
Tatsächliche Aufwendungen/Erträge aus Planvermögen –177 206
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 654 663
Planvermögen (Zeitwert) 29./28. 02. 6.114 5.640

Das Planvermögen betriff t insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse. Die Ver anlagung erfolgte zu 62 % (Vorjahr: 43 %) in Anleihen, 15 % (Vorjahr: 29 %) in Eigenkapital instrumente und zu 22 % (Vorjahr: 28 %) in Sonstige.

b) Übrige Rückstellungen

Note (24b)

in t€ Rekultivierung Personal-
aufwendungen
inklusive
Jubiläumsgeld
Ungewisse
Verbindlich-
keiten
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Stand 01. 03. 2011 5.485 11.163 36.110 52.758
Währungsänderungen –61 –10 –55 –126
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 15 15
Verbrauch –52 –1.194 –17.414 –18.660
Aufl ösung –1.641 –1.623 –7.464 –10.728
Zuführung 89 4.007 11.819 15.915
Stand 29. 02. 2012 3.820 12.343 23.011 39.174
– davon innerhalb 1 Jahres 27 4.744 22.006 26.777

GESCHÄFTSJAHR 2010|11

Stand 01. 03. 2010 8.703 11.956 22.006 42.665
Währungsänderungen –16 –17 39 6
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 –480 –480
Verbrauch –457 –1.745 –4.981 –7.183
Aufl ösung –3.862 –1.538 –9.149 –14.549
Zuführung 1.117 2.507 28.675 32.299
Stand 28. 02. 2011 5.485 11.163 36.110 52.758
– davon innerhalb 1 Jahres 1.356 4.028 34.403 39.787

Die übrigen Rückstellungen sind mit 12.397 (Vorjahr: 12.971) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 26.777 (Vorjahr: 39.787) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpfl ichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung. In den Rückstellungen für Personalaufwen dun gen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Rückstellungen für Prozessrisiken mit 1.507 (Vorjahr: 1.374) t€, Stationskosten VÖR (Verband Österreichischer Rübenbauern) 3.566 (Vorjahr: 9.977) t€, und andere Risikovorsorgen 3.580 (Vorjahr: 8.264) t€.

9.10. FINANZVERBINDLICHKEITEN Note (25)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
29. 02. 2012 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2011 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und
Darlehen gegenüber Dritten 473.827 271.866 178.893 23.068 361.707 254.842 95.968 10.897
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 200.000 70.000 30.000 100.000 200.000 40.000 60.000 100.000
Leasingverbindlichkeiten 148 19 129 0 165 26 139 0
Finanzverbindlichkeiten 673.975 341.885 209.022 123.068 561.872 294.868 156.107 110.897
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte) –104.909 –104.598
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte) –1.352 –4.411
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente –98.504 –70.427
Nettofi nanzschulden 469.210 382.436

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Grundpfandrechte 703 800
Sonstige Pfandrechte 19.391 21.602
Summe 20.094 22.402

Die sonstigen Pfandrechte betreff en die Besicherung eines Exportförderungskredites mit gleichem Buchwert.

9.11. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Note (26)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
29. 02. 2012 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28. 02. 2011 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 299.397 299.397 0 218.666 218.666 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen der Südzucker-Gruppe 52.267 52.267 0 8.864 8.864 0
Sonstige fi nanzielle Verbindlichkeiten 93.261 91.248 2.013 78.062 75.754 2.308
Sonstige nicht fi nanzielle Verbindlichkeiten 26.553 26.553 0 25.335 25.335 0
– davon Rechnungsabgrenzungsposten 5.238 5.238 0 7.851 7.851 0
– davon Vorauszahlungen 964 964 0 380 380 0
– davon sonstige Steuern 15.384 15.384 0 12.740 12.740 0
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4.967 4.967 0 4.364 4.364 0
Summe 471.478 469.465 2.013 330.927 328.619 2.308

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpfl ichtungen gegenüber den Rübenbauern von 127.728 (Vorjahr: 60.369) t€ ausgewiesen.

Die sonstigen fi nanziellen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlich keiten aus Derivaten.

Note (27)

9.12. PASSIVE LATENTE STEUERN

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 IAS 19- 28. 02. 2011
angepasst Anpassung ver-
öff entlicht
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 5.191 3.844 0 3.844
Vorräte und Forderungen 1.118 604 0 604
Steuerliche Sonderposten
in Einzelabschlüssen 6.070 6.189 0 6.189
Summe Passive latente Steuern 12.379 10.637 0 10.637
Saldierung von Aktiven und
Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 4.874 6.775 –1.676 8.451
Saldierte Passive Steuerabgrenzung 17.253 17.412 –1.676 19.088

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.

10. ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

10.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfi nanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschaff t und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
Eff ektivzinssatz 29. 02. 2012 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2011 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2011 12 2010 11
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 3,80 3,96 233.589 42.593 69.488 121.508 244.140 21.856 112.947 109.337
3,80 3,96 233.589 42.593 69.488 121.508 244.140 21.856 112.947 109.337
Variabler Zinssatz
BAM 5,35 5,35 344 344 0 0 494 494 0 0
CNY 6,10 0,00 5.980 5.980 0 0 0 0 0 0
EGP 8,18 0,00 397 397 0 0 258.799 214.218 43.021 1.560
EUR 2,12 2,35 340.493 199.633 139.300 1.560 0 0 0 0
GBP 1,56 0,00 1 1 0 0 30.014 30.014 0 0
HUF 7,65 6,87 46.691 46.691 0 0 962 962 0 0
KRW 5,22 5,42 3.328 3.328 0 0 7.561 7.561 0 0
PLN 5,54 5,49 7.306 7.306 0 0 0 0 0 0
MXN 6,25 0,00 20.763 20.763 0 0 0 0 0 0
USD 1,61 1,32 14.935 14.830 105 0 19.737 19.737 0 0
2,87 2,80 440.238 299.273 139.405 1.560 317.567 272.986 43.021 1.560
Summe 3,21 3,30 673.827 341.866 208.893 123.068 561.707 294.842 155.968 110.897

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten (ohne Financial Leasing) sowie verbundenen Unternehmen betrugen 673.827 (Vorjahr: 561.707) t€ und waren durchschnittlich mit 3,21 % (Vorjahr: 3,30 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, sodass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 233.589 (Vorjahr: 244.140) t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 703 (Vorjahr: 800) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 19.391 (Vorjahr: 21.602) t€ durch sonstige Pfand rechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eine Erhöhung um 28.077 t€ auf 98.504 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 1.352 (Vorjahr: 4.411) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

10.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff preisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

█ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagne-typischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.

█ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.

█ Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoff preise für Weltmarktzucker, Energie- und Getreidepreise sowie aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstoff futures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren defi nieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Kauf USD 4.711 23.346 105 –322
Verkauf USD 6.637 13
Kauf AUD 403 1.161 –4 8
Kauf CZK 15.898 12.756 130 63
Kauf HUF 18.548 17.740 740 493
Kauf PLN 95.833 51.167 3.037 –170
Verkauf PLN 1.000 28.044 –10 483
Kauf DKK 1.211
Verkauf DKK 3.220 1
Währungsderivate 144.241 137.434 4.011 556
Zinsderivate 171.439 87.229 –6.165 –1.228
Rohstoff derivate (Hedge-Accounting) 66.546 15.128 –5.856 951
Summe 382.226 239.791 –8.010 279

Die Währungs- und Rohstoff derivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu zehn Jahren ab.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Aufl ösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashfl ow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 29. Februar 2012 beträgt –3.616 (Vorjahr: 525) t€.

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, für die kein Cashfl ow-Hedge-Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juice-Aktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Fair Value-Hedge-Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

10.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der fi nanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

29. 02. 2012 28. 02. 2011
in t€ Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 85.000 85.000 85.000 85.000
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 19.909 19.909 19.598 19.598
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 104.909 104.909 104.598 104.598
(langfristig gehalten)
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 278 278 283 283
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 6.987 6.987 5.869 5.869
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Beteiligungen und 7.265 7.265 6.152 6.152
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
Forderungen aus Kredite und Forderungen 290.760 290.760 275.332 275.332
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 76.731 76.731 61.150 61.150
Derivative fi nanzielle Derivate, erfolgsneutral 3.495 3.495 14 14
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
(Hedge-Accounting)
Derivative fi nanzielle Erfolgswirksam zum beizu- 2.840 2.840 2.026 2.026
Vermögenswerte legenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Forderungen aus 373.826 373.826 338.522 338.522
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 1.352 1.352 4.411 4.411
(kurzfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 1.352 1.352 4.411 4.411
(kurzfristig gehalten)
Zahlungsmittel und Kredite und Forderungen 98.504 98.504 70.427 70.427
Zahlungsmitteläquivalente
Summe 585.856 585.856 524.110 524.110

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, positive Marktwerte von Derivaten sowie geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungszufl uss führen.

29. 02. 2012 28. 02. 2011
in t€ Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 473.827 464.389 361.707 362.893
gegenüber Kreditinstituten Anschaff ungskosten
und Darlehen bewertete Verbindlichkeiten
gegenüber Dritten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 200.000 176.425 200.000 192.661
gegenüber verbundenen Anschaff ungskosten
Unternehmen der bewertete Verbindlichkeiten
Südzucker-Gruppe
Finanzverbindlichkeiten 673.827 640.814 561.707 555.554
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) 299.397 299.397 218.666 218.666
Lieferungen und Leistungen Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Sonstige Zu (fortgeführten) 131.183 131.183 84.227 84.227
Verbindlichkeiten1 Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizu- 14.345 14.345 2.699 2.699
aus derivativen legenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumenten fi nanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Verbindlichkeiten aus 444.925 444.925 305.592 305.592
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Summe 1.118.752 1.085.739 867.299 861.146

Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten setzen sich je Bewertungskategorie wie folgt zusammen:

29. 02. 2012 28. 02. 2011
in t€ Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 21.539 21.539 24.292 24.292
fi nanzielle Vemögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 91.987 91.987 90.869 90.869
fi nanzielle Vemögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Kredite und Forderungen 465.994 465.994 406.909 406.909
Zu (fortgeführten) –1.104.407 –1.071.395 –864.600 –858.447
Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Derivate, erfolgsneutral 3.495 3.495 14 14
zum beizulegenden Zeitwert
(Hedge-Accounting)
Erfolgswirksam zum beizu- –11.505 –11.505 –673 –673
legenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögens
werte/Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)

1 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten sowie erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere ("available for sale"). Diese werden zu aktuellen Börsen- oder Marktwerten bewertet.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaff ungskosten (at cost) bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsenotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashfl ows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashfl ows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoff derivaten betreff en sowohl Fairvalue- als auch Cashfl ow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashfl ows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zins- und Rohstoff derivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Die Marktwerte von Währungsderivaten entsprechen der Diff erenz zwischen den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und dem gesicherten Wechselkurs. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifi zierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

in t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 19.909 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 1.352 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 278
fi nanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 21.261 0 278
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 0 3.495 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
Finanzielle Vermögenswerte, 0 3.495 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 0 2.840 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 2.840 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 21.261 6.335 278
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 0 14.345 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert
bewertete Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 14.345 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 14.345 0

zum beizulegenden Zeitwert bewertet

in t€ Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 9.799 9.799 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 4.411 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 283
fi nanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 14.210 9.799 283
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 0 14 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
Finanzielle Vermögenswerte, 0 14 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 0 2.026 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 2.026 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 14.210 11.839 283
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 0 2.698 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert
bewertete Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 2.698 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 2.698 0

zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

█ In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.

█ In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungs methoden, für die signifi kante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.

█ In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifi kante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst:

Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Held to Loans Financial Keine Summe Kein Finanz-
for sale maturity and liabilities Zuord- Finanz- ergebnis
receivables at cost nung instru-
ment
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Zinsergebnis 0 0 6.164 –18.813 0 –12.649 0 –12.649
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 –6.820 –6.820 0 –6.820
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 –2.651 –2.651
Summe Zinsergebnis 0 0 6.164 –18.813 –6.820 –19.469 –2.651 –22.120
Beteiligungsergebnis 1.029 –174 0 0 0 855 0 855
Summe Beteiligungsergebnis 1.029 –174 0 0 0 855 0 855
Verluste aus Währungsumrechnung 0 0 0 –775 0 –775 0 –775
Sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 –1.492 0 –1.492 0 –1.492
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 –1.203 –1.203 0 –1.203
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 –2.267 –1.203 –3.470 0 –3.470
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 1.029 –174 6.164 –21.080 –8.023 –22.084 –2.651 –24.735
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 –2.272 0 0 –2.272 0 –2.272
Gewinne aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 2.962 2.962 0 2.962
Aufwand aus der Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –2.530 0 0 –2.530 0 –2.530
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –4.802 0 2.962 –1.840 0 –1.840
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Zinsergebnis 0 0 5.948 –17.971 0 –12.023 0 –12.023
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 –1.001 –1.001 0 –1.001
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 –2.836 –2.836
Summe Zinsergebnis 0 0 5.948 –17.971 –1.001 –13.024 –2.836 –15.860
Beteiligungsergebnis 1.022 –51 0 0 0 971 0 971
Summe Beteiligungsergebnis 1.022 –51 0 0 0 971 0 971
Verluste aus Währungsumrechnung 0 0 0 –4.348 0 –4.348 0 –4.348
Sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 0 0 0 0 0
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 278 278 0 278
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 –4.348 278 –4.070 0 –4.070
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 1.022 –51 5.948 –22.319 –723 –16.123 –2.836 –18.959
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 4.553 0 0 4.553 0 4.553
Verluste aus Währungsumrechnung 0 0 0 0 –1.008 –1.008 0 –1.008
Aufwand aus der Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –2.692 0 0 –2.692 0 –2.692
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 1.861 0 –1.008 853 0 853

10.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaff ungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Ein- und Verkauf von Weltmarktzucker, von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion sowie auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochter gesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifi sche operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifi kation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifi ziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpfl ichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallsrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Note (19) des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko in Höhe von 541.352 (Vorjahr: 442.892) t€ beinhaltet den Buchwert aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten zuzüglich Eventualschulden und entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. Das tatsächliche Kreditrisiko ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine fi nanziellen Verpfl ichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die fi nanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashfl ows der Verbindlichkeiten per 29. Februar 2012 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinfl ussen. Sämtliche Zahlungsabfl üsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
29. 02. 2012
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und Darlehen
gegenüber Dritten 473.827 495.570 278.800 12.982 122.696 4.181 52.272 24.639
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 200.000 223.938 75.715 5.413 33.822 3.568 3.558 101.862
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 148 162 20 142 0 0 0 0
673.975 719.670 354.535 18.537 156.518 7.749 55.830 126.501
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige
fi nanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 299.397 299.397 299.397 0 0 0 0 0
Sonstige fi nanzielle
Verbindlichkeiten 145.528 145.528 143.515 2.013 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 6.538 6.538 6.538 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 594 594 594 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 112 112 112 0 0 0 0 0
– davon sonstige Derivate 7.101 7.101 7.101 0 0 0 0 0
444.925 444.925 442.912 2.013 0 0 0 0
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 02. 2011
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und Darlehen
gegenüber Dritten 361.707 375.413 260.503 34.668 5.408 63.047 525 11.262
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
der Südzucker-Gruppe 200.000 249.012 47.690 36.940 37.116 7.216 7.400 112.650
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 165 180 28 152 0 0 0 0
561.872 624.605 308.221 71.760 42.524 70.263 7.925 123.912
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige
fi nanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 218.666 218.666 218.666 0 0 0 0 0
Sonstige fi nanzielle
Verbindlichkeiten 86.926 86.926 84.618 2.308 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 2.044 2.044 2.044 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 655 655 655 0 0 0 0 0
305.592 305.592 303.284 2.308 0 0 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabfl üsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Die folgende Tabelle zeigt die erwarteten Cashfl ows aus Derivaten, die für Cashfl ow-Hedges genutzt werden:

Buchwert Summe bis 6 bis 1 bis über
6 Monate 12 Monate 2 Jahre 2 Jahre
Devisentermingeschäfte
9.761 9.700 2.700 7.000 0 0
17.597 16.920 8.032 8.888 0 0
48.870 46.124 39.724 6.400 0 0
76.228 72.744 50.456 22.288 0 0
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse

28. 02. 2011

Devisentermingeschäfte
CZK 5.122 5.000 3.500 1.500 0 0
HUF 6.033 5.879 4.864 1.015 0 0
PLN 25.776 25.733 16.902 8.831 0 0
36.931 36.612 25.266 11.346 0 0

Zinsswaps und Währungsswaps wurden sämtlich zum Fair Value gehedged.

