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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report May 27, 2010

733_10-k_2010-05-27_d6008021-9e58-4f94-bd57-8a426bda33bf.pdf

Annual Report

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JAHRESFINANZBERICHT 2009|10

DER SYNERGIE-EFFEKT

KONZERNABSCHLUSS 2009|10 DER AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

Konzernlagebericht Konzernabschluss Konzernanhang Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk

JAHRESABSCHLUSS 2009|10 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

Einzelabschluss Lagebericht Erklärung aller gesetzlichen Vertreter Bestätigungsvermerk

KONZERNLAGEBERICHT 2009|10

  • Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz- und Ertragslage
  • Investitionen
  • Vermögens- und Finanzlage
  • Cashfl ow
  • Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente
  • Nachtragsbericht
  • Segment Zucker
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Zucker Österreich
  • Zucker Ungarn
  • Zucker Tschechien
  • Zucker Slowakei
  • Zucker Rumänien
  • Zucker Bosnien-Herzegowina
  • Zucker Bulgarien
  • Segment Stärke
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Investitionen
  • Stärke Österreich
  • Stärke Ungarn
  • Stärke Rumänien
  • Bioethanol
  • Segment Frucht
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Investitionen
  • Rohstoff und Ernte
  • Geschäftsentwicklung
  • Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Forschung und Entwicklung
  • Personal- und Sozialbericht
  • Risikomanagement und Internes Kontrollsystem
  • Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB
  • Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB
  • Prognosebericht

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2009|10 2008|09 Veränderung in t¤ in t¤ in % Umsatzerlöse 1.989.159 2.026.328 –1,8 EBITDA 176.246 119.177 +47,9 Operatives Ergebnis 91.937 37.832 +143,0 Operative Marge 4,6 % 1,9 % Ergebnis aus Sondereinfl üssen –5.007 –3.190 +57,0 Ergebnis der Betriebstätigkeit 86.930 34.642 +150,9 Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 48.382 73.813 –34,5 Investitionen in Finanzanlagen 941 1.672 –43,7 Mitarbeiter 7.927 8.244 –3,8

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2009|10 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Konzernabschluss deckt das AGRANA-Geschäftsjahr (März 2009 bis Februar 2010) ab und vergleicht es mit dem Vorjahr.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Mit Ende des dritten Quartals 2009|10 erfolgte die Erstkonsolidierung der österreichischen AGRA GOLD Holding GmbH, die vor allem die Vertriebsgesellschaften am Westbalkan zusammenfasst. Das 50 %-Joint Venture wird mittels Quotenkonsolidierung in den AGRANA-Konzernabschluss einbezogen.

UMSATZ- UND ERTRAGSLAGE

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe sank im Geschäftsjahr 2009|10 um 1,8 % auf 1.989,2 m€. In den Segmenten Zucker und Stärke kam es infolge geringerer Verkaufserlöse zu Umsatzrückgängen. Die erzielten Mengensteigerungen im AGRANA-Konzern von 16,7 % im Vergleich zum Vorjahr konnten den negativen Preiseff ekt nicht zur Gänze kompensieren. Mit einem Umsatz von 684,1 (Vorjahr 702,5) m€ im Segment Zucker verzeichnete AGRANA vor dem Hintergrund der EU-Zuckermarktordnung nach den erfolgten Quotenrückgaben einen Rückgang der Quotenzuckerverkäufe in Kombination mit niedrigeren Verkaufspreisen. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker wuchs dank der Erschließung neuer Exportmärkte. Der Umsatz im Segment Stärke reduzierte sich

UMSATZ NACH SEGMENTEN

trotz gesteigerter Absatzmengen von Stärkeprodukten auf 499,2 (Vorjahr 519,4) m€. Die Verkaufs preise wiesen infolge der Anpassung an die Entwicklung der Rohstoff kosten eine rückläufi ge Tendenz auf. Die Vollaus lastung der Bioethanolanlagen in Österreich und Ungarn trug – trotz geringerer Ethanolerlöse – zu einer positiven Entwicklung der Bioethanol umsätze bei. Im Segment Frucht konnte der Umsatz mit 805,9 (Vorjahr 804,4) m€ durch höhere Absatzmengen auf Vor jahres niveau gehalten werden. Der Fruchtzubereitungs umsatz (rund 80 % des Segment umsatzes) lag trotz leichter Mengensteigerung auf Vorjahres niveau. Im Fruchtsaftkonzentratbereich konnten hohe Absatzzuwächse die im Vorjahresvergleich deutlich niedri geren Verkaufspreise kompensieren.

Das operative Konzernergebnis stieg im Geschäftsjahr 2009|10 deutlich von 37,8 m€ auf 91,9 m€. Getragen hat diese Ent wicklung vor allem die Ergebnisverbesserung im Segment Frucht, wo es gelang, die Ertragslage bei Fruchtsaftkonzen trat zu stabilisieren. Das Vorjahr war durch eine Abwer tung der Vorratsbestände an Apfelsaftkonzentrat belastet. Das Seg ment Stärke profi tierte von normalisierten Rohstoff märk ten sowie von einer zufriedenstellenden Entwicklung der Ertrags situation bei Bioethanol.

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen in Höhe von –5,0 (Vorjahr –3,2) m€ war im Geschäftsjahr 2009|10 dem Segment Frucht zuzuordnen. Darin ausgewiesen sind die Aufwen dungen für die Verlegung des Holdingsitzes der AGRANA Fruit sowie der Firmenwertabgang aus der bereits erfolgten Schließung des Werkes in Kaplice|Tschechien. Somit betrug das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2009|10 86,9 (Vorjahr 34,6) m€.

Das Finanzergebnis konnte im Geschäftsjahr 2009|10 um 67,5 m€ von –67,1 m€ auf 0,5 m€ verbessert werden. Dies war insbesondere auf Währungs gewinne (vor allem in Polen, Ungarn, Rumä nien und Brasilien), aber auch auf rückläufi ge Zinsaufwendungen infolge der niedrigeren Nettover schuldung und Gewinne aus Beteiligungsverkäufen zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich folglich von –32,4 m€ im Vorjahr auf 87,4m€. Nach einem Steueraufwand von 14,7 m€ (entspricht einer Steuerquote von 16,8 %) betrug das Konzernjahresergebnis 72,7 (Vorjahr –15,9) m€. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzern jahresergeb nis stieg auf 72,2 (Vorjahr –11,6) m€, das Ergeb nis je Aktie betrug somit 5,08 (Vorjahr –0,82) €.

INVESTITIONEN

Das Investitionsvolumen (ohne Finanzanlagen) wurde im Geschäftsjahr 2009|10 nach 73,8 m€ im Vorjahr planmäßig auf 48,4 m€ weiter zurückgeführt. Im Segment Zucker gingen 11,4 (Vorjahr 19,4) m€ überwiegend in Ersatzinvestitionen sowie Maßnahmen im Umwelt- und Energiebereich. Die Investitionen im Segment Stärke in Höhe von 10,8 (Vorjahr 23,8) m€ betrafen Prozessoptimierungen sowie Steigerungen der Energieeffi zienz. Im Segment Frucht dienten 26,1 (Vorjahr 30,6) m€ neben Erhaltungsmaßnahmen schwerpunktmäßig der Finanzierung produktionstechnischer Erweite rungen in Russland, Amerika, Argentinien sowie Österreich.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2010 lag mit 1.887,9 m€ um 108,3 m€ unter dem Vorjahr mit 1.996,2 m€. Der Rückgang der langfristigen Vermögenswerte um 15,5 m€ resultierte überwiegend aus den niedrigeren Investitionen. Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 92,8 m€. Dabei stand den gesunkenen Vorräten und fl üssigen Mitteln ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Der Vorratsabbau im Segment Zucker war Folge der mengenmäßig geringeren Zuckervorräte sowie gesun kenen Bewertungen für Quotenzucker nach Wegfall der EU-Restrukturierungsabgabe ab dem Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2009|10. Gleichzeitig ging der Vorratswert im Segment Frucht zurück, was in höheren Verkaufsmengen von Apfelsaftkonzentrat und in reduzierten Bewertungen durch die gesunkenen Rohstoff preise begründet ist.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2009|10 ihre Kapitalstruktur weiter verbessert. Bei einer Eigenkapitalquote von 47,9 % (Vorjahr 41,4 %) lag das Eigenkapital mit 904,7 m€ über dem Wert zum Bilanzstichtag am 28. Februar 2009 mit 825,9 m€. Die Nettofi nanzschulden zum 28. Februar 2010 lagen mit 376,6 m€ um 19,9 % unter dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2008|09 von 470,1 m€. Der Rückgang der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ergab sich aus gesun kenen Investitionen, geringeren Working Capital-Finanzie rungen sowie der Umschuldung auf langfristige Kreditlinien in Kombination mit der Absicherung der Zinsniveaus. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten sanken durch die letztmalige Zahlung der EU-Restrukturierungsabgabe im Oktober 2009.

CASHFLOW

Der Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2009|10 ergebnisbedingt von 115,0 m€ auf 162,2 m€. Neben einem Vorratsabbau verzeich nete AGRANA im Juni 2009 den Zahlungseingang der EU-Restrukturierungs beihilfe über rund 40 m€ für die bereits erfolgten Quotenrückgaben im ZWJ 2008|09 sowie die letzte Zahlung an den EU-Restrukturierungsfonds für das ZWJ 2008|09 im Ausmaß von rund 70 m€. Der Cashfl ow aus Investitionstätigkeit lag mit –48,4 (Vorjahr –72,1) m€ deutlich unter dem Vorjahreswert. Der Abbau externer, kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten führte zu einem Cashabfl uss von 123,7 (Vor jahr 50,1) m€. Die AGRANA-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009|10 einen Free Cashfl ow von 113,8 (Vorjahr 42,9) m€.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER EINZELNEN SEGMENTE

Segment Zucker

in t¤ 2009 10 2008 09
Umsatzerlöse (brutto) 737.015 751.086
Umsätze zwischen den Segmenten –52.963 –48.583
Umsatzerlöse 684.052 702.503
Operatives Ergebnis 15.214 15.810
Operative Marge 2,2 % 2,3 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) 15.214 14.897
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 11.420 19.402
Investitionen in Finanzanlagen 537 862
Mitarbeiter 2.336 2.464

Der Umsatz im Segment Zucker sank im Geschäftsjahr 2009|10 um 2,6 % auf 684,1 m€. Grund dafür war vor allem der mengenmäßige Rückgang im Quotenzuckerabsatz bei sinkenden Preisen. Trotz unterjähriger Schwankungen der Exportaktivitäten der Industriekunden konnte AGRANA die Abnahmemengen von Quotenzucker im Industriebereich konstant halten. Bei Nicht-Quotenzucker gelangen durch die Erschließung neuer Märkte mengenmäßige Zuwächse bei den Drittlandsexporten. Der Umsatzanteil von Zucker am Konzernumsatz betrug 34,4 % (Vorjahr 34,7 %). Vor allem in den osteuropäischen Ländern war das Kaufverhalten der Endkonsumenten zurückhaltend. In der Westbalkanregion war das Marktgeschehen zusätzlich vom gestiegenen Weltmarktpreis beeinfl usst, der die Nachfrage zurückgehen ließ.

Das operative Segmentergebnis lag im Geschäftsjahr 2009|10 mit 15,2 m€ nahezu auf dem Vorjahresniveau von 15,8 m€. Die geringeren Quotenzuckerumsätze konnte AGRANA durch den Wegfall der EU-Restrukturierungsabgabe und den optimierten Energieeinkauf für die Kampagne 2009 annähernd kompensieren. Die Auslastung der Raffi nationsanlagen in Rumänien und Bosnien-Herzegowina lag aufgrund der Preisentwicklungen am Weltmarkt und der entsprechenden Verfügbarkeit von Rohzucker unter Vorjahr. Die Wirtschaftlichkeit von Raffi nationszucker war in Anbetracht der höheren Beschaff ungskosten und der lokal erzielbaren Preise im Geschäftsjahr 2009|10 eingeschränkt, was zu erhöhtem Margendruck führte.

Segment Stärke

in t¤ 2009 10 2008 09
Umsatzerlöse (brutto) 533.788 551.979
Umsätze zwischen den Segmenten –34.586 –32.540
Umsatzerlöse 499.202 519.439
Operatives Ergebnis 41.055 27.523
Operative Marge 8,2 % 5,3 %
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) 41.055 25.246
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 10.836 23.798
Investitionen in Finanzanlagen 1 254
Mitarbeiter 880 853

Im Geschäftsjahr 2009|10 sank der Umsatz im Segment Stärke im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 % auf 499,2 m€. Obwohl die Absatzmengen deutlich gesteigert werden konnten, schlugen die geringeren Verkaufspreise infolge der rohstoff bedingten Anpassung der Verkaufskontrakte durch. Entgegen der konjunkturell bedingten Marktentwicklung

konnte AGRANA beim Stärkeabsatz im technischen Bereich zulegen. Mengensteigerungen erfolgten auch bei nativer Stärke und Verzuckerungsprodukten. Durch den Vollbetrieb der Bioethanolanlagen in Österreich und Ungarn stiegen die Bioethanolumsätze. Der Umsatz mit den Nebenprodukten entwickelte sich zufriedenstellend. Der Umsatzanteil des Stärkesegmentes am Konzernumsatz betrug 25,1 % nach 25,6 % im Vorjahr.

Das operative Ergebnis von 41,1 m€ zeigte eine deutliche Steigerung gegenüber 27,5 m€ im Vorjahr. Die Entspannung auf den Rohstoff märkten mit entsprechend verringerten Rohstoff kosten wirkte sich ebenso wie die Energiekosten positiv auf die Produktionskosten aus. In einem erfreulichen Ausmaß verbesserte sich die Ertragssituation bei Bioethanol. Die operative Marge im Segment Stärke erreichte im Geschäftsjahr 2009|10 8,2 % nach 5,3 % im Vorjahr.

Segment Frucht

in t¤ 2009 10 2008 09
Umsatzerlöse (brutto) 805.988 804.476
Umsätze zwischen den Segmenten –83 –90
Umsatzerlöse 805.905 804.386
Operatives Ergebnis 35.668 –5.501
Operative Marge 4,4 % neg.
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) 30.661 –5.501
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 26.126 30.613
Investitionen in Finanzanlagen 403 556
Mitarbeiter 4.711 4.927

Der Umsatz im Segment Frucht lag mit 805,9 m€ auf dem Vorjahresniveau von 804,4 m€. Gestiegene Absatzvolumina bei Fruchtsaftkonzentraten und leichte Mengensteigerungen im Bereich Fruchtzubereitungen konnten die niedrigeren

Verkaufspreise ausgleichen. Der Markt für Fruchtzubereitungen wies sehr unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Regionen auf. Abschwächungen in Lateinamerika (speziell in Argentinien und Mexiko) stand ein Wachstum im asiatisch-pazifi schen Raum und in Osteuropa gegenüber. In Zentral- und Westeuropa zeigte sich eine stabile Absatzentwicklung. Die Preise für Apfelsaftkonzentrat lagen erheblich unter dem Vorjahresniveau, wobei gegen Ende des Geschäftsjahres 2009|10 eine preisliche Stabilisierung mit steigender Tendenz zu verzeichnen war. Der Umsatzanteil des Fruchtsegmentes am Konzernumsatz betrug 40,5 % (Vorjahr 39,7 %).

Das operative Segmentergebnis stieg auf 35,7 m€ gegenüber dem Vorjahr mit –5,5 m€, in dem die Lagermengen von Apfelsaftkonzentrat abgewertet wurden. Bereinigt um die Einmalbelastung im Ausmaß von 32,4 m€ im Vorjahr lag das Ergebnis um 8,8 m€ über Vorjahr. Deutlich höhere Absatzmengen und geringere Rohstoff kosten sowie Kosteneinsparungen überkompensierten die gesunkenen Erlöse im Geschäftsjahr 2009|10. Die Einführung von Lean Management erlaubte es, die Kostenstruktur in den Konzentratwerken zu optimieren und den Markterfordernissen anzupassen. Dank der Flexibilität in der Produktion konnte AGRANA den wirtschaftskrisenbedingt volatileren Auftragseingang in den Fruchtzubereitungswerken zufriedenstellend meistern. Bei AGRANA Fruit wurden Kosten der Restruk turierung (Verlegung des Holdingsitzes) sowie der Firmenwertabgang der AGRANA Fruit Bohemia in Tschechien in Höhe von 5,0 m€ im Ergebnis aus Sondereinfl üssen berücksichtigt.

NACHTRAGSBERICHT

Nach Ende des Bilanzstichtages am 28. Februar 2010 sind keine wesentlichen berichtspfl ichtigen Ereignisse für die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage eingetreten.

MEHRWERT DURCH SYNERGIEN.

Durch die Veredelung von Rohstoff en schaff t AGRANA wertvollen Mehrwert. Und durch die Synergien in den drei Segmenten schaff en wir zusätzliche Werte, minimieren minimieren Risiken und sichern uns nachhaltige Wettbewerbsvorteile. nimieren nachhalti achhaltige Wettbewerbsvorteile.ettbewerbsvorteile.

Vakuumkristallisator in der österreichischen Zuckerfabrik in Tulln.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2009 10 2008 09 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 684,1 702,5 –2,6
Operatives Ergebnis 15,2 15,8 –3,7
Operative Marge 2,2 % 2,3 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 11,4 19,4 –41,1

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA ist als

führender Zuckerproduzent in den Kern märkten Zentral- und Osteuropas hervorragend positioniert. Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker ist weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions gesellschaft m.b.H. in Österreich ange siedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte durch die zur PortionPack Europe-Gruppe gehörende HELLMA Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgt ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Zuckerweltmarkt

Ernteausfälle der beiden weltgrößten Produzenten Brasilien und Indien im Kalenderjahr 2009 führten zu einem Anstieg der Weltmarktpreise. Rohzucker in New York erreichte am 1. Februar 2010 mit einer Notierung von 670,2 USD je Tonne den Höchstpreis seit 30 Jahren. Weißzuckerfutures verzeichneten am 21. Jänner 2010 ebenfalls eine Rekordnotierung von 767,0 USD je Tonne. Zwischenzeitlich hat sich bei den Börsenpreisen ein Abwärtstrend eingestellt.

In der aktuellen Schätzung der Weltzuckerproduktion für das ZWJ 2009|10 (Oktober 2009 bis September 2010) rechnet das Analyseunternehmen F. O. Licht mit einem Anstieg der weltweiten Zucker produktion um 5,1 Mio. Tonnen auf 156,0 Mio. Tonnen. Davon entfallen etwa 34,6 Mio. Tonnen auf die Herstellung aus Zuckerrüben (plus 2,5 Mio. Tonnen im Vergleich zum ZWJ 2008|09) und rund 121,4 Mio. Tonnen auf die Rohrzuckerproduktion (plus 2,6 Mio. Tonnen). Trotz eines Anstiegs der globalen Zuckerproduktion wird im ZWJ 2009|10 bei einem geschätzten Konsum von 163,3 Mio. Tonnen mit einem Zuckerdefi zit gerechnet.

INTERNATIONALE ZUCKERNOTIERUNGEN IM AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2009|10 in USD je Tonne

33

Zuckermarktordnung

Die seit 1. Juli 2006 geltende Zuckermarktordnung hat eine Laufzeit bis September 2015. Die entscheidenden Elemente der Reform umfassen die Senkung der Referenzpreise für EU-Quoten zucker um 36 %, die Kürzung des Rübenpreises um 40 % und die Senkung der europäischen Pro duktions menge um 6 Mio. Tonnen. Es wurden 5,8 Mio. Tonnen Produktionsquoten (Zucker, Isoglu kose und Inulinsirup) an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben. Die Auszahlung der Restruktu rierungs prämien für die Quotenrückgaben von AGRANA im ZWJ 2008|09 erfolgte zur Gänze im Juni 2009. AGRANA hält eine Produktionsquote von rund 618.000 Tonnen. Im Jänner 2010 hat die EU-Kommis sion bekanntgegeben, dass von einer fi nalen Quotenkürzung abgesehen wird.

Seit 1. Oktober 2009 ist der europäische Zuckermarkt für Einfuhren sowohl aus den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (LDC) durch das "Alles-außer-Waff en"-Abkommen (EBA) als auch aus den AKP-(Afrika-Karibik-Pazifi k-)Staaten durch das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) off en. Zölle und Mengenbegren zungen wurden vollständig aufgehoben. Eine spezielle Schutzklausel soll bei Überschreiten einer bestimmten Importmenge die Wiedereinführung von Schutzzöllen erlauben.

Für das ZWJ 2009|10 hat die EU-Kommission ein zollfreies Importkontingent von 400.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker für die chemische Industrie gewährt. Im Gegenzug ermöglichte sie der Zuckerindustrie den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Welt markt. Aufgrund der außergewöhnlich günstigen klimatischen Bedingungen und der daraus resultierenden guten Erträge für Nicht-Quotenzucker hat die EU-Kommis sion am 14. Oktober 2009 die Exportlizenzen für Nicht-Quotenzucker auf 1.350.000 Tonnen aufgestockt. Diese Ausfuhrmenge wurde im Jänner 2010 weltmarktpreisbedingt durch eine einmalige Erhöhung von 500.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker auf 1.850.000 Tonnen erweitert. AGRANA verfügt über ausreichende Exportlizenzen für den Nicht-Quotenzuckerabsatz im ZWJ 2009|10.

Außenhandel Zucker

Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen blieben bislang ohne konkretes Ergebnis. Ein Abschluss in naher Zukunft gilt derzeit als unwahrscheinlich. Das der EU-Kommission seitens der Mitgliedsstaaten erteilte Verhandlungsmandat gilt unverändert.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Auf einer Gesamtfl äche von rund 83.550 (Vorjahr 71.750) Hektar wurden für den AGRANA-Konzern im Geschäftsjahr 2009|10 rund 5,08 (Vorjahr 4,71) Mio. Tonnen Rüben geerntet und anschließend verarbeitet. Wechselhafte Witterungsbedingungen während der Vegetationsperiode und Ernte führten zu guten Erträgen, aber zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen im Zuckergehalt. Die rund 8.520 (Vor jahr 8.650) Rübenbauern erzielten Rübenerträge von durchschnittlich 60,8 (Vorjahr 65,5) Tonnen je Hektar und einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,3 % (Vor jahr 17,1 %).

34 Die sieben Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 46.000 (Vorjahr 46.500) Tonnen Rüben in durchschnittlich 113 (Vorjahr 105) Tagen zu rund 747.000 (Vorjahr 720.000) Tonnen Zucker. Die Zuckerproduktion lag deutlich über der AGRANA-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder auf den Weltmarkt exportiert. In Rumänien und Bosnien wurden im Geschäftsjahr 2009|10 zusätzlich rund 176.000 (Vorjahr 183.000) Tonnen Weißzucker aus Roh zucker raffi niert.

In den meisten Ländern begann die Rübenverarbeitung zwischen dem 16. und 24. September 2009. Aufgrund der großen Rübenmenge verzeichnete das österrei chische Werk in Tulln konzernweit die längste Zuckerkampagne mit dem letzten Verarbeitungstag am 25. Jänner 2010. In der abgelaufenen Kampagne wurden in Ungarn rund 42 % des Primärenergiebedarfes durch eigenes Biogas substituiert. Die Pro duktion von Zuckerrüben aus kontrolliert biolo gischem Anbau konnte AGRANA im Geschäftsjahr 2009|10 auf 2.900 (Vorjahr 1.800) Tonnen Bio-Rübenzucker steigern.

In Anbetracht der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA mit dem Dach verband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessengemeinschaften in den anderen Ländern neue Verein barungen über den Rübenanbau 2010 treff en.

INVESTITIONEN

Im Segment Zucker gingen 11,4 (Vorjahr 19,4) m€ schwerpunktmäßig in Ersatzinvestitionen. In Kaposvár|Ungarn investierte AGRANA im Geschäftsjahr 2009|10 in zwei Schnitzelpressen. Mit der Installation einer Schnitzelpresse in der tschechischen Fabrik in Hrušovany wurde die Sanierung der Pressstation fi nalisiert. In Sereď|Slowakei erfolgte die Errichtung einer neuen Lagerhalle für abgepackte Ware. Die Inbetriebnahme der im Bau befi ndlichen 1 kg-Abpackanlage ist im Geschäftsjahr 2010|11 geplant. Durch betriebliche Anpassungen in der Rohzuckerraffi nerie in Brčko| Bosnien-Herzegowina konnte die durchschnittliche Verarbeitungs menge auf 500 Tonnen pro Tag angehoben werden.

ZUCKER ÖSTERREICH

Der Zuckerumsatz verzeichnete in Österreich mit 348,1 (Vorjahr 364,2) m€ einen Rückgang um rund 4 %. Dies resul tierte aus dem mengenmäßigen Rückgang im Quoten zuckerabsatz bei sinkenden Preisen. Trotz wirtschaftskrisenbedingt schwankender Absatzmengen konnte AGRANA die Zuckerverkäufe an die Lebensmittelindustrie über das gesamte Geschäftsjahr konstant halten. Beim Lebensmittelhandel gab es Einbußen im Zuckerabsatz. Durch die Positionierung von AGRANA-Zucker mit der Marke "Wiener Zucker" als österreichisches Qualitätsprodukt konnten die Marktanteile auf Vorjahresniveau gehalten werden. Der ansteigende Weltmarktpreis für Zucker hatte ab Jahresmitte 2009 positive Auswirkungen auf den Export von Nicht-Quotenzucker. So konnten die Drittlandsexporte von Nicht-Quotenzucker durch Erschließung neuer Märkte (wie Israel, Usbekistan und der Nahe Osten) deutlich erhöht werden. Mit dem Absatz von Bio-Zucker trat AGRANA in ein neues Marktsegment ein. Die Verkaufserlöse für Nebenprodukte (Melasse und Trocken schnitzel) sanken entsprechend dem Verlauf der Getreide preise.

Der Wegfall der Restrukturierungsabgabe ab dem ZWJ 2009|10 sowie Kosteneinsparungen im Energieeinkauf wirkten positiv, unterschiedliche Qualitäten für die Zucker rüben führten infolge geringerer Verarbeitungsleistungen allerdings zu Mehr kosten im Produktionsbereich.

ZUCKER UNGARN

Im Geschäftsjahr 2009|10 ging der Umsatz in Ungarn von 122,2 m€ auf 106,6 m€ zurück. Die Umsätze für Quotenzucker sanken plangemäß infolge reduzierter Quotenzuckerabsätze aufgrund der Quotenrückgaben und der niedrigeren Quotenzuckerpreise. Darüber hinaus fand ein preisaggressiver Wettbewerb am ungarischen Markt statt.

ZUCKER TSCHECHIEN

Absatzsteigerungen insbesondere von Nicht-Quotenzucker führten zu einem Umsatzanstieg um rund 17 % auf 96,2 (Vorjahr 82,0) m€. Neben dem Export in neue Märkte wurden Kunden der chemischen Industrie beliefert. Die Umsätze für Quotenzucker waren rückläufi g, was auf die gesunkenen Preise zurückzuführen war.

ZUCKER SLOWAKEI

AGRANA konnte den Umsatz in der Slowakei von 44,3 m€ auf 55,0 m€ deutlich verbessern. In Kombination mit einem erhöhten Absatzvolumen von Nicht-Quotenzucker verzeichnete das Handelsgeschäft mit landwirtschaftlichen Produkten einen deutlichen Zuwachs. Neben dem stabilen inländischen Zuckerverkauf an den Lebensmittelhandel war der Absatz im Industriebereich rückläufi g. Das Kaufverhalten der Endkon sumenten ist eher zurückhaltend und folglich entwickelte sich ein starker Wettbewerb der lokalen Zuckerproduzenten.

ZUCKER RUMÄNIEN

Der rumänische Umsatz sank im Geschäftsjahr 2009|10 von 155,1 m€ auf 139,6 m€. Dafür waren die rückläufi gen Mengen als auch Preise von Quotenzucker verantwortlich. Sowohl im Industrie- als auch im Handelsabsatz wurden Rückgänge verzeichnet. Der Marktanteil liegt knapp unter dem Vor jahresniveau von nahezu 50 %.

Der steigende Weltmarktpreis für Zucker stellte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine große Herausforderung für den Einkauf von Rohzucker dar und verursachte einen erhöhten Margendruck für die Raffi nationsanlage in Rumänien. Die Rohzuckerimporte aus den LDCs und AKP-Staaten in die Europäische Union unterliegen einem Mindestpreis. Da die gestiegene EU-Nach frage nach Rohzucker derzeit das Angebot aus diesen Ländern übersteigt, führte dies zu deutlich über dem Welt markt- und dem Mindestpreis liegenden Importpreisen.

Nachdem sich die rumänische Währung im Laufe des Geschäftsjahres 2009|10 gefestigt hat, konnte ein Teil der Währungsverluste aus dem letzten Geschäftsjahr 2008|09 kompensiert werden.

ZUCKER BOSNIEN-HERZEGOWINA

Die gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Studen betriebene Rohzuckerraffi nerie erzielte im Geschäftsjahr 2009|10 einen Umsatz von 33,9 (Vorjahr 9,4) m€. In Bosnien-Herzegowina verbuchte AGRANA mit einer gesteigerten Zuckerabsatzmenge deutliche Marktanteilsgewinne.

Das Marktgeschehen war im Geschäftsjahr 2009|10 von den gestiegenen Weltmarktpreisen beeinfl usst. Den Rohzuckerbedarf für die Raffi nerie deckt AGRANA am Weltmarkt. Die Wirtschaftlichkeit von Raffi nationszucker war jedoch in Anbe tracht der höheren Herstellkosten und der lokal erzielbaren Preise beeinträchtigt. Hohe Weißzuckerpreise resul tierten zudem in einer Kaufzurückhaltung der Kunden.

ZUCKER BULGARIEN

Der Umsatz in Bulgarien belief sich im Geschäftsjahr 2009|10 auf 20,3 (Vorjahr 36,2) m€. Infolge der Wirtschaftskrise war das Konsumverhalten zurückhaltend und bewirkte Rückgänge beim Zuckerabsatz im Lebensmittelhandel und Industriebereich.

Die Anteile am Vertriebs- und Verpackungs-Joint Venture mit dem bulgarischen Zuckeruntenehmen Zaharni Zavodi AD wurden im Geschäftsjahr 2009|10 zu 100 % von AGRANA übernommen. AGRANA führt nun die Handelsaktivitäten am bulgarischen Markt mit im Konzern verfügbarem Zucker weiter, um die Marktversorgung sicherstellen zu können. Die kurzfristige Unterversorgung und teilweisen Geschäftsunterbrechungen infolge der Joint Venture-Aufl ösung wirkten negativ auf das Ergebnis. Infolge sind für das Geschäftsjahr 2010|11 Kosteneinsparungen und eine Konsolidierung des Geschäfts geplant.

SYNERGIEN IN DER ORGANISATION.

Im Bereich der Verwaltungskosten kann AGRANA durch die Zentralisierung von segmentübergreifenden Aktivitäten wesentlich effi zienter arbeiten als andere Marktteilnehmer.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2009 10 2008 09 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 499,2 519,4 –3,9
Operatives Ergebnis 41,1 27,5 49,3
Operative Marge 8,2 % 5,3 %
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 10,8 23,8 –54,5

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Nischenstrategie

von AGRANA Stärke erlaubt Diff erenzierung gegenüber dem Mitbewerb.

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoff elstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ("Health Check") kommt es zum Auslaufen der bisherigen Marktordnung für Kartoff elstärke mit dem Ende des Getreidewirtschaftsjahres 2011|12 (Juli 2011 bis Juni 2012). Somit entfallen ab diesem Zeitpunkt die Produktionsquote für Kartoff elstärke, die gekoppelten Beihilfen sowie der Mindestpreis. Als Referenzzeitraum für die Entkoppelung der Direktbeihilfen an Landwirte und Industrie wurde für Österreich das Jahr 2010 festgelegt, wobei die Kontraktmengen des Stärkekartoff el-Anbauvertrages 2010 als Basis für die entkoppelten Beihilfen ab dem Jahr 2012 dienen.

Die Isoglukosequote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2009|10 rund 690.000 Tonnen. Aufgrund der Marktbedingungen verzichtete die Europäische Union auf die im Rahmen der Zuckermarktordnungs refom vorgesehene Möglichkeit einer fi nalen Quotenkürzung. HUNGRANA hält mit 220.000 Tonnen die größte europäische Isoglukosequote.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Die Ernteschätzungen des internationalen Getreiderates (IGC – International Grains Council) in London zeigen weltweit eine gute Versorgungslage mit Getreide. Für das laufende Getreidewirtschaftsjahr 2009|10 (Juli 2009 bis Juni 2010) wird die zweitgrößte Weltgetreideernte erwartet. Um gelegt auf die weltweite Maisproduktion 2009|10 bedeutet dies einen Anstieg um 6,0 Mio. Ton nen auf 797 Mio. Tonnen. Für Weizen schätzt IGC für die Ernte 2009|10 einen moderaten Rückgang auf 675 (Vorjahr 686) Mio. Tonnen.

Die europäische Ernte 2009 brachte in der EU-27 nach Einschätzung von Stratégie Grains eine Erntemenge von rund 57 (Vorjahr 63) Mio. Tonnen Mais und rund 130 (Vorjahr 120) Mio. Tonnen Weizen. Für Mais gab es im Wirtschaftsjahr 2009|10 letztmalig die Interventionsmöglichkeit von 700.000 Tonnen. Der Großteil der Interventionsmenge von rund 550.000 Tonnen stammte aus Ungarn und der Slowakei.

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Die gute Versorgungslage schlug sich in den Rohstoff notierungen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE (vormals MATIF) nieder. Nach sehr volatilen Bewegungen zeigten die Preise deutliche Abschwächungstendenzen infolge der Ernteaussichten. Derzeit scheint der Boden der Getreide preise erreicht. Prognosen für die Ernte 2010 (Getreidewirtschaftsjahr 2010|11) gehen von einer sowohl welt- als auch europaweiten Einschränkung der Getreideproduktion um rund 1,5 % aus.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärke fabriken (inklusive 50 %-Anteil HUNGRANA) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2009|10 auf rund 630.900 (Vorjahr 593.300) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von 182.400 (Vorjahr 163.700) Tonnen. Die Produktion von Stärkehauptprodukten (ohne Bioethanol und ohne Nebenprodukte) lag bei 540.600 (Vorjahr 512.200) Tonnen.

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes, vor allem für technische Ver edelungsstärken (Non-Food), lag die Auslastung der Fabriken auf hohem Niveau. Konjunkturbedingt waren phasenweise Schwankungen bei Produkten für die Papierund Wellpappeindustrie sowie eine Stagnation bei Produkten für die Bauindustrie zu verzeichnen. Dies konnte AGRANA im Lebensmittelbereich mit höheren Produktionsmengen von Verzuckerungsprodukten wie Isoglukose und Flüssigdextrose sowie nativen Stärken kompensieren.

Kartoff elstärke

In der Kampagne 2009 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 111 (Vorjahr 116) Tagen rund 187.400 (Vorjahr 198.500) Tonnen Stärkeindustriekartoff eln zu 40.200 (Vorjahr 42.400) Tonnen Kartoff elstärke verarbeitet. Dabei lag der Bio-Anteil bei rund 2,7 % (Vorjahr 3,2 %) gemessen an der Einsatzmenge. Für das Anbaujahr 2010 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoff elstärke zur Verfügung, für die Kontrakte mit den Landwirten abgeschlossen wurden. Aus rund 25.000 Tonnen Speiseindustriekartoff eln wurden etwa 4.000 Tonnen Kartoff eldauerprodukte produziert. Davon lag der Bio-Anteil bei 22 %.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2009|10 10,8 (Vor jahr 23,8) m€. Damit wurden Prozess optimierungen sowie Steigerungen der Energieeffi zienz (wie zum Beispiel in Form von Wärmerückgewinnungsanlagen in den österreichischen Stärkefabriken und die Umstellung auf Erdgas als Primär energieträger in Rumänien) getätigt. In der ungarischen Fabrik wurde nach Abschluss der Erhöhung der Produktionskapazität für Isoglukose der Nebenpro dukte bereich (Maiskleber und Maiskleberfutter) optimiert.

STÄRKE ÖSTERREICH

Im Geschäftsjahr 2009|10 sank der Umsatz um 36,5 m€ auf 307,9 (Vorjahr 344,4) m€, was zum Großteil auf den Preisrück gang der Haupt- und Nebenprodukte sowie die niedri geren Absätze bei Spezialitäten zurückzuführen war. Der Mengenabsatz stieg von 948.900 Tonnen im Vorjahr auf 1.034.900 Tonnen. Das lag an den höheren Verkaufsmengen von nativen Stärken, Verzuckerungsprodukten und den über die Futtermittelabteilung vertriebenen Nebenprodukten der AGRANA Bioethanol GmbH sowie von HUNGRANA. Die Mengensteigerungen bei den Hauptprodukten konnten den Preiseff ekt nicht kompen sieren, was den Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2009|10 bewirkte.

Insbesondere bei den nativen Stärken (Kartoff el- und Maisstärke) und Verzuckerungsprodukten übertraf AGRANA die Absätze des Vorjahres. Infolge der fallenden Marktpreise lag der Umsatz jedoch unter Vorjahr. Im Bereich der technischen Stärken wurden höhere Mengen an die Papier-, Wellpappe-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. Entgegen der allgemeinen Marktentwicklung konnte AGRANA insbesondere im Papierindustrieabsatz zulegen und den Marktanteil ausbauen. Im Bereich Lebensmittelstärken lag das Absatzvolumen auf Vorjahresniveau. Gesunkene Rohstoff preise und ein generelles Überangebot am europäischen Markt führten zu einem deutlichen Preisverfall insbesondere ab dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2009|10.

Der Absatz von Nebenprodukten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) stieg auf 639.100 (Vorjahr 596.300) Tonnen, was insbesondere auf "ActiProt" zurückzuführen war. Niedrigere Preise bei Getreide verursachten bei Nebenprodukten stark rückläufi ge Verkaufspreise.

STÄRKE UNGARN

Der Umsatz entsprechend dem 50 %-Anteil der AGRANA reduzierte sich im Geschäftsjahr 2009|10 um 7,8 m€ auf 126,4 (Vorjahr 134,2) m€. Grund dafür waren neben Währungseff ekten insbesondere niedrigere Verkaufspreise für Isoglukose und Nebenprodukte. Die positive Entwicklung des Bioethanolgeschäftes und der Mehrabsatz von Verzuckerungsprodukten ergaben eine Steigerung der Absatzmenge auf 420.100 (Vorjahr 390.600) Tonnen.

In Kombination mit dem Mehrabsatz trugen die Entspannung auf dem Rohstoff markt und die daraus resultierenden niedrigeren Maiskosten wesentlich zur Verbesserung des operativen Ergebnisses bei.

STÄRKE RUMÄNIEN

In Rumänien erzielte AGRANA einen Umsatz von 8,9 (Vor jahr 9,5) m€. Der erreichte Mehrabsatz konnte die gesunkenen Verkaufspreise der Haupt- und Nebenprodukte, insbesondere bei nativen Stärken und Verzuckerungsprodukten, nicht ausgleichen.

Gesteigerte Verkaufsmengen und niedrigere Rohstoff kosten hatten trotz eines niedrigeren Verkaufspreisniveaus dennoch eine Ergebnisverbesserung im Geschäftsjahr 2009|10 zur Folge.

BIOETHANOL

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Am 26. März 2009 verabschiedeten das Europäische Parlament und der Europäische Rat die endgültige Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (und zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinien 2001/77/EG und 2003/30/EG). Die EU-Richtlinie 2009/28/EG schreibt folgende Zielwerte bis zum Jahr 2020 vor: 20 % weniger Treibhausgasemissionen, 20 %-Anteil erneuerbarer Energie, wobei 10 % der Kraftstoff e aus erneuerbaren Quellen stammen müssen.

Gemäß dieser Richtlinie hat die Treibhausgasemissions einsparung durch Biokraftstoff e über deren Lebenszyklus berechnet ab dem Jahr 2013 mindestens 35 % zu betragen. Ab 1. Jänner 2017 müssen Einsparungen von 50 % und bei Anlagen, die ihre Produktion nach diesem Stichtag aufnehmen, Einsparungen von mindestens 60 % erzielt werden.

Die Umsetzung der EU-Richtlinien hat in Österreich bereits seit 1. Oktober 2008 die Substitution von 5,75 % des Gesamtenergieinhaltes aller in Verkehr gebrachten Kraftstoff e durch biogene Treibstoff e vorgeschrieben. Um diese Verpfl ichtung einzuhalten, können sowohl Biokraftstoff e, wie der umweltfreundliche Kraftstoff SuperEthanol E85, als auch den Kraftstoff sorten Diesel und Benzin beigemischte Mengen biogener Treibstoff e herangezogen werden. Das Erreichen des Substitutionsziels wird mit einem steuerlichen Anreiz unterstützt: Der biogene Anteil der Treibstoff e ist von der Mineralölsteuer befreit.

Seit 1. Juli 2009 besteht auch in Ungarn eine Beimischungsverpfl ichtung von 3,1 Energieprozent von Bioethanol zu Benzin, wodurch mindestens 4,8 Volumsprozent Bioethanol dem Benzin beizumischen sind, andernfalls ist eine erhöhte Mineralölsteuer zu entrichten.

Produktion

AGRANA betreibt gemeinsam mit den österreichischen Rübenbauern (AGRANA Stärke GmbH mit einem Anteil von 74,9 %, Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH mit 25,1 %) ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf|Österreich sowie im Rahmen ihrer 50 %-Beteiligung an HUNGRANA Kft. eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyháza|Ungarn. Bioethanol aus den AGRANA-Pro duk tionswerken in Österreich und Ungarn spart gemäß Studien der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über den gesamten Lebenszyklus von der Produktion der Roh stoff e, deren Düngung, Transport und Verarbeitung bis zum Einsatz von Bioethanol im Motor rund 50 % an Treibhausgas emissionen gegenüber Benzin.

