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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report Jun 11, 2008

733_10-k_2008-06-11_45f563b9-c8ca-43f4-a89b-e9290adf12cb.pdf

Annual Report

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JAHRESFINANZBERICHT

ADDING VALUE TO NATURE'S GIFTS. 2007|08

KONZERNLAGEBERICHT 2007|08

  • Finanz- und Ertragslage
  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz und Ergebnis
  • Investitionen
  • Bilanz
  • Cashflow
  • Geschäftsentwicklung im Segment Zucker
  • Geschäftsentwicklung im Segment Stärke
  • Geschäftsentwicklung im Segment Frucht
  • Nachtragsbericht
  • Segment Zucker
  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Zucker Österreich
  • Zucker Ungarn
  • Zucker Tschechien
  • Zucker Slowakei
  • Zucker Rumänien
  • Zucker Bosnien-Herzegowina
  • Zucker Bulgarien

Segment Stärke

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Stärke Österreich
  • Stärke Ungarn
  • Stärke Rumänien
  • Bioethanol

Segment Frucht

  • Wirtschaftliches Umfeld
  • Investitionen
  • AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)
  • AGRANA Juice (Fruchtsaftkonzentrate)
  • Umwelt und Nachhaltigkeit
  • Forschung und Entwicklung
  • Personal- und Sozialbericht
  • Risikomanagement
  • Ausblick 2008|09

FINANZ- UND ERTRAGSLAGE IM GESCHÄFTSJAHR 2007|08

GESCHÄFTSENTWICKLUNG 2007 08 2006 071 Veränderung
in t€ in t€ in %
Umsatzerlöse 1.892.275 1.915.819 –1,2
EBITDA 184.532 187.493 –1,6
Operatives Ergebnis 111.411 106.988 +4,1
Ergebnis aus Sondereinflüssen –9.901 –1.207 +820,3
Ergebnis der Betriebstätigkeit 101.510 105.781 –4,0
ROCE 8,2 % 8,6 % –15,1
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 207.734 157.357 +32,0
Investitionen in Finanzanlagen 3.443 5.555 –38,0
Mitarbeiter 8.140 8.223 –1,0

1 Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2007|08 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Konzernabschluss deckt das AGRANA-Geschäftsjahr (März 2007 bis Februar 2008) ab und vergleicht es mit dem Vorjahr.

ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Seit dem Beginn des Geschäftsjahres 2007|08 wurde die Vertriebsgesellschaft AGRANA Bulgaria AD, Sofia|Bulgarien, erstmals vollkonsolidiert und die STUDEN-AGRANA Rafinerija secera d.o.o., Brcko|Bosnien-Herzegowina, erstmals quotenkonsolidiert. Bei der STUDEN-AGRANA Rafinerija secera d.o.o. handelt es sich um ein Joint Venture zur Errichtung und zum Betrieb einer Rohzuckerraffination in Bosnien-Herzegowina. Die Gesellschaften des Segments Frucht wurden im Geschäftsjahr 2006|07 aufgrund der Umstellung ihres Geschäftsjahres auf das Geschäftsjahr der AGRANA Beteiligungs-AG mit insgesamt 14 Monaten in den Konzernabschluss einbezogen. Die Berücksichtigung der beiden zusätzlichen Monate erfolgte im vierten Quartal 2006|07.

UMSATZ UND ERGEBNIS

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2007|08 lag mit 1.892,3 m€ erwartungsgemäß leicht unter dem des Vorjahreswertes mit 1.915,8 m€. Ausschlaggebend dafür war die Anpassung des Geschäftsjahres des Segments Frucht im Vorjahr an das AGRANA-Geschäftsjahr mit der Einbeziehung von zwei zusätzlichen Monaten. Auf Basis eines 12-Monats-Vergleiches konnte der Konzernumsatz um 6,2 % gesteigert werden.

Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wie der EU-Zuckerquotenreduktion und erheblich gestiegener Rohstoffkosten konnte das Operative Ergebnis um 4,1 % von 107,0 m€ auf 111,4 m€ gesteigert werden.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2007|08 101,5 (Vorjahr 105,8) m€. Darin ist ein kumuliertes Sonderergebnis des Geschäftsjahres 2007|08 von –9,9 (Vorjahr –1,2) m€ enthalten. Dieses setzt sich aus Anlaufkosten für das Bioethanolwerk in Pischelsdorf von 6,8 (Vorjahr 1,2) m€, dem aus der Restrukturierung des Zuckerbereiches resultierenden positiven Sondereffekt in Höhe von 1,4 m€ sowie Restrukturierungsaufwendungen unter anderem für die Werksschließung in Kaplice|Tschechien im Segment Frucht in Höhe von 4,6 m€ zusammen.

Im Finanzergebnis von –28,4 (Vorjahr –12,3) m€ widerspiegeln sich deutlich höhere Finanzaufwendungen infolge der Finanzierung des Working Capitals und der intensiven Investitionstätigkeit in das Wachstum des Konzerns. Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug somit 73,1 (Vorjahr 93,5) m€, der Konzernjahresüberschuss vor Minderheiten 63,8 (Vorjahr 71,1) m€. Der den AGRANA-Aktionären zurechenbare Konzernjahresüberschuss erreichte 64,3 m€ nach 68,9 m€ im Vorjahr, das Ergebnis je Aktie 4,53 (Vorjahr 4,85) €.

INVESTITIONEN

Die Gesamtinvestitionen im Geschäftsjahr 2007|08 beliefen sich auf 207,7 (Vorjahr 157,4) m€ und untermauern mit einer Steigerung um 50,4 m€ (+32 %) den AGRANA-Wachstumskurs.

Die Sachanlageninvestitionen im Segment Zucker in Höhe von 41,9 (Vorjahr 30,3) m€ betrafen neben Anlagenoptimierungen sowie Effizienzsteigerungen beim Energieeinsatz vor allem den Bau der Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien-Herzegowina.

Im Segment Stärke wurden die bereits im Vorjahr verdoppelten Investitionen in Sachanlagen nochmals von 79,2 m€ auf 122,9 m€ erheblich gesteigert. Sie betrafen mit einem Anteil von 73,2 (Vorjahr 45,0) m€ vor allem den Bau der Bioethanolanlage Pischelsdorf (Niederösterreich). Weitere Investitionsschwerpunkte waren vor allem Kapazitätserweiterungen an den anderen Standorten.

Im Geschäftsjahr 2007|08 beliefen sich die Investitionen im Segment Frucht auf insgesamt 42,9 (Vorjahr 47,8) m€. Investitionsschwerpunkte waren die Fertigstellung des neuen Fruchtzubereitungswerkes in Brasilien sowie Anlagenoptimierungen.

BILANZ

Die Bilanzsumme zum 29. Februar 2008 betrug 2.203,9 (Vorjahr 1.931,7) m€. Als Folge der Investitionstätigkeit erhöhte sich das Sachanlagevermögen um 108,3 m€ auf 653,3 m€ nach 545,0 m€ im Vorjahr. Aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung stiegen die Vorräte um 33,4 % von 510,0 m€ auf 680,3 m€.

Das Eigenkapital stieg um 3 % von 895,5 m€ auf 922,1 m€, was einer Eigenkapitalquote von 41,8 % entspricht. Einem deutlichen Rückgang der langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 24,4 m€ von 331,7 m€ auf 307,3 m€ standen die Ausweitung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 194,4 m€ auf 370,1 m€ gegenüber. Ursache dafür war die Finanzierung des Working Capitals infolge von Lageraufbau sowie der gestiegenen Rohstoffkosten.

CASHFLOW

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2007|08 –4,2 (Vorjahr 136,9) m€ und setzt sich aus einem Cashflow aus dem Ergebnis von 140,8 (Vorjahr 150,5) m€, einer Veränderung des Working Capitals von –144,8 (Vorjahr –11,7) m€ und Gewinnen aus Anlagenabgängen von 0,3 (Vorjahr 1,9) m€ zusammen. Die negative Entwicklung des Working Capitals ist vorrangig auf den Vorratsaufbau infolge der gestiegenen Rohstoffkosten zurückzuführen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich um 2,4 m€ auf –169,5 m€. Dies resultierte vor allem aus den gestiegenen Investitionen in Sachanlagen, einem geringeren Erwerb von Finanzanlagen sowie den Erlösen aus dem Verkauf von Wertpapieren. Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Cashflow von 127,4 m€ im Vergleich zu 83,2 m€ im Geschäftsjahr 2006|07. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Kreditaufnahme für die Finanzierung des Working Capitals zurückzuführen.

Am Ende des Geschäftsjahres 2007|08 standen die Finanzmittel bei 86,8 (Vorjahr 132,2) m€.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM SEGMENT ZUCKER

2007 08 2006 07
in t€ in t€
Umsatzerlöse 772.028 804.574
Umsätze zwischen den Segmenten –20.332 –19.908
Außenumsatz 751.696 784.666
Operatives Ergebnis 32.578 32.915
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinflüssen) 34.017 32.915
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 41.948 30.337
Investitionen in Finanzanlagen 3.310 2.784
Mitarbeiter 2.597 2.723

Im Segment Zucker musste im Geschäftsjahr 2007|08 ein Umsatzrückgang um rund 4 % von 804,6 m€ auf 772,0 m€ verzeichnet werden. Einem Wachstum in Bulgarien und Bosnien standen aufgrund der EU-Quotenreduktion stagnierende oder rückläufige Absatzmengen in den angestammten Märkten gegenüber. Die Preise mussten mit der Ernte 2007 den Marktgegebenheiten angepasst werden. Der Absatz

von "Out of Quota"-Zucker (über die Quote hinaus produzierter Zucker) an die chemische Industrie konnte die früheren Exportmengen an C-Zucker nicht vollständig kompensieren. Der Umsatzanteil von Zucker am Konzernumsatz beträgt nunmehr rund 39,7 %.

Dennoch konnte das Operative Segmentergebnis durch Rationalisierungen im Personalbereich, weitere Reduktion der Fixkosten infolge der gesetzten Strukturmaßnahmen sowie höhere sonstige Erträge mit 32,6 m€ auf Vorjahresniveau gehalten werden. Unter Berücksichtigung der Restrukturierung in Ungarn und der damit verbundenen Schließung des Standorts Petöháza wird insgesamt ein positives Restrukturierungsergebnis in Höhe von 1,4 m€ ausgewiesen.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM SEGMENT STÄRKE

2007 08
in t€
2006 07
in t€
Umsatzerlöse 339.988 253.429
Umsätze zwischen den Segmenten –51.885 –36.891
Außenumsatz 288.103 216.538
Operatives Ergebnis 35.333 28.511
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinflüssen) 28.570 27.304
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 122.861 79.232
Investitionen in Finanzanlagen 0 142
Mitarbeiter 847 776

Mit einer zweistelligen Umsatz- und Ergebnissteigerung trug das Segment Stärke deutlich zum Erfolg der AGRANA im Geschäftsjahr 2007|08 bei. Die Umsatzsteigerung auf 340,0 (Vorjahr 253,4) m€ war in höheren Absatzmengen und Preisen begründet. Trotz gestiegener Rohstoffkosten konnte das Operative Ergebnis auf 35,3 (Vorjahr 28,5) m€ verbessert werden. Die nicht aktivierbaren Aufwendungen für das Bioethanolwerk in Pischelsdorf belasteten das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2007|08 mit 6,8 m€.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM SEGMENT FRUCHT

2007 08
in t€
2006 071
in t€
Umsatzerlöse 852.520 914.619
Umsätze zwischen den Segmenten –44 –4
Außenumsatz 852.476 914.615
Operatives Ergebnis 43.500 45.562
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinflüssen) 38.923 45.562
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 42.925 47.788
Investitionen in Finanzanlagen 133 2.629
Mitarbeiter 4.696 4.724

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht trugen mit 852,5 m€ nach 914,6 m€ im Vorjahr (mit 14 Umsatzmonaten) zum Gesamtumsatz der AGRANA bei. Mit einem Anteil von 45,1 % ist Frucht das umsatzstärkste Segment der AGRANA. Bereinigt um die zwei Monate der Geschäftsjahresanpassung im Vorjahr wurde ein organisches Wachstum von 9 % erreicht. Gegen Ende des Geschäftsjahres konnten großteils Preisanpassungen erzielt werden, um die Rohstoffkostensteigerungen auszugleichen. Das Operative Ergebnis liegt mit 43,5 m€ aufgrund des Wegfalls von zwei Monaten wegen der vorjährigen Anpassung des Geschäftsjahres unter dem Vorjahresniveau (45,6 m€). Die Operative Ergebnismarge erreichte 5,1 %. Restrukturierungsmaßnahmen von rund 4,6 m€ wurden unter anderem für die geplante Schließung des Fruchtzubereitungswerkes in Kaplice|Tschechien berücksichtigt.

NACHTRAGSBERICHT (WICHTIGE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG)

Die Möglichkeit, bis Ende März 2008 zu gleichen Konditionen freiwillig Quoten an den Restrukturierungsfonds zurückgeben zu können, hat AGRANA in der Slowakei genutzt. Die ursprüngliche slowakische Länderquote wurde um 50 %

verringert und damit den slowakischen Bauern der Bezug von EU-Rübenzuzahlungen ermöglicht. Diese Maßnahme dient der Sicherstellung der Rohstoffversorgung und der wirtschaftlichen Weiterführung unserer slowakischen Zuckerproduktion in Sered.

Im Zuge der ungarischen Standortoptimierung wurde auch der Transfer der Produktionsstätte der INSTANTINA Hungaria Kft., die auf dem Gelände der Zuckerfabrik in Petöháza| Ungarn angesiedelt ist, nach Dürnkrut|Österreich beschlossen. Für die 50 Mitarbeiter wurde ein Sozialplan ausverhandelt. Am Standort Dürnkrut|Österreich werden 16 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

AGRANA unterzeichnete eine Vereinbarung mit Yantai North Andre Juice Company Ltd. zum Erwerb von 50 % an einem weiteren chinesischen Apfelsaftkonzentratwerk in Yongji. Gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner wird in der Provinz Shanxi mit einer Kapazität von bis zu 20.000 Tonnen "süßes" Apfelsaftkonzentrat produziert. Chinesisches Apfelsaftkonzentrat wird qualitativ als "süß" bezeichnet, da ihm die für europäisches Konzentrat typische Säure fehlt.

Die Transaktion wurde vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden abgeschlossen. Bereits im Juli 2007 ging die Produktionsanlage in Yongji mit einer Verarbeitungskapazität von 140.000 Tonnen Äpfeln pro Jahr in Betrieb. AGRANA und ihr Joint Venture-Partner planen die Produktionskapazität bis 2009 zu verdoppeln. Durch dieses zweite Joint Venture setzt AGRANA einen weiteren Schritt in das weltweit größte Apfelanbaugebiet und kann ihre Marktposition weiter ausbauen.

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

AGRANA SUGAR INSIDE:

Wer Bestleistungen erzielen möchte, braucht beste Unterstützung – zum Beispiel durch Zucker von AGRANA. Zucker ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil unserer Nahrung und ein schneller Energielieferant. Als führender Zuckerproduzent in Zentral- und Osteuropa setzt AGRANA seit zwei Jahrzehnten Maßstäbe. Eine klare Markenpolitik, gepaart mit einem effizienten Vertriebsnetz und modernster, ressourcenschonender Produktionstechnologie sichert AGRANA auch in Zukunft die Poleposition in dieser Region.

SEGMENT ZUCKER

SEGMENT-KENNZAHLEN 2007 08 2006 07 Veränderung
in m€ in m€ in %
Umsatzerlöse 772,0 804,6 –4,1
Operatives Ergebnis 32,6 32,9 –0,9
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 41,9 30,3 +38,3
Mitarbeiter 2.597 2.723 –4,6

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Die AGRANA Zucker GmbH ist operativ im österreichischen Zuckergeschäft tätig und fungiert als Holding im Segment Zucker für die Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina.

Neben dem klassischen Zuckergeschäft umfasst das Segment Zucker das Geschäft der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. in Österreich inklusive deren ungarischer Tochtergesellschaft. Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. ressortiert ebenfalls zum Segment Zucker.

Der Vertrieb von Zucker und Lebensmittelstärkeprodukten wurde bis zum Ende des Geschäftsjahres 2007|08 über die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. (AMV), eine Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, abgewickelt. Der Vertrieb der Gastronomieprodukte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Ges.m.b.H. erfolgte ebenfalls durch die AMV. Das umfangreiche Futtermittelsortiment (Nebenprodukte aus der Zucker- und Stärkegewinnung inklusive Handelsaktivitäten mit Futtermitteln) wurde im Geschäftsjahr 2007|08 ebenfalls über die AMV abgesetzt. Ab dem Geschäftsjahr 2008|09 ist der Zuckervertrieb in die AGRANA Zucker GmbH integriert und der Futtermittelverkauf aus der Stärkeproduktion dem Segment Stärke zugeordnet.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Zuckerweltmarkt

Die Schätzungen des unabhängigen Marktbeobachters F.O. Licht für die weltweite Zuckerproduktion beziffern sich auf rund 169 (Vorjahr rund 167) Mio Tonnen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 (Oktober 2007 bis September 2008). Während die europäische Rübenzuckerproduktion gedrosselt wird, ist für die Rohrzuckerproduktion ein Anstieg um 2,6 % auf rund 134 Mio Tonnen prognostiziert. Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 rechnen die Experten allerdings mit einem Abbau der weltweiten Zuckerbestände aufgrund der niedrigen Vorjahrespreise, des steigenden Bedarfs Brasiliens für die Ethanolproduktion sowie der Reduktion der indischen Zuckerrohrproduktion.

13,4

MITARBEITER

05|06

Die Rohzuckernotierung in New York erreichte im Mai und Juni 2007 mit Notierungen unter 200 USD pro Tonne den Jahrestiefstpunkt. Nach einem Zwischenhoch von 331 USD pro Tonne Anfang März 2008 lag die Notierung zum 14. März 2008 mit 299 USD pro Tonne um 30 % über dem Vorjahr (230 USD pro Tonne). Parallel dazu hat der Weltmarktpreis für Weißzucker (Notierung London) Anfang März 2008 mit 397 USD pro Tonne den zwischenzeitlichen Höchststand erreicht. Im Jahresvergleich zum 14. März 2008 stieg Weißzucker von 347 USD pro Tonne um rund 4 % auf 360 USD pro Tonne.

Zuckermarktordnung

Im Rahmen der EU-Zuckermarktordnungsreform ist eine Reduzierung der früheren EU-Quotenzuckerproduktion von rund 18 Mio Tonnen um rund 6 Mio Tonnen erforderlich. Seit Umsetzung der Reform wurden in den ersten beiden Zuckerwirtschaftsjahren 2006|07 und 2007|08 jedoch erst 2,2 Mio Tonnen Quoten auf freiwilliger Basis an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben, sodass sich der Restrukturierungsprozess aufgrund der fehlenden 3,8 Mio Tonnen verzögerte.

Um dem sich aus dem verzögerten Restrukturierungsprozess resultierenden Zuckerquotenüberhang im Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 entgegenzuwirken, hat die EU-Kommission im Februar 2007 eine präventive Marktrücknahme von bis zu 13,5 % der Quote verordnet. In Ländern, in denen bereits Quoten an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben wurden, fiel dieser Anteil geringer aus. Für die AGRANA-Gruppe lag die Kürzung bei durchschnittlich 10,5 %.

Daher verabschiedete der Agrarministerrat auf Vorschlag der EU-Kommission am 26. September 2007 Änderungen, die den Restrukturierungsprozess im Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 beschleunigen sollen. Durch diese Änderungen wurde der Anreiz für Rübenanbauer und Zuckerfabriken deutlich erhöht, Quoten im Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 in den Restrukturierungsfonds zu geben.

Die wesentlichen Änderungen der beschlossenen Verordnung sind:

  • ❚ Erhalt eines nun auf 90 % fixierten Anteils der Umstrukturierungsbeihilfe (625 € pro Tonne) für Zuckerunternehmen, das sind 562,5 € pro Tonne zurückgegebener Quote, wenn die Quotenrückgaben mit einem entsprechenden Kapazitätsabbau verbunden sind. Ansonsten reduziert sich dieser Anteil auf 35 % unter Abzug eines fixen 10 %-Anteils für die Landwirte, der bisher variabel gestaltet war.
  • ❚ Befreiung von der Umstrukturierungsabgabe auf die präventive Quotenrücknahmemenge in Höhe von 173,8 € pro Tonne für Zuckerunternehmen, falls die Quotenrückgabe mindestens die Höhe der präventiven Marktrücknahme des Zuckerwirtschaftsjahres 2007|08 erreicht.

  • ❚ Erhalt einer einmaligen, zusätzlichen Beihilfe ("Top-Up-Prämie") für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 in Höhe von 237,5 € pro Tonne für die Landwirte. Zusammen mit dem fixen 10 %-Anteil aus der Umstrukturierungsbeihilfe entspricht dies insgesamt maximal 300 € pro Tonne zurückgegebener Quote.

