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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report Jun 9, 2009

733_10-k_2009-06-09_83068c50-8de6-4639-a3af-7c0385efc417.pdf

Annual Report

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2008|09 JAHRESFINANZBERICHT

KONZERNLAGEBERICHT 2008|09

  • Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz und Ergebnis
  • Investitionen
  • Bilanz
  • Cashfl ow
  • Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente
  • Angaben gemäß § 243a UGB
  • Nachtragsbericht
  • Segment Zucker
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Rohstoff , Ernte und Produktion
  • Zucker Österreich
  • Zucker Ungarn
  • Zucker Tschechien
  • Zucker Slowakei
  • Zucker Rumänien
  • Zucker Bosnien-Herzegowina
  • Zucker Bulgarien
  • Segment Stärke
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Stärke Österreich
  • Stärke Ungarn
  • Stärke Rumänien
  • Bioethanol
  • Segment Frucht
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)
  • AGRANA Juice (Fruchtsaftkonzentrate)
  • Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Forschung und Entwicklung
  • Personal- und Sozialbericht
  • Chancen- und Risikobericht
  • Prognosebericht

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2008 09 2007 08 Veränderung
in t¤ in t¤ in %
Umsatzerlöse 2.026.328 1.892.275 +7,1
EBITDA 119.177 184.532 –35,4
Operatives Ergebnis 37.832 111.411 –66,0
Ergebnis aus Sondereinfl üssen –3.190 –9.901 –67,8
Ergebnis der Betriebstätigkeit 34.642 101.510 –65,9
ROCE 2,8 % 8,2 % –65,9
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 73.813 207.734 –64,5
Investitionen in Finanzanlagen 1.672 3.443 –51,4
Mitarbeiter 8.244 8.140 +1,3

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008|09 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Konzernabschluss deckt das AGRANA-Geschäftsjahr (März 2008 bis Februar 2009) ab und vergleicht es mit dem Vorjahr.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Mit Beginn des zweiten Quartals 2008|09 erfolgte die Erstkonsolidierung des chinesischen Fruchtsaftkonzentratherstellers Yongji Andre Juice Co., Ltd. Das 50%-Joint Venture wird mittels Quotenkonsolidierung in den AGRANA-Konzern einbezogen.

Der Zusammenschluss der AGRANA mit den Studen-Vertriebsgesellschaften Agragold wurde von der Wettbewerbsbehörde in Österreich im September 2008 genehmigt und der dabei eingebrachte Teilbetrieb ab dem vierten Quartal 2008|09 quotenkonsolidiert.

UMSATZ UND ERGEBNIS

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2008|09 um 7,1 % auf 2.026,3 m€, was ausschließlich auf die Zuwächse im Segment Stärke zurückzuführen war. Nicht nur organisches Wachstum, sondern auch die Inbetriebnahme der neuen Bioethanolkapazitäten in Österreich und Ungarn trugen zu diesem Anstieg bei. Allerdings mussten auch Umsatzrückgänge aufgrund der schwachen Währungsentwicklungen hingenommen werden, die durch Mengensteigerungen bei Zucker und Stärkeprodukten nicht kompensiert werden konnten. Im Segment Frucht wurden insbesondere auf den europäischen Absatzmärkten Verkaufsrückgänge verzeichnet. Bei Apfelsaftkonzentrat kam es zu einem dramatischen Preisverfall aufgrund der guten Erwartungen für die Apfelernte 2008.

Die Ertragslage war im Geschäftsjahr 2008|09 von den Nachwirkungen der Rohstoff preishausse des vorangegangenen Geschäftsjahres belastet. Das operative Ergebnis lag mit 37,8 m€ deutlich unter dem Vorjahreswert von 111,4 m€, wofür mehrere Ursachen ausschlaggebend waren:

AGRANA musste die hochpreisigen Apfelsaftkonzentrate aus der Produktion 2007 im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008|09 zu deutlich niedrigeren Marktpreisen verkaufen und die Lagerbestände im Ausmaß von 32,4 m€ auf den erwarteten Verkaufspreis abwerten.

Auch in den anderen Bereichen wurden die sinkenden Rohstoff preise bereits vom Markt vorweggenommen, sodass aus der Verarbeitung hochpreisiger Roh stoff bestände aus dem Vorjahr deutlich reduzierte Margen erwirtschaftet wurden.

Einmalaufwendungen für das Bioethanolwerk in Pischelsdorf in Höhe von 2,3 m€ für die Zeit vor Inbetriebnahme so wie Restrukturierungskosten für die Fusion der S.C. Romana Prod s.r.l. mit der S.C. AGRANA Romania S.A. im Ausmaß von 0,9 m€ sind im Sonder ergebnis von minus 3,2 (Vorjahr minus 9,9) m€ ausgewiesen. Somit betrug das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2008|09 34,6 (Vorjahr 101,5) m€.

Der Verfall der Währungen, vor allem in einigen osteuropäischen Ländern im vier ten Quartal 2008|09, führte zu nicht cash-wirksamen Buchverlusten von 38,8 (Vor jahr 6,2) m€. Deshalb verschlechterte sich das Finanzergebnis auf minus 67,1 m€ (gegenüber minus 28,4 m€ im Vorjahr).

Das Ergebnis vor Ertragsteuern reduzierte sich folglich auf minus 32,4 m€ nach plus 73,1 m€ im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2008|09 ergab sich ein Steuerertrag von 16,6 (Vorjahr minus 9,2) m€, aufgrund einer Steuergutschrift in Ungarn für die Geltendmachung der Kosten für die Kapazitätser weitung. Die Verrechnung der Ver luste im Zuge der österreichischen Gruppenbesteuerung hatte zusätzlich posi tiven Einfl uss auf die theoretische Ertragsteuergutschrift . Das den AGRANA-Aktio nären zurechenbare Konzernjahres ergebnis belief sich auf minus 11,6 (Vorjahr plus 64,3) m€, das Ergebnis je Aktie betrug somit minus 0,82 (Vorjahr plus 4,53) €.

INVESTITIONEN

Das Investitionsvolumen (ohne Finanzanlagen) im Geschäftsjahr 2008|09 lag mit 73,8 m€ deutlich unter dem vorjährigen Rekordniveau von 207,7 m€. Der Großteil der Inves titionen wurde für Anlagenoptimierungen und Steigerungen der Energie effi zienz verwendet. Im Segment Frucht lag der Schwerpunkt auf Kapazitäts erweiterungen in Brasilien und China sowie auf Rationalisierungsmaßnahmen.

BILANZ

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2009 reduzierte sich um 207,7 m€ auf 1.996,2 m€. Auf der Aktivseite sank das Sachanlagevermögen infolge des geringeren Investitions volumens auf 609,9 m€.

Der Vorratsabbau resultierte aus mengenmäßig geringeren Mais vorräten im Segment Stärke sowie reduzierten Bewertungen in allen Segmenten infolge der ge sun kenen Rohstoff preise. Das Eigenkapital sank von 922,1 m€ auf 825,9 m€, was neben dem negativen Konzernjahres ergebnis aus den Währungskursverlusten infolge der Um rechnung der Abschlüsse der verbundenen Unter nehmen sowie den Dividen denausschüttungen resultierte. Die Eigen kapitalquote konnte im Geschäfts jahr 2008|09 mit 41,4 % nahezu auf Vorjahres niveau von 41,8 % gehalten werden. Dem Anstieg der kurzfristigen Finanz verbindlich keiten um 35,6 m€ stand das Auslaufen der langfristigen Kredite entgegen. Die Netto fi nanz schulden betrugen 470,1 m€ und lagen damit um 97,6 m€ unter dem Vor jahres wert.

UMSATZ NACH SEGMENTEN

CASHFLOW

Der Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2008|09 115,0 (Vorjahr minus 4,2) m€ und setzte sich aus einem Cashfl ow aus dem Ergebnis von 97,2 (Vorjahr 140,8) m€, einer Veränderung des Working Capitals von 23,2 (Vorjahr minus 144,8) m€ und Gewinnen aus Anlagenabgängen von 5,4 (Vorjahr 0,3) m€ zusammen. Stabilisierend für das Working Capital wirkten sich der Vorratsabbau und die Reduktion der Forderungen sowie Lieferantenverbindlichkeiten aus. Der Cashfl ow aus Investitionstätigkeit war mit 72,1 (Vorjahr 169,5) m€ geprägt durch die gesunkenen Investitionen in Sachanlagen sowie die Ausgaben für die Akquisition des zweiten chinesischen Joint Ventures in Yongji. Der Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit spiegelt den deutlichen Abbau der Finanzverbind lichkeiten wider.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER EINZELNEN SEGMENTE

Segment Zucker

in t¤ 2008 09 2007 08
Umsatzerlöse (brutto) 751.086 772.028
Umsätze zwischen den Segmenten –48.583 –20.332
Umsatzerlöse 702.503 751.696
Operatives Ergebnis 15.810 32.578
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) 14.897 34.017
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 19.402 41.948
Investitionen in Finanzanlagen 862 3.310
Mitarbeiter 2.464 2.597

Im Geschäftsjahr 2008|09 lag der Umsatz im Segment Zucker mit 702,5 m€ um 6,5 % unter dem Vorjahr. Mengensteige rungen im Absatz von Quotenzucker konnten die Preissenkungen teilweise kompensieren. Die Abwertung einiger osteuropäischer Währungen löste dagegen Preiserhöhun gen in nationaler Währung aus, die in einigen Bereichen regionale Nachfragerückgänge be wirkten. Der Umsatzanteil von Zucker am Konzernumsatz betrug 34,7 % (Vorjahr 39,7 %).

Im operativen Ergebnis von 15,8 (Vorjahr 32,6) m€ schlugen sich neben den sinkenden Preisen insbesondere die durch die erhöhte Restrukturierungsabgabe hohen Herstellkosten der Vorjahresproduktion nieder. Die Produktionskosten der Kampagne 2008 waren von deutlich höheren Energie kosten belastet. Positiv hingegen wirkte sich der Restrukturierungs-

erlös für die Quotenrückgabe in der Slowakei in Höhe von 1,9 m€ aus. Die Inbetriebnahme der Rohzucker raffi nerie in Brčko|Bosnien-Herzegowina belastete das Segmentergebnis infolge der Anlaufphase und der geringen Kapazitätsaus lastung. Für die Umstrukturierung der rumänischen Tochter gesellschaft S.C. Romana Prod s.r.l. wurden Vorsorgen in Höhe von 0,9 m€ getroff en, die im Ergebnis aus Sondereinfl üssen enthalten sind.

Segment Stärke

in t¤ 2008 09 2007 08
Umsatzerlöse (brutto) 551.979 339.988
Umsätze zwischen den Segmenten –32.540 –51.885
Umsatzerlöse 519.439 288.103
Operatives Ergebnis 27.523 35.333
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) 25.246 28.570
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 23.798 122.861
Investitionen in Finanzanlagen 254 0
Mitarbeiter 853 847

Der Segmentumsatz im Geschäftsjahr 2008|09 lag mit 519,4 m€ deutlich über dem Vorjahreswert von 288,1 m€. Das Umsatzwachstum von 80,3 % beruhte vorwiegend auf höheren Bioethanolumsätzen infolge des Vollbetriebes in Österreich sowie der gestiegenen Stärke- und Ethanolkapazität in Ungarn. Die Handelsumsätze und Neben produkt verkäufe entwickelten sich erfreulich und trugen neben dem höheren Absatz von traditionellen Stärkeprodukten sowie Kindernahrungsmitteln zur Umsatzsteigerung bei. Der Umsatzanteil des Stärkesegmentes am Konzernumsatz erreichte 25,6 % nach 15,2 % im Vorjahr.

Das operative Ergebnis im Segment Stärke lag mit 27,5 m€ erwartungsgemäß unter jenem des Vorjahres von 35,3 m€. Im ersten Halbjahr 2008|09 wurde noch die hochpreisige Vorjahresernte verarbeitet. Die stark gestiegenen Rohstoff und Energiekosten konnten nicht vollständig durch Verkaufspreisanpassungen kompensiert werden. Höhere Fixkosten im Rahmen der Hochfahrphase der neuen Kapazitäten belasteten ebenfalls das operative Segmentergebnis. Mit Beginn der neuen Ernte im Herbst 2008 sanken die Rohstoff preise deutlich unter Vorjahresniveau und ermöglichten eine Verbesserung der Ertragslage ab dem zweiten Halbjahr 2008|09. Die bis zur Inbetriebnahme des Bioethanolwerkes in Pischelsdorf angefallenen Verluste im Ausmaß von 2,3 m€ sind im Ergebnis aus Sondereinfl üssen berücksichtigt.

Segment Frucht

in t¤ 2008 09 2007 08
Umsatzerlöse (brutto) 804.476 852.520
Umsätze zwischen den Segmenten –90 –44
Umsatzerlöse 804.386 852.476
Operatives Ergebnis –5.501 43.500
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinfl üssen) –5.501 38.923
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 30.613 42.925
Investitionen in Finanzanlagen 556 133
Mitarbeiter 4.927 4.696

Der Umsatzrückgang im Segment Frucht von 852,5 m€ im Vorjahr auf 804,4 m€ war im Bereich Fruchtsaftkonzentrate auf geringere Verkäufe in Kombination mit einem im zweiten Quartal 2008|09 einsetzenden dramatischen Preisverfall bei Apfelsaftkonzentrat zurückzuführen. Bedingt durch das nach der knappen Ernte im Jahr 2007 hohe Preisniveau änderte sich das Kontrahierungsverhalten der Kunden hin zu vermehrten Spotkäufen. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnten die Preise gegenüber dem Vorjahr leicht angehoben werden. Strukturelle Verschiebungen von Markenartikeln hin zu Handelsmarken mit geringerer Fruchtdosierung sowie eine Verschärfung des Wettbewerbsumfeldes führten zu rückläufi gen Absatzmengen. Der Umsatzanteil von Frucht am Konzernumsatz betrug 39,7 % (Vorjahr 45,1 %).

Infolge guter Ernteerwartungen kam es im Frühsommer 2008 zu einem drastischen Verfall der Apfelsaftkonzentratpreise. Somit musste AGRANA im zweiten Quartal 2008|09 die vorrätigen Mengen aus der infolge der geringen Ernte 2007 mit hohen Rohstoff kosten erzeugten Vorjahresproduktion mit 32,4 m€ auf das erwartete, deutlich niedrigere Marktpreisniveau abwerten. Diese Korrektur der Bestandswerte war maßgeblich dafür ausschlaggebend, dass im Geschäftsjahr 2008|09 ein negatives operatives Ergebnis in Höhe von 5,5 m€ auszuweisen war. Ab dem zweiten Halbjahr stabilisierte sich die Ertragslage durch die Ausweitung der Absatzmärkte und Kundensegmente.

Das Preisniveau bei Früchten schwächte sich 2008|09 im Vorjahresvergleich deutlich ab. Die Apfelpreise aus der Ernte 2008 betrugen lediglich rund ein Viertel der Durchschnitts preise des Vorjahres. Dies bewirkte bereits sehr niedrige Apfelsaftkonzentratpreise in Europa.

Im Fruchtzubereitungsbereich wurde durch die Schließung der Produktion in Kaplice|Tschechien im August 2008 ein wichtiger Reorganisationsschritt gesetzt.

ANGABEN GEMÄSS § 243a UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt 103,2 m€ und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stück aktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100%-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG sind die Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, beteiligt. Aufgrund eines zwischen der Südzucker AG und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nomi nie rungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA nominiert. Beide erhalten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktionen keine Bezüge.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes im Sinne des § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesell schaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsver einbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öff entlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

NACHTRAGSBERICHT

Nach Ende des Bilanzstichtages am 28. Februar 2009 sind keine wesentlichen berichtspfl ichtigen Ereignisse für die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage eingetreten.

21

24
SEGMENT-KENNZAHLEN 2008 09 2007 08 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 702,5 751,7 –6,5
Operatives Ergebnis 15,8 32,6 –51,5
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 19,4 41,9 –53,7
Mitarbeiter 2.464 2.597 –5,1

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA ist als

führender Zuckerproduzent in den Kernmärkten Zentral- und Osteuropas hervorragend positioniert.

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina.

Im Segment Zucker ist weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. in Österreich angesiedelt. Deren ungarische Produktion wurde im Zuge der Schließung der ungarischen Zuckerproduktion in Petöháza nach Dürnkrut|Österreich verlagert. Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. ressortiert ebenfalls zum Segment Zucker.

Der Zuckervertrieb durch die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. (AMV) wurde mit dem Geschäftsjahr 2008|09 organisatorisch und rechtlich in die AGRANA Zucker GmbH integriert. Der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden HELLMA Lebensmittel-Verpackungs Ges.m.b.H. erfolgt ebenso durch die AGRANA Zucker.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Zuckerweltmarkt

Das in Deutschland ansässige Analyseunternehmen F. O. Licht geht in seiner Prognose vom 25. März 2009 von einer globalen Zuckerproduktion im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2008|09 (Oktober 2008 bis September 2009) von 157,4 Mio. Tonnen aus. Der weltweite Zuckerkonsum werde hingegen im ZWJ 2008|09 – ungeachtet der globalen Wirtschaftskrise – gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um knapp 2 % auf 160,9 Mio. Tonnen steigen. Das bedeutet ein globales Zuckerdefi zit für das ZWJ 2008|09 von 3,5 Mio. Tonnen. F. O. Licht erwartet trotz eines Rekordwachstums des weltgrößten Produzenten Brasilien für das ZWJ 2008|09 einen Rückgang des weltweiten Zuckeran gebotes aufgrund von Produktionsrückgängen in der Europäischen Union, in Indien und in China.

Die Rohzuckernotierung in New York erreichte am 4. Juni 2008 mit 209,9 USD pro Tonne ihr Jahrestief, der Jahreshöchstwert betrug am 6. August 2008 312,8 USD pro Tonne. Die Notierung am 27. Februar 2009 lag mit 297 USD pro Tonne um 5,7 % unter dem Vorjahreswert (315 USD pro Tonne). Der Höchststand der Weißzuckernotierung an der Londoner Börse betrug am 27. August 2008 414,5 USD pro Tonne. Am 5. Dezember 2008 erreichte die Notierung von Weißzucker mit 294,8 USD pro Tonne den Tiefststand. Gegenüber dem Vorjahr war die Weißzuckernotierung am 27. Februar 2009 mit 401 USD pro Tonne um 3,6 % höher.

Zuckermarktordnung

Die Reform der EU-Zuckermarktordnung hat eine Reduktion der EU-Quotenzuckerproduktion von ursprünglich 18 Mio. Tonnen um rund 6 Mio. Tonnen auf 12 Mio. Tonnen zum Ziel. Dies erfolgt bei stabilem Binnenmarktverbrauch aufgrund weggefallener Exportmöglichkeiten und von der EU eingegangener Importverpfl ichtungen. In den ersten beiden Zuckerwirtschaftsjahren 2006|07 und 2007|08 des Reformzeitraumes wurden nur rund 2,2 Mio. Tonnen Quoten freiwillig an den Restrukt urierungsfonds zurückgegeben. Daraufhin erhöhte der Agrarministerrat auf Vorschlag der

784,7

EU-Kommission am 26. Sep tember 2007 den Anreiz für Rüben anbauer und Zuckerproduzenten, Quoten für das Zuckerwirt schaftsjahr 2008|09 (1. Oktober 2008 bis 30. Sep tember 2009) in den Restrukturierungs fonds zu geben.

AGRANA hat sich im Ausmaß von rund 117.000 Tonnen am Quotenrückgabe programm für das ZWJ 2008|09 beteiligt, um eine entschädigungslose, fi nale Quotenkürzung im ZWJ 2010|11 weitestgehend zu vermeiden. Der Restruk tu rie rungsfonds ist seit dem 1. Februar 2009 geschlossen; insge samt wurden rund 5,8 Mio. Tonnen in den Fonds zurückgegeben und somit nur rund 0,2 Mio. Ton nen weniger als von der EU-Kommission angestrebt. Die EU-Kommission hat angekündigt, im Februar 2010 die Lage des EU-Zuckermarktes er neut zu überprüfen, um festzustellen, ob eine fi nale Quotenkürzung erforderlich ist. Die Restrukturie rungsprämien für diese Quotenrückgaben sollten ursprünglich zu 40 % im Juni 2009 und zu weiteren 60 % im Februar 2010 von der EU an die Produktionsunter nehmen ausgezahlt werden. Angesichts der Finanz- und Wirt schaftskrise hat die EU-Kommission mit Beschluss vom 13. Februar 2009 eine Vorziehung der Auszahlung von 100 % der Prämien auf Juni 2009 ermöglicht.

Die EU-Kommission hat für die ZWJ 2008|09 und 2009|10 ein zollfreies Importkontingent von 400.000 Tonnen Nicht quotenzucker für die chemische Industrie gewährt. Damit kam die EU-Kommission den Forderungen von Industriezuckerverwendern in Regionen mit ertragsbedingt schwachem Zuckerrüben anbau entgegen. Als Kompensation des Importkontingentes ermöglichte sie der Zuckerindustrie den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nichtquoten zucker sowie 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt. Damit eröff nete sich effi zienten Anbau regionen zusätzliches Marktpotenzial.

Die Kommission setzte mit Wirkung vom 1. Oktober 2008 (Beginn ZWJ 2008|09) die Ausfuhrerstattungen für Quoten zucker aus. Für Exporteure von zuckerhaltigen Verarbeitungs produkten – die aufgrund von Übergangsfristen noch bis zum Frühjahr 2009 die Erstattungen erhalten – werden derzeit Lösungen gesucht, ihre Produkte weiterhin wettbewerbsfähig am Weltmarkt anbieten zu können. Sollten sich diese Kunden zukünftig für diese Produkte mit Zucker aus Importen oder Nichtquotenzucker versorgen müssen, würde sich der Absatz von Quotenzucker deutlicher redu zieren als im Rahmen der Zuckermarkt ordnungsreform vorgesehen.

Außenhandel Zucker

Die WTO-Verhandlungen wurden Ende Juli 2008 ergebnislos abgebrochen. USA, China und Indien konnten sich nicht über den Importschutz für Agrarprodukte aus Entwicklungs- und Schwellenländern verständigen. Wesentliche Themen, die ebenfalls noch nicht geklärt werden konnten, betreff en den Marktzugang für Industrieprodukte zu den Schwellen ländern sowie die Förderungen für Baumwolle in den USA. Weitere Initiativen im Herbst 2008 scheiterten ebenso. Auch für das Frühjahr 2009 gilt eine Einigung als unwahr scheinlich. Bei einem möglichen Ab schluss würden die EU-Agrarzölle stufenweise ab Herbst 2011 bis 2020 deutlich sinken.

Die Europäische Union öff net schrittweise, sowohl für die am wenigsten entwickelten Länder der Welt (LDC) durch das "Alles-außer-Waff en"-Abkommen (EBA) als auch für die AKP-(Afrika-Karibik-Pazifi k-)Staaten durch die Wirtschaftspartner schaftsabkommen (EPA), ihre Märkte für den un beschränkten Import. Ab 1. Oktober 2009 wird es für diese Entwicklungs länder einen zoll- und quotenfreien Zugang zum EU-Markt geben. Für 2009|10 ist eine höhere Ver füg barkeit von Rohzucker aus diesen Ländern zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings fraglich.

2006|07

26 Branchenvereinbarung

Unter Berücksichtigung der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessensgemeinschaften in den anderen Ländern neue Vereinbarungen über den Rübenanbau 2009 treff en.

ROHSTOFF, ERNTE UND PRODUKTION

Auf einer Gesamtfl äche von rund 71.750 (Vorjahr 87.800) Hektar wurden für den AGRANA-Konzern rund 4,71 (Vorjahr 4,62) Mio. Tonnen Rüben geerntet und anschließend verarbeitet. Gute Witterungsbedingungen während der Vegeta tionsperiode und Ernte führten zu überdurchschnittlichen Ernteergebnissen bei Ertrag und Zuckergehalt. Die rund 8.650 (Vorjahr 9.100) Rübenbauern erzielten Rübenerträge von durchschnittlich rund 65,5 (Vorjahr 52,7) Tonnen je Hektar und einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 17,1 % (Vorjahr 16,1 %).

Die Zuckerrüben wurden in den 7 (Vorjahr 8) Zucker fabriken mit einer Tagesverarbeitungsmenge von rund 46.500 (Vorjahr 51.100) Tonnen in durchschnittlich 105 (Vor jahr 93) Tagen zu rund 720.000 (Vorjahr 671.000) Tonnen Zucker verarbeitet. Die Zuckerproduktion lag deutlich über der AGRANA-Rübenzucker quote für das ZWJ 2008|09 von 618.500 Tonnen. Die Übermengen werden als Industrie zucker vermarktet. In Rumänien und Bosnien-Herzegowina wurden rund 183.000 Tonnen Weißzucker aus Rohzucker raffi niert.

In den meisten Ländern begann die Rübenverarbeitung um den 20. September 2008. Die beiden Werke in Österreich haben die Zuckerkampagne aufgrund der großen Rübenmenge erst am 22. Jänner 2009 beendet. Erstmals wurden 15.100 Tonnen Zuckerrüben aus kontrolliert biologischem Anbau in Österreich geerntet und daraus 1.800 Tonnen Bio-Rübenzucker produziert.

ZUCKER ÖSTERREICH

Geschäftsentwicklung

In Österreich konnten Absatzsteigerungen in der Industrie erzielt werden. Der Marktanteil in der Industrie beträgt nunmehr 88 %, im Lebensmittelhandel liegt dieser bei über 96 %. Die erfolgreiche Positionierung von AGRANA-Zucker mit der Marke "Wiener Zucker" als österreichisches Qualitäts produkt wurde durch gemeinsame Aktivitäten mit Industriekunden forciert. In Kombination mit einem erhöhten Exportvolumen stieg der Quotenzuckerabsatz von 374.000 Tonnen im Vor jahr auf 454.000 Tonnen im Ge schäftsjahr 2008|09. Die Zuckerpreise lagen wettbewerbsund marktordnungsbedingt unter jenen des Vorjahres. Ein

Überangebot von Zucker zu Beginn der neuen Kampagne 2008 führte zu Preisreduktio nen, Einbußen gab es beim Absatz von Nichtquotenzucker. AGRANA verzeichnete in Österreich mit einem Umsatz von 364,2 (Vorjahr 398,6) m€ trotz gestiegener Zuckerabsätze infolge der Umgliederung des Futtermittelgeschäftes in das Segment Stärke einen Rückgang. Der enorme Anstieg der Energiekosten in Kombination mit geringeren Verkaufspreisen drückte die Margen. Der Absatz der höher bewerteten Vorjahres produktion belastete in den ersten Monaten 2008|09 das Ergebnis.

Investitionen

Neben Ersatzinvestitionen lag der Investitionsschwerpunkt in Österreich bei der Neuorganisation der Schnitzelpressstation in Tulln. Durch die nunmehrige konstante Abpressung konnte der Energieeinsatz für die Schnitzeltrocknung um rund 7,0 % verringert werden.

ZUCKER UNGARN

Geschäftsentwicklung

Der Zuckerumsatz in Ungarn verzeichnete mit 122,2 (Vorjahr 117,4) m€ einen Zuwachs um rund 4 %. Dies resultierte ausschließlich aus dem gestiegenen Absatz im Indus trie bereich. Der Marktanteil von 40 % wurde erfolgreich verteidigt. Import druck aus Kroatien und Serbien hatte negativen Einfl uss auf die Verkaufsmengen an den Lebens mittelhandel. Bedingt durch geringere Produktionsmengen infolge der Quotenrückgabe und Schließung eines ungari schen Zuckerwerkes waren auch geringere Absatzmengen für den Export verfügbar. Die Abwertung der ungarischen Währung beeinfl usste zusätzlich die Verkaufserlöse und Margen negativ.

Investitionen

Für Ersatzinvestitionen und Verbesserungen bei der Schnitzel aufbereitung für die Biogasanlage in Kaposvár wurden im Geschäftsjahr 2008|09 3,3 (Vorjahr 9,6) m€ aufgewendet. In der abgelaufenen Kampagne wurde rund 45 % des Primärenergiebedarfes durch eigenes Biogas substituiert. Für die Be- und Entladung von losem Zucker wurden neue Anlagen errichtet.

ZUCKER TSCHECHIEN

Geschäftsentwicklung

Bei einem Umsatzanstieg um rund 17 % auf 82,0 (Vorjahr 70,3) m€ konnten deutliche Absatzsteigerungen im Inland erreicht werden. Neben dem stabilen Verkauf an den Lebensmittelhandel konnte durch Zuwächse im Industriebereich ein Marktanteil von 25 % erzielt werden. Auch in Tschechien waren Preiskorrekturen infolge der Referenzpreissenkung zu verzeichnen. Der Absatz von Nichtquotenzucker war rückläufi g.

Investitionen

Investitionen in Höhe von 4,1 (Vorjahr 5,2) m€ betrafen unter anderem die Erneuerung des Leitsystems in der Fabrik Hrušovany. Mit der Aufstellung von drei Schnitzelpressen wurde der erste Teil der Sanierung der Pressstation durchgeführt. Am Standort Opava wurde die Schnitzeltrocknung in das Prozessleitsystem inte griert sowie eine Biogasleitung von der anaeroben Abwasser reinigung in die Trocknung verlegt.

ZUCKER SLOWAKEI

Geschäftsentwicklung

Deutliche Absatzsteigerungen, allerdings mit Preisanpassungen, wurden im slowakischen Inlandsabsatz sowohl im Industrie- als auch im Handelsbereich erreicht. Folglich konnte der Marktanteil auf über 40 % gesteigert werden. Der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2008|09 belief sich auf 44,3 (Vorjahr 49,6) m€, da die Verkaufspreise unter dem Vorjahresniveau lagen.

Investitionen

Die Investitionssumme in Sachanlagen betrug im Geschäftsjahr 2008|09 1,5 (Vorjahr 3,0) m€. Neben notwendigen Erneuerungsinvestitionen im Bereich der Automatisierungstechnik wurde in Verbesserungen der Wärmewirtschaft und in Umweltmaßnahmen investiert. Bei einer weiteren Steigerung der Verarbeitungsleistung auf mehr als 3.500 Tagestonnen wurde der spezifi sche Energieverbrauch, bezogen auf den Weißwert, um fast 15 % und der spezifi sche Kalkverbrauch, bezogen auf Rübenverarbeitung, um mehr als 22 % reduziert.

ZUCKER RUMÄNIEN

Geschäftsentwicklung

AGRANA konnte den Umsatz um 15 % auf 155,1 (Vorjahr 134,9) m€ verbessern. Dafür waren deutliche Absatzsteigerungen im Lebensmittelhandel und im Industriebereich verantwortlich. Durch eine enge und intensive Zusammenarbeit mit den internationalen Industrieunternehmen hält AGRANA mittlerweile einen Anteil von knapp 50 % am rumänischen Markt. Die Preise lagen, wie auch in den anderen Ländern, unter dem Vorjahresniveau.

Im Zuge der Restrukturierung der rumänischen Tochtergesell schaft S.C. Romana Prod s.r.l. wurden die zum Zuckergeschäft passenden Geschäftsbereiche in die S.C. AGRANA Romania S.A. integriert und Randbereiche wie das Schokolade geschäft aufgelassen. Die dafür notwendigen Einmalkosten in Höhe von 0,9 m€ (Anlagen- und Vorratsabschreibungen, Kosten für Sozialplan) sind im Ergebnis aus Sondereinfl üssen ausgewiesen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schlug sich die starke Ab wertung der rumänischen Währung deutlich negativ auf das Finanzergebnis nieder. Damit verteuerte sich die Refi nanzierung der Eurokredite in Landeswährung entsprechend.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2008|09 wurden insgesamt 1,8 (Vorjahr 4,1) m€ in Automatisierungsprojekte im Bereich Produktion und Verpackung sowie in Verbesserungsmaßnahmen der Wärme wirtschaft investiert. Der spezifi sche Energie verbrauch konnte dadurch während der Rohzuckerverarbeitung sowie der Rübenkampagne deutlich reduziert werden.

ZUCKER BOSNIEN-HERZEGOWINA

Geschäftsentwicklung

Die gemeinsam mit dem Unternehmen SCO Studen & CO Holding betrie bene Rohzuckerraffi nerie in Brčko|Bosnien-Herzegowina wurde im Geschäftsjahr 2008|09 in Betrieb genommen. Während des Hochfahrbetriebes wurden weitere Adaptierungsarbeiten vorgenommen, sodass die volle Jahreskapazität noch nicht erreicht wurde. Insgesamt lag die Produktions menge im Geschäftsjahr 2008|09 bei rund 50.000 Tonnen Weißzucker.

Der Rohzuckereinkauf erfolgte vorwiegend aus Brasilien. Die Verkaufspreise orientieren sich am vom Weltmarkt vorgegebenen Preisniveau. Infolge des Anfahrbetriebes verursachte das 50%-Joint Venture im Geschäftsjahr 2008|09 noch Anlaufverluste von 3,4 m€ (entspricht dem 50%-Anteil).

Investitionen

Die auf AGRANA entsprechend dem 50%-Anteil entfallenden Investitionen im Geschäftsjahr 2008|09 betrugen 2,9 (Vorjahr 15,5) m€. Damit wurden vor allem notwendige Adaptierungsmaßnahmen am Kohlekessel fi nanziert.

ZUCKER BULGARIEN

Der Gesamtmarkt ist infolge der Wirtschaftskrise leicht rückläufi g. Das im Geschäftsjahr 2007|08 gegründete Verpackungs- und Vertriebs-Joint Venture der AGRANA mit dem bulgarischen Zuckerunternehmen Zaharni Zavodi AD in Sofi a|Bulgarien verzeichnete deutliche Absatzzuwächse. Im Industrie- und Handelsbereich konnte die Verkaufsmenge auf rund 50.000 Tonnen gesteigert werden. Bereits im zweiten Jahr der Geschäftstätigkeit lag der Marktanteil bei 20 %. Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2008|09 auf 36,2 (Vorjahr 24,6) m€. Die Verpackungsanlagen in Gorna Oryahovitsa wurden ausgebaut und modernisiert, um zukünftig über höhere Flexibilität zu verfügen und Wert schöpfung zu generieren.

ALTERN SIND TEIL UNSERER ZUK U

SEGMENT-KENNZAHLEN 2008 09 2007 08 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 519,4 288,1 +80,3
Operatives Ergebnis 27,5 35,3 –22,1
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 23,8 122,9 –80,6
Mitarbeiter 853 847 +0,7

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA ist führen-

der Anbieter von umwelt freund lichem Bioethanol in Öster reich und Ungarn. Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit dem österreichischen Stärkegeschäft der Kartoff elstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach. Die AGRANA Stärke GmbH koordiniert und führt die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls organisatorisch dem Segment Stärke unterstellt. Das umfangreiche Futtermittelsortiment mit den Nebenprodukten aus der Zucker- und Stärkegewinnung sowie sämtliche Handelsaktivitäten mit Futtermitteln wurden ab dem Geschäftsjahr 2008|09 dem Segment Stärke zugeordnet. Zuvor wurde der Verkauf dieser Produkte im Segment Zucker abgewickelt.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Gute Witterungsbedingungen führten im Kalenderjahr 2008 zu einem Anstieg der weltweiten Getreideproduktion um rund 6 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1,78 Mrd. Tonnen. Mais ist mit einem Anteil von 782 Mio. Tonnen die weltweit wichtigste Getreideart. Infolge der guten Ernte kam es zu einem Aufbau der globalen Lagerbestände.

Nach witterungsbedingten Missernten im Jahr 2007 stieg die Maisernte in der EU-27 auch wegen des Wegfalles der Flächenstilllegung im Wirtschaftsjahr 2008|09 auf rund 62 Mio. Tonnen (nach zuletzt rund 48 Mio. Tonnen). Für interventionsfähigen Mais gab es eine Obergrenze von 700.000 Tonnen für das Getreidewirtschaftsjahr 2008|09. Der Großteil der bis Ende Februar der Intervention angebotenen Mengen von rund 540.000 Tonnen stammte aus Ungarn und der Slowakei. Die europäische Weizenproduktion erreichte rund 140 Mio. Tonnen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von rund 30 Mio. Tonnen entspricht.

Im November 2008 einigten sich die EU-Agrarminister im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ("Health Check") auf eine reformierte Kartoff elstärke-Marktordnung. Die bestehende Marktordnung wird für drei Wirtschaftsjahre (2009|10, 2010|11 und 2011|12) nahezu unverändert verlängert. Mit dem Ende des Wirtschaftsjahres 2011|12 laufen die bisherigen Marktordnungs instrumente wie Produktionsquote, gekoppelte Beihilfen sowie Mindestpreis aus. Die bisher an die Produktion gekoppelten Beihilfen an die Landwirte und Industrie werden ab diesem Zeitpunkt entkoppelt und in die einheitliche Betriebsprämie für die Landwirte integriert. Zeitgleich wurde die Flächenstilllegung endgültig abgeschaff t.

Die Isoglukosequote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2009|10 rund 690.000 Tonnen. HUNGRANA hält mit 220.000 Tonnen die größte euro päische Isoglukose-Quote.

STÄRKE ÖSTERREICH

Wirtschaftliches Umfeld

In Österreich konnte die Getreideernte für das Kalenderjahr 2008 um mehr als 1 Mio. Tonnen auf rund 5,4 Mio. Tonnen gesteigert werden. Die Maisanbaufl äche erhöhte sich von 170.000 Hektar im Jahr 2007 auf 194.000 Hektar im Jahr 2008. Insgesamt wurden rund 2,1 Mio. Tonnen Mais geerntet. Durch die gute Maisernte in Österreich, aber auch EU-weit, sind die Rohstoff preise nach vorangegangenen Höchstständen seit dem Herbst 2008 signifi kant gesunken. Die Weizenerzeugung betrug rund 1,6 (Vorjahr 1,3) Mio. Tonnen.

Rohstoff und Produktion

Bei Stärkeindustriekartoff eln wurde auf einer Anbaufl äche von 5.500 (Vorjahr 5.800) Hektar eine Menge von 204.100 (Vorjahr 209.300) Tonnen kontrahiert. Zuzüglich Bio-Stärkekartoff eln betrug die gesamte Kontraktmenge 210.000 Tonnen. Die Kampagne 2008 dauerte 116 (Vorjahr 114) Tage. Es wurden 198.500 (Vorjahr 195.400) Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoff eln zu 42.400 (Vorjahr 39.900) Tonnen Kartoff elstärke verarbeitet. Der Stärke gehalt lag mit 18,4 % über jenem des Vorjahres von 17,4 %. Für das Anbau jahr 2009 steht eine uneingeschränkte Quoten höhe von 47.691 Tonnen Kartoff elstärke zur Ver fügung.

In der Kampagne 2008 lag die Produktion von Kartoff el dauerprodukten mit rund 13.000 Tonnen Speise- und Bio-Speiseindustriekartoff eln auf Vorjahresniveau. Darüber hinaus wurden noch rund 12.000 Tonnen Speise- und Bio-Speiseindustriekartoff eln für die Frühjahrsverarbeitung zugekauft.

In der Maisstärkefabrik Aschach wurden im Geschäftsjahr 2008|09 335.000 (Vorjahr 364.000) Tonnen Mais verarbeitet. Die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais wurde auf 107.000 Tonnen gesteigert. Der Rohstoff preis für Mais aus der neuen Ernte 2008 ist im Vergleich zur Ernte 2007 stark gesunken.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2008|09 um 116,3 m€ auf 344,4 (Vorjahr 228,1) m€, was zum Großteil auf die Ein be ziehung der Futtermittelumsätze zurückzuführen war. Der Mengenabsatz verzeichnete infolge starker Zuwächse bei Nebenprodukten einen rasanten Anstieg von 462.900 Tonnen im Vorjahr auf 948.900 Tonnen. Der gesamte Nebenproduktabsatz lag bei rund 423.000 (Vor jahr 112.300) Tonnen, was neben der Über nahme der AMV-Aktivitäten aus höheren Nebenprodukt verkäufen aus der Bioethanolproduktion in Österreich und Ungarn resultierte. Die zu Geschäfts jahresbeginn sehr guten Preise haben sich allerdings entsprechend der Ent wicklung der Getreidepreise wieder stark reduziert.

Der Verkauf von eigenproduzierten Stärkeprodukten war mit 278.600 (Vorjahr 284.800) Tonnen leicht rückläufi g. Steige run gen wurden beim Absatz von nativer Stärke (Kartoff el- und Maisstärke) sowie Kindernahrungsmitteln verzeichnet. Im Bereich der technischen Stärken wurden davon rund 110.400 (Vorjahr 98.400) Tonnen an die Papier-, Wellpappe-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. Zunächst rohstoff bedingt steigende Stärkepreise zu Beginn des Jahres 2008 führten zu Anpassungen bei den Vertragslaufzeiten. Infolge der wirt schaftlichen Abschwächung kam es im weiteren Jahresverlauf zu Kapazitätsanpas sun gen und fallenden

Stärkepreisen. Die Verlang samung der Konjunktur war auch in der Bau industrie ab Jahresmitte 2008 zu spüren. Im Bereich Lebensmittelstärke betrug das Absatzvolumen 82.200 (Vor jahr 102.600) Tonnen. Hier führten die stark gestiegenen Rohstoff preise zu Jahres beginn 2008 zu einem Rückgang der Verkaufs mengen. Mitte des Jahres konnten diese Mengen verluste teilweise wieder kompensiert werden. Ab September 2008 führten die ungünstigen Konjunktur erwar tungen zu einem drastischen Preisverfall bei Stärke und zu stagnie renden Abnahmen.

Investitionen

Die Investitionen in Österreich betrugen im Geschäftsjahr 2008|09 13,1 (Vorjahr 9,1) m€. Im Werk Gmünd erfolgte im zweiten Halbjahr 2008|09 die Inbetriebnahme der neuen Walzentrocknungsanlage. Weitere Investitionen betrafen Produktionsoptimierungen, die Erhöhung der Energie effi zienz sowie diverse Ersatzinvestitionen.

STÄRKE UNGARN

Wirtschaftliches Umfeld

Ausreichende Niederschläge führten im Jahr 2008 mit 8,9 (Vorjahr 3,9) Mio. Tonnen zu einer ungarischen Maisernte auf Normalniveau.

Die ungarische Isoglukosequote betrug für das Wirtschaftsjahr 2008|09 rund 220.000 Tonnen. Diese ist zur Gänze der HUNGRANA zuzurechnen, an der AGRANA und Tate & Lyle/ADM je 50 % der Anteile halten. Für das Wirtschaftsjahr 2009|10 wird diese Quote unverändert beibehalten.

Rohstoff und Produktion

Nach Abschluss umfangreicher Kapazitätserweiterungen auf eine Verarbeitungsleistung von 3.000 Tagestonnen erhöhte HUNGRANA im Geschäftsjahr 2008|09 die Verarbeitungsmenge auf rund 840.000 (Vorjahr 540.000) Tonnen Mais. Die guten Maiserträge bewirkten eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Verarbeitung an erntefrischem Nassmais in Höhe von 186.000 (Vorjahr 21.100) Tonnen.

Geschäftsentwicklung

Der Ausbau der Bioethanolverarbeitung sowie der Verzuckerungsanlage führten zu einer entsprechenden Absatzsteigerung auf 390.600 (Vorjahr 280.000) Tonnen. Der daraus resultierende Umsatz entsprechend dem 50%-Anteil der AGRANA betrug 134,2 (Vorjahr 91,8) m€. Davon entfi el knapp ein Drittel auf Ethanolverkäufe. Die gesunkenen Maispreise aus der neuen Ernte 2008 verbesserten das Ertragsniveau im zweiten Halbjahr.

Investitionen

In der ungarischen Stärkefabrik wurden im Geschäftsjahr 2008|09 5,4 (Vorjahr 39,8) m€ entsprechend dem 50%-Anteil investiert. Der Ausbau wurde im Laufe des ersten Quartals abgeschlossen, sodass nunmehr die Bioethanol- und Isoglukose-Produktionskapazitäten eine Tagesverarbeitung von 3.000 Tonnen Mais erreichen.

STÄRKE RUMÄNIEN

Wirtschaftliches Umfeld

In Rumänien konnte der Inlandsbedarf mit einer normalen Maisproduktion von 7,4 (Vorjahr 3,7) Mio. Tonnen im Jahr 2008 gedeckt werden.

Rohstoff und Produktion

In der rumänischen Maisstärkefabrik lag die Maisverarbeitung im Geschäftsjahr 2008|09 mit rund 16.500 (Vorjahr 23.400) Tonnen unter dem Vorjahr, da aufgrund des hohen Preisniveaus im ersten Halbjahr Absatzrückgänge zu verzeichnen waren. An erntefrischem Mais wurden rund 7.000 Tonnen verarbeitet.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr von 8,9 m€ um rund 7 % auf 9,5 m€ gesteigert werden. Ein Mehrabsatz von Verzuckerungsprodukten sowie höhere Verkaufspreise führten zu einer Kompensation der rückläufi gen Verkaufs mengen im ersten Halbjahr 2008|09. Mit Beginn der neuen Ernte 2008 wirkten sich die gefallenen Rohstoff kosten positiv auf den Geschäftsverlauf aus.