144 Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfangs von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen betroff en. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern seit dem Geschäftsjahr 2011|12 den Value at Risk (kurz: VaR) nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfi denzintervall von 95 %. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifi zierter VaR aus Währungen angegeben und nach Finanzierungen und operativem Geschäft unterschieden:

Value at Risk aus
Value at Risk aus operativen Forderungen/
Finanzierungen Verbindlichkeiten
in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Summe Nettopositionen
(absolut) der Währungspaare 213.413 179.037 93.588 79.667
Value at Risk diversifi ziert 10.401 11.011 3.885 5.808

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rüben preise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzucker einkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweilige Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpfl ichtungen sowie Fremdwährungsfi nanzierungen in Höhe von brutto 367.596 (Vorjahr: 228.287) t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Es bestanden Sicherungen für folgende Währungen:

2011 12 2010 11
in 1.000 Besicherte EUR Besicherte EUR
Währung Währung
Ungarische Forint (HUF) 27.504.889 97.683 23.944.640 85.836
US-Dollar (USD) 192.787 137.015 68.644 52.862
Tschechische Krone (CZK) 178.616 7.464 264.868 9.981
Rumänischer Leu (RON) 123.527 29.799 62.238 14.252
Polnischer Zloty (PLN) 380.197 92.693 236.093 58.327
Australischer Dollar (AUD) 793 457 4.883 4.006
Dänische Krone (DKK) 18.520 2.485 22.551 3.023
Summe 367.595 228.287

Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone.

Seit diesem Geschäftsjahr werden die Risiken aus möglichen Zinsänderungen als "at Risk-Ansatz" ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashfl ow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fi x verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refi nanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.

VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende, fi x verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fi x verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem "Modifi ed-Duration-Ansatz" berücksichtigt. Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Nettoposition variabel verzinst 418.237 317.567
Cashfl ow at Risk diversifi ziert 2.147 1.749
Nettoposition fi x verzinst 233.737 244.305
Value at Risk bei Zinssatzänderung 8.424 9.092

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fi xe Verzinsung erreicht.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoff en sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoff e Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoff derivate für den Einkauf von Rohzucker in Osteuropa über 16.510 (Vorjahr: 20.981) Tonnen, für den Verkauf von Weißzucker über 20.500 Tonnen (Vorjahr: keine Hedges), für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 63.900 (Vorjahr: 19.750) Tonnen und für den Verkauf von Gasoline über 59.730 (Vorjahr: keine Hedges) Tonnen. Für den Einkauf von Mais gab es keine Hedges (Vorjahr: 12.400 Tonnen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 66.545 (Vorjahr: 15.128) t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 5.997 (Vor jahr: 965) t€.

Eine Veränderung der Rohstoff preise von +10 % (–10 %) würde folgende Wertver änderung der bestehenden Rohstoff derivate ergeben:

29. 02. 2012 28. 02. 2011
in t€ Sensitivität Sensitivität Sensitivität Sensitivität
bei +10 % bei –10 % bei +10 % bei –10 %
Wertänderung Rohstoff derivate 5.918 –5.015 1.323 –1.758
– davon erfolgsneutral im Eigenkapital 3.424 –3.424 814 –817

Rechtliche Risiken

Im September 2010 beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde, wie bereits im Vorjahresbericht erläutert, unter anderem gegen das AGRANA-Tochterunternehmen AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, beim Kartellgericht Wien die Feststellung eines Verstoßes gegen das Kartellrecht. Es wird die Beteiligung an wettbewerbsbeschränkenden Absprachen in Bezug auf Österreich vorgeworfen. Im Oktober 2011 stellte die Bundeswettbewerbsbehörde einen Bußgeldantrag an das zuständige Kartellgericht. Die Beklagten, die AGRANA Zucker GmbH und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, halten die zugrunde liegende Beschuldigung weiterhin für unbegründet und sehen den Bußgeldantrag der Bundeswettbewerbsbehörde vom Oktober 2011 durch die vom Kartellgericht durchgeführte Beweisaufnahme nicht bestätigt. Das Beweisverfahren ist noch nicht abgeschlossen, eine Entscheidung des Kartellgerichts steht daher bis dato noch aus.

10.5. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Bürgschaften betreff en vor allem Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Bereich Zucker und Juice.

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Bürgschaften 41.073 41.136
Gewährleistungsverpfl ichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.649 1.649
Eventualschulden 42.722 42.785

Die zugunsten nahe stehender Unternehmen abgegebenen Bürgschaften belaufen sich auf 15.082 (Vorjahr: 15.000) t€. Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Die sonstigen fi nanziellen Verpfl ichtungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 29. 02. 2012 28. 02. 2011
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 7.102 8.944
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 41.760 8.724
Sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen 48.862 17.668

11. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Die EU-Kommission hat am 4. April 2012 den Unternehmen AGRANA Beteiligungs-AG und RWA Raiff eisen Ware Austria AG, Wien, die Zustimmung zur Fusion ihrer im Bereich Fruchtsaftkonzentrat tätigen Tochtergesellschaften AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf, und Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf (pol. Gemeinde Allhartsberg), im Rahmen eines Joint Ventures erteilt. Damit sind die wettbewerbsrechtlichen Voraussetzungen für eine Finalisierung dieses Vorhabens gegeben. Das Closing ist für Anfang Juni 2012 geplant.

Das neu gegründete Joint Venture YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH wird seinen Firmensitz in Kröllendorf (pol. Gemeinde Allhartsberg) haben und über 14 Produktionsstandorte in Österreich, Dänemark, Ungarn, Polen, Rumänien, der Ukraine und China verfügen. Produziert werden neben Fruchtsaftkonzen traten auch Fruchtpürees und natürliche Aromen sowie Direktsäfte für die weiterverabeitende Getränkeindustrie. Das Joint Venture mit einem Umsatz von rund 350 m€ wird durch AGRANA voll konsolidiert werden.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2012 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfl uss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

12. ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 100 % der Stammaktien der Z & S Zucker und Stärke Holding AG, Wien, die 75,5 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesell schaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutsch land, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsges.m.b.H, Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, einbezogen.

Neben der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften zählen die Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.b.H., Wien, und deren Tochtergesellschaften zu den nahe stehenden Unternehmen. Diese werden nachfolgend als "indirekte Anteilseigner" bezeichnet.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahe stehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

in t€ Indirekte
Anteilseigner
Unternehmen
mit maß-
geblichem
Joint
Ventures
Summe
Einfl uss
GESCHÄFTSJAHR 2011 12
Umsatz 127.948 0 0 127.948
Kreditbeziehungen –200.233 –111.474 0 –311.707
Zinsergebnis –7.772 –3.435 52 –11.155
Garantien gegeben 8.200 99.458 0 107.658
Garantien ausgenutzt 6.164 84.023 0 90.187

in t€ Indirekte Unternehmen Joint Summe Anteilseigner mit maß- Ventures geblichem Einfl uss GESCHÄFTSJAHR 2010|11 Umsatz 97.255 0 0 97.255 Kreditbeziehungen –201.426 –135.433 16.862 –319.997 Zinsergebnis –5.662 –3.884 362 –9.184 Garantien gegeben 8.200 143.888 22.000 174.088 Garantien ausgenutzt 6.129 124.065 0 130.194

Weiters sind zum Bilanzstichtag Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 311.474 (Vorjahr: 335.433) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 160.087 (Vorjahr: 190.178) t€ langfristig.

Aus Warenlieferungen bestanden gegenüber nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Verbindlich keiten von 35.773 (Vorjahr: Forderungen 374) t€.

Gegenüber Joint Venture-Partnern bestehen sonstige Forderungen in Höhe von 4 (Vorjahr: Forde rungen 8.406) t€.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betragen 2.584 (Vorjahr: 2.395) t€ und bestehen aus einem fi xen Anteil von 1.475 (Vorjahr: 1.475) t€ sowie einem erfolgsabhängigen bzw. einmaligen Anteil von 1.109 (Vorjahr: 920) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für das abgelaufene Geschäftsjahr auszuschüttenden Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG Mannheim/ Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsges.m.b.H, Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhält für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 1. Juli 2011 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 200 (Vorjahr: 165) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch.

Die Pensionsverpfl ichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Für das Geschäftsjahr 2011|12 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge in Höhe von 690 (Vorjahr: 695) t€; gleichzeitig wurde eine Dotierung der Pensionsrückstellung in Höhe von 783 (Vorjahr: 86) t€ unter den übrigen Rückstellungen berücksichtigt. In der Bilanz zum 29. Februar 2012 wird ein Wert von 2.437 (Vorjahr: 1.654) t€ ausgewiesen, wobei eine Umstellung der Berechnung von der bisher angewandten Korridormethode auf die OCI-(Other Comprehensive Income-)Methode gemäß IAS 19 erfolgte.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart.

Die Angaben zu den Organen befi nden sich auf Seite 151.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 30. April 2012 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröff entlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 30. April 2012

Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

150

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 29. Februar 2012 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2011|12 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 30. April 2012

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Segmentverantwortung Zucker Kommunikation (inklusive Investor Relations) sowie Forschung und Entwicklung; Segmentverantwortung Stärke

für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf;

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht; Segmentverantwortung Frucht

ORGANE DER GESELLSCHAFT (KURZDARSTELLUNG)

Nähere Angaben zum Vorstand, Aufsichtsrat sowie zu seinen Ausschüssen fi nden Sie im Corporate Governance-Bericht auf Seite 38ff .

VORSTAND

Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Mitglied des Vorstandes

Mag. Walter Grausam Mitglied des Vorstandes

Dkfm. Thomas Kölbl Mitglied des Vorstandes

AUFSICHTSRAT

Präsident Generalanwalt Ökonomierat Dr. Christian Konrad Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Wolfgang Heer 1. Vorsitzender-Stellvertreter

Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder 2. Vorsitzender-Stellvertreter

Dr. Jochen Fenner Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Hans-Jörg Gebhard Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Ernst Karpfi nger Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Thomas Kirchberg Mitglied des Aufsichtsrates

Mag. Christian Teufl Mitglied des Aufsichtsrates

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder Zentralbetriebsrat

Gerhard Glatz

Dipl.-Ing. Stephan Savic

Ing. Peter Vymyslicky

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 29. FEBRUAR 2012

(ANGABEN GEMÄSS § 265 ABS. 2 UND ABS. 4 UGB)

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
AGRANA Beteiligungs-AG (Muttergesellschaft) Wien Österreich
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA AGRO SRL Roman Rumänien 100,00 %
AGRANA BiH Holding GmbH Wien Österreich 75,00 %
AGRANA Bioethanol GmbH Wien Österreich 74,90 %
AGRANA Bulgaria AD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA BUZAU SRL Buzău Rumänien 100,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,99 %
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Mangrove Australien 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio,
Importaçao e Exportaçao Ltda. São Paulo Brasilien 81,53 %
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien 99,99 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00 %
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A. Mitry-Mory Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Zincirlikuyu Türkei 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea 100,00 %
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacán Mexiko 99,99 %
AGRANA Fruit Luka TOV Winniza Ukraine 99,97 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacán Mexiko 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostrołęka Polen 100,00 %
AGRANA Fruit S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOV Winniza Ukraine 99,80 %
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA J & F Holding GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark 100,00 %
AGRANA Juice Holding GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. Vásárosnamény Ungarn 100,00 %
AGRANA Juice Poland Sp. z.o.o. Białobrzegi Polen 100,00 %
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Ukraine TOV Winniza Ukraine 100,00 %
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China 100,00 %
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 100,00 %
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Nile Fruits Processing (SAE) Qalyoubia Ägypten 51,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA TANDAREI SRL Ţăndărei Rumänien 100,00 %
AGRANA Trading EOOD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen
Produkten Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
Biogáz Fejlesztő Kft. Kaposvár Ungarn 100,00 %
Dirafrost FFI N. V. Herk-de-Stad Belgien 100,00 %
Dirafrost Maroc SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Financière Atys S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 %
Flavors from Florida, Inc. Bartow USA 100,00 %
Frefrost SARL
INSTANTINA Nahrungsmittel
Laouamra Marokko 100,00 %
Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich 66,67 %
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság Budapest Ungarn 100,00 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,56 %
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrušovany Tschechien 97,66 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Ţăndărei Rumänien 99,99 %
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest Rumänien 91,33 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sereď Slowakei 100,00 %
Yube d.o.o. Požega Serbien 100,00 %
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA d.o.o. Brčko Bosnien- 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2011 I Eigenkapital: 100,0 t€ I Jahresfehlbetrag: 0,0 t€ Herzegowina
AGRANA Skrob s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2011 I Eigenkapital: 1,0 t€ I Jahresüberschuss: 17,7 t€
Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd Belgrad Serbien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2011 I Eigenkapital: 0,0 t€ I Jahresfehlbetrag: 0,0 t€
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H. Hamburg Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 29. 02. 2012 I Eigenkapital: 97,6 t€ I Jahresfehlbetrag: 5,4 t€
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00 %
Abschlussstichtag: 30. 04. 2011 I Eigenkapital: 1.100,8 t€ I Jahresfehlbetrag: 456,0 t€
PERCA s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2011 I Eigenkapital: 379,2 t€ I Jahresüberschuss: 57,7 t€
"Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 29. 02. 2012 I Eigenkapital: 24,3 t€ I Jahresfehlbetrag: 1,9 t€
YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH Kröllendorf1 Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2011 I Eigenkapital: 990,2 t€ I Jahresfehlbetrag: 10,5 t€
Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2011 I Eigenkapital: 3.350,0 t€ I Jahresüberschuss: 1.430,7 t€
II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen
Unternehmen, die nach der Quoten-Methode bewertet wurden
AGRAGOLD Holding GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00 %
GreenPower E85 Kft Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
HungranaTrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
Nicht einbezogene gemeinschaftlich geführte Unternehmen
"AGRAGOLD" d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien 50,00 %
AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Mazedonien 50,00 %

AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien – 50,00 % SCO STUDEN & CO. BRASIL EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA. São Paulo Brasilien – 37,75 %

BESTÄTIGUNGSVERMERK

154 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis zum 29. Februar 2012 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzern-Bilanz zum 29. Februar 2012, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Geldfl ussrechnung und die Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das am 29. Februar 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Repor ting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungs methoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durch geführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichti gung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risiko-

155

ein schätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstel lung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmen bedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2012 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis zum 29. Februar 2012 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreff en.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreff end.