  • ❚ Initiativrecht der Bauern für den Verkauf von bis zu 10 % der Unternehmensquote an den Restrukturierungsfonds. Diese individuellen Quotenrückgaben werden allerdings nichtig, wenn sie von den Zuckerunternehmen mengenmäßig übertroffen werden.
  • ❚ Teilweise Anrechnung der Quotenrückgaben auf eine mögliche, von der EU verfügte entschädigungslose Quotenkürzung ("Final Cut") im Zuckerwirtschaftsjahr 2010|11, die notwendig wird, falls das Ziel von 6 Mio Tonnen durch freiwillige Rückgaben nicht erreicht wird.
  • ❚ Anwendung eines zweistufigen Verfahrens für die Umsetzung der Quotenrückgaben für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09: Zuckerunternehmen, die bis zum 31. Jänner 2008 Quoten mindestens in Höhe der präventiven Marktrücknahme des Zuckerwirtschaftsjahres 2007|08 zurückgegeben haben, erhielten zusätzlich die Möglichkeit, bis zum 31. März 2008 auf Grundlage der dann vorliegenden Information über die Gesamtrückgaben in der EU weitere Quoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 zurückgeben zu können. Im Gegensatz zur ersten Runde gibt es hierbei jedoch keine Befreiung von der Restrukturierungsabgabe für diesen Quotenanteil.

In Hinblick auf die geänderten Rahmenbedingungen kam es bis zum 31. Jänner 2008 zu einer Quotenrückgabe von 2,6 Mio Tonnen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09. Seitens der EU wurde für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 keine präventive Marktrücknahme im Frühjahr 2008 vorge-

Österreich Ungarn Tschechien Slowakei Rumänien1 Gesamt Vorjahr
Anzahl Rübenbauern 8.571 182 149 101 96 9.099 9.517
Erntefläche (ha) 42.363 17.619 13.281 7.719 6.815 87.797 88.085
Kampagnedauer (Tage) 103 70 83 117 61 93 89
Tagesverarbeitung (t) 24.451 12.452 8.315 3.204 2.654 51.076 54.724
Gesamtrüben
verarbeitung (t)2 2.518.412 870.524 690.181 374.862 161.920 4.615.899 4,741.089
Rübenertrag (t/ha) 62,90 44,40 51,90 41,80 24,00 52,653 53,693
Zuckergehalt 16,57 % 15,39 % 16,36 % 15,00 % 15,20 % 16,14 %3 17,42 %3
Rübenzucker
produktion (t)4 383.324 149.063 100.889 56.837 20.968 711.080 749.490
AGRANA-Quote (t)
im ZWJ 2007 085 351.027 142.689 87.123 56.837 20.968 658.644 621.566
im ZWJ 2008 09 351.027 105.420 93.973 43.842 24.240 618.502 658.644

KAMPAGNEERGEBNISSE DER AGRANA-GRUPPE 2007

1 Rübenzuckerkampagne.

2 Inklusive grenzüberschreitender Rohstoffswaps.

3 Gewichtete Durchschnittswerte.

4 Inklusive Übertrag aus ZWJ 2006|07 und grenzüberschreitender Rohstoffswaps.

5 Nach präventiver Marktrücknahme im Februar 2007.

sehen. Im Rahmen der zweiten Welle bis Ende März 2008 wurden weitere rund 0,8 Mio Tonnen Zuckerquoten zurückgegeben. AGRANA hat sich im Rahmen dieser beiden Wellen mit einer Rückgabe von rund 117.000 Tonnen Zuckerquoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 beteiligt. Um dem Reformziel nachzukommen, sind somit noch Quotenrückgaben im Ausmaß von zirka 0,4 Mio Tonnen notwendig. Falls das Rückgabeziel von 6 Mio Tonnen am Ende der Reform nicht erreicht ist (eine Rückgabe mit 520 € pro Tonne Umstrukturierungsbeihilfe ist auch noch per 31. Jänner 2009 möglich), erfolgt im Februar 2010 eine zwangsweise, entschädigungslose Quotenkürzung über alle Mitgliedsstaaten. Sollten keine weiteren Quoten mehr zurückgegeben werden, würde für den AGRANA-Konzern dieser Final Cut nach heutigem Stand rund 2,8 % der Quote betragen.

Außenhandel Zucker

Mit Auslaufen des Cotonou-Abkommens Ende 2007, das die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP) regelte, wurde mit bestimmten AKP-Staaten eine Übergangsregelung zum künftigen zoll- und quotenfreien Marktzugang ab dem 1. Jänner 2008 vereinbart. Diese Übergangsregelung wurde notwendig, da die Verhandlungen zum "Wirtschaftlichen Partnerschaftsabkommen" (EPA), das dem Cotonou-Abkommen nachfolgen soll, noch nicht abgeschlossen sind. Für Zucker und Reis ist eine Übergangsperiode vorgesehen.

Die WTO-Verhandlungen wurden im Juni 2007 zunächst ohne Ergebnis abgebrochen. Für April 2008 war ein Ministertreffen in Genf geplant, dessen Verhandlungsergebnis entscheidend sein wird, um weiterhin einen ausreichenden EU-Außenschutz für Zucker sicherzustellen. Zuletzt hatte der WTO-Agrarausschussvorsitzende Falconer eine Zollkürzung für gut geschützte Produkte zwischen 66 % und 73 % vorgeschlagen, wobei 4 % bis 6 % der Erzeugnisse als "sensible Produkte" eingestuft und somit einem geringeren Zollabbau, allerdings mit weiteren zollfreien Importquoten, unterworfen sein könnten.

Branchenvereinbarung

Unter Berücksichtigung der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessengemeinschaften in den Beteiligungsländern neue Vereinbarungen treffen.

ZUCKER ÖSTERREICH

Wirtschaftliches Umfeld

Für das Geschäftsjahr 2007|08 stand AGRANA nach der präventiven Marktrücknahme im Februar 2007 eine Zuckerquote von 351.027 Tonnen zur Verfügung. Im Rahmen der ersten Rückgabewelle bis 31. Jänner 2008 gab AGRANA in Österreich rund 55.000 Tonnen Quote für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 zurück. Darüber hinaus ist eine weitere freiwillige Quotenrückgabe an den Restrukturierungsfonds in der zweiten Welle nicht erfolgt. Die durch die präventive Marktrücknahme frei gewordenen Rübenflächen wurden mit dem Anbau von Industrierüben kompensiert. AGRANA wird aus der Zuckerproduktion 2007|08 14.036 Tonnen in das nächste Zuckerwirtschaftsjahr vortragen.

Geschäftsentwicklung

Der stark steigende Wettbewerb aus den benachbarten osteuropäischen Ländern sowie aus den Balkanstaaten prägte den Absatzmarkt in Österreich auch im abgelaufenen Wirtschaftsjahr. Trotz des Importdrucks aus diesen Ländern konnten die Absatzmengen im Industriebereich gesteigert und folglich der Marktanteil ausgebaut werden. Die erfolgreiche Positionierung von AGRANA Zucker mit der Marke "Wiener Zucker" als österreichisches Qualitätsprodukt trug den Absatz im Einzelhandel. Erhöhter Marktdruck machte jedoch Preiskorrekturen erforderlich. Das Exportvolumen wurde infolge des Wettbewerbs am europäischen Markt und aufgrund des Mehrabsatzes in Österreich reduziert.

Die AGRANA Zucker GmbH verzeichnete mit einem Umsatz von 272,5 (Vorjahr 306,5) m€ einen Rückgang von 11,1 %. Bedingt durch die geringeren Produktionsmengen infolge der Zuckermarktordnungsreform waren auch geringere Absatzmengen verfügbar. Infolge der WTO-Panelentscheidung wurde die im Jahr 2006 letztmalige Exportmöglichkeit von C-Zucker stark beschränkt. Insgesamt konnten mit 427.000 Tonnen Zucker um 129.000 Tonnen weniger als im Vorjahr abgesetzt werden. Der Quotenzuckerverkauf betrug 374.000 (Vorjahr 403.000) Tonnen, wobei die Exportmengen von Quotenzucker in Drittländer mit über 7.000 Tonnen über dem Vorjahresniveau lagen. Auch beim Absatz von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie mussten Einbußen aufgrund der neuen Rahmenbedingungen verzeichnet werden.

Bei den Nebenprodukten (Melasse, Schnitzel) kam es aufgrund der geringeren verfügbaren Menge infolge des Rückgangs bei der Zuckerproduktion sowie der gestiegenen Preise bei Futtermitteln zu deutlichen Preissteigerungen. Vor allem bei Trockenschnitzeln hatte der weltweite Anstieg der Getreidepreise einen positiven Effekt auf die Preisentwicklung.

Der durch eine gezielte Einkaufspolitik gegenüber dem Vorjahr etwas niedrigere Gaspreis brachte eine Verringerung der Energiekosten je produzierter Tonne Weißwert um 4,1 %.

Produktion, Investitionen

Durch eine Vielzahl von Maßnahmen (Optimierung der Verdampferstufe, Verbesserung der Rohsafterwärmung) in den beiden österreichischen Zuckerfabriken konnte der Energieverbrauch in der Zuckerproduktion um durchschnittlich 3,1 % reduziert werden. Weitere Investitionen im Geschäftsjahr 2007|08 in Höhe von 2,2 m€ betrafen die Optimierung der Anlagen in Tulln und Leopoldsdorf sowie entsprechende Ersatzinvestitionen. Weiters wurden der Vertrieb und die Rohstoffabteilung der AGRANA Zucker von Wien an den Zuckerstandort Tulln konzentriert, wofür das Verwaltungsgebäude erweitert wurde.

ZUCKER UNGARN

Wirtschaftliches Umfeld

Der Magyar Cukor Zrt. wurde beim EU-Beitritt Ungarns ursprünglich eine Produktionsquote von 152.137 Tonnen zugesprochen. Durch die präventive Quotenkürzung im Februar 2007 stand für das Anbaujahr 2007 eine Produktionsquote von 142.689 Tonnen zur Verfügung. Die Zuckerindustrie einigte sich mit den ungarischen Rübenbauern im November 2007 darauf, die ursprüngliche ungarische Zuckerquote zu halbieren, um den Landwirten eine fünfjährige gekoppelte EU-Ausgleichszahlung in Höhe von 6,6 € pro Tonne Rübe zu ermöglichen. Für AGRANA bedeutet diese Entscheidung die Rückgabe von 30 % der ungarischen Produktionsquote und eine damit verbundene Schließung eines ungarischen Standortes in Petöháza. Somit beträgt die ungarische Quote für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 105.420 Tonnen. Nach dem Ausstieg aller Mitbewerber ist AGRANA nunmehr mit dem Werk Kaposvár der einzige Rübenzuckerproduzent in Ungarn. Nach insgesamt 75 % Quotenrückgabe ist Ungarns Zuckermarkt nun defizitär. Die höhere Isoglukosequote der HUNGRANA wird dadurch besseren lokalen Absatz finden können. Es wird damit gerechnet, dass sich die Zuckerrübenanbauflächen im kommenden Anbaujahr aufgrund der Konkurrenzsituation zu Getreide- und Ölsaaten stark reduzieren werden.

Geschäftsentwicklung

Mit einem Umsatz von 117,4 (Vorjahr 135,4) m€ war das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2007|08 zwar von einem Umsatzrückgang, aber von deutlichen Absatzsteigerungen sowohl im Industrie- als auch im Handelsbereich geprägt. Die inländischen Absatzmengen konnten um 22.000 Tonnen auf 117.000 Tonnen gesteigert werden. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den Marktaustritt eines ungarischen Mitbewerbers, aber auch auf intensive Verkaufsanstrengungen, die mit entsprechenden Preiskorrekturen im Handelssektor einhergingen. Dadurch konnte die Marktposition in Ungarn deutlich gefestigt und der Marktanteil entsprechend ausgebaut werden. Der Importdruck aus Kroatien und Serbien hatte negativen Einfluss auf die Preisbildung am ungarischen Zuckermarkt. Die Exporte vor allem in Länder außerhalb der EU konnten deutlich erhöht werden.

Produktion, Investitionen

Witterungsbedingt kam es an beiden ungarischen Standorten zu Engpässen bei der Rübenversorgung, wodurch die Rübenverarbeitung zeitweise gedrosselt werden musste. Am Standort Petöháza wurde die letzte Zuckerkampagne im Jahr 2007 erfolgreich beendet.

Das Investitionsvolumen in Ungarn betrug im Geschäftsjahr 2007|08 9,6 m€. Neben Ersatzinvestitionen und Instandhaltungen lag der Investitionsschwerpunkt auf der Errichtung der Biogasanlage in Kaposvár, welche nach nur sechs Monaten Bauzeit in der Kampagne 2007 bereits mehr als 40 % des Primärenergiebedarfs der Zuckerfabrik aus Zuckerrübenschnitzeln abdecken konnte. Seit Kampagneende wird der Heizenergiebedarf zur Gänze mit Biogas gedeckt.

ZUCKER TSCHECHIEN

Wirtschaftliches Umfeld

Durch einen Quotenzukauf von 3.819 Tonnen kann die Produktionsquote von AGRANA für das Anbaujahr 2008 auf 93.973 Tonnen Weißzucker aufgestockt werden. Eine Quotenrückgabe an den Restrukturierungsfonds ist nicht erfolgt.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz der Moravskoslezské Cukrovary a.s. belief sich im Geschäftsjahr 2007|08 auf 70,3 (Vorjahr 79,8) m€. Deutliche Absatzsteigerungen, allerdings mit Preisanpassungen, wurden im Inlandsabsatz überwiegend im Industriebereich, aber auch im Haushaltssektor erreicht. Somit konnten Marktanteile dazugewonnen werden. Mit der Kampagne 2007 und dem Importdruck aus Polen kam es im Jahresverlauf zu Preisreduktionen. Die Gesamtabsatzmenge war mit 110.000

(Vorjahr 131.000) Tonnen rückläufig, was vor allem mit dem im Vorjahr erfolgten Verkauf von 19.000 Tonnen in die Intervention begründet war.

Produktion, Investitionen

Notwendige Ersatzinvestitionen sowie energiesparende Maßnahmen wurden mit Investitionen in Höhe von 5,2 m€ durchgeführt. Der Energieverbrauch bei der Rübenverarbeitung konnte um 1,8 % gesenkt werden.

ZUCKER SLOWAKEI

Wirtschaftliches Umfeld

Die Quote von Slovenské Cukrovary s.r.o. betrug für das Jahr 2007|08 ursprünglich 59.403 Tonnen Weißzucker, die infolge der präventiven Marktrücknahme auf 56.837 Tonnen gekürzt wurde. Durch Teilnahme an der ersten Welle der Restrukturierung im Jänner 2008 reduzierte sich die Quote um 10 % auf 53.462 Tonnen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09. Im Rahmen der zweiten Frist bis Ende März 2008 hat AGRANA die Rückgaben insofern erweitert, als die ursprüngliche slowakische Länderquote um 50 % verringert wird. Damit profitieren auch die slowakischen Bauern analog zu Ungarn von den EU-Förderungen. Die dadurch verbleibende Quote für AGRANA von 43.842 Tonnen reicht für die wirtschaftliche Auslastung der slowakischen Fabrik in Sered. Der Anbau von Rüben steht 2008 in starker Konkurrenz zu Getreide und Ölsaaten.

Geschäftsentwicklung

Die Slovenské Cukrovary s.r.o. erzielte im Geschäftsjahr 2007|08 einen Umsatz von 49,6 (Vorjahr 52,1) m€. Der slowakische Absatzmarkt war durch den Marktaustritt eines Mitbewerbers, den damit verbundenen Zuckerabverkauf sowie den starken Wettbewerb aus Polen gekennzeichnet. Steigerungen im Industriegeschäft konnten die Rückgänge im Handel nicht zur Gänze kompensieren. Die Preise kamen unter Druck und konnten nicht auf Vorjahresniveau gehalten werden. Insgesamt wurden mit 66.000 Tonnen um 13.000 Tonnen weniger Zucker verkauft.

Produktion, Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 3,0 m€ betrafen vor allem Verbesserungen bei der Rübenübernahme sowie im Bereich der Saftreinigung. Die durchschnittliche Tagesverarbeitungsmenge an Rüben im Werk Sered wurde um rund 10 % auf 3.200 Tonnen gesteigert.

ZUCKER RUMÄNIEN

Wirtschaftliches Umfeld

Im Zuge des EU-Beitritts von Rumänien mit 1. Jänner 2007 erhielt AGRANA Romania S.A. eine Rübenzuckerquote von 24.240 Tonnen und eine Rohzuckerraffinationsquote von 130.668 Tonnen. AGRANA führt im Rahmen der Restrukturierung keine Rübenzuckerquotenrückgabe durch.

Geschäftsentwicklung

Der Zuckerabsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr nicht gesteigert werden. Der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2007|08 bezifferte sich auf 134,9 (Vorjahr 176,0) m€. Mit Hilfe konsequenter Verkaufsmaßnahmen in Kombination mit einer erfolgreichen Markenpolitik sowie einer Sortimentserweiterung wurden Preissteigerungen realisiert. Insgesamt konnte AGRANA eine um 45.000 Tonnen über der Zuckerquote liegende Menge absetzen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Ergebnis von erheblichen Wechselkursschwankungen des rumänischen Leu geprägt. Während zu Beginn des Jahres noch Aufwertungsgewinne zu verzeichnen waren, belasteten die Abwertungen der letzten Monate das Operative Ergebnis.

Produktion, Investitionen

Zwischen den beiden Rübenverarbeitungsperioden, in denen insgesamt rund 21.000 Tonnen Weißzucker aus Zuckerrüben erzeugt wurden, hat AGRANA Romania S.A. eine Rohzuckerkampagne mit einem Weißzucker-Output von etwa 152.000

Tonnen gefahren. Für Ersatzinvestitionen, die Modernisierung von Messgeräten und Produktionsanlagen, Umweltmaßnahmen sowie die Fertigstellung des Distributionslagers in Bukarest wurden im Geschäftsjahr 2007|08 insgesamt 4,1 m€ investiert.

ZUCKER BOSNIEN-HERZEGOWINA

Im Rahmen eines 50 %-Joint Venture-Projektes errichtete AGRANA gemeinsam mit dem Unternehmen SCO Studen eine Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien. Zu Geschäftsjahresende waren die Anlagen fertig gestellt, die Genehmigungsverfahren eingeleitet sowie Rohzucker eingekauft und eingelagert. Die auf AGRANA entsprechend dem 50 %-Anteil entfallenden Investitionen im Geschäftsjahr 2007|08 betrugen 15,5 m€. Die anteiligen Anlaufverluste beliefen sich auf 0,4 m€. Die gesamten Investitionskosten werden mit rund 40 m€ beziffert. Für das Geschäftsjahr 2008|09 ist mit einer Produktion von 136.000 Tonnen Weißzucker aus Rohzucker zu rechnen.

ZUCKER BULGARIEN

Das im April 2007 gegründete Verpackungs- und Vertriebs-Joint Venture der AGRANA mit dem bulgarischen Zuckerunternehmen Zaharni Zavodi AD in Sofia|Bulgarien hat seine Vertriebsaktivitäten für den bulgarischen Markt erfolgreich aufgenommen. Im Handelsbereich wurden die ersten Verträge hauptsächlich mit internationalen Kunden abgeschlossen. Mit einem Absatzvolumen von 23.000 Tonnen Zucker konnte bereits ein Marktanteil von 15 % erreicht werden. Auch beim Zuckerverkauf an die Industrie zählen erste internationale Konzerne zu den Abnehmern. Zur Verbesserung der Wertschöpfung wurde neben dem Vertrieb auch in die Abpackung und Logistik investiert. Ab dem Geschäftsjahr 2008|09 wird ein positiver Ergebnisbeitrag erwartet.

AGRANA STARCH INSIDE:

Immer mehr Menschen wachsen mit AGRANA auf. Denn AGRANA ist einer der führenden Anbieter kundenspezifischer Stärkeprodukte in Europa und verfeinert viele Produkte mit Stärke aus nicht gentechnisch veränderten Rohstoffen und biologischem Anbau. Ein AGRANA-Produkt ist heute beispielsweise fester Bestandteil von Kindernahrung. Wir wünschen also guten Appetit!

SEGMENT STÄRKE

SEGMENT-KENNZAHLEN 2007 08 2006 07 Veränderung
in m€ in m€ in %
Umsatzerlöse 340,0 253,4 +34,2
Operatives Ergebnis 35,3 28,5 +23,9
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte1 122,9 79,2 +55,2
Mitarbeiter 847 776 +9,1

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit dem österreichischen Stärkegeschäft der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach. Weiters enthalten sind die Koordination und operative Führung der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien.