Investitionen

Für Sachanlagen wurden in Rumänien 0,1 (Vorjahr 0,8) m€ schwerpunktmäßig zur Reduktion der Energiekosten investiert. Ziel ist die zukünftige Versorgung des Werkes mit Erdgas.

BIOETHANOL

Die EU-Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien wurde im Dezember 2008 auf europäischer Ebene verabschiedet. Der verbindlich festgelegte Mindestanteil von 10 % erneuerbaren Energien am Energieverbrauch im europäischen Verkehrssektor wurde beibehalten. Umfangreiche Nachhaltigkeitskriterien werden sicherstellen, dass künftig nur nachhaltig produzierte Biokraftstoff e im Verkehrssektor eingesetzt werden. Hinsichtlich der erforderlichen Treibhausgaseinsparung muss von bestehenden Anlagen im Jahr 2013 ein Wert von 35 % und im Jahr 2017 von 50 % erreicht werden.

Eine Lebenszyklusanalyse der Joanneum Research Forschungs gesellschaft in Graz hat bestätigt, dass die AGRANA-Anlage in Pischelsdorf|Österreich mit rund 50 % Treibhausgaseinsparung bereits heute die Anforderungen für das Jahr 2017 erfüllt und weit über der festgelegten Mindestanforderung von 35 % liegt. Die gleiche Analyse wurde für das von HUNGRANA in Ungarn produzierte Bioethanol durchgeführt, wo die Einsparung von Treibhaus gasen ebenfalls die 50%-Grenze überschreitet.

Die gesamte Bioethanolproduktionskapazität der AGRANA beträgt in Österreich und Ungarn mehr als 400.000 m3.

Österreich

In Österreich gilt seit 1. Oktober 2008 eine Substitutionsverpfl ichtung von Biokraftstoff en in Höhe von 5,75 Energieprozent. Damit verbunden ist eine Steuerbegünstigung für die Beimischung von Bioethanol zu Benzin sowie für Treibstoff e mit hohem Bioethanolanteil (SuperEthanol E85) seit 1. Oktober 2007.

AGRANA betreibt am Standort Pischelsdorf die einzige groß industrielle Bioethanolproduktion in Österreich mit einer Kapazität von bis zu 240.000 m3 pro Jahr. Bei der Bioethanol erzeugung werden zusätzlich bis zu 190.000 Tonnen hochwertiges Eiweißfuttermittel hergestellt, das maßgeblich zur Reduktion von Futtermittelimporten auf Sojabasis aus Übersee beiträgt.

Ende Mai 2008 wurde, nach ersten Probeläufen im Vorjahr, der Regelbetrieb aufgenommen, nachdem aufgrund der dramatischen Rohstoff preisentwicklung bis zum Frühjahr 2008 die Wirtschaftlichkeit der Anlage nicht gegeben war. Die globale Situation der Rohstoff - und Ethanolmärkte und der Ausblick auf die Ernte 2008 sprachen für eine Wiederinbe trieb nahme der Anlage. Als Rohstoff e dienen Weizen, Trockenmais und Triticale. Die Rohstoff versorgung wird über Anbauverträge sowie am Markt zugekaufte Mengen sichergestellt.

Die AGRANA Bioethanol GmbH ist zu 74,9 % eine Beteiligung der AGRANA Stärke GmbH, 25,1 % der Anteile werden von der Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH gehalten.

Im Geschäftsjahr 2008|09 konnte eine deutliche Umsatzsteigerung erzielt werden. Das in Pischelsdorf produzierte Bioethanol wurde vorwiegend in Österreich abgesetzt. Mit dem neuen hochwertigen Neben produkt "ActiProt" bietet AGRANA seit Juni 2008 ein zertifi ziertes Eiweißfutter zur Herstellung gentechnikfreier Lebensmittel in Österreich und in den Nachbarländern an. Mit "ActiProt" können rund ein Viertel der österreichi schen Eiweißfuttermittelimporte aus Übersee gentechnikfrei substituiert werden.

Die Verarbeitung von hochpreisigen Rohstoff en aus der Ernte 2007 wirkte sich im ersten Halbjahr negativ auf den Ge schäftsbereich Bioethanol aus. Zusätzlich erfolgten technische Optimierungsphasen bis zur Erreichung der Voll auslastung gegen Jahresende 2008, wodurch sich insgesamt eine operative Ergebnisbelastung ergab. Die Aufwendungen in Höhe von 2,3 (Vorjahr 6,8) m€, die vor dem Produktions beginn anfi elen, sind im Sonderergebnis dargestellt. Für die Fertigstellung der Bioethanolanlage wurden im Geschäfts jahr 2008|09 5,2 (Vorjahr 73,2) m€ investiert.

Ungarn

Mit 1. Jänner 2008 wurde in Ungarn neben einer Biodiesel-Beimischung von 4,4 Volumsprozent zu fossilen Treibstoff en auch eine verpfl ichtende Beimischung von Ethanol in selber Höhe in Kraft gesetzt. Bei Unterschreiten dieses Niveaus wird eine zusätzliche Steuer von 5 % eingehoben.

Die erhöhte Ethanolkapazität der HUNGRANA liegt nun bei bis zu 520 m3 Tagesproduktion. Damit beträgt die maximale Produktionskapazität 187.000 m3 pro Jahr. Die Auslastung variiert mit der Isoglukoseverarbeitung. Die Ethanolproduktion erfolgte im Geschäftsjahr 2008|09 ausschließlich auf Basis von lokal zugekauftem Mais. Bis zum Beginn der Nassmaiskampagne im September 2008 wurde noch hochpreisiger Mais aus der Ernte 2007 verarbeitet. Seither läuft die Ethanolproduktion mit dem wesentlich preisgünstigeren Mais aus der neuen Ernte 2008.

In Ungarn vermarktet HUNGRANA unter der Marke "E85 Green Power" den umweltfreundlichen Treibstoff E85 mit bis zu 85 % Bioethanolanteil über unabhängige Mineralölunter nehmen.

SEGMENT-KENNZAHLEN 2008 09 2007 08 Veränderung
in m¤ in m¤ in %
Umsatzerlöse 804,4 852,5 –5,6
Operatives Ergebnis –5,5 43,5 > –100
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 30,6 42,9 –28,7
Mitarbeiter 4.927 4.696 +4,9

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA ist Welt-

marktführer bei Fruchtzubereitungen sowie führender Qualitätsanbieter von Fruchtsaftkonzentraten.

Sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht werden mittelbar von der AGRANA J&F Holding GmbH gehalten. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A. mit Sitz in Paris|Frankreich und für den Bereich Fruchtsaftkonzentrate durch AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Das wirtschaftliche Umfeld im Segment Frucht war im Geschäftsjahr 2008|09 von den Nachwirkungen der Rohstoff preisturbulenzen im vorangegangenen Geschäftsjahr sowie von einer konjunkturbedingten Abschwächung der Nachfrage bei Markenartikeln im Molkereibereich geprägt.

Marktumfeld

Aktuelle Marktdaten von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut zeigen eine deutliche Wachs tumsverlangsamung im zweiten Halbjahr 2008 infolge der Abwärtsentwicklung der Kon junktur. Ebenso waren strukturelle Verschiebungen im Konsumentenverhalten hin zu preislich günstigeren Eigenmarken der Handelsketten und zu Lasten höherpreisiger Markenartikel erkennbar, da die gestiegenen Lebensmittelpreise zu einer erhöhten Preissensibilität der Konsumenten führten. Infolge der ebenfalls stark verteuerten Milchproduktpreise im ersten Halbjahr 2008|09 kam es zu einer weltweiten Abschwächung beim Absatz von Fruchtjoghurts und gekühlten Frischedesserts.

Bei Apfelsaftkonzentrat geht AGRANA von einer stabilen Weltmarktentwicklung aus, da das aktuelle tiefe Preisniveau für Apfelsaft Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Fruchtsäften bringt.

In den letzten Jahren hat sich ein Markt für "Smoothies" (püreeartige Fruchtgetränke mit einem hohen Fruchtanteil) im hochqualitativen Convenience-Bereich etabliert. Dadurch ist eine verstärkte Nachfrage nach Fruchtpürees, insbesondere bei exotischen Früchten wie Banane, Mango, Guave, Papaya, Maracuja und Granatapfel, spürbar.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Back- sowie Eiscremeindustrie. Insgesamt betreibt AGRANA 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 19 Ländern.

In China ist AGRANA bereits seit 1999 mit einem Frucht zubereitungswerk nördlich von Peking vertreten. Seit 1994 wird in Polen produziert, Mitte 2005 wurde im russischen Serpuchov (Nähe Moskau) ein Fruchtzubereitungswerk eröff net, dessen Kapazität mehrmals erhöht wurde. Infolge der währungs- und wirtschaftspolitischen Unsicherheit wurde ein geplanter weiterer Werksausbau in Russland jedoch verschoben. Sowohl Russland als auch die Ukraine zählen mittel- und lang-

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fristig zu den Wachstumsmärkten, weshalb AGRANA in diesen Ländern ihre Marktposition festigen und durch Erschließung neuer Kundensegmente ausbauen möchte.

Auch der südamerikanische Markt besitzt unverändert Wachstumspotenzial. Neben dem Fruchtzubereitungswerk in Argentinien produziert AGRANA seit Mai 2007 im brasilia nischen Cabreúva (Nähe São Paulo) Fruchtzubereitungen.

Im Fruchtzubereitungswerk Kaplice|Tschechien wurde plangemäß die Produktion im August 2008 eingestellt. Durch die Verlagerung der Produktionsmengen in bestehende größere Fabriken in Österreich und Deutschland konnten dort entsprechende Skalenerträge realisiert und deren Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaft konzentraten in Europa und als einziger europäischer Produzent mit zwei 50%-Joint Ventures in China vertreten. Durch die im Jahr 2006 begonnene strategische Zusammen arbeit mit dem chinesischen Partner Yantai North Andre ist AGRANA operativ in der größten Apfelanbauregion der Welt tätig. Mit dem Erwerb von 50 % an einem weiteren chine sischen Apfelsaftkonzentratwerk in Yongji im März 2008 kann AGRANA dieses Rohstoff potenzial in einem noch höheren Ausmaß als bisher ausschöpfen. Die beiden Pro duktionsstätten in Xianyang (Provinz Shaanxi) und Yongji (Provinz Shanxi) zeichneten sich durch lange Apfelkampag nen infolge der guten Rohstoff versorgung im Geschäftsjahr 2008|09 aus. Das dort produzierte "süße" Apfelsaftkonzentrat ist durch einen niedrigen Säuregrad gekennzeichnet. Eine verstärkte Nachfrage nach süßem Konzentrat war am amerikanischen und russischen Markt festzustellen. Es dient auch als Basis für andere Fruchtsaftgetränke und wird in unzähligen Rezepturen und Mischungen verwendet.

In Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien und in der Ukraine wird hauptsächlich saures Apfelsaftkonzentrat mit hohem Säuregrad hergestellt. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA in diesen Ländern auch rote Beeren für den europäischen Konzentratmarkt.

AGRANA FRUIT (FRUCHTZUBEREITUNGEN)

Rohstoff und Ernte

Die Volatilitäten auf den Rohstoff märkten bedeuteten im Geschäftsjahr 2008|09 eine erhebliche Herausforderung für die Rohwarenbeschaff ung. Infolge der abnehmenden Nachfrage im letzten Quartal des Kalenderjahres 2008 kam es zu starken Preiseinbrüchen bei vielen Früchten. Die globale Einkaufsgesellschaft der AGRANA Fruit bewährte sich in der zentralen Koordination und Abwicklung des Früchte zukaufs. Seit dem Geschäftsjahr 2008|09 wird zusätzlich der Einkauf von Süßungsmitteln für die amerikanischen Produktionsstätten zentral organisiert. In China wurde eine lokale Sourcing-Einheit erfolgreich etabliert.

Die Hauptfrucht in AGRANA-Fruchtzubereitungen ist die Erdbeere mit einem Anteil von rund 40 % am Gesamt frucht bedarf. Die Erdbeersaison startete in Mexiko, Marokko sowie Polen auf dem hohen Preisniveau des Vorjahres. Der Nachfragerückgang und die hohen Lagerbestände führten bis Ende des Wirt schaftsjahres zu deutlichen Preisrück gängen.

1 Durch die Anpassung des Geschäfts jahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

38 Bei Himbeeren kam es in Nordamerika zu großen Ernteausfällen. Der Markt wurde daher vor allem aus Chile, dem wichtigsten überregionalen Anbaugebiet für den amerika nischen und europäischen Markt, bedient. Diese zusätzliche Nachfrage führte gemeinsam mit frostbedingten Aus fällen zu einem Ausverkauf von Himbeeren und einer Preis ver doppelung. In Europa bedingte diese Marktentwicklung ein ähnlich hohes Preisniveau für die serbische und polnische Ernte.

Wildheidelbeeren verzeichneten deutliche Preisrückgänge, nachdem die Marktteilnehmer das außergewöhnlich hohe Preisniveau der Vorjahre nicht angenommen hatten, was zu Nach fragerückgängen führte.

Nach relativ hohen Preisen während der Ernte bei Steinund Kernobst kam es im Jahresverlauf infolge der rückläufi gen Nachfrage ebenfalls zu Preiseinbrüchen für Tiefkühl ware hauptsächlich auf den osteuropäischen Märkten. Das hohe europäische Preisniveau während der Ernte konnte durch verstärkte Einkaufsaktivitäten im günstigeren asia ti schen Raum ausgeglichen werden. Bei Kirschen entspannten sich die Preise, bei Äpfeln führte ein normalisiertes Ernte volumen zu deutlichen Preisrückgängen gegenüber dem Vorjahr.

Tropische Früchte zeigten generell ein ansteigendes Preisniveau. Gründe dafür waren Ernteausfälle sowie eine anhaltend hohe Nachfrage in den ersten drei Quartalen.

Für das kommende Geschäftsjahr 2009|10 erwartet AGRANA bei Früchten sowohl auf dem Frisch- als auch auf dem Industriemarkt generell sinkende Preise aufgrund der konjunkturbedingt rückläufi gen Nachfrage.

Geschäftsentwicklung

Die gestiegenen Lebensmittelpreise führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer erhöhten Preissensibilität der Kon sumenten. In Westeuropa behauptete sich AGRANA dank einer ausgezeichneten Kunden- und Serviceorientierung in diesem schwierigen Marktumfeld. In Deutschland, am meist umkämpften Markt für Fruchtzubereitungen, gelang es AGRANA, den Marktanteil aufgrund ihrer Positionierung, Präsenz und Innovationskraft zu halten. Der Fruchtzubereitungsmarkt in Russland reagierte mit einer Verlangsamung des Mengenwachstums und ersten Rückgängen zu Ende des Kalenderjahres infolge der Wirtschaftskrise. Vergleichbare Entwicklungen waren in der Ukraine erkennbar, deren gesamtwirtschaftliche Entwicklung ähnlich kritisch verlief. In den USA konnten neue Marktchancen außerhalb der Molkereiindustrie wahrgenommen werden, wodurch die

Produktionsauslastung trotz Markteintritt eines neuen Mitbewerbers sichergestellt wurde. Dank ausgezeichneter Qualität der neuen Produktionsstätte in Brasilien konnten die Marktanteile erhöht werden. Die chinesische Lebensmittel industrie war temporär von der Melaminkrise betroff en, was zwischendurch auch bei AGRANA zu Absatzrückgängen führte. Die allgemeine Wirtschaftsentwicklung in Südafrika führte zu niedrigeren Umsätzen bei steigenden Energie kosten.

Die Verkaufspreise von Fruchtzubereitungen lagen leicht über dem Vorjahr. Die Absatzmengen waren infolge der strukturellen Verschiebungen von Markenartikeln hin zu Handelsmarken mit niedrigerer Fruchtdosierung rückläufi g. Neben den höheren Preisen für Milchprodukte waren dafür zum Teil auch Einzelereignisse wie zum Beispiel Milchliefer boykotte seitens der Landwirte ausschlaggebend.

Ziel für eine nachhaltige Ergebnissteigerung sind laufende Verbesserungen und besondere Qualitätsorientierung im Rohstoff - und Energieeinsatz, um Fruchtverluste oder energieineffi ziente Anwendungen zu reduzieren bzw. zu vermeiden.

Die Schließung des Produktionsstandortes Kaplice| Tschechien im August 2008 führte zu einer Verlagerung des Produk tionsvolumens in bestehende, größere Fabriken in Österreich und Deutschland.

Investitionen

Das im Geschäftsjahr 2007|08 neu eröff nete Fruchtzubereitungswerk im brasilianischen Cabreúva (Nähe São Paulo) wurde im Herbst 2008 mit einer zweiten Produktionslinie erweitert. Die Marktdurchdringung kann mit der erweiterten Kapazität von mehr als 10.000 Tonnen pro Jahr nun optimal fortgeführt werden. Am Standort Mitry|Frankreich wurde eine Produktionslinie ersetzt und konnte mit Jahresende die Produktion aufnehmen. Der polnische Produktionsstandort wurde um eine neue Abwasserreinigungsanlage erweitert. Ein Investitionsschwerpunkt war der vollständige SAP-Roll-Out an den Standorten Kröllendorf|Österreich und Konstanz|Deutschland. Die ersten Schritte für den weiteren SAP-Roll-Out wurden in Belgien und Mexiko gesetzt.

Die Erweiterung des russischen Standortes in Serpuchov wurde technisch bereits geplant und mit den Behörden verhandelt. Aufgrund der temporären wirtschaftlichen Unsicher heiten wird die Realisierung des Ausbaus jedoch verschoben. Russland bleibt ein wichtiger Wachstumsmarkt für AGRANA. Es ist davon auszugehen, dass mittelfristig weitere Expansionsschritte gesetzt werden können.

AGRANA JUICE (FRUCHTSAFTKONZENTRATE)

Rohstoff und Ernte

AGRANA konnte dank einer guten europäischen Apfelund Beerenernte sowie einer ausgezeichneten chinesischen Apfelernte die insgesamt zwölf Fabriken in hohem Maße auslasten. In den Anbaugebieten gab es keine Fröste oder negativen Wetterbedingungen.

Die europäische Apfelkampagne lief von Mitte August bis Dezember 2008, wobei in Ungarn und Polen lieferboykottbedingt die Produktion um einige Wochen verzögert gestartet wurde. In China erfolgte auch noch in den Monaten Jänner und Februar 2009 die Produktion von süßem Apfelsaftkonzentrat.

Insgesamt wurden die Verarbeitungsmengen für Verarbeitungsobst (Äpfel und Beeren) gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Gründe dafür waren eine europäische Normalernte, eine chinesische Rekordernte bei Äpfeln und eine geringfügige Mengensteigerung bei Beeren. Die Einkaufspreise für Verarbeitungsäpfel sanken signifi kant auf rund ein Viertel gegenüber dem Geschäftsjahr 2007|08. Auch bei Verarbeitungsbeeren sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise gegenüber dem Vorjahr deutlich. Die Rohstoff basis für Verarbeitungsobst bei AGRANA Juice wurde durch die Integration der zweiten Joint Venture-Gesellschaft in China weiter ausgebaut.

Bei roten Beeren, die hauptsächlich in Polen, Dänemark, Ungarn und in der Ukraine eingekauft wurden, verlief der Rohstoff einkauf insgesamt zufriedenstellend. Die Vorjahresmengen wurden bei guten Einkaufskonditionen leicht übertroff en. Aufgrund günstiger Vegetationsbedingungen waren die Qualitäten überdurchschnittlich gut.

Geschäftsentwicklung

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2008|09 lösten extreme rohstoff bedingte Verteuerungen bei Fruchtsäften ein geändertes Markt- und Konsumverhalten aus. Anstelle von Jahreskontrakten wurden seitens der großen Handelsunternehmen Kontrakte mit kürzerer Laufzeit geschlossen. Generell war ein Trend zu Spotkäufen infolge des hohen Preisniveaus aus der Ernte 2007 zu verzeichnen. Dies führte bei AGRANA zu hohen Lagerständen von Apfelsaftkonzentrat aus der Kampagne 2007. In Erwartung einer normalen Apfelernte in Europa für die neue Kampagne 2008 und sehr hohen Importen aus China im Jahr 2007, die zu Überlagern führten, kam es im Frühsommer 2008 zu einem drastischen Verfall

der Konzentratpreise. Aufgrund dieser Marktent wicklung sah sich AGRANA gezwungen, diese Lagerbestände um 32,4 m€ im zweiten Quartal 2008|09 abzuwerten.

Der mengenmäßige Absatz von Fruchtsaftkonzentraten lag aufgrund der Preissituation im Geschäftsjahr 2008|09 unter der Vorjahresmenge. Im Geschäftsjahr 2009|10 wird infolge der abgeschlossenen Kontrakte jedenfalls mit einer wesentlichen Absatzmengenausweitung bei einer normalen Ernte für Verarbeitungsobst gerechnet. Der Durchschnitts preis für Apfelsaftkonzentrat lag im Geschäftsjahr 2008|09 aufgrund der höheren Preise im ersten Halbjahr über dem derzeit aktuellen Niveau.

Zur Vermeidung künftiger Abwertungsnotwendigkeiten wurde die Produktion aus den Kampagnen 2007 und 2008 durch Vertriebsverträge für "saures" Apfelsaftkonzentrat weitgehend im Herbst 2008 preislich fi xiert. AGRANA hat nunmehr ihre Kontraktpolitik geändert, ihre Kunden breiter gestreut und das Kundenportfolio auch im mittleren und kleineren Tonnagen bereich ausgebaut. Zusätzlich werden neue Absatz regionen erschlossen, um die Abhängigkeit von wenigen Absatz märkten und deren Schwankungen zu mildern.

Im Frühjahr 2008 wurden Reorganisationsmaßnahmen an den polnischen Produktionsstandorten eingeleitet und umgesetzt. Auch an den anderen Konzentratstandorten werden Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur und zur Erhöhung der Flexibilität in Hinblick auf künftige Marktschwankungen umgesetzt.

Da der Großteil der AGRANA-Juice-Produktionsstätten in den osteuropäischen Rohstoff gebieten (Ungarn, Polen, Ukraine, Rumänien) angesiedelt ist, kam es infolge der volatilen Währungen im Geschäftsjahr 2008|09 zu Fremdwährungs verlusten. Dabei handelt es sich um nicht realisierte Währungseff ekte infolge der Umrechnung der Euro-Finan zie rungen in Landeswährung.

Investitionen

An den europäischen Konzentratstandorten standen Rationalisierungsprojekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Produktqualität, Produktsicherheit und Anhebung des Hygienestandards im Fokus. In Winniza|Ukraine investierte AGRANA in eine moderne Lüftungsanlage im Produktionsbereich. Im chinesischen Werk in Xianyang wurde die Investition in den Ausbau der Tagesverarbeitungs kapazität mit 1.800 Tonnen Äpfeln abgeschlossen und rechtzeitig zum Kampagnestart erfolgreich in Betrieb genommen.

RWERT DELUNG DURCH

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

42 Die Qualitätsführerschaft in der Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoff e zu Zucker- und Stärke produkten sowie in der Verarbeitung von Früchten zu Fruchtzubereitungen und Frucht saftkon zentraten ist eines der wichtigsten strategischen Ziele von AGRANA. Die Erreichung dieses Zieles setzt die sorgfältige Auswahl von agrarischen Rohstoff en und die Anwendung modernster Techno logien bei deren Veredelung voraus. AGRANA sichert die Rohstoff e in der geforderten hohen Qualität durch nachhaltiges Wirtschaften und einen ressourcenschonenden Umgang mit der Natur. Nachhaltigkeit ist für AGRANA somit ein integrierter Bestandteil der Unternehmensphilosophie und ein wichtiger Grundsatz für die Abwicklung des operativen Geschäftsalltages.

AGRANA ist in der Industrie Vorreiter im nachhaltigen und umweltbewussten Handeln. Der Energie- und Rohstoff einsatz sowie die Produktionsverfahren werden laufend optimiert. Seit 1990 hat AGRANA Millionenbeträge in den Bereichen Transport, Energieversorgung, Produktion und Ver packung investiert und damit bereits vor Jahren das Kyoto-Ziel zum Abbau von CO2-Emissionen bis 2010 erreicht.

Nahrungsmittelsicherheit, Qualitätssteuerung, Rückverfolgbarkeit aller industriellen Prozesse bis auf das Feld – Behandlung der Rohstoff e von der Aussaat bis zur Ernte – sowie Zertifi zierungen (ISO 9001:2000, ISO 22000, International Food Standard, GMP+1, Qualität & Sicherheit) tragen zur Nachhaltigkeit der AGRANA-Produkte und zur nachhaltigen Umweltorientierung bei.

HERSTELLUNG VON BIO-PRODUKTEN

AGRANA stellt nunmehr in allen Segmenten Bio-Produkte her. In der Zuckerkampagne 2008|09 produzierte AGRANA erstmals Bio-Rübenzucker nach den Vorgaben der EU-Verordnung über den ökologischen Landbau. Die erforderliche Trennung zwischen konventionellem und Bio-Zucker so wie die eingeschränkte Liste der Verarbeitungshilfsstoff e stellt für die Verarbeitung der Bio-Rüben eine große technologische Herausforderung dar. Die Einhaltung der EU-Bio-Verordnung wird in allen Produktionsstufen vom Feld bis zum Handel durch anerkannte Bio-Kontrollstellen überwacht. Bio-Zucker wird unter der Marke "Wiener Zucker" als Bio-Rübenzucker im Einzelhandel vertrieben sowie an Unternehmen der Lebensmittelindustrie für deren Bio-Produktion verkauft.

EINSATZ VON NEBENPRODUKTEN

Nachhaltige Produktion bedeutet auch eine möglichst vollständige Verwertung anfallender Neben produkte. Von den Zucker- und Stärkewerken werden die Nebenprodukte Carbokalk und Kartoff el restfruchtwasser als Dünge- und Bodenverbesserungsmittel angeboten. Rübenschnitzel, Kartoff el eiweiß und DDGS (Distillers Dried Grains with Solubles) werden an die Landwirtschaft als hochwertige Futtermittel abgegeben. Im Segment Frucht werden anfallende Trester an die Pektinindustrie oder als Futter mittel verkauft oder einer thermischen Nutzung zugeführt.

SOZIALE VERANTWORTUNG

Nachhaltigkeit bedeutet für AGRANA nicht nur das Bemühen um einen Einklang zwischen Ökonomie und Ökologie, sondern beinhaltet als dritte Säule auch soziale Verantwortung. Gemäß den Grundsätzen moderner Corporate Social Responsibility (CSR) ist AGRANA als bedeutendes Industrieunternehmen in Zentraleuropa mit globaler Präsenz bestrebt, ihre gesellschaftliche Verantwortung überall bestmöglich wahrzunehmen. AGRANA engagiert sich neben dem seit vielen Jahren praktizierten Kultursponsoring auch in der Unterstützung zahlreicher kleinerer Projekte

Verankerung der Nachhaltigkeit und des ressourcenschonenden Umganges mit der Natur in unserer Unternehmens kultur.

im Sozialbereich. Als Beispiele seien hier der Ver trieb von fair gehandeltem (Fair Trade) Rohrzucker unter der Marke "Wiener Zucker" oder die Unterstützung der Caritas-Aktion "coff ee to help" erwähnt.

Die Sozialpartner der europäischen Zuckerindustrie sind seit vielen Jahren einem gemeinsamen Verhaltenskodex hinsichtlich sozialer Entwicklung und Einhaltung der Grundrechte verpfl ichtet. Auch die europäische Stärkeindustrie hat sich zum effi zienten Einsatz natürlicher und erneuerbarer Ressourcen und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung bekannt.

Im Segment Frucht werden unterschiedliche Kodices angewendet. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrat wird der SGF/IRMA Code of Conduct als wichtiger Schritt verstanden, nachhaltige und ethische Standards in der internationalen Frucht saftindustrie durchzusetzen. In Ermangelung eines allgemeinen Branchenkodex hat AGRANA für den Bereich Fruchtzu bereitung den AGRANA Code of Conduct erarbeitet, der sich an den Standards der International Labour Organisation orien tiert. Dieser Kodex hat Themen wie die Vermeidung von Kinderarbeit, Zwangsarbeit, alle Arten von Diskriminierung und den Erhalt der Gesundheit und Arbeitsplatzsicherheit zum Inhalt.

GELEBTE NACHHALTIGKEIT ANHAND VON AUSGEWÄHLTEN PROJEKTEN AUS DEN AGRANA-SEGMENTEN

Im Hinblick auf die umfassende Verantwortung gegenüber den Stakeholdern wurden die im Folgenden beschriebenen vier Projekte aus den einzelnen Geschäftsbereichen als Beispiele für die gelebte Nachhaltigkeit im Unternehmen ausgewählt.

Segment Zucker – Biogasherstellung

In der Zuckerkampagne 2007 wurde erstmalig eine neu installierte Biogasanlage im Werk Kaposvár|Ungarn in Betrieb genommen. Aus den Rübenblättern und den nach der Extraktion anfallenden Zuckerrübenschnitzeln wird Biogas gewonnen, das einen Teil des für die Energie erzeugung notwendigen Erdgases ersetzt.

Für die Energieversor gung in der Zuckerrübenkampagne 2008 wurde eine Gesamtbiogasmenge von rund 9,0 Mio. m3 erzeugt, die einer Einsparung von rund 4,8 Mio. m3 Erdgas entspricht. In der Kampagne 2008 wurden in Kaposvár bereits 45 % des Energiebedarfs durch eigenes Biogas abgedeckt. Die pro du zierte Menge an erneuerbarer Energie verbesserte die jährliche CO2-Bilanz um 9.000 Tonnen CO2.

Die Anlage wurde nach der Zuckerrübenkampagne mit reduzierter Leistung weiterbetrieben, um in der Heizperiode die komplette Wärmeenergieerzeugung zur Versorgung der gesamten Werksanlagen und des Zuckersilos abzusichern. Die tägliche Biogasproduktion in dieser Heizperiode betrug durchschnittlich 12.000 m3. Damit wurde die gesamte Erdgasmenge für die Heizperiode von 100 Tagen einge spart. Dies führte zu einer weiteren Einsparung an Energie kosten und einer zusätzlichen Verbesserung der CO2-Bilanz um 1.200 Tonnen.

Segment Stärke – Bioethanol als nachhaltiger, umweltschonender Kraftstoff

Bioenergie ist ein wesentlicher Bestandteil eines nachhaltigen Energieszenarios. Im Verkehrssektor mangelt es an kurzfristig umsetzbaren Alternativen zu Biotreibstoff en. So haben sich beispielsweise in Österreich seit dem Jahr 1990 die Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr nahezu verdoppelt und verursachen rund 26 % der österreichischen Gesamtemissionen. Kraftstoff e aus regenerativen Rohstoff en, die weitgehend CO2-neutral in der Aufbringung und Herstellung sind und nachhaltig erzeugt werden können, tragen wesentlich zur Problemlösung bei. Zusätzlich wird die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes gefördert. Die Euro päische Union schreibt daher bis zum Jahr 2020 einen Anteil von Biokraftstoff en von 10 % der verwendeten Treib stoff e als Ziel vor. Österreich will dieses Ziel schon 2010 erreichen. Seit 1. Oktober 2008 müssen 5,75 % der in Österreich in Verkehr gebrachten Kraftstoff e biogene Treibstoff e, also Bio ethanol oder Biodiesel, sein. Zusätzlich wird mit Super Ethanol E85 ein neuartiger Treibstoff angeboten, der zu bis zu 85 % aus Bioethanol besteht.

AGRANA betreibt im niederösterreichischen Pischelsdorf Österreichs einzige großindustrielle Anlage zur Herstellung von Bioethanol. Mit der Verarbeitung von bis zu 620.000 Tonnen Getreide, hauptsächlich Weizen und Mais aus Österreich, können bis zu 240.000 m³ (bzw. 190.000 Tonnen) Bioethanol pro Jahr produziert werden. Damit wird der österreichische Bioethanolbedarf komplett abgedeckt. Aus den Produktionsreststoff en werden bis zu 190.000 Tonnen DDGS (Distillers Dried Grains with Solubles) erzeugt. Dieses Eiweißfuttermittel wird unter dem Markennamen "ActiProt" erfolgreich vertrieben. Das hochwertige, zur Herstellung gentechnikfreier Lebensmittel geeignete Futtermittel leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Bioethanolerzeugung, sondern auch zur ökologischen und ökonomischen Gesamtbilanz des Werkes. Es substituiert rund ein Viertel der österreichischen Soja-Futtermittelimporte aus Übersee, deren Gentechnikfreiheit in Zukunft nur schwer gewährleistet werden kann.

44 Eine von der Grazer Joanneum Research Forschungsgesellschaft erarbeitete Lebens zyklusanalyse untersuchte nach der von der EU geforderten Energie-Allokationsmethode die Treibhausgasbilanz von Bioethanol aus Pischelsdorf im gesamten Produktlebens zyklus vom Anbau der Rohstoff e und deren Düngung, Ernte, Transport und Verarbeitung bis zur Verbrennung im Motor. Dabei wurden CO2, Methan und Lachgas berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerech net. Über den gesamten Produktlebenszyklus berechnet, er gaben sich dabei für die Verbrennung eines Liters Bioethanol gegenüber einem Liter Benzin CO2-Einsparungen von 47 % bis 51 % in Abhängig keit der verwen de ten Rohstoff e Mais oder Weizen. Insgesamt können somit im österreichischen Transportsektor bis zu 380.000 Tonnen CO2-Äquivalent und 100.000 Tonnen Rohöläquivalent pro Jahr eingespart werden. Die AGRANA-Bioethanolanlage übererfüllt zudem das bis 2012 geforderte EU-Ziel von 35 % CO2-Einsparung für biogene Treibstoff e und erreicht schon heute das ab 2017 geltende Ziel von 50 % CO2-Ein sparung.

Bioethanol aus dem AGRANA-Werk Pischelsdorf leistet einen wertvollen Beitrag zur Reduktion der österreichischen Treib hausgasemissionen, trägt durch die Substitution von Öl- bzw. Futtermittelimporten zur Verbesserung der österreichischen Handelsbilanz sowie zur Schaff ung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum bei und fördert die Energieunab hängigkeit.

AGRANA Fruit – Erdbeerkulturen in Mexiko

Das von AGRANA Fruit México durchgeführte Projekt im Erdbeeranbau stellt ein erfolgreiches Modell für gelebte Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im landwirtschaftlichen Bereich durch effi zientes Management der Zusammen arbeit von bäuerlichen Produzenten, industriellen Abnehmern, Finanz-, Regierungs- und NGO-Institutionen dar.

AGRANA Fruit México ist mitten im größten Erdbeeranbaugebiet Mexikos gelegen. Im Jahr 1995 wurden erste Schritte gesetzt, um Teile des bis dahin langwierigen Qualitäts-

kontroll prozesses näher an die Anbau felder heranzuführen. Bauern wurden beim Pfl anzenschutz, der Produktionstechnik und der Einhaltung hygienischer Produktionsmethoden aktiv beraten. Neben der Zusicherung von Abnahmemengen erhalten die Bauern auch Finan zie rungsunterstützung und Zugang zu strategischen Allianzen mit Zuliefer- und Abnehmer unternehmen.

Im Bereich der Rückverfolgbarkeit entwickelte AGRANA eine eigene Software, um die Produktivität und den Pestizideinsatz, Wasser- und Bodenqualität (hinsichtlich Pestiziden, Nähr- und Schadstoff en) sowie Kreuzkontaminationen mit anderen Früchten aus der Feldnachbarschaft direkt vor Ort zu messen. Das Unternehmen baute ein Netzwerk von Feldinspektoren auf, die täglich über mobile Datenübertragungs geräte relevante Informationen an einen zentralen Datenspeicher liefern. Auf diese Art kann heute die volle Rückverfolgbarkeit der Produktionskette sichergestellt werden.

AGRANA Fruit México startete weiters ein Projekt zur Finanzierung einer Feldtechnisierung. Damit konnte AGRANA hochtechnologische Einrichtungen wie Makro-Tunnel, Mulch technik, computerkontrollierte Tropf-Bewässerung und Düngung auf 241 Hektar Erdbeerfeldern bei 56 Vertragsbauern implementieren. Die Produktivität der Felder verdoppelte sich dadurch von rund 40 Tonnen auf rund 80 Tonnen Ertrag pro Hektar. Das Projekt leistet auch im sozialen Bereich einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Kinderarbeit auf den Feldern.

Aufgrund des großen Erfolges des Erdbeerprojektes wurde auch ein Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsprojekt für Mangos aufgenommen. Daneben soll das Projekt in der nächsten Saison auf andere Beerenfrüchte ausgedehnt und auch in den AGRANA-Organisationen in Argentinien und Brasilien gestartet werden.

AGRANA Juice – Finanzierungsprogramm zur Kultivierung von Rohstoff sorten

Die zentralukrainische Region um Winniza ist eine der wichtigsten Obstanbauregionen der Ukraine, wo rund 10 % der ukrainischen Fruchtproduktion auf zehntausenden Hektar Obstplantagen produziert werden. Viele Plantagen sind überaltert, die Produktivität und die Qualität der Produkte sind unzureichend.

Um diese Wachstumsbarrieren zu überwinden, wurde 2007 eine Partnerschaft zwischen der International Finance Cooperation (IFC), einer Tochtergesellschaft der Weltbank, dem österreichischen Bundesministerium für Finanzen und AGRANA Fruit Ukraine, dem größten Fruchtverarbeiter der Region, geschlossen. Ziel der Kooperation ist die Sicherung der künftigen Rohstoff basis durch die Kultivierung neuer, resistenter Apfelsorten sowie die Ausweitung des Beerenanbaus. Zur Kultivierung der Apfelsorten, für die das Unternehmen den Bauern eine Ankaufsgarantie gibt, stellt AGRANA Pfl anzmaterial und Beratung zur Verfügung. Der Projektplan sieht einen kontinuierlichen Ausbau der Anbaufl äche bis zum Jahr 2011 vor.

Zur Entwicklung einer stabilen Lieferantenplattform im Rahmen einer langfristigen Zusammenarbeit unterstützt AGRANA die Plantagen in folgenden Bereichen:

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Farmen durch die Einführung von neuen Sorten, effi zientes Management, Erhöhung der Qualität und Produktivität.
  • Aufbau langfristiger Lieferantenbeziehungen mit einem Angebot- und Nachfrage-Planungssystem sowie einem ausgearbeiteten, vertraglich fi xierten Anreizsystem, integrierter Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeitsmaßnahmen.
  • Verbesserung der Finanzierungsverfügbarkeit für die Farmen durch Unterstützung von AGRANA im Bereich der Geschäftsplanung und des Managements, Hilfe bei der Klärung von Besitzverhältnissen der Farmen in Übereinstimmung mit den bestehenden rechtlichen Bestimmungen sowie Zugang zu Finanzierungs möglichkeiten.

Neben den wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren ist die Implementierung der Good Agricultural Practice (GAP) wesentlich. Diese umfasst vor allem die Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit durch die Rückverfolgbarkeit der Früchte sowie die Verringerung etwaiger negativer Umwelt aus wirkungen des Obstanbaus in der Ukraine.

OVATION SICHERT

F OLG

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In einem hoch kompetitiven Marktumfeld ist es das strategische Ziel von AGRANA, sich durch Produktinnovationen vom Mitbewerb zu diff erenzieren. In enger Partner schaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA neue Rezepturen, Spezial produkte und neue Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Dies trägt wesentlich zum langfristigen Erfolg von AGRANA bei und wird auch in Zukunft Bestandteil einer auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie bleiben.

Konsequenter Ausbau der Innovationsaktivitäten: Forschungsund Entwicklungs aufwand um 19 % gestiegen. Zur Umsetzung dieser Strategie und zum Ausbau des umfassenden Entwicklungs-Know-hows unterhält AGRANA mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrich tungen. Diese sind für Zucker und Stärke schwerpunktmäßig bei der Zucker forschung Tulln Gesellschaft m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Das Leistungs angebot reicht hier von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie. Im Frucht zubereitungsbereich ist die zentrale Forschung und Entwicklung im Innovations- und Kompetenzzentrum Gleisdorf|Österreich und im Innovations zentrum Brecks ville|USA organisiert. Aufgabe der beiden Forschungszentren sind die Entwicklung von innovativen Produkten und neuen Produktionsverfahren sowie die Durch führung längerfristiger Forschungs- und Entwicklungs projekte, um den international tätigen Kunden der AGRANA marktnahe Lösungen zu präsentieren. Dabei konzentriert sich das Innovationszentrum Brecksville vornehmlich auf die speziellen Markt bedürfnisse des US-amerikanischen Raumes. Unterstützt werden die beiden Innovationszentren von einer zentralen Marktentwicklungs abteilung in Mitry|Frankreich.

Im Geschäftsjahr 2008|09 betrugen die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung rund 12,5 (Vorjahr 10,5) m€. Insgesamt beschäftigte AGRANA im Geschäftsjahr 2008|09 für Forschung und Entwicklung 195 (Vorjahr 187) Mitarbeite.

SEGMENT ZUCKER

Im Geschäftsjahr 2008|09 gewann der Einsatz der in den letzten Jahren entwickel ten Verfahren zur Einsparung von Hilfsstoff en wie Schaumdämpfungsmittel, Kalkstein und Koks bzw. Alkali sie rungs mittel in den Zuckerwerken weiter an Bedeutung. Parallel dazu arbeitete AGRANA am optimalen Einsatz von natürlichen Biostabilisatoren in der Zuckerextraktion.

Ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten während der letzten Kampagne betraf das System zur optimalen Dosierung von Alkalisierungsmitteln (bei der Klärung des Rohsaftes durch Zusatz von Kalkmilch). Erfolgreich verliefen auch Versuche, natürliche Biostabilisatoren als Silierhilfsmittel (zur Unterdrückung von Fehlgärun gen) einzusetzen. Nach anfänglichen Erfolgen bei der Silierung von Pressschnitzeln konnten Möglichkeiten gefunden werden, die Produkte auch im Bereich von Grassilagen einzusetzen.

SEGMENT STÄRKE

AGRANA positioniert sich durch konsequente Produktentwicklung im Spezialitäten bereich erfolgreich am Markt. Grundlage dafür ist die intensive und enge Zusammenarbeit mit den Kunden.

Die Forschungsschwerpunkte im Nonfood-Bereich betrafen im Geschäftsjahr 2008|09 insbesondere Aktivitäten im Bau-, Klebstoff - und Kosmetikbereich sowie für biologisch abbaubare Werkstoff e. Als wichtiger strategischer Forschungsbereich hat sich der Baustoff sektor etabliert. Mit der Ent wicklung von neuen hoch derivatisierten Stärkeprodukten (Fliesenkleber und Putze) konnte den steigenden Ansprüchen des Marktes voll entsprochen werden. Neben neuen Anwendungsbereichen für Stärkeether entwickelte AGRANA hoch modifi zierte Stärke produkte für den Einsatz als Stabili sa toren im Beton bereich. Neue spezielle Verdicker können nicht nur in Dispersions farben, sondern auch in Kunstharzputzen eingesetzt werden. Für die Märkte Papiersack verklebung und Etikettier klebstoff e ist es gelungen, maß geschneiderte Sackkleberprodukte zu entwickeln. Die Entwicklung von neuen Stärkepro dukten für die Kosmetikindustrie wurde durch Produktinnovationen von AGRANA vorangetrieben. Im Bereich der biologisch abbaubaren Werkstoff e entwickelte AGRANA eine modifi zierte, thermoplastische Stärke, die in Kombination mit Polyestern/Polymilchsäure im Spritzguss vielversprechende Eigen schaften aufweist.

Die Entwicklung von Stärkeprodukten für den Lebensmittel sektor konzentrierte sich zuletzt auf die Umsetzung von speziell modifi zierten Wachsmaisstärken für Frucht zubereitungen. Beim Einsatz von neuen Stabilisatorsystemen stand der Bereich der Bio-Stärken im Vordergrund.

Die AGRANA-Bioethanolproduktion war insbesondere in der Anlaufphase intensiv analytisch zu betreuen. Von ZFT durchgeführte Fütterungsversuche bei Nutztieren und im Pet Food-Bereich bestätigten die positiven Auswirkungen des von AGRANA produzierten, eiweißreichen Futtermittels "ActiProt". Im Jahr 2008 konnte die Erweiterung der Akkredi tierung der ZFT auf die Untersuchung von qualitätsrelevan ten Para metern von Ethanol realisiert werden.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2008|09 wurden die Forschungsaktivitäten bei Fruchtzubereitun gen mit dem Ziel der Markterweiterung forciert. Dies beinhaltete die Weiter ent wicklung von Smoothies sowohl in Bio- als auch in konventioneller Qualität. Neben dem bekannt hohen Fruchtanteil stand die Zugabe von funktionellen Substanzen im Mittelpunkt. Auch im Food Service-Bereich entwickelte AGRANA spezielle Frucht saucen, womit der Markteintritt am australischen Markt gelang. In den USA und in Mexiko wurden backstabile Fruchtzubereitungen und deren Produk tionstechnologie weiterentwickelt.