Die gesamte theoretische Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke in Österreich und Ungarn beträgt mehr als 400.000 m3.

Für die Bioethanolherstellung in Österreich können Weizen, Mais und Triticale als Rohstoff e eingesetzt werden. Neben Bioethanol werden jährlich bis zu 190.000 Tonnen hochwertiges Eiweißfuttermittel ("ActiProt") erzeugt. Die Roh stoff e kamen im Geschäftsjahr 2009|10 zum Großteil aus österreichischem Anbau. Die Gesamtverarbeitung lag bei rund 470.000 (Vorjahr 311.000) Tonnen mit einem Verhältnis von Weizen und Triticale zu Mais von etwa 3:1. Für die Ernte 2010 wurden Anbauverträge für Ethanolweizen sowie Ethanoltriticale in einem Ausmaß von 160.000 Tonnen ange boten. Im Unterschied zum bisherigen Vertragsmodell gibt es eine Übernahmegarantie, jedoch keine an die Börsenotierung gebundene Preisfestsetzung.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil einer Stärkefabrik, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Während der Ernte wird erntefrischer, sogenannter Nassmais verwendet. Nebenprodukte sind Maiskeime für Pfl anzenölprodukte sowie Maiskleber und Maiskraftfutter für die Tierfütterung.

Geschäftsentwicklung

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50 %-Anteil Ungarn) stieg um rund 74.000 m³ auf 294.000 m³. Der Großteil wurde in Österreich verkauft. Die höhere Verarbeitungsleistung schlug sich auch im Verkauf des Eiweißfuttermittels "ActiProt" nieder. Dieser erhöhte sich um rund 71.300 Tonnen auf rund 153.500 (Vorjahr: 82.200) Tonnen.

SYNERGIEN BEI DER VERMARKTUNG.

Unsere Kunden werden mit Produkten aus allen drei Segmenten beliefert. Das gibt Sicherheit, spart ihnen Zeit und Geld und macht AGRANA zu einem wichtigen Partner.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2009 10 2008 09 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 805,9 804,4 0,2
Operatives Ergebnis 35,7 –5,5 > 100
Operative Marge 4,4 % neg.
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 26,1 30,6 –14,6

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA ist Welt-

marktführer bei Frucht zubereitungen sowie führender Qualitäts anbieter von Fruchtsaft konzentraten.

Sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht hält mittelbar die AGRANA J&F Holding GmbH. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S., deren Firmensitz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009|10 von Paris an den Standort der AGRANA Fruit France in Mitry-Mory|Frankreich verlegt wurde. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Marktumfeld

Marktforschungsdaten zeigten im Jahr 2009 eine Stagnation der Nachfrage nach Fruchtjoghurt. Ab dem dritten Kalenderquartal 2009 kam es zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Erholung und zu einem moderaten Wachstum. Gestützt auf kontinuierliche Marketingaktivitäten der Markenartikel anbieter hat sich die Nachfrage nach Fruchtjoghurt in Europa gefestigt. In den USA führte dies zu einem leichten Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauches, der allerdings im Vergleich zu Europa auf einem niedrigeren Niveau liegt.

Durch die erhöhte Preissensibilität der Konsumenten verlagerte sich die Nachfrage im Jahr 2009 sowohl bei Markenartikeln als auch bei Handelsmarken zu preisgünstigeren Produkten und Aktions ware. Dieser Tendenz wirkte jedoch der Trend des Upgradings zu höherwertigen und höherpreisigen Produkten entgegen. Im Mix der Marken ging der Konsumententrend hin zu höherpreisigen probiotischen Fruchtjoghurts und Bio-Produkten. In der Molkereiindustrie ist wieder vermehrt Interesse an Neuentwicklungen und Produktinnovationen spürbar, um neue Kaufi mpulse zu setzen.

Im Konzentratgeschäft gab es in einigen Fällen Marktverschiebungen von 100 %igem Fruchtsaft zu Fruchtsaftnektar, Fruchtsaftgetränken und aromatisiertem Wasser mit sehr geringem Fruchtsaft gehalt. Der Preisdruck im Handelsgeschäft verstärkte sich durch Marktanteilsgewinne der Discounter von bis zu 2 % zusätzlich.

Nach den Turbulenzen des Vorjahres und zu Beginn des Geschäftsjahres 2009|10 haben sich die Marktpreise für Fruchtsaftkonzentrate gegen Ende des ersten Halb jahres 2009|10 auf niedrigem Niveau stabilisiert. Trotz der niedrigen Preisniveaus war der Konsum rückläufi g. Dies führte zu einem sehr vorsichtigen Einkaufs verhalten großer Abfüller und zu einem Absatzrückgang in den GUS-Märkten um 15 % bis 20 %. Aufgrund des tiefen europäischen Apfelsaftkonzentratpreises redu zierte sich der Import aus China deutlich. Darüber hinaus war trotz einer guten chinesischen Apfelernte die Verfügbarkeit von Pressobst limitiert und die chinesi schen Rohstoff preise lagen im Saisonschnitt sogar um 10 % über dem aller dings historisch tiefen europäischen Apfelpreisniveau. Infolge der höheren Rohstoff kosten und des Einfuhrzolls in die EU war chinesisches Apfelsaftkon zentrat von September 2009 bis Februar 2010 am europäischen Markt kaum wettbewerbsfähig.

Eine leichte Erholung im Konzentratmarkt ist seit Jänner 2010 spürbar. Die geringeren Importmengen an chinesischem Apfelsaftkonzentrat könnten eine Unterstützung für den Preisanstieg für europäisches Konzentrat sein.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem Marktanteil von rund 37 %. Insgesamt betreibt AGRANA 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 19 Ländern.

AGRANA wird ihre Präsenz im Laufe des Geschäftsjahres 2010|11 im Mittleren Osten und Afrika, zusätzlich zu den bereits bestehenden Produktionsstandorten in der Türkei und Südafrika, durch ein Werk in Ägypten ausbauen. Gemeinsam mit dem ägyptischen Unternehmen Nile Fruits sollen im Rahmen eines Joint Ventures, bei dem AGRANA einen Anteil von 51 % hält, die Märkte im nordafrikanischen und arabischen Raum ausgebaut werden.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Durch die im Jahr 2006 begonnene strategische Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Yantai North Andre ist AGRANA operativ mit zwei 50 %-Joint Venture-Fabriken in der größten Apfelanbauregion der Welt tätig. Die beiden Produktionsstätten in Xianyang (Provinz Shaanxi) und Yongji (Provinz Shanxi) zeichneten sich durch eine gute Rohstoff versorgung aus.

Die Hauptabsatzmärkte für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat mit einem niedrigen Säuregrad sind USA, Russland, Japan und Europa. Süßes Apfelsaftkonzentrat dient auch als Basis für Fruchtsaftgetränke und wird in vielen Rezepturen und Mischungen verwendet. Die europäischen Konzentratstandorte produzieren hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit höherem Säuregrad zur Herstellung von 100 %-Apfelsäften und Apfelschorlen. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den europäischen und internationalen Markt.

46 INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Frucht in Höhe von 26,1 (Vorjahr 30,6) m€ galten neben Erhaltungsmaßnahmen an den Produktionsanlagen für Fruchtzubereitungen einer Produktionslinie für backfeste Fruchtzubereitungen in den USA. Neben der Erweiterung des Tiefkühllagers in Argentinien begann im vierten Quartal 2009|10 der Transfer einer Produktionslinie aus dem geschlossenen Standort in Tschechien. Die Erweiterung des russischen Standortes in Serpuchov erfolgte im Geschäftsjahr 2009|10 mit der Installation der fünften Produktionslinie. Im Rahmen der vollständigen SAP-Ausrollung innerhalb der AGRANA Fruit kam es zur Anbindung der Standorte in Mexiko und Polen; das Programm wird an weiteren AGRANA Fruit-Standorten im nächsten Geschäftsjahr fortgesetzt. Bei AGRANA Juice betrafen die Investitionen vorwiegend effi zienzsteigernde Maßnahmen im Produktionsbereich.

ROHSTOFF UND ERNTE

Die Preisentwicklung bei Früchten der Ernte 2009 war durch eine rezessionsbedingt schwache Nachfrage geprägt. Zusam men mit deutlichen Übermengen aus dem Vorjahr bewirkte dies ein niedrigeres Preisniveau. Die globale Einkaufsgesell schaft der AGRANA Fruit bewährte sich in der zentralen Koordina tion und Abwicklung des Früchteeinkaufs. Ziel ist eine verstärkte Eigenversorgung mit Früchten aus Tiefkühlwerken in Ländern wie Mexiko, Marokko, Argentinien und Polen sowie die enge Zusammenarbeit mit Exklusivlieferanten für die wichtigsten Früchte und Produktionsstätten weltweit.

Für das Geschäftsjahr 2010|11 erwartet AGRANA für Fruchtzubereitungen steigende Einkaufsmengen und generell ein Ansteigen der Fruchtpreise aufgrund folgender Faktoren: teilweise Reduktion der Anbaufl ächen wegen des geringen Preisniveaus im letzten Jahr sowie Erwartung einer geringeren Mengenverfügbarkeit infolge des witterungsbedingt

späten Erntebeginns in Marokko und Mexiko. Chile gilt als einer der Hauptlieferanten für Himbeeren, Brombeeren und kultivierte Heidelbeeren. Die Lieferungen nach Europa und in die USA sind nach dem Erdbeben im Februar 2010 deutlich eingeschränkt.

AGRANA gelang es dank einer guten europäischen Apfel- und Beerenernte, die insgesamt zwölf Fabriken in hohem Maße auszulasten. In den Hauptanbaugebieten herrschten durchwegs günstige Witterungsbedingungen ohne Fröste. Die Beerenverarbeitung lief von Juni bis Anfang September 2009. Die Apfelkampagnen in Europa und China begannen Mitte August und wurden im Dezember 2009 abgeschlossen.

Obwohl die europäische Apfelernte mit rund 11 Mio. Tonnen um rund 5 % geringer als im Rekordjahr 2008 ausfi el und die Rohstoff preise unter dem Vorjahr lagen, gelang es AGRANA Juice, durch gezielte Anpassungen der Einkaufs strategie in den jeweiligen Ländern die erforderlichen Mengen einzukaufen. Der milde Herbst sorgte für eine überdurchschnittliche Qualität der Verarbeitungsäpfel. Erst malig wurde in Ungarn Apfelsaftkonzentrat aus biologischem Anbau erzeugt. Durch die ab 1. Juli 2010 gültige Kennzeichnungs pfl icht im Rahmen der EU-Bio-Verordnung ist entsprechender Bedarf zu erwarten. Daher ist für das Geschäftsjahr 2010|11 eine Ausweitung der Produktpalette und der Mengen an biologisch produzierten Fruchtsaftkonzentraten geplant.

Trotz einer prognostizierten Rekordernte von rund 32 Mio. Tonnen Äpfel verringerte sich in China das Apfelangebot für die industrielle Verarbeitung durch eine höhere Nachfrage für den Frischmarkt. Die Erträge der Apfelernte 2009 lagen über dem Vorjahr. Schätzungen zufolge betrug die gesamte chinesische Produktionsmenge an Apfelsaftkonzentrat für das Jahr 2009 rund 65 % des Rekordjahres 2008.

Im Bereich der roten Beeren war es trotz reduzierter Rohwarenpreise möglich, die erforderlichen Mengen hauptsächlich in Polen, Dänemark, Ungarn und der Ukraine einzukaufen.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Bereich Fruchtzubereitungen kam es im Geschäftsjahr 2009|10 zu einem leichten Mengenwachstum über sämtliche Regionen hinweg. AGRANA konnte insgesamt den Marktanteil ausbauen. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem die konsequente Weiterentwicklung des Qualitäts- und Serviceniveaus. Dies wirkte sich positiv auf die Absatz situa tion in den Regionen West- und Osteuropas sowie im asiatischen und pazifi schen Raum aus. In Russland und in der Ukraine konnte AGRANA trotz des volkswirtschaftlichen Abschwungs im Jahr 2009 deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse erzielen. Auch in China und Südkorea beschleunigte sich das Wachstum von AGRANA. Unterjährige Absatzschwankungen waren in Lateinamerika (speziell in Argentinien und Mexiko) zu registrieren. In sehr wettbewerbsintensiven Märkten, wie Deutschland oder USA, konnte sich AGRANA im Laufe des Geschäftsjahres 2009|10 dank inno vativer Produkte und intensivierter Marktbearbeitung gut behaupten.

Den niedrigeren Verkaufspreisen für Fruchtzubereitungen konnte AGRANA durch Effi zienzsteigerungen im Einkauf, in der internen Struktur sowie bei den innerbetrieblichen Abläufen erfolgreich entgegenwirken. Die Standardisierung von Prozessen und Nutzung segmentübergreifender Synergien soll auch zukünftig dazu beitragen, die Ertragslage weiter zu verbessern.

Seit dem vierten Kalenderquartal 2009 ist von Kundenseite wieder vermehrt Interesse an Innovationen spürbar. Beispiele dafür sind Konzepte im Zusammenhang mit Gewichtsmanagement, Natürlichkeit, funktionalem Zusatznutzen und Kinderprodukten, aber auch neue Fruchtzubereitungen unter Zusatz von Schokoprodukten und Cerealien. In den USA werden zukünftig auch Fruchtzubereitungen für Backwaren produkte produziert.

Gestiegene Absatzvolumina bei Fruchtsaftkonzentraten konnten die niedrigeren Verkaufspreise mehr als ausgleichen. In den großen westeuropäischen Märkten (Deutschland und Großbritannien) für Fruchtsaftkonzentrate gelang es AGRANA, die Absätze stabil zu halten. Der drastische Preisverfall folgte den deutlich niedrigeren Rohstoff preisen der Ernte 2008. Die Preise für Apfelsaftkonzentrat lagen im Durchschnitt ein Drittel unter dem Vorjahresniveau, wobei im zweiten Halbjahr 2009|10 eine Stabilisierung erfolgte. Ab Jänner 2010 verzeichnete AGRANA einen leichten Preisanstieg, den eine rege Nachfrage und limitierte Verfügbarkeit von Konzentratmengen ausgelöst hatte. Durch den Abschluss von Jahreskontrakten mit großen Fruchtsaftabfüllern wurde der Großteil der Produktion von Apfelsaftkonzentrat bereits während der Kampagne vertraglich abgesichert.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2009|10 ihr Kundenportfolio verbreitert und neue Absatzregionen erschlossen, um die Abhängigkeit von den hochkompetitiven zentral- und westeuropäischen Märkten zu verringern und Preisschwankungen besser ausgleichen zu können. Bis Ende 2009 wurden Reorganisationsmaßnahmen nach den Lean-Prinzipien an allen europäischen Produktionsstandorten erfolgreich um gesetzt. Mit der Optimierung der Produktionskosten soll die Wettbewerbsfähigkeit gesichert und gesteigert werden.

Ein Großteil der AGRANA Juice-Produktionsstätten liegt in den osteuropäischen Rohstoff gebieten (Ungarn, Polen, Ukraine, Rumänien). Im Geschäftsjahr 2009|10 halfen Kurssicherungen und stärkere Zloty- und Forintkurse gegenüber dem Euro, einen erheblichen Teil der im vorangegangenen Geschäftsjahr 2008|09 verbuchten Fremdwährungsverluste wieder auszugleichen.

Begutachtung eines Zuckerrübenfeldes in Niederösterreich.

SYNERGIEN BEIM SOURCING DER ROHSTOFFE.

Unser Geschäft ist in hohem Maße von den Entwicklungen auf den Rohstoff märkten geprägt. Die Synergien beim Einkauf für unsere drei Segmente sichern AGRANA dabei eine bevorzugte Position.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

50 Ein integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie von AGRANA ist gelebte Nachhaltigkeit. Sie beginnt lange vor der industriellen Verarbeitung agrarischer Rohstoff e schon mit deren Beschaff ung. Seit vielen Jahren legt AGRANA im Rahmen von Vertragsanbau Augenmerk auf die beratende Unterstützung landwirtschaftlicher Produzenten, um Nahrungsmittelsicherheit, Qualitätssteuerung und die lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Produktionskette sicherzustellen, was vor allem im zunehmend wichtig werdenden Bio-Bereich von besonderer Bedeutung ist. Darüber hinaus verpfl ichtet sich AGRANA durch eine möglichst geschlossene Kreislaufwirtschaft, die Nutzung von Nebenprodukten, die Anwendung modernster umweltschonender Technologien und die Einhaltung sozialer Standards zu nachhaltigem Wirtschaften und ressourcenschonendem Umgang mit der Natur.

BESCHAFFUNG VON BIO-ROHSTOFFEN IM SEGMENT FRUCHT

Verankerung der Nachhaltigkeit und des ressourcenschonenden Umganges mit der Natur in unserer Unternehmens kultur.

Das besonders in Österreich und Deutschland wachsende Bewusstsein für Umwelt und Nach haltig keit spiegelt sich vermehrt im Sortiment der Supermärkte wider. Der Trend zu natürlichen Frucht joghurts aus biologischer Landwirtschaft stellt sowohl an die Hersteller von Fruchtzubereitungen als auch an die weiterverarbeitende Molkereiwirtschaft hohe Anforderungen hinsichtlich der Rück verfolgbarkeit von Zutaten. Wurden für die Produktion von Fruchtzubereitungen bisher vor allem qualitative Anforderungen an die Rohwaren gestellt, gewinnen zunehmend auch ökologische und soziale Aspekte ihrer Kultivierung und weiteren Verarbeitung an Bedeutung.

Um Beschaff ungssynergien besser steuer- und nutzbar zu machen, wurde der Einkauf von Früchten 2007 von den lokalen Produktionsstandorten zentral in die Verantwortung der AGRANA Fruit Services GmbH übertragen. Sie ist die weltweit in allen wesentlichen Fruchtanbauregionen tätige Fruchteinkaufsorganisation der AGRANA Fruit.

Um ökonomische, ökologische, aber auch soziale Aspekte in der Rückverfolgbarkeitskette optimieren zu können, betreibt AGRANA in Argentinien, Marokko, Mexiko, Polen und der Ukraine eigene Verarbeitungsanlagen der ersten Stufe, in denen die erntefrischen Früchte sortiert, geputzt und tiefgekühlt werden. Außerdem strebt das Unternehmen vor allem auch im Bereich von Bio-Rohwaren strategische Allianzen mit Fruchtproduzenten an. Der direkte Bezug durch Vertragsanbau und Exklusivliefervereinbarungen ermöglicht eine noch lückenlosere Rückverfolgbarkeit und bietet durch die intensivere Kooperation mit den Fruchtproduzenten den Vorteil, noch gezielter auf die Bedürfnisse der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie eingehen zu können.

Die Herstellung von Fruchtzubereitungen für den Einsatz in 100 % natürlichen Bio-Fruchtjoghurts stellt dabei besonders hohe Anforderungen an alle Produktionsstufen – vom Anbau der Rohstoff e bis zu deren schonender Verarbeitung. Es dürfen weder Aromen noch Konservierungs- oder Farb stoff e zum Einsatz kommen. Gleichzeitig muss aber ein immer gleichbleibend intensiver Geschmacks standard gewährleistet werden. Der vom Endkunden erwartete unveränderte Erdbeergeschmack eines Bio-Erdbeerjoghurts lässt sich aufgrund unterschiedlicher Witterungsbedingungen, Erntezeiten und Bezugsquellen nur durch die Verwendung und Mischung verschiedener Erdbeervarietäten erzielen.

Um die geschmacksintensivsten und qualitativ am besten geeigneten Varietäten für die Produktion im europäischen Raum auszuwählen, startete AGRANA im Jahr 2009 in Zusam menarbeit mit der Universität für Bodenkultur in Wien und der Technischen Universität Wien ein Projekt zur Sorten selektion. Bis 2012 werden die geschmacksintensivsten Erdbeersorten ausgewählt und für den großfl ächigen Einsatz in Kooperationen mit Bio-Erdbeer produzenten kultiviert.

AGRANA hat Anfang 2010 eine Zusammenarbeit mit Bio-Bauern in Polen aufgenommen. Ziel ist die Sicherung der künftigen Rohstoff basis in geschmackintensivster Bio-Qualität. Im Rahmen der Vertragsvereinbarungen unterstützt AGRANA die teilnehmenden Bio-Bauern durch die Bereitstellung von Erdbeerpfl anzen und Know-how in der Pfl an zen pfl ege. Die auf diese Weise produzierten Früchte werden direkt im AGRANA-Werk in Ostrołęka|Polen für den Einsatz in AGRANA-Bio-Erdbeerzubereitungen entweder gefroren oder aseptisch weiterverarbeitet.

NACHHALTIGKEIT DURCH NEBENPRODUKTNUTZUNG

Ein wesentlicher Aspekt unternehmerischer Verantwortung ist Nachhaltigkeit aus ökologischer Sicht. AGRANA, als energieintensives Industrieunternehmen, engagiert sich in dieser Frage seit Jahren. Im Sinn der Kreislaufwirtschaft werden aus ausgewählten landwirtschaftlichen Rohstoff en neben den bekannten hochqualitativen Lebensmitteln bzw. Vorprodukten für die weiterverarbeitende Industrie auch wertvolle Nebenprodukte gewonnen. Sie fi nden in der Lebensmittelindustrie, als Futtermittel und als Düngemittel oder auch in der Energiegewinnung Verwendung. Hierbei kommt es zu einer annähernd vollständigen Verwertung der landwirtschaftlichen Rohstoff e und durch die damit erreichte Reduktion von Abfällen zu einer Verringerung von Umwelt belastungen.

Der mengenmäßige Schwerpunkt der Nebenproduktnutzung liegt rohstoff - und prozessbedingt in den Segmenten Zucker und Stärke, wobei auch im Segment Frucht anfallende Neben produkte verwertet werden.

Segment Zucker Rübenschnitzel

Die im Extraktionsturm ausgelaugten Schnitzel enthalten noch für die Tierfütterung wertvolle Nährstoff e. Neben einem Restgehalt an Zucker sind dies Eiweiß, Rohfaser und Mineralstoff e. Die Schnitzel eignen sich hervorragend zur Fütterung von Wiederkäuern. Rübenschnitzel werden gepresst, getrocknet, melassiert und pelletiert angeboten. Neben der Verwendung als Futtermittel kommen Rübenschnitzel in der Gewinnung von Biogas zum Einsatz, das einen Teil des für die Energieerzeugung benötigten Erdgases ersetzt.

Melasse

Melasse ist der dickfl üssige Saft, der in der letzten Stufe der Zuckerproduktion, der Zentrifugation, anfällt. Melasse enthält noch rund 50 % Zucker und ebenso wie Rübenschnitzel Eiweiß und Mineralstoff e. Sie wird in dieser Form als Futtermittel oder auch zu Fermentationszwecken eingesetzt. Den in der Melasse enthaltenen Zucker kann man auch in einem weiteren Verfahrensschritt (Chromatographie) abtrennen. Die so erhaltene Restmelasse mit nur noch 25 % Zucker wird dann hauptsächlich zur Melassierung von Rübenschnitzeln verwendet und gelangt somit ebenfalls in die Futterkette.

Rübenhausgrün

Das sogenannte Rübenhausgrün besteht aus Rübenspitzeln und Blattresten. Es wird bei der Vorwäsche der Zuckerrüben abgetrennt, mechanisch entwässert und direkt verkauft. Hauptabnehmer sind hier Biogasanlagen, die das Rübenhausgrün als nachwachsenden Rohstoff zur Energiegewin nung nutzen. Daneben verwendet man Rübenhausgrün auch als Futtermittel.

Carbokalk

Carbokalk ist ein hochwertiger Kalkdünger mit vielen Nährstoff en, der bei der Saftreinigung anfällt. Dieser Dünger wird an die Landwirtschaft zur Bodenverbesserung verkauft.

Im Segment Stärke ist aufgrund der unterschiedlichen landwirtschaftlichen Rohstoff e (Kartoff el, Mais, Weizen, Triticale) die breiteste Palette an Nebenprodukten zu fi nden.

Maiskeime

Maiskeime sind ein Nebenprodukt der Maisstärkeherstellung. Aufgrund des hohen Gehalts an wertvollem Maiskeimöl werden sie in der weiterverarbeitenden Lebensmittel industrie zur Öl-Gewinnung eingesetzt.

DDGS (Distillers Dried Grains with Solubles)

Als Kuppelprodukt der Bioethanolproduktion wird DDGS, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, aus Mais, Weizen, Triticale und Zuckerrübendicksaft erzeugt. Dieses Futtermittel, das AGRANA unter dem Markennamen "ActiProt" erfolgreich vertreibt, leistet einen wichtigen Beitrag zur ökologischen und ökonomischen Gesamtbilanz der Bioethanolerzeugung. Es substituiert rund ein Viertel der österreichischen Soja-Futtermittelimporte aus Übersee. "ActiProt" wird vorwiegend als Protein-Einzelfuttermittel für Wiederkäuer und Monogastriden (Säuger mit nur einem Magen, wie zum Beispiel Schwein) verwendet.

Maiskleber

Maiskleber gewinnt man in einem schonenden Prozess als Nebenprodukt der Maisstärkegewinnung. Er weist neben dem wertbestimmenden Proteinanteil einen hohen Gehalt an Xanthophyll auf. Dieses Einzelfuttermittel, das auch in Bio-Qualität erhältlich ist, wird vorwiegend in defi nierten Mischfuttermittelrezepturen für Wiederkäuer und Monogastriden eingesetzt.

Maiskleberfutter

Maiskleberfutter, ebenfalls ein Nebenprodukt aus der Maisstärkegewinnung, besteht aus einer Mischung aus Maisquellwasser (Hauptanteil: löslicher Maiskleber), Mais schalen und Maisfeinfraktionen (z. B. Maisbruch). Maiskleber fi ndet als Einzelfuttermittel vorwiegend in defi nierten Mischfuttermittelrezepturen für Wiederkäuer und Mono gastriden Verwendung.

Kartoff eleiweiß

Kartoff eleiweiß wird durch einen speziellen thermischen Prozess (Koagulation) aus dem bei der Kartoff elstärkege win nung anfallenden Fruchtwasser gewonnen und anschließend schonend getrocknet. Kartoff eleiweiß ist aufgrund seines Gehaltes an verdaulichem Rohprotein sowie der biologischen Wertigkeit (hoher Gehalt an limitierenden Aminosäuren Lysin, Methionin, Cystin und Cystein) ein Eiweißträger von höchster Qualität und ist daher als Futtermittel für alle Nutztierarten geeignet. Kartoff eleiweiß gibt es auch in Bio-Qualität.

Kartoff elpülpe

Kartoff elpülpe, die aus der abgepressten Zellsubstanz von Kartoff eln besteht, ist ein weiteres Nebenprodukt der Kartoff elstärkegewinnung und wird als Einzelfuttermittel vor allem direkt an Landwirte abgegeben.

Kartoff elrestfruchtwasser

Kartoff elrestfruchtwasserkonzentrat ist eingedicktes Restfruchtwasser von Kartoff eln, das im Zuge der Kartoff elstärkegewinnung anfällt. Als ein besonders eiweiß- bzw. stickstoff und mineralstoff reicher organischer Volldünger wird es in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gemüse-, Obstund Gartenbau verwendet.

Bio-Agenasol

Bio-Agenasol ist ein organischer Dünger, der aus Trockenschlempe aus der Alkoholgewinnung und aus Restmelasse besteht.

Segment Frucht Trester

Im Segment Frucht fällt als nennenswertes Nebenprodukt Trester aus der Saftkonzentratgewinnung an. Er dient zur Pektingewinnung in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie, als Futtermittel oder zur thermischen Nutzung.

CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY

AGRANA ist als Industrieunternehmen mit globaler Präsenz bestrebt, ihre gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) in allen Bereichen bestmöglich wahrzunehmen. Der Einklang zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung, ein Kern von Corporate Social Responsibility, ist für AGRANA ein wichtiger Grundsatz.

Beispiele für das Engagement von AGRANA im Bereich sozialer Verantwortung reichen von der Mitwirkung an der Herstellung von Fair Trade-Produkten über zahlreiche Projekte im Sozialbereich und die Unterstützung karitativer Projekte rund um den Globus bis zum Kultursponsoring.

Nachhaltige Entwicklung und verantwortliches unternehmerisches Handeln in ökonomischen und ökologischen Belangen bis hin zu sozialer Verantwortung sind auch die Grundlagen von SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange). SEDEX ist eine Organisation für Unternehmen, die sich zu einer kontinuierlichen Verbesserung ihres ethisch-sozialen Verhaltens bekennen und dieses auch entlang ihrer Lieferkette vorantreiben. Mit dem Beitritt zu SEDEX im Jahr 2009 verfolgt AGRANA das Ziel, ihren Kunden maximale Transparenz in Sachen Corporate Social Responsibility zu bieten.

Labor in der Zuckerfabrik Tulln.

SYNERGIEN BEI FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG.

Forschung und Entwicklung sind eine Investition für die Zukunft und sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Die Synergien, die AGRANA hier nutzen kann, sind ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

AGRANA verfolgt in einem hochkompetitiven Marktumfeld das strategische Ziel, sich durch Produktinnovationen vom Mitbewerb zu diff erenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und innovative Anwendungs mög lich keiten für bestehende Produkte. Für den Stärkebereich kam es zum Beispiel zur Marktreife eines Verdickersystems für Dispersionsfarben. Eine Innovation bei Fruchtzubereitungen lag im Bereich von Fruchtfüllungen für Schokolade- und Molkereiprodukte. Dies trägt wesentlich zum langfristigen Erfolg von AGRANA und deren Kunden bei und wird auch in Zukunft Bestandteil der nachhaltigen Unternehmensstrategie sein.

Um diese Strategie umzusetzen und das umfassende Entwicklungs-Know-how ständig weiter auszubauen, unterhält AGRANA mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Diese sind für Zucker und Stärke schwerpunktmäßig bei der Zucker forschung Tulln Gesellschaft m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Das Leistungsangebot reicht von der Hilfestellung für den landwirtschaftlichen Sektor über die Lebensmittel-, Zucker- und Stärketechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Fruchtzubereitungsbereich ist die zentrale Forschung und Entwicklung im Innovations- und Kompetenzzentrum in Gleisdorf|Österreich und im Innovationszentrum in Brecksville|USA zusammengefasst. Aufgaben der beiden Forschungszentren sind die Entwicklung von Produkten und neuen Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Ziel ist es, den international tätigen Kunden der AGRANA marktnahe Lösungen zu präsentieren. Dabei konzentriert sich das Innovationszentrum Brecksville vornehmlich auf die speziellen Marktbedürfnisse des US-amerikanischen Raumes. Unterstützt werden die beiden Innovationszentren von der zentralen Marktentwicklungsabteilung in Mitry-Mory|Frankreich.

Im Geschäftsjahr 2009|10 investierte AGRANA rund 13,3 (Vorjahr 12,5) m€ in Forschung und Entwicklung. Gemessen am Konzernumsatz entsprach dies einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 0,67 % (Vorjahr 0,62 %). Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 287 (Vorjahr 195) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt.

SEGMENT ZUCKER

Im Geschäftsjahr 2009|10 lag der Fokus der Forschungstätigkeit auf der industriellen Verarbeitung von länger gelagerten Zuckerrüben und deren Auswirkung auf die Verarbeitungsleistung der Zuckerwerke. In einem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft geförderten Projekt wurde die Reinigung der Rübensäfte untersucht und Maßnahmen zur besseren Filtrier bar keit der Säfte wurden abgeleitet. AGRANA erhielt ein neues Patent für den Einsatz von natürlichen Bio stabilisatoren als Silierhilfsmittel (zur Unterdrückung von Fehlgärungen in Silagen).

Kontinuierlicher Ausbau der Innovations aktivitäten: Forschungs- und Entwicklungs quote

von 0,67 %, gemessen am Konzernumsatz.

SEGMENT STÄRKE

Durch konsequente Produktentwicklung im Spezialitätenbereich in Kooperation mit den Kunden positioniert sich AGRANA erfolgreich auf dem Markt.

Im Lebensmittelsektor (Food) konzentrierte sich die Arbeit auf die Erforschung von speziellen Bindemitteln und Verdickern. Segmentübergreifende Synergien wurden genützt, um Stabilisatoren für Bio-Produkte und neue modifi zierte Wachsmaisstärken für den Fruchtzubereitungsbereich weiter zu entwickeln und zu optimieren.

Die Entwicklung von Stärkeprodukten für technische Anwendungen im Bau-, Kleb stoff - und Papierbereich (Non-Food) war im Geschäftsjahr 2009|10 ein wichtiger Forschungsbereich. Neben hoch derivatisierten Stärkeprodukten für den Einsatz in Putzen und Fliesenklebern wurde ein innovatives Verdickersystem für Dispersions farben vermarktungsreif gemacht. In der Verpackungsindustrie besteht Bedarf an maßgeschneiderten Klebstoff en aus nachwachsenden Rohstoff en. In Zusammen arbeit mit den Kunden, insbesondere im papierverarbeitenden Sektor, entstanden neue und intelligente Stärkeprodukte. Unter Nutzung moderner Untersuchungs methoden wurden neue modifi zierte Stärken als Fertigleime in der Flaschen etikettierung eingeführt. Im Bereich des Papierstrichs dienen innovative kaltwasserlösliche Stärkeprodukte als Latexersatz.

Bei der AGRANA-Bioethanolproduktion lag der Forschungsschwerpunkt auf der Suche und Auswahl geeigneter Hefestämme, um die Wirtschaftlichkeit des gesamten Ethanolprozesses zu erhöhen. Neue Rohstoff chargen und Hilfsstoff e erfordern eine vorausschauende Abschätzung der zu erwartenden Ausbeuten. Weitere erfolgreiche Fütterungsversuche an der Universität für Veterinärmedizin in Wien untermauerten die positiven Erfahrungen mit dem von AGRANA produzierten eiweißreichen Futtermittel "Actiprot".

Spezielle Kombinationen der Nebenprodukte aus der Zucker-, Stärke- und Bioethanolproduktion erlaubten die Entwicklung hochwertiger organischer Dünger mit Eignung für den Bio-Landbau.

1 F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz.

58 SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2009|10 hatten die Forschungsaktivitäten bei Fruchtzubereitungen das Ziel der Marktdiversifi kation. Mit dem Aufbau einer New Business Development-Abteilung sollen künftig Fruchtzubereitungen außerhalb der Milchindustrie entwickelt werden. AGRANA ist mit der Entwicklung einer neuen Technologie eine Innovation für den Bereich der Fruchtfüllungen für Schokolade- und Molkereipro dukte gelungen. Neben der Verwendung in Pralinen eignen sich die Fruchtzuberei tungen auch für die Verwendung in Schokoladepartikeln für den Einsatz in Joghurt. Die große Herausforderung bei Fruchtfüllungen zur Verwendung in Schokolade produkten liegt in der Keimfreiheit (Aseptik) und Haltbarkeit der Fruchtzubereitung bei gleichzeitiger Geschmacks- und Konsistenzerhaltung der frischen Früchte, die bisher nur durch hohen Alkoholbzw. Zucker gehalt der Fruchtzubereitungen sichergestellt werden konnte.

Um der systematischen Verbesserung der Prozesse und Rezepturen Rechnung zu tragen, installierte AGRANA Fruit ein divisionsübergreifendes Ideen- und Wissens management. Der Trend in Europa zu Frische und Natürlichkeit war dabei Forschungsschwerpunkt. Bei Einsatz der neuen

Technologien zur Stabilisierung von Fruchtzubereitungen konnte die Auszeichnung als "clean label"-Produkt ohne Zusatzstoff e erlangt werden. Im amerikanischen Raum laufen derzeit Tests zur Prozess- und Lagerstabilität von funktionellen Substanzen im Endprodukt für Gesundheitskonzepte.

In Form einer umfassenden und systematischen Charakterisierung der zwölf wichtigsten Früchte sind die sensorischen, technologischen sowie kommerziellen Informa tionen zu den einzelnen Fruchtsorten zusammengefasst.

Im Fruchtsaftkonzentratbereich hat AGRANA durch Weiterentwicklung der Pro duktionsprozesse von Beerensaft konzentraten eine deutliche Verbesserung der Farbausbeute und Farbqualität im Konzentrat und damit eine Wert steigerung erzielt. Im Rahmen der Nutzung von Produk tionsnebenprodukten wie Trester und Kernen forschte AGRANA an der Herstellung von verschiedenen Kernölen und am Einsatz von Apfelfasern als natürliches Verdickungsmittel in der Lebensmittel produktion. In Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen wurden der gesundheitliche Nutzen und die Einsatzmöglichkeiten von Apfelpolyphenolen, welche während des Produktionsprozesses vom Saft abgetrennt werden, untersucht.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2009|10 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 7.927 (Vorjahr 8.244) Mitarbeiter. Davon waren 1.735 (Vorjahr 1.730) Mitarbeiter in Österreich und 6.192 (Vorjahr 6.514) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wie folgt:

  • █ im Segment Zucker 2.336 (Vorjahr 2.464) Mitarbeiter
  • █ im Segment Stärke 880 (Vorjahr 853) Mitarbeiter und
  • █ im Segment Frucht 4.711 (Vorjahr 4.927) Mitarbeiter.

Trotz einer höheren Auslastung in allen Zuckerrübenfabriken und einer längeren Rübenverarbeitungssaison kam es im Segment Zucker zu einem Personalrückgang um durchschnittlich 128 Mitarbeiter. Im Rahmen einer Restrukturierung in den osteuropäischen Fabriken wurde in Rumänien S.C. Romana Prod s.r.l. mit der AGRANA Romania S.A. fusioniert und die ungarische Produktionsstätte der INSTANTINA Hungaria Kft. nach Österreich transferiert. Infolge der Erweite rung des Stärke stand ortes in Gmünd|Österreich sowie der Kapazitätserweiterungen im Bereich Bio ethanol stieg der durchschnittliche Personalstand im Segment Stärke um 27 Mit arbeiter.

Der Rückgang im Segment Frucht um 216 Mitarbeiter ist im Bereich Frucht zube reitungen auf Reorganisationsmaßnahmen zurückzuführen, wie der Werks schlie ßung in Kaplice|Tschechien, den verringerten Einsatz von Saisonarbeitskräften in der Ukraine sowie von optimierten Arbeits prozessen. Im Lauf des dritten Quartals 2009|10 erfolgte die Verlegung des Firmensitzes der Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. von Paris an den Standort der AGRANA Fruit France in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate verringerte sich die Mitarbeiteranzahl aufgrund von Restrukturierungen im Produktionsbereich in Polen, kürzeren Produktions kampagnen in China, der Zentralisierung der Logistik und des gesamten Verkaufsinnendienstes sowie durch die verstärkte Steuerung des Rechnungswesens und des Personalmanagements von Österreich aus.

PERSONALSTRATEGIE ALS LANGFRISTIGE PERSPEKTIVE

Die Personalstrategie der AGRANA orientiert sich an dem langfristigen Ziel, den Unternehmenserfolg auch durch überdurchschnittliches Engagement aller Mitarbeiter sicherzustellen. Ihm dient die konsequente Fortführung von Ent wick lungsmaßnahmen innerhalb der AGRANA-Gruppe mit gezielten Schwerpunkten für die entsprechenden Ziel gruppen. Im Geschäftsjahr 2009|10 lag besonderes Augen merk auf der Verbesserung von Arbeitsprozessen, einhergehend mit einer Steigerung der Effi zienz sowie einer Ver ringerung von Produktivitätsverlusten. Die Optimierung von Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufen wird auch für das Geschäftsjahr 2010|11 einen Schwerpunkt des Personalmanagements darstellen.

MITARBEITER NACH REGIONEN

ANZAHL DER MITARBEITER

DAVON SEGMENT ZUCKER

2009 10 2.336
2008 09 2.464
2007 08 2.597

DAVON SEGMENT STÄRKE

2009 10 880
2008 09 853
2007 08 847

DAVON SEGMENT FRUCHT

2009 10 4.711
2008 09 4.927
2007 08 4.696

60 Um die Umsetzung der strategischen Ziele zu unterstützen, existiert ein konzernweit implementiertes erfolgsabhängiges Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertrags zielen (wie zum Beispiel dem Ergebnis der Betriebstätigkeit) auch individuelle Zielverein barungen. Im Geschäftsjahr 2009|10 waren rund 5 % aller Beschäftigten Teil dieses erfolgs orientierten Entlohnungssystems.

Die Personalstrategie für das Geschäftsjahr 2010|11 wird die intensiven Bemühun gen um Qualifi zierung und Weiter ent wicklung der Mitarbeiter fortführen. AGRANA bot im Geschäftsjahr 2009|10 insgesamt 60 Lehrlingen in Österreich und Deutsch land eine Ausbildungsmöglichkeit – unter anderem als MaschinenbautechnikerIn, Prozess leittech nikerIn, ElektrobetriebstechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn und MechatronikerIn sowie auch als Informationstechnologie-TechnikerIn und Industrie kaufmann/-frau.

PERSONALENTWICKLUNG UND WEITERBILDUNG IN DER AGRANA-GRUPPE

Gezielte Weiterbildungs- und Qualifi zierungsmaßnahmen für Mitarbeiter und Führungskräfte standen auch im Geschäftsjahr 2009|10 im Vordergrund.

Der "Talent Development"-Prozess mit dem Ziel, konzernweit Schlüsselkräfte mit hoher Mobilität und Flexibilität entsprechend zu fördern und für neue Aufgaben zu qualifi zie ren, wurde weitergeführt. Hier lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Durchführung eines gemeinsamen Ent wicklungsprogramms für eine Gruppe an Talenten. 50 Mit arbeiter aus rund 20 Ländern nahmen an dem zwölftägigen Trainingsprogramm teil. Neben verhaltensorientiertem Training zu den Themen strategische Orientierung, Markt- und Kundenorientierung, Innovation und Umgang mit Veränderungen und Teamführung lag der Schwerpunkt auf der Bearbeitung strategischer unternehmensrelevanter Pro jekte. Darüber hinaus fand ein konti nuierlicher Austausch mit dem AGRANA-Topmanagement statt. Im Geschäftsjahr 2010|11 wird der "Talent Development"-Prozess weitergeführt.