Wien, am 30. April 2012

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h.

Die Veröff entlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschrift en des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

KENNZAHLEN

Abkürzung Kennzahl 2011 12 2010 111
Defi nition
BFS Bruttofi nanzschulden 673.975 t€ 561.872 t€
= Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten
+ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
+ Leasingverbindlichkeiten
CE Capital employed 1.617.553 t€ 1.383.054 t€
= (SAV + IAV) + WC I
Dividendenrendite = Dividende pro Aktie ÷ Schlusskurs 4,3 % 3,0 %
EBITDA Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortization 309.032 t€ 207.804 t€
= Operatives Ergebnis + AFA (vor Sondereinfl üssen)
EBITDA-Marge = EBITDA × 100 ÷ Umsatz 12,0 % 9,6 %
EKQ Eigenkapitalquote 45,4 % 48,4 %
= Eigenkapital ÷ Gesamtkapital
EPS Earnings per share 10,73 € 5,98 €
= Konzernjahresergebnis ÷ Aktienanzahl
EVS Equity value per share 73,2 € 65,9 €
= Anteil der Aktionäre am Eigenkapital ÷ Aktienanzahl
FCF Free Cashfl ow –54.676 t€ 23.841 t€
= Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Cashfl ow aus Investitionstätigkeit
Gearing = NFS ÷ Eigenkapital inklusive nicht beherrschende Anteile × 100 43,7 % 39,7 %
IAV Immaterielle Vermögenswerte mit Geschäfts-/Firmenwert 248.383 t€ 248.551 t€
KGV (Ultimo) Kurs-Gewinn-Verhältnis 7,8 13,2
= Schlusskurs ÷ EPS
NFS Nettofi nanzschulden 469.210 t€ 382.436 t€
= BFS – (Kassa + Scheck + sonstige Bankguthaben
+ kurzfristige Wertpapiere + langfristige Wertpapiere)
Operatives Ergebnis Earnings before Interest and Tax 232.424 t€ 128.623 t€
(vor Ergebnis aus Sondereinfl üssen)
Operative Marge = Operatives Ergebnis × 100 ÷ Umsatz 9,0 % 5,9 %
ROCE Return on Capital employed 14,4 % 9,3 %
= Operatives Ergebnis ÷ Capital employed
ROS Return on Sales 8,0 % 5,1 %
= Ergebnis vor Steuern × 100 ÷ Umsatz
SAV Sachanlagevermögen 595.924 t€ 577.709 t€
WC I Working Capital I 773.246 t€ 556.794 t€
= Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
+ Sonstige Vermögensgegenstände – kurzfristige Rückstellungen
– kurzfristige erhaltene Anzahlungen – Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen – Sonstige Verbindlichkeiten

JAHRES-ABSCHLUSS 2011|12

AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

Lagebericht

Einzelabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Anhang

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Vorschlag für die Gewinnverwendung

Bestätigungsvermerk

LAGEBERICHT 2011/2012 für das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis 29. Februar 2012 der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9

www.agrana.com

INHALTSVERZEICHNIS

LAGEBERICHT 2011/12

Überblick Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Segmente der AGRANA-Gruppe Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Zweigniederlassungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prognosebericht

ÜBERBLICK

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA"). Die AGRANA-Gruppe ist ein international ausgerichteter Konzern, welcher landwirtschaftliche Rohstoffe zu einer Vielzahl von industriellen Produkten für die weiterverarbeitende Industrie veredelt. Rund 8.000 Mitarbeiter an 53 Produktionsstandorten auf allen fünf Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2011/12 einen Konzernumsatz von rund 2,5 Mrd. €. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft notiert seit 1991 im Prime Market Segment der Wiener Börse.

AGRANA beliefert in den drei Geschäftssegmenten Zucker, Stärke (inklusive Bioethanol) und Frucht lokale Produzenten sowie große internationale Konzerne speziell im Nahrungsmittelsektor. Im Segment Zucker wird auch der Endkonsument direkt über den Lebensmitteleinzelhandel bedient.

Folgendes Organigramm zeigt die Eigentümerstruktur sowie wesentliche Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft zum 29. Februar 2012:

*) Die rest lichen Ant eile auf 100 % werden von der Tocht ergesellschaf t AGRANA Market ing- und Vert riebsservice Gesellschaf t m.b.H. gehalten.

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hält zum 29. Februar 2012 auch Beteiligungen an INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien (66,67 %), Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln (100,00 %) und AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien (100,00 %).

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 29. Februar 2012

Veränderung
Geschäftsentwicklung 2011/12 2010/11 in %
Umsatzerlöse t€ 69 71 -2,2
Sonstige betriebliche Erträge t€ 34.245 24.461 40,0
Betriebsleistung t€ 34.314 24.532 39,9
Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) t€ -8.615 -11.613 -25,8
Operative Marge ¹ % -25,1 -47,3 -46,9
Beteiligungserträge t€ 53.825 37.860 42,2
Finanzerfolg t€ 60.350 45.421 32,9
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit t€ 51.735 33.808 53,0
Jahresüberschuss t€ 52.543 34.880 50,6
Investitionen in Sachanlagen und t€
immaterielle Vermögenswerte t€ 2.131 916 x
Investitionen in Finanzanlagen t€ 13.335 36.500 -63,5

¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2011/12 war für die gesamte AGRANA-Gruppe sehr erfolgreich. Bei der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft konnten sowohl das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden.

Dies ist neben einem Anstieg der Betriebsleistung um 9.782 t€ bzw. 39,9 % vor allem auf höhere Beteiligungserträge (+15.965 t€ bzw. 42,2 %) zurückzuführen.

Investitionen

Die Investitionen in Finanzanlagen betrafen Gesellschafterzuschüsse an die AGRANA Bioethanol GmbH und die AGRANA Juice Holding GmbH zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung.

Vermögens- und Finanzlage

Veränderung
Bilanzkennzahlen 2011/12 2010/11 in %
Bilanzsumme t€ 631.938 596.496 5,9
Grundkapital t€ 103.210 103.210 0,0
Immaterielle Vermögensgegenstände t€
und Sachanlagen t€ 2.689 2.127 26,4
Anteile an verbundenen Unternehmen t€ 403.678 390.343 3,4
Andere Finanzanlagen t€ 85.456 85.456 0,0
Eigenkapital t€ 590.867 572.409 6,1
Eigenkapitalquote ¹ % 93,5 96,0 -2,6
Haftungsverhältnisse t€ 465.821 321.758 44,8

¹ Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die Bilanzsumme verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 35.442 t€ bzw. 5,9 %. Dieser ist vor allem auf die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen (13.335 t€) und die Zunahme der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (35.092 t€) zurückzuführen.

Die Eigenkapitalquote von 93,5 % (Vorjahr: 96,0 %) unterstreicht die solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

Cashflow

Veränderung
2011/12 2010/11 in %
Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit t€ 40.001 4.308 x
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ -15.466 -37.388 -58,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ -34.089 -27.697 23,1
Veränderung der flüssigen Mittel t€ -9.552 -60.777 -84,3
Bestand an flüssigen Mittel t€ 21.098 30.651 -31,2

¹ einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH (2011/12: t€ 21.014; 2010/11: t€ 30.647)

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Geschäftsjahr 2011/12 um 35.693 t€ auf 40.001 t€ (Vorjahr: 4.308 t€).

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 58,6 % auf -15.466 t€ und enthält im Wesentlichen Investitionen in Finanzanlagen (13.335 t€).

Der Rückgang des Cash Flows aus der Finanzierungstätigkeit um 23,1% auf -34.089 t€ (Vorjahr: -27.697 t€) ist auf die höhere Ausschüttung von Dividenden zurückzuführen.

BETEILIGUNGEN DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Die AGRANA Zucker GmbH konnte im Geschäftsjahr 2011/12 im Vergleich zum Vorjahr um 28,9 % mehr Zucker absetzen. Diese Steigerung war hauptsächlich auf ein Absatzplus von Nicht-Quotenzucker zurückzuführen. Hohe Quotenzuckerabsätze erfolgten zur Versorgung der Defizitmärkte wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Die Ursache des gestiegenen Handelsabsatzes fand sich vor allem in sogenannten "Hamsterkäufen" durch größtenteils ungarische Konsumenten und Händler im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet während des Sommers 2011 wieder. Ein erfreuliches Ergebnis zeigte auch die Entwicklung der Bio-Sparte (+20,8 %).

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments ZUCKER wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Stärke GmbH

Die AGRANA Stärke GmbH stellt an den österreichischen Produktionsstandorten Gmünd und Aschach Kartoffel- und Maisstärkeprodukte her und fungiert als Holding für die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien sowie für die AGRANA Bioethanol GmbH, Wien.

Im Geschäftsjahr 2011/12 stieg der Umsatz der österreichischen AGRANA Stärke GmbH um rund 24 %, was auf höhere Verkaufspreise bei Haupt- und Nebenprodukten zurückzuführen war. Der Mengenabsatz sank leicht von 1.179.300 Tonnen im Vorjahr auf 1.170.300 Tonnen. Aufgrund einer intakten Marktnachfrage und einer konsequenten Marktbearbeitung konnten die Verkaufspreise der Hauptprodukte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden, auch die Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskeime und Kartoffelproteine) konnten das Preisniveau des Vorjahres übertreffen. Im Bereich Lebensmittelstärken konnte das Absatzvolumen im Vergleich zum Vorjahresniveau weiter ausgebaut werden. Bei den technischen Stärken konnten höhere Mengen an die Textil- und Bauindustrie abgesetzt werden, das Absatzvolumen an die Papier- und Wellpappenindustrie reduzierte sich etwas im Vergleich zum Vorjahr. Der Absatz von Nebenprodukten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) lag mit 705.000 (Vorjahr: 708.600) Tonnen knapp unter dem Vorjahr, was insbesondere auf geringere Verkäufe von Futtermittel-Handelswaren zurückzuführen war.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments STÄRKE wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH

Die AGRANA J & F Holding GmbH fungiert als Holding für sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory/Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf/Österreich.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments FRUCHT wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

Die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. fungiert als Holding Gesellschaft und hält neben der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Anteile an AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH und AGRANA J & F Holding GmbH.

Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H.

Bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H, Tulln, werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

SEGMENTE DER AGRANA-GRUPPE

Da die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Holding-Funktion für die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") und ihre wesentlichen Beteiligungen die Holding-Funktionen für die Segmente der Gruppe übernehmen, wird nachfolgend auch auf die Geschäftsentwicklung und das wirtschaftliche Umfeld der Segmente eingegangen.

Angaben zur Geschäftsentwicklung basieren auf dem IFRS-Konzernabschluss der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2011/12.

SEGMENT ZUCKER

Die AGRANA Zucker GmbH, Wien, ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker sind weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding angesiedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H., Wien, erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt

Für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2011/12 (Oktober 2011 bis September 2012) geht F.O. Licht in der zweiten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom März 2012 von einer Erzeugung von 176,9 (ZWJ 2010/11: 165,4) Mio. Tonnen und einem Verbrauch von 164,9 (ZWJ 2010/11: 160,4) Mio. Tonnen aus. Dadurch würden sich die Weltzuckerbestände nach wie vor auf niedrigem Niveau bewegen und mit 70,5 (ZWJ 2010/11: 62,8) Mio. Tonnen bei 42,8 % (ZWJ 2010/11: 39,1 %) eines Jahresverbrauchs liegen.

Auch das Geschäftsjahr 2011/12 war von einer hohen Preisvolatilität am Zuckerweltmarkt geprägt. Nach einem neuen Allzeithoch von 623 € je Tonne Weißzucker im Juli 2011 gingen die Notierungen bei starken Schwankungen wieder zurück. Ende Februar 2012 lag der Weltmarktpreis für Weißzucker bei 485 € je Tonne.

EU-Zuckermarkt

Die Zuckerproduktion der EU-27 für die Saison 2011/12 wird im Vergleich zum Vorjahr um rund 2,9 Mio. auf 18,3 Mio. Tonnen steigen. Neben der Rübenmenge wird auch der Zuckergehalt einen über- bzw. durchschnittlichen Wert erreichen.

Um das Zuckerangebot am Binnenmarkt im ZWJ 2011/12 zu erhöhen, hat die EU-Kommission zwei Maßnahmen umgesetzt. Im Dezember 2011 genehmigte sie den Verkauf von 400.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker für den EU-Food-Markt. Im April 2012 wurden weitere 250.000 Tonnen Nichtquotenzucker dafür freigegeben. Die Zuckerproduzenten hatten für diese "Umwidmung" eine Abgabe in Höhe von 85 € beziehungsweise 211 € je Tonne zu entrichten. Neben dieser Maßnahme hat die EU-Kommission für die Zeiträume Dezember 2011 bis Februar 2012 und Juni bis Juli 2012 eine Dauerausschreibung für Einfuhren von Zucker zu einem ermäßigten Zollsatz eröffnet. Bis Jänner 2012 wurden rund 200.000 Tonnen Rohzucker zu einem reduzierten Zollsatz für den Import freigegeben. Die Dauerausschreibungen wurden nach der ersten Jänner-Ausschreibung für die Monate Jänner und Februar 2012 von der EU-Kommission ausgesetzt.

Aufgrund der hohen Zuckerproduktion innerhalb der EU hat die EU-Kommission Exportkontingente für europäischen Nichtquotenzucker geöffnet. Für das zurückliegende ZWJ 2010/11 wurden in zwei Tranchen insgesamt 1,35 Mio. Tonnen Zucker zum Export freigegeben, davon 700.000 Tonnen im Zeitraum September bis Dezember 2011. Für das laufende ZWJ 2011/12 wurde bereits im März 2011 beschlossen, 650.000 Tonnen Exportlizenzen ab Jänner 2012 zuzuteilen, im November 2011 wurde der Export weiterer 700.000 Tonnen Zucker ermöglicht. Für das kommende Zuckerwirtschaftsjahr 2012/13 wurde bereits im April 2012 entschieden, Exporte in Höhe von 650.000 Tonnen zuzulassen.

Am 12. Oktober 2011 hat die EU-Kommission dem Agrarministerrat und dem EU-Parlament einen legislativen Vorschlag vorgelegt, die geltenden Quoten- und Preisregelungen nicht über den 30. September 2015 hinaus zu verlängern. Im Gegensatz dazu hatte sich das EU-Parlament bereits im Juni 2011 für eine unveränderte Fortsetzung der bisherigen Regelungen bis mindestens 2020 ausgesprochen. Eine Entscheidung von Seiten des Europäischen Parlaments und des Ministerrates wird in der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet.

Außenhandel Zucker

Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen ("Doha-Runde") konnten bisher nicht zum Abschluss gebracht werden. Auch für das Jahr 2012 ist aufgrund der amerikanischen Präsidentschaftswahlen nicht damit zu rechnen.