Das Bioethanolgeschäft ist organisatorisch ebenfalls dem Segment Stärke zugeordnet. Ab dem Geschäftsjahr 2008|09 wird der Verkauf von Nebenprodukten aus der Stärkeproduktion (Futtermittel) im Rahmen des Stärkegeschäftes abgewickelt, der zuvor von der AMV durchgeführt wurde.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Die weltweite Getreideproduktion wird im Jahr 2007 mit einem Plus von 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1,66 Mrd Tonnen geschätzt. Mit einem Anteil von rund 766 Mio Tonnen des weltweit produzierten Getreides ist Mais die global wichtigste Getreideart. Infolge des gestiegenen weltweiten Getreideverbrauchs werden die globalen Lagerbestände um 18 % gegenüber dem Vorjahr abnehmen. Das Marktwachstum bei Stärke und Stärkeprodukten in der EU-27 für Mais-, Weizen- und Kartoffelstärke lag in den letzten Jahren bei durchschnittlich rund 4 % p.a.

Die Maisernte in der EU-27 reduzierte sich im Wirtschaftsjahr 2007|08 von rund 53 Mio Tonnen im Vorjahr auf rund 48 Mio Tonnen vor allem aufgrund der Missernten in Ungarn und Rumänien. Die EU-Kommission hat zum Ausgleich der angespannten Märkte neben der Aufhebung der 10 %-Flächenstilllegung für das Jahr 2008 auch die Aussetzung der Getreide-Importzölle für das Wirtschaftsjahr 2007|08 beschlossen.

Die gemäß Stärkemarktordnung festgelegte Kartoffelstärkequote konnte EU-weit im Jahr 2007 zu 95 % bis 100 % erfüllt werden. AGRANA erreichte in Österreich aufgrund witterungsbedingter Ernteeinbußen rund 84 % der Quote. Im Juni 2007 wurde die bestehende KartoffelstärkeQuotenregelung um zwei Jahre (2007|08 und 2008|09) verlängert. Die zukünftige Regelung wird im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ("Health Check") vereinbart, die voraussichtlich im Herbst 2008 beschlossen werden soll. Eine unveränderte Fortsetzung der Kartoffelstärke-Marktordnung für weitere zwei Jahre wurde von der Europäischen Kommission in Aussicht gestellt.

STÄRKE ÖSTERREICH

Wirtschaftliches Umfeld

Österreich produzierte im Jahr 2007 rund 4,4 Mio Tonnen Getreide, die Ernte lag damit im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Die Maisanbaufläche erhöhte sich von 158.000 Hektar im Jahr 2006 auf 170.000 Hektar im Jahr 2007. Insgesamt wurden rund 1,7 Mio Tonnen Mais geerntet, wobei aufgrund der gestiegenen Nachfrage sowie der EU-weit geringeren Erntemenge signifikante Preissteigerungen festzustellen waren.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Auf einer Anbaufläche von 5.836 Hektar wurde 2007 eine Menge von 209.301 (Vorjahr 202.638) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln kontrahiert. Zusammen mit Bio-Stärkekartoffeln betrug die gesamte Kontraktmenge 213.363 Tonnen. Durch die massive Trockenheit in Teilen des Einzugsgebietes konnte die Kontraktmenge nicht zur Gänze erfüllt werden und der Stärkegehalt wurde negativ beeinflusst. Insgesamt wurden in der Kampagne 2007 in 114 (Vorjahr 116) Tagen 195.371 (Vorjahr 187.373) Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln zu 39.883 (Vorjahr 41.123) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Der Stärkegehalt lag mit rund 17 % unter jenem des Vorjahres von 19 %. Die durchschnittliche Verarbeitungsleistung pro Tag betrug 1.709 (Vorjahr 1.621) Tonnen. Für das Anbaujahr 2008 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoffelstärke zur Verfügung.

In der Kampagne 2007 wurden für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten weiters insgesamt 13.016 (Vorjahr 12.252) Tonnen Speise- und Bio-Speiseindustriekartoffeln übernommen.

Die Maisstärkefabrik Aschach hat im Geschäftsjahr 2007|08 364.000 (Vorjahr 352.000) Tonnen Mais verarbeitet. Die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais betrug 103.000 Tonnen und lag über jener des Vorjahres von 84.000 Tonnen.

SEGMENT STÄRKE

OPERATIVES ERGEBNIS

INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN

MITARBEITER

Geschäftsentwicklung

Der stetige Wachstumskurs konnte auch im Geschäftsjahr 2007|08 erfolgreich fortgesetzt werden. Die Absatzmengensteigerung um 5 % auf 462.900 (Vorjahr 441.000) Tonnen ist schwerpunktmäßig auf den Mehrabsatz von Verzuckerungsprodukten zurückzuführen, während aufgrund der unterdurchschnittlichen Kartoffelernte die Verkaufsvolumina bei nativer Stärke zurückgingen. Die Verkaufspreise wurden den erhöhten Rohstoffkosten angepasst, sodass der Umsatz überproportional um rund 23 % auf 228,1 (Vorjahr 185,2) m€ anstieg. Ein optimierter Produkt- und Kundenmix trugen neben der Anpassung der Verkaufspreise aufgrund der höheren Einstandspreise zur Ergebnisverbesserung bei.

Im Bereich der technischen Stärken (Nonfood) wurden im Geschäftsjahr 2007|08 rund 98.400 (Vorjahr 100.000) Tonnen an die Papier-, Wellpappe-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. USA-Exporte waren in der zweiten Jahreshälfte von dem stark steigenden Eurokurs belastet. Die rasant ansteigenden Rohstoffpreise bei Weizen und Mais führten dazu, dass einige Kunden in der Papierindustrie verstärkt auf Alternativprodukte wie zum Beispiel Tapiocastärke setzten, um die Preissteigerungen nicht im gleichen Ausmaß mittragen zu müssen. Im Baubereich ermöglichte der milde Winter die Fortsetzung der Bautätigkeiten auf hohem Niveau und damit eine Absatzsteigerung um rund 9 %. Im Textilbereich gelang es, den Rückgang des letzten Jahres einzubremsen und das Preisniveau wieder anzuheben.

Im Bereich Lebensmittelstärken (Food) betrug das Absatzvolumen 102.600 (Vorjahr 117.800) Tonnen. Aufgrund fehlender Rohstoffe sanken die Absatzmengen bei Kartoffeldauerprodukten unter das Vorjahresniveau. Bis Juni lagen die Preise auf stabilem Niveau, die Preissteigerungen im Rohstoffeinkauf führten im letzten Quartal zu entsprechenden Preisanpassungen. Mit Jahresbeginn 2008 entspannte sich die Lage etwas und es kam zu stabilisierten Preisniveaus.

Eine entsprechende Spezialisierung und gute Kundenorientierung tragen laufend zur Optimierung des Produktmixes bei. AGRANA nimmt im Biobereich bereits seit Jahren mit ihrer

Produktion von Bio-Stärkeprodukten und GVO1 -freien Stärkeprodukten in den österreichischen Werken Aschach und Gmünd eine wichtige Marktstellung ein. Eine deutliche Absatzsteigerung um 16 % im Vergleich zum Vorjahr bestätigt diese Position. Aufgrund des vermehrten Anbaues von gentechnisch verändertem Mais in der EU stieg die Nachfrage nach garantiert gentechnikfreien und biologischen Stärkeund Stärkeverzuckerungsprodukten an. Exportiert wird hauptsächlich in den EU-Raum, den nordamerikanischen Raum sowie Südostasien.

Beim Vertrieb von Verzuckerungsprodukten aus Ungarn (Isoglukose und Flüssigdextrose) kam es zu einem Absatzplus von 40.000 Tonnen. Auch aus österreichischer Produktion konnten die Verkaufsmengen im Lebensmittelbereich gesteigert werden.

Der Absatz von Nebenprodukten lag mit zirka 112.000 Tonnen auf Vorjahresniveau, die Verkaufspreise konnten um 24 % gesteigert werden.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2007|08 betrugen 9,1 (Vorjahr 11,5) m€. Mit einem Investitionsvolumen von rund 5 m€ wurde im Werk Gmünd gegen Ende des Geschäftsjahres die neue Stärkeextrusionsanlage in Betrieb genommen. Mit dem Bau einer weiteren Walzentrocknungsanlage zur Veredelung von Stärke wurde begonnen, die Inbetriebnahme soll gegen Ende des neuen Geschäftsjahres 2008|09 erfolgen.

STÄRKE UNGARN

Wirtschaftliches Umfeld

Die ungarische Maisernte betrug im Jahr 2007 aufgrund der hohen Temperaturen während der Sommermonate und der fehlenden Niederschläge nur 3,9 (Vorjahr 8,4) Mio Tonnen. Der Verbrauch in Höhe von 4,5 Mio Tonnen konnte nur durch Lagerbestände aus den Vorjahren gedeckt werden. Diese

Situation führte zu massiv ansteigenden Rohstoffpreisen, welche zeitweise über dem westeuropäischen Niveau lagen.

Im Wirtschaftsjahr 2007|08 betrug die ungarische Isoglukosequote rund 180.000 Tonnen. Dies ergab sich durch eine zweimalige Aufstockung der Quote aufgrund der Zuckermarktordnung von ursprünglich 137.627 Tonnen sowie einer einjährigen Quotenkürzung im Frühjahr 2007. Für das Wirtschaftsjahr 2008|09 wird die Quote rund 220.000 Tonnen betragen.

Die ungarische Isoglukosequote ist zur Gänze der HUNGRANA, an der AGRANA eine 50 %-Beteiligung hält, zuzurechnen. Die verbleibenden 50 % an dem Unternehmen werden von der Szabadegyházai Szolgáltató es Vagyonkezelö Kft, einem Tochterunternehmen von Tate & Lyle und ADM, gehalten.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Rund 540.000 (Vorjahr 451.000) Tonnen Mais wurden im Geschäftsjahr 2007|08 in der ungarischen Stärkefabrik der HUNGRANA zu Isoglukose, Stärkeverzuckerungsprodukten und Bioethanol verarbeitet. Das Rohstoffpreisniveau lag über dem Vorjahr. Die unter dem Vorjahr liegenden Maiserträge führten zu einer kürzeren Dauer der Nassmais-Kampagne und zu einer geringeren Nassmaismenge in Höhe von rund 21.100 (Vorjahr 72.000) Tonnen. Durch die knappe Verfügbarkeit von erntefrischem Nassmais wurde generell Trockenmais beigemischt.

Die Verarbeitungskapazität von HUNGRANA wurde von 1.400 Tonnen pro Tag im März 2007 auf 2.800 Tonnen pro Tag im Februar 2008 verdoppelt.

Geschäftsentwicklung

Die Inbetriebnahme der erweiterten Bioethanolanlage und der Ausbau der Verzuckerungsanlage führten zu einer entsprechenden Steigerung des Absatzes auf 280.000 (Vorjahr 228.000) Tonnen (entspricht dem 50 %-Anteil der AGRANA). Aufgrund der Zuckermarktreform und des daraus resultierenden Preisdrucks auf Zucker konnte das Preisniveau für Isoglukose nur leicht angehoben und die stark gestiegenen

Rohstoffkosten nicht vollständig weiterverrechnet werden. Ein ähnlicher Effekt war bei den Verkaufspreisen für Ethanol zu verzeichnen. Der 50 %-Anteil der AGRANA am Umsatz von HUNGRANA erhöhte sich auf 91,8 (Vorjahr 66,9) m€, wobei der AGRANA zuzurechnende Ethanol-Umsatzanteil auf 19,4 (Vorjahr 13,5) m€ stieg. Aufgrund der beschränkten Möglichkeit der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten konnte das Operative Ergebnis nicht auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2007|08 wurden 39,8 (Vorjahr 21,3) m€ entsprechend dem 50 %-Anteil der AGRANA investiert. Die Inbetriebnahme des Fabrikausbaus auf 3.000 Tonnen Tagesvermahlung erfolgte schrittweise im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2007|08. Das Projekt umfasste die Erhöhung der Vermahlungskapazität, die Kapazitätserhöhung der Isoglukoseproduktionsanlage sowie eine zusätzliche Produktionsanlage für Bioethanol. Bei einem schrittweisen Anheben der täglichen Verarbeitungsleistung wird die geplante Vollauslastung von 3.000 Tonnen Maisverarbeitung pro Tag gegen Ende des ersten Quartals 2008|09 erwartet.

STÄRKE RUMÄNIEN

Wirtschaftliches Umfeld

In Rumänien wird die Maisproduktion für 2007 auf 3,7 (Vorjahr 8,5) Mio Tonnen geschätzt und reicht daher nicht für die Deckung des Inlandsbedarfs von rund 6,5 Mio Tonnen. Infolgedessen wurde die benötigte Maismenge zum Großteil durch Importware aus Brasilien, Ungarn und Serbien gedeckt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Die Maisverarbeitung in der rumänischen Maisstärkefabrik S.C. A.G.F.D. Tandarei betrug im Geschäftsjahr 2007|08 rund 23.400 Tonnen und lag damit über dem Vorjahr. Aufgrund der hohen Preise aus der Ernte 2007 wurde auch keine Nassmaiskampagne durchgeführt. Während mehrerer Produktionskampagnen wurde eine stabile Tagesverarbeitungsleistung von etwa 100 Tonnen Mais erzielt.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um 35 % auf 9,0 m€ gesteigert werden. Die Ernteausfälle und die damit einhergehenden Erhöhungen der Rohstoffpreise machten eine Preisanhebung der Stärkeprodukte notwendig. In Reaktion auf das erhöhte Preisniveau wurden verstärkt Importe aus dem EU-Raum forciert.

Investitionen

Insgesamt wurden in Rumänien 0,8 (Vorjahr 1,3) m€ für Sachanlagen aufgewendet. Investitionen zur Reduktion von Energiekosten sowie zur entsprechenden Verbesserung der Kostenstruktur wurden vorangetrieben. Durch den Umbau eines Dampfkessels zur Verfeuerung des Nebenproduktes Maiskraftfutter soll der Heizölverbrauch deutlich reduziert werden.

BIOETHANOL

Das Klimapaket der Europäischen Kommission gibt klare Ziele in Sachen Energieeffizienz, Emissionsreduktion, erneuerbare Energiequellen und Biokraftstoffe vor. Im Verkehrssektor wird ein 10 %-Anteil an Biokraftstoffen bis zum Jahr 2020 für alle Mitgliedsstaaten vorgeschrieben, insgesamt sollen die Treibhausgasemissionen um 20 % reduziert werden. Der verstärkte Einsatz von Bioethanol wird zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Verringerung der Abhängigkeit von Energie- und Sojafuttermittelimporten beitragen.

Die Umsetzung dieser EU-Direktive bedeutet in der EU auf Basis einer Beimischung von 5,75 % zum Fahrbenzin einen Bedarf von rund 10 Mio m3 Bioethanol. Im Vergleich dazu sind im Jahr 2007 lediglich rund 1,8 Mio m3 der europäischen Ethanolproduktion auf Anwendungen im Kraftstoffbereich entfallen (Quelle: F.O. Licht).

Ende Jänner 2008 veröffentlichte die EU-Kommission einen Vorschlag für die Richtlinie "zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen". Die darin enthaltenen Eckpunkte sind verbindliche Ziele von mindestens 20 % Energie aus erneuerbaren Quellen am Gesamtenergiemarkt und die verbindliche 10 %-Beimischung von Biokraftstoffen im Verkehrsbereich. Ebenso wurde als Qualitätskriterium für Biokraftstoffe eine Mindest-CO2-Einsparung bei Biokraftstoffen von 35 % gegenüber fossilen Kraftstoffen – gerechnet über den gesamten Zyklus (von der Produktion bis zum Verbrauch) – festgelegt und Nachhaltigkeitskriterien für Rohstoffe zur Herstellung von Biokraftstoffen gefordert. Konkret belegt eine Studie für das Werk Pischelsdorf die Einsparung von rund 50 % an CO2-Emissionen für jeden Liter Bioethanol anstelle eines Liters Benzin und führt damit zur Verlangsamung des Treibhauseffektes (Quelle: Joanneum Research).

Das Ziel von 20 % erneuerbarer Energie wird auf nationale Ziele umgelegt, wobei die unterschiedlichen Ausgangslagen und das Bruttoinlandsprodukt der einzelnen Mitgliedsstaaten in die Berechnung ihrer nationalen Ziele Eingang finden. Für Österreich bedeutet dies ein Ziel von 34 % Einsatz erneuerbarer Energie für das Jahr 2020.

Österreich

In Österreich wurde in Entsprechung der EU-Biokraftstoffrichtlinie eine Beimischungsverpflichtung ab 1. Oktober 2005 von 2,5 Energieprozent, ab 1. Oktober 2007 von 4,3 Energieprozent und ab 1. Oktober 2008 von 5,75 Energieprozent festgelegt. Damit verbunden ist eine Steuerbegünstigung für die Beimischung von Bioethanol zu Benzin ab 1. Oktober 2007 bei einem Ethanolanteil von mindestens 4,4 Volumsprozent. Damit hat Österreich beim Einsatz von Biokraftstoffen in der EU eine Vorreiterrolle, weil die EU-Richtlinie bereits zwei Jahre früher als vorgegeben umgesetzt wird. Im österreichischen Regierungsprogramm wurde als ambitioniertes Ziel die Substitution fossiler Kraftstoffe durch Biokraftstoffe von 10 % bereits für 2010 festgelegt.

Daneben trat auch per 1. Oktober 2007 die Bioethanolgemischverordnung in Kraft, welche auch Treibstoffe mit hohem Bioethanolanteil (SuperEthanol E-85) steuerlich begünstigt.

Unter diesen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen errichtete AGRANA in Pischelsdorf (Niederösterreich) mit einem Investitionsvolumen von rund 125 m€ die erste großindustrielle Bioethanolproduktion in Österreich mit einer Kapazität von bis zu 240.000 m3 pro Jahr. Bei der Bioethanolerzeugung werden zusätzlich bis zu 170.000 Tonnen hochwertiges Eiweißfuttermittel hergestellt, das maßgeblich zur Reduktion von Futtermittelimporten auf Sojabasis aus Übersee beiträgt.

Die Bioethanol GmbH ist zu 74,9 % eine Beteiligung der AGRANA Stärke GmbH, 25,1% der Anteile werden durch die Rübenproduzenten Beteiligungs GmbH gehalten.

Per Ende August 2007 wurde mit der ersten Rohstoffübernahme und der Einlagerung von Trockenmais für den vorgesehenen mehrwöchigen Probebetrieb der Bioethanolanlage begonnen. Die Fertigstellung des Bioethanolwerkes erfolgte innerhalb des geplanten Zeit- und Budgetrahmens Ende September 2007. Am 21. September 2007 wurde im Rahmen des Testbetriebes das erste Bioethanol produziert. Im Rahmen eines sechswöchigen Probebetriebes wurden rund 15.000 m3 Bioethanol sowie 10.000 Tonnen Futtermittel (ActiProt) aus Weizen, Trockenmais und Zuckerrübendicksaft erzeugt. Das Produktionsverfahren des Bioethanolwerkes ermöglicht die Verarbeitung verschiedenster stärkehältiger Rohstoffe und somit eine flexible Gestaltung der Einsatzstoffe. Nach sechswöchiger Testphase wurden die Anlagen abgestellt und der Regelbetrieb in Reaktion auf den drastischen Rohstoffpreisanstieg bei Weizen und Mais auf den internationalen Rohstoffmärkten auf das späte Frühjahr 2008 verschoben.

Zur Erfüllung bestehender Ethanol-Lieferverpflichtungen stellte AGRANA die entsprechenden Mengen von anderen Konzernunternehmen bereit.

Die derzeitigen Preisnotierungen für Getreide aus neuer Ernte 2008 lassen ein Niveau erwarten, das den wirtschaftlichen Betrieb von Pischelsdorf erlaubt. Die österreichische

Bioethanolproduktion wird daher Ende Mai 2008 anfahren. Anfang Juni ist der Vollbetrieb der Anlage vorgesehen. Durch die Aufhebung der 10 %-Flächenstilllegung innerhalb der EU-15 für das Jahr 2008 sowie als Folge der rückläufigen Zuckerrübenproduktion im Zuge der Neuordnung der Europäischen Zuckermarktordnung werden im Anbaujahr 2008 zusätzliche Getreide- und Maisanbauflächen zur Verfügung stehen.

Die Investitionskosten im Geschäftsjahr 2007|08 für den Bau der Bioethanolanlage beliefen sich auf 73,2 (Vorjahr 45,0) m€. Die Anlaufkosten in Höhe von 6,8 (Vorjahr 1,2) m€ sind im Sonderergebnis ausgewiesen.

Ungarn

Mit 1. Jänner 2008 wurde in Ungarn neben einer Biodiesel-Beimischung von 4,4 Volumsprozent zu fossilen Treibstoffen auch eine verpflichtende Beimischung von Ethanol in selber Höhe in Kraft gesetzt. Bei Unterschreiten dieses Niveaus wird eine zusätzliche Steuer von 5 % eingehoben.