"Superfrüchte" mit einem besonders hohen Gehalt an gesunden Inhaltsstoff en sind weiter im Trend. AGRANA entwickelte dafür Vermarktungskonzepte, mit denen die positiven Eigenschaften dieser Superfrüchte hervorgehoben werden. Neue Rezep turen mit optimierten Geschmacks profi len wurden entwickelt und inter essierten Kunden präsentiert. Weiters wurden fruchtbasierte Produkte mit funktionellen Inhaltsstoff en wie Kalzium und Eisen sowie Antioxidantien oder Vitaminen entwickelt. Speziell die Anreicherung mit geschmacksintensiven Substanzen stellt Frucht zu be reitungs her steller und Molkereien vor große Herausforderungen. Durch die Aus wahl gezielter Wirkstoff quellen und eine technologische Adaptierung des Pro duk tionsprozesses konnten sehr hohe Anreicherungsraten ohne sensorische Beein trächtigungen erreicht werden.

Im Fruchtsaftkonzentratbereich ist die Optimierung der Farbausbeute und der Farbstabilität von roten Saftkonzen traten ein wichtiges Ziel. Schrittweise wurde die Auswirkung aller kritischen Produktionsprozesse auf diese Produkt eigenschaften überprüft und Verbesserungen evaluiert. Durch umfangreiche Maßnahmen wurde die Qualität der Fruchtaromen in allen Fruchtsaftkonzentrat werken verbessert, was zu einer deutlichen Wertsteigerung der Produkte führte.

1 Durch die Anpassung des Geschäfts jahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

2 F&E-Aufwendungen gemessen am Umsatz.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

50 Im Geschäftsjahr 2008|09 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.244 (Vorjahr 8.140) Mitarbeiter. Davon waren 1.730 (Vorjahr 1.643) Mitarbeiter in Österreich und 6.514 (Vorjahr 6.497) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl folgendermaßen:

  • im Segment Zucker 2.464 (Vorjahr 2.597) Mitarbeiter,
  • im Segment Stärke 853 (Vorjahr 847) Mitarbeiter und
  • im Segment Frucht 4.927 (Vorjahr 4.696) Mitarbeiter.

Trotz der erstmalig längeren Zuckerkampagne in Österreich (Produktion bis 22. Jänner 2009) verringerte sich der durchschnittliche Personalstand im Segment Zucker aufgrund von Restrukturierungen in Ungarn, der Slowakei und Rumänien um 133 Mitarbeiter. Im Rahmen der Fusion der S.C. Romana Prod s.r.l. mit der AGRANA Romania S.A. wurde mit den 30 betroff enen Mit arbeitern ein Sozialplan ausverhandelt. Im Zuge der ungarischen Standortoptimierung wurde auch der Transfer der Produktionsstätte der INSTANTINA Hungaria Kft., die auf dem Gelände der Zuckerfabrik in Petöháza|Ungarn angesiedelt war, nach Dürnkrut|Österreich beschlossen. Am Standort Dürnkrut|Österreich wurden dadurch 16 zusätzliche Arbeitsplätze geschaff en.

Im Segment Stärke stand dem Personalaufbau im Bioethanolwerk Pischelsdorf|Österreich ein Personalrückgang in Rumänien gegenüber.

Bei Frucht war der Mitarbeiteranstieg um 231 Beschäftigte auf die Einbeziehung der zweiten Joint Venture-Gesellschaft in Yongji|China und auf den vermehrten Einsatz von Erntehelfern in Marokko zurückzuführen. Für die von der Schließung des tschechischen Fruchtzubereitungswerkes in Kaplice betroff enen 77 Mit arbeiter wurde ein umfangreicher Sozialplan umgesetzt.

PERSONALENTWICKLUNG ALS ERFOLGSFAKTOR

Im Vordergrund der Personalstrategie standen im Geschäftsjahr 2008|09 gezielte Qualifi zierungsund Entwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte und Mitarbeiter. Damit stellt AGRANA mit der kontinuierlichen, segmentübergreifenden Mitarbeiterförderung einen wichtigen Erfolgsfaktor sicher.

Einen Schwerpunkt bildete die Implementierung eines konzernweiten "Talent Development"- Prozesses. Gerade in einem international tätigen Konzern sind Schlüsselkräfte mit hoher Mobilität und Flexibilität von großer Bedeutung. Ziel dieses Prozesses ist es, Mitarbeiter mit hohem Potenzial und Leistungsfähigkeit weltweit zu identifi zieren und ihre berufl iche Entwicklung zu fördern.

MITARBEITER NACH REGIONEN

Die ständige Weiterentwicklung aller Mitarbeiter hat bei AGRANA hohen Stellen wert. Es wurden daher "Basic Management Skills" defi niert, über die alle Führungskräfte verfügen sollen. Diese Fähigkeiten umfassen Grundlagen der Mitarbeiterführung, Kommunikation, Zeitmanagement, Präsentationstechnik, Grundlagen des Projektmanagements und wirtschaftliches Grundwissen. Darüber hinaus wurden segmentübergreifend auch Fachschulungen angeboten. Um der internatio nalen Ausrichtung des Unternehmens Rechnung zu tragen, wurden an vielen Standorten Englisch kurse veranstaltet.

Auch segmentintern wurden wichtige Ausbildungsschwer punkte gesetzt: Im Segment Zucker waren diese Sicherheit, Berufstrainings sowie Schulungen für das mittlere Manage ment. Innerhalb des Fruchtzubereitungsbereiches wurde ein "Peers Training" installiert, das zu einem individuellen Erfahrungsaustausch unter Senior Managern aus verschiedenen Ländern genutzt wird. Darüber hinaus wurden Programme zur Qualitätsverbesserung umgesetzt. Der Ausbildungsschwerpunkt im Bereich Fruchtsaftkonzentrate lag in einem verstärkten Angebot von Englischkursen und Weiterbildungsmaßnahmen in der Arbeitssicherheit.

Um die Umsetzung der strategischen Ziele zu unterstützen, existiert seit vielen Jahren ein erfolgsabhängiges Entloh nungssystem für Führungskräfte, das mittlerweile weltweit implementiert wurde. Die Kriterien für die variable Ver gütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen (wie zum Beispiel Ergebnis der Betriebstätigkeit) auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2008|09 nahmen rund 6 % aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Ent lohnungssystem teil.

Die Personalstrategie für das Geschäftsjahr 2009|10 wird auch weiterhin auf die Qualifi zierung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter ausgerichtet sein. Dies betriff t insbesondere auch die Lehrlinge: In Österreich standen 2008|09 insgesamt 62 Lehrlinge, vor allem als Maschinenbau tech niker, Elektro betriebstechniker, Chemielabortechniker und erstmalig auch als Lebensmitteltechniker in Ausbildung.

GESUNDHEIT

Im Rahmen des Gesundheitsförderungsprogrammes "AGRANA-Fit" wurden in zahlreichen Niederlassungen weltweit unterschiedliche Maßnahmen gesetzt: So bestehen in einzelnen Ländern Kooperationen mit lokalen Fitness einrichtungen. In den USA wurde beispielsweise ein um fassen des Programm weitergeführt, das vor allem aus Gesundheitsscreenings sowie verschiedenen Wellness-Aktivitäten besteht. Am jährlichen Wien Energie Business Run haben im August 2008 insgesamt 26 AGRANA-Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäfts bereichen teilgenommen.

DAVON SEGMENT ZUCKER

DAVON SEGMENT FRUCHT

2008 09 4.927
2007 08 4.696
2006 07 4.724

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

52 Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu wahren, setzt AGRANA ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken ein. Das Risikomanagement verfolgt das Ziel, Risiken vorzeitig zu erkennen und geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen zu treff en, sodass die Zielabweichungen auf ein Minimum beschränkt werden. Im Mittelpunkt dieser Risikosteuerungsaktivitäten steht dabei der möglichst effi ziente Einsatz des verfügbaren Eigenkapitals unter Berücksichtigung mittel- und langfristiger strategischer Ziele und Wachstumsaussichten.

Risikomanagement

als maßgebliches Instrument der Konzernführung.

Im Rahmen des internen Risikomanagementprozesses der AGRANA werden konzernweit Risiken identifi ziert, bewertet, gesteuert und überwacht. Als integrierter Bestandteil des Planungsprozesses wird der vordefi nierte Risikokatalog jährlich aktualisiert und evaluiert. Anhand der Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeiten werden jene identifi zierten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen, die einen wesentlichen Einfl uss auf die Zielerreichung der Segmente bzw. des Konzerns haben.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf einem Risikocontrolling auf operativer Ebene und einem strategischen Beteiligungscontrolling, welche durch effi ziente Berichts- und Kontrollsysteme unterstützt werden. Die Konzernrevision durchleuchtet und überprüft regelmäßig und systematisch die Geschäftsprozesse, -abläufe und -systeme.

Im Rahmen des im gesamten Konzern implementierten revolvierenden jährlichen Planungsprozesses werden bekannte und erwartete Veränderungen der Rahmenbedingungen sowohl in der kurzfristigen, als auch in der mittelfristigen Planung bereits berücksichtigt. Bei Erkennen unerwarteter Entwicklungstendenzen werden die Auswirkungen auf die Planung aufgezeigt und Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet.

RISIKOPOLITISCHE GRUNDSÄTZE

Da AGRANA im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt ist, die untrennbar mit ihrem unternehmerischen Handeln verbunden sind, werden vom Vorstand risikopolitische Grundsätze vorgegeben, die vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie in den Segmenten erfolgt unter zentraler Koordination.

Grundsätzlich ist AGRANA bereit Risiken zu tragen, die im Zusammenhang mit der Kernkompetenz des Unternehmens stehen. Jene Risiken, die nicht auf ein vertretbares Maß gemindert oder auf Dritte übertragen werden können, werden vermieden. Risiken, die sich weder auf Kern- noch auf Unterstützungsprozesse beziehen, werden grundsätzlich nicht eingegangen.

Um die risikopolitischen Grundsätze einzuhalten, setzt AGRANA auf risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling und den Einsatz effi zienter Kontroll- und Berichtssysteme.

Werden zur Risikominimierung derivative Instrumentarien eingesetzt, so geschieht dies zur Absicherung eines Grundgeschäftes. Zu Spekulationszwecken werden keine derivativen Instrumentarien verwendet. Durch Richtlinien, Limits und laufende Kontrolle wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

STRATEGISCHES BETEILIGUNGSCONTROLLING UND OPERATIVES RISIKOCONTROLLING

Die Genehmigung der Grundsätze des Risikomanagements, die Festlegung von Grenzen für alle relevanten Risiken sowie die Verfahren zur Überwachung der Risiken obliegen dem Vorstand. Als zentrale, unabhängige Kontrolleinheit ist das in der Abteilung Corporate Controlling organisatorisch verankerte Risikocontrolling für das strategische Beteiligungs controlling und operative Risiko controlling verantwortlich, das den Vorstand bei der Entscheidung über die Risikopolitik unterstützt. Die Abteilung berichtet in regelmäßigen Abständen an den Vorstand, der die aktuelle Risikosituation unter Berück sichtigung der Risikotragfähigkeit und der entsprechenden Risikolimits beurteilt. Des Weiteren ist sie für die konzernweite Entwicklung und Implementierung der Methoden der Risiko- und Ertragsmessung, die laufende Weiterentwicklung und Verfeinerung der Steuerungsinstrumente und die Entwicklung und Wartung der grundsätzlichen Richtlinien zuständig. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontroll systems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher.

Ein effi zientes Instrument des operativen Risikocontrollings ist das in allen Unternehmen des AGRANA-Konzerns implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem, das neben einer detaillierten Absatzplanung, Planbilanzen und Plangewinn- und -verlustrechnungen auch alle wesentlichen Kennzahlen wie zum Beispiel Working Capital, Capital Employed und Nettofi nanzschulden erfasst. Der Planungshorizont umfasst außer dem aktuellen Geschäftsjahr die darauff olgenden vier Geschäftsjahre.

Im Zuge des monatlichen Berichtswesens (Einzelunternehmen – Segment – Konzern) wird auf Basis des Monatsabschlusses ein Plan-/Ist-Vergleich durchgeführt sowie eventuelle Abweichungen analysiert und dem Vorstand berichtet. Ebenso sind Informationen über die Markt entwicklung sowie über die relevanten Risikofelder der Seg mente (Beschaff ung, Finanz- und Währungsrisiken) Teil der monatlichen Berichterstattung. Standardisiert sind quartalsweise Vorschaurechnungen in der gleichen Planungs tiefe für das laufende Geschäftsjahr, in denen die aktuellen Entwick lungen berücksichtigt werden. Ergänzt wird das Berichts wesen durch gegebenenfalls notwendige Ad hoc-Auswer tungen.

INTERNE REVISION

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Holding und in den Tochtergesellschaften, die Angemessenheit und Wirksamkeit der vom Risikomanagement und Risikocontrolling gesetzten Maßnahmen sowie die internen Kontrollsysteme. Die Abteilung ist direkt dem Vorstand unterstellt.

OPERATIVE RISIKEN

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA operativen Einzelrisiken ausgesetzt, die ihre Ursachen in der spezifi schen Geschäftstätigkeit der AGRANA haben und die Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinträchtigen können.

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Von besonderer Bedeutung für AGRANA ist diesbezüglich die EU-Zuckermarktordnung, die am 1. Juli 2006 in Kraft trat und bis zum 30. September 2015 gilt. Über die neue Zuckermarktordnung und ihre Auswirkungen wird ab Seite 24ff im Segment Zucker im Detail berichtet.

Richtlinie für erneuerbare Energien

Zur konsequenten Umsetzung ihrer klima-, energie- und agrarpolitischen Ziele hat die EU-Kommission die seit 2003 geltende Biokraftstoff richtlinie im Klimaschutzund Energiepaket neu gefasst und die Bedeutung der Beimischung von Bioethanol zum Benzin bestätigt.

Infolge des zuletzt in den Industriestaaten gesunkenen Benzinverbrauches, des sinkenden Ölpreises sowie der zunehmend wettbewerbsfähigen Importe vor allem aus Brasilien könnte die Wettbewerbssituation und die Nachfrage nach Bioethanol negativ beeinfl usst werden. Ein eventuell in Europa entstehendes Überangebot an Bioethanol könnte zu sinkenden Preisen führen und entsprechende Ergebnisbelastungen nach sich ziehen.

Beschaff ungsrisiken

AGRANA ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse witterungsbedingten Beschaff ungsrisiken ausgesetzt, was einerseits dazu führt, dass landwirtschaftliche Rohstoff e unter Umständen in zu geringer Menge verfügbar sind. Andererseits können diese Rohstoff e Preisschwankungen unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können.

Für die Bioethanolproduktion werden die entsprechenden Rohstoff bedarfsmengen mittels physischer Lieferverträge abgeschlossen. Die Einkaufsstrategie zielt auf die Absicherung der benötigten Rohstoff menge für die vertraglich eingegangenen langfristigen Lieferverpfl ichtungen ab. Bei einer geringen Anzahl an Vertragspartnern für diese Mengen werden Future-Kontrakte eingegangen, die der Absicherung zukünftig benötigter Mengen an Getreide zu fi xierten Preisen dienen. Das Verhältnis zwischen dem gesicherten und ungesicherten Mengenbedarf (sogenannte Hedge Ratio) wird durch die Geschäftsleitung des Segmentes vorgeschla gen und durch den Vorstand der AGRANA genehmigt. Der Anstieg der Rohstoff tangente kann teilweise durch höhere Verkaufspreise für das eiweißhaltige Nebenprodukt im Rahmen der Bioethanolproduktion kompensiert werden.

Die Rohstoff kosten sind auch in der Maisstärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. AGRANA versucht diese Preiserhöhungen möglichst kurzfristig an die Kunden weiterzugeben.

Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis aller Beschaff ungsmärkte ermöglichen es, Engpässe in der Rohstoff versorgung sowie Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. diesen entgegenwirken zu können. AGRANA hat im Segment Frucht eine zentrale Einkaufsorganisation aufgebaut, die die Rohstoff märkte global analysiert und somit gezielt auf Rohstoff engpässe und Qualitätsunterschiede reagieren kann. Im Hinblick auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden mit Lieferanten und Kunden auch langfristige Verträge abgeschlossen. Dadurch können gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden. Durch ungünstige Witterung und Pfl anzenkrankheit kann es zu gravierenden Ernteausfällen kommen, was einen deutlichen Anstieg der Rohstoff kosten zur Folge hätte.

Den Beschaff ungsrisiken im Zuckersegment kommt aufgrund der Zuckermarktordnung eine geringere Bedeutung zu, da die relative Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübenproduktion im Normalfall andere Feldfrüchte übertriff t. Ausgenommen davon sind die Länder Rumänien und Bosnien-Herzegowina, die Rohzucker raffi nieren. Die benötigten Rohzuckermengen werden mengen- und preismäßig über die Commodity Exchance (CBOT) in Chicago|USA gesichert. Diese Sicherungsgeschäfte dienen dazu, die benötigten Mengen abzusichern, und werden durch den Rohstoff einkauf zentral koordiniert und gesteuert.

Bei Energiepreisrisiken versucht AGRANA, mit einer entsprechenden Ausrichtung der Produktionsanlagen verschiedene Energieträger kostenoptimal einzusetzen. Darüber hinaus wird eine steigende Energieeffi zienz der Anlagen konzernweit kontinuierlich forciert. Die Nutzung von alternativen Energiequellen wird dabei im verstärkten Maße berücksichtigt. Der Bedarf an Energieträgern wird durch kurz- und mittelfristige physische Lieferverträge sowohl mengen- als auch preismäßig gesichert.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA agiert auf unterschiedlichen Märkten und versucht, mögliche Änderungen des Konsumverhaltens rechtzeitig zu erfassen. Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und fi nden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifi kationen der Unternehmensstrategie. Schwankungen der Absatzpreise, die sich im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet AGRANA durch die fortlaufende Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft.

Das anhaltende Wachstum und die Erfordernisse der neuen Märkte in den CEE-Ländern, Russland, Asien und Südamerika bedürfen stetiger Marktbeobachtung. Nur durch eine genaue und vor allem kontinuierliche Marktanalyse bzw. Bearbeitung können bestehende sowie zukünftige Wachstumsmärkte rechtzeitig erkannt und für das weitere Wachstum der AGRANA-Gruppe genutzt werden.

Der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der globalen Rezession wurde im Geschäftsjahr 2008|09 damit Rechnung getragen, dass in der Planung sehr vorsichtige Annahmen für die mittelfristigen Marktentwicklungen getroff en wurden. Die aktuelle Situation wird permanent sorgfältig beobachtet und analysiert.

Produktqualität

Höchste Produktqualität im Interesse der Kunden und Konsumenten gehört zu den Ansprüchen von AGRANA an sich selbst. Die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards ist für AGRANA daher eine Selbstverständlichkeit. Risiken durch Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoff e oder von Verarbeitungsfehlern, tritt AGRANA durch strengste interne, zertifi zierte Qualitäts manage mentsysteme entgegen, deren Einhal tung konzernweit regelmäßig kontrolliert wird. Durch die bestehenden Produkthaftpfl ichtversicherungen besteht eine ausreichende Deckung für diese Schäden.

Weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Pro duktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie durch den Einsatz von Informationstechnologie entstehen, kommen im Vergleich dazu geringe Bedeutung zu. AGRANA begegnet diesen Risiken durch ständige Überwachung, klare Doku mentation sowie kontinuierliche Verbesserung der Prozessabläufe.

RECHTLICHE RISIKEN

Klageverfahren gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die fi nanzielle Lage des Konzerns haben könnten, bestehen nicht.

AGRANA ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes, insbesondere in den Bereichen Lebensmittelund Umwelt recht, ausgesetzt, weshalb derartige Risiken bereits in der Frühphase erfasst, ihr Einfl uss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe evaluiert und daraus gegebenenfalls Anpassungs maßnahmen abgeleitet werden.

FINANZIELLE RISIKEN

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Zur Ab sicherung dieser Risiken aus der operativen Geschäftsund Finanzierungstätigkeit werden in begrenztem Umfang derivative Instrumente eingesetzt. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Markt zinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zins änderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.
  • Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Er werb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Eurofi nanzierungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreff en diese Risiken vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russi schem Rubel zum Euro.
  • Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Welt- sowie dem Energiemarkt und den relevan ten Rohstoff märkten. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen durch den Rohzucker einkauf in US-Dollar einem zusätzlichen Währungsrisiko.
  • Liquiditätsrisiken infolge von Schwankungen im Cashfl ow werden durch die Liquiditätsplanung erkannt, die einen integrierten Bestandteil der Unternehmensplanung und des Berichtssystems bildet, was wiederum eine rechtzeitige Einleitung von Gegensteuerungsmaßnahmen ermöglicht. Ausreichende, von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien sichern die Liquidität der AGRANA-Gruppe.
  • Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die laufende Überprüfung der Bonität und des Zahlungsverhaltens der Kunden sowie durch die Vorgabe strikter Obergrenzen für off ene Forderungen minimiert. Teilweise bestehen Warenkreditversicherungen gegen Forderungs ausfälle. Besonderes Augenmerk wird auf die ausgezeichnete Bonität von Geschäftspartnern und Kredit instituten gelegt. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemessener Höhe ab gedeckt.

56 Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. Bei Vertragsabschluss in Ländern mit volatilen Währungen wird verstärkt auf eine Verkürzung von Zahlungsfristen, auf Indexierung von Fremdwährungen zum Euro oder US-Dollar zum Zahlungszeitpunkt, höhere Vorauszahlungen und analoge Sicherungsmechanismen geachtet. Eine detaillierte Darstellung dieser fi nanziellen Risiken erfolgt auf Seite 105ff im Konzernanhang.

GESAMTRISIKO

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Marktsituation bei Zucker hat sich infolge der Quotenrückgabe und einer entsprechenden Angebotsreduk tion verbessert, andererseits waren die Weltmarktpreise bei agrarischen Rohstoff en von dramatischen Volatilitäten geprägt. Die überdurchschnittliche Volatilität der Währungen vor allem in Osteuropa hat sich im Geschäftsjahr 2008|09 negativ auf das Finanzergebnis niedergeschlagen.

CHANCEN DER WEITEREN UNTERNEHMENS-ENTWICKLUNG

Durch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie bietet sich AGRANA eine Vielzahl von Chancen.

Die Neuregelung der Zuckermarktordnung bringt – neben den oben beschriebenen Risiken – auch Chancen zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsposition im Segment Zucker. Die durch die Preissenkungen verursachten strukturellen Veränderungen der europäischen Zuckerwirtschaft haben bereits zum Ausscheiden von Mitbewerbern geführt. AGRANA verfügt über eine gute Wettbewerbsposition und strebt den weiteren Ausbau ihrer Marktposition an.

Besondere Bedeutung kommt auch der Möglichkeit zu, Bio ethanol als Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoff en zu gewinnen, wodurch einerseits die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und andererseits die Emission von Kohlen dioxid reduziert werden kann. Die EU hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls, des Aktionsplans Biomasse und der EU-Strategie für Biokraftstoff e zu einer Nutzung regenera tiver Energiequellen verpfl ichtet. Die österreichische Bundes regierung hat eine Verpfl ichtung zur Substitution fossiler durch biogene Kraftstoff e beschlossen. Durch den Ausbau der ungarischen Alkoholkapazität und den Werks neubau in Österreich hat AGRANA die Grundlage geschaff en, um auch künftig eine signifi kante Rolle als Anbieter auf dem Markt für biogene Treibstoff e einzunehmen.

Im Segment Stärke hat AGRANA bereits eine wichtige Marktstellung als anerkannter Produzent von Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Bauindustrie eingenommen. Diese Nischenstrategie erlaubt eine Diff erenzierung vom Wettbewerb und eröff net – unter Nutzung der konzerninternen Forschungsinfrastruktur – weiteres Wachstumspotenzial. Ein weiterer Fokus liegt auf Bio-Stärken und GVO1-freien Stärken für die Lebensmittelindustrie.

Im Segment Frucht ist die AGRANA-Gruppe schon heute Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie. Zusätzlich ist AGRANA der größte Anbieter von Apfelsaftkonzentraten auf dem europäischen Markt. Durch Innovationen und Entwicklung werden neue Marktpotenziale erschlossen und die Kundenstruktur erweitert. Durch Investitionen in kundennahe Produktionsstandorte wird AGRANA auch zukünftig die Wettbewerbsposition stärken.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG für das angelaufene Geschäftsjahr 2009|10 keine bestandsgefährdenden Risiken.

PROGNOSEBERICHT

Dem gesamten wirtschaftlichen Umfeld kann sich auch AGRANA nicht komplett entziehen. Die Absatzmärkte in der Lebensmittelindustrie sind zwar nicht mit den Zyklusschwankungen in anderen Industrien vergleichbar, jedoch werden die konjunkturellen Entwicklungen auch in der Lebensmittelbranche Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben.

Auf Basis unserer Einschätzungen für die Entwicklungen auf den Absatzmärkten geht AGRANA davon aus, im Geschäftsjahr 2009|10 einen Konzernumsatz auf etwa der Höhe des Vorjahres zu erreichen. Dabei stehen rückläufi ge Umsätze im Segment Zucker den leicht steigenden Umsätzen im Fruchtsegment gegenüber. Niedrigere Rohstoff - und Energiepreise sowie interne Kosteneinsparungen sollten dem aktuellen Preisdruck erfolgreich entgegenwirken. Aus heutiger Sicht erwartet AGRANA somit eine deutliche Erholung des operativen Ergebnisses für das Geschäftsjahr 2009|10.

Geschäftsjahr 2009|10:

Konzernumsatz auf Vorjahresniveau, deutliche Erholung des Konzernergebnisses, Investitionen von rund 50 m€, Reduktion der Nettoverschuldung.

In diesem Zusammenhang wurde in den vergangenen Monaten ein Optimierungsprogramm zur Nutzung von konzernübergreifenden Synergien initiiert. Ziel ist es, die internen Prozessabläufe innerhalb der AGRANA-Gruppe zu analysieren und Einsparungsmöglichkeiten zu identifi zieren. So sollen übergreifende Synergien auch in den dezentralen Organisationseinheiten bestmöglich genutzt werden.

Im Rahmen der Zuckermarktordnung werden für die zurückgegebenen Quoten Restrukturierungserlöse zur Gänze vorzeitig im Juni 2009 ausbezahlt, was einen positiven Eff ekt auf die Nettofi nanzverschuldung haben wird. Diese soll im Geschäftsjahr 2009|10 deutlich reduziert werden. Der Refi nanzierungsbedarf von AGRANA für das Geschäftsjahr 2009|10 ist durch entsprechende Kredit linien abgesichert.

Der AGRANA-Vorstand erwartet, dass die Volatilitäten der Währungen mittelfristig ab nehmen, die Wechselkurse in die normalen Bandbreiten zurückkehren und die nun abgewerteten Finanzpositionen zum Teil wieder aufgewertet werden können.

INVESTITIONEN

Die geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2009|10 wird AGRANA auf rund 50 m€ beschrän ken. Neben Ersatzinvestitionen in Österreich liegt der Schwerpunkt der geplanten Ausgaben im Segment Zucker in Höhe von insgesamt rund 11 m€ in der Errichtung einer biologischen Abwasser reinigung in Roman|Rumänien sowie einer neuen Verpackungsanlage für 1 Kilogramm-Packungen in Buzau|Rumänien. Weitere Maßnahmen sollen im Umwelt- und Energiebereich umgesetzt werden. Das Investitionsprogramm im Segment Stärke wird mit geplanten 12 m€ im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgenommen und auf notwendige Ersatzinvestitionen beschränkt. Das Investitionsbudget im Segment Frucht beträgt rund 27 m€ für das Geschäftsjahr 2009|10. Neben produktivitätssteigernden Maßnahmen in Valence|Frankreich soll in eine neue Produktionslinie für neue Produktbereiche in Centerville|USA investiert werden. Damit wird dem Ziel der weiteren Diversifi kation der Kundenstruktur Rechnung getragen. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate beschränkt sich AGRANA auf notwendige Ersatzinvestitionen, die zur Aufrechterhaltung der Produktion sowie zur Erfüllung der gesetzlichen Aufl agen notwendig sind.

SEGMENT ZUCKER

AGRANA baute in den letzten Jahren ihre Marktstellung insbesondere in den osteuropäischen Ländern aus. Diese Region wurde durch die Zuckermarktordnungsreform zu einem Defi zitmarkt (Nachfrage übersteigt lokale Produktion). Zudem entfällt mit Ende September 2009 die Import-Quotenregelung für Rohzucker in Rumänien und Bulgarien. Zurzeit scheint eine ausreichende Rohzuckerversorgung dieser beiden Länder unsicher. Die Zuckerpreissenkung und die geringere Pro duktion werden auf das Marktumfeld großen Einfl uss haben. Für das Geschäftsjahr 2009|10 wird daher mit etwas rückläufi gen Umsätzen aufgrund von Preisreduktionen infolge der Zucker markt ordnungsreform gerechnet. Der Wegfall der Restruk turie rungsabgabe sowie die Normalisie rung der Energiepreise sollten sich jedoch positiv auf das Ergebnis im Zucker segment auswirken.

Für die nach Rückgabe von rund 117.000 Tonnen AGRANA zugerechnete Zuckerquote von 618.500 Tonnen Zucker für das Zuckerwirtschaftsjahr 2009|10 wird für den Anbau 2009 eine Gesamt fl äche von rund 85.500 Hektar Zuckerrüben geplant.

SEGMENT STÄRKE

Für das Geschäftsjahr 2009|10 erwartet AGRANA im Segment Stärke eine Umsatzentwicklung auf Vorjahres niveau. Dabei liegen die Verkaufspreise deutlich unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2008|09. Der Umsatz rückgang wird zwar teilweise durch die Vollauslastung der Bioethanolkapazitäten und höhere zur Verfügung stehende Isoglukosemengen kompensiert, allerdings ist die Nachfrage nach technischen Stärkepro dukten konjunkturbedingt geringer. Das Ausmaß dieser Wirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2009|10 ist aus heutiger Sicht nicht verlässlich vorhersehbar.

Für das Anbaujahr 2009 wird bei Stärkekartoff eln eine Menge von rund 200.000 Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoff eln unter Vertrag genommen. Im Bereich Stärkemais für Aschach sowie Weizen, Mais und Triticale für Pischelsdorf ist der Großteil der benötigten Rohstoff menge bis zur neuen Ernte 2009 bereits vertraglich fi xiert.

HUNGRANA wird im Jahr 2009 rund 970.000 Tonnen Mais verarbeiten. Der Rohstoff einkauf für Mais bis zur neuen Ernte 2009 ist zum Großteil abgeschlossen.

SEGMENT FRUCHT

Der Markt für Fruchtzubereitungen wird weiterhin vom Konsumverhalten bei Fruchtjoghurts geprägt sein. AGRANA rechnet mit Zuwächsen bei Handelsmarken zu Lasten der Markenartikel. Innovationen und Produkteinführungen werden neben Kostenoptimierungen forciert. Aufgrund der globalen Präsenz wird für AGRANA eine leicht rückläufi ge Mengen entwicklung erwartet, wobei die hohe Qualitätsorientierung und Lebensmittelsicherheit, verbunden mit kundennahen und innovativen Produktentwicklungen, die Position unterstützen soll.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate rechnet AGRANA mit steigendem Absatz im Geschäftsjahr 2009|10. Regionale Marktvolumensreduktionen (insbeson dere in Russland und in der Ukraine) sollten durch zusätzliche Verkäufe in anderen Regionen kompensiert werden können. Für die Pro duk tionsmengen aus der Kampagne 2008 sind großteils Verkaufskontrakte geschlossen. Aufgrund der globalen Überschuss situation und der niedrigen Apfelkosten für die Ernte 2008 werden die Marktpreise weiterhin auf tiefem Niveau erwartet.

KONZERNABSCHLUSS 2008|09

DER AGRANA-GRUPPE NACH IFRS

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Geldfl ussrechnung Konzernbilanz Konzern-Eigenkapital-Entwicklung Konzernanhang Segmentberichterstattung Allgemeine Grundlagen Konsolidierungsgrundsätze Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Erläuterungen zur Geldfl ussrechnung Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zu Finanzinstrumenten Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen Erklärung der gesetzlichen Vertreter Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung) Konzern-Anteilsbesitz Bestätigungsvermerk (Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers)
  • Kennzahlen

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2008|09 VOM 1. MÄRZ 2008 BIS 28. FEBRUAR 2009

in t¤ 2008 09 2007 08
Umsatzerlöse 2.026.328 1.892.275
Bestandsveränderungen –73.264 118.845
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.764 4.530
Sonstige betriebliche Erträge 39.202 62.617
Materialaufwand –1.376.118 –1.331.016
Personalaufwand –210.337 –212.953
Abschreibungen –81.986 –89.153
Sonstige betriebliche Aufwendungen –292.947 –343.635
Ergebnis der Betriebstätigkeit 34.642 101.510
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 5 24
Finanzerträge 14.881 16.546
Finanzaufwendungen –81.942 –44.994
Finanzergebnis –67.061 –28.448
Ergebnis vor Ertragsteuern –32.414 73.086
Ertragsteuern 16.555 –9.246
Konzernjahresergebnis –15.859 63.840
– davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG –11.578 64.322
– davon Minderheitenanteile –4.281 –482
Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) –0,82 € 4,53 €

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2008|09 VOM 1. MÄRZ 2008 BIS 28. FEBRUAR 2009

in t¤ 2008 09 2007 08
Konzernjahresergebnis –15.859 63.840
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 82.426 90.142
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –85 –834
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –2.201 –12.288
Ergebnis aus der Einbeziehung assoziierter Unternehmen –5 –24
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 32.952 0
Cashfl ow aus dem Ergebnis 97.228 140.836
Gewinne aus Anlagenabgängen –5.406 –298
Veränderungen Vorräte 105.487 –170.234
Veränderungen der Forderungen, aktiven latenten Steuern
und kurzfristigen Vermögenswerte 62.659 –79.911
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen –18.584 23.084
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) –84.912 81.044
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen –41.467 1.235
Veränderung des Working Capital 23.183 –144.782
Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit 115.005 –4.244
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 14.637 16.116
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –73.172 –204.656
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren 0 24.829
Auszahlungen für den Kauf von Wertpapieren
des lang- und kurzfristigen Vermögens –2.168 –3.443
Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten –11.377 –2.301
Cashfl ow aus Investitionstätigkeit –72.080 –169.455
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft durch Minderheiten 0 5.395
Veränderungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten –57.109 –24.414
Veränderungen kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 35.602 175.669
Gezahlte Dividenden –28.548 –29.298
Cashfl ow aus Finanzierungstätigkeit –50.055 127.352
Veränderungen des Finanzmittelbestandes –7.130 –46.347
Einfl uss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand –4.172 889
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 86.760 132.218
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 75.458 86.760

KONZERNBILANZ ZUM 28. FEBRUAR 2009

(17) (18) (19) (20) (20) (21) (22) (23) (21) (24) (25) (26a) (26b) (27) (28) (29) (26b) (27) (28) in t¤ Stand am Stand am 28. 2. 2009 29. 2. 2008 AKTIVA A. Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte 260.498 252.939 Sachanlagen 609.866 653.316 Anteile an assoziierten Unternehmen 605 600 Wertpapiere 104.492 18.657 Beteiligungen und Ausleihungen 2.499 92.852 Forderungen und sonstige Vermögenswerte 5.525 42.101 Aktive latente Steuern 35.711 16.710 1.019.196 1.077.175 B. Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 562.113 680.271 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte 326.629 346.050 Laufende Ertragsteuerforderungen 6.980 9.370 Wertpapiere 5.830 4.314 Flüssige Mittel 75.458 86.760 977.010 1.126.765 Summe Aktiva 1.996.206 2.203.940 PASSIVA A. Eigenkapital Grundkapital 103.210 103.210 Kapitalrücklagen 411.362 411.362 Gewinnrücklagen 289.583 379.187 Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 804.155 893.759 Minderheitenanteile am Kapital 21.758 28.306 825.913 922.065 B. Langfristige Schulden Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 45.241 46.233 Übrige Rückstellungen 17.575 18.784 Finanzverbindlichkeiten 250.177 307.286 Sonstige Verbindlichkeiten 1.958 2.033 Passive latente Steuern 31.259 38.549 346.210 412.885 C. Kurzfristige Schulden Übrige Rückstellungen 23.513 42.097 Finanzverbindlichkeiten 405.718 370.116 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 390.863 452.616 Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 3.989 4.161 824.083 868.990

Summe Passiva 1.996.206 2.203.940

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2008|09 VOM 1. MÄRZ 2008 BIS 28. FEBRUAR 2009

Gewinnrücklagen
in t¤ Grund- Kapital- Neube- Sonstige Unter- Jahres- Minder- Summe
kapital rücklagen wertungs- Gewinn- schieds- ergebnis heiten-
rücklage rücklagen betrag anteile
Währungs-
umrechng.
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Stand am 1. 3. 2008 103.210 411.362 8.549 322.054 –15.738 64.322 28.306 922.065
Verlust aus zur Ver-
äußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten 0 0 –3.343 0 0 0 0 –3.343
Cashfl ow-Hedge 0 0 –9.901 0 0 0 0 –9.901
Steuereff ekt 0 0 3.269 0 0 0 0 3.269
Verlust aus Währungs-
umrechnung 0 0 0 0 –40.435 0 –1.548 –41.983
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –9.975 0 –40.435 0 –1.548 –51.958
Konzernjahresergebis 0 0 0 0 0 –11.578 –4.281 –15.859
Summe berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –9.975 0 –40.435 –11.578 –5.829 –67.817
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –27.694 –855 –28.549
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 36.628 0 –36.628 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 78 0 0 136 214
Stand am 28. 2. 2009 103.210 411.362 –1.426 358.760 –56.173 –11.578 21.758 825.913
289.583
GESCHÄFTSJAHR 2007 08
Stand am 1. 3. 2007 103.210 411.362 15.753 281.681 –9.717 68.865 24.345 895.499
Verlust aus zur Ver-
äußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten 0 0 –12.111 0 0 0 0 –12.111
Cashfl ow-Hedge 0 0 2.279 0 0 0 0 2.279
Steuereff ekt 0 0 2.628 0 0 0 0 2.628
Verlust aus Währungs-
umrechnung 0 0 0 0 –6.021 0 –376 –6.397
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –7.204 0 –6.021 0 –376 –13.601
Konzernjahresergebis 0 0 0 0 0 64.322 –482 63.840
Summe berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –7.204 0 –6.021 64.322 –858 50.239
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –28.526 –772 –29.298
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 40.339 0 –40.339 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 34 0 0 5.591 5.625
Stand am 29. 2. 2008 103.210 411.362 8.549 322.054 –15.738 64.322 28.306 922.065
379.187

64 1. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung entsprechend IAS 14 folgt mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe. Das Segment Zucker umfasst die Zuckergewinnung in Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien und Bosnien-Herze gowina sowie zuckernahe Bereiche. Dem Segment Stärke sind Produktionsstätten in Österreich, Ungarn und Rumänien zugehörig. Das Segment Frucht umfasst die Bereiche Juice (Konzentrat herstellung in Österreich, Dänemark, Polen, Rumänien, Ungarn, China) und Frucht (weltweite Fruchtzubereitung).

1.1. SEGMENTIERUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN

in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Umsatzerlöse (brutto) 751.086 551.979 804.476 –81.213 2.026.328
Umsätze zwischen Segmenten –48.583 –32.540 –90 81.213 0
Umsatzerlöse 702.503 519.439 804.386 0 2.026.328
EBITDA 37.828 48.854 32.495 0 119.177
Abschreibungen auf Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 –22.018 –21.331 –37.996 0 –81.345
Operatives Ergebnis 15.810 27.523 –5.501 0 37.832
Ergebnis aus Sondereinfl üssen –913 –2.277 0 0 –3.190
Ergebnis der Betriebstätigkeit 14.897 25.246 –5.501 0 34.642
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 5 0 0 0 5
Buchwert von
assoziierten Unternehmen 605 0 0 0 605
Segmentvermögen 601.865 368.268 784.237 0 1.754.370
Segmentschulden 297.873 58.946 122.331 0 479.150
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 19.402 23.798 30.613 0 73.813
Investitionen in Finanzanlagen 862 254 556 0 1.672
Investitionen gesamt 20.264 24.052 31.169 0 75.485
Mitarbeiter 2.464 853 4.927 0 8.244
GESCHÄFTSJAHR 2007 08
Umsatzerlöse (brutto) 772.028 339.988 852.520 –72.261 1.892.275
Umsätze zwischen Segmenten –20.332 –51.885 –44 72.261 0
Umsatzerlöse 751.696 288.103 852.476 0 1.892.275
EBITDA 54.900 48.988 80.644 0 184.532
Abschreibungen auf Sachanlagen

und immaterielle Vermögenswerte1 –22.322 –13.655 –37.144 0 –73.121 Operatives Ergebnis 32.578 35.333 43.500 0 111.411

in t¤ Zucker Stärke Frucht Konsoli- Summe
dierung Segmente
Ergebnis aus Sondereinfl üssen 1.439 -6.763 -4.577 0 -9.901
Ergebnis der Betriebstätigkeit 34.017 28.570 38.923 0 101.510
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 24 0 0 0 24
Buchwert von
assoziierten Unternehmen 600 0 0 0 600
Segmentvermögen 701.829 390.061 871.434 0 1.963.324
Segmentschulden 358.877 68.374 134.512 0 561.763
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 41.948 122.861 42.925 0 207.734
Investitionen in Finanzanlagen 3.310 0 133 0 3.443
Investitionen gesamt 45.258 122.861 43.058 0 211.177
Mitarbeiter 2.597 847 4.696 0 8.140

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Das Ergebnis aus Sondereinfl üssen resultiert aus den Aufwendungen im Zusammenhang mit der Schließung der Schokoladenproduktion im Rahmen der Restrukturierung der rumänischen S.C. Romana Prod s.r.l. und aus den während der im ersten Quartal beendeten Errichtungsphase angefallenen Kosten für die österreichische Bioethanolanlage.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden werden aus dem Gesamtvermögen bzw. den Gesamtschulden abgeleitet ohne Berücksichtigung der Finanzforderungen bzw. -schulden. Des Weiteren werden in den Segmenten nicht zuordenbare Anteile an assoziierten Unternehmen, sonstigen Beteiligungen, Wertpapieren und Ausleihungen sowie laufende und latente Steuerforderungen/-schulden bereinigt.

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Bilanzsumme Aktiva 1.996.206 2.203.940
abzüglich Finanzanlagen –107.596 –112.109
abzüglich Wertpapiere und fl üssige Mittel –81.288 –91.074
abzüglich Steuerforderungen und sonstige Aktiva –52.952 –37.433
Segmentvermögen 1.754.370 1.963.324
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.170.293 1.281.875
abzüglich Finanzschulden –655.896 –677.402
abzüglich Passive latente Steuern
und Schulden aus Ertragsteuern –35.247 –42.710
Segmentschulden 479.150 561.763

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

1.2. SEGMENTIERUNG NACH REGIONEN

in t€ 2008 09 2007 08
Umsatz
Österreich 810.530 688.503
Restliche EU 872.351 842.287
EU-27 1.682.881 1.530.790
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 102.850 91.337
Übriges Ausland 240.597 270.148
Summe 2.026.328 1.892.275

Der von osteuropäischen Gesellschaften erwirtschaftete Umsatz betrug 811.382 (Vorjahr 734.483) t€. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine, Türkei, Serbien und Bosnien-Herzegowina defi niert.

in t€ 2008 09 2007 08
Segmentvermögen
Österreich 610.214 628.237
Restliche EU 858.441 1.055.407
EU-27 1.468.655 1.683.644
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 92.333 115.678
Übriges Ausland 193.382 164.002
Summe 1.754.370 1.963.324
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1
Österreich 26.905 89.458
Restliche EU 29.464 82.334
EU-27 56.369 171.792
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 5.857 20.320
Übriges Ausland 11.587 15.622
Summe 73.813 207.734

2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Die AGRANA Beteiligungs-AG mit Sitz Donau-City-Straße 9, 1220 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoff e tätig ist.

Der Konzernabschluss 2008|09 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Ab schlussstichtag verpfl ichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdiff erenzen auftreten.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalfl ussrechnung sowie der Bilanz werden die Eigenkapitalveränderungen gezeigt. Die Anhangangaben enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung.

Vom IASB verabschiedete neue Standards werden ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet.

Die erstmalig im Geschäftsjahr 2008|09 verpfl ichtend anzuwendenden Änderungen von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung), IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) und IFRIC 12 (Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen) haben zu keinen Auswirkungen in der Bilanzierung geführt.

Nachstehende geänderte Standards und neue Interpretationen, die von der EU in europäisches Recht übernommen wurden, kommen ab dem Geschäftsjahr 2009|10 erstmalig verpfl ichtend zur Anwendung:

■ Die neue Fassung des IAS 1 (Darstellung des Abschlusses) sieht unter anderem künftig eine Gesamterfolgsrechnung unter Einschluss der bisherigen erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen vor. Für jede Komponente ist der auf sie entfallende Betrag an Ertragsteuern anzugeben. Die Anwendung des überarbeiteten IAS 1 wird im AGRANA-Konzernabschluss insbesondere zu Änderungen in der Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung führen.