Rohstoff, Ernte und Produktion

In der AGRANA-Gruppe wurde der Zuckerrübenanbau für das ZWJ 2011/12 auf rund 92.000 Hektar (Vorjahr: 86.150 Hektar) ausgeweitet. Rund 8.100 (Vorjahr: rund 8.400) Rübenbauern ernteten im Geschäftsjahr 2011/12 eine Rübenmenge von mehr als 5,9 Mio. Tonnen (Vorjahr: 5,4 Tonnen). Infolge schwieriger Aufgangs- und Witterungsverhältnisse gingen rund 2.000 Hektar Anbaufläche in den Ländern Ungarn und Rumänien verloren. Die Rübenerträge waren vor allem in Österreich, Tschechien und der Slowakei sehr zufriedenstellend. Vergleichsweise geringe Niederschläge in Ungarn und Rumänien, vor allem während der Monate August und September, führten zu Ertragsrückgängen und Ernteausfällen, sodass die Durchschnittserträge in diesen Ländern auf normalem Niveau blieben. In der Gruppe konnte der mittlere Rübenertrag je Hektar auf rund 66 Tonnen (Vorjahr: rund 63 Tonnen) gesteigert werden. In allen Regionen ist durch die vorherrschende Witterung während der Vegetationsperiode und der Ernteperiode der Zuckergehalt mit über 17,6 % im Durchschnitt auf ein vergleichsweise hohes Niveau angestiegen (Vorjahr: 16,5 %).

Die sieben Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 48.200 (Vorjahr: 47.900) Tonnen Rüben. In durchschnittlich 124 (Vorjahr: 113) Tagen pro Werk wurden daraus rund 945.000 (Vorjahr: 803.000) Tonnen Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie

vermarktet, im Rahmen der von der EU dafür freigegebenen Mengen im EU-Food-Markt abgesetzt oder auf dem Weltmarkt exportiert. Zur Versorgung des Defizitmarktes Ungarn wurde in Kaposvár/Ungarn erstmals vor und nach der Rübenkampagne jeweils eine Rohzuckerkampagne gefahren und dabei konnten rund 50.100 Tonnen Weißzucker gewonnen werden. Insgesamt (inklusive Bosnien-Herzegowina und Rumänien) wurden im Konzern im Geschäftsjahr 2011/12 rund 402.000 (Vorjahr: 204.000) Tonnen Weißzucker aus Rohzucker raffiniert. Diese Steigerung ist einerseits auf die Nutzung der zusätzlichen Kapazität in Ungarn und andererseits auf eine gegenüber Vorjahr höhere Rohzuckerverarbeitung in Brčko/Bosnien-Herzegowina (+128 %) und eine verbesserte Auslastung in Rumänien (+77 %) zurückzuführen.

Aufgrund der großen Rübenmenge verzeichnete das österreichische Werk Tulln die längste je durchgeführte Zuckerkampagne. Bezogen auf die gewonnene Zuckermenge konnte der Energieverbrauch der gesamten Gruppe um mehr als 8 % gesenkt werden. In Ungarn wurden rund 52 % des Primärenergiebedarfes in der Kampagne durch eigenes Biogas substituiert (Vorjahr: 48 %). AGRANA konnte die Produktion aus kontrolliert biologischem Anbau im Geschäftsjahr 2011/12 auf 6.900 (Vorjahr: 4.100) Tonnen Bio-Rübenzucker steigern.

Investitionen

Im Segment Zucker wurden im Geschäftsjahr 2011/12 25,1 (Vorjahr: 16,0) m€ für Neuund Ersatzinvestitionen aufgewendet. In Tulln/Österreich investierte AGRANA in den Bau eines neuen Zuckersilos für 70.000 Tonnen Kristallzucker, der Mitte Oktober 2011 in Betrieb genommen wurde, und in eine Gelierzuckerabpackung. In Kaposvár/Ungarn wurde ein dritter Fermenter für die Biogasanlage gebaut und in Opava/Tschechien wurde eine zusätzliche Schnitzelpresse installiert. Eine Erneuerung der Steuerung der Zentrifugenstation wurde in Sereď/Slowakei vorgenommen. In Buzau/Rumänien wurde die Errichtung einer neuen 1 kg-Abpackung begonnen, um den gestiegenen Marktanforderungen gerecht zu werden. Dieses Vorhaben wird zu Beginn des Geschäftsjahres 2012/13 abgeschlossen werden.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT ZUCKER

2011/12 2010/11¹
Umsatzerlöse (brutto) t€ 967.229 770.587
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -82.812 -57.500
Umsatzerlöse t€ 884.417 713.087
EBITDA ² t€ 129.126 51.955
Operatives Ergebnis ² t€ 112.268 33.758
Operative Marge % 12,7 5
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 112.268 33.758
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte ³ t€ 25.328 16.031
Investitionen in Finanzanlagen t€ 490 3
Mitarbeiter 2.249 2.245

¹ Anpassung des Vorjahres aufgrund einer rückwirkend angewendeten Änderung der Bilanzierung in Zusammenhang mit IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer).

² Vor Sondereinflüssen.

³ Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Umsatz im Segment Zucker stieg im Geschäftsjahr 2011/12 um 24,0 % auf 884,4 (Vorjahr: 713,1) m€. Sowohl im Handels- als auch Industriegeschäft wurden hohe Quotenzucker-Absätze erzielt, die aufgrund der allgemein schwierigen Versorgungslage in den Defizitmärkten nur durch rechtzeitige Zukäufe und Importe von Weltmarktzucker realisiert werden konnten. Der signifikante Weltmarktpreisanstieg im ersten Drittel des Jahres führte in allen Absatzbereichen, vor allem in Osteuropa, zu höheren Zuckerpreisen. AGRANA ist es trotz der schwierigen Umfeldbedingungen gelungen, alle bestehenden Vereinbarungen mit ihren Kunden hinsichtlich Mengen und Preise einzuhalten. Die zum Teil schwierige Versorgungssituation in Defizitmärkten wie Ungarn und Rumänien, führte auf Kundenseite zu einem erhöhten Interesse an mittelfristigen Kontrakten. Der Umsatzanteil des Segments Zucker am Konzernumsatz betrug 34,3 % (Vorjahr: 32,9 %).

Das operative Ergebnis des Segments Zucker lag mit 112,3 m€ markant über dem Vorjahreswert (33,8 m€). Beigetragen haben dazu vor allem der verfügbare Nicht-Quotenzucker und eine rechtzeitige Zuckerbeschaffung am Weltmarkt, eine konsequente Marktbearbeitung sowie ein flexibles Reagieren auf die Chancen der sich ändernden Marktbedingungen, wie die zusätzlichen Importmöglichkeiten oder die Verkäufe von Nicht-Quotenzucker als Quotenzucker im EU-Lebensmittelbereich aufgrund der Freigabe durch die EU-Kommission. Erfreulich lief auch die Rübenkampagne 2011/12 mit einer hohen Rübenqualität und großen Mengen. Neben dem Rübenzuckergeschäft konnte auch das Raffinations- und Handelsgeschäft mit deutlich besseren Margen betrieben werden.

SEGMENT STÄRKE

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltgetreidebilanz für das Wirtschaftsjahr 2011/12 zeigt nach Informationen des Internationalen Getreiderats (IGC - International Grains Council) eine gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhte Produktion bei einer ebenfalls gestiegenen Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion wird mit 864 Mio. Tonnen etwas unter dem Verbrauch von 874 Mio. Tonnen liegen. Im Gegensatz dazu wird die globale Weizenproduktion mit 696 Mio. Tonnen die -nachfrage von 681 Mio. Tonnen übertreffen.1 Demnach wird für die globalen Lagerbestände bei Weizen ein leichter Anstieg erwartet, während es bei Mais zu einem weiteren Absinken der Vorräte kommen sollte.

Der engen Versorgungssituation auf den internationalen Rohstoffmärkten folgend bewegen sich die Terminnotierungen weiter auf hohem Niveau. Nach einem stetigen Rückgang der Rohstoffpreise für Mais und Weizen im Sommer bis Herbst 2011 auf rund 180 € je Tonne setzte gegen Ende des Kalenderjahres 2011 wieder ein Anstieg der Notierungen ein. Zum Zeitpunkt Anfang März 2012 lag sowohl der Preis für Mais als auch für Weizen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE deutlich über 200 € je Tonne.

Die EU-Marktordnung für Kartoffelstärke läuft mit Ende des Getreidewirtschaftsjahres per Ende Juni 2012 aus. Damit werden die Produktionsquoten sowie die Rohstoff-Mindestpreise abgeschafft. Weiters werden die bisher an die Produktion gekoppelten Beihilfen für die Jahre 2012 und 2013 in entkoppelter Form an die Produzenten ausbezahlt. Die neuen Regelungen gelten erstmals für die Ernte 2012.

Die gesamte Isoglukose-Quote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2011/12 rund 690.000 Tonnen. HUNGRANA hält mit 220.000 Tonnen die größte europäische Isoglukosequote.

Die EU-Kommission hat am 25. November 2011 eine Anti-Dumping sowie eine Anti-Subventionsverfahren gegen die Einfuhren von Bioethanol mit Ursprung in den USA eingeleitet. Die Verfahren wurden vom europäischen Bioethanolverband ePURE ("The European Renewable Ethanol Association") beantragt, da die sprunghaft gestiegenen Bioethanoleinfuhren aus den USA die Preise negativ beeinflusst und zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen für die europäische Bioethanolindustrie geführt haben. Ursache dieses Anstiegs der Bioethanolimporte aus den USA sind ePURE zufolge staatliche Maßnahmen auf Bundesebene und in mehreren US-Bundesstaaten. Diese staatlichen Förderungen zielten ursprünglich darauf ab, die Nutzung von Bioethanol als Kraftstoff in den USA zu unterstützen. Angesichts eines Angebotsüberschusses in den USA wirken sich diese Maßnahmen nun jedoch zunehmend handelsverzerrend aus. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob diese Praktiken zu einer wesentlichen Schädigung der europäischen Bioethanolindustrie geführt haben. Die EU-Kommission wird bis spätestens 26. August 2012 über die Einführung von vorläufigen Ausgleichszöllen entscheiden.

1 Quelle: IGC Schätzungen vom 2. April 2012

Rohstoff, Ernte und Produktion

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich, Ungarn (50 %) und Rumänien erhöhte sich im Geschäftsjahr 2011|12 auf rund 747.000 (Vorjahr: 724.000) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von rund 161.000 (Vorjahr: 150.000) Tonnen. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Garantiert Gentechnikfreier Mais) erhöhte sich dabei auf rund 57.000 (Vorjahr: 44.000) Tonnen.

Kartoffelstärke

In der Kampagne 2011|12 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 145 (Vorjahr: 114) Tagen rund 235.500 (Vorjahr: 186.300) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 19,2 % zu 52.100 (Vorjahr: 40.100) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Die österreichische Kartoffelstärke-Quote von 47.691 Tonnen wurde um 9 % überschritten. Dabei lag der Bio-Anteil, gemessen an der Einsatzmenge, bei rund 6 % (Vorjahr: rund 3 %). Für das Anbaujahr 2012 kommt die bisher bestehende EU-Marktordnung nicht mehr zur Anwendung. Den Wegfall der bisherigen Quote möchte AGRANA zu einer Aufstockung der Kontraktmenge um 20 % gegenüber dem Vorjahr nutzen. Wie im Vorjahr wurden aus rund 25.000 Tonnen Speiseindustriekartoffeln bei einem Bio-Anteil von rund 25 % wieder etwa 4.600 Tonnen Kartoffeldauerprodukte produziert.

Bioethanol

AGRANA betreibt gemeinsam mit den österreichischen Rübenbauern (AGRANA Stärke GmbH mit einem Anteil von 74,9 %, Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH mit 25,1 %) ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf/Österreich und im Rahmen ihrer 50%-Beteiligung an HUNGRANA Kft. eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyháza/Ungarn. Bioethanol aus den AGRANA-Produktionswerken in Österreich und Ungarn spart gemäß Studien der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über den gesamten Lebenszyklus von der Produktion der Rohstoffe, deren Düngung, Transport und Verarbeitung bis zum Einsatz von Bioethanol im Motor mehr als 50 % an Treibhausgasemissionen gegenüber Benzin.

Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke in Österreich und Ungarn beträgt rund 400.000 m3 .

Für die Bioethanolherstellung in Österreich werden vor allem Weizen, Mais und Tritikale als Rohstoffe eingesetzt. Neben Bioethanol werden jährlich bis zu 190.000 Tonnen des hochwertigen Eiweißfuttermittels ActiProt® erzeugt. Die Gesamtverarbeitung lag im Geschäftsjahr 2011/12 bei rund 554.000 (Vorjahr: 537.000) Tonnen Getreide mit einem Verhältnis von Weizen und Tritikale zu Mais von etwa 1:1. Aus der Ernte 2011 wurden über Vorverträge mit Landwirten rund 28.000 Tonnen Ethanolweizen und –tritikale kontrahiert. Für die Ernte 2012 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil einer Stärkefabrik, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Bei HUNGRANA wurden rund 206.000 Tonnen Mais (bezogen auf einen 50 %-AGRANA-Anteil) für die Verarbeitung zu Bioethanol eingesetzt.

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50 %-Anteil Ungarn) stieg um rund 24.400 m³ auf 331.300 m³. Die Verkaufspreise von Bioethanol sowie ActiProt® konnten im Vergleich zum Vorjahr weiter angehoben werden.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2011/12 29,3 (Vorjahr 9,0) m€. Am Standort Pischelsdorf/Österreich wurde mit den Vorarbeiten für das neue Weizenstärkeprojekt ("Bioraffinerie") begonnen und die Schlempeeindampfung erweitert. Dadurch wird die Energieeffizienz der Anlage weiter verbessert und der Durchsatz bei der nachfolgenden Trocknung erhöht. Bei der ungarischen Beteiligung HUNGRANA wurde vor allem in einen Strohverbrennungskessel investiert, in welchem zukünftig Biomasse zur Prozesswärmeenergiegewinnung verwertet wird. Weiters wurde in Ungarn in die Erhöhung der Produktionsleistung auf eine tägliche Verarbeitung von 3.500 Tonnen investiert. Im Werk Gmünd/Österreich wurden in der Produktionsanlage für Kartoffeldauerprodukte die Kartoffelwaschanlage sowie der Dämpfer erneuert, wodurch der Energieverbrauch reduziert und die Rohstoffausbeute erhöht werden konnte. In der Stärkefabrik Aschach/Österreich wurde das Projekt der Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknerabluft zur Verbesserung der Energieeffizienz abgeschlossen. Weiters wurden an diesem Standort auch zusätzliche Reserveflächen erworben. In der rumänischen Fabrik in Tăndărei wurde vor allem in eine höhere Rohstoffverarbeitungsleistung von 150 Tonnen pro Tag investiert.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT STÄRKE

2011/12 2010/11
t€ 773.217 617.300
t€ -8.941 -34.097
t€ 764.276 583.203
t€ 106.080 73.876
t€ 81.948 48.181
% 10,7 8,3
t€ 0 0
t€ 81.948 48.181
t€
29.303 8.996
t€ 0 0
911 880

1 Vor Sondereinflüssen.

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte. Der Umsatzzuwachs von 31,0 % im Segment Stärke im Geschäftsjahr 2011/12 auf 764,3 (Vorjahr: 583,2) m€ war hauptsächlich auf höhere Verkaufspreise bei allen wesentlichen Haupt- und Nebenproduktgruppen zurückzuführen. Mengenmäßig konnte das Vorjahr ebenfalls leicht übertroffen werden, insbesondere aufgrund höherer Absätze von Nebenprodukten. Im Bereich Bioethanol überstiegen sowohl die Verkaufspreise als auch mengen das Vorjahresniveau. Weiters sorgte der Preisanstieg am Zuckermarkt für eine Belebung des Geschäftes mit Stärkeverzuckerungsprodukten. Der Umsatzanteil des Segments Stärke am Konzernumsatz betrug 29,7 % nach 26,9 % im Vorjahr.