Die Ethanol-Kapazität der HUNGRANA wurde von ursprünglich 150 m3 pro Tag im März 2007 auf 520 m3 Tagesproduktion im Februar 2008 erhöht. Damit beträgt die Produktionskapazität maximal 187.000 m3 pro Jahr. Die Auslastung variiert mit der Isoglukosesaison.

Im Geschäftsjahr 2007|08 wurden bei einem Umsatz von 19,4 (Vorjahr 13,5) m€ rund 33.400 (Vorjahr 25.000) m3 Ethanol abgesetzt.

HUNGRANA vermarktet das umweltfreundliche Produkt E85, mit einem 85 %-Anteil von Bioethanol, unter der Marke "E85 Green Power" in Ungarn an unabhängige Mineralölunternehmen. HUNGRANA ist der einzige Produzent von Bioethanol auf Getreidebasis in Ungarn.

AGRANA FRUIT INSIDE:

Die Früchte von AGRANA sind auf der ganzen Welt zu Hause. Global betrachtet enthält heute schon jedes dritte Fruchtjoghurt Fruchtmischungen "made by AGRANA", was AGRANA zum Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie macht. Durch innovative Fruchtrezepturen und Produktionsstandorte auf allen Kontinenten ist auch die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Das schmeckt nicht nur uns, sondern auch unseren Kunden.

SEGMENT FRUCHT

SEGMENT-KENNZAHLEN 2007 08 2006 071 Veränderung
in m€ in m€ in %
Umsatzerlöse 852,5 914,6 –6,8
Operatives Ergebnis 43,5 45,6 –4,6
Investitionen in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte2 42,9 47,8 –10,3
Mitarbeiter 4.696 4.724 –0,6

1 Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

2 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht werden mittelbar von der AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH gehalten. Die Koordination und operative Führung erfolgt durch die beiden Holdinggesellschaften AGRANA Fruit S.A. mit Sitz in Paris| Frankreich für den Bereich Fruchtzubereitungen und AGRANA Juice GmbH mit Sitz in Gleisdorf| Österreich für den Bereich Fruchtsaftkonzentrate.

Im Geschäftsjahr 2007|08 setzte AGRANA die Wachstumsstrategie der letzten Jahre im Segment Frucht fort und konnte den Umsatz periodenbereinigt (um den 13. und 14. Monat des Vorjahres) um über 9 % steigern.

Mit der Eröffnung des neu errichteten Fruchtzubereitungswerkes im brasilianischen Cabreúva (Nähe São Paulo) konnte AGRANA zudem einen weiteren Expansionsschritt in Richtung eines strategisch wichtigen Marktes realisieren.

Neben dem bestehenden Entwicklungszentrum am österreichischen Standort Gleisdorf wurde Anfang Dezember 2007 ein neues Innovations- und Produktentwicklungszentrum in Brecksville|USA eröffnet, wo innovative Fruchtzubereitungen für die wachsenden Märkte in Nord- und Südamerika entwickelt werden.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backsowie Eiscremeindustrie. Durch das stetige organische Wachstum konnte die Führungsposition am Weltmarkt ausgebaut werden.

Weltweit werden bis 2010 jährliche Absatzsteigerungen für Joghurtprodukte von über 5 % vorausgesagt, wobei in Osteuropa (+6 %) und vor allem in Asien (+17 %) deutliche jährliche Zuwachsraten erwartet werden (Quelle: Global Food Markets, Leatherhead Food International, März 2007). Als Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie ist AGRANA

mit ihren Fruchtzubereitungswerken auch in diesen Zukunftsmärkten vertreten. Insgesamt werden 26 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern betrieben.

In einem wichtigen Wachstumsmarkt, in China, ist AGRANA bereits seit 1999 vertreten. Seit 1994 wird in Polen produziert, Mitte 2005 wurde in Serpuchov (Nähe Moskau) ein Fruchtzubereitungswerk eröffnet, dessen Kapazität mehrmals erhöht wurde, um die stark steigende Nachfrage zu befriedigen. Der russische Lebensmittelmarkt wird von der deutschen Außenhandelsagentur BFAI auf ein Volumen von insgesamt 9,1 Mrd € geschätzt. Derzeit konsumiert die russische Bevölkerung jährlich 2,3 Kilogramm Joghurt pro Kopf, in Mittel- und Osteuropa wird bereits doppelt so viel verzehrt. In Westeuropa liegt der jährliche Konsum bei 16 Kilogramm pro Kopf.

Der südamerikanische Markt stellt aufgrund seines Bevölkerungswachstums, des steigenden Wohlstandes und des zunehmenden Ernährungsbewusstseins sowie der starken Nachfrage nach Fruchtzubereitungen seitens der brasilianischen und multinationalen Molkereiindustrie einen wichtigen Zukunftsmarkt dar. Seit 1994 besteht das Fruchtzubereitungswerk in Argentinien. Im September 2006 wurde im brasilianischen Cabreúva (Nähe São Paulo) auf dem Firmenareal von Ricaeli, einem lokalen Tiefkühlunternehmen und Produzenten von Tiefkühlfrüchten und Tiefkühlpürees für Einzelhandel und industrielle Abnehmer, der Bau eines neuen Fruchtzubereitungswerkes begonnen. Insgesamt wurden rund 7 m€ in die hochmoderne Produktionsstätte investiert, die Bauzeit betrug dabei lediglich sieben Monate. Ricaeli hält einen Anteil von unter 5 % an diesem Joint Venture. AGRANA nutzt das lokale Know-how des Partners insbesondere im Rohwareneinkauf sowie in der Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Die im Mai 2007 erfolgreich in Betrieb genommene erste Produktionslinie befriedigt den steigenden Bedarf an Fruchtzubereitungen der durch internationale Konzerne geprägten brasilianischen Molkereiindustrie.

AGRANA ist führender Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa.

Bis zum Jahr 2010 werden weltweit jährliche Zuwachsraten von über 6 % für Fruchtsäfte und Fruchtgetränke erwartet, wobei Osteuropa (+6 %) und vor allem Asien (+21%) wichtige Wachstumsregionen darstellen (Quelle: Global Food Markets, Leatherhead Food International, März 2007). AGRANA hat als Europas führender Apfel- und Beerensaftkonzentrathersteller dem Potenzial dieser Märkte entsprochen und ist mit insgesamt elf (exklusive des zweiten chinesischen Joint Venture in Yongji) Produktionsstandorten vertreten.

SEGMENT FRUCHT

OPERATIVES ERGEBNIS

INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN in m€

MITARBEITER

4.696 07 08
4.724 06 07
4.487 05 06

1 Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

Die Wachstumsraten in Westeuropa und Nordamerika werden positiv eingeschätzt, was in Anbetracht des ohnehin schon hohen Niveaus an Fruchtsaftkonsum weiterhin gute Absatzchancen eröffnet. In Hinblick auf das Konsumverhalten werden vermehrt "Smoothies" (püreeartige Fruchtgetränke mit einem hohen Fruchtanteil) sowie Direktsäfte nachgefragt, bei deren Entwicklung AGRANA in direkter Zusammenarbeit mit den Kunden steht. Weitere Konsumententrends stellen höherwertige Fruchtsäfte und die Verwendung von sogenannten Superfrüchten (zum Beispiel Früchte mit hoher Antioxidationskraft) dar.

In Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien und in der Ukraine verarbeitet AGRANA sowohl Äpfel als auch rote Beeren für den europäischen Konzentratmarkt. An diesen AGRANA-Produktionsstandorten wird hauptsächlich saures Apfelsaftkonzentrat mit hohem Säuregrad hergestellt.

Seit dem Jahr 2006 ist AGRANA als Apfelsaftkonzentratproduzent auch in China tätig. Gemeinsam mit dem chinesischen Joint Venture-Partner betreibt AGRANA eine Produktionsstätte in Xianyang (Provinz Shaanxi), einem der größten Apfelanbaugebiete weltweit. Das chinesische Werk war in der Kampagne 2007|08 voll ausgelastet und produzierte "süßes" Apfelsaftkonzentrat für den weltweiten Export, welches durch einen niedrigen Säuregrad gekennzeichnet ist. Verstärkte Nachfrage nach süßem Konzentrat ist neben dem amerikanischen Markt auch in Russland gegeben. Es dient hauptsächlich als Basis für andere Fruchtsaftgetränke und wird in unzähligen Rezepturen und Mischungen verwendet.

INVESTITIONEN

Im Geschäftsjahr 2007|08 beliefen sich die Investitionen im Segment Frucht auf insgesamt 42,9 m€.

Die Schwerpunkte im Geschäftsbereich Fruit lagen in der Fertigstellung des neuen Fruchtzubereitungswerkes in Brasilien, in der Anschaffung neuer Transportcontainer sowie in verschiedenen Verbesserungsmaßnahmen. Die Arbeiten zur Errichtung des Fertigwarenlagers in Australien konnten weitgehend abgeschlossen werden. Weiters wurde mit der Planung an der Erweiterung des russischen Standortes in Serpuchov begonnen. Bis zum Jahr 2012|13 soll dort eine Verdopplung der derzeitigen Jahreskapazität von 40.000 Tonnen erreicht werden. Erste Arbeiten an den Abwasseranlagen in den USA (Standort Tennessee) zur Verbesserung der Umweltstandards wurden begonnen.

Neben Ersatzinvestitionen im Geschäftsbereich Juice wurde in Polen in die Erweiterung des Steriltanklagers investiert und damit die Möglichkeit zur Produktion und Lagerung von qualitativ hochwertigem, vom Markt verstärkt nachgefragtem Apfeldirektsaft erweitert. In Anarcs|Ungarn wurde mit der Adaption des Tanklagers zu einem Kühllager eine weitere qualitätsverbessernde Maßnahme erfolgreich umgesetzt. Im Joint Venture-Werk in China wurde in die Kapazitätserweiterung (von 1.200 auf 1.800 Tonnen Tagesverarbeitung) und Ausbeutesteigerung der Anlagen investiert. Mit Ende November nahm die neue Abwasservorkläranlage in Vaslui| Rumänien ihren Betrieb auf. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate wurde am Standort Lipnik|Polen mit der Installation eines Verdampfers und der Umrüstung von bestehenden Aromarückgewinnungsanlagen auf eine von AGRANA selbst entwickelte und verbesserte Technologie gesetzt.

AGRANA FRUIT (FRUCHTZUBEREITUNGEN)

Rohstoff, Ernte und Produktion

Vor dem Hintergrund knapp verfügbarer Rohwaren und eines immer schneller und globaler werdenden Marktes konnte AGRANA aufgrund der weltweiten Rohwarenbeschaffung, der genauen Marktbeobachtung und Marktanalyse und des sehr engen Kontaktes mit Herstellern und Lieferanten den Bedarf an Rohwaren für Fruchtzubereitungen zur Gänze decken und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit in der globalen Rohwarenbeschaffung verstärken.

Bei Erdbeeren war der Ernteausfall in Polen maßgebend und preisbestimmend für die nachfolgenden Ernten in den wesentlichen Regionen in China sowie Chile und Argentinien in der Herbst- und Wintersaison. Die kalifornische Erdbeerernte verlief im Verhältnis dazu normal. Zusätzliche Preissteigerungen waren durch höhere Löhne, Energie- und Transportkosten bedingt.

Einer durchschnittlichen Pfirsichernte in Griechenland und Spanien stand eine deutliche Bedarfssteigerung speziell aus den osteuropäischen Ländern gegenüber, sodass es bei europäischen Pfirsichen zu empfindlichen Preissteigerungen kam. Tendenziell waren die Anbauflächen in Europa sowie Amerika rückläufig. Das Preisniveau in Europa und Amerika war darüber hinaus ausschlaggebend für das gestiegene Preisniveau am chinesischen Markt.

Die europäische Marillenernte im Hauptaufkommensland Spanien war durch Spätfröste und von Ernteausfällen bis zu 40 % gekennzeichnet. In den restlichen Märkten mussten Teuerungen hingenommen werden, die sich infolge ebenfalls auf den chinesischen Beschaffungsmarkt auswirkten.

Die europäische Kirschenernte, vor allem im Hauptanbaugebiet in Polen, wurde durch Spätfröste im abgelaufenen Kalenderjahr in Mitleidenschaft gezogen. Dieser Effekt wurde durch Vorräte aus den vorangegangenen Jahren sowie durch die hohe Preiselastizität gemildert. Das Kirschenaufkommen in Nordamerika entsprach einer Normalernte, wodurch nur geringe Preisanpassungen infolge von Lohnsteigerungen sowie höheren Energie- und Transportkosten nötig waren.

Die enormen Preisanstiege für europäische Wildheidelbeeren im Erntejahr 2006 führten zu einer deutlichen Nachfragereduktion. Ein ähnlicher Effekt zeigte sich auch in den USA bei Kulturheidelbeeren.

Die ersten Himbeeren der Saison werden in Serbien, dem Hauptanbaugebiet in Europa, geerntet. Dieser Beschaffungsmarkt dient in der Regel als Indikator für Polen, ein weiteres europäisches Anbaugebiet. Da das Ernteaufkommen und

die Qualität der Ernte 2007 in Serbien deutlich unter den Erwartungen lagen, stieg das Preisniveau vor Beginn der polnischen Ernte nahezu um das Doppelte des Vorjahreswertes an. Trotz eines zufriedenstellenden Aufkommens in Polen konnte die Nachfrage bei weitem nicht befriedigt werden. Diese Entwicklung spiegelte sich in den Erntepreisen in Chile von Dezember 2007 bis Februar 2008 mit Preisen von weit über zwei Euro pro Kilogramm wider. Die Himbeerernte in den USA blieb hinter den Erwartungen zurück. Kombiniert mit einer Rücknahme der Flächen führte dies zu unerwartet hohen Preisanstiegen. Der nordamerikanische Markt ist folglich nahezu ausverkauft.

Deutlicher Nachfrageüberhang bei Ananas kennzeichnete das gesamte Geschäftsjahr 2007|08 aufgrund von Ernteausfällen auf den Philippinen und einer substanziell belebten Nachfrage nach Ananas. Mangos verzeichneten eine Normalernte mit weltweit relativ stabilen Preisen. Infolge einer hohen Frischmarktnachfrage waren geringere Mengen an Bananen für die Tiefkühlindustrie und die Produktion aseptischer Ware verfügbar. Folglich waren auch in diesem Bereich Preisanstiege zu verzeichnen.

Geschäftsentwicklung

Neben den strategisch wichtigen Wachstumsmärkten in Zentral- und Osteuropa, Asien und Südamerika ist AGRANA weiterhin erfolgreich in den hoch entwickelten und absatzstarken Molkereimärkten in Westeuropa und Nordamerika sowie in Südafrika und Australien/Ozeanien in wegweisender Position vertreten. Insbesondere diese Märkte verlangen stetige Innovations- und Technologieführerschaft, um die Marktposition weiter ausbauen zu können. AGRANA hat im vierten Quartal 2007|08 in Brecksville (Ohio) ein Innovationsund Produktentwicklungszentrum eröffnet. Dieser neue Standort ist neben Gleisdorf|Österreich das zweite Entwicklungszentrum für Fruchtzubereitungen und wird künftig speziell auf den amerikanischen Markt ausgerichtete Produkte entwickeln.

Der Einkauf wurde für alle Früchte, Ingredienzien und Zusatzstoffe neu organisiert und in der AGRANA Fruit Services (AFS) zusammengefasst, die nun für die Versorgung aller Werke im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen verantwortlich ist. Der Kapazitätsausbau an den eigenen Produktionsstandorten, wo auch frische Früchte in Gefriertunneln schockgefroren und dadurch haltbar gemacht werden, unterstreicht die kundenorientierte Ausrichtung dieser Serviceeinrichtung. Dadurch wird nicht nur die Verfügbarkeit der Rohware sichergestellt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Mitbewerbern erhöht.

Die Einkaufsorganisation wurde im Bereich der Qualitätskontrolle ausgebaut, um das nun zentralisierte und erhöhte Volumen entsprechend überwachen und auditieren zu können.

AGRANA legt großen Wert auf die Kundenzufriedenheit und überprüft sorgfältig die Qualität der verarbeiteten Früchte. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden das interne Qualitätsmanagement und die Lieferantenzertifizierung weiter verbessert. Da die Qualität des Endproduktes den Erfolg des Unternehmens und die Zusammenarbeit mit den Kunden bestimmt, wurden nachhaltige Maßnahmen in diesem Bereich gesetzt, um dem Anspruch der Führungsposition am Weltmarkt auch weiterhin gerecht bleiben zu können.

Durch die erfolgreiche Eingliederung aller Fruchtzubereitungsstandorte in einen Geschäftsbereich konnten Effizienzsteigerungen erzielt werden. Die Einführung einheitlicher Produktionsstandards und die gezielte Weiterentwicklung des bestehenden Qualitätsmanagements spiegeln das hohe Verantwortungsbewusstsein in Hinblick auf hochwertige und sichere Produkte wider. Die Implementierung unterschiedlicher Produktionsverfahren und der dadurch resultierende Wissenstransfer innerhalb der Unternehmensgruppe ermöglichen dazu noch effizientere, marktnähere Lösungen. Aufgrund der weltweiten Präsenz und der guten Zusammenarbeit innerhalb des Fruchtsegments können produktionstechnische Probleme gemeinsam schneller gelöst werden,

was eine höhere Versorgungssicherheit für den Kunden bedeutet. Die Innovationskraft und das frühzeitige Erkennen von neuen Ernährungstrends werden durch die Zusammenarbeit zahlreicher Experten auf internationalem Niveau weiter verstärkt.

Im Zuge einer Studie zur Kapazitätsauslastung der europäischen Fruchtzubereitungswerke wurden Strategien zur Optimierung der vorhandenen Produktionsanlagen in den einzelnen Standorten entwickelt. Um die vorhandenen Kapazitäten in den volumensstarken Werken besser ausnutzen und damit Kostenvorteile umsetzen zu können, wurde der Transfer der Erzeugungsvolumina vom Werk Kaplice| Tschechien in andere Konzernstandorte und somit die Schließung des tschechischen Standortes im Geschäftsjahr 2007|08 beschlossen.

Trotz gestiegener Rohstoffkosten sowie eines generellen Anstieges der Milchpreise konnte eine steigende Nachfrage von Fruchtzubereitungen bei bestehenden Kunden in wichtigen Märkten verzeichnet werden. Der Preis für Fruchtzubereitungen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2007|08 vorwiegend durch die schrittweise Weitergabe von Rohstoffpreissteigerungen an Kunden. Die Steigerungen der Rohstoffpreise und deren nur schrittweise Weitergabe an den Markt im Geschäftsjahr 2007|08 hatten entsprechende Auswirkungen auf das Operative Ergebnis.

AGRANA JUICE (FRUCHTSAFTKONZENTRATE)

Rohstoff, Ernte und Produktion

Im Vergleich zu den letzten Jahren fiel im Geschäftsjahr 2007|08 die europäische Apfel- und Beerenernte verhältnismäßig niedrig aus. Während angebotsseitig Rohware für die Produktion von Konzentraten in den europäischen Hauptanbaugebieten aufgrund des Frostes im Frühjahr 2007 beschränkt war, wurde die Nachfrage am Weltmarkt durch zunehmenden Konsum von Früchten (sowohl Frisch- als auch Tiefkühlware) sowie das rasante Wachstum in Osteuropa

verstärkt. Dadurch ergaben sich im Geschäftsjahr 2007|08 zum Teil erhebliche Rohstoffpreissteigerungen.

AGRANA betreibt zehn europäische Fruchtsaftkonzentratwerke in den Hauptanbaugebieten für Äpfel und rote Früchte. In den Ländern Polen, Ungarn, Rumänien, der Ukraine, Dänemark und Österreich werden neben Äpfeln auch Erdbeeren, Himbeeren, Schwarze und Rote Johannisbeeren, Sauerkirschen, Aronia und Holunder eingekauft und lokal verarbeitet. Neben der Herstellung von Fruchtsaftkonzentraten werden auch Direktsäfte und Pürees erzeugt, die nicht nur an die hoch spezialisierte westeuropäische Fruchtsaftindustrie geliefert werden, sondern auch die wachsende Nachfrage nach Apfel- und Beerensaftkonzentraten in den zentral- und osteuropäischen Märkten abdecken.

Die europäische Apfelernte wurde durch strenge Fröste zur Blütezeit Ende April bzw. Anfang Mai entscheidend gemindert. Während sich die Erntemengen in Polen halbierten, konnten in Ungarn gar nur rund 30 % der Apfelmenge eines Normaljahres geerntet werden. Um dennoch eine hohe Auslastung der Konzentratwerke zu gewährleisten, wurden die Strategien im Rohstoffeinkauf angepasst und auf Regionen mit besseren Rohstoffverfügbarkeiten ausgedehnt.