Im Segment Zucker sollen stetige Produktivitätsfortschritte abgesichert und die Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet werden. Organisationsoptimierungen mit dem Ziel der Vereinfachung und Automatisierung von Abläufen sind zur laufenden Aufgabe der Führungskräfte geworden. Hier kam es im Geschäftsjahr 2009|10 im Rahmen eines konzernweit laufenden Projekts zu weiteren Umsetzungsschritten im Verwaltungs- und Managementbereich. Ausbildungsschwer punkte umfassten etwa Verbesserung des Kommunika tions verhaltens der Führungskräfte, Sprachkurse (Konzernsprache Englisch), Führungsseminare und IT-Schulungen in Österreich und Osteuropa oder Hygiene- und Qualitäts sicherungsschulungen in Rumänien.

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen widmete sich die Personalentwicklung im Geschäftsjahr 2009|10 dem speziellen Fokus eines "Management Development Program". Sein Ziel ist die divisionsweite Weitergabe von Managementwissen. Eine weitere Divisionsinitiative ist das Projekt "Kick off the AGRANA way", bei dem die Vermittlung und Diskussion der Vision und Strategie von AGRANA Fruit sowie der Werte der AGRANA-Gruppe im Mittelpunkt stehen. Das Ziel, interne Nachbeset zungen zu fördern, wurde mit dem Anteil von 60 % an internen Besetzungen von Managementpositionen im Jahr 2009 erreicht. Weiters führte AGRANA Fruit im Geschäftsjahr 2009|10 erstmals eine Mitarbeiterbefragung an allen Standorten in der jeweiligen Landessprache durch. Die Beteiligungsrate lag bei erfreulichen 65 %. Nach Auswertung pro Standort und Region sowie für die gesamte Division wird der wertvolle Input der Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2010|11 eine wesentliche Basis für Verbesserungen und Weiterentwicklungen auf allen Organisationsebenen sein. Das lokale Weiterbildungsangebot innerhalb der AGRANA Fruit umfasste Trainings in den Bereichen Kommunikation, Präsentationstechnik und Innovationsmanagement. Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung und Implementierung eines Trainee-Programms in Osteuropa für die Bereiche Qualität, Innovation und Produk tion mit dem Ziel, junge Mitarbeiter in Schlüsselbereichen für unternehmensweite Managementpositionen auszubilden.

Ein wichtiges Vorhaben im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war die Harmonisierung der Administrationsprozesse innerhalb AGRANA Juice. Mit der erfolgreichen Ein führung der Mitarbeitergespräche an allen Konzentratstandorten wurden die "Appraisal Interviews" auf sämtliche Arbeit nehmer ausgeweitet. Neben der Schulung von Führungs kompetenz für angehende Führungskräfte hat AGRANA Juice indivi duell abgestimmte Entwicklungsmaßnahmen gefördert.

Die externen Aus- und Weiterbildungskosten wurden in diesem Geschäftsjahr erstmals konzernweit erfasst und beliefen sich auf rund 2,3 m€, das entspricht rund 1,4 % der Lohn- und Gehaltssumme.

GESUNDHEIT UND ARBEITSSICHERHEIT

Im Rahmen des Gesundheitsförderungsprogramms "AGRANA-Fit" wurden in zahlreichen Niederlassungen weltweit unterschiedliche Maßnahmen gesetzt. Neben individuellen Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen können die Mitarbei ter an jährlichen Vorsorgeuntersuchungen im Unternehmen (wie zum Beispiel der Krebsvorsorgeuntersuchung) teilnehmen. Ziel ist die Verbesserung des Gesund heitszustandes sowie des Wohlbefi ndens. Abge sehen von den bestehenden sportlichen Aktivitäten wie Schitagen, Fußballturnieren oder Wirbelsäulengymnastik gelang es, Laufbegeisterte für die Teilnahme am jährlichen Wien Energie Business Run zu motivieren. AGRANA war im September 2009 mit insgesamt 24 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

In der Arbeitssicherheit kam es zur Erweiterung des im Zuckerbereich eingesetzten Onlinetools. Im Rahmen des Projektes "Weitwinkel" beschäftigte sich AGRANA zudem mit der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung jüngerer Arbeitnehmer (Lehrlinge), der Unterstützung und Stärkung der Risikowahrnehmung und der Förderung und Schulung der Sicherheitskompetenz. Es wurden im Geschäftsjahr 2009|10 regelmäßig Weiterbildungen und Checks in den Bereichen Brandschutz, Gefahrenanalyse, Hygiene und Gesundheit fortgeführt.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

und externen Risiken ausgesetzt. Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zu seiner Verantwortung in der Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Unterstützt wird er dabei von einem Risikomanagementteam, das gemeinsam mit Experten der jeweiligen Segmente und Funktionen alle für AGRANA relevanten Risiken und Chancen evaluiert und mögliche Maßnahmen defi niert. Zumindest zweimal im Geschäftsjahr wird dieser Risikokatalog aktualisiert und an den Vorstand und den Prüfungsausschuss der AGRANA Bericht erstattet.

Risikomanagement

als maßgebliches Instrument der Konzernführung.

Um bei etwaigen zukünftig eintreff enden Krisen gewappnet zu sein und raschest und koordiniert zu agieren, wurde beschlossen, dass jede Gesellschaft ein sogenanntes "Risk Management Core Team" zu benennen hat. Im "Crisis Management Handbook" ist festgelegt, aus welchen Mitgliedern das "Crisis Management Team" zu bestehen hat, welche Handlungen zu setzen sind und wie die Kommunikation nach innen und außen zu geschehen hat.

Als zentrale, unabhängige Kontrolleinheit ist das in der Abteilung Corporate Controlling organisa torisch verankerte Risikocontrolling für das strategische Beteiligungscontrolling und operative Risikocontrolling verantwortlich, das den Vorstand bei der Entscheidung über die Risikopolitik unterstützt. Die Abteilung berichtet in regelmäßigen Abständen an den Vorstand, der die aktuelle Risiko situation unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und der entsprechenden Risikolimits beurteilt. Des Weiteren ist diese Abteilung für die konzernweite Entwicklung und Implementierung der Methoden der Risiko- und Ertragsmessung, die laufende Weiterentwicklung und Verfeinerung der Steuerungsinstrumente und die Entwicklung und Wartung der grundsätzlichen Richtlinien zuständig. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher.

RISIKOPOLITIK

Die Grundsätze der wertorientierten Unternehmensführung bei AGRANA zielen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken ab. Ziel des wertorientierten Führungssystems bei AGRANA ist ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken, um die vorhandenen Ressourcen des Unternehmens möglichst effi zient im Hinblick auf die mittel- und langfristigen strategischen Ziele des Unternehmens einsetzen zu können. Um dieses Ziel zu errei chen, setzt AGRANA ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken ein. Risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten, Unabhän gigkeit im Risikocontrolling und der Einsatz effi zienter Kontroll- und Berichtssysteme prägen die Risikokultur der AGRANA. Grundsätzlich ist AGRANA bereit, Risiken zu tragen, die im Zusammen hang mit der Kernkompetenz des Unternehmens stehen. Jene Risiken, die nicht auf ein vertretbares Maß gemindert oder auf Dritte übertragen werden können, werden – wenn möglich – vermieden. Risiken, die sich weder auf Kern- noch auf Unterstützungsprozesse beziehen, werden grundsätzlich nicht eingegangen.

Derivative Instrumentarien sind nur zur Absicherung von Grundgeschäften erlaubt. Deren Einsatz zu Spekulationszwecken ist ausdrücklich verboten. Durch Richtlinien, Limits, laufende Kontrolle und Berichte an den Vorstand wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Das Risikomanagement verfolgt das Ziel, Chancen und Risiken vorzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu treff en, sodass die Zielabweichungen auf ein Minimum beschränkt werden.

REGULATORISCHE RISIKEN

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanage ments bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Auswirkungen wird ab Seite 32 im Segment Zucker im Detail berichtet.

Richtlinie für erneuerbare Energien

Wesentlich für den Bereich Bioethanol ist die seit 2007 geltende Mindestbeimischung von Bioethanol zum Benzin. Ein Wegfall oder eine Verminderung der Beimischungsmenge würde das Geschäftsmodell des Bereiches Bioethanol wesentlich negativ beeinfl ussen. Öff entliche Diskussionen und Gesetzes initiativen zu diesem Thema werden genaues tens beobachtet und analysiert und durch das Risiko management bewertet.

OPERATIVE RISIKEN

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA operativen Einzelrisiken ausgesetzt, die ihre Ursachen in der spezifi schen Geschäftstätigkeit der AGRANA haben und die Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinträchtigen können.

Beschaff ungsrisiken

AGRANA ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Rohstoff e Beschaff ungsrisiken ausgesetzt, was einerseits dazu führt, dass landwirtschaftliche Rohwaren unter Umständen witterungsbedingt in zu geringer Menge verfügbar sind. Andererseits können diese Rohstoff e Preisschwankungen unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können. Diese Risiken betreff en vor allen das Segment Stärke.

Bei der Produktion von Bioethanol sind die Rohstoff kosten (vor allem Mais und Weizen) wesentliche Einfl ussgrößen auf die Kostenstruktur. Die Strategie ist es, einen möglichst großen Teil – zumindest für die eingegangenen Bioethanollieferverpfl ichtungen – des geplanten Bedarfes durch physische Lieferkontrakte abzudecken. Für den nicht durch Lieferverträge gedeckten Bedarf werden – so es wirtschaftlich sinnvoll ist – Future-Kontrakte abgeschlossen. Der Umfang dieser Sicherungsgeschäfte wird von der Geschäftsführung des Segmentes vorgeschlagen und durch den AGRANA-Vorstand genehmigt. Der Anstieg der Rohstoff tangente kann teilweise durch höhere Verkaufspreise für das eiweißhaltige Nebenprodukt ("ActiProt") im Rahmen der Bioethanolproduktion kompensiert werden, da der Verkaufspreis für eiweißhaltige Nebenprodukte sehr stark mit dem Weizenpreis korreliert (sogenanntes Natural Hedge).

Die Rohstoff kosten sind auch in der Maisstärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. Höhere Rohstoff kosten können zu einem großen Teil kurzfristig an den Kunden weitergegeben werden. Die Strategie zur Risikominimierung ist dieselbe wie im Bereich Bioethanol.

Im Segment Zucker ist – mit Ausnahme jener Länder, in denen hauptsächlich Rohzucker verarbeitet wird – das Beschaff ungsrisiko relativ gering, da gegenwärtig die Zuckerrübenproduktion im Normalfall ertragsmäßig den anderen Feldfrüchten überlegen ist. Für die Rohzuckerraffi nation in Bosnien-Herzegowina werden benötigte Rohzuckermengen mengen- und preismäßig gesichert. Ein Beschaff ungsrisiko besteht für die Beschaff ung von Roh- und Weißzucker für den EU-Raum, da hier aufgrund der Marktzutrittsbestimmungen eine Absicherung über Warentermingeschäfte nur teilweise möglich ist.

Im Segment Frucht kann es durch ungünstige Witterung und Pfl anzenkrankheiten zu gravierenden Ernteausfällen kommen, was einen deutlichen Anstieg der Rohstoff kosten zur Folge hätte. Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis der Beschaff ungsmärkte ermöglichen es, Engpässe in der Rohstoff versorgung sowie Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. diesen entgegenwirken zu können. Eine zentrale Einkaufsorganisation in der AGRANA Fruit analysiert die globalen Rohstoff märkte und kann somit gezielt auf Roh stoff engpässe und Qualitätsunterschiede reagieren. Im Hin blick

auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden auch langfristige Verträge mit Lieferanten und Kun den abgeschlossen. Dadurch können gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden.

Produktqualität und -sicherheit

Als Verarbeiter von agrarischen Produkten, die an die Lebensmittelindustrie geliefert werden, ist die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards für AGRANA eine Selbstverständlichkeit. Risiken durch Verarbei tungsfehler oder Qualitätsmängel, etwa infolge verun reinigter Rohstoff e, tritt AGRANA durch strengste interne, zertifi zierte Qualitätsmanagementsysteme entgegen, deren Einhaltung konzernweit regelmäßig kontrolliert wird. Durch die bestehenden Produkthaftpfl ichtversicherungen besteht eine ausreichende Deckung für sich möglicherweise ergebende Schadenersatzleistungen.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA agiert auf unterschiedlichen Märkten und ist auf diesen einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt. Durch die detaillierte Absatzplanung (Menge/Preis) je Produkt und Kunde ist es AGRANA möglich, Änderungen des Nachfrageverhaltens frühzeitig zu erkennen und Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten. Die Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und fi nden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifi kationen der Unternehmensstrategie. Schwankungen der Absatzpreise, die sich im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet AGRANA mit der fortlaufen den Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft.

Weitere operative Risiken

Um das Risiko aus steigenden Energiekosten zu minimieren, deckt AGRANA den geplanten Bedarf an Energieträgern durch kurz- und mittelfristige physische Lieferverträge sowohl mengen- als auch preismäßig. Darüber hinaus wird laufend die Energieeffi zienz der Produktionsanlagen verbessert und die Nutzung von alternativen Energieträgern forciert.

Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie durch den Einsatz von Informations technologie entstehen, kommen im Vergleich dazu geringe Bedeutung zu. AGRANA begegnet diesen Risiken durch stän dige Überwachung, klare Dokumentation sowie konti nuier liche Verbesserung der Prozessabläufe.

RECHTLICHE RISIKEN

Klageverfahren gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die fi nanzielle Lage des Konzerns haben könnten, bestehen nicht.

AGRANA ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht ausgesetzt, weshalb derartige Risiken bereits in der Frühphase erfasst, ihr Einfl uss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe evaluiert und daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Daneben wurden durch Kartellbehörden Verfahren gegen AGRANA-Tochtergesellschaften in zwei osteuropäischen Ländern eingeleitet. Gegenstand der Recherchen sind unter anderem Fragen, die im Zusammenhang mit der Reform und der Umsetzung der neuen Regelungen zum EU-Zuckermarkt stehen. AGRANA ist an der Beantwortung aller damit verbundenen Fragen interessiert.

FINANZIELLE RISIKEN

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechsel kursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Zur Ab sicherung dieser Risiken aus der operativen Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit werden in einem begrenzten Umfang derivative Instrumente eingesetzt. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Markt zinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zins änderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Eurofi nanzierungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken vor allem die Kursrela tionen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumäni schem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro.

Produktpreisrisiken

Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Welt- sowie dem Energiemarkt und den rele vanten Rohstoff märkten. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen einem zusätzlichen Währungsrisiko durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken infolge von Schwankungen im Cashfl ow werden durch die Liquiditätsplanung erkannt, die einen integrierten Bestandteil der Unternehmensplanung und des Berichtssystems bildet, was wiederum eine rechtzeitige Einleitung von Maßnahmen zur Gegensteuerung ermöglicht. Ausreichende, von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien sichern jederzeit die Liquidität der AGRANA-Gruppe.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die laufende Überprüfung der Bonität und des Zahlungs verhaltens der Kunden sowie durch die Vorgabe strikter Obergrenzen für off ene Forderungen minimiert. Teilweise bestehen Warenkredit versicherungen gegen Forderungs ausfälle. Besonderes Augenmerk wird auf die ausgezeich nete Bonität von Geschäfts partnern und Kreditinstituten gelegt. Das verblei bende Risiko wird durch Rückstellun gen in angemessener Höhe abgedeckt.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. Bei Vertragsabschluss in Ländern mit volatilen Währungen wird verstärkt auf eine Verkürzung von Zahlungsfristen, auf Indexierung von Fremdwährungen zum Euro oder US-Dollar zum Zahlungszeitpunkt, höhere Vorauszahlungen und analoge Sicherungsmechanismen geachtet. Eine detaillierte Darstellung dieser fi nanziellen Risiken erfolgt im Konzernanhang.

GESAMTRISIKO

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Marktsituation bei Zucker hat sich einerseits infolge der Quotenrückgabe und einer entsprechenden Angebotsreduktion stabilisiert, andererseits hat sich der Weltmarktzuckerpreis extrem volatil entwickelt. Die Weltmarktpreise bei Getreide sind auf ein Normalniveau zugekehrt. Die osteuropäischen Währungen wurden gegenüber dem Euro stärker, sodass die im Geschäftjahr 2008|09 ausgewiesenen Währungs ver-

luste teilweise zurückgenommen werden konnten. Ebenso wurde durch eine Verringerung der Euro-Verbindlichkeiten in Ländern mit anderen Währungen das Währungsrisiko deutlich vermindert.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG keine bestandsgefährdenden Risiken für das Geschäftsjahr 2010|11.

INTERNES KONTROLLSYSTEM (ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS. 2 UGB)

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zur Verantwortung der Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hin blick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschrift en. Das interne Kontrollsystem von AGRANA ist so ausgestaltet, dass die erforderliche Sicherheit für die Verlässlichkeit der Finanz be richterstattung und der extern publizierten Ab schlüsse gewährleistet ist. Durch konzernweite Vorgaben zur Bilan zierung und Bewertung wird die Einheitlichkeit der Rech nungslegung in der AGRANA-Gruppe sichergestellt. Neben den konzernweiten Richtlinien bietet das einheitliche Planungs- und Berichtswesen dem Management ein um fas sendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsbereichen zu analysieren und zu steuern.

Vom Controlling wird monatlich ein standardisierter Bericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Konzerngesellschaften enthält. Der Umfang ist konzerneinheitlich festgelegt und umfasst neben detaillierten Absatzdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und die daraus ableitbaren Kenzahlen, wie Cashfl ow, ROCE, Working Capital, Deckungsbeitrag etc. Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgaben und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminierungs maßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung von Finanz berichten umfasst.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Controlling und Konzernrechnungswesen werden laufend Abweichungsanalysen durchgeführt. Die Informationen des internen und externen Berichtswesens basieren auf derselben Datenbasis. Für das Berichtswesen erfolgt monatlich gegenseitige Kon trolle und Abstimmung.

66 Darüber hinaus hat AGRANA zur Früherkennung und Über wachung von Risiken das interne Kontrollsystem im Geschäfts jahr 2009|10 weiter ausgebaut. Ein zusätzlicher monat licher Risikobericht je Segment gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung bis Geschäftsjahresende unter Zugrundelegung der aktuellen Ergebnisfaktoren (wie zum Beispiel Rohstoff , Energie, Verkaufspreise). Die Ergebnisse werden monatlich im Rahmen der Divisionmeetings an den AGRANA-Vorstand berichtet.

Der nach Segmenten gegliederten Organisationsstruktur von AGRANA folgend liegt die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen Management. Die Tochtergesellschaften der AGRANA-Gruppe werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Segmenten zugeordnet.

AGRANA verfügt über ein unternehmensweites Risikomanage mentsystem. Darin werden alle relevanten Chancen und Risiken identifi ziert, evaluiert und Maßnahmen zur Gegensteuerung defi niert. Schwerpunkte sind dabei die für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoff beschaff ung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung.

Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten jährlichen Revisionsplanes und einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüft die interne Revision operative Prozesse auf Risikomanagement und Effi zienzverbesserungsmöglichkeit. Weiters überwacht sie die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand sowie die jeweilige Geschäftsführung berichtet. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich im Rahmen der Konzernabschlussprüfung die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und der eingesetzten IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlung werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt 103,2 m€ und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattun gen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG (Südzucker) mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiff eisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikats partner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG bestellt. Beide erhalten für die Ausübung dieser Vorstands funktionen keine Bezüge.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes im Sinne des § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsverein barungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öff entlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

PROGNOSEBERICHT

Die langfristigen Entwicklungstrends sind für AGRANA unverändert intakt. Der Trend zu höherwertiger, gesunder Ernährung und der steigende private Konsum bleiben Wachstumsmotoren für die Segmente Zucker, Stärke und Frucht. Zudem sollen die segmentübergreifenden Verkaufsaktivitäten durch gezieltes Cross Selling intensiviert werden.

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2010 hat AGRANA für das Geschäftsjahr 2010|11 eine sehr gute Ausgangssituation. Durch langfristig wirksame Strukturverbesserungen soll die Ertragslage der AGRANA im laufenden Geschäftsjahr abgesichert und das Wachstum selektiv vorangetrieben werden. Die Marktstellung in den angestammten Märkten soll selbst unter den anhaltend volatilen Rahmenbedingungen kontinuierlich verstärkt werden.

Geschäftsjahr 2010|11:

Konzernumsatz auf Vorjahresniveau erwartet, positive Eff ekte im operativen Ergebnis durch bereits eingelei tete Optimierungsschritte.

Aus heutiger Sicht rechnet AGRANA für das Geschäftsjahr 2010|11 mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau infolge der niedrigeren Verkaufspreise. Im Segment Zucker zeigt sich für den Absatz von Quotenzucker, bedingt durch die europäische Produktionsquote, ein eingeschränktes Wachstum. Mit der Herstellung von Nicht-Quotenzucker soll die Anlagenauslastung der AGRANA-Zuckerfabriken sichergestellt werden. Für die Raffi nation in Rumänien und Bosnien-Herzegowina sollten die Normalisierung des Weltmarktzuckerpreises und der Wegfall der Übergangsregelung innerhalb der EU zur Stabilisierung der Absatzsituation beitragen. Die Entwicklung der Commodities im Segment Stärke wird mit einer konjunkturbedingt geringen Wachstumsrate im einstelligen Prozentbereich eingeschätzt. Hingegen werden auf Basis AGRANA-interner Schätzungen zweistellige Zuwächse für Bauprodukte, Sackkleber, Bio-Produkte sowie Spezialitäten unterstellt. Der Wegfall der Quotenregelung und die Entkoppelung für Kartoff elstärke werden mittelfristig für AGRANA einen Rückgang des Gesamtmarktes bedeuten. Für Isoglukose ist das Wachstum quotenbedingt limitiert. Für den Fruchtzubereitungsbereich wird eine Fortsetzung der positiven Mengenentwicklung gesehen. Neben innovationsbedingtem Wachstum in etablierten Märkten setzt die Erschließung neuer Märkte wie zum Beispiel im nordafrikanischen und arabischen Raum durch die Gründung eines Joint Ventures in Ägypten einen zusätzlichen Akzent. Bei Fruchtsaftkonzentraten werden sowohl in neuen regionalen Märkten als auch durch eine erweiterte Produktpalette weitere Mengensteigerungen erwartet.

Für das operative Konzernergebnis ist davon auszugehen, dass sich die eingeleiteten Optimierungsschritte auch im Geschäftsjahr 2010|11 positiv niederschlagen und das Niveau des Geschäftsjahres 2009|10 übertroff en wird. Die verbesserte Einkaufspolitik sowie die Bemühungen um ein konsequentes Kostenmanagement in allen Bereichen sollen zur Absicherung der Ertragssituation beitragen. In den Segmenten Zucker und Frucht erwartet AGRANA eine Steigerung der operativen Ergebnisse, während das Segment Stärke nicht an die Ertragslage des Vorjahres anschließen wird. Die geplante Ergebnisverbesserung im Segment Zucker beruht auf guten Fabriksauslastungen und weiteren Kostenreduktionen. Im Segment Stärke rechnet AGRANA mit moderat steigenden Rohstoff preisen. Die wesentlichen Mengen für den Rohstoff bedarf im Geschäftsjahr 2010|11 wurden bereits bis zum Beginn der neuen Ernte 2010 vertraglich fi xiert. Mit der Ausweitung der Bio ethanolkapazitäten in Europa soll die gesamte Bioethanolproduktion in der Europäischen Union im Jahr 2010 gegenüber 2009 voraussichtlich um rund 18 % auf rund sieben Millionen Kubikmeter steigen. Die Nachfrage könnte durch eine verpfl ichtende Beimischung zum Benzin von bis zu zehn Prozent ab Ende des Jahres 2010 ansteigen. Bei der Rohwarenbeschaff ung für Fruchtzubereitungen geht AGRANA gegenüber dem tiefen Preisniveau im Jahr 2009 von einem leicht ansteigenden Rohwaren preis aus. Zusätzlich strebt AGRANA an, den Marktanteil im russischen Markt auszubauen und den Ausbau der Produktionskapazitäten vor Ort voranzutreiben.

Das Risikomanagement für AGRANA Juice wurde im Geschäfts jahr 2009|10 weiterentwickelt und ausgebaut, sodass die Ergebnisauswirkung extremer Preisausschläge verringert wird. In diesem Sinn wird bereits während der Ver arbei tungssaison ein Großteil der produzierten Apfelsaftkonzen trat menge an Verkaufskontrakte geknüpft. AGRANA rechnet für das Geschäftsjahr 2010|11 mit einem normalen Ernte verlauf für die Konzentratproduktion und einem etwas höheren Rohstoff - und Produktpreis niveau aus der neuen Kampagne 2010.

INVESTITIONEN

Das geplante Investitionsvolumen für das Geschäftsjahr 2010|11 beziff ert sich auf rund 55 m€. Damit liegen die Investitionen unter der Abschreibungsquote und unterstützen die Finanzierungsposition.

Die im Segment Zucker vorgesehenen Investitionen im Geschäftsjahr 2010|11 betreff en einen Anteil von rund 30 % am Gesamtbudget. In Österreich ist die Errichtung eines neuen Zuckersilos mit einer Kapazität von 70.000 Tonnen und einer geplanten Bauzeit von zwei Jahren vorgesehen.

Für den Betrieb der ungarischen Biogas anlage wird ein Nachfer menter zur Effi zienzsteigerung installiert. Im Rahmen der Ersatzinvestitionen soll in Sereď|Slowakei ein neuer Melasse tank errichtet werden. Die geplante Investitionssumme für das Segment Stärke mit einem Anteil von 20 % betriff t zu einem überwiegenden Teil die Errichtung eines Biomasse kessels in der ungarischen Maisstärkefabrik. In dieser Ver brennungsanlage sollen die CO2-Emis sionen wesentlich verringert und die Basis nicht-fossiler Primärenergieträger zur Erzeugung von Dampf genutzt werden. In Aschach|Österreich soll mit dem Ausbau der Produktionskapazität für Quell stärken begonnen werden. Damit kann die Position von AGRANA als Anbieter von konventionellen und Bio-Quell stärken am europäischen Markt gefestigt werden. Neben Ersatzinvestitionen bei AGRANA Juice wird im Segment Frucht die SAP-Installation an weiteren Fruchtzubereitungs standorten fortgeführt. Im Rahmen des russischen Stand ortausbaus in Serpuchov wird im Geschäftsjahr 2010|11 die Lagerkapazität an die gewachsene Produktions leistung angepasst. Für das ägyptische Joint Venture inves tiert AGRANA eine Produk tionslinie für Fruchtzubereitungen. Für die Produktion von Schokofrüchten ist eine aseptische Produktionsanlage erforderlich, die im Geschäftsjahr 2010|11 in Österreich in Betrieb gehen wird.

INVESTITIONEN VERSUS ABSCHREIBUNGEN in m¤

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte)

  • Abschreibungen im operativen Ergebnis (ohne Sondereinfl uss)
  • Investitionen/Abschreibungen (Ratio)

KONZERNABSCHLUSS 2009|10

DER AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gesamtergebnisrechnung
  • Konzern-Geldfl ussrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • Konzernanhang
  • Segmentberichterstattung
  • Allgemeine Grundlagen
  • Konsolidierungsgrundsätze
  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
  • Erläuterungen zur
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Geldfl ussrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Bestätigungsvermerk
  • Kennzahlen

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2009|10 VOM 1. MÄRZ 2009 BIS 28. FEBRUAR 2010

in t¤ 2009 10 2008 09
Umsatzerlöse 1.989.159 2.026.328
Bestandsveränderungen –90.905 –73.264
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.402 3.764
Sonstige betriebliche Erträge 26.030 39.202
Materialaufwand –1.258.344 –1.376.118
Personalaufwand –217.786 –210.337
Abschreibungen –84.437 –81.986
Sonstige betriebliche Aufwendungen –280.189 –292.947
Ergebnis der Betriebstätigkeit 86.930 34.642
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0 5
Finanzerträge 32.974 14.881
Finanzaufwendungen –32.513 –81.942
Finanzergebnis 461 –67.061
Ergebnis vor Ertragsteuern 87.391 –32.414
Ertragsteuern –14.689 16.555
Konzernjahresergebnis 72.702 –15.859
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 72.162 –11.578
– davon Minderheitenanteile 540 –4.281
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) 5,08 € –0,82 €

GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2009|10 VOM 1. MÄRZ 2009 BIS 28. FEBRUAR 2010

in t¤ 2009 10 2008 09
Konzernjahresergebnis 72.702 –15.859
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse aus
Währungsdiff erenzen 27.638 –41.983
zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 81 –3.343
Steuereff ekt aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 2 849
Cashfl ow-Hedges 8.895 –9.901
Steuereff ekt aus Cashfl ow-Hedges –2.500 2.420
Sonstige im Eigenkapital erfasste Ergebnisse 34.116 –51.958
Gesamtjahresergebnis 106.818 –67.817
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG 105.179 –61.988
– davon Minderheitenanteile 1.639 –5.829

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2009|10 VOM 1. MÄRZ 2009 BIS 28. FEBRUAR 2010

(14)

(15)

(16)

in t¤ 2009 10 2008 09
Konzernjahresergebnis 72.702 –15.859
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 84.437 82.426
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen 0 –85
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –4.480 –2.201
Ergebnis aus der Einbeziehung assoziierter Unternehmen 0 –5
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge –3.082 32.952
Cashfl ow aus dem Ergebnis 149.577 97.228
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen 382 –5.406
Veränderungen Vorräte 93.538 105.487
Veränderungen der Forderungen, aktiven latenten Steuern
und kurzfristigen Vermögenswerte –17.650 62.659
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 5.079 –18.584
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) –73.186 –84.912
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen 4.411 –41.467
Veränderung des Working Capital 12.192 23.183
Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit 162.151 115.005
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 3.402 14.637
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und
Immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –48.160 –73.172
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 2.314 0
Auszahlungen für den Kauf von Wertpapieren
des lang- und kurzfristigen Vermögens 0 –2.168
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –941 0
Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten –5.016 –11.377
Cashfl ow aus Investitionstätigkeit –48.401 –72.080
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft durch Minderheiten 1.250 0
Veränderungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten –41.876 –57.109
Veränderungen kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten –53.935 35.602
Gezahlte Dividenden –29.094 –28.548
Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit –123.655 –50.055
Veränderungen des Finanzmittelbestandes –9.905 –7.130
Einfl uss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand 4.835 –4.172
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 75.458 86.760
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 70.388 75.458

KONZERNBILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2010

Stand am Stand am
28. 02. 2010 28. 02. 2009
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 252.446 260.498
Sachanlagen 597.788 609.866
Anteile an assoziierten Unternehmen 0 605
Wertpapiere 104.977 104.492
Beteiligungen und Ausleihungen 7.027 2.499
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 10.652 5.525
Aktive latente Steuern 30.845 35.711
1.003.735 1.019.196
B. Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 468.576 562.113
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 336.688 326.629
Laufende Ertragsteuerforderungen 5.013 6.980
Wertpapiere 3.515 5.830
Flüssige Mittel 70.388 75.458
884.180 977.010
Summe Aktiva 1.887.915 1.996.206
A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210
Kapitalrücklagen 411.362
Gewinnrücklagen
364.657
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 879.229
Minderheitenanteile am Kapital 25.425
904.654
B. Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
44.263
Übrige Rückstellungen 14.073
Finanzverbindlichkeiten 208.301
Sonstige Verbindlichkeiten 2.229
Passive latente Steuern 19.369
288.235
C. Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 28.592
Finanzverbindlichkeiten 347.160
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 308.533
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 10.741
695.026
103.210
411.362
289.583
804.155
21.758
825.913
45.241
17.575
250.177
1.958
31.259
346.210
23.513
405.718
390.863
3.989
824.083

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2009|10 VOM 1. MÄRZ 2009 BIS 28. FEBRUAR 2010

Gewinnrücklagen
in t¤ Grund- Kapital- Neube- Sonstige Unter- Jahres- Minder- Summe
kapital rücklagen wertungs- Gewinn- schieds- ergebnis heiten-
rücklage rücklagen betrag anteile
Währungs-
umrechng.
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Stand am 01. 03. 2009 103.210 411.362 –1.426 358.760 –56.173 –11.578 21.758 825.913
Verlust aus zur Ver-
äußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten 0 0 81 0 0 0 0 81
Cashfl ow-Hedge 0 0 8.900 0 0 0 –5 8.895
Steuereff ekt 0 0 –2.498 0 0 0 0 –2.498
Gewinn aus
Währungsumrechnung 0 0 0 0 26.534 0 1.104 27.638
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 6.483 0 26.534 0 1.099 34.116
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0 72.162 540 72.702
Summe berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 6.483 0 26.534 72.162 1.639 106.818
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –27.694 –1.400 –29.094
Aufl ösung Rücklagen 0 0 0 –39.272 0 39.272 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 –2.411 0 0 3.428 1.017
Stand 28. 02. 2010 103.210 411.362 5.057 317.077 –29.639 72.162 25.425 904.654
364.657
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Stand am 01. 03. 2008 103.210 411.362 8.549 322.054 –15.738 64.322 28.306 922.065
Verlust aus zur Ver-
äußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten 0 0 –3.343 0 0 0 0 –3.343
Cashfl ow-Hedge 0 0 –9.901 0 0 0 0 –9.901
Steuereff ekt 0 0 3.269 0 0 0 0 3.269
Verlust aus
Währungsumrechnung 0 0 0 0 –40.435 0 –1.548 –41.983
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –9.975 0 –40.435 0 –1.548 –51.958
Konzernjahresergebnis 0 0 0 0 0 –11.578 –4.281 –15.859
Summe berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –9.975 0 –40.435 –11.578 –5.829 –67.817
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –27.694 –855 –28.549
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 36.628 0 –36.628 0 0
Sonstige Veränderungen
Stand 28. 02. 2009
0
103.210
0
411.362
0
–1.426
78
358.760
0
–56.173
0
–11.578
136
21.758
214
825.913

73

74 1. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung entsprechend IFRS 8 folgt mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe. Das Segment Zucker umfasst die Zuckergewinnung in Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien und Bosnien-Herze gowina sowie zuckernahe Bereiche. Dem Segment Stärke sind Produktionsstätten in Österreich, Ungarn und Rumänien zugehörig. Das Segment Frucht umfasst die Bereiche Juice (Konzentrat herstellung in Österreich, Dänemark, Polen, Rumänien, Ungarn, China) und Frucht (weltweite Fruchtzubereitung).

1.1. SEGMENTIERUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

533.788
805.988
–34.586
–83
499.202
805.905
67.333
72.030
dierung
–87.632
87.632
0
0
Segmente
1.989.159
0
1.989.159
176.246
–26.278
–36.362
0 –84.309
41.055
35.668
0 91.937
0
–5.007
0 –5.007
41.055
30.661
0 86.930
0
0
0 0
0
0
0 0
370.336
772.377
0 1.648.628
62.547
133.252
0 397.690
10.836
26.126
0 48.382
0 941
0 49.323
0 7.927
1
10.837
880
403
26.529
4.711

GESCHÄFTSJAHR 2008|09

Operatives Ergebnis 15.810 27.523 –5.501 0 37.832
und Immaterielle Vermögenswerte1 –22.018 –21.331 –37.996 0 –81.345
Abschreibungen auf Sachanlagen
EBITDA 37.828 48.854 32.495 0 119.177
Umsatzerlöse 702.503 519.439 804.386 0 2.026.328
Umsätze zwischen Segmenten –48.583 –32.540 –90 81.213 0
Umsatzerlöse (brutto) 751.086 551.979 804.476 –81.213 2.026.328
in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
Ergebnis aus Sondereinflüssen –913 –2.277 0 0 –3.190
Ergebnis der Betriebstätigkeit 14.897 25.246 –5.501 0 34.642
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 5 0 0 0 5
Buchwert von
assoziierten Unternehmen 605 0 0 0 605
Segmentvermögen 601.865 368.268 784.237 0 1.754.370
Segmentschulden 297.873 58.946 122.331 0 479.150
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1 19.402 23.798 30.613 0 73.813
Investitionen in Finanzanlagen 862 254 556 0 1.672
Investitionen gesamt 20.264 24.052 31.169 0 75.485
Mitarbeiter 2.464 853 4.927 0 8.244

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen resultiert aus den Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übersiedlung der Holding von Paris nach Wien sowie dem Firmenwertabgang einer Frucht-Gesellschaft in Tschechien.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden werden aus dem Gesamtvermögen bzw. den Gesamtschulden abgeleitet ohne Berücksichtigung der Finanzforderungen bzw. -verbindlichkeiten. Des Weiteren werden in den Segmenten nicht zuordenbare Anteile an sonstigen Beteiligungen, Wertpapieren und Ausleihungen sowie laufende und latente Steuerforderungen/-verbindlichkeiten bereinigt.

Segmentvermögen und -schulden

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Bilanzsumme Aktiva 1.887.915 1.996.206
abzüglich Finanzanlagen –112.004 –107.596
abzüglich Wertpapiere und fl üssiger Mittel –73.903 –81.288
abzüglich Steuerforderungen und sonstiger Aktiva –53.380 –52.952
Segmentvermögen 1.648.628 1.754.370
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 983.261 1.170.293
abzüglich Finanzverbindlichkeiten –555.461 –655.896
abzüglich passiver latenter Steuern
und Ertragsteuerverbindlichkeiten –30.110 –35.247
Segmentschulden 397.690 479.150

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

1.2. SEGMENTIERUNG NACH REGIONEN

in t€ 2009 10 2008 09
Umsatz
Österreich 923.128 810.530
Restliche EU 703.580 872.351
EU-27 1.626.708 1.682.881
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 102.173 102.850
Übriges Ausland 260.278 240.597
Summe 1.989.159 2.026.328

Der von den osteuropäischen Gesellschaften erwirtschaftete Umsatz betrug 761.820 t€ (Vorjahr 811.382 t€). Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina defi niert.

in t€ 2009 10 2008 09
Segmentvermögen
Österreich 562.904 610.214
Restliche EU 795.552 858.441
EU-27 1.358.456 1.468.655
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 98.532 92.333
Übriges Ausland 191.640 193.382
Summe 1.648.628 1.754.370
Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte1
Österreich 13.147 26.905
Restliche EU 19.748 29.464
EU-27 32.895 56.369
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 5.455 5.857
Übriges Ausland 10.032 11.587
Summe 48.382 73.813

2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Die AGRANA Beteiligungs-AG mit Sitz Donau-City-Straße 9, 1220 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoff e tätig ist.

Der Konzernabschluss 2009|10 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpfl ichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdiff erenzen auftreten.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Überleitung vom Gewinn zum Gesamtergebnis, der Kapitalfl ussrechnung sowie der Bilanz werden die Eigenkapitalveränderungen gezeigt. Die Anhangs angaben enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung.

Sämtliche vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der AGRANA Beteiligungs-AG angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwen dung in der EU übernommen.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2009|10 waren eine Reihe vom IASB überarbeiteten bzw. neu herausgegebenen Standards und Interpretationen verpfl ichtend anzuwenden. Die folgenden IFRS werden im AGRANA-Konzern im Berichtsjahr erstmals angewendet:

  • █ Durch die Änderung von IAS 1 (Darstellung des Abschlusses) wird nunmehr auch eine Überleitung vom Gewinn zum Gesamtergebnis gezeigt, die auch die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst.
  • █ Gemäß IAS 23 (Fremdkapitalkosten) sind Fremdkapitalzinsen, die der Anschaff ung oder Herstellung sogenannter qualifi zierter Vermögenswerte (Bau neuer Produktionsstätten, wesentliche Ergän zungs investitionen) zugerechnet werden können, verpfl ichtend bis zum Abschluss der Investitions maßnahme als Anschaff ungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren.
  • █ Entsprechend den Änderungen von IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) ist eine Fair Value-Hier archie (Bewertungslevel 1 bis 3) darzustellen, inwieweit beizulegende Zeitwerte von Finanzinstru menten auf Basis von veröff entlichen Marktpreisen (Bewertungslevel 1), auf Basis von Ableitungen aus veröff entlichten Marktpreisen (Bewertungslevel 2) oder nicht beobachtbaren internen Unter nehmensdaten (Bewertungslevel 3) ermittelt worden sind. Im AGRANA-Konzernabschluss hat die erstmalige Anwendung zu erweiterten Anhangsangaben geführt.

Die nachfolgenden im Geschäftsjahr 2009|10 erstmalig anzuwendenden Standards und Inter pre tationen hatten keine bzw. unwesentliche Auswirkungen auf den AGRANA-Konzernabschluss:

  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2009) und IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse – 2008) – Änderung des IFRS 1 und IAS 27: Anschaff ungskosten einer Beteiligung an Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten Unternehmen oder assoziierten Unternehmen im Einzelabschluss des Mutterunternehmens
  • █ IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung 2008) Änderung des IFRS 2:
  • Anteilsbasierte Vergütung: Ausübungsbedingungen und Annullierungen █ IFRS 8 (Geschäftssegmente – 2009)
  • █ IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung 2008) und IAS 1 (Darstellung des Abschlusses 2008) Änderungen des IAS 32 und IAS 1: Kündbare Finanzinstrumente und bei Liquidation entstehende Verpfl ichtungen
  • █ Verbesserung der IFRSs (2008)
  • █ Änderungen der IFRIC 9 (Neubeurteilung eingebetteter Derivate 2009) und IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – 2009)
  • █ IFRIC 11 (IFRS 2 Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen)
  • █ IFRIC 13 (Kundenbindungsprogramme)
  • █ IFRIC 14 (IAS 19 Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpfl ichtungen und ihre Wechselwirkungen – 2009)

Nachstehende geänderte Standards und neue Interpretationen, die von der EU in europäisches Recht übernommen wurden, waren im Geschäftsjahr 2009|10 noch nicht verpfl ichtend anzuwenden:

█ Der überarbeitete IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse – 2008) enthält geänderte Vor schrif ten zu Unternehmenserwerben; die Anpassungen betreff en den Anwendungsbereich und die Bilanzierung von sukzessiven Anteilserwerben. Ferner räumen die Änderungen das Wahlrecht

ein, die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter mit beizulegendem Zeitwert oder mit dem anteiligen Nettovermögen zu bewerten. In Abhängigkeit von der Ausübung des Wahlrechts wird im Rahmen eines Unternehmenserwerbs ein eventuell entstandener Geschäftsoder Firmenwert vollständig oder nur mit dem Anteil des Mehrheitsgesellschafters ausgewiesen. Der geänderte IFRS 3 ist erstmalig ab dem Geschäftsjahr 2010|11 anzuwenden.