■ Die Überarbeitung von IAS 10 (Ereignisse nach dem Bilanzstichtag) stellt klar, dass nach dem Bilanzstichtag beschlossene Dividenden nicht am Bilanzstichtag bereits als Verbindlichkeit ausgewiesen werden dürfen, da zu diesem Zeitpunkt keine Verpfl ichtung vorliegt.

■ IAS 16 (Sachanlagen) und IAS 7 (Kapitalfl ussrechnungen) wurden bezüglich des Ausweises von Sachanlagen sowie der Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen geändert, die nach Ende einer Vermietungsperiode an Dritte regelmäßig veräußert werden.

■ Im Rahmen einer weiteren Überarbeitung von IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) wurden die Kriterien für die Abgrenzung eines negativen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands von Plankürzungen sowie die Abgrenzung kurzfristiger fälliger von langfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer präzisiert.

■ Die Anpassung von IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öff entlichen Hand) legt fest, dass Zinsvorteile aus Darlehen der öff entlichen Hand gegenüber dem Marktzinssatz als Vorteil gemäß IAS 20 zu behandeln sind.

■ IAS 23 (Fremdkapitalkosten) wurde dahingehend überarbeitet, dass Fremdkapitalzinsen, die der Anschaff ung oder Herstellung sogenannter qualifi zierter Vermögenswerte zugerechnet werden können, verpfl ichtend bis zum Abschluss der Investitionsmaßnahme als Anschaff ungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren sind. Das bisherige Wahlrecht der sofortigen aufwandswirksamen Erfassung von Fremdkapitalzinsen – wie von AGRANA bis dahin in Anspruch genommen – wird damit abgeschaff t. Ein qualifi zierter Vermögenswert (Bau neuer Produktionsstätten, wesentliche Ergänzungsinvestitionen) liegt in diesem Zusammenhang vor, wenn ein beträchtlcher Zeitraum erforderlich ist, um den Vermögens wert in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Unternehmen müssen demnach zukünftig solche Fremdkapitalkosten als Teil der Anschaff ungs kosten der qualifi zierten Vermögenswerte aktivieren. Der Standard ist erstmals auf Fremdkapital kosten für qualifi zierte Vermögenswerte anzuwenden, deren Anfangszeitpunkt für die Aktivierung am oder nach dem 1. Jänner 2009 liegt. AGRANA prüft derzeit die Auswirkungen der Änderung des IAS 23 auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Rahmen der Umsetzung der erstmaligen Anwendung zum 1. März 2009.

■ Die Anpassungen von IAS 27 (Konzern- und separate Einzelabschlüsse) regeln die Umstrukturierung von Konzernen unter der Bildung einer neuen Konzernmuttergesellschaft. Mit der Überarbeitung von IAS 27 (Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS) wird außerdem klargestellt, dass nach IAS 39 zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente auch für den Fall, dass diese nach IFRS 5 als "zum Verkauf stehend" zu klassifi zieren sind, weiterhin zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind.

■ Durch Änderung des IAS 28 (Gemeinschaftsunternehmen) sowie korrespondierend IAS 32 und IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) wurde klargestellt, dass für Zwecke des Impairment-Tests die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen als einheitlicher Vermögenswert anzusehen ist und Wertaufholungen vorzunehmen sind.

■ Der geänderte IAS 31 (Anteile an Joint Venture) regelt, dass bestimmte Gemeinschaftsunternehmen, die zum Marktwert bilanziert werden, den Vorschrift en von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) unterliegen.

■ Die überarbeitete Fassung von IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung) und IAS 1 betreff en die Änderungen der Klassifi zierung von kündbaren Finanzinstrumenten und von Verpfl ichtungen, die lediglich im Liquidationsfall entstehen. Damit werden einige Finanzinstrumente, die derzeit die Defi nition einer fi nanziellen Verbindlichkeit erfüllen, als Eigenkapital klassifi ziert. IAS 32 enthält detaillierte Kriterien zur Identifi kation solcher Instrumente.

■ Die Überarbeitung von IAS 34 (Zwischenberichterstattung) stellt klar, dass im Rahmen der Zwischenberichterstattung ein unverwässertes sowie ein verwässertes Ergebnis je Aktie in der Gewinn- und Verlustrechnung anzugeben ist.

■ Die Ergänzungen von IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) erweitern die Angaben im Anhang zum Goodwill-Impairment-Test.

■ Die Überarbeitung von IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) regelt, dass Ausgaben für Werbekampagnen und Maßnahmen der Verkaufsförderung nicht aktivierbar sind; die AGRANA-Gruppe ist von der Regelung nicht betroff en.

■ Die Ergänzungen von IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) in Verbindung mit IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) betreff en Regelungen für die Umgliederung von Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie zu Änderungen des Zinssatzes im Rahmen der Anwendung der Eff ektivzinsmethode.

■ Die Anpassungen von IAS 40 (Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) betreff en Immobilien in Bau bzw. deren Entwicklung, die zukünftig als Finanzinvestitionen gehalten werden sollen; die Anwendung des Standards ist für AGRANA irrelevant.

■ Die Überarbeitung von IAS 41 (Landwirtschaft) konkretisiert, wie die Cashfl ows bei der Bewer tung der Transformation biologischer Vermögenswerte in landwirtschaftliche Erzeugnisse zu ermitteln sind.

■ Die Anpassungen von IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards) in Verbindung mit IAS 27 (Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS) regeln die Bewertung von Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten Unternehmen und assoziierten Unternehmen im Rahmen der erstmaligen Anwendung von IFRS.

■ Die Änderungen von IFRS 2 (Aktienbasierte Vergütung) sind für die AGRANA-Gruppe unerheblich, da keine aktienbasierten Vergütungen erfolgen.

■ Der IFRS 8 (Operative Segmente) regelt, dass die Segmentberichterstattung strukturell und inhaltlich auf der Basis der regelmäßigen internen Berichterstattung an die internen Entscheidungs träger erfolgt.

■ IFRIC 13 (Kundenbindungsprogramme) und IFRIC 14 (IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestfi nanzierungsvorschrift en und ihre Wechselwirkung) regeln Sachverhalte, die für die AGRANA-Gruppe nicht relevant sind.

Sämtliche bisher aufgeführten geänderten Standards sind erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2009 beginnen. Sofern die Änderungen dieser Standards für die AGRANA-Gruppe von Relevanz sind, werden deren künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geprüft.

Die Änderungen von IFRS 5 (Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche) stellen klar, dass auch bei einer teilweisen Veräußerung, sofern diese zum Verlust der Beherrschungsmöglichkeit über ein konsolidiertes Unternehmen führt, sämtliche Vermögenswerte und Schulden des konsolidierten Unternehmens in die Position "zum Verkauf stehend" umzugliedern sind. Der überarbeitete Standard ist erstmalig verpfl ichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Der geänderte Standard ist somit in der AGRANA-Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2010|11 anzuwenden; abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen werden sich aus den Änderungen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben.

Im Jänner 2008 wurden die überarbeiteten Fassungen des IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) sowie IAS 27 (Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS) veröff entlicht. Der neue IFRS 3 umfasst Regelungen zum Anwendungsbereich, zu Kaufpreisbestandteilen, zur Behandlung von Minderheitsanteilen und des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie zum Umfang der anzusetzenden Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden. Außerdem enthält der Standard Regeln zur Bilanzierung von Verlustvorträgen und zur Klassifi zierung von Verträgen des erworbenen Unternehmens. Der neue IAS 27 verlangt für die Behandlung von Anteilserwerben bzw. -verkäufen nach Erlangung und unter Beibehaltung der Beherrschungsmöglichkeit die verpfl ichtende Anwendung des "economic entity approach". Danach sind Transaktionen mit Minderheitsgesellschaftern erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen. Im Fall von sukzessiven Unternehmenserwerben, die zur Beherrschung eines Unternehmens führen, bzw. im Fall der Veräußerung von Anteilen mit Verlust der Beherrschung schreibt der Standard die erfolgswirksame Neubewertung der bereits gehaltenen bzw. der verbleibenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert vor.

Die überarbeiteten Versionen des IFRS 3 und des IAS 27, die von der EU noch nicht in europäisches Recht übernommen wurden, sind im Wesentlichen prospektiv anzuwenden für am oder nach dem 1. Jänner 2010 beginnende Geschäftsjahre. Abhängig von Art und Umfang künftiger Transaktionen werden sich aus den Änderungen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AGRANA-Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2010|11 ergeben.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

69

3. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

3.1. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem be herrschenden Einfl uss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Voll konsolidierung einbezogen, sofern deren Einfl uss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einfl usses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Unternehmen, auf die die AGRANA Beteiligungs-AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfl uss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 63 (Vorjahr 62) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 7 (Vorjahr 5) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der vollkonsolidierten, quotenkonsolidierten, at-equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befi ndet sich auf Seite 114f.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2008|09 wie folgt verändert:

Voll- Quoten- Equity-
konsolidierung konsolidierung Bewertung
Stand 1. 3. 2008 62 5 1
Erstmalige Einbeziehung 3 2 0
Abgang –2 0 0
Stand 28. 2. 2009 63 7 1

Erstmalige Einbeziehung

  • AGRANA Fruit Services GmbH, Wien Tätigkeit: Sonstige Dienstleistungen | Einbeziehungszeitpunkt (Gründung): Jänner 2009 | Anteil: 100 %
  • Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest|Ungarn Tätigkeit: Sonstige Dienstleistungen | Einbeziehungszeitpunkt (Gründung): Jänner 2009 | Anteil: 100 %
  • AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf Tätigkeit: Vertrieb von Fruchtsaftkonzentraten | Einbeziehungszeitpunkt (Gründung): Februar 2009 | Anteil: 100 %
  • Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City|China Tätigkeit: Herstellung von Fruchtsaftkonzentraten | Einbeziehungszeitpunkt (Anteilskauf): September 2008 | Anteil: 50 %
  • AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien Tätigkeit: Handel und Vertrieb von Zucker | Einbeziehungszeitpunkt (Gründung): Dezember 2008 | Anteil: 50 %

Abgang

Die Abgänge betreff en die Liquidation der Dirafrost France S.A., St. Genis Laval|Frankreich, und der Elsö Hazai Cukorgyártó és Forgalmazó Kft., Budapest|Ungarn. Die Auswirkungen aus der Entkon solidierung waren unwesentlich.

Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises

Die Auswirkungen der Zugänge zum Konsolidierungskreis und des Erwerbs von Minderheitenanteilen auf den Konzernabschluss stellen sich (vor Konsolidierungsmaßnahmen) wie folgt dar:

in t€ 2008 09
Langfristiges Vermögen 5.350
Vorräte 4.698
Forderungen und andere Vermögenswerte 8.878
Flüssige Mittel und Wertpapiere 1.216
Kurzfristiges Vermögen 14.792
Langfristige Schulden 0
Kurzfristige Schulden –15.632
Reinvermögen 4.510
Minderheitenanteile 59
Geschäfts-/Firmenwert 8.025
Mittelabfl uss aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten 12.594
Zahlungsmittel erworbener Unternehmen –1.216
Nettomittelabfl uss aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten 11.378
Umsatzerlöse 5.973
Jahresüberschuss 767

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen die gemeinschaftlich geführte HUNGRANA Kft. sowie deren Tochtergesellschaft Hungranatrans Kft., Szabadegyháza|Ungarn, an der die AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit 50 % beteiligt ist, die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, die Xianyang Andre Juice Co., Ltd., China, die STUDEN-AGRANA Rafi nerija secera d.o.o., Brčko|Bosnien-Herzegowina, und seit diesem Geschäftsjahr auch die AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien, und die Yongji Andre Juice Co., Ltd., China.

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Langfristiges Vermögen 125.053 113.248
Vorräte 26.601 33.414
Forderungen und andere Vermögenswerte 39.460 22.022
Flüssige Mittel und Wertpapiere 6.349 979
Kurzfristiges Vermögen 72.410 56.415
Summe Aktiva 197.463 169.663
in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Eigenkapital 70.786 60.076
Langfristige Schulden 16.001 21.139
Kurzfristige Schulden 110.676 88.448
Summe Passiva 197.463 169.663
Umsatzerlöse 151.754 107.595
Jahresüberschuss 11.419 7.566

3.2. BILANZSTICHTAG

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

3.3. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

■ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaff ungskosten zu den identifi zierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbs. Übersteigen die Anschaff ungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs ertragswirksam erfasst.

■ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

■ Anteile an assoziierten Unternehmen werden at-equity (Buchwertmethode) bewertet, wobei als Basis die jeweils letzt verfügbaren Jahresabschlüsse dienen. Gemäß IFRS 3 wird der die Anschaff ungs kosten übersteigende Betrag des anteiligen Eigenkapitals im Jahr des Erwerbs im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen erfasst. Ein sich aus der erstmaligen Bewertung ergebender Geschäfts-/Firmenwert wird im Buchwert der Anteile erfasst und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

■ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

■ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um die Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

3.4. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

■ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden mit Ausnahme der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen

der Konzernfi nanzierung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Im Konzernabschluss zum 28. Februar 2009 wurden – abweichend zum Vorjahresabschluss – in Fremdwährung angefallene Gewinne und Verluste aus der Fremdwährungsbewertung von Finanzierungsverbindlichkeiten unter Anwendung von Stichtagskursen zum 28. Februar 2009 in Euro umgerechnet, da der Durchschnittskurs aufgrund der Wechselkursschwankungen im vierten Quartal des Berichtsjahres als nicht angemessen beurteilt wurde.

■ Diff erenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwen dungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

■ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
in € Währungs- 28. 2. 2009 29. 2. 2008 1. 3. 2008– 1. 3. 2007–
einheit 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Argentinien ARS 4,52 4,79 4,63 4,37
Australien AUD 1,99 1,62 1,80 1,63
Brasilien BRL 3,01 2,55 2,75 2,63
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 8,65 10,79 9,94 10,50
Dänemark DKK 7,45 7,45 7,46 7,45
Fiji FJD 2,38 2,25 2,35 2,21
Südkorea KRW 1.950,91 1.425,07 1.678,04 1.301,43
Marokko MAD 11,05 11,42 11,31 11,26
Mexiko MXN 19,14 16,24 16,73 15,25
Polen PLN 4,66 3,53 3,66 3,73
Rumänien RON 4,30 3,73 3,78 3,39
Russland RUB 45,50 36,45 37,75 35,30
Serbien CSD 93,80 83,70 83,94 80,35
Slowakei SKK 30,126 32,53 30,126 33,56
Südafrika ZAR 12,81 11,73 12,43 9,90
Tschechien CZK 28,09 25,23 25,31 27,37
Türkei TRY 2,16 1,82 1,97 1,77
USA USD 1,26 1,52 1,44 1,40
Ukraine UAH 9,84 7,66 8,11 7,06
Ungarn HUF 300,46 264,15 256,74 252,24

■ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

4. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

4.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN

■ Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaff ungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

■ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

■ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Defi nition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

■ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzufl üssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

■ Die Sachanlagen werden zu Anschaff ungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wurde im Geschäftsjahr eine leistungsabhängige Abschreibungmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen; sie umfassen keine Finanzierungskosten. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsguts führen.

■ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungs-Leasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

■ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 30 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

■ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzufl üsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

4.2. ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND

■ Zuschüsse der öff entlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

■ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

4.3. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

■ Die Anteile an assoziierten Unternehmen, soweit nicht von untergeordneter Bedeutung, werden nach der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital ausgewiesen.

4.4. FINANZINSTRUMENTE

■ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

  • Wertpapiere und sonstige Beteiligungen
  • Ausleihungen
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Sonstige Forderungen
  • Flüssige Mittel

Finanzielle Schulden

  • Anleihen
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
  • Finanzierungsleasing
  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
  • Verbindlichkeiten aus Restrukturierungsabgaben
  • Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Zuckerquote
  • Sonstige Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

  • Zinsderivate
  • Währungsderivate
  • Rohstoff derivate

■ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaff ungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

■ Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet, zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen wurden mit dem Barwert angesetzt.

■ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaff ungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaff ungskosten und Tilgungsbetrag nach der Eff ektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt (held to maturity). Bei Wertpapieren, die für Handelszwecke gehalten werden (held for trading), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten, dabei werden Stichtagsgewinne bzw. -verluste erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinnund Verlust rechnung ausgewiesen werden (available for sale).

■ Die Erfassung von fi nanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

■ Wenn substantielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

■ Flüssige Mittel werden mit dem Nominalwert angesetzt.

Derivative Finanzinstrumente

■ Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaff ungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashfl ow Hedge Accoun ting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

■ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öff entliche Notierung, Angaben von Banken oder mit Hilfe fi nanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Diff erenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

■ Die Forderungen werden zum Nennwert bilanziert, wobei für erkennbare Risiken Wertbe rich tigungen gebildet werden. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert bilanziert. Fremdwährungsforderungen werden zum jeweiligen Devisen mittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

■ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugefl ossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der eff ektiven Zinsenmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaff ungskosten).

■ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

■ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

4.5. VORRÄTE

■ Die Vorräte werden zu Anschaff ungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufs werten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungs kosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemein kosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalaus lastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

4.6. EMISSIONSZERTIFIKATE

■ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschrift en IAS 38 (Intangible Assets), IAS 20 (Accounting for Government Grants and Disclosure of Government Assistance) und IAS 37 (Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifi kate sind immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaff ungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifi kate ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung von CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung orientiert sich am Marktwert von Emissionszertifi katen zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

4.7. WERTMINDERUNG

■ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt kurz vor jedem Bilanzstichtag.

■ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzwert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

■ Der Nutzwert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashfl ows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifi schen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashfl ow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzwertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashfl ow ermittelt werden kann (cash generating unit).

■ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroff enen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

■ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten und Wertpapieren der Kategorie available for sale – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaff ungs- oder Herstellungskosten und Nutzwert.

4.8. VERPFLICHTUNGEN GEGENÜBER ARBEITNEHMERN

■ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen triff t AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpfl ichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

■ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected Unit Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpfl ichtung (Defi ned Benefi t Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender

Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

■ Ein Unterschied zwischen dem auf Basis der zugrunde gelegten Annahmen im Voraus ermittelten Rückstellungsbetrag und dem tatsächlich eingetretenen Wert (aktuarischer Gewinn/ Verlust) wird so lange nicht als Teil der Rückstellung erfasst, als dieser innerhalb von 10 % des tatsächlichen Wertes liegt. Bei Übersteigen der 10%-Grenze erfolgt die Erfassung des diese Grenze übersteigenden Betrages verteilt über die durchschnittliche Restdienstzeit aller Mitarbeiter (Korridormethode).

■ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 5,5 % (Vorjahr 5,5 %) zugrunde.

■ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfi nanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpfl ichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

4.9. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

■ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpfl ichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpfl ichtung zu einem Abfl uss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpfl ichtung möglich ist.

■ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpfl ichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpfl ichtung angesetzt.

■ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

4.10. STEUERABGRENZUNGEN

■ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuer bilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren möglich ist.

■ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden.

■ Für die Abgrenzung werden die bei der Aufl ösung der Unterschiede erwarteten künftigen Steuer sätze angewendet. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatz änderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

■ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpfl ichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertrag steuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

4.11. GEWINNREALISIERUNG

■ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

■ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

■ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfi nanzierungen und Finanzierungs-Leasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

■ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungs aufwendungen und Wertaufholungserträge.

■ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Eff ektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

4.12. UNSICHERHEITEN BEI ERMESSENSBEURTEILUNGEN UND SCHÄTZUNGEN

■ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpfl ichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinfl ussen können.

■ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte erfolgt auf Basis einer Prognose rechnung für die Cashfl ows der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an die Branche und das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpfl ichtungen werden An nahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugs erhöhungen verwendet.
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende Verlustvorträge zu verwerten.

4.13. ÄNDERUNG VON BILANZIERUNGSMETHODEN

■ Im Geschäftsjahr kam es zu keinen wesentlichen Änderungen der Bilanzierungsmethode.

5. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Note (1)

5.1. UMSATZERLÖSE

in t€ 2008 09 2007 08
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
Eigenerzeugnisse 1.891.252 1.734.713
Handelswarenerlöse 127.110 150.166
Leistungserlöse 7.966 7.396
Summe 2.026.328 1.892.275

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Segmentberichterstattung (siehe Seite 64ff ) ausgewiesen.

5.2. BESTANDSVERÄNDERUNGEN UND ANDERE AKTIVIERTE EIGENLEISTUNGEN Note (2)

in t€ 2008 09 2007 08
Veränderungen des Bestandes
an fertigen und unfertigen Erzeugnissen –73.264 118.845
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.764 4.530

Die Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von –73.264 t€ resultierte vor allem aus dem Segment Zucker mit –40.859 (Vorjahr: 45.399) t€ und dem Segment Frucht (insbesondere den Juiceaktivitäten) mit –32.086 (Vorjahr: 63.286) t€.

5.3. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE Note (3)

in t€ 2008 09 2007 08
Erträge aus
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 6.422 832
Leistungen an Dritte 1.956 2.357
Kursgewinnen 3.785 0
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 1.165 2.182
Miet- und Pachtverträgen 1.445 1.620
Marketingleistungen 373 2.165
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 4.759 1.316
Quotenrückgabe 3.921 38.193
Rohstoff beschaff ung 141 1.057
Übrige 15.235 12.895
Summe 39.202 62.617

Note (4)

5.4. MATERIALAUFWAND

in t€ 2008 09 2007 08
Aufwendungen für
Rohstoff e 778.930 824.879
Handelswaren 345.518 305.240
Hilfs- und Betriebsstoff e 195.629 154.361
bezogene Leistungen 56.041 46.536
Summe 1.376.118 1.331.016

Note (5)

5.5. PERSONALAUFWAND

in t€ 2008 09 2007 08
Löhne und Gehälter 161.629 166.005
Soziale Abgaben 41.656 41.197
Aufwendungen für Altersversorgung 3.188 2.009
Aufwendungen für Abfertigungen 3.864 3.742
Summe 210.337 212.953

Die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind im Personalauf wand ohne Zinsanteil ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 2.810 (Vorjahr 2.952) t€ im Finanzergebnis enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2008 09 2007 08
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 5.975 5.886
Angestellte 2.207 2.181
Lehrlinge 62 73
Summe 8.244 8.140
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 1.730 1.643
Restliche EU 3.094 3.305
EU-27 4.824 4.948
Sonstiges Europa (Bosnien-Herzegowina,
Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.211 1.237
Übriges Ausland 2.209 1.955
Summe 8.244 8.140

5.6. ABSCHREIBUNGEN Note (6)

in t¤ 2008 09 2007 08
Gesamt Abschrei- Wertminde- Gesamt Abschrei- Wertminde-
bungen rungen bungen rungen
Immaterielle Vermögenswerte 7.823 7.823 0 7.904 7.904 0
Sachanlagen 73.607 73.607 0 66.051 66.051 0
Zuschreibungen –85 0 –85 –834 0 –834
Abschreibungen im operativen Ergebnis 81.345 81.430 –85 73.121 73.955 –834
Sondereinfl uss 641 39 602 16.032 728 15.304
Abschreibungen im Ergebnis
der Betriebstätigkeit 81.986 81.469 518 89.153 74.683 14.470
Finanzanlagen 398 407 –9 154 0 154
Abschreibungen im Finanzergebnis 398 407 –9 154 0 154
Summe 82.384 81.876 508 89.307 74.683 14.624

Note (7)

Die Wertminderungen des Vorjahres betrafen einerseits die Abschreibung der Zuckerquoten und andererseits die Schließungen des Fruchtzubereitungswerks in Kaplice|Tschechien und der Zuckerproduktion in Petöháza|Ungarn.

5.7. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

in t€ 2008 09 2007 08
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 81.486 82.449
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 90.878 81.489
Werbeaufwendungen 10.091 11.641
Restrukturierungsabgabe 72.680 116.137
Produktions- und Ergänzungsabgabe 11.690 9.534
Sonstige Steuern 9.006 7.543
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 2.014 3.921
Forschung und Entwicklung (extern) 4.766 1.753
Fremdleistungen für Betrieb 2.344 2.688
Kursverluste 0 1.635
Miete und Pachtaufwand 7.227 6.053
Übrige 765 18.792
Summe 292.947 343.635

Zucker produzierende Unternehmen, denen eine Quote zugeteilt worden ist, zahlen je Tonne der Quote einen befristeten Restrukturierungsbeitrag. Dieser betrug im Geschäftsjahr 2008|09 113,30 (Vorjahr 173,80) € pro Tonne.

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich insgesamt auf 12.499 (Vorjahr 10.543) t€.

Note (8)

5.8. ERGEBNIS DER BETRIEBSTÄTIGKEIT

in t€ 2008 09 2007 08
Operatives Ergebnis 37.832 111.411
Ergebnis aus Sondereinfl üssen –3.190 –9.901
Summe 34.642 101.510

Folgende Gewinn- und Verlustrechnungspositionen sind durch das Ergebnis aus Sondereinfl üssen im Geschäftsjahr 2008|09 betroff en:

in t€ Zucker Stärke
Umsatzerlöse 0 17.313
Bestandsveränderungen 0 102
Andere aktivierte Eigenleistungen 0 0
Sonstige betriebliche Erträge 0 356
Materialaufwand –138 –17.947
Personalaufwand –141 –944
Abschreibungen 0 –39
Wertminderungen –602 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –32 –1.118
Summe –913 –2.277

Im Segment Zucker wurde die Beendigung der Schokoladenproduktion in der rumänischen S.C. Romana Prod s.r.l. beschlossen und im Zuge der Restrukturierung die zum Zuckergeschäft passenden Geschäftsbereiche in die S.C. AGRANA Romania S.A. integriert. Im Segment Stärke resultiert das Ergebnis aus Sondereinfl üssen wie im Vorjahr aus den Aufwen dungen, die während der Errichtungsphase des Bioethanolwerkes in Pischelsdorf angefallen sind. Die Errichtungsphase wurde Ende Mai 2008 beendet, somit entfallen die Eff ekte auf das erste Quartal 2008|09.

5.9. ERGEBNIS AUS ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN Note (9)

in t€ 2008 09 2007 08
Anteil am Gewinn 5 24

Der Anteil am Gewinn resultiert ebenso wie im Vorjahr aus der Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien.

5.10. FINANZERTRÄGE Note (10)

in t€ 2008 09 2007 08
Zinserträge 9.159 6.688
Sonstige Finanzerträge 5.722 9.858
– davon aus sonstigen Beteiligungen 3.411 3.211
– davon aus verbundenen Unternehmen 1.000 1.000
– davon Gewinn aus Abgang von Wertpapieren 109 5.098
Summe 14.881 16.546

Note (11)

5.11. FINANZAUFWENDUNGEN

in t€ 2008 09 2007 08
Zinsaufwendungen 41.509 33.706
Sonstige Finanzaufwendungen 40.433 11.288
– davon Währungsverluste 39.493 8.485
– davon Verluste aus Derivaten 533 2.525
– davon Wertminderung kurzfristig gehaltener Wertpapiere 462 135
Summe 81.942 44.994

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in t€ 2008 09 2007 08
Finanzergebnis
Zinsergebnis –32.350 –27.018
Währungsdiff erenzen –39.493 –8.485
Beteiligungsergebnis 4.411 4.211
Sonstiges Finanzergebnis 371 2.844
Summe –67.061 –28.448

Das Finanzergebnis verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund einer höheren Durchschnittsverschuldung und aufgrund von Währungsverlusten bei den osteuropäischen Währungen. Die Währungsverluste sind im Geschäftsjahr allerdings nur in geringem Umfang (rund 1,7 %) realisiert. Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen von 2.810 (Vorjahr 2.952) t€.

Note (12)

5.12. ERTRAGSTEUERN

Die eff ektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreff en in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

in t€ 2008 09 2007 08
Eff ektive Steuern 8.918 15.489
– davon Inland 382 1.122
– davon Ausland 8.536 14.367
Latente Steuern –25.473 –6.243
– davon Inland –8.190 325
– davon Ausland –17.283 –6.568
Steuerertrag (–)/-aufwand (+) –16.555 9.246
– davon Inland –7.808 1.447
– davon Ausland –8.747 7.799

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2008 09 2007 08
Verminderung (–)/Erhöhung (+) aktiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 19.001 7.480
Verminderung (+)/Erhöhung (–) passiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 7.290 1.677
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer 26.291 9.157
– davon Zugang Konsolidierungskreis, erfolgsneutral 0 0
– davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen
(Neubewertung, Währungsumrechnungsdiff erenz) 818 2.914
– davon erfolgswirksame Veränderungen 25.473 6.243

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

in t€ 2008 09 2007 08
Ergebnis vor Ertragsteuern –32.414 73.086
Österreichischer Steuersatz 25 % 25 %
Theoretischer Steuerertrag (–)/-aufwand (+) –8.104 18.272
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund
abweichender Steuersätze 5.485 837
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge
und steuerliche Abzugsposten –13.214 –6.171
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen
und steuerlicher Zurechnungen 6.942 710
aperiodische Steueraufwendungen –712 –336
nicht temporäre Diff erenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen –6.952 –4.066
Ertragsteuern –16.555 9.246
Eff ektive Steuerquote 51,1 % 12,7 %

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuer satzes in Höhe von 25 %.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmens gruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unter nehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Bioethanol GmbH, Agrofrucht GmbH, AGRANA Fruit & Juice Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice GmbH, Brüder Hernfeld GmbH und INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft mbH als Gruppenmitglieder gebildet.

In den Steuerminderungen durch steuerfreie Erträge ist vor allem die Steuerbegünstigung der ungarischen Stärkegesellschaft für den Kapazitätsausbau enthalten. Die Begünstigung hat eine ausnutzbare Laufzeit von maximal zehn Jahren und wurde im Geschäftsjahr zur Gänze berücksichtigt.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpfl ichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht.

5.13. ERGEBNIS JE AKTIE Note (13)

2008 09 2007 08
Konzernjahresergebnis, das den Aktionären
der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist in t€ –11.578 64.322
Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war in Stück 14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) in € –0,82 4,53
Dividende je Aktie in € 1,951 1,95

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2008|09 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 27.694 (Vorjahr 27.694) t€ ausgeschüttet.

6. ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSSRECHNUNG

Die Geldfl ussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschrift en des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds.

Die Auswirkungen von Akquisitionen sind eliminiert und werden in der Position "Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten" dargestellt.

Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

Note (14)

6.1. CASHFLOW AUS LAUFENDER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Cashfl ow aus dem Ergebnis beträgt 97.228 (Vorjahr 140.836) t€, das entspricht 4,8 % (Vorjahr 7,4 %) des Umsatzes. Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen die Wertminderungen der Vorräte (17.369 t€), die unrealisierten Währungsverluste des Finanzergebnisses (38.840 t€), die Auswirkungen der latenten Steuern (–25.473 t€) als auch zahlungsunwirksame eff ektive Steuern (2.218 t€). Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital führt zu einem Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit von 115.005 (Vorjahr –4.244) t€.

Im Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen enthalten:

in t€ 2008 09 2007 08
Zinseinzahlungen 9.312 6.244
Zinsauszahlungen 37.551 27.583
Steuerauszahlungen 6.701 16.159
Dividendeneinzahlungen 4.411 4.211

6.2. CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT Note (15)

■ Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 72.080 (Vorjahr 169.455) t€ benötigt.

■ Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüssen sanken auf 73.172 (Vorjahr 204.656) t€.

■ Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 14.637 (Vorjahr 16.116) t€.

■ Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren des lang- und kurzfristigen Vermögens wurden mit 2.168 t€ zahlungswirksam.

■ Im Geschäftsjahr wurden Auszahlungen für den Erwerb von Geschäftseinheiten ausgewiesen, die den Erwerb einer neuen chinesischen Frucht-Gesellschaft (Joint Venture) und den Erwerb einer Zuckervertriebsgesellschaft für den Balkan (ebenfalls Joint Venture) betreff en. Den Auszahlungen von 12.593 t€ stehen Zahlungsmittelzufl üsse von 1.216 t€ entgegen.

6.3. CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT Note (16)

■ Im Geschäftsjahr 2008|09 sanken die Finanzverbindlichkeiten um 21.507 (Vorjahr Anstieg um 151.255) t€.

■ Im Vorjahr gab es eine Kapitalerhöhung an der AGRANA Bioethanol GmbH und AGRANA BIH Holding GmbH durch den jeweils weiteren Gesellschafter, die zu einem Zahlungsmitteleingang von insgesamt 5.395 t€ führte.

■ Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

87

7. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Note (17)

7.1. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

in t€ Geschäfts-/ Konzessionen, Summe
Firmenwerte Lizenzen,
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Anschaff ungskosten
Stand 1. 3. 2008 214.607 91.850 306.457
Währungsdiff erenzen 0 –528 –528
Konsolidierungskreisänderungen 8.131 954 9.085
Zugänge 0 7.945 7.945
Umbuchungen 0 600 600
Abgänge –23 –4.037 –4.060
Stand 28. 2. 2009 222.715 96.784 319.499
Abschreibungen
Stand 1. 3. 2008 0 53.518 53.518
Währungsdiff erenzen 0 –289 –289
Konsolidierungskreisänderungen 0 23 23
Zugänge 0 7.826 7.826
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 –2.077 –2.077
Zuschreibung 0 0 0
Stand 28. 2. 2009 0 59.001 59.001
Buchwert 28. 2. 2009 222.715 37.783 260.498
GESCHÄFTSJAHR 2007 08
Anschaff ungskosten
Stand 1. 3. 2007 213.495 78.201 291.696
Währungsdiff erenzen 0 –253 –253
Konsolidierungskreisänderungen 50 0 50
Zugänge 1.062 14.315 15.377
Umbuchungen 0 1.637 1.637
Abgänge 0 –2.050 –2.050
Stand 29. 2. 2008 214.607 91.850 306.457
Abschreibungen
Stand 1. 3. 2007 0 37.180 37.180
Währungsdiff erenzen 0 –353 –353
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0
Zugänge 0 17.161 17.161
Umbuchungen 0 1.545 1.545
Abgänge 0 –2.015 –2.015
Zuschreibung 0 0 0

Stand 29. 2. 2008 0 53.518 53.518

Buchwert 29. 2. 2008 214.607 38.332 252.939

■ Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie langfristige Anzahlungen ausgewiesen.

■ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 21.283 (Vorjahr 19.574) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 199.342 (Vorjahr 192.943) t€. Der Zugang im Segment Zucker betriff t die Akquisition der AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien, für das Vertriebsnetz, das Mitarbeiter-Know-how als auch die Bezugsquellen. Die Erhöhung im Segment Frucht ist vor allem auf die Akquisition der Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City|China, für die Sicherung von günstigen Rohstoff quellen und Produktionskosten zurückzuführen.

■ Um die Vorschrift en des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wert minderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash generating units) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht defi niert.

■ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Wert des erwarteten Mittelzufl usses aus dem Vermögenswert ermittelt.

■ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (discounted cashfl ow) auf den erwarteten Mittelzufl uss der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashfl ows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen validierte und von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungs horizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleich bleibende, infl ationsbedingte Wachstumsrate von 0,75 % p. a. (Vorjahr 0,75 % p. a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt zwischen 8,0 % und 9,6 % (Vorjahr 8,4 % bis 9,7 %) vor Steuern.

■ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahres plans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

■ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen. Wertminderungen waren im Geschäftsjahr 2008|09 nicht erforderlich.

■ Am Bilanzstichtag waren keine anderen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

Note (18)

7.2. SACHANLAGEN

Grundstücke, Technische Andere Anlagen Summe
grundstücks- Anlagen und Anlagen, im Bau
gleiche Rechte Maschinen Betriebs- und
und Bauten Geschäfts-
ausstattung
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Anschaff ungs- und
Herstellungskosten
Stand 1. 3. 2008 462.248 991.346 167.452 46.702 1.667.749
Währungsdiff erenzen –24.234 –32.454 –5.672 –2.452 –64.812
Konsolidierungskreisänd. 1.966 –2.066 –583 148 –535
Zugänge 8.062 29.218 7.467 21.121 65.868
Umbuchungen 18.237 22.961 2.395 –44.193 –600
Abgänge –24.082 –63.536 –9.277 –40 –96.935
Zuschüsse –606 –30 –4 0 –640
441.591 945.439 161.778 21.286 1.570.095
Stand 28. 2. 2009
Abschreibungen
Stand 1. 3. 2008 234.995 657.676 121.341 420 1.014.433
Währungsdiff erenzen
Konsolidierungskreisänd.
–8.717
76
–19.884
–5.624
–3.633
–396
–18
0
–32.252
–5.944
Zugänge 14.785 48.024 11.341 93 74.243
Umbuchungen 47 –52 5 0 0
Abgänge –18.715 –62.477 –8.974 0 –90.166
Zuschreibung –27 –58 0 0 –85
Stand 28. 2. 2009 222.444 617.605 119.684 495 960.229
Buchwert 29. 2. 2008 227.253 333.670 46.110 46.282 653.316
Stand 29. 2. 2008 234.995 657.676 121.341 420 1.014.433
Zuschreibung 0 –834 0 0 –834
Abgänge –2.029 –10.446 –6.855 –45 –19.375
Umbuchungen –495 1.446 –948 0 3
Zugänge 16.611 44.719 11.496 0 72.826
Konsolidierungskreisänd. 42 1.726 265 –1 2.033
Währungsdiff erenzen –2.798 –3.484 –1.014 –6 –7.302
Stand 1. 3. 2007 223.664 624.549 118.397 472 967.082
Abschreibungen
Stand 29. 2. 2008 462.248 991.346 167.452 46.702 1.667.749
Zuschüsse –1.739 –1.339 0 0 –3.078
Abgänge –2.360 –12.048 –7.872 –2.096 –24.376
Umbuchungen 5.247 48.617 –1.232 –52.721 –89
Zugänge 29.648 122.606 20.237 20.928 193.419
Konsolidierungskreisänd. 101 1.982 729 3.020 5.832
Währungsdiff erenzen –5.267 –8.672 –1.690 –417 –16.046
Stand 1. 3. 2007 436.618 840.201 157.280 77.988 1.512.087
Herstellungskosten

■ Zugänge von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (ausgenommen Geschäfts-/ Firmenwerte):

in t€ 2008 09 2007 08
Segment Zucker 19.402 41.948
Segment Stärke 23.798 122.861
Segment Frucht 30.613 42.925
Summe 73.813 207.734

■ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

■ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

in t€ 2008 09 2007 08
Anschaff ungskosten 297 1.657
abzüglich Abschreibungen (kumuliert) –140 –521
Buchwert 157 1.136

■ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpfl ichtungen in folgendem Umfang:

in t€ 2008 09 2007 08
Im folgenden Jahr 5.536 4.296
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 5.593 7.607
Über 5 Jahre 5.190 3.165

■ Aufwendungen aus operativen Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen betrugen 9.221 (Vorjahr 7.953) t€.

Note (19)

7.3. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

in t€ 2008 09 2007 08
Stand 1. 3. 600 576
Zugänge 0 0
Anteil am Gewinn 5 24
Konsolidierungskreisänderungen 0 0
Stand 28./29. 2. 605 600

Note (20)

7.4. WERTPAPIERE, BETEILIGUNGEN UND AUSLEIHUNGEN

in t€ Beteiligungen
und
Ausleihungen
Wertpapiere
(langfristige
Vermögens-
werte)
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Stand 1. 3. 2008 92.852 18.657 111.509
Währungsdiff erenz –53 15 –38
Konsolidierungskreisänderungen 8 0 8
Zugänge 288 1.384 1.672
Abschreibungen 9 –407 –398
Umbuchungen –85.000 85.000 0
Abgänge –1.105 –81 –1.186
Neubewertung (IAS 39) –4.500 –76 –4.576
Stand 28. 2. 2009 2.499 104.492 106.991

GESCHÄFTSJAHR 2007|08

Stand 1. 3. 2007 105.802 27.434 133.236
Währungsdiff erenz –53 15 -38
Zugänge 207 3.236 3.443
Abschreibungen –26 –127 –153
Umbuchungen –2 2 0
Abgänge –3.576 –7.207 –10.783
Neubewertung (IAS 39) –9.500 –4.696 –14.196
Stand 29. 2. 2008 92.852 18.657 111.509

Note (21)

7.5. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 206.785 248.747
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 14 108
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 4.831 3.142
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 11 3.758
Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 556
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 36.926 46.844
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 399 7
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 5.053 6.071
Forderungen aus Quotenverkauf 37.916 35.723
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 0 35.723
Forderungen aus Zuschüssen 4.000 8.007
Rechnungsabgrenzungsposten 5.354 3.869
Positiver Marktwert Rohstoff derivate (Cashfl ow Hedge) 718 2.279
Forderungen aus Altlastsanierung 1.895 2.127
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.697 1.942
Versicherung und Schadensvergütung 962 1.128
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 960 0
Kautionen 154 1.182
Sonstige Vermögenswerte 27.549 24.718
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 2.455 4.321
Summe 332.154 388.151
– davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 5.525 42.101

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermitteln sich wie folgt:

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Buchwert (brutto) 216.581 261.853
Wertberichtigungen –9.796 –13.106
Buchwert (netto) 206.785 248.747

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

in t€ 2008 09 2007 08
Wertberichtigungen 1. 3. 13.106 10.204
Währungsänderung/Sonstige Veränderung –919 –182
Zuführungen 973 6.745
Verbrauch –1.038 –847
Aufl ösungen –2.326 –2.814
Wertberichtigungen 28./29. 2. 9.796 13.106

Aus der Aufl ösung der Wertberichtigungen resultieren Zinserträge von 46 t€.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Weder überfällige noch wertberichtigte Forderungen 160.712 172.363
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 22.659 53.848
31 bis 90 Tage 7.224 4.976
91 Tage und älter 6.394 4.454
Zwischensumme 196.989 235.641
Wertberichtigungen 9.796 13.106
Buchwert 206.785 248.747

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Aktive latente Steuern
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 1.652 1.782
Finanzanlagen 10.784 6.803
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 3.257 0
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 6.170 5.731
Verlustvorträge 11.692 11.419
Summe Aktive latente Steuern 33.555 25.735
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 2.156 –9.025
Saldierte Aktive Steuerabgrenzung 35.711 16.710

Die passiven latenten Steuern sind unter Punkt 7.13. erläutert.

Note (23)

7.7. VORRÄTE

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoff e 115.370 146.216
Fertige und unfertige Erzeugnisse 382.653 484.552
Waren 64.090 49.503
Summe 562.113 680.271

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 17.369 (Vorjahr 9.117) t€ vorgenommen. Teilmengen der Zuckerbestände zum 28. Februar 2009 können nicht profi tabel verwertet werden und mussten um 3.506 (Vorjahr 6.971) t€ auf den Nettoveräußerungswert wertgemindert werden.

Im Fruchtsegment war bereits unterjährig eine Abwertung der Apfelsaftkonzentratbestände aus der vorjährigen Ernte von 32.400 t€ auf den Nettoverkaufserlös vorzunehmen; diese Bestände waren zum Ende des Geschäftsjahres in größerem Umfang abverkauft und die Wertberichtigung noch mit 13.863 (Vorjahr 2.146) t€ zum 28. Februar 2009 ausgewiesen.

7.8. WERTPAPIERE Note (24)

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 5.830 (Vorjahr 4.314) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquiditätsreserve dienen.

7.9. EIGENKAPITAL Note (25)

■ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt.

■ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 63 dargestellt.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine konti nu ier liche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Eigenkapital 825.913 922.065
Bilanzsumme 1.996.206 2.203.940
Eigenkapitalquote 41,4 % 41,8 %

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofi nanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird vor allem auch die Kennzahl "Gearing" (Nettofi nanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

7.10. RÜCKSTELLUNGEN

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Rückstellungen für
Pensionen 29.164 30.176
Abfertigungen 16.077 16.057
Sonstige 41.088 60.881
Summe 86.329 107.114

Note (26a)

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschaftsbarwert verfahren (Projected Unit Credit-Methode) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defi ned Benefi t Plan.

Für die inländischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohn- und Gehalts- sowie Rentensteigerungen zugrunde gelegt:

in % 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Lohn-/Gehaltstrend 2,50 2,50
Rententrend 2,00 2,00
Zinssatz 5,50 5,50
Erwarteter Ertrag des Planvermögens Europa: 5,50 5,50
Mexiko/USA: 9,20 9,20

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten modifi ziert.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpfl ichtung der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008 28. 2. 2007 28. 2. 2006 28. 2. 2005
Pensionen 35.780 35.090 44.378 47.491 41.004
Abfertigungen 19.147 17.564 18.906 17.403 18.777

Historische Information zur Pensionsverpfl ichtung

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008 28. 2. 2007 28. 2. 2006 28. 2. 2005
Barwert der Verpfl ichtung 35.780 35.090 44.378 47.491 41.004
Planvermögen 3.587 3.550 7.156 6.327 1.946
Nicht durch Planvermögen
gedeckte Verpfl ichtung 32.193 31.540 37.222 41.164 39.058

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in t€ Pensionen Abfertigungen
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Bilanzierte Rückstellung 1. 3. 2008 30.176 16.057
Dienstzeitaufwand 272 885
Zinsaufwand 1.849 961
Erwartete Erträge Planvermögen –208 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1.090 196
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.003 2.042
Konsolidierungskreisänderungen 0 0
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.749 –1.972
Dotierung Planvermögen –356 0
Währungsdiff erenz 90 –50
Sonstige Veränderungen 0 0
Bilanzierte Rückstellung 28. 2. 2009 29.164 16.077
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 3.029 3.070
Marktwert Planvermögen 3.587 0
Barwert der Verpfl ichtung 28. 2. 2009 35.780 19.147

GESCHÄFTSJAHR 2007|08

Barwert der Verpfl ichtung 29. 2. 2008 35.090 17.564
Marktwert Planvermögen 3.550 0
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 1.364 1.507
Bilanzierte Rückstellung 29. 2. 2008 30.176 16.057
Sonstige Veränderungen 0 0
Währungsdiff erenz –169 –19
Dotierung Planvermögen –2.003 0
Gezahlte Versorgungsleistungen –4.096 –2.123
Konsolidierungskreisänderungen 0 64
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.698 1.870
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1.595 44
Erwartete Erträge Planvermögen –507 0
Zinsaufwand 2.103 849
Dienstzeitaufwand 507 977
Bilanzierte Rückstellung 1. 3. 2007 32.746 16.265

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Die Rückstellung für direkte Versorgungsverpfl ichtungen lässt die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste innerhalb der von IAS 19 bestimmten Grenzen (±10 % des Anwartschaftsbarwerts) unberücksichtigt.