Die Apfelverarbeitung in den ostungarischen Werken konnte trotzdem zufriedenstellend abgewickelt werden, da Äpfel auch im benachbarten Ausland (Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowakei und Ukraine) eingekauft wurden. Aus Kostengründen blieb das ungarische Werk in Anarcs während der letzten Kampagne geschlossen, wodurch Apfelsaftkonzentrat ausschließlich in Vasarosnameny und Hajdusamson produziert wurde.

In der Ukraine hingegen waren die Vegetationsbedingungen im abgelaufenen Erntejahr optimal. Gegenüber dem Jahr 2006 konnten die Verarbeitungsmengen um mehr als 50 % gesteigert werden. Die Ernte begann bereits Mitte Juli, bis Ende Oktober wurde beinahe durchgehend auf höchster Kapazitätsstufe Apfelsaftkonzentrat produziert.

Auch in Rumänien konnten die Verarbeitungsmengen des Jahres 2006 übertroffen werden. Durch verbesserte Einkaufsstrategien war es in der Saison 2007 möglich, mehr Äpfel aus Rumänien zu kaufen und somit die Menge an aus Moldawien importierten Äpfeln zu reduzieren. Diese Maßnahme hatte aufgrund geringerer Transportentfernungen zusätzlich positive Auswirkungen auf den Einkaufspreis der Rohware.

Im österreichischen Werk in Gleisdorf wurde mit der Produktion von Apfelsaftkonzentrat bereits Mitte August und somit etwa drei Wochen früher als in den Vorjahren begonnen. Aufgrund der guten Erntemenge an steirischen Äpfeln sowie zusätzlicher Importe aus Westungarn, Italien und Slowenien konnte die Verarbeitungskampagne auf knapp 100 Tage verlängert werden. Infolge sehr guter Witterungsbedingungen war es zusätzlich möglich, hochqualitative Rohware zu kaufen und die Ausbeute zu erhöhen.

In der chinesischen Produktion in Xianyang wurden bis Anfang Mai Winteräpfel aus der Rekordernte 2006 verarbeitet. Obwohl die gesamte chinesische Apfelernte der Kampagne 2007|08 mit zirka 23 Mio Tonnen Äpfel um etwa 10 % geringer als im Jahr davor ausfiel, wurden die geplanten Rohstoffeinkaufsmengen realisiert.

Bei roten Beeren, die hauptsächlich in Polen und Dänemark, aber auch in Ungarn und der Ukraine eingekauft wurden, verlief der Rohstoffeinkauf äußerst zufriedenstellend. Obwohl auch hier frostbedingte Ernteausfälle zu beklagen waren, konnten die Planmengen weitestgehend realisiert werden. Neben der Produktion von Beerensaftkonzentraten wurden vor allem in Dänemark und in der Ukraine auch Direktsäfte und verschiedene Püreevariationen produziert.

Geschäftsentwicklung

Das Fruchtaufkommen im Geschäftsjahr 2007|08 war auf den internationalen Beschaffungsmärkten von deutlichen Nachfrageüberhängen gekennzeichnet, wodurch es je nach Frucht und Region zu massiven Preissteigerungen des Rohstoffes kam. Ein weiterer Grund für die deutlichen Verteuerungen lag in der spürbar gestiegenen Nachfrage nach Obst in den sich schnell entwickelnden Volkswirtschaften China, Indien und Russland. Während die Preissteigerungen bei Apfelsäften vorwiegend auf die unterdurchschnittliche Erntesituation in Europa zurückzuführen waren, waren die Steigerungsraten bei roten Säften eher nachfragegetrieben.

Die neuen Trends im Fruchtsaftbereich umfassen Themen wie Gesundheit, Convenience und Geschmack. Apfelsaftkonzentrat findet zum Beispiel auch seine Verwendung als Basis für die Erzeugung von Fruchtwein, in dessen Marktsegment sich in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung abzeichnete. Ein Wachstumspotenzial haben unter anderem Gemüsesäfte und sogenannte Schorle-Produkte (Mix aus Apfelsaft, Buntsaft und Mineralwasser).

Das aufgrund der drastisch gestiegenen Rohstoffpreise angehobene Preisniveau für Apfelsaft- und Beerensaftkonzentrate im Vergleich zum Vorjahr führte absatzseitig zu deutlich verzögerten Abrufen der Kunden in der Fruchtsaftindustrie insbesondere im Bereich Apfelsaftkonzentrate und einer im langjährigen Vergleich schwierigen Marktsituation. Die Rohstoffpreissteigerungen im Bereich der Beerensaftkonzentrate konnten großteils an die Kunden weitergegeben werden. Der Umsatz von rotem Beerenkonzentrat blieb konstant, konnte aber ertragsseitig den Rückgang durch die verminderten Apfelsaftkonzentratverkäufe nicht kompensieren.

Die im Geschäftsjahr 2006|07 abgeschlossene Umstrukturierung trägt zur Leistungssteigerung im Geschäftsfeld Fruchtsaftkonzentrate bei. Ein zentrales Verkaufsteam sorgt für einen schnellen Warenverkehr der Produkte zum Kunden. Neu eingeführte, standardisierte Prozesse und ein einheitliches IT-System verbessern die interne Zusammenarbeit und vereinfachen die Interaktion der einzelnen Produktionsstandorte.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT 55

Die Absicherung höchster Qualität mit allen Produkten und in allen Weltregionen ist für AGRANA ein zentrales Unternehmensziel und Basis für das hohe Vertrauen der Kunden in das Unternehmen. Dies lässt sich nur durch Verwendung ausgesuchter agrarischer Rohstoffe und Anwendung modernster Technologien erzielen. Dadurch werden Raubbau an der Natur und die Verschwendung von Ressourcen innerhalb der AGRANA-Wertschöpfungskette ausgeschlossen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie und Rohstoffen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist AGRANA nicht nur ein besonderes Anliegen, sondern eine Verpflichtung – jetzt und für künftige Generationen.

Nachfolgende Beispiele spiegeln die Umsetzung dieser Prinzipien durch AGRANA in der Praxis wider.

ENERGIEEFFIZIENZ UND EMISSIONSREDUKTION

AGRANA ist Vorreiter im nachhaltigen und umweltbewussten Handeln. Rohstoffeinsatz und Produktionsverfahren wurden und werden laufend optimiert, um die jeweils bestmögliche Energieeffizienz und Emissionsreduktion zu erzielen.

So hat AGRANA beispielsweise seit 1990 erhebliche Mittel in die Optimierung der Transportsysteme, die Energieversorgung sowie in eine umweltgerechte Produktion und Verpackung investiert. AGRANA hat durch die Reduktion der Emissionen in ihren Produktionsprozessen ihren Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Ziels zum Abbau von CO2-Emissionen bis 2010 heute bereits erfüllt.

Zuckerrüben produzieren unter österreichischen Bedingungen pro Hektar etwa 21 Tonnen Trockenmasse. Das ist etwa das Doppelte der Produktionsleistung von Getreide. Durch den Anbau von 40.000 Hektar Zuckerrüben in Österreich werden gegenüber einer Bestellung dieser Flächen mit Getreide um 420.000 Tonnen mehr Trockenmasse gebildet, wofür die Zuckerrübe der Atmosphäre etwa 770.000 Tonnen CO2 zusätzlich entzieht: Dies bedeutet eine erhebliche Entlastung für die Umwelt.

Durch den Einsatz der Elektro-Ultrafiltrationsmethode (EUF) zur Bodenuntersuchung wurde der Stickstoffdüngereinsatz in den letzten 25 Jahren um bis zu zwei Drittel reduziert.

Der Transport von Rüben und Kartoffeln erfolgt großteils umweltschonend mit der Bahn.

In den österreichischen Zucker- und Stärkefabriken wird die zur Verarbeitung notwendige Prozesswärme durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gewonnen. Durch die hohe Ausnutzung der eingesetzten Energie wird der Verbrauch an fossilen Energieträgern optimiert und spezifische Emissionen werden minimiert.

Die in den Zucker- und Stärkewerken anfallenden Nebenprodukte Carbokalk und Kartoffel-Restfruchtwasser werden als Dünge- und Bodenverbesserungsmittel weiterverwendet.

Der Ersatz von Durchlaufkühlsystemen durch geschlossene Kreislaufsysteme führte zu einer starken Verminderung des Frischwasserbedarfs.

Durch den Einsatz des Computerprogramms "LIMOS" (Lime Optimization System), welches den optimalen Bedarf an Kalkmilch in der Rübensaftreinigung ermittelt, wurde der Kalksteineinsatz im Zuckerbereich nachhaltig reduziert. Dies führte in weiterer Folge zu einer Einsparung von Kalkstein und Koks.

Die Bioethanolanlage in Pischelsdorf wird ab dem Juni 2008 nicht nur sauberes Treibstoffethanol aus nachwachsenden Rohstoffen liefern, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz Österreichs leisten.

NACHHALTIGE UMWELTORIENTIERUNG

Nahrungsmittelsicherheit, Qualitätssteuerung, Rückverfolgbarkeit aller industriellen Prozesse bis auf das Feld – Behandlung der Rohstoffe von der Aussaat bis zur Ernte – sowie Zertifizierungen tragen zur Nachhaltigkeit der AGRANA-Produkte und zur nachhaltigen Umweltorientierung bei.

Segment Zucker

AGRANA berät ihre landwirtschaftlichen Zulieferbetriebe laufend über optimale Produktionstechniken. Diese Partnerschaft mit den Produzenten sichert eine nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Böden, optimale Erträge und beste Qualität.

Die Errichtung und weitere Planung von Rübenlagerplätzen mit Bahnanschluss tragen zu einer weiteren Verlagerung des Rübentransportes auf die Bahn bei. Der Anteil der in der österreichischen Zuckerfabrik in Leopoldsdorf per Bahn

angelieferten Rüben konnte dadurch bereits auf zirka 50 % angehoben werden.

Durch den Einsatz des "LISA+"-(Lime Salt Analyzing)-Systems kam es zu einer Optimierung der Alkalisierung, wodurch der Einsatz von Prozesschemikalien reduziert werden konnte.

Investitionen in die technische Verbesserung der Schnitzelpressen ermöglichten erhebliche Einsparungen von Trocknungsenergie. Zusätzlich konnte durch Investitionen im Bereich der Messtechnik eine weitere Verringerung der Trocknungsenergie erreicht werden.

Durch neue Vermarktungsstrategien werden Rübenbruchstücke zur Produktion von Biogas verwendet. Die neu errichtete Biogasanlage in Kaposvár|Ungarn wurde während der Rübenkampagne 2007 hochgefahren. In dieser Anlage wird Biogas aus Zuckerrübenpressschnitzeln gewonnen. Die Zufuhr an Pressschnitzeln in die beiden Biogasreaktoren wurde bereits so weit gesteigert, dass zu Kampagneende aus insgesamt zirka 1.000 Tonnen Pressschnitzeln pro Tag in Summe eine tägliche Biogasmenge von zirka 125.000 m3 gewonnen wurde. Damit konnten mehr als 40 % des Primärenergiebedarfes abgedeckt werden. Darüber hinaus wird seit Kampagneende der Heizenergiebedarf von der neuen Anlage mit alternativem Brennstoff zur Gänze gedeckt.

Segment Stärke

AGRANA ist ein führender Anbieter von biologischen und garantiert gentechnikfreien Stärkeprodukten und unterscheidet sich dadurch wesentlich von den Mitbewerbern. Bei den Produktionsprozessen wird besonderer Wert auf hohe energetische Wirkungsgrade gelegt und durch Abwärmenutzung der Primärenergieeinsatz niedrig gehalten. Die Energiegewinnung aus Nebenprodukten wird an allen Standorten über bestehende Einrichtungen oder über Versuchsprojekte verbessert.

In Rumänien werden seit der Kampagne 2007 die bei der Maisstärkeproduktion anfallenden Fasern als Energiequelle genutzt. Diese Fasern werden in einem dafür adaptierten

Kessel anstelle von Heizöl thermisch verwertet. Die dabei gewonnene Wärmeenergie wird für die Erzeugung von Prozessdampf verwendet.

Der Ausbau des ungarischen Stärkewerkes erfolgt auch unter dem Gesichtspunkt der Erzielung hoher energetischer Wirkungsgrade und einer Reduktion des Primärenergieeinsatzes durch Nutzung von Abwärme.

In Österreich wird derzeit intensiv an innovativen Projekten zur Energiegewinnung aus Nebenprodukten der Kartoffelund Maisstärkeproduktion gearbeitet. So wird beispielsweise versucht, Nebenprodukte der Kartoffelverarbeitung zur Biogasgewinnung einzusetzen, was bereits seit Ende 2007 mit Kartoffelschälbrei aus der Püreeproduktion erfolgreich umgesetzt werden konnte.

Segment Frucht

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stehen viele Verbesserungsmaßnahmen im Dienste der Einhaltung der Umweltstandards. Bei Planung und Auslegung einer Abwasservorreinigungsanlage in Centerville|USA wurde bereits darauf Rücksicht genommen, dass auch zukünftige Umweltauflagen erfüllt werden können. Generell werden in allen Werken Prozesse dahingehend optimiert, Abfall und Abwasser zu reduzieren. Darüber hinaus läuft eine Initiative zur Gewinnung von Biogas aus den Abwasseranlagen. Am österreichischen Fruchtzubereitungsstandort in Gleisdorf ist eine derartige Anlage seit mehreren Jahren im Einsatz. Ein erheblicher Anteil des Gasbedarfes zur Dampferzeugung kann dort aus Biogas abgedeckt werden.

Die AGRANA Sourcingabteilung legt beim Rohstoffeinkauf größtes Augenmerk auf Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards. AGRANA kauft Rohware bei zertifizierten Rohstofflieferanten. Dabei wird auf eine nachhaltige Agrarbewirtschaftung in der Herstellung von Früchten für AGRANA-Fruchtzubereitungen und die Absicherung der hohen Qualitätsstandards Wert gelegt.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate sind im laufenden Betrieb sowie bei allen Ersatz- und Verbesserungsinvestitionen die effiziente Nutzung der Ressourcen Energie und Wasser und die Reinigung der Produktionsabwässer ein zentrales Thema.

Durch die Inbetriebnahme der Abwasservorreinigungsanlage in Vaslui|Rumänien im November 2007 können auch in diesem Werk die anspruchsvollen europäischen Umweltstandards eingehalten werden. Das Produktionsnebenprodukt Trester wird entweder getrocknet und zur Pektingewinnung beziehungsweise als Futtermittel verkauft oder einer thermischen Nutzung zugeführt. Der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm wird kompostiert und als Düngemittel verwendet.

In Ungarn betreibt AGRANA zusätzlich zu ihren Produktionsstandorten einen Betrieb zur Vermehrung resistenter Apfelsorten. In enger Kooperation mit einer Baumschule in der Nähe von Debrecen werden Apfelsorten, die aus dem Züchtungssortiment der Sächsischen Landesanstalt Dresden/ Pillnitz stammen, vertrieben. Diese speziellen Sorten, sogenannte Re-Sorten ("Re" = resistent), ermöglichen eine integrierte Apfelproduktion ohne den Einsatz von Fungiziden (Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten). Mit dem Anbau und Vertrieb dieser resistenten Apfelsorten leistet AGRANA einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Apfel- und Apfelsaftkonzentratproduktion. Bereits 2.500 Hektar resistenter Apfelanlagen wurden während der letzten acht Jahre in Ungarn in Kooperation mit mehr als 600 Landwirten ausgepflanzt. Das Projekt soll nicht nur die Rohstoffversorgung der Konzentratwerke fördern, sondern auch den Marktanforderungen nach Apfelsaftkonzentrat aus kontrollierter Produktion nachkommen. Ein eigenes Beratungsteam sorgt für die Einhaltung der Produktionsauflagen. Gemeinsam mit den Landwirten wird an der kontinuierlichen Verbesserung der Produktionstechnik gearbeitet. Aufgrund der positiven Entwicklung des Re-Sorten-Projektes in Ungarn wurden auch in Polen, Rumänien und der Ukraine erste Flächen in Kooperation mit Vertragslandwirten bepflanzt.

CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY

Corporate Social Responsibility (CSR) ist für AGRANA nicht nur ein modernes Schlagwort, sondern wird in den Unternehmen unserer Gruppe auch gelebt. Für AGRANA bedeutet CSR, einen Einklang zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialem Umfeld herzustellen.

Auf europäischer Ebene haben am 7. Februar 2003 die Sozialpartner der europäischen Zuckerindustrie, CEFS und EFFAT, einen gemeinsamen Verhaltenskodex unterzeichnet, der Mindestnormen für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR) in acht Bereichen festlegt. Die europäische Zuckerindustrie hat somit als erster Sektor der Nahrungsund Genussmittelindustrie freiwillig und auf breiter Ebene CSR-Mindeststandards vereinbart.

Die europäische Stärkeindustrie hat sich im Oktober 2002 in einem gemeinsamen Statement (AAC ENVIRONMENTAL POLICY) zum effizienten Einsatz natürlicher und erneuerbarer Ressourcen und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung bekannt.

Im Segment Frucht werden unterschiedliche Codices angewendet. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrat ist dies der SGF/IRMA Code of Conduct, der als erster Schritt verstanden werden soll, nachhaltige und ethische Standards in der internationalen Fruchtsaftindustrie durchzusetzen. Seit 2006 werden in diesem Geschäftsbereich zwei Projekte der Caritas in Rumänien und der Ukraine unterstützt.

Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitung bekennt sich zur Transparenz in der Führung der Geschäfte und im ethisch verantwortungsbewussten Umgang mit den Mitarbeitern. AGRANA hält sich an geltende Richtlinien und ist sich ihrer sozialen Verantwortlichkeit bewusst. Mangels eines Branchenkodex hat AGRANA im Bereich Fruchtzubereitung einen "AGRANA Code of Conduct" erarbeitet, der sich an den Standards der International Labour Organisation orientiert. Dieser Code of Conduct hat Themen wie die Vermeidung von Kinderarbeit, Zwangsarbeit, aller Arten von Diskriminierung oder auch die Förderung von Gesundheit und Arbeitsplatzsicherheit zum Inhalt. Im Zuge der Umsetzung dieses Codes werden internationale Arbeitsstandards respektiert sowie der faire Umgang mit Mitarbeitern gewahrt und Gleichberechtigung ernst genommen. Die Richtlinie fördert weiters den proaktiven Umgang mit dem Thema Arbeitssicherheit sowie der Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Audits stellen sicher, dass diese Richtlinien sowohl intern als auch extern von Zulieferern eingehalten werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Laufende Produktinnovationen in allen Segmenten sind wesentliche Bausteine der Unternehmensstrategie der AGRANA. Grundlage der Innovationskraft der AGRANA ist einerseits die intensive und enge Zusammenarbeit mit den Kunden, um die Bedürfnisse entsprechend zu definieren und erfolgreich umsetzen zu können. Andererseits unterhält AGRANA mit ihrem umfassenden Entwicklungs-Know-how und ihren Entwicklungskapazitäten bedeutende Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, die die Grundlagen für die Produktinnovationen bilden.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der AGRANA sind schwerpunktmäßig bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Die Leistungsbandbreite reicht von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Forschung und Entwicklung im Bereich Stärke gewinnt zunehmend an Bedeutung als Bindeglied zwischen den Ansprüchen des Marktes und den Bedürfnissen der Verbraucher. Laufende Anpassungen und Optimierungen der verschiedenen anwendungsspezifischen Stärkeprodukte sind Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg dieser Produkte am Markt. Innovation und marktorientiertes Handeln sind wesentliche Eckpfeiler, um neue Anwendungsfelder zu erschließen und im Stärkemarkt erfolgreich zu sein.

Im Dezember 2007 wurde neben Gleisdorf|Österreich ein zweites Innovationsund Kompetenzzentrum für den Fruchtzubereitungsbereich in den USA (Brecksville, Ohio) errichtet. In enger Zusammenarbeit mit den Kunden sowie mit dem Innovations- und Kompetenzzentrum in Gleisdorf werden nicht nur neue Produkte entwickelt, sondern auch Themen wie Prozess- und Verfahrensoptimierung sowie Produkt- und Qualitätssicherheit bearbeitet.

Im Geschäftsjahr 2007|08 betrugen die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) rund 10,5 m€. Insgesamt beschäftigte AGRANA für F&E 187 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2007|08.

SEGMENT ZUCKER

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung im Bereich Zucker lag im Geschäftsjahr 2007|08 in der weiteren Kostenreduktion der Produktionsprozesse durch Optimierung des Hilfsstoffeinsatzes. Parallel dazu wurde in der Erschließung von neuen Anwendungen für natürliche Biostabilisatoren sowie zur Entwicklung und Durchführung von Spezialanalysen geforscht.