█ Durch die Änderungen an IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse – 2008) wird klargestellt, dass Transaktionen, durch die ein Mutterunternehmen seine Beteiligungsquote an einem Tochte runter nehmen ändert, ohne die Beherrschung aufzugeben, künftig als erfolgsneutrale Eigenkapital veränderung zu bilanzieren sind. Ferner wurde die Bilanzierung von Transaktionen mit Verlust der beherrschenden Stellung gegenüber einem Tochterunternehmen neu geregelt. Der Standard bestimmt, wie ein Endkonsolidierungserfolg ermittelt und eine nach Veräußerung verbleibende Restbeteiligung zu bewerten ist. Der geänderte IAS 27 ist erstmalig ab dem Geschäfts jahr 2010|11 anzuwenden.

Die nachfolgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen hatten keine bzw. unwesentliche Auswirkungen auf den AGRANA-Konzernabschluss:

  • █ IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung 2009) Änderung des IAS 32: Einstufung von Bezugsrechten
  • █ IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung 2009) Änderung des IAS 39: Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen
  • █ Verbesserungen der IFRSs (2009)
  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2008) Änderung des IFRS 1: Neustrukturierung
  • █ IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung 2009) Änderung des IFRS 2:
  • Anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich im Konzern
  • █ IFRIC 12 (Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen)
  • █ IFRIC 15 (Verträge über die Errichtung von Immobilien)
  • █ IFRIC 16 (Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb)
  • █ IFRIC 17 (Sachausschüttungen an Eigentümer)
  • █ IFRIC 18 (Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden)

Folgende Standards, Interpretationen und Änderungen wurden bereits vom IASB veröff entlicht, wurden aber noch nicht von der EU in europäisches Recht übernommen; eine Anwendung durch AGRANA erfolgt nicht:

  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2009) Änderung des IFRS 1: Aufnahme von zusätzlichen Ausnahmen für erstmalige Anwender
  • █ IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards 2010) Änderung des IFRS 1: Gewährung von Ausnahmen von der Angabe von IFRS 7 – Vergleichszahlen für erstmalige Anwender
  • █ IFRS 9 (Finanzinstrumente)
  • █ IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen 2009)
  • █ IFRIC 14 (Beitragsvorauszahlungen bei bestehenden Mindestdotierungsverpfl ichtungen 2009)
  • █ IFRIC 19 (Tilgung fi nanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten)

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung, welche Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung ist, wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

3. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

3.1. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfl uss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfl uss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einfl usses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Unternehmen, auf die die AGRANA Beteiligungs-AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfl uss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 61 (Vorjahr 63) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 8 (Vorjahr 7) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der vollkonsolidierten und quotenkonsolidierten einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befi ndet sich auf Seite 126f.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2009|10 wie folgt verändert:

Voll-
konsolidierung
Quoten-
konsolidierung
Equity-
Bewertung
Stand 01. 03. 2009 63 7 1
Erstmalige Einbeziehung 0 1 0
Abgang –2 0 –1
Stand 28. 02. 2010 61 8 0

Erstmalige Einbeziehung

█ AGRAGOLD Holding GmbH, Wien Tätigkeit: Sonstige Dienstleistungen Einbeziehungszeitpunkt: November 2009 Anteil: 50 % Anschaff ungskosten: 5.000 t€

Die Einbeziehung der AGRAGOLD Holding GmbH führte zu keinem Unterschiedsbetrag.

Abgang

Die Abgänge betreff en die Liquidation der AGRANA Fruit Bohemia s.r.o., Kaplice|Tschechien, und der Dirafrost Germany GmbH, Hof|Deutschland. Die wesentlichste Auswirkung aus der Entkonsoli dierung war der Firmenwertabgang im Segment Frucht, resultierend aus dem Abgang der tschechischen Gesellschaft.

Das bis 2008|09 at-equity einbezogene Unternehmen Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, wird ab diesem Geschäftsjahr als nicht einbezogenes, verbundenes Tochterunternehmen geführt.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen die gemeinschaftlich geführte HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza|Ungarn, an der die AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit 50 % beteiligt ist, sowie deren Tochtergesellschaft Hungranatrans Kft., Szabadegyháza|Ungarn. Weiters werden die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, die Xianyang Andre Juice Co., Ltd.|China, die STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina, die AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien, die Yongji Andre Juice Co., Ltd.|China, und seit diesem Geschäftsjahr auch die AGRAGOLD Holding GmbH, Wien, der Quotenkonsolidierung unterzogen.

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Langfristiges Vermögen 137.942 125.053
Vorräte 32.244 26.601
Forderungen und andere Vermögenswerte 45.021 39.460
Flüssige Mittel und Wertpapiere 6.249 6.349
Kurzfristiges Vermögen 83.514 72.410
Summe Aktiva 221.456 197.463
Eigenkapital 105.283 70.786
Langfristige Schulden 20.492 16.001
Kurzfristige Schulden 95.681 110.676
Summe Passiva 221.456 197.463
Umsatzerlöse 190.029 151.754
Sonstige Aufwendungen/Erträge –172.768 –140.335
Jahresüberschuss 17.261 11.419

3.2. BILANZSTICHTAG

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

3.3. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

█ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaff ungskosten zu den identifi zierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbs. Übersteigen die Anschaff ungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den Immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs ertragswirksam erfasst.

█ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindes tens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wert minderung abgeschrieben (Impairment Only Approach).

█ Anteile an assoziierten Unternehmen werden at-equity (Buchwertmethode) bewertet, wobei als Basis die jeweils letzt verfügbaren Jahresabschlüsse dienen. Gemäß IFRS 3 wird der die Anschaff ungskosten übersteigende Betrag des anteiligen Eigenkapitals im Jahr des Erwerbs im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen erfasst. Ein sich aus der erstmaligen Bewertung ergebender

Geschäfts-/Firmenwert wird im Buchwert der Anteile erfasst und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

█ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

█ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um die Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

3.4. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

█ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzern fi nanzierung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet.

█ Diff erenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
in € Währungs- 28. 02. 2010 28. 02. 2009 01. 03. 2009– 01. 03. 2008–
einheit 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Argentinien ARS 5,25 4,52 5,34 4,63
Australien AUD 1,52 1,99 1,71 1,80
Brasilien BRL 2,47 3,01 2,69 2,75
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 9,26 8,65 9,63 9,94
Dänemark DKK 7,44 7,45 7,44 7,46
Fiji FJD 2,65 2,38 2,78 2,35
Südkorea KRW 1.573,95 1.950,91 1.736,27 1.678,04
Marokko MAD 11,20 11,05 11,27 11,31
Mexiko MXN 17,36 19,14 18,70 16,73
Polen PLN 3,98 4,66 4,26 3,66
Rumänien RON 4,11 4,30 4,22 3,78
Russland RUB 40,73 45,50 43,78 37,75
Serbien CSD 99,63 93,80 94,69 83,94
Slowakei SKK 0,00 30,13 0,00 30,13
Südafrika ZAR 10,50 12,81 11,29 12,43
Tschechien CZK 25,97 28,09 26,16 25,31
Türkei TRY 2,10 2,16 2,16 1,97
USA USD 1,36 1,26 1,41 1,44
Ukraine UAH 10,78 9,84 11,04 8,11
Ungarn HUF 269,90 300,46 277,42 256,74

█ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

4. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

4.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

█ Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaff ungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle Immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

█ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

█ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Defi nition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

█ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produkt entwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzufl üssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

█ Die Sachanlagen werden zu Anschaff ungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare plan mäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wurde im Geschäftsjahr eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungs zeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsgutes führen.

█ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögens wert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanz verbindlichkeit bilanziert.

█ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungs dauern zugrunde:

Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

█ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögens wertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzufl üsse aus dem Vermögens wert ermittelt.

4.2. ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND

█ Zuschüsse der öff entlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

█ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

4.3. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

█ Die Anteile an assoziierten Unternehmen, soweit nicht von untergeordneter Bedeutung, werden nach der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital ausgewiesen.

4.4. FINANZINSTRUMENTE

█ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Ausleihungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige Forderungen
  • Flüssige Mittel

Finanzielle Schulden

  • Anleihen
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Finanzierungsleasing
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Verbindlichkeiten aus Restrukturierungsabgaben
  • Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Zuckerquote
  • Sonstige Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoff derivate

█ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaff ungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

█ Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet, zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen wurden mit dem Barwert angesetzt.

█ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaff ungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaff ungskosten und Tilgungsbetrag nach der Eff ektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt

("held to maturity"). Bei Wertpapieren, die für Handelszwecke gehalten werden ("held for trading"), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten, dabei werden Stichtagsgewinne bzw. -verluste erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungs änderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinnund Verlust rech nung ausgewiesen werden ("available for sale").

█ Die Erfassung von fi nanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

█ Wenn substanzielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

█ Flüssige Mittel werden mit dem Nominalwert angesetzt.

Derivative Finanzinstrumente

█ Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaff ungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashfl ow-Hedge Accoun ting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

█ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öff entliche Notierung, Angaben von Banken oder mit Hilfe fi nanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Diff erenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

█ Die Forderungen werden zum Nennwert bilanziert, wobei für erkennbare Risiken Wertbe rich tigungen gebildet werden. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert bilanziert. Fremdwährungsforderungen werden zum jeweiligen Devisen mittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

█ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugefl ossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der eff ektiven Zinsenmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaff ungskosten).

█ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

█ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

4.5. VORRÄTE

█ Die Vorräte werden zu Anschaff ungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufs werten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstel lungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergaben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

4.6. EMISSIONSZERTIFIKATE

█ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschrift en IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öff entlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifi kate sind Immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifi kate (ein Zertifi kat entspricht einer Tonne CO2) ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung von CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung orientiert sich am Marktwert von Emissionszertifi katen zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

4.7. WERTMINDERUNG

█ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.

█ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzwert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

█ Der Nutzwert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashfl ows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifi schen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashfl ow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzwertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashfl ow ermittelt werden kann (Cash Generating Unit).

█ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroff enen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

█ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und eigenkapitalähnlichen Wertpapieren der Kategorie "available for sale" – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzwert.

4.8. VERPFLICHTUNGEN GEGENÜBER ARBEITNEHMERN

█ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen triff t AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpfl ichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

█ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected Unit Credit Method entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung (Defi ned Benefi t Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

█ Ein Unterschied zwischen dem auf Basis der zugrunde gelegten Annahmen im Voraus ermittelten Rückstellungsbetrag und dem tatsächlich eingetretenen Wert (aktuarischer Gewinn/Verlust) wird so lange nicht als Teil der Rückstellung erfasst, als dieser innerhalb von 10 % des tatsächlichen Wertes liegt. Bei Übersteigen der 10 %-Grenze erfolgt die Erfassung des diese Grenze übersteigenden Betrages verteilt über die durchschnittliche Restdienstzeit aller Mitarbeiter (Korridormethode).

█ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 5,0 % (Vorjahr 5,5 %) zugrunde.

█ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfi nanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpfl ichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

4.9. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

█ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpfl ichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpfl ichtung zu einem Abfl uss von Ressourcen führen wird und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpfl ichtung möglich ist.

█ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpfl ichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpfl ichtung angesetzt.

█ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

4.10. STEUERABGRENZUNGEN

█ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren möglich ist.

█ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungsund Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden.

█ Für die Abgrenzung werden die bei der Aufl ösung der Unterschiede erwarteten künftigen Steuersätze angewendet. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuer satzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

█ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpfl ichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

4.11. GEWINNREALISIERUNG

█ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

█ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

█ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfi nanzierungen und Finanzierungsleasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

█ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

█ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Eff ektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

4.12. UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND SCHÄTZUNGEN

█ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermes sens beurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unter nehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpfl ichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinfl ussen können.

█ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte erfolgt auf Basis einer Prognose rechnung für die Cashfl ows der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an die Branche und das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpfl ichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugs erhöhungen verwendet.
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende Verlustvorträge zu verwerten.
  • Bei der Ermittlung der sonstigen Rückstellungen beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rück stellung zuverlässig geschätzt werden kann. Rückstellungen werden in der Höhe der wahrscheinlichen Inanspruchnahme angesetzt.

4.13. ÄNDERUNG VON BILANZIERUNGSMETHODEN

█ Im Geschäftsjahr kam es zu keinen wesentlichen Änderungen der Bilanzierungsmethode.

5. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Note (1)

5.1. UMSATZERLÖSE

in t€ 2009 10 2008 09
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 1.873.806 1.891.252
Handelswarenerlöse 108.774 127.110
Leistungserlöse 6.579 7.966
Summe 1.989.159 2.026.328

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Segmentberichterstattung (siehe Seite 76) ausgewiesen.

29 % des Konzernumsatzes werden mit den Top 10-Kunden der Gruppe erzielt.

Note (2)

5.2. BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN

in t€ 2009 10 2008 09
Veränderungen des Bestandes
an fertigen und unfertigen Erzeugnissen –90.905 –73.264
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.402 3.764

Die Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von –90.905 (Vorjahr –73.264) t€ resultierte vor allem aus dem Segment Zucker mit –69.461 (Vorjahr –40.859) t€ und dem Segment Frucht (insbesondere den Juice-Aktivitäten) mit –17.504 (Vorjahr –32.086) t€.

Note (3)

5.3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

in t€ 2009 10 2008 09
Erträge aus
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 366 6.422
Leistungen an Dritte 2.307 1.956
Kursgewinnen 0 3.785
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 1.263 1.165
Miet- und Pachtverträgen 1.091 1.445
Marketingleistungen 0 373
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 4.666 4.759
Quotenrückgabe 269 3.921
Rohstoff beschaff ung 0 141
Derivate 463 0
Übrige 15.605 15.235
Summe 26.030 39.202

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen Erlöse aus der Veräußerung von Rohmaterial und Betriebstoff en.

Note (4)

5.4. MATERIALAUFWAND

in t€ 2009 10 2008 09
Aufwendungen für
Rohstoff e 738.469 778.930
Hilfs-/Betriebsstoff e und bezogene Waren 459.617 541.146
Bezogene Leistungen 60.258 56.041
Summe 1.258.344 1.376.117

Note (5)

5.5. PERSONALAUFWAND

in t€ 2009 10 2008 09
Löhne und Gehälter 169.739 161.629
Soziale Abgaben 41.946 41.656
Aufwendungen für Altersversorgung 2.063 3.188
Aufwendungen für Abfertigungen 4.038 3.864
Summe 217.786 210.337

Die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind im Personalauf wand ohne Zinsanteil ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 2.935 (im Vorjahr 2.810) t€ im Finanzergebnis enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2009 10 2008 09
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 5.742 5.975
Angestellte 2.125 2.207
Lehrlinge 60 62
Summe 7.927 8.244
2009 10 2008 09
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 1.735 1.730
Restliche EU 2.913 3.094
EU-27 4.648 4.824
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.104 1.211
Übriges Ausland 2.175 2.209
Summe 7.927 8.244

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter von gemeinschaftlich geführten Unternehmen stellt sich wie folgt dar (50 %):

2009 10 2008 09
Arbeiter 248 292
Angestellte 90 91
Summe 338 383

5.6. ABSCHREIBUNGEN Note (6)

in t¤ 2009 10 2008 09
Gesamt Abschrei- Wertminde- Gesamt Abschrei- Wertminde-
bungen rungen bungen rungen
Immaterielle Vermögenswerte 9.559 6.728 2.831 7.823 7.823 0
Sachanlagen 74.750 70.821 3.929 73.607 73.607 0
Zuschreibungen 0 0 0 –85 0 –85
Abschreibungen im operativen Ergebnis 84.309 77.549 6.760 81.345 81.430 –85
Sondereinfl uss 128 0 128 641 39 602
Abschreibungen im Ergebnis
der Betriebstätigkeit 84.437 77.549 6.888 81.986 81.469 517
Finanzanlagen –10 –21 11 398 407 –9
Zu-/Abschreibungen im Finanzergebnis –10 –21 11 398 407 –9
Summe 84.427 77.528 6.899 82.384 81.876 508

Die Wertminderungen des heurigen Jahres betreff en primär die Abschreibung der Zuckerquote in Tschechien und außerplanmäßige Maschinenabschreibungen im Segment Stärke (Walztrock nungs anlage) und im Segment Frucht (Schokolade-Linie in den USA).

Die Wertminderungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2009 10 2008 09
Segment Zucker 2.876 443
Segment Stärke 1.892 65
Segment Frucht 2.131 0
Summe 6.899 508

Note (7)

5.7. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

in t€ 2009 10 2008 09
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 87.530 81.486
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 105.646 90.878
Werbeaufwendungen 7.731 10.091
Restrukturierungsabgabe 0 72.680
Produktions- und Ergänzungsabgabe 8.689 11.690
Sonstige Steuern 6.765 9.006
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 776 2.014
Forschung und Entwicklung (extern) 6.112 4.766
Fremdleistungen für Betrieb 10.668 2.344
Kursverluste 391 0
Miete und Pachtaufwand 6.963 7.227
Derivate 640 0
Übrige 38.278 765
Summe 280.189 292.947

Zucker produzierende Unternehmen, denen eine Quote zugeteilt worden ist, zahlten im Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 einen Restrukturierungsbeitrag in Höhe von 113,30 € je Tonne der Quote.

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich insgesamt auf 13.345 (Vorjahr 12.499) t€.

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Nachzahlungen für Industriezuckerverkäufe, Kosten für Leasing und Vermietung, Schadenersatz, Abfallentsorgung und Reinigung sowie Aufwendungen für den Verkauf von frischen Früchten in Mexiko enthalten.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für die Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft betragen 306 t€ sowie für die MULTICONT Revisions- und Treuhand Gesellschaft m.b.H. 197 t€. Die Aufwendungen betrafen zur Gänze die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen); andere Beratungsleistungen durch die Abschlussprüfer sind nicht angefallen.

Note (8)

5.8. ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEIT

in t€ 2009 10 2008 09
Operatives Ergebnis 91.937 37.832
Ergebnis aus Sondereinfl üssen –5.007 –3.190
Summe 86.930 34.642

Folgende Gewinn- und Verlustrechnungspositionen sind durch das Ergebnis aus Sondereinfl üssen im Geschäftsjahr 2009|10 betroff en:

in t€ Frucht
Materialaufwand –7
Personalaufwand –1.681
Wertminderungen –128
Sonstige betriebliche Aufwendungen –3.191
Summe –5.007

Das Sonderergebnis resultiert zur Gänze aus dem Segment Frucht und setzt sich einerseits aus Kosten für die Schließung der Holding in Paris und andererseits aus dem Firmenwertabgang in Zusammenhang mit der Schließung der AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. in Tschechien zusammen.

5.9. ERGEBNIS AUS ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

in t€ 2009 10 2008 09
Anteil am Gewinn 0 5

Der Anteil am Gewinn resultiert im Vorjahr aus der Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien. Diese wird nunmehr als nicht einbezogenes, verbundenes Tochterunternehmen geführt.

5.10. FINANZERTRÄGE Note (10)

in t€ 2009 10 2008 09
Zinserträge 9.859 9.159
Sonstige Finanzerträge
Währungsgewinne 18.929 0
Beteiligungserlöse aus sonstigen Beteiligungen 0 3.411
Beteiligungserlöse aus verbundenen Unternehmen 1.150 1.000
Gewinn aus Veräußerung von sonstigen Beteiligungen 2.313 11
Gewinn aus Abgang von Wertpapieren 6 109
Gewinn aus Derivaten 531 918
Erträge aus Aufl ösung Badwill 154 2
Übrige fi nanzielle Erträge 32 271
Summe 32.974 14.881

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2009 10 2008 09
Segment Zucker 8.870 7.549
Segment Stärke 129 159
Segment Frucht 860 1.451
Summe 9.859 9.159

5.11. FINANZAUFWENDUNGEN Note (11)

in t€ 2009 10 2008 09
Zinsaufwendungen 31.107 41.509
Sonstige Finanzaufwendungen
Währungsverluste 0 39.493
Verluste aus Derivaten 1.194 533
Wertminderung kurzfristig gehaltener Wertpapiere 0 462
Übrige fi nanzielle Aufwendungen 212 –55
Summe 32.513 81.942

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

in t€ 2009 10 2008 09
Segment Zucker 13.155 14.517
Segment Stärke 3.481 7.596
Segment Frucht 14.471 19.396
Summe 31.107 41.509

Das Finanzergebnis (Erträge und Aufwendungen kumuliert) setzt sich wie folgt zusammen:

in t€ 2009 10 2008 09
Zinsergebnis –21.248 –32.350
Währungsergebnis 18.929 –39.493
Beteiligungsergebnis 1.150 4.411
Veräußerungsergebnis 2.452 –2
Sonstiges Finanzergebnis –822 373
Summe 461 –67.061

Das Währungsergebnis ist im Geschäftsjahr mit einem Prozentsatz von 75,6 % (Vorjahr 1,7 %) realisiert.

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen von 2.935 (Vorjahr 2.810) t€.

5.12. ERTRAGSTEUERN Note (12)

Die eff ektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreff en in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

in t€ 2009 10 2008 09
Eff ektive Steuern 22.359 8.918
– davon Inland 5.920 382
– davon Ausland 16.439 8.536
Latente Steuern –7.670 –25.473
– davon Inland –6.558 –8.190
– davon Ausland –1.112 –17.283
Steueraufwand (+)/-ertrag (–) 14.689 –16.555
– davon Inland –638 –7.808
– davon Ausland 15.327 –8.747

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2009 10 2008 09
Verminderung (–)/Erhöhung (+) aktiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz –4.866 19.001
Verminderung (+)/Erhöhung (–) passiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 11.890 7.290
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer 7.024 26.291
– davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen
(Neubewertung, Währungsumrechnungsdiff erenzen) –646 818
– davon erfolgswirksame Veränderungen 7.670 25.473

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

in t€ 2009 10 2008 09
Ergebnis vor Ertragsteuern 87.391 –32.414
Österreichischer Steuersatz 25 % 25 %
Theoretischer Steueraufwand (+)/-ertrag (–) 21.848 –8.104
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund
abweichender Steuersätze –1.369 5.485
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge
und steuerliche Abzugsposten –4.942 –13.214
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen
und steuerlicher Zurechnungen 5.100 6.942
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 182 –712
nicht temporärer Diff erenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen –6.130 –6.952
Ertragsteuern 14.689 –16.555
Eff ektive Steuerquote 16,8 % 51,1 %

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuer satzes in Höhe von 25 %.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmens gruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unter nehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Bio ethanol GmbH, Agrofrucht Gesellschaft m.b.H., AGRANA J&F Holding GmbH, AGRANA Internationale Ver wal tungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice Holding GmbH, Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H., INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH als Gruppenmitglieder gebildet.

In den Steuerminderungen durch steuerfreie Erträge ist vor allem die Steuerbegünstigung der ungarischen Stärkegesellschaft für den Kapazitätsausbau enthalten.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpfl ichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 12.145 (Vorjahr 6.721) t€ nicht aktiviert. Zum Bilanzstichtag bestehen noch nicht genutzte steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, in Höhe von 57.608 (Vorjahr 35.592) t€.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf –1.100 (Vorjahr 1.398) t€.

5.13. ERGEBNIS JE AKTIE Note (13)

2009 10 2008 09
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist in t€ 72.162 –11.578
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war in Stück 14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) in € 5,08 –0,82
Dividende je Aktie in € 1,951 1,95

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2009|10 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 27.694 (Vorjahr 27.694) t€ ausgeschüttet.

6. ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSSRECHNUNG

Die Geldfl ussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschrift en des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Auswirkungen von Akquisitionen sind eliminiert und werden in der Position "Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten" dargestellt.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

Note (14)

6.1. CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis beträgt 149.577 (Vorjahr 97.228) t€, das entspricht 7,5 % (Vorjahr 4,8 %) des Umsatzes. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen unter anderem die unrealisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses (–4.624 t€), die Auswirkungen der latenten Steuern (–7.024 t€) und zahlungsunwirksame eff ektive Steuern (8.720 t€). Die Berück sichtigung der Veränderungen des Working Capital führt zu einem Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit von 162.151 (Vorjahr 115.005) t€.

Im Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen enthalten:

in t€ 2009 10 2008 09
Zinseinzahlungen 5.208 9.312
Zinsauszahlungen 26.627 37.551
Steuerauszahlungen 13.640 6.701
Dividendeneinzahlungen 1.150 4.411

Es bestehen keine Verfügungsbeschränkungen über liquide Mittel.

6.2. CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT

Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 48.401 (Vorjahr 72.080) t€ benötigt.

Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüssen sanken auf 48.160 (Vorjahr 73.172) t€. Die Einzahlungen aus Anlagen abgängen betrugen 3.402 (Vorjahr 14.637) t€.

Im Geschäftsjahr wurden Auszahlungen für den Erwerb von Geschäftseinheiten ausgewiesen, die den Erwerb einer neuen Holding-Gesellschaft (Joint Venture) für die Westbalkan-Aktivitäten betreff en.

6.3. CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT Note (16)

Im Geschäftsjahr 2009|10 sanken die Finanzverbindlichkeiten um 95.811 (Vorjahr 21.507) t€. Weiters gab es eine Kapitalerhöhung an der AGRANA BIH Holding GmbH durch den weiteren Gesellschafter, die zu einem Zahlungsmitteleingang von insgesamt 1.250 t€ führte.

Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteili gungs-AG entfallende Bardividende.

7. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Note (17)

7.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2009 222.715 96.784 319.499
Währungsdiff erenzen 0 810 810
Konsolidierungskreisänderungen –2.573 –67 –2.640
Zugänge 138 3.316 3.454
Umbuchungen 0 424 424
Abgänge 0 –3.004 –3.004
Stand 28. 02. 2010 220.280 98.263 318.543
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2009 0 59.001 59.001
Währungsdiff erenzen 0 498 498
Konsolidierungskreisänderungen 0 –72 –72
Zugänge 0 9.559 9.559
Umbuchungen 0 –9 –9
Abgänge 0 –2.880 –2.880
Stand 28. 02. 2010 0 66.097 66.097
Buchwert 28. 02. 2010 220.280 32.166 252.446
in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Anschaff ungskosten
Stand 01. 03. 2008 214.607 91.850 306.457
Währungsdiff erenzen 0 –528 –528
Konsolidierungskreisänderungen 8.131 954 9.085
Zugänge 0 7.945 7.945
Umbuchungen 0 600 600
Abgänge –23 –4.037 –4.060
Stand 28. 02. 2009 222.715 96.784 319.499
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2008 0 53.518 53.518
Währungsdiff erenzen 0 –289 –289
Konsolidierungskreisänderungen 0 23 23
Zugänge 0 7.826 7.826
Abgänge 0 –2.077 –2.077
Stand 28. 02. 2009 0 59.001 59.001
Buchwert 28. 02. 2009 222.715 37.783 260.498

█ Die Immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie langfristige Anzahlungen ausgewiesen.

█ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 21.384 (Vor jahr 21.283) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 196.806 (Vorjahr 199.342) t€. Der Zugang im Segment Zucker ist auf den Erwerb der restlichen 49 % an der AGRANA Bulgaria AD zurückzuführen. Der Abgang im Segment Frucht ist auf die Entkon solidierung der AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. zurückzuführen.

█ Um die Vorschrift en des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wert minderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht defi niert.

█ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und Immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Wert des erwarteten Mittelzufl usses aus dem Vermögenswert ermittelt.

█ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cash fl ow) auf den erwarteten Mittelzufl uss der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashfl ows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen validierte und von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungs zeitraum wird eine gleich bleibende, infl ationsbedingte Wachstumsrate von 0,75 % p. a. (Vorjahr 0,75 % p. a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzin sungssatz (WACC) beträgt zwischen 9,5 % und 10,6 % (Vorjahr 8,0 % bis 9,6 %) vor Steuern.

█ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

█ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen.

█ Am Bilanzstichtag waren keine anderen Immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

in t€ Grundstücke,
grundstücks-
gleiche Rechte
und Bauten
Technische
Anlagen und
Andere
Anlagen,
Maschinen Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
Anlagen
in Bau
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 01. 03. 2009 441.591 945.439 161.778 21.286 1.570.094
Währungsdiff erenzen 15.675 22.311 3.058 1.307 42.351
Konsolidierungskreisänd. –3.928 –2.061 –798 188 –6.599
Zugänge 4.121 17.458 6.087 17.400 45.066
Umbuchungen 7.241 9.892 3.745 –21.277 –399
Abgänge –299 –13.132 –6.868 –400 –20.699
Zuschüsse –75 –284 –2 0 –361
Stand 28. 02. 2010 464.326 979.623 167.000 18.504 1.629.453
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2009 222.444 617.605 119.684 495 960.228
Währungsdiff erenzen 5.478 13.259 2.110 6 20.853
Konsolidierungskreisänd. –3.151 –1.881 –650 –36 –5.718
Zugänge 14.110 49.881 10.700 186 74.877
Umbuchungen 194 –1.410 1.225 0 9
Abgänge –324 –11.408 –6.678 –174 –18.584
Stand 28. 02. 2010 238.751 666.046 126.391 477 1.031.665
Buchwert 28. 02. 2010 225.575 313.577 40.609 18.027 597.788

7.2. SACHANLAGEN Note (18)

in t€ Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, in Bau
gleiche Rechte Maschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 01. 03. 2008 462.248 991.346 167.452 46.702 1.667.748
Währungsdiff erenzen –24.234 –32.454 –5.672 –2.452 –64.812
Konsolidierungskreisänd. 1.966 –2.066 –583 148 –535
Zugänge 8.062 29.218 7.467 21.121 65.868
Umbuchungen 18.237 22.961 2.395 –44.193 –600
Abgänge –24.082 –63.536 –9.277 –40 –96.935
Zuschüsse –606 –30 –4 0 –640
Stand 28. 02. 2009 441.591 945.439 161.778 21.286 1.570.094
Abschreibungen
Stand 01. 03. 2008 234.995 657.676 121.341 420 1.014.432
Währungsdiff erenzen –8.717 –19.884 –3.633 –18 –32.252
Konsolidierungskreisänd. 76 –5.624 –396 0 –5.944
Zugänge 14.785 48.024 11.341 93 74.243
Umbuchungen 47 –52 5 0 0
Abgänge –18.715 –62.477 –8.974 0 –90.166
Zuschreibung –27 –58 0 0 –85
Stand 28. 02. 2009 222.444 617.605 119.684 495 960.228
Buchwert 28. 02. 2009 219.147 327.834 42.094 20.791 609.866

█ Zugänge von Sachanlagen und Immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/ Firmenwerte):

in t€ 2009 10 2008 09
Segment Zucker 11.420 19.402
Segment Stärke 10.836 23.798
Segment Frucht 26.126 30.613
Summe 48.382 73.813

█ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

█ Die Zuschüsse des Geschäftsjahres betreff en öff entliche Subventionen für technische Anlagen in Österreich im Segment Stärke.

█ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

in t€ 2009 10 2008 09
Anschaff ungskosten 193 297
abzüglich kumulierter Abschreibungen –68 –140
Buchwert 125 157

█ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpfl ichtungen in folgendem Umfang:

in t€ 2009 10 2008 09
Im folgenden Jahr 6.353 5.536
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 6.785 5.593
Über 5 Jahre 2.943 5.190

█ Aufwendungen aus operativen Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen betrugen 8.913 (Vorjahr 9.221) t€.

7.3. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN Note (19)

in t€ 2009 10 2008 09
Stand 01. 03. 605 600
Anteil am Gewinn 0 5
Konsolidierungskreisänderung –605 0
Stand 28. 02. 0 605

Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. wird seit dem Geschäftsjahr 2009|10 als nicht konsolidiertes verbundenes Unternehmen geführt.

7.4. WERTPAPIERE, BETEILIGUNGEN UND AUSLEIHUNGEN Note (20)

in t€ Beteiligungen
und
Ausleihungen
Wertpapiere
(langfristige
Vermögens-
werte)
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Stand 01. 03. 2009 2.499 104.492 106.991
Währungsdiff erenz 32 –1 31
Konsolidierungskreisänderungen 5.566 0 5.566
Zugänge 333 608 941
Abschreibungen –11 0 –11
Umbuchungen –25 0 –25
Abgänge –1.388 –157 –1.545
Zuschreibungen 21 0 21
Neubewertung (IAS 39) 0 35 35
Stand 28. 02. 2010 7.027 104.977 112.004

GESCHÄFTSJAHR 2008|09

Stand 01. 03. 20008 92.852 18.657 111.509
Währungsdiff erenz –53 15 –38
Konsolidierungskreisänderungen 8 0 8
Zugänge 288 1.384 1.672
Abschreibungen 9 –407 –398
Umbuchungen –85.000 85.000 0
Abgänge –1.105 –81 –1.186
Neubewertung (IAS 39) –4.500 –76 –4.576
Stand 28. 02. 2009 2.499 104.492 106.991
Note (21)
----------- --

7.5. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 229.921 206.785
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 513 14
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 11.007 4.831
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 0 11
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 8.269 5.053
Forderungen aus Quotenverkauf 0 37.916
Forderungen aus Zuschüssen 3.818 4.000
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 3.818 0
Positiver Marktwert Rohstoff derivate (Cashfl ow-Hedge) 778 718
Forderungen aus Altlastsanierung 1.703 1.895
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.505 1.697
Versicherung und Schadensvergütung 986 962
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 983 960
Kautionen 78 154
Sonstige Vermögenswerte 23.823 19.153
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 3.446 2.455
Zwischensumme Finanzinstrumente 280.383 281.478
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 10.265 5.126
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 43.790 36.654
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 387 399
Rechnungsabgrenzungsposten 6.516 5.354
Geleistete Anzahlungen 16.651 8.668
Summe 347.340 332.154
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 10.652 5.525

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 237.031 216.581
Wertberichtigungen –7.110 –9.796
Buchwert (netto) 229.921 206.785

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgen dermaßen entwickelt:

in t€ 2009 10 2008 09
Wertberichtigungen 01. 03. 9.796 13.106
Währungsänderung/Sonstige Veränderung –863 –919
Zuführungen 2.243 973
Verbrauch –1.996 –1.038
Aufl ösungen –2.070 –2.326
Wertberichtigungen 28. 02. 7.110 9.796

Aus der Aufl ösung der Wertberichtigungen resultieren Zinserträge von 36 (Vorjahr 46) t€.

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashfl ows eingeschätzt.

Im Falle von Vorfi nanzierungen von Landwirten erhält AGRANA als Sicherung Pfandrechte.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Noch nicht fällige Forderungen 185.595 160.712
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 25.425 22.659
31 bis 90 Tage 7.479 7.224
91 Tage und älter 4.312 6.394
Zwischensumme 222.811 196.989
Wertberichtigungen 7.110 9.796
Buchwert 229.921 206.785

7.6. AKTIVE LATENTE STEUERN Note (22)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Aktive latente Steuern
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 1.427 1.652
Finanzanlagen (v. a. "Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 11.985 10.784
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 0 3.257
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 3.795 6.170
Verlustvorträge 7.842 11.692
Summe Aktive latente Steuern 25.049 33.555
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 5.796 2.156
Saldierte Aktive Steuerabgrenzung 30.845 35.711

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (29) erläutert.

7.7. VORRÄTE Note (23)

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoff e 125.322 115.370
Fertige und unfertige Erzeugnisse 304.432 382.653
Waren 38.822 64.090
Summe 468.576 562.113

Der Buchwert der wertberichtigten Vorräte beträgt 10.520 (Vorjahr 46.598) t€.

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 1.185 (Vorjahr 17.369) t€ vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2008|09 war im Segment Frucht eine Abwertung der Apfelsaftkonzentratbestände aus der damaligen Vorjahresernte von 32.400 t€ auf den Nettoverkaufserlös vorzunehmen.

7.8. WERTPAPIERE Note (24)

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 3.515 (Vorjahr 5.830) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquiditätsreserve dienen.

7.9. EIGENKAPITAL Note (25)

█ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt.

█ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 73 dargestellt.

█ Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundene und nicht gebundene Kapitalrücklage zusammen, wobei die gebundene aus Agios und die ungebundene aus Umgründungen resultiert. Die Kapitalrücklage blieb im Geschäftsjahr 2009|10 unverändert. Die Gewinnrücklage umfasst die Neubewertungsrücklage, die Eff ekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigen kapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Eigenkapital 904.654 825.913
Bilanzsumme 1.887.915 1.996.206
Eigenkapitalquote 47,9 % 41,4 %

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofi nanz schulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird vor allem auch die Kennzahl "Gearing" (Netto fi nanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

7.10. RÜCKSTELLUNGEN

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Rückstellungen für
Pensionen 28.154 29.164
Abfertigungen 16.109 16.077
Sonstige 42.665 41.088
Summe 86.928 86.329

104

Note (26a)

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschaftsbarwert ver fahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defi ned Benefi t Plan.

Für die inländischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohn- und Gehalts- sowie Rentensteigerungen zugrunde gelegt:

in % 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Lohn-/Gehaltstrend 2,50 2,50
Rententrend 2,00 2,00
Zinssatz 5,00 5,50
Erwarteter Ertrag des Planvermögens Europa: 5,50 5,50
Mexiko/USA: 9,20 9,20

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten modifi ziert.

Der Abzinsungssatz für Pensionsverpfl ichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden im Inland die Richttafeln "AVÖ 2008-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler" in der Ausprägung für Angestellte verwendet.

Die Verzinsung des Planvermögens resultiert aus der strategischen Portfoliostrukturierung der Pensionskasse.

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 388 t€ betragen.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpfl ichtung der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008 28. 02. 2007 28. 02. 2006
Pensionen 36.462 35.780 35.090 44.378 47.491
Abfertigungen 20.867 19.147 17.564 18.906 17.403

Historische Information zur Pensionsverpfl ichtung

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009 29. 02. 2008 28. 02. 2007 28. 02. 2006
Barwert der Verpfl ichtung 36.462 35.780 35.090 44.378 47.491
Planvermögen 4.767 3.587 3.550 7.156 6.327
Nicht durch Planvermögen
gedeckte Verpfl ichtung 31.695 32.193 31.540 37.222 41.164

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in t€ Pensionen Abfertigungen
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2009 29.164 16.077
Dienstzeitaufwand 301 973
Zinsaufwand 1.891 1.044
Erwartete Erträge Planvermögen –223 0
Versicherungsmathematische Verluste 1.248 262
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.217 2.279
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.473 –2.262
Dotierung Planvermögen –736 0
Währungsdiff erenz –18 15
Bilanzierte Rückstellung 28. 02. 2010 28.154 16.109
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust 3.541 4.758
Marktwert Planvermögen 4.767 0
Barwert der Verpfl ichtung 28. 02. 2010 36.462 20.867
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Bilanzierte Rückstellung 01. 03. 2008 30.176 16.057
Dienstzeitaufwand 272 885
Zinsaufwand 1.849 961
Erwartete Erträge Planvermögen –208 0
Versicherungsmathematische Verluste 1.090 196
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.003 2.042
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.749 –1.972
Dotierung Planvermögen –356 0
Währungsdiff erenz 90 –50
Bilanzierte Rückstellung 28. 02. 2009 29.164 16.077
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust 3.029 3.070
Marktwert Planvermögen 3.587 0

Barwert der Verpfl ichtung 28. 02. 2009 35.780 19.147

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Die Rückstellung für direkte Versorgungsverpfl ichtungen lässt die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste innerhalb der von IAS 19 bestimmten Grenzen (± 10 % des Anwartschaftsbarwerts) unberücksichtigt.

Ähnliche Verpfl ichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Erfahrungsbedingte Anpassungen infolge des Unterschieds zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Verlauf betragen –1.418 (Vorjahr –2.258) t€.

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2009 10 2008 09
Planvermögen (Zeitwert) 01. 03. 3.587 3.550
Währungsdiff erenz 10 –14
Tatsächliche Aufwendungen/Erträge aus Planvermögen 434 –304
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 736 355
Ausgaben des Planvermögens 0 0
Planvermögen (Zeitwert) 28. 02. 4.767 3.587

Das Planvermögen betriff t insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskassa.

Note (26b)

b) Sonstige Rückstellungen

in t€ Rekultivierung Personal-
aufwendungen
inklusive
Jubiläumsgeld
Ungewisse
Verbindlich-
keiten
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Stand 01. 03. 2009 10.459 13.316 17.313 41.088
Währungsänderungen 255 130 239 624
Konsolidierungskreisänderungen 0 59 194 253
Verbrauch –574 –3.290 –6.055 –9.919
Aufl ösung –1.504 –1.734 –5.805 –9.043
Zuführung 67 3.475 16.120 19.662
Stand 28. 02. 2010 8.703 11.956 22.006 42.665
– davon innerhalb 1 Jahres 1.906 5.211 21.475 28.592

GESCHÄFTSJAHR 2008|09

Stand 01. 03. 2008 11.634 19.380 29.867 60.881
Währungsänderungen –310 –143 –15 –468
Konsolidierungskreisänderungen 0 35 208 243
Verbrauch –861 –7.836 –11.090 –19.787
Aufl ösung –198 –881 –11.896 –12.975
Zuführung 194 2.761 10.239 13.194
Stand 28. 02. 2009 10.459 13.316 17.313 41.088
– davon innerhalb 1 Jahres 2.488 6.101 14.924 23.513

Die sonstigen Rückstellungen sind mit 14.073 (Vorjahr 17.575) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 28.592 (Vorjahr 23.513) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpfl ichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung. In den Rückstellungen für Personal aufwen dun gen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Rückstellungen für Prozessrisiken (1.480 t€), Stations kosten VÖR (7.603 t€), Nachzahlungen Exportpreise (1.314 t€) und andere Risikovorsorgen (1.709 t€).

