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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report May 31, 2011

733_10-k_2011-05-31_0c562a64-57b3-4ee9-84d0-ecd6e6cdb8a8.pdf

Annual Report

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KONZERNABSCHLUSS 2010|11 DER AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

Konzernlagebericht

  • Konzernabschluss
  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Geldfl ussrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung Konzernanhang
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk

JAHRESABSCHLUSS 2010|11 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

Lagebericht Einzelabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Anhang Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk

  • Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz- und Ertragslage
  • Investitionen
  • Vermögens- und Finanzlage
  • Cashfl ow
  • Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente
  • Nachtragsbericht
  • Segment Zucker
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Zucker Österreich
  • Zucker Ungarn
  • Zucker Tschechien
  • Zucker Slowakei
  • Zucker Rumänien
  • Zucker Westbalkan
  • Zucker Bulgarien

  • Segment Stärke

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Stärke Österreich
  • Stärke Ungarn
  • Stärke Rumänien
  • Bioethanol
  • Segment Frucht
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff und Ernte
  • Investitionen
  • Geschäftsentwicklung
  • Umwelt und Nachhaltigkeit
  • (Corporate Social Responsibility)
  • Forschung und Entwicklung
  • Personal- und Sozialbericht
  • Risikomanagement und Internes Kontrollsystem
  • Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB
  • Prognosebericht

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2010|11 2009|10 Veränderung in t¤ in t¤ in % Umsatzerlöse 2.165.902 1.989.159 8,9 EBITDA 207.234 176.246 17,6 Operatives Ergebnis 128.053 91.937 39,3 Operative Marge 5,9 % 4,6 % Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0 –5.007 100,0 Ergebnis der Betriebstätigkeit 128.053 86.930 47,3 Finanzergebnis –18.959 461 > –100,0 Ergebnis vor Ertragsteuern 109.094 87.391 24,8 Konzernjahresergebnis 86.686 72.702 19,2 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 55.859 48.382 15,5 Investitionen in Finanzanlagen 118 941 –87,5 Mitarbeiter 8.243 7.927 4,0

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010|11 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Konzernabschluss deckt das AGRANA-Geschäftsjahr (März 2010 bis Februar 2011) ab und vergleicht es mit dem Vorjahr.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Im zweiten Quartal 2010|11 wurde die neu gegründete ungarische Biogáz Fejlesztő Kft., deren Geschäftszweck Gasproduktion und -vertrieb ist, erstmals vollkonsolidiert. Mit Ende des dritten Quartals 2010|11 erfolgte die Erstkonsolidierung der ägyptischen AGRANA Nile Fruits Processing (SAE). AGRANA ist an dieser neu gegründeten Gesellschaft mit 51 % beteiligt und bezieht diese mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss ein. Im Jänner 2011 erfolgte letztlich die erstmalige Quotenkonsoli die rung der GreenPower E85 Kft., in der die Produktion und der Handel von Bioethanol in Ungarn gebündelt sind.

Die Konsolidierungskreisabgänge im Geschäftsjahr 2010|11 betrafen die Liquidation der INSTAN-TINA Hungária Élelmiszergyartó és Kereskedelmi Kft. v. a., Petőháza|Ungarn, und der S.C. Romana Prod s.r.l., Roman|Rumänien, sowie die Fusion der Fruimark (Proprietary) Ltd., Kapstadt|Südafrika, und der AGRANA Fruit South Africa Investments (Proprietary) Ltd., Kapstadt|Südafrika, mit der AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd., Kapstadt|Südafrika.

UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2010|11 um 176,7 m€ bzw. 8,9 % auf 2.165,9 (Vorjahr 1.989,2) m€. Die gestiegenen Umsätze in allen drei Segmenten waren primär auf Absatzmengensteigerungen, aber auch auf im Durchschnitt etwas höhere Preise (in den Segmenten Stärke und Frucht) zurückzuführen. Bei einem Umsatz von 713,1 (Vorjahr 684,1) m€ konnten im Segment Zucker die preisbedingt geringeren Quotenzuckerumsätze durch erheblich gesteigerte Nicht-Quotenzucker-Exporte, die auch preislich zulegen konnten, mehr als kompensiert werden. Die Umsatzerlöse im Segment Stärke lagen bei 583,2 (Vorjahr 499,2) m€ und entwickelten sich ebenfalls aufgrund erhöhter Verkaufsvolumina und zuletzt auch steigender Verkaufspreise positiv. Infolge der Anpassung an die gesunkenen Rohstoff kosten der letztjährigen Ernte zeigten die Verkaufspreise bei Stärkeprodukten im ersten Halbjahr 2010|11 noch eine rückläufi ge Tendenz, seit Mitte des Geschäftsjahres war jedoch eine Trendumkehr zu verzeichnen. Im Segment Frucht erreichte AGRANA vorwiegend durch Absatzsteigerungen bei Fruchtzubereitungen (rund 80 % des Segmentumsatzes) und durch Preissteigerungen bei Fruchtsaftkonzentraten ebenfalls einen Umsatzzuwachs auf 869,6 (Vorjahr 805,9) m€.

Das operative Konzernergebnis lag mit 128,1 m€ um 39,4 % oder 36,2 m€ über dem Vorjahr (91,9 m€). Eine Ergebnissteigerung wurde in allen drei Segmenten realisiert. Die seit dem dritten Quartal höheren Rohstoff kosten in den Segmenten Stärke und Frucht konnten durch Preissteigerungen nahezu kompensiert werden, wodurch es möglich war, eine Belastung der Margen in Grenzen zu halten. Des Weiteren schlugen sich die bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr eingeleiteten Optimierungsschritte positiv im operativen Ergebnis nieder.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2010|11 betrug 128,1 (Vorjahr 86,9) m€. Während im aktuellen Geschäftsjahr kein Ergebnis aus Sondereinfl üssen ausgewiesen wurde, sind im Vorjahr noch Aufwendungen für die

Verlegung des Holdingsitzes der AGRANA Fruit sowie der Firmenwertabgang aus der Schließung des Werkes in Kaplice|Tschechien in Höhe von –5,0 m€ als Sondereinfl uss berichtet worden, die dem Segment Frucht zuzuordnen waren.

Das Finanzergebnis in Höhe von –19,0 (Vorjahr 0,5) m€ war bei einem verbesserten Zinsergebnis primär auf das Währungsergebnis, das betragsmäßig wieder einen Wert des langjährigen Durchschnitts erreichte, zurückzuführen. Den außergewöhnlich hohen Währungsgewinnen des Vorjahres von 18,9 m€ standen im Geschäftsjahr 2010|11 Währungs verluste von –2,5 m€ gegenüber.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich folglich von 87,4 m€ im Vorjahr auf 109,1 m€. Nach einem Steueraufwand von –22,4 m€ (entspricht einer Steuerquote von 20,5 %) betrug das Konzernjahresergebnis 86,7 (Vorjahr 72,7) m€. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernjahresergebnis stieg auf 84,5 (Vorjahr 72,2) m€, das Ergebnis je Aktie betrug somit 5,95 (Vorjahr 5,08) €.

INVESTITIONEN

Das Investitionsvolumen (ohne Finanzanlagen) stieg im Geschäftsjahr 2010|11 nach 48,4 m€ im Vorjahr wieder planmäßig auf 55,9 m€. Die auf das Segment Zucker entfallenden Investitionen im Ausmaß von 16,0 (Vorjahr 11,4) m€ betrafen vorwiegend Ersatzinvestitionen an den Standorten in der Slowakei, in Ungarn und in Tschechien; in Österreich wurde mit dem Bau eines neuen Zuckersilos in Tulln begonnen. Im Segment Stärke wurden 9,0 (Vorjahr 10,8) m€ schwerpunktmäßig in Maschinen und technische Anlagen in Ungarn und Österreich (Pischelsdorf, Gmünd und Aschach) zur Prozessoptimierung und Steigerung der Energieeffi zienz investiert. Im Segment Frucht dienten 30,8 (Vorjahr 26,1) m€ vor allem der Finanzierung produktionstechnischer Erweiterungen in Österreich, Russland und Mexiko. Weiters wurde in den USA und Frankreich in Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung investiert.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2011 lag mit 1.992,2 m€ um 104,3 m€ über dem Vorjahr (1.887,9 m€). Der Rückgang der langfristigen Vermögenswerte um 21,9 m€ resultierte überwiegend aus den unter Abschreibungsniveau liegenden Investitionen. Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 126,2 m€. Für den Aufbau der Vorräte waren vor allem die gestiegenen Rohstoff preise verantwortlich, auch der Aufbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen spiegelt diesen Trend wider, weil auch die Verkaufspreise angepasst wurden.

AGRANA konnte im Geschäftsjahr 2010|11 ihre Kapitalstruktur weiter verbessern. Bei einer Eigenkapitalquote von 48,7 % (Vorjahr 47,9 %) lag das Eigenkapital mit 970,7 m€ über dem Wert zum Bilanzstichtag am 28. Februar 2010 mit 904,7 m€. Die Nettofi nanzschulden zum 28. Februar 2011 lagen mit 382,4 m€ leicht über dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2009|10 von 376,6 m€. Das Gearing zum Ende des Geschäftsjahres konnte trotz erhöhtem Finanzierungs bedarf für das gestiegene Working Capital auf 39,4 % (Vorjahr 41,6 %) verbessert werden. Das Eingehen langfristiger Finanzverbindlichkeiten zur Absicherung und Optimierung der Refi nanzierungsstruktur hatte einen Zuwachs der langfristigen Schulden zur Folge. Gleichzeitig gingen die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten zurück. Demgegenüber stand ein vor allem rohstoff preisbedingter Aufbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten.

CASHFLOW

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis stieg im Geschäftsjahr 2010|11 um 13,2 % auf 169,3 (Vorjahr 149,6) m€ und folgte damit der verbesserten operativen Ergebnisentwicklung. Durch den Anstieg des Working Capitals zum 28. Februar 2011 um 93,9 (Vorjahr: Abbau von 12,2) m€ belief sich der Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 75,4 (Vorjahr 162,2) m€. Der Cashfl ow aus Investitionstätigkeit betrug –51,6 (Vorjahr –48,4) m€ bei leicht erhöhten Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 55,9 (Vorjahr 48,4) m€. Nach der Ausschüttung und einem geringfügigen Nettoaufbau der Finanzverbindlichkeiten um 3,2 (Vorjahr: Nettorückführung von 95,8) m€ lag der Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit bei –25,0 (Vorjahr –123,7) m€. Die AGRANA-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr einen Free Cashfl ow von 23,8 (Vorjahr 113,8) m€.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER EINZELNEN SEGMENTE

Segment Zucker

in t¤ 2010 11 2009 10
Umsatzerlöse (brutto) 770.587 737.015
Umsätze zwischen den Segmenten –57.500 –52.963
Umsatzerlöse 713.087 684.052
EBITDA 51.338 36.883
Operatives Ergebnis 33.141 15.214
Operative Marge 4,6 % 2,2 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) 33.141 15.214
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 16.031 11.420
Investitionen in Finanzanlagen 3 537
Mitarbeiter 2.245 2.336

Der Umsatz im Segment Zucker stieg im Geschäftsjahr 2010|11 um 29,0 m€ bzw. 4,2 % auf 713,1 (Vorjahr 684,1) m€. Die wesentlichen Ursachen dafür waren die gute Absatzsituation bei Nicht-Quotenzucker und die guten Verkaufszahlen bei Nebenprodukten. Der erwartete und eingetretene Preisrückgang bei Quotenzucker wurde durch die hohen Preise für Weltmarktzucker und Nicht-Quotenzucker-Exporte und die in diesem Bereich deutlich gesteigerte Menge mehr als kompensiert. Der Umsatzanteil des Segments Zucker am Konzernumsatz betrug 32,9 % (Vorjahr 34,4 %). Insbesondere in Österreich wurde eine beachtliche Umsatzsteigerung erzielt, einerseits aufgrund gesteigerter Weltmarktzuckerexporte und andererseits aufgrund erhöhter Binnenmarktlieferungen in Defi zitländer. In der Region Westbalkan und insbesondere in Bosnien-Herzegowina konnten neue Märkte erschlossen und bei hohen Weltmarktpreisen Mengen- und Preissteigerungen realisiert werden.

Das operative Ergebnis des Segments Zucker lag mit 33,1 m€ deutlich über dem Vorjahreswert (15,2 m€). Dabei verbesserten die Rübenzuckerländer (Tschechien, Slowakei, Ungarn und Österreich) im Quoten- und Nicht-Quotenzucker-Bereich ihre Ergebnisse stark. Neben den verbesserten Marktbedingungen waren Kosteneinsparungen für die Ergebnissteigerung verantwortlich. In Rumänien konnte sich trotz unverändert eingeschränkter Raffi nationsmöglichkeiten infolge der hohen Weltmarktpreise das Ergebnis unterjährig durch die Anhebung des Marktpreisniveaus wieder erholen.

Segment Stärke

2009 10
533.788
–34.586
499.202
67.333
41.055
8,2 %
41.055
10.836
1
880
2010 11
617.300
–34.097
583.203
73.876
48.181
8,3 %
48.181
8.996
0
880

Der Umsatzzuwachs im Geschäftsjahr 2010|11 um 84,0 m€ bzw. 16,8 % auf 583,2 (Vorjahr 499,2) m€ war vor allem auf höhere Verkaufsmengen bei allen wesentlichen Hauptprodukt- und Nebenproduktgruppen zurückzuführen. Absatzsteigerungen sorgten dafür, dass die insbesondere im ersten Halbjahr 2010|11 gegenüber dem Vorjahr zu verzeich nenden, niedrigeren Durchschnittsverkaufspreise überkompensiert wurden. Die gestiegenen Rohstoff preise ab dem Spätsommer konnten durch Anpassung der Verkaufs preise im zweiten Halbjahr 2010|11 teilweise ausgeglichen werden. Im Bereich Bioethanol wurden sowohl höhere Verkaufsmengen als auch höhere Marktpreise bei Ethanol und Nebenprodukten erzielt. Der Umsatzanteil des Stärke segments am Konzernumsatz betrug 26,9 % nach 25,1 % im Vorjahr.

Das operative Ergebnis stieg um 7,1 m€ bzw. 17,3 % auf 48,2 (Vorjahr 41,1) m€. Absatz- und zuletzt auch preisbedingte Umsatzzuwächse sowie eine erfolgreiche Einkaufsstrategie waren der Hauptfaktor für die Steigerung der operativen Marge.

Segment Frucht

in t¤ 2010 11 2009 10
Umsatzerlöse (brutto) 873.787 805.988
Umsätze zwischen den Segmenten –4.175 –83
Umsatzerlöse 869.612 805.905
EBITDA 82.020 72.030
Operatives Ergebnis 46.731 35.668
Operative Marge 5,4 % 4,4 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) 46.731 30.661
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 30.832 26.126
Investitionen in Finanzanlagen 115 403
Mitarbeiter 5.118 4.711

Der Umsatz im Segment Frucht legte im Geschäftsjahr 2010|11 um 63,7 m€ bzw. 7,9 % auf 869,6 (Vorjahr 805,9) m€ zu. Im ersten Halbjahr 2010|11 konnten gestiegene Absatzvolumina bei Fruchtzubereitungen die bis dahin etwas niedrigeren Durchschnittsverkaufspreise überkompensieren; im zweiten Halbjahr ging zwar die Dynamik bei der Absatzentwicklung zurück, dafür kam es aber zu einem Aufwärtstrend bei den Marktpreisen, die dem Anstieg der Rohstoff preise in der zweiten Jahreshälfte folgten. Überproportional wuchsen die Regionen Osteuropa, Asien und Nord- und Südamerika, die einen großen Nachholbedarf beim Pro-Kopf-Verbrauch an Fruchtjoghurts aufweisen. Im Fruchtsaftkonzentratbereich konnte der Umsatz primär aufgrund deutlicher Preissteigerungen am Konzentratmarkt als Ergebnis einer unterdurchschnittlichen Apfelernte, aber auch aufgrund höherer Absatzvolumina gesteigert werden. Der Umsatzanteil des Fruchtsegments am Konzernumsatz betrug 40,2 % (Vorjahr 40,5 %).

Das operative Ergebnis lag mit 46,7 m€ um 11,0 m€ bzw. 30,8 % über dem Vorjahreswert von 35,7 m€. Die operative Marge im Segment Frucht stieg auf 5,4 % (Vorjahr 4,4 %). Gründe für diese positive Entwicklung waren das Mengenwachstum im Fruchtzubereitungsbereich sowie die starke Absatz- und zuletzt gute Marktpreisentwicklung, als Folge erhöhter Rohstoff kosten, im Konzentratbereich. Auch Strukturverbesserungs- und Optimierungsmaßnahmen leisteten einen positiven Beitrag zur Steigerung des Ergebnisses und der operativen Marge im Segment Frucht.

NACHTRAGSBERICHT

AGRANA betreibt mit Yantai North Andre zwei Apfelsaftkonzentratwerke als 50%-Joint Ventures in China. Wie in einer Presseaussendung am 1. Februar 2011 bekanntgegeben, fi nden zwischen AGRANA und Yantai North Andre Ver handlungen statt, mit dem Ziel der 100%-Übernahme eines Werkes durch AGRANA und Abgabe des 50%-Anteils am verbleibenden Werk an den Joint Venture-Partner. Diese Verhandlungen bzw. Abwicklungsschritte sind derzeit noch nicht abgeschlossen.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfl uss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2010 11 2009 10 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 713,1 684,1 4,2
Operatives Ergebnis 33,1 15,2 117,6
Operative Marge 4,6 % 2,2 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 16,0 11,4 40,1

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA ist als

führender Zuckerproduzent in den Kern märkten Zentral-, Ost- und Südeuropas weiterhin hervorragend positioniert.

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker sind weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding angesiedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Zuckerweltmarkt

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2010|11 brachte Höchstwerte bei den Weltmarktzuckerpreisen. Zu Beginn des Jahres 2010 erreichte der Zuckerpreis sein vorläufi ges Hoch mit 30,4 US cent/lb¹ bevor er am 7. Mai 2010 nach starkem Verlust das Jahrestief mit 13 US cent/lb erreichte. Über das restliche Geschäftsjahr 2010|11 hinweg stieg der Zuckerpreis stetig an und erreichte am 2. Februar 2011 mit einer Rohzuckernotierung von 35 US cent/lb sein 30-jähriges Hoch an der New Yorker Börse.

Die Gründe für diese volatile Preisentwicklung des vergangenen Jahres lagen vor allem an den ungünstigen Wetterlagen in vielen wichtigen Zuckeranbauregionen der Welt wie Brasilien oder Pakistan, bei gleichzeitig weiter steigender Nachfrage.

In der aktuellen Schätzung der Weltzuckerproduktion für das ZWJ 2010|11 (Oktober 2010 bis September 2011) rechnet F. O. Licht mit einem Anstieg der weltweiten Zuckerproduktion um 8,3 Mio. Tonnen auf 166,9 Mio. Tonnen. Davon entfallen etwa 32,7 Mio. Tonnen auf die Herstellung aus Zuckerrüben (–2,5 Mio. Tonnen im Vergleich zum ZWJ 2009|10) und rund 134,2 Mio. Tonnen auf die Rohrzuckerproduktion (+10,8 Mio. Tonnen). Bei diesem Anstieg der globalen Zucker pro duktion wird im ZWJ 2010|11 bei einer erwarteten Steigerung des Verbrauchs auf 164,1 (ZWJ 2009|10 162,1) Mio. Tonnen nur mit einem geringen Zuwachs der Lagerbestände gerechnet.

■ Raw Sugar ICE, New York ■ White Sugar, London

37

Europäischer Zuckermarkt

Seit dem ZWJ 2009|10 ist der europäische Zuckermarkt für Einfuhren aus den LCD- (am wenigsten entwickelten Ländern der Welt) als auch aus den AKP-(Afrika, Karibik, Pazifi k-)Staaten off en. Zölle und Mengenbegrenzungen wurden für diese Herkunftsländer vollständig aufgehoben. Infolge der hohen Weltmarktpreise und kompetitiver Preisentwicklungen in anderen konkurrierenden Importländern blieb die Importmenge im ZWJ 2009|10 in die EU mit 1,3 Mio. Tonnen jedoch deutlich unter den Erwartungen.

Aufgrund dieser Entwicklungen sank der EU-Endlagerbestand im ZWJ 2009|10 auf 1,1 Mio. Tonnen. Laut den Berechnungen der Europäischen Kommission würde der EU-Lagerbestand zum Ende des ZWJ 2010|11 nochmals absinken. Um dem entgegenzuwirken, ermöglichte die Europäische Kommission im Februar 2011 erstmals die Vermarktung von 500.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker im EU-Food-Markt. Zusätzlich wurde eine zollfreie Importquote in Höhe von 300.000 Tonnen für den EU-Food-Markt bewilligt.

Die Europäische Kommission ermöglichte der Zuckerindustrie im ZWJ 2010|11 zunächst den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt. Im März 2011 wurden für das ZWJ 2011|12 Exporte von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose ab dem Jänner 2012 beschlossen. Im April 2011 wurde ein weiteres Kontingent zum Export von 700.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker zur Auslieferung ab September 2011 eröff net.

Als Folge des Zuckerdefi zites machten sich seit Herbst 2010 Preissteigerungen für Spot-Verkäufe auf dem EU-Markt bemerkbar.

Wesentliche Teile der Binnenmarktregeln zum EU-Zuckermarkt laufen am 30. September 2015 aus. Derzeit wird die Ausrichtung der allgemeinen EU-Agrarpolitik ab 2014 von der EU-Kommission diskutiert. Dabei könnte es zu Festlegungen der Politikinstrumente kommen, die für den EU-Zuckermarkt nach Auslaufen der Binnenmarktregelungen am 30. September 2015 relevant sind. Die EU-Kommission hat angekündigt, alle Optionen für die Regelungen zum EU-Zucker ab 1. Oktober 2015 zu prüfen.

Außenhandel Zucker

Beim Weltwirtschaftsforum Ende Jänner 2011 in Davos|Schweiz wurden die Verhandlungen der Doha-Runde wieder aufgenommen. Die USA fordern mehr Marktzugang in China, Indien und Brasilien, noch bevor sie ihre Agrarsubventionen abbauen. China und USA zeigen Bereitschaft, Kompromisse für eine gemeinsame Übereinkunft einzugehen. Ein Scheitern dieser Verhandlungen könnte die WTO (World Trade Organisation) als Handelsforum in Frage stellen.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Auf einer Gesamtfl äche von rund 86.150 (Vorjahr 83.550) Hektar wurden für den AGRANA-Konzern im Geschäftsjahr 2010|11 rund 5,42 (Vorjahr 5,08) Mio. Tonnen Rüben geerntet und verarbeitet. Die rund 8.440 (Vorjahr 8.520) Rübenbauern erzielten Rübenerträge von durchschnittlich 62,9 (Vorjahr 60,8) Tonnen je Hektar mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,5 % (Vorjahr 16,3 %).

38 Die sieben Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 47.900 (Vorjahr 46.000) Tonnen Rüben in durchschnittlich 113 (Vorjahr 113) Tagen zu rund 803.000 (Vorjahr 747.000) Tonnen Zucker. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden insbesondere als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder auf den Weltmarkt exportiert. In Rumänien und Bosnien wurden im Geschäftsjahr 2010|11 zusätzlich rund 204.000 (Vorjahr 176.000) Tonnen Rohzu Weißzucker raffi niert. Diese Steigerung basiert vor allem auf einer gegenüber dem Vorjahr um 26 % höheren Rohzuckerverarbeitung in Brčko|Bosnien-Herzegowina.

Die Rübenverarbeitung begann konzernweit zwischen dem 13. und 24. September 2010. Aufgrund der großen Rübenmenge verzeichnete das österreichische Werk in Tulln die längste Zuckerkampagne mit dem letzten Verarbeitungstag am 16. Jänner 2011. Trotz einer in der gesamten Gruppe um 6,7 % größeren Rübenmenge blieb die durchschnittliche Kampagnedauer im Vergleich zum Vorjahr de facto gleich. Grund dafür war die höhere Verarbeitungsleistung in Österreich und in Ungarn. Bezogen auf die verarbeiteten Rüben konnte der Energieverbrauch der gesamten Gruppe um mehr als 2 % gesenkt werden. In der abgelaufenen Kampagne wurden in Ungarn rund 48 % des Primärenergiebedarfes durch eigenes Biogas substituiert. AGRANA konnte die Produktion aus kontrolliert biologischem Anbau im Geschäftsjahr 2010|11 auf 4.100 (Vorjahr 2.900) Tonnen Bio-Rübenzucker steigern.

Unter Berücksichtigung der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA zuletzt mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessengemeinschaften in den anderen Ländern neue Vereinbarungen über den Rübenanbau 2011 treff en. In allen Ländern, in denen AGRANA Zuckerrüben kontrahiert, ist eine Flächenausdehnung von rund 5 % geplant.

INVESTITIONEN

Im Segment Zucker wurden im Geschäftsjahr 2010|11 16,0 (Vorjahr 11,4) m€ schwerpunktmäßig für Ersatzinves titionen aufgewendet. In Tulln|Österreich investierte AGRANA in den Bau eines neuen Zuckersilos für 70.000 Tonnen Kristallzucker. Die Fertig stellung und Inbetriebnahme ist für Ende September 2011 geplant. In Kaposvár|Ungarn wurde ein Nachfermenter für die Biogasanlage fertiggestellt und in Hrušovany|Tschechien eine Schneidmaschine zur Stabilisierung der Verarbei tungs leistung installiert. In Sereď| Slowakei erfolgte die Errichtung eines neuen Melassetanks. In der Rohzuckerraffi nerie in Brčko|Bosnien-Herzegowina wurde eine Siebstation installiert, um den gestiegenen Markt anforderungen gerecht werden zu können.

ZUCKER ÖSTERREICH

Der Umsatz des Segments Zucker in Österreich konnte durch Ausweitung des Handelsanteils auf 373,5 (Vorjahr 348,1) m€ gesteigert werden. Die Preisentwicklung bei Zucker – am Weltmarkt und in der EU – sowie bei den Nebenprodukten führte zu einer signifi kanten Verbesserung der Margen.

Die AGRANA Zucker GmbH konnte im Geschäftsjahr 2010|11 ein Absatzwachstum von 13,2 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Diese Steigerung ist auf ein Absatzplus durch die Vermarktung von Weltmarktzucker an exportierende Unternehmen der Getränke- und Lebensmittelindustrie und auf gesteigerte Quotenzuckerlieferungen in Defi zitmärkte wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien zurückzuführen. Der Lebensmittelhandel liegt vor allem aufgrund der geringen Obsternte und der damit verbundenen geringeren Nachfrage nach Gelierzucker leicht unter dem Absatz des Vorjahres. Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Zucker führte zuletzt zu einer verstärkten Akzeptanz von Preiserhöhungen im Bereich der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Bio-Sparte, in der es gelungen ist, im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 3.300 Tonnen abzusetzen.

ZUCKER UNGARN

Im Geschäftsjahr 2010|11 konnte trotz der marktordnungsbedingten Preisänderungen ein Umsatzanstieg auf 114,6 (Vorjahr 106,6) m€ erreicht werden. Die sehr gut verlaufene Kampagne und die in den letzten Monaten erfolgten Preiserhöhungen trugen zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung bei.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. ihren Absatz um 12,3 % steigern. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf Drittland exporte von Nicht-Quotenzucker zurückzuführen. Der Handel war im entsprechenden Berichtszeitraum zunächst stark beeinfl usst von der großen Anzahl an Klein- und Billiganbietern, die das Preisniveau sowie die Abnahme mengen negativ beeinfl ussten. Insgesamt wurden im Retail-Bereich um 13,6 % weniger als im Vorjahr verkauft. Aufgrund der im Vergleich zum Bedarf Ungarns geringen Quoten zuckerproduktion und der eingeschränkten Verfügbarkeit von Zucker stiegen die Preise gegen Ende des Geschäftsjahres deutlich an.

ZUCKER TSCHECHIEN

Nach dem hohen Umsatz des Vorjahres infolge großer Exportmengen musste im abgelaufenen Jahr eine Umsatzeinbuße auf 80,4 (Vorjahr 96,2) m€ hingenommen werden. Es wurden aber dennoch deutliche Margenverbesserungen erzielt.

Im entsprechenden Berichtszeitraum wurde in Tschechien ein Mengenplus von 11,1 % abgesetzt, welches ausschließlich auf die positive Entwicklung der Lebensmittelindustrienachfrage zurückzuführen war. Im Einzelhandel wurde aufgrund des preisaggressiven Wettbewerbs das Vorjahrsniveau nicht erreicht.

ZUCKER SLOWAKEI

Durch Ausweitung der Handelsaktivitäten wurde der Umsatz auf 63,2 (Vorjahr 55,0) m€ erhöht. Flankiert von einem strikten Kostenmanagement konnte das Ergebnis deutlich gesteigert werden.

Im Geschäftsjahr 2010|11 konnte der Absatz von Quotenzucker innerhalb der Slowakei um rund 8 % erhöht werden. Davon wurden zirka 48 % an den Handel und die restlichen 52 % an die Lebensmittelindustrie verkauft. Erfreulich war auch die Entwicklung bei den Drittland exporten, wo der Absatz verdoppelt werden konnte.

ZUCKER RUMÄNIEN

Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010|11 auf 142,7 (Vorjahr 139,6) m€. Dafür waren die hohen Weltmarktpreise und das damit gestiegene Preisniveau und weiters die Handelsumsätze verantwortlich. Die durch das hohe Weltmarktpreisniveau gleichzeitig eingeschränkte Wirtschaftlichkeit der Zuckerraffi nation führte zu einem Rückgang des eigenproduzierten Zuckers.

S.C. AGRANA Romania S.A. konnte im Geschäftsjahr 2010|11 den Zuckerabsatz um 10,4 % steigern, was auf erhöhte Quotenzuckerlieferungen in andere EU-Länder und Drittlandexporte von Nicht-Quotenzucker zurückzuführen war. Während der Lebens mittelindustriebereich seine Mengen erhöhen konnte, verzeichnete der Handel im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Minus. Im Laufe der Berichtsperiode zeigte sich der Handel beeinfl usst von der großen Anzahl an Klein- und Billiganbietern von Zucker. Aufgrund der geringen Quotenzuckerproduktion und der eingeschränkten Verfüg barkeit von importiertem Zucker stieg das Preisniveau im letzten Quartal markant.

ZUCKER WESTBALKAN

Durch höhere Handelsmengen und durch eine wesentlich bessere Auslastung der Raffi nerie in Brčko|Bosnien-Herzegowina konnte der Umsatz auf 83,9 (Vorjahr 33,9) m€ gesteigert werden. Damit verbunden war auch eine weitere deutliche Ergebnisverbesserung.

In der Region Westbalkan und in Bosnien-Herzegowina im Besonderen wurde im Geschäftsjahr 2010|11 ein Absatzplus von rund 120 % erzielt. Die Erschließung neuer Märkte sowie die hohen Weltmarktpreise führten zu Mengen- bzw. Preissteigerungen.

ZUCKER BULGARIEN

Nach dem Umsatzrückgang im Vorjahr infolge der Wirtschaftskrise und der Aufl ösung des Joint Ventures in Bulgarien erfolgte 2010|11 eine Konsolidierung des Umsatzes auf 14,5 (Vorjahr 20,3) m€ und des Ergebnisses.

In Bulgarien sind sowohl im Lebensmittelhandel als auch in der Nahrungsmittelindustrie die Absatzmengen gesunken. Vor allem das Ergebnis im Bereich des Handels liegt aufgrund der erschwerten Versorgungssituation und des intensiven Wettbewerbs deutlich unter den Vorjahreswerten. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Zucker stiegen die Preise gegen Ende des Geschäftsjahres auch in Bulgarien.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2010 11 2009 10 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 583,2 499,2 16,8
Operatives Ergebnis 48,2 41,1 17,4
Operative Marge 8,3 % 8,2 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 9,0 10,8 –16,9

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Die Nischenstrategie des Segments Stärke erlaubt eine Diff erenzierung zu den Mitbewerbern.

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoff elstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Im November 2010 veröff entlichte die EU-Kommission eine Mitteilung zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2014. Diese schließt die Möglichkeit von freiwilligen gekoppelten Zahlungen auf nationaler Ebene für verschiedene Produktionssektoren nicht aus. Damit wäre die Wiedereinführung einer produktionsgekoppelten Unterstützung für Stärkekartoff el ab 2014 möglich.

Die gesamte Isoglukosequote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2010|11 rund 690.000 Tonnen. HUNGRANA hält mit 220.000 Tonnen die größte europäische Isoglukosequote.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Die Ernteschätzungen des Internationalen Getreiderates (IGC – International Grains Council) in London erwarten für das laufende Getreidewirtschaftsjahr 2010|11 (Juli 2010 bis Juni 2011) eine über der Produktion liegende Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion wird mit 811 Mio. Tonnen deutlich unter dem Verbrauch von 845 Mio. Tonnen liegen. Auch in der weltweiten Weizenbilanz wird die globale Nachfrage mit 661 Mio. Tonnen die Produktion von 648 Mio. Tonnen übersteigen. Sowohl bei Weizen als auch bei Mais kommt es demnach zu einem Rückgang der globalen Lagerbestände, die aber nach wie vor ausreichen werden, um den Nachfrageüberhang zu decken.

Die Ernte 2010 brachte in der EU-27 nach Einschätzung von Stratégie Grains eine Erntemenge von rund 55 (Vorjahr 57) Mio. Tonnen bei Mais und rund 127 (Vorjahr 129) Mio. Tonnen bei Weizen. Die gesamte Getreideproduktion in der EU-27 liegt bei 275 Mio. Tonnen, bei einem geschätzten Verbrauch von 273 Mio. Tonnen.

41

Die geringere Ernte 2010, sowohl EU- als auch weltweit, schlug sich in den Rohstoff notierungen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE (vormals MATIF) nieder. Anfang März 2011 betrug die Maisnotierung rund 230 € je Tonne und lag damit um rund 100 € über der Ver gleichsnotierung aus dem Vorjahr. Derzeit scheint ein vorläufi ger Höhepunkt erreicht. Prognosen für die EU-27-Ernte 2011 (Getreidewirtschaftsjahr 2011|12) gehen von einer Erhöhung der Getreideproduktion um rund 5 % aus.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken (inklusive 50%-Anteil HUNGRANA) erhöhte sich im Geschäfts jahr 2010|11 auf rund 724.000 (Vorjahr 647.000) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von rund 188.700 (Vorjahr 182.400) Tonnen.

Kartoff elstärke

In der Kampagne 2010 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 114 (Vorjahr 111) Tagen rund 186.300 (Vorjahr 187.400) Tonnen Stärkeindustriekartoff eln zu 40.100 (Vorjahr 40.200) Tonnen Kartoff elstärke verarbeitet. Dabei betrug der Bio-Anteil, gemessen an der Einsatzmenge, rund 3,2 % (Vorjahr 2,7 %). Für das Anbaujahr 2011 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoff elstärke zur Verfügung, für die Kontrakte mit den Landwirten abgeschlossen wurden. Aus rund 26.000 Tonnen Speiseindustriekartoff eln wurden etwa 4.600 Tonnen Kartoff eldauerprodukte produziert. Dabei lag der Bio-Anteil bei rund 25 % (Vorjahr 22 %).