Ähnliche Verpfl ichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Erfahrungsbedingte Anpassungen infolge des Unterschieds zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Verlauf betragen –3.272 (Vorjahr –1.239) t€.

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2008 09 2007 08
Planvermögen (Zeitwert) 1. 3. 3.550 7.156
Währungsdiff erenz –14 –524
Tatsächliche Aufwendungen aus Planvermögen –304 –225
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 355 2.003
Ausgaben des Planvermögens 0 –4.860
Planvermögen (Zeitwert) 28./29. 2. 3.587 3.550

Das Planvermögen betriff t insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskassa.

Note (26b)

b) Sonstige Rückstellungen

in t€ Rekultivierung Personal-
aufwendungen
inklusive
Jubiläumsgeld
Ungewisse
Verbindlich-
keiten
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Stand 1. 3. 2008 11.634 19.380 29.867 60.881
Währungsänderungen –310 –143 –15 –468
Konsolidierungskreisänderungen 0 35 208 243
Verbrauch –861 –7.836 –11.090 –19.787
Aufl ösung –198 –881 –11.896 –12.975
Zuführung 194 2.761 10.239 13.194
Stand 28. 2. 2009 10.459 13.316 17.313 41.088
– davon innerhalb 1 Jahres 2.488 6.101 14.924 23.513

GESCHÄFTSJAHR 2007|08

Stand 28. 2. 2007 12.125 25.141 29.261 66.527
Umgliederung zu Verbindlichkeiten 0 –9.118 –10.102 –19.220
Stand 1. 3. 2007 12.125 16.023 19.159 47.307
Währungsänderungen –173 –57 63 –167
Konsolidierungskreisänderungen 0 –69 16 –53
Aufl ösung –3.486 –672 –5.183 –9.341
Verbrauch –334 –4.317 –7.648 –12.299
Zuführung 3.502 8.472 23.460 35.434
Stand 29. 2. 2008 11.634 19.380 29.867 60.881
– davon innerhalb 1 Jahres 3.830 11.160 27.107 42.097

Die sonstigen Rückstellungen sind mit 17.575 (Vorjahr 18.784) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 23.513 (Vorjahr 42.097) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpfl ichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung. In den Rückstellungen für Personalaufwen dungen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Rückstellungen für Demontage und Ent sorgung, Ausfallgarantien, Produkthaftungen und andere Risikovorsorgen.

7.11. FINANZVERBINDLICHKEITEN Note (27)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 2. 2009 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 29. 2. 2008 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Anleihen 20.000 20.000 0 0 20.000 0 20.000 0
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 635.741 385.691 247.878 2.172 657.182 369.963 283.167 4.052
Leasing
verbindlichkeiten 154 27 127 0 220 154 66 0
Finanzverbindlichkeiten 655.895 405.718 248.005 2.172 677.402 370.117 303.233 4.052
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte) –104.492 –18.657
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte) –5.830 –4.314
Flüssige Mittel –75.458 –86.760
Nettofi nanzschulden 470.115 567.671

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Punkte 8.1. bis 8.3. Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Grundpfandrechte 2.968 4.521
Pfandrecht an Vorratsvermögen 0 18.653
Sonstige Pfandrechte 21.202 26.741
Summe 24.170 49.915

7.12. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Note (28)

in t¤ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28. 2. 2009 bis 1 Jahr über 1 Jahr 29. 2. 2008 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 225.963 225.963 0 204.465 204.465 0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 8.193 8.193 0 59.054 59.054 0
Rechnungsabgrenzungsposten 4.950 4.950 0 4.462 4.462 0
Sonstige Verbindlichkeiten 153.715 151.757 1.958 186.668 184.635 2.033
– davon Restrukturierungsabgabe 69.652 69.652 0 105.358 105.358 0
– davon Erwerb der Zusatzquote 0 0 0 0 0 0
– davon Produktionsabgabe 5.692 5.692 0 6.573 6.573 0
– davon sonstige Steuern 11.532 11.532 0 19.132 19.132 0
– davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 5.869 5.869 0 5.653 5.653 0
Summe 392.821 390.863 1.958 454.649 452.616 2.033

97

den Rübenbauern von 76.187 (Vorjahr 62.422) t€ ausgewiesen. Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten weiters Steuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten

gegenüber Versorgungseinrichtungen sowie aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.

7.13. PASSIVE LATENTE STEUERN Note (29)

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 18.273 18.659
Vorräte und Forderungen 10.830 18.849
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 0 9.185
Sonstige Schulden und Rückstellungen 0 881
Summe Passive latente Steuern 29.103 47.574
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde 2.156 –9.025
Saldierte Passive Steuerabgrenzung 31.259 38.549

Die aktiven latenten Steuern sind unter Punkt 7.6. erläutert.

7.14. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Bürgschaften 44.500 5.364
Gewährleistungsverpfl ichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.697 2.475
Patronatserklärungen 0 148
Eventualschulden 46.197 7.987
Barwert der innerhalb von 5 Jahren fälligen Leasingraten 11.129 11.903
Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen 54 9.212
Sonstige fi nanzielle Verpfl ichtungen 11.183 21.115
Summe 57.380 29.102

8. ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

8.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfi nanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfi nanzierungskraft Anleihen, syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschaff t und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
Eff ektivzinssatz 28. 2. 2009 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre 29. 2. 2008 bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2008 09 2007 08
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 2,85 2,43 246.874 64.211 180.491 2.172 229.295 2.711 222.532 4.052
CSD 0,00 6,88 0 0 0 0 290 105 185 0
2,85 2,44 246.874 64.211 180.491 2.172 229.585 2.816 222.717 4.052
Variabler Zinssatz
EUR 2,66 4,70 283.205 217.035 66.170 0 265.378 205.626 59.752 0
CZK 0,00 4,06 0 0 0 0 5.531 5.531 0 0
DKK 0,00 5,25 0 0 0 0 4.159 4.159 0 0
HUF 9,89 7,51 42.059 41.394 665 0 60.913 60.913 0 0
CNY 5,49 6,72 17.923 17.923 0 0 6.953 6.953 0 0
PLN 5,12 5,88 3.446 3.446 0 0 66.150 66.150 0 0
SKK 0,00 4,14 0 0 0 0 4.270 4.270 0 0
USD 1,65 5,38 42.228 42.228 0 0 14.234 13.539 695 0
Sonstige 0,00 0,00 6 6 0 0 9 6 3 0
3,48 5,33 388.867 322.032 66.835 0 427.597 367.147 60.450 0
Summe 3,24 4,32 635.741 386.243 247.326 2.172 657.182 369.963 283.167 4.052

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 635.741 (Vorjahr 657.182) t€ und waren durchschnittlich mit 3,24 % (Vorjahr 4,32 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, so dass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 246.874 (Vorjahr 229.585) t€, diese entsprachen einem Marktwert von 246.614 t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Markt werte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2.968 (Vorjahr 4.521) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 21.202 (Vorjahr 45.394) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termin gelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die fl üssigen Mittel einen Rückgang um 11.302 t€ auf 75.458 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 5.830 (Vorjahr 4.314) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

8.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff preisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

■ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.

100

■ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.

■ Rohstoff preisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie- und Getreidepreise.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstoff -Futures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limite zuweisen, Genehmigungsverfahren defi nieren, Kreditrisiken minimieren, das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008 28. 2. 2009 29. 2. 2008
Kauf USD 8.178 20.501 1.241 –534
Verkauf USD 1.849 28.083 16 293
Kauf AUD 1.240 4.675 –14 48
Kauf CZK 11.627 5.493 –953 86
Kauf HUF 71.011 27.000 –6.716 –666
Verkauf HUF 8.284 0 637 0
Kauf PLN 29.466 0 –6.551 0
Verkauf GBP 1.146 0 –28 0
Verkauf RON 1.000 0 –8 0
Sonstige 355 0 51 –37
Währungsderivate 134.156 85.752 –12.325 –810
Zinsderivate 70.000 61.000 –364 –1.513
Rohstoff derivate (Hedge Accounting) 2.210 14.923 718 2.279
Summe 206.366 161.675 –11.971 –44

Die Währungs- und Rohstoff derivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Höhe aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Aufl ösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ohne Verrechnung mit etwaigen gegenläufi gen Wertentwicklungen aus zugrunde liegenden Grundgeschäften ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashfl ow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2009 beträgt –7.622 (Vorjahr 2.279) t€.

Die Wertänderungen der Geschäfte, für die kein Cashfl ow Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Ab siche rungen erfolgten sowohl zur Absicherung von Verkaufserlösen und Materialbeschaff ung im Rahmen der Juiceaktivitäten als auch zur Absicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte fair value Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwan kungen dieser Sicherungs geschäfte werden durch die Wertschwankungen der ge sicher ten Geschäfte ausgeglichen.

8.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der fi nanziellen Vermögens werte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäfts partnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

28. 2. 2009 29. 2. 2008
Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 85.000 85.000 0 0
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 19.492 19.492 18.657 18.657
(langfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere 104.492 104.492 18.657 18.657
(langfristig gehalten)
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 343 343 90.816 90.816
fi nanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 1.523 1.523 1.618 1.618
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Langfristige Ausleihungen Kredite und Forderungen 633 633 418 418
Beteiligungen und 2.499 2.499 92.852 92.852
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
Forderungen aus Kredite und Forderungen 206.785 206.785 248.707 248.707
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 72.085 72.085 87.651 87.651
Derivative fi nanzielle Derivate erfolgsneutral 718 718 2.278 2.278
Vermögenswerte zum beizulegendem Zeitwert
Derivative fi nanzielle Derivate erfolgswirksam 1.890 1.890 190 190
Vermögenswerte zum beizulegendem Zeitwert
Forderungen aus 281.478 281.478 338.826 338.826
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte
28. 2. 2009 29. 2. 2008
Bewertungskategorie Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
nach IAS 39 Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 0 0 0 0
(kurzfristig gehalten) fi nanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Erfolgswirksam zum beizu- 5.830 5.830 4.314 4.314
(kurzfristig gehalten) legenden Zeitwert bilanzierte
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Wertpapiere 5.830 5.830 4.314 4.314
(kurzfristig gehalten)
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 75.458 75.458 86.760 86.760
Summe 469.757 469.757 541.409 541.409
Finanzielle Verbindlichkeiten
Anleihen Zu (fortgeführten) 20.000 20.000 20.000 20.000
Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 635.742 635.482 657.182 657.182
gegenüber Kreditinstituten Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing 154 154 220 220
Finanzverbindlichkeiten 655.896 655.636 677.402 677.402
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) 225.963 225.963 204.465 204.465
Lieferungen und Leistungen Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Zu (fortgeführten) 69.652 69.652 105.358 105.358
Restrukturierungsabgabe Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 0 0 0 0
aus dem Erwerb Anschaff ungskosten
der Zusatzquote gehaltene Verbindlichkeiten
Sonstige Zu (fortgeführten) 59.056 59.056 113.009 113.009
Verbindlichkeiten1 Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Derivate erfolgswirksam 14.580 14.580 2.424 2.424
aus derivativen mit beizulegendem Zeitwert
Finanzinstrumenten
Verbindlichkeiten aus
369.251 369.251 425.256 425.256
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Summe 1.025.147 1.024.887 1.102.658 1.102.658
28. 2. 2009 29. 2. 2008
Buchwert Beizulegender Buchwert Beizulegender
Zeitwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 19.835 19.835 109.473 109.473
fi nanzielle Vemögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 86.523 86.523 1.618 1.618
fi nanzielle Vemögenswerte
(zu Anschaff ungskosten)
Erfolgswirksam zum beizu- 5.830 5.830 4.314 4.314
legenden Zeitwert bilanzierte
fi nanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Kredite und Forderungen 354.961 354.961 423.536 423.536
Zu (fortgeführten) –1.010.413 –1.010.153 –1.100.014 –1.100.014
Anschaff ungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Derivate erfolgsneutral 718 718 2.279 2.279
mit beizulegendem Zeitwert
Derivate erfolgswirksam –12.690 –12.690 –2.234 –2.234
mit beizulegendem Zeitwert

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere (available for sale). Diese werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Bei Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens, die für Handelszwecke gehalten werden (trading), erfolgt die Bewertung ebenfalls zu Marktwerten, die den Börsen kursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaff ungskosten (at cost) bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashfl ows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashfl ows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoff derivaten betreff en sowohl fair value- als auch Cashfl ow Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashfl ows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus der Restrukturierungsabgabe, dem Erwerb der Zusatzquote sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst:

Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Held to Loans Cash Financial Financial Keine Summe Kein Finanz-
for sale maturity and liabilities liabilities Zuord- Finanz- ergebnis
receivables held for at cost nung instru-
trading ment
GESCHÄFTSJAHR 2008 09
Nettogewinne/-verlust
im Finanzergebnis
Zinsergebnis 0 0 1.249 0 0 –31.614 0 –30.365 0 –30.365
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 0 0 826 826 0 826
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 0 0 –2.810 –2.810
Summe Zinsergebnis 0 0 1.249 0 0 –31.614 826 –29.539 –2.810 –32.349
Beteiligungsergebnis 4.416 0 0 0 0 0 0 4.416 0 4.416
Negativer Unterschiedsbetrag 0 0 0 0 0 0 0 0 2 2
Summe Beteiligungsergebnis 4.416 0 0 0 0 0 0 4.416 2 4.418
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 –39.493 0 –39.493 0 –39.493
Sonstiges Finanzergebnis –448 95 0 0 0 0 0 –353 331 –22
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 0 0 385 385 0 385
Summe sonstiges Finanzergebnis –448 95 0 0 0 –39.493 385 –39.461 331 –39.130
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 3.968 95 1.249 0 0 –71.107 1.211 –64.584 –2.477 –67.061
Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis
Gewinne aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 0 3.785 3.785 0 3.785
Aufwand aus Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –835 0 0 0 0 –835 0 –835
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –835 0 0 0 3.785 2.950 0 2.950
Aktiva Passiva Überleitung
in t€ Available Held to
for sale maturity
Loans
and
receivables
held for Cash Financial Financial
liabilities liabilities
at cost
Keine
Zuord-
nung
Summe Kein
instru-
Finanz-
Finanz- ergebnis
GESCHÄFTSJAHR 2007 08 trading ment
Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis
Zinsergebnis 0 0 639 0 0 –24.543 0 –23.904 0 –23.904
Zinsen für Derivate 0 0 0 0 0 0 –163 –163 0 –163
Zinsanteil Personalrückstellung 0 0 0 0 0 0 0 0 –2.952 –2.952
Summe Zinsergebnis 0 0 639 0 0 –24.543 –163 –24.067 –2.952 –27.019
Beteiligungsergebnis 4.199 0 0 0 0 0 0 4.199 0 4.199
Negativer Unterschiedsbetrag 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Summe Beteiligungsergebnis 4.199 0 0 0 0 0 0 4.199 0 4.199
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 –8.485 0 0 0 0 –8.485 0 –8.485
Sonstiges Finanzergebnis 4.749 216 0 0 0 0 0 4.965 250 5.215
Finanzergebnis aus Derivaten 0 0 0 0 0 0 –2.357 –2.357 0 –2.357
Summe sonstiges Finanzergebnis 4.749 216 –8.485 0 0 0 –2.357 –5.877 250 –5.627
Summe Nettogewinne/-verluste
im Finanzergebnis 8.948 216 –7.846 0 0 –24.543 –2.520 –25.745 –2.702 –28.447
Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis
Verluste aus Währungsumrechung 0 0 0 0 0 0 –1.635 –1.635 0 –1.635
Aufwand aus Wert-
berichtigung von Forderungen 0 0 –717 0 0 0 0 –717 0 –717
Summe Nettogewinne/-verluste
im operativen Ergebnis 0 0 –717 0 0 0 –1.635 –2.352 0 –2.352

8.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen. Auf der Beschaff ungsseite bestehen Commodity-Preis-Risiken im Wesentlichen in Form von Energiekosten im Rahmen der Zuckererzeugung und von Weizen- und Maiskosten im Rahmen der Bioethanolproduktion. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifi schen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Bericht erstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle

Tochter gesell schaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifi sche operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifi kation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifi ziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpfl ichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Punkt 7.5. des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der Beteiligungen, Ausleihungen und sonstigen Forderungen entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine fi nanziellen Verpfl ichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die fi nanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashfl ows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2009 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinfl ussen. Sämtliche Zahlungsabfl üsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabfl üsse
in t€ Buchwert Summe bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
28. 2. 2009
Finanzverbindlichkeiten
Schuldverschreibungen 20.000 20.168 20.168 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten 635.742 655.252 396.912 139.034 94.401 19.213 3.498 2.194
gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten aus 154 154 27 127 0 0 0 0
Finanzierungsleasing
655.896 675.574 417.107 139.161 94.401 19.213 3.498 2.194
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus 225.963 225.963 225.963 0 0 0 0 0
Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus der 69.652 69.652 69.652 0 0 0 0 0
Restrukturierungsabgabe
Verbindlichkeiten aus dem 0 0 0 0 0 0 0 0
Erwerb der Zuckerquote
Sonstige Verbindlichkeiten1 73.617 73.617 71.662 1.955 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 1.772 1.772 1.772 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 12.857 12.857 12.857 0 0 0 0 0
– davon Rohstoff derivate 0 0 0 0 0 0 0 0
369.232 369.232 367.277 1.955 0 0 0 0
29. 2. 2008
Finanzverbindlichkeiten
Schuldverschreibungen 20.000 21.476 988 20.488 0 0 0 0
Verbindlichkeiten 657.182 697.330 392.143 86.504 174.222 22.050 18.319 4.092
gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten aus 220 220 154 66 0 0 0 0
Finanzierungsleasing
677.402 719.026 393.285 107.058 174.222 22.050 18.319 4.092
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus 204.465 204.465 204.465 0 0 0 0 0
Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus der 105.358 105.358 105.358 0 0 0 0 0
Restrukturierungsabgabe
Verbindlichkeiten aus dem 0 0 0 0 0 0 0 0
Erwerb der Zuckerquote
Sonstige Verbindlichkeiten1 115.404 115.404 113.400 2.004 0 0 0 0
– davon Zinsderivate 1.547 1.547 1.547 0 0 0 0 0
– davon Währungsderivate 877 877 877 0 0 0 0 0
– davon Rohstoff derivate 0 0 0 0 0 0 0 0
425.227 425.227 423.223 2.004 0 0 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabfl üsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken

Infolge der weltweiten Ausrichtung des AGRANA-Konzerns sind sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet. Die wesentlichen Fremdwährungsrelationen sind im Verhältnis zum Euro der US-Dollar, ungarischer Forint, polnischer Zloty, rumänischer Leu, russischer Rubel sowie ukrainischer Hrivna.

Der AGRANA-Konzern hat fi nanzielle Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in fremden Währungen, die bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung unterliegen.

Finanzverbindlichkeiten, die einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, da deren lokale Währung von der Vertragswährung abweicht, betragen 152.175 t€.

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäi schen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rüben preise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf Landeswährung lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatz erlöse, Einkaufsverpfl ichtungen sowie Fremdwährungsfi nanzierungen in Höhe von brutto 423.035 t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Im Wesentlichen bestanden Sicherungen für den ungarischen Forint in Höhe von 95.377 (Vorjahr 20.448) t€ [24.186.638 (Vorjahr 5.069.560) tHUF], für den US-Dollar von 74.210 (Vorjahr 47.806) t€ [109.887 (Vorjahr 67.885) tUSD], für die tschechische Krone von 12.207 (Vorjahr 3.586) t€ [304.275 (Vorjahr 101.399) tCZK], den rumänischen Leu in Höhe von 126.928 (Vorjahr 48.040) t€ [311.658 (Vorjahr 156.243) tRON].

Der Bestand an externen Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist in der AGRANA-Gruppe insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden die Änderungen von Währungsparitäten auf Konzernergebnis und Eigenkapital simuliert. Dabei werden die maßgeblichen Positionen Umsatzerlöse, Materialaufwand und Fremdwährungsfi nanzierungen herangezogen und unter Anwendung eines Stresstests bewertet. In der gewählten Methode wurde von einer Aufwertung des Euro ausgegangen, um das latent vorhandene Risiko darzustellen. Wenn demzufolge der Euro gegenüber nachstehenden Währungen während des Geschäftsjahres 2008|09 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis bzw. das Eigenkapital um 13.699 (Vorjahr 6.585) t€ niedriger. Die möglichen Auswirkungen der übrigen im AGRANA-Konzern vorhandenen Währungsrelationen sind sowohl einzeln als auch in Summe von untergeordneter Bedeutung.

in t€ 28. 2. 2009 29. 2. 2008
bei +10 %
EUR/RON –14.606 –3.821
EUR/HUF +3.598 –2.984
EUR/PLN –5.905 +2.079
EUR/UAH +2.415 –1.114
EUR/RUB +799 –745
Summe –13.699 –6.585

Zinsrisiken

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Auswirkungen von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwen dungen sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen lagen die folgenden Prämissen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Zinsergebnis aus, wenn diese mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaff ungskosten bewerteten Finanzinstrumente keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsände run gen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fi xe Verzinsung erreicht. Für die verbleibenden Finanzverbindlichkeiten mit variabler Verzinsung wäre bei einer Erhöhung (Verminderung) des Marktzinsniveaus zum 28. Februar 2009 um 100 Basispunkte das Ergebnis um 3.589 (Vorjahr 4.276) t€ ge ringer (höher) gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung ergibt sich aus originären, variabel verzinslichen Finanzschulden von 388.867 (Vorjahr 427.596) t€.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoff en ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoff e Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoff derivate für den Einkauf von Rohzucker für Osteuropa über 12.193 Tonnen sowie für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 19.550 Tonnen. Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 4.989 t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 803 t€. Eine Veränderung der Rohstoff preise von +10 % (–10 %) würde eine Wertveränderung der bestehenden Rohstoff derivate von 412 (–713) t€ ergeben.

9. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach Ende des Bilanzstichtages am 28. Februar 2009 waren keine Ereignisse erkennbar, die einen Einfl uss auf den vorliegenden Konzernabschluss hatten.

10. ANGABEN ÜBER GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG hält 100 % der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, die 75,5 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holding gesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim/ Ochsenfurt|Deutsch land, und die Zucker-Beteiligungsges.m.b.H, Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen.

Neben der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, und deren Tochtergesellschaften zählen die Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien, und deren Tochtergesell schaften zu den nahe stehenden Unternehmen.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber den oben angeführten nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 83.635 (Vorjahr 98.812) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Im Geschäftsjahr wurden dafür 5.659 (Vorjahr 3.774) t€ Zinsen aufgewandt. Aus Warenlieferungen bestanden kurzfristige Verbindlichkeiten von 287 (Vorjahr –312) t€. Umsätze mit nahe stehenden Unternehmen betrugen 64.465 (Vorjahr 46.688) t€. Gegenüber Joint Venture-Partnern bestehen sonstige Schulden von 3.296 (Vorjahr 3.018) t€ und Finanzforderungen in Höhe von 0 (Vorjahr 1.419) t€.

Die AGRANA Beteiligungs-AG hat im Jänner 2009 Partizipationskapital der Raiff eisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien, im Ausmaß von 85,0 m€ gezeichnet. Die Zeichnung erfolgte im Rahmen einer Privatplatzierung zu marktüblichen Konditionen. Im Gegenzug wurde an eine Tochtergesellschaft der Raiff eisen-Holding, die RASKIA Beteiligungs GmbH, eine Beteiligung zu einem Preis von 85,9 m€ verkauft.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betragen 1.745 (Vorjahr 1.520) t€ und bestehen aus einem fi xen Anteil von 1.075 (Vorjahr 1.019) t€ sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 670 (Vorjahr 501) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der ausgeschütteten Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, und Zucker-Beteiligungsges.m.b.H, Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhält für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 4. Juli 2008 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 165 (Vorjahr 165) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Die Pensionsverpfl ichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Der die Ansparung übersteigende Betrag von 1.259 (Vorjahr 1.322) t€ wird in den Rückstellungen ausgewiesen.

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart.

Die Angaben zu den Organen befi nden sich auf Seite 13ff .

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 30. April 2009 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröff entlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 30. April 2009

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e. h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e. h. Mag. Walter Grausam e. h. Dkfm. Thomas Kölbl e. h.

AGRANA BETEILIGUNGS-AG 2008 | 09

ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

112

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

■ dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte (Konzern-)Abschluss zum 28. Februar 2009 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der AGRANA Beteiligungs-AG und der Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt;

■ dass der (Konzern-)Lagebericht für das Geschäftsjahr 2008|09 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass er die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten, denen sie ausgesetzt sind, beschreibt.

Wien, am 30. April 2009

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e. h. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e. h. Mag. Walter Grausam e. h. Dkfm. Thomas Kölbl e. h.

ORGANE DER GESELLSCHAFT (KURZDARSTELLUNG)

Nähere Angaben zum Vorstand, Aufsichtsrat sowie seinen Ausschüssen fi nden Sie im Corporate Governance-Bericht auf Seite 13ff .

VORSTAND

Dipl.-Ing. Johann Marihart Vorstandsvorsitzender

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Mitglied des Vorstandes

Mag. Walter Grausam Mitglied des Vorstandes

Dkfm. Thomas Kölbl Mitglied des Vorstandes

AUFSICHTSRAT

Präsident Generalanwalt Ökonomierat Dr. Christian Konrad Aufsichtsratsvorsitzender

Dr. Rudolf Müller 1. Vorsitzender-Stellvertreter

Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder 2. Vorsitzender-Stellvertreter

Ludwig Eidmann Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Hans-Jörg Gebhard Mitglied des Aufsichtsrates

Dr. Theo Spettmann Mitglied des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Ernst Karpfi nger Mitglied des Aufsichtsrates

Mag. Christian Teufl Mitglied des Aufsichtsrates

Thomas Buder Konzernbetriebsratsvorsitzender

Dipl.-Ing. Franz Ennser Betriebsratsvorsitzender

Ing. Peter Vymyslicky Betriebsratsvorsitzender

Erich Weissenböck Betriebsratsvorsitzender

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 28. FEBRUAR 2009

(ANGABEN GEMÄSS § 265 ABS. 2 UND ABS. 4 UGB)

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00 %
AGRANA Bioethanol GmbH Wien Österreich 74,90 %
AGRANA Bulgaria AD Sofi a Bulgarien 51,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,99 %
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Mangrove Australien 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. v likvidaci Kaplice Tschechien 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, São Paulo Brasilien 95,88 %
Importacao e Exportacao Ltda.
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien 100,00 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00 %
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 %
AGRANA Fruit Investments South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayl Ve Ticaret A.S. Zincirlikuyu Türkei 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea 100,00 %
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacan Mexiko 99,99 %
AGRANA Fruit Luka TOV Winniza Ukraine 100,00 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacan Mexiko 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostroleka Polen 100,00 %
AGRANA Fruit S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOV Winniza Ukraine 100,00 %
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Internationale Verwaltungs- Wien Österreich 100,00 %
und Asset-Management GmbH
AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark 100,00 %
AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Juice Holding GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. Vásárosnamény Ungarn 100,00 %
AGRANA Juice Poland SP z.o.o. Bialobrzegi Polen 100,00 %
AGRANA Juice Romania Carei SRL Carei Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 100,00 %
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Trading EOOD Sofi a Bulgarien 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Wien Österreich 100,00 %
Produkten Gesellschaft m.b.H.
Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Dirafrost Deutschland GmbH (in Liquidation) Hof Deutschland 100,00 %
Dirafrost FFI N. V. Herk-de-Stad Belgien 100,00 %
Dirafrost Maroc SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital
unmittelbar mittelbar
Financière Atys S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
Flavors from Florida, Inc. Bartow USA 100,00 %
Frefrost SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Fruimark (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
INSTANTINA Hungária Élelmiszergyartó Petöháza Ungarn 100,00 %
és Kereskedelmi Kft. v. a.
INSTANTINA Nahrungsmittel Wien Österreich 66,67 %
Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H.
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság Budapest Ungarn 100,00 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,56 %
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrusovany Tschechien 97,66 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Tandarei Rumänien 99,99 %
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest Rumänien 91,33 %
S.C. Romana Prod s.r.l. Roman Rumänien 100,00 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sered Slowakei 100,00 %
Yube d.o.o. Pozega Serbien 100,00 %
Unternehmen, die nach der Equity-Methode bewertet wurden
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H.
Wien Österreich 86,00 %
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Skrob s.r.o. Hrosovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2008 Eigenkapital: –3,7 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: –11,0 t€
DIVA 2 GmbH (in Liquidation) Hamburg Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2007 Eigenkapital: 20,7 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: –1,6 t€
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H. Hamburg Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 28. 2. 2007 Eigenkapital: 240,8 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 207,3 t€
Hottlet Sugar Trading N. V. Berchem/Antwerpen Belgien 25,10 %
Abschlussstichtag: 29. 2. 2008 Eigenkapital: 2.217,1 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 2.284,7 t€
PERCA s.r.o. Hrusovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2008 Eigenkapital: 222,4 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 44,2 t€
PFD-Processed Fruit Distribution Ltd. (in Liquidation) Nicosia Zypern 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2008 Eigenkapital: 13,9 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: –130,8 t€
S.C. Caracrimex S.A. Carei Rumänien 99,26 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2008 Eigenkapital: –1,0 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 0,0 t€
Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 31. 12. 2008 Eigenkapital: 2.355,9 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 1.007,1 t€

II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Unternehmen, die nach der Quoten-Methode bewertet wurden
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 %
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00 %
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
és Forgalmazó Kft.
Hungranatrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafi nerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
Xianyang Andre Juice Co., Ltd. Xianyang City China 50,00 %
Yongji Andre Juice Co., Ltd. Yongji City China 50,00 %
Nicht einbezogene gemeinschaftlich geführte Unternehmen

BESTÄTIGUNGSVERMERK (BERICHT DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS)

116 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Ge schäftsjahr vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 28. Februar 2009, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzern-Geld fl ussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 28. Februar 2009 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrecht erhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler, ist; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pfl ichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers, unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzungen berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanzund Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingun gen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auff assung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2009 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Ge schäftsjahr vom 1. März 2008 bis zum 28. Februar 2009 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.

BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Wien, am 30. April 2009

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h. Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

MULTICONT Revisions- und Treuhand Ges.m.b.H. Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs gesellschaft

Mag. Franz Rauchbauer e. h. Wirtschaftsprüfer

117

KENNZAHLEN

Abkürzung Kennzahl 2008 09 2007 08
Defi nition
BFS Brutto-Finanzschulden 655.896 t€ 677.402 t€
= Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten
+ Verbindlichkeiten aus Anleihen + Leasingverbindlichkeiten
CE Capital employed 1.351.921 t€ 1.366.092 t€
= (SAV + IAV) + WC
Dividendenrendite = Dividende pro Aktie ÷ Schlusskurs 4,1 % 2,7 %
EBITDA Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortication 119.177 t€ 184.532 t€
= Operatives Ergebnis + AFA (vor Sondereinfl üssen)
EBITDA-Marge = EBITDA × 100 ÷ Umsatz 5,9 % 9,8 %
EKQ Eigenkapital-Quote 41,4 % 41,8 %
= Eigenkapital ÷ Gesamtkapital
EPS Earnings per share –0,82 € 4,53 €
= Konzernjahresergebnis ÷ Aktienanzahl
EVS Equity value per share 56,6 € 62,9 €
= Anteil der Aktionäre am Eigenkapital ÷ Aktienanzahl
FCF Free Cashfl ow 42.925 t€ –173.699 t€
= Cashfl ow aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Cashfl ow aus Investitionstätigkeit
Gearing = NFS ÷ Eigenkapital inklusive Minderheitenanteil × 100 56,9 % 61,6 %
IAV Immaterielle Vermögenswerte mit Geschäfts-/Firmenwert 260.498 t€ 252.939 t€
KGV (Ultimo) Kurs-Gewinn-Verhältnis neg. 15,9
= Schlusskurs ÷ EPS
NFS Nettofi nanzschulden 470.116 t€ 567.671 t€
= BFS – (Kassa + Scheck + sonstige Bankguthaben
+ kurzfristige Wertpapiere + langfristige Wertpapiere)
Operatives Ergebnis Earnings before Interest and Tax 37.832 t€ 111.411 t€
(vor Ergebnis aus Sondereinfl üssen)
Operative Marge = Operatives Ergebnis × 100 ÷ Umsatz 1,9 % 5,9 %
ROCE Return on Capital employed 2,8 % 8,2 %
= Operatives Ergebnis ÷ Capital employed
ROS Return on Sales –1,6 % 3,9 %
= Ergebnis vor Steuern × 100 ÷ Umsatz
SAV Sachanlagevermögen 609.866 t€ 653.316 t€
WC Working Capital 481.558 t€ 571.125 t€
= Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
+ Sonstige Vermögensgegenstände – kurzfristige Rückstellungen
– kurzfristige erhaltene Anzahlungen – Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen – Sonstige Verbindlichkeiten

JAHRESABSCHLUSS 2008|09 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG NACH UGB

120 Gewinn- und Verlustrechnung 121 Bilanz

122 Bestätigungsvermerk (Bericht des unabhängigen Abschlussprüfers)

123 Vorschlag für die Gewinnverteilung

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2008|09 VOM 1. MÄRZ 2008 BIS 28. FEBRUAR 2009

120
in t¤ 2008 09 2007 08
1. Umsatzerlöse 72 151
2. Sonstige betriebliche Erträge 20.453 19.823
3. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen 0 0
4. Personalaufwand –12.711 –13.267
5. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –1.432 –1.221
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen –13.917 –15.153
7. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 6) –7.535 –9.667
8. Erträge aus Beteiligungen 29.873 31.661
– davon aus verbundenen Unternehmen 27.622 (Vorjahr 28.450) t€
9. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 9 102
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 6.933 5.034
– davon aus verbundenen Unternehmen 3.661 (Vorjahr 3.814) t€
11. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 0 3.993
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und
aus Wertpapieren des Umlaufvermögens 0 –2
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –3.017 –2.386
14. Finanzerfolg (Z 8 bis 13) 33.798 38.402
15. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Z 1 bis 14) 26.263 28.735
16. Steuern vom Einkommen 2.077 –1.023
17. Jahresüberschuss 28.340 27.712
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 0 0
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0 0
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 89 71
21. Bilanzgewinn 28.429 27.783
in t¤ Stand am Stand am
28. 2. 2009 29. 2. 2008
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.615 795
II. Sachanlagen 1.016 1.074
III. Finanzanlagen 440.544 441.492
444.175 443.361
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 140.817 135.441
II. Wertpapiere 0 0
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7 7
140.824 135.448
Summe Aktiva 584.999 578.809
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210 103.210
II. Kapitalrücklagen 418.990 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 28.429 27.783
– davon Gewinnvortrag 89 (Vorjahr 71) t€
564.557 563.911
B. Unversteuerte Rücklagen 0 0
C. Rückstellungen
I. Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder
2.054 1.689
II. Rückstellung für Steuern und Sonstige 6.107 3.433
8.161 5.122
D. Verbindlichkeiten
I. Finanzverbindlichkeiten 0 0
II. Übrige Verbindlichkeiten 12.281 9.776
12.281 9.776
Summe Passiva 584.999 578.809
Haftungsverhältnisse 615.641 567.128

121

BESTÄTIGUNGSVERMERK (BERICHT DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS)

122 Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Die Buchführung, die Aufstellung und der Inhalt dieses Jahresabschlusses sowie des Lageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschrift en liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung und einer Aussage, ob der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss steht.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschrift en und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass ein hinreichend sicheres Urteil darüber abgegeben werden kann, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, und eine Aussage getroff en werden kann, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Unternehmens sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Nachweise für Beträge und sonstige Angaben in der Buchführung und im Jahresabschluss überwiegend auf Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses. Wir sind der Auff assung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschrift en und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Wien, am 27. April 2009

KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Wilhelm Kovsca e. h. ppa. Mag. Claudia Draxler-Eisert e. h.

MULTICONT Revisions- und Treuhand Ges.m.b.H. Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs gesellschaft

Mag. Franz Rauchbauer e. h. Wirtschaftsprüfer

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERTEILUNG

2008 09
in €
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009
schließt mit einem Bilanzgewinn von 28.429.413
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 1,95 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 27.693.978
Vortrag auf neue Rechnung 735.435
28.429.413
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien Beilage I/1
Bilanz zum 28. Februar 2009
Aktiva
28.2.2009 29.2.2008
EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2.615.484,00 794
II. Sachanlagen 1.016.303,27 1.074
III. Finanzanlagen 440.543.936,45 441.492
444.175.723,72 443.360
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen
1. Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen
139.759.772,37 133.187
2. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
0,00 556
3. Sonstige Forderungen 1.056.926,54 1.698
140.816.698,91 135.441
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7.165,26 7
140.823.864,17 135.448
584.999.587,89 578.808
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien Beilage I/2
Passiva
28.2.2009 29.2.2008
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210.249,78 103.210
II. Kapitalrücklagen
1.
Gebundene
373.422.710,55 373.423
2.
Nicht gebundene
45.566.884,45 45.567
418.989.595,00 418.990
III. Gewinnrücklagen
1.
Gesetzliche Rücklage
47.964,07 48
2.
Andere Rücklagen (freie Rücklagen)
13.880.000,00 13.880
13.927.964,07 13.928
IV. Bilanzgewinn 28.429.413,04 27.783
davon Gewinnvortrag: EUR 89.309,73;
Vorjahr: TEUR 71
564.557.221,89 563.911
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 2.054.494,74 1.689
2. Steuerrückstellungen 779.500,00 0
3. Sonstige Rückstellungen 5.327.389,43 3.433
8.161.384,17 5.122
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 170,88 0
Leistungen
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
2.173.593,20 492
Unternehmen
4. Sonstige Verbindlichkeiten
8.582.785,55 6.649
1.524.432,20 2.634
davon aus Steuern: EUR 694.116,25;
Vorjahr: TEUR 502
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 168.817,50; Vorjahr: TEUR 168
12.280.981,83 9.775
584.999.587,89 578.808
Haftungsverhältnisse
615.640.714,00 567.128
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien Beilage II
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2008/09
2008/09 2007/08
EUR EUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 72.089,10 151
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagever
mögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 27.513,00 8
b) Erträge aus der Auflösung von
Rückstellungen
0,00 140
c) Übrige 20.425.814,64 20.453.327,64 19.675 19.823
3. Personalaufwand
a) Gehälter
b) Aufwendungen für Abfertigungen und 9.098.308,72 10.227
Leistungen an betriebliche Mitarbeiter
vorsorgekassen 430.462,98 483
c) Aufwendungen für Altersversorgung
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschrie
bene Sozialabgaben sowie vom Entgelt
1.019.531,76 449
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 2.045.604,95 1.988
e) Sonstige Sozialaufwendungen
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
116.798,64 -12.710.707,05 120 -13.267
des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.432.523,11 -1.221
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Übrige -13.916.788,23 -15.153
6. Zwischensumme aus Z 1 bis 5
(Betriebsergebnis) -7.534.601,65 -9.667
7. Erträge aus Beteiligungen 29.872.968,02 31.660
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 27.621.728,02; Vorjahr: TEUR 28.450
8. Erträge aus anderen Wertpapieren des
Finanzanlagevermögens 9.074,72 102
9. Sonstige Zinsenerträge 6.933.500,29 5.034
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 3.660.586,77; Vorjahr: TEUR 3.814
10. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens 0,00 3.993
11. Aufwendungen aus Finanzanlagen und
aus Wertpapieren des Umlaufvermögens -0,02 -2
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.017.429,05 -2.385
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 91
13. Zwischensumme aus Z 7 bis 12 (Finanzergebnis) 33.798.113,96 38.402
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 26.263.512,31 28.735
15. Steuern vom Einkommen 2.076.591,00 -1.023
davon Steuerumlagen: EUR 2.198.775,89;
Vorjahr: TEUR -989
16. Jahresüberschuss
17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 28.340.103,31 27.712
18. Bilanzgewinn 89.309,73 71
28.429.413,04 27.783

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien Geschäftsbericht 2008/09 Beilage III

JAHRESABSCHLUSS

zum 28. Februar 2009

der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), die Vorjahresbeträge in Tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss unserer Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 - 4 33 - 25

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern für Neuzugänge werden der planmäßigen Abschreibung zugrundegelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 4 25
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20
(siehe Erläuterungen zur Bilanz C. (1)

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrundegelegt.

c. Finanzanlagen

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 0,00 (im Vorjahr 0 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Wertpapiere des Umlaufvermögens

werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen am Bilanzstichtag bewertet.

c. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 431.142,35 (im Vorjahr 223 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Konzerneinheitlich wird der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4 %) verwendet. Die Abfertigungsrückstellung ist nach finanzmathematischen Grundsätzen auf der genannten Basis ermittelt und an das vorgeschriebene Ausmaß gemäß § 211 (2) UGB angepasst. Ein Fluktuationsabschlag je nach Dienstangehörigkeit von 0-12,5 % (im Vorjahr 0-12,5 %) wurde berücksichtigt.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde somit der Gesamtbetrag der bisher rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und konzerneinheitlich der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-12,5 % (im Vorjahr 0-12,5 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Unter der Position Wertpapiere des Anlagevermögens wurden im Geschäftsjahr Partizipationsscheine an der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien über EUR 85.000.000,00 zu marktüblichen Konditionen gezeichnet.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe des Eigenkapital gem. Ge Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB schäfts schuss/fehlbetrag
% EUR jahr EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100,00 6.685.796,22 2008/09 467.233,85
AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, 98,91 211.682.858,75 2008/09 -694.691,90
Wien*)
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 182.181.805,54 2008/09 40.820.789,73
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 127.162.001,51 2008/09 16.449.636,51
INSTANTINA Nahrungsmittel
Entwicklungs- und Produktions GesmbH,
Wien 66,67 6.001.988,74 2008/09 46.136,33
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Wien 100,00 2.355.904,19 2008 1.007.111,79
Hottlet Sugar Trading N.V., Berchem 25,10 2.217.083,26 2007/08 2.284.701,13

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die sonstige Beteiligung (32,68%) an der Zucker Invest GmbH wurde per 15.01.2009 an die RASKIA Beteiligungs GmbH um EUR 85.948.087,00 verkauft.

Restlaufzeit Restlaufzeit Bilanzwert
in EUR (Vorjahr in TEUR) bis 1 Jahr von mehr
als 1 Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 139.759.772,37 0,00 139.759.772,37
(29.02.2008) (133.187) (0) (133.187)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 1.053.376,54 3.550,00 1.056.926,54
(29.02.2008) (1.672) (26) (1.698)
Forderungen gegen Unternehmen mit
Beteiligungsverhältnis 0,00 0,00 0,00
(29.2.2008) (556) (0) (556)
Summe 140.813.148,91 3.550,00 140.816.698,91
(29.2.2008) (135.415) (26) (135.441)

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind sonstige Forderungen im Betrag von EUR 139.759.772,37 (im Vorjahr 133.188 TEUR) enthalten.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände beinhalten im wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Zinsswaps EUR 381.980,55 (im Vorjahr 562 TEUR), sowie Abgrenzungen aus Wertpapierzinsen von EUR 8.215,43 (im Vorjahr 8 TEUR), Forderungen an das Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von EUR 36.214,40 (im Vorjahr 1.052 TEUR), Gewinnanteil 2007/2008, 2.Tranche der Zucker Invest GmbH von EUR 588.240,00 (im Vorjahr 0) sowie kurzfristige Forderungen von EUR 38.726,31 (im Vorjahr 48 TEUR).

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 978.435,98 (im Vorjahr 570 TEUR) enthalten.