7.11. FINANZVERBINDLICHKEITEN Note (27)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 02. 2010 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2009 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Anleihen 0 0 0 0 20.000 20.000 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 455.346 307.132 144.835 3.379 635.741 385.691 247.878 2.172
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 100.000 40.000 60.000 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 115 28 87 0 154 27 127 0
Finanzverbindlichkeiten 555.461 347.160 204.922 3.379 655.895 405.718 248.005 2.172
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte) –104.977 –104.492
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte) –3.515 –5.830
Flüssige Mittel –70.388 –75.458
Nettofinanzschulden 376.581 470.115

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Punkte 8.1. bis 8.3.

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Grundpfandrechte 1.368 2.968
Sonstige Pfandrechte 21.602 21.202
Summe 22.970 24.170

Note (28)

7.12. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 02. 2010 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28. 02. 2009 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 210.075 210.075 0 225.963 225.963 0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 13.634 13.634 0 8.193 8.193 0
Sonstige Verbindlichkeiten 87.053 84.824 2.229 158.665 156.707 1.958
– davon Restrukturierungsabgabe 0 0 0 69.652 69.652 0
– davon Rechnungsabgrenzungsposten 3.911 3.911 0 4.950 4.950 0
– davon Produktionsabgabe 6.706 6.706 0 5.692 5.692 0
– davon sonstige Steuern 8.110 8.110 0 11.532 11.532 0
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.475 5.475 0 5.869 5.869 0
Summe 310.762 308.533 2.229 392.821 390.863 1.958

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpfl ichtungen gegenüber den Rübenbauern von 66.671 (Vorjahr 76.187) t€ ausgewiesen.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten weiters Steuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Versorgungseinrichtungen sowie Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehalts abrech nung.

7.13. PASSIVE LATENTE STEUERN Note (29)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 4.113 18.273
Vorräte und Forderungen 2.528 10.830
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 6.932 0
Summe Passive latente Steuern 13.573 29.103
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 5.796 2.156
Saldierte Passive Steuerabgrenzung 19.369 31.259

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (22) erläutert.

7.14. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Bürgschaften 48.059 44.500
Gewährleistungsverpfl ichtungen,
genossenschaftliche Haftungen 1.649 1.697
Eventualschulden 49.708 46.197

Die Bürgschaften betreff en vor allem Bankkredite der gemeinschaftlich geführten Beteiligungen im Bereich Zucker und Juice.

Die zu Gunsten nahestehender Unternehmen abgegebenen Bürgschaften belaufen sich auf 14.962 t€.

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen.

Die sonstigen fi nanziellen Verpfl ichtungen stellen sich wie folgt dar:

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 13.138 11.129
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 504 54
Sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen 13.642 11.183

8. ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

8.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innen fi nan zierungskraft Anleihen, syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschaff t und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tagesund Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tagesund Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
Eff ektivzinssatz 28. 02. 2010 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 28. 02. 2009 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2009 10 2008 09
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 3,93 2,85 272.835 119.873 149.583 3.379 246.874 64.211 180.491 2.172
3,93 2,85 272.835 119.873 149.583 3.379 246.874 64.211 180.491 2.172
Variabler Zinssatz
EUR 1,92 2,66 193.406 138.347 55.059 0 283.205 217.035 66.170 0
BGN 3,50 0,00 43 43 0 0 0 0 0 0
DKK 2,40 0,00 2 2 0 0 0 0 0 0
HUF 6,64 9,89 32.228 32.043 185 0 42.059 41.394 665 0
CNY 5,38 5,49 8.637 8.637 0 0 17.923 17.923 0 0
PLN 5,33 5,12 11.598 11.598 0 0 3.446 3.446 0 0
GBP 3,50 0,00 30 30 0 0 0 0 0 0
USD 1,49 1,65 27.831 27.831 0 0 42.228 42.228 0 0
KRW 4,90 0,00 1.031 1.031 0 0 0 0 0 0
RON 11,80 0,00 7.692 7.692 0 0 0 0 0 0
ZAR 11,25 0,00 13 5 8 0 0 0 0 0
Sonstige 0,00 0,00 0 0 0 0 6 6 0 0
3,14 3,48 282.511 227.259 55.252 0 388.867 322.032 66.835 0
Summe 3,43 3,24 555.346 347.132 204.835 3.379 635.741 386.243 247.326 2.172

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen betrugen 555.346 (Vorjahr 635.741) t€ und waren durchschnittlich mit 3,43 % (Vorjahr 3,24 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, so dass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 272.835 (Vorjahr 246.874) t€, diese entsprachen einem Marktwert von 276.563 (Vorjahr 246.614) t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.368 (Vorjahr 2.968) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 21.602 (Vorjahr 21.202) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die fl üssigen Mittel einen Rückgang um 5.070 t€ auf 70.388 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 3.515 (Vorjahr 5.830) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

8.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungs tätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff preisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

█ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.

█ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.

█ Rohstoff preisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie- und Getreidepreise.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstoff futures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren defi nieren, Kreditrisiken minimieren, das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009 28. 02. 2010 28. 02. 2009
Kauf USD 4.445 8.178 189 1.241
Verkauf USD 8.874 1.849 –372 16
Kauf AUD 5.590 1.240 247 –14
Verkauf AUD 2.698 0 –4 0
Kauf CZK 9.000 11.627 –30 –953
Verkauf CZK 4.500 0 15 0
Kauf HUF 25.712 71.011 167 –6.716
Verkauf HUF 22.156 8.284 –182 637
Kauf PLN 37.036 29.466 1.513 –6.551
Verkauf PLN 19.289 0 –279 0
Kauf GBP 213 0 –7 0
Verkauf GBP 213 1.146 7 –28
Verkauf RON 3.245 1.000 –26 –8
Sonstige 804 355 –1 51
Währungsderivate 143.775 134.156 1.237 –12.325
Zinsderivate 87.369 70.000 –1.552 –364
Rohstoff derivate (Hedge Accounting) 13.173 2.210 616 718
Summe 244.317 206.366 301 –11.971

Die Währungs- und Rohstoff derivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu zehn Jahren.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Aufl ösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashfl ow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2010 beträgt 1.277 (Vorjahr –7.622) t€.

Die Wertänderungen der Geschäfte, für die kein Cashfl ow-Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgs wirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juiceaktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Fair Value-Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

8.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der fi nanziellen Vermögens werte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäfts partnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

28. 02. 2010 28. 02. 2009
Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 85.000 85.000 85.000 85.000
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 19.977 19.977 19.492 19.492
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 104.977 104.977 104.492 104.492
(langfristig gehalten)
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 282 282 343 343
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 5.877 5.877 1.523 1.523
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Langfristige Ausleihungen Kredite und Forderungen 868 868 633 633
Beteiligungen und 7.027 7.027 2.499 2.499
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
28. 02. 2010 28. 02. 2009
Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Forderungen aus Kredite und Forderungen 229.921 229.921 206.785 206.785
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 45.993 45.993 72.085 72.085
Derivative finanzielle Derivate erfolgsneutral 778 778 718 718
Vermögenswerte zum beizulegendem Zeitwert
Derivative finanzielle Derivate erfolgswirksam 3.691 3.691 1.890 1.890
Vermögenswerte zum beizulegendem Zeitwert
Forderungen aus L&L 280.383 280.383 281.478 281.478
und sonstige Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 3.515 3.515 5.830 5.830
(kurzfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Erfolgswirksam zum beizu- 0 0 0 0
(kurzfristig gehalten) legenden Zeitwert bilanzierte
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Wertpapiere 3.515 3.515 5.830 5.830
(kurzfristig gehalten)
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 70.388 70.388 75.458 75.458
Summe 466.290 466.290 469.757 469.757
Finanzielle Verbindlichkeiten
Anleihen Zu (fortgeführten) 0 0 20.000 20.000
Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 455.346 457.617 635.741 635.482
gegenüber Kreditinstituten Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 100.000 101.457 0 0
gegenüber verbundenen Anschaff ungskosten
Unternehmen gehaltene Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing 115 115 154 154
Finanzverbindlichkeiten 555.461 559.189 655.895 655.636
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) 210.075 210.075 225.963 225.963
Lieferungen und Leistungen Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Zu (fortgeführten) 0 0 69.652 69.652
Restrukturierungsabgabe Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Sonstige Zu (fortgeführten) 74.403 74.403 59.056 59.056
Verbindlichkeiten2 Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Derivate erfolgswirksam 4.169 4.169 14.580 14.580
aus derivativen mit beizulegendem Zeitwert
Finanzinstrumenten
Verbindlichkeiten aus L&L 288.647 288.647 369.251 369.251
und sonstige Verbindlichkeiten
Summe 844.108 847.836 1.025.146 1.024.887

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, positive Marktwerte von Derivaten, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen,

die zu keinem Zahlungszufl uss führen.

2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

28. 02. 2010 28. 02. 2009
Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 23.774 23.774 25.665 25.665
fi nanzielle Vemögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 90.877 90.877 86.523 86.523
fi nanzielle Vemögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Erfolgswirksam zum beizu- 0 0 0 0
legenden Zeitwert bilanzierte
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Kredite und Forderungen 347.170 347.170 354.961 354.961
Zu fortgeführten –839.824 –843.552 –1.010.413 –1.010.153
Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Derivate erfolgsneutral 778 778 718 718
mit beizulegendem Zeitwert
Derivate erfolgswirksam –478 –478 –12.690 –12.690
mit beizulegendem Zeitwert

Die im Vorjahr zu Handelszwecken gehaltenen Wertpapiere wurden in Übereinstimmung mit IAS 8 als zur Veräußerung verfügbar dargestellt.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere ("available for sale"). Diese werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Bei Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens, die für Handelszwecke gehalten werden, erfolgt die Bewertung ebenfalls zu Marktwerten, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaff ungskosten (at cost) bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashfl ows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashfl ows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

114

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoff derivaten betreff en sowohl Fair Value- als auch Cashfl ow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashfl ows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zins- und Rohstoff derivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Die Marktwerte von Währungsderivaten entsprechen der Diff erenz zwischen den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward Rates und dem gesicherten Wechselkurs. Den zur Ermittlung der Forward Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus der Restrukturierungsabgabe, dem Erwerb der Zusatzquote sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifi zierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
in t€ in t€ in t€
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 85.000
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 9.988 9.988 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (langfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 9.988 9.988 85.000
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 0 0 282
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 0 0 5.877
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Langfristige Ausleihungen Kredite und Forderungen 0 0 868
Beteiligungen und Ausleihungen 0 0 7.027
(langfristig gehalten)
Forderungen aus Kredite und Forderungen 0 0 229.921
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen Kredite und Forderungen 0 0 45.993
Derivative Vermögenswerte Derivate, mit erfolgsneutral 0 778 0
beizulegendem Zeitwert
Derivative Vermögenswerte Derivate, mit erfolgswirksam 0 3.691 0
beizulegendem Zeitwert
Forderungen aus L&L und 0 4.469 275.914

sonstige Vermögenswerte

Bewertungskategorie Level 1 Level 2 Level 3
in t€ in t€ in t€
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Zur Veräußerung verfügbare 0 0 0
fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) Erfolgswirksam zum 3.515 0 0
beizulegenden Zeitwert bilanzierte
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Wertpapiere (kurzfristig gehalten) 3.515 0 0
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 0 0 70.388
Finanzielle Vermögenswerte 13.504 14.458 438.330
zum beizulegenden Zeitwert
Anleihen Zu (fortgeführten) Anschaff ungs- 0 0 0
kosten gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) Anschaff ungs- 0 455.346 0
gegenüber Kreditinstituten kosten gehaltene Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten gegenüber Zu (fortgeführten) Anschaff ungs- 0 100.000 0
verbundenen Unternehmen kosten gehaltene Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing 0 115 0
Finanzverbindlichkeiten 0 555.461 0
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) Anschaff ungs- 0 0 210.075
Lieferungen und Leistungen kosten gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Zu (fortgeführten) Anschaff ungs- 0 0 0
Restrukturierungsabgabe kosten gehaltene Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) Anschaff ungs- 0 0 74.403
kosten gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Derivate mit erfolgswirksamen 0 4.169 0
derivativen Finanzinstrumenten beizulegendem Zeitwert
Verbindlichkeiten aus L&L 0 4.169 284.479
und sonstige Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten 0 559.630 284.479
zum beizulegenden Zeitwert

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

  • █ Level 1: Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpas sungen oder geänderte Zusammensetzung)
  • █ Level 2: Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifi kante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren
  • █ Level 3: Bewertungsmethoden, für die signifi kante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Netto ergeb nissen je Bewertungskategorie erfasst:

Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Held to Loans Cash Financial Financial Keine Summe Kein Finanz-
for sale maturity and liabilities liabilities Zuord- Finanz- ergebnis
receivables held for at cost nung instru-
trading ment
GESCHÄFTSJAHR 2009 10
Zinsergebnis 0 0 5.998 0 0 –22.077 0 –16.079 0 –16.079
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 0 0 –2.235 –2.235 0 –2.235
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 0 0 –2.935 –2.935
Summe Zinsergebnis 0 0 5.998 0 0 –22.077 –2.235 –18.314 –2.935 –21.249
Beteiligungsergebnis 1.163 2.286 0 0 0 0 0 3.449 0 3.449
Negativer Unterschiedsbetrag 0 0 0 0 0 0 0 0 154 154
Summe Beteiligungsergebnis 1.163 2.286 0 0 0 0 0 3.449 154 3.603
Gewinne aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 18.764 0 18.764 0 18.764
Sonstiges Finanzergebnis 6 0 0 0 0 0 0 6 0 6
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 0 0 –663 –663 0 –663
Summe sonstiges Finanzergebnis 6 0 0 0 0 18.764 –663 18.107 0 18.107
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 1.169 2.286 5.998 0 0 –3.313 –2.898 3.242 –2.781 461
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 –3.652 0 0 0 0 –3.652 0 –3.652
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 0 –391 –391 0 –391
Aufwand aus der Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –4.425 0 0 0 0 –4.425 0 –4.425
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –8.077 0 0 0 –391 –8.468 0 –8.468
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Zinsergebnis 0 0 1.249 0 0 –31.614 0 –30.365 0 –30.365
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 0 0 826 826 0 826
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 0 0 –2.810 –2.810
Summe Zinsergebnis 0 0 1.249 0 0 –31.614 826 –29.539 –2.810 –32.349
Beteiligungsergebnis 4.416 0 0 0 0 0 0 4.416 0 4.416
Negativer Unterschiedsbetrag 0 0 0 0 0 0 0 0 2 2
Summe Beteiligungsergebnis 4.416 0 0 0 0 0 0 4.416 2 4.418
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 –39.493 0 –39.493 0 –39.493
Sonstiges Finanzergebnis –448 95 0 0 0 0 0 –353 331 –22
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 0 0 385 385 0 385
Summe sonstiges Finanzergebnis –448 95 0 0 0 –39.493 385 –39.461 331 –39.130
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 3.968 95 1.249 0 0 –71.107 1.211 –64.584 –2.477 –67.061
Ergebnisse aus Derivaten 0 0 –338 0 0 0 0 –338 0 –338
Gewinne aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 0 3.785 3.785 0 3.785
Aufwand aus der Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –835 0 0 0 0 –835 0 –835
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –1.173 0 0 0 3.785 2.612 0 2.612

8.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen. Auf der Beschaff ungsseite bestehen Commodity-Preis-Risiken im Wesentlichen in Form von Energiekosten im Rahmen der Zuckererzeugung und von Weizen- und Maiskosten im Rahmen der Bioethanolproduktion. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochter gesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifi sche operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifi kation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifi ziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpfl ichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Note (21) des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der Beteiligungen, Ausleihungen und sonstigen Forderungen entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine fi nanziellen Verpfl ichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die fi nanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Bar mitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashfl ows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2010 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinfl ussen. Sämtliche Zahlungsabfl üsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 02. 2010
Finanzverbindlichkeiten
Schuldverschreibungen 0 0 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 455.346 476.710 317.171 53.570 34.544 5.237 62.809 3.379
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 100.000 100.000 40.000 30.000 0 0 30.000 0
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 115 125 29 96 0 0 0 0
555.461 576.835 357.200 83.666 34.544 5.237 92.809 3.379
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 210.075 210.075 210.075 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus der
Restrukturierungsabgabe 0 0 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus
dem Erwerb der Zuckerquote 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 78.569 78.569 76.341 2.228 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 3.063 3.063 3.063 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 944 944 944 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 0 0 0 0 0 0 0 0
– davon sonstige Derivate 163 163 163 0 0 0 0 0
288.644 288.644 286.416 2.228 0 0 0 0
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 02. 2009
Finanzverbindlichkeiten
Schuldverschreibungen 20.000 20.168 20.168 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 635.741 655.252 396.912 139.034 94.401 19.213 3.498 2.194
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing 154 168 28 140 0 0 0 0
655.895 675.588 417.108 139.174 94.401 19.213 3.498 2.194
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 225.963 225.963 225.963 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus der
Restrukturierungsabgabe 69.652 69.652 69.652 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus
dem Erwerb der Zuckerquote 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 73.617 73.617 71.662 1.955 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 1.722 1.722 1.722 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 12.857 12.857 12.857 0 0 0 0 0
– davon Rohstoffderivate 0 0 0 0 0 0 0 0
369.232 369.232 367.277 1.955 0 0 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabfl üsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbind lichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken

Infolge der weltweiten Ausrichtung des AGRANA-Konzerns sind sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet. Die wesentlichen Fremdwährungsrelationen sind im Verhältnis zum Euro der polnische Zloty, der rumänische Leu, der russische Rubel, der ungarische Forint, die ukrainische Hrivna und der US-Dollar.

Der AGRANA-Konzern hat fi nanzielle Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in fremden Währungen, die bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung unterliegen. Finanzverbindlichkeiten, die einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, da deren funktionale Währung von der Vertragswährung abweicht, betragen 63.410 (Vorjahr 152.175) t€.

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf Landeswährung lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpfl ichtungen sowie Fremdwährungsfi nanzierungen in Höhe von brutto 280.873 t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Im Wesentlichen bestanden Sicherungen für den ungarischen Forint in Höhe von 98.406 (Vorjahr 95.377) t€ [27.784.567 (Vorjahr 24.186.638) tHUF], für den US-Dollar von 42.151 (Vorjahr 74.210) t€ [59.585 (Vorjahr 109.887) tUSD], für die tsche chische Krone von 18.845 (Vorjahr 12.207) t€ [477.421 (Vorjahr 304.275) tCZK], den rumänischen Leu in Höhe von 81.191 (Vorjahr 126.928) t€ [343.182 (Vorjahr 311.658) tRON].

Der Bestand an Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist in der AGRANA-Gruppe insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden die Änderungen von Währungsparitäten auf Konzernergebnis und Eigenkapital simuliert. Dabei werden die maßgeblichen Positionen Umsatzerlöse, Materialaufwand und Fremdwährungsfi nanzierungen herangezogen und unter Anwendung eines Stresstests bewertet. In der gewählten Methode wurde von einer Aufwertung des Euro ausgegan gen, um das latent vorhandene Risiko darzustellen. Wenn demzufolge der Euro gegenüber nachstehenden Währungen während des Geschäftsjahres 2009|10 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis bzw. das Eigenkapital um 1.356 (Vorjahr –13.699) t€ höher (Vorjahr: niedriger). Die möglichen Auswirkungen der übrigen im AGRANA-Konzern vorhandenen Währungsrelationen sind sowohl einzeln als auch in Summe von untergeordneter Bedeutung.

in t€ 28. 02. 2010 28. 02. 2009
bei +10 %
EUR/RON –12.411 –14.606
EUR/HUF 9.110 3.598
EUR/PLN 584 –5.905
EUR/UAH 2.166 2.415
EUR/RUB 1.907 799
Summe 1.356 –13.699

Zinsrisiken

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Auswirkungen von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen lagen die folgenden Prämissen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Zinsergebnis aus, wenn diese mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewerteten Finanzinstrumente keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zins swaps abgeschlossen und eine fi xe Verzinsung erreicht. Für die verbleibenden Finanzverbindlich keiten mit variabler Verzinsung wäre bei einer Erhöhung des Marktzinsniveaus zum 28. Februar 2010 um 100 Basispunkte das Ergebnis um 2.825 (Vorjahr 3.589) t€ geringer gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung ergibt sich aus originären, variabel verzinslichen Finanzschulden von 282.511 (Vorjahr 388.867) t€.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Roh stoff en ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoff e Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoff derivate für den Einkauf von Rohzucker für Osteuropa über 12.446 (Vorjahr 12.193) Tonnen, für den Verkauf von Weißzucker 11.350 (Vorjahr 0) Tonnen sowie für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 22.000 (Vorjahr 19.550) Tonnen. Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 16.991 (Vor jahr 4.989) t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 616 (Vorjahr 803) t€. Eine Veränderung der Rohstoff preise von +10 % (–10 %) würde eine Wertveränderung der bestehenden Rohstoff derivate von 525 (234) [Vorjahr 412 (–713)] t€ ergeben.

9. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach Ende des Bilanzstichtages zum 28. Februar 2010 waren keine Ereignisse erkennbar, die einen Einfl uss auf den vorliegenden Konzernabschluss hatten.

10. ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG hält 100 % der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, die 75,5 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holding gesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesell schaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen.

Neben der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, und deren Tochtergesellschaften zählen die Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. Gen.b.H., Wien, und deren Tochtergesell schaften zu den nahe stehenden Unternehmen.

122

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber den oben angeführten nahe stehenden Unternehmen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 226.513 (Vorjahr 83.635) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Davon waren 152.637 (Vorjahr 0) t€ langfristig. Vom Gesamtbetrag entfallen auf Unternehmen mit maßgeblichem Einfl uss 126.513 (Vorjahr 83.635) t€. Im Geschäftsjahr wurden dafür 6.876 (Vorjahr 5.659) t€ Zinsen aufgewandt. Aus Warenlieferungen bestanden kurzfristige Verbindlichkeiten von 1.089 (Vorjahr 287) t€. Umsätze mit nahe stehenden Unternehmen betrugen 83.798 (Vorjahr 64.465) t€.

Gegenüber Joint Venture-Partnern bestehen sonstige Forderungen in Höhe von 2.571 (Vorjahr Verbindlichkeiten 3.296) t€ und Finanzforderungen in Höhe von 0 (Vorjahr 0) t€.

Die AGRANA Beteiligungs-AG hat im Jänner 2009 Partizipationskapital der Raiff eisen-Holding Nieder österreich-Wien reg. Gen.b.H., Wien, im Ausmaß von 85,0 m€ gezeichnet. Die Zeichnung erfolgte im Rahmen einer Privatplatzierung zu marktüblichen Konditionen. Im Gegenzug wurde an eine Tochtergesellschaft der Raiff eisen-Holding, die RASKIA Beteiligungs GmbH, eine Beteiligung zu einem Preis von 85,9 m€ verkauft.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betragen 1.451 (Vorjahr 1.745) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der ausgeschütteten Dividende geknüpft. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Vorjahr verzichtete der Vorstand zur Gänze auf den variablen Teil seiner Vergütung (im Vorjahr 670 t€). Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhält für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 10. Juli 2009 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 165 (Vorjahr 165) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Die Pensionsverpfl ichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Der die Ansparung übersteigende Betrag von 863 (Vorjahr 1.259) t€ wird in den Rückstellungen ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart.

Die Angaben zu den Organen befi nden sich auf Seite 125.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 30. April 2010 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröff entlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzern abschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 30. April 2010

Vorstandsvorsitzender Vorstandsmitglied

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 28. Februar 2010 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;

█ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2009|10 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 30. April 2010

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, Produktion, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff und Einkauf Qualitätssicherung, Personal, Kommunikation sowie Forschung und Entwicklung

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht

ORGANE DER GESELLSCHAFT (KURZDARSTELLUNG)

Nähere Angaben zum Vorstand, Aufsichtsrat sowie seinen Ausschüssen fi nden Sie im Corporate Governance-Bericht auf Seite 16ff .

VORSTAND

Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Mitglied des Vorstandes

Mag. Walter Grausam Mitglied des Vorstandes

Dkfm. Thomas Kölbl Mitglied des Vorstandes

AUFSICHTSRAT

Präsident Generalanwalt Ökonomierat Dr. Christian Konrad Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Wolfgang Heer (seit 10. 07. 2009) 1. Vorsitzender-Stellvertreter

Dr. Rudolf Müller (bis 10. 07. 2009) 1. Vorsitzender-Stellvertreter

Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder 2. Vorsitzender-Stellvertreter

Ludwig Eidmann Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Hans-Jörg Gebhard Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Ernst Karpfi nger Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Thomas Kirchberg (seit 10. 07. 2009) Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Theo Spettmann (bis 10. 07. 2009) Mitglied des Aufsichtsrates

Mag. Christian Teufl Mitglied des Aufsichtsrates

Arbeitnehmervertreter

Thomas Buder

Dipl.-Ing. Franz Ennser (bis 21. 10. 2009)

Dipl.-Ing. Stephan Savic (seit 22. 10. 2009)

Ing. Peter Vymyslicky

Erich Weissenböck (bis 31. 12. 2009)

Gerhard Glatz (seit 01. 01. 2010)

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 28. FEBRUAR 2010

(ANGABEN GEMÄSS § 265 ABS. 2 UND ABS. 4 UGB)

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00 %
AGRANA Bioethanol GmbH Wien Österreich 74,90 %
AGRANA Bulgaria AD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,99 %
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Mangrove Australien 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio,
Importacao e Exportacao Ltda. São Paulo Brasilien 91,90 %
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien 99,99 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00 %
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Zincirlikuyu Türkei 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea 100,00 %
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacán Mexiko 99,99 %
AGRANA Fruit Luka TOV Vinniza Ukraine 99,97 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacán Mexiko 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostrołęka Polen 100,00 %
AGRANA Fruit S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa Investments (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOV Vinniza Ukraine 99,80 %
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Internationale Verwaltungs
und Asset-Management GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA J & F Holding GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark 100,00 %
AGRANA Juice Holding GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. Vásárosnamény Ungarn 100,00 %
AGRANA Juice Poland SP z.o.o. Białobrzegi Polen 100,00 %
AGRANA Juice Romania Carei SRL Carei Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 100,00 %
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Trading EOOD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen
Produkten Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Dirafrost FFI N. V. Herk-de-Stad Belgien 100,00 %
Dirafrost Maroc SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Financière Atys S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
Flavors from Florida, Inc. Bartow USA 100,00 %
Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
Frefrost SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Fruimark (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
INSTANTINA Hungária Élelmiszergyartó
és Kereskedelmi Kft. v. a. Petöháza Ungarn 100,00 %
INSTANTINA Nahrungsmittel
Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich 66,67 %
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság Budapest Ungarn 100,00 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,56 %
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrušovany Tschechien 97,66 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Ţăndărei Rumänien 99,99 %
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest Rumänien 91,33 %
S.C. Romana Prod s.r.l. Roman Rumänien 100,00 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sereď Slowakei 100,00 %
Yube d.o.o. Požega Serbien 100,00 %
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Skrob s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2009 Eigenkapital: 0,0 t€ Jahresfehlbetrag: –0,4 t€
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H. Hamburg Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 28. 02. 2009 Eigenkapital: 109,5 t€ Jahresfehlbetrag: –7,2 t€
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00 %
Abschlussstichtag: 30. 04. 2009 Eigenkapital: 780,1 t€ Jahresfehlbetrag: –79,1 t€
PERCA s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2009 Eigenkapital: 280,4 t€ Jahresüberschuss: 44,3 t€
PFD-Processed Fruit Distribution Ltd. (in Liquidation) Nicosia Zypern 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2008 Eigenkapital: 13,9 t€ Jahresfehlbetrag: –130,8 t€
"Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 28. 02. 2009 Eigenkapital: 29,9 t€ Jahresfehlbetrag: –2,7 t€
Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2009 Eigenkapital: 2.563,9 t€ Jahresüberschuss: 1.218,7 t€

II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Unternehmen, die nach der Quoten-Methode bewertet wurden
AGRAGOLD Holding GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00 %
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
Hungranatrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
Xianyang Andre Juice Co., Ltd. Xianyang City China 50,00 %
Yongji Andre Juice Co., Ltd. Yongji City China 50,00 %
Nicht einbezogene gemeinschaftlich geführte Unternehmen
"AGRAGOLD" d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien 50,00 %
AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Mazedonien 50,00 %
AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien 50,00 %
SCO STUDEN & CO. BRASIL EXPORTACAO E IMPORTACAO LTDA. São Paulo Brasilien 37,50 %

BESTÄTIGUNGSVERMERK

128 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäfts jahr vom 1. März 2009 bis zum 28. Februar 2010 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 28. Februar 2010, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldfl ussrechnung und die Konzern-Eigenkapital veränderungsrechnung für das am 28. Februar 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Konzern anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwor tung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll systems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeab sich tigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berück sichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoein schätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstel lung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2010 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. März 2009 bis zum 28. Februar 2010 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreff en.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreff end.

Wien, am 30. April 2010

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

MULTICONT Revisions- und Treuhand Gesellschaft m.b.H.

Mag. Franz Rauchbauer e. h. Wirtschaftsprüfer

129

JAHRESABSCHLUSS 2009|10

DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Bilanz
  • Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • Vorschlag für die Gewinnverteilung
  • Bestätigungsvermerk

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2009|10 VOM 1. MÄRZ 2009 BIS 28. FEBRUAR 2010

132
in t¤ 2009 10 2008 09
1. Umsatzerlöse 75 72
2. Sonstige betriebliche Erträge 22.034 20.453
3. Personalaufwand –14.200 –12.711
4. Abschreibungen auf Immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –1.912 –1.432
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen –16.073 –13.917
6. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 5) –10.076 –7.535
7. Erträge aus Beteiligungen 28.914 29.873
– davon aus verbundenen Unternehmen 28.914 (Vorjahr 27.622) t€
8. Erträge aus anderen Wertpapieren
des Finanzanlagevermögens 4.796 9
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.662 6.933
– davon aus verbundenen Unternehmen 522 (Vorjahr 3.661) t€
10. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 2.300 0
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen und
aus Wertpapieren des Umlaufvermögens 0 0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –1.319 –3.017
13. Finanzerfolg (Z 7 bis 12) 36.353 33.798
14. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Z 1 bis 13) 26.277 26.263
15. Steuern vom Einkommen 2.083 2.077
16. Jahresüberschuss 28.360 28.340
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 735 89
18. Bilanzgewinn 29.095 28.429

BILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2010

in t¤ Stand am Stand am
28. 02. 2010 28. 02. 2009
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.293 2.615
II. Sachanlagen 774 1.016
III. Finanzanlagen 439.299 440.544
442.366 444.175
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 146.618 140.817
II. Wertpapiere 0 0
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4 7
146.622 140.824
Summe Aktiva 588.988 584.999
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210 103.210
II. Kapitalrücklagen 418.990 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 29.095 28.429
– davon Gewinnvortrag 735 (Vorjahr 89) t€
565.223 564.557
B. Unversteuerte Rücklagen 0 0
C. Rückstellungen
I. Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 2.225 2.054
II. Rückstellung für Steuern und Sonstige 9.391 6.107
11.616 8.161
D. Verbindlichkeiten
I. Finanzverbindlichkeiten 0 0
II. Übrige Verbindlichkeiten 12.150 12.281
12.150 12.281
Summe Passiva 588.988 584.999
Haftungsverhältnisse 467.677 615.551

133

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Bilanz
zum 28. Feber 2010
A K T I V A EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.293.243,00 2.615
II. Sachanlagen 773.716,27 1.016
III. Finanzanlagen 439.299.525,68 442.366.484,95 440.544
444.176
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögens-
gegenstände
1. Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen
141.434.015,58 139.760
2. Sonstige Forderungen und Vermögens-
gegenstände
5.183.558,53 1.057
146.617.574,11 140.817
II. Kassenbestand, Guthaben
bei Kreditinstituten
4.267,56 7
146.621.841,67 140.824
588.988.326,62 585.000

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Bilanz Vorjahr
P A S S I V A zum 28. Feber 2010
EUR
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210.249,78 103.210
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene
2. Nicht gebundene
373.422.710,55
45.566.884,45
418.989.595,00 373.423
45.567
418.990
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage
2. Andere (freie) Rücklagen
47.964,07
13.880.000,00
48
13.880
IV. Bilanzgewinn 13.927.964,07 13.928
davon Gewinnvortrag 735.435,04 EUR
(Vorjahr 89 TEUR)
29.094.923,36 28.429
B. Rückstellungen 565.222.732,21 564.557
1. Rückstellungen für Abfertigungen
2. Steuerrückstellungen
3. Sonstige Rückstellungen
2.224.893,67
4.977.354,00
4.413.688,10
11.615.935,77 2.054
780
5.327
8.161
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 167,31 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
3. Verbindlichkeiten gegen verbundene
570.969,34 2.174
Unternehmen 8.660.627,29 8.583
4. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern 354.951,59 EUR
(Vorjahr 694 TEUR)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
175.962,68 EUR (Vorjahr 169 TEUR)
2.917.894,70 1.524
12.149.658,64 12.281
588.988.326,62 585.000
Haftungsverhältnisse 467.676.723,00 615.641
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Gewinn- und Verlustrechnung
vom 1.03.2009 - 28.02.2010
EUR
EUR Vorjahr
TEUR
1. Umsatzerlöse 74.536,50 72
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen
b) Erträge aus den Auflösungen von Rückstellungen
c) Übrige
25.922,70
53.826,08
21.954.039,93
28
0
20.426
3. Personalaufwand
a) Gehälter
b) Aufwendungen für Abfertigungen u. Leistungen
an betriebliche Mitarbeiter Vorsorgekassen
c) Aufwendungen für Altersversorgung
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
-11.600.520,46
-275.595,18
-173.335,75
22.033.788,71 20.454
-9.098
-430
-1.020
Abgaben und Pflichtbeiträge
e) Sonstige Sozialaufwendungen
-2.046.873,52
-104.130,24
-2.046
-117
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
-14.200.455,15
-1.911.525,70
-12.711
-1.433
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 15 fallen
b) übrige
0,00
-16.072.809,06
-16.072.809,06 0
-13.917
6. Zwischensumme aus Z 1 bis 5 (Betriebserfolg) -10.076.464,70 -7.535
7. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 28.913.724,94
(Vorjahr 27.622 TEUR)
28.913.724,94 29.873
8. Erträge aus anderen Wertpapieren des
Finanzanlagevermögens
4.795.895,32 9
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 522.273,64
(Vorjahr 3.661 TEUR)
1.662.154,30 6.934
10. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens
2.300.589,23 0
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus
Wertpapieren des Umlaufvermögens
0,00 0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon betreffend verbundenene Unternehmen
EUR 0 (Vorjahr 0 TEUR)
-1.319.126,11 -3.017
13. Zwischensumme aus Z 7 bis 12 ( Finanzerfolg) 36.353.237,68 33.799
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 26.276.772,98 26.264
15. Steuern vom Einkommen
davon Steuerumlagen EUR 6.960.715,36
(Vorjahr 2.199 TEUR)
2.082.715,34 2.077
16. Jahresüberschuss 28.359.488,32 28.341
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 735.435,04 89
18. Bilanzgewinn 29.094.923,36 28.429

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Geschäftsbericht 2009/10 Beilage III

JAHRESABSCHLUSS

zum 28. Februar 2010

der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefaßten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), die Vorjahresbeträge in Tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, daß nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss unserer Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 - 4 33 - 25

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern für Neuzugänge werden der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 4 25
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20
(siehe Erläuterungen zur Bilanz C. (1)

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Handelsrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrundegelegt.

c. Finanzanlagen

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 1.962,00 (im Vorjahr 0 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Wertpapiere des Umlaufvermögens

werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen am Bilanzstichtag bewertet.

c. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 292.898,89 (im Vorjahr 431 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Konzerneinheitlich wird der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4 %) verwendet. Die Abfertigungsrückstellung ist nach finanzmathematischen Grundsätzen auf der genannten Basis ermittelt und an das vorgeschriebene Ausmaß gemäß § 211 (2) UGB angepasst. Ein Fluktuationsabschlag je nach Dienstangehörigkeit von 0-12,5 % (im Vorjahr 0-12,5 %) wurde berücksichtigt.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde somit der Gesamtbetrag, der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden auf Basis eines Rechnungszinssatzes von 3,5 % so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension ausfinanziert ist, wenn die Anwartschaftsberechtigten das 65. (Vorjahr: 65.) Lebensjahr vollendet haben. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Nachschusspflicht an die Pensionskassa. Die Rückstellung für die Nachschussverpflichtung wird unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und konzerneinheitlich der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-12,5 % (im Vorjahr 0-12,5 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe des Eigenkapital gem. Ge Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB schäfts schuss/fehlbetrag
% EUR jahr EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100,00 4.951.454,19 2009/10 265.657,97
AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, 98,91 211.660.927,88 2009/10 -21.930,87
Wien*)
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 216.349.177,36 2009/10 42.942.582,82
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 126.857.785,34 2009/10 13.468.833,99
INSTANTINA Nahrungsmittel
Entwicklungs- und Produktions- GesmbH,
Wien 66,67 6.460.554,46 2009/10 779.405,72
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln 100,00 2.563.874,57 2009 1.218.686,38

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die Beteiligung (25,10%) an der Hottlet Sugar Trading N.V. wurde per 19.05.2009 an die "Raffinierie Tirlemontoise S.A." um EUR 1.548.000,00 verkauft.

Restlaufzeit Restlaufzeit Bilanzwert
in EUR (Vorjahr in TEUR) bis 1 Jahr von mehr
als 1 Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 141.434.015,58 0 141.434.015,58
(28.02.2009) (139.760) (0) (139.760)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 5.170.258,53 13.300,00 5.183.558,53
(28.02.2009) (1.053) (4) (1.057)
Summe 146.604.274,11 13.300,00 146.617.574,11
(28.2.2009) (140.813) (4) (140.817)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind sonstige Forderungen im Betrag von EUR 141.434.015,58 (im Vorjahr 139.760 TEUR) enthalten.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände beinhalten im wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Zinsswaps EUR 239.866,67 (im Vorjahr 382 TEUR), und aus Partizipationsscheinen EUR 4.786.858,00 (im Vorjahr 0) sowie Abgrenzungen aus Wertpapierzinsen von EUR 8.152,60 (im Vorjahr 8 TEUR), Forderungen an das Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 70.475,74 (im Vorjahr 36 TEUR), sowie kurzfristige Forderungen von EUR 64.905,52 (im Vorjahr 39 TEUR).

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 5.037.436,53 (im Vorjahr 978 TEUR enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich wie folgt zusammen: 14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien - Stammaktien

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 1.3.2009 Veränderung Stand 28.2.2010
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 418.989.595,00

(5) Gewinnrücklagen

Stand 1.3.2009 Dotierung Stand 28.2.2010
in EUR in EUR in EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,07 0,00 13.927.964,07

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand (V) Verbrauch Zuweisung Überstellung Stand am
01.03.2009 (A) Auflösung Mitarbeiter 28.02.2010
in EUR in EUR in EUR In EUR in EUR
Nicht konsumierte Ur
laube 1.126.590,37 0,00 74.748,40 17.638,67 1.218.977,44
Aufsichtsratsvergütun
gen 165.000,00 (V) 165.000,00 165.000,00 0,00 165.000,00
Sonderzahlungen 254.795,77 0,00 14.488,46 0,00 269.284,23
Jubiläumsgelder 245.192,99 0,00 7.895,46 0,00 253.088,45
Prüfungsaufwand 202.900,00 (V) 164.000,00 206.000,00 0,00 244.900,00
Nachschussverpflich
tung an die Pensions
kasse 757.700,25 (A) 611.616,31 0,00 0,00 146.083,94
(V) 158.577,33
Veröffentlichungsauf (A) 0,00
wand 192.000,00 33.422,67 170.000,00 170.000,00
(V) 882.056,46
Ausstehende Eingangs (A) 0,00
rechnungen 897.000,00 14.943,54 250.000,00 250.000,00
Altersteilzeit 39.832,23 0,00 30.016,75 0,00 69.848,98
Kosten
der
Hauptver
(V) 30.624,93
sammlung 33.000,00 (A) 2.375,07 31.500,00 0,00 31.500,00
Kosten
Bilanzpresse
(V) 5.915,20
konferenz 9.000,00 (A) 3.084,80 7.500,00 0,00 7.500,00
Sonstiges 12.000,00 (V) 12.000,00 5.000,00 0,00 5.000,00
Verluste aus Zinsswaps 1.392.377,82 0,00 190.127,24 0,00 1.582.505,06
(V) 1.418.173,92
Summe 5.327.389,43 (A) 665.442,39 1.152.276,31 17.638,67 4.413.688,10
28.2.2010 28.2.2009
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 167,31 (0)
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (167,31) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 570.969,34 2.174
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (541.392,52) (2.141)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (15.099,16) (14)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (14.477,66) (19)
Verbindlichkeiten gegen
verbundene Unternehmen 8.660.627,29 8.583
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (8.660.627,29) (8.583)
Sonstige Verbindlichkeiten 2.917.894,70 1.524
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (2.917.894,70) (1.524)
Summe 12.149.658,64 12.281
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (12.120.081,82) (12.248)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (15.099,16) (14)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (14.477,66) (19)

(7) Verbindlichkeiten

RLZ = Restlaufzeit

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen von Zinsen für Zinsswaps in Höhe von EUR 239.866,67 (im Vorjahr 382 TEUR), die EES-Prämie in Höhe von EUR 2.045.504,67 (im Vorjahr 183 TEUR), Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 532.591,97 (im Vorjahr 864 TEUR) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 99.931,39 (im Vorjahr 95 TEUR), enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 2.045.504,67 (im Vorjahr 183 TEUR) Zinsen für Zinsswaps EUR 239.866,67 (im Vorjahr 382 TEUR) sowie Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 476.915,77 (im Vorjahr 542 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 8.660.627,29 (im Vorjahr 8.583 TEUR) enthalten.