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2010|11 9,0 (Vorjahr 10,8) m€. Damit wurde unter anderem im Werk Gmünd der Kocher für die Erzeugung von Kartoff eldauerprodukten erneuert, was Dampfeinsparungen und eine Verbesserung der Produktqualität zur Folge hatte. In der Stärkefabrik Aschach| Österreich wurde durch die Beseitigung von Produktionsengpässen die Vermahlungsleistung auf 1.150 Tonnen Maisverarbeitung pro Tag erhöht. Weiters konnte durch

Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknerabluft die Energieeffi zienz verbessert werden. In der ungarischen Fabrik wurden Investitionen zur Aufrechterhaltung des Betriebes und zur Verbesserung der Betriebssicherheit durchgeführt. In der rumänischen Fabrik in Tăndărei wurde aufgrund von Marktanforderungen ein Stärkesieb installiert und ein Stärkesilo für LKW-Verladung errichtet. In der Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich wird die Sirup eindampfanlage durch Installation einer zweiten Verdampferlinie erweitert. Dadurch wird die Energieeffi zienz der Anlage verbessert und der Durchsatz bei der nachfolgenden Trocknung erhöht.

STÄRKE ÖSTERREICH

Im Geschäftsjahr 2010|11 stieg der Umsatz um 45,3 m€ auf 353,2 (Vorjahr 307,9) m€, was zum Großteil auf die höheren Verkaufsmengen der Haupt- und Neben produkte zurückzuführen war. Der Mengenabsatz stieg von 1.034.900 Tonnen im Vorjahr auf 1.179.300 Tonnen. Das lag insbesondere an den höheren Verkaufs mengen von nativen Stärken, Verzuckerungsprodukten, Handelswaren und den über die Futtermittelabteilung vertriebenen Nebenprodukten der AGRANA Bioethanol GmbH.

Die Verkaufspreise der Hauptprodukte wurden gegenüber dem Vorjahr um 2 % gesteigert, auch die Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskeime und Kartoff el proteine) konnten das Preisniveau des Vorjahres übertreff en.

Im Bereich der technischen Stärken wurden höhere Mengen an die Papier-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. Dem aktuellen Markttrend entsprechend konnte AGRANA insbesondere im Papierindustrie absatz zulegen und den Marktanteil weiter ausbauen. Im Bereich Lebensmittelstärken lag das Absatzvolumen leicht über dem Vorjahresniveau. Die gestiegenen Rohstoff preise konnten zum Großteil durch gestiegene Produktpreise abgedeckt werden, insbesondere waren deutliche Preis steigerungen ab dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010|11 zu verzeichnen.

Der Absatz von Nebenprodukten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) stieg auf 708.600 (Vorjahr 635.900) Tonnen, was insbesondere auf das hochwertige Eiweißfuttermittel ActiProt® zurückzuführen war. Höhere Preise bei Getreide führten zu gestiegenen Verkaufspreisen bei Nebenprodukten.

STÄRKE UNGARN

Der Umsatz entsprechend dem 50%-Anteil der AGRANA konnte im Geschäftsjahr 2010|11 um 22,6 m€ auf 149,0 (Vorjahr 126,4) m€ gesteigert werden. Grund dafür waren hauptsächlich höhere Absätze der Haupt- und Nebenprodukte, insbesondere bei Isoglukose. Die Absatzmenge wurde insgesamt auf 503.800 (Vorjahr 420.100) Tonnen gesteigert.

Die deutlich höheren Verkaufsmengen konnten die gestiegenen Rohstoff preise sowie die leicht gesunkenen Verkaufspreise überkompensieren und führten zu einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses.

STÄRKE RUMÄNIEN

In Rumänien erzielte AGRANA einen Umsatz von 14,9 (Vorjahr 8,9) m€. Der erreichte Mehrabsatz der Haupt- und Nebenprodukte sowie gestiegene Verkaufspreise bei nativen Stärken und Nebenprodukten konnten die gesunkenen Verkaufspreise bei Verzuckerungsprodukten deutlich überkompensieren.

Gestiegene Rohstoff kosten, welche nicht vollständig durch höhere Verkaufsmengen und -preise wettgemacht werden konnten, führten zu einem niedrigeren Ergebnis im Geschäftsjahr 2010|11.

BIOETHANOL

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Mit der EU-Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen werden unter anderem umfangreiche Nachhaltigkeitskriterien für die Erzeugung von Bio-Kraftstoff en vorgeschrieben. Um als Produzent von nachhaltigen Biotreibstoff en anerkannt zu werden, ist eine nationale Zertifi zierung gesetzlich vorgeschrieben. In Österreich wird dies durch die Behörden Agrarmarkt Austria (AMA) für die landwirtschaftliche Produktion – seit 1. Dezember 2010 in Kraft – und das Umweltbundesamt (UBA) für die Verarbeitung gewährleistet. Mit der Zertifi zierung nach ISCC (International Sustainability & Carbon Certifi cation) ist für das Werk Pischelsdorf die Grundlage für die Belieferung des europäischen Marktes mit nachhaltigem Bioethanol ab 1. Jänner 2011 geschaff en worden.

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Produktion

AGRANA betreibt gemeinsam mit den österreichischen Rübenbauern (AGRANA Stärke GmbH mit einem Anteil von 74,9 %, Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH mit 25,1 %) ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf|Österreich sowie im Rahmen ihrer 50%-Beteiligung an HUNGRANA Keményitöés Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyháza| Ungarn. Bioethanol aus den AGRANA-Produktionswerken in Österreich und Ungarn spart gemäß Studien der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über den gesamten Lebenszyklus von der Produktion der Rohstoff e, deren Düngung, Transport und Verarbeitung bis zum Einsatz von Bioethanol im Motor mehr als 50 % an Treibhausgasemissionen gegenüber Benzin.

Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke in Österreich und Ungarn beträgt rund 400.000 m³.

Für die Bioethanolherstellung in Österreich werden vor allem Weizen, Mais und Tritikale als Rohstoff e eingesetzt. Neben Bioethanol werden jährlich bis zu 190.000 Tonnen des hochwertigen Eiweißfuttermittels ActiProt® erzeugt. Die Gesamtverarbeitung lag bei rund 537.000 (Vorjahr 470.000) Tonnen Getreide mit einem Verhältnis von Weizen und Tritikale zu Mais von etwa 2:1. Aus der Ernte 2010 wurden über Vorverträge mit Landwirten rund 60.000 Tonnen Ethanolweizen und -tritikale kontrahiert. Für die Ernte 2011 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil einer Stärkefabrik, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Während der Ernte wird erntefrischer, sogenannter Nassmais verwendet. Nebenprodukte sind Maiskeime für Pfl anzen ölprodukte sowie Maiskleber und Maiskraftfutter für die Tierfütterung.

Geschäftsentwicklung

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50%-Anteil Ungarn) stieg um rund 12.900 m³ auf 306.800 m³. Die Verkaufspreise von Bioethanol sowie ActiProt® konnten im Vergleich zum Vorjahr angehoben werden.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2010 11 2009 10 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 869,6 805,9 7,9
Operatives Ergebnis 46,7 35,7 30,9
Operative Marge 5,4 % 4,4 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 30,8 26,1 17,9

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA ist Welt-

marktführer im Fruchtzubereitungsgeschäft und einer der größten Produzenten im europäischen Fruchtsaftkonzentratmarkt.

Alle nationalen und internationalen Tochtergesellschaften im Segment Frucht hält mittelbar die AGRANA J&F Holding GmbH. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory| Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Marktumfeld

Der europäische Markt für Fruchtzubereitungen verzeichnete im Kalenderjahr 2010 im Vergleich zu den Krisenjahren 2008 und 2009 zum Teil hohe Wachstumsraten. Das Wachstum im ersten Halbjahr 2010 war getrieben durch die Einführung neuer Produktvarianten, Sortimentsauswei tungen und Promotion- und Werbeaktivitäten in der Molkereiindustrie. Im zweiten Kalenderhalbjahr 2010 verlangsamte sich das Marktwachstum deutlich. Gegen Jahresende litt das Konsumklima in vielen Ländern unter der negativen Stimmung im Zuge von Budgetdefi ziten, Sparpaketen und Steuermaßnahmen. In Osteuropa liegt der Pro-Kopf-Verbrauch weiterhin wesentlich unter dem europäischen Schnitt, vor allem Russland konnte hier aber aufholen und verzeichnete ein zweistelliges Wachstum. Auch in den außereuropäischen Märkten liegt der Pro-Kopf-Verbrauch unter dem europäischen Schnitt, was unter anderem in den USA, in Brasilien und China zu einem überdurchschnittlichen Wachstum führte. Die wichtigsten Konsumententrends bleiben Gesundheit, Convenience und Genuss. Dabei erhalten nach der Krise Werte wie Natürlichkeit, Beständigkeit und Regionalität eine höhere Bedeutung.

Im Konzentratgeschäft gewinnen Fruchtsaftgetränke mit niedrigem Saftgehalt und Getränke mit reduziertem Kalorien- und damit geringerem Fruchtsaftgehalt nach wie vor Marktanteile. Der Preisdruck im Handelsmarkengeschäft hat sich im Herbst 2010 nochmals erhöht, weil Konzentrat-Preissteigerungen von den Abfüllern nur teilweise an die Handelsketten weitergegeben werden konnten.

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Ab dem Frühjahr 2010 sind die Weltmarktpreise bei allen Konzentraten erheblich gestiegen. Die Ernten in Europa 2010 lagen wetterbedingt und wegen geringerer Pfl egemaßnahmen aufgrund der niedrigen Rohstoff preise 2008 und 2009 deutlich unter den Vorjahren.

In China hat sich in den letzten drei Jahren der Frischmarktabsatz bei allen Früchten überdurchschnittlich entwickelt. Mittlerweile werden auch Früchte der Klasse II und III in städtischen Ballungszentren erfolgreich vermarktet, wodurch erhebliche Fruchtmengen für die Konzentrat verarbeitung fehlen. Die Überbestände aus den Ernten 2007 und 2008 waren im Herbst 2010 abgebaut, und die geringere Ernte hat den Preisanstieg zusätzlich unterstützt.

Die Absätze in den GUS-Staaten haben sich nach der Krise wieder erholt und zeigten knapp zweistellige Wachstumsraten. Der Trend zu billigeren Getränken mit geringerem Saftgehalt machte sich auch in diesen Staaten bemerkbar.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betreibt AGRANA aktuell 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 19 Ländern. Für Ende Mai 2011 plant AGRANA die Inbetriebnahme eines Produktionsstandortes in Ägypten im Rahmen eines Joint Ventures mit dem ägyptischen Unternehmen Nile Fruits, bei dem AGRANA mit einem Anteil von 51 % die Mehrheit hält.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Im Jahr 2006 wurde eine strategische Zusammenarbeit mit Yantai North Andre für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat in Xianyang (Provinz Shaanxi) begonnen. Seit 2008 betreibt AGRANA mit Yantai North Andre ein zweites Apfelsaftkonzentratwerk als 50%-Joint Venture in Yongji (Provinz Shanxi). Die Standorte liegen in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnen sich dementsprechend durch eine gute Rohstoff versorgung aus.

Die Hauptabsatzmärkte für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat mit einem niedrigen Säuregrad sind USA, Russland, Japan und Europa. Süßes Apfelsaftkonzentrat dient auch als Basis für Fruchtsaftgetränke und wird in vielen Rezepturen und Mischungen verwendet. Die europäischen Konzentratstandorte produzieren hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit höherem Säuregrad, welches zur Herstellung von 100 % Apfelsäften und Apfelschorlen verwendet wird. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem europäischen und internationalen Markt.

46 ROHSTOFF UND ERNTE

Im Bereich Fruchtzubereitungen waren die Sommerernten in Europa und Asien aufgrund des ungünstigen Witterungsverlaufs unterdurchschnittlich. Die gestiegene Nachfrage im Jahresverlauf hat die Marktsituation zusätzlich verschärft und führte in Europa, Amerika und Asien bei nahezu allen Früchten zu empfi ndlichen Preissteigerungen. Ganz besonders waren davon Kirschen, Heidelbeeren, Erdbeeren und Ananas betroff en. Die Winterernten 2010|11 in Mexiko, Chile und Argentinien schließen generell an die hohen Preisniveaus der letzten Sommerernte an. Dies betriff t im Wesentlichen Erdbeeren und Brombeeren.

AGRANA rechnet aufgrund der deutlich belebten Nachfrage, vor allem in Osteuropa und Asien, und relativ geringer Lagerbestände mit einem weiteren Preisanstieg bei Früchten. Die ersten Abschlüsse für das Wirtschaftsjahr 2011|12 für Erdbeeren wie auch für tropische Früchte waren bereits erste Indikatoren für diese Entwicklung.

Die europäische Kern- und Beerenobsternte 2010|11 lag bei einzelnen Früchten um bis zu 40 % unter einer durchschnittlichen Erntesaison. Im Vergleich zum Niedrigpreisjahr 2009 sind die Rohstoff kosten durch die schlechte Verfügbarkeit bei einzelnen Früchten bis zum Dreifachen angestiegen, gekoppelt hieran war auch eine unterdurchschnittliche Auslastung in den Fruchtsaftkonzentratwerken.

Ungeachtet der schwierigen Rohstoff situation gelang es, durch eine frühzeitige gezielte Anpassung der Einkaufsstrategien in den jeweiligen Ländern die für die Kundendeckung unbedingt erforderlichen Rohstoff - und Konzentratmengen zu sichern.

Die Ausweitung der Verarbeitung von Bio-Äpfeln in Ungarn zu Konzentrat und Direktsaft konnte erfolgreich umgesetzt werden.

Trotz einer guten Apfelernte von rund 30 Mio. Tonnen in China verringerte sich das Apfelangebot für die industrielle Verarbeitung durch eine höhere Nachfrage nach Frischobst. Schätzungen zufolge lag die gesamte chinesische Produktionsmenge an Apfelsaftkonzentrat für das Jahr 2010 um 60 % unter dem Wert des Rekordjahres 2007.

Im Bereich der roten Beeren konnten in Polen und Dänemark die geplanten Einkaufsmengen aufgrund der schlechten Erntesituation und der hohen Rohstoff kosten nicht erreicht werden.

Für 2011 wird bei einem normalen Witterungsverlauf eine Entspannung auf den Rohstoff märkten und damit auch auf den Konzentratmärkten erwartet.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Frucht in Höhe von 30,8 (Vorjahr 26,1) m€ galten neben Erhaltungsmaßnahmen der Kapazitätserweiterung. Insbesondere wurde in den Bereichen Transport (zusätzliche Edelstahlcontainer), "fi rst transformation" (neuer Gefriertunnel für Erdbeerverarbeitung in Mexiko), geografi sche Expansion (Ägypten), neue Technologien (Innovationsprojekt in Gleisdorf|Österreich) sowie Lagerkapazität (Russland, Türkei) investiert. Weiters gab es Investitionen in Maßnahmen zur Produktivitäts steigerung (vor allem in Frankreich und in den USA) sowie in die Anbindung weiterer Standorte an das AGRANA SAP-System.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Bereich Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie kam es im Geschäftsjahr 2010|11 zu einem Mengenwachstum von 4,8 % und somit zu einem leichten Ausbau des Marktanteils, welcher global knapp über einem Drittel liegt. Fast alle Landesgesellschaften und Regionen konnten ihren Absatz ausbauen. In den Schwellenländern, aber auch in Deutschland wurden aufgrund verstärkter Exporte zweistellige Wachstumsraten realisiert. Auch die Diversifi kation außerhalb des Stammgeschäftes mit Molkereien schritt voran; der Absatz an die Eiscreme- und Backwarenindustrie wuchs überdurchschnittlich.

Sowohl Umsatz als auch Ergebnis wurden weiter gesteigert. Ausschlaggebend dafür waren die Absatz- und Effi zienzsteigerungen sowie positive Währungseinfl üsse in den USA und einigen asiatischen Ländern. Die im zweiten Halbjahr 2010|11 gestiegenen Rohstoff preise konnten großteils an den Markt weitergegeben werden.

Das Absatzziel bei Fruchtsaftkonzentraten wurde trotz geringerer Erntemenge erreicht. Die geringe Erntemenge konnte teilweise durch Zukauf von trüben, halbfertigen Konzentraten ausgeglichen werden. Bedingt durch die höheren Rohwarenpreise waren auch höhere Verkaufspreise am Markt durchzusetzen und damit eine deutliche Umsatzsteigerung zu erzielen. In den großen westeuropäischen Fruchtsaft konzentratmärkten (Deutschland und Großbritannien) gelang es AGRANA, die Absätze stabil zu halten. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2010|11 wurden niedrigpreisige Kontrakte aus der Ernte 2009 und ab dem vierten Quartal 2010|11 hochpreisige Kontrakte aus der Ernte 2010 ausgeliefert. Durch den Abschluss von Jahreskontrakten mit großen Fruchtsaftabfüllern wurde der Großteil der Produk tion aus der Ernte 2010 bereits während der Kampagne vertraglich abgesichert. Die Auslieferungen der Kontrakte werden bis zum Beginn des dritten Quartals 2011|12 laufen.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2010|11 ihr Kundenportfolio weiter verbreitert und neue Absatzregionen erschlossen, mit dem Ziel, die Abhängigkeit von den hochkompetitiven zentral- und westeuropäischen Märkten zu verringern und Preisschwankungen besser ausgleichen zu können. Bis Ende 2009 wurden Reorganisationsmaßnahmen nach Lean-Management-Prinzipien an allen europäischen Produktionsstandorten erfolgreich umgesetzt, deren Wirkung erst im Geschäftsjahr 2010|11 voll zum Tragen kam. Durch die Optimierung der Produktionskosten wurde die Wettbewerbsfähigkeit weiter gesteigert. Mit dem Ziel weiterer Kosteneinsparungen wird seit dem Frühjahr 2010 intensiv an der Optimierung der Logistik- und Administrationsprozesse gearbeitet.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT (CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY)

48 Als international tätiger Veredler agrarischer Rohstoff e ist AGRANA bestrebt, ihre Verantwortung in den drei wesentlichen Teilbereichen von Corporate Social Responsibility (CSR) – Ökonomie, Ökologie und Soziales – in allen Geschäftssegmenten bestmöglich wahrzunehmen.

Den Umsetzungsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2010|11 stellte im weitesten Sinne der Bereich Soziales dar. Einerseits stand ethisches Verhalten im Rahmen der Einführung eines konzernweit gültigen AGRANA-Verhaltenskodex und der verstärkten Nutzung der SEDEX-(Supplier Ethical Data Exchange-)Datenbank ganz oben auf der Unternehmensagenda. Andererseits stellten Lebensmittelsicherheit als wesentlichen Element unseres Kerngeschäftes, aber auch Arbeitssicherheitsmaßnahmen weitere Schwerpunkte dar.

AGRANA-VERHALTENSKODEX

Integraler Bestand-

teil der Unternehmens philosophie von AGRANA ist die gelebte CSR.

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA im Juni 2010 einen konzernweit gültigen Verhaltenskodex erarbeitet, der sich an den Standards der International Labour Organisation orientiert und auf den Wertvorstellungen des Unternehmens basiert. Der Kodex soll ein grundsätzliches und eindeutiges Verständnis jener Werte und jenes Verhaltens vermitteln, das AGRANA von allen ihren Mitarbeitern in allen Arbeitsbereichen und an allen Arbeitsorten erwartet. Kernthemen des Verhaltenskodex sind die Vermeidung von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Diskriminierungen aller Art, die Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter, Arbeitsplatzsicherheit, Gleichberechtigung sowie der faire Umgang mit Mitarbeitern. Darüber hinaus werden auch ökologische Aspekte behandelt.

Auszug aus dem AGRANA-Verhaltenskodex

  • Einhaltung von Gesetzen: Sämtliche Geschäftstätigkeiten von AGRANA haben allen anwendbaren gesetzlichen Erfordernissen auf nationaler und internationaler Ebene ebenso wie den AGRANA-Standards in Hinblick auf Beschäftigung und Herstellung zu entsprechen. […]
  • Verbot von Diskriminierung und Belästigung: AGRANA wird keinerlei diskriminierende Maßnahmen setzen oder Handlungen begehen. […] AGRANA bekennt sich überdies zu Arbeitsplätzen, die frei von jeder Art von Belästigung und Schikanen sind.
  • Entlohnung und Vergünstigungen: Das Unternehmen garantiert, keine Löhne unter dem gesetzlich gültigen Mindestlohn auszuzahlen. […]
  • Arbeitszeit: AGRANA gewährleistet, dass die geltenden gesetzlichen Arbeitszeitbeschränkungen eingehalten werden. […]
  • Verbot von Kinderarbeit: AGRANA akzeptiert keine Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren. […] Alle jungen Arbeitnehmer müssen davor geschützt werden, irgendwelche Arbeiten zu verrichten, die aller Voraussicht nach gefährlich sind oder die Ausbildung des Kindes beeinträchtigen oder auch seine Gesundheit oder seine physische, psychische, soziale, geistige oder moralische Weiterentwicklung gefährden. […]
  • Verbot von Zwangsarbeit: AGRANA bedient sich weder Zwangs- noch Pfl ichtarbeit, worunter jene Arbeit oder Dienstleistung zu verstehen ist, die unter Androhung von Strafe verrichtet wird oder für deren Verrichtung sich jemand nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat. […]

  • Versammlungsfreiheit und Kollektivvertrags verhandlungen: AGRANA anerkennt und respektiert das Recht der Arbeitnehmer auf Ver sammlungsfreiheit sowie deren Recht, sich ihre Vertreter frei und unabhängig zu wählen. […]

  • Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz: Das Unternehmen stellt sicher, dass der Arbeits platz und seine Umgebung (Maschinen, Ausrüstungs gegenstände und Arbeitsablauf, chemische Arbeitsstoff e etc.) weder die körperliche Unversehrtheit noch die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährden. […]
  • Umwelt: Verfahren und Standards für die Abfallbehandlung, für den Umgang mit und die Entsorgung von chemischen und anderen gefährlichen Materialien, für Emissionen und für die Abwasseraufbereitung haben zumindest den gesetzlichen Mindestanforderungen zu entsprechen oder diese zu übertreff en. […]

AGRANA verpfl ichtet sich darüber hinaus, sicherzustellen, dass dieser Verhaltenskodex an allen ihren Standorten weltweit eingehalten wird, und erwartet von ihren Lieferanten und Geschäftspartnern, dass auch diese sich gemäß den in diesem Kodex dargelegten Vorgaben verhalten.

Daneben hat sich AGRANA allen relevanten bestehenden branchenweiten Standards verpfl ichtet. So sind die Sozialpartner der europäischen Zuckerindustrie, CEFS (Comité Européen des Fabricants de Sucre) und EFFAT (European Federation of Food, Agriculture, and Tourism Trade Unions), seit 2003 einem gemeinsamen Verhaltenskodex verpfl ichtet. Die europäische Stärkeindustrie hat sich 2002 zum effi zienten Einsatz natürlicher und erneuerbarer Ressourcen und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung bekannt. Im Segment Frucht werden unterschiedliche Kodizes angewendet. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrat wird der SGF1/IRMA (International Raw Material Assurance) Code of Conduct als wichtiger Schritt verstanden, nachhaltige und ethische Standards in der internationalen Fruchtsaft industrie durchzusetzen.

SEDEX (SUPPLIER ETHICAL DATA EXCHANGE)

Durch den Beitritt zu SEDEX im Jahr 2009 verfolgt AGRANA das Ziel, ihren Kunden maximale Transparenz in Sachen CSR zu bieten.

Soziale Verantwortung ist gemäß der Defi nition im Grünbuch der Europäischen Kommission ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis

soziale und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in ihre Beziehungen mit Stakeholdern zu integrieren.

Sozial verantwortlich handeln bedeutet dabei, nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, sondern über die Gesetzeskonformität hinaus dazu beizutragen, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Zielsetzungen in Einklang gebracht werden.

Das Zusammenwirken von Ökonomie, Ökologie und sozialen Belangen ist auch die Grundlage von SEDEX.

  • █ SEDEX ist eine Non-Profi t-Organisation für Unternehmen, die sich zur kontinuierlichen Verbesserung ihres ethisch-sozialen Verhaltens entlang ihrer Lieferketten bekennen.
  • █ SEDEX ist eine Web-basierte Datenbank für Unternehmen mit dem Ziel, ethische Daten von Mitgliedern zu erfassen und untereinander verfügbar zu machen.
  • █ SEDEX ermöglicht Unternehmen, potenzielle Risiken zu analysieren und auszuwerten.

Im Rahmen der SEDEX-Datenbank, die weltweit Daten von rund 23.000 Produktionsstandorten beinhaltet, wird anhand eines Fragenkatalogs der Status der gesellschaftlichen Verant wortung erhoben und in Form eines Risk-Management-Tools bewertet. Dieses basiert auf internationalen Regelwerken aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitnehmerschutz (SA 8000), Umweltschutz (ISO 14001) und Gesundheitsschutz (OHSAS 18001) und den Verhaltenskodizes der Grün dungsmitglieder. Die vier zentralen Bereiche des Fragebogens sind Arbeitsrichtlinien, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, ordentliche Geschäftsgebarung und Umweltmanagement. Diese Bereiche decken die Grundsätze von CSR weitestgehend ab.

Der Themenkomplex Arbeitsrichtlinien umfasst Fragen zu geltenden Verhaltenskodizes, freiwilliger Arbeitsleistung, Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen sowie betrieblich zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten. Darüber hinaus werden das Verbot von Kinderarbeit, gerechte Bezahlung, reguläre Arbeitszeiten und feste Anstellungen sowie das Verbot der Diskriminierung und Zwangsarbeit, Disziplinarmaßnahmen sowie Heimarbeit abgefragt.

Der Themenbereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz unterteilt sich in die Kapitel Schulungen, Arbeitsplatz sicherheit, Brandschutz, Gefahrengut und Hygienerichtlinien.

1 SGF (Sure Global Fair): SGF International e. V., Frankfurt|Deutschland, gilt als Modell der industriellen Selbstkontrolle in der Fruchtsaftbranche und für andere Bereiche der Lebensmittelindustrie. Die Fruchtsaftindustrie hat zur Risikominimierung ein Freiwilliges Kontroll-System (FKS) für alle Herstellungs- und Handelsstufen ihrer Produkte aufgebaut.

50 Der Themenkomplex ordentliche Geschäftsgebarung beschäftigt sich mit Anti-Korruptions- und Bestechungsrichtlinien und deren interner und externer Kommunikation an Mitarbeiter und Geschäftspartner.

Der letzte Bereich beinhaltet Fragen zu bestehenden Umweltmanagementsystemen, Umweltpolitik, Abfallwirtschaft, Energiemanagement und Emissionsreduktion.

Die Ersterhebung der Daten in der AGRANA-Gruppe erfolgte 2009 mittels elektronischen Fragebogens (SEDEX Self Assess ment Questionnaire, SAQ), der an die einzelnen Werke versandt wurde und über 400 Fragen beinhaltete. Etwa drei Viertel der aktuell 52 AGRANA-Werke wurden in der Zwischenzeit bereits in der Datenbank erfasst und in einem AGRANA-Risk Assessment ausgewertet. Die Ergebnisse der Auswertung werden im Sinne der kontinuierlichen Ver besserung über das AGRANA-Intranet verfügbar gemacht und die Durch führung etwaiger Verbesserungsmaßnahmen überwacht. Parallel dazu fi ndet zumindest alle sechs Monate eine Aktua lisierung der Daten statt.

In einem nächsten Schritt werden auch AGRANA-Lieferanten zur Registrierung in der SEDEX-Datenbank ermutigt. AGRANA-Kunden machen ihrerseits bereits Gebrauch von der Möglichkeit, sich mit der Datenbank zu verlinken, und nehmen aktiv Einblick in die zur Verfügung stehenden Daten der AGRANA-Gruppe. AGRANA ermöglicht ihren Kunden damit maximale Transparenz in Sachen sozialer Verantwor tung und nachhaltiger Entwicklung.

AGRANA ist mit der Teilnahme an der SEDEX-Datenbank, dem Ziel, einen Überblick über CSR-Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette zu bekommen, beginnend bei den Vorlieferanten bis hin zur Auslieferung von AGRANA-Produkten, ein großes Stück näher gekommen und wird diesen Weg auch in Zukunft weiter verfolgen.

LEBENSMITTELSICHERHEIT

Lebensmittelsicherheit ist für AGRANA als Produzent hochwertiger Lebensmittel bzw. -bestandteile, die in zahlreichen Bereichen der Nahrungsmittelindustrie ihren Einsatz fi nden, nicht nur eine rechtliche Vorschrift , sondern darüber hinaus ein wesentlicher Bestandteil von sozialer Verantwortung und nachhaltiger Unternehmensführung.

Die Einhaltung geltender nationaler und rechtlicher Anforderungen an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA nur den Grundanspruch dar. Zusätzlich orientiert sich das Unternehmen an den geltenden Richtlinien des Codex Alimentarius der FAO (Food and Agriculture Organisation)/WHO (World Health Organisation), die in allen Ländern der Welt einen Mindeststandard der Sicherheit von Lebensmitteln festlegen. Dies triff t vor allem auf Bereiche zu, die in den jeweiligen national anwendbaren gesetzlichen Regelungen nicht abgebildet sind.

Im Codex Alimentarius wird mit den "General Principles of Food Hygiene" das sogenannte HACCP-System eingeführt. "Hazard Analysis and Critical Control Point" bedeutet, dass mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert werden. Basierend auf dieser Analyse werden kritische Punkte im Produktionsprozess festgelegt. Ein kritischer Lenkungspunkt ist die letzte Stelle, an der ein identifi ziertes Risiko für die Gesundheit des Menschen auf ein annehmbares Maß reduziert und der nicht sichere Bestandteil rechtzeitig aus der Produktkette ausgesondert werden kann.

Das Prinzip eines HACCP-Systems fi ndet sich beispielsweise auch als rechtliche Forderung in der EU-Hygiene-Verordnung (VO [EG] Nr. 852/2004). Darüber hinaus ist es jedoch ein wichtiger Bestandteil diverser Lebensmittelsicher heitsstandards, wie etwa der ISO 22000 oder des International Food Standards (IFS).

AGRANA hat bereits seit vielen Jahren dem jeweiligen Produktionsprozess angepasste HACCP-Systeme in ihren Werken eingeführt. Die Implementierung und vor allem regelmäßige Überprüfung eines HACCP-Systems garantiert, dass nur sichere Lebensmittel die Fabrik verlassen.

AGRANA geht in ihrem Bestreben nach Lebensmittelsicherheit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat daher in den meisten Bereichen mindestens einen Standard für Lebensmittelsicherheit eingeführt. Die bedeutendsten Standards sind hier die genannten ISO 22000 und IFS, nach denen ein Großteil der AGRANA-Werke zertifi ziert ist.

Nicht zuletzt aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung, vor allem im weltweit tätigen Segment Frucht, hat sich AGRANA dazu entschlossen, ISO 22000 einzuführen. Durch diesen Standard werden die wesentlichen Elemente von Lebensmittelsicherheit, wie das Lenken von Risiken im Rahmen von Präventivprogrammen sowie durch HACCP-Pläne oder auch die kontinuierliche Verbesserung und Aktualisierung des Managementsystems für die Lebensmittelsicherheit, zusammengefasst und entlang der Produktionskette betrachtet. Die ISO 22000 berücksichtigt in ihrem Aufbau auch das im europäischen Lebensmittelrecht geltende Prinzip der Betrachtung der Wertschöpfungskette vom Feld bis auf den Teller. Da es sich bei dieser ISO-Norm um eine prozessorientierte Norm handelt, ist auch eine gute Integration in bestehende Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 möglich.

Der International Food Standard (IFS, derzeit gültige Version 5) wurde von Unternehmen des Einzelhandels mit Fokus auf die Produktion von Eigenmarken erarbeitet. Im Gegensatz zur ISO 22000 ist der IFS eher produktorientiert mit sehr eingeschränkten Vorgaben. AGRANA hat diesen Standard als zweiten wichtigen Lebensmittelsicherheits-Standard vor allem in jenen Werken eingeführt, die einerseits den Einzelhandel direkt beliefern bzw. wo Produkte zu Eigenmarken des Einzelhandels weiterverarbeitet werden. Jene AGRANA-Werke erreichen in der Bewertung im Rahmen des Standards regelmäßig Werte über 95 %, was in der zweistufi gen Beurteilungsskala der höchsten Stufe entspricht.

Durch die Einführung der genannten und auch anderer, hier nicht genauer beschriebener Standards, wie etwa BRC1, QS2 oder AIB3, ist eine laufende Prozessverbesserung sichergestellt. Dies ermöglicht es AGRANA, Lebensmittel bzw. -inhaltsstoff e zu produzieren, deren Sicherheit nicht erst im Zuge einer Endprodukt kontrolle festgestellt wird, sondern durch die Betrachtung aller möglichen Einfl ussfaktoren und Ergreifen entsprechen der Maßnahmen entlang der gesamten Produktionskette.

1 BRC (British Retail Consortium): Wirtschaftsverband von britischen Einzelhandelsunternehmen mit Hauptsitz in London|Großbritannien; defi niert unter anderem die von mehreren Handelsketten als verbindlich festgelegten Regelwerke für Lieferanten in der Lebensmittelindustrie wie den BRC Global Standard.

2 QS (Qualität und Sicherheit GmbH): Qualitätssicherungssystem für die Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln; die QS Qualität und Sicherheit GmbH mit Sitz in Bonn|Deutschland wurde 2001 gegründet.

3 AIB (American Institute of Baking): Non-Profi t-Organisation, die von der Nordamerikanischen Groß- und Einzelhandelsbackindustrie im Jahr 1919 als Zentrum für Technologie-Wissenstransfer zwischen Bäckern und Lebensmittelerzeugern gegründet wurde; bietet mittlerweile Dienstleistungen für Unternehmen unterschiedlichster Branchen in allen Bereichen der Lebensmittelsicherheit (Inspektionen, Prüfungen, Zertifi zierungen, technische Services) an.

Arbeitssicherheit stellt als Teilbereich unternehmerischer sozialer Verantwortung für AGRANA als produzierendes Industrieunternehmen einen wichtigen Schwerpunkt ihrer CSR-Aktivitäten dar.

Im Bereich Arbeitssicherheit wurden im Geschäftsjahr 2010|11 weitere Präventionsmaßnahmen gesetzt. So werden fortan auch "Beinaheunfälle", sogenannte "Near Misses", erfasst und analysiert. Ein Beinaheunfall ist ein Vorfall, der unter weniger glücklichen Umständen zu Personen- oder Sachschäden geführt hätte. Damit sollen Schwachstellen beseitigt werden, noch bevor tatsächlich Unfälle passieren. Um die Sicherheit auch in komplexen Anlagen vor allem des Zucker- und Stärke-Segments gewährleisten zu können, wurden alle Sicherheitsfachkräfte in der Systematik der Gefährdungsbeurteilung verketteter Anlagen geschult. Dadurch soll vermieden werden, dass es beim Umbau bestehender Anlagen zu Gefährdungen kommt. Um die Sicherheit von Mitarbeitern auf Alleinarbeitsplätzen in Bereichen erhöhter Unfallgefahr zu steigern, wurde begonnen, Alarmserver zu installieren. Damit kann rasch und gezielt Hilfe geholt werden, im Extremfall – zum Beispiel bei Bewegungsunfähigkeit des Mitarbeiters – sogar automatisch. Erhöhte Gefährdung bedeutet auch der Umgang mit Chemikalien, weshalb in diesem Bereich verstärkt Schulungen durchgeführt wurden. Durch Teilnahme der Sicherheitsfachkräfte an nationalen und internationalen Tagungen werden ein intensiver Erfahrungsaustausch und die Implementierung von Best Practice-Verfahren gewährleistet.

Aber auch im Zusammenhang mit den wachsenden Anfor derungen von internationalen AGRANA-Kunden an Social Responsibility und nachhaltige Entwicklung spielt Arbeits sicherheit eine immer größere Rolle. Sie ist fundamentaler Bestandteil der ISO 26000, die bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema als Grundlage dient. Daher gewinnt Arbeitssicherheit, auch was den Einkauf von Rohstoff en und Services betriff t, im Rahmen der Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette für AGRANA an Bedeutung.