AUFWENDUNGEN FÜR F&E (INTERN UND EXTERN)

Mit Hilfe von LIMOS, dem Programm zur optimalen Dosierung von Kalkmilch, konnte in den letzten Jahren der Kalksteinverbrauch in Österreich um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Eine Weiterentwicklung der in den letzten Kampagnen erfolgreich eingeführten automatisierten Härtebestimmung ermöglicht nun auch einen größeren Einsatzbereich von LISA+ und stellt die Grundlage eines Systems zur optimalen Dosierung von Alkalisierungsmitteln dar. Dies führt zu einer Vergleichmäßigung der Zuckerproduktion, vor allem im Bereich Enthärtungsanlagen und Zuckerhaus.

Das System zur ereignisgesteuerten Dosierung von natürlichen Biostabilisatoren, basierend auf einer wartungsarmen pH-Messung im Turmsaft, konnte in der vergangenen Kampagne weiter optimiert werden. Die erforderlichen Maßnahmen, um das System in der nächsten Kampagne auch außerhalb der österreichischen AGRANA-Werke einzusetzen, werden nun vorbereitet. Weitere Anwendungsgebiete von Biostabilisatoren außerhalb des Extraktionsbereichs umfassen den Einsatz im Kühlwasserkreislauf in den Zuckerfabriken als erfolgreiche Alternative zu chlorhaltigen Produkten sowie im Silagebereich (Unterdrückung von Fehlgärungen). Nach umfangreichen Laborversuchsserien wurden erste Erfahrungen mit der Akzeptanz bei Fütterungsversuchen gemacht. Nach positiver Resonanz können die notwendigen Schritte für die Etablierung eines Handelsproduktes eingeleitet werden.

Zunehmende Bedeutung erlangten in den letzten Jahren Maßnahmen zur Absicherung der Qualität der Endprodukte. Neben der Durchführung von Spezialanalysen zählen hierzu auch die Teilnahme an bzw. die Organisation von konzernweiten Ringanalysen und Cross Checks.

Im Rahmen des konzernweit etablierten Kompetenzzentrums für Zuckertechnologie wurde bei der Erstellung von Richtlinien für den Betrieb und die Instandhaltung von Kalköfen sowie die Dicksaftlagerung mitgearbeitet sowie an neuen Einsatzgebieten für Flockungshilfsmittel geforscht.

Neue Verwertungsmöglichkeiten könnten sich für die Nebenprodukte aus der Zuckergewinnung ergeben. Aktuelle Untersuchungen dokumentieren zum Beispiel für Carbokalk eine solide Nährstoffwirkung sowie eine positive Wirkung auf die Fruchtbarkeit des Bodens und sprechen somit im Sinne der Kreislaufwirtschaft für einen Einsatz als Düngemittel.

SEGMENT STÄRKE

AGRANA hat durch konsequente Produktinnovationen sowie Flexibilität den Spezialitätenbereich im Segment Stärke weiterentwickelt. Dabei ist es AGRANA gelungen, in bekannten wie auch neuen Marktsegmenten erfolgreich Stärkeprodukte zu platzieren und Kunden maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte im Nonfood-Bereich betreffen insbesondere die Anwendung modifizierter Stärken im Baubereich, in der Papierindustrie, im Klebstoffsektor, in der Textilindustrie sowie im Bereich Kosmetik. Der Bedarf der Industrie an Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen wird dabei immer größer.

Zu einem bedeutenden Marktsegment der AGRANA zählt der Baubereich, wo eine erhebliche Nachfrage nach hochentwickelten Stärkeethern mit speziellen Anforderungen besteht. Produktentwicklungen im Bereich der klassischen Bauchemie, wie beispielsweise Fliesenkleber oder Putze, konnten erfolgreich am Markt eingeführt werden. Die neue Stärke dient dabei nicht nur als Verdicker, sondern trägt wesentlich dazu bei, dass die Verarbeitung mörtelbasierender Systeme den neuen Anforderungen des Marktes, wie längere Verarbeitungszeit bei geringerer Abbindezeit, gerecht wird. Dieser technologische Durchbruch wurde zum Patent angemeldet. Darüber hinaus bestehen für Stärkeether neue Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel im Tunnelbau. Auch im Bereich der Dispersionsfarben konnte eine neue Generation von wirkungsvollen und effizienten Stärkeverdickern entwickelt werden.

In der Papierindustrie werden die Kunden der AGRANA auf dem neuesten Stand der Wissenschaft mit Serviceleistungen betreut. In Kooperation mit wichtigen Branchenpartnern konnte in übergreifenden Projekten ein neuer Zugang für die Verwendung von Stärke als Co-Binder in Papierstreichfarben erzielt werden. Nach aufwendigen Versuchen konnten Stärkeprodukte entwickelt werden, die bei gleich guter Laufeigenschaft wie marktübliche Dextrine eine verbesserte Bindekraft aufweisen. Die Marktreife dieser Produkte steht kurz bevor.

Als strategisch wichtiger Forschungsbereich hat sich der Klebstoffsektor etabliert. Im Bereich Sackkleber oder Etikettierkleber konnten Stärkeprodukte mit einem deutlich verbesserten Eigenschaftsspektrum entwickelt werden. Weitere Ausprägungen sind derzeit in der Entwicklungsphase und stehen vor Umsetzung.

Auch im Bereich der Lebensmittelstärken besteht hoher Bedarf an innovativen Produkten. AGRANA nutzt hier Synergien mit dem Segment Frucht, wo Stärke als Verdickungsmittel Verwendung findet. Bioprodukte und damit Biostärken haben in Österreich und auch in der EU eine immer größere Bedeutung. In diesem speziellen Marktsegment hat AGRANA eine führende Rolle eingenommen. Neuentwicklungen von Biostärken mit verbesserter Textur und besonderen fließtechnischen Eigenschaften stehen dabei im Vordergrund.

Im Rahmen der Bioethanolproduktion werden hohe Ansprüche an die Rohstoffbasis gestellt, um eine entsprechende Ausbeute an Alkohol sowie die Eignung als hochwertiges Futtermittel sicherzustellen. In Versuchen konnte eindeutig gezeigt werden, dass Kartoffelrestfruchtwasserkonzentrat zu erheblich beschleunigter Gärleistung in der Bioethanolproduktion führt. Diese Ergebnisse konnten sowohl bei Winterweizen als auch bei Wintertritikale bestätigt werden.

SEGMENT FRUCHT

Durch die Errichtung des zweiten Innovations- und Kompetenzzentrums für den Fruchtzubereitungsbereich in Brecksville|USA wurde ein weiterer strategisch wichtiger Schritt

am anspruchsvollen nordamerikanischen Markt gesetzt. Durch die geografische Nähe zum mexikanischen Absatzmarkt und den sich rasch entwickelnden südamerikanischen Märkten können zusätzliche Akzente zur besseren Marktbearbeitung gesetzt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Entwicklungszentrum in Gleisdorf|Österreich werden innovative Produkte für die weltweit tätigen Kunden der AGRANA entwickelt und marktnahe Lösungen realisiert. So konnte AGRANA als einer der ersten Fruchtzubereitungshersteller knusprige Cerealien in einer speziellen hydrophoben Form anbieten, die im Joghurt weiterhin knackig bleiben und den Genuss des Kunden steigern.

Der große Trend zu "Functional Ingredients", das sind Zutaten mit speziellem gesundheitlichem Nutzen, wurde gezielt weiterverfolgt. So werden zum Beispiel Fruchtzubereitungen auf Wunsch der Kunden mit natürlichen Antioxidantien veredelt. Antioxidantien sind in vielen Früchten von Natur aus enthalten und fangen freie Radikale im Organismus ab, die eine Zellalterung bewirken.

AGRANA meldete im Geschäftsjahr 2007|08 mehrere Patente an, um neue Kundensegmente anzusprechen. So ist es nun möglich, "Magic Drops" ins Joghurt einzumischen, die unterschiedliche funktionelle Substanzen enthalten und zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bringen. Diese Granulate sind vor allem für den Bereich der Kinderjoghurts interessant, da sie wohlschmeckende und farblich ansprechende Ergänzungen bieten. Unter dem Begriff "Clean Label" werden Kunden spezielle Fruchtzubereitungen angeboten, die keine Lebensmittelzusatzstoffe, Aromen und Farbstoffe enthalten und den natürlichen Charakter des Fruchtjoghurts unterstreichen.

Im Fruchtsaftkonzentratbereich wurde eine optimierte Nutzung von im Verarbeitungsprozess anfallenden Fruchtaromen angestrebt. Daneben wurde an der Verbesserung der Farbausbeute und Farbstabilität von roten Konzentraten gearbeitet. Mit der Entwicklung von Produktionsverfahren für Karotten und rote Rüben wurde die Basis für den Markteinstieg bei Gemüsesaftkonzentraten geschaffen.

62 PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2007|08 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.140 (Vorjahr 8.223) Mitarbeiter, was einer Reduktion um 83 Beschäftigte entspricht. Davon waren 1.643 (Vorjahr 1.650) Mitarbeiter in Österreich und 6.497 (Vorjahr 6.573) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen im Zucker-, Stärke- und Fruchtbereich tätig.

Als internationales Unternehmen beschäftigte AGRANA im Geschäftsjahr 2007|08 rund 80 % aller Mitarbeiter außerhalb von Österreich. Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl folgendermaßen:

  • ❚ im Segment Zucker 2.597 (Vorjahr 2.723) Mitarbeiter,
  • ❚ im Segment Stärke 847 (Vorjahr 776) Mitarbeiter und
  • ❚ im Segment Frucht 4.696 (Vorjahr 4.724) Mitarbeiter.

Im Segment Zucker verringerte sich im Geschäftsjahr 2007|08 der durchschnittliche Personalstand durch die weitere Umsetzung der laufenden Restrukturierungsmaßnahmen um 126 Mitarbeiter. Infolge der marktordnungsmäßigen Mengenbeschränkungen mussten in Rumänien rund 100 Mitarbeiter abgebaut werden. Mit der Entscheidung der Werksschließung des ungarischen Zuckerwerkes in Petöháza wurden mit den betroffenen Mitarbeitern in Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung die Sozialpläne ausverhandelt. Die 140 Mitarbeiter erhalten im Rahmen eines dreistufigen Sozialplanes eine entsprechende Kompensation sowie Unterstützung bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der Mitarbeiterstand im Stärkesegment erhöhte sich um durchschnittlich 71 Mitarbeiter, was vor allem auf die Anstellung von Beschäftigten für das neu errichtete Bioethanolwerk in Pischelsdorf zurückzuführen war.

Im Segment Frucht wurde im Geschäftsjahr 2007|08 vermehrt Saisonpersonal für die sehr ertragreiche Erdbeerernte in Marokko benötigt. Darüber hinaus erforderten die Inbetriebnahme des brasilianischen Fruchtzubereitungswerkes in Cabreúva sowie die Produktionsausweitungen in Russland und Südafrika Personalaufstockungen. Für die im Zuge der Standortoptimierung beschlossene Schließung des tschechischen Standortes AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. in Kaplice wurde ein Sozialplan ausgearbeitet, der eine schrittweise Freisetzung der 77 betroffenen Mitarbeiter umfasst. Das umfangreiche Unterstützungsprogramm beinhaltet unter anderem die Unterstützung bei Bewerbungen. AGRANA geht davon aus, dass die Mitarbeiter in der aufstrebenden Region im Raum Kaplice eine entsprechend gleichwertige Beschäftigung finden.

ERFOLGREICHER WANDEL DER UNTERNEHMENSKULTUR

Im November 2005 startete AGRANA ein umfassendes Unternehmenskulturprojekt. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, nach zahlreichen Akquisitionen und einem enormen Wachstum in den vergangenen Jahren die unterschiedlichen Kulturen einander anzunähern und für die Zukunft einheitliche Grundsätze für ein gemeinsames Handeln sowie ein Verständnis für die Umsetzung der Unternehmensstrategie konzernweit zu haben.

Im Mittelpunkt dieses Prozesses steht die Schaffung einer intensiveren Verbindung mit dem Unternehmen AGRANA als gemeinsame Basis für die 76 Gesellschaften mit unterschiedlicher Geschichte innerhalb der AGRANA-Gruppe. Werte und Einstellungen werden als wesentlicher Bestandteil für die Integration sowie für die Identifikation mit dem AGRANA-Konzern gesehen. Das Projekt dient aber auch dazu, allen Mitarbeitern die AGRANA-Strategie näherzubringen. Durch eine stärkere Einbindung in den Strategieprozess soll den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, diese Entwicklung auch aktiv mitzugestalten.

Schwerpunkt des abgelaufenen Geschäftsjahres 2007|08 war die Durchführung einer konzernweiten Mitarbeiterumfrage, um standortspezifische Verbesserungspotenziale zu ermitteln und mit den entsprechenden Maßnahmen in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Im Geschäftsjahr 2008|09 wird der Fokus auf die Umsetzung der einheitlichen Unternehmensstrategie in den internationalen Fruchtstandorten gelegt. Die breite Diversifikation durch weltweite Standorte und somit auch die Vielfalt an Kulturen soll in eine gemeinsame AGRANA-Kultur integriert werden.

Im Geschäftsjahr 2007|08 wurde das einheitliche Erfolgsbeteiligungssystem weltweit umgesetzt. Rund 6 % aller Beschäftigten nehmen an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

WEITERENTWICKLUNG ALS ERFOLGSFAKTOR

AGRANA fördert die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter sowohl segmentintern als auch segmentübergreifend. Innerhalb der einzelnen Segmente unterstützt AGRANA zum Beispiel individuelle Weiterbildungsmaßnahmen, es werden aber auch divisionsübergreifende Ausbildungsschwerpunkte gesetzt, in denen die Soft Skills der Mitarbeiter in internationalen Seminaren gefördert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Fokus im Bereich Teamleadership. In

ANZAHL DER MITARBEITER

davon SEGMENT ZUCKER

2.597 07 08
2.723 06 07
2.881 05 06

SEGMENT STÄRKE

SEGMENT FRUCHT

Österreich wurde das Augenmerk auf den Finanzbereich gelegt. Zielsetzung des Seminars "Financial Management in the AGRANA Business" war die Förderung von wirtschaftlichem Denken und die Vernetzung von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen. Dabei fanden nicht nur die theoretischen Aspekte Berücksichtigung, sondern die Teilnehmer konnten auch anhand eines Unternehmensplanspiels das erlernte Wissen gleich praxisnahe einsetzen.

Die globale Präsenz der AGRANA verlangt von allen Teilnehmern, sich in diesem internationalen Umfeld auch bewegen und verständigen zu können. Daher wurden sowohl in der Zentrale in Wien als auch in den einzelnen Produktionsstandorten über einen längeren Zeitraum Englischkurse angeboten. Diese Weiterbildungsmaßnahme wird AGRANA auch im nächsten Geschäftsjahr beibehalten.

Aufgrund der Internationalität der Führungsmannschaft und der damit verbundenen kulturellen, organisatorischen und strukturellen Unterschiede in den verschiedenen Ländern hat AGRANA unter anderem internationale Meetings als Weiterbildungsmaßnahme für die Entscheidungsträger organisiert. Im Zuge der Internationalisierung wurden außerdem Seminare zur Schulung von interkulturellen Kompetenzen angeboten.

Um die Qualität der Bewerberadministration zu erhöhen, wurde ein Online-Bewerbungstool auf der neu gestalteten AGRANA-Website implementiert. Die Rückmeldungen von Bewerbern sind durchwegs positiv. Besonders die leichte Handhabung und die Möglichkeit, sich direkt am jeweiligen Standort bewerben zu können, wurden positiv erwähnt.

Ein hoher Stellenwert wird der laufenden Weiterbildung auch im Rahmen der Lehrlingsausbildung beigemessen. Eine federführende Position nimmt in diesem Bereich die AGRANA Stärke bei der Schaffung des neuen Lehrberufs "LebensmitteltechnikerIn" ein.

ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEIT

Im Rahmen des "AGRANA-Fit"-Programms erfolgte im Geschäftsjahr 2007|08 erstmals die Teilnahme am Wien Energie Business Run. Die Förderung des Gesundheitsgedankens wurde auch in den zahlreichen AGRANA-Niederlassungen weltweit forciert, angefangen von laufenden Impfaktionen bis hin zur Wirbelsäulengymnastik.

Eine langfristige Stärkung der Gesundheit hat ein neues Wellness-Programm in den USA zum Ziel, in dessen Rahmen die Mitarbeiter motiviert werden sollen, Initiativen für die eigene Gesundheit zu ergreifen. Die Schwerpunkte dieses Programms werden monatlich gesetzt, wie zum Beispiel zum Thema Herz oder gesunde Ernährung. Ein "Wellness-Committee" identifiziert laufend Verbesserungspotenziale, die zur Steigerung der Mitarbeiter-Gesundheit beitragen, zum Beispiel Gesundheitsscreenings oder Nichtraucherkampagnen.

RISIKOMANAGEMENT 65

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu erreichen. Im Mittelpunkt dieser Risikosteuerungsaktivitäten steht dabei der möglichst effiziente Einsatz des verfügbaren Eigenkapitals unter Berücksichtigung mittel- und langfristiger strategischer Ziele und Wachstumsaussichten.

Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollsysteme.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf einem Risikocontrolling auf operativer Ebene und einem strategischen Beteiligungscontrolling, welche durch Berichts- und Kontrollsysteme unterstützt werden, sowie auf der Konzernrevision, die durch regelmäßige und systematische Überprüfung die Geschäftsprozesse, -abläufe und -systeme durchleuchtet.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für den Geschäftsverlauf negative Auswirkungen haben könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Risikocontrolling

Als zentrale, unabhängige Kontrolleinheit unterstützt das in der Abteilung Controlling organisatorisch verankerte Risikocontrolling den Vorstand bei der Entscheidung über die Risikopolitik. Die Genehmigung der Grundsätze des Risikomanagements, die Festlegung von Grenzen für alle relevanten Risiken sowie die Verfahren zur Überwachung der Risiken obliegt ebenfalls dem Vorstand. Die Abteilung berichtet in regelmäßigen Abständen an den Vorstand, der die aktuelle Risikosituation unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und der entsprechenden Risikolimits beurteilt.

Die Abteilung ist zuständig für die konzernweite Entwicklung und Implementierung der Methoden der Risiko- und Ertragsmessung, die laufende Weiterentwicklung und Verfeinerung der Steuerungsinstrumente und die Entwicklung und Wartung der grundsätzlichen Richtlinien. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher.

Interne Revision

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Holding und in den Tochtergesellschaften, die Angemessenheit und Wirksamkeit der vom Risikomanagement und Risikocontrolling gesetzten Maßnahmen sowie die internen Kontrollsysteme.

RISIKEN IN ZUSAMMENHANG MIT DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA operativen Einzelrisiken ausgesetzt, die ihre Ursachen in der spezifischen Geschäftstätigkeit der AGRANA haben und die Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinträchtigen können. Im Folgenden werden die relevanten Risiken im Detail beschrieben.

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanagements bewertet.

Von besonderer Bedeutung für die AGRANA ist diesbezüglich die neue EU-Zuckermarktordnung, die am 1. Juli 2006 in Kraft trat und bis zum 30. September 2015 gilt. Über die neue Zuckermarktordnung und ihre Auswirkungen wird ab Seite 32 im Segment Zucker im Detail berichtet.

Neue Marktchancen bietet die Erzeugung von Industriezucker, der außerhalb der Quote produziert und an Bioethanolhersteller, die chemische, pharmazeutische und die Fermentationsindustrie verkauft werden kann. Dieser wachsende Markt, der nicht durch Zuckerreferenzpreise und Rübenmindestpreise reglementiert ist, wird allerdings nur besonders wettbewerbsfähigen Erzeugern vorbehalten sein.

Richtlinie für erneuerbare Energien

Zur konsequenten Umsetzung ihrer klima-, energie- und agrarpolitischen Ziele arbeitet die EU-Kommission an der Neuauflage der seit 2003 geltenden Biokraftstoffrichtlinie. Aufgrund der steigenden Beimischungsmengen in Österreich (siehe Details im Segment Stärke) wird in Zukunft Bioethanol vermehrt direkt dem Benzin beigemischt.

In Brasilien haben sich seit Beginn der Zuckerrohrernte die Preise für Ethanol weitgehend stabil entwickelt. In Europa ist ebenfalls eine stabile Preisentwicklung zu verzeichnen, wobei nur geringe Mengen an Ethanol gehandelt wurden. Derzeit ist jedoch noch nicht abzusehen, wie sich das europäische Preisniveau für das Jahr 2008 vor dem Hintergrund der gestiegenen Getreidepreise entwickeln wird. Die Aufhebung der Flächenstilllegung von derzeit 10 % für das Jahr 2008 soll durch ein zusätzliches Produktionspotenzial von 10 bis 17 Mio Tonnen Getreide zu einer deutlichen Entspannung der Märkte beitragen.