Die Miete Strabaghaus für 2010/11 beträgt EUR 984.105,24. Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 4.920.526,20 (im Vorjahr 4.921 TEUR).

Die Miete für die Telefonanlage Alcatel beträgt 2010/11 EUR 184.174,68 (im Vorjahr 201 TEUR). Bis zum Ende des Mietvertrages am 31.07.2013 beträgt die Miete aus heutiger Sicht EUR 629.263,49.

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

28.2.2010 28.2.2009
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 75.810.833,00 45.811
Haftungen aus Zahlungsgarantien 391.865.890,00 569.830
Summe 467.676.723,00 615.641
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 389.121.973,00 539.628

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2009 bis 28. Februar 2010, im Vorjahr vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 74.536,50 (im Vorjahr 72 TEUR) beinhalten nur Inlandsumsätze.

(10) Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf EUR 25.922,70 (im Vorjahr 28 TEUR) und resultieren vor allem aus PKW-Verkäufen.

(11) Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von EUR 53.826,08 (im Vorjahr 0) beinhalten die teilweise Auflösung von Rückstellungen für Veröffentlichungsaufwand in Höhe von EUR 33.422,67 (im Vorjahr 0), für Hauptversammlung in Höhe von EUR 2.375,07 (im Vorjahr 0), für Bilanzpressekonferenz in Höhe von EUR 3.084,80 (im Vorjahr 0) sowie Rückstellungen für Eingangrechnungen in Höhe von EUR 14.943,54 (im Vorjahr 0).

(12) Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von Euro 21.954.039,93 (im Vorjahr 20.426 TEUR) enthalten unter anderem Erträge aus Konzernverrechnungen in Höhe von EUR 21.866.820,90 (im Vorjahr 20.356 TEUR), Vergütungen von Versicherungen EUR 10.259,56 (im Vorjahr 6 TEUR) sowie sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 76.959,47 (im Vorjahr 64 TEUR).

(13) Personalaufwand

2009/10
in EUR
2008/09
in TEUR
Gehälter 11.600.520,46 9.098
Aufwendungen für Abfertigungen 211.444,27 369
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge
kassen (MVK)
64.150,91 61
Aufwendungen für Altersversorgung 173.335,75 1.020
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 2.046.873,52 2.046
Sonstige Sozialaufwendungen 104.130,24 117
Summe 14.200.455,15 12.711

davon entfallen

Abfertigungen und Leistun
gen an betriebliche Mitarbei
Pensionen (Rückstellungen)
tervorsorgekassen
2009/10
2008/09
2009/10 2008/09
EUR
TEUR
TEUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 58.538,29 224 162.520,71 1.009
andere Arbeitnehmer 217.056,89
206
10.815,04 11
Summe 275.595,18 430 173.335,75 1.020

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 125 Angestellte (im Vorjahr 125 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 1.451.192,70 (im Vorjahr 1.745 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 774.137,02 (im Vorjahr 356 TEUR) bezahlt sowie eine Auflösung in Höhe von EUR 611.616,31 (im Vorjahr 653 TEUR Dotierung) unter sonstigen Rückstellungen berücksichtigt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2009/10 eine Vergütung von EUR 165.000,-- (im Vorjahr 165 TEUR).

(14) Erträge aus Beteiligungen

2009/10 2008/2009
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 28.913.724,94 27.622
Erträge von sonstigen Beteiligungen 0,00 2.251
Summe 28.913.724,94 29.873

(15) Steuern vom Einkommen

2009/10 2008/2009
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer 4.892.000,00 776
Körperschaftsteuer Vorperioden -13.999,98 -654
Steuerumlagen -6.960.715,36 -2.199
Summe -2.082.715,34 -2.077

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing und Vertriebs-GmbH , AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA J & F Holding GmbH, AGRANA Juice GmbH, Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten GmbH , Brüder Hernfeld GmbH, Instantina GmbH und die AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH als Gruppenmitgliedern gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

E. Derivative Finanzinstrumente

Per 28.02.2010 bestanden bei der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Zinsswaps im Nominale von EUR 40.000.000,00 (im Vorjahr 40.000 TEUR). Diese teilen sich wie folgt auf:

Kreditinstitut Nominale EUR Laufzeit Zinsaufwand fix Zinsertrag (Zinsauf
(Zinsertrag fix) wand) variabel 3
Monats-Euribor, (ak
tuell 28.02.10 )
RZB AG 20.000.000,00 06.09.2007-06.09.2012 4,42 % 0,72 %
BA-CA 20.000.000,00 30.05.2008-06.09.2012 (4,42 %) (0,72 %)

Bei Zinsswaps wird der Barwert der zu zahlenden Zinsen denen der zu empfangenden Zinsen gegenübergestellt und daraus der Marktwert berechnet.

Die negativen Marktwerte zum 28.02.2010 betragen gesamt EUR 1.582.505,06 (im Vorjahr TEUR 1.393) und sind unter der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen.

Empfangene Zinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Zinserträge, gezahlte Zinsen als Zinsaufwendungen ausgewiesen.

F. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA BIH Holding GmbH, Wien AGRANA Bioethanol GmbH, Wien AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Limited, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf AGRANA Fruit Brasil Indústria Comércio Importacao e Exportacao Ltda., Sao Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., Sao Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fiji AGRANA Fruit France S.A., Paris, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Investments South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Istanbul Gida San Ve Tic A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co., Ltd , Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacan, Mexico AGRANA Fruit Luka TOF, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacan, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostroleka, Polen AGRANA Fruit S.A.S, Paris, Frankreich AGRANA Fruit Services GmbH, Wien AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville, Ohio, USA AGRANA Fruit Services S.A.S., Paris, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOF, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc , Brecksville, Ohio, USA AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien

AGRANA J & F Holding GmbH, Wien AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf AGRANA Juice Magyarorzág Kft, Vásásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Poland Sp z.o.o. Bialobrzegi, Polen AGRANA Juice Romania Carei S.R.L, Carei, Rumänien AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien AGRANA Skrob s.r.o., Hrusovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H., Wien Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland Financière Atys S.A.S., Paris, Frankreich Flavors from Florida, Inc, Bartow, USA Frefrost SARL, Laouamra, Marokko Fruimark (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika INSTANTINA Hungária Élelmiszergyartó és Kereskedelmi Kft. v.a., Petöháza, Ungarn INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. , Wien Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary a.s., Hrusovany , Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland

Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien

PERCA s.r.o., Hrusovany, Tschechien PFD-Processed Fruit Distribution Ltd., Nicosia, Zypern S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Tandarei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien S.C. Caracrimex S.A., Carei, Rumänien S.C. Romana Prod s.r.l., Roman, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered, Slowakei Yube d.o.o., Pozega, Serbien "Tremaldi" Beteiligungsverwaltung GmbH, Wien Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Wien

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

AGRAGOLD Holding GmbH, Wien AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn Hungranatrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brcko, Bosnien-Herzegowina Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City, China Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City, China

2009/10
Jahres
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Andere
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leistungen
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Gesamt
EUR
2008/09
Jahresab
schluss
TEUR
Andere
Bestätigungs
leistungen
TEUR
Gesamt
TEUR
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs-und
Steuerberatungsgesell
schaft
17.000,00 149.000,00 166.000,00 17 107 124
Multicont Revisions- und
Treuhand Gesellschaft
m.b.H.
15.000,00 25.000,00 40.000,00 15 25 40
Summe 32.000,00 174.000,00 206.00,00 32 132 164

G. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 237 Z14 UGB)

H. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Dr. Christian KONRAD, Wien Vorsitzender Dr. Rudolf MÜLLER, Ochsenfurt (bis 10.07.2009) Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Wolfgang HEER, (ab 10.07.2009) Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Stellvertreter des Vorsitzenden Ludwig EIDMANN, Groß-Umstadt Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Mag. Christian TEUFL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Theo SPETTMANN, Mannheim (bis 10.07.2009) Dr. Thomas KIRCHBERG, (ab 10.07.2009)

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Franz ENNSER, Wien (bis 21.10.2009) Dipl.Ing. Stephan SAVIC, Wien (ab 22.10.2009) Ing. Peter VYMYSLICKY, Leopoldsdorf Erich WEISSENBÖCK, Gmünd (bis 31.12.2009) Thomas BUDER, Katzelsdorf Gerhard GLATZ, Hohenberg (ab 01.01.2010)

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Walter GRAUSAM, Wien Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg Dkfm. Thomas KÖLBL, Mannheim-Lindenhof

Wien, am 28. April 2010

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h.

Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ANLAGE 1 Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2009/2010

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Beilage IV/1

LAGEBERICHT 2009|10

für das Geschäftsjahr vom 1.3.2009 bis 28.2.2010 der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9

www.agrana.com

INHALTSVERZEICHNIS

LAGEBERICHT 2009|10

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Nachtragsbericht Segment ZUCKER

  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Rohstoff, Ernte und Produktion
  • -Investitionen
  • -Zucker Österreich
  • -Zucker Ungarn
  • -Zucker Tschechien
  • -Zucker Slowakei
  • -Zucker Rumänien
  • -Zucker Bosnien-Herzegowina
  • -Zucker Bulgarien

Segment STÄRKE

  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Rohstoff, Ernte und Produktion
  • -Investitionen
  • -Stärke Österreich
  • -Stärke Ungarn
  • -Stärke Rumänien
  • -Bioethanol
  • Segment FRUCHT
  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Investitionen
  • -Rohstoff und Ernte
  • -Geschäftsentwicklung

Umwelt und Nachhaltigkeit Forschung und Entwicklung Personal- und Sozialbericht Risikomanagement und Internes Kontrollsystem Prognosebericht

WICHTIGE KENNZAHLEN nach IFRS

2009 10 2008 09 2007 08 $2006 07 ^{1}$ 2005 06
UNTERNEHMENSKENNZAHLEN
Umsatzerlöse m€ 1.989,2 2.026,3 1.892,3 1.915,8 1.499,6
EBITDA m€ 176,2 119,2 184,5 187,5 164,6
EBITDA-Marge $\%$ 8,9 $\overline{5,9}$ $\overline{9,8}$ 9,8 11,0
Operatives Ergebnis m€ 91,9 $\overline{37,8}$ 111,4 107,0 99,5
Operative Marge $\sqrt{9}$ 4,6 1,9 $\overline{5,9}$ 5,6 $\overline{6,6}$
Ergebnis der Betriebstätigkeit 2 m€ 86,9 34,6 101,5 105,8 75,0
Ergebnis vor Ertragsteuern m€ 87,4 $-32,4$ 73,1 93,5 $\overline{71,7}$
Konzernjahresergebnis m€ 72,7 $-15,9$ 63,8 71,1 64,7
- davon Aktionäre der AGRANA 72,2 $-11,6$ 64,3 68,9 62,7
Beteiligungs-AG
- davon Minderheitenanteile 0,5 $-4,3$ $-0,5$ 2,2 2,0
Cashflow aus dem Ergebnis m€ 149,6 $\overline{97,2}$ 140,8 150,5 145,3
Investitionen in Sachanlagen und 48,4 73,8 $\overline{207,7}$ 157,4 91,2
immaterielle Vermögenswerte 3 m€
Investitionen in Finanzanlagen m€ 0,9 $\overline{1,7}$ 3,4 5,6 7,5
Mitarbeiter 4 7.927 8.244 8.140 8.223 8.130
ROS $\overline{\%}$ 4,4 $-1,6$ 3,9 4,9 4,8
ROCE $\overline{\%}$ 6,9 2,8 8,2 8,6 8,6
BORSEKENNZAHLEN ZUM
28./29.2.
Schlusskurs 71,56 47,50 72,09 76,00 78,00
Ergebnis je Aktie 5,08 $-0,82$ $\overline{4,53}$ 4,85 4,42
Dividende je Aktie 1,95 1,95 1,95 1,95 1,95
Dividendenrendite $\sqrt{2}$ 2,7 4,1 $\overline{2,7}$ 2,6 2,5
Ausschüttungsquote $\overline{\%}$ 38,4 neg. $\overline{43,1}$ 40,2 $\overline{44,1}$
KGV 14,1 neg. 15,9 15,7 17,6
Marktkapitalisierung m€ 1.016,3 674,6 1.023,8 1.079,4 1.107,8
BILANZKENNZAHLEN
Bilanzsumme m€ 1.887,9 1.996,2 2.203,9 1.931,7 1.850,5
Grundkapital m€ 103,2 103,2 103,2 103,2 103,2
Anlagevermögen m€ 962,2 978,0 1.018,4 933,3 900,4
Eigenkapital m€ 904,7 825,9 922,1 895,5 885,8
Eigenkapitalquote $\overline{\%}$ 47,9 41,4 41,8 46,4 47,9
Gearing $\frac{0}{0}$ 41,6 56,9 61,6 37,9 31,8
Nettofinanzschulden m€ 376,6 470,1 $\frac{1}{567,7}$ 339,4 281,9

ERTRAGS-, FINANZ- und VERMÖGENSLAGE

Veränderung
Geschäftsentwicklung 2009 10 2008 09 in %
Umsatzerlöse t€ 1.989.159 2.026.328 $-1,8$
EBITDA t€ 176.246 119.177 47,9
Operatives Ergebnis t€ 91.937 37.832 143,0
Operative Marge % 4,6 1,9
Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ $-5.007$ $-3.190$ 57,0
Ergebnis der Betriebstätigkeit t€ 86.930 34.642 150,9
Investitionen in Sachanlagen und t€ 48.382 73.813 $-34,5$
immaterielle Vermögenswerte 1
Investitionen in Finanzanlagen t€ 941 1.672 $-43,7$
Mitarbeiter 7.927 8.244 $-3,8$

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2009|10 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Konzernabschluss deckt das AGRANA Geschäftsjahr (März 2009 bis Februar 2010) ab und vergleicht es mit dem Vorjahr.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Mit Ende des dritten Quartals 2009|10 erfolgte die Erstkonsolidierung der österreichischen AGRAGOLD Holding GmbH, die vor allem die Vertriebsgesellschaften am Westbalkan zusammenfasst. Das 50 %-Joint Venture wird mittels Quotenkonsolidierung in den AGRANA-Konzernabschluss einbezogen.

Umsatz- und Ertragslage

Grafik (Tortendiagramm)

Umsatz nach Segmenten (in %)
Segment Zucker
2009 10
34,4
2008 09
34,7
Segment Stärke 25,1 25,6
Segment Frucht 40,5 39,7
Umsatz nach Regionen (in %) 2009 10 2008 09
Österreich 46,4 40,0
Osteuropa 38,3 40,1
Sonstiges Europa 2,2 8,1
Restliche Welt 13,1 11,8

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe sank im Geschäftsjahr 2009|10 um 1,8 % auf 1.989,2 m. In den Segmenten Zucker und Stärke kam es infolge geringerer Verkaufserlöse zu Umsatzrückgängen. Die erzielten Mengensteigerungen im AGRANA-Konzern von 16,7 % im Vergleich zum Vorjahr konnten den negativen Preiseffekt nicht zur Gänze kompensieren. Mit einem Umsatz von 684,1 (Vorjahr 702,5) m im Segment Zucker verzeichnete AGRANA vor dem Hintergrund der EU-Zuckermarktordnung nach den erfolgten Quotenrückgaben einen Rückgang der Quotenzuckerverkäufe in Kombination mit niedrigeren Verkaufspreisen. Der Absatz von Nicht-Quotenzucker wuchs dank der Erschließung neuer Exportmärkte. Der Umsatz im Segment Stärke reduzierte sich trotz gesteigerter Absatzmengen von Stärkeprodukten auf 499,2 (Vorjahr 519,4) m . Die Verkaufspreise wiesen infolge der Anpassung an die Entwicklung der Rohstoffkosten eine rückläufige Tendenz auf. Die Vollauslastung der Bioethanolanlagen in Österreich und Ungarn trug – trotz geringerer Ethanolerlöse – zu einer positiven Entwicklung der Bioethanolumsätze bei. Im Segment Frucht konnte der Umsatz mit 805,9 (Vorjahr 804,4) m durch höhere Absatzmengen auf Vorjahresniveau gehalten werden. Der Fruchtzubereitungsumsatz (rund 80 % des Segmentumsatzes) lag trotz leichter Mengensteigerung auf Vorjahresniveau. Im

Fruchtsaftkonzentratbereich konnten hohe Absatzzuwächse die im Vorjahresvergleich deutlich niedrigeren Verkaufspreise kompensieren.

Das operative Konzernergebnis stieg im Geschäftsjahr 2009|10 deutlich von 37,8 m auf 91,9 m. Getragen hat diese Entwicklung vor allem die Ergebnisverbesserung im Segment Frucht, wo es gelang, die Ertragslage bei Fruchtsaftkonzentrat zu stabilisieren. Das Vorjahr war durch eine Abwertung der Vorratsbestände an Apfelsaftkonzentrat belastet. Das Segment Stärke profitierte von normalisierten Rohstoffmärkten sowie von einer zufriedenstellenden Entwicklung der Ertragssituation bei Bioethanol.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -5,0 (Vorjahr -3,2) m war im Geschäftsjahr 2009|10 dem Segment Frucht zuzuordnen. Darin ausgewiesen sind die Aufwendungen für die Verlegung des Holdingsitzes der AGRANA Fruit sowie der Firmenwertabgang aus der bereits erfolgten Schließung des Werkes in Kaplice|Tschechien. Somit betrug das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2009|10 86,9 (Vorjahr 34,6) m.

Das Finanzergebnis konnte im Geschäftsjahr 2009|10 um 67,5 m von -67,1 m auf 0,5 m verbessert werden. Dies war insbesondere auf Währungsgewinne (vor allem in Polen, Ungarn, Rumänien und Brasilien), aber auch auf rückläufige Zinsaufwendungen infolge der niedrigeren Nettoverschuldung und Gewinne aus Beteiligungsverkäufen zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern erhöhte sich folglich von -32,4 m im Vorjahr auf 87,4m. Nach einem Steueraufwand von 14,7 m (entspricht einer Steuerquote von 16,8 %) betrug das Konzernjahresergebnis 72,7 (Vorjahr -15,9) m. Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernjahresergebnis stieg auf 72,2 (Vorjahr – 11,6) m, das Ergebnis je Aktie betrug somit 5,08 (Vorjahr - 0,82) .

Investitionen

Grafik (als gestapelte Balken)

Das Investitionsvolumen (ohne Finanzanlagen) wurde im Geschäftsjahr 2009|10 nach 73,8 m im Vorjahr planmäßig auf 48,4 m weiter zurückgeführt. Im Segment Zucker gingen 11,4 (Vorjahr 19,4) m überwiegend in Ersatzinvestitionen sowie Maßnahmen im Umwelt- und Energiebereich. Die Investitionen im Segment Stärke in Höhe von 10,8 (Vorjahr 23,8) m betrafen Prozessoptimierungen sowie Steigerungen der Energieeffizienz. Im Segment Frucht dienten 26,1 (Vorjahr 30,6) m neben Erhaltungsmaßnahmen schwerpunktmäßig der Finanzierung produktionstechnischer Erweiterungen in Russland, Amerika, Argentinien sowie Österreich.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2010 lag mit 1.887,9 m um 108,3 m unter dem Vorjahr mit 1.996,2 m. Der Rückgang der langfristigen Vermögenswerte um 15,5 m resultierte überwiegend aus den niedrigeren Investitionen. Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich um 92,8 m. Dabei stand den gesunkenen Vorräten und flüssigen Mitteln ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber. Der Vorratsabbau im Segment Zucker war Folge der mengenmäßig geringeren Zuckervorräte sowie gesunkenen Bewertungen für Quotenzucker nach Wegfall der EU-Restrukturierungsabgabe ab dem Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2009|10.

Gleichzeitig ging der Vorratswert im Segment Frucht zurück, was in höheren Verkaufsmengen von Apfelsaftkonzentrat und in reduzierten Bewertungen durch die gesunkenen Rohstoffpreise begründet ist.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2009|10 ihre Kapitalstruktur weiter verbessert. Bei einer Eigenkapitalquote von 47,9 (Vorjahr 41,4) % lag das Eigenkapital mit 904,7 m über dem Wert zum Bilanzstichtag am 28. Februar 2009 mit 825,9 m. Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2010 lagen mit 376,6 m um 19,9 % unter dem Wert des Bilanzstichtages zum Jahresende 2008| 09 von 470,1 m. Der Rückgang der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten ergab sich aus gesunkenen Investitionen, geringeren Working Capital-Finanzierungen sowie der Umschuldung auf langfristige Kreditlinien in Kombination mit der Absicherung der Zinsniveaus. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten sanken durch die letztmalige Zahlung der EU-Restrukturierungsabgabe im Oktober 2009.

Cashflow

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2009|10 ergebnisbedingt von 115,0 m auf 162,2 m. Neben einem Vorratsabbau verzeichnete AGRANA im Juni 2009 den Zahlungseingang der EU-Restrukturierungsbeihilfe über rund 40 m für die bereits erfolgten Quotenrückgaben im ZWJ 2008|09 sowie die letzte Zahlung an den EU-Restrukturierungsfonds für das ZWJ 2008|09 im Ausmaß von rund 70 m. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag mit -48,4 (Vorjahr -72,1) m deutlich unter dem Vorjahreswert. Der Abbau externer, kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten führte zu einem Cashabfluss von 123,7 (Vorjahr 50,1) m. Die AGRANA-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009|10 einen Free-Cashflow von 113,8 (Vorjahr 42,9) m .

Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente

SEGMENT ZUCKER

2009 10 2008 09
Umsatzerlöse (brutto) t€ 737.015 751.086
Umsätze zwischen den Segmenten t€ $-52.963$ $-48.583$
Umsatzerlöse t€ 684.052 702.503
Operatives Ergebnis t€ 15.214 15.810
Operative Marge $\%$ 2,2 2,3
Ergebnis der Betriebstätigkeit (nach
Sondereinflüssen)
t€ 15.214 14.897
Investitionen in Sachanlagen und t€ 11.420 19.402
immaterielle Vermögenswerte 1
Investitionen in Finanzanlagen t€ 537 862
Mitarbeiter 2.336 2.464

Der Umsatz im Segment Zucker sank im Geschäftsjahr 2009|10 um 2,6 % auf 684,1 m. Grund dafür war vor allem der mengenmäßige Rückgang im Quotenzuckerabsatz bei sinkenden Preisen. Trotz unterjähriger Schwankungen der Exportaktivitäten der Industriekunden konnte AGRANA die Abnahmemengen von Quotenzucker im Industriebereich konstant halten. Bei Nicht-Quotenzucker gelangen durch die Erschließung neuer Märkte mengenmäßige Zuwächse bei den Drittlandsexporten. Der Umsatzanteil von Zucker am Konzernumsatz betrug 34,4 % (Vorjahr 34,7 %). Vor allem in den osteuropäischen Ländern war das Kaufverhalten der Endkonsumenten zurückhaltend. In der Westbalkanregion war das Marktgeschehen zusätzlich vom gestiegenen Weltmarktpreis beeinflusst, der die Nachfrage zurückgehen ließ.

Das operative Segmentergebnis lag im Geschäftsjahr 2009|10 mit 15,2 m nahezu auf dem Vorjahresniveau von 15,8 m. Die geringeren Quotenzuckerumsätze konnte AGRANA durch den Wegfall der EU-Restrukturierungsabgabe und den optimierten Energieeinkauf für die Kampagne 2009 annähernd kompensieren. Die Auslastung der Raffinationsanlagen in Rumänien und Bosnien-Herzegowina lag aufgrund der Preisentwicklungen am Weltmarkt und der entsprechenden Verfügbarkeit von Rohzucker unter Vorjahr. Die Wirtschaftlichkeit von Raffinationszucker war in Anbetracht der höheren Beschaffungskosten und der lokal erzielbaren Preise im Geschäftsjahr 2009|10 eingeschränkt, was zu erhöhtem Margendruck führte.

2009 10 2008 09
Umsatzerlöse (brutto) t€ 533.788 551.979
Umsätze zwischen den Segmenten t€ $-34.586$ $-32.540$
Umsatzerlöse t€ 499.202 519.439
Operatives Ergebnis t€ 41.055 27.523
Operative Marge $\%$ 8,2 5,3
Ergebnis der Betriebstätigkeit (nach
Sondereinflüssen)
t€ 41.055 25.246
Investitionen in Sachanlagen und t€ 10.836 23.798
immaterielle Vermögenswerte
Investitionen in Finanzanlagen t€ 254
Mitarbeiter 880 853

SEGMENT STÄRKE

Im Geschäftsjahr 2009|10 sank der Umsatz im Segment Stärke im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 % auf 499,2 m. Obwohl die Absatzmengen deutlich gesteigert werden konnten, schlugen die geringeren Verkaufspreise infolge der rohstoffbedingten Anpassung der Verkaufskontrakte durch. Entgegen der konjunkturell bedingten Marktentwicklung konnte AGRANA beim Stärkeabsatz im technischen Bereich zulegen. Mengensteigerungen erfolgten auch bei nativer Stärke und Verzuckerungsprodukten. Durch den Vollbetrieb der Bioethanolanlagen in Österreich und Ungarn stiegen die Bioethanolumsätze. Der Umsatz mit den Nebenprodukten entwickelte sich zufriedenstellend. Der Umsatzanteil des Stärkesegmentes am Konzernumsatz betrug 25,1 % nach 25,6 % im Vorjahr.

Das operative Ergebnis von 41,1 m zeigte eine deutliche Steigerung gegenüber 27,5 m im Vorjahr. Die Entspannung auf den Rohstoffmärkten mit entsprechend verringerten Rohstoffkosten wirkte sich ebenso wie die Energiekosten positiv auf die Produktionskosten aus. In einem erfreulichen Ausmaß verbesserte sich die Ertragssituation bei Bioethanol. Die operative Marge im Segment Stärke erreichte im Geschäftsjahr 2009|10 8,2 %, nach 5,3 % im Vorjahr.

2009 10 2008 09
Umsatzerlöse (brutto) t€ 805.988 804.476
Umsätze zwischen den Segmenten t€ -83 $-90$
Umsatzerlöse t€ 805.905 804.386
Operatives Ergebnis t€ 35.668 $-5.501$
Operative Marge $\frac{0}{0}$ 4,4 neg.
Ergebnis der Betriebstätigkeit (nach
Sondereinflüssen)
t€ 30.661 -5.501
Investitionen in Sachanlagen und t€ 26.126 30.613
immaterielle Vermögenswerte 1
Investitionen in Finanzanlagen t€ 403 556
Mitarbeiter 4.711 4.927

SEGMENT FRUCHT

Der Umsatz im Segment Frucht lag mit 805,9 m auf dem Vorjahresniveau von 804,4 m. Gestiegene Absatzvolumina bei Fruchtsaftkonzentraten und leichte Mengensteigerungen im Bereich Fruchtzubereitungen konnten die niedrigeren Verkaufspreise ausgleichen. Der Markt für Fruchtzubereitungen wies sehr unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Regionen auf. Abschwächungen in Lateinamerika (speziell in Argentinien und Mexiko) stand ein Wachstum im asiatisch-pazifischen Raum und in Osteuropa gegenüber. In Zentral- und Westeuropa zeigte sich eine stabile Absatzentwicklung. Die Preise für Apfelsaftkonzentrat lagen erheblich unter dem Vorjahresniveau, wobei gegen Ende des Geschäftsjahres 2009|10 eine preisliche Stabilisierung mit steigender Tendenz zu verzeichnen war. Der Umsatzanteil des Fruchtsegmentes am Konzernumsatz betrug 40,5 % (Vorjahr 39,7 %).

Das operative Segmentergebnis stieg auf 35,7 m gegenüber dem Vorjahr mit -5,5 m, in dem die Lagermengen von Apfelsaftkonzentrat abgewertet wurden. Bereinigt um die Einmalbelastung im Ausmaß von 32,4 m im Vorjahr lag das Ergebnis um 8,8 m über Vorjahr. Deutlich höhere Absatzmengen und geringere Rohstoffkosten sowie Kosteneinsparungen überkompensierten die gesunkenen Erlöse im Geschäftsjahr 2009|10. Die Einführung von Lean Management erlaubte es, die Kostenstruktur in den Konzentratwerken zu optimieren und den Markterfordernissen anzupassen. Dank der Flexibilität in der Produktion konnte AGRANA den wirtschaftskrisenbedingt volatileren Auftragseingang in den Fruchtzubereitungswerken zufriedenstellend meistern. Bei AGRANA Fruit wurden Kosten der Restrukturierung (Verlegung des Holdingsitzes) sowie der Firmenwertabgang der AGRANA Fruit Bohemia in Tschechien in Höhe von 5,0 m im Ergebnis aus Sondereinflüssen berücksichtigt.

Nachtragsbericht

Nach Ende des Bilanzstichtages am 28. Februar 2010 sind keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse für die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage eingetreten.

SEGMENT ZUCKER

Grafik
2009 10 2008109 2007108
Umsatzerlöse (in m $\epsilon$ ) 684.1 702.5 751.7
Operatives Ergebnis (in $m \in \mathbb{R}$ ) 15.2 15.8 32,6
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle 11.4 19.4 41,9
Vermögenswerte (in m€)
Veränderung
SEGMENT-KENNZAHLEN 2009 10 2008 09 in $%$
Umsatzerlöse m€l 684,1 702,5 $-2,6$
Operatives Ergebnis m€ 15,2 15,8 $-3,7$
Operative Marge % 2,3
Investitionen in Sachanlagen und m€ 11,4 19,4 $-41,1$
immaterielle Vermögenswerte 1

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina. Im Segment Zucker ist weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. in Österreich angesiedelt. Der Zuckervertrieb sowie der Vertrieb der Gastronomie-Produkte durch die zur PortionPack Europe-Gruppe gehörende Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Ges.m.b.H. erfolgt ebenfalls durch die AGRANA Zucker GmbH.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Zuckerweltmarkt

Ernteausfälle der beiden weltgrößten Produzenten Brasilien und Indien im Kalenderjahr 2009 führten zu einem Anstieg der Weltmarktpreise. Rohzucker in New York erreichte am 1. Februar 2010 mit einer Notierung von 670,2 USD je Tonne den Höchstpreis seit 30 Jahren. Weißzuckerfutures verzeichneten am 21. Jänner 2010 ebenfalls eine Rekordnotierung von 767,0 USD je Tonne. Zwischenzeitlich hat sich bei den Börsenpreisen ein Abwärtstrend eingestellt.

In der aktuellen Schätzung der Weltzuckerproduktion für das ZWJ 2009|10 (Oktober 2009 bis September 2010) rechnet das Analyseunternehmen F.O. Licht mit einem Anstieg der weltweiten Zuckerproduktion um 5,1 Mio. Tonnen auf 156,0 Mio. Tonnen. Davon entfallen etwa 34,6 Mio. Tonnen auf die Herstellung aus Zuckerrüben (+ 2,5 Mio. Tonnen im Vergleich

zum ZWJ 2008|09) und rund 121,4 Mio. Tonnen auf die Rohrzuckerproduktion (+ 2,6 Mio. Tonnen). Trotz eines Anstiegs der globalen Zuckerproduktion wird im ZWJ 2009|10 bei einem geschätzten Konsum von 163,3 Mio. Tonnen mit einem Zuckerdefizit gerechnet.

Zuckermarktordnung

Die seit 1. Juli 2006 geltende Zuckermarktordnung hat eine Laufzeit bis September 2015. Die entscheidenden Elemente der Reform umfassen die Senkung der Referenzpreise für EU-

Quotenzucker um 36 %, die Kürzung des Rübenpreises um 40 % und die Senkung der europäischen Produktionsmenge um 6 Mio. Tonnen. Es wurden 5,8 Mio. Tonnen Produktionsquoten (Zucker, Isoglukose und Inulinsirup) an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben. Die Auszahlung der Restrukturierungsprämien für die Quotenrückgaben von AGRANA im ZWJ 2008|09 erfolgte zur Gänze im Juni 2009. AGRANA hält eine Produktionsquote von rund 618.000 Tonnen. Im Jänner 2010 hat die EU-Kommission bekanntgegeben, dass von einer finalen Quotenkürzung abgesehen wird.

Seit 1. Oktober 2009 ist der europäische Zuckermarkt für Einfuhren sowohl aus den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (LDC) durch das "Alles-außer-Waffen"-Abkommen (EBA) als auch aus den AKP- (Afrika, Karibik, Pazifik) Staaten durch das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) offen. Zölle und Mengenbegrenzungen wurden vollständig aufgehoben. Eine spezielle Schutzklausel soll bei Überschreiten einer bestimmten Importmenge die Wiedereinführung von Schutzzöllen erlauben.

Für das ZWJ 2009|10 hat die EU-Kommission ein zollfreies Importkontingent von 400.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker für die chemische Industrie gewährt. Im Gegenzug ermöglichte sie der Zuckerindustrie den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt. Aufgrund der außergewöhnlich günstigen klimatischen Bedingungen und der daraus resultierenden guten Erträge für Nicht-Quotenzucker hat die EU-Kommission am 14. Oktober 2009 die Exportlizenzen für Nicht-Quotenzucker auf 1.350.000 Tonnen aufgestockt. Diese Ausfuhrmenge wurde im Jänner 2010 weltmarktpreisbedingt durch eine einmalige Erhöhung von 500.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker auf 1.850.000 Tonnen erweitert. AGRANA verfügt über ausreichende Exportlizenzen für den Nicht-Quotenzuckerabsatz im ZWJ 2009|10.

Außenhandel Zucker

Die seit 2001 laufenden WTO-II-Verhandlungen blieben bislang ohne konkretes Ergebnis. Ein Abschluss in naher Zukunft gilt derzeit als unwahrscheinlich. Das der EU-Kommission seitens der Mitgliedsstaaten erteilte Verhandlungsmandat gilt unverändert.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Auf einer Gesamtfläche von rund 83.550 (Vorjahr 71.750) Hektar wurden für den AGRANA-Konzern im Geschäftsjahr 2009|10 rund 5,08 (Vorjahr 4,71) Mio. Tonnen Rüben geerntet und anschließend verarbeitet. Wechselhafte Witterungsbedingungen während der Vegetationsperiode und Ernte führten zu guten Erträgen, aber zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen im Zuckergehalt. Die rund 8.520 (Vorjahr 8.650) Rübenbauern erzielten Rübenerträge von durchschnittlich 60,8 (Vorjahr 65,5) Tonnen je Hektar und einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,3 % (Vorjahr 17,1 %).

Die sieben Zuckerrübenfabriken verarbeiteten täglich rund 46.000 (Vorjahr 46.500) Tonnen Rüben in durchschnittlich 113 (Vorjahr 105) Tagen zu rund 747.000 (Vorjahr 720.000) Tonnen Zucker. Die Zuckerproduktion lag deutlich über der AGRANA-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder auf den Weltmarkt exportiert. In Rumänien und Bosnien wurden im Geschäftsjahr 2009|10 zusätzlich rund 176.000 (Vorjahr 183.000) Tonnen Weißzucker aus Rohzucker raffiniert.

In den meisten Ländern begann die Rübenverarbeitung zwischen dem 16. und 24. September 2009. Aufgrund der großen Rübenmenge verzeichnete das österreichische Werk in Tulln konzernweit die längste Zuckerkampagne mit dem letzten Verarbeitungstag am 25. Jänner 2010. In der abgelaufenen Kampagne wurden in Ungarn rund 42 % des Primärenergiebedarfes durch eigenes Biogas substituiert. Die Produktion von Zuckerrüben aus kontrolliert biologischem Anbau konnte AGRANA im Geschäftsjahr 2009|10 auf 2.900 (Vorjahr 1.800) Tonnen Bio-Rübenzucker steigern.

In Anbetracht der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessengemeinschaften in den anderen Ländern neue Vereinbarungen über den Rübenanbau 2010 treffen.

INVESTITIONEN

Im Segment Zucker gingen 11,4 (Vorjahr 19,4) m schwerpunktmäßig in Ersatzinvestitionen. In Kaposvár|Ungarn investierte AGRANA im Geschäftsjahr 2009|10 in zwei Schnitzelpressen. Mit der Installation einer Schnitzelpresse in der tschechischen Fabrik in Hrusovany wurde die Sanierung der Pressstation finalisiert. In Sered|Slowakei erfolgte die Errichtung einer neuen Lagerhalle für abgepackte Ware. Die Inbetriebnahme der im Bau befindlichen 1 kg Abpackanlage ist im Geschäftsjahr 2010|11 geplant. Durch betriebliche Anpassungen in der Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien-Herzegowina konnte die durchschnittliche Verarbeitungsmenge auf 500 Tonnen pro Tag angehoben werden.

ZUCKER ÖSTERREICH

Der Zuckerumsatz verzeichnete in Österreich mit 348,1 (Vorjahr 364,2) m einen Rückgang um rund 4 %. Dies resultierte aus dem mengenmäßigen Rückgang im Quotenzuckerabsatz bei sinkenden Preisen. Trotz wirtschaftskrisenbedingt schwankender Absatzmengen konnte AGRANA die Zuckerverkäufe an die Lebensmittelindustrie über das gesamte Geschäftsjahr konstant halten. Beim Lebensmittelhandel gab es Einbußen im Zuckerabsatz. Durch die Positionierung von AGRANA-Zucker mit der Marke "Wiener Zucker" als österreichisches Qualitätsprodukt konnten die Marktanteile auf Vorjahresniveau gehalten werden. Der ansteigende Weltmarktpreis für Zucker hatte ab Jahresmitte 2009 positive Auswirkungen auf den Export von Nicht-Quotenzucker. So konnten die Drittlandsexporte von Nicht-Quotenzucker durch Erschließung neuer Märkte (wie Israel, Usbekistan und der Nahe Osten) deutlich erhöht werden. Mit dem Absatz von Bio-Zucker trat AGRANA in ein neues Marktsegment ein. Die Verkaufserlöse für Nebenprodukte (Melasse und Trockenschnitzel) sanken entsprechend dem Verlauf der Getreidepreise.

Der Wegfall der Restrukturierungsabgabe ab dem ZWJ 2009|10 sowie Kosteneinsparungen im Energieeinkauf wirkten positiv, unterschiedliche Qualitäten für die Zuckerrüben führten infolge geringerer Verarbeitungsleistungen allerdings zu Mehrkosten im Produktionsbereich.

ZUCKER UNGARN

Im Geschäftsjahr 2009|10 ging der Umsatz in Ungarn von 122,2 m auf 106,6 m zurück. Die Umsätze für Quotenzucker sanken plangemäß infolge reduzierter Quotenzuckerabsätze aufgrund der Quotenrückgaben und der niedrigeren Quotenzuckerpreise. Darüber hinaus fand ein preisaggressiver Wettbewerb am ungarischen Markt statt.

ZUCKER TSCHECHIEN

Absatzsteigerungen insbesondere von Nicht-Quotenzucker führten zu einem Umsatzanstieg um rund 17 % auf 96,2 (Vorjahr 82,0) m. Neben dem Export in neue Märkte wurden Kunden der chemischen Industrie beliefert. Die Umsätze für Quotenzucker waren rückläufig, was auf die gesunkenen Preise zurückzuführen war.

ZUCKER SLOWAKEI

AGRANA konnte den Umsatz in der Slowakei von 44,3 m auf 55,0 m deutlich verbessern. In Kombination mit einem erhöhten Absatzvolumen von Nicht-Quotenzucker verzeichnete das Handelsgeschäft mit landwirtschaftlichen Produkten einen deutlichen Zuwachs. Neben dem stabilen inländischen Zuckerverkauf an den Lebensmittelhandel war der Absatz im Industriebereich rückläufig. Das Kaufverhalten der Endkonsumenten ist eher zurückhaltend und folglich entwickelte sich ein starker Wettbewerb der lokalen Zuckerproduzenten.

ZUCKER RUMÄNIEN

Der rumänische Umsatz sank im Geschäftsjahr 2009|10 von 155,1 m auf 139,6 m. Dafür waren die rückläufigen Mengen als auch Preise von Quotenzucker verantwortlich. Sowohl im Industrieals auch im Handelsabsatz wurden Rückgänge verzeichnet. Der Marktanteil liegt knapp unter dem Vorjahresniveau von nahezu 50 %.

Der steigende Weltmarktpreis für Zucker stellte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine große Herausforderung für den Einkauf von Rohzucker dar und verursachte einen erhöhten Margendruck für die Raffinationsanlage in Rumänien. Die Rohzuckerimporte aus den LDCs und AKP-Staaten in die EU unterliegen einem Mindestpreis. Da die gestiegene EU-Nachfrage nach Rohzucker derzeit das Angebot aus diesen Ländern übersteigt, führte dies zu deutlich über dem Weltmarkt- und dem Mindestpreis liegenden Importpreisen.

Nachdem sich die rumänische Währung im Laufe des Geschäftsjahres 2009|10 gefestigt hat, konnte ein Teil der Währungsverluste aus dem letzten Geschäftsjahr 2008|09 kompensiert werden.

ZUCKER BOSNIEN-HERZEGOWINA

Die gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Studen betriebene Rohzuckerraffinerie erzielte im Geschäftsjahr 2009|10 einen Umsatz von 33,9 (Vorjahr 9,4) m. In Bosnien-Herzegowina verbuchte AGRANA mit einer gesteigerten Zuckerabsatzmenge deutliche Marktanteilsgewinne.