Arbeitssicherheit ist daher schon heute Bestandteil eines AGRANA-Fragebogens, der vor allem im internationalen Fruchteinkauf zum Einsatz kommt und im Wesentlichen am AGRANA-Verhaltenskodex ausgerichtet ist und ISO 26000 orientierte Fragen zu Arbeitssicherheitsmaßnahmen enthält. Die Einkaufsrichtlinien von AGRANAs international tätiger Fruchteinkaufsorganisation, AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, schreiben die Beantwortung des Fragebogens im Rahmen des Qualifi kationsprozesses neuer Lieferanten vor. Vollständige und zufriedenstellende Antworten stellen die Voraussetzung dafür dar, dass ein neuer Anbieter als AGRANA-Lieferant angenommen wird bzw. Kontrakte mit einem Unternehmen abgeschlossen werden.

Anlässlich eines Ethikaudits eines weltweit agierenden Kunden wurde AGRANAs Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzsystem ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In einem hochkompetitiven Marktumfeld verfolgt AGRANA das strategische Ziel, sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu diff erenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue, innovative Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Im Segment Stärke gab es zum Beispiel innovative Neuentwicklungen im Bereich nichtsynthetischer Klebstoff e ("green glues"), im Fruchtsaftkonzentratbereich wurden schwerpunktmäßig Projekte zur Verbesserung der Aromenqualität durchgeführt. Aktivitäten wie diese tragen wesentlich zum langfristigen Erfolg von AGRANA und deren Kunden bei und werden auch in Zukunft Bestandteil der auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie bleiben.

Innovation als treibende Kraft für künftiges, nachhaltiges Wachstum.

Zur Umsetzung dieser Strategie und zum Ausbau des umfassenden Entwicklungs-Know-hows unterhält AGRANA mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Diese sind für Zucker und Stärke schwerpunktmäßig bei der Zucker forschung Tulln Gesellschaft m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Deren Leistungsspektrum reicht von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Fruchtzubereitungsbereich ist die zentrale Forschung und Entwicklung im Innovationsund Kompetenzzentrum Gleisdorf|Österreich organisiert. Aufgabe des Forschungszentrums ist die Entwicklung von innovativen Produkten und neuen Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um international tätigen AGRANA-Kunden marktnahe Lösungen zu präsentieren. Unterstützt wird das Innovationszentrum von einer zentralen Marktentwicklungsabteilung in Mitry-Mory|Frankreich.

Im Geschäftsjahr 2010|11 investierte AGRANA rund 14,5 (Vorjahr 13,3) m€ in Forschung und Entwicklung. Gemessen am Konzernumsatz entsprach dies einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 0,67 % (Vorjahr 0,67 %). Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 194 (Vorjahr 190) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt.

SEGMENT ZUCKER

Das im letzten Geschäftsjahr gestartete und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte Projekt zur Optimierung der industriellen Verarbeitung von länger gelagerten Zuckerrüben wurde fortgeführt. Der Fokus der Forschungsarbeiten lag auf der Entwicklung und Testung von automatisierten Erkennungssystemen von alterierten Rüben. Die Implementierung derartiger Früherkennungssysteme im Kampagnebetrieb der Werke soll die Erhaltung von hohen Verarbeitungsleistungen auch gegen Ende der langen Kampagnen bei kostenoptimierter Dosierung von teuren Hilfsstoff en ermöglichen.

Ein weiterer Aktivitätsschwerpunkt liegt in der Beurteilung der technologischen Qualität von Zuckerrüben. Diese technologische Qualität ist entscheidend für die Ausbeute an kristallinem Zucker und damit letztlich für die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprozesses. Durch die Neugestaltung des Rübenlabors im Werk Leopoldsdorf|Österreich ergaben sich hier neue, interessante Ansätze, die mithelfen sollen, den Anschluss zur europäischen Spitze zu wahren.

gemessen am Konzernumsatz.

Steigende Bedeutung erlangen Maßnahmen, die zur Erhaltung bzw. zum Erreichen des hohen Qualitätsstandards innerhalb der gesamten Division beitragen. Diese reichen von technologischen Optimierungsarbeiten bis zur Entwicklung bzw. Durchführung von Spezialanalysen im Bereich Weißzucker, aber auch Futtermittel. Besonders aktuell sind hier Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit der Nitrit-Problematik in Futtermitteln, die durch deutliche Herabsetzung des Grenzwertes in der EU ausgelöst wurden. Ein Fokus lag auf der weiteren Verbesserung und Anhebung des Hygienestatus in den tschechischen Zuckerfabriken Opava und Hrušovany.

SEGMENT STÄRKE

Im Lebensmittelsektor (Food) konzentrierte sich die Arbeit auf die Entwicklung von speziellen Bindemitteln und Verdickersystemen. Dazu wurden potenzielle neue Rohstoff e untersucht sowie neue Technologien entwickelt und erprobt. Divisions übergreifende Synergien wurden genutzt, um diese Stabilisatoren für Bio-Produkte und den "Clean Label"-Einsatz zu entwickeln.

Im Geschäftsjahr 2010|11 waren die Entwicklung von Stärkeprodukten für technische Anwendungen im Bau-, Klebstoff - und Papierbereich (Non-Food) wesentliche Forschungsschwerpunkte. Neue, intelligente Stärkeprodukte erlauben die Herstellung von biologisch abbaubaren Klebstoff systemen und bieten Ersatz für synthe tische Produkte für den wachsenden klebstoff verarbeitenden Sektor.

Die Etablierung eines neuen Modifi kationsprozesses ermöglichte die Entwicklung von neuartigen Stärkeprodukten mit besonderer Klebkraft und Stabilität. Diese innovativen Klebstoff e wurden international zum Patent angemeldet und besitzen ein hohes Substitutionspotenzial für synthetische Klebstoff e ("green glues").

Im Bereich Nassverklebung für Glasfl aschen konnte in Zusammenarbeit mit Kunden ein Durchbruch erreicht werden. Unter Nutzung von Synergien innerhalb des Konzerns wurde eine neue modifi zierte Stärke als vollständiger Ersatz von Kasein in Fertigleimen für den Einsatz im Hochleistungsbereich der Flaschenetikettierung erfolgreich entwickelt. Diese bahnbrechende Innovation wurde zum internationalen Patent angemeldet. Im klassischen Papierstrich konnten Stärkeinnovationen als Latexersatz überzeugen. Die Aktivitäten im Baubereich waren fokussiert auf die Entwicklung von amylopektinreichen Stärkeethern als neue High-Performance-Produkte für Fliesenkleber. Im Betonbereich konnten neue Stärkeethertypen als Stabilisator entwickelt und erfolgreich am Markt eingeführt werden.

In Versuchen wurde die positive Wirkung einer speziellen proteinhaltigen Kartoff elfraktion auf die Hefefermentation gezeigt. Das Herstellungsverfahren wird im Kartoff elstärkewerk in Gmünd|Österreich im Produktionsmaßstab umgesetzt.

Im Bereich der AGRANA-Bioethanolproduktion konnte das Gemeinschaftsprojekt "Grainergy" mit einem Saatzucht-Partner erfolgreich abgeschlossen werden. Eine Reihe von neuen Winterweizen- und Tritikalesorten wurden als Rohstoff für eine optimierte Bioethanolproduktion gemeinsam entwickelt.

Weitere Anstrengungen wurden bei Optimierungsarbeiten zum Rohstoff - und Enzymeinsatz unternommen. Dazu gehört auch die Überprüfung der Auswirkungen auf den Produktions prozess und die zu erwartenden Ausbeuten bei der Verwen dung von Sonderrohstoff en.

Im Geschäftsjahr 2010|11 wurde ein vom FFG gefördertes Forschungsvorhaben zur Entwicklung von speziellen Additiven auf biotechnologi schem Weg für den Einsatz im biologischen Landbau zur verbesserten Versorgung von Pfl anzen gestartet.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2010|11 lag der Forschungs- und Entwicklungsschwer punkt in der Entwicklung innovativer Produktkonzepte sowie in Aktivitäten zur Marktdiversifi kation. Vor allem im Bereich Fruchtzubereitungen für die Backwaren industrie und im "Food Services"-Bereich konnten wichtige Meilensteine in der Produkt- und Prozessentwick lung und -optimierung erreicht werden. Nicht zuletzt durch eine enge Kooperation mit Kunden und Lieferanten sowie durch Sammeln und Vermitteln von bereits vorhandenem AGRANA-Know-how wurde das Wissen sowohl im Versuchs- als auch Anwendungsbereich ausgebaut.

In den hochentwickelten europäischen Märkten sind Natürlichkeit und Frische nach wie vor von großem Konsumenten interesse und prägend für Verbrauchertrends. Durch spezielle Produktionsprozesse sowie durch den Einsatz von Lebensmittelinhaltstoff en ohne E-Nummern konnten zahlreiche Produkte des "Clean Label"-Marketingkonzepts eingeführt werden. Die Entwicklung dieser Produktionsverfahren und Produktformulierungen schaff t die Basis zur noch schonenderen Herstellung von Fruchtzubereitungen und dem Erhalt von Frische und wertgebenden Inhaltsstoff en.

Ein weiteres Hauptaugenmerk lag in der Optimierung der Qualität der Früchte hinsichtlich ihrer Textur. Hier wurde unter dem Namen "GENESIS" ein langfristiges Programm gestartet, um Prozesse und Technologien der sogenannten "fi rst transformation", also der Verarbeitung von Früchten vom Feld zu tiefgefrorenen Fruchteinzelstücken, zu analysie ren und zu optimieren. Das Programm umfasst mehrere Projekte, welche in verschiedenen Ländern mit internatio naler Expertenbeteiligung abgewickelt werden. "GENESIS" ist eine weitere Antwort auf den Trend zu mehr Natürlichkeit und der schonenden Verarbeitung von Früchten.

Bei der industriellen Umsetzung einer von AGRANA neu entwickelten Technologie zur Herstellung von "Schokofrücht chen", eine mit Schokolade umhüllte Fruchtzubereitung für den aseptischen Einsatz in Milchprodukten, konnten große Fortschritte gemacht werden. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Produktionsanlage ist im Geschäftsjahr 2011|12 geplant.

Auch die industrielle Umsetzung eines Herstellungsverfahrens von Gelees mit funktionellen Inhaltsstoff en, die Molkereiprodukten einen weiteren gesundheitlichen Nutzen geben, konnte mit dem Bau einer Produktionsanlage abgeschlossen werden.

Im Geschäftsjahr 2010|11 wurden im Fruchtsaftkonzentrat bereich schwerpunktmäßig Projekte zur Verbesserung der Aromenqualität durchgeführt, wobei durch Entwicklung von schonenderen Verfahrenstechnologien die natürlichen Aromastoff e der Äpfel und Beerenfrüchte erhalten werden konnten und dadurch der Vermarktungswert erhöht wurde.

Im Rahmen der Erforschung alternativer Verwendungsmöglich keiten für Apfeltrester wurde durch neu entwickelte Behandlungsmethoden der Rohware eine Qualitätsver besserung des Tresters erreicht. Auf diese Art wurden neue Einsatzmöglichkeiten mit höherer Wertschöpfung gefunden. Die daraus produzierten Apfelfasern können nun in verschiedenen Bereichen der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden, wie zum Beispiel als glutenfreie Alternative zu Weizenmehl.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

56 Im Geschäftsjahr 2010|11 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.243 (Vorjahr 7.927) Mitarbeiter. Davon waren 1.746 (Vorjahr 1.735) Mitarbeiter in Österreich und 6.497 (Vorjahr 6.192) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wie folgt:

  • █ im Segment Zucker 2.245 (Vorjahr 2.336) Mitarbeiter
  • █ im Segment Stärke 880 (Vorjahr 880) Mitarbeiter und
  • █ im Segment Frucht 5.118 (Vorjahr 4.711) Mitarbeiter.

Im Segment Zucker kam es trotz höherer Produktionsvolumina zu einem Personalrückgang um durchschnittlich 67 Mitarbeiter. Dies ist einerseits auf die Synergieeff ekte in Bulgarien und andererseits auf die Ausläufer der Restrukturierungsmaßnahmen in den Werken in Rumänien zurückzuführen.

Der Zuwachs im Segment Frucht um 407 Mitarbeiter ist im Bereich Fruchtzubereitungen auf höheren Personalbedarf durch größere Anbaufl ächen und Erntemengen in Marokko und Serbien einerseits und eine gesteigerte Personalnachfrage in Russland und China andererseits zurückzuführen.

PERSONALSTRATEGIE ALS LANGFRISTIGE PERSPEKTIVE

AGRANA hat auch im Geschäftsjahr 2010|11 das langfristige Ziel, überdurchschnittliches Engagement bei den Mitarbeitern zu fördern und dadurch den Unternehmenserfolg sicherzustellen, konsequent weiterverfolgt. Geeignete Personalentwicklungsmaßnahmen wurden daher für die verschiedenen Zielgruppen angeboten und durchgeführt. Dies soll einerseits die Wettbewerbsfähigkeit der AGRANA-Mitarbeiter sicherstellen, andererseits konnte dadurch ein wertvoller Beitrag zur Profi tabilität und zum Wachstum der Geschäftsbereiche geleistet werden. Die Personalprozesse wurden im Geschäftsjahr 2010|11 im Detail analysiert und entsprechend dokumentiert. Dies dient als Basis für die weitere Verbesserung der Personalwerkzeuge und der sie unterstützen den IT-Systeme.

Zur Unterstützung der strategischen Ziele existiert ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2010|11 waren wie im Vorjahr rund 5 % aller Beschäftigten Teil dieses erfolgsorientierten Entlohnungssystems.

MITARBEITER NACH REGIONEN

Gut ausgebildete und motivierte

Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg von AGRANA. Ihr Know-how und Engagement sichern das Wachstum des Unternehmens.

57

Um die Personalstrategie bestmöglich zu implementieren, wird die Personalfunktion im Geschäfts jahr 2011|12 Effi zienzsteigerungsmaßnahmen umsetzen und die globale Ausrichtung der Funktion weiter stärken. Die Einführung einer international ausgerichteten HR-Organisation und die Zusammenlegung von ausgewäh lten HR-Dienstleistungen für alle Geschäftsbereiche sind nur zwei der geplanten Maßnahmen im Geschäftsjahr 2011|12. Der Schwerpunkt wird dabei in Österreich auf der Implementierung eines HR-Shared Service Centers (SSC) liegen. Das HR-SSC wird sowohl für die Abwicklung der Personalverrechnung für alle österreichischen Mitarbeiter verantwortlich sein als auch das HR-Team in administra tiven Bereichen unterstützen.

Im Segment Zucker lag der Schwerpunkt in der Entwicklung der Mitarbeiter und der Vertiefung des Know-hows. Wesentlich in diesem Zusammenhang war die Identifi zierung der Know-how-Träger sowie der Nachwuchsführungskräfte. Zu diesem Zweck wurden in Abstimmung mit den lokalen Führungskräften und dem Divisionsvorstand "Key-Player" nominiert und zu einem gruppenweiten Programm entsendet. Durch strukturierten und gezielten Einsatz von Personalentwicklungsinstrumenten wurden Potenziale identifi ziert und mit gezielten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen innerhalb des Segments Zucker länderübergreifend eingesetzt. Ferner lag der Fokus verstärkt auf Nachfolgeplanung, um den Wissenstransfer innerhalb der Abteilungen, auch länderübergreifend, sicherzustellen. Diese Strategie soll auch im Geschäftsjahr 2011|12 fortgesetzt und vertieft werden.

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen lag ein starker Fokus auf interne Stellennachbesetzungen sowie Führungskräfteentwicklung. Weiters fand im Geschäftsjahr 2010|11 an allen Standorten ein "Kick-Off AGRANA Way" statt; Teil dieser Veranstaltung war auch eine Präsentation durch den CEO des Geschäftsbereiches zum Thema Strategie und Zielsetzungen. Hohen Stellenwert hat die Förderung des internationalen Austausches zwischen Tochtergesellschaften durch Expatriates. Außerdem wurde das "Quality Trainee"-Programm auf internationaler Ebene weiter ausgebaut.

Lean Management bestimmte die Strategie im Geschäftsbereich Fruchtsaftkon zentrate im Geschäftsjahr 2010|11, mit dem Ziel, die vorhandenen Personalressourcen in qualitativer und quantitativer Hinsicht optimal zu nutzen. Der Schwerpunkt lag auf interner, praxisnaher Weiterbildung (insbesondere im Bereich SAP) mit eigenem Know-how und eigenen Ressourcen.

AGRANA bot im Geschäftsjahr 2010|11 insgesamt 49 Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit – unter anderem als MaschinenbautechnikerIn, ElektrotechnikerIn, Elektrobetriebs- und ProzessleittechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn und MechatronikerIn sowie auch als Informationstechnologie-TechnikerIn und Industriekaufmann/-frau.

Die Personalstrategie für das Geschäftsjahr 2011|12 wird die intensiven Bemühun gen um Qualifi zierung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter fortführen.

DAVON SEGMENT ZUCKER

DAVON SEGMENT FRUCHT

58 PERSONALENTWICKLUNG UND WEITERBILDUNG IN DER AGRANA-GRUPPE

Sowohl die Holding als auch lokale Tochtergesellschaften initiierten zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen wie auch im persönlichkeitsbildenden Bereich.

Im Zuge des "Talent Development"-Prozesses wurde – zum zweiten Mal nach 2008 – eine rund 30 Personen umfassende Gruppe an Mitarbeitern und Führungskräften mit hohem Potenzial und hoher Leistung aus dem gesamten AGRANA-Konzern identifi ziert. Vor dem Start eines gemeinsamen Entwicklungsprogramms für diese Gruppe erfolgte im Geschäftsjahr 2010|11 eine Standortbestimmung der Teilnehmer.

Die Personalentwicklung im Segment Zucker hatte im vergangenen Geschäftsjahr ihren Schwerpunkt in der Verstärkung der Fremdsprachenkompetenz durch gezielte Aus- und Weiterbildung in Englisch sowie in der Förderung des technischen Wissensaustausches und der technischen Weiterbildung, um so den technologischen Fortschritt sicherzustellen.

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen beschäftigte sich die Personalentwicklung im Geschäftsjahr 2010|11 vor allem mit dem Bereich Führungskräfteentwicklung.

Das Programm "Foundations of Leadership Eastern Europe" umfasste mehr als 60 Manager und war auf situatives Führen und Kommunikation fokussiert.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wurde im Juli 2010 ein standardisierter Einarbeitungsplan (inklusive Guideline) eingeführt, um die Einschulung und Ausbildung von neuen Mitarbeitern noch besser zu strukturieren und sicherzustellen.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2010|11 auf rund 2,3 m€ (Vorjahr 2,3 m€), das entspricht rund 1,3 % (Vorjahr 1,4 %) der Lohn- und Gehaltssumme.

GESUNDHEIT

Zusätzlich zum Angebot der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bestehen individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen. Des Weiteren können Mit arbeiter an jährlichen Vorsorgeuntersuchungen im Unter nehmen, wie zum Beispiel der Krebsvorsorgeuntersuchung, teilnehmen. Ziel ist die Verbesserung des Gesundheits zustandes sowie des Wohlbefi ndens.

Neben weiteren sportlichen Angeboten, wie zum Beispiel Schitagen oder Wirbelsäulengymnastik, gelang es erneut, Lauf begeisterte für die Teilnahme am jährlichen "Wien Energie Business Run" zu motivieren. AGRANA war im September 2010 mit insgesamt 25 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

Im Segment Zucker wurden neben dem Angebot des "AGRANA-Fit"-Programms vor allem Vorsorgeuntersuchungen gefördert und das Thema Arbeitsplatzsicherheit und Gesundheit durch Arbeitsanleitungen und gruppenweite Aktionen unterstützt. Im Segment Stärke wurde Wirbelsäulengymnastik im Rahmen des "AGRANA-Fit"-Programms als Schwerpunkt für das Geschäftsjahr gewählt.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zu seiner Verantwortung zur Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Ziel des Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um zum Beispiel eine negative Auswirkung auf die Zielerreichung auf ein Minimum zu beschränken.

Zur Steuerung ihrer Risiken bedient sich AGRANA zweier, einander ergänzender Systeme.

Risikomanagement

als wesentliches Instrument der Konzernführung. Im operativen Risikomanagement – mit einem Zeithorizont von einem Jahr – stellt das konzernweit implementierte, einheitliche Planungs- und Berichtssystem das wesentliche Steuerungsinstrument dar. Teil dieses monatlichen Berichtswesens ist auch ein eigener Risikobericht, in dem eine regelmäßige Berechnung des Risikopotenzials für das aktuell laufende Geschäftsjahr erfolgt (siehe Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB; Seite 62f).

Die zweite Säule des Risikomanagements bildet das strategische Risikomanagement mit einem mehrjährigen Beobachtungshorizont. Ein eigenständiges, unabhängiges Team unterstützt dabei den Vorstand im strategischen Risikomanagement. Zweimal jährlich analysiert dieses Team gemeinsam mit Experten der jeweiligen Segmente das wirtschaftliche, politische und rechtliche Umfeld von AGRANA auf Chancen und Risiken, evaluiert diese und zeigt im Falle von Bedrohungen Gegen steuerungsmaßnahmen auf. Die Ergebnisse dieser Analyse werden in einem Risikokatalog erfasst. Daraus wird mittels einer "Monte Carlo-Simulation" für das jeweils laufende Geschäftsjahr ein Gesamtrisikopotenzial für AGRANA abgeleitet und dem Vorstand sowie dem Prüfungs ausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Eigene Risikomanagement-Teams in den einzelnen Tochterunternehmen sorgen dafür, dass im Risikofall rasche und koordinierte Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet werden und der Schaden auf ein Minimum reduziert werden kann. Ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Chancen und Risiken ermöglicht es AGRANA, die vorhandenen unternehmerischen Ressourcen effi zient zur Erreichung ihrer strategischen Ziele einzusetzen. Dabei wird der Vorstand durch effi ziente Kontroll- und Berichtssysteme unterstützt.

RISIKOPOLITIK

Verantwortungsvoller Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken ist ein Grundsatz der Unternehmensführung von AGRANA. Risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten und Unabhängigkeit im Risikocontrolling prägen die Risikokultur des Konzerns. Grund sätzlich ist AGRANA bereit, Risiken im Rahmen der Kernkompetenz des Unternehmens zu tragen, wobei aber Risiken, die nicht auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß reduziert oder nicht auf Dritte übertragen werden können, wenn möglich vermieden werden sollen. Risiken, die sich nicht auf Kern- oder Unterstützungsprozesse beziehen, werden prinzipiell nicht eingegangen.

Derivative Instrumentarien werden nur zur Absicherung von Grundgeschäften angewendet. Deren Einsatz zu Spekulationszwecken ist ausdrücklich verboten. Durch Richtlinien, Limits, laufende Kontrolle und Berichte an den Vorstand wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA Risiken ausgesetzt, deren Ursachen in der spezifi schen Geschäftstätigkeit von AGRANA liegen und die die Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinfl ussen können.

REGULATORISCHE RISIKEN

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Auswirkungen wird ab Seite 36 im Segment Zucker im Detail berichtet.

Richtlinie für erneuerbare Energien

Wesentlich für den Bereich Bioethanol ist die seit 2007 geltende Mindestbeimischung von Bioethanol zu Benzin. Ein Wegfall oder eine Verminderung der Beimischungsmenge würde das Geschäftsmodell des Bereiches Bioethanol wesentlich negativ beeinfl ussen. Öff entliche Diskussionen und Gesetzesinitiativen zu diesem Thema werden genauestens beobachtet und analysiert und durch das Risikomanage ment bewertet.

OPERATIVE RISIKEN

Beschaff ungsrisiken

AGRANA ist als Veredler landwirtschaftlicher Erzeugnisse Beschaff ungsrisiken ausgesetzt, die ihre Ursache in Witterungseinfl üssen haben können. Hierdurch können landwirtschaftliche Rohstoff e aufgrund von klimatischen Ereignissen unter Umständen in zu geringer Menge verfügbar sein. Zum anderen können diese Rohstoff e Preis schwankungen unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können.

Diese Risiken betreff en vor allem das Segment Stärke. Zur Absicherung der Bedarfsmengen an Getreide (Mais und Weizen) werden physische Lieferverträge in einem möglichst hohen Ausmaß abgeschlossen. Für den nicht durch Lieferverträge gedeckten Bedarf werden, wenn es wirtschaftlich vertretbar ist, Future-Kontrakte abgeschlossen. Diese Sicherungsgeschäfte unterliegen strengen Regularien und

werden in ihrem Umfang von der Geschäftsführung des Segments vorgeschlagen und durch den AGRANA-Vorstand genehmigt. Der Umfang und die Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte werden in einem monatlichen Meeting dem AGRANA-Vorstand berichtet.

Im Geschäftsbereich Bioethanol kann ein Anstieg der Rohstoff tangente nur teilweise durch höhere Verkaufspreise des eiweißhaltigen Nebenproduktes ActiProt® kompensiert werden; in diesem Bereich folgen die Futtermittelpreise nämlich jenen von Weizen und Mais. Im Stärkebereich ist es weitestgehend möglich, höhere Rohstoff kosten aufgrund der homogenen Kostenstruktur in den für AGRANA relevanten Märkten kurzfristig an die Kunden weiterzugeben.

Das Beschaff ungsrisiko im Zucker hat, mit Ausnahme der Länder, in denen hauptsächlich Rohzucker verarbeitet wird, eine geringere Bedeutung, weil Zuckerrüben normalerweise ertragsmäßig anderen Feldfrüchten überlegen sind und die Rübenbauern ihre Lieferrechte möglichst ausschöpfen wollen. In Bosnien und Herzegowina werden die benötigten Rohzuckermengen mengenmäßig und preislich gesichert. Diese Sicherungsgeschäfte unterliegen den gleichen strengen Richtlinien wie jene für Getreide. Ein Beschaff ungsrisiko besteht für den Import von Weiß- und Rohzucker in den EU-Raum, da hier aufgrund von Marktzutrittsbestimmungen eine Absicherung über Warentermingeschäfte nur teilweise möglich ist. Auf die schwierigere Beschaff ungssituation für Rohzucker wurde bereits im Kapitel "Marktordnungsrisiken für Zucker" hingewiesen. Diese betreff en ausschließlich unsere Produktionsstätten in Rumänien.

Ungünstige Witterungsverhältnisse und Pfl anzenkrankheiten können im Segment Frucht zu gravierenden Ernteausfällen führen und infolgedessen einen Anstieg der Rohstoff preise bewirken. Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis aller Beschaff ungsmärkte ermöglicht es AGRANA, Engpässe in der Versorgung und Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. diesen entgegenzuwirken. Eine zentrale Einkaufsorganisation im Segment Frucht analysiert global die Rohstoff märkte und kann somit frühzeitig auf Rohstoff engpässe und Qualitätsunterschiede reagieren. Im Hinblick auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden mit Lieferanten und Kunden auch langfristige Verträge abgeschlossen. Dadurch können gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden.

Der Energiebedarf, neben den Rohstoff kosten der zweite wesentliche Kostenfaktor in den Segmenten Zucker und Stärke, wird aus unterschiedlichen Quellen gedeckt. Durch eine entsprechende Ausrichtung der Produktionsanlagen werden die verschiedenen Energieträger kostenoptimal eingesetzt. Darüber hinaus wird eine steigende Energieeffi zienz der Anlagen konzernweit kontinuierlich forciert und in verstärktem Maße werden auch alternative Energiequellen genutzt. Der Bedarf an Energieträgern wird durch kurzund mittelfristige physische Lieferverträge sowohl mengenals auch preismäßig gesichert.

Produktqualität und -sicherheit

Die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards ist für AGRANA, als Veredler agrarischer Produkte für die Lebensmittelindustrie, eine Selbstverständlichkeit. Durch strengste interne zertifi zierte Qualitätsmanagementsysteme werden die Risiken durch Verarbeitungsfehler und Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoff e, auf ein Minimum reduziert. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig konzernweit zertifi ziert und kontrolliert. Durch die abgeschlossenen Produkthaft pfl ichtversicherungen besteht auch eine ausreichende Deckung für potenzielle Schadensersatzleistungen.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Globale Geschäftstätigkeit bedingt auch, einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt zu sein. Diesem Risiko begegnet AGRANA durch eine detaillierte monatliche Analyse der Planabweichungen auf Kunden- und Produktebene. Dadurch ist es möglich, Änderungen des Nachfrageverhaltens frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten. Ebenso evaluiert AGRANA laufend ihre Marktposition auf allen relevanten Märkten und passt die Unternehmensstrategie dahingehend an. Eine kontinuierliche Optimierung der Kostenstrukturen sichert die Wettbewerbsfähigkeit aller Produkte.

RECHTLICHE RISIKEN

AGRANA ist stets möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt, weshalb derartige Risiken bereits in der Frühphase erfasst, ihr Einfl uss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe evaluiert wird und daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Zivilrechtliche Klagen gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die fi nanzielle Lage des Konzerns haben könnten, bestehen derzeit nicht.

Im Geschäftsjahr 2009|10 wurden durch Kartellbehörden Untersuchungen gegen AGRANA-Tochtergesellschaften in zwei osteuropäischen Ländern eingeleitet. Gegenstand der Recherchen sind unter anderem Fragen, die in Zusammenhang mit der Reform und der Umsetzung der neuen Regelungen zum EU-Zuckermarkt stehen.

Am 7. September 2010 wurde AGRANA informiert, dass die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde beim Kartellgericht Wien unter anderem gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, die Feststellung einer in der Vergangenheit liegenden Zuwiderhandlung gegen das Kartellgesetz beantragt hat. AGRANA und Südzucker haben in der Zwischenzeit zu den erhobenen Vorwürfen in Schrift sätzen an das Gericht Stellung bezogen.

FINANZIELLE RISIKEN

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt, die in der Folge dargestellt werden. Die Finanzierung der Unterneh mensgruppe erfolgt im Wesentlichen zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung der Nettofi nanzschulden des Konzerns und den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditauf nahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zinsänderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Eurofi nanzierungen entstehen. Für AGRANA sind vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischer Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro von Relevanz.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, den Erhalt höherer Vorauszahlungen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert.

Produktpreisrisiken

Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, sowohl im Bereich Rohstoff als auch bei Energie. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien unterliegen durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar einem zusätzlichen Währungsrisiko.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt und eventuelle Gegensteuerungsmaßnahmen können somit rechtzeitig eingeleitet werden. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien jederzeit ausreichend gesichert.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Vorgaben von Obergrenzen von Kreditlimits und laufende Über prüfung der Bonität der Kunden minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemes sener Höhe abgedeckt.

GESAMTRISIKO

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht. Gründe dafür sind einerseits die derzeit sehr hohen Getreidepreise für die Produktion von Bioethanol und andererseits der hohe Weltmarktpreis für Rohzucker für die Raffi nerien in Rumänien und Bosnien-Herzegowina. Die Preissteigerungen bei diesen Rohstoff en konnten aber durch höhere Marktpreise, sowohl bei den Hauptprodukten als auch bei Nebenprodukten, kompensiert werden.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG keine bestandsgefährdenden Risiken für das Geschäftsjahr 2011|12.

INTERNES KONTROLLSYSTEM (BERICHT-ERSTATTUNG GEMÄSS § 243a ABS. 2 UGB)

Der Vorstand der AGRANA bekennt sich zu seiner Verantwortung der Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschrift en.

Durch konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien einschließlich der Vorschrift en zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) und das interne Kontrollsystem wird sowohl die Einheitlichkeit der Rechnungslegung in der AGRANA-Gruppe sichergestellt als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse gewährleistet.

Die Einheitlichkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung wird auch dadurch gesichert, dass das gesamte fi nanzielle und betriebliche Rechnungswesen der meisten Konzerngesellschaften in SAP abgewickelt wird. Dadurch ist gewährleistet, dass das interne und externe Berichtswesen auf der gleichen Datenbasis erfolgt. Die Kontrolle und Abstimmung der internen und externen Berichte wird monatlich bzw. quartalsweise durch das Controlling und das Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Dieses ermöglicht dem Management, Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und zu steuern. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, Budgetplanung (laufendes Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden.

Der vom Controlling erstellte Monatsbericht zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen.

Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht je Segment, der Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres unter Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie zum Beispiel Energiepreise, Rohstoff preise, Verkaufspreise etc.) auf das aktuelle Niveau bis Geschäftsjahresende gibt. Das Ergebnis wird im Rahmen der monatlichen Divisionsmeetings an den AGRANA-Vorstand berichtet.

Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgabe und Verantwortungsbereich im Wesentlichen die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminierungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die Erstellung von Finanzberichten umfasst.

AGRANA verfügt über ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, in dessen Rahmen alle relevanten Chancen und Risiken identifi ziert, evaluiert und Maßnahmen zur Gegensteuerung defi niert werden. Schwerpunkt sind dabei die für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Roh stoff beschaff ung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung. Das direkt dem Vorstand berichtende Risikomanage mentteam legt besonderes Augenmerk auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken und die Stärkung des Risikobewusstseins aller Mitarbeiter im Konzern.

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Follow-ups überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungs prozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLL RECHTE (ANGABEN GEMÄSS § 243a ABS. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt 103,2 m€ und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker) mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiff eisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungs gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsver trages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungs beschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungs rechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dipl.-Ing.Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Betei ligungs-AG bestellt.

Das britische Finanzunternehmen Prudential plc, London| Großbritannien, und einige seiner Tochtergesellschaften halten über den Streubesitz mehr als 10 % am AGRANA-Grundkapital.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes im Sinne des § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsverein barungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öff entlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

PROGNOSEBERICHT

AGRANA rechnet auch im Geschäftsjahr 2011|12 mit einer positiven Ergebnisentwicklung in allen Geschäftsbereichen. Die langfristigen Trends hin zu höherwertiger, gesunder Ernährung bleiben für AGRANA ebenso ein Wachstumstreiber wie die geografi sche Expansion des Konzerns und die Ausrichtung auf Emerging Markets.

Das sehr gute Geschäftsjahr 2010|11 stellt eine herausfordernde Vorgabe für 2011|12 dar. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2011 und einem diversifi zierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA für das Geschäftsjahr 2011|12 aber gut gerüstet. Durch gezielte Nutzung segmentübergreifender Synergien, unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Verkauf und Finanzen, und kontinuierlich fortgeführte Strukturverbesserungen will der Konzern die Herausforderungen im Rahmen weiterhin volatiler Märkte meistern und ist optimistisch, das Wachstum langfristig und nachhaltig voranzutreiben.

Geschäftsjahr 2011|12:

Die Latte liegt hoch – Konzernumsatz und -ergebnis 2011|12 dennoch über Vorjahr erwartet.

Aus heutiger Sicht rechnet AGRANA für das Geschäftsjahr 2011|12 mit einem leichten Anstieg beim Konzernumsatz bei insgesamt leichten Volumenszuwächsen und einem höheren Preisniveau. Im Segment Zucker ist das Wachstum innerhalb der EU marktordnungsbedingt eingeschränkt, wobei aber die Herstellung von Nicht-Quotenzucker die Auslastung der AGRANA-Zuckerfabriken sicherstellt und die hohen Weltmarktpreise bei Zucker deren Exporte begünstigen sollten. Die knappe Quotenzuckerversorgung der Märkte Rumäniens, Ungarns und Bulgariens lässt einen geringfügigen mengenmäßigen Absatzrückgang erwarten. Auch Bosnien-Herzegowina sowie die angren zenden Länder sind von der Verfügbarkeit von Rohzucker und den Entwicklungen am Weltmarkt abhängig. Bis zum Beginn der neuen Rübenkampagnen rechnet AGRANA mit einem knappen Zuckerangebot in der EU und auch in der Region des Westbalkans, was allgemein festere Zucker preise erwarten lässt. Im Segment Stärke wird damit gerechnet, dass höhere Verkaufspreise geringfügig sinkende Verkaufsmengen überkompensieren werden. Der erwartete mengenmäßige Absatzrück gang vor allem bei nativer Stärke und Verzuckerungsprodukten ist primär auf den vergleichsweise verstärkten Lagerabbau zu Beginn des Geschäftsjahres 2010|11 zurückzuführen. Für Isoglukose sind die Preise, dem lokalen Zuckerpreisniveau folgend, ebenfalls im Steigen begriff en. Im Segment Frucht wird im Fruchtzubereitungsbereich mit einem Umsatzanstieg aufgrund steigender Mengen, aber auch höherer Verkaufspreise gerechnet. Das Mengenwachstum dort sollte über dem prog nostizierten Marktwachstum liegen. Bei Fruchtsaftkonzentraten ist mit einer deutlichen Umsatzsteigerung aufgrund der erwarteten Preisentwicklung am Konzentratmarkt als direkte Folge der gestiegenen Rohstoff kosten in der Kampagne 2010 zu rechnen. Für zusätzliches Wachstum wird die geplante Fusion mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH sorgen, mit deren Vollzug allerdings erst im Spät herbst 2011 gerechnet wird.