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse Beschaffungsrisiken ausgesetzt, die ihre Ursache in Witterungseinflüssen haben können. Hierdurch können landwirtschaftliche Rohstoffe aufgrund von klimatischen Ereignissen unter Umständen in zu geringer Menge verfügbar sein. Zum anderen können diese Rohstoffe Preisschwankungen unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können.

Diese Risiken betreffen hauptsächlich die Segmente Stärke und Frucht. Speziell für die Bioethanolproduktion gilt es, die für die bereits eingegangenen Lieferverpflichtungen notwendigen Getreidemengen durch Kontrahierung physischer Lieferungen zeitgerecht abzudecken. Der Anstieg der Rohstofftangente kann teilweise durch höhere Verkaufspreise für das eiweißhältige Nebenprodukt im Rahmen der Bioethanolproduktion kompensiert werden.

Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis aller Beschaffungsmärkte ermöglicht es AGRANA, Engpässe in der Versorgung und Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. entgegenwirken zu können. AGRANA hat im Segment Frucht eine zentrale Einkaufsorganisation aufgebaut, die die Rohstoffmärkte global analysiert und somit gezielt auf Rohstoffengpässe und Qualitätsunterschiede reagieren

kann. Im Hinblick auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden mit Lieferanten und Kunden auch langfristige Verträge abgeschlossen. Dadurch kann gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden.

Den Beschaffungsrisiken im Zuckersegment kommt infolge der Zuckermarktordnung eine geringere Bedeutung zu, weil die Planung der Rübenbauern darauf ausgerichtet ist, die Lieferrechte möglichst zu erfüllen. Bei Energiepreisrisiken versucht AGRANA, mit einer entsprechenden Ausrichtung der Produktionsanlagen verschiedene Energieträger kostenoptimal einzusetzen. Darüber hinaus wird eine steigende Energieeffizienz der Anlagen konzernweit kontinuierlich forciert.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA agiert auf unterschiedlichen Märkten und versucht, mögliche Änderungen des Konsumverhaltens rechtzeitig zu erfassen. Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und finden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifikationen der Unternehmensstrategie. Schwankungen der Absatzpreise, die sich im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet AGRANA durch fortlaufende Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft.

Das anhaltende Wachstum und die Erfordernisse der neuen Märkte in den CEE-Ländern, Russland und Asien mit der sich dort rasch entwickelnden Fruchtsaft- und Molkereiindustrie bedürfen stetiger Marktbeobachtung. Nur durch genaue und vor allem kontinuierliche Marktanalyse bzw. Bearbeitung können bestehende sowie zukünftige Wachstumsmärkte rechtzeitig erkannt und für das weitere Wachstum der AGRANA-Gruppe genutzt werden.

Produktqualität

Höchste Qualität unserer Produkte im Interesse unserer Kunden und Konsumenten gehört zu den Ansprüchen der AGRANA an sich selbst. Die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards ist für AGRANA daher eine Selbstverständlichkeit. Risiken durch Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoffe oder von Verarbeitungsfehlern, tritt AGRANA durch strengste interne, zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme entgegen, deren Einhaltung konzernweit regelmäßig kontrolliert wird.

Weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie durch den Einsatz von Informationstechnologie entstehen, kommen im Vergleich dazu geringe Bedeutung zu. AGRANA begegnet diesen Risiken durch ständige Überwachung, klare Dokumentation sowie kontinuierliche Verbesserung der Prozessabläufe.

Rechtliche Risiken

Klageverfahren gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns besitzen könnten, bestehen nicht.

AGRANA ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht ausgesetzt. AGRANA erfasst derartige Risiken bereits in der Frühphase, evaluiert ihren Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe und leitet daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen ab.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt und setzt zur Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftsund Finanzierungstätigkeit in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein.

Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • ❚ Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah nach der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zinsänderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.
  • ❚ Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken im Wesentlichen die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro.
  • ❚ Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Welt- sowie dem Energiemarkt und den relevanten Rohstoffmärkten. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien unterliegen einem Währungsrisiko durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung fakturierten Forderungen gegen Kursschwankungen abgesichert werden. Eine detaillierte Darstellung dieser finanziellen Risiken erfolgt ab Seite 129 im Konzernanhang.

Gesamtrisiko

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau gehalten, da sich zwar die Situation der Quotenrückgabe infolge der Zuckermarktordnungsreform verbessert hat, jedoch die Weltmarktpreissituation bei agrarischen Rohstoffen von dramatischen Volatilitäten geprägt war.

CHANCEN DER WEITEREN UNTERNEHMENSENTWICKLUNG

Durch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie bieten sich AGRANA zugleich eine Vielzahl von Chancen.

Die Neuregelung der Zuckermarktordnung bringt – neben den oben beschriebenen Risiken – auch Chancen zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsposition im Segment Zucker. Die durch die Preissenkungen verursachten strukturellen Veränderungen der europäischen Zuckerwirtschaft werden zum Ausscheiden von Mitbewerbern – insbesondere in klimatisch weniger günstigen Regionen Europas – führen. AGRANA verfügt über eine hervorragende Wettbewerbsposition und strebt den weiteren Ausbau ihrer Marktposition an.

Besondere Bedeutung kommt auch der Möglichkeit zu, Bioethanol als Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, wodurch einerseits die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, andererseits die Emission von Kohlendioxid reduziert werden kann. Die EU hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls, des Aktionsplans Biomasse und der EU-Strategie für Biokraftstoffe zu einer Nutzung regenerativer Energiequellen verpflichtet. An der Konkretisierung und Implementierung der Verpflichtungen wird derzeit gearbeitet. Die österreichische Bundesregierung hat eine Verpflichtung zur Substitution fossiler durch biogene Kraftstoffe beschlossen. Durch den Ausbau der ungarischen Alkoholkapazität und den Werksneubau in Österreich hat AGRANA

bereits heute die Grundlage gelegt, um auch künftig eine signifikante Rolle als Anbieter auf dem Markt für biogene Treibstoffe einzunehmen.

Im Segment Stärke hat AGRANA bereits eine wichtige Marktstellung als anerkannter Produzent von Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Bauindustrie eingenommen. Der Fokus liegt auf Biostärken und GVO1 freien Stärken für die Lebensmittelindustrie. Diese Nischenstrategie erlaubt eine Differenzierung vom Wettbewerb und eröffnet – unter Nutzung der konzerninternen Forschungsinfrastruktur – weiteres Wachstumspotenzial.

Das in den vergangenen Geschäftsjahren durch Akquisitionen neu geformte Segment Frucht verzeichnet erfreuliches Wachstum. Dies bedeutet einen Risikoausgleich zu den Veränderungen am EU-Zuckermarkt. Die AGRANA-Gruppe ist schon heute Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie. Zusätzlich ist AGRANA der größte Anbieter von Apfelsaftkonzentraten auf dem europäischen Markt. Große Bedeutung kommt zukünftig insbesondere Regionen mit relativ geringer Marktsättigung, wie zum Beispiel den USA, bzw. steigendem Einkommensniveau (wie etwa Russland, China, Brasilien) zu. Durch Investitionen in kundennahe Produktionsstandorte wird AGRANA auch zukünftig die Wettbewerbsposition stärken.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG für das angelaufene Geschäftsjahr 2008|09 keine bestandsgefährdenden Risken.

ANGABEN GEMÄSS § 243A UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt 103,2 m€ und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 %-Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG mit Sitz in Mannheim| Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG sind die Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, beteiligt. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA. So ist Dipl.-Ing. Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA nominiert. Beide erhalten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktionen keine Bezüge.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes im Sinne des § 243a Z 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

70 AUSBLICK 2008|09

AGRANA hat sich im Geschäftsjahr 2007|08 in einem schwierigen Umfeld bewegt und gut behauptet. Für das Geschäftsjahr 2008|09 erwartet AGRANA ein weiteres Wachstum auf über 2 Mrd € Umsatz. Vor allem ein weiteres organisches Wachstum im Segment Stärke soll wesentlich dazu beitragen.

Im Segment Zucker wird durch die weitere Umsetzung der neuen EU-Zuckermarktordnung eine Marktstabilisierung erwartet. Der Stärkebereich verfolgt weiterhin konsequent die Strategie der Spezialitätenproduktion. Mit dem Ausbau der Bioethanolkapazitäten in Ungarn und dem Start der Bioethanolproduktion in Österreich wird ein deutlicher Umsatzzuwachs erwartet. Im Segment Frucht wird AGRANA den Wachstumskurs insbesondere durch organisches Wachstum fortsetzen.

SEGMENT ZUCKER

Die Auswirkungen der Reform der EU-Zuckermarktordnung werden auch in den kommenden Jahren den Geschäftsverlauf im Segment Zucker prägen. Das Geschäftsjahr 2008|09 ist ein Übergangsjahr, in dem letztmalig die Restrukturierungsabgabe an den Restrukturierungsfonds zu leisten ist. Es wird erwartet, dass der Marktdruck aufgrund der Bestände infolge der Überproduktion der vergangenen Jahre mit einer niedrigeren Herbstproduktion aufgrund reduzierter Quotenmengen abnehmen wird. AGRANA wird den eingeschlagenen Weg fortsetzen, die Marktposition mit optimalem Service und Qualität zu verteidigen. Die Wettbewerbsposition soll durch anhaltende Effizienzsteigerungen und Optimierungen weiter verbessert werden. Die bereits eingeleiteten sowie in Umsetzung befindlichen Maßnahmen werden einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung der schwierigen Rahmenbedingungen leisten.

Investitionen

In den beiden österreichischen Werken sind im Geschäftsjahr 2008|09 Investitionen von rund 4 m€ geplant. Investitionsschwerpunkte sind die Erweiterung der Rübenübernahme in Leopoldsdorf und in Tulln, der Ersatz von alten Schnitzelpressen und weitere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sowie zur Erhöhung der Betriebssicherheit und im Verpackungsbereich.

Für die Werke in den ost- und südosteuropäischen Länden sind in Summe Investitionen von rund 13 m€ geplant. In Kaposvár wird der Ausbau der Verladekapazitäten für Weißzucker forciert. In Tschechien und der Slowakei werden Ersatzinvestitionen sowie Verbesserungen im Bereich der Energieeffizienz vorgenommen und Umweltauflagen erfüllt. In Rumänien ist der Ersatz von Weißzuckerzentrifugen durch Maschinen aus dem geschlossenen Standort Hohenau sowie die Automatisierung der Verpackungsstation in Buzau geplant.

71

Neben Optimierungsmaßnahmen in der Produktion ist in Brcko|Bosnien-Herzegowina der Kauf eines Grundstückes für die spätere Errichtung eines Zuckersilos vorgesehen. Durch den Ankauf einer Lagerhalle in Bulgarien wird eine bessere Versorgung des Marktes durch das Distributionscenter in Sofia sichergestellt.

GEPLANTE INVESTITIONEN 2008|09 in m€ ZUCKER STÄRKE FRUCHT 17,0 18,0 43,0

SEGMENT STÄRKE

Die neuen Verarbeitungskapazitäten bei HUNGRANA sowie die geplante Inbetriebnahme des Bioethanolwerkes Pischelsdorf werden ein starkes Umsatzwachstum im Segment Stärke ermöglichen.

Für das Anbaujahr 2008 wird eine Menge von rund 210.000 Tonnen Stärkeund Bio-Stärkeindustriekartoffeln unter Vertrag genommen, wobei die Kontraktmenge an Bio-Stärkekartoffeln aufgrund der gestiegenen Nachfrage um 50 % erhöht wurde. Im Bereich Stärkemais für Aschach ist der Großteil der benötigten Rohstoffmenge bis zur neuen Ernte 2008 bereits vertraglich fixiert. Aufgrund der aufgehobenen Flächenstilllegung und der hohen Rohstoffpreise wird in Österreich mit einer Ausdehnung der Anbaufläche bei Weizen und Mais von 5 % bis 10 % gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

HUNGRANA wird im Jahr 2008 aufgrund der fertig gestellten Kapazitätserweiterung ihre Maiskontrahierung um rund 70 % erhöhen. Der Rohstoffeinkauf von Mais bis zur neuen Ernte 2008 ist zum Großteil abgeschlossen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2008|09 sind im Segment Stärke Investitionen in Sachanlagen in Höhe von rund 18 m€ geplant.

Mit dem Bau einer weiteren Walzentrocknungsanlage zur Veredelung von Stärke wird der strategischen Ausrichtung hin zu Produkten mit höherer Wertschöpfung Rechnung getragen. Die zusätzliche Anlage soll gegen Ende des neuen Geschäftsjahres im Werk Gmünd|Österreich in Betrieb gehen und weitere Produkte für die Bau-, Papier- und Textilindustrie produzieren. Neben kleineren Ersatzinvestitionen ist für dieses Projekt ein Investitionsvolumen von 8 m€ vorgesehen. Für Bioethanol sind Investitionen in Höhe von 2,5 m€ geplant.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2008|09 wird die Erhöhung der Marktdurchdringung bestehender Märkte sowie die Erschließung neuer Märkte im Mittelpunkt stehen. In Hinblick auf das dynamische Marktwachstum in den großen Volkswirtschaften Asiens werden sowohl weitere Fruchtsaft- als auch Fruchtzubereitungsabsatzmöglichkeiten forciert. Die sich rasch entwickelnden mittel- und osteuropäischen Länder sowie der südamerikanische Kontinent werden ebenso gezielt bearbeitet. In den absatzstarken Ländern in Europa, Nordund Mittelamerika gilt es, mit neuen Produktideen und Konzepten die Marktposition abzusichern bzw. auszubauen. Der Trend zu Wellnessgetränken mit höherem Fruchtgehalt wird aktiv mitgestaltet.

AGRANA hat ihre Sourcing-Strategie den sich schnell ändernden Erfordernissen des Weltmarktes für agrarische Rohstoffe und der momentan hohen Nachfrage angepasst und kann durch gute Vorbereitung und genaue Marktkenntnis rasch auf Verfügbarkeitsschwankungen und Preissteigerungen reagieren. Durch die weltweite Vernetzung des Einkaufes können benötigte Rohstoffmengen in unterschiedlichen Märkten eingekauft und so die Rohstoffbasis erweitert werden. Die im Verhältnis zur Nachfrage knappe Verfügbarkeit von Früchten wird sich auch im kommenden Wirtschaftsjahr fortsetzen. Daher ist es für AGRANA ein besonderes Ziel, die Verfügbarkeit der Rohstoffe abzusichern. Wetteranomalien wie in den letzten Jahren haben sowohl die Erntemengen, aber noch mehr die Preise extrem volatil gestaltet. Die Entwicklung im Bereich Juice wird im Geschäftsjahr 2008|09 noch deutlich von den hohen Apfelsaftkonzentratskosten des Erntejahres 2007 beeinflusst sein. Die Nachfrageentwicklung der Kunden ist weiterhin sehr verhalten, da die Konsumenten auf das deutlich gestiegene Produktpreisniveau mit Nachfrageeinschränkungen reagiert haben.

Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2008|09 sind im Segment Frucht rund 43 m€ an Investitionen vorgesehen. Schwerpunkte sind die Erweiterungen der Produktionskapazitäten. Größtes Investitionsprojekt ist der Standortausbau in Serpuchov|Russland. Mit dem Bau einer zusätzlichen Produktionsstätte für Kunden der Region um Johannesburg schafft AGRANA die Voraussetzung zur Stärkung der Marktposition in Südafrika. Das im Geschäftsjahr 2007|08 in Betrieb gegangene brasilianische Fruchtzubereitungswerk wird im angelaufenen Geschäftsjahr die Kapazität verdoppeln. Mit der Errichtung einer Abwasservorreinigungsanlage in den USA am Standort Tennessee werden die Umweltstandards weiter verbessert.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht die Kapazitätserweiterung des Werkes Xianyang|China im Vordergrund. An den europäischen Standorten sind Investitionen zur Ausbeutesteigerung, Verbesserungen der Fruchtsortierung und Fruchtreinigung, Maßnahmen zur Erreichung des International Food Standards und zur effizienten Nutzung von Energie und Wasser geplant.

KONZERNABSCHLUSS 2007 |08

der AGRANA-Gruppe nach IFRS

  • Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • Konzern-Geldflussrechnung
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • Konzernanhang
  • Segmentberichterstattung
  • Allgemeine Grundlagen
  • Konsolidierungsgrundsätze
  • Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
  • Erläuterungen zur
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Geldflussrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
  • Organe der Gesellschaft
  • Konzern-Anteilsbesitz
  • Bericht des Abschlussprüfers und uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Kennzahlen

74 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2007|08

vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008

2007 08 Vorjahr
in t€ in t€
(1) Umsatzerlöse 1.892.275 1.915.819
(2) Bestandsveränderungen 118.845 –29.851
(2) Andere aktivierte Eigenleistungen 4.530 4.301
(3) Sonstige betriebliche Erträge 62.617 31.620
(4) Materialaufwand –1.331.016 –1.181.424
(5) Personalaufwand –212.953 –213.979
(6) Abschreibungen –89.153 –80.600
(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen –343.635 –340.105
(8) Ergebnis der Betriebstätigkeit 101.510 105.781
(9) Finanzerträge 16.546 15.227
(10) Finanzaufwendungen –44.994 –27.600
(11) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 24 51
Finanzergebnis –28.424 –12.322
Ergebnis vor Ertragsteuern 73.086 93.459
(12) Ertragsteuern –9.246 –22.362
Konzernjahresüberschuss 63.840 71.097
davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG (64.322) (68.865)
davon Minderheitenanteile (–482) (2.232)
(13) Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) 4,53 € 4,85 €

KONZERN-GELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2007|08

vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008

(14)

(15)

(16)

2007 08 Vorjahr
in t€ in t€
Konzernjahresüberschuss 63.840 71.097
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 90.142 81.338
Zuschreibungen auf das Anlagevermögen –834 –477
Veränderungen langfristiger Rückstellungen –12.288 –1.279
Ergebnis aus der Einbeziehung assoziierter Unternehmen –24 –51
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 –104
Cashflow aus dem Ergebnis 140.836 150.524
Gewinne aus Anlagenabgängen –298 –1.850
Veränderungen der Vorräte –170.234 20.621
Veränderungen der Forderungen, aktiven latenten
Steuern und kurzfristigen Vermögenswerte –79.911 –1.811
Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen 23.084 –17.553
Veränderungen der Verbindlichkeiten
(ohne Finanzverbindlichkeiten) 81.044 –14.660
Währungsumrechnungsbedingte Veränderungen
von Nicht-Fondspositionen 1.235 1.656
Veränderung des Working Capital –144.782 –11.747
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit –4.244 136.927
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 16.116 7.744
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und
Immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse –204.656 –145.882
Einzahlungen aus dem Verkauf von
Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens 24.829 5.262
Auszahlungen für Investitionen
in das Finanzanlagevermögen –3.443 –5.181
Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten –2.301 –28.965
Cashflow aus Investitionstätigkeit –169.455 –167.022
Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft
durch Minderheiten 5.395 10.040
Veränderungen langfristiger Finanzverbindlichkeiten –24.414 78.028
Veränderungen kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten 175.669 25.327
Gezahlte Dividenden –29.298 –30.166
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 127.352 83.229
Veränderungen des Finanzmittelbestandes –46.347 53.134
Einfluss von Wechselkursänderungen
auf den Finanzmittelbestand 889 –1.728
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 132.218 80.812
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 86.760 132.218

KONZERNBILANZ ZUM 29. FEBRUAR 2008

Stand am
29.2.2008 Vorjahr
in t€ in t€
AKTIVA A. Langfristige Vermögenswerte
(17) Immaterielle Vermögenswerte 252.939 254.516
(18) Sachanlagen 653.316 545.005
(19) Anteile an assoziierten Unternehmen 600 576
(20) Wertpapiere 18.657 27.434
(20) Beteiligungen und Ausleihungen 92.852 105.802
(21) Forderungen und sonstige Vermögenswerte 42.101 5.705
(22) Aktive latente Steuern 16.710 9.230
1.077.175 948.268
B. Kurzfristige Vermögenswerte
(23) Vorräte 680.271 510.037
(21) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte 346.050 305.488
Laufende Ertragsteuerforderungen 9.370 8.615
(24) Wertpapiere 4.314 27.060
Flüssige Mittel 86.760 132.218
1.126.765 983.418
Summe Aktiva 2.203.940 1.931.686
PASSIVA (25) A. Eigenkapital
Grundkapital 103.210 103.210
Kapitalrücklagen 411.362 411.362
Gewinnrücklagen 379.187 356.582
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 893.759 871.154
Minderheitenanteile am Kapital 28.306 24.345
922.065 895.499
B. Langfristige Schulden
(26a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 46.233 49.011
(26b) Übrige Rückstellungen 18.784 28.294
(27) Finanzverbindlichkeiten 307.286 331.700
(28) Sonstige Verbindlichkeiten
Passive latente Steuern
2.033
38.549
2.078
40.226
(29)
C. Kurzfristige Schulden 412.885 451.309
(26b) Übrige Rückstellungen 42.097 19.013
(27) Finanzverbindlichkeiten 370.116 194.447
(28) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 452.616 367.342
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 4.161 4.076
868.990 584.878
Summe Passiva 2.203.940 1.931.686

KONZERN-EIGENKAPITAL-ENTWICKLUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2007|08

Gewinnrücklagen
Unter
schieds
Grund- Kapital- Neube- Sonstige betrag Jahres- Minder- Summe
kapital rücklagen wertungs- Gewinn- Währungs- über- heiten
rücklage rücklagen umrechng. schuss anteile
2007 08 in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Stand am 1.3.2007
Verlust aus zur Ver
103.210 411.362 15.753 281.681 –9.717 68.865 24.345 895.499
äußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten 0 0 –12.111 0 0 0 0 –12.111
Cashflow-Hedge 0 0 2.279 0 0 0 0 2.279
Steuereffekt
Verlust aus Währungs
0 0 2.628 0 0 0 0 2.628
umrechnung 0 0 0 0 –6.021 0 –376 –6.397
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste
0 0 –7.204 0 –6.021 0 –376 –13.601
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 0 64.322 –482 63.840
Summe berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –7.204 0 –6.021 64.322 –858 50.239
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –28.526 –772 –29.298
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 40.339 0 –40.339 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 34 0 0 5.591 5.625
Stand 29.2.2008 103.210 411.362 8.549 322.054 –15.738 64.322 28.306 922.065
379.187
Vorjahr
Stand am 1.3.2006 103.210 411.362 46.727 249.481 –1.331 62.745 13.611 885.805
Verlust aus zur Ver
äußerung verfügbaren
Finanzinstrumenten 0 0 –30.221 0 0 0 0 –30.221
Cashflow-Hedge 0 0 –753 0 0 0 0 –753
Verlust aus Währungs
umrechnung 0 0 0 0 –8.386 0 –94 –8.480
Nicht in der GuV
berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –30.974 0 –8.386 0 –94 –39.454
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 0 0 68.865 2.232 71.097
Summe berücksichtigte
Gewinne/Verluste 0 0 –30.974 0 –8.386 68.865 2.138 31.643
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 –29.695 –471 –30.166
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 33.050 0 –33.050 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 –850 0 0 9.067 8.217
Stand 28.2.2007 103.210 411.362 15.753 281.681 –9.717 68.865 24.345 895.499
356.582

77

KONZERNANHANG DER AGRANA-GRUPPE

SEGMENTBERICHT-ERSTATTUNG

Die Segmentberichterstattung entsprechend IAS 14 folgt mit den Segmenten Zucker, Stärke und Frucht der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe. Das Segment Zucker umfasst die Zuckergewinnung in Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Rumänien sowie zuckernahe Bereiche. Dem Segment Stärke sind Produktionsstätten in Österreich, Ungarn und Rumänien zugehörig. Das Segment Frucht umfasst die Bereiche Juice (Konzentratherstellung in Österreich, Dänemark, Polen, Rumänien, Ungarn, China) und Frucht (weltweite Fruchtzubereitung).