Das Marktgeschehen war im Geschäftsjahr 2009|10 von den gestiegenen Weltmarktpreisen beeinflusst. Den Rohzuckerbedarf für die Raffinerie deckt AGRANA am Weltmarkt. Die Wirtschaftlichkeit von Raffinationszucker war jedoch in Anbetracht der höheren Herstellkosten und der lokal erzielbaren Preise beeinträchtigt. Hohe Weißzuckerpreise resultierten zudem in einer Kaufzurückhaltung der Kunden.

ZUCKER BULGARIEN

Der Umsatz in Bulgarien belief sich im Geschäftsjahr 2009|10 auf 20,3 (Vorjahr 36,2) m. Infolge der Wirtschaftskrise war das Konsumverhalten zurückhaltend und bewirkte Rückgänge beim Zuckerabsatz im Lebensmittelhandel und Industriebereich.

Die Anteile am Vertriebs- und Verpackungs-Joint Venture mit dem bulgarischen Zuckeruntenehmen Zaharni Zavodi AD wurden im Geschäftsjahr 2009|10 zu 100% von AGRANA übernommen. AGRANA führt nun die Handelsaktivitäten am bulgarischen Markt mit im Konzern verfügbarem Zucker weiter, um die Marktversorgung sicherstellen zu können. Die kurzfristige Unterversorgung und teilweisen Geschäftsunterbrechungen infolge der Joint Venture-Auflösung wirkten negativ auf das Ergebnis. In Folge sind für das Geschäftsjahr 2010|11 Kosteneinsparungen und eine Konsolidierung des Geschäfts geplant.

SEGMENT STÄRKE

Grafik:

2009 10 2008109 2007108
Umsatzerlöse (in $m \in \mathbb{R}$ ) 499.2 519.4 288,1
Operatives Ergebnis (in $m \in \Sigma$ ) 41.1 27.5 35,3
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle 10.8 23.8 122.9
Vermögenswerte (in $m \in$ )
Veränderung
SEGMENT-KENNZAHLEN 2009 10 2008 09 in $%$
Umsatzerlöse m€ 499,2 519,4 $-3,9$
Operatives Ergebnis m€ 41,1 27,5 49,3
Operative Marge $\%$ 8,2 5,3
Investitionen in Sachanlagen und m€l 10,8 23,8 $-54,5$
immaterielle Vermögenswerte 1

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit den österreichischen Stärkeprodukten der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach sowie die Führung und Koordination der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segments Stärke.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ("Health Check") kommt es zum Auslaufen der bisherigen Marktordnung für Kartoffelstärke mit dem Ende des Getreidewirtschaftsjahres 2011| 12 (Juli 2011 bis Juni 2012). Somit entfallen ab diesem Zeitpunkt die Produktionsquote für Kartoffelstärke, die gekoppelten Beihilfen sowie der Mindestpreis. Als Referenzzeitraum für die Entkoppelung der Direktbeihilfen an Landwirte und Industrie wurde für Österreich das Jahr 2010 festgelegt, wobei die Kontraktmengen des Stärkekartoffel-Anbauvertrages 2010 als Basis für die entkoppelten Beihilfen ab dem Jahr 2012 dienen.

Die Isoglukosequote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2009|10 rund 690.000 Tonnen. Aufgrund der Marktbedingungen verzichtete die EU auf die im Rahmen der Zuckermarktordnungsrefom vorgesehene Möglichkeit einer finalen Quotenkürzung. Hungrana hält mit 220.000 Tonnen die größte europäische Isoglukosequote.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Die Ernteschätzungen des internationalen Getreiderates (IGC – International Grains Council) in London zeigen weltweit eine gute Versorgungslage mit Getreide. Für das laufende Getreidewirtschaftsjahr 2009|10 (Juli 2009 bis Juni 2010) wird die zweitgrößte Weltgetreideernte erwartet. Umgelegt auf die weltweite Maisproduktion 2009|10 bedeutet dies einen Anstieg um 6,0 Mio. Tonnen auf 797 Mio. Tonnen. Für Weizen schätzt IGC für die Ernte 2009|10 einen moderaten Rückgang auf 675 (Vorjahr 686) Mio. Tonnen.

Die europäische Ernte 2009 brachte in der EU-27 nach Einschätzung von Stratégie Grains eine Erntemenge von rund 57 (Vorjahr 63) Mio. Tonnen Mais und rund 130 (Vorjahr 120) Mio. Tonnen

FY 2009 10

Weizen. Für Mais gab es im Wirtschaftsjahr 2009|10 letztmalig die Interventionsmöglichkeit von 700.000 Tonnen. Der Großteil der Interventionsmenge von rund 550.000 Tonnen stammte aus Ungarn und der Slowakei.

Die gute Versorgungslage schlug sich in den Rohstoffnotierungen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE (vormals MATIF) nieder. Nach sehr volatilen Bewegungen zeigten die Preise deutliche Abschwächungstendenzen infolge der Ernteaussichten. Derzeit scheint der Boden der Getreidepreise erreicht. Prognosen für die Ernte 2010 (Getreidewirtschaftsjahr 2010|11) gehen von einer sowohl welt- als auch europaweiten Einschränkung der Getreideproduktion um rund 1,5 % aus.

Maisstärke

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA Stärkefabriken (inkl. 50 %-Anteil Hungrana) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2009|10 auf rund 630.900 (Vorjahr 593.300) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von 182.400 (Vorjahr 163.700) Tonnen. Die Produktion von Stärkehauptprodukten (ohne Bioethanol und ohne Nebenprodukte) lag bei 540.600 (Vorjahr 512.200) Tonnen.

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes, vor allem für technische Veredelungsstärken (Non-Food), lag die Auslastung der Fabriken auf hohem Niveau. Konjunkturbedingt waren phasenweise Schwankungen bei Produkten für die Papier- und Wellpappeindustrie sowie eine Stagnation bei Produkten für die Bauindustrie zu verzeichnen. Dies konnte AGRANA im Lebensmittelbereich mit höheren Produktionsmengen von Verzuckerungsprodukten wie Isoglukose und Flüssigdextrose sowie nativen Stärken kompensieren.

Kartoffelstärke

In der Kampagne 2009 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 111 (Vorjahr 116) Tagen rund 187.400 (Vorjahr 198.500) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln zu 40.200 (Vorjahr 42.400) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Dabei lag der Bio-Anteil bei rund 2,7 % (Vorjahr 3,2 %) gemessen an der Einsatzmenge. Für das Anbaujahr 2010 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoffelstärke zur Verfügung, für die Kontrakte mit den Landwirten abgeschlossen wurden. Aus rund 25.000 Tonnen Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.000 Tonnen Kartoffeldauerprodukte produziert. Davon lag der Bio-Anteil bei 22 %.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2009|10 10,8 (Vorjahr 23,8) m. Damit wurden Prozessoptimierungen sowie Steigerungen der Energieeffizienz (wie z. B. in Form von Wärmerückgewinnungsanlagen in den österreichischen Stärkefabriken und die Umstellung auf Erdgas als Primärenergieträger in Rumänien) getätigt. In der ungarischen Fabrik wurde nach Abschluss der Erhöhung der Produktionskapazität für Isoglukose der Nebenproduktebereich (Maiskleber und Maiskleberfutter) optimiert.

STÄRKE ÖSTERREICH

Im Geschäftsjahr 2009|10 sank der Umsatz um 36,5 m auf 307,9 (Vorjahr 344,4) m, was zum Großteil auf den Preisrückgang der Haupt- und Nebenprodukte sowie die niedrigeren Absätze bei Spezialitäten zurückzuführen war. Der Mengenabsatz stieg von 948.900 Tonnen im Vorjahr auf 1.034.900 Tonnen. Das lag an den höheren Verkaufsmengen von nativen Stärken, Verzuckerungsprodukten und den über die Futtermittelabteilung vertriebenen Nebenprodukten der AGRANA Bioethanol GmbH sowie von Hungrana. Die Mengensteigerungen bei den Hauptprodukten konnten den Preiseffekt nicht kompensieren, was den Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2009|10 bewirkte.

Insbesondere bei den nativen Stärken (Kartoffel- und Maisstärke) und Verzuckerungsprodukten übertraf AGRANA die Absätze des Vorjahres. Infolge der fallenden Marktpreise lag der Umsatz jedoch unter Vorjahr. Im Bereich der technischen Stärken wurden höhere Mengen an die Papier-, Wellpappe-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. Entgegen der allgemeinen Marktentwicklung

konnte AGRANA insbesondere im Papierindustrieabsatz zulegen und den Marktanteil ausbauen. Im Bereich Lebensmittelstärken lag das Absatzvolumen auf Vorjahresniveau. Gesunkene Rohstoffpreise und ein generelles Überangebot am europäischen Markt führten zu einem deutlichen Preisverfall insbesondere ab dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2009|10.

Der Absatz von Nebenprodukten (inklusive Futtermittel-Handelswaren) stieg auf 639.100 (Vorjahr 596.300) Tonnen, was insbesondere auf "ActiProt" zurückzuführen war. Niedrigere Preise bei Getreide verursachten bei Nebenprodukten stark rückläufige Verkaufspreise.

STÄRKE UNGARN

Der Umsatz entsprechend dem 50 %-Anteil der AGRANA reduzierte sich im Geschäftsjahr 2009|10 um 7,8 m auf 126,4 (Vorjahr 134,2) m. Grund dafür waren neben Währungseffekten insbesondere niedrigere Verkaufspreise für Isoglukose und Nebenprodukte. Die positive Entwicklung des Bioethanolgeschäfts und der Mehrabsatz von Verzuckerungsprodukten ergaben eine Steigerung der Absatzmenge auf 420.100 (Vorjahr 390.600) Tonnen.

In Kombination mit dem Mehrabsatz trugen die Entspannung auf dem Rohstoffmarkt und die daraus resultierenden niedrigeren Maiskosten wesentlich zur Verbesserung des operativen Ergebnisses bei.

STÄRKE RUMÄNIEN

In Rumänien erzielte AGRANA einen Umsatz von 8,9 (Vorjahr 9,5) m. Der erreichte Mehrabsatz konnte die gesunkenen Verkaufspreise der Haupt- und Nebenprodukte, insbesondere bei nativen Stärken und Verzuckerungsprodukten, nicht ausgleichen.

Gesteigerte Verkaufsmengen und niedrigere Rohstoffkosten hatten trotz eines niedrigeren Verkaufspreisniveaus dennoch eine Ergebnisverbesserung im Geschäftsjahr 2009|10 zur Folge.

BIOETHANOL

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Am 26. März 2009 verabschiedeten das Europäische Parlament und der Europäische Rat die endgültige Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (und zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinien 2001/77/EG und 2003/30/EG). Die EU-Richtlinie 2009/28/EG schreibt folgende Zielwerte bis zum Jahr 2020 vor: 20 % weniger Treibhausgasemissionen, 20 %-Anteil erneuerbarer Energie, wobei 10 % der Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen stammen müssen.

Gemäß dieser Richtlinie hat die Treibhausgasemissionseinsparung durch Biokraftstoffe über deren Lebenszyklus berechnet ab dem Jahr 2013 mindestens 35 % zu betragen. Ab 1. Jänner 2017 müssen Einsparungen von 50 % und bei Anlagen, die ihre Produktion nach diesem Stichtag aufnehmen, Einsparungen von mindestens 60 % erzielt werden.

Die Umsetzung der EU-Richtlinien hat in Österreich bereits seit 1. Oktober 2008 die Substitution von 5,75 % des Gesamtenergieinhaltes aller in Verkehr gebrachten Kraftstoffe durch biogene Treibstoffe vorgeschrieben. Um diese Verpflichtung einzuhalten, können sowohl Biokraftstoffe, wie der umweltfreundliche Kraftstoff SuperEthanol E85, als auch den Kraftstoffsorten Diesel und Benzin beigemischte Mengen biogener Treibstoffe herangezogen werden. Das Erreichen des Substitutionsziels wird mit einem steuerlichen Anreiz unterstützt: Der biogene Anteil der Treibstoffe ist von der Mineralölsteuer befreit.

Seit 1. Juli 2009 besteht auch in Ungarn eine Beimischungsverpflichtung von 3,1 Energieprozent von Bioethanol zu Benzin, wodurch mindestens 4,8 Volumsprozent Bioethanol dem Benzin beizumischen sind, andernfalls ist eine erhöhte Mineralölsteuer zu entrichten.

Produktion

AGRANA betreibt gemeinsam mit den österreichischen Rübenbauern (AGRANA Stärke GmbH mit einem Anteil von 74,9 %, Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH mit 25,1 %) ein Bioethanolwerk in Pischelsdorf|Österreich sowie im Rahmen ihrer 50 %-Beteiligung an Hungrana Kft. eine kombinierte Stärke- und Bioethanolerzeugungsanlage in Szabadegyháza|Ungarn. Bioethanol aus den AGRANA-Produktionswerken in Österreich und Ungarn spart gemäß Studien der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über den gesamten Lebenszyklus von der Produktion der Rohstoffe, deren Düngung, Transport und Verarbeitung bis zum Einsatz von Bioethanol im Motor rund 50 % an Treibhausgasemissionen gegenüber Benzin.

Die gesamte theoretische Bioethanol-Produktionskapazität der beiden Werke in Österreich und Ungarn beträgt mehr als 400.000 m3.

Für die Bioethanolherstellung in Österreich können Weizen, Mais und Triticale als Rohstoffe eingesetzt werden. Neben Bioethanol werden jährlich bis zu 190.000 Tonnen hochwertiges Eiweißfuttermittel ("ActiProt") erzeugt. Die Rohstoffe kamen im Geschäftsjahr 2009|10 zum Großteil aus österreichischem Anbau. Die Gesamtverarbeitung lag bei rund 470.000 (Vorjahr 311.000) Tonnen mit einem Verhältnis von Weizen und Triticale zu Mais von etwa 3:1. Für die Ernte 2010 wurden Anbauverträge für Ethanolweizen sowie Ethanoltriticale in einem Ausmaß von 160.000 Tonnen angeboten. Im Unterschied zum bisherigen Vertragsmodell gibt es eine Übernahmegarantie, jedoch keine an die Börsennotierung gebundene Preisfestsetzung.

Die ungarische Ethanolproduktion ist Teil einer Stärkefabrik, die Mais zu Stärke, Isoglukose und Bioethanol verarbeitet. Während der Ernte wird erntefrischer, sogenannter Nassmais verwendet. Nebenprodukte sind Maiskeime für Pflanzenölprodukte sowie Maiskleber und Maiskraftfutter für die Tierfütterung.

Geschäftsentwicklung

Der Absatz von Bioethanol (konsolidiert Österreich und 50 %-Anteil Ungarn) stieg um rund 74.000 m auf 294.000 m. Der Großteil wurde in Österreich verkauft. Die höhere Verarbeitungsleistung schlug sich auch im Verkauf des Eiweißfuttermittels "ActiProt" nieder. Dieser erhöhte sich um rund 71.300 Tonnen auf rund 153.500 (Vorjahr: 82.200) Tonnen.

SEGMENT FRUCHT

Grafik
--------
2009 10 2008109 2007108
Umsatzerlöse (in $m \in \mathbb{R}$ ) 805.9 804.4 852.5
Operatives Ergebnis (in $m \in \mathbb{R}$ ) 35.7 $-5.5$ 43,5
Investition in Sachanlagen und immaterielle 26,1 30.6 42.9
Vermögenswerte (in $m \in$ )
Veränderung
SEGMENT-KENNZAHLEN 2009 10 2008 09 in $%$
Umsatzerlöse m€ 805,9 804,4 0,2
Operatives Ergebnis m€l 35. $-5,5$ >100
Operative Marge % $-4.$ neg.
Investitionen in Sachanlagen und m€l 26,1 30,6 $-14,6$
immaterielle Vermögenswerte 1

Sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht hält mittelbar die AGRANA J&F Holding GmbH. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S., deren Firmensitz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009|10 von Paris an den Standort der AGRANA Fruit France in Mitry-Mory|Frankreich verlegt wurde. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert als Holding die AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Marktumfeld

Marktforschungsdaten zeigten im Jahr 2009 eine Stagnation der Nachfrage nach Fruchtjoghurt. Ab dem dritten Kalenderquartal 2009 kam es zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Erholung und zu einem moderaten Wachstum. Gestützt auf kontinuierliche Marketingaktivitäten der Markenartikelanbieter hat sich die Nachfrage nach Fruchtjoghurt in Europa gefestigt. In den USA führte dies zu einem leichten Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauches, der allerdings im Vergleich zu Europa auf einem niedrigeren Niveau liegt.

Durch die erhöhte Preissensibilität der Konsumenten verlagerte sich die Nachfrage im Jahr 2009 sowohl bei Markenartikeln als auch bei Handelsmarken zu preisgünstigeren Produkten und Aktionsware. Dieser Tendenz wirkte jedoch der Trend des Upgradings zu höherwertigen und höherpreisigen Produkten entgegen. Im Mix der Marken ging der Konsumententrend hin zu höherpreisigen probiotischen Fruchtjoghurts und Bio-Produkten. In der Molkereiindustrie ist wieder vermehrt Interesse an Neuentwicklungen und Produktinnovationen spürbar, um neue Kaufimpulse zu setzen.

Im Konzentratgeschäft gab es in einigen Fällen Marktverschiebungen von 100%-igem Fruchtsaft zu Fruchtsaftnektar, Fruchtsaftgetränken und aromatisiertem Wasser mit sehr geringem Fruchtsaftgehalt. Der Preisdruck im Handelsgeschäft verstärkte sich durch Marktanteilsgewinne der Discounter von bis zu 2 % zusätzlich.

Nach den Turbulenzen des Vorjahres und zu Beginn des Geschäftsjahres 2009|10 haben sich die Marktpreise für Fruchtsaftkonzentrate gegen Ende des ersten Halbjahres 2009|10 auf niedrigem Niveau stabilisiert. Trotz der niedrigen Preisniveaus war der Konsum rückläufig. Dies führte zu einem sehr vorsichtigen Einkaufsverhalten großer Abfüller und zu einem Absatzrückgang in den GUS-Märkten um 15 – 20 %. Aufgrund des tiefen europäischen Apfelsaftkonzentratpreises

reduzierte sich der Import aus China deutlich. Darüber hinaus war trotz einer guten chinesischen Apfelernte die Verfügbarkeit von Pressobst limitiert und die chinesischen Rohstoffpreise lagen im Saisonschnitt sogar um 10 % über dem allerdings historisch tiefen europäischen Apfelpreisniveau. Infolge der höheren Rohstoffkosten und des Einfuhrzolls in die EU war chinesisches Apfelsaftkonzentrat von September 2009 bis Februar 2010 am europäischen Markt kaum wettbewerbsfähig.

Eine leichte Erholung im Konzentratmarkt ist seit Jänner 2010 spürbar. Die geringeren Importmengen an chinesischem Apfelsaftkonzentrat könnten eine Unterstützung für den Preisanstieg für europäisches Konzentrat sein.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren- sowie Eiscremeindustrie mit einem Marktanteil von rund 37 %. Insgesamt betreibt AGRANA 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 19 Ländern.

AGRANA wird ihre Präsenz im Laufe des Geschäftsjahres 2010|11 im Mittleren Osten und Afrika, zusätzlich zu den bereits bestehenden Produktionsstandorten in der Türkei und Südafrika, durch ein Werk in Ägypten ausbauen. Gemeinsam mit dem ägyptischen Unternehmen Nile Fruits sollen im Rahmen eines Joint Ventures, bei dem AGRANA einen Anteil von 51 % hält, die Märkte im nordafrikanischen und arabischen Raum ausgebaut werden.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa. Durch die im Jahr 2006 begonnene strategische Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Yantai North Andre ist AGRANA operativ mit zwei 50 %-Joint Venture-Fabriken in der größten Apfelanbauregion der Welt tätig. Die beiden Produktionsstätten in Xianyang (Provinz Shaanxi) und Yongji (Provinz Shanxi) zeichneten sich durch eine gute Rohstoffversorgung aus.

Die Hauptabsatzmärkte für "süßes" chinesisches Apfelsaftkonzentrat mit einem niedrigen Säuregrad sind USA, Russland, Japan und Europa. Süßes Apfelsaftkonzentrat dient auch als Basis für Fruchtsaftgetränke und wird in vielen Rezepturen und Mischungen verwendet. Die europäischen Konzentratstandorte produzieren hauptsächlich Apfelsaftkonzentrat mit höherem Säuregrad zur Herstellung von 100 % Apfelsäften und Apfelschorlen. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA auch Beeren zu Buntsaftkonzentraten für den europäischen und internationalen Markt.

INVESTITIONEN

Die Investitionen im Segment Frucht in Höhe von 26,1 (Vorjahr 30,6) m galten neben Erhaltungsmaßnahmen an den Produktionsanlagen für Fruchtzubereitungen einer Produktionslinie für backfeste Fruchtzubereitungen in den USA. Neben der Erweiterung des Tiefkühllagers in Argentinien begann im vierten Quartal 2009|10 der Transfer einer Produktionslinie aus dem geschlossenen Standort in Tschechien. Die Erweiterung des russischen Standortes in Serpuchov erfolgte im Geschäftsjahr 2009|10 mit der Installation der fünften Produktionslinie. Im Rahmen der vollständigen SAP-Ausrollung innerhalb der AGRANA Fruit kam es zur Anbindung der Standorte in Mexiko und Polen; das Programm wird an weiteren AGRANA Fruit Standorten im nächsten Geschäftsjahr fortgesetzt. Bei AGRANA Juice betrafen die Investitionen vorwiegend effizienzsteigernde Maßnahmen im Produktionsbereich.

ROHSTOFF UND ERNTE

Die Preisentwicklung bei Früchten der Ernte 2009 war durch eine rezessionsbedingt schwache Nachfrage geprägt. Zusammen mit deutlichen Übermengen aus dem Vorjahr bewirkte dies ein niedrigeres Preisniveau. Die globale Einkaufsgesellschaft der AGRANA Fruit bewährte sich in der zentralen Koordination und Abwicklung des Früchteeinkaufs. Ziel ist eine verstärkte Eigenversorgung mit Früchten aus Tiefkühlwerken in Ländern wie Mexiko, Marokko, Argentinien und Polen sowie die enge Zusammenarbeit mit Exklusivlieferanten für die wichtigsten Früchte und Produktionsstätten weltweit.

Für das Geschäftsjahr 2010|11 erwartet AGRANA für Fruchtzubereitungen steigende Einkaufsmengen und generell ein Ansteigen der Fruchtpreise aufgrund folgender Faktoren: teilweise Reduktion der Anbauflächen wegen des geringen Preisniveaus im letzten Jahr sowie Erwartung einer geringeren Mengenverfügbarkeit infolge des witterungsbedingt späten Erntebeginns in Marokko und Mexiko. Chile gilt als einer der Hauptlieferanten für Himbeeren, Brombeeren und kultivierte Heidelbeeren. Die Lieferungen nach Europa und in die USA sind nach dem Erdbeben im Februar 2010 deutlich eingeschränkt.

AGRANA gelang es dank einer guten europäischen Apfel- und Beerenernte, die insgesamt zwölf Fabriken in hohem Maße auszulasten. In den Hauptanbaugebieten herrschten durchwegs günstige Witterungsbedingungen ohne Fröste. Die Beerenverarbeitung lief von Juni bis Anfang September 2009. Die Apfelkampagnen in Europa und China begannen Mitte August und wurden im Dezember 2009 abgeschlossen.

Obwohl die europäische Apfelernte mit rund 11 Mio. Tonnen um rund 5 % geringer als im Rekordjahr 2008 ausfiel und die Rohstoffpreise unter dem Vorjahr lagen, gelang es AGRANA Juice, durch gezielte Anpassungen der Einkaufsstrategie in den jeweiligen Ländern die erforderlichen Mengen einzukaufen. Der milde Herbst sorgte für eine überdurchschnittliche Qualität der Verarbeitungsäpfel. Erstmalig wurde in Ungarn Apfelsaftkonzentrat aus biologischem Anbau erzeugt. Durch die ab 1. Juli 2010 gültige Kennzeichnungspflicht im Rahmen der EU-Bio-Verordnung ist entsprechender Bedarf zu erwarten. Daher ist für das Geschäftsjahr 2010|11 eine Ausweitung der Produktpalette und der Mengen an biologisch produzierten Fruchtsaftkonzentraten geplant.

Trotz einer prognostizierten Rekordernte von rund 32 Mio. Tonnen Äpfel verringerte sich in China das Apfelangebot für die industrielle Verarbeitung durch eine höhere Nachfrage für den Frischmarkt. Die Erträge der Apfelernte 2009 lagen über dem Vorjahr. Schätzungen zufolge betrug die gesamte chinesische Produktionsmenge an Apfelsaftkonzentrat für das Jahr 2009 rund 65 % des Rekordjahres 2008.

Im Bereich der roten Beeren war es trotz reduzierter Rohwarenpreise möglich, die erforderlichen Mengen hauptsächlich in Polen, Dänemark, Ungarn und der Ukraine einzukaufen.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Im Bereich Fruchtzubereitungen kam es im Geschäftsjahr 2009|10 zu einem leichten Mengenwachstum über sämtliche Regionen hinweg. AGRANA konnte insgesamt den Marktanteil ausbauen. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem die konsequente Weiterentwicklung des Qualitäts- und Serviceniveaus. Dies wirkte sich positiv auf die Absatzsituation in den Regionen West- und Osteuropas sowie im asiatischen und pazifischen Raum aus. In Russland und in der Ukraine konnte AGRANA trotz des volkswirtschaftlichen Abschwungs im Jahr 2009 deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse erzielen. Auch in China und Südkorea beschleunigte sich das Wachstum von AGRANA. Unterjährige Absatzschwankungen waren in Lateinamerika (speziell in Argentinien und Mexiko) zu registrieren. In sehr wettbewerbsintensiven Märkten, wie Deutschland oder USA, konnte sich AGRANA im Laufe des Geschäftsjahres 2009|10 dank innovativer Produkte und intensivierter Marktbearbeitung gut behaupten.

Den niedrigeren Verkaufspreisen für Fruchtzubereitungen konnte AGRANA durch Effizienzsteigerungen im Einkauf, in der internen Struktur sowie bei den innerbetrieblichen Abläufen erfolgreich entgegenwirken. Die Standardisierung von Prozessen und Nutzung

segmentübergreifender Synergien soll auch zukünftig dazu beitragen, die Ertragslage weiter zu verbessern.

Seit dem vierten Kalenderquartal 2009 ist von Kundenseite wieder vermehrt Interesse an Innovationen spürbar. Beispiele dafür sind Konzepte im Zusammenhang mit Gewichtsmanagement, Natürlichkeit, funktionalem Zusatznutzen und Kinderprodukten, aber auch neue Fruchtzubereitungen unter Zusatz von Schokoprodukten und Cerealien. In den USA werden zukünftig auch Fruchtzubereitungen für Backwarenprodukte produziert.

Gestiegene Absatzvolumina bei Fruchtsaftkonzentraten konnten die niedrigeren Verkaufspreise mehr als ausgleichen. In den großen westeuropäischen Märkten (Deutschland und Großbritannien) für Fruchtsaftkonzentrate gelang es AGRANA, die Absätze stabil zu halten. Der drastische Preisverfall folgte den deutlich niedrigeren Rohstoffpreisen der Ernte 2008. Die Preise für Apfelsaftkonzentrat lagen im Durchschnitt ein Drittel unter dem Vorjahresniveau, wobei im zweiten Halbjahr 2009|10 eine Stabilisierung erfolgte. Ab Jänner 2010 verzeichnete AGRANA einen leichten Preisanstieg, den eine rege Nachfrage und limitierte Verfügbarkeit von Konzentratmengen ausgelöst hatte. Durch den Abschluss von Jahreskontrakten mit großen Fruchtsaftabfüllern wurde der Großteil der Produktion von Apfelsaftkonzentrat bereits während der Kampagne vertraglich abgesichert.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2009|10 ihr Kundenportfolio verbreitert und neue Absatzregionen erschlossen, um die Abhängigkeit von den hochkompetitiven zentral- und westeuropäischen Märkten zu verringern und Preisschwankungen besser ausgleichen zu können. Bis Ende 2009 wurden Reorganisationsmaßnahmen nach den Lean-Prinzipien an allen europäischen Produktionsstandorten erfolgreich umgesetzt. Mit der Optimierung der Produktionskosten soll die Wettbewerbsfähigkeit gesichert und gesteigert werden.

Ein Großteil der AGRANA Juice Produktionsstätten liegt in den osteuropäischen Rohstoffgebieten (Ungarn, Polen, Ukraine, Rumänien). Im Geschäftsjahr 2009|10 halfen Kurssicherungen und stärkere Zloty- und Forintkurse gegenüber dem Euro, einen erheblichen Teil der im vorangegangenen Geschäftsjahr 2008|09 verbuchten Fremdwährungsverluste wieder auszugleichen.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

Ein integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie von AGRANA ist gelebte Nachhaltigkeit. Sie beginnt lange vor der industriellen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe schon mit deren Beschaffung. Seit vielen Jahren legt AGRANA im Rahmen von Vertragsanbau Augenmerk auf die beratende Unterstützung landwirtschaftlicher Produzenten, um Nahrungsmittelsicherheit, Qualitätssteuerung und die lückenlose Rückverfolgbarkeit in der Produktionskette sicherzustellen, was vor allem im zunehmend wichtig werdenden Bio-Bereich von besonderer Bedeutung ist. Darüber hinaus verpflichtet sich AGRANA durch eine möglichst geschlossene Kreislaufwirtschaft, die Nutzung von Nebenprodukten, die Anwendung modernster umweltschonender Technologien und die Einhaltung sozialer Standards zu nachhaltigem Wirtschaften und ressourcenschonendem Umgang mit der Natur.

Beschaffung von Bio-Rohstoffen im Segment Frucht

Das besonders in Österreich und Deutschland wachsende Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit spiegelt sich vermehrt im Sortiment der Supermärkte wider. Der Trend zu natürlichen Fruchtjoghurts aus biologischer Landwirtschaft stellt sowohl an die Hersteller von Fruchtzubereitungen als auch an die weiterverarbeitende Molkereiwirtschaft hohe Anforderungen hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit von Zutaten. Wurden für die Produktion von Fruchtzubereitungen bisher vor allem qualitative Anforderungen an die Rohwaren gestellt, gewinnen zunehmend auch ökologische und soziale Aspekte ihrer Kultivierung und weiteren Verarbeitung an Bedeutung.

Um Beschaffungssynergien besser steuer- und nutzbar zu machen, wurde der Einkauf von Früchten 2007 von den lokalen Produktionsstandorten zentral in die Verantwortung der AGRANA Fruit Services GmbH übertragen. Sie ist die weltweit in allen wesentlichen Fruchtanbauregionen tätige Fruchteinkaufsorganisation der AGRANA Fruit.

Um ökonomische, ökologische, aber auch soziale Aspekte in der Rückverfolgbarkeitskette optimieren zu können, betreibt AGRANA in Argentinien, Marokko, Mexiko, Polen und der Ukraine eigene Verarbeitungsanlagen der ersten Stufe, in denen die erntefrischen Früchte sortiert, geputzt und tiefgekühlt werden. Außerdem strebt das Unternehmen vor allem auch im Bereich von Bio-Rohwaren strategische Allianzen mit Fruchtproduzenten an. Der direkte Bezug durch Vertragsanbau und Exklusivliefervereinbarungen ermöglicht eine noch lückenlosere Rückverfolgbarkeit und bietet durch die intensivere Kooperation mit den Fruchtproduzenten den Vorteil, noch gezielter auf die Bedürfnisse der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie eingehen zu können.

Die Herstellung von Fruchtzubereitungen für den Einsatz in 100 % natürlichen Bio-Fruchtjoghurts stellt dabei besonders hohe Anforderungen an alle Produktionsstufen – vom Anbau der Rohstoffe bis zu deren schonender Verarbeitung. Es dürfen weder Aromen noch Konservierungs- oder Farbstoffe zum Einsatz kommen. Gleichzeitig muss aber ein immer gleichbleibend intensiver Geschmacksstandard gewährleistet werden. Der vom Endkunden erwartete unveränderte Erdbeergeschmack eines Bio-Erdbeerjoghurts lässt sich aufgrund unterschiedlicher Witterungsbedingungen, Erntezeiten und Bezugsquellen nur durch die Verwendung und Mischung verschiedener Erdbeervarietäten erzielen.

Um die geschmacksintensivsten und qualitativ am besten geeigneten Varietäten für die Produktion im europäischen Raum auszuwählen, startete AGRANA im Jahr 2009 in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur in Wien und der Technischen Universität Wien ein Projekt zur

Sortenselektion. Bis 2012 werden die geschmacksintensivsten Erdbeersorten ausgewählt und für den großflächigen Einsatz in Kooperationen mit Bio-Erdbeerproduzenten kultiviert.

AGRANA hat Anfang 2010 eine Zusammenarbeit mit Bio-Bauern in Polen aufgenommen. Ziel ist die Sicherung der künftigen Rohstoffbasis in geschmackintensivster Bio-Qualität. Im Rahmen der Vertragsvereinbarungen unterstützt AGRANA die teilnehmenden Bio-Bauern durch die Bereitstellung von Erdbeerpflanzen und Know-how in der Pflanzenpflege. Die auf diese Weise produzierten Früchte werden direkt im AGRANA-Werk in Ostroleka|Polen für den Einsatz in AGRANA-Bio-Erdbeerzubereitungen entweder gefroren oder aseptisch weiterverarbeitet.

Nachhaltigkeit durch Nebenproduktnutzung

Ein wesentlicher Aspekt unternehmerischer Verantwortung ist Nachhaltigkeit aus ökologischer Sicht. AGRANA, als energieintensives Industrieunternehmen, engagiert sich in dieser Frage seit Jahren. Im Sinn der Kreislaufwirtschaft werden aus ausgewählten landwirtschaftlichen Rohstoffen neben den bekannten hochqualitativen Lebensmitteln bzw. Vorprodukten für die weiterverarbeitende Industrie auch wertvolle Nebenprodukte gewonnen. Sie finden in der Lebensmittelindustrie, als Futtermittel und als Düngemittel oder auch in der Energiegewinnung Verwendung. Hierbei kommt es zu einer annähernd vollständigen Verwertung der landwirtschaftlichen Rohstoffe und durch die damit erreichte Reduktion von Abfällen zu einer Verringerung von Umweltbelastungen.

Der mengenmäßige Schwerpunkt der Nebenproduktnutzung liegt rohstoff- und prozessbedingt in den Segmenten Zucker und Stärke, wobei auch im Segment Frucht anfallende Nebenprodukte verwertet werden.

SEGMENT ZUCKER

Rübenschnitzel

Die im Extraktionsturm ausgelaugten Schnitzel enthalten noch für die Tierfütterung wertvolle Nährstoffe. Neben einem Restgehalt an Zucker sind dies Eiweiß, Rohfaser und Mineralstoffe. Die Schnitzel eignen sich hervorragend zur Fütterung von Wiederkäuern. Rübenschnitzel werden gepresst, getrocknet, melassiert und pelletiert angeboten. Neben der Verwendung als Futtermittel

kommen Rübenschnitzel in der Gewinnung von Biogas zum Einsatz, das einen Teil des für die Energieerzeugung benötigten Erdgases ersetzt.

Melasse

Melasse ist der dickflüssige Saft, der in der letzten Stufe der Zuckerproduktion, der Zentrifugation, anfällt. Melasse enthält noch ca. 50 % Zucker und ebenso wie Rübenschnitzel Eiweiß und Mineralstoffe. Sie wird in dieser Form als Futtermittel oder auch zu Fermentationszwecken eingesetzt. Den in der Melasse enthaltenen Zucker kann man auch in einem weiteren Verfahrensschritt (Chromatographie) abtrennen. Die so erhaltene Restmelasse mit nur noch 25 % Zucker wird dann hauptsächlich zur Melassierung von Rübenschnitzeln verwendet und gelangt somit ebenfalls in die Futterkette.

Rübenhausgrün

Das sogenannte Rübenhausgrün besteht aus Rübenspitzeln und Blattresten. Es wird bei der Vorwäsche der Zuckerrüben abgetrennt, mechanisch entwässert und direkt verkauft. Hauptabnehmer sind hier Biogasanlagen, die das Rübenhausgrün als nachwachsenden Rohstoff zur Energiegewinnung nutzen. Daneben verwendet man Rübenhausgrün auch als Futtermittel.

Carbokalk

Carbokalk ist ein hochwertiger Kalkdünger mit vielen Nährstoffen, der bei der Saftreinigung anfällt. Dieser Dünger wird an die Landwirtschaft zur Bodenverbesserung verkauft.

SEGMENT STÄRKE

Im Segment Stärke ist aufgrund der unterschiedlichen landwirtschaftlichen Rohstoffe (Kartoffel, Mais, Weizen, Triticale) die breiteste Palette an Nebenprodukten zu finden.

Maiskeime

Maiskeime sind ein Nebenprodukt der Maisstärkeherstellung. Aufgrund des hohen Gehalts an wertvollem Maiskeimöl werden sie in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie zur Öl-Gewinnung eingesetzt.

DDGS (Distillers Dried Grains with Solubles)

Als Kuppelprodukt der Bioethanolproduktion wird DDGS, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, aus Mais, Weizen, Triticale und Zuckerrübendicksaft erzeugt. Dieses Futtermittel, das AGRANA unter dem Markennamen "ActiProt" erfolgreich vertreibt, leistet einen wichtigen Beitrag zur ökologischen und ökonomischen Gesamtbilanz der Bioethanolerzeugung. Es substituiert rund ein Viertel der österreichischen Soja-Futtermittelimporte aus Übersee. "ActiProt" wird vorwiegend als Protein-Einzelfuttermittel für Wiederkäuer und Monogastriden (Säuger mit nur einem Magen, wie z. B. Schwein) verwendet.

Maiskleber

Maiskleber gewinnt man in einem schonenden Prozess als Nebenprodukt der Maisstärkegewinnung. Er weist neben dem wertbestimmenden Proteinanteil einen hohen Gehalt an Xanthophyll auf. Dieses Einzelfuttermittel, das auch in Bio-Qualität erhältlich ist, wird vorwiegend in definierten Mischfuttermittelrezepturen für Wiederkäuer und Monogastriden eingesetzt.

Maiskleberfutter

Maiskleberfutter, ebenfalls ein Nebenprodukt aus der Maisstärkegewinnung, besteht aus einer Mischung aus Maisquellwasser (Hauptanteil: löslicher Maiskleber), Maisschalen und Maisfeinfraktionen (z.B. Maisbruch). Maiskleber findet als Einzelfuttermittel vorwiegend in definierten Mischfuttermittelrezepturen für Wiederkäuer und Monogastriden Verwendung.

Kartoffeleiweiß wird durch einen speziellen thermischen Prozess (Koagulation) aus dem bei der Kartoffelstärkegewinnung anfallenden Fruchtwasser gewonnen und anschließend schonend getrocknet. Kartoffeleiweiß ist aufgrund seines Gehaltes an verdaulichem Rohprotein sowie der biologischen Wertigkeit (hoher Gehalt an limitierenden Aminosäuren Lysin, Methionin, Cystin und Cystein) ein Eiweißträger von höchster Qualität und ist daher als Futtermittel für alle Nutztierarten geeignet. Kartoffeleiweiß gibt es auch in Bio-Qualität.

Kartoffelpülpe

Kartoffelpülpe, die aus der abgepressten Zellsubstanz von Kartoffeln besteht, ist ein weiteres Nebenprodukt der Kartoffelstärkegewinnung und wird als Einzelfuttermittel vor allem direkt an Landwirte abgegeben.

Kartoffelrestfruchtwasser

Kartoffelrestfruchtwasserkonzentrat ist eingedicktes Restfruchtwasser von Kartoffeln, das im Zuge der Kartoffelstärkegewinnung anfällt. Als ein besonders eiweiß- bzw. stickstoff- und mineralstoffreicher organischer Volldünger wird es in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gemüse-, Obst- und Gartenbau verwendet.

Bio-Agenasol

Bio-Agenasol ist ein organischer Dünger, der aus Trockenschlempe aus der Alkoholgewinnung und aus Restmelasse besteht.

SEGMENT FRUCHT

Trester

Im Segment Frucht fällt als nennenswertes Nebenprodukt Trester aus der Saftkonzentratgewinnung an. Er dient zur Pektingewinnung in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie, als Futtermittel oder zur thermischen Nutzung.

Corporate Social Responsibility

AGRANA ist als Industrieunternehmen mit globaler Präsenz bestrebt, ihre gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) in allen Bereichen bestmöglich wahrzunehmen. Der Einklang zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung, ein Kern von Corporate Social Responsibility, ist für AGRANA ein wichtiger Grundsatz.

Beispiele für das Engagement von AGRANA im Bereich sozialer Verantwortung reichen von der Mitwirkung an der Herstellung von Fair Trade Produkten über zahlreiche Projekte im Sozialbereich und die Unterstützung karitativer Projekte rund um den Globus bis zum Kultursponsoring.

Nachhaltige Entwicklung und verantwortliches unternehmerisches Handeln in ökonomischen und ökologischen Belangen bis hin zu sozialer Verantwortung sind auch die Grundlagen von SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange). SEDEX ist eine Organisation für Unternehmen, die sich zu einer kontinuierlichen Verbesserung ihres ethisch-sozialen Verhaltens bekennen und dieses auch entlang ihrer Lieferkette vorantreiben. Mit dem Beitritt zu SEDEX im Jahr 2009 verfolgt AGRANA das Ziel, ihren Kunden maximale Transparenz in Sachen Corporate Social Responsibility zu bieten.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

AGRANA verfolgt in einem hochkompetitiven Marktumfeld das strategische Ziel, sich durch Produktinnovationen vom Mitbewerb zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA laufend neue Rezepturen, Spezialprodukte und innovative Anwendungsmöglichkeiten für bestehende Produkte. Für den Stärkebereich kam es zum Beispiel zur Marktreife eines Verdickersystems für Dispersionsfarben. Eine Innovation bei Fruchtzubereitungen lag im Bereich von Fruchtfüllungen für Schokolade- und Molkereiprodukte. Dies trägt wesentlich zum langfristigen Erfolg von AGRANA und deren Kunden bei und wird auch in Zukunft Bestandteil der nachhaltigen Unternehmensstrategie sein.