Mit einem operativen Ergebnis von 81,9 m€ wurde der Vorjahreswert um 33,7 m€ deutlich übertroffen. Die höheren Verkaufspreise bei allen Hauptprodukten konnten die gestiegenen Rohstoffpreise überkompensieren und waren neben Effizienzmaßnahmen für die Steigerung des operativen Ergebnisses ausschlaggebend. Sowohl die AGRANA Stärke GmbH als auch die Stärkefabriken in Ungarn und Rumänien erwirtschafteten sehr gute Ergebnisse.

SEGMENT FRUCHT

Die AGRANA J&F Holding GmbH hält mittelbar alle nationalen und internationalen Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory/Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf/Österreich als Holding.

Wirtschaftliches Umfeld

Marktumfeld

Im Gegensatz zu früheren Jahren stagnierte der weltweite Markt für Fruchtjoghurts im abgelaufenen Geschäftsjahr. Während der Markt in West- und Zentraleuropa um 1 bis 2,5 % zurückging, lagen die Wachstumsraten in den außereuropäischen Märkten bei etwas über 2%. Die Ursachen für diese Marktstagnation lagen einerseits in den stark gestiegenen Preisen für Molkereiprodukte aufgrund hoher Milchpreise und in der Verunsicherung der Konsumenten durch das makroökonomische Umfeld. Andererseits waren bei den Herstellern von Fruchtjoghurt aufgrund der hohen Herstellkosten umfangreiche Einsparungen festzustellen, was in deutlich gesunkenen Werbeausgaben, verschobenen Produktneueinführungen aber auch Dosierungsänderungen resultierte. Das schwierige Marktumfeld betraf gleichermaßen entwickelte Märkte mit hohem und Schwellenländer mit niedrigem Pro-Kopf-Verbrauch.

Im Konzentratgeschäft hat sich der Trend zu Fruchtsaftgetränken mit niedrigem Saftgehalt und Getränken mit reduziertem Kalorien- und damit geringerem Fruchtsaftgehalt fortgesetzt. Dieser Trend wurde durch die Konzentratpreissteigerungen noch zusätzlich gefördert. Marktbestimmend war auch der Preisdruck im Handelsmarkengeschäft, wodurch Abfüller Schwierigkeiten hatten, die Konzentratpreissteigerungen an die Handelsketten weiterzugeben.

Bedingt durch eine geringere Ernte in Polen, gestiegenen Rohstoffkosten in China und weltweit niedrige Lagerstände sind die Weltmarktpreise bei allen Konzentraten ab der Ernte 2010 erheblich gestiegen und auch während der Ernte 2011 nicht mehr wesentlich gesunken. In China hat sich in den letzten vier Jahren der Frischmarktabsatz bei allen Früchten überdurchschnittlich entwickelt. Mittlerweile werden auch Früchte der Klasse II und III in städtischen Ballungszentren erfolgreich vermarktet, wodurch erhebliche Fruchtmengen für die Konzentratverarbeitung fehlen. Dies führte zu einem geringen Angebot am Weltmarkt und damit zu höheren Preisen.

Die Absätze in den GUS-Staaten haben sich nach der Krise wieder erholt, das Marktwachstum liegt aber bislang unter den Erwartungen. Der Trend zu billigeren Getränken mit geringerem Saftgehalt machte sich auch in diesen Staaten bemerkbar.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betrieb die Gruppe zum Bilanzstichtag 27 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern. Im Geschäftsjahr 2011/12 erfolgte die Inbetriebnahme von zwei neuen Werken im afrikanischen Raum. Im Juni 2011 eröffnete AGRANA einen kleinen Standort in Ägypten, Anfang November 2011 erweiterte der Konzern seine Präsenz in Südafrika mit einem Werk in Johannesburg.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Von 2006 bis zum Sommer 2011 gab es eine strategische Zusammenarbeit für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat in China mit Yantai North Andre (YNA). AGRANA betrieb mit dem 50:50-Joint Venture-Partner je ein Werk in Xianyang City (Provinz Shaanxi) und seit 2008 auch in Yongji City (Provinz Shanxi). Zum 1. August 2011 wurde das bis dahin gemeinschaftlich geführte Unternehmen Yongji Andre Juice Co., Ltd. an YNA abgegeben. Gleichzeitig übernahm AGRANA das bisherige Joint Venture-Unternehmen Xianyang Andre Juice Co., Ltd. zu 100%. Der nunmehr einzige chinesische Juice-Standort der Gruppe liegt in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnet sich dementsprechend durch eine prinzipiell gute Rohstoffversorgung für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat aus.

Die europäischen Konzentratstandorte produzieren hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit höherem Säuregrad, welches zur Herstellung von 100%-Apfelsäften und Apfelschorlen verwendet wird. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem europäischen und internationalen Markt.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Frucht betrugen 42,5 (Vorjahr: 30,8) m€ und betrafen neben Erhaltungsmaßnahmen auch Kapazitätserweiterungen. Das neue Fertigwarenlager in Serpuchov/Russland wurde im Juni 2011 in Betrieb genommen und der Zubau für die geplante Erhöhung der Kapazitäten ist bereits im Gange. In China wurde der erste Bauabschnitt des neuen Fruchtzubereitungswerks in Dachang (Produktionsverlagerung) fertiggestellt, in Südafrika erfolgten Investitionen in die neue Produktionsstätte in Johannesburg. Darüber hinaus wurde in zahlreiche Austausch- und Ersatzarbeiten investiert, so zum Beispiel in Polen (Produktionslinienersatz sowie neuer Kocher) und in Frankreich (Gefrierlagerumbau in Mitry-Mory und Ersatz des Kühllagerhauses in Valence). Ein größerer Betrag floss in den Ankauf von Edelstahlcontainern für den Fruchtzubereitungstransport und in den USA erfolgte die Implementierung eines neuen ERP-Software-Tools. Der Produktivitätssteigerung dienten auch Investitionen in Gleisdorf/Österreich. Im Konzentratbereich wurden vor allem in Polen und Ungarn Investitionen zur Betriebsoptimierung getätigt.

Rohstoff und Ernte

Das abgelaufene Geschäftsjahr war von deutlich gestiegenen Preisen bei den Basisrohstoffen wie Zucker, Stärke und Flüssigzucker sowie einer angespannten Versorgungslage bei Früchten geprägt. Gleichzeitig war auf allen relevanten Beschaffungsmärkten eine erhöhte Nachfrage nach Rohstoffen festzustellen.

Beginnend mit der Winterernte 2011 in Mexiko, Südamerika, Marokko und Ägypten etablierte sich durch die starke Nachfrage in allen Anbauregionen ein sehr hohes Preisniveau. Auch nach den Sommerernten in Europa und Nordamerika änderte sich an dieser Situation wenig und markante Preissteigerungen waren speziell bei Beerenfrüchten wie auch vereinzelt bei Stein- und Kernfrüchten feststellbar. Auch bei tropischen Früchten gab es eine ähnliche Entwicklung der Preise, hier im speziellen bedingt durch eine starke Nachfrage der "Emerging Markets". Das Preisrisiko konnte zwar einerseits durch eine spezifische Deckungspolitik und andererseits durch Diversifizierung bei der Beschaffung im Rahmen der globalen Einkaufsorganisation reduziert werden. Ein Teil der massiven Preiserhöhungen konnte jedoch im wettbewerbsintensiven Marktumfeld nicht überwälzt werden und belastete das Ergebnis.

AGRANA verfügt aber im Bereich Fruchtzubereitungen über ein weltweit dichtes, hochqualifiziertes Lieferantennetzwerk, das unter anderem dabei hilft, Rohstoffkrisen ähnlich jener des abgelaufenen Wirtschaftsjahres zu bewältigen. Aktuelle Anzeichen sprechen dafür, dass das Jahr 2011/12 einen Höhepunkt bei den Preisentwicklungen für Früchte darstellte und man nunmehr von einer gewissen Entspannung am Markt, wenngleich auch auf relativ hohem Niveau ausgehen kann. Regional erratische Vegetations- und Ernteverläufe bleiben weiterhin ein Risiko, das die Preise in einzelnen Regionen markant beeinflussen kann.

Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate lag die europäische Kern- und Beerenobsternte 2011/12 bei einzelnen Früchten um bis zu 25% unter einer durchschnittlichen Ausbringung. Dadurch gab es besonders bei Erdbeeren-, Schwarze Johannisbeeren- und Sauerkirschenkonzentrat einen erheblichen Rohwarenpreisanstieg. Es gelang AGRANA Juice, die Rohstoffkostensteigerungen an die Konzentratkunden weiterzugeben. In Ungarn, einem wichtigem Rohstoffgebiet für Industrieäpfel, wurde Anfang Mai 2011 durch deinen Blütenfrost die Ernte zu 70 % zerstört. Durch eine frühzeitige gezielte Anpassung der Einkaufsstrategien für Rohware und Apfelsaftkonzentrat in den jeweiligen Produktionsländern ist es gelungen, die für die Kundendeckung unbedingt erforderlichen Rohstoff- und Konzentratmengen zu sichern.

Die Verarbeitung von Bio-Äpfeln in Ungarn zu Konzentrat und Direktsaft konnte weiter ausgebaut werden.

Trotz einer guten Apfelernte von rund 30 Mio. Tonnen in China verringerte sich das Apfelangebot für die industrielle Verarbeitung durch eine hohe Nachfrage nach Frischobst. Schätzungen zufolge lag die gesamte chinesische Produktionsmenge von Apfelsaftkonzentrat für das Jahr 2011 um 50 % unter dem Wert des Rekordjahres 2007.

Für 2012 wird bei einem normalen Witterungsverlauf auch eine Entspannung auf den Rohstoffmärkten für Fruchtsaftkonzentrathersteller erwartet.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

SEGMENT FRUCHT

2011/12 2010/11¹
Umsatzerlöse (brutto)
t€
930.265 873.787
Umsätze zwischen den Segmenten
t€
-1.327 -4.175
Umsatzerlöse
t€
928.938 869.612
EBITDA ²
t€
73.826 81.973
Operatives Ergebnis ²
t€
38.208 46.684
Operative Marge
%
4,1 5,4
Ergebnis aus Sondereinflüssen
t€
-1.433 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit
t€
36.775 46.684
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte ³
t€
42.462 30.832
Investitionen in Finanzanlagen
t€
1.228 115
Mitarbeiter 4.822 5.118

¹ Anpassung des Vorjahres aufgrund einer rückwirkend angewendeten Änderung der Bilanzierung in Zusammenhang mit IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer).

² Vor Sondereinflüssen.

³ Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Umsatz im Segment Frucht stieg im Geschäftsjahr 2011/12 um 59,3 m€ bzw. 6,8 % auf 928,9 (Vorjahr: 869,6) m€. Im Bereich Fruchtzubereitungen ging der Absatz in einem schwierigen Marktumfeld gegenüber dem Vorjahr zurück. Neben teilweise rückläufigen Märkten lag dies am Eintritt eines neuen Wettbewerbers in Russland und Marktanteilsverlusten in Westeuropa und Nordamerika, teilweise auch aufgrund von Marktanteilsverschiebungen zwischen den Herstellern der Konsumentenendprodukte. Im besonders wettbewerbs-intensiven Markt Zentraleuropa sowie in Südamerika konnte sich AGRANA gut behaupten und den Marktanteil halten. In Asien wurde ein leichter Marktanteilsanstieg verzeichnet; der Umsatzrückgang in China aufgrund niedriger Preise und neuer Joghurtprodukte ohne Fruchtanteil konnte durch Erfolge in Südkorea, Australien und Südafrika wettgemacht werden. Die neuen Fabriken in Ägypten und Südafrika haben ihre Produktion erfolgreich aufgenommen und mit der Belieferung der lokalen Märkte begonnen. Im Bereich des Fruchtsaftkonzentratgeschäfts ist der Preis für europäisches Apfelsaftkonzentrat während der letzten 12 Monate bei einer durchschnittlichen europäischen Ernte leicht gesunken. Der Preis für chinesisches Apfelsaftkonzentrat hingegen kletterte auf ein historisch hohes Niveau, da infolge der großen Nachfrage nach Tafeläpfeln auch die Preise von Pressäpfeln in China stark anstiegen. Insgesamt zeigten sich die Verkaufspreise bei Fruchtsaftkonzentraten weiterhin auf hohem Niveau stabil, die Verkaufsmengen hingegen waren vor allem in den letzten Monaten etwas rückläufig. Der Umsatzanteil des Segments Frucht am Konzernumsatz betrug 36,0 % (Vorjahr: 40,2 %).

Das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2011/12 konnte mit 38,2 m€ den Vorjahreswert von 46,7 m€ nicht erreichen. Während bei Fruchtsaftkonzentraten ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wurde, führten die Volumenrückgänge sowie die rohstoffkostenbedingt niedrigere Margensituation bei Fruchtzubereitungen zu einem rückläufigen Segmentergebnis.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die EU-Kommission hat am 4. April 2012 den Unternehmen AGRANA Beteiligungs-AG und RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Wien, die Zustimmung zur Fusion ihrer im Bereich Fruchtsaftkonzentrat tätigen Tochtergesellschaften AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf/Österreich, und Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/Österreich, im Rahmen eines Joint Ventures erteilt. Damit sind die wettbewerbsrechtlichen Voraussetzungen für eine Finalisierung dieses Vorhabens gegeben. Das Closing ist für Anfang Juni 2012 geplant.

Das neu gegründete Joint Venture YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH wird seinen Firmensitz in Kröllendorf/Österreich haben und über 14 Produktionsstandorte in Österreich, Dänemark, Ungarn, Polen, Rumänien, der Ukraine und China verfügen. Produziert werden neben Fruchtsaftkonzentraten auch Fruchtpürees und natürliche Aromen sowie Direktsäfte für die weiterverabeitende Getränkeindustrie. Das Joint Venture mit einem Umsatz von rund 350 m€ wird durch AGRANA voll konsolidiert werden.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

Als bedeutendes Industrieunternehmen mit globaler Präsenz im Food- und Non-Food-Bereich ist AGRANA bestrebt, ihre Verantwortung im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) wahrzunehmen und dabei auf die vielfältigen Anforderungen, die aufgrund regionaler Unterschiede bestehen, so gut wie möglich einzugehen. Hierbei ist es für AGRANA ein erklärtes Ziel, die Balance zwischen ökologischer, ökonomischer und sozialer Verantwortung bestmöglich herzustellen und langfristig aufrecht zu erhalten. Somit ist CSR für AGRANA kein auf einen Endpunkt hin definiertes Projekt, sondern stellt einen kontinuierlichen, auf Langfristigkeit ausgelegten Prozess dar, der tagtäglich gelebt und laufend verbessert wird.

Nachhaltigkeit beginnt für AGRANA bereits bei der Beschaffung der landwirtschaftlichen Rohstoffe, die danach in den eigenen Werken unter Einsatz möglichst effizienter, umweltschonender und im Energieeinsatz optimierter Produktionsverfahren veredelt werden.