(3) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich wie folgt zusammen: 14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien - Stammaktien

(4) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 1.3.2008 Veränderung Stand 28.2.2009
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 418.989.595,00

(5) Gewinnrücklagen

Stand 1.3.2008 Dotierung Stand 28.2.2009
in EUR in EUR in EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,07 0,00 13.927.964,07

(6) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand (V) Verbrauch Zuweisung Überstellung Stand am
01.03.2008 (A) Auflösung Mitarbeiter 28.02.2009
in EUR in EUR in EUR In EUR in EUR
Nicht konsumierte Ur
laube 1.054.504,74 0,00 78.499,33 -6.413,70 1.126.590,37
Aufsichtsratsvergütun
gen 165.000,00 (V) 165.000,00 165.000,00 0,00 165.000,00
Sonderzahlungen 241.698,85 0,00 13.096,92 0,00 254.795,77
Jubiläumsgelder 201.982,88 0,00 1.724,07 41.486,04 245.192,99
Prüfungsaufwand 133.900,00 (V) 95.000,00 164.000,00 0,00 202.900,00
Nachschussverpflich
tung an die Pensions
kasse 104.517,00 0,00 653.183,25 0,00 757.700,25
Veröffentlichungsauf
wand 171.000,00 (V) 171.000,00 192.000,00 0,00 192.000,00
Ausstehende Eingangs
rechnungen 0,00 0,00 897.000,00 0,00 897.000,00
Altersteilzeit 67.545,69 (V) 27.713,46 0,00 0,00 39.832,23
Kosten
der
Hauptver
sammlung 31.000,00 (V) 31.000,00 33.000,00 0,00 33.000,00
Kosten
Bilanzpresse
konferenz 5.500,00 (V) 5.500,00 9.000,00 0,00 9.000,00
Sonstiges 30.000,00 (V) 30.000,00 12.000,00 0,00 12.000,00
Verluste aus Zinsswaps 1.226.673,09 (A) 1.226.673,09 1.392.377,82 0,00 1.392.377,82
(V) 525.213,46
Summe 3.433.322,25 (A) 1.226.673,09 3.610.881,39 35.072,34 5.327.389,43

(7) Verbindlichkeiten

28.2.2009 29.2.2008
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 170,88 0
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (170,88) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0,00) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.173.593,20 492
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (2.139.995,42) (454)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (14.114,48) (12)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (19.483,30) (26)
Verbindlichkeiten gegen
verbundene Unternehmen 8.582.785,55 6.649
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (8.582.785,55) (6.649)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.524.432,20 2.634
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (1.524.432,20) (2.634)
Summe 12.280.981,83 9.775
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (12.247.384,05) (9.737)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (14.114,48) (12)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (19.483,30) (26)

RLZ = Restlaufzeit

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen von Zinsen für Zinsswaps in Höhe von EUR 381.980,55 (im Vorjahr 510 TEUR), die EES-Prämie in Höhe von EUR 183.023,08 (im Vorjahr 1.230 TEUR), Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 864.312,65 (im Vorjahr 671 TEUR) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 95.115,92 (im Vorjahr 224 TEUR), enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 183.023,08 (im Vorjahr 1.230 TEUR), Zinsen für Zinsswaps EUR 381.980,55 (im Vorjahr 510 TEUR) sowie Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 542.428,56 (im Vorjahr 488 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 8.582.785,55 (im Vorjahr 6.649 TEUR) enthalten.

Der Mietzins für 2009/10 beträgt EUR 984.105,24. Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 4.920.526,20 (im Vorjahr 4.804 TEUR).

Die Miete für PKW-Leasing für 2009/10 beträgt EUR 3.025,60 (im Vorjahr 5 TEUR), für die Telefonanlage Alcatel EUR 200.648,48 (im Vorjahr 0). Für fünf Jahre beträgt die Miete für die Telefonanlage aus heutiger Sicht EUR 4.920,526,20 (im Vorjahr 0). Der Mietvertrag endet für den PKW am 31.10.2009, für die Telefonanlage am 31.07.2013.

28.2.2009 29.2.2008
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 45.810.833,00 45.811
Haftungen aus Zahlungsgarantien 569.829.881,00 521.317
Summe 615.640.714,00 567.128
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 539.628.210,00 532.830

(8) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009, im Vorjahr vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008.

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 72.089,10 (im Vorjahr 151 TEUR) beinhalten Inlandsumsätze von EUR 72.089,10 (im Vorjahr 151 TEUR).

(10) Personalaufwand

2008/09
in EUR
2007/08
in TEUR
Gehälter 9.098.308,72 10.227
Aufwendungen für Abfertigungen 369.182,42 424
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorge
kassen (MVK)
61.280,56 60
Aufwendungen für Altersversorgung 1.019.531,76 449
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 2.045.604,95 1.988
Sonstige Sozialaufwendungen 116.798,64 119
Summe 12.710.707,05 13.267

davon entfallen

Abfertigungen und Leistun
gen an betriebliche Mitarbei
Pensionen (Rückstellungen)
tervorsorgekassen
2008/09 2007/08 2008/09 2007/08
EUR TEUR TEUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 224.197,35 72 1.008.984,21 441
andere Arbeitnehmer 206.265,63 411 10.547,55 8
Summe 430.462,98 483 1.019.531,76 449

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 125 Angestellte (im Vorjahr 124 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 1.745.342,89 (im Vorjahr 1.520 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 355.800,96 (im Vorjahr 388 TEUR) bezahlt sowie eine Dotierung in Höhe von EUR 653.183,25 (im Vorjahr 53 TEUR) unter sonstigen Rückstellungen berücksichtigt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2008/09 eine Vergütung von EUR 165.000,00 (im Vorjahr 165 TEUR).

(11) Erträge aus Beteiligungen

2008/09 2007/2008
in EUR in TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 27.621.728,02 28.450
Erträge von sonstigen Beteiligungen 2.251.240,00 3.211
Summe 29.872.968,02 31.661
2008/09 2007/2008
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer 776.000,00 11
Körperschaftsteuer Vorperioden -653.815,11 0
Ausländische Quellensteuer 0,00 23
Steuerumlagen -2.198.775,89 989
Summe -2.076.591,00 1.023

(12) Steuern vom Einkommen

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing und Vertriebs-GmbH , AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, AGRANA Juice GmbH, Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten GmbH , Brüder Hernfeld GmbH, und die Instantina GmbH als Gruppenmitgliedern gebildet. Im Berichtsjahr wurde die Gruppe um die AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH als Gruppenmitglied erweitert. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

E. Derivative Finanzinstrumente

Per 28.02.2009 bestanden bei der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Zinsswaps im Nominale von EUR 40.000.000,00 (im Vorjahr 50.000 TEUR). Diese teilen sich wie folgt auf:

Kreditinstitut Nominale EUR Laufzeit Zinsaufwand fix
(Zinsertrag fix)
Zinsertrag (Zinsauf
wand) variabel
3 Monats-Euribor,
(aktuell 28.02.09 )
RZB AG 20.000.000,00 06.09.2007-06.09.2012 4,42 % 3,669 %
BA-CA 20.000.000,00 30.05.2008-06.09.2012 (4,42 %) (3,669 %)

Bei Zinsswaps wird der Barwert der zu zahlenden Zinsen denen der zu empfangenden Zinsen gegenübergestellt und daraus der Marktwert berechnet.

Die negativen Marktwerte zum 28.02.2009 betragen gesamt EUR 1.392.377,82 und sind unter der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen.

F. SONSTIGE ANGABEN

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Z 3 UGB)

AGRANA BiH Holding GmbH, Wien

AGRANA Bioethanol GmbH, Wien

AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien

AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien

AGRANA Fruit Australia Pty Limited, Central Mangrove, Australien

AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf

AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. , Kaplice, Tschechien, v likvidaci

AGRANA Fruit Brasil Indústria Comércio Importacao e Exportacao Ltda., Sao Paulo, Brasilien

AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., Sao Paulo, Brasilien

AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China

AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fiji

AGRANA Fruit France S.A., Paris, Frankreich

AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland

AGRANA Fruit Investments South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika

AGRANA Fruit Istanbul Gida San Ve Tic A.S., Zincirlikuyu, Türkei

AGRANA Fruit Korea Co., Ltd , Seoul, Südkorea

AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacan, Mexico

AGRANA Fruit Luka TOF, Winniza, Ukraine

AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacan, Mexico

AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostroleka, Polen

AGRANA Fruit S.A., Paris, Frankreich

AGRANA Fruit Services GmbH, Wien

AGRANA Fruit Services Inc., Brecksville, Ohio, USA

AGRANA Fruit Services S.A.S., Paris, Frankreich

AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika

AGRANA Fruit Ukraine TOF, Winniza, Ukraine

AGRANA Fruit US, Inc , Brecksville, Ohio, USA AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, Wien AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice Holding GmbH, Gleisdorf AGRANA Juice Magyarorzág Kft., Vásásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Poland Sp z.o.o., Bialobrzegi, Polen AGRANA Juice Romania Carei S.R.L, Carei, Rumänien AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Customer Service GmbH, Gleisdorf AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien AGRANA Skrob s.r.o., Hrusovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H., Wien Dirafrost Deutschland GmbH, Hof, Deutschland, (in Liquidation) Dirafrost FFI N.V., Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost Maroc SARL, Laouamra, Marokko DIVA2 GmbH, Hamburg, Deutschland, (in Liquidation) Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Hamburg, Deutschland Financière Atys S.A.S., Paris, Frankreich Flavors from Florida, Inc, Bartow, USA Frefrost SARL, Laouamra, Marokko Fruimark (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika INSTANTINA Hungária Élelmiszergyártó és Kereskedelmi Kft. v.a., Petöháza, Ungarn INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. , Wien Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelösségü Társaság, Budapest, Ungarn

Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn

Moravskoslezské Cukrovary a.s., Hrusovany , Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien PERCA s.r.o., Hrusovany, Tschechien PFD-Processed Fruit Distribution Ltd., Nicosia, Zypern S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Tandarei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Bukarest, Rumänien S.C. Caracrimex S.A., Carei, Rumänien S.C. Romana Prod s.r.l., Roman, Rumänien Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered, Slowakei Yube d.o.o., Pozega, Serbien Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Wien

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim mit ihren Tochtergesellschaften

Beziehungen zu assoziierten Unternehmen

AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien AGRANA Studen Sugar Trading GmbH, Wien HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn Hungranatrans Kft., Szabadegyháza, Ungarn STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brcko, Bosnien-Herzegowina Xianyang Andre Juice Co., Ltd., Xianyang City, China Yongji Andre Juice Co., Ltd., Yongji City, China

F. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Dr. Christian KONRAD, Wien Vorsitzender Dr. Rudolf MÜLLER, Ochsenfurt Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Stellvertreter des Vorsitzenden Ludwig EIDMANN, Groß-Umstadt Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Mag. Christian TEUFL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Theo SPETTMANN, Mannheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Franz ENNSER, Wien Ing. Peter VYMYSLICKY, Leopoldsdorf Erich WEISSENBÖCK, Gmünd Thomas BUDER, Katzelsdorf

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Walter GRAUSAM, Wien Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER (ab 01.01.09) Dkfm. Thomas KÖLBL, Mannheim-Lindenhof

Wien, am 27. April 2009

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h.

Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer e.h.

Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2008/2009
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft
ANLAGE 1
A N L A G E V E R M Ö G E N Anschaffun gskosten Abschreibungen Buchwerte
Stand Zugang Abgang Stand Stand Jahres- Abgang Stand Stand Stand
3/1/08 2/28/09 3/1/08 abschreibung 2/28/09 2/28/09 2/29/08
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 474.910,24 63.412,85 0,00 538.323,09 84.557,24 53.789,85 0,00 138.347,09 399.976,00 390.353,00
2. EDV-Software 963.149,89 2.618.811,36 0,00 3.581.961,25 559.004,89 807.448,36 0,00 1.366.453,25 2.215.508,00 404.145,00
gwertige Vermögensgegenstände
3. Gerin
0,00 1.094,12 1.094,12 0,00 0,00 1.094,12 1.094,12 0,00 0,00 0,00
1.438.060,13 2.683.318,33 1.094,12 4.120.284,34 643.562,13 862.332,33 1.094,12 1.504.800,34 2.615.484,00 794.498,00
II. Sachanlagen
1. Bauten, einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund 146.090,57 0,00 0,00 146.090,57 43.941,48 2.835,00 0,00 46.776,48 99.314,09 102.149,09
g
2. Betriebs- und Geschäftsausstattun
2.800.990,02 540.032,62 397.352,53 2.943.670,11 1.829.005,84 556.398,62 358.723,53 2.026.680,93 916.989,18 971.984,18
gwertige Vermögensgegenstände
3. Gerin
0,00 10.957,16 10.957,16 0,00 0,00 10.957,16 10.957,16 0,00 0,00 0,00
2.947.080,59 550.989,78 408.309,69 3.089.760,68 1.872.947,32 570.190,78 369.680,69 2.073.457,41 1.016.303,27 1.074.133,27
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 356.299.176,60 0,00 0,00 356.299.176,60 1.211.456,15 0,00 0,00 1.211.456,15 355.087.720,45 355.087.720,45
2. Beteiligungen 86.206.707,02 0,00 85.948.087,02 258.620,00 0,00 0,00 0,00 0,00 258.620,00 86.206.707,02
) des
3. Wertpapiere (Wertrechte
Anlagevermögens 206.800,00 85.000.000,00 0,00 85.206.800,00 9.204,00 0,00 0,00 9.204,00 85.197.596,00 197.596,00
442.712.683,62 85.000.000,00 85.948.087,02 441.764.596,60 1.220.660,15 0,00 0,00 1.220.660,15 440.543.936,45 441.492.023,47
Gesamtsumme 447.097.824,34 88.234.308,11 86.357.490,83 448.974.641,62 3.737.169,60 1.432.523,11 370.774,81 4.798.917,90 444.175.723,72 443.360.654,74

Beilage VI

LAGEBERICHT 2008|09

für das Geschäftsjahr vom 1.3.2008 bis 28.2.2009 der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9

www.agrana.com [email protected]

INHALTSVERZEICHNIS

KONZERNLAGEBERICHT 2008|09

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Angaben gemäß § 243a UGB

Nachtragsbericht

Segment ZUCKER

  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Rohstoff, Ernte und Produktion
  • -Zucker Österreich
  • -Zucker Ungarn
  • -Zucker Tschechien
  • -Zucker Slowakei
  • -Zucker Rumänien
  • -Zucker Bosnien-Herzegowina
  • -Zucker Bulgarien

Segment STÄRKE

  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Stärke Österreich
  • -Stärke Ungarn
  • -Stärke Rumänien
  • -Bioethanol

Segment FRUCHT

  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)
  • -AGRANA Juice (Fruchtsaftkonzentrate)

Umwelt und Nachhaltigkeit

  • Forschung und Entwicklung
  • Personal- und Sozialbericht
  • Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Veränderung
Geschäftsentwicklung 2008 09 2007 08 in %
Umsatzerlöse t 2.026.328 1.892.275 +7,1
EBITDA t 119.177 184.532 -35,4
Operatives Ergebnis t 37.832 111.411 -66,0
Ergebnis aus Sondereinflüssen t -3.190 -9.901 -67,8
Ergebnis der Betriebstätigkeit t 34.642 101.510 -65,9
ROCE
%
2,8 8,2 -65,9
Investitionen in Sachanlagen und t
immaterielle Vermögenswerte 1 73.813 207.734 -64,5
Investitionen in Finanzanlagen t 1.672 3.443 -51,4
Mitarbeiter 8.244 8.140 +1,3

ERTRAGS-, FINANZ- und VERMÖGENSLAGE IM GESCHÄFTSJAHR 2008|09

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008|09 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Konzernabschluss deckt das AGRANA Geschäftsjahr (März 2008 bis Februar 2009) ab und vergleicht es mit dem Vorjahr.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Mit Beginn des zweiten Quartals 2008|09 erfolgte die Erstkonsolidierung des chinesischen Fruchtsaftkonzentratherstellers Yongji Andre Juice Co. Ltd. Das 50 %-Joint Venture wird mittels Quotenkonsolidierung in den AGRANA-Konzern einbezogen.

Der Zusammenschluss der AGRANA mit den Studen-Vertriebsgesellschaften Agragold wurde von der Wettbewerbsbehörde in Österreich im September 2008 genehmigt und der dabei eingebrachte Teilbetrieb ab dem vierten Quartal 2008|09 quotenkonsolidiert.

Umsatz und Ergebnis

Umsatz nach Regionen (in m) 2008 09 2007 08
Österreich 810,5 688,5
Osteuropa 811,4 734,5
Sonstiges Europa 163,8 199,1
Restliche Welt 240,6 270,2

Der Konzernumsatz der AGRANA-Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2008|09 um 7,1 % auf 2.026,3 m, was ausschließlich auf die Zuwächse im Segment Stärke zurückzuführen war. Nicht nur organisches Wachstum, sondern auch die Inbetriebnahme der neuen Bioethanolkapazitäten in Österreich und Ungarn trugen zu diesem Anstieg bei. Allerdings mussten auch Umsatzrückgänge aufgrund der schwachen Währungsentwicklungen hingenommen werden, die durch Mengensteigerungen bei Zucker und Stärkeprodukten nicht kompensiert werden konnten. Im Segment Frucht wurden insbesondere auf den europäischen Absatzmärkten Verkaufsrückgänge verzeichnet. Bei Apfelsaftkonzentrat kam es zu einem dramatischen Preisverfall aufgrund der guten Erwartungen für die Apfelernte 2008.

Die Ertragslage war im Geschäftsjahr 2008|09 von den Nachwirkungen der Rohstoffpreishausse des vorangegangenen Geschäftsjahres belastet. Das Operative Ergebnis lag mit 37,8 m

deutlich unter dem Vorjahreswert von 111,4 m, wofür mehrere Ursachen ausschlaggebend waren:

AGRANA musste die hochpreisigen Apfelsaftkonzentrate aus der Produktion 2007 im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2008|09 zu deutlich niedrigeren Marktpreisen verkaufen und die Lagerbestände im Ausmaß von 32,4 m auf den erwarteten Verkaufspreis abwerten.

Auch in den anderen Bereichen wurden die sinkenden Rohstoffpreise bereits vom Markt vorweggenommen, sodass aus der Verarbeitung hochpreisiger Rohstoffbestände aus dem Vorjahr deutlich reduzierte Margen erwirtschaftet wurden.

Einmalaufwendungen für das Bioethanolwerk in Pischelsdorf in Höhe von 2,3 m für die Zeit vor Inbetriebnahme sowie Restrukturierungskosten für die Fusion der S.C. Romana Prod s.r.l. mit der S.C. AGRANA Romania S.A. im Ausmaß von 0,9 m sind im Sonderergebnis von minus 3,2 (Vorjahr minus 9,9) m ausgewiesen. Somit betrug das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2008|09 34,6 (Vorjahr 101,5) m.

Der Verfall der Währungen, vor allem in einigen osteuropäischen Ländern im vierten Quartal 2008|09, führte zu nicht cash-wirksamen Buchverlusten von 38,8 (Vorjahr 6,2) m. Deshalb verschlechterte sich das Finanzergebnis auf minus 67,1 m (gegenüber minus 28,4 m im Vorjahr).

Das Ergebnis vor Ertragsteuern reduzierte sich folglich auf minus 32,4 m nach plus 73,1 m im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2008|09 ergab sich ein Steuerertrag von 16,6 (Vorjahr minus 9,2) m, aufgrund einer Steuergutschrift in Ungarn für die Geltendmachung der Kosten für die Kapazitätserweitung. Die Verrechnung der Verluste im Zuge der österreichischen Gruppenbesteuerung hatte zusätzlich positiven Einfluss auf die theoretische Ertragsteuergutschrift. Das den AGRANA-Aktionären zurechenbare Konzernjahresergebnis belief sich auf minus 11,6 (Vorjahr plus 64,3) m, das Ergebnis je Aktie betrug somit minus 0,82 (Vorjahr plus 4,53) .

Investitionen

Das Investitionsvolumen (ohne Finanzanlagen) im Geschäftsjahr 2008|09 lag mit 73,8 m deutlich unter dem vorjährigen Rekordniveau von 207,7 m. Der Großteil der Investitionen wurde für Anlagenoptimierungen und Steigerungen der Energieeffizienz verwendet. Im Segment Frucht lag der Schwerpunkt auf Kapazitätserweiterungen in Brasilien und China sowie auf Rationalisierungsmaßnahmen.

Bilanz

Die Bilanzsumme zum 28. Februar 2009 reduzierte sich um 207,7 m auf 1.996,2 m. Auf der Aktivseite sank das Sachanlagevermögen infolge des geringeren Investitionsvolumens auf 609,9 m.

Der Vorratsabbau resultierte aus mengenmäßig geringeren Maisvorräten im Segment Stärke sowie reduzierten Bewertungen in allen Segmenten infolge der gesunkenen Rohstoffpreise. Das Eigenkapital sank von 922,1 m auf 825,9 m, was neben dem negativen Konzernjahresergebnis aus den Währungskursverlusten infolge der Umrechnung der Abschlüsse der verbundenen Unternehmen sowie den Dividendenausschüttungen resultierte. Die Eigenkapitalquote konnte im Geschäftsjahr 2008|09 mit 41,4 % nahezu auf Vorjahresniveau von 41,8 % gehalten werden. Dem Anstieg der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 35,6 m stand das Auslaufen der langfristigen Kredite entgegen. Die Nettofinanzschulden betrugen 470,1 m und lagen damit um 97,6 m unter dem Vorjahreswert.

Cashflow

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2008|09 115,0 (Vorjahr minus 4,2) m und setzte sich aus einem Cashflow aus dem Ergebnis von 97,2 (Vorjahr 140,8) m, einer Veränderung des Working Capitals von 23,2 (Vorjahr minus 144,8) m und Gewinnen aus Anlagenabgängen von 5,4 (Vorjahr 0,3) m zusammen. Stabilisierend für das Working Capital wirkten sich der Vorratsabbau und die Reduktion der Forderungen sowie Lieferantenverbindlichkeiten aus. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit war mit 72,1 (Vorjahr 169,5) m geprägt durch die gesunkenen Investitionen in Sachanlagen sowie die Ausgaben für die Akquisition des zweiten chinesischen Joint Ventures in Yongji. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit spiegelt den deutlichen Abbau der Finanzverbindlichkeiten wider.

Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente

Umsatz nach Segmenten (in %) 2008 09 2007 08
Segment Zucker 34,7 39,7
Segment Stärke 25,6 15,2
Segment Frucht 39,7 45,1

SEGMENT ZUCKER

2008 09 2007 08
Umsatzerlöse (brutto) t 751.086 772.028
Umsätze
zwischen
den
Segmenten
t -48.583 -20.332
Umsatzerlöse t 702.503 751.696
Operatives
Ergebnis
t 15.810 32.578
Ergebnis der Betriebstätigkeit (nach t 14.897 34.017
Sondereinflüssen)
Investitionen in Sachanlagen und t
1
immaterielle
Vermögenswerte
19.402 41.948
Investitionen
in
Finanzanlagen
t 862 3.310
Mitarbeiter 2.464 2.597

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Im Geschäftsjahr 2008|09 lag der Umsatz im Segment Zucker mit 702,5 m um 6,5 % unter dem Vorjahr. Mengensteigerungen im Absatz von Quotenzucker konnten die Preissenkungen teilweise kompensieren. Die Abwertung einiger osteuropäischer Währungen löste dagegen Preiserhöhungen in nationaler Währung aus, die in einigen Bereichen regionale Nachfragerückgänge bewirkten. Der Umsatzanteil von Zucker am Konzernumsatz betrug 34,7 % (Vorjahr 39,7 %).

Im Operativen Ergebnis von 15,8 (Vorjahr 32,6) m schlugen sich neben den sinkenden Preisen insbesondere die durch die erhöhte Restrukturierungsabgabe hohen Herstellkosten der Vorjahresproduktion nieder. Die Produktionskosten der Kampagne 2008 waren von deutlich höheren Energiekosten belastet. Positiv hingegen wirkte sich der Restrukturierungserlös für die Quotenrückgabe in der Slowakei in Höhe von 1,9 m aus. Die Inbetriebnahme der Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien-Herzegowina belastete das Segmentergebnis infolge der Anlaufphase und der geringen Kapazitätsauslastung. Für die Umstrukturierung der rumänischen Tochtergesellschaft S.C. Romana Prod s.r.l. wurden Vorsorgen in Höhe von 0,9 m getroffen, die im Ergebnis aus Sondereinflüssen enthalten sind.

2008 09 2007 08
Umsatzerlöse (brutto) t 551.979 339.988
Umsätze
zwischen
den
Segmenten
t -32.540 -51.885
Umsatzerlöse t 519.439 288.103
Operatives
Ergebnis
t 27.523 35.333
Ergebnis der Betriebstätigkeit (nach t 25.246 28.570
Sondereinflüssen)
Investitionen in Sachanlagen und t 23.798 122.861
1
immaterielle
Vermögenswerte
Investitionen
in
Finanzanlagen
t 254 0
Mitarbeiter 853 847

SEGMENT STÄRKE

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Segmentumsatz im Geschäftsjahr 2008|09 lag mit 519,4 m deutlich über dem Vorjahreswert von 288,1 m. Das Umsatzwachstum von 80,3 % beruhte vorwiegend auf höheren Bioethanolumsätzen infolge des Vollbetriebes in Österreich sowie der gestiegenen Stärke- und Ethanolkapazität in Ungarn. Die Handelsumsätze und Nebenproduktverkäufe entwickelten sich erfreulich und trugen neben dem höheren Absatz von traditionellen Stärkeprodukten sowie Kindernahrungsmitteln zur Umsatzsteigerung bei. Der Umsatzanteil des Stärkesegmentes am Konzernumsatz erreichte 25,6 % nach 15,2 % im Vorjahr.

Das Operative Ergebnis im Segment Stärke lag mit 27,5 m erwartungsgemäß unter jenem des Vorjahres von 35,3 m. Im ersten Halbjahr 2008|09 wurde noch die hochpreisige Vorjahresernte verarbeitet. Die stark gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten konnten nicht vollständig durch Verkaufspreisanpassungen kompensiert werden. Höhere Fixkosten im Rahmen der Hochfahrphase der neuen Kapazitäten belasteten ebenfalls das operative Segmentergebnis. Mit Beginn der neuen Ernte im Herbst 2008 sanken die Rohstoffpreise deutlich unter Vorjahresniveau und ermöglichten eine Verbesserung der Ertragslage ab dem zweiten Halbjahr 2008|09. Die bis zur Inbetriebnahme des Bioethanolwerkes in Pischelsdorf angefallenen Verluste im Ausmaß von 2,3 m sind im Ergebnis aus Sondereinflüssen berücksichtigt.

SEGMENT FRUCHT

2008 09 2007 08
Umsatzerlöse (brutto) t 804.476 852.520
Umsätze
zwischen
den
Segmenten
t -90 -44
Umsatzerlöse t 804.386 852.476
Operatives
Ergebnis
t -5.501 43.500
Ergebnis der Betriebstätigkeit (nach t -5.501 38.923
Sondereinflüssen)
Investitionen in Sachanlagen und t 30.613 42.925
1
immaterielle
Vermögenswerte
Investitionen
in
Finanzanlagen
t 556 133
Mitarbeiter 4.927 4.696

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Umsatzrückgang im Segment Frucht von 852,5 m im Vorjahr auf 804,4 m war im Bereich Fruchtsaftkonzentrate auf geringere Verkäufe in Kombination mit einem im zweiten Quartal 2008|09 einsetzenden dramatischen Preisverfall bei Apfelsaftkonzentrat zurückzuführen. Bedingt durch das nach der knappen Ernte im Jahr 2007 hohe Preisniveau änderte sich das Kontrahierungsverhalten der Kunden hin zu vermehrten Spotkäufen. Im Bereich Fruchtzubereitungen konnten die Preise gegenüber dem Vorjahr leicht angehoben werden. Strukturelle Verschiebungen von Markenartikeln hin zu Handelsmarken mit geringerer Fruchtdosierung sowie eine Verschärfung des Wettbewerbsumfeldes führten zu rückläufigen Absatzmengen. Der Umsatzanteil von Frucht am Konzernumsatz betrug 39,7 (Vorjahr 45,1) %.

Infolge guter Ernteerwartungen kam es im Frühsommer 2008 zu einem drastischen Verfall der Apfelsaftkonzentratpreise. Somit musste AGRANA im zweiten Quartal 2008|09 die vorrätigen Mengen aus der infolge der geringen Ernte 2007 mit hohen Rohstoffkosten erzeugten Vorjahresproduktion mit 32,4 m auf das erwartete, deutlich niedrigere Marktpreisniveau abwerten. Diese Korrektur der Bestandswerte war maßgeblich dafür ausschlaggebend, dass im Geschäftsjahr 2008|09 ein negatives operatives Ergebnis in Höhe von 5,5 m auszuweisen war. Ab dem zweiten Halbjahr stabilisierte sich die Ertragslage durch die Ausweitung der Absatzmärkte und Kundensegmente.

Das Preisniveau bei Früchten schwächte sich 2008|09 im Vorjahresvergleich deutlich ab. Die Apfelpreise aus der Ernte 2008 betrugen lediglich rund ein Viertel der Durchschnittspreise des Vorjahres. Dies bewirkte bereits sehr niedrige Apfelsaftkonzentratpreise in Europa.

Im Fruchtzubereitungsbereich wurde durch die Schließung der Produktion in Kaplice|Tschechien im August 2008 ein wichtiger Reorganisationsschritt gesetzt.

ANGABEN GEMÄSS § 243a UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt 103,2 m und ist in 14.202.040 auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 % Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG sind die Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, beteiligt. Aufgrund eines zwischen der Südzucker AG und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA. So ist DI Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA nominiert. Beide erhalten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktionen keine Bezüge.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

NACHTRAGSBERICHT

Nach Ende des Bilanzstichtages am 28. Februar 2009 sind keine wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse für die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage eingetreten.

SEGMENT ZUCKER

Grafik

2008 09 2007 08 2006 07
Umsatzerlöse (in m) 702,5 751,7 784,7
Operatives Ergebnis (in m) 15,8 32,6 32,9
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle 19,4 41,9 30,3
Vermögenswerte (in m)
Mitarbeiter 2.464 2.597 2.723
Veränderung
SEGMENT-KENNZAHLEN 2008 09 2007 08 in %
Umsatzerlöse m 702,5 751,7 -6,5
Operatives Ergebnis m 15,8 32,6 -51,5
Investitionen in Sachanlagen und m 19,4 41,9 -53,7
immaterielle Vermögenswerte1
Mitarbeiter 2.464 2.597 -5,1

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Die AGRANA Zucker GmbH ist als Dachgesellschaft für die Zuckeraktivitäten des Konzerns operativ in Österreich tätig und fungiert als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina.

Im Segment Zucker ist weiters die Instantina Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. in Österreich angesiedelt. Deren ungarische Produktion wurde im Zuge der Schließung der ungarischen Zuckerproduktion in Petöháza nach Dürnkrut|Österreich verlagert. Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. ressortiert ebenfalls zum Segment Zucker.

Der Zuckervertrieb durch die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. (AMV) wurde mit dem Geschäftsjahr 2008|09 organisatorisch und rechtlich in die AGRANA Zucker GmbH integriert. Der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Ges.m.b.H. erfolgt ebenso durch die AGRANA Zucker.

Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt

Das in Deutschland ansässige Analyseunternehmen F.O.Licht geht in seiner Prognose vom 25. März 2009 von einer globalen Zuckerproduktion im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2008|09 (Oktober 2008 bis September 2009) von 157,4 Mio. Tonnen aus. Der weltweite Zuckerkonsum werde hingegen im ZWJ 2008|09 – ungeachtet der globalen Wirtschaftskrise – gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um knapp 2 % auf 160,9 Mio. Tonnen steigen. Das bedeutet ein globales Zuckerdefizit für das ZWJ 2008|09 von 3,5 Mio. Tonnen. F.O.Licht erwartet trotz eines Rekordwachstums des weltgrößten Produzenten Brasilien für das ZWJ 2008|09 einen Rückgang des weltweiten Zuckerangebotes aufgrund von Produktionsrückgängen in der Europäischen Union, in Indien und in China.

Die Rohzuckernotierung in New York erreichte am 4. Juni 2008 mit 209,9 USD pro Tonne ihr Jahrestief, der Jahreshöchstwert betrug am 6. August 2008 312,8 USD pro Tonne. Die Notierung am 27. Februar 2009 lag mit 297 USD pro Tonne um 5,7 % unter dem Vorjahreswert (315 USD pro Tonne). Der Höchststand der Weißzuckernotierung an der Londoner Börse betrug am 27. August 2008 414,5 USD pro Tonne. Am 5. Dezember 2008 erreichte die Notierung von Weißzucker mit 294,8 USD pro Tonne den Tiefststand. Gegenüber dem Vorjahr war die Weißzuckernotierung am 27. Februar 2009 mit 401 USD pro Tonne um 3,6 % höher.

Zuckermarktordnung

Die Reform der EU-Zuckermarktordnung hat eine Reduktion der EU-Quotenzuckerproduktion von ursprünglich 18 Mio. Tonnen um rund 6 Mio. Tonnen auf 12 Mio. Tonnen zum Ziel. Dies erfolgt bei stabilem Binnenmarktverbrauch aufgrund weggefallener Exportmöglichkeiten und von der EU eingegangener Importverpflichtungen. In den ersten beiden Zuckerwirtschaftsjahren 2006|07 und 2007|08 des Reformzeitraumes wurden nur rund 2,2 Mio. Tonnen Quoten freiwillig an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben. Daraufhin erhöhte der Agrarministerrat auf Vorschlag der EU-Kommission am 26. September 2007 den Anreiz für Rübenanbauer und Zuckerproduzenten, Quoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 (1. Oktober 2008 bis 30. September 2009) in den Restrukturierungsfonds zu geben.

AGRANA hat sich im Ausmaß von rund 117.000 Tonnen am Quotenrückgabeprogramm für das ZWJ 2008|09 beteiligt, um eine entschädigungslose, finale Quotenkürzung im ZWJ 2010|11 weitestgehend zu vermeiden. Der Restrukturierungsfonds ist seit dem 1. Februar 2009 geschlossen; insgesamt wurden rund 5,8 Mio. Tonnen in den Fonds zurückgegeben und somit nur rund 0,2 Mio. Tonnen weniger als von der EU-Kommission angestrebt. Die EU-Kommission hat angekündigt, im Februar 2010 die Lage des EU-Zuckermarktes erneut zu überprüfen, um festzustellen, ob eine finale Quotenkürzung erforderlich ist.

Die Restrukturierungsprämien für diese Quotenrückgaben sollten ursprünglich zu 40 % im Juni 2009 und zu weiteren 60 % im Februar 2010 von der EU an die Produktionsunternehmen ausgezahlt werden. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die EU-Kommission mit Beschluss vom 13. Februar 2009 eine Vorziehung der Auszahlung von 100 % der Prämien auf Juni 2009 ermöglicht.

Die EU-Kommission hat für die ZWJ 2008|09 und 2009|10 ein zollfreies Importkontingent von 400.000 Tonnen Nichtquotenzucker für die chemische Industrie gewährt. Damit kam die EU-Kommission den Forderungen von Industriezuckerverwendern in Regionen mit ertragsbedingt schwachem Zuckerrübenanbau entgegen. Als Kompensation des Importkontingentes ermöglichte sie der Zuckerindustrie den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nichtquotenzucker sowie 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt. Damit eröffnete sich effizienten Anbauregionen zusätzliches Marktpotenzial.

Die Kommission setzte mit Wirkung vom 1. Oktober 2008 (Beginn ZWJ 2008|09) die Ausfuhrerstattungen für Quotenzucker aus. Für Exporteure von zuckerhaltigen Verarbeitungsprodukten – die aufgrund von Übergangsfristen noch bis zum Frühjahr 2009 die Erstattungen erhalten – werden derzeit Lösungen gesucht, ihre Produkte weiterhin wettbewerbsfähig am Weltmarkt anbieten zu können. Sollten sich diese Kunden zukünftig für diese Produkte mit Zucker aus Importen oder Nichtquotenzucker versorgen müssen, würde sich der Absatz von Quotenzucker deutlicher reduzieren als im Rahmen der Zuckermarktordnungsreform vorgesehen.

Außenhandel Zucker

Die WTO-Verhandlungen wurden Ende Juli 2008 ergebnislos abgebrochen. USA, China und Indien konnten sich nicht über den Importschutz für Agrarprodukte aus Entwicklungs- und Schwellenländern verständigen. Wesentliche Themen, die ebenfalls noch nicht geklärt werden konnten, betreffen den Marktzugang für Industrieprodukte zu den Schwellenländern sowie die Förderungen für Baumwolle in den USA. Weitere Initiativen im Herbst 2008 scheiterten ebenso. Auch für das Frühjahr 2009 gilt eine Einigung als unwahrscheinlich. Bei einem möglichen Abschluss würden die EU-Agrarzölle stufenweise ab Herbst 2011 bis 2020 deutlich sinken.

Die Europäische Union öffnet schrittweise, sowohl für die am wenigsten entwickelten Länder der Welt (LDC) durch das Alles-außer-Waffen-Abkommen (EBA) als auch für die AKP-(Afrika-Karibik-Pazifik-)Staaten durch die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA), ihre Märkte für den unbeschränkten Import. Ab 1. Oktober 2009 wird es für diese Entwicklungsländer einen zoll- und quotenfreien Zugang zum EU-Markt geben. Für 2009|10 ist eine höhere Verfügbarkeit von Rohzucker aus diesen Ländern zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings fraglich.

Branchenvereinbarung

Unter Berücksichtigung der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessensgemeinschaften in den anderen Ländern neue Vereinbarungen über den Rübenanbau 2009 treffen.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Auf einer Gesamtfläche von rund 71.750 (Vorjahr 87.800) Hektar wurden für den AGRANA-Konzern rund 4,71 (Vorjahr 4,62) Mio. Tonnen Rüben geerntet und anschließend verarbeitet. Gute Witterungsbedingungen während der Vegetationsperiode und Ernte führten zu überdurchschnittlichen Ernteergebnissen bei Ertrag und Zuckergehalt. Die rund 8.650 (Vorjahr 9.100) Rübenbauern erzielten Rübenerträge von durchschnittlich rund 65,5 (Vorjahr 52,7) Tonnen je Hektar und einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 17,1 % (Vorjahr 16,1 %).

Die Zuckerrüben wurden in den sieben (Vorjahr acht) Zuckerfabriken mit einer Tagesverarbeitungsmenge von rund 46.500 (Vorjahr 51.100) Tonnen in durchschnittlich 105 (Vorjahr 93) Tagen zu rund 720.000 (Vorjahr 671.000) Tonnen Zucker verarbeitet. Die Zuckerproduktion lag deutlich über der AGRANA-Rübenzuckerquote für das ZWJ 2008|09 von 618.500 Tonnen. Die Übermengen werden als Industriezucker vermarktet. In Rumänien und Bosnien wurden rund 183.000 Tonnen Weißzucker aus Rohzucker raffiniert.

In den meisten Ländern begann die Rübenverarbeitung um den 20. September 2008. Die beiden Werke in Österreich haben die Zuckerkampagne aufgrund der großen Rübenmenge erst am 22. Jänner 2009 beendet. Erstmals wurden 15.100 Tonnen Zuckerrüben aus kontrolliert biologischem Anbau in Österreich geerntet und daraus 1.800 Tonnen Biorübenzucker produziert.

ZUCKER ÖSTERREICH

Geschäftsentwicklung

In Österreich konnten Absatzsteigerungen in der Industrie erzielt werden. Der Marktanteil in der Industrie beträgt nunmehr 88 %, im Lebensmittelhandel liegt dieser bei über 96 %. Die erfolgreiche Positionierung von AGRANA-Zucker mit der Marke "Wiener Zucker" als österreichisches Qualitätsprodukt wurde durch gemeinsame Aktivitäten mit Industriekunden forciert. In Kombination mit einem erhöhten Exportvolumen stieg der Quotenzuckerabsatz von 374.000 Tonnen im Vorjahr auf 454.000 Tonnen im Geschäftsjahr 2008|09. Die Zuckerpreise lagen wettbewerbs- und marktordnungsbedingt unter jenen des Vorjahres. Ein Überangebot von Zucker zu Beginn der neuen Kampagne 2008 führte zu Preisreduktionen, Einbußen gab es beim Absatz von Nichtquotenzucker. AGRANA verzeichnete in Österreich mit einem Umsatz von 364,2 (Vorjahr 398,6) m trotz gestiegener Zuckerabsätze infolge der Umgliederung des Futtermittelgeschäftes in das Segment Stärke einen Rückgang. Der enorme Anstieg der Energiekosten in Kombination mit geringeren Verkaufspreisen drückte die Margen. Der Absatz der höher bewerteten Vorjahresproduktion belastete in den ersten Monaten 2008|09 das Ergebnis.

Investitionen

Neben Ersatzinvestitionen lag der Investitionsschwerpunkt in Österreich bei der Neuorganisation der Schnitzelpressstation in Tulln. Durch die nunmehrige konstante Abpressung konnte der Energieeinsatz für die Schnitzeltrocknung um rund 7,0 % verringert werden.

ZUCKER UNGARN

Geschäftsentwicklung

Der Zuckerumsatz in Ungarn verzeichnete mit 122,2 (Vorjahr 117,4) m einen Zuwachs um rund 4 %. Dies resultierte ausschließlich aus dem gestiegenen Absatz im Industriebereich. Der Marktanteil von 40 % wurde erfolgreich verteidigt. Importdruck aus Kroatien und Serbien hatte negativen Einfluss auf die Verkaufsmengen an den Lebensmittelhandel. Bedingt durch geringere Produktionsmengen infolge der Quotenrückgabe und Schließung eines ungarischen Zuckerwerkes waren auch geringere Absatzmengen für den Export verfügbar. Die Abwertung der ungarischen Währung beeinflusste zusätzlich die Verkaufserlöse und Margen negativ.

Investitionen

Für Ersatzinvestitionen und Verbesserungen bei der Schnitzelaufbereitung für die Biogasanlage in Kaposvár wurden im Geschäftsjahr 2008|09 3,3 (Vorjahr 9,6) m aufgewendet. In der abgelaufenen Kampagne wurde ca. 45 % des Primärenergiebedarfes durch eigenes Biogas substituiert. Für die Be- und Entladung von losem Zucker wurden neue Anlagen errichtet.

ZUCKER TSCHECHIEN

Geschäftsentwicklung

Bei einem Umsatzanstieg um rund 17 % auf 82,0 (Vorjahr 70,3) m konnten deutliche Absatzsteigerungen im Inland erreicht werden. Neben dem stabilen Verkauf an den Lebensmittelhandel konnte durch Zuwächse im Industriebereich ein Marktanteil von 25 % erzielt werden. Auch in Tschechien waren Preiskorrekturen infolge der Referenzpreissenkung zu verzeichnen. Der Absatz von Nichtquotenzucker war rückläufig.

Investitionen

Investitionen in Höhe von 4,1 (Vorjahr 5,2) m betrafen unter anderem die Erneuerung des Leitsystems in der Fabrik Hruovany. Mit der Aufstellung von drei Schnitzelpressen wurde der erste Teil der Sanierung der Pressstation durchgeführt. Am Standort Opava wurde die Schnitzeltrocknung in das Prozessleitsystem integriert sowie eine Biogasleitung von der anaeroben Abwasserreinigung in die Trocknung verlegt.

ZUCKER SLOWAKEI

Geschäftsentwicklung

Deutliche Absatzsteigerungen, allerdings mit Preisanpassungen, wurden im slowakischen Inlandsabsatz sowohl im Industrie- als auch im Handelsbereich erreicht. Folglich konnte der Marktanteil auf über 40 % gesteigert werden. Der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2008|09 belief sich auf 44,3 (Vorjahr 49,6) m, da die Verkaufspreise unter dem Vorjahresniveau lagen.

Investitionen

Die Investitionssumme in Sachanlagen betrug im Geschäftsjahr 2008|09 1,5 (Vorjahr 3,0) m. Neben notwendigen Erneuerungsinvestitionen im Bereich der Automatisierungstechnik wurde in Verbesserungen der Wärmewirtschaft und in Umweltmaßnahmen investiert. Bei einer weiteren Steigerung der Verarbeitungsleistung auf mehr als 3.500 Tagestonnen wurde der spezifische Energieverbrauch, bezogen auf den Weißwert, um fast 15 % und der spezifische Kalkverbrauch, bezogen auf Rübenverarbeitung, um mehr als 22 % reduziert.

ZUCKER RUMÄNIEN

Geschäftsentwicklung

AGRANA konnte den Umsatz um 15 % auf 155,1 (Vorjahr 134,9) m verbessern. Dafür waren deutliche Absatzsteigerungen im Lebensmittelhandel und im Industriebereich verantwortlich. Durch eine enge und intensive Zusammenarbeit mit den internationalen Industrieunternehmen hält AGRANA mittlerweile einen Anteil von knapp 50 % am rumänischen Markt. Die Preise lagen, wie auch in den anderen Ländern, unter dem Vorjahresniveau.