Ziel für 2011|12 ist es, das operative Konzernergebnis weiter zu steigern. Fortlaufende Optimierungen in der Einkaufspolitik und im Kostenmanagement sowie gezielte Verbesserungen im Bereich Energieverbrauch sollen zur Absicherung der Ertragssituation beitragen.

Die im abgelau fenen Jahr positive Ergebnisentwicklung im Segment Zucker sollte sich im Geschäftsjahr 2011|12 fortsetzen. Die guten Preisentwicklungen der letzten Wochen sowie die umgesetzten Maß nahmen zur Kostenkontrolle und Mengenabsicherung stärken diese Erwartung. Durch die verbesserten Margen im Rübenzuckerbereich sollte trotz geringerer Ergebnisbeiträge aus der Raffi nation eine weitere Steigerung des operativen Ergebnisses möglich sein.

Im Segment Stärke sind im Bereich Mais für Aschach sowie Weizen, Mais und Tritikale für Pischelsdorf große Teile der benötigten Rohstoff menge für das Geschäftsjahr 2011|12 bis zur neuen Ernte 2011 bereits vertraglich fi xiert. Aufgrund der erwarteten Aus dehnung der Anbaufl ächen bei Weizen und Mais wird mit einer stabilen Preisentwicklung gerechnet. Das operative Ergebnis wird leicht über Vorjahr erwartet, wobei das Handling sich auf höherem Niveau stabilisierender Rohstoff - und Energie kosten wieder eine große Herausforderung darstellen wird.

Im Segment Frucht wird in der Frucht zuberei tung mit einer weiteren Steigerung des operativen Ergeb nisses gerechnet. Im Zuge möglicher Rohstoff kosten erhöhungen wird auch mit einer Anpassung des Marktpreis niveaus kalkuliert. Ins gesamt wird ein leichtes Sinken der prozentuellen Marge aufgrund des überproportionalen Wachstums bei den Handelswaren, die niedrigere Margen aufweisen, erwartet. Der Konzentratbereich rechnet für das Geschäftsjahr 2011|12 mit einer substanziellen Ertragssteigerung, nachdem mit den Kontraktabschlüssen aus der Kampagne 2010 höhere Konzentratpreise erzielt wurden. Kostenseitig werden die Einsparungsmaßnahmen der letzten Jahre fortgesetzt.

INVESTITIONEN

Nach drei Jahren eines unter Abschreibungsniveau liegenden Investitionsvolumens soll im neuen Geschäftsjahr 2011|12 in allen drei Segmenten mit insgesamt rund 100 m€ wieder verstärkt investiert werden, um den langfristigen Wachstumskurs nachhaltig zu unterstützen.

Die im Segment Zucker geplanten Ausgaben für das Geschäfts jahr 2011|12 belaufen sich auf rund 26 m€. Der Schwerpunkt liegt in der Fertigstellung des neuen Zuckersilos in Tulln|Österreich. Weiters sollen eine neue Schnitzelpresse in Opava|Tschechien sowie ein dritter Fermenter für die Biogasanlage im Werk Kaposvár|Ungarn mit dem Ziel höherer Energieautarkie errichtet werden.

Neben diversen Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sind im Segment Stärke bei einem Investitionsvolumen von rund 31 m€ vor allem folgende Projekte hervorzuheben: Einerseits wird in Pischelsdorf|Österreich mit dem Bau einer neuen Weizenstärkefabrik begonnen, durch deren enge Vernetzung mit der Bioethanolanlage zahlreiche Synergien in den Bereichen Reststoff verarbeitung, Rohstoff management und Anlageninfrastruktur gehoben werden sollen. Anderer seits wird im ungarischen Werk ein Biomasse kessel mit Strohfeuerung errichtet, wodurch Energiekosten und CO2-Zertifi kate eingespart werden sollen.

Bei einem geplanten Investitionsvolumen im Segment Frucht von rund 43 m€ wird neben Ersatzinvestitionen bei AGRANA Juice der Ausbau der Produktionskapazitäten in Serpuchov|Russland gestartet. Hier soll dem Wachstum am russischen Markt Rechnung getragen werden, die Fertigstellung ist für September 2012 geplant. Weiters wird im Geschäftsjahr 2011|12 in den Bau einer zweiten Fruchtzubereitungsfabrik in Johannesburg|Südafrika investiert. Daneben wird das Fruchtzubereitungswerk in Dachang|China in eine vergrößerte Produktionsanlage verlagert.

DER AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Geldfl ussrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

Konzernanhang

  • Informationen zu Geschäftssegmenten
  • Allgemeine Grundlagen
  • Konsolidierungskreis
  • Konsolidierungsmethoden
  • Währungsumrechnung
  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erläuterungen zur
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Geldfl ussrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Bestätigungsvermerk
  • Kennzahlen

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010|11 VOM 1. MÄRZ 2010 BIS 28. FEBRUAR 2011

in t¤ 2010 11 2009 10
Umsatzerlöse 2.165.902 1.989.159
Bestandsveränderungen 18.428 –90.905
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.115 3.402
Sonstige betriebliche Erträge 31.093 26.030
Materialaufwand –1.501.561 –1.258.344
Personalaufwand –225.801 –217.786
Abschreibungen –79.182 –84.437
Sonstige betriebliche Aufwendungen –283.941 –280.189
Ergebnis der Betriebstätigkeit 128.053 86.930
Finanzerträge 14.980 32.974
Finanzaufwendungen –33.939 –32.513
Finanzergebnis –18.959 461
Ergebnis vor Ertragsteuern 109.094 87.391
Ertragsteuern –22.408 –14.689
Konzernjahresergebnis 86.686 72.702
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 84.515 72.162
– davon nicht beherrschende Anteile 2.171 540
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 5,95 € 5,08 €

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010|11 VOM 1. MÄRZ 2010 BIS 28. FEBRUAR 2011

in t¤ 2010 11 2009 10
Konzernjahresergebnis 86.686 72.702
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdiff erenzen 5.737 27.638
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten –651 81
Steuereff ekt aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 121 2
Cashfl ow-Hedges –973 8.895
Steuereff ekt aus Cashfl ow-Hedges 14 –2.500
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse 4.248 34.116
Gesamtjahresergebnis 90.934 106.818
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 88.775 105.179
– davon nicht beherrschende Anteile 2.159 1.639

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010|11 VOM 1. MÄRZ 2010 BIS 28. FEBRUAR 2011

70

(13)

(14)

(15)

in t¤ 2010 11 2009 10
Konzernjahresergebnis 86.686 72.702
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 79.182 84.437
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –3.408 –4.480
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 6.805 –3.082
Cashfl ow aus dem Ergebnis 169.265 149.577
Verluste aus Anlagenabgängen 87 382
Veränderungen Vorräte –59.666 93.538
Veränderungen der Forderungen, aktiven latenten Steuern
und kurzfristigen Vermögenswerte –66.570 –17.650
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 11.195 5.079
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) 19.190 –73.186
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen 1.929 4.411
Veränderung des Working Capital –93.922 12.192
Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit 75.430 162.151
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 3.978 3.402
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –55.859 –48.160
Einzahlungen/Auszahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren –896 2.314
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –116 –941
Einzahlungen/Auszahlungen aus dem Erwerb
von Geschäftseinheiten 1.304 –5.016
Cashfl ow aus Investitionstätigkeit –51.589 –48.401
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft
durch nicht beherrschende Anteile 0 1.250
Veränderungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten 58.702 –41.876
Veränderungen kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten –55.542 –53.935
Gezahlte Dividenden –28.170 –29.094
Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit –25.010 –123.655
Veränderungen des Finanzmittelbestandes –1.169 –9.905
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 1.208 4.835
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 70.388 75.458
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 70.427 70.388

KONZERNBILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2011

in t¤ Stand am Stand am
28. 02. 2011 28. 02. 2010
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 248.551 252.446
Sachanlagen 577.709 597.788
Wertpapiere 104.598 104.977
Beteiligungen und Ausleihungen 6.152 7.027
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 13.827 10.652
Aktive latente Steuern 31.000 30.845
981.837 1.003.735
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 528.241 468.576
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 400.107 336.688
Laufende Ertragsteuerforderungen 7.179 5.013
Wertpapiere 4.411 3.515
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 70.427 70.388
1.010.365 884.180
Summe Aktiva 1.992.202 1.887.915
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210
Kapitalrücklagen 411.362
Gewinnrücklagen 427.564
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 942.136
Nicht beherrschende Anteile 28.558
970.694
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 41.957
Übrige Rückstellungen 12.971
Finanzverbindlichkeiten 267.004
Sonstige Verbindlichkeiten 2.308
Passive latente Steuern 19.088
343.328
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 39.787
Finanzverbindlichkeiten 294.868
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 328.619
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 14.906
678.180 103.210
411.362
364.657
879.229
25.425
904.654
44.263
14.073
208.301
2.229
19.369
288.235
28.592
347.160
308.533
10.741
695.026

71

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010|11 VOM 1. MÄRZ 2010 BIS 28. FEBRUAR 2011

Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG

Gewinnrücklagen
in t¤ Grund- Kapital- Rücklage Rücklage Übriges
kapital rücklagen für Cashfl ow- kumul.
Available Hedges Eigen-
for Sale kapital
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Stand am 01. 03. 2010 103.210 411.362 4.121 936 317.077
Bewertungseff ekte IAS 39 0 0 –651 –976 0
Steuereffekt 0 0 121 80 0
Gewinn aus
Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 –530 –896 0
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –530 –896 0
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 44.468
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 1.826
Stand 28. 02. 2011 103.210 411.362 3.591 40 363.371
427.564

GESCHÄFTSJAHR 2009|10

Stand am 01. 03. 2009 103.210 411.362 4.038 –5.464 358.760
Bewertungseff ekte IAS 39 0 0 81 8.900 0
Steuereffekt 0 0 2 –2.500 0
Gewinn aus
Währungsumrechnung 0 0 0 0 0
Sonstige Ergebnisse 0 0 83 6.400 0
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 83 6.400 0
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0
Auflösung Rücklagen 0 0 0 0 –39.272
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 –2.411
Stand 28. 02. 2010 103.210 411.362 4.121 936 317.077
364.657

zurechenbar

Unter- Jahres- Eigen- Nicht Summe
schieds- ergebnis kapital der beherr
betrag AGRANA- schende
Währungs- Aktionäre Anteile
umrechng.
–29.639 72.162 879.229 25.425 904.654
0 0 –1.627 3 –1.624
0 0 201 –66 135
5.686 0 5.686 51 5.737
5.686 0 4.260 –12 4.248
0 84.515 84.515 2.171 86.686
5.686 84.515 88.775 2.159 90.934
0 –27.694 –27.694 –477 –28.171
0 –44.468 0 0 0
0 0 1.826 1.451 3.277
–23.953 84.515 942.136 28.558 970.694
–11.578 804.155 21.758 825.913
0 8.981 –5 8.976
0 –2.498 0 –2.498
0 26.534 1.104 27.638
0 33.017 1.099 34.116
72.162 72.162 540 72.702
72.162 105.179 1.639 106.818
–27.694 –27.694 –1.400 –29.094
39.272 0 0 0
0 –2.411 3.428 1.017
72.162 879.229 25.425 904.654
–56.173
0
0
26.534
26.534
0
26.534
0
0
0
–29.639

KONZERNANHANG DER AGRANA-GRUPPE

74 1. INFORMATIONEN ZU GESCHÄFTSSEGMENTEN

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe.

Die AGRANA-Gruppe hat die drei berichtspfl ichtigen Segmente Zucker, Stärke und Frucht, die entsprechend der strategischen Ausrichtung gebildet wurden. Jedes der Segmente bietet ein unterschiedliches Produktportfolio an und wird aufgrund der unterschiedlichen Produktionstechnologien, Rohstoff beschaff ungen und Absatzstrategien getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet. Für jedes Segment gibt es eine interne Bericht erstattung, die monatlich an die jeweiligen CEOs (Chief Operating Decision maker) und deren Führungsmannschaft erfolgt. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspfl ichtigen Segmente werden nachstehend gegeben. Die Bewertung der Ertragskraft der Segmente erfolgt vor allem auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Manage mentbericht darstellt.

1.1. SEGMENTIERUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Umsatzerlöse (brutto) 770.587 617.300 873.787 –95.772 2.165.902
Umsätze zwischen Segmenten –57.500 –34.097 –4.175 95.772 0
Umsatzerlöse 713.087 583.203 869.612 0 2.165.902
EBITDA 51.338 73.876 82.020 0 207.234
Abschreibungen auf Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 –18.197 –25.695 –35.289 0 –79.181
Operatives Ergebnis (EBIT) 33.141 48.181 46.731 0 128.053
Ergebnis aus Sondereinflüssen 0 0 0 0 0
Ergebnis der Betriebstätigkeit 33.141 48.181 46.731 0 128.053
Segmentvermögen 532.803 384.881 832.294 0 1.749.978
Segmentschulden 193.075 88.365 144.203 0 425.643
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 16.031 8.996 30.832 0 55.859
Investitionen in Finanzanlagen 3 0 115 0 118
Investitionen gesamt 16.034 8.996 30.947 0 55.977
Mitarbeiter 2.245 880 5.118 0 8.243
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Umsatzerlöse 684.052 499.202 805.905 0 1.989.159
Umsätze zwischen Segmenten –52.963 –34.586 –83 87.632 0
Umsatzerlöse (brutto) 737.015 533.788 805.988 –87.632 1.989.159
in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
EBITDA 36.883 67.333 72.030 0 176.246
Abschreibungen auf Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 –21.669 –26.278 –36.362 0 –84.309
Operatives Ergebnis (EBIT) 15.214 41.055 35.668 0 91.937
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0 0 –5.007 0 –5.007
Ergebnis der Betriebstätigkeit 15.214 41.055 30.661 0 86.930
Segmentvermögen 505.915 370.336 772.377 0 1.648.628
Segmentschulden 201.891 62.547 133.252 0 397.690
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 11.420 10.836 26.126 0 48.382
Investitionen in Finanzanlagen 537 1 403 0 941
Investitionen gesamt 11.957 10.837 26.529 0 49.323
Mitarbeiter 2.336 880 4.711 0 7.927

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Im Geschäftsjahr gab es kein Ergebnis aus Sondereinfl üssen. Im Vorjahr betraf das Ergebnis die Übersiedlung der Holding von Paris nach Wien sowie den Firmenwertabgang einer Frucht-Gesellschaft in Tschechien.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden werden aus dem Gesamtvermögen bzw. den Gesamtschulden abgeleitet ohne Berücksichtigung der Finanzanlagen bzw. -verbindlichkeiten. Des Weiteren werden in den Segmenten nicht zuordenbare Anteile an sonstigen Beteiligungen, Wertpapieren und Ausleihungen sowie laufende und latente Steuerforderungen/-verbindlichkeiten bereinigt.

Segmentvermögen und -schulden

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Bilanzsumme Aktiva 1.992.202 1.887.915
abzüglich Finanzanlagen –110.750 –112.004
abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-
äquivalente und Wertpapiere –74.838 –73.903
abzüglich Steuerforderungen und sonstiger Aktiva –56.636 –53.380
Segmentvermögen 1.749.978 1.648.628
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.021.509 983.261
abzüglich Finanzverbindlichkeiten –561.872 –555.461
abzüglich passiver latenter Steuern
und Ertragsteuerverbindlichkeiten –33.994 30.110
Segmentschulden 425.643 397.690

1.2. SEGMENTIERUNG NACH REGIONEN

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

in t€ 2010 11 2009 10
Umsatz
Österreich 1.044.467 923.128
Ungarn 217.009 202.264
Rumänien 147.638 145.742
Restliche EU 329.819 355.574
EU-27 1.738.933 1.626.707
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 136.338 102.173
Übriges Ausland 290.632 260.278
Summe 2.165.902 1.989.159

Der externe Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 632.592 t€ (Vorjahr 592.055 t€). Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina defi niert. Es erreicht kein Kunde einen Umsatzbeitrag von mehr als 10 % des Gesamtumsatzes der AGRANA-Gruppe.

in t€ 2010 11 2009 10
Segmentvermögen
Österreich 648.345 562.904
Ungarn 210.634 212.679
Rumänien 93.321 103.896
Restliche EU 486.383 478.976
EU-27 1.438.683 1.358.455
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 106.953 98.532
Übriges Ausland 204.342 191.640
Summe 1.749.978 1.648.628
Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte1
Österreich 17.509 13.147
Ungarn 6.278 6.511
Rumänien 1.372 2.884
Restliche EU 14.439 10.353
EU-27 39.598 32.895
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 5.196 5.455
Übriges Ausland 11.065 10.032
Summe 55.859 48.382

2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Die AGRANA Beteiligungs-AG als Muttergesellschaft mit Sitz Donau-City-Straße 9, 1220 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoff e tätig ist.

Der Konzernabschluss 2010|11 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpfl ichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdiff erenzen auftreten.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Überleitung vom Gewinn zum Gesamtergebnis, der Geldfl ussrechnung sowie der Bilanz werden die Eigenkapitalveränderungen gezeigt. Die Anhangsangaben enthalten außerdem Informationen zu den Geschäftssegmenten.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2010|11 waren von AGRANA eine Reihe vom IASB überarbeiteter bzw. neu herausgegebener Standards und Interpretationen verpfl ichtend anzuwenden:

  • █ Der überarbeitete IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse 2008) enthält geänderte Vorschrift en zu Unternehmenserwerben; die Anpassungen betreff en den Anwendungsbereich und die Bilanzierung von sukzessiven Anteilserwerben. Ferner räumen die Änderungen das Wahlrecht ein, die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter mit beizulegendem Zeitwert oder mit dem anteiligen Nettovermögen zu bewerten. In Abhängigkeit von der Ausübung des Wahlrechts wird im Rahmen eines Unternehmenserwerbs ein eventuell entstandener Geschäfts-/ Firmenwert vollständig oder nur mit dem Anteil des Mehrheitsgesellschafters ausgewiesen. Außerdem sind Anschaff ungsnebenkosten aus Unternehmenszusammenschlüssen als Aufwand zu erfassen.
  • █ Durch die Änderungen an IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse 2008) wird klargestellt, dass Transaktionen, durch die ein Mutterunternehmen seine Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen ändert, ohne die Beherrschung aufzugeben oder zu erlangen, künftig als erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung zu bilanzieren sind. Ferner wurde die Bilanzierung von Transaktionen mit Verlust der beherrschenden Stellung gegenüber einem Tochterunternehmen neu geregelt. Der Standard bestimmt, wie ein Endkonsolidierungserfolg ermittelt und eine nach Veräußerung verbleibende Restbeteiligung zu bewerten ist.

Die erstmalige Anwendung der beiden geänderten Standards hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Im April 2009 veröff entliche das IASB im Rahmen des jährlichen "Improvement"-Projects Änderungen diverser IFRSs (Verbesserungen der IFRS 2009). Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen.

Die weiteren, beginnend mit dem Geschäftsjahr 2010|11 erstmalig anzuwendenden, Standards und Interpretationen, waren für AGRANA derzeit nicht anwendbar:

  • █ IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung 2009) Änderung des IAS 32: Einstufung von Bezugsrechten
  • █ IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 2009) Änderung des IAS 39: Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen
  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2009) Änderung des IFRS 1: Aufnahme von zusätzlichen Ausnahmen für erstmalige Anwender
  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2008) Änderung des IFRS1: Neu strukturierter IFRS 1
  • █ IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung 2009) Änderung des IFRS 2: Anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich innerhalb einer Unternehmensgruppe
  • █ IFRIC 12 (Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen)
  • █ IFRIC 15 (Verträge über die Errichtung von Immobilien)
  • █ IFRIC 16 (Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb)
  • █ IFRIC 17 (Sachausschüttungen an Eigentümer)
  • █ IFRIC 18 (Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden)

Nachstehende geänderte Standards und neue Interpretationen, die von der EU in europäisches Recht übernommen wurden, sind für AGRANA beginnend mit dem Geschäftsjahr 2011|12 oder später verpfl ichtend anzuwenden; sie haben keine bzw. unwesentliche Auswirkungen auf den AGRANA-Konzernabschluss und wurden auch nicht vorzeitig freiwillig angewandt:

  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2010) Änderung des IFRS 1: Gewährung von Ausnahmen von der Angabe von IFRS 7-Vergleichszahlen für erstmalige Anwender
  • █ IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen 2009)
  • █ IFRIC 14 (Beitragsvorauszahlungen bei bestehenden Mindestdotierungsverpfl ichtungen 2009)
  • █ IFRIC 19 (Tilgung fi nanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten)

Im Mai 2010 veröff entlichte das IASB im Rahmen des jährlichen "Improvement"-Projects den dritten Sammelstandard "Improvements to IFRSs" (Verbesserung der IFRSs 2010). Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen. Einzelne Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2011 beginnen (2011|12), anzuwenden und andere für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 (2012|13) beginnen.

Folgende Standards, Interpretationen und Änderungen wurden bereits vom IASB veröff entlicht, wurden aber noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen; eine Anwendung durch AGRANA erfolgt nicht:

█ IAS 12 (Ertragsteuern – 2010) – Änderung des IAS 12: Bewertung latenter Steuern in Abhängigkeit, ob der Buchwert durch Nutzung oder Veräußerung (widerlegbare Vermutung) realisiert wird

  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2010) Änderung des IFRS 1: Erleichterung bei Ausbuchungsvorschrift en vor Umstellung auf IFRS sowie Sonderregelungen, wenn die funktionale Währung einer starken Hochinfl ation unterlag
  • █ IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben 2010) Änderung des IFRS 7: Angaben zur Ausbuchung von Vermögenswerten bei Übertragung

Im November 2009 veröff entlichte das IASB den IFRS 9 (Finanzinstrumente). Dieser Standard beinhaltet die erste Phase des dreiphasigen IASB-Projekts, den derzeit gültigen IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) zu ersetzen. Der neue Standard IFRS 9, der für ab dem 1. Jänner 2013 beginnende Geschäftsjahre gelten soll, sieht künftig nur noch zwei Kategorien zur Einordnung fi nanzieller Vermögenswerte vor – die Bewertung zu fortgeführten Anschaff ungskosten und die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Das bisherige diff erenzierte Klassifi zierungs- und Bewertungsmodell des IAS 39 soll wegfallen. Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat die Übernahme von IFRS 9 verschoben, um abzuwarten, bis das vollständige Regelwerk zu den Finanzinstrumenten durch den IASB vorgelegt wird und um sich mehr Zeit für die Begutachtung der Ergebnisse zu nehmen. AGRANA bilanziert weitgehend wie unter den neuen Standards vorgesehen, sodass keine wesentlichen Auswirkungen auf den AGRANA-Konzernabschluss erwartet werden.

3. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfl uss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfl uss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einfl usses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 59 (Vorjahr 61) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 9 (Vorjahr 8) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der vollkonsolidierten und quotenkonsolidierten einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befi ndet sich auf Seite 128f.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2010|11 wie folgt verändert:

Voll-
konsolidierung
Quoten-
konsolidierung
Stand 01. 03. 2010 61 8
Erstmalige Einbeziehung 2 1
Abgang –4 0
Stand 28. 02. 2011 59 9

Erstmalige Einbeziehung

  • █ Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár|Ungarn Tätigkeit: Produktion von Biogas Einbeziehungszeitpunkt (Gründung): Juli 2010 Anteil: 100 % Gründungskosten in bar: 2 t€ Die Einbeziehung der Biogáz Fejlesztő Kft. führte zu keinem Unterschiedsbetrag.
  • █ AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia|Ägypten Tätigkeit: Produktion von Fruchtzutaten Einbeziehungszeitpunkt: November 2010 Anteil: 51 % Anschaff ungskosten in bar: 1.370 t€ Die Einbeziehung der AGRANA Nile Fruits Processing (SAE) führte zu keinem Unterschiedsbetrag.
  • █ GreenPower E85 Kft., Szabadegyháza|Ungarn (Quotenkonsolidierung) Produktion und Handel von E85-Biokraftstoff Einbeziehungszeitpunkt (Gründung): Jänner 2011 Anteil: 50 % Gründungskosten in bar: 2 t€ Die Einbeziehung der GreenPower E85 Kft. führte zu keinem Unterschiedsbetrag.

Abgang

Die Abgänge betreff en die Liquidation der INSTANTINA Hungária Élelmiszergyartó és Kereskedelmi Kft. v. a., Petőháza|Ungarn, und der S.C. Romana Prod s.r.l., Roman|Rumänien, sowie die Fusion der Fruimark (Proprietary) Ldt., Kapstadt|Südafrika, und der AGRANA Fruit South Africa Investments (Proprietary) Ltd., Kapstadt|Südafrika, mit der AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd., Kapstadt|Südafrika. Aus dem Abgang ergab sich keine wesentliche Änderung.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen die gemeinschaftlich geführte HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza|Ungarn, an der die AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit 50 % beteiligt ist, sowie deren Tochtergesellschaft Hungranatrans Kft., Szabadegyháza|Ungarn. Weiters werden die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, die Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City|China, die STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina, die AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien, die Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji|China, die AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, und seit diesem Geschäftsjahr auch die GreenPower E85 Kft., Szabadegyháza|Ungarn, der Quotenkonsolidierung unterzogen.

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Langfristiges Vermögen 129.736 137.942
Vorräte 29.525 32.244
Forderungen und andere Vermögenswerte 57.632 45.021
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-
äquivalente und Wertpapiere 3.924 6.249
Kurzfristiges Vermögen 91.081 83.514
Summe Aktiva 220.817 221.456
in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Eigenkapital 99.914 105.283
Langfristige Schulden 20.077 20.492
Kurzfristige Schulden 100.826 95.681
Summe Passiva 220.817 221.456
Umsatzerlöse 297.791 190.029
Sonstige Aufwendungen/Erträge –272.071 –172.768
Jahresüberschuss 25.720 17.261

3.1. BILANZSTICHTAG

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

█ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaff ungskosten zu den identifi zierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbs. Übersteigen die Anschaff ungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs ertragswirksam erfasst.

█ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

█ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

█ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um die Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

5. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfi nanzierung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.

█ Diff erenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
in € Währungs- 28. 02. 2011 28. 02. 2010 01. 03. 2010– 01. 03. 2009–
einheit 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Ägypten EGP 8,12 7,52
Argentinien ARS 5,56 5,25 5,20 5,34
Australien AUD 1,36 1,52 1,41 1,71
Brasilien BRL 2,29 2,47 2,29 2,69
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 9,09 9,26 8,87 9,63
Dänemark DKK 7,46 7,44 7,45 7,44
Fiji FJD 2,51 2,65 2,51 2,78
Südkorea KRW 1.557,85 1.573,95 1.516,73 1.736,27
Marokko MAD 11,24 11,20 11,10 11,27
Mexiko MXN 16,74 17,36 16,47 18,70
Polen PLN 3,98 3,98 3,97 4,26
Rumänien RON 4,21 4,11 4,23 4,22
Russland RUB 39,90 40,73 39,97 43,78
Serbien CSD 103,22 99,63 104,04 94,69
Südafrika ZAR 9,64 10,50 9,55 11,29
Tschechien CZK 24,35 25,97 25,01 26,16
Türkei TRY 2,21 2,10 2,00 2,16
USA USD 1,38 1,36 1,32 1,41
Ukraine UAH 10,91 10,78 10,45 11,04
Ungarn HUF 270,72 269,90 275,84 277,42

6. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

6.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

█ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaff ungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Defi nition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzufl üssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

█ Die Sachanlagen werden zu Anschaff ungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wird im Geschäftsjahr eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsauf wendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschafts guts führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungs-Leasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

█ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzufl üsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

6.2. ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND

█ Zuschüsse der öff entlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

6.3. FINANZINSTRUMENTE

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Ausleihungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige fi nanzielle Vermögenswerte
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Finanzielle Schulden

  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Finanzierungsleasing
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige fi nanzielle Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoff derivate

█ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaff ungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

█ Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet, zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen wurden mit dem Barwert angesetzt.

█ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaff ungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaff ungskosten und Tilgungsbetrag nach der Eff ektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt (held to maturity). Bei Wertpapieren, die für Handelszwecke gehalten werden (held for trading), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten, dabei werden Stichtagsgewinne bzw. -verluste erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden (available for sale).

█ Die Erfassung von fi nanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

█ Wenn substanzielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

█ Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden mit dem Nominalwert angesetzt, der regelmäßig dem Marktwert entspricht. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhal ten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaff ungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashfl ow-Hedge Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öff entliche Notierung, Angaben von Banken oder mit Hilfe fi nanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Diff erenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

█ Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Eff ektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Wertberichtigungen werden über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaff ungskosten.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugefl ossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Eff ektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaff ungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

6.4. VORRÄTE

█ Die Vorräte werden zu Anschaff ungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungs gemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

6.5. EMISSIONSZERTIFIKATE

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschrift en IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öff entlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifi kate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaff ungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifi kate (ein Zertifi kat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung von CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaff ungskosten zugekaufter Zertifi kate bzw. den Mehrwert von Emissionszertifi katen zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2-Emissionsrechte, die für den Verbrauch in einer späteren Handelsperiode bereits schon angeschaff t wurden, werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

6.6. WERTMINDERUNG

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzwert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzwert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashfl ows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifi schen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashfl ow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzwertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashfl ow ermittelt werden kann (cash generating unit).

█ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroff enen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie "available for sale" – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaff ungsoder Herstellungskosten und Nutzwert.

6.7. VERPFLICHTUNGEN GEGENÜBER ARBEITNEHMERN

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen triff t AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpfl ichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung (Defi ned Benefi t Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realis tischer Annah men ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

█ Ein Unterschied zwischen dem auf Basis der zugrunde gelegten Annahmen im Voraus ermittelten Rückstellungsbetrag und dem tatsächlich eingetretenen Wert (aktuarischer Gewinn/ Verlust) wird so lange nicht als Teil der Rückstellung erfasst, als dieser innerhalb von 10 % des tatsächlichen Wertes liegt. Bei Übersteigen der 10%-Grenze erfolgt die Erfassung des diese Grenze übersteigenden Betrages, verteilt über die durchschnittliche Restdienstzeit aller Mitarbeiter (Korridormethode).

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 5,0 % (Vorjahr 5,0 %) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfi nanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpfl ichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

6.8. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpfl ichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpfl ichtung zu einem Abfl uss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpfl ichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpfl ichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpfl ichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

6.9. STEUERABGRENZUNGEN

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren möglich ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden.

█ Für die Abgrenzung werden die bei der Aufl ösung der Unterschiede erwarteten künftigen Steuersätze angewendet. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpfl ichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertrag steuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

6.10. GEWINNREALISIERUNG

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfi nanzierungen und Finanzierungsleasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsauf wen dungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Eff ektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

6.11. UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND SCHÄTZUNGEN

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessens beurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unter nehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpfl ichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinfl ussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

– Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten (Buchwert zum 28. 02. 2011: 29.329 t€), Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert zum 28. 02. 2011: 219.222 t€) und Sachanlagen (Buchwert zum 28. 02. 2011: 577.709 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungs satz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung aktuellsten Prognoserechnungen für die Cashfl ows der Cash Generating Units der nächsten fünf Jahre. Der Abzinsungssatz orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zwischen 8,1 % und 9,6 %.

  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative fi nanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpfl ichtungen (Buchwert zum 28. 02. 2011: 41.957 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
  • Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um ±1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übriger Parameter folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Punkt (24a) angeführten Rück stellungen:
Rechnungszinssatz
in t€ + 1 Prozent- – 1 Prozent
punkt punkt
Pensionen –370 1.773
Abfertigungen –59 87
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert zum 28. 02. 2011: 31.000 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende Verlustvorträge zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpfl ichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der sonstigen Rückstellungen (Buchwert zum 28. 02. 2011: 52.758 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann. Rück stellungen werden in der Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt.

Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroff enen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

6.12. ÄNDERUNG VON BILANZIERUNGSMETHODEN

█ Im Geschäftsjahr kam es zu keinen wesentlichen Änderungen der Bilanzierungsmethode.

7. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Note (1)

7.1. UMSATZERLÖSE

in t€ 2010 11 2009 10
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 2.026.331 1.873.806
Handelswarenerlöse 131.831 108.774
Leistungserlöse 7.740 6.579
Summe 2.165.902 1.989.159

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Informationen zu den Geschäftssegmenten (siehe Seite 76) ausgewiesen.

29 % des Konzernumsatzes werden mit den Top 10-Kunden der Gruppe erzielt.

7.2. BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN Note (2)

in t€ 2010 11 2009 10
Veränderungen des Bestandes
an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 18.428 –90.905
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.115 3.402

Die Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 18.428 (Vorjahr –90.905) t€ resultierte vor allem aus dem Segment Zucker mit 1.775 (Vorjahr –69.461) t€ und dem Segment Frucht (insbesondere aus den Juice-Aktivitäten) mit 12.421 (Vorjahr –17.504) t€.

Note (3)

7.3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

in t€ 2010 11 2009 10
Erträge aus
Leistungen an Dritte 5.931 2.307
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 4.455 4.666
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 1.607 1.263
Miet- und Pachtverträgen 1.207 1.091
Derivate 848 463
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 495 366
Übrige 16.550 15.874
Summe 31.093 26.030

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen beispielsweise Erträge aus der Veräußerung von Rohmaterial und Betriebsstoff en oder Erträge aus Schadenersatzleistungen.

Note (4)

7.4. MATERIALAUFWAND

in t€ 2010 11 2009 10
Aufwendungen für
Rohstoff e 819.139 738.469
Hilfs-/Betriebsstoff e und bezogene Waren 649.021 459.617
Bezogene Leistungen 33.401 60.258
Summe 1.501.561 1.258.344

Note (5)

7.5. PERSONALAUFWAND

in t€ 2010 11 2009 10
Löhne und Gehälter 176.817 169.739
Soziale Abgaben 43.706 41.946
Aufwendungen für Altersversorgung 1.463 2.063
Aufwendungen für Abfertigungen 3.815 4.038
Summe 225.801 217.786

Die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind im Personalaufwand ohne Zinsanteil ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 2.753 (Vorjahr 2.935) t€ im Finanzergebnis enthalten.