Um diese Strategie umzusetzen und das umfassende Entwicklungs-Know-how ständig weiter auszubauen, unterhält AGRANA mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Diese sind für Zucker und Stärke schwerpunktmäßig bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Das Leistungsangebot reicht von der Hilfestellung für den landwirtschaftlichen Sektor über die Lebensmittel-, Zucker- und Stärketechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Im Fruchtzubereitungsbereich ist die zentrale Forschung und Entwicklung im Innovations- und Kompetenzzentrum in Gleisdorf|Österreich und im Innovationszentrum in Brecksville|USA zusammengefasst. Aufgaben der beiden Forschungszentren sind die Entwicklung von Produkten und neuen Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Ziel ist es, den international tätigen Kunden der AGRANA marktnahe Lösungen zu präsentieren. Dabei konzentriert sich das Innovationszentrum Brecksville vornehmlich auf die speziellen Marktbedürfnisse des US-amerikanischen Raumes. Unterstützt werden die beiden Innovationszentren von der zentralen Marktentwicklungsabteilung in Mitry-Mory|Frankreich.

Im Geschäftsjahr 2009|10 investierte AGRANA rund 13,3 (Vorjahr 12,5) m in Forschung und Entwicklung. Gemessen am Konzernumsatz entsprach dies einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 0,67 % (Vorjahr 0,62 %). Innerhalb der AGRANA-Gruppe waren 287 (Vorjahr 195) Mitarbeiter mit Forschung und Produktentwicklung beschäftigt. Grafik

2009 10 2008109 2007108
F&E Aufwendungen - intern und extern (in $m \in$ ) 13.3 12.5 10.5
F&E-Quote: F&E-Aufwendungen gemessen am 0.67 0.62 0.56
Konzernumsatz (in $\%$ )

SEGMENT ZUCKER

Im Geschäftsjahr 2009|10 lag der Fokus der Forschungstätigkeit auf der industriellen Verarbeitung von länger gelagerten Zuckerrüben und deren Auswirkung auf die Verarbeitungsleistung der Zuckerwerke. In einem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft geförderten Projekt wurde die Reinigung der Rübensäfte untersucht und Maßnahmen zur besseren Filtrierbarkeit der Säfte wurden abgeleitet. AGRANA erhielt ein neues Patent für den Einsatz von natürlichen Biostabilisatoren als Silierhilfsmittel (zur Unterdrückung von Fehlgärungen in Silagen).

SEGMENT STÄRKE

Durch konsequente Produktentwicklung im Spezialitätenbereich in Kooperation mit den Kunden positioniert sich AGRANA erfolgreich auf dem Markt.

Im Lebensmittelsektor (Food) konzentrierte sich die Arbeit auf die Erforschung von speziellen Bindemitteln und Verdickern. Segmentübergreifende Synergien wurden genützt, um Stabilisatoren für Bio-Produkte und neue modifizierte Wachsmaisstärken für den Fruchtzubereitungsbereich weiter zu entwickeln und zu optimieren.

Die Entwicklung von Stärkeprodukten für technische Anwendungen im Bau-, Klebstoff- und Papierbereich (Non-Food) war im Geschäftsjahr 2009|10 ein wichtiger Forschungsbereich. Neben hoch derivatisierten Stärkeprodukten für den Einsatz in Putzen und Fliesenklebern wurde ein innovatives Verdickersystem für Dispersionsfarben vermarktungsreif gemacht. In der Verpackungsindustrie besteht Bedarf an maßgeschneiderten Klebstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. In Zusammenarbeit mit den Kunden, insbesondere im papierverarbeitenden Sektor, entstanden neue und intelligente Stärkeprodukte. Unter Nutzung moderner Untersuchungsmethoden wurden neue modifizierte Stärken als Fertigleime in der Flaschenetikettierung eingeführt. Im Bereich des Papierstrichs dienen innovative kaltwasserlösliche Stärkeprodukte als Latexersatz.

Bei der AGRANA-Bioethanolproduktion lag der Forschungsschwerpunkt auf der Suche und Auswahl geeigneter Hefestämme, um die Wirtschaftlichkeit des gesamten Ethanolprozesses zu erhöhen. Neue Rohstoffchargen und Hilfsstoffe erfordern eine vorausschauende Abschätzung der zu erwartenden Ausbeuten. Weitere erfolgreiche Fütterungsversuche an der Universität für Veterinärmedizin in Wien untermauerten die positiven Erfahrungen mit dem von AGRANA produzierten eiweißreichen Futtermittel "Actiprot".

Spezielle Kombinationen der Nebenprodukte aus der Zucker-, Stärke- und Bioethanolproduktion erlaubten die Entwicklung hochwertiger organischer Dünger mit Eignung für den Bio-Landbau.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2009|10 hatten die Forschungsaktivitäten bei Fruchtzubereitungen das Ziel der Marktdiversifikation. Mit dem Aufbau einer New Business Development-Abteilung sollen künftig Fruchtzubereitungen außerhalb der Milchindustrie entwickelt werden. AGRANA ist mit der Entwicklung einer neuen Technologie eine Innovation für den Bereich der Fruchtfüllungen für Schokolade- und Molkereiprodukte gelungen. Neben der Verwendung in Pralinen eignen sich die Fruchtzubereitungen auch für die Verwendung in Schokoladepartikeln für den Einsatz in Joghurt. Die große Herausforderung bei Fruchtfüllungen zur Verwendung in Schokoladeprodukten liegt in der Keimfreiheit (Aseptik) und Haltbarkeit der Fruchtzubereitung bei gleichzeitiger Geschmacksund Konsistenzerhaltung der frischen Früchte, die bisher nur durch hohen Alkohol- bzw. Zuckergehalt der Fruchtzubereitungen sichergestellt werden konnte.

Um der systematischen Verbesserung der Prozesse und Rezepturen Rechnung zu tragen, installierte AGRANA Fruit ein divisionsübergreifendes Ideen- und Wissensmanagement. Der Trend in Europa zu Frische und Natürlichkeit war dabei Forschungsschwerpunkt. Bei Einsatz der neuen Technologien zur Stabilisierung von Fruchtzubereitungen konnte die Auszeichnung als "clean label"-Produkt ohne Zusatzstoffe erlangt werden. Im amerikanischen Raum laufen derzeit Tests zur Prozess- und Lagerstabilität von funktionellen Substanzen im Endprodukt für Gesundheitskonzepte.

In Form einer umfassenden und systematischen Charakterisierung der 12 wichtigsten Früchte sind die sensorischen, technologischen sowie kommerziellen Informationen zu den einzelnen Fruchtsorten zusammengefasst.

Im Fruchtsaftkonzentratbereich hat AGRANA durch Weiterentwicklung der Produktionsprozesse von Beerensaftkonzentraten eine deutliche Verbesserung der Farbausbeute und Farbqualität im Konzentrat und damit eine Wertsteigerung erzielt. Im Rahmen der Nutzung von Produktionsnebenprodukten wie Trester und Kernen forschte AGRANA an der Herstellung von verschiedenen Kernölen und am Einsatz von Apfelfasern als natürliches Verdickungsmittel in der Lebensmittelproduktion. In Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen wurden der

gesundheitliche Nutzen und die Einsatzmöglichkeiten von Apfelpolyphenolen, welche während des Produktionsprozesses vom Saft abgetrennt werden, untersucht.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Grafik

2009110 2008109 2007108
Anzahl der Mitarbeiter 7.927 8.244 8.140
davon Segment Zucker 2.336 2.464 2.597
davon Segment Stärke 880 853 847
davon Segment Frucht 4.711 4.927 4.696

Im Geschäftsjahr 2009|10 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 7.927 (Vorjahr 8.244) Mitarbeiter. Davon waren 1.735 (Vorjahr 1.730) Mitarbeiter in Österreich und 6.192 (Vorjahr 6.514) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Grafik (Tortendiagramm mit %-Angaben)

Mitarbeiter pro Region 2009 10 In $%$ 2008 09 In $%$
Anzahl der Mitarbeiter 7.927 100,0% 8.244 100,0%
davon in Österreich 1.735 21.9% 1.730 21,0%
davon EU-27 (exkl. Österreich) 2.913 36,7% 3.094 37.5%
davon Sonstiges Europa 1.104 13,9% 1.211 14,7%
davon Restliche Welt 2.175 27.4% 2.209 26,8%

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wie folgt:

  • im Segment Zucker 2.336 (Vorjahr 2.464) Mitarbeiter
  • im Segment Stärke 880 (Vorjahr 853) Mitarbeiter und
  • im Segment Frucht 4.711 (Vorjahr 4.927) Mitarbeiter.

Trotz einer höheren Auslastung in allen Zuckerrübenfabriken und einer längeren Rübenverarbeitungssaison kam es im Segment Zucker zu einem Personalrückgang um durchschnittlich 128 Mitarbeiter. Im Rahmen einer Restrukturierung in den osteuropäischen Fabriken wurde in Rumänien S.C. Romana Prod s.r.l. mit der AGRANA Romania S.A. fusioniert und die ungarische Produktionsstätte der Instantina Hungaria Kft. nach Österreich transferiert. Infolge der Erweiterung des Stärkestandortes in Gmünd|Österreich sowie der Kapazitätserweiterungen im Bereich Bioethanol stieg der durchschnittliche Personalstand im Segment Stärke um 27 Mitarbeiter.

Der Rückgang im Segment Frucht um 216 Mitarbeiter ist im Bereich Fruchtzubereitungen auf Reorganisationsmaßnahmen zurückzuführen, wie der Werksschließung in Kaplice|Tschechien, den verringerten Einsatz von Saisonarbeitskräften in der Ukraine sowie von optimierten Arbeitsprozessen. Im Lauf des dritten Quartals 2009|10 erfolgte die Verlegung des Firmensitzes der Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. von Paris an den Standort der AGRANA Fruit France in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate verringerte sich die Mitarbeiteranzahl aufgrund von Restrukturierungen im Produktionsbereich in Polen, kürzeren Produktionskampagnen in China, der Zentralisierung der Logistik und des gesamten Verkaufsinnendienstes sowie durch die verstärkte Steuerung des Rechnungswesens und des Personalmanagements von Österreich aus.

Personalstrategie als langfristige Perspektive

Die Personalstrategie der AGRANA orientiert sich an dem langfristigen Ziel, den Unternehmenserfolg auch durch überdurchschnittliches Engagement aller Mitarbeiter sicherzustellen. Ihm dient die konsequente Fortführung von Entwicklungsmaßnahmen innerhalb der AGRANA-Gruppe mit gezielten Schwerpunkten für die entsprechenden Zielgruppen. Im Geschäftsjahr 2009|10 lag besonderes Augenmerk auf der Verbesserung von Arbeitsprozessen, einhergehend mit einer Steigerung der Effizienz sowie einer Verringerung von Produktivitätsverlusten. Die Optimierung von Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufen wird auch für das Geschäftsjahr 2010|11 einen Schwerpunkt des Personalmanagements darstellen.

Um die Umsetzung der strategischen Ziele zu unterstützen, existiert ein konzernweit implementiertes erfolgsabhängiges Entlohnungssystem für das Management. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen (wie zum Beispiel dem Ergebnis der Betriebstätigkeit) auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2009|10 waren rund 5 % aller Beschäftigten Teil dieses erfolgsorientierten Entlohnungssystems.

Die Personalstrategie für das Geschäftsjahr 2010|11 wird die intensiven Bemühungen um Qualifizierung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter fortführen. AGRANA bot im Geschäftsjahr 2009|10 insgesamt 60 Lehrlingen in Österreich und Deutschland eine Ausbildungsmöglichkeit – unter anderem als MaschinenbautechnikerIn, ProzessleittechnikerIn, ElektrobetriebstechnikerIn, ChemielabortechnikerIn, LebensmitteltechnikerIn und MechatronikerIn sowie auch als Informationstechnologie-TechnikerIn und Industriekaufmann/-frau.

Personalentwicklung und Weiterbildung in der AGRANA-Gruppe

Gezielte Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter und Führungskräfte standen auch im Geschäftsjahr 2009|10 im Vordergrund.

Der "Talent Development"-Prozess mit dem Ziel, konzernweit Schlüsselkräfte mit hoher Mobilität und Flexibilität entsprechend zu fördern und für neue Aufgaben zu qualifizieren, wurde weitergeführt. Hier lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Durchführung eines gemeinsamen Entwicklungsprogramms für eine Gruppe an Talenten. 50 Mitarbeiter aus rund 20 Ländern nahmen an dem 12-tägigen Trainingsprogramm teil. Neben verhaltensorientiertem Training zu den Themen strategische Orientierung, Markt- und Kundenorientierung, Innovation und Umgang mit Veränderungen und Teamführung lag der Schwerpunkt auf der Bearbeitung strategischer unternehmensrelevanter Projekte. Darüber hinaus fand ein kontinuierlicher Austausch mit dem AGRANA-Topmanagement statt. Im Geschäftsjahr 2010|11 wird der "Talent Development"-Prozess weitergeführt.

Im Segment Zucker sollen stetige Produktivitätsfortschritte abgesichert und die Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet werden. Organisationsoptimierungen mit dem Ziel der Vereinfachung und Automatisierung von Abläufen sind zur laufenden Aufgabe der Führungskräfte geworden. Hier kam es im Geschäftsjahr 2009|10 im Rahmen eines konzernweit laufenden Projekts zu weiteren Umsetzungsschritten im Verwaltungs- und Managementbereich. Ausbildungsschwerpunkte umfassten etwa Verbesserung des Kommunikationsverhaltens der Führungskräfte, Sprachkurse (Konzernsprache Englisch), Führungsseminare und IT-Schulungen in Österreich und Osteuropa oder Hygiene- und Qualitätssicherungsschulungen in Rumänien.

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen widmete sich die Personalentwicklung im Geschäftsjahr 2009|10 dem speziellen Fokus eines "Management Development Program". Sein Ziel ist die divisionsweite Weitergabe von Managementwissen. Eine weitere Divisionsinitiative ist das Projekt "Kick off the AGRANA way", bei dem die Vermittlung und Diskussion der Vision und Strategie von AGRANA Fruit sowie der Werte der AGRANA-Gruppe im Mittelpunkt stehen. Das Ziel, interne Nachbesetzungen zu fördern, wurde mit dem Anteil von 60 % an internen Besetzungen von Managementpositionen im Jahr 2009 erreicht. Weiters führte AGRANA Fruit im Geschäftsjahr 2009|10 erstmals eine Mitarbeiterbefragung an allen Standorten in der jeweiligen Landessprache durch. Die Beteiligungsrate lag bei erfreulichen 65 %. Nach Auswertung pro Standort und Region sowie für die gesamte Division wird der wertvolle Input der Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2010| 11 eine wesentliche Basis für Verbesserungen und Weiterentwicklungen auf allen Organisationsebenen sein. Das lokale Weiterbildungsangebot innerhalb der AGRANA Fruit umfasste Trainings in den Bereichen Kommunikation, Präsentationstechnik und Innovationsmanagement. Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwicklung und Implementierung eines Trainee-Programms in Osteuropa für die Bereiche Qualität, Innovation und Produktion mit dem Ziel, junge Mitarbeiter in Schlüsselbereichen für unternehmensweite Managementpositionen auszubilden.

Ein wichtiges Vorhaben im Bereich Fruchtsaftkonzentrate war die Harmonisierung der Administrationsprozesse innerhalb AGRANA Juice. Mit der erfolgreichen Einführung der Mitarbeitergespräche an allen Konzentratstandorten wurden die "Appraisal Interviews" auf sämtliche Arbeitnehmer ausgeweitet. Neben der Schulung von Führungskompetenz für angehende Führungskräfte hat AGRANA Juice individuell abgestimmte Entwicklungsmaßnahmen gefördert.

Die externen Aus- und Weiterbildungskosten wurden in diesem Geschäftsjahr erstmals konzernweit erfasst und beliefen sich auf rund 2,3 m, das entspricht rund 1,4 % der Lohn- und Gehaltssumme.

Gesundheit & Arbeitssicherheit

Im Rahmen des Gesundheitsförderungsprogramms "AGRANA-Fit" wurden in zahlreichen Niederlassungen weltweit unterschiedliche Maßnahmen gesetzt. Neben individuellen Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen können die Mitarbeiter an jährlichen Vorsorgeuntersuchungen im Unternehmen (wie zum Beispiel der Krebsvorsorgeuntersuchung) teilnehmen. Ziel ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie des Wohlbefindens. Abgesehen von den bestehenden sportlichen Aktivitäten wie Schitagen, Fußballturnieren oder Wirbelsäulengymnastik gelang es, Laufbegeisterte für die Teilnahme am jährlichen Wien Energie Business Run zu motivieren. AGRANA war im September 2009 mit insgesamt 24 Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen am Start.

In der Arbeitssicherheit kam es zur Erweiterung des im Zuckerbereich eingesetzten Onlinetools. Im Rahmen des Projektes "Weitwinkel" beschäftigte sich AGRANA zudem mit der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung jüngerer Arbeitnehmer (Lehrlinge), der Unterstützung und Stärkung der Risikowahrnehmung und der Förderung und Schulung der Sicherheitskompetenz. Es wurden im Geschäftsjahr 2009|10 regelmäßig Weiterbildungen und Checks in den Bereichen Brandschutz, Gefahrenanalyse, Hygiene und Gesundheit fortgeführt.

RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM

Im Rahmen der globalen Geschäftstätigkeit ist die AGRANA-Gruppe unterschiedlichsten internen und externen Risiken ausgesetzt. Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zu seiner Verantwortung in der Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender Risiken. Unterstützt wird er dabei von einem Risikomanagementteam, das gemeinsam mit Experten der jeweiligen Segmente und Funktionen alle für AGRANA relevanten Risiken und Chancen evaluiert und mögliche Maßnahmen definiert. Zumindest zweimal im Geschäftjahr wird dieser Risikokatalog aktualisiert und an den Vorstand und den Prüfungsausschuss der AGRANA Bericht erstattet.

Um bei etwaigen zukünftig eintreffenden Krisen gewappnet zu sein und raschest und koordiniert zu agieren, wurde beschlossen, dass jede Gesellschaft ein sogenanntes "Risk Management Core Team" zu benennen hat. Im "Crisis Management Handbook" ist festgelegt, aus welchen Mitgliedern das "Crisis Management Team" zu bestehen hat, welche Handlungen zu setzen sind und wie die Kommunikation nach innen und außen zu geschehen hat.

Als zentrale, unabhängige Kontrolleinheit ist das in der Abteilung Corporate Controlling organisatorisch verankerte Risikocontrolling für das strategische Beteiligungscontrolling und operative Risikocontrolling verantwortlich, das den Vorstand bei der Entscheidung über die Risikopolitik unterstützt. Die Abteilung berichtet in regelmäßigen Abständen an den Vorstand, der die aktuelle Risikosituation unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und der entsprechenden Risikolimits beurteilt. Des Weiteren ist diese Abteilung für die konzernweite Entwicklung und Implementierung der Methoden der Risiko- und Ertragsmessung, die laufende Weiterentwicklung und Verfeinerung der Steuerungsinstrumente und die Entwicklung und Wartung der grundsätzlichen Richtlinien zuständig. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher.

Risikopolitik

Die Grundsätze der wertorientierten Unternehmensführung bei AGRANA zielen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken ab. Ziel des wertorientierten Führungssystems bei AGRANA ist ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken, um die vorhandenen Ressourcen des Unternehmens möglichst effizient im Hinblick auf die mittel- und langfristigen strategischen Ziele des Unternehmens einsetzen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt AGRANA ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling und der Einsatz effizienter Kontroll- und Berichtssysteme prägen die Risikokultur der AGRANA. Grundsätzlich ist AGRANA bereit, Risiken zu tragen, die im Zusammenhang mit der Kernkompetenz des Unternehmens stehen. Jene Risiken, die nicht auf ein vertretbares Maß gemindert oder auf Dritte übertragen werden können, werden – wenn möglich – vermieden. Risiken, die sich weder auf Kern- noch auf Unterstützungsprozesse beziehen, werden grundsätzlich nicht eingegangen.

Derivative Instrumentarien sind nur zur Absicherung von Grundgeschäften erlaubt. Deren Einsatz zu Spekulationszwecken ist ausdrücklich verboten. Durch Richtlinien, Limits, laufende Kontrolle und Berichte an den Vorstand wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Das Risikomanagement verfolgt das Ziel, Chancen und Risiken vorzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu treffen, sodass die Zielabweichungen auf ein Minimum beschränkt werden.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Auswirkungen wird ab Seite 11 im Segment Zucker im Detail berichtet.

Richtlinie für erneuerbare Energien

Wesentlich für den Bereich Bioethanol ist die seit 2007 geltende Mindestbeimischung von Bioethanol zum Benzin. Ein Wegfall oder eine Verminderung der Beimischungsmenge würde das Geschäftsmodell des Bereiches Bioethanol wesentlich negativ beeinflussen. Öffentliche Diskussionen und Gesetzesinitiativen zu diesem Thema werden genauestens beobachtet und analysiert und durch das Risikomanagement bewertet.

Operative Risiken

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA operativen Einzelrisiken ausgesetzt, die ihre Ursachen in der spezifischen Geschäftstätigkeit der AGRANA haben und die Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinträchtigen können.

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Rohstoffe Beschaffungsrisiken ausgesetzt, was einerseits dazu führt, dass landwirtschaftliche Rohwaren unter Umständen witterungsbedingt in zu geringer Menge verfügbar sind. Andererseits können diese Rohstoffe Preisschwankungen unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können. Diese Risiken betreffen vor allen das Segment Stärke.

Bei der Produktion von Bioethanol sind die Rohstoffkosten (vor allem Mais und Weizen) wesentliche Einflussgrößen auf die Kostenstruktur. Die Strategie ist es, einen möglichst großen Teil – zumindest für die eingegangenen Bioethanollieferverpflichtungen – des geplanten Bedarfes durch physische Lieferkontrakte abzudecken. Für den nicht durch Lieferverträge gedeckten Bedarf werden – so es wirtschaftlich sinnvoll ist – Future-Kontrakte abgeschlossen. Der Umfang dieser Sicherungsgeschäfte wird von der Geschäftsführung des Segmentes vorgeschlagen und durch den AGRANA-Vorstand genehmigt. Der Anstieg der Rohstofftangente kann teilweise durch höhere Verkaufspreise für das eiweißhaltige Nebenprodukt ("ActiProt") im Rahmen der Bioethanolproduktion kompensiert werden, da der Verkaufspreis für eiweißhaltige Nebenprodukte sehr stark mit dem Weizenpreis korreliert (sog. Natural Hedge).

Die Rohstoffkosten sind auch in der Maisstärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. Höhere Rohstoffkosten können zu einem großen Teil kurzfristig an den Kunden weitergegeben werden. Die Strategie zur Risikominimierung ist dieselbe wie im Bereich Bioethanol.

Im Segment Zucker ist – mit Ausnahme jener Länder, in denen hauptsächlich Rohzucker verarbeitet wird – das Beschaffungsrisiko relativ gering, da gegenwärtig die Zuckerrübenproduktion im Normalfall ertragsmäßig den anderen Feldfrüchten überlegen ist. Für die Rohzuckerraffination in Bosnien-Herzegowina werden benötigte Rohzuckermengen mengenund preismäßig gesichert. Ein Beschaffungsrisiko besteht für die Beschaffung von Roh- und Weißzucker für den EU-Raum, da hier aufgrund der Marktzutrittsbestimmungen eine Absicherung über Warentermingeschäfte nur teilweise möglich ist.

Im Segment Frucht kann es durch ungünstige Witterung und Pflanzenkrankheiten zu gravierenden Ernteausfällen kommen, was einen deutlichen Anstieg der Rohstoffkosten zur Folge hätte. Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte ermöglichen es, Engpässe in der Rohstoffversorgung sowie Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. diesen entgegenwirken zu können. Eine zentrale Einkaufsorganisation in der AGRANA Fruit analysiert die globalen Rohstoffmärkte und kann somit gezielt auf Rohstoffengpässe und Qualitätsunterschiede reagieren. Im Hinblick auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden auch langfristige Verträge mit Lieferanten und Kunden abgeschlossen. Dadurch können gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden.

Produktqualität und -sicherheit

Als Verarbeiter von agrarischen Produkten, die an die Lebensmittelindustrie geliefert werden, ist die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards für AGRANA eine Selbstverständlichkeit. Risiken durch Verarbeitungsfehler oder Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoffe, tritt AGRANA durch strengste interne, zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme entgegen, deren Einhaltung konzernweit regelmäßig kontrolliert wird. Durch die bestehenden Produkthaftpflichtversicherungen besteht eine ausreichende Deckung für sich möglicherweise ergebende Schadenersatzleistungen.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA agiert auf unterschiedlichen Märkten und ist auf diesen einem intensiven Wettbewerb ausgesetzt. Durch die detaillierte Absatzplanung (Menge/Preis) je Produkt und Kunde ist es AGRANA möglich, Änderungen des Nachfrageverhaltens frühzeitig zu erkennen und Gegensteuerungsmaßnahmen einzuleiten. Die Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und finden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifikationen der Unternehmensstrategie. Schwankungen der Absatzpreise, die sich im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet AGRANA mit der fortlaufenden Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft.

Weitere operative Risiken

Um das Risiko aus steigenden Energiekosten zu minimieren, deckt AGRANA den geplanten Bedarf an Energieträgern durch kurz- und mittelfristige physische Lieferverträge sowohl mengen- als auch preismäßig. Darüber hinaus wird laufend die Energieeffizienz der Produktionsanlagen verbessert und die Nutzung von alternativen Energieträgern forciert.

Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie durch den Einsatz von Informationstechnologie entstehen, kommen im Vergleich dazu geringe Bedeutung zu. AGRANA begegnet diesen Risiken durch ständige Überwachung, klare Dokumentation sowie kontinuierliche Verbesserung der Prozessabläufe.

Rechtliche Risiken

Klageverfahren gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns haben könnten, bestehen nicht.

AGRANA ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht ausgesetzt, weshalb derartige Risiken bereits in der Frühphase erfasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe evaluiert und daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Daneben wurden durch Kartellbehörden Verfahren gegen AGRANA-Tochtergesellschaften in zwei osteuropäischen Ländern eingeleitet. Gegenstand der Recherchen sind unter anderem Fragen, die im Zusammenhang mit der Reform und der Umsetzung der neuen Regelungen zum EU-Zuckermarkt stehen. AGRANA ist an der Beantwortung aller damit verbundenen Fragen interessiert.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Zur Absicherung dieser Risiken aus der operativen Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit werden in einem begrenzten Umfang derivative Instrumente eingesetzt. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zinsänderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.

Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Eurofinanzierungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro.

Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Welt- sowie dem Energiemarkt und den relevanten Rohstoffmärkten. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien unterliegen einem zusätzlichen Währungsrisiko durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Liquiditätsrisiken infolge von Schwankungen im Cashflow werden durch die Liquiditätsplanung erkannt, die einen integrierten Bestandteil der Unternehmensplanung und des Berichtssystems bildet, was wiederum eine rechtzeitige Einleitung von Maßnahmen zur Gegensteuerung ermöglicht. Ausreichende, von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien sichern jederzeit die Liquidität der AGRANA-Gruppe.

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die laufende Überprüfung der Bonität und des Zahlungsverhaltens der Kunden sowie durch die Vorgabe strikter Obergrenzen für offene Forderungen minimiert. Teilweise bestehen Warenkreditversicherungen gegen Forderungsausfälle. Besonderes Augenmerk wird auf die ausgezeichnete Bonität von Geschäftspartnern und Kreditinstituten gelegt. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemessener Höhe abgedeckt.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. Bei Vertragsabschluss in Ländern mit volatilen Währungen wird verstärkt auf eine Verkürzung von Zahlungsfristen, auf Indexierung von Fremdwährungen zum Euro oder US-Dollar zum Zahlungszeitpunkt, höhere Vorauszahlungen und analoge Sicherungsmechanismen geachtet. Eine detaillierte Darstellung dieser finanziellen Risiken erfolgt im Konzernanhang.

Gesamtrisiko

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Marktsituation bei Zucker hat sich einerseits infolge der Quotenrückgabe und einer entsprechenden Angebotsreduktion stabilisiert, andererseits hat sich der Weltmarktzuckerpreis extrem volatil entwickelt. Die Weltmarktpreise bei Getreide sind auf ein Normalniveau zugekehrt. Die osteuropäischen Währungen wurden gegenüber dem Euro stärker, sodass die im Geschäftjahr 2008|09 ausgewiesenen Währungsverluste teilweise zurückgenommen werden konnten. Ebenso wurde durch eine Verringerung der Euro-Verbindlichkeiten in Ländern mit anderen Währungen das Währungsrisiko deutlich vermindert.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG keine bestandsgefährdenden Risiken für das Geschäftsjahr 2010|11.

Internes Kontrollsystem (Angaben gemäß § 243a Abs. 2 UGB)

Der AGRANA-Vorstand bekennt sich zur Verantwortung der Einrichtung und Ausgestaltung eines internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das interne Kontrollsystem von AGRANA ist so ausgestaltet, dass die erforderliche Sicherheit für die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse gewährleistet ist. Durch konzernweite Vorgaben zur Bilanzierung und Bewertung wird die Einheitlichkeit der Rechnungslegung in der AGRANA-Gruppe sichergestellt. Neben den konzernweiten Richtlinien bietet das einheitliche Planungs- und Berichtswesen dem Management ein umfassendes Instrument, um Unsicherheiten und Risiken aus sämtlichen Geschäftsbereichen zu analysieren und zu steuern.

Vom Controlling wird monatlich ein standardisierter Bericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung der Konzerngesellschaften enthält. Der Umfang ist konzerneinheitlich festgelegt und umfasst neben detaillierten Absatzdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und die daraus ableitbaren Kenzahlen, wie Cashflow, ROCE, Working Capital, Deckungsbeitrag etc. Die Erstellung des Konzernabschlusses obliegt dem Konzernrechnungswesen, dessen Aufgaben und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminierungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung von Finanzberichten umfasst.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Controlling und Konzernrechnungswesen werden laufend Abweichungsanalysen durchgeführt. Die Informationen des internen und externen Berichtswesens basieren auf derselben Datenbasis. Für das Berichtswesen erfolgt monatlich gegenseitige Kontrolle und Abstimmung.

Darüber hinaus hat AGRANA zur Früherkennung und Überwachung von Risiken das interne Kontrollsystem im Geschäftsjahr 2009|10 weiter ausgebaut. Ein zusätzlicher monatlicher Risikobericht je Segment gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung bis Geschäftsjahresende unter Zugrundelegung der aktuellen Ergebnisfaktoren (wie z. B. Rohstoff, Energie, Verkaufspreise). Die Ergebnisse werden monatlich im Rahmen der Divisionmeetings an den AGRANA-Vorstand berichtet.

Der nach Segmenten gegliederten Organisationsstruktur von AGRANA folgend liegt die Verantwortung für die Implementierung und Überwachung des internen Kontrollsystems beim jeweils zuständigen Management. Die Tochtergesellschaften der AGRANA-Gruppe werden dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den einzelnen Segmenten zugeordnet.

AGRANA verfügt über ein unternehmensweites Risikomanagementsystem. Darin werden alle relevanten Chancen und Risiken identifiziert, evaluiert und Maßnahmen zur Gegensteuerung definiert. Schwerpunkte sind dabei die für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung.

Auf Grundlage eines vom Vorstand genehmigten jährlichen Revisionsplanes und einer konzernweiten Risikobewertung aller Unternehmensaktivitäten überprüft die interne Revision operative Prozesse auf Risikomanagement und Effizienzverbesserungsmöglichkeit. Weiters überwacht sie die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, interner Richtlinien und Prozesse. Ein weiteres Betätigungsfeld der internen Revision sind Ad-hoc-Prüfungen, die auf Veranlassung des Managements erfolgen und auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand sowie die jeweilige Geschäftsführung berichtet. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich im Rahmen der Konzernabschlussprüfung die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und der eingesetzten IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlung werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt 103,2 m und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 % Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG (Südzucker) mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG halten die "ALMARA" Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG. So ist DI Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG bestellt. Beide erhalten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktionen keine Bezüge.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

PROGNOSEBERICHT

Die langfristigen Entwicklungstrends sind für AGRANA unverändert intakt. Der Trend zu höherwertiger, gesunder Ernährung und der steigende private Konsum bleiben Wachstumsmotoren für die Segmente Zucker, Stärke und Frucht. Zudem sollen die segmentübergreifenden Verkaufsaktivitäten durch gezieltes Cross Selling intensiviert werden.

Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2010 hat AGRANA für das Geschäftsjahr 2010|11 eine sehr gute Ausgangssituation. Durch langfristig wirksame Strukturverbesserungen soll die Ertragslage der AGRANA im laufenden Geschäftsjahr abgesichert und das Wachstum selektiv vorangetrieben werden. Die Marktstellung in den angestammten Märkten soll selbst unter den anhaltend volatilen Rahmenbedingungen kontinuierlich verstärkt werden.

Aus heutiger Sicht rechnet AGRANA für das Geschäftsjahr 2010|11 mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau infolge der niedrigeren Verkaufspreise. Im Segment Zucker zeigt sich für den Absatz von Quotenzucker, bedingt durch die europäische Produktionsquote, ein eingeschränktes Wachstum. Mit der Herstellung von Nicht-Quotenzucker soll die Anlagenauslastung der AGRANA-Zuckerfabriken sichergestellt werden. Für die Raffination in Rumänien und Bosnien-Herzegowina sollten die Normalisierung des Weltmarktzuckerpreises und der Wegfall der Übergangsregelung innerhalb der EU zur Stabilisierung der Absatzsituation beitragen. Die Entwicklung der Commodities im Segment Stärke wird mit einer konjunkturbedingt geringen Wachstumsrate im einstelligen Prozentbereich eingeschätzt. Hingegen werden auf Basis AGRANAinterner Schätzungen zweistellige Zuwächse für Bauprodukte, Sackkleber, Bio-Produkte sowie Spezialitäten unterstellt. Der Wegfall der Quotenregelung und die Entkoppelung für Kartoffelstärke werden mittelfristig für AGRANA einen Rückgang des Gesamtmarktes bedeuten. Für Isoglukose ist das Wachstum quotenbedingt limitiert. Für den Fruchtzubereitungsbereich wird eine Fortsetzung der positiven Mengenentwicklung gesehen. Neben innovationsbedingtem Wachstum in etablierten Märkten setzt die Erschließung neuer Märkte wie z. B. im nordafrikanischen und arabischen Raum durch die Gründung eines Joint Ventures in Ägypten einen zusätzlichen Akzent. Bei Fruchtsaftkonzentraten werden sowohl in neuen regionalen Märkten als auch durch eine erweiterte Produktpalette weitere Mengensteigerungen erwartet.

Für das operative Konzernergebnis ist davon auszugehen, dass sich die eingeleiteten Optimierungsschritte auch im Geschäftsjahr 2010|11 positiv niederschlagen und das Niveau des Geschäftsjahres 2009|10 übertroffen wird. Die verbesserte Einkaufspolitik sowie die Bemühungen um ein konsequentes Kostenmanagement in allen Bereichen sollen zur Absicherung der Ertragssituation beitragen. In den Segmenten Zucker und Frucht erwartet AGRANA eine Steigerung der operativen Ergebnisse, während das Segment Stärke nicht an die Ertragslage des Vorjahres anschließen wird. Die geplante Ergebnisverbesserung im Segment Zucker beruht auf guten Fabriksauslastungen und weiteren Kostenreduktionen. Im Segment Stärke rechnet AGRANA mit moderat steigenden Rohstoffpreisen. Die wesentlichen Mengen für den Rohstoffbedarf im Geschäftsjahr 2010|11 wurden bereits bis zum Beginn der neuen Ernte 2010 vertraglich fixiert. Mit der Ausweitung der Bioethanolkapazitäten in Europa soll die gesamte Bioethanolproduktion in der Europäischen Union im Jahr 2010 gegenüber 2009 voraussichtlich um rund 18 % auf rund sieben Millionen Kubikmeter steigen. Die Nachfrage könnte durch eine verpflichtende Beimischung zum Benzin von bis zu zehn Prozent ab Ende des Jahres 2010 ansteigen. Bei der Rohwarenbeschaffung für Fruchtzubereitungen geht AGRANA gegenüber dem tiefen Preisniveau im Jahr 2009 von einem leicht ansteigenden Rohwarenpreis aus. Zusätzlich strebt AGRANA an, den Marktanteil im russischen Markt auszubauen und den Ausbau der Produktionskapazitäten vor Ort voranzutreiben.

Das Risikomanagement für AGRANA Juice wurde im Geschäftsjahr 2009|10 weiterentwickelt und ausgebaut, sodass die Ergebnisauswirkung extremer Preisausschläge verringert wird. In diesem Sinn wird bereits während der Verarbeitungssaison ein Großteil der produzierten Apfelsaftkonzentratmenge an Verkaufskontrakte geknüpft. AGRANA rechnet für das Geschäftsjahr 2010|11 mit einem normalen Ernteverlauf für die Konzentratproduktion und einem etwas höheren Rohstoff- und Produktpreisniveau aus der neuen Kampagne 2010.

INVESTITIONEN

Das geplante Investitionsvolumen für das Geschäftsjahr 2010|11 beziffert sich auf rund 55 m. Damit liegen die Investitionen unter der Abschreibungsquote und unterstützen die Finanzierungsposition.

Grafik:

Investitionen versus Abschreibungen (in m) 2010 11 2009 10 2008 09
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte 1 55,0 48,4 73,8
Abschreibungen im Operativen Ergebnis (ohne
Sondereinfluss) 80,0 84,3 81,3
Investitionen/Abschreibungen (Ratio) als Linie 0,7 0,6 0,9
1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Die im Segment Zucker vorgesehenen Investitionen im Geschäftsjahr 2010|11 betreffen einen Anteil von rund 30 % am Gesamtbudget. In Österreich ist die Errichtung eines neuen Zuckersilos mit einer Kapazität von 70.000 Tonnen und einer geplanten Bauzeit von zwei Jahren vorgesehen. Für den Betrieb der ungarischen Biogasanlage wird ein Nachfermenter zur Effizienzsteigerung installiert. Im Rahmen der Ersatzinvestitionen soll in Sered|Slowakei ein neuer Melassetank errichtet werden. Die geplante Investitionssumme für das Segment Stärke mit einem Anteil von 20 % betrifft zu einem überwiegenden Teil die Errichtung eines Biomassekessels in der ungarischen Maisstärkefabrik. In dieser Verbrennungsanlage sollen die CO2-Emissionen wesentlich verringert und die Basis nicht-fossiler Primärenergieträger zur Erzeugung von Dampf genutzt werden. In Aschach|Österreich soll mit dem Ausbau der Produktionskapazität für Quellstärken begonnen werden. Damit kann die Position von AGRANA als Anbieter von konventionellen und Bio-Quellstärken am europäischen Markt gefestigt werden. Neben Ersatzinvestitionen bei AGRANA Juice wird im Segment Frucht die SAP-Installation an weiteren Fruchtzubereitungsstandorten fortgeführt. Im Rahmen des russischen Standortausbaus in Serpuchov wird im Geschäftsjahr 2010| 11 die Lagerkapazität an die gewachsene Produktionsleistung angepasst. Für das ägyptische Joint Venture investiert AGRANA eine Produktionslinie für Fruchtzubereitungen. Für die Produktion von Schokofrüchten ist eine aseptische Produktionsanlage erforderlich, die im Geschäftsjahr 2010|11 in Österreich in Betrieb gehen wird.

Wien, am 28. April 2010

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsmitglied

Mag. Walter Grausam Vorstandsmitglied

Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

█ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss zum 28. Februar 2010 der AGRANA Beteiligungs-AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA Beteiligungs-AG vermittelt;

█ dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2009|10 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 28. April 2010

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Vorstandsvorsitzender mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Wirtschaftspolitik, Produktion, für die Bereiche Verkauf, Rohstoff und Einkauf Qualitätssicherung, Personal, Kommunikation sowie Forschung und Entwicklung

Mag. Walter Grausam Dkfm. Thomas Kölbl Vorstandsmitglied mit Verantwortung Vorstandsmitglied mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Controlling, für Interne Revision Treasury, Datenverarbeitung/Organisation, Mergers & Acquisitions sowie Recht

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERTEILUNG

Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 1,95 € pro Stammaktie
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
schließt mit einem Bilanzgewinn von 29.094.923
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2009 bis 28. Februar 2010
in €
2009 10

BESTÄTIGUNGSVERMERK

BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2009 bis zum 28. Februar 2010 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Dieser Jahresabschluss umfasst die Bilanz zum 28. Februar 2010, die Gewinnund Verlustrechnung für das am 28. Februar 2010 endende Geschäftsjahr sowie den Anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Buchführung sowie für die Aufstellung eines Jahresabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschrift en vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Jahres abschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldar stellun gen ist, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Jahresabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Jahresabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

136 Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 28. Februar 2010 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. März 2009 bis zum 28. Februar 2010 in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

AUSSAGEN ZUM LAGEBERICHT

Der Lagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Lagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage der Gesellschaft erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreff en.

Der Lagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Jahresabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutreff end.

Wien, am 28. April 2010

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

MULTICONT Revisions- und Treuhand Gesellschaft m.b.H.

Mag. Franz Rauchbauer e. h. Wirtschaftsprüfer

WWW.AGRANA.COM

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