Im Zuge der Restrukturierung der rumänischen Tochtergesellschaft S.C. Romana Prod s.r.l. wurden die zum Zuckergeschäft passenden Geschäftsbereiche in die S.C. AGRANA Romania S.A. integriert und Randbereiche wie das Schokoladegeschäft aufgelassen. Die dafür notwendigen Einmalkosten in Höhe von 0,9 m (Anlagen- und Vorratsabschreibungen, Kosten für Sozialplan) sind im Ergebnis aus Sondereinflüssen ausgewiesen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schlug sich die starke Abwertung der rumänischen Währung deutlich negativ auf das Finanzergebnis nieder. Damit verteuerte sich die Refinanzierung der Eurokredite in Landeswährung entsprechend.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2008|09 wurden insgesamt 1,8 (Vorjahr 4,1) m in Automatisierungsprojekte im Bereich Produktion und Verpackung sowie in Verbesserungsmaßnahmen der Wärmewirtschaft investiert. Der spezifische Energieverbrauch konnte dadurch während der Rohzuckerverarbeitung sowie der Rübenkampagne deutlich reduziert werden.

ZUCKER Bosnien-Herzegowina

Geschäftsentwicklung

Die gemeinsam mit dem Unternehmen SCO Studen & CO Holding betriebene Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien-Herzegowina wurde im Geschäftsjahr 2008|09 in Betrieb genommen. Während des Hochfahrbetriebes wurden weitere Adaptierungsarbeiten vorgenommen, sodass die volle Jahreskapazität noch nicht erreicht wurde. Insgesamt lag die Produktionsmenge im Geschäftsjahr 2008|09 bei rund 50.000 Tonnen Weißzucker.

Der Rohzuckereinkauf erfolgte vorwiegend aus Brasilien. Die Verkaufspreise orientieren sich am vom Weltmarkt vorgegebenen Preisniveau. Infolge des Anfahrbetriebes verursachte das 50 %- Joint Venture im Geschäftsjahr 2008|09 noch Anlaufverluste von 3,4 m (entspricht dem 50 %- Anteil).

Investitionen

Die auf AGRANA entsprechend dem 50 %-Anteil entfallenden Investitionen im Geschäftsjahr 2008|09 betrugen 2,9 (Vorjahr 15,5) m. Damit wurden vor allem notwendige Adaptierungsmaßnahmen am Kohlekessel finanziert.

ZUCKER Bulgarien

Der Gesamtmarkt ist infolge der Wirtschaftskrise leicht rückläufig. Das im Geschäftsjahr 2007|08 gegründete Verpackungs- und Vertriebs-Joint Venture der AGRANA mit dem bulgarischen Zuckerunternehmen Zaharni Zavodi AD in Sofia|Bulgarien verzeichnete deutliche Absatzzuwächse. Im Industrie- und Handelsbereich konnte die Verkaufsmenge auf rund 50.000 Tonnen gesteigert werden. Bereits im zweiten Jahr der Geschäftstätigkeit lag der Marktanteil bei 20 %. Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2008|09 auf 36,2 (Vorjahr 24,6) m. Die Verpackungsanlagen in Gorna Oryahovitsa wurden ausgebaut und modernisiert, um zukünftig über höhere Flexibilität zu verfügen und Wertschöpfung zu generieren.

SEGMENT STÄRKE

Grafik:

2008 09 2007 08 2006 07
Umsatzerlöse (in m) 519,4 288,1 216,5
Operatives Ergebnis (in m) 27,5 35,3 28,5
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle 23,8 122,9 79,2
Vermögenswerte (in m)
Mitarbeiter 853 847 776
Veränderung
SEGMENT-KENNZAHLEN 2008 09 2007 08 in %
Umsatzerlöse
m
519,4 288,1 +80,3
Operatives Ergebnis
m
27,5 35,3 -22,1
Investitionen in Sachanlagen und
m
23,8 122,9 -80,6
immaterielle Vermögenswerte 1
Mitarbeiter 853 847 +0,7

1 Ausgenommen Geschäfts-

/Firmenwerte.

Das Segment Stärke umfaßt die AGRANA Stärke GmbH mit dem österreichischen Stärkegeschäft der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach. Die AGRANA Stärke GmbH koordiniert und führt die internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien. Das Geschäftsfeld Bioethanol ist ebenfalls organisatorisch dem Segment Stärke unterstellt. Das umfangreiche Futtermittelsortiment mit den Nebenprodukten aus der Zucker- und Stärkegewinnung sowie sämtliche Handelsaktivitäten mit Futtermitteln wurden ab dem Geschäftsjahr 2008|09 dem Segment Stärke zugeordnet. Zuvor wurde der Verkauf dieser Produkte im Segment Zucker abgewickelt.

Wirtschaftliches Umfeld

Gute Witterungsbedingungen führten im Kalenderjahr 2008 zu einem Anstieg der weltweiten Getreideproduktion um rund 6 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1,78 Mrd. Tonnen. Mais ist mit einem Anteil von 782 Mio. Tonnen die weltweit wichtigste Getreideart. Infolge der guten Ernte kam es zu einem Aufbau der globalen Lagerbestände.

Nach witterungsbedingten Missernten im Jahr 2007 stieg die Maisernte in der EU-27 auch wegen des Wegfalles der Flächenstilllegung im Wirtschaftsjahr 2008|09 auf rund 62 Mio. Tonnen (nach zuletzt rund 48 Mio. Tonnen). Für interventionsfähigen Mais gab es eine Obergrenze von 700.000 Tonnen für das Getreidewirtschaftsjahr 2008|09. Der Großteil der bis Ende Februar der Intervention angebotenen Mengen von rund 540.000 Tonnen stammte aus Ungarn und der Slowakei. Die europäische Weizenproduktion erreichte rund 140 Mio. Tonnen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von rund 30 Mio. Tonnen entspricht.

Im November 2008 einigten sich die EU-Agrarminister im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ("Health Check") auf eine reformierte Kartoffelstärke-Marktordnung. Die bestehende Marktordnung wird für drei Wirtschaftsjahre (2009|10, 2010|11 und 2011|12) nahezu unverändert verlängert. Mit dem Ende des Wirtschaftsjahres 2011|12 laufen die bisherigen Marktordnungsinstrumente wie Produktionsquote, gekoppelte Beihilfen sowie Mindestpreis aus. Die bisher an die Produktion gekoppelten Beihilfen an die Landwirte und Industrie werden ab diesem Zeitpunkt entkoppelt und in die einheitliche Betriebsprämie für die Landwirte integriert. Zeitgleich wurde die Flächenstilllegung endgültig abgeschafft.

Die Isoglukosequote in der EU-27 beträgt im Wirtschaftsjahr 2009|10 rund 690.000 Tonnen. Hungrana hält mit 220.000 Tonnen die größte europäische Isoglukosequote.

STÄRKE ÖSTERREICH

Wirtschaftliches Umfeld

In Österreich konnte die Getreideernte für das Kalenderjahr 2008 um mehr als 1 Mio. Tonnen auf rund 5,4 Mio. Tonnen gesteigert werden. Die Maisanbaufläche erhöhte sich von 170.000 Hektar im Jahr 2007 auf 194.000 Hektar im Jahr 2008. Insgesamt wurden rund 2,1 Mio. Tonnen Mais geerntet. Durch die gute Maisernte in Österreich, aber auch EU-weit, sind die Rohstoffpreise nach vorangegangenen Höchstständen seit dem Herbst 2008 signifikant gesunken. Die Weizenerzeugung betrug rund 1,6 (Vorjahr 1,3) Mio. Tonnen.

Rohstoff und Produktion

Bei Stärkeindustriekartoffeln wurde auf einer Anbaufläche von 5.500 (Vorjahr 5.800) Hektar eine Menge von 204.100 (Vorjahr 209.300) Tonnen kontrahiert. Zuzüglich Bio-Stärkekartoffeln betrug die gesamte Kontraktmenge 210.000 Tonnen. Die Kampagne 2008 dauerte 116 (Vorjahr 114) Tage. Es wurden 198.500 (Vorjahr 195.400) Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln zu 42.400 (Vorjahr 39.900) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Der Stärkegehalt lag mit 18,4 % über jenem des Vorjahres von 17,4 %. Für das Anbaujahr 2009 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoffelstärke zur Verfügung.

In der Kampagne 2008 lag die Produktion von Kartoffeldauerprodukten mit rund 13.000 Tonnen Speise- und Bio-Speiseindustriekartoffeln auf Vorjahresniveau. Darüber hinaus wurden noch rund 12.000 Tonnen Speise- und Bio-Speiseindustriekartoffeln für die Frühjahrsverarbeitung zugekauft.

In der Maisstärkefabrik Aschach wurden im Geschäftsjahr 2008|09 335.000 (Vorjahr 364.000) Tonnen Mais verarbeitet. Die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais wurde auf 107.000 Tonnen gesteigert. Der Rohstoffpreis für Mais aus der neuen Ernte 2008 ist im Vergleich zur Ernte 2007 stark gesunken.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2008|09 um 116,3 m auf 344,4 (Vorjahr 228,1) m, was zum Grossteil auf die Einbeziehung der Futtermittelumsätze zurückzuführen war. Der Mengenabsatz verzeichnete infolge starker Zuwächse bei Nebenprodukten einen rasanten Anstieg von 462.900 Tonnen im Vorjahr auf 948.900 Tonnen. Der gesamte Nebenproduktabsatz lag bei rund 423.000 (Vorjahr 112.300) Tonnen, was neben der Übernahme der AMV-Aktivitäten aus höheren Nebenproduktverkäufen aus der Bioethanolproduktion in Österreich und Ungarn resultierte. Die zu Geschäftsjahresbeginn sehr guten Preise haben sich allerdings entsprechend der Entwicklung der Getreidepreise wieder stark reduziert.

Der Verkauf von eigenproduzierten Stärkeprodukten war mit 278.600 (Vorjahr 284.800) Tonnen leicht rückläufig. Steigerungen wurden beim Absatz von nativer Stärke (Kartoffel- und Maisstärke) sowie Kindernahrungsmitteln verzeichnet. Im Bereich der technischen Stärken wurden davon rund 110.400 (Vorjahr 98.400) Tonnen an die Papier-, Wellpappe-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. Zunächst rohstoffbedingt steigende Stärkepreise zu Beginn des Jahres 2008 führten zu

Anpassungen bei den Vertragslaufzeiten. Infolge der wirtschaftlichen Abschwächung kam es im weiteren Jahresverlauf zu Kapazitätsanpassungen und fallenden Stärkepreisen. Die Verlangsamung der Konjunktur war auch in der Bauindustrie ab Jahresmitte 2008 zu spüren. Im Bereich Lebensmittelstärke betrug das Absatzvolumen 82.200 (Vorjahr 102.600) Tonnen. Hier führten die stark gestiegenen Rohstoffpreise zu Jahresbeginn 2008 zu einem Rückgang der Verkaufsmengen. Mitte des Jahres konnten diese Mengenverluste teilweise wieder kompensiert werden. Ab September 2008 führten die ungünstigen Konjunkturerwartungen zu einem drastischen Preisverfall bei Stärke und zu stagnierenden Abnahmen.

Investitionen

Die Investitionen in Österreich betrugen im Geschäftsjahr 2008|09 13,1 (Vorjahr 9,1) m. Im Werk Gmünd erfolgte im zweiten Halbjahr 2008|09 die Inbetriebnahme der neuen Walzentrocknungsanlage. Weitere Investitionen betrafen Produktionsoptimierungen, die Erhöhung der Energieeffizienz sowie diverse Ersatzinvestitionen.

STÄRKE UNGARN

Wirtschaftliches Umfeld

Ausreichende Niederschläge führten im Jahr 2008 mit 8,9 (Vorjahr 3,9) Mio. Tonnen zu einer ungarischen Maisernte auf Normalniveau.

Die ungarische Isoglukosequote betrug für das Wirtschaftsjahr 2008|09 rund 220.000 Tonnen. Diese ist zur Gänze der Hungrana zuzurechnen, an der AGRANA und Tate & Lyle/ADM je 50 % der Anteile halten. Für das Wirtschaftsjahr 2009|10 wird diese Quote unverändert beibehalten.

Rohstoff und Produktion

Nach Abschluss umfangreicher Kapazitätserweiterungen auf eine Verarbeitungsleistung von 3.000 Tagestonnen erhöhte Hungrana im Geschäftsjahr 2008|09 die Verarbeitungsmenge auf rund 840.000 (Vorjahr 540.000) Tonnen Mais. Die guten Maiserträge bewirkten eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Verarbeitung an erntefrischem Nassmais in Höhe von 186.000 (Vorjahr 21.100) Tonnen.

Geschäftsentwicklung

Der Ausbau der Bioethanolverarbeitung sowie der Verzuckerungsanlage führten zu einer entsprechenden Absatzsteigerung auf 390.600 (Vorjahr 280.000) Tonnen. Der daraus resultierende Umsatz entsprechend dem 50 %-Anteil der AGRANA betrug 134,2 (Vorjahr 91,8) m. Davon entfiel knapp ein Drittel auf Ethanolverkäufe. Die gesunkenen Maispreise aus der neuen Ernte 2008 verbesserten das Ertragsniveau im zweiten Halbjahr.

Investitionen

In der ungarischen Stärkefabrik wurden im Geschäftsjahr 2008|09 5,4 (Vorjahr 39,8) m entsprechend dem 50 %-Anteil investiert. Der Ausbau wurde im Laufe des ersten Quartals abgeschlossen, sodass nunmehr die Bioethanol- und Isoglukose-Produktionskapazitäten eine Tagesverarbeitung von 3.000 Tonnen Mais erreichen.

STÄRKE RUMÄNIEN

Wirtschaftliches Umfeld

In Rumänien konnte der Inlandsbedarf mit einer normalen Maisproduktion von 7,4 (Vorjahr 3,7) Mio. Tonnen im Jahr 2008 gedeckt werden.

Rohstoff und Produktion

In der rumänischen Maisstärkefabrik lag die Maisverarbeitung im Geschäftsjahr 2008|09 mit rund 16.500 (Vorjahr 23.400) Tonnen unter dem Vorjahr, da aufgrund des hohen Preisniveaus im ersten Halbjahr Absatzrückgänge zu verzeichnen waren. An erntefrischem Mais wurden rund 7.000 Tonnen verarbeitet.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr von 8,9 m um rund 7 % auf 9,5 m gesteigert werden. Ein Mehrabsatz von Verzuckerungsprodukten sowie höhere Verkaufspreise führten zu einer Kompensation der rückläufigen Verkaufsmengen im ersten Halbjahr 2008|09. Mit Beginn der neuen Ernte 2008 wirkten sich die gefallenen Rohstoffkosten positiv auf den Geschäftsverlauf aus.

Investitionen

Für Sachanlagen wurden in Rumänien 0,1 (Vorjahr 0,8) m schwerpunktmäßig zur Reduktion der Energiekosten investiert. Ziel ist die zukünftige Versorgung des Werkes mit Erdgas.

BIOETHANOL

Die EU-Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien wurde im Dezember 2008 auf europäischer Ebene verabschiedet. Der verbindlich festgelegte Mindestanteil von 10 % erneuerbaren Energien am Energieverbrauch im europäischen Verkehrssektor wurde beibehalten. Umfangreiche Nachhaltigkeitskriterien werden sicherstellen, dass künftig nur nachhaltig produzierte Biokraftstoffe im Verkehrssektor eingesetzt werden. Hinsichtlich der erforderlichen Treibhausgaseinsparung muss von bestehenden Anlagen im Jahr 2013 ein Wert von 35 % und im Jahr 2017 von 50 % erreicht werden.

Eine Lebenszyklusanalyse der Joanneum Research Forschungsgesellschaft in Graz hat bestätigt, dass die AGRANA Anlage in Pischelsdorf|Österreich mit rund 50 % Treibhausgaseinsparung bereits heute die Anforderungen für das Jahr 2017 erfüllt und weit über der festgelegten Mindestanforderung von 35 % liegt. Die gleiche Analyse wurde für das von HUNGRANA in Ungarn produzierte Bioethanol durchgeführt, wo die Einsparung von Treibhausgasen ebenfalls die 50 %- Grenze überschreitet.

Die gesamte Bioethanol-Produktionskapazität der AGRANA beträgt in Österreich und Ungarn mehr als 400.000 m3 .

Österreich

In Österreich gilt seit 1. Oktober 2008 eine Substitutionsverpflichtung von Biokraftstoffen in Höhe von 5,75 Energieprozent. Damit verbunden ist eine Steuerbegünstigung für die Beimischung von Bioethanol zu Benzin sowie für Treibstoffe mit hohem Bioethanolanteil (SuperEthanol E85) seit 1. Oktober 2007.

AGRANA betreibt am Standort Pischelsdorf die einzige großindustrielle Bioethanolproduktion in Österreich mit einer Kapazität von bis zu 240.000 m3 pro Jahr. Bei der Bioethanolerzeugung werden zusätzlich bis zu 190.000 Tonnen hochwertiges Eiweißfuttermittel hergestellt, das maßgeblich zur Reduktion von Futtermittelimporten auf Sojabasis aus Übersee beiträgt.

Ende Mai 2008 wurde, nach ersten Probeläufen im Vorjahr, der Regelbetrieb aufgenommen, nachdem aufgrund der dramatischen Rohstoffpreisentwicklung bis zum Frühjahr 2008 die Wirtschaftlichkeit der Anlage nicht gegeben war. Die globale Situation der Rohstoff- und Ethanolmärkte und der Ausblick auf die Ernte 2008 sprachen für eine Wiederinbetriebnahme der Anlage. Als Rohstoffe dienen Weizen, Trockenmais und Triticale. Die Rohstoffversorgung wird über Anbauverträge sowie am Markt zugekaufte Mengen sichergestellt.

Die AGRANA Bioethanol GmbH ist zu 74,9 % eine Beteiligung der AGRANA Stärke GmbH, 25,1 % der Anteile werden von der Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH gehalten.

Im Geschäftsjahr 2008|09 konnte eine deutliche Umsatzsteigerung erzielt werden. Das in Pischelsdorf produzierte Bioethanol wurde vorwiegend in Österreich abgesetzt. Mit dem neuen hochwertigen Nebenprodukt "ActiProt" bietet AGRANA seit Juni 2008 ein zertifiziertes Eiweißfutter zur Herstellung gentechnikfreier Lebensmittel in Österreich und in den Nachbarländern an. Mit "ActiProt" können rund ein Viertel der österreichischen Eiweißfuttermittelimporte aus Übersee gentechnikfrei substituiert werden.

Die Verarbeitung von hochpreisigen Rohstoffen aus der Ernte 2007 wirkte sich im ersten Halbjahr negativ auf den Geschäftsbereich Bioethanol aus. Zusätzlich erfolgten technische Optimierungsphasen bis zur Erreichung der Vollauslastung gegen Jahresende 2008, wodurch sich insgesamt eine operative Ergebnisbelastung ergab. Die Aufwendungen in Höhe von 2,3 (Vorjahr 6,8) m, die vor dem Produktionsbeginn anfielen, sind im Sonderergebnis dargestellt. Für die Fertigstellung der Bioethanolanlage wurden im Geschäftsjahr 2008|09 5,2 (Vorjahr 73,2) m investiert.

Ungarn

Mit 1. Jänner 2008 wurde in Ungarn neben einer Biodiesel-Beimischung von 4,4 Volumsprozent zu fossilen Treibstoffen auch eine verpflichtende Beimischung von Ethanol in selber Höhe in Kraft gesetzt. Bei Unterschreiten dieses Niveaus wird eine zusätzliche Steuer von 5 % eingehoben.

Die erhöhte Ethanolkapazität der Hungrana liegt nun bei bis zu 520 m3 Tagesproduktion. Damit beträgt die maximale Produktionskapazität 187.000 m3 pro Jahr. Die Auslastung variiert mit der Isoglukoseverarbeitung. Die Ethanolproduktion erfolgte im Geschäftsjahr 2008|09 ausschließlich auf Basis von lokal zugekauftem Mais. Bis zum Beginn der Nassmaiskampagne im September 2008 wurde noch hochpreisiger Mais aus der Ernte 2007 verarbeitet. Seither läuft die Ethanolproduktion mit dem wesentlich preisgünstigeren Mais aus der neuen Ernte 2008.

In Ungarn vermarktet Hungrana unter der Marke "E85 Green Power" den umweltfreundlichen Treibstoff E85 mit bis zu 85 %-Bioethanolanteil über unabhängige Mineralölunternehmen.

SEGMENT FRUCHT

Grafik

2008 09 2007 08 2006 07 1
Umsatzerlöse (in m) 804,4 852,5 914,6
Operatives Ergebnis (in m) -5,5 43,5 45,6
Investition in Sachanlagen und immaterielle 30,6 42,9 47,8
Vermögenswerte (in m)
Mitarbeiter 4.927 4.696 4.724
1
Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006 07 14

Monate enthalten.

Veränderung
2008 09 2007 08 in %
m 804,4 852,5 -5,6
m -5,5 43,5 > -100
m 30,6 42,9 -28,7
4.927 4.696 +4,9

1 Ausgenommen Geschäfts-

/Firmenwerte.

Sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht werden mittelbar von der AGRANA J&F Holding GmbH gehalten. Die Koordination und operative Führung für den Bereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A. mit Sitz in Paris|Frankreich und für den Bereich Fruchtsaftkonzentrate durch AGRANA Juice Holding GmbH mit Sitz in Gleisdorf|Österreich.

Wirtschaftliches Umfeld

Das wirtschaftliche Umfeld im Segment Frucht war im Geschäftsjahr 2008|09 von den Nachwirkungen der Rohstoffpreisturbulenzen im vorangegangenen Geschäftsjahr sowie von einer konjunkturbedingten Abschwächung der Nachfrage bei Markenartikeln im Molkereibereich geprägt.

Marktumfeld

Aktuelle Marktdaten von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut zeigen eine deutliche Wachstumsverlangsamung im zweiten Halbjahr 2008 infolge der Abwärtsentwicklung der Konjunktur. Ebenso waren strukturelle Verschiebungen im Konsumentenverhalten hin zu preislich günstigeren Eigenmarken der Handelsketten und zu Lasten höherpreisiger Markenartikel erkennbar, da die gestiegenen Lebensmittelpreise zu einer erhöhten Preissensibilität der Konsumenten führten. Infolge der ebenfalls stark verteuerten Milchproduktpreise im ersten Halbjahr 2008|09 kam es zu einer weltweiten Abschwächung beim Absatz von Fruchtjoghurts und gekühlten Frischedesserts.

Bei Apfelsaftkonzentrat geht AGRANA von einer stabilen Weltmarktentwicklung aus, da das aktuelle tiefe Preisniveau für Apfelsaft Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Fruchtsäften bringt.

In den letzten Jahren hat sich ein Markt für "Smoothies" (püreeartige Fruchtgetränke mit einem hohen Fruchtanteil) im hochqualitativen Convenience-Bereich etabliert. Dadurch ist eine verstärkte Nachfrage nach Fruchtpürees, insbesondere bei exotischen Früchten wie Banane, Mango, Guave, Papaya, Maracuja und Granatapfel, spürbar.

Produktionsstandorte

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backsowie Eiscremeindustrie. Insgesamt betreibt AGRANA 25 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 19 Ländern.

In China ist AGRANA bereits seit 1999 mit einem Fruchtzubereitungswerk nördlich von Peking vertreten. Seit 1994 wird in Polen produziert, Mitte 2005 wurde im russischen Serpuchov (Nähe Moskau) ein Fruchtzubereitungswerk eröffnet, dessen Kapazität mehrmals erhöht wurde. Infolge der währungs- und wirtschaftspolitischen Unsicherheit wurde ein geplanter weiterer Werksausbau in Russland jedoch verschoben. Sowohl Russland als auch die Ukraine zählen mittel- und langfristig zu den Wachstumsmärkten, weshalb AGRANA in diesen Ländern ihre Marktposition festigen und durch Erschließung neuer Kundensegmente ausbauen möchte.

Auch der südamerikanische Markt besitzt unverändert Wachstumspotenzial. Neben dem Fruchtzubereitungswerk in Argentinien produziert AGRANA seit Mai 2007 im brasilianischen Cabreúva (Nähe São Paulo) Fruchtzubereitungen.

Im Fruchtzubereitungswerk Kaplice|Tschechien wurde plangemäß die Produktion im August 2008 eingestellt. Durch die Verlagerung der Produktionsmengen in bestehende größere Fabriken in Österreich und Deutschland konnten dort entsprechende Skalenerträge realisiert und deren Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

Mit zehn europäischen Produktionsstandorten ist AGRANA einer der führenden Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa und als einziger europäischer Produzent mit zwei 50 %-Joint Ventures in China vertreten. Durch die im Jahr 2006 begonnene strategische Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Yantai North Andre ist AGRANA operativ in der größten Apfelanbauregion der Welt tätig. Mit dem Erwerb von 50 % an einem weiteren chinesischen Apfelsaftkonzentratwerk in Yongji im März 2008 kann AGRANA dieses Rohstoffpotenzial in einem noch höheren Ausmaß als bisher ausschöpfen. Die beiden Produktionsstätten in Xianyang (Provinz Shaanxi) und Yongji (Provinz Shanxi) zeichneten sich durch lange Apfelkampagnen infolge der guten Rohstoffversorgung im Geschäftsjahr 2008|09 aus. Das dort produzierte "süße" Apfelsaftkonzentrat ist durch einen niedrigen Säuregrad gekennzeichnet. Eine verstärkte Nachfrage nach süßem Konzentrat war am amerikanischen und russischen Markt festzustellen. Es dient auch als Basis für andere Fruchtsaftgetränke und wird in unzähligen Rezepturen und Mischungen verwendet.

In Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien und in der Ukraine wird hauptsächlich saures Apfelsaftkonzentrat mit hohem Säuregrad hergestellt. Neben Äpfeln verarbeitet AGRANA in diesen Ländern auch rote Beeren für den europäischen Konzentratmarkt.

AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)

Rohstoff und Ernte

Die Volatilitäten auf den Rohstoffmärkten bedeuteten im Geschäftsjahr 2008|09 eine erhebliche Herausforderung für die Rohwarenbeschaffung. Infolge der abnehmenden Nachfrage im letzten Quartal des Kalenderjahres 2008 kam es zu starken Preiseinbrüchen bei vielen Früchten. Die globale Einkaufsgesellschaft der AGRANA Fruit bewährte sich in der zentralen Koordination und Abwicklung des Früchtezukaufs. Seit dem Geschäftsjahr 2008|09 wird zusätzlich der Einkauf von Süßungsmitteln für die amerikanischen Produktionsstätten zentral organisiert. In China wurde eine lokale Sourcing-Einheit erfolgreich etabliert.

Die Hauptfrucht in AGRANA-Fruchtzubereitungen ist die Erdbeere mit einem Anteil von rund 40 % am Gesamtfruchtbedarf. Die Erdbeersaison startete in Mexiko, Marokko sowie Polen auf dem hohen Preisniveau des Vorjahres. Der Nachfragerückgang und die hohen Lagerbestände führten bis Ende des Wirtschaftsjahres zu deutlichen Preisrückgängen.

Bei Himbeeren kam es in Nordamerika zu großen Ernteausfällen. Der Markt wurde daher vor allem aus Chile, dem wichtigsten überregionalen Anbaugebiet für den amerikanischen und europäischen Markt, bedient. Diese zusätzliche Nachfrage führte gemeinsam mit frostbedingten Ausfällen zu einem Ausverkauf von Himbeeren und einer Preisverdoppelung. In Europa bedingte diese Marktentwicklung ein ähnlich hohes Preisniveau für die serbische und polnische Ernte.

Wildheidelbeeren verzeichneten deutliche Preisrückgänge, nachdem die Marktteilnehmer das außergewöhnlich hohe Preisniveau der Vorjahre nicht angenommen hatten, was zu Nachfragerückgängen führte.

Nach relativ hohen Preisen während der Ernte bei Stein- und Kernobst kam es im Jahresverlauf infolge der rückläufigen Nachfrage ebenfalls zu Preiseinbrüchen für Tiefkühlware hauptsächlich auf den osteuropäischen Märkten. Das hohe europäische Preisniveau während der Ernte konnte durch verstärkte Einkaufsaktivitäten im günstigeren asiatischen Raum ausgeglichen werden. Bei Kirschen entspannten sich die Preise, bei Äpfeln führte ein normalisiertes Erntevolumen zu deutlichen Preisrückgängen gegenüber dem Vorjahr.

Tropische Früchte zeigten generell ein ansteigendes Preisniveau. Gründe dafür waren Ernteausfälle sowie eine anhaltend hohe Nachfrage in den ersten drei Quartalen.

Für das kommende Geschäftsjahr 2009|10 erwartet AGRANA bei Früchten sowohl auf dem Frischals auch auf dem Industriemarkt generell sinkende Preise aufgrund der konjunkturbedingt rückläufigen Nachfrage.

Geschäftsentwicklung

Die gestiegenen Lebensmittelpreise führten im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer erhöhten Preissensibilität der Konsumenten. In Westeuropa behauptete sich AGRANA dank einer ausgezeichneten Kunden- und Serviceorientierung in diesem schwierigen Marktumfeld. In Deutschland, am meist umkämpften Markt für Fruchtzubereitungen, gelang es AGRANA, den Marktanteil aufgrund ihrer Positionierung, Präsenz und Innovationskraft zu halten. Der Fruchtzubereitungsmarkt in Russland reagierte mit einer Verlangsamung des Mengenwachstums und ersten Rückgängen zu Ende des Kalenderjahres infolge der Wirtschaftskrise. Vergleichbare Entwicklungen waren in der Ukraine erkennbar, deren gesamtwirtschaftliche Entwicklung ähnlich kritisch verlief. In den USA konnten neue Marktchancen außerhalb der Molkereiindustrie wahrgenommen werden, wodurch die Produktionsauslastung trotz Markteintritt eines neuen Mitbewerbers sichergestellt wurde. Dank ausgezeichneter Qualität der neuen Produktionsstätte in Brasilien konnten die Marktanteile erhöht werden. Die chinesische Lebensmittelindustrie war temporär von der Melaminkrise betroffen, was zwischendurch auch bei AGRANA zu Absatzrückgängen führte. Die allgemeine Wirtschaftsentwicklung in Südafrika führte zu niedrigeren Umsätzen bei steigenden Energiekosten.

Die Verkaufspreise von Fruchtzubereitungen lagen leicht über dem Vorjahr. Die Absatzmengen waren infolge der strukturellen Verschiebungen von Markenartikeln hin zu Handelsmarken mit niedrigerer Fruchtdosierung rückläufig. Neben den höheren Preisen für Milchprodukte waren dafür zum Teil auch Einzelereignisse wie zum Beispiel Milchlieferboykotte seitens der Landwirte ausschlaggebend.

Ziel für eine nachhaltige Ergebnissteigerung sind laufende Verbesserungen und besondere Qualitätsorientierung im Rohstoff- und Energieeinsatz, um Fruchtverluste oder energieineffiziente Anwendungen zu reduzieren bzw. zu vermeiden.

Die Schließung des Produktionsstandortes Kaplice|Tschechien im August 2008 führte zu einer Verlagerung des Produktionsvolumens in bestehende, größere Fabriken in Österreich und Deutschland.

Investitionen

Das im Geschäftsjahr 2007|08 neu eröffnete Fruchtzubereitungswerk im brasilianischen Cabreúva (Nähe Sao Paulo) wurde im Herbst 2008 mit einer zweiten Produktionslinie erweitert. Die Marktdurchdringung kann mit der erweiterten Kapazität von mehr als 10.000 Tonnen pro Jahr nun optimal fortgeführt werden. Am Standort Mitry|Frankreich wurde eine Produktionslinie ersetzt und konnte mit Jahresende die Produktion aufnehmen. Der polnische Produktionsstandort wurde um eine neue Abwasserreinigungsanlage erweitert. Ein Investitionsschwerpunkt war der vollständige SAP-Roll-Out an den Standorten Kröllendorf|Österreich und Konstanz|Deutschland. Die ersten Schritte für den weiteren SAP-Roll-Out wurden in Belgien und Mexiko gesetzt.

Die Erweiterung des russischen Standortes in Serpuchov wurde technisch bereits geplant und mit den Behörden verhandelt. Aufgrund der temporären wirtschaftlichen Unsicherheiten wird die Realisierung des Ausbaus jedoch verschoben. Russland bleibt ein wichtiger Wachstumsmarkt für AGRANA. Es ist davon auszugehen, dass mittelfristig weitere Expansionsschritte gesetzt werden können.

AGRANA Juice (Fruchtsaftkonzentrate)

Rohstoff und Ernte

AGRANA konnte dank einer guten europäischen Apfel- und Beerenernte sowie einer ausgezeichneten chinesischen Apfelernte die insgesamt 12 Fabriken in hohem Maße auslasten. In den Anbaugebieten gab es keine Fröste oder negativen Wetterbedingungen.

Die europäische Apfelkampagne lief von Mitte August bis Dezember 2008, wobei in Ungarn und Polen lieferboykottbedingt die Produktion um einige Wochen verzögert gestartet wurde. In China erfolgte auch noch in den Monaten Jänner und Februar 2009 die Produktion von süßem Apfelsaftkonzentrat.

Insgesamt wurden die Verarbeitungsmengen für Verarbeitungsobst (Äpfel und Beeren) gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Gründe dafür waren eine europäische Normalernte, eine chinesische Rekordernte bei Äpfeln und eine geringfügige Mengensteigerung bei Beeren. Die Einkaufspreise für Verarbeitungsäpfel sanken signifikant auf rund ein Viertel gegenüber dem Geschäftsjahr 2007|08. Auch bei Verarbeitungsbeeren sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise gegenüber dem Vorjahr deutlich. Die Rohstoffbasis für Verarbeitungsobst bei AGRANA Juice wurde durch die Integration der zweiten Joint Venture-Gesellschaft in China weiter ausgebaut.

Bei roten Beeren, die hauptsächlich in Polen, Dänemark, Ungarn und in der Ukraine eingekauft wurden, verlief der Rohstoffeinkauf insgesamt zufriedenstellend. Die Vorjahresmengen wurden bei guten Einkaufskonditionen leicht übertroffen. Aufgrund günstiger Vegetationsbedingungen waren die Qualitäten überdurchschnittlich gut.

Geschäftsentwicklung

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2008|09 lösten extreme rohstoffbedingte Verteuerungen bei Fruchtsäften ein geändertes Markt- und Konsumverhalten aus. Anstelle von Jahreskontrakten wurden seitens der großen Handelsunternehmen Kontrakte mit kürzerer Laufzeit geschlossen. Generell war ein Trend zu Spotkäufen infolge des hohen Preisniveaus aus der Ernte 2007 zu verzeichnen. Dies führte bei AGRANA zu hohen Lagerständen von Apfelsaftkonzentrat aus der Kampagne 2007. In Erwartung einer normalen Apfelernte in Europa für die neue Kampagne 2008 und sehr hohen Importen aus China im Jahr 2007, die zu Überlagern führten, kam es im Frühsommer 2008 zu einem drastischen Verfall der Konzentratpreise. Aufgrund dieser Marktentwicklung sah sich AGRANA gezwungen, diese Lagerbestände um 32,4 m im zweiten Quartal 2008|09 abzuwerten.

Der mengenmäßige Absatz von Fruchtsaftkonzentraten lag aufgrund der Preissituation im Geschäftsjahr 2008|09 unter der Vorjahresmenge. Im Geschäftsjahr 2009|10 wird infolge der abgeschlossenen Kontrakte jedenfalls mit einer wesentlichen Absatzmengenausweitung bei einer normalen Ernte für Verarbeitungsobst gerechnet. Der Durchschnittspreis für Apfelsaftkonzentrat lag im Geschäftsjahr 2008|09 aufgrund der höheren Preise im ersten Halbjahr über dem derzeit aktuellen Niveau.

Zur Vermeidung künftiger Abwertungsnotwendigkeiten wurde die Produktion aus den Kampagnen 2007 und 2008 durch Vertriebsverträge für "saures" Apfelsaftkonzentrat weitgehend im Herbst 2008 preislich fixiert. AGRANA hat nunmehr ihre Kontraktpolitik geändert, ihre Kunden breiter gestreut und das Kundenportfolio auch im mittleren und kleineren Tonnagenbereich ausgebaut. Zusätzlich werden neue Absatzregionen erschlossen, um die Abhängigkeit von wenigen Absatzmärkten und deren Schwankungen zu mildern.

Im Frühjahr 2008 wurden Reorganisationsmaßnahmen an den polnischen Produktionsstandorten eingeleitet und umgesetzt. Auch an den anderen Konzentratstandorten werden Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur und zur Erhöhung der Flexibilität in Hinblick auf künftige Marktschwankungen umgesetzt.

Da der Großteil der AGRANA-Juice Produktionsstätten in den osteuropäischen Rohstoffgebieten (Ungarn, Polen, Ukraine, Rumänien) angesiedelt ist, kam es infolge der volatilen Währungen im Geschäftsjahr 2008|09 zu Fremdwährungsverlusten. Dabei handelt es sich um nicht realisierte Währungseffekte infolge der Umrechnung der Euro-Finanzierungen in Landeswährung.

Investitionen

An den europäischen Konzentratstandorten standen Rationalisierungsprojekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Produktqualität, Produktsicherheit und Anhebung des Hygienestandards im Fokus. In Winniza|Ukraine investierte AGRANA in eine moderne Lüftungsanlage im Produktionsbereich. Im chinesischen Werk in Xianyang wurde die Investition in den Ausbau der Tagesverarbeitungskapazität mit 1.800 Tonnen Äpfeln abgeschlossen und rechtzeitig zum Kampagnestart erfolgreich in Betrieb genommen.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

Die Qualitätsführerschaft in der Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoffe zu Zucker- und Stärkeprodukten sowie in der Verarbeitung von Früchten zu Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten ist eines der wichtigsten strategischen Ziele von AGRANA. Die Erreichung dieses Zieles setzt die sorgfältige Auswahl von agrarischen Rohstoffen und die Anwendung modernster Technologien bei deren Veredelung voraus. AGRANA sichert die Rohstoffe in der geforderten hohen Qualität durch nachhaltiges Wirtschaften und einen ressourcenschonenden Umgang mit der Natur. Nachhaltigkeit ist für AGRANA somit ein integrierter Bestandteil der Unternehmensphilosophie und ein wichtiger Grundsatz für die Abwicklung des operativen Geschäftsalltages.

AGRANA ist in der Industrie Vorreiter im nachhaltigen und umweltbewussten Handeln. Der Energie- und Rohstoffeinsatz sowie die Produktionsverfahren werden laufend optimiert. Seit 1990 hat AGRANA Millionenbeträge in den Bereichen Transport, Energieversorgung, Produktion und Verpackung investiert und damit bereits vor Jahren das Kyoto-Ziel zum Abbau von CO2-Emissionen bis 2010 erreicht.

Nahrungsmittelsicherheit, Qualitätssteuerung, Rückverfolgbarkeit aller industriellen Prozesse bis auf das Feld – Behandlung der Rohstoffe von der Aussaat bis zur Ernte – sowie Zertifizierungen (ISO 9001:2000, ISO 22000, International Food Standard, GMP+1 , Qualität & Sicherheit) tragen zur Nachhaltigkeit der AGRANA-Produkte und zur nachhaltigen Umweltorientierung bei.

Herstellung von Bio-Produkten

AGRANA stellt nunmehr in allen Segmenten Bio-Produkte her. In der Zuckerkampagne 2008|09 produzierte AGRANA erstmals Bio-Rübenzucker nach den Vorgaben der EU-Verordnung über den ökologischen Landbau. Die erforderliche Trennung zwischen konventionellem und Bio-Zucker sowie die eingeschränkte Liste der Verarbeitungshilfsstoffe stellt für die Verarbeitung der Bio-Rüben eine große technologische Herausforderung dar. Die Einhaltung der EU-Bio-Verordnung wird in allen Produktionsstufen vom Feld bis zum Handel durch anerkannte Bio-Kontrollstellen überwacht. Bio-Zucker wird unter der Marke "Wiener Zucker" als Bio-Rübenzucker im Einzelhandel vertrieben sowie an Unternehmen der Lebensmittelindustrie für deren Bio-Produktion verkauft.

Einsatz von Nebenprodukten

Nachhaltige Produktion bedeutet auch eine möglichst vollständige Verwertung anfallender Nebenprodukte. Von den Zucker- und Stärkewerken werden die Nebenprodukte Carbokalk und Kartoffelrestfruchtwasser als Dünge- und Bodenverbesserungsmittel angeboten. Rübenschnitzel, Kartoffeleiweiß und DDGS (Distillers Dried Grains with Solubles) werden an die Landwirtschaft als hochwertige Futtermittel abgegeben. Im Segment Frucht werden anfallende Trester an die Pektinindustrie oder als Futtermittel verkauft oder einer thermischen Nutzung zugeführt.

Soziale Verantwortung

Nachhaltigkeit bedeutet für AGRANA nicht nur das Bemühen um einen Einklang zwischen Ökonomie und Ökologie, sondern beinhaltet als dritte Säule auch soziale Verantwortung. Gemäß den Grundsätzen moderner Corporate Social Responsibility (CSR) ist AGRANA als bedeutendes

1 Good Manufacturing Practice.

Industrieunternehmen in Zentraleuropa mit globaler Präsenz bestrebt, ihre gesellschaftliche Verantwortung überall bestmöglich wahrzunehmen. AGRANA engagiert sich neben dem seit vielen Jahren praktizierten Kultursponsoring auch in der Unterstützung zahlreicher kleinerer Projekte im Sozialbereich. Als Beispiele seien hier der Vertrieb von fair gehandeltem (Fair Trade) Rohrzucker unter der Marke "Wiener Zucker" oder die Unterstützung der Caritas Aktion "coffee to help" erwähnt.

Die Sozialpartner der europäischen Zuckerindustrie sind seit vielen Jahren einem gemeinsamen Verhaltenskodex hinsichtlich sozialer Entwicklung und Einhaltung der Grundrechte verpflichtet. Auch die europäische Stärkeindustrie hat sich zum effizienten Einsatz natürlicher und erneuerbarer Ressourcen und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung bekannt.

Im Segment Frucht werden unterschiedliche Kodices angewendet. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrat wird der SGF/IRMA Code of Conduct als wichtiger Schritt verstanden, nachhaltige und ethische Standards in der internationalen Fruchtsaftindustrie durchzusetzen. In Ermangelung eines allgemeinen Branchenkodex hat AGRANA für den Bereich Fruchtzubereitung den AGRANA Code of Conduct erarbeitet, der sich an den Standards der International Labour Organisation orientiert. Dieser Kodex hat Themen wie die Vermeidung von Kinderarbeit, Zwangsarbeit, alle Arten von Diskriminierung und den Erhalt der Gesundheit und Arbeitsplatzsicherheit zum Inhalt.

Gelebte Nachhaltigkeit anhand von ausgewählten Projekten aus den AGRANA-Segmenten Im Hinblick auf die umfassende Verantwortung gegenüber den Stakeholdern wurden die im Folgenden beschriebenen vier Projekte aus den einzelnen Geschäftsbereichen als Beispiele für die gelebte Nachhaltigkeit im Unternehmen ausgewählt.

SEGMENT ZUCKER – Biogasherstellung

In der Zuckerkampagne 2007 wurde erstmalig eine neu installierte Biogasanlage im Werk Kaposvar|Ungarn in Betrieb genommen. Aus den Rübenblättern und den nach der Extraktion anfallenden Zuckerrübenschnitzeln wird Biogas gewonnen, das einen Teil des für die Energieerzeugung notwendigen Erdgases ersetzt. Für die Energieversorgung in der Zuckerrübenkampagne 2008 wurde eine Gesamtbiogasmenge von rund 9,0 Mio. m3 erzeugt, die einer Einsparung von rund 4,8 Mio. m3 Erdgas entspricht. In der Kampagne 2008 wurden in Kaposvar bereits 45 % des Energiebedarfs durch eigenes Biogas abgedeckt. Die produzierte Menge an erneuerbarer Energie verbesserte die jährliche CO2-Bilanz um 9.000 Tonnen CO2. Die Anlage wurde nach der Zuckerrübenkampagne mit reduzierter Leistung weiterbetrieben, um in der Heizperiode die komplette Wärmeenergieerzeugung zur Versorgung der gesamten Werksanlagen und des Zuckersilos abzusichern. Die tägliche Biogasproduktion in dieser Heizperiode betrug durchschnittlich 12.000 m3 . Damit wurde die gesamte Erdgasmenge für die Heizperiode von 100 Tagen eingespart. Dies führte zu einer weiteren Einsparung an Energiekosten und einer zusätzlichen Verbesserung der CO2-Bilanz um 1.200 Tonnen.

SEGMENT STÄRKE – Bioethanol als nachhaltiger, umweltschonender Kraftstoff

Bioenergie ist ein wesentlicher Bestandteil eines nachhaltigen Energieszenarios. Im Verkehrssektor mangelt es an kurzfristig umsetzbaren Alternativen zu Biotreibstoffen. So haben sich beispielsweise in Österreich seit dem Jahr 1990 die Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr nahezu verdoppelt und verursachen rund 26 % der österreichischen Gesamtemissionen. Kraftstoffe aus regenerativen Rohstoffen, die weitgehend CO2-neutral in der Aufbringung und Herstellung sind und nachhaltig erzeugt werden können, tragen wesentlich zur Problemlösung bei. Zusätzlich wird die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes gefördert. Die Europäische Union schreibt daher bis zum Jahr 2020 einen Anteil von Biokraftstoffen von 10 % der verwendeten Treibstoffe als Ziel vor. Österreich will dieses Ziel schon 2010 erreichen. Seit 1. Oktober 2008 müssen 5,75 % der in Österreich in Verkehr gebrachten Kraftstoffe biogene Treibstoffe, also Bioethanol oder Biodiesel, sein. Zusätzlich wird mit SuperEthanol E85 ein neuartiger Treibstoff angeboten, der zu bis zu 85 % aus Bioethanol besteht.