Im Geschäftsjahr 2010|11 wurden 7.040 (Vorjahr 7.131) t€ als Aufwand für beitragsorientierte Abfertigungs- und Pensionspläne erfasst.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

in t€ 2010 11 2009 10
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 6.045 5.742
Angestellte 2.138 2.125
Lehrlinge 60 60
Summe 8.243 7.927
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 1.746 1.735
Ungarn 470 473
Rumänien 807 851
Restliche EU 1.538 1.589
EU-27 4.561 4.648
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.272 1.104
Übriges Ausland 2.410 2.715
Summe 8.243 7.927

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von gemeinschaftlich geführten Unternehmen stellt sich wie folgt dar (50 %):

in t€ 2010 11 2009 10
Arbeiter 290 248
Angestellte 100 90
Summe 390 338

91

7.6. ABSCHREIBUNGEN Note (6)

in t¤ 2010 11 2009 10
Gesamt Abschrei- Wertminde- Gesamt Abschrei- Wertminde-
bungen rungen bungen rungen
Immaterielle Vermögenswerte 7.462 7.462 0 9.559 6.728 2.831
Sachanlagen 71.720 69.911 1.809 74.750 70.821 3.929
Zuschreibungen 0 0 0 0 0 0
Abschreibungen im operativen Ergebnis 79.182 77.373 1.809 84.309 77.549 6.760
Sondereinfluss 0 0 0 128 0 128
Abschreibungen im Ergebnis
der Betriebstätigkeit 79.182 77.373 1.809 84.437 77.549 6.888
Finanzanlagen 7 7 0 –10 –21 11
Zu-/Abschreibungen im Finanzergebnis 7 7 0 –10 –21 11
Summe 79.189 77.380 1.809 84.427 77.528 6.899

Die Wertminderungen des Geschäftsjahres betreff en im Wesentlichen außerplanmäßige Maschinenabschreibungen (Walztrocknungsanlage und Anlage für Kindernährmittel) im Segment Stärke sowie außerplanmäßige Abschreibungen von Grundstücken und Bauten im Segment Zucker (Petőháza|Ungarn).

Die Wertminderungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2010 11 2009 10
Segment Zucker 838 2.876
Segment Stärke 971 1.892
Segment Frucht 0 2.131
Summe 1.809 6.899

Note (7)

7.7. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

in t€ 2010 11 2009 10
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 106.964 105.646
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 96.645 87.530
Fremdleistungen für Betrieb 12.722 10.668
Miete und Pachtaufwand 8.352 6.963
Werbeaufwendungen 7.321 7.731
Forschung und Entwicklung (extern) 6.392 6.112
Sonstige Steuern 6.390 6.765
Produktions- und Ergänzungsabgabe 4.399 8.689
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 1.393 776
Kursverluste 1.008 391
Derivate 409 640
Übrige 31.946 38.278
Summe 283.941 280.189

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich insgesamt auf 14.478 (Vorjahr 13.345) t€.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Nachzahlungen für Industriezuckerverkäufe, Kosten für Leasing und Vermietung, Schadenersatz, Abfallentsorgung und Reinigung sowie Aufwendungen für den Verkauf von frischen Früchten in Mexiko enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft betragen 317 t€ (Vorjahr 306 t€) sowie für die MULTICONT Revisions- und Treuhand Gesellschaft m.b.H. 183 t€ (Vorjahr 197 t€). Die Aufwendungen betrafen zur Gänze die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen); andere Beratungsleistungen durch die Abschlussprüfer sind nicht angefallen.

Note (8)

7.8. ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEIT

in t€ 2010 11 2009 10
Operatives Ergebnis 128.053 91.937
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 0 –5.007
Summe 128.053 86.930

Note (9)

7.9. FINANZERTRÄGE

in t€ 2010 11 2009 10
Zinserträge 12.642 9.859
Sonstige Finanzerträge
Währungsgewinne 0 18.929
Beteiligungserlöse aus verbundenen Unternehmen 1.029 1.150
Gewinn aus Veräußerung von sonstigen Beteiligungen 0 2.313
Gewinn aus Abgang von Wertpapieren 0 6
Gewinn aus Derivaten 1.260 531
Erträge aus Aufl ösung Badwill 0 154
Übrige fi nanzielle Erträge 49 32
Summe 14.980 32.974

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2010 11 2009 10
Segment Zucker 10.788 8.870
Segment Stärke 115 129
Segment Frucht 1.739 860
Summe 12.642 9.859

Note (10)

7.10. FINANZAUFWENDUNGEN

in t€ 2010 11 2009 10
Zinsaufwendungen 28.502 31.107
Sonstige Finanzaufwendungen
Währungsverluste 2.499 0
Verluste aus Derivaten 982 1.194
Übrige fi nanzielle Aufwendungen 1.956 212
Summe 33.939 32.513
in t€ 2010 11 2009 10
Segment Zucker 5.650 13.155
Segment Stärke 3.060 3.481
Segment Frucht 19.792 14.471
Summe 28.502 31.107

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen von 2.753 (Vorjahr 2.935) t€.

Das Finanzergebnis (Erträge und Aufwendungen kumuliert) setzt sich wie folgt zusammen:

in t€ 2010 11 2009 10
Zinsergebnis –15.860 –21.248
Währungsergebnis –2.499 18.929
Beteiligungsergebnis 1.029 1.150
Veräußerungsergebnis –51 2.452
Sonstiges Finanzergebnis –1.578 –822
Summe –18.959 461

Das Währungsergebnis ist im Geschäftsjahr mit 30,1 % (Vorjahr 75,6 %) realisiert.

7.11. ERTRAGSTEUERN Note (11)

Die eff ektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreff en in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

in t€ 2010 11 2009 10
Eff ektive Steuern 20.993 22.359
– davon Inland 3.471 5.920
– davon Ausland 17.522 16.439
Latente Steuern 1.415 –7.670
– davon Inland 947 –6.558
– davon Ausland 468 –1.112
Steueraufwand (+)/-ertrag (–) 22.408 14.689
– davon Inland 4.418 –638
– davon Ausland 17.990 15.327

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2010 11 2009 10
Verminderung (–)/Erhöhung (+) aktiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 155 –4.866
Verminderung (+)/Erhöhung (–) passiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 281 11.890
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer 436 7.024
– davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen
(Neubewertung, Cashfl ow-Hedges, Sonstige) 1.851 –646
– davon erfolgswirksame Veränderungen –1.415 7.670

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

in t€ 2010 11 2009 10
Ergebnis vor Ertragsteuern 109.094 87.391
Österreichischer Steuersatz 25 % 25 %
Theoretischer Steueraufwand (+)/-ertrag (–) 27.273 21.848
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund
abweichender Steuersätze –949 –1.369
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge
und steuerliche Abzugsposten –1.560 –4.942
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen
und steuerlicher Zurechnungen 2.401 5.100
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 1.397 182
nicht temporärer Diff erenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen –6.154 –6.130
Ertragsteuern 22.408 14.689
Eff ektive Steuerquote 20,5 % 16,8 %

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25 %.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Bioethanol GmbH, Agrofrucht Gesellschaft m.b.H., AGRANA J&F Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, Brüder Hernfeld GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzern abschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpfl ichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 14.919 (Vorjahr 12.145) t€ nicht aktiviert. Zum Bilanzstichtag bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, in Höhe von 74.386 (Vorjahr 57.608) t€.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf –1.077 (Vorjahr –1.100) t€.

96

Note (12)

7.12. ERGEBNIS JE AKTIE

in t€ 2010 11 2009 10
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist in t€ 84.515 72.162
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war in Stück 14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) in € 5,95 5,08
Dividende je Aktie in € 2,401 1,95

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverwendung für das Geschäftsjahr 2010|11 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 34.085 (Vorjahr 27.694) t€ ausgeschüttet.

8. ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSSRECHNUNG

Die Geldfl ussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschrift en des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Auswirkungen von Akquisitionen sind eliminiert und werden in der Position "Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten" dargestellt.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

(Note 13)

8.1. CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis beträgt 169.265 (Vorjahr 149.577) t€, das entspricht 7,8 % (Vorjahr 7,5 %) des Umsatzes. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge um fassen unter anderem die unrealisierten Währungsverluste des Finanzergebnisses 3.251 (Vorjahr: Währungsgewinne –4.624) t€, die Auswirkungen der latenten Steuern –436 (Vorjahr –7.024) t€ und zahlungsunwirksame eff ektive Steuern 1.999 (Vorjahr 8.720) t€. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital führt zu einem Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit von 75.430 (Vorjahr 162.151) t€.

Im Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen enthalten:

in t€ 2010 11 2009 10
Zinseinzahlungen 12.197 5.208
Zinsauszahlungen 26.643 26.627
Steuerauszahlungen 18.994 13.640
Dividendeneinzahlungen 1.029 1.150

Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

8.2. CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT Note (14)

Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 51.589 (Vorjahr 48.401) t€ benötigt.

Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen auf 55.859 (Vorjahr: 48.160, abzüglich Zuschüsse) t€.

Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 3.978 (Vorjahr 3.402) t€.

Im Geschäftsjahr wurden Einzahlungen für den Erwerb von Geschäftseinheiten ausgewiesen, die den Erwerb der ägyptischen Fruchtzubereitungsgesellschaft AGRANA Nile Fruits Processing (SAE) betreff en. Die Einzahlungen aus dem Erwerb der AGRANA Nile Fruits Processing (SAE) in Höhe von 1.304 t€ setzen sich aus den übernommenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 2.674 t€ abzüglich des Kaufpreises in Höhe von 1.370 t€ zusammen.

8.3. CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT Note (15)

Im Geschäftsjahr 2010|11 stiegen die Finanzverbindlichkeiten um 3.160 (Vorjahr: Abbau von 95.811) t€.

Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

9. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

9.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2010 220.280 98.263 318.543
Währungsdiff erenzen 0 275 275
Konsolidierungskreisänderungen 0 1 1
Zugänge 0 2.443 2.443
Umbuchungen 0 2.256 2.256
Abgänge –1.057 –11.902 –12.959
Stand 28. 02. 2011 219.223 91.336 310.559
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2010 0 66.097 66.097
Währungsdiff erenzen 0 225 225
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0
Laufende Abschreibungen 0 7.462 7.462
Wertminderungen 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 –11.776 –11.776
Stand 28. 02. 2011 0 62.008 62.008
Buchwert 28. 02. 2011 219.223 29.328 248.551
in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2009 222.715 96.784 319.499
Währungsdiff erenzen 0 810 810
Konsolidierungskreisänderungen –2.573 –67 –2.640
Zugänge 138 3.316 3.454
Umbuchungen 0 424 424
Abgänge 0 –3.004 –3.004
Stand 28. 02. 2010 220.280 98.263 318.543
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2009 0 59.001 59.001
Währungsdiff erenzen 0 498 498
Konsolidierungskreisänderungen 0 –72 –72
Laufende Abschreibungen 0 6.728 6.728
Wertminderungen 0 2.831 2.831
Umbuchungen 0 –9 –9
Abgänge 0 –2.880 –2.880
Stand 28. 02. 2010 0 66.097 66.097
Buchwert 28. 02. 2010 220.280 32.166 252.446

█ Die Abgänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 11.902 t€ betreff en im Wesentlichen Abgänge von Software (2.733 t€), von Produktionsquoten (3.069 t€) und von sonstigen immateriellen Vermögenswerten (6.051 t€). Beim Abgang des Firmenwertes handelt es sich um eine Kaufpreisanpassung.

█ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie langfristige Anzahlungen ausgewiesen.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 21.384 (Vorjahr 21.384) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 195.749 (Vorjahr 196.806) t€.

█ Um die Vorschrift en des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash generating units) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Seg ment Frucht defi niert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Wert des erwarteten Mittelzufl usses aus dem Vermögenswert ermittelt.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (discounted cashfl ow) auf den erwarteten Mittelzufl uss der zahlungsmittelgenerierenden Ein heiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashfl ows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen validierte und von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleich bleibende, infl ationsbedingte Wachstumsrate von 0,75 % p. a. (Vorjahr 0,75 % p. a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt für das Segment Frucht 9,6 % (Vorjahr 10,6 %), für das Segment Stärke 8,5 % (Vorjahr 9,6 %) und das Segment Zucker 8,1 % (Vorjahr 9,5 %).

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungs werte der Vergangenheit zugrunde.

█ Im Hinblick auf die Ermittlung des Nutzungswertes für die CGUs ist das Management der AGRANA-Gruppe davon überzeugt, dass realistische Änderungen der wesentlichen Annahmen für die Ermittlung des erzielbaren Betrags der CGUs des Konzerns nicht zu einer Wertminderung führen würden. Die Überdeckung im Segment Frucht beträgt 121 m€, im Segment Stärke 400 m€ und im Segment Zucker 80 m€.

█ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen.

█ Wäre der WACC um 1 % angestiegen, wäre in keinem der Segmente Wertberichtigungsbedarf der Geschäfts-/Firmenwerte gegeben gewesen.

█ Am Bilanzstichtag waren keine anderen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

in t€ Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Andere
Anlagen,
Maschinen Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Anlagen
in Bau
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 01. 03. 2010 464.326 979.623 167.000 18.504 1.629.453
Währungsdiff erenzen 1.697 2.925 405 –105 4.922
Konsolidierungs
kreisänderungen –64 0 0 0 –64
Zugänge 3.228 15.783 7.261 27.144 53.416
Umbuchungen 3.333 8.295 1.941 –15.825 –2.256
Abgänge –3.116 –12.631 –4.971 –130 –20.848
Zuschüsse 0 0 0 0 0
Stand 28. 02. 2011 469.404 993.995 171.636 29.588 1.664.623

9.2. SACHANLAGEN (Note 17)

99

100

in t€ Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, in Bau
gleiche Rechte Maschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2010 238.751 666.046 126.391 477 1.031.665
Währungsdiff erenzen 445 1.981 328 –3 2.751
Konsolidierungs
kreisänderungen –42 0 0 0 –42
Laufende Abschreibungen 14.002 45.736 10.173 0 69.911
Wertminderungen 808 841 0 160 1.809
Umbuchungen –70 70 0 0 0
Abgänge –2.493 –11.648 –4.941 –98 –19.180
Stand 28. 02. 2011 251.401 703.026 131.951 536 1.086.914
Buchwert 28. 02. 2011 218.003 290.969 39.685 29.052 577.709
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 01. 03. 2009 441.591 945.439 161.778 21.286 1.570.094
Währungsdiff erenzen 15.675 22.311 3.058 1.307 42.351
Konsolidierungs-
kreisänderungen –3.928 –2.061 –798 188 –6.599
Zugänge 4.121 17.458 6.087 17.400 45.066
Umbuchungen 7.241 9.892 3.745 –21.277 –399
Abgänge –299 –13.132 –6.868 –400 –20.699
Zuschüsse –75 –284 –2 0 –361
Stand 28. 02. 2010 464.326 979.623 167.000 18.504 1.629.453
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2009 222.444 617.605 119.684 495 960.228
Währungsdiff erenzen 5.478 13.259 2.110 6 20.853
Konsolidierungs-
kreisänderungen –3.151 –1.881 –650 –36 –5.718
Laufende Abschreibungen 13.437 46.777 10.608 0 70.822
Wertminderungen 673 3.104 92 186 4.055
Umbuchungen 194 –1.410 1.225 0 9
Abgänge –324 –11.408 –6.678 –174 –18.584
Stand 28. 02. 2010 238.751 666.046 126.391 477 1.031.665
Buchwert 28. 02. 2010 225.575 313.577 40.609 18.027 597.788

█ Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/ Firmenwerte):

in t€ 2010 11 2009 10
Segment Zucker 16.031 11.420
Segment Stärke 8.996 10.836
Segment Frucht 30.832 26.126
Summe 55.859 48.382

█ Die Zuschüsse des Vorjahres betrafen öff entliche Subventionen für technische Anlagen in Österreich im Segment Stärke.

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

█ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

in t€ 2010 11 2009 10
Anschaff ungskosten 300 193
abzüglich Abschreibungen (kumuliert) –121 –68
Buchwert 179 125

█ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpfl ichtungen in folgendem Umfang:

in t€ 2010 11 2009 10
Im folgenden Jahr 2.657 6.353
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 6.287 6.785
Über 5 Jahre 603 2.943

█ Aufwendungen aus operativen Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen betrugen 10.414 (Vorjahr 8.913) t€.

█ Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.

9.3. WERTPAPIERE, BETEILIGUNGEN UND AUSLEIHUNGEN (Note 18)

in t€ Beteiligungen
und
Ausleihungen
Wertpapiere
(langfristige
Vermögens-
Summe
werte)
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Stand 01. 03. 2010 7.027 104.977 112.004
Währungsdiff erenz –2 9 7
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0
Zugänge 36 79 115
Abschreibungen –7 0 –7
Abgänge –902 0 –902
Neubewertung (IAS 39) 0 –467 –467
Stand 28. 02. 2011 6.152 104.598 110.750

GESCHÄFTSJAHR 2009|10

Stand 28. 02. 2010 7.027 104.977 112.004
Neubewertung (IAS 39) 0 35 35
Zuschreibungen 21 0 21
Abgänge –1.388 –157 –1.545
Umbuchungen –25 0 –25
Abschreibungen –11 0 –11
Zugänge 333 608 941
Konsolidierungskreisänderungen 5.566 0 5.566
Währungsdiff erenz 32 –1 31
Stand 01. 03. 2009 2.499 104.492 106.991

Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

101

102

Note (19)

9.4. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

in t€ 2010 11 2009 10
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 275.332 229.921
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 61 513
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 12.855 11.007
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 124 0
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 8.388 8.269
Forderungen aus Zuschüssen 3.841 3.818
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 3.841 3.818
Positiver Marktwert Rohstoff derivate (Cashfl ow-Hedge) 14 778
Forderungen aus Altlastsanierung 1.506 1.703
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.308 1.505
Versicherung und Schadensvergütung 1.094 986
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.089 983
Kautionen 40 78
Sonstige Vermögenswerte 35.452 23.823
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 7.134 3.446
Zwischensumme Finanzinstrumente 338.522 280.383
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 13.557 10.265
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 63.220 43.790
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 270 387
Rechnungsabgrenzungsposten 5.727 6.516
Geleistete Anzahlungen 6.465 16.651
Summe 413.934 347.340
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 13.827 10.652

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 283.227 237.031
abzüglich Wertberichtigungen –7.895 –7.110
Buchwert (netto) 275.332 229.921

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

in t€ 2010 11 2009 10
Wertberichtigungen 01. 03. 7.110 9.796
Währungsänderung/Sonstige Veränderung –10 –863
Zuführungen 2.835 2.243
Verbrauch –1.132 –1.996
Aufl ösungen –908 –2.070
Wertberichtigungen 28. 02. 7.895 7.110

Aus der Aufl ösung der Wertberichtigungen resultieren Zinserträge von 16 (Vorjahr 36) t€.

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashfl ows eingeschätzt.

Im Falle von Vorfi nanzierungen von Landwirten erhält AGRANA als Sicherung Pfandrechte.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Noch nicht fällige Forderungen 207.538 185.595
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 41.113 25.425
31 bis 90 Tage 8.880 7.479
91 Tage und älter 9.906 4.312
Summe überfällige Forderungen,
die nicht wertberichtigt sind 59.899 37.216

Note (20)

9.5. AKTIVE LATENTE STEUERN

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Aktive latente Steuern
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen
und Jubiläumsgelder 864 1.427
Finanzanlagen (v. a. "Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 11.559 11.985
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 4.655 3.795
Verlustvorträge 5.471 7.842
Summe Aktive latente Steuern 22.549 25.049
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 8.451 5.796
Saldierte Aktive Steuerabgrenzung 31.000 30.845

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (27) erläutert.

Note (21)

9.6. VORRÄTE

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoff e 159.258 125.322
Fertige und unfertige Erzeugnisse 319.456 304.432
Waren 49.527 38.822
Summe 528.241 468.576

Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten Vorräte beträgt 3.532 (Vorjahr 10.520) t€.

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 213 (Vorjahr 1.185) t€ vorgenommen.

9.7. WERTPAPIERE Note (22)

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 4.411 (Vorjahr 3.515) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquidi tätsreserve dienen.

104

Note (23)

9.8. EIGENKAPITAL

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 72 und 73 dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2010|11 unverändert. Die Gewinnrück lagen umfassen die Rücklagen "available for sale", die Rücklagen aus Cashfl ow-Hedges, die Eff ekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Eigenkapital 970.694 904.654
Bilanzsumme 1.992.202 1.887.915
Eigenkapitalquote 48,7 % 47,9 %

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofi nanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird vor allem auch die Kennzahl "Gearing" (Nettofi nanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck fi nanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfi nanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

Note (24)

9.9. RÜCKSTELLUNGEN

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Rückstellungen für
Pensionen 25.565 28.154
Abfertigungen 16.392 16.109
Sonstige 52.758 42.665
Summe 94.715 86.928

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschafts barwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defi ned Benefi t Plan.

Für die inländischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohn-, Gehaltsund Rentensteigerungen sowie des Rechnungszinssatzes zugrunde gelegt:

in % 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Lohn-/Gehaltstrend 2,50 2,50
Rententrend 2,00 2,00
Zinssatz 5,00 5,00

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten modifi ziert.

Der Abzinsungssatz für Pensionsverpfl ichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte verwendet.

Es sind folgende Annahmen betreff end erwarteter Ertrag des externen Planvermögens zugrunde gelegt:

in % 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Erwarteter Ertrag des Planvermögens Europa: 4,25 5,50
Mexiko: 7,60 9,20

Die Verzinsung des Planvermögens resultiert aus der strategischen Portfolio-Strukturierung der Pensionskasse.

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 660 (Vorjahr 388) t€ betragen.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpfl ichtung der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008 28. 02. 2007
Pensionen 34.924 36.462 35.780 35.090 44.378
Abfertigungen 21.372 20.867 19.147 17.564 18.906

Historische Information zur Pensionsverpfl ichtung

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008 28. 02. 2007
Barwert der Verpfl ichtung 34.924 36.462 35.780 35.090 44.378
Planvermögen 5.640 4.767 3.587 3.550 7.156
Nicht durch Planvermögen
gedeckte Verpfl ichtung 29.284 31.695 32.193 31.540 37.222

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in t€ Pensionen Abfertigungen
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2010 28.154 16.109
Dienstzeitaufwand 341 1.078
Zinsaufwand 1.755 998
Erwartete Erträge Planvermögen –278 –2
Versicherungsmathematische Verluste 369 302
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 2.187 2.376
Konsolidierungskreisänderungen 0 –44
Gezahlte Versorgungsleistungen –4.110 –2.045
Dotierung Planvermögen –663 0
Währungsdiff erenz –3 –4
Bilanzierte Rückstellung 28. 02. 2011 25.565 16.392
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust 3.719 4.957
Marktwert Planvermögen 5.640 23
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2009 29.164 16.077
Dienstzeitaufwand 301 973
Zinsaufwand 1.891 1.044
Erwartete Erträge Planvermögen –223 0
Versicherungsmathematische Verluste 1.248 262
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.217 2.279
Konsolidierungskreisänderungen 0 0
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.473 –2.262
Dotierung Planvermögen –736 0
Währungsdiff erenz –18 15
Bilanzierte Rückstellung 28. 02. 2010 28.154 16.109
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust 3.541 4.758
Barwert der Verpfl ichtung 28. 02. 2010 36.462 20.867
Marktwert Planvermögen 4.767 0
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust 3.541 4.758

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Die Rückstellung für direkte Versorgungsverpfl ichtungen lässt die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste innerhalb der von IAS 19 bestimmten Grenzen (±10 % des Anwartschaftsbarwerts) unberücksichtigt.

Ähnliche Verpfl ichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Erfahrungsbedingte Anpassungen infolge des Unterschieds zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Verlauf betragen –1.226 t€.

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008
Erfahrungsbedingte Anpassungen –1.226 –1.418 –3.272 –1.239

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2010 11 2009 10
Planvermögen (Zeitwert) 01. 03. 4.767 3.587
Währungsdiff erenz 4 10
Tatsächliche Aufwendungen/Erträge aus Planvermögen 206 434
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 663 736
Planvermögen (Zeitwert) 28. 02. 5.640 4.767

Das Planvermögen betriff t insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskassa. Die Ver anlagung erfolgte zu 43 % in Anleihen, zu 29 % in Eigenkapitalinstrumente und zu 28 % in Sonstige.

Note (24b)

b) Übrige Rückstellungen

in t€ Rekultivierung Personal-
aufwendungen
inklusive
Jubiläumsgeld
Ungewisse
Verbindlich-
keiten
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Stand 01. 03. 2010 8.703 11.956 22.006 42.665
Währungsänderungen –16 –17 39 6
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 –480 –480
Verbrauch –457 –1.745 –4.981 –7.183
Aufl ösung –3.862 –1.538 –9.149 –14.549
Zuführung 1.117 2.507 28.675 32.299
Stand 28. 02. 2011 5.485 11.163 36.110 52.758
– davon innerhalb 1 Jahres 1.356 4.028 34.403 39.787

GESCHÄFTSJAHR 2009|10

Stand 01. 03. 2009 10.459 13.316 17.313 41.088
Währungsänderungen 255 130 239 624
Konsolidierungskreisänderungen 0 59 194 253
Verbrauch –574 –3.290 –6.055 –9.919
Aufl ösung –1.504 –1.734 –5.805 –9.043
Zuführung 67 3.475 16.120 19.662
Stand 28. 02. 2010 8.703 11.956 22.006 42.665
– davon innerhalb 1 Jahres 1.906 5.211 21.475 28.592

Die sonstigen Rückstellungen sind mit 12.971 (Vorjahr 14.073) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 39.787 (Vorjahr 28.592) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpfl ichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung. In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Rückstellungen für Prozessrisiken (1.374 t€), Stationskosten VÖR (Verband Österreichischer Rübenbauern) (9.977 t€), Nachzahlungen Exportpreise (1.759 t€) und andere Risikovorsorgen (8.264 t€).

9.10. FINANZVERBINDLICHKEITEN Note (25)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 02. 2011 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2010 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 361.707 254.842 95.968 10.897 455.346 307.132 144.835 3.379
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 200.000 40.000 60.000 100.000 100.000 40.000 60.000 0
Leasingverbindlichkeiten 165 26 139 0 115 28 87 0
Finanzverbindlichkeiten 561.872 294.868 156.107 110.897 555.461 347.160 204.922 3.379
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte) –104.598 –104.977
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte) –4.411 –3.515
Flüssige Mittel –70.427 –70.388
Nettofi nanzschulden 382.436 376.581

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Grundpfandrechte 800 1.368
Sonstige Pfandrechte 21.602 21.602
Summe 22.402 22.970

Die sonstigen Pfandrechte betreff en die Besicherung eines Exportförderungskredites mit gleichem Buchwert.

9.11. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Note (26)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 02. 2011 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28. 02. 2010 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 218.666 218.666 0 210.075 210.075 0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 8.864 8.864 0 13.634 13.634 0
Sonstige fi nanzielle Verbindlichkeiten 78.062 75.754 2.308 64.935 62.706 2.229
Sonstige nicht fi nanzielle Verbindlichkeiten 25.335 25.335 0 22.118 22.118 0
– davon Rechnungsabgrenzungsposten 7.851 7.851 0 3.911 3.911 0
– davon Vorauszahlungen 380 380 0 4.622 4.622 0
– davon sonstige Steuern 12.740 12.740 0 8.110 8.110 0
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4.364 4.364 0 5.475 5.475 0
Summe 330.927 328.619 2.308 310.762 308.533 2.229

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpfl ichtungen gegenüber den Rübenbauern von 60.369 (Vorjahr 66.671) t€ ausgewiesen.

Die sonstigen fi nanziellen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlich keiten aus Derivaten.

9.12. PASSIVE LATENTE STEUERN Note (27)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 3.844 4.113
Vorräte und Forderungen 604 2.528
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 6.189 6.932
Summe Passive latente Steuern 10.637 13.573
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 8.451 5.796
Saldierte Passive Steuerabgrenzung 19.088 19.369

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.

10. ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

10.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfi nanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschaff t und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tagesund Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tagesund Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
Eff ektivzinssatz 28. 02. 2011 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2010 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2010 11 2009 10
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 3,96 3,93 244.305 21.882 113.086 109.337 272.835 119.873 149.583 3.379
3,96 3,93 244.305 21.882 113.086 109.337 272.835 119.873 149.583 3.379
Variabler Zinssatz
BAM 5,35 0,00 494 494 0 0 0 0 0 0
BGN 0,00 3,50 0 0 0 0 43 43 0 0
CNY 0,00 5,38 0 0 0 0 8.637 8.637 0 0
DKK 0,00 2,40 0 0 0 0 2 2 0 0
EUR 2,35 1,92 258.799 214.218 43.021 1.560 193.406 138.347 55.059 0
GBP 0,00 3,50 0 0 0 0 30 30 0 0
HUF 6,87 6,64 30.014 30.014 0 0 32.228 32.043 185 0
KRW 5,42 4,90 962 962 0 0 1.031 1.031 0 0
PLN 5,49 5,33 7.561 7.561 0 0 11.598 11.598 0 0
RON 0,00 11,80 0 0 0 0 7.692 7.692 0 0
USD 1,32 1,49 19.737 19.737 0 0 27.831 27.831 0 0
ZAR 0,00 11,25 0 0 0 0 13 5 8 0
2,80 3,14 317.567 272.986 43.021 1.560 282.511 227.259 55.252 0
Summe 3,30 3,43 561.872 294.868 156.107 110.897 555.346 347.132 204.835 3.379

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Financial Leasing) und verbundenen Unternehmen betrugen 561.872 (Vorjahr 555.346) t€ und waren durchschnittlich mit 3,30 % (Vorjahr 3,43 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, sodass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 244.305 (Vorjahr 272.835) t€, diese entsprachen einem Marktwert von 238.154 (Vorjahr 276.563) t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 800 (Vorjahr 1.368) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 21.602 (Vorjahr 21.602) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente eine Erhöhung um 39 t€ auf 70.427 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 4.411 (Vorjahr 3.515) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

10.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff preisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

█ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.

█ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.

█ Rohstoff preisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie- und Getreidepreise.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstoff futures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanz instrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren defi nieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Referenzwert Marktwert
in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Kauf USD 23.346 4.445 –322 189
Verkauf USD 8.874 –372
Kauf AUD 1.161 5.590 8 247
Verkauf AUD 2.698 –4
Kauf CZK 12.756 9.000 63 –30
Verkauf CZK 4.500 15
Kauf HUF 17.740 25.712 493 167
Verkauf HUF 22.156 –182
Kauf PLN 51.167 37.036 –170 1.513
Verkauf PLN 28.044 19.289 483 –279
Kauf GBP 213 –7
Verkauf GBP 213 7
Verkauf RON 3.245 –26
Verkauf DKK 3.220 0 1 0
Sonstige 0 804 0 –1
Währungsderivate 137.434 143.775 556 1.237
Zinsderivate 87.229 87.369 –1.228 –1.552
Rohstoff derivate (Hedge Accounting) 15.128 13.173 951 616
Summe 239.791 244.317 279 301

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Die Währungs- und Rohstoff derivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu zehn Jahren.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Aufl ösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashfl ow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2011 beträgt 525 (Vorjahr 1.277) t€.

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, für die kein Cashfl ow-Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juice-Aktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Fair Value-Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

10.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der fi nanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

28. 02. 2011 28. 02. 2010
Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 85.000 85.000 85.000 85.000
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 19.598 19.598 19.977 19.977
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 104.598 104.598 104.977 104.977
(langfristig gehalten)
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 283 283 282 282
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 5.869 5.869 5.877 5.877
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Langfristige Ausleihungen Kredite und Forderungen 0 0 868 868
Beteiligungen und 6.152 6.152 7.027 7.027
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
28. 02. 2011 28. 02. 2010
Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Forderungen aus Kredite und Forderungen 275.332 275.332 229.921 229.921
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 61.150 61.150 45.993 45.993
Derivative fi nanzielle Derivate, erfolgsneutral 14 14 778 778
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
(Hedge Accounting)
Derivative fi nanzielle Erfolgswirksam zum beizu- 2.026 2.026 3.691 3.691
Vermögenswerte legenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Forderungen aus L&L 338.522 338.522 280.383 280.383
und sonstige Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 4.411 4.411 3.515 3.515
(kurzfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 4.411 4.411 3.515 3.515
(kurzfristig gehalten)
Zahlungsmittel und Kredite und Forderungen 70.427 70.427 70.388 70.388
Zahlungsmitteläquivalente
Summe 524.110 524.110 466.290 466.290
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 361.707 362.893 455.346 457.617
gegenüber Kreditinstituten Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 200.000 192.661 100.000 101.457
gegenüber verbundenen Anschaff ungskosten
Unternehmen bewertete Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing 165 168 115 115
Finanzverbindlichkeiten 561.872 555.722 555.461 559.189
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) 218.666 218.666 210.075 210.075
Lieferungen und Leistungen Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Sonstige Zu (fortgeführten) 84.227 84.227 74.403 74.403
Verbindlichkeiten2 Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizu- 2.699 2.699 4.169 4.169
aus derivativen legenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumenten fi nanzielle Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Verbindlichkeiten aus L&L 305.592 305.592 288.647 288.647
und sonstige Verbindlichkeiten
Summe 867.464 861.314 844.108 847.836

1 Ohne sonstige Steuerforderungen sowie geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungszufl uss führen.

2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten setzen sich je Bewertungskategorie wie folgt zusammen:

28. 02. 2011 28. 02. 2010
Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 24.292 24.292 23.774 23.774
fi nanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 90.869 90.869 90.877 90.877
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Kredite und Forderungen 406.909 406.909 347.170 347.170
Zu (fortgeführten) –864.600 –858.447 –839.824 –843.552
Anschaff ungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Derivate erfolgsneutral 14 14 778 778
mit beizulegendem Zeitwert
(Hedge Accounting)
Erfolgswirksam zum beizu- –673 –673 –478 –478
legenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögens
werte/Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere ("available for sale"). Diese werden zu aktuellen Börse- oder Marktwerten bewertet.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaff ungskosten (at cost) bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashfl ows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashfl ows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoff derivaten betreff en sowohl Fair Value- als auch Cashfl ow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashfl ows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zins- und Rohstoff derivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Die Marktwerte von Währungsderivaten entsprechen der Diff erenz zwischen den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und dem gesicherten Wechselkurs. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifi zierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
in t€ in t€ in t€
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 9.799 9.799 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 4.411 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 283
fi nanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 14.210 9.799 283
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum
0
14 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
Finanzielle Vermögenswerte, 0 14 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 0 2.026 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 2.026 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 14.210 11.839 283
zum beizulegenden Zeitwert bewertet

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2010 | 11

116
Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
in t€ in t€ in t€
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 0 2.698 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert
bewertete Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 2.698 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 2.698 0
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 9.988 9.988 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 3.515 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 282
fi nanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte, 13.503 9.988 282
zur Veräußerung verfügbar
Derivative Vermögenswerte Derivate, erfolgsneutral zum 0 778 0
beizulegenden Zeitwert bewertet
Finanzielle Vermögenswerte, 0 778 0
erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Derivative Vermögenswerte Erfolgswirksam zum 0 3.691 0
beizulegenden Zeitwert bewertete
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 0 3.691 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Vermögenswerte, 13.503 14.457 282
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verbindlichkeiten aus Erfolgswirksam zum 0 4.169 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegenden Zeitwert
bewertete Verbindlichkeiten
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 4.169 0
erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
(zu Handelszwecken gehalten)
Finanzielle Verbindlichkeiten, 0 4.169 0

zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

█ In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.

█ In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifi kante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.