Unter diesem Aspekt lagen AGRANAs Schwerpunkte im Bereich Ökologie im abgelaufenen Jahr neben dem Thema Energieeffizienz auch auf der Gewinnung und weitergehenden Nutzung wertvoller Nebenprodukte im Sinne einer möglichst geschlossenen Kreislaufwirtschaft. Die im Zuge der Nahrungsmittelproduktion gewonnenen Nebenprodukte dienen etwa zur Weiterverarbeitung in der Lebensmittel- und Non-Food-Industrie, werden als Futter- und Düngemittel vertrieben oder auch zur Energiegewinnung genutzt. Somit kommt es zu einer annähernd vollständigen Verwertung der landwirtschaftlichen Rohstoffe und - durch die damit erreichte Reduktion von Abfällen auch zu einer Minimierung von Umweltbelastungen.

Neben Maßnahmen wie Energieeffizienz, Ressourcenschonung und CO2-Einsparung, die wesentlich zum Klima- und Umweltschutz beitragen, bedeutet gelebte Nachhaltigkeit für AGRANA auch, sich ihrer ökonomischen Verantwortung bewusst zu sein und diese tagtäglich wahrzunehmen. Dies umfasst nicht nur AGRANAs Finanzgebarung sondern schließt auch Themen wie Fairness im Umgang mit Mitbewerbern, Integrität im Geschäftsverkehr oder auch ordnungsgemäße und transparente Finanzberichterstattung, die eine Gleichbehandlung aller Interessensgruppen gewährleistet, mit ein. AGRANA hat dazu "Compliance-Unternehmensgrundsätze" festgelegt, die für jeden Mitarbeiter gültig sind. Im Rahmen dieser bekennt sich AGRANA beispielsweise zum Wettbewerb mit fairen Mitteln, insbesondere zur strikten Einhaltung des Kartellrechts. Ebenso stellt sich AGRANA gegen Korruption und verpflichtet sich, alle einschlägigen nationalen und internationalen Rechtsvorschriften strikt zu befolgen. Neben der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Buchführung sowie dem Bestreben eines kooperativen Umgangs mit Behörden stellt unter anderem auch das Thema "Fairer und respektvoller Umgang mit Kollegen und Dritten" einen zentralen Bestandteil von AGRANAs Compliance-Unternehmensgrundsätzen dar.

Zu umfassender CSR zählt auch die Wahrnehmung sozialer Verantwortung, im Rahmen derer AGRANA beispielsweise einen Schwerpunkt auf den Vertrieb von "Fair Trade"- Produkten legt. Daneben unterstützt das Unternehmen aber auch karitative und soziale Projekte rund um den Globus und engagiert sich schon viele Jahre im Bereich Sponsoring.

Neben ihrem traditionellen kulturellen Engagement hat das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Reihe sozialer und karitativer Einrichtungen finanziell gefördert. So hat AGRANA etwa zu Weihnachten 2011 unter dem Motto "Marmelade mit MEHRwert" Kleinbauern-Familien im verarmten Nordosten Brasiliens bei der besseren Vermarktung ihrer Ernte unterstützt. Konkret wurde durch AGRANAs Spende in Zusammenarbeit mit der österreichischen Entwicklungsorganisation ICEP ("Institut zur Cooperation bei Entwicklungsprojekten") die Professionalisierung der brasilianischen Kooperative cooperCUC ("Cooperativa Agropecuária Familiar de Canudos Uauá e Curaçá") gezielt gefördert. cooperCuC ist eine Kleinbauern-Kooperative, die sich durch die Verarbeitung und Vermarktung heimischer Früchte zu Fruchtaufstrichen, allen voran den Früchten des Umbu-Baums (auch "brasilianische Zwetschke" genannt), eine Einkommensquelle geschaffen hat. Neben Beratungsmaßnahmen für eine professionelle Buchhaltung wurde die Kooperative bei der Entwicklung eines Marketingkonzepts für die kommenden Jahre unterstützt und damit zur langfristigen Sicherung des Einkommens von mehr als 300 Kleinbauern-Familien beigetragen. Um sicherzustellen, dass das Geld vor Ort zweckgewidmet eingesetzt wird, bekommt AGRANA den Projektfortschritt von ICEP lückenlos dokumentiert.

Darüber hinaus startete AGRANA im Herbst anlässlich der Hungerkatastrophe in Ostafrika 2011 eine gemeinsame Hilfsaktion mit ihren Mitarbeitern. Im Rahmen dieser Aktion verdoppelte das Unternehmen die seitens seiner Mitarbeiter eingegangenen Gelder und spendete diese an die Caritas Wien für deren Ostafrika-Hilfe.

Weitere karitative Einrichtungen, die AGRANA im abgelaufenen Geschäftsjahr unterstützte, waren beispielsweise "die möwe"-Kinderschutzzentren, der Vorsorgepreis "Gesundes Niederösterreich" oder die idance company, welche sich mit der Förderung der künstlerischen Ausdrucksfähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom beschäftigt.

CSR als strukturierter Managementansatz

AGRANA ist an einer kontinuierlichen Vertiefung ihres CSR-Ansatzes interessiert. Dies zeigt sich anhand zahlreicher Projekte, welche CSR und dessen weitere Integration in die Geschäftsprozesse des Unternehmens zum Thema haben.

So wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen der AGRANA-internen Talenteförderung ("ACT II" – Programm, "AGRANA Competencies Training") das Projekt "CaeSaR – Corporate Social Responsibilty" durchgeführt. Ergebnisse dieses Projektes, welches teilweise vom Nachhaltigkeitsansatz des Segments Frucht inspiriert wurde, waren ein Überblick über die Stakeholderstruktur des Unternehmens sowie die Identifikation relevanter Kernthemen rund um den Bereich gesellschaftliche Verantwortung bei AGRANA. Diese erarbeiteten Kernthemen wurden in weiterer Folge im Rahmen einer Soll-Ist-Analyse den derzeitigen Geschäftspraktiken des Unternehmens gegenübergestellt, um mögliche weitere Handlungsfelder zu eruieren. Dabei wurde herausgefunden, dass - mit wenigen Ausnahmen - die wichtigsten Kernthemen bereits durch den AGRANA-Verhaltenskodex, die Compliance Unternehmensgrundsätze und die AGRANA Unternehmens- und Qualitätspolitik abgedeckt sind. Zur weiteren strukturierten Bearbeitung der einzelnen Kernthemen soll weiterhin auf die Werkzeuge und Informationen der SEDEX-Datenbank (SEDEX Supplier Ethical Data Exchange – "Nachhaltigkeitsdatenbank") zurückgegriffen werden. Als Grundlage des gesamten Projektes diente der ISO 26000 Leitfaden, der aus sieben Prinzipien (Rechenschaftspflicht, Transparenz, Ethisches Verhalten, Achtung der Interessen der Anspruchsgruppen, Achtung der Rechtsstaatlichkeit, Achtung internationaler Verhaltensstandards und Achtung der Menschenrechte) sowie aus sieben Kernthemen (Organisationsführung, Menschenrechte, Arbeitspraktiken, faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, Konsumentenanliegen, Umwelt und Einbindung sowie Entwicklung der Gesellschaft) besteht.

Ende 2011 wurde ein übergeordneter Prozess gestartet, der ausgehend von der Implementierung eines CSR-Konzeptes in der AGRANA-Gruppe zum Ziel hat, nicht nur das Gleichgewicht zwischen den drei Säulen der Nachhaltigkeit - Ökonomie, Ökologie und Soziales – herzustellen, sondern auch sicherzustellen, dass die Werte und Vorgaben des AGRANA-Verhaltenskodex an allen Standorten und von allen Lieferanten und Vertragspartnern verstanden und respektiert werden. Teile des CSR-Konzepts sind eine erweiterte Kernthemen- und Handlungsfeld-Analyse sowie die Beschreibung eines AGRANA-CSR-Managementprozesses. Die Erhebung von Verbesserungspotentialen und eine entsprechende Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen erfolgt im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Zusammenfassend versteht AGRANA CSR als Marktchance sowie als Möglichkeit, betriebswirtschaftliche Ziele mit gesellschaftlichen Interessen zu verbinden. Ressourcenschonende Produktionsverfahren, verantwortungsvolle Liefer- und Wertschöpfungsketten, laufende Produkt- und Prozessinnovationen sowie fair gehandelte Produkte ermöglichen aus AGRANA-Sicht nicht nur die Erschließung neuer Märkte, sondern dienen darüber hinaus auch der Sicherung bestehender Partnerschaften.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung- und Entwicklungstätigkeit.

Die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") verfolgt in einem hochkompetitiven Marktumfeld das strategische Ziel, durch Produktinnovationen Markttrends zu setzen und sich von den Mitbewerbern zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue, innovative Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Der Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) stellt somit einen unverzichtbareren Bestandteil der auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie dar.

AGRANA unterhält mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Das Leistungsspektrum der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich reicht von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Innovations- und Kompetenzzentrum (ICC, "Innovation and Competence Center") Gleisdorf/Österreich ist die zentrale Forschung und Entwicklung des Fruchtzubereitungsbereichs organisiert. Aufgabe dieser Einrichtung ist die Entwicklung von innovativen Produkten und Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger F&E-Projekte, um den international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren. Eine zentrale Marktentwicklungsabteilung in Mitry-Mory/Frankreich unterstützt das ICC in Gleisdorf.

Im Geschäftsjahr 2011|12 investierte AGRANA rund 15,1 (Vorjahr: 14,5) m€ in Forschung und Entwicklung, was, gemessen am Konzernumsatz, einer F&E-Quote von 0,59 % (Vorjahr: 0,67 %) entsprach. Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 199 (Vorjahr: 194) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2011/12 beschäftigte die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft durchschnittlich 145 (Vorjahr 127) Mitarbeiter (ohne Vorstandsmitglieder).

In der gesamten AGRANA-Gruppe waren im Geschäftsjahr 2011/12 durchschnittlich 7.982 (Vorjahr 8.243) Mitarbeiter tätig. Davon waren 1.812 (Vorjahr 1.746) Mitarbeiter in Österreich und 6.170 (Vorjahr 6.497) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Personalstrategie als langfristige Perspektive

AGRANA versteht sich als internationale Unternehmensgruppe. Integrität, Leistungsbereitschaft und soziales Bewusstsein sollen verbinden, die Mitarbeiter werden gefördert und ermutigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Der Arbeits- und Führungsstil ist von Kooperation und gegenseitiger Wertschätzung bestimmt.

In diesem Sinne übernimmt auch jeder AGRANA-Mitarbeiter Verantwortung für die eigene Weiterentwicklung. Die Führungskräfte und die Personalabteilungen bieten dafür allen Mitarbeitern Möglichkeiten und Hilfestellungen im Einklang mit den Geschäftszielen. Dadurch konnte ein wertvoller Beitrag zur Profitabilität und zum Wachstum der Geschäftsbereiche geleistet werden.

Zur Unterstützung der strategischen Ziele existiert ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2011|12 waren 5,8 % (Vorjahr: 5,2 %) aller Beschäftigten Teil dieses erfolgsorientierten Entlohnungssystems.

Im Rahmen der Personalstrategie war das vergangene Geschäftsjahr von der Umsetzung einer Vielzahl von Human Resources (HR) - Projekten geprägt, wie zum Beispiel IT-Systemverbesserungen oder die Einführung eines HR-Shared Service Centers (SSC) in Österreich. Mit diesen geschaffenen organisatorischen Voraussetzungen wird im Geschäftsjahr 2012/13 der Fokus darauf gelegt, die Personalprozesse noch effizienter zu gestalten, um somit die bestmögliche Unterstützung der Fachbereiche zu gewährleisten. Aber auch Projekte, die die Funktion HR weiter in Richtung strategischer Partner der Fachbereiche entwickeln sollen, werden zu den Aufgaben und Herausforderungen zählen. Dazu zählt beispielsweise die Einführung einer elektronischen Bewerberdatenbank.

Bei der Umsetzung der Personalstrategie für das Geschäftsjahr 2012/13 werden die intensiven Bemühungen um Qualifizierung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter fortgeführt.

Personalentwicklung und Weiterbildung in der AGRANA-Gruppe

Personalentwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter und Führungskräfte hatte auch im Geschäftsjahr 2011/12 besondere Bedeutung in der Personalarbeit der AGRANA. Sowohl die Holding als auch lokale Tochtergesellschaften organisierten zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen wie auch im persönlichkeitsbildenden Bereich.

Im Zuge des "Talent Development"-Prozesses hat zum zweiten Mal eine rund 30 Personen umfassende Gruppe an Mitarbeitern und Führungskräften mit hohem Potential und hoher Leistung aus dem gesamten AGRANA-Konzern das AGRANA Competencies Training ("ACT") – Programm mit großem Erfolg abgeschlossen.

Einer der Schwerpunkte im Bereich Aus- und Weiterbildung lag im Geschäftsjahr 2011/12 auf der Führungskräfteentwicklung. Diese Trainings wurden verstärkt weiterentwickelt, um durchgängige Schulungen im Bereich Führung bieten zu können und das hohe Niveau der Führungskräfte weiter zu verbessern. Darüber hinaus wurde ein Schulungsschwerpunkt auf den Bereich des konzernweiten Projektmanagements gelegt. Das Angebot an Trainings wurde erweitert und zusätzlich auf die internen Bedürfnisse zugeschnitten. Das Basistraining "Grundlagen des Projektmanagements" wird nun mittels E-Learning angeboten, wodurch eine breitere Streuung der Inhalte ermöglicht wird.

Gesundheit & Arbeitssicherheit

Zusätzlich zum Angebot der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen. Ziel ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie des Wohlbefindens der Mitarbeiter.

Neben weiteren sportlichen Angeboten wie zum Beispiel Schitagen oder Wirbelsäulengymnastik gelang es erneut, zahlreiche Laufsportler für die Teilnahme am jährlichen "Wien Energie Business Run" zu begeistern. AGRANA war im September 2011 mit insgesamt 32 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

Im Segment Zucker wurde zusätzlich zum bewährten Angebot des "AGRANA-Fit"- Programms mit der Aktion "Obstkorb" auf die Wichtigkeit einer gesunden und vitaminreichen Ernährung hingewiesen. Mit dem Projekt "Weitwinkel" wurde das Sicherheitsbewusstsein der Lehrlinge geschult. Dabei wurden diese beauftragt, mit einer Fotokamera das Werk zu begehen und Sicherheitsmängel fotografisch festzuhalten; die besten Bilder wurden ausgezeichnet. Letztlich wurden konzernweit zahlreiche Aktivitäten im Bereich "Health & Safety" durchgeführt, so zum Beispiel Trainings zur Vermeidung von Arbeitsunfällen, Trainings zur Feuerprävention und Workshops zur Reduktion von Lärm und Umweltverschmutzung.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zu seiner Verantwortung zur Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Ziel des Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um negative Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Ergebnisse auf ein Minimum zu reduzieren.

Ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Chancen und Risiken ermöglicht es AGRANA, die vorhandenen unternehmerischen Ressourcen effizient zur Erreichung ihrer strategischen Ziele einzusetzen. Dabei wird der Vorstand durch effiziente Kontroll- und Berichtssysteme unterstützt.

Zur Steuerung ihrer Risiken bedient sich AGRANA zweier, einander ergänzender Systeme:

Das wesentliche operative Steuerungsinstrument ist das konzernweit implementierte, einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Ergänzt wird dieses durch einen monatlichen Risikobericht, in welchem über das Risikopotential sowohl für die AGRANA-Gruppe als auch für jedes einzelne Segment für das laufende sowie auch das nachfolgende Geschäftsjahr berichtet wird.