AGRANA betreibt im niederösterreichischen Pischelsdorf Österreichs einzige großindustrielle Anlage zur Herstellung von Bioethanol. Mit der Verarbeitung von bis zu 620.000 Tonnen Getreide, hauptsächlich Weizen und Mais aus Österreich, können bis zu 240.000 m (bzw. 190.000 Tonnen) Bioethanol pro Jahr produziert werden. Damit wird der österreichische Bioethanolbedarf komplett abgedeckt. Aus den Produktionsreststoffen werden bis zu 190.000 Tonnen DDGS (Distillers Dried Grains with Solubles) erzeugt. Dieses Eiweißfuttermittel wird unter dem Markennamen "ActiProt" erfolgreich vertrieben. Das hochwertige, zur Herstellung gentechnikfreier Lebensmittel geeignete Futtermittel leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Bioethanolerzeugung, sondern auch zur ökologischen und ökonomischen Gesamtbilanz des Werkes. Es substituiert rund ein Viertel der österreichischen Soja-Futtermittelimporte aus Übersee, deren Gentechnikfreiheit in Zukunft nur schwer gewährleistet werden kann.

Eine von der Grazer Joanneum Research Forschungsgesellschaft erarbeitete Lebenszyklusanalyse untersuchte nach der von der EU geforderten Energie-Allokationsmethode die Treibhausgasbilanz von Bioethanol aus Pischelsdorf im gesamten Produktlebenszyklus vom Anbau der Rohstoffe und deren Düngung, Ernte, Transport und Verarbeitung bis zur Verbrennung im Motor. Dabei wurden CO2, Methan und Lachgas berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Über den gesamten Produktlebenszyklus berechnet, ergaben sich dabei für die Verbrennung eines Liters Bioethanol gegenüber einem Liter Benzin CO2-Einsparungen von 47 % – 51 % in Abhängigkeit der verwendeten Rohstoffe Mais oder Weizen. Insgesamt können somit im österreichischen Transportsektor pro Jahr bis zu 380.000 Tonnen CO2-Äquivalent und 100.000 Tonnen Rohöläquivalent eingespart werden. Die AGRANA Bioethanolanlage übererfüllt zudem das bis 2012 geforderte EU-Ziel von 35 % CO2-Einsparung für biogene Treibstoffe und erreicht schon heute das ab 2017 geltende Ziel von 50 % CO2-Einsparung.

Bioethanol aus dem AGRANA Werk Pischelsdorf leistet einen wertvollen Beitrag zur Reduktion der österreichischen Treibhausgasemissionen, trägt durch die Substitution von Öl- bzw. Futtermittelimporten zur Verbesserung der österreichischen Handelsbilanz sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum bei und fördert die Energieunabhängigkeit.

AGRANA FRUIT - Erdbeerkulturen in Mexiko

Das von AGRANA Fruit México durchgeführte Projekt im Erdbeeranbau stellt ein erfolgreiches Modell für gelebte Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im landwirtschaftlichen Bereich durch effizientes Management der Zusammenarbeit von bäuerlichen Produzenten, industriellen Abnehmern, Finanz-, Regierungs- und NGO-Institutionen dar.

AGRANA Fruit México ist mitten im größten Erdbeeranbaugebiet Mexikos gelegen. Im Jahr 1995 wurden erste Schritte gesetzt, um Teile des bis dahin langwierigen Qualitätskontrollprozesses näher an die Anbaufelder heranzuführen. Bauern wurden beim Pflanzenschutz, der Produktionstechnik und der Einhaltung hygienischer Produktionsmethoden aktiv beraten. Neben der Zusicherung von Abnahmemengen erhalten die Bauern auch Finanzierungsunterstützung und Zugang zu strategischen Allianzen mit Zuliefer- und Abnehmerunternehmen.

Im Bereich der Rückverfolgbarkeit entwickelte AGRANA eine eigene Software, um die Produktivität und den Pestizideinsatz, Wasser- und Bodenqualität (hinsichtlich Pestiziden, Nähr- und Schadstoffen) sowie Kreuzkontaminationen mit anderen Früchten aus der Feldnachbarschaft direkt vor Ort zu messen. Das Unternehmen baute ein Netzwerk von Feldinspektoren auf, die täglich über mobile Datenübertragungsgeräte relevante Informationen an einen zentralen Datenspeicher liefern. Auf diese Art kann heute die volle Rückverfolgbarkeit der Produktionskette sichergestellt werden.

AGRANA Fruit México startete weiters ein Projekt zur Finanzierung einer Feldtechnisierung. Damit konnte AGRANA hochtechnologische Einrichtungen wie Makro-Tunnel, Mulchtechnik, computerkontrollierte Tropf-Bewässerung und Düngung auf 241 Hektar Erdbeerfeldern bei 56 Vertragsbauern implementieren. Die Produktivität der Felder verdoppelte sich dadurch von ca. 40 Tonnen auf rund 80 Tonnen Ertrag pro Hektar. Das Projekt leistet auch im sozialen Bereich einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Kinderarbeit auf den Feldern.

Aufgrund des großen Erfolges des Erdbeerprojektes wurde auch ein Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitsprojekt für Mangos aufgenommen. Daneben soll das Projekt in der nächsten Saison auf andere Beerenfrüchte ausgedehnt und auch in den AGRANA Organisationen in Argentinien und Brasilien gestartet werden.

AGRANA JUICE – Finanzierungsprogramm zur Kultivierung von Rohstoffsorten

Die zentralukrainische Region um Winniza ist eine der wichtigsten Obstanbauregionen der Ukraine, wo rund 10 % der ukrainischen Fruchtproduktion auf zehntausenden Hektar Obstplantagen produziert werden. Viele Plantagen sind überaltert, die Produktivität und die Qualität der Produkte sind unzureichend.

Um diese Wachstumsbarrieren zu überwinden, wurde 2007 eine Partnerschaft zwischen der International Finance Cooperation (IFC), einer Tochtergesellschaft der Weltbank, dem österreichischen Bundesministerium für Finanzen und AGRANA Fruit Ukraine, dem größten Fruchtverarbeiter der Region, geschlossen. Ziel der Kooperation ist die Sicherung der künftigen Rohstoffbasis durch die Kultivierung neuer, resistenter Apfelsorten sowie die Ausweitung des Beerenanbaus. Zur Kultivierung der Apfelsorten, für die das Unternehmen den Bauern eine Ankaufsgarantie gibt, stellt AGRANA Pflanzmaterial und Beratung zur Verfügung. Der Projektplan sieht einen kontinuierlichen Ausbau der Anbaufläche bis zum Jahr 2011 vor.

Zur Entwicklung einer stabilen Lieferantenplattform im Rahmen einer langfristigen Zusammenarbeit unterstützt AGRANA die Plantagen in folgenden Bereichen:

  • o Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Farmen durch die Einführung von neuen Sorten, effizientes Management, Erhöhung der Qualität und Produktivität
  • o Aufbau langfristiger Lieferantenbeziehungen mit einem Angebot- und Nachfrage-Planungssystem sowie einem ausgearbeiteten, vertraglich fixierten Anreizsystem, integrierter Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeitsmaßnahmen
  • o Verbesserung der Finanzierungsverfügbarkeit für die Farmen durch Unterstützung von AGRANA im Bereich der Geschäftsplanung und des Managements, Hilfe bei der Klärung von Besitzverhältnissen der Farmen in Übereinstimmung mit den bestehenden rechtlichen Bestimmungen sowie Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten.

Neben den wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren ist die Implementierung der Good Agricultural Practice (GAP) wesentlich. Diese umfaßt vor allem die Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit durch die Rückverfolgbarkeit der Früchte sowie die Verringerung etwaiger negativer Umweltauswirkungen des Obstanbaus in der Ukraine.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

In einem hoch kompetitiven Marktumfeld ist es das strategische Ziel von AGRANA, sich durch Produktinnovationen vom Mitbewerb zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Dies trägt wesentlich zum langfristigen Erfolg von AGRANA bei und wird auch in Zukunft Bestandteil einer auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie bleiben.

Zur Umsetzung dieser Strategie und zum Ausbau des umfassenden Entwicklungs-Know-hows unterhält AGRANA mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Diese sind für Zucker und Stärke schwerpunktmäßig bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Das Leistungsangebot reicht hier von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärkeund Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie. Im Fruchtzubereitungsbereich ist die zentrale Forschung und Entwicklung im Innovations- und Kompetenzzentrum Gleisdorf|Österreich und im Innovationszentrum Brecksville|USA organisiert. Aufgabe der beiden Forschungszentren sind die Entwicklung von innovativen Produkten und neuen Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um den international tätigen Kunden der AGRANA marktnahe Lösungen zu präsentieren. Dabei konzentriert sich das Innovationszentrum Brecksville vornehmlich auf die speziellen Marktbedürfnisse des US-amerikanischen Raumes. Unterstützt werden die beiden Innovationszentren von einer zentralen Marktentwicklungsabteilung in Mitry|Franfreich.

Im Geschäftsjahr 2008|09 betrugen die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung rund 12,5 (Vorjahr 10,5) m. Insgesamt beschäftigte AGRANA im Geschäftsjahr 2008|09 für Forschung und Entwicklung 195 (Vorjahr 187) Mitarbeiter.

2008 09 2007 08 2006 07 1 2005 06
F&E Aufwendungen - intern und extern (in m) 12,5 10,5 12,2 10,0
F&E-Quote: F&E-Aufwendungen gemessen am 0,62 0,56 0,63 0,67
Umsatz (in %)

1 Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

SEGMENT ZUCKER

Im Geschäftsjahr 2008|09 gewann der Einsatz der in den letzten Jahren entwickelten Verfahren zur Einsparung von Hilfsstoffen wie Schaumdämpfungsmittel, Kalkstein und Koks bzw. Alkalisierungsmittel in den Zuckerwerken weiter an Bedeutung. Parallel dazu arbeitete AGRANA am optimalen Einsatz von natürlichen Biostabilisatoren in der Zuckerextraktion.

Ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten während der letzten Kampagne betraf das System zur optimalen Dosierung von Alkalisierungsmitteln (bei der Klärung des Rohsaftes durch Zusatz von Kalkmilch). Erfolgreich verliefen auch Versuche, natürliche Biostabilisatoren als Silierhilfsmittel (zur Unterdrückung von Fehlgärungen) einzusetzen. Nach anfänglichen Erfolgen bei der Silierung von Pressschnitzeln konnten Möglichkeiten gefunden werden, die Produkte auch im Bereich von Grassilagen einzusetzen.

SEGMENT STÄRKE

AGRANA positioniert sich durch konsequente Produktentwicklung im Spezialitätenbereich erfolgreich am Markt. Grundlage dafür ist die intensive und enge Zusammenarbeit mit den Kunden.

Die Forschungsschwerpunkte im Nonfood-Bereich betrafen im Geschäftsjahr 2008|09 insbesondere Aktivitäten im Bau-, Klebstoff- und Kosmetikbereich sowie für biologisch abbaubare Werkstoffe.

Als wichtiger strategischer Forschungsbereich hat sich der Baustoffsektor etabliert. Mit der Entwicklung von neuen hoch derivatisierten Stärkeprodukten (Fliesenkleber und Putze) konnte den steigenden Ansprüchen des Marktes voll entsprochen werden. Neben neuen Anwendungsbereichen für Stärkeether entwickelte AGRANA hoch modifizierte Stärkeprodukte für den Einsatz als Stabilisatoren im Betonbereich. Neue spezielle Verdicker können nicht nur in Dispersionsfarben, sondern auch in Kunstharzputzen eingesetzt werden.

Für die Märkte Papiersackverklebung und Etikettierklebstoffe ist es gelungen, maßgeschneiderte Sackkleberprodukte zu entwickeln.

Die Entwicklung von neuen Stärkeprodukten für die Kosmetikindustrie wurde durch Produktinnovationen von AGRANA vorangetrieben.

Im Bereich der biologisch abbaubaren Werkstoffe entwickelte AGRANA eine modifizierte, thermoplastische Stärke, die in Kombination mit Polyestern/Polymilchsäure im Spritzguss vielversprechende Eigenschaften aufweist.

Die Entwicklung von Stärkeprodukten für den Lebensmittelsektor konzentrierte sich zuletzt auf die Umsetzung von speziell modifizierten Wachsmaisstärken für Fruchtzubereitungen. Beim Einsatz von neuen Stabilisatorsystemen stand der Bereich der Bio-Stärken im Vordergrund.

Die AGRANA Bioethanolproduktion war insbesondere in der Anlaufphase intensiv analytisch zu betreuen. Von ZFT durchgeführte Fütterungsversuche bei Nutztieren und im Pet-Food Bereich bestätigten die positiven Auswirkungen des von AGRANA produzierten, eiweißreichen Futtermittels "ActiProt". Im Jahr 2008 konnte die Erweiterung der Akkreditierung der ZFT auf die Untersuchung von qualitätsrelevanten Parametern von Ethanol realisiert werden.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2008|09 wurden die Forschungsaktivitäten bei Fruchtzubereitungen mit dem Ziel der Markterweiterung forciert. Dies beinhaltete die Weiterentwicklung von Smoothies sowohl in Bio- als auch in konventioneller Qualität. Neben dem bekannt hohen Fruchtanteil stand die Zugabe von funktionellen Substanzen im Mittelpunkt. Auch im Food Service Bereich entwickelte AGRANA spezielle Fruchtsaucen, womit der Markteintritt am australischen Markt gelang. In den USA und in Mexiko wurden backstabile Fruchtzubereitungen und deren Produktionstechnologie weiterentwickelt.

"Superfrüchte" mit einem besonders hohen Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen sind weiter im Trend. AGRANA entwickelte dafür Vermarktungskonzepte, mit denen die positiven Eigenschaften dieser Superfrüchte hervorgehoben werden. Neue Rezepturen mit optimierten Geschmacksprofilen wurden entwickelt und interessierten Kunden präsentiert. Weiters wurden fruchtbasierte Produkte mit funktionellen Inhaltsstoffen wie Kalzium und Eisen sowie Antioxidantien oder Vitaminen entwickelt. Speziell die Anreicherung mit geschmacksintensiven Substanzen stellt Fruchtzubereitungshersteller und Molkereien vor große Herausforderungen. Durch die Auswahl gezielter Wirkstoffquellen und eine technologische Adaptierung des Produktionsprozesses konnten sehr hohe Anreicherungsraten ohne sensorische Beeinträchtigungen erreicht werden.

Im Fruchtsaftkonzentratbereich ist die Optimierung der Farbausbeute und der Farbstabilität von roten Saftkonzentraten ein wichtiges Ziel. Schrittweise wurde die Auswirkung aller kritischen Produktionsprozesse auf diese Produkteigenschaften überprüft und Verbesserungen evaluiert. Durch umfangreiche Maßnahmen wurde die Qualität der Fruchtaromen in allen Fruchtsaftkonzentratwerken verbessert, was zu einer deutlichen Wertsteigerung der Produkte führte.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

2008 09 2007 08 2006 07
8.244 8.140 8.223
davon Segment Zucker 2.464 2.597 2.723
davon Segment Stärke 853 847 776
davon Segment Frucht 4.927 4.696 4.724

Im Geschäftsjahr 2008|09 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.244 (Vorjahr 8.140) Mitarbeiter. Davon waren 1.730 (Vorjahr 1.643) Mitarbeiter in Österreich und 6.514 (Vorjahr 6.497) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen tätig.

Mitarbeiter pro Region 2008 09 In % 2007 08 In %
Anzahl der Mitarbeiter 8.244 100,0% 8.140 100,0%
davon in Österreich 1.730 21,0% 1.643 20,2%
davon EU-27 (exkl. Österreich) 3.094 37,5% 3.305 40,6%
davon Sonstiges Europa 1.211 14,7% 1.237 15,2%
davon Restliche Welt 2.209 26,8% 1.955 24,0%

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl folgendermaßen:

  • im Segment Zucker 2.464 (Vorjahr 2.597) Mitarbeiter,
  • im Segment Stärke 853 (Vorjahr 847) Mitarbeiter und
  • im Segment Frucht 4.927 (Vorjahr 4.696) Mitarbeiter.

Trotz der erstmalig längeren Zuckerkampagne in Österreich (Produktion bis 22. Jänner 2009) verringerte sich der durchschnittliche Personalstand im Segment Zucker aufgrund von Restrukturierungen in Ungarn, der Slowakei und Rumänien um 133 Mitarbeiter. Im Rahmen der Fusion der S.C. Romana Prod s.r.l. mit der AGRANA Romania S.A. wurde mit den 30 betroffenen Mitarbeitern ein Sozialplan ausverhandelt. Im Zuge der ungarischen Standortoptimierung wurde auch der Transfer der Produktionsstätte der Instantina Hungaria Kft., die auf dem Gelände der Zuckerfabrik in Petöháza|Ungarn angesiedelt war, nach Dürnkrut|Österreich beschlossen. Am Standort Dürnkrut|Österreich wurden dadurch 16 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Im Segment Stärke stand dem Personalaufbau im Bioethanolwerk Pischelsdorf|Österreich ein Personalrückgang in Rumänien gegenüber.

Bei Frucht war der Mitarbeiteranstieg um 231 Beschäftigte auf die Einbeziehung der zweiten Joint Venture Gesellschaft in Yongji|China und auf den vermehrten Einsatz von Erntehelfern in Marokko zurückzuführen. Für die von der Schließung des tschechischen Fruchtzubereitungswerkes in Kaplice betroffenen 77 Mitarbeiter wurde ein umfangreicher Sozialplan umgesetzt.

Personalentwicklung als Erfolgsfaktor

Im Vordergrund der Personalstrategie standen im Geschäftsjahr 2008|09 gezielte Qualifizierungsund Entwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte und Mitarbeiter. Damit stellt AGRANA mit der kontinuierlichen, segmentübergreifenden Mitarbeiterförderung einen wichtigen Erfolgsfaktor sicher.

Einen Schwerpunkt bildete die Implementierung eines konzernweiten "Talent Development" Prozesses. Gerade in einem international tätigen Konzern sind Schlüsselkräfte mit hoher Mobilität und Flexibilität von großer Bedeutung. Ziel dieses Prozesses ist es, Mitarbeiter mit hohem Potenzial und Leistungsfähigkeit weltweit zu identifizieren und ihre berufliche Entwicklung zu fördern.

Die ständige Weiterentwicklung aller Mitarbeiter hat bei AGRANA hohen Stellenwert. Es wurden daher "Basic Management Skills" definiert, über die alle Führungskräfte verfügen sollen. Diese Fähigkeiten umfassen Grundlagen der Mitarbeiterführung, Kommunikation, Zeitmanagement, Präsentationstechnik, Grundlagen des Projektmanagements und wirtschaftliches Grundwissen. Darüber hinaus wurden segmentübergreifend auch Fachschulungen angeboten. Um der internationalen Ausrichtung des Unternehmens Rechnung zu tragen, wurden an vielen Standorten Englischkurse veranstaltet.

Auch segmentintern wurden wichtige Ausbildungsschwerpunkte gesetzt: Im Segment Zucker waren diese Sicherheit, Berufstrainings sowie Schulungen für das mittlere Management. Innerhalb des Fruchtzubereitungsbereiches wurde ein "Peers Training" installiert, das zu einem individuellen Erfahrungsaustausch unter Senior Managern aus verschiedenen Ländern genutzt wird. Darüber hinaus wurden Programme zur Qualitätsverbesserung umgesetzt. Der Ausbildungsschwerpunkt im Bereich Fruchtsaftkonzentrate lag in einem verstärkten Angebot von Englischkursen und Weiterbildungsmaßnahmen in der Arbeitssicherheit.

Um die Umsetzung der strategischen Ziele zu unterstützen, existiert seit vielen Jahren ein erfolgsabhängiges Entlohnungssystem für Führungskräfte, das mittlerweile weltweit implementiert wurde. Die Kriterien für die variable Vergütung umfassen neben Finanz- und Ertragszielen (wie z. B. Ergebnis der Betriebstätigkeit) auch individuelle Zielvereinbarungen. Im Geschäftsjahr 2008|09 nahmen rund 6 % aller Beschäftigten an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

Die Personalstrategie für das Geschäftsjahr 2009|10 wird auch weiterhin auf die Qualifizierung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter ausgerichtet sein. Dies betrifft insbesondere auch die Lehrlinge: In Österreich standen 2008|09 insgesamt 62 Lehrlinge, vor allem als Maschinenbautechniker, Elektrobetriebstechniker, Chemielabortechniker und erstmalig auch als Lebensmitteltechniker in Ausbildung.

Gesundheit

Im Rahmen des Gesundheitsförderungsprogramms "AGRANA-Fit" wurden in zahlreichen Niederlassungen weltweit unterschiedliche Maßnahmen gesetzt: So bestehen in einzelnen Ländern Kooperationen mit lokalen Fitnesseinrichtungen. In den USA wurde beispielsweise ein umfassendes Programm weitergeführt, das vor allem aus Gesundheitsscreenings sowie verschiedenen Wellness-Aktivitäten besteht. Am jährlichen Wien Energie Business Run haben im August 2008 insgesamt 26 AGRANA Teams (zu je drei Teilnehmern) aus allen Geschäftsbereichen teilgenommen.

CHANCEN- und RISIKOBERICHT

Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu wahren, setzt AGRANA ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Das Risikomanagement verfolgt das Ziel, Risiken vorzeitig zu erkennen und geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen zu treffen, sodass die Zielabweichungen auf ein Minimum beschränkt werden. Im Mittelpunkt dieser Risikosteuerungsaktivitäten steht dabei der möglichst effiziente Einsatz des verfügbaren Eigenkapitals unter Berücksichtigung mittel- und langfristiger strategischer Ziele und Wachstumsaussichten.

Im Rahmen des internen Risikomanagementprozesses der AGRANA werden konzernweit Risiken identifiziert, bewertet, gesteuert und überwacht. Als integrierter Bestandteil des Planungsprozesses wird der vordefinierte Risikokatalog jährlich aktualisiert und evaluiert. Anhand der Schadenshöhe und der Eintrittswahrscheinlichkeiten werden jene identifizierten Risiken einer detaillierten Analyse unterzogen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Zielerreichung der Segmente bzw. des Konzerns haben.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf einem Risikocontrolling auf operativer Ebene und einem strategischen Beteiligungscontrolling, welche durch effiziente Berichts- und Kontrollsysteme unterstützt werden. Die Konzernrevision durchleuchtet und überprüft regelmäßig und systematisch die Geschäftsprozesse, -abläufe und -systeme.

Im Rahmen des im gesamten Konzern implementierten revolvierenden jährlichen Planungsprozesses werden bekannte und erwartete Veränderungen der Rahmenbedingungen sowohl in der kurzfristigen, als auch in der mittelfristigen Planung bereits berücksichtigt. Bei Erkennen unerwarteter Entwicklungstendenzen werden die Auswirkungen auf die Planung aufgezeigt und Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet.

Risikopolitische Grundsätze

Da AGRANA im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt ist, die untrennbar mit ihrem unternehmerischen Handeln verbunden sind, werden vom Vorstand risikopolitische Grundsätze vorgegeben, die vom Aufsichtsrat überwacht werden. Die Umsetzung der Risikostrategie in den Segmenten erfolgt unter zentraler Koordination.

Grundsätzlich ist AGRANA bereit Risiken zu tragen, die im Zusammenhang mit der Kernkompetenz des Unternehmens stehen. Jene Risiken, die nicht auf ein vertretbares Maß gemindert oder auf Dritte übertragen werden können, werden vermieden. Risiken, die sich weder auf Kern- noch auf Unterstützungsprozesse beziehen, werden grundsätzlich nicht eingegangen.

Um die risikopolitischen Grundsätze einzuhalten, setzt AGRANA auf risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling und den Einsatz effizienter Kontroll- und Berichtssysteme.

Werden zur Risikominimierung derivative Instrumentarien eingesetzt, so geschieht dies zur Absicherung eines Grundgeschäftes. Zu Spekulationszwecken werden keine derivativen Instrumentarien verwendet. Durch Richtlinien, Limits und laufende Kontrolle wird die Einhaltung dieses Grundsatzes abgesichert.

Strategisches Beteiligungscontrolling und operatives Risikocontrolling

Die Genehmigung der Grundsätze des Risikomanagements, die Festlegung von Grenzen für alle relevanten Risiken sowie die Verfahren zur Überwachung der Risiken obliegen dem Vorstand. Als zentrale, unabhängige Kontrolleinheit ist das in der Abteilung Corporate Controlling organisatorisch verankerte Risikocontrolling für das strategische Beteiligungscontrolling und operative Risikocontrolling verantwortlich, das den Vorstand bei der Entscheidung über die Risikopolitik unterstützt. Die Abteilung berichtet in regelmäßigen Abständen an den Vorstand, der die aktuelle Risikosituation unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und der entsprechenden Risikolimits beurteilt. Des Weiteren ist sie für die konzernweite Entwicklung und Implementierung der Methoden der Risiko- und Ertragsmessung, die laufende Weiterentwicklung und Verfeinerung der Steuerungsinstrumente und die Entwicklung und Wartung der grundsätzlichen Richtlinien zuständig. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher.

Ein effizientes Instrument des operativen Risikocontrollings ist das in allen Unternehmen des AGRANA-Konzerns implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem, das neben einer detaillierten Absatzplanung, Planbilanzen und Plangewinn- und -verlustrechnungen auch alle wesentlichen Kennzahlen wie z. B. Working Capital, Capital Employed und Nettofinanzschulden erfasst. Der Planungshorizont umfaßt außer dem aktuellen Geschäftsjahr die darauffolgenden vier Geschäftsjahre.

Im Zuge des monatlichen Berichtswesens (Einzelunternehmen – Segment – Konzern) wird auf Basis des Monatsabschlusses ein Plan-/Ist-Vergleich durchgeführt sowie eventuelle Abweichungen analysiert und dem Vorstand berichtet. Ebenso sind Informationen über die Marktentwicklung sowie über die relevanten Risikofelder der Segmente (Beschaffung, Finanz- und Währungsrisiken) Teil der monatlichen Berichterstattung. Standardisiert sind quartalsweise Vorschaurechnungen in der gleichen Planungstiefe für das laufende Geschäftsjahr, in denen die aktuellen Entwicklungen berücksichtigt werden. Ergänzt wird das Berichtswesen durch gegebenenfalls notwendige ad hoc Auswertungen.

Interne Revision

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Holding und in den Tochtergesellschaften, die Angemessenheit und Wirksamkeit der vom Risikomanagement und Risikocontrolling gesetzten Maßnahmen sowie die internen Kontrollsysteme. Die Abteilung ist direkt dem Vorstand unterstellt.

Operative Risiken

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA operativen Einzelrisiken ausgesetzt, die ihre Ursachen in der spezifischen Geschäftstätigkeit der AGRANA haben und die Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinträchtigen können.

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanagements bewertet. Von besonderer Bedeutung für AGRANA ist diesbezüglich die EU-Zuckermarktordnung, die am 1. Juli 2006 in Kraft trat und bis zum 30. September 2015 gilt. Über die neue Zuckermarktordnung und ihre Auswirkungen wird ab Seite xx im Segment Zucker im Detail berichtet.

Richtlinie für erneuerbare Energien

Zur konsequenten Umsetzung ihrer klima-, energie- und agrarpolitischen Ziele hat die EU-Kommission die seit 2003 geltende Biokraftstoffrichtlinie im Klimaschutz- und Energiepaket neu gefasst und die Bedeutung der Beimischung von Bioethanol zum Benzin bestätigt.

Infolge des zuletzt in den Industriestaaten gesunkenen Benzinverbrauches, des sinkenden Ölpreises sowie der zunehmend wettbewerbsfähigen Importe vor allem aus Brasilien könnte die Wettbewerbssituation und die Nachfrage nach Bioethanol negativ beeinflusst werden. Ein eventuell in Europa entstehendes Überangebot an Bioethanol könnte zu sinkenden Preisen führen und entsprechende Ergebnisbelastungen nach sich ziehen.

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse witterungsbedingten Beschaffungsrisiken ausgesetzt, was einerseits dazu führt, dass landwirtschaftliche Rohstoffe unter Umständen in zu geringer Menge verfügbar sind. Andererseits können diese Rohstoffe Preisschwankungen unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können.

Für die Bioethanolproduktion werden die entsprechenden Rohstoffbedarfsmengen mittels physischer Lieferverträge abgeschlossen. Die Einkaufsstrategie zielt auf die Absicherung der benötigten Rohstoffmenge für die vertraglich eingegangenen langfristigen Lieferverpflichtungen ab. Bei einer geringen Anzahl an Vertragspartnern für diese Mengen werden Futurekontrakte eingegangen, die der Absicherung zukünftig benötigter Mengen an Getreide zu fixierten Preisen dienen. Das Verhältnis zwischen dem gesicherten und ungesicherten Mengenbedarf (sogenannte Hedge – Ratio) wird durch die Geschäftsleitung des Segmentes vorgeschlagen und durch den Vorstand der AGRANA genehmigt. Der Anstieg der Rohstofftangente kann teilweise durch höhere Verkaufspreise für das eiweißhaltige Nebenprodukt im Rahmen der Bioethanolproduktion kompensiert werden.

Die Rohstoffkosten sind auch in der Maisstärkeproduktion von wesentlicher Bedeutung. AGRANA versucht diese Preiserhöhungen möglichst kurzfristig an die Kunden weiterzugeben.

Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis aller Beschaffungsmärkte ermöglichen es, Engpässe in der Rohstoffversorgung sowie Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. diesen entgegenwirken zu können. AGRANA hat im Segment Frucht eine zentrale Einkaufsorganisation aufgebaut, die die Rohstoffmärkte global analysiert und somit gezielt auf Rohstoffengpässe und Qualitätsunterschiede reagieren kann. Im Hinblick auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden mit Lieferanten und Kunden auch langfristige Verträge abgeschlossen. Dadurch können gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden. Durch ungünstige Witterung und Pflanzenkrankheit kann es zu gravierenden Ernteausfällen kommen, was einen deutlichen Anstieg der Rohstoffkosten zur Folge hätte.

Den Beschaffungsrisiken im Zuckersegment kommt aufgrund der Zuckermarktordnung eine geringere Bedeutung zu, da die relative Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübenproduktion im Normalfall andere Feldfrüchte übertrifft. Ausgenommen davon sind die Länder Rumänien und Bosnien-Herzegowina, die Rohzucker raffinieren. Die benötigten Rohzuckermengen werden mengen- und preismäßig über die Commodity Exchance (CBOT) in Chicago|USA gesichert. Diese Sicherungsgeschäfte dienen dazu, die benötigten Mengen abzusichern, und werden durch den Rohstoffeinkauf zentral koordiniert und gesteuert.

Bei Energiepreisrisiken versucht AGRANA, mit einer entsprechenden Ausrichtung der Produktionsanlagen verschiedene Energieträger kostenoptimal einzusetzen. Darüber hinaus wird eine steigende Energieeffizienz der Anlagen konzernweit kontinuierlich forciert. Die Nutzung von alternativen Energiequellen wird dabei im verstärkten Maße berücksichtigt. Der Bedarf an Energieträgern wird durch kurz- und mittelfristige physische Lieferverträge sowohl mengen- als auch preismäßig gesichert.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA agiert auf unterschiedlichen Märkten und versucht, mögliche Änderungen des Konsumverhaltens rechtzeitig zu erfassen. Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und finden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifikationen der Unternehmensstrategie. Schwankungen der Absatzpreise, die sich im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet AGRANA durch die fortlaufende Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft.

Das anhaltende Wachstum und die Erfordernisse der neuen Märkte in den CEE-Ländern, Russland, Asien und Südamerika bedürfen stetiger Marktbeobachtung. Nur durch eine genaue und vor allem kontinuierliche Marktanalyse bzw. Bearbeitung können bestehende sowie zukünftige Wachstumsmärkte rechtzeitig erkannt und für das weitere Wachstum der AGRANA-Gruppe genutzt werden.

Der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der globalen Rezession wurde im Geschäftsjahr 2008|09 damit Rechnung getragen, dass in der Planung sehr vorsichtige Annahmen für die mittelfristigen Marktentwicklungen getroffen wurden. Die aktuelle Situation wird permanent sorgfältig beobachtet und analysiert.

Produktqualität

Höchste Produktqualität im Interesse der Kunden und Konsumenten gehört zu den Ansprüchen von AGRANA an sich selbst. Die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards ist für AGRANA daher eine Selbstverständlichkeit. Risiken durch Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoffe oder von Verarbeitungsfehlern, tritt AGRANA durch strengste interne, zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme entgegen, deren Einhaltung konzernweit regelmäßig kontrolliert wird. Durch die bestehenden Produkthaftpflichtversicherungen besteht eine ausreichende Deckung für diese Schäden.

Weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie durch den Einsatz von Informationstechnologie entstehen, kommen im Vergleich dazu geringe Bedeutung zu. AGRANA begegnet diesen Risiken durch ständige Überwachung, klare Dokumentation sowie kontinuierliche Verbesserung der Prozessabläufe.

Rechtliche Risiken

Klageverfahren gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns haben könnten, bestehen nicht.

AGRANA ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht, ausgesetzt, weshalb derartige Risiken bereits in der Frühphase erfasst, ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe evaluiert und daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Zur Absicherung dieser Risiken aus der operativen Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit werden in begrenztem Umfang derivative Instrumente eingesetzt. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

• Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zinsänderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.

  • Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Eurofinanzierungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro.
  • Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Welt- sowie dem Energiemarkt und den relevanten Rohstoffmärkten. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien unterliegen durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar einem zusätzlichen Währungsrisiko.
  • Liquiditätsrisiken infolge von Schwankungen im Cashflow werden durch die Liquiditätsplanung erkannt, die einen integrierten Bestandteil der Unternehmensplanung und des Berichtssystems bildet, was wiederum eine rechtzeitige Einleitung von Gegensteuerungsmaßnahmen ermöglicht. Ausreichende, von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien sichern die Liquidität der AGRANA-Gruppe.
  • Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die laufende Überprüfung der Bonität und des Zahlungsverhaltens der Kunden sowie durch die Vorgabe strikter Obergrenzen für offene Forderungen minimiert. Teilweise bestehen Warenkreditversicherungen gegen Forderungsausfälle. Besonderes Augenmerk wird auf die ausgezeichnete Bonität von Geschäftspartnern und Kreditinstituten gelegt. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemessener Höhe abgedeckt.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. Bei Vertragsabschluss in Ländern mit volatilen Währungen wird verstärkt auf eine Verkürzung von Zahlungsfristen, auf Indexierung von Fremdwährungen zum Euro oder USD zum Zahlungszeitpunkt, höhere Vorauszahlungen und analoge Sicherungsmechanismen geachtet. Eine detaillierte Darstellung dieser finanziellen Risiken erfolgt ab Seite X im Konzernanhang.

Gesamtrisiko

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Marktsituation bei Zucker hat sich infolge der Quotenrückgabe und einer entsprechenden Angebotsreduktion verbessert, andererseits waren die Weltmarktpreise bei agrarischen Rohstoffen von dramatischen Volatilitäten geprägt. Die überdurchschnittliche Volatilität der Währungen vor allem in Osteuropa hat sich im Geschäftsjahr 2008|09 negativ auf das Finanzergebnis niedergeschlagen.

Chancen der weiteren Unternehmensentwicklung

Durch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie bietet sich AGRANA eine Vielzahl von Chancen.

Die Neuregelung der Zuckermarktordnung bringt – neben den oben beschriebenen Risiken – auch Chancen zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsposition im Segment Zucker. Die durch die Preissenkungen verursachten strukturellen Veränderungen der europäischen Zuckerwirtschaft haben bereits zum Ausscheiden von Mitbewerbern geführt. AGRANA verfügt über eine gute Wettbewerbsposition und strebt den weiteren Ausbau ihrer Marktposition an.

Besondere Bedeutung kommt auch der Möglichkeit zu, Bioethanol als Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, wodurch einerseits die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und andererseits die Emission von Kohlendioxid reduziert werden kann. Die EU hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls, des Aktionsplans Biomasse und der EU-Strategie für Biokraftstoffe zu einer Nutzung regenerativer Energiequellen verpflichtet. Die österreichische Bundesregierung hat eine Verpflichtung zur Substitution fossiler durch biogene Kraftstoffe beschlossen. Durch den Ausbau der ungarischen Alkoholkapazität und den Werksneubau in Österreich hat AGRANA die Grundlage geschaffen, um auch künftig eine signifikante Rolle als Anbieter auf dem Markt für biogene Treibstoffe einzunehmen.

Im Segment Stärke hat AGRANA bereits eine wichtige Marktstellung als anerkannter Produzent von Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Bauindustrie eingenommen. Diese Nischenstrategie erlaubt eine Differenzierung vom Wettbewerb und eröffnet – unter Nutzung der konzerninternen Forschungsinfrastruktur – weiteres Wachstumspotenzial. Ein weiterer Fokus liegt auf Biostärken und GVO2 -freien Stärken für die Lebensmittelindustrie.

Im Segment Frucht ist die AGRANA-Gruppe schon heute Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie. Zusätzlich ist AGRANA der größte Anbieter von Apfelsaftkonzentraten auf dem europäischen Markt. Durch Innovationen und Entwicklung werden neue Marktpotenziale erschlossen und die Kundenstruktur erweitert. Durch Investitionen in kundennahe Produktionsstandorte wird AGRANA auch zukünftig die Wettbewerbsposition stärken.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG für das angelaufene Geschäftsjahr 2009|10 keine bestandsgefährdenden Risiken.

2 Gentechnisch veränderte Organismen.

PROGNOSEBERICHT

Dem gesamten wirtschaftlichen Umfeld kann sich auch AGRANA nicht komplett entziehen. Die Absatzmärkte in der Lebensmittelindustrie sind zwar nicht mit den Zyklusschwankungen in anderen Industrien vergleichbar, jedoch werden die konjunkturellen Entwicklungen auch in der Lebensmittelbranche Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben.

Auf Basis unserer Einschätzungen für die Entwicklungen auf den Absatzmärkten geht AGRANA davon aus, im Geschäftsjahr 2009|10 einen Konzernumsatz auf etwa der Höhe des Vorjahres zu erreichen. Dabei stehen rückläufige Umsätze im Segment Zucker den leicht steigenden Umsätzen im Fruchtsegment gegenüber. Niedrigere Rohstoff- und Energiepreise sowie interne Kosteneinsparungen sollten dem aktuellen Preisdruck erfolgreich entgegenwirken. Aus heutiger Sicht erwartet AGRANA somit eine deutliche Erholung des operativen Ergebnisses für das Geschäftsjahr 2009|10.

In diesem Zusammenhang wurde in den vergangenen Monaten ein Optimierungsprogramm zur Nutzung von konzernübergreifenden Synergien initiiert. Ziel ist es, die internen Prozessabläufe innerhalb der AGRANA-Gruppe zu analysieren und Einsparungsmöglichkeiten zu identifizieren. So sollen übergreifende Synergien auch in den dezentralen Organisationseinheiten bestmöglich genutzt werden.

Im Rahmen der Zuckermarktordnung werden für die zurückgegebenen Quoten Restrukturierungserlöse zur Gänze vorzeitig im Juni 2009 ausbezahlt, was einen positiven Effekt auf die Nettofinanzverschuldung haben wird. Diese soll im Geschäftsjahr 2009|10 deutlich reduziert werden. Der Refinanzierungsbedarf von AGRANA für das Geschäftsjahr 2009|10 ist durch entsprechende Kreditlinien abgesichert.

Der AGRANA-Vorstand erwartet, dass die Volatilitäten der Währungen mittelfristig abnehmen, die Wechselkurse in die normalen Bandbreiten zurückkehren und die nun abgewerteten Finanzpositionen zum Teil wieder aufgewertet werden können.

INVESTITIONEN

Die geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2009|10 wird AGRANA auf rund 50 m beschränken. Neben Ersatzinvestitionen in Österreich liegt der Schwerpunkt der geplanten Ausgaben im Segment Zucker in Höhe von insgesamt rund 11 m in der Errichtung einer biologischen Abwasserreinigung in Roman|Rumänien sowie einer neuen Verpackungsanlage für 1kg Packungen in Buzau|Rumänien. Weitere Maßnahmen sollen im Umwelt- und Energiebereich umgesetzt werden. Das Investitionsprogramm im Segment Stärke wird mit geplanten 12 m im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgenommen und auf notwendige Ersatzinvestitionen beschränkt. Das Investitionsbudget im Segment Frucht beträgt rund 27 m für das Geschäftsjahr 2009|10. Neben produktivitätssteigernden Maßnahmen in Valence|Frankreich soll in eine neue Produktionslinie für neue Produktbereiche in Centerville|USA investiert werden. Damit wird dem Ziel der weiteren Diversifikation der Kundenstruktur Rechnung getragen. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate beschränkt sich AGRANA auf notwendige Ersatzinvestitionen, die zur Aufrechterhaltung der Produktion sowie zur Erfüllung der gesetzlichen Auflagen notwendig sind.

SEGMENT ZUCKER

AGRANA baute in den letzten Jahren ihre Marktstellung insbesondere in den osteuropäischen Ländern aus. Diese Region wurde durch die Zuckermarktordnungsreform zu einem Defizitmarkt (Nachfrage übersteigt lokale Produktion). Zudem entfällt mit Ende September 2009 die Import-Quotenregelung für Rohzucker in Rumänien und Bulgarien. Zurzeit scheint eine ausreichende Rohzuckerversorgung dieser beiden Länder unsicher. Die Zuckerpreissenkung und die geringere Produktion werden auf das Marktumfeld großen Einfluss haben. Für das Geschäftsjahr 2009|10 wird daher mit etwas rückläufigen Umsätzen aufgrund von Preisreduktionen infolge der Zuckermarktordnungsreform gerechnet. Der Wegfall der Restrukturierungsabgabe sowie die Normalisierung der Energiepreise sollten sich jedoch positiv auf das Ergebnis im Zuckersegment auswirken.

Für die nach Rückgabe von rund 117.000 Tonnen AGRANA zugerechnete Zuckerquote von 618.500 Tonnen Zucker für das ZWJ 2009|10 wird für den Anbau 2009 eine Gesamtfläche von rund 85.500 Hektar Zuckerrüben geplant.

SEGMENT STÄRKE

Für das Geschäftsjahr 2009|10 erwartet AGRANA im Segment Stärke eine Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau. Dabei liegen die Verkaufspreise deutlich unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2008|09. Der Umsatzrückgang wird zwar teilweise durch die Vollauslastung der Bioethanolkapazitäten und höhere zur Verfügung stehende Isoglukosemengen kompensiert, allerdings ist die Nachfrage nach technischen Stärkeprodukten konjunkturbedingt geringer. Das Ausmaß dieser Wirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2009|10 ist aus heutiger Sicht nicht verlässlich vorhersehbar.

Für das Anbaujahr 2009 wird bei Stärkekartoffeln eine Menge von rund 200.000 Tonnen Stärkeund Bio-Stärkeindustriekartoffeln unter Vertrag genommen. Im Bereich Stärkemais für Aschach sowie Weizen, Mais und Triticale für Pischelsdorf ist der Großteil der benötigten Rohstoffmenge bis zur neuen Ernte 2009 bereits vertraglich fixiert.

Hungrana wird im Jahr 2009 rund 970.000 Tonnen Mais verarbeiten. Der Rohstoffeinkauf für Mais bis zur neuen Ernte 2009 ist zum Großteil abgeschlossen.

SEGMENT FRUCHT

Der Markt für Fruchtzubereitungen wird weiterhin vom Konsumverhalten bei Fruchtjoghurts geprägt sein. AGRANA rechnet mit Zuwächsen bei Handelsmarken zu Lasten der Markenartikel. Innovationen und Produkteinführungen werden neben Kostenoptimierungen forciert. Aufgrund der globalen Präsenz wird für AGRANA eine leicht rückläufige Mengenentwicklung erwartet, wobei die hohe Qualitätsorientierung und Lebensmittelsicherheit, verbunden mit kundennahen und innovativen Produktentwicklungen, die Position unterstützen soll.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate rechnet AGRANA mit steigendem Absatz im Geschäftsjahr 2009|10. Regionale Marktvolumensreduktionen (insbesondere in Russland und in der Ukraine) sollten durch zusätzliche Verkäufe in anderen Regionen kompensiert werden können. Für die Produktionsmengen aus der Kampagne 2008 sind großteils Verkaufskontrakte geschlossen. Aufgrund der globalen Überschusssituation und der niedrigen Apfelkosten für die Ernte 2008 werden die Marktpreise weiterhin auf tiefem Niveau erwartet.

Wien, am 30. April 2009

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart Mag. Walter Grausam

Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer Dkfm. Thomas Kölbl

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