█ In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden ermittelt wird, für die signifi kante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergeb nissen je Bewertungskategorie erfasst:

Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Held to Loans Cash Financial Financial Keine Summe Kein Finanz-
for sale maturity and liabilities liabilities Zuord- Finanz- ergebnis
receivables held for at cost nung instru-
trading ment
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Zinsergebnis 0 0 5.948 0 0 –17.971 0 –12.023 0 –12.023
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 0 0 –1.001 –1.001 0 –1.001
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 0 0 –2.836 –2.836
Summe Zinsergebnis 0 0 5.948 0 0 –17.971 –1.001 –13.024 –2.836 –15.860
Beteiligungsergebnis 1.022 –51 0 0 0 0 0 971 0 971
Negativer Unterschiedsbetrag 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Summe Beteiligungsergebnis 1.022 –51 0 0 0 0 0 971 0 971
Gewinne aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 –4.348 0 –4.348 0 –4.348
Sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 0 0 278 278 0 278
Summe sonstiges Finanzergebnis 0 0 0 0 0 –4.348 278 –4.070 0 –4.070
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 1.022 –51 5.948 0 0 –22.319 –723 –16.123 –2.836 –18.959
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 4.553 0 0 0 0 4.553 0 4.553
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 0 –1.008 –1.008 0 –1.008
Aufwand aus der Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –2.692 0 0 0 0 –2.692 0 –2.692
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 1.861 0 0 0 –1.008 853 0 853
Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Held to Loans Cash Financial Financial Keine Summe Kein Finanz-
for sale maturity and liabilities liabilities Zuord- Finanz- ergebnis
receivables held for at cost nung instru-
trading ment
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Zinsergebnis 0 0 5.998 0 0 –22.077 0 –16.079 0 –16.079
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 0 0 –2.235 –2.235 0 –2.235
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 0 0 –2.935 –2.935
Summe Zinsergebnis 0 0 5.998 0 0 –22.077 –2.235 –18.314 –2.935 –21.249
Beteiligungsergebnis 1.163 2.286 0 0 0 0 0 3.449 0 3.449
Negativer Unterschiedsbetrag 0 0 0 0 0 0 0 0 154 154
Summe Beteiligungsergebnis 1.163 2.286 0 0 0 0 0 3.449 154 3.603
Gewinne aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 18.764 0 18.764 0 18.764
Sonstiges Finanzergebnis 6 0 0 0 0 0 0 6 0 6
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 0 0 –663 –663 0 –663
Summe sonstiges Finanzergebnis 6 0 0 0 0 18.764 –663 18.107 0 18.107
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 1.169 2.286 5.998 0 0 –3.313 –2.898 3.242 –2.781 461
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 –3.652 0 0 0 0 –3.652 0 –3.652
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 0 –391 –391 0 –391
Aufwand aus der Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –4.425 0 0 0 0 –4.425 0 –4.425
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –8.077 0 0 0 –391 –8.468 0 –8.468

10.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaff ungsseite bestehen Commodity-Preis-Risiken im Wesentlichen in Form von Energiekosten im Rahmen der Zuckererzeugung und von Weizenund Maiskosten im Rahmen der Bioethanolproduktion. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungsund Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Muttergesellschaft und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifi sche operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifi kation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifi ziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpfl ichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallsrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Note (19) des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko in Höhe von 442.892 t€ beinhaltet den Buchwert aller Forderungen zuzüglich Eventualschulden und entspricht dem Buchwert dieser Instrumente. Das tatsächliche Kreditrisiko ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine fi nanziellen Verpfl ichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die fi nanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashfl ows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2011 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinfl ussen. Sämtliche Zahlungsabfl üsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 02. 2011
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 361.707 375.413 260.503 34.668 5.408 63.047 525 11.262
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 200.000 249.012 47.690 36.940 37.116 7.216 7.400 112.650
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 165 180 28 152 0 0 0 0
561.872 624.605 308.221 71.760 42.524 70.263 7.925 123.912
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 218.666 218.666 218.666 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 86.926 86.926 84.618 2.308 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 2.044 2.044 2.044 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 655 655 655 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 0 0 0 0 0 0 0 0
– davon sonstige Derivate 0 0 0 0 0 0 0 0
305.592 305.592 303.284 2.308 0 0 0 0
28. 02. 2010
Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 455.346 476.710 317.171 53.570 34.544 5.237 62.809 3.379
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 100.000 100.000 40.000 30.000 0 0 30.000 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 115 125 29 96 0 0 0 0
555.461 576.835 357.200 83.666 34.544 5.237 92.809 3.379
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 210.075 210.075 210.075 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 78.569 78.569 76.341 2.228 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 3.063 3.063 3.063 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 944 944 944 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 0 0 0 0 0 0 0 0
– davon sonstige Derivate 163 163 163 0 0 0 0 0
288.644 288.644 286.416 2.228 0 0 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabfl üsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zins auszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 6 bis 1 bis über
6 Monate 12 Monate 2 Jahre 2 Jahre
28. 02. 2011
Devisentermingeschäfte
CZK 5.122 5.000 3.500 1.500 0 0
HUF 6.033 5.879 4.864 1.015 0 0
PLN 25.776 25.733 16.902 8.831 0 0
36.931 36.612 25.266 11.346 0 0

Die folgende Tabelle zeigt die erwarteten Cashfl ows aus Derivaten, die für Cashfl ow-Hedges genutzt werden:

28. 02. 2010

Devisentermingeschäfte
CZK 4.485 4.500 3.500 1.000 0 0
HUF 6.942 6.891 4.135 2.756 0 0
PLN 24.203 22.913 13.748 9.165 0 0
GBP 149 144 144 0 0 0
USD 434 475 475 0 0 0
36.213 34.923 22.001 12.922 0 0

Zinsswaps und Währungsswaps wurden sämtlich zum Fair Value gehedget.

Währungsrisiken

Infolge der weltweiten Ausrichtung des AGRANA-Konzerns sind sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet. Die wesentlichen Fremdwährungsrelationen sind im Verhältnis zum Euro der polnische Zloty, der rumänische Leu, der russische Rubel, der ungarische Forint, die ukrainische Hrivna und der US-Dollar.

Der AGRANA-Konzern hat fi nanzielle Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in fremden Währungen, die bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung unterliegen. Finanzverbindlichkeiten, die einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, da deren funktionale Währung von der Vertragswährung abweicht, betragen 52.925 (Vorjahr 63.410) t€.

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf Landeswährung lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpfl ichtungen sowie Fremdwährungsfi nanzierungen in Höhe von brutto 228.287 (Vorjahr 280.873) t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Es bestanden Sicherungen für folgende Währungen:

2010 11 2009 10
in 1.000 besicherte EUR besicherte EUR
Währung Währung
Ungarische Forint (HUF) 23.944.640 85.836 27.784.567 98.406
US-Dollar (USD) 68.644 52.862 59.585 42.151
Tschechische Krone (CZK) 264.868 9.981 477.421 18.845
Rumänischer Leu (RON) 62.238 14.252 343.182 81.191
Polnischer Zloty (PLN) 236.093 58.327 156.556 40.280
Australischer Dollar (AUD) 4.883 4.006
Dänische Krone (DKK) 22.551 3.023
Summe 228.287 280.873

Der Bestand an Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist in der AGRANA-Gruppe insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden die Änderungen von Währungsparitäten auf Konzernergebnis und Eigenkapital simuliert. Alle anderen Parameter bleiben unverändert. Dabei werden die maßgeblichen Positionen Umsatzerlöse, Materialaufwand und Fremdwährungs fi nanzierungen herangezogen und unter Anwendung eines Stresstests bewertet. In der gewählten Methode wurde von einer Aufwertung des Euro ausgegangen, um das latent vorhandene Risiko darzustellen. Die Auswirkungen auf das Konzernergebnis bzw. Eigenkapital bei Aufwertung/ Abwertung um ±10 % nachstehender Währungen gegenüber dem Euro wird in folgender Tabelle dargestellt:

28. 02. 2011 28. 02. 2010
in t€ bei +10 % bei –10 % bei +10 % bei –10 %
EUR/RON –13.564 16.578 –12.411 15.169
EUR/HUF 12.767 –15.604 9.110 –11.134
EUR/PLN 1.212 –1.482 584 –714
EUR/UAH 1.465 –1.791 2.166 –2.648
EUR/RUB 1.070 –1.308 1.907 –2.331
Ertrag (+)/Aufwand (–) 2.951 –3.607 1.356 –1.657

Die möglichen Auswirkungen der übrigen im AGRANA-Konzern vorhandenen Währungsrelationen sind sowohl einzeln als auch in Summe von untergeordneter Bedeutung.

Zinsrisiken

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Auswirkungen von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen lagen die folgenden Prämissen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Zinsergebnis aus, wenn diese mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewerteten Finanzinstrumente keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fi xe Verzinsung erreicht. Für die verbleibenden Finanzverbindlichkeiten mit variabler Verzinsung wäre bei einer Erhöhung (Verminderung) des Marktzinsniveaus – bei Gleichbleiben aller anderen Parameter – zum 28. Februar 2011 um 100 Basispunkte das Konzernergebnis bzw. Eigenkapital um 3.176 (Vorjahr 2.825) t€ geringer gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung ergibt sich aus originären, variabel verzinslichen Finanzschulden von 317.567 (Vorjahr 282.511) t€.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoff en ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoff e Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoff derivate für den Einkauf von Rohzucker in Osteuropa über 20.981 (Vorjahr 12.446) Tonnen, für den Verkauf von Weißzucker gab es keine Hedges (Vorjahr 11.350 Tonnen), für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 19.750 (Vorjahr 22.000) Tonnen und für den Einkauf von Mais über 12.400 (Vor jahr 0) Tonnen. Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 15.128 (Vorjahr 16.991) t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 965 (Vorjahr 616) t€. Eine Veränderung der Rohstoff preise von +10 % (–10 %) würde eine Wertveränderung der bestehenden Rohstoff derivate von +1.323 (–1.758) [Vorjahr 525 (234)] t€ ergeben, wovon +814 (–817) t€ erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst würden.

10.5. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Die Bürgschaften betreff en vor allem Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Bereich Zucker und Juice.

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Bürgschaften 41.136 48.059
Gewährleistungsverpfl ichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.649 1.649
Eventualschulden 42.785 49.708

Die zugunsten nahe stehender Unternehmen abgegebenen Bürgschaften belaufen sich auf 15.000 t€. Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Die sonstigen fi nanziellen Verpfl ichtungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2011 28. 02. 2010
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 8.944 13.138
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 8.724 504
Sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen 17.668 13.642

11. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

AGRANA betreibt mit Yantai North Andre zwei Apfelsaftkonzentratwerke als 50%-Joint Ventures in China. Wie in einer Presseaussendung am 1. Februar 2011 bekanntgegeben, fi nden zwischen AGRANA und Yantai North Andre Verhandlungen statt, mit dem Ziel der 100%-Übernahme eines Werkes durch AGRANA und Abgabe des 50%-Anteils am verbleibenden Werk an den Joint Venture-Partner. Diese Verhandlungen bzw. Abwicklungsschritte sind derzeit noch nicht abgeschlossen.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2011 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfl uss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

12. ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG hält 100 % der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, die 75,5 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesell schaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim| Deutsch land, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutsch land, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, einbezogen.

Neben der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutsch land, und deren Tochtergesellschaften zählen die Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.b.H. Wien, und deren Tochtergesellschaften zu den nahe stehenden Unternehmen.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahe stehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

in t€ Nicht Unternehmen Joint Summe
konsolidierte mit maß- Ventures
verbundene geblichem
Unternehmen Einfl uss
GESCHÄFTSJAHR 2010 11
Umsatz 97.255 0 0 97.255
Kreditbeziehungen –201.426 –135.433 16.862 –319.997
Zinsergebnis –5.662 –3.884 362 –9.184
Garantien gegeben 8.200 143.888 22.000 174.088
Garantien ausgenutzt 6.129 124.065 0 130.194
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
83.798 0 0 83.798
–100.625 –126.513 0 –227.138
–2.872 –4.007 0 –6.879
8.200 179.888 21.591 209.679
5.391 145.670 17.273 168.334

Weiters sind zum Bilanzstichtag Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 335.433 (Vorjahr 226.513) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 190.178 (Vorjahr 152.637) t€ langfristig.

Aus Warenlieferungen bestanden gegenüber nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Forderungen von 374 (Vorjahr Verbindlichkeiten 1.089) t€.

Gegenüber Joint Venture-Partnern bestehen sonstige Forderungen in Höhe von 8.406 (Vorjahr Forderungen 2.571) t€ und Finanzforderungen in Höhe von 0 (Vorjahr 0) t€.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betragen 2.395 (Vorjahr 1.451) t€ und bestehen aus einem fi xen Anteil von 1.475 (Vorjahr 1.451) t€ sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 920 (Vorjahr 0) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für das abgelaufene Geschäftsjahr auszuschüttenden Dividende geknüpft. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Geschäftsjahr 2008|09 verzichtete der Vorstand im Vorjahr zur Gänze auf den variablen Teil seiner Vergütung. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhält für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 1. Juli 2010 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 165 (Vorjahr 165) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Die Pensionsverpfl ichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Der die Ansparung übersteigende Betrag von 576 (Vorjahr 863) t€ wird in den Rückstellungen ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart.

Die Angaben zu den Organen befi nden sich auf Seite 127.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 29. April 2011 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröff entlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 29. April 2011

Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

126

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 28. Februar 2011 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010|11 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 29. April 2011

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, Produktion, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff und Einkauf Qualitätsmanagement, Personal, Kommunikation sowie Forschung und Entwicklung

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht

ORGANE DER GESELLSCHAFT (KURZDARSTELLUNG)

Nähere Angaben zum Vorstand, Aufsichtsrat sowie zu seinen Ausschüssen fi nden Sie im Corporate Governance-Bericht auf Seite 22ff .

VORSTAND

Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Mitglied des Vorstandes

Mag. Walter Grausam Mitglied des Vorstandes

Dkfm. Thomas Kölbl Mitglied des Vorstandes

AUFSICHTSRAT

Präsident Generalanwalt Ökonomierat Dr. Christian Konrad Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Wolfgang Heer 1. Vorsitzender-Stellvertreter

Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder 2. Vorsitzender-Stellvertreter

Ludwig Eidmann Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Hans-Jörg Gebhard Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Ernst Karpfi nger Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Thomas Kirchberg Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Theo Spettmann Mitglied des Aufsichtsrates

Mag. Christian Teufl Mitglied des Aufsichtsrates

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder Vorsitzender der Konzernvertretung und Zentralbetriebsrat

Gerhard Glatz

Dipl.-Ing. Stephan Savic

Ing. Peter Vymyslicky

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 28. FEBRUAR 2011

(ANGABEN GEMÄSS § 265 ABS. 2 UND ABS. 4 UGB)

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00 %
AGRANA Bioethanol GmbH Wien Österreich 74,90 %
AGRANA Bulgaria AD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,99 %
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Mangrove Australien 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio,
Importaçao e Exportaçao Ltda. São Paulo Brasilien 91,90 %
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien 99,99 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00 %
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Zincirlikuyu Türkei 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea 100,00 %
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacán Mexiko 99,99 %
AGRANA Fruit Luka TOV Winniza Ukraine 99,97 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacán Mexiko 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostrołęka Polen 100,00 %
AGRANA Fruit S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOV Winniza Ukraine 99,80 %
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Internationale Verwaltungs
und Asset-Management GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA J & F Holding GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark 100,00 %
AGRANA Juice Holding GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. Vásárosnamény Ungarn 100,00 %
AGRANA Juice Poland SP z.o.o. Białobrzegi Polen 100,00 %
AGRANA Juice Romania Carei SRL Carei Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 100,00 %
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Nile Fruits Processing (SAE) Qalyoubia Ägypten 51,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Trading EOOD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen
Produkten Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Biogáz Fejlesztő Kft. Kaposvár Ungarn 100,00 %
Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Dirafrost FFI N. V. Herk-de-Stad Belgien 100,00 %
Dirafrost Maroc SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Financière Atys S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
Flavors from Florida, Inc. Bartow USA 100,00 %
Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
Frefrost SARL Laouamra Marokko 100,00 %
INSTANTINA Nahrungsmittel
Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich 66,67 %
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság Budapest Ungarn 100,00 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,56 %
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrušovany Tschechien 97,66 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Ţăndărei Rumänien 99,99 %
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest Rumänien 91,33 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sereď Slowakei 100,00 %
Yube d.o.o. Požega Serbien 100,00 %
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA AGRO SRL Roman Rumänien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2010 I Eigenkapital: 0,1 t€ I Jahresfehlbetrag: 0,0 t€
AGRANA BUZAU SRL Buzau Rumänien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2010 I Eigenkapital: 23,0 t€ I Jahresfehlbetrag: 0,1 t€
AGRANA Skrob s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2010 I Eigenkapital: 0,4 t€ I Jahresfehlbetrag: 0,4 t€
AGRANA TANDAREI SRL Ţăndărei Rumänien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2010 I Eigenkapital: 23,0 t€ I Jahresfehlbetrag: 0,1 t€
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H. Hamburg Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 28. 02. 2011 I Eigenkapital: 106,6 t€ I Jahresfehlbetrag: 3,0 t€
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00 %
Abschlussstichtag: 30. 04. 2010 I Eigenkapital: 652,3 t€ I Jahresfehlbetrag: 127,8 t€
PERCA s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2010 I Eigenkapital: 352,5 t€ I Jahresüberschuss: 467,1 t€
PFD-Processed Fruit Distribution Ltd. (in Liquidation) Nicosia Zypern 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2008 I Eigenkapital: 13,9 t€ I Jahresfehlbetrag: 130,8 t€
"Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 28. 02. 2011 I Eigenkapital: 26,2 t€ I Jahresfehlbetrag: 1,9 t€
Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %

Abschlussstichtag: 31. 12. 2010 I Eigenkapital: 2.916,8 t€ I Jahresüberschuss: 1.365,6 t€

II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Unternehmen, die nach der Quoten-Methode bewertet wurden

AGRAGOLD Holding GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00 %
GreenPower E85 Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
Hungranatrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
Xianyang Andre Juice Co., Ltd. Xianyang City China 50,00 %
Yongji Andre Juice Co., Ltd. Yongji City China 50,00 %

Nicht einbezogene gemeinschaftlich geführte Unternehmen

"AGRAGOLD" d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien 50,00 %
AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Mazedonien 50,00 %
AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien 50,00 %
SCO STUDEN & CO. BRASIL EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA. São Paulo Brasilien 37,50 %

BESTÄTIGUNGSVERMERK

130 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2010 bis zum 28. Februar 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzern-Bilanz zum 28. Februar 2011, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzern-Geldfl ussrechnung und die Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das am 28. Februar 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichti gung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risiko einschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. März 2010 bis zum 28. Februar 2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreff en.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreff end.

Wien, am 29. April 2011

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h.

KENNZAHLEN

Abkürzung Kennzahl 2010 11 2009 10
Defi nition
BFS Bruttofi nanzschulden 561.872 t€ 555.461 t€
= Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
+ Leasingverbindlichkeiten
+ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
CE Capital employed 1.383.054 t€ 1.324.230 t€
= (SAV + IAV) + WC I
Dividendenrendite = Dividende pro Aktie ÷ Schlusskurs 3,0 % 2,7 %
EBITDA Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortization 207.234 t€ 176.246 t€
= Operatives Ergebnis + AFA (vor Sondereinfl üssen)
EBITDA-Marge = EBITDA × 100 ÷ Umsatz 9,6 % 8,9 %
EKQ Eigenkapital-Quote 48,7 % 47,9 %
= Eigenkapital ÷ Gesamtkapital
EPS Earnings per share 5,95 € 5,08 €
= Konzernjahresergebnis ÷ Aktienanzahl
EVS Equity value per share 66,3 € 61,9 €
= Anteil der Aktionäre am Eigenkapital ÷ Aktienanzahl
FCF Free Cashfl ow 23.842 t€ 113.750 t€
= Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Cashfl ow aus Investitionstätigkeit
Gearing = NFS ÷ Eigenkapital inklusive nicht beherrschende Anteile × 100 39,4 % 41,6 %
IAV Immaterielle Vermögenswerte mit Geschäfts-/Firmenwert 248.551 t€ 252.446 t€
KGV (Ultimo) Kurs-Gewinn-Verhältnis 13,3 14,1
= Schlusskurs ÷ EPS
NFS Nettofi nanzschulden 382.436 t€ 376.581 t€
= BFS – (Kassa + Scheck + sonstige Bankguthaben
+ kurzfristige Wertpapiere + langfristige Wertpapiere)
Operatives Ergebnis Earnings before Interest and Tax 128.053 t€ 91.937 t€
(vor Ergebnis aus Sondereinfl üssen)
Operative Marge = Operatives Ergebnis × 100 ÷ Umsatz 5,9 % 4,6 %
ROCE Return on Capital employed 9,3 % 6,9 %
= Operatives Ergebnis ÷ Capital employed
ROS Return on Sales 5,0 % 4,4 %
= Ergebnis vor Steuern × 100 ÷ Umsatz
SAV Sachanlagevermögen 577.709 t€ 597.788 t€
WC I Working Capital I 556.794 t€ 473.996 t€
= Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
+ Sonstige Vermögensgegenstände – kurzfristige Rückstellungen
– kurzfristige erhaltene Anzahlungen – Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen – Sonstige Verbindlichkeiten

DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

Lagebericht

Einzelabschluss Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Anhang

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Vorschlag für die Gewinnverwendung

Bestätigungsvermerk

LAGEBERICHT 2010/2011 für das Geschäftsjahr vom 1. März 2010 bis 28. Februar 2011 der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9

www.agrana.com

INHALTSVERZEICHNIS

LAGEBERICHT 2010/11

Überblick Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Segmente der AGRANA-Gruppe Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Zweigniederlassungen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Prognosebericht

ÜBERBLICK

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe ("AGRANA"). Die AGRANA-Gruppe ist ein international ausgerichteter Konzern, welcher landwirtschaftliche Rohstoffe zu einer Vielzahl von industriellen Produkten für die weiterverarbeitende Industrie veredelt. Die AGRANA-Gruppe ist mit 8.243 Mitarbeitern an 52 Produktionsstandorten auf fünf Kontinenten weltweit präsent und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010/11 einen Konzernumsatz (nach IFRS) von rund 2.165.902 t€. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft notiert seit 1991 im Prime Market Segment der Wiener Börse.

AGRANA beliefert in den drei Geschäftssegmenten Zucker, Stärke und Frucht lokale Produzenten und große internationale Konzerne speziell der weiterverarbeitenden Nahrungsmittelindustrie. Im Segment Zucker bedient AGRANA mit Produkten der "Wiener Zucker"-Markenfamilie neben der Industrie auch den Endkonsumentenmarkt.

Die AGRANA-Gruppe ist heute …

  • einer der größten Anbieter von Zucker und Isoglukose in Zentral-, Ost- und Südosteuropa
  • ein führender Anbieter von kundenspezifischen Stärkeprodukten und Bioethanol in Europa
  • im Segment Frucht Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen und einer der führenden Produzenten von Fruchtsaftkonzentraten in Europa.

Folgendes Organigramm zeigt die Eigentümerstruktur sowie wesentliche Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft zum 28. Februar 2011:

*) Die rest lichen Ant eile auf 100 % werden von der Tocht ergesellschaf t AGRANA Market ing- und Vert riebsservice Gesellschaf t m.b.H. gehalten.

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hält zum 28. Februar 2011 ebenfalls Beteiligungen an INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien (66,67 %), Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln (100,00 %) und AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien (100,00 %).

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT


Umsatzerlöse t€ 71 75 -5,9
Sonstige betriebliche Erträge t€ 24.461 22.034 11,0
Betriebsleistung t€ 24.532 22.109 11,0
Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) t€ -11.613 -10.076 15,3
Operative Marge 1 % -47,3 -45,6 3,9
Beteiligungserträge t€ 37.860 28.914 30,9
Finanzerfolg t€ 45.421 36.353 24,9
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit t€ 33.808 26.277 28,7
Jahresüberschuss t€ 34.880 28.359 23,0
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte t€ 916 1.347 -32,0
Investitionen in Finanzanlagen t€ 36.500 0 x

Basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 28. Februar 2011

1 Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2010|11 war für die gesamte AGRANA-Gruppe ein sehr erfreuliches. Bei der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft konnten sowohl das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch der Jahresüberschuss gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden.

Dies ist neben einem Anstieg der Betriebsleistung um 2.423 t€ bzw. 11,0 % vor allem auf höhere Beteiligungserträge (+8.946 t€ bzw. 30,9 %) zurückzuführen.

Investitionen

Die Investitionen betrafen einen Gesellschafterzuschuss der Gesellschaft an die AGRANA Juice Holding GmbH zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung.

Vermögens- und Finanzlage


Bilanzsumme t€ 596.496 588.988 1,3
Grundkapital t€ 103.210 103.210 0,0
Immaterielle Vermögensgegenstände
und Sachanlagen
t€ 2.127 3.067 -30,6
Anteile an verbundenen Unternehmen t€ 390.343 353.843 10,3
Andere Finanzanlagen t€ 85.456 85.456 0,0
Eigenkapital t€ 572.409 565.223 1,3
Eigenkapitalquote 1 % 96,0 96,0 0,0
Haftungsverhältnisse t€ 321.758 467.677 -31,2

1 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die Bilanzsumme verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 5.708 t€ bzw. 1,3 %. Der Anstieg der Bilanzsumme ist einerseits vor allem auf die Investitionen in Finanzanlagen zurückzuführen (36.500 t€). Das Umlaufvermögen reduzierte sich demgegenüber um 28.051 t€ bzw. 19,1 %.

Die Eigenkapitalquote von 96,0 % (Vorjahr: 96,0 %) unterstreicht die solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

Cashflow




Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit t€ 4.308 17.203 -75,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ -37.388 2.224 -1.781,1
Cashflow Finanzierungstätigkeit t€ -27.697 -27.698 0,0
Veränderung der flüssigen Mittel t€ -60.777 -8.271 634,8
Bestand an flüssigen Mittel 1 t€ 30.651 91.428 -66,5

1 einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit Brüder Hernfeld GmbH (2010/11: t€ 30.647, 2009/10: t€ 91.424)

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ging im Geschäftsjahr 2010|11 um 75,0 % auf 4.308 t€ (Vorjahr: 17.203 t€) zurück.

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit beinhaltet vor allem Investitionen in Finanzanlagen (36.500 t€).

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit blieb mit -27.697 t€ im Vergleich zum Vorjahr stabil.

BETEILIGUNGEN DER AGRANA BETEILIGUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten der AGRANA-Gruppe operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen der AGRANA-Gruppe in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte durch die zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Ges.m.b.H. erfolgt ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Die AGRANA Zucker GmbH konnte im Geschäftsjahr 2010|11 ein Absatzwachstum von 13,2 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Diese Steigerung ist vor allem auf ein Absatzplus durch die Vermarktung von Weltmarktzucker an exportierende Unternehmen der Getränke- und Lebensmittelindustrie zurückzuführen. Der hohe Anteil des Quotenexports1 am Gesamtabsatz ist auf die Versorgung der Defizitmärkte wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien zurückzuführen. Der Lebensmittelhandel liegt vor allem aufgrund der geringen Obsternte und der damit verbundenen geringeren Nachfrage nach Gelierzucker leicht unter dem Absatz des Vorjahres. Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Zucker führte zuletzt zu einer verstärkten Akzeptanz von Preiserhöhungen im Bereich der Getränke- und Lebensmittelindustrie. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Bio-Sparte, in der es gelungen ist, im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 3.300 Tonnen abzusetzen.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments ZUCKER wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Stärke GmbH

Die AGRANA Stärke GmbH stellt an den österreichischen Produktionsstandorten Gmünd und Aschach Kartoffel- und Maisstärkeprodukte her und fungiert als Holding für die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien sowie für die AGRANA Bioethanol GmbH, Wien.

Im Geschäftsjahr 2010|11 stieg der Umsatz um 45,3 m€ auf 353,2 (Vorjahr 307,9) m€, was zum Großteil auf die höheren Verkaufsmengen der Haupt- und Nebenprodukte zurückzuführen war. Der Mengenabsatz stieg von 1.034.900 Tonnen im Vorjahr auf 1.179.300 Tonnen. Das lag insbesondere an den höheren Verkaufsmengen von nativen Stärken, Verzuckerungsprodukten, Handelswaren und den über die Futtermittelabteilung vertriebenen Nebenprodukten der AGRANA Bioethanol GmbH.

1 Lieferungen innerhalb des Binnenlandes

Die Verkaufspreise der Hauptprodukte wurden gegenüber dem Vorjahr um 2 % gesteigert, auch die Nebenprodukte (Maiskraftfutter, Maiskeime und Kartoffelproteine) konnten das Preisniveau des Vorjahres übertreffen.

Im Bereich der technischen Stärken wurden höhere Mengen an die Papier-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. Dem aktuellen Markttrend entsprechend konnte AGRANA insbesondere im Papierindustrieabsatz zulegen und den Marktanteil weiter ausbauen. Im Bereich Lebensmittelstärken lag das Absatzvolumen leicht über dem Vorjahresniveau. Die gestiegenen Rohstoffpreise konnten zum Großteil durch gestiegene Produktpreise abgedeckt werden, insbesondere waren deutliche Preissteigerungen ab dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010|11 zu verzeichnen.

Der Absatz von Nebenprodukten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) stieg auf 708.600 (Vorjahr 635.900) Tonnen, was insbesondere auf das hochwertige Eiweißfuttermittel "ActiProt" sowie Sojaschrot zurückzuführen war. Höhere Preise bei Getreide führten zu gestiegenen Verkaufspreisen bei Nebenprodukten.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments STÄRKE wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH

Die AGRANA J & F Holding GmbH fungiert als Holding für sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

Für Erläuterungen des wirtschaftlichen Umfelds und der Geschäftsentwicklung des Segments FRUCHT wird auf die nachfolgenden Ausführungen im Kapitel "Segmente der AGRANA-Gruppe" verwiesen.

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.

Die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. fungiert als Holding Gesellschaft und hält neben der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Anteile an AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH und AGRANA J & F Holding GmbH.

Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H.

Bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H, Tulln, werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

SEGMENTE DER AGRANA-GRUPPE

Da die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft die Holding-Funktion für die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") und ihre wesentlichen Beteiligungen die Holding-Funktionen für die Segmente der Gruppe übernehmen, wird nachfolgend auch auf die Geschäftsentwicklung und das wirtschaftliche Umfeld der Segmente eingegangen.

Angaben zur Geschäftsentwicklung basieren auf dem IFRS-Konzernabschluss der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2010/11.

SEGMENT ZUCKER

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker sind weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding angesiedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgen ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2010|11 brachte Höchstwerte bei den Weltmarktzuckerpreisen. Zu Beginn des Jahres 2010 erreichte der Zuckerpreis sein vorläufiges Hoch mit 30,4 US cent/lb2 bevor er am 7. Mai 2010 nach starkem Verlust das Jahrestief mit 13 US cent/lb erreichte. Über das restliche Geschäftsjahr 2010|11 hinweg stieg der Zuckerpreis stetig an und erreichte am 2. Februar 2011 mit einer Rohzuckernotierung von 35 US cent/lb sein 30-jähriges Hoch an der New Yorker Börse.

Die Gründe für diese volatile Preisentwicklung des vergangenen Jahres lagen vor allem an den ungünstigen Wetterlagen in vielen wichtigen Zuckeranbauregionen der Welt wie Brasilien oder Pakistan.

2 Lb = 1 Pfund (Pound) = 0,45 kg

In der aktuellen Schätzung der Weltzuckerproduktion für das ZWJ 2010|11 (Oktober 2010 bis September 2011) rechnet F.O. Licht mit einem Anstieg der weltweiten Zuckerproduktion um 8,3 Mio. Tonnen auf 166,9 Mio. Tonnen. Davon entfallen etwa 32,7 Mio. Tonnen auf die Herstellung aus Zuckerrüben (-2,5 Mio. Tonnen im Vergleich zum ZWJ 2009|10) und rund 134,2 Mio. Tonnen auf die Rohrzuckerproduktion (+10,8 Mio. Tonnen). Bei diesem Anstieg der globalen Zuckerproduktion wird im ZWJ 2010|11 bei einem erwarteten Anstieg der Verbrauchs auf 164,1 (ZWJ 2009|10: 162,1) Mio. Tonnen nur mit einem geringen Anstieg der Lagerbestände gerechnet.

Europäischer Zuckermarkt

Seit dem ZWJ 2009|10 ist der europäische Zuckermarkt für Einfuhren aus den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (LDC) als auch aus den AKP- (Afrika, Karibik, Pazifik) Staaten offen. Zölle und Mengenbegrenzungen wurden für diese Herkunftsländer vollständig aufgehoben. In Folge der hohen Weltmarktpreise und kompetitiver Preisentwicklungen in anderen konkurrierenden Importländern blieb die Importmenge im ZWJ 2009|10 in die EU mit 1,3 Mio. Tonnen jedoch deutlich unter den Erwartungen.

Aufgrund dieser Entwicklungen sank der EU-Endlagerbestand im ZWJ 2009|10 auf 1,1 Mio. Tonnen. Laut den Berechnungen der Europäischen Kommission würde der EU-Lagerbestand zum Ende des ZWJ 2010|11 nochmals absinken. Um dem entgegenzuwirken, ermöglichte die europäische Kommission im Februar 2011 erstmals die Vermarktung von 500.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker im EU Food Markt. Zusätzlich wurde eine zollfreie Importquote in Höhe von 300.000 Tonnen für den EU Food Markt bewilligt.

Die europäische Kommission ermöglichte der Zuckerindustrie im ZWJ 2010|11 zunächst den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt. Im März 2011 wurden für das ZWJ 2011|12 Exporte von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose ab dem Jänner 2012 beschlossen. Im April 2011 wurde ein weiteres Kontingent zum Export von 700.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker zur Auslieferung ab September 2011 eröffnet.

Als Folge des Zuckerdefizites machten sich seit Herbst 2010 Preissteigerungen für Spot-Verkäufe auf dem EU-Markt bemerkbar.

Wesentliche Teile der Binnenmarktregeln zum EU-Zuckermarkt laufen am 30. September 2015 aus. Derzeit wird die Ausrichtung der allgemeinen EU-Agrarpolitik ab 2014 von der EU-Kommission diskutiert. Dabei könnte es zu Festlegungen der Politikinstrumente kommen, die für den EU-Zuckermarkt nach Auslaufen der Binnenmarktregelungen am 30. September 2015 relevant sind. Die EU-Kommission hat angekündigt, alle Optionen für die Regelungen zum EU-Zucker ab 1. Oktober 2015 zu prüfen.

Außenhandel Zucker

Beim Weltwirtschaftsforum Ende Jänner 2011 in Davos|Schweiz wurden die Verhandlungen der Doha-Runde wieder aufgenommen. Die USA fordern mehr Marktzugang in China, Indien und Brasilien noch bevor sie ihre Agrarsubventionen abbauen. China und USA zeigen Bereitschaft, Kompromisse für eine gemeinsame Übereinkunft einzugehen. Ein Scheitern dieser Verhandlungen könnte die WTO (World Trade Organisation) als Handelsforum in Frage stellen.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Auf einer Gesamtfläche von rund 86.150 (Vorjahr 83.550) Hektar wurden für den AGRANA-Konzern im Geschäftsjahr 2010|11 rund 5,42 (Vorjahr 5,08) Mio. Tonnen Rüben geerntet und verarbeitet. Die rund 8.440 (Vorjahr 8.520) Rübenbauern erzielten Rübenerträge von durchschnittlich 62,9 (Vorjahr 60,8) Tonnen je Hektar und einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,5 % (Vorjahr 16,3 %).

Die sieben Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 47.900 (Vorjahr 46.000) Tonnen Rüben in durchschnittlich 113 (Vorjahr 113) Tagen zu rund 803.000 (Vorjahr 747.000) Tonnen Zucker. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden insbesondere als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder auf den Weltmarkt exportiert. In Rumänien und Bosnien wurden im Geschäftsjahr 2010|11 zusätzlich rund 204.000 (Vorjahr 176.000) Tonnen Weißzucker aus Rohzucker raffiniert. Dies basiert vor allem auf einer gegenüber dem Vorjahr um 26 % gesteigerten Rohzuckerverarbeitung in Brčko|Bosnien-Herzegowina.