Ziel des strategischen Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken des AGRANA-Geschäftsmodells aufzuzeigen. Der Beobachtungshorizont ist dabei mittel- bis langfristig angelegt. Unterstützt wird der Vorstand bei dieser Aufgabe von einem eigenständigen, unabhängigen Risikomanagement-Team. Zweimal jährlich werden gemeinsam mit Experten aus allen Segmenten und Geschäftsbereichen die wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen in einem "Strategischen Risk Review" analysiert. Die erkannten Chancen und Bedrohungen werden hinsichtlich ihres Potentials und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit evaluiert, Frühwarnindikatoren festgelegt und Maßnahmen zur Gegensteuerung definiert. Das Ergebnis wird in einem Risikokatalog zusammengefasst. Im Zuge dieses Prozesses wird als ergänzende Information für das Management ein "Worst Case"-Szenario für das laufende Geschäftsjahr entwickelt und mittels einer "Monte Carlo Simulation" die maximal theoretisch denkbare negative Abweichung vom geplanten Ergebnis ermittelt. Die Ergebnisse des "Strategischen Risk Reviews" werden in einem Risikohandbuch zusammengefasst und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Um im Risikofall den Schaden auf ein Minimum zu begrenzen, sind in jeder Tochtergesellschaft eigene lokale Risikomanagement-Teams nominiert, die bei Bedarf rasche und koordinierte Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten.

Das direkt dem Vorstand berichtende Risikomanagement-Team auf Konzernebene legt besonderes Augenmerk auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken und die Stärkung des Risikobewusstseins aller Mitarbeiter im Konzern.

Risikopolitik

Chancen und Risiken sind untrennbar mit unternehmerischem Handeln und Entscheiden verbunden. Zielsetzung eines erfolgreichen Risikomanagement ist es, ein ausgewogenes Gleichgewicht von Chancen und Risiken zu erhalten.

Grundsätzlich ist der Konzern bereit, Risiken im Rahmen der Kernkompetenz des Unternehmens in Kauf zu nehmen, wobei aber Risiken, die nicht auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß reduziert werden können, möglichst vermieden werden sollen. Risiken, die sich nicht auf Kern- oder Unterstützungsprozesse beziehen, werden prinzipiell nicht eingegangen.

Die Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Risikostrategie und die Abwicklung der tatsächlich angewandten Sicherungsmaßnahmen erfolgt für den gesamten Konzern zentral und koordiniert durch die AGRANA Beteiligungs-AG.

Derivative Instrumentarien werden nur zur Absicherung von Grundgeschäften angewendet, deren Einsatz zu Spekulationszwecken ist ausdrücklich verboten. Durch Richtlinien, Limits, laufende Kontrollen und Berichte an den Vorstand wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Rechtliche Risiken

Zivilrechtliche Klagen gegen die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Beklagte, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Gesellschaft haben könnten, bestehen derzeit nicht.

Beteiligungsrisiko

Das Beteiligungsrisiko umfasst im Wesentlichen potenzielle Wertverluste aufgrund von Dividendenausfällen, Teilwertabschreibungen, Veräußerungsverlusten und der Reduktion von stillen Reserven.

Im Rahmen des Beteiligungsmanagements der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bereits beim Eingehen neuer Beteiligungen bzw. bei Beteiligungsveränderungen im Rahmen von Due Diligence Maßnahmen ausführliche qualitative Analysen hinsichtlich der Ertragskraft und Plausibilität von Planzahlen erstellt, um Risiken und Chancen zu identifizieren.

Für die Überwachung der bestehenden Beteiligungen ist das Beteiligungscontrolling der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft verantwortlich. Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Dieses ermöglicht dem Management Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und zu steuern. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von 5 Jahren, Budgetplanung (laufendes Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden.

Der vom Controlling erstellte Monatsbericht zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen.

Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht je Segment, der Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres unter Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energiepreise, Rohstoffpreise, Verkaufspreise etc.) auf das aktuelle Niveau bis Geschäftsjahresende gibt. Das Ergebnis wird im Rahmen der monatlichen Divisionsmeetings an den AGRANA-Vorstand berichtet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Zur Absicherung werden in einem begrenzten Umfang derivative Instrumente eingesetzt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können im Wesentlichen aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro. Zur Absicherung werden in einem begrenzten Umfang derivative Instrumente eingesetzt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken infolge von Schwankungen im Cashflow werden durch die Liquiditätsplanung erkannt, die einen integrierten Bestandteil der Unternehmensplanung und des Berichtssystems bildet, was wiederum eine rechtzeitige Einleitung von Maßnahmen zur Gegensteuerung ermöglicht. Ausreichende, von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien sichern jederzeit die Liquidität der AGRANA-Gruppe.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die laufende Überprüfung der Bonität und des Zahlungsverhaltens der Kunden sowie durch die Vorgabe strikter Obergrenzen für offene Forderungen minimiert. Besonderes Augenmerk wird auf die ausgezeichnete Bonität von Geschäftspartnern und Kreditinstituten gelegt. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemessener Höhe abgedeckt.

Risiken aus Haftungen

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hat Haftungen für Konzerngesellschaften übernommen. Sollten Haftungen schlagend werden, ergibt sich daraus ein nicht unerhebliches Liquiditätsrisiko.

Durch die laufende Überwachung der Beteiligungen sowie die konzernweite Liquiditätsund Finanzplanung kann Zahlungsengpässen zeitgerecht entgegengewirkt werden.

Gesamtrisiko

Zusammenfassend sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG keine bestandsgefährdenden Risiken für das Geschäftsjahr 2011/12.

Internes Kontrollsystem (Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB)

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zur Verantwortung der Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das interne Kontrollsystem von AGRANA ist so ausgestattet, dass die erforderliche Sicherheit für die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Jahresabschlüsse gewährleistet ist.

Vom Controlling wird monatlich ein standardisierter Bericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Konzerngesellschaften enthält. Der Umfang ist konzerneinheitlich festgelegt und umfasst neben detaillierten Absatzdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und die daraus ableitbaren Kenzahlen, wie Cashflow, ROCE, Working Capital, Deckungsbeitrag etc.

AGRANA verfügt über ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, in dessen Rahmen alle relevanten Chancen und Risiken identifiziert, evaluiert und Maßnahmen zur Gegensteuerung definiert werden. Schwerpunkte sind dabei die für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung. Das direkt dem Vorstand berichtende Risikomanagementteam legt besonderes Augenmerk auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken und auf die Stärkung des Risikobewusstseins aller Mitarbeiter im Konzern.

Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten jährlichen Revisionsplanes und einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüft die interne Revision operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeit. Weiters überwacht sie die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand sowie die jeweilige Geschäftsführung berichtet.

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

Als wesentliches Kontrollorgan fungiert der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft. Der Aufsichtsrat hielt im Geschäftsjahr 2011/12 vier Sitzungen ab. Seine Beratungs- und Kontrolltätigkeit übt der Aufsichtsrat entsprechend der Bedeutung der Thematik und ihrer sachlichen Zuordnung auch mittels dreier Ausschüsse aus:

Der Personalausschuss befasst sich mit den Rechtsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandes. Als Nominierungs- und Vergütungsausschuss ist er zuständig für die Nachfolgeplanung im Vorstand und beschließt die Vergütungsschemata für die Mitglieder des Vorstandes. Der Präsidialausschuss, der gleichzeitig als Strategieausschuss fungiert, hat die Beschlussfassung in strategischen Angelegenheiten des Aufsichtsrates vorzubereiten und in dringenden Fällen Entscheidungen zu treffen. Der Prüfungsausschuss befasst sich vorbereitend für den Aufsichtsrat mit allen Fragen des Jahresabschlusses und der Prüfung der Rechnungslegung und des Konzernabschlusses. Er überwacht die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems und überprüft die Unabhängigkeit und Qualifikation des Abschlussprüfers.

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt zum Stichtag 29. Februar 2012 103,2 m€ und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker) mit Sitz in Mannheim/Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.

Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt, und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG bestellt.

Die restlichen 24,5 % des Grundkapitals befinden sich im Streubesitz. Das britische Finanzunternehmen Prudential plc, London/Großbritannien, und einige seiner Tochtergesellschaften sind seit Februar 2011 mit einem Anteil von mehr als 15% am AGRANA-Grundkapital beteiligt.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes im Sinne des § 243a Z. 7 UGB.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte in 2011/12 keine Zweigniederlassungen

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Abgesehen von der Zustimmung der EU-Kommission zur Fusion der im Bereich Fruchtsaftkonzentrat tätigen Gesellschaften AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf/Österreich, und Ybbstaler Fruit Austria GmbH, Kröllendorf/Österreich, welche von der AGRANA Beteiligungs-AG bzw. der RWA Raiffeisen Ware Austria AG, Wien, gehalten werden, sind nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2012 keine keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten. Näheres zur genehmigten Fusion ist auf Seite 18 dieser Beilage angeführt.

PROGNOSEBERICHT

Das sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2011/12 stellt eine herausfordernde Vorgabe für 2012/13 dar. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 29. Februar 2012 und einem diversifizierten Geschäftsmodell sieht sich AGRANA aber auch für das neue Geschäftsjahr gut gerüstet und rechnet mit einer soliden Ergebnisentwicklung in allen Geschäftsbereichen.

Durch kontinuierlich fortgeführte Strukturverbesserungen und konsequente Marktbearbeitung will der Konzern die Herausforderungen im Rahmen weiterhin volatiler Märkte meistern und ist optimistisch, das Wachstum nachhaltig weiterzuentwickeln. Auch der langfristige Trend hin zu höherwertiger, gesunder Ernährung bleibt für AGRANA ebenso ein Wachstumstreiber wie die Ausrichtung auf Emerging Markets.

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft erwartet vor diesem Hintergrund auch für das Geschäftsjahr 2012/13 ein weiteres Wertwachstum ihrer Beteiligungen und ein stabiles Beteiligungsergebnis.

Wien, am 30. April 2012

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Jahresabschluss

zum

29. Februar 2012

der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Donau-City-Straße 9, 1220 Wien

Gewinn- und Verlustrechnung
vom 1.03.2011 - 29.02.2012
Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 69.024,12 71
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 185,00 18
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c) Übrige
517.256,56
33.727.782,43
21
24.422
34.245.223,99 24.461
3. Personalaufwand
a) Gehälter -13.823.471,24 -11.740
b) Aufwendungen für Abfertigungen u. Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
-315.547,92 -358
c) Aufwendungen für Altersversorgung -1.201.111,83 -609
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
e) Sonstige Sozialaufwendungen
-2.592.238,66
-133.081,79
-2.282
-116
-18.065.451,44 -15.104
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-1.568.668,57 -1.845
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) übrige -23.295.380,06 -19.196
6. Zwischensumme aus Z 1 bis 5 (Betriebserfolg) -8.615.251,96 -11.613
7. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 53.820.266,00
(Vorjahr TEUR 37.855)
53.825.266,00 37.860
8. Erträge aus anderen Wertpapieren des
Finanzanlagevermögens 5.215.374,93 5.235
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.311.588,04 2.761
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.306.954,13
(Vorjahr TEUR 381)
10. Zinsenaufwendungen
davon betreffend verbundenene Unternehmen
EUR 0 (Vorjahr TEUR 0)
-2.407,38 -435
11. Zwischensumme aus Z 7 bis 10 ( Finanzerfolg) 60.349.821,59 45.421
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 51.734.569,63 33.808
13. Steuern vom Einkommen
davon Steuerumlagen EUR 18.169.923,49
(Vorjahr TEUR 3.141)
808.025,91 1.072
14. Jahresüberschuss 52.542.595,54 34.880
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 2.196.361,48 1.401
16. Bilanzgewinn 54.738.957,02 36.281
Bilanz
zum 29. Feber 2012
Vorjahr
A K T I V A EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.641.189,00 1.228
II. Sachanlagen 1.047.381,27 899
III. Finanzanlagen 489.134.525,68 475.800
491.823.095,95 477.927
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögens-
gegenstände
1. Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
130.826.908,11 95.734
2. Sonstige Forderungen und Vermögens-
gegenstände
9.203.743,42 22.832
140.030.651,53 118.566
II. Kassenbestand, Guthaben
bei Kreditinstituten
84.193,31 4
140.114.844,84 118.570
631.937.940,79 596.496
Bilanz
zum 29. Feber 2012
Vorjahr
P A S S I V A EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210.249,78 103.210
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene
2. Nicht gebundene
373.422.710,55
45.566.884,45
373.423
45.567
III. Gewinnrücklagen 418.989.595,00 418.990
1. Gesetzliche Rücklage
2. Andere (freie) Rücklagen
47.964,07
13.880.000,00
13.927.964,07 48
13.880
13.928
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag EUR 2.196.361,48
(Vorjahr TEUR 1.401)
54.738.957,02 36.281
B. Rückstellungen 590.866.765,87 572.409
1. Rückstellungen für Abfertigungen
2. Steuerrückstellungen
3. Sonstige Rückstellungen
2.572.090,03
21.766.210,40
4.179.659,32
28.517.959,75 2.429
6.960
3.208
12.597
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
202,45
1.045.983,83
0
560
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
4. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern EUR 1.192.202,65
(Vorjahr TEUR 516)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
7.445.014,11
4.062.014,78
7.845
3.085
EUR 232.590,23 (Vorjahr TEUR 186) 12.553.215,17 11.490
631.937.940,79 596.496
Haftungsverhältnisse 465.820.888,00 321.758

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 - 4 33 - 25

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 3 33,33
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrundegelegt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind

c. Finanzanlagen

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 7.666,00 (im Vorjahr 1 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 369.366,78 (im Vorjahr 315 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden gemäß § 198 und 211 UGB nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt. Dazu wurde ein Gutachten der Valida Consulting GmbH, Wien, eingeholt. Der Rückstellungsberechnung liegen ein Rechnungszinssatz von 4,5 % (im Vorjahr 4 %), Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-7,89 % (im Vorjahr 0-8,9 %) sowie Gehaltsanpassungen zugrunde.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 3,5 % so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension ausfinanziert ist, wenn die Anwartschaftsberechtigten das 65. (Vorjahr: 65) Lebensjahr vollendet haben. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Nachschusspflicht an die Pensionskassa. Die Rückstellung für die Nachschussverpflichtung wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und konzerneinheitlich der Rechnungszinssatz von 4,5 % (im Vorjahr 4 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0- 7,89 % (im Vorjahr 0-8,9 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe Eigenkapital gem. Ge Jahresüber
Beteiligungsunternehmen des § 229 UGB schäfts schuss/fehlbetr
Anteils EUR jahr ag
% EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100,00 5.693.697,75 2011/1 416.618,77
2
AGRANA J & F Holding GmbH, Wien*) 98,91 249.002.586,12 2011/1 -718.688,35
2
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 282.335.832,54 2011/1 66.500.699,34
2
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 198.881.949,17 2011/1 58.366.370,29
2
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwick
lungs- und Produktions- GesmbH, Wien 66,67 7.706.532,48 2011/1 938.781,76
2
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln 100,00 3.349.958,22 2011 1.430.707,56

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Restlaufzeit Restlaufzeit Bilanzwert
in EUR (Vorjahr in TEUR) bis 1 Jahr von mehr
als 1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 130.826.908,1 0 130.826.908,11
(28.02.2011) 1 (0) (95.734)
(95.734)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 9.185.698,42 18.045,00 9.203.743,42
(28.02.2011) (22.813) (18) (22.832)
Summe 140.012.606, 18.045,0 140.030.651,
(28.02.2011) 53 0 53
(118.547) (18) (118.566)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Betrag von EUR 130.826.908,11 (im Vorjahr 95.734 TEUR) betreffen in Höhe von EUR 116.649.392,46 (im Vorjahr 95.734 TEUR) sonstige Forderungen und in Höhe von EUR 14.177.515,65 Kreditforderungen gegenüber der AGRANA JUICE (XIANYANG) CO. LTD (vormals Xianyang Andre Juice Co., Ltd). Letztere werden im Unterschied zum Vorjahr nicht unter den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen, sondern unter diesem Posten ausgewiesen, da im Zuge der Auflösung der Joint Ventures an den chinesischen Juice-Gesellschaften die restlichen 50% der Anteile an der AGRANA JUICE (XIANYANG) CO. LTD (vormals Xianyang Andre Juice Co., Ltd) erworben wurden.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Partizipationsscheinen in Höhe von EUR 5.206.250,00 (im Vorjahr 5.206 TEUR), Forderungen aus Kapitalertragsteuer gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 2.505.779,11 (im Vorjahr 1.219 TEUR), die Kreditforderung gegenüber Yongji Andre Juice Co., Ltd. in Höhe von EUR 1.088.731,50 (im Vorjahr TEUR 2.178), Abgrenzungen aus Wertpapierzinsen sowie andere kurzfristige Forderungen. Die Kreditforderung gegenüber Yongji Andre Juice Co., Ltd. wurde im Betrag von EUR 1.136.412,71 (im Vorjahr TEUR 47) wertberichtigt.