Die Rübenverarbeitung begann konzernweit zwischen dem 13. und 24. September 2010. Aufgrund der großen Rübenmenge verzeichnete das österreichische Werk in Tulln die längste Zuckerkampagne mit dem letzten Verarbeitungstag am 16. Jänner 2011.Trotz einer in der gesamten Gruppe um 6 % größeren Rübenmenge blieb die durchschnittliche Kampagnedauer im Vergleich zum Vorjahr de facto gleich. Grund dafür war die höhere Verarbeitungsleistung in Österreich und in Ungarn. Bezogen auf die verarbeiteten Rüben konnte der Energieverbrauch der gesamten Gruppe um mehr als 2 % gesenkt werden. In der abgelaufenen Kampagne wurden in Ungarn rund 48 % des Primärenergiebedarfes durch eigenes Biogas substituiert. AGRANA konnte die Produktion aus kontrolliert biologischem Anbau im Geschäftsjahr 2010|11 auf 4.100 (Vorjahr 2.900) Tonnen Bio-Rübenzucker steigern.

Unter Berücksichtigung der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA zuletzt mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessengemeinschaften in den anderen Ländern neue Vereinbarungen über den Rübenanbau 2011 treffen. In allen Ländern, in denen AGRANA Zuckerrüben kontrahiert, ist eine Flächenausdehnung von rund 5 % geplant.

Investitionen

Im Segment Zucker wurden im Geschäftsjahr 2010|11 16,0 (Vorjahr 11,4) m€ schwerpunktmäßig für Ersatzinvestitionen aufgewendet. In Tulln|Österreich investierte AGRANA im Geschäftsjahr 2010|11 in den Bau eines neuen Zuckersilos für 70.000 Tonnen Kristallzucker. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Ende September 2011 geplant. In Kaposvár|Ungarn wurde ein Nachfermenter für die Biogasanlage fertiggestellt und in Hrušovany|Tschechien eine Schneidmaschine zur Stabilisierung der Verarbeitungsleistung installiert. In Sered'|Slowakei erfolgte die Errichtung eines neuen Melassetanks. In der Rohzuckerraffinerie in Brčko|Bosnien-Herzegowina wurde eine Siebstation installiert, um den gestiegenen Marktanforderungen gerecht werden zu können.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

-

Umsatzerlöse (brutto) t€ 770.587 737.015
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -57.500 -52.963
Umsatzerlöse t€ 713.087 684.052
EBITDA t€ 51.338 36.883
Operatives Ergebnis t€ 33.141 15.214
Operative Marge % 4,6 2,2
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 33.141 15.214
(nach Sondereinflüssen)
Investitionen in Sachanlagen und t€ 16.031 11.420
immaterielle Vermögenswerte 1
Investitionen in Finanzanlagen t€ 3 537
Mitarbeiter 2.245 2.336

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Umsatz im Segment Zucker stieg im Geschäftsjahr 2010|11 um 29,0 m€ bzw. 4,2 % auf 713,1 (Vorjahr: 684,1) m€. Die wesentlichen Ursachen dafür waren die gute Absatzsituation bei Nicht-Quotenzucker und die guten Verkaufszahlen bei Nebenprodukten. Der erwartete und eingetretene Preisrückgang bei Quotenzucker wurde durch die hohen Preise für Weltmarktzucker und Nicht-Quotenzuckerexporte und die in diesem Bereich deutlich gesteigerte Menge mehr als kompensiert. Der Umsatzanteil des Segments Zucker am Konzernumsatz betrug 32,9 % (Vorjahr 34,4 %). Insbesondere in Österreich wurde eine beachtliche Umsatzsteigerung erzielt, einerseits aufgrund gesteigerter Weltmarktzuckerexporte und andererseits aufgrund erhöhter Binnenmarktlieferungen in Defizitländer. In der Region Westbalkan und insbesondere in Bosnien-Herzegowina konnten neue Märkte erschlossen werden und bei hohen Weltmarktpreisen konnten Mengen- und Preissteigerungen realisiert werden.

Das operative Ergebnis des Segments Zucker lag mit 33,1 m€ deutlich über dem Vorjahreswert (15,2 m€). Dabei verbesserten die Rübenzuckerländer (Tschechien, Slowakei, Ungarn und Österreich) im Quoten- und Nicht-Quotenzuckerbereich ihre Ergebnisse stark. Neben den verbesserten Marktbedingungen waren Kosteneinsparungen für die Ergebnissteigerung verantwortlich. In Rumänien konnte sich trotz unverändert eingeschränkter Raffinationsmöglichkeiten infolge der hohen Weltmarktpreise das Ergebnis unterjährig durch die Anhebung des Marktpreisniveaus wieder erholen.

SEGMENT STÄRKE

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

Wirtschaftliches Umfeld

Im November 2010 veröffentlichte die EU-Kommission eine Mitteilung zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2014. Diese schließt die Möglichkeit von freiwilligen gekoppelten Zahlungen auf nationaler Ebene für verschiedene Produktionssektoren nicht aus. Damit könnte die Wiedereinführung einer produktionsgekoppelten Unterstützung für Stärkekartoffel ab 2014 möglich sein.

Die gesamte Isoglukose-Quote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2010|11 rund 690.000 Tonnen. HUNGRANA hält mit 220.000 Tonnen die größte europäische Isoglukosequote.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Die Ernteschätzungen des Internationalen Getreiderates (IGC – International Grains Council) in London erwarten für das laufende Getreidewirtschaftsjahr 2010|11 (Juli 2010 bis Juni 2011) eine über der Produktion liegende Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion wird mit 811 Mio. Tonnen deutlich unter dem Verbrauch von 845 Mio. Tonnen liegen. Ebenfalls wird bei der weltweiten Weizenbilanz die globale Nachfrage mit 661 Mio. Tonnen deutlich über der Produktion von 648 Mio. Tonnen liegen. Sowohl bei Weizen wie auch bei Mais kommt es demnach zu einem Rückgang der globalen Lagerbestände, die aber nachwievor ausreichen werden, um den Nachfrageüberhang zu decken.

Die Ernte 2010 brachte in der EU-27 nach Einschätzung von Stratégie Grains eine Erntemenge von rund 55 (Vorjahr 57) Mio. Tonnen bei Mais und rund 127 (Vorjahr 129) Mio. Tonnen bei Weizen. Die gesamte Getreideproduktion in der EU-27 liegt damit bei 275 Mio. Tonnen, bei einem geschätzten Verbrauch von 273 Mio. Tonnen.

Die angespannte Versorgungslage sowohl EU- als auch weltweit schlug sich in den Rohstoffnotierungen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE (vormals MATIF) nieder. Anfang März 2011 betrug die Maisnotierung rund 230 EUR/Tonne und lag damit um rund 100 EUR über der Vergleichsnotierung aus dem Vorjahr. Derzeit scheint ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. Prognosen für die EU-27 Ernte 2011 (Getreidewirtschaftsjahr 2011|12) gehen von einer Erhöhung der Getreideproduktion um rund 5 % aus.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken (inkl. 50 %-Anteil HUNGRANA) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2010|11 auf rund 724.000 (Vorjahr 647.000) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von rund 188.700 (Vorjahr 182.400) Tonnen.

Kartoffelstärke

In der Kampagne 2010 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 114 (Vorjahr 111) Tagen rund 186.300 (Vorjahr 187.400) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln zu 40.100 (Vorjahr 40.200) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Dabei betrug der Bio-Anteil, gemessen an der Einsatzmenge, rund 3,2 % (Vorjahr 2,7 %). Für das Anbaujahr 2011 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoffelstärke zur Verfügung, für die Kontrakte mit den Landwirten abgeschlossen wurden. Aus rund 26.000 Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.600 Tonnen Kartoffeldauerprodukte produziert. Dabei lag der Bio-Anteil bei rund 25 % (Vorjahr 22 %).

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2010|11 9,0 (Vorjahr 10,8) m€. Damit wurde u.a. im Werk Gmünd der Kocher für die Kartoffeldauerprodukteproduktion erneuert, was Dampfeinsparungen und eine Verbesserung der Produktqualität zur Folge hatte. In der Stärkefabrik Aschach|Österreich wurde durch die Beseitigung von Produktionsengpässen die Vermahlungsleistung auf 1.150 Tonnen Maisverarbeitung pro Tag erhöht. Weiters konnte durch Wärmerückgewinnung aus der Futtermitteltrocknerabluft die Energieeffizienz verbessert werden. In der ungarischen Fabrik wurden Investitionen zur Aufrechterhaltung des Betriebes und zur Verbesserung der Betriebssicherheit durchgeführt. In der rumänischen Fabrik in Tăndărei wurde aufgrund von Marktanforderungen ein Stärkesieb installiert und ein Stärkesilo für LKW-Verladung errichtet. In der Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich wird die Sirupeindampfanlage durch Installation einer zweiten Verdampferlinie erweitert. Dadurch wird die Energieeffizienz der Anlage verbessert und der Durchsatz bei der nachfolgenden Trocknung erhöht.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Umsatzerlöse (brutto) t€ 617.300 533.788
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -34.097 -34.586
Umsatzerlöse t€ 583.203 499.202
EBITDA t€ 73.876 67.333
Operatives Ergebnis t€ 48.181 41.055
Operative Marge % 8,3 8,2
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€
(nach Sondereinflüssen) 48.181 41.055
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle t€
Vermögenswerte 1 8.996 10.836
Investitionen in Finanzanlagen t€ 0 1
Mitarbeiter 880 880

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Umsatzzuwachs im Geschäftsjahr 2010|11 um 84,0 m€ bzw. 16,8 % auf 583,2 (Vorjahr: 499,2) m€ war vor allem auf höhere Verkaufsmengen bei allen wesentlichen Hauptprodukt- und Nebenproduktgruppen zurückzuführen. Absatzsteigerungen sorgten dafür, dass die insbesondere im ersten Halbjahr 2010|11 gegenüber Vorjahr zu verzeichnenden, niedrigeren Durchschnittsverkaufspreise überkompensiert wurden. Die gestiegenen Rohstoffpreise ab dem Spätsommer konnten durch Anpassung der Verkaufspreise im zweiten Halbjahr 2010|11 teilweise ausgeglichen werden. Im Bereich Bioethanol wurden sowohl höhere Verkaufsmengen als auch höhere Marktpreise bei Ethanol und Nebenprodukten erzielt. Der Umsatzanteil des Stärkesegmentes am Konzernumsatz betrug 26,9% nach 25,1 % im Vorjahr.

Das operative Ergebnis stieg um 7,1 m€ bzw. 17,4 % auf 48,2 (Vorjahr: 41,1) m€. Absatz- und zuletzt auch preisbedingte Umsatzzuwächse sowie eine erfolgreiche Einkaufsstrategie waren der Hauptfaktor für die Steigerung der operativen Marge.

SEGMENT FRUCHT

Sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht hält mittelbar die AGRANA J&F Holding GmbH. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Sitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

Wirtschaftliches Umfeld

Marktumfeld

Der europäische Markt für Fruchtzubereitungen verzeichnete im Kalenderjahr 2010 im Vergleich zu den Krisenjahren 2008 und 2009 zum Teil hohe Wachstumsraten. Das Wachstum im ersten Halbjahr 2010 war getrieben durch die Einführung neuer Produktvarianten, Sortimentsausweitungen und Promotion- und Werbeaktivitäten in der Molkereiindustrie. Im zweiten Kalenderhalbjahr 2010 verlangsamte sich das Marktwachstum deutlich. Gegen Jahresende litt das Konsumklima in vielen Ländern unter der negativen Stimmung im Zuge von Budgetdefiziten, Sparpaketen und Steuermaßnahmen. In Osteuropa liegt der Pro-Kopf-Verbrauch weiterhin wesentlich unter dem europäischen Schnitt, vor allem Russland konnte hier aber aufholen und verzeichnete ein zweistelliges Wachstum. Auch in den außereuropäischen Märkten liegt der Pro-Kopf-Verbrauch unter dem europäischen Schnitt, was u.a. in den USA, in Brasilien und China zu einem überdurchschnittlichen Wachstum führte. Die wichtigsten Konsumententrends bleiben Gesundheit, Convenience und Genuss. Dabei erhalten nach der Krise Werte wie Natürlichkeit, Beständigkeit und Regionalität eine höhere Bedeutung.

Im Konzentratgeschäft gewinnen Fruchtsaftgetränke mit niedrigem Saftgehalt und Getränke mit reduziertem Kaloriengehalt und damit geringerem Fruchtsaftgehalt nach wie vor Marktanteile. Der Preisdruck im Handelsmarkengeschäft hat sich im Herbst 2010 nochmals erhöht, weil Konzentrat-Preissteigerungen von den Abfüllern nur teilweise an die Handelsketten weitergegeben werden konnten.

Ab dem Frühjahr 2010 sind die Weltmarktpreise bei allen Konzentraten erheblich gestiegen. Die Ernten in Europa 2010 lagen wetterbedingt und aufgrund geringerer Pflegemaßnahmen aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise 2008 und 2009 deutlich unter den Vorjahren.

In China hat sich in den letzten 3 Jahren der Frischmarktabsatz bei allen Früchten überdurchschnittlich entwickelt. Mittlerweile werden auch Früchte der Klasse II und III in städtischen Ballungszentren erfolgreich vermarket, wodurch erhebliche Fruchtmengen für die Konzentratverarbeitung fehlen. Die Überbestände aus der Ernte 2007 und 2008 waren im Herbst 2010 abgebaut, und die geringere Ernte hat den Preisanstieg zusätzlich unterstützt.

Die Absätze in den GUS-Staaten haben sich nach der Krise wieder erholt und zeigten knapp zweistellige Wachstumsraten. Der Trend zu billigeren Getränken mit geringerem Saftgehalt machte sich auch in diesen Staaten bemerkbar.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem globalen Marktanteil von rund einem Drittel. Insgesamt betreibt AGRANA aktuell 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 19 Ländern. Für Ende Mai 2011|12 plant AGRANA die Eröffnung eines Produktionsstandortes in Ägypten im Rahmen eines Joint Ventures mit dem ägyptischen Unternehmen Nile Fruits, bei dem AGRANA mit einem Anteil von 51 % die Mehrheit hält.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Im Jahr 2006 wurde eine strategische Zusammenarbeit mit Yantai North Andre für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat in Xianyang (Provinz Shaanxi) begonnen. Seit 2008 betreibt AGRANA mit Yantai North Andre ein zweites Apfelsaftkonzentratwerk als 50 %-Joint Venture in Yongji (Provinz Shanxi). Die Standorte liegen in der größten Apfelanbauregion der Welt und zeichnen sich dementsprechend durch eine gute Rohstoffversorgung aus.

Die Hauptabsatzmärkte für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat mit einem niedrigen Säuregrad sind USA, Russland, Japan und Europa. Süßes Apfelsaftkonzentrat dient auch als Basis für Fruchtsaftgetränke und wird in vielen Rezepturen und Mischungen verwendet. Die europäischen Konzentratstandorte produzieren hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit höherem Säuregrad, welches zur Herstellung von 100 % Apfelsäften und Apfelschorlen verwendet wird. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den Absatz auf dem europäischen und internationalen Markt.

Investitionen

Die Investitionen im Segment Frucht in Höhe von 30,8 (Vorjahr 26,1) m€ galten neben Erhaltungsmaßnahmen der Kapazitätserweiterung. Insbesondere wurde in den Bereichen Transport (zusätzliche Edelstahlcontainer), "first transformation" (neuer Gefriertunnel für Erdbeerverarbeitung in Mexiko), geographische Expansion (Ägypten), neue Technologien (Innovationsprojekt in Gleisdorf|Österreich), sowie Lagerkapazität (Russland, Türkei) investiert. Weiters gab es Investitionen in Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung (vor allem in Frankreich und in den USA) sowie in die Anbindung weiterer Standorte an das AGRANA SAP-System.

Rohstoff und Ernte

Im Bereich Fruchtzubereitungen waren die Sommerernten in Europa und Asien aufgrund des ungünstigen Witterungsverlaufs unterdurchschnittlich. Die gestiegene Nachfrage im Jahresverlauf hat die Marktsituation zusätzlich verschärft und führte in Europa, Amerika und Asien bei nahezu allen Früchten zu empfindlichen Preissteigerungen. Ganz besonders waren davon Kirschen, Heidelbeeren, Erdbeeren und Ananas betroffen. Die Winterernten 2010|11 in Mexiko, Chile und Argentinien schließen generell an die hohen Preisniveaus der letzten Sommerernte an. Dies betrifft im Wesentlichen Erdbeeren und Brombeeren.

AGRANA rechnet aufgrund der deutlich belebten Nachfrage, vor allem in Osteuropa und Asien, und relativ geringer Lagerbestände mit einem weiteren Preisanstieg bei Früchten. Die ersten Abschlüsse für das Wirtschaftsjahr 2011|12 für Erdbeeren wie auch für tropische Früchte waren bereits erste Indikatoren für diese Entwicklung.

Die europäische Kern- und Beerenobsternte 2010|11 lag bei einzelnen Früchten um bis zu 40% unter einer durchschnittlichen Erntesaison. Im Vergleich zum Niedrigpreisjahr 2009 sind die Rohstoffkosten durch die schlechte Verfügbarkeit bei einzelnen Früchten bis zum Dreifachen angestiegen, gekoppelt hieran war auch eine unterdurchschnittliche Auslastung in den Fruchtsaftkonzentratwerken.

Ungeachtet der schwierigen Rohstoffsituation gelang es, durch eine frühzeitige gezielte Anpassung der Einkaufsstrategien in den jeweiligen Ländern die für die Kundendeckung unbedingt erforderlichen Rohstoff- und Konzentratmengen zu sichern.

Die Ausweitung der Verarbeitung von Bio-Äpfeln in Ungarn zu Konzentrat und Direktsaft konnte erfolgreich umgesetzt werden.

Trotz einer guten Apfelernte von rund 30 Mio. Tonnen in China, verringerte sich das Apfelangebot für die industrielle Verarbeitung durch eine höhere Nachfrage auf dem Frischmarkt. Schätzungen zufolge lag die gesamte chinesische Produktionsmenge an Apfelsaftkonzentrat für das Jahr 2010 um 60 % unter dem Wert des Rekordjahres 2007.

Im Bereich der roten Beeren konnten in Polen und Dänemark die geplanten Einkaufsmengen aufgrund der schlechten Erntesituation und der hohen Rohstoffkosten nicht erreicht werden.

Für 2011 wird bei einem normalen Witterungsverlauf eine Entspannung auf den Rohstoffmärkten und damit auch auf den Konzentratmärkten erwartet.

Umsatzerlöse (brutto) t€ 873.787 805.988
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -4.175 -83
Umsatzerlöse t€ 869.612 805.905
EBITDA t€ 82.020 72.030
Operatives Ergebnis t€ 46.731 35.668
Operative Marge % 5,4 4,4
Ergebnis der Betriebstätigkeit (nach t€
Sondereinflüssen) 46.731 30.661
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle t€
Vermögenswerte 1 30.832 26.126
Investitionen in Finanzanlagen t€ 115 403
Mitarbeiter 5.118 4.711

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

-

Der Umsatz im Segment Frucht legte im Geschäftsjahr 2010|11 um 63,7 m€ bzw. 7,9 % auf 869,6 (Vorjahr: 805,9) m€ zu. Im ersten Halbjahr 2010|11 konnten gestiegene Absatzvolumina bei Fruchtzubereitungen die bis dahin etwas niedrigeren Durchschnittsverkaufspreise überkompensieren; im zweiten Halbjahr ging zwar die Dynamik bei der Absatzentwicklung zurück, dafür kam es aber zu einem Aufwärtstrend bei den Marktpreisen, die dem Anstieg der Rohstoffpreise in der zweiten Jahreshälfte folgten. Überproportional wuchsen die Regionen Osteuropa, Asien und Nord- und Südamerika, die einen großen Nachholbedarf beim Pro-Kopf-Verbrauch an Fruchtjoghurts aufweisen. Im Fruchtsaftkonzentratbereich konnte der Umsatz primär aufgrund deutlicher Preissteigerungen am Konzentratmarkt als Ergebnis einer unterdurchschnittlichen Apfelernte, aber auch teilweise aufgrund höherer Absatzvolumina gesteigert werden. Der Umsatzanteil des Fruchtsegmentes am Konzernumsatz betrug 40,2 % (Vorjahr 40,5 %).

Das operative Ergebnis lag mit 46,7 m€ um 11,1 m€ bzw. 31 % über dem Vorjahreswert von 35,7 m€. Die operative Marge im Segment Frucht stieg auf 5,4 % (Vorjahr: 4,4 %).Gründe für diese positive Entwicklung waren das Mengenwachstum im Fruchtzubereitungsbereich sowie die starke Absatz- und zuletzt gute Marktpreisentwicklung, als Folge erhöhter Rohstoffkosten, im Konzentratbereich. Auch Strukturverbesserungs- und Optimierungsmaßnahmen leisteten einen positiven Beitrag zur Verbesserung des Ergebnisses und der operativen Marge im Segment Frucht.

Nachtragsbericht

AGRANA betreibt mit Yantai North Andre zwei Apfelsaftkonzentratwerke als 50 %-Joint Ventures in China. Wie in einer Presseaussendung am 1. Februar 2011 bekanntgegeben, finden zwischen AGRANA und Yantai North Andre Verhandlungen statt, mit dem Ziel der 100%-Übernahme eines Werkes durch AGRANA und Abgabe des 50%-Anteils am verbleibenden Werk an den Joint Venture-Partner. Diese Verhandlungen bzw. Abwicklungsschritte sind derzeit noch nicht abgeschlossen.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

Als international tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe ist AGRANA bestrebt, ihre Verantwortung in den drei wesentlichen Teilbereichen von Corporate Social Responsibility (CSR), Ökonomie, Ökologie und Soziales, in allen Geschäftssegmenten bestmöglich wahrzunehmen.

Den Umsetzungsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2010|11 stellte im weitesten Sinne der Bereich Soziales dar. Einerseits stand ethisches Verhalten im Rahmen der Einführung eines konzernweit gültigen AGRANA-Verhaltenskodex und der verstärkten Nutzung der SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange)-Datenbank ganz oben auf der Unternehmensagenda. Andererseits stellten unter Einfluss aktueller Nahrungsmittelskandale Lebensmittel- aber auch Arbeitssicherheitsmaßnahmen weitere Arbeitsschwerpunkte dar.

AGRANA Verhaltenskodex

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA im Juni 2010 einen konzernweit gültigen Verhaltenskodex erarbeitet, der sich an den Standards der International Labour Organisation orientiert und auf den Wertvorstellungen des Unternehmens basiert. Der Kodex soll ein grundsätzliches und eindeutiges Verständnis jener Werte und jenes Verhaltens vermitteln, das AGRANA von allen ihren Mitarbeitern in allen Arbeitsbereichen und an allen Arbeitsorten erwartet. Kernthemen des Verhaltenskodex sind die Vermeidung von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Diskriminierungen aller Art, die Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter, Arbeitsplatzsicherheit, Gleichberechtigung sowie der faire Umgang mit Mitarbeitern. Darüber hinaus werden auch ökologische Aspekte behandelt.

AGRANA verpflichtet sich darüber hinaus, sicherzustellen, dass dieser Verhaltenskodex an allen ihren Standorten weltweit eingehalten wird und erwartet von ihren Lieferanten und Geschäftspartnern, dass auch diese sich gemäß den in diesem Kodex dargelegten Vorgaben verhalten.

Daneben hat sich AGRANA allen relevanten bestehenden branchenweiten Standards verpflichtet. So sind die Sozialpartner der europäischen Zuckerindustrie, CEFS (Comité Européen des Fabricants de Sucre) und EFFAT (European Federation of Food, Agriculture, and Tourism Trade Unions), seit 2003 einem gemeinsamen Verhaltenskodex verpflichtet. Die europäische Stärkeindustrie hat sich 2002 zum effizienten Einsatz natürlicher und erneuerbarer Ressourcen und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung bekannt. Im Segment Frucht werden unterschiedliche Kodizes angewendet. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrat wird der SGF (Sure-Global-Fair)/IRMA (International Raw Material Assurance) - Code of Conduct als wichtiger Schritt verstanden, nachhaltige und ethische Standards in der internationalen Fruchtsaftindustrie durchzusetzen.

SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange)

Durch den Beitritt zu SEDEX im Jahr 2009 verfolgt AGRANA das Ziel, ihren Kunden maximale Transparenz in Sachen Corporate Social Responsibility zu bieten.

Soziale Verantwortung ist gemäß der Definition im Grünbuch der Europäischen Kommission, ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in ihre Beziehungen mit Stakeholdern zu integrieren.

Sozial verantwortlich handeln bedeutet dabei, nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten, sondern über die Gesetzeskonformität hinaus dazu beizutragen, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Zielsetzungen in Einklang gebracht werden.

Das Zusammenwirken von Ökonomie, Ökologie und sozialen Belangen, ist auch die Grundlage von SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange).

  • SEDEX ist eine Non-Profit-Organisation für Unternehmen, die sich zur kontinuierlichen Verbesserung ihres ethisch-sozialen Verhaltens entlang ihrer Lieferketten bekennen.
  • SEDEX ist eine Web-basierte Datenbank für Unternehmen mit dem Ziel ethische Daten von Mitgliedern zu erfassen und untereinander verfügbar zu machen.
  • SEDEX ermöglicht Unternehmen potentielle Risiken zu analysieren und auszuwerten.

Im Rahmen der SEDEX-Datenbank, die weltweit Daten von 23.000 Produktionsstandorten beinhaltet, wird anhand eines Fragenkatalogs der Status der gesellschaftlichen Verantwortung erhoben und in Form eines Risk-Management-Tools bewertet. Dieses basiert auf internationalen Regelwerken aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitnehmer- (SA 8000), Umwelt- (ISO 14001) und Gesundheitsschutz (OHSAS 18001) und den Verhaltenskodizes der Gründungsmitglieder. Die vier zentralen Bereiche des Fragebogens sind Arbeitsrichtlinien, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, ordentliche Geschäftsgebarung und Umweltmanagement. Diese Bereiche decken die Grundsätze von Corporate Social Responsibility weitestgehend ab.

Der Themenkomplex Arbeitsrichtlinien umfasst Fragen zu geltenden Verhaltenskodizes, freiwilliger Arbeitsleistung, Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, betrieblich zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten. Darüber hinaus werden das Verbot von Kinderarbeit, gerechte Bezahlung, reguläre Arbeitszeiten und feste Anstellungen sowie das Verbot der Diskriminierung und Zwangsarbeit, Disziplinarmaßnahmen sowie Heimarbeit abgefragt.

Der Themenbereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz unterteilt sich in die Kapitel Schulungen, Arbeitsplatzsicherheit, Brandschutz, Gefahrengut und Hygienerichtlinien.

Der Themenkomplex ordentliche Geschäftsgebarung beschäftig sich mit Anti-Korruptionsund Bestechungsrichtlinien und deren interner und externer Kommunikation an Mitarbeiter und Geschäftspartner.

Der letzte Bereich beinhaltet Fragen zu bestehenden Umweltmanagementsystemen, Umweltpolitik, Abfallwirtschaft, Energiemanagement und Emissionsreduktion.

Die Ersterhebung der Daten in der AGRANA-Gruppe erfolgte 2009 mittels elektronischem Fragebogen (SEDEX Self Assessment Questionnaire, SAQ), der an die einzelnen Werke versandt wurde und über 400 Fragen beinhaltete. Etwa drei Viertel der 52 AGRANA-Werke wurden in der Zwischenzeit bereits in der Datenbank erfasst und in einem AGRANA-Risk Assessment ausgewertet. Die Ergebnisse der Auswertung werden im Sinne der kontinuierlichen Verbesserung über das AGRANA Intranet verfügbar gemacht und die Durchführung etwaiger Verbesserungsmaßnahmen überwacht. Parallel dazu findet zumindest alle sechs Monate eine Aktualisierung der Daten statt.

Lebensmittelsicherheit

Lebensmittelsicherheit ist für AGRANA als Produzent hochwertiger Lebensmittel bzw. bestandteile, die in zahlreichen Bereichen der Nahrungsmittelindustrie ihren Einsatz finden, nicht nur eine rechtliche Vorschrift sondern darüber hinaus ein wesentlicher Bestandteil von sozialer Verantwortung und nachhaltiger Unternehmensführung.

Die Einhaltung geltender, nationaler rechtlicher Anforderungen an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA nur den Grundanspruch dar. Zusätzlich orientiert sich das Unternehmen an den geltenden Richtlinien des Codex Alimentarius der FAO (Food and Agriculture Organisation)/WHO (World Health Organisation), die in allen Ländern der Welt einen Mindeststandard der Sicherheit von Lebensmitteln festlegen. Dies trifft vor allem auf Bereiche zu, die in den jeweiligen national anwendbaren gesetzlichen Regelungen nicht abgebildet sind.

Im Codex Alimentarius wird mit den "General Principles of Food Hygiene" das sogenannte HACCP-System eingeführt. "Hazard Analysis and Critical Control Point" bedeutet, dass mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert werden. Basierend auf dieser Analyse werden kritische Punkte im Produktionsprozess festgelegt. Ein kritischer Lenkungspunkt ist die letzte Stelle, an der ein identifiziertes Risiko für die Gesundheit des Menschen auf ein annehmbares Maß reduziert und der nicht sichere Bestandteil rechtzeitig aus der Produktkette ausgesondert werden kann.

Das Prinzip eines HACCP-Systems findet sich beispielsweise auch als rechtliche Forderung in der EU-Hygiene-Verordnung (VO (EG) Nr. 852/2005). Darüber hinaus ist es jedoch ein wichtiger Bestandteil diverser Lebensmittelsicherheitsstandards, wie etwa der ISO 22000 oder des International Food Standards (IFS).

AGRANA hat bereits seit vielen Jahren dem jeweiligen Produktionsprozess angepasste HACCP-Systeme in ihren Werken eingeführt. Die Implementierung und vor allem regelmäßige Überprüfung eines HACCP-Systems garantiert, dass nur sichere Lebensmittel die Fabrik verlassen.

AGRANA geht in ihrem Bestreben nach Lebensmittelsicherheit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat daher in den meisten Bereichen mindestens einen Standard für Lebensmittelsicherheit eingeführt. Die bedeutendsten Standards sind hier die genannten ISO 22000 und IFS, nach denen ein Großteil der AGRANA-Werke zertifiziert ist.

Nicht zuletzt aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung, vor allem im weltweit tätigen Segment Frucht, hat sich AGRANA dazu entschlossen, ISO 22000 einzuführen. Durch diesen Standard werden die wesentlichen Elemente von Lebensmittelsicherheit, wie das Lenken von Risiken im Rahmen von Präventivprogrammen sowie durch HACCP-Pläne oder auch die kontinuierliche Verbesserung und Aktualisierung des Managementsystems für die Lebensmittelsicherheit zusammengefasst und entlang der Produktionskette betrachtet. Die ISO 22000 berücksichtigt in ihrem Aufbau auch das im europäischen Lebensmittelrecht geltende Prinzip der Betrachtung der Wertschöpfungskette vom Feld bis auf den Teller. Da es sich bei dieser ISO-Norm um eine prozessorientierte Norm handelt, ist auch eine gute Integration in bestehende Qualitätsmanagement Systeme nach ISO 9001 möglich.

Der International Food Standard (IFS, derzeit gültige Version 5) wurde von Unternehmen des Einzelhandels mit Fokus auf die Produktion von Eigenmarken erarbeitet. Im Gegensatz zur ISO 22000 ist der IFS eher produktorientiert mit sehr eingeschränkten Vorgaben. AGRANA hat diesen Standard als zweiten wichtigen Lebensmittelsicherheits-Standard vor allem in jenen Werken eingeführt, die einerseits den Einzelhandel direkt beliefern bzw. wo Produkte zu Eigenmarken des Einzelhandels weiterverarbeitet werden. Jene AGRANA-Werke erreichen in der Bewertung im Rahmen des Standards regelmäßig Werte über 95%, was in der zweistufigen Beurteilungsskala der höchsten Stufe entspricht.

Durch die Einführung der genannten und auch anderer, hier nicht genauer beschriebener Standards, wie etwa BRC (British Retail Consortium), QS (Qualität und Sicherheit) oder AIB (American Institute of Baking), ist eine laufende Prozessverbesserung sichergestellt. Dies ermöglicht es AGRANA Lebensmittel- bzw. -inhaltsstoffe zu produzieren, deren Sicherheit nicht erst im Zuge einer Endproduktkontrolle festgestellt wird, sondern durch die Betrachtung aller möglichen Einflussfaktoren und Ergreifen entsprechender Maßnahmen entlang der gesamten Produktionskette.

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit stellt als Teilbereich unternehmerischer sozialer Verantwortung für AGRANA als produzierendes Industrieunternehmen einen wichtigen Schwerpunkt ihrer CSR-Aktivitäten dar.

Im Bereich Arbeitssicherheit wurden im Geschäftsjahr 2010|11 weitere Präventionsmaßnahmen gesetzt. So werden fortan auch "Beinaheunfälle", sogenannte "Near Misses", erfasst und analysiert. Ein "Beinaheunfall" ist ein Vorfall, der unter weniger glücklichen Umständen zu Personen- oder Sachschäden geführt hätte. Damit sollen Schwachstellen beseitigt werden, noch bevor tatsächlich Unfälle passieren. Um die Sicherheit auch in komplexen Anlagen vor allem des Zucker- und Stärke-Segmentes gewährleisten zu können, wurden alle Sicherheitsfachkräfte in der Systematik der Gefährdungsbeurteilung verketteter Anlagen geschult. Dadurch soll vermieden werden, dass es beim Umbau bestehender Anlagen zu Gefährdungen kommt. Um die Sicherheit von Mitarbeitern auf Alleinarbeitsplätzen in Bereichen erhöhter Unfallgefahr zu steigern, wurde begonnen Alarmserver zu installieren. Damit kann rasch und gezielt Hilfe geholt werden, im Extremfall, zum Beispiel bei Bewegungsunfähigkeit des Mitarbeiters, sogar automatisch. Erhöhte Gefährdung bedeutet auch der Umgang mit Chemikalien, weshalb in diesem Bereich verstärkt Schulungen durchgeführt wurden. Durch Teilnahme der Sicherheitsfachkräfte an nationalen und internationalen Tagungen sind ein intensiver Erfahrungsaustausch und die Implementierung von Best-Practice-Verfahren gewährleistet.

Aber auch im Zusammenhang mit den wachsenden Anforderungen von internationalen AGRANA-Kunden an Social Responsibility und nachhaltige Entwicklung spielt sie eine immer größere Rolle. Sie ist auch fundamentaler Bestandteil der ISO 26000, die bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema als Grundlage dient. Daher gewinnt Arbeitssicherheit auch was den Einkauf von Rohstoffen und Services betrifft, im Rahmen der Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette für AGRANA an Bedeutung.

Arbeitssicherheit ist daher schon heute Bestandteil eines AGRANA-Fragebogens, der vor allem im internationalen Fruchteinkauf zum Einsatz kommt und im Wesentlichen am AGRANA-Verhaltenskodex ausgerichtet ist und ISO 26000-orientierte Fragen zu Arbeitssicherheitsmaßnahmen enthält. Die Einkaufsrichtlinien von AGRANA's international tätiger Fruchteinkaufsorganisation, AGRANA Fruit Services GmbH, schreiben die Beantwortung des Fragebogens im Rahmen des Qualifikationsprozesses neuer Lieferanten vor. Vollständige und zufriedenstellende Antworten stellen die Voraussetzung dafür dar, dass ein neuer Anbieter als AGRANA-Lieferant angenommen wird bzw. Kontrakte mit einem Unternehmen abgeschlossen werden.

Anlässlich eines Ethikaudits eines weltweit agierenden Kunden wurde AGRANA's Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzsystem ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft betreibt selbst keine Forschung- und Entwicklungstätigkeit.

Die AGRANA-Gruppe ("AGRANA") verfolgt in einem hochkompetitiven Marktumfeld das strategische Ziel, sich durch Produktinnovationen von den Mitbewerbern zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue, innovative Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Im Segment Stärke gab es zum Beispiel innovative Neuentwicklungen im Bereich nichtsynthetischer Klebstoffe ("green glues"), im Fruchtsaftkonzentratbereich wurden schwerpunktmäßig Projekte zur Verbesserung der Aromenqualität durchgeführt. Aktivitäten wie diese tragen wesentlich zum langfristigen Erfolg von AGRANA und deren Kunden bei und werden auch in Zukunft Bestandteil der auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie bleiben.

Zur Umsetzung dieser Strategie und zum Ausbau des umfassenden Entwicklungs-Knowhows unterhält AGRANA mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Diese sind für Zucker und Stärke schwerpunktmäßig bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Das Leistungsangebot reicht hier von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Fruchtzubereitungsbereich ist die zentrale Forschung und Entwicklung im Innovationsund Kompetenzzentrum Gleisdorf|Österreich organisiert. Aufgabe des Forschungszentrums ist die Entwicklung von innovativen Produkten und neuen Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um den international tätigen Kunden der AGRANA marktnahe Lösungen zu präsentieren. Unterstützt wird das Innovationszentrum von einer zentralen Marktentwicklungsabteilung in Mitry-Mory|Frankreich.

Im Geschäftsjahr 2010|11 investierte AGRANA rund 14,5 (Vorjahr 13,3) m€ in Forschung und Entwicklung. Gemessen am Konzernumsatz entsprach dies einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 0,67 % (Vorjahr 0,67 %). Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 194 (Vorjahr 190) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2010|11 beschäftigte die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft durchschnittlich 127 (Vorjahr 125) Mitarbeiter (ohne Vorstandsmitglieder).

In der gesamten AGRANA-Gruppe waren im Geschäftsjahr 2010/11 durchschnittlich 8.243 (Vorjahr 7.927) Mitarbeiter tätig. Davon waren 1.746 (Vorjahr 1.735) Mitarbeiter in Österreich und 6.497 (Vorjahr 6.192) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Personalstrategie als langfristige Perspektive

AGRANA hat auch im Geschäftsjahr 2010|11 das langfristige Ziel, durch überdurchschnittliches Engagement der Mitarbeiter den Unternehmenserfolg sicherzustellen, konsequent weiterverfolgt. Geeignete Personalentwicklungsmaßnahmen wurden daher für die verschiedenen Zielgruppen angeboten und durchgeführt. Dies soll einerseits die Wettbewerbsfähigkeit der AGRANA-Mitarbeiter sicherstellen, andererseits konnte dadurch ein wertvoller Beitrag zur Profitabilität und zum Wachstum der Geschäftsbereiche geleistet werden. Die Personalprozesse wurden im Geschäftsjahr 2010|11 im Detail analysiert und entsprechend dokumentiert. Dies dient als Basis für die weitere Verbesserung der Personalwerkzeuge und der sie unterstützenden IT-Systeme.

Zur Unterstützung der strategischen Ziele existiert ein konzernweit implementiertes "Performance-Management" in Verbindung mit einem erfolgsabhängigen Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2010|11 waren rund 5 % (Vorjahr 5 %) aller Beschäftigten Teil dieses erfolgsorientierten Entlohnungssystems.

Um die Personalstrategie bestmöglich zu implementieren wird die Personalfunktion im Geschäftsjahr 2011|12 Effizienzsteigerungsmaßnahmen umsetzen und die globale Ausrichtung der Funktion weiter stärken. Die Einführung einer international ausgerichteten HR-Organisation und die Zusammenlegung von ausgewählten HR-Dienstleistungen für alle Geschäftsbereiche sind nur einige der geplanten Maßnahmen im Geschäftsjahr 2011|12. Der Schwerpunkt wird dabei in Österreich auf der Implementierung eines HR - Shared Service Centers (SSC) liegen. Das HR-SSC wird sowohl für die Abwicklung der Personalverrechnung für alle österreichischen Mitarbeiter verantwortlich sein als auch das HR-Team in administrativen Bereichen unterstützen.

Personalentwicklung und Weiterbildung in der AGRANA-Gruppe

Personalentwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter und Führungskräfte hatte auch im Geschäftsjahr 2010|11 besondere Bedeutung in der Personalarbeit der AGRANA. Sowohl die Holding als auch lokale Tochtergesellschaften initiierten zahlreiche Trainings, sowohl im fachlichen als auch im persönlichkeitsbildenden Bereich.

Im Zuge des "Talent Development"-Prozesses wurde – zum zweiten Mal nach 2008 – eine rund 30 Personen umfassende Gruppe an Mitarbeitern und Führungskräften mit hohem Potential und hoher Leistung aus dem gesamten AGRANA-Konzern identifiziert. Vor dem Start eines gemeinsamen Entwicklungsprogramms für diese Gruppe erfolgte im Geschäftsjahr 2010|11 eine Standortbestimmung der Teilnehmer.

Gesundheit & Arbeitssicherheit

Zusätzlich zum Angebot der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bestehen individuelle Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen. Desweiteren können Mitarbeiter an jährlichen Vorsorgeuntersuchungen im Unternehmen, wie zum Beispiel der Krebsvorsorgeuntersuchung, teilnehmen. Ziel ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie des Wohlbefindens.

Neben weiteren sportlichen Angeboten wie z.B. Schitagen oder Wirbelsäulengymnastik gelang es erneut, Laufbegeisterte für die Teilnahme am jährlichen "Wien Energie Business Run" zu motivieren. AGRANA war im September 2010 mit insgesamt 25 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

Im Segment Zucker wurden neben dem Angebot des "AGRANA-Fit"-Programms vor allem Vorsorgeuntersuchungen gefördert und das Thema Arbeitsplatzsicherheit und Gesundheit durch Arbeitsanleitungen und gruppenweite Aktionen unterstützt. Im Segment Stärke wurde Wirbelsäulengymnastik im Rahmen des "AGRANA-Fit"-Programms als Schwerpunkt für das Geschäftsjahr gewählt.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zu seiner Verantwortung zur Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Ziel des Risikomanagements ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um z.B. eine negative Auswirkung auf die Zielerreichung auf ein Minimum zu beschränken.

Zur Steuerung ihrer Risiken bedient sich AGRANA zweier, sich ergänzender Systeme.

Im operativen Risikomanagement, mit einem Zeithorizont von einem Jahr, stellt das konzernweit implementierte, einheitliche Planungs- und Berichtssystem das wesentliche Steuerungsinstrument dar. Teil dieses monatlichen Berichtswesens ist auch ein eigener Risikobericht, in dem eine regelmäßige Berechnung des Risikopotentials für das aktuell laufende Geschäftsjahr erfolgt.

Die zweite Säule des Risikomanagements bildet das strategische Risikomanagement mit einem mehrjährigen Beobachtungshorizont. Ein eigenständiges, unabhängiges Risikomanagement-Team unterstützt dabei den Vorstand im strategischen Risikomanagement. Zweimal jährlich analysiert dieses Team gemeinsam mit Experten der jeweiligen Segmente das wirtschaftliche, politische und rechtliche Umfeld von AGRANA auf Chancen und Risiken, evaluiert diese und zeigt im Falle von Bedrohungen Gegensteuerungsmaßnahmen auf. Die Ergebnisse dieser Analyse werden in einem Risikokatalog erfasst. Daraus wird mittels einer "Monte-Carlo-Simulation" für das jeweils laufende Geschäftsjahr ein Gesamtrisikopotential für AGRANA abgeleitet und dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet.

Eigene Risikomanagement-Teams in den einzelnen Tochterunternehmen sorgen dafür, dass im Risikofall rasche und koordinierte Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet werden und der Schaden auf ein Minimum reduziert werden kann. Ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Chancen und Risiken ermöglicht

es AGRANA, die vorhandenen unternehmerischen Ressourcen effizient zur Erreichung ihrer strategischen Ziele einzusetzen. Dabei wird der Vorstand durch effiziente Kontroll- und Berichtssysteme unterstützt.

Risikopolitik

Verantwortungsvoller Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken ist ein Grundsatz der Unternehmensführung von AGRANA. Risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten und Unabhängigkeit im Risikocontrolling prägen die Risikokultur des Konzerns. Grundsätzlich ist AGRANA bereit, Risiken im Rahmen der Kernkompetenz des Unternehmens zu tragen, wobei aber Risiken, die nicht auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß reduziert oder nicht auf Dritte übertragen werden können, wenn möglich vermieden werden sollen. Risiken, die sich nicht auf Kern- oder Unterstützungsprozesse beziehen, werden prinzipiell nicht eingegangen.

Derivative Instrumentarien werden nur zur Absicherung von Grundgeschäften angewendet. Deren Einsatz zu Spekulationszwecken ist ausdrücklich verboten. Durch Richtlinien, Limits, laufende Kontrolle und Berichte an den Vorstand wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Rechtliche Risiken

Zivilrechtliche Klagen gegen die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Beklagte, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Gesellschaft haben könnten, bestehen derzeit nicht.

Beteiligungsrisiko

Das Beteiligungsrisiko umfasst im Wesentlichen potenzielle Wertverluste aufgrund von Dividendenausfällen, Teilwertabschreibungen, Veräußerungsverlusten und der Reduktion von stillen Reserven.

Im Rahmen des Beteiligungsmanagements der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bereits beim Eingehen neuer Beteiligungen bzw. bei Beteiligungsveränderungen im Rahmen von Due Diligence Maßnahmen ausführliche qualitative Analysen hinsichtlich der Ertragskraft und Plausibilität von Planzahlen erstellt, um Risiken und Chancen zu identifizieren.

Für die Überwachung der bestehenden Beteiligungen ist das Beteiligungscontrolling der AGRANA verantwortlich. Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Dieses ermöglicht dem Management Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und zu steuern. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von 5 Jahren, Budgetplanung (laufendes Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden.

Der vom Controlling erstellte Monatsbericht zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen.

Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht je Segment, der Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres unter Annahme des Einfrierens der wesentlichen Ergebnisfaktoren (wie z.B. Energiepreise, Rohstoffpreise, Verkaufspreise etc.) auf das aktuelle Niveau bis Geschäftsjahresende gibt. Das Ergebnis wird im Rahmen der monatlichen Divisionsmeetings an den AGRANA-Vorstand berichtet.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Zur Absicherung werden in einem begrenzten Umfang derivative Instrumente eingesetzt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können im Wesentlichen aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro. werden in einem begrenzten Umfang derivative Instrumente eingesetzt.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken infolge von Schwankungen im Cashflow werden durch die Liquiditätsplanung erkannt, die einen integrierten Bestandteil der Unternehmensplanung und des Berichtssystems bildet, was wiederum eine rechtzeitige Einleitung von Maßnahmen zur Gegensteuerung ermöglicht. Ausreichende, von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien sichern jederzeit die Liquidität der AGRANA-Gruppe.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die laufende Überprüfung der Bonität und des Zahlungsverhaltens der Kunden sowie durch die Vorgabe strikter Obergrenzen für offene Forderungen minimiert. Besonderes Augenmerk wird auf die ausgezeichnete Bonität von Geschäftspartnern und Kreditinstituten gelegt. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemessener Höhe abgedeckt.

Risiken aus Haftungen

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hat Haftungen für Konzerngesellschaften übernommen. Sollten Haftungen schlagend werden, ergibt sich daraus ein nicht unerhebliches Liquiditätsrisiko.

Durch die laufende Überwachung der Beteiligungen sowie die konzernweite Liquiditätsund Finanzplanung kann Zahlungsengpässen zeitgerecht entgegengewirkt werden.

Gesamtrisiko

Zusammenfassend sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG keine bestandsgefährdenden Risiken für das Geschäftsjahr 2010|11.

Internes Kontrollsystem (Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB)

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zur Verantwortung der Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das interne Kontrollsystem von AGRANA ist so ausgestattet, dass die erforderliche Sicherheit für die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Jahresabschlüsse gewährleistet ist.

Vom Controlling wird monatlich ein standardisierter Bericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Konzerngesellschaften enthält. Der Umfang ist konzerneinheitlich festgelegt und umfasst neben detaillierten Absatzdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und die daraus ableitbaren Kenzahlen, wie Cashflow, ROCE, Working Capital, Deckungsbeitrag etc.

Darüber hinaus hat AGRANA zur Früherkennung und Überwachung von Risiken das interne Kontrollsystem im Geschäftsjahr 2010|11 weiter ausgebaut.

AGRANA verfügt über ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, in dessen Rahmen alle relevanten Chancen und Risiken identifiziert, evaluiert und Maßnahmen zur Gegensteuerung definiert werden. Schwerpunkt sind dabei die für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken und Finanzierung. Das direkt dem Vorstand berichtende Risikomanagementteam legt besonderes Augenmerk auf die laufende Überprüfung und Aktualisierung der Chancen und Risiken und die Stärkung des Risikobewusstseins aller Mitarbeiter im Konzern.

Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten jährlichen Revisionsplanes und einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüft die interne Revision operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeit. Weiters überwacht sie die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand sowie die jeweilige Geschäftsführung berichtet.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich, soweit es für sein Prüfungsurteil erforderlich ist, das interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

Als wesentliches Kontrollorgan fungiert der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft. Der Aufsichtsrat hielt im Geschäftsjahr 2010|11 fünf Sitzungen ab. Seine Beratungs- und Kontrolltätigkeit übt der Aufsichtsrat entsprechend der Bedeutung der Thematik und ihrer sachlichen Zuordnung auch mittels dreier Ausschüsse aus:

Der Personalausschuss befasst sich mit den Rechtsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstandes. Als Nominierungs- und Vergütungsausschuss ist er zuständig für die Nachfolgeplanung im Vorstand und beschließt die Vergütungsschemata für die Mitglieder des Vorstandes. Der Präsidialausschuss, der gleichzeitig als Strategieausschuss fungiert, hat die Beschlussfassung in strategischen Angelegenheiten des Aufsichtsrates vorzubereiten und in dringenden Fällen Entscheidungen zu treffen. Der Prüfungsausschuss befasst sich vorbereitend für den Aufsichtsrat mit allen Fragen des Jahresabschlusses und der Prüfung der Rechnungslegung und des Konzernabschlusses. Er überwacht die Wirksamkeit des internen Kontroll-, Revisions- und Risikomanagementsystems und überprüft die Unabhängigkeit und Qualifikation des Abschlussprüfers.

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft beträgt 103,2 m€ und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt (Südzucker) mit Sitz in Mannheim |Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.

Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist DI Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG bestellt. Beide erhalten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktionen keine Bezüge.

Das britische Finanzunternehmen Prudential plc, London|Großbritannien, und einige seiner Tochtergesellschaften halten über den Streubesitz mehr als 10 % am AGRANA-Grundkapital.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte 2010/11 keine Zweigniederlassungen

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Bilanzstichtag 28. Februar 2011 sind keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten.

PROGNOSEBERICHT

AGRANA rechnet auch im Geschäftsjahr 2011|12 mit einer positiven Ergebnisentwicklung in allen Geschäftsbereichen. Die langfristigen Trends hin zu höherwertiger, gesunder Ernährung bleiben für AGRANA ebenso ein Wachstumstreiber wie die geografische Expansion des Konzerns und auch die Ausrichtung auf Emerging Markets.

Das sehr gute Geschäftsjahr 2010|11 stellt eine herausfordernde Vorgabe für 2011|12 dar. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2011 und einem diversifizierten Geschäftsmodell sieht sich AGRANA für das Geschäftsjahr 2011|12 aber gut gerüstet. Durch gezielte Nutzung segmentübergreifender Synergien, unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Verkauf und Finanzen, und kontinuierlich fortgeführte Strukturverbesserungen will der Konzern die Herausforderungen im Rahmen weiterhin volatiler Märkte meistern und ist optimistisch, das Wachstum langfristig und nachhaltig voranzutreiben.

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft erwartet vor diesem Hintergrund auch für das Geschäftsjahr 2011|12 ein weiteres Wertwachstum ihrer Beteiligungen und ein stabiles Beteiligungsergebnis.

Wien, am 28. April 2011

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Jahresabschluss

zum

28. Februar 2011

der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Donau-City-Straße 9, 1220 Wien

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Gewinn- und Verlustrechnung
vom 1.03.2010 - 28.02.2011
Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 70.571,28 75
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c) Übrige
18.315,00
20.495,13
24.422.294,01
24.461.104,14 26
54
21.954
22.034
3. Personalaufwand
a) Gehälter
b) Aufwendungen für Abfertigungen u. Leistungen
an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
c) Aufwendungen für Altersversorgung
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
-11.740.375,19
-357.595,57
-608.522,36
-11.601
-276
-173
Abgaben und Pflichtbeiträge
e) Sonstige Sozialaufwendungen
-2.281.466,56
-116.413,50
-2.047
-104
-15.104.373,18 -14.200
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-1.844.600,62 -1.912
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) übrige
-19.195.596,06 -16.073
6. Zwischensumme aus Z 1 bis 5 (Betriebserfolg) -11.612.894,44 -10.076
7. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 37.855.279,00
(Vorjahr 28.914 TEUR)
37.860.279,00 28.914
8. Erträge aus anderen Wertpapieren des
Finanzanlagevermögens
5.235.358,44 4.796
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 380.732,91
(Vorjahr 522 TEUR)
2.760.625,64 1.662
10. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 0,00 2.301
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon betreffend verbundenene Unternehmen
EUR 0 (Vorjahr 0 TEUR)
-435.514,06 -1.319
12. Zwischensumme aus Z 7 bis 11 ( Finanzerfolg) 45.420.749,02 36.353
13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 33.807.854,58 26.277
14. Steuern vom Einkommen
davon Steuerumlagen EUR 3.140.767,82
(Vorjahr 6.961 TEUR)
1.072.457,54 2.083
15. Jahresüberschuss 34.880.312,12 28.359
16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.400.945,36 735
  1. Bilanzgewinn 36.281.257,48 29.095

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Bilanz
zum 28. Feber 2011
Vorjahr
A K T I V A EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.227.698,00 2.293
II. Sachanlagen 899.433,27 774
III. Finanzanlagen 475.799.525,68 477.926.656,95 439.300
442.366
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögens-
gegenstände
1. Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
95.734.024,40 141.434
2. Sonstige Forderungen und Vermögens-
gegenstände
22.832.032,41 5.184
II. Kassenbestand, Guthaben
bei Kreditinstituten
118.566.056,81
3.551,25
146.618
4
118.569.608,06
596.496.265,01
146.622
588.988

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Bilanz
zum 28. Feber 2011
Vorjahr
P A S S I V A EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210.249,78 103.210
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene
2. Nicht gebundene
373.422.710,55
45.566.884,45
373.423
45.567
III. Gewinnrücklagen 418.989.595,00 418.990
1. Gesetzliche Rücklage
2. Andere (freie) Rücklagen
47.964,07
13.880.000,00
13.927.964,07 48
13.880
13.928
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag 1.400.945,36 EUR
(Vorjahr 735 TEUR)
36.281.257,48 29.095
B. Rückstellungen 572.409.066,33 565.223
1. Rückstellungen für Abfertigungen
2. Steuerrückstellungen
3. Sonstige Rückstellungen
2.429.141,73
6.959.727,50
3.208.548,50
12.597.417,73 2.225
4.977
4.414
11.616
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
175,51 0
und Leistungen
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
559.778,46 571
Unternehmen
4. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern 515.681,13 EUR
(Vorjahr 355 TEUR)
davon im Rahmen der sozialen
7.844.837,18
3.084.989,80
8.661
2.918
Sicherheit 186.147,18 EUR (Vorjahr 176 TEUR) 11.489.780,95 12.150
596.496.265,01 588.988
Haftungsverhältnisse 321.757.857,00 467.677

JAHRESABSCHLUSS

zum 28. Februar 2011

der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefaßten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), die Vorjahresbeträge in Tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, daß nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss unserer Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 - 4 33 - 25

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern für Neuzugänge werden der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 4 25
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Handelsrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrundegelegt.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind

c. Finanzanlagen

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 1.550,00 (im Vorjahr 2 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 315.632,68 (im Vorjahr 293 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Konzerneinheitlich wird der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4 %) verwendet. Die Abfertigungsrückstellung ist nach finanzmathematischen Grundsätzen auf der genannten Basis ermittelt und an das vorgeschriebene Ausmaß gemäß § 211 (2) UGB angepasst. Ein Fluktuationsabschlag je nach Dienstangehörigkeit von 0-8,9 % (im Vorjahr 0-12,5 %) wurde berücksichtigt.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 3,5 % so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension ausfinanziert ist, wenn die Anwartschaftsberechtigten das 65. (Vorjahr: 65.) Lebensjahr vollendet haben. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Nachschusspflicht an die Pensionskassa. Die Rückstellung für die Nachschussverpflichtung wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und konzerneinheitlich der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4%) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-8,9 % (im Vorjahr 0-12,5 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Beteiligungsunternehmen Höhe
des
Eigenkapital gem.
§ 229 UGB
Ge
schäfts
Jahresüber
schuss/fehlbetr
Anteils EUR jahr ag
% EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100,00 5.277.078,98 2010/1 325.624,79
1
AGRANA J & F Holding GmbH, Wien*) 98,91 247.621.274,47 2010/1 -539.653,41
1
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 232.153.627,98 2010/1 29.102.561,62
1
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 149.040.424,97 2010/1 35.942.970,79
1
INSTANTINA Nahrungsmittel
Entwicklungs- und Produktions
GesmbH, Wien 66,67 7.362.566,72 2010/1 1.282.851,26
1
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln 100,00 2.916.765,81 2010 1.365.583,69

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Restlaufzeit Restlaufzeit Bilanzwert
in EUR (Vorjahr in TEUR) bis 1 Jahr von mehr
als 1 Jahr
Forderungen gegenüber verbundenen Un 95.734.024,40 0 95.734.024,40
ternehmen (141.434) (0) (141.434)
(28.02.2010)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 22.813.987,41 18.045,00 22.832.032,41
(28.02.2010) (5.170) (13) (5.183)
Summe 118.548.011, 18.045,0 118.566.056,
(28.2.2010) 81 0 81
(146.604) (13) (146.617)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind sonstige Forderungen im Betrag von EUR 95.734.024,40 (im Vorjahr 141.434 TEUR) enthalten.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Partizipationsscheinen, Abgrenzungen aus Wertpapierzinsen, Forderungen an das Finanzamt Wien 1/23, kurzfristige Forderungen sowie eine Kreditforderung gegenüber den Chinesischen Joint Ventures.

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 5.214.402,60 (im Vorjahr 5.037 TEUR) enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich wie folgt zusammen:

14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien - Stammaktien

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 1.3.2010 Veränderung Stand 28.2.2011
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595, 0,00 418.989.595,0
00 0

(5) Gewinnrücklagen

Stand 1.3.2010
in EUR
Dotierung
in EUR
Stand 28.2.2011
in EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rückla
gen)
13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,
07
0,00 13.927.964,07

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungenwird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand (V) Verbrauch Zuweisung Überstel
lung
Stand am
01.03.2010 (A) Auflösung Mitarbei
ter
28.02.2011
in EUR in EUR in EUR In EUR in EUR
Nicht
konsumierte
(V)
Urlaube 1.218.977,44 15.496,15 0,00 0,00 1.203.481,29
Aufsichtsratsvergü (V)
tungen 165.000,00 165.000,00 165.000,00 0,00 165.000,00
Sonderzahlungen 269.284,23 0,00 7.782,38 0,00 277.066,61
Jubiläumsgelder 253.088,45 0,00 30.155,05 0,00 283.243,50
(V)
200.129,96 0,00
(A)
Prüfungsaufwand 244.900,00 5.870,04 177.800,00 216.700,00
Nachschussverpflich
tung an die Pensions (A)
kasse 146.083,94 16.223,27 0,00 0,00 129.860,67
(V)
160.857,87 0,00
Veröffentlichungs (A)
aufwand 170.000,00 9.142,13 176.000,00 176.000,00
Ausstehende
Ein
gangsrechnungen 250.000,00 0,00 378.000,00 0,00 628.000,00
Altersteilzeit 69.848,98 0,00 22.347,45 0,00 92.196,43
Kosten der Hauptver
sammlung
31.500,00 (V)
31.500,00
32.000,00 0,00 32.000,00
(V)
3.017,04 0,00
Kosten
Bilanzpresse
(A)
konferenz 7.500,00 4.482,96 3.500,00 3.500,00
(V)
4.000,00
(A)
0,00
Sonstiges 5.000,00 1.000,00 1.500,00 1.500,00
Verluste
aus
Zinss
(V)
waps 1.582.505,06 1.582.505,06 0,00 0,00 0,00
Summe 4.413.688,
10
(V)
2.162.506,08
(A)
36.718,40
994.084,8
8
0,00 3.208.548,
50

(7) Verbindlichkeiten

28.2.2011 28.2.2010
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 175,51 0
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (175,51) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leis 559.778,46 571
tungen (533.148,78) (541)
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (14.432,64) (15)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (12.197,04) (15)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 7.844.837,18 8.661
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (7.844.837,18) (8.661)
Sonstige Verbindlichkeiten 3.084.989,80 2.918
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (3.084.989,80) (2.918)
Summe 11.489.780,95 12.150
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (11.463.151,27) (12.120)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (14.432,64) (15)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (12.197,04) (15)

RLZ = Restlaufzeit

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von EUR 2.164.954,50 (im Vorjahr 2.046 TEUR), Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 703.448,33 (im Vorjahr 533 TEUR) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 216.586,97 (im Vorjahr 100 TEUR), enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 2.164.954,50 (im Vorjahr 2.046 TEUR) sowie Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 470.150,70 (im Vorjahr 477 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 7.844.837,18 (im Vorjahr 8.661 TEUR) enthalten.

Die Miete Strabaghaus für 2011/12 beträgt EUR 1.007.268,12. Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 5.036.340,60 (im Vorjahr 4.921 TEUR).

Die Miete für die Telefonanlage Alcatel beträgt 2011/12 EUR 184.174,68 (im Vorjahr 184 TEUR). Bis zum Ende des Mietvertrages am 31.07.2013 beträgt die Miete aus heutiger Sicht EUR 445.088,81.

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

28.2.2011 28.2.2010
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 39.810.833,00 75.811
Haftungen aus Zahlungsgarantien 281.947.024,00 391.866
Summe 321.757.857,00 467.677
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 258.529.290,00 389.122

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2010 bis 28. Februar 2011, im Vorjahr vom 1. März 2009 bis 28. Februar 2010.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 70.571,28 (im Vorjahr 75 TEUR) beinhalten nur Inlandsumsätze.

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 18.315,00 (im Vorjahr 26 TEUR) und resultieren vor allem aus PKW-Verkäufen.

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 20.495,13 (im Vorjahr 54 TEUR) beinhalten die teilweise Auflösung von Rückstellungen für Werbekosten von EUR 1.000,00 (im Vorjahr 0), für Bilanzpressekonferenz in Höhe von EUR 4.482,96 (im Vorjahr 3 TEUR), für Geschäftsbericht EUR 9.142,13 (im Vorjahr 0), sowie Rückstellungen für Prüfungskosten EUR 5.870,04 (im Vorjahr 0).

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von Euro 24.422.294,01 (im Vorjahr 21.954 TEUR) enthalten Erträge aus Konzernverrechnungen in Höhe von EUR 24.123.595,34 (im Vorjahr 21.867 TEUR) sowie sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 298.698,67 (im Vorjahr 87 TEUR).

2010/11
in EUR
2009/10
in TEUR
Gehälter 11.740.375,19 11.601
Aufwendungen für Abfertigungen 282.102,42 211
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervor
sorgekassen (MVK)
75.493,15 64
Aufwendungen für Altersversorgung 608.522,36 173
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 2.281.466,56 2.047
Sonstige Sozialaufwendungen 116.413,50 104
Summe 15.104.373,18 14.200

(13) Personalaufwand

davon entfallen

Abfertigungen und Leis
tungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
Pensionen (Rückstellungen)
2010/11 2009/10 2010/11 2009/10
EUR TEUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 123.700,95 59 597.226,37 163
AktG
andere Arbeitnehmer 233.894,62 217 11.295,99 11
Summe 357.595,5
276
608.522,36 174
7

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 127 Angestellte (im Vorjahr 125 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 2.395.000,00 (im Vorjahr 1.451 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 613.449,64 (im Vorjahr 774 TEUR) bezahlt sowie eine Auflösung in Höhe von EUR 16.223,27 (im Vorjahr 612 TEUR Dotierung) unter sonstigen Rückstellungen berücksichtigt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010/11 eine Vergütung von EUR 165.000,-- (im Vorjahr 165 TEUR).

(14) Erträge aus Beteiligungen

2010/11 2009/2010
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 37.855.279,00 28.914
Erträge von sonstigen Beteiligungen 5.000,00 0
Summe 37.860.279,00 28.914
2010/11 2009/2010
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer 2.005.000,00 4.892
Körperschaftsteuer Vorperioden -10.500,00 -14
Steuerumlagen -3.140.767,82 -6.961
nicht abzugsfähige Quellensteuer 73.810,28 0
Summe -1.072.457,54 -2.083

(15) Steuern vom Einkommen

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing und Vertriebs-GmbH , AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA J&F Holding GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten GmbH, Brüder Hernfeld GmbH, Instantina GmbH und die AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

E. Derivative Finanzinstrumente

Die zwei Zinsswaps im Nominale von EUR 40.000.000,00 wurden laut Vereinbarung vom 05.07.2010 zum aktuellen Marktwert an die Brüder Hernfeld GmbH übertragen.

F. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien AGRANA BIH Holding GmbH, Wien AGRANA Bioethanol GmbH, Wien AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Limited, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf AGRANA Fruit Brasil Indústria Comércio Importacao e Exportacao Ltda., Sao Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., Sao Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fiji AGRANA Fruit France S.A., Paris, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Istanbul Gida San Ve Tic A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co., Ltd, Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacan, Mexico AGRANA Fruit Luka TOF, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacan, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostroleka, Polen AGRANA Fruit S.A.S, Paris, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville, Ohio, USA AGRANA Fruit Services S.A.S., Paris, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOF, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, Ohio, USA AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien

AGRANA J & F Holding GmbH, Wien AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf AGRANA Juice Magyarország Kft, Vásásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Poland Sp z.o.o. Bialobrzegi, Polen AGRANA Juice Romania Carei S.R.L, Carei, Rumänien AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Magyarország Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien AGRANA Nile Fruits Processing SAE, Qalyoubia, Ägypten AGRANA Skrob s.r.o., Hrusovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien AGRANA TANDAREI SRL, Tandarei, Rumänien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien Biogáz Fejleszto Kft, Kaposvár, Ungarn Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H., Wien Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland Financière Atys S.A.S., Paris, Frankreich Flavors from Florida, Inc, Bartow, USA Frefrost SARL, Laouamra, Marokko INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary a.s., Hrusovany, Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien PERCA s.r.o., Hrusovany, Tschechien

S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Tandarei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered, Slowakei Yube d.o.o., Pozega, Serbien "Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH, Wien Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Wien

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

AGRAGOLD Holding GmbH, Wien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien GreenPower E85 Kft, Szabadegyháza, Ungarn HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn Hungranatrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brcko, Bosnien-Herzegowina Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City, China Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City, China

G. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 237 Z14 UGB)

2010/11
Jahres
abschluss
EUR
Andere
Bestätigungs
leistungen
EUR
Gesamt
EUR
2009/
10
Jahres
ab
schluss
TEUR
Andere
Bestäti
gungsleis
tungen
TEUR
Gesamt
TEUR
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs
und Steuerberatungs
gesellschaft
24.000,00 146.000,00 170.000,0
0
17 149 166
Multicont Revisions
und Treuhand Gesell
schaft m.b.H.
0,00 0,00 0,00 15 25 40
Summe 24.000,0
0
146.000,0
0
170.000,
00
32 174 206

H. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Dr. Christian KONRAD, Wien Vorsitzender Dr. Wolfgang HEER, Mannheim Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Stellvertreter des Vorsitzenden Ludwig EIDMANN, Groß-Umstadt Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Mag. Christian TEUFL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Stephan SAVIC, Wien Ing. Peter VYMYSLICKY, Leopoldsdorf Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Walter GRAUSAM, Wien Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Dkfm. Thomas KÖLBL, Mannheim-Lindenhof

Wien, am 28. April 2011

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h.

Mag. Walter Grausam e.h.

Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Anlage 1 Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2010/2011

A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffun gskosten gen
Abschreibun
Buchwerte
Stand gang
Zu
Abgang Stand Stand Jahres- gang
Ab
Stand Stand Stand
01.03.10 28.02.11 01.03.10 g
abschreibun
28.02.11 28.02.11 28.02.10
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 589.397,95 21.902,98 0,00 611.300,93 197.194,95 61.059,98 0,00 258.254,93 353.046,00 392.203,00
2. EDV-Software 4.378.816,75 229.020,77 0,00 4.607.837,52 2.477.776,75 1.255.408,77 0,00 3.733.185,52 874.652,00 1.901.040,00
gensgegenstände
ge Vermö
gwerti
3. Gerin
0,00 37.462,44 37.462,44 0,00 0,00 37.462,44 37.462,44 0,00 0,00 0,00
4.968.214,70 288.386,19 37.462,44 5.219.138,45 2.674.971,70 1.353.931,19 37.462,44 3.991.440,45 1.227.698,00 2.293.243,00
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
2. Betriebs- und Geschäftsausstattun
auf fremdem Grund
146.090,57 0,00 0,00 146.090,57 49.611,48 2.835,00 0,00 52.446,48 93.644,09 96.479,09
gensgegenstände
g
ge Vermö
gwerti
3. Gerin
2.308.696,62
0,00
618.275,26
8.946,17
155.765,74
8.946,17
2.771.206,14
0,00
1.631.459,44
0,00
478.888,26
8.946,17
144.930,74
8.946,17
1.965.416,96
0,00
805.789,18
0,00
677.237,18
0,00
2.454.787,19 627.221,43 164.711,91 2.917.296,71 1.681.070,92 490.669,43 153.876,91 2.017.863,44 899.433,27 773.716,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 355.054.765,83 36.500.000,00 0,00 391.554.765,83 1.211.456,15 0,00 0,00 1.211.456,15 390.343.309,68 353.843.309,68
gungen
2. Beteili
258.620,00 0,00 0,00 258.620,00 0,00 0,00 0,00 0,00 258.620,00 258.620,00
) des
papiere (Wertrechte
gevermögens
Anla
3. Wert
85.206.800,00 0,00 0,00 85.206.800,00 9.204,00 0,00 0,00 9.204,00 85.197.596,00 85.197.596,00
440.520.185,83 36.500.000,00 0,00 477.020.185,83 1.220.660,15 0,00 0,00 1.220.660,15 475.799.525,68 439.299.525,68
Gesamtsumme 447.943.187,72 37.415.607,62 202.174,35 485.156.620,99 5.576.702,77 1.844.600,62 191.339,35 7.229.964,04 477.926.656,95 442.366.484,95

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

136

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss zum 28. Februar 2011 der AGRANA Beteiligungs-AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA Beteiligungs-AG vermittelt;

█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010|11 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 28. April 2011

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, Produktion, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff und Einkauf Qualitätsmanagement, Personal, Kommunikation sowie Forschung und Entwicklung

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERWENDUNG

2010 11
in €
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2010 bis 28. Februar 2011
schließt mit einem Bilanzgewinn von 36.281.257
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 2,40 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 34.084.896
Vortrag auf neue Rechnung 2.196.361
36.281.257

BESTÄTIGUNGSVERMERK

BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäfts jahr vom 1. März 2010 bis zum 28. Februar 2011 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 28. Februar 2011, die Gewinn- und Verlustrechnung für das am 28. Februar 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanzund Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschrift en vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

138 Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vor schriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 28. Februar 2011 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. März 2010 bis zum 28. Februar 2011 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

AUSSAGEN ZUM LAGEBERICHT

Der Lagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreff en.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreff end.

Wien, am 28. April 2011

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h.

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