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 5.214.427,53 (im Vorjahr 5.214 TEUR) enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich wie folgt zusammen:

14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien - Stammaktien

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand Veränderung Stand 29.02.2012
01.03.2011 EUR EUR
EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595, 0,00 418.989.595,0
00 0

(5) Gewinnrücklagen

Stand Veränderung Stand 29.02.2012
01.03.2011 EUR EUR
EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rückla 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
gen)
Summe 13.927.964,0 0,00 13.927.964,07
7

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungenwird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand (V) Verbrauch Zuweisung Stand am
01.03.2011 (A) Auflösung 29.02.2012
in EUR in EUR in EUR in EUR
Nicht konsumierte Ur
laube 1.203.481,29 0,00 222.209,89 1.425.691,18
Aufsichtsratsvergütun
gen 165.000,00 (V) 165.000,00 200.000,00 200.000,00
Sonderzahlungen 277.066,61 0,00 54.211,62 331.278,23
Nachschussverpflichtung
an die Pensionskasse 0,00 0,00 354.550,00 354.550,00
Jubiläumsgelder 283.243,50 (A) 54.571,00 0,00 228.672,50
(V) 167.680,00
Prüfungsaufwand 216.700,00 (A) 10.120,00 175.000,00 213.900,00
Pensionsansprüche 129.860,67 0,00 82.201,35 212.062,02
Veröffentlichungsauf (V) 171.592,90
wand 176.000,00 (A) 4.407,10 176.000,00 176.000,00
Ausstehende Eingangs (V) 977.052,91
rechnungen 628.000,00 (A) 500.947,09 1.724.775,00 874.775,00
Altersteilzeit 92.196,43 0,00 12.683,96 104.880,39
Kosten der Hauptver
sammlung 32.000,00 (V) 32.000,00 38.000,00 38.000,00
Kosten Bilanzpressekon (V) 2.967,63
ferenz 3.500,00 (A) 532,37 3.800,00 3.800,00
(V) 250,00
Sonstiges 1.500,00 (A) 1.250,00 16.050,00 16.050,00
3.208.548, (V)1.516.543,44 3.059.481, 4.179.659,
Summe 50 (A) 571.827,56 82 32
29.02.2012 28.02.2011
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 202,45 0,17
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (202,45) (0,17)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leis 1.045.983,83 559
tungen (1.022.394,70) (533)
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (14.785,28) (14)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (8.803,85) (12)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 7.445.014,11 7.844
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (7.445.014,11) (7.844)
Sonstige Verbindlichkeiten 4.062.014,78 3.085
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (4.062.014,78) (3.085)
Summe 12.553.215,17 11.489
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (12.529.626,04) (11.463)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (14.785,28) (14)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (8.803,85) (12)

(7) Verbindlichkeiten

RLZ = Restlaufzeit

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 2.549.362,12 (im Vorjahr 2.165 TEUR), Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 1.424.792,88 (im Vorjahr 703 TEUR) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 87.859,78 (im Vorjahr 216 TEUR), enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 2.549.362,12 (im Vorjahr 2.165 TEUR) sowie Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 576.862,04 (im Vorjahr 470 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 7.445.014,11 (im Vorjahr 7.844 TEUR) enthalten.

Die Miete Strabaghaus für 2012/13 beträgt EUR 1.041.213,00. Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 5.206.065,00 (im Vorjahr 5.036 TEUR).

Die Miete für die Telefonanlage Alcatel beträgt 2012/13 EUR 185.882,35 (im Vorjahr 184 TEUR). Bis zum Ende des Mietvertrages am 31.07.2013 beträgt die Miete aus heutiger Sicht EUR 264.007,62.

29.02.2012 28.02.2011
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 37.800.000,00 39.810
Haftungen aus Zahlungsgarantien 428.020.888,00 281.947
Summe 465.820.888,00 321.757
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 364.702.034,00 258.529

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 01. März 2011 bis 29. Februar 2012, im Vorjahr jenen vom 01. März 2010 bis 28. Februar 2011.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 69.024,12 (im Vorjahr 70 TEUR) beinhalten nur Inlandsumsätze.

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 185,00 (im Vorjahr 18 TEUR).

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 517.256,56 (im Vorjahr 20 TEUR) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für Projekte (EUR 500.000,00; im Vorjahr 0 TEUR) und die teilweise Auflösung der Rückstellung für Prüfungskosten (EUR 10.120,00; im Vorjahr 5 TEUR).

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von Euro 33.727.782,43 (im Vorjahr 24.422 TEUR) enthalten Erträge aus Konzernverrechnungen für die Nutzung der Markenrechte in Höhe von EUR 12.860.300,00 (im Vorjahr 10.515 TEUR) sowie solche für IT-Leistungen, Personal und Sonstiges in Höhe von EUR 19.711.018,06 (im Vorjahr 13.563 TEUR), Durchlaufposten in Höhe von EUR 884.038,20 (im Vorjahr 45 TEUR) sowie andere Erträge in Höhe von EUR 272.426,17 (im Vorjahr 298 TEUR).

(13) Personalaufwand

2011/12
in EUR
2010/11
in TEUR
Gehälter 13.823.471,24 11.741
Aufwendungen für Abfertigungen 220.402,69 282
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervor
sorgekassen (MVK) 95.145,23 75
Aufwendungen für Altersversorgung 1.201.111,83 609
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 2.592.238,66 2.281
Sonstige Sozialaufwendungen 133.081,79 116
Summe 18.065.451,44 15.104

davon entfallen

Abfertigungen und Leis tungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
Pensionen (Rückstellungen)
2011/12
2010/11
EUR
TEUR
2011/12 2010/11
TEUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80
AktG
94.316,53 123 1.185.181,89 597
andere Arbeitnehmer 221.231.39 234 15.929,94 11
Summe 315.547,9
357
2
1.201.111,
83
608

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 145 Angestellte (im Vorjahr 127 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 2.584.071,40 (im Vorjahr 2.395 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 748.430,54 (im Vorjahr 613 TEUR) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von EUR 82.201,35 (im Vorjahr 16 TEUR Auflösung) zugewiesen und eine Rückstellung für die Nachschussverpflichtung in Höhe von EUR 354.550,00 (im Vorjahr 0 TEUR) gebildet.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011/12 eine Vergütung von EUR 200.000,00 (im Vorjahr 165 TEUR).

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Dieübrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen EUR 23.295.380,06 (im Vorjahr 19.196 TEUR) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von EUR 7.381.798,90 (im Vorjahr 6.440 TEUR), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von EUR 5.927.231,26 (im Vorjahr 5.544 TEUR), Leasing, Mieten und Pachten von EUR 1.292.165,24 (im Vorjahr 1.270 TEUR), die Zuweisung zur Einzelwertberichtigung Forderung von EUR 1.088.731,50 (im Vorjahr 362 TEUR), Werbeaufwendungen von EUR 1.042.361,74 (im Vorjahr 958 TEUR) sowie andere Aufwendungen in Höhe von EUR 6.563.091,42 (im Vorjahr 4.621 TEUR).

(15) Erträge aus Beteiligungen
-- -- -- --------------------------------
2011/12 2010/2011
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 53.820.266,00 37.855
Erträge von sonstigen Beteiligungen 5.000,00 5
Summe 53.825.266,00 37.860
2011/12 2010/2011
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer 17.391.795,90 2.005
Körperschaftsteuer Vorperioden -62.102,58 -10
Steuerumlagen -18.169.923,49 -3.140
nicht abzugsfähige Quellensteuer 32.204,26 73
Summe -808.025,91 -1.072

(16) Steuern vom Einkommen

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA J & F Holding GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und die AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

F. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA Bioethanol GmbH, Wien, Österreich AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., São Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fidschi AGRANA Fruit France S.A., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacán, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville, USA AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine

AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA

AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich

AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich

AGRANA J & F Holding GmbH, Wien, Österreich

AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark

AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf, Österreich

AGRANA Juice Magyarorzág Kft., Vásásarosnamény, Ungarn

AGRANA Juice Poland Sp z.o.o., Białobrzegi, Polen

AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien

AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf, Österreich

AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland

AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland

AGRANA Juice Ukraine TOV, Winniza, Ukraine

AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China

AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich

AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten

AGRANA Skrob s.r.o., Hrusšvany, Tschechien

AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich

AGRANA TANDAREI SRL, Ţăndărei, Rumänien

AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien

AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich

Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich

Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn

Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Beograd , Serbien

Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien

Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko

Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland

Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich

Flavors from Florida, Inc, Bartow, USA

Frefrost SARL, Laouamra, Marokko

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich

Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn

Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich PERCA s.r.o., Hrušovany, Tschechien S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Ţăndărei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered', Slowakei "Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH, Wien, Österreich YBBSTALER AGRANA JUICE GmbH, Kröllendorf (pol. Gemeinde Allhartsberg), Österreich Yube d.o.o., Požega, Serbien Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn HungranaTrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien-Herzegowina

G. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 237 Z14 UGB)
2011/12
Jahres
abschluss
Andere
Bestätigungs
leistungen
Gesamt 2010/
11
Jahres
ab
schluss
Andere
Bestäti
gungsleis
tungen
Gesamt
EUR EUR EUR TEUR TEUR TEUR
KPMG Austria AG
Wirtschaftsprüfungs
und Steuerberatungs
gesellschaft 25.309,0
0
322.871,20 348.180,2
0
24 146 170
Summe 25.309,
00
322.871,2
0
348.180,
20
24 146 170

H. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Dr. Christian KONRAD, Wien Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Mag. Christian TEUFL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt Dr. Jochen FENNER, Gelchsheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Stephan SAVIC, Wien Ing. Peter VYMYSLICKY, Leopoldsdorf Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Walter GRAUSAM, Wien Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Dkfm. Thomas KÖLBL, Mannheim-Lindenhof

Wien, am 30. April 2012

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h.

Mag. Walter Grausam e.h.

Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Anlage 1 Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2011/2012

A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffun gskosten Abschreibun gen Buchwerte
Stand Zugang Abgang Stand Stand Jahres- gang
Ab
Stand Stand Stand
01.03.11 29.02.12 01.03.11 g
abschreibun
29.02.12 29.02.12 28.02.11
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.300,93 0,00 0,00 611.300,93 258.254,93 61.060,00 0,00 319.314,93 291.986,00 353.046,00
gwertige Vermögensgegenstände
2. EDV-Software
3. Gerin
0,00
4.607.837,52
1.481.768,85
23.782,72
0,00
23.782,72
6.089.606,37
0,00
3.733.185,52
0,00
1.007.217,85
23.782,72
0,00
23.782,72
4.740.403,37
0,00
1.349.203,00
0,00
874.652,00
0,00
5.219.138,45 1.505.551,57 23.782,72 6.700.907,30 3.991.440,45 1.092.060,57 23.782,72 5.059.718,30 1.641.189,00 1.227.698,00
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund
146.090,57 0,00 0,00 146.090,57 52.446,48 2.835,00 0,00 55.281,48 90.809,09 93.644,09
g
2. Betriebs- und Geschäftsausstattun
2.771.206,14 611.422,35 336.157,06 3.046.471,43 1.965.416,96 460.150,35 335.668,06 2.089.899,25 956.572,18 805.789,18
gwertige Vermögensgegenstände
3. Gerin
0,00 13.622,65 13.622,65 0,00 0,00 13.622,65 13.622,65 0,00 0,00 0,00
2.917.296,71 625.045,00 349.779,71 3.192.562,00 2.017.863,44 476.608,00 349.290,71 2.145.180,73 1.047.381,27 899.433,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 391.554.765,83 13.335.000,00 0,00 404.889.765,83 1.211.456,15 0,00 0,00 1.211.456,15 403.678.309,68 390.343.309,68
papiere (Wertrechte) des
gungen
2. Beteili
3. Wert
258.620,00 0,00 0,00 258.620,00 0,00 0,00 0,00 0,00 258.620,00 258.620,00
gevermögens
Anla
85.206.800,00 0,00 0,00 85.206.800,00 9.204,00 0,00 0,00 9.204,00 85.197.596,00 85.197.596,00
477.020.185,83 13.335.000,00 0,00 490.355.185,83 1.220.660,15 0,00 0,00 1.220.660,15 489.134.525,68 475.799.525,68
Gesamtsumme 485.156.620,99 15.465.596,57 373.562,43 500.248.655,13 7.229.964,04 1.568.668,57 373.073,43 8.425.559,18 491.823.095,95 477.926.656,95

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

160

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss zum 29. Februar 2012 der AGRANA Beteiligungs-AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA Beteiligungs-AG vermittelt;

█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011|12 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 30. April 2012

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung Produktion, Qualitätsmanagement, Personal, Segmentverantwortung Zucker Kommunikation (inklusive Investor Relations) sowie Forschung und Entwicklung; Segmentverantwortung Stärke

für die Bereiche Wirtschaftspolitik, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff sowie Einkauf;

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht; Segmentverantwortung Frucht

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERWENDUNG

2011 12
in €
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis 29. Februar 2012
schließt mit einem Bilanzgewinn von 54.738.957
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 3,60 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 51.127.344
Vortrag auf neue Rechnung 3.611.613
54.738.957

161

BESTÄTIGUNGSVERMERK

162 BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis zum 29. Februar 2012 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 29. Februar 2012, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 29. Februar 2012 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschrift en vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstel lungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risiko einschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 29. Februar 2012 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. März 2011 bis zum 29. Februar 2012 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

AUSSAGEN ZUM LAGEBERICHT

Der Lagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreff en.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreff end.

Wien, am 30. April 2012

KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h.

Die Veröff entlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschrift en des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

WWW.AGRANA.COM

Talk to a Data Expert

Have a question? We'll get back to you promptly.