Segmentierung nach Geschäftsbereichen

Konsoli- Summe
Zucker Stärke Frucht dierung Segmente
Geschäftsjahr 2007 08 in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse 772.028 339.988 852.520 –72.261 1.892.275
Umsätze zwischen
den Segmenten –20.332 –51.885 –44 72.261 0
Außenumsatzerlöse 751.696 288.103 852.476 0 1.892.275
EBITDA 54.900 48.988 80.644 0 184.532
Abschreibungen
auf Sachanlagen und
immat. Vermögenswerte1 –22.322 –13.655 –37.144 0 –73.121
Operatives Ergebnis 32.578 35.333 43.500 0 111.411
Ergebnis aus
Sondereinflüssen 1.439 –6.763 –4.577 0 –9.901
Ergebnis der
Betriebstätigkeit 34.017 28.570 38.923 0 101.510
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 24 0 0 0 24
Buchwert von
assoziierten Unternehmen 600 0 0 0 600
Segmentvermögen 701.829 390.061 871.434 0 1.963.324
Segmentschulden 358.877 68.374 134.512 0 561.763
Investitionen in
Sachanlagen und
immat. Vermögenswerte1 41.948 122.861 42.925 0 207.734
Finanzanlagen 3.310 0 133 0 3.443
Investitionen gesamt 45.258 122.861 43.058 0 211.177
Mitarbeiter 2.597 847 4.696 0 8.140

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Konsoli- Summe
Zucker Stärke Frucht dierung Segmente
Vorjahr in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse 804.574 253.429 914.619 –56.803 1.915.819
Umsätze zwischen
den Segmenten –19.908 –36.891 –4 56.803 0
Außenumsatzerlöse 784.666 216.538 914.615 0 1.915.819
EBITDA 57.658 41.336 88.499 0 187.493
Abschreibungen
auf Sachanlagen und
immat. Vermögenswerte1 –24.743 –12.825 –42.937 0 –80.505
Operatives Ergebnis 32.915 28.511 45.562 0 106.988
Ergebnis aus
Sondereinflüssen 0 –1.207 0 0 –1.207
Ergebnis der
Betriebstätigkeit 32.915 27.304 45.562 0 105.781
Ergebnis aus
assoziierten Unternehmen 51 0 0 0 51
Buchwert von
assoziierten Unternehmen 576 0 0 0 576
Segmentvermögen 559.124 250.609 796.522 0 1.606.255
Segmentschulden 305.205 48.851 111.681 0 465.737
Investitionen in
Sachanlagen und
immat. Vermögenswerte1 30.337 79.232 47.788 0 157.357
Finanzanlagen 2.784 142 2.629 0 5.555
Investitionen gesamt 33.121 79.374 50.417 0 162.912
Mitarbeiter 2.723 776 4.724 0 8.223

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen resultiert aus den Erträgen aus der freiwilligen Rückgabe von Zuckerquoten im Rahmen der Reform der Zuckermarktordnung, aus den während der Errichtungsphase angefallenen Kosten für die österreichische Bioethanolanlage sowie aus den mit der Schließung eines Fruchtzubereitungswerkes verbundenen Kosten.

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden werden aus dem Gesamtvermögen bzw. den Gesamtschulden abgeleitet ohne Berücksichtigung der Finanzforderungen bzw. -schulden. Des Weiteren werden in den Segmenten nicht zuordenbare Anteile an assoziierten Unternehmen, sonstigen Beteiligungen, Wertpapieren und Ausleihungen sowie laufende und latente Steuerforderungen/-schulden bereinigt.

29.2.2008 28.2.2007
in t€ in t€
Bilanzsumme Aktiva 2.203.940 1.931.686
abzüglich Finanzanlagen –112.109 –133.812
abzüglich Wertpapiere und flüssige Mittel –91.074 –159.278
abzüglich Steuerforderungen und sonstige Aktiva –37.433 –32.341
Segmentvermögen 1.963.324 1.606.255
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.281.875 1.036.187
abzüglich Finanzschulden –677.402 –526.148
abzüglich passiver latenter Steuern
und Schulden aus Ertragsteuern –42.710 –44.302
Segmentschulden 561.763 465.737

Segmentierung nach Regionen

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

2007 08 2006 07
in t€ in t€
Umsatz
Österreich 688.503 642.475
Restliche EU 842.287 890.408
EU-27 1.530.790 1.532.883
Sonstiges Europa (Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 91.337 85.208
Übriges Ausland 270.148 297.728
Summe 1.892.275 1.915.819
Segmentvermögen
Österreich 628.237 725.186
Restliche EU 1.055.407 649.260
EU-27 1.683.644 1.374.446
Sonstiges Europa
(Russland, Serbien, Türkei, Ukraine, Bosnien) 115.678 86.132
Übriges Ausland 164.002 145.677
Summe 1.963.324 1.606.255
2007 08 2006 07
in t€ in t€
Investitionen in Sachanlagen
und Immaterielle Vermögenswerte1
Österreich 89.458 70.000
Restliche EU 82.334 63.044
EU-27 171.792 133.044
Sonstiges Europa
(Russland, Serbien, Türkei, Ukraine, Bosnien) 20.320 4.561
Übriges Ausland 15.622 19.752
Summe 207.734 157.357

ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

Die AGRANA Beteiligungs-AG mit Sitz Donau-City-Straße 9, 1220 Wien, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist.

Der Konzernabschluss 2007|08 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie dem International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Vom IASB verabschiedete neue Standards werden ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet. Die seit diesem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendenden Regelungen von IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben) sowie des überarbeiteten IAS 1 (Darstellung des Abschlusses: Angaben zum Eigenkapital) haben zu erweiterten Angaben zu finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bzw. zu Eigenkapitalbestandteilen geführt. Die erstmalige Anwendung von IFRS 8 (Operative Segmente) ab dem Geschäftsjahr 2009|10 führt zu keinen wesentlichen Änderungen in der Segmentberichterstattung. Die ab diesem Geschäftsjahr verpflichtend anzuwendenden IFRIC 7 (Anwendung des Restatement-Ansatzes nach IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern), IFRIC 8 (Anwendungsbereich von IFRS 2) und IFRIC 11 (Konzerninterne Geschäfte und Geschäfte mit eigenen Anteilen nach IFRS 2) beziehen sich auf Sachverhalte, die die AGRANA-Gruppe nicht betreffen. Aus der erstmaligen Anwendung von IFRIC 9 (Neubeurteilung eingebetteter Derivate) haben sich keine Auswirkungen auf die Bilanzierung ergeben. Die Vorschriften des ab dem Geschäftsjahr 2008|09 geltenden IFRIC 12 (Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen) sowie des ab dem Geschäftsjahr 2009|10 geltenden IFRIC 13 (Kundentreueprogramme) beziehen sich auf Sachverhalte, die die AGRANA-Gruppe nicht betreffen.

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die Prinzipien der Klarheit, Übersichtlichkeit und Wesentlichkeit beachtet. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

KONSOLIDIERUNGS-GRUNDSÄTZE

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle in- und ausländischen Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der AGRANA Beteiligungs-AG stehen (Tochterunternehmen), durch Vollkonsolidierung einbezogen, sofern deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist. Die Einbeziehung einer Tochtergesellschaft beginnt mit dem Zeitpunkt der Erlangung eines beherrschenden Einflusses und endet mit dessen Wegfall.

Unternehmen, die gemeinsam mit einem anderen Unternehmen geführt werden (Gemeinschaftsunternehmen), werden entsprechend der Beteiligungsquote nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Unternehmen, auf die die AGRANA Beteiligungs-AG direkt oder indirekt einen maßgeblichen Einfluss ausübt (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Zum Bilanzstichtag wurden neben der Muttergesellschaft 62 (Vorjahr 63) Unternehmen in den Konzernabschluss nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 5 (Vorjahr 4) Unternehmen nach den Grundsätzen der Quotenkonsolidierung einbezogen.

Eine Übersicht der vollkonsolidierten, quotenkonsolidierten, at-equity einbezogenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen befindet sich auf den Seiten 139 ff.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2007|08 wie folgt verändert:

Stand 29.2.2008 62 5 1
Abgang 0 0 0
Umgründungen –2 0 0
Erstmalige Einbeziehung 1 1 0
Stand 1.3.2007 63 4 1
konsolidierung konsolidierung Bewertung
Voll- Quoten- Equity

83

Erstmalige Einbeziehung

  • ❚ AGRANA Bulgaria AD, Sofia|Bulgarien Tätigkeit: Handel mit Zucker | Gründungszeitpunkt: März 2007 | Anteil: 51%
  • ❚ STUDEN-AGRANA Rafinerija secera d.o.o., Brcko|Bosnien-Herzegowina Tätigkeit: Zuckerraffinerie | Gründungszeitpunkt: März 2007 | Anteil: 50 %

Umgründungen

Zu Beginn des Berichtsjahres wurden die polnischen Juice-Werke zu einer Rechtseinheit zusammengefasst. Daraus resultierte der Abgang von zwei Gesellschaften.

Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises

Die Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises und des Erwerbs von Minderheitenanteilen auf den Konzernabschluss stellen sich (vor Konsolidierungsmaßnahmen) wie folgt dar:

2007 08
in t€
Langfristiges Vermögen 3.587
Vorräte 0
Forderungen und andere Vermögenswerte 376
Flüssige Mittel und Wertpapiere 1.089
Kurzfristiges Vermögen 1.465
Langfristige Schulden 0
Kurzfristige Schulden –2.593
Reinvermögen 2.459
Minderheitenanteile 17
Geschäfts-/Firmenwert 50
Mittelabfluss aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten 2.526
Zahlungsmittel erworbener Unternehmen –1.089
Nettomittelabfluss aus dem Erwerb von Geschäftseinheiten 1.437
Umsatzerlöse 22.642
Jahresüberschuss –876

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die anteiligen Werte dar, die sich aus der Aggregation der nach der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ergeben. Diese umfassen die gemeinschaftlich geführte HUNGRANA Kft. sowie deren Tochtergesellschaft Hungranatrans Kft., Szabadegyhaza|Ungarn, an der die AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit 50 % beteiligt ist, die AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, die Xianyang Andre Juice Co. Ltd, China, und seit diesem Geschäftsjahr auch die STUDEN-AGRANA Rafinerija secera d.o.o., Brcko|Bosnien-Herzegowina.

29.2.2008 28.2.2007
in t€ in t€
Langfristiges Vermögen 113.248 47.414
Vorräte 33.414 17.498
Forderungen und andere Vermögenswerte 22.022 16.586
Flüssige Mittel und Wertpapiere 979 867
Kurzfristiges Vermögen 56.415 34.951
Summe Aktiva 169.663 82.365
Eigenkapital 60.076 42.346
Langfristige Schulden 21.139 1.005
Kurzfristige Schulden 88.448 39.014
Summe Passiva 169.663 82.365
Umsatzerlöse 107.595 72.823
Jahresüberschuss 7.566 16.290

Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

In der Vergleichsperiode 2006|07 wurde der Stichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Jahres- bzw. Zwischenabschlüsse des Segments Frucht von Ultimo Dezember auf den Konzernbilanzstichtag Ultimo Februar umgestellt. Dies hat zur Folge, dass die Jahresergebnisse des Segments Frucht für eine Periode von 14 Monaten – das heißt von Jänner 2006 bis Februar 2007 – in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Vergleichsperiode enthalten sind. Dieser Umstand ist beim Vergleich des vorliegenden Konzernabschlusses 2007|08 mit den Vorjahreswerten zu berücksichtigen.

Die Vereinheitlichung des Bilanzstichtages hatte 2006|07 folgende Auswirkungen auf den Umsatz und das Ergebnis nach Steuern:

12 Monate 14 Monate Differenz
in t€ in t€ in t€
Umsatz 780.615 914.619 134.004
Ergebnis nach Steuern 14.621 13.483 –1.138

Konsolidierungsmethoden

❚ Die Kapitalkonsolidierung bei voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Zuordnung der Anschaffungskosten zu den identifizierbaren Vermögenswerten und Schulden (einschließlich Eventualschulden) zum Zeitpunkt des Erwerbs. Übersteigen die Anschaffungskosten die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts-/Firmenwert unter den Immateriellen Vermögenswerten erfasst. Aus der Erstkonsolidierung resultierende passivische Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs ertragswirksam erfasst.

❚ Gemäß IFRS 3 werden Geschäfts-/Firmenwerte nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen und nur im Fall einer Wertminderung abgeschrieben (Impairment-Only-Approach).

❚ Anteile an assoziierten Unternehmen werden at-equity (Buchwertmethode) bewertet, wobei als Basis die jeweils letzt verfügbaren Jahresabschlüsse dienen. Gemäß IFRS 3 wird der die Anschaffungskosten übersteigende Betrag des anteiligen Eigenkapitals im Jahr des Erwerbs im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen erfasst. Ein sich aus der erstmaligen Bewertung ergebender Geschäfts-/Firmenwert wird im Buchwert der Anteile erfasst und gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

❚ Alle Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen aus Transaktionen zwischen voll- und quotenkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert.

❚ In den langfristigen Vermögenswerten und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen wurden um die Zwischenergebnisse bereinigt, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Währungsumrechnung

❚ Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und die Schulden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge wurden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden direkt im Eigenkapital erfasst.

❚ Monetäre Fremdwährungspositionen werden mit den Stichtagskursen zum Bilanzstichtag bewertet, wobei eingetretene Kursgewinne und -verluste erfolgswirksam in der Konzern-Gewinnund Verlustrechnung erfasst werden.

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungs- 1.3.2007 – 1.3.2006 –
Land einheit 29.2.2008 28.2.2007 29.2.2008 28.2.2007
in € in € in € in €
Rumänien RON 3,73 3,40 3,39 3,49
Slowakei SKK 32,53 34,44 33,56 36,74
Tschechien CZK 25,23 28,30 27,37 28,25
Ungarn HUF 264,15 254,70 252,24 264,55

❚ Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

❚ Die Abschlüsse der Gesellschaften des Segments Frucht, die im Vorjahr das Geschäftsjahresende von Ende Dezember auf Ende Februar umgestellt haben, wurden zu folgenden Kursen umgerechnet:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungs- 1.3.2007 – 1.1.2006 –
Land einheit 29.2.2008 28.2.2007 29.2.2008 28.2.2007
in € in € in € in €
Argentinien ARS 4,79 4,10 4,37 3,89
Australien AUD 1,62 1,68 1,63 1,67
Brasilien BRL 2,55 2,81 2,63 2,73
Bulgarien BGN 1,96 1,96 1,96 1,96
China CNY 10,79 10,23 10,50 10,03
Dänemark DKK 7,45 7,45 7,45 7,46
Fiji FJD 2,25 2,21 2,21 2,18
Südkorea KRW 1.425,07 1.244,15 1.301,43 1.201,49
Stichtagskurs Durchschnittskurs
Währungs- 1.3.2007 – 1.1.2006 –
Land einheit 29.2.2008 28.2.2007 29.2.2008 28.2.2007
in € in € in € in €
Marokko MAD 11,42 11,15 11,26 11,05
Mexiko MXN 16,24 14,75 15,25 13,78
Polen PLN 3,53 3,92 3,73 3,90
Rumänien RON 3,73 3,40 3,39 3,50
Russland RUB 36,45 34,53 35,30 34,15
Serbien CSD 83,70 80,00 80,35 83,50
Südafrika ZAR 11,73 9,58 9,90 8,64
Tschechien CZK 25,23 28,30 27,37 28,29
Türkei TRY 1,82 1,87 1,77 1,81
USA USD 1,52 1,32 1,40 1,26
Ukraine UAH 7,66 6,67 7,06 6,37
Ungarn HUF 264,15 254,70 252,24 262,64

BILANZIERUNGS-UND BEWERTUNGS-GRUNDSÄTZE

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

❚ Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben. Alle Immateriellen Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte, haben eine bestimmbare Nutzungsdauer.

❚ Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin geprüft. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

❚ Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäfts-/Firmenwert erfasst, wenn sie gemäß der Definition in IAS 38 separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann.

❚ Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

❚ Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Für die Bioethanolanlage in Österreich wurde im Geschäftsjahr eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode angewendet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen; sie umfassen keine Finanzierungskosten. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Wirtschaftsguts führen.

❚ Gehen bei gemieteten oder geleasten Vermögenswerten alle wesentlichen Chancen und Risiken auf die AGRANA-Gruppe über (Finanzierungsleasing), werden diese Gegenstände als Vermögenswert bilanziert. Der Wertansatz bei Abschluss des Vertrages erfolgt dabei zum niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Gegenstandes zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder dem Barwert der künftig zu leistenden Mindestzahlungen. Dieser Betrag wird gleichzeitig als Finanzverbindlichkeit bilanziert.

❚ Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 30 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 10 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

❚ Wertminderungen werden nach IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Barwert der erwarteten Mittelzuflüsse aus dem Vermögenswert ermittelt.

Zuschüsse der öffentlichen Hand

❚ Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

❚ Investitionszuschüsse werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen abgesetzt.

Anteile an assoziierten Unternehmen

❚ Die Anteile an assoziierten Unternehmen, soweit nicht von untergeordneter Bedeutung, werden nach der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital ausgewiesen.

Finanzinstrumente

❚ Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:

Finanzielle Vermögenswerte

Wertpapiere und sonstige Beteiligungen Ausleihungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Forderungen Flüssige Mittel

Finanzielle Schulden

Anleihen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Finanzierungsleasing Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten aus Restrukturierungsabgaben Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Zuckerquoten Sonstige Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente

Zinsderivate Währungsderivate Rohstoffderivate

❚ Beteiligungen werden grundsätzlich gemäß IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet; sofern dieser nicht verlässlich bestimmbar ist, erfolgt die Bewertung zu Anschaffungskosten. Bei Anzeichen auf nachhaltige Wertminderung wird eine Abschreibung durchgeführt.

❚ Die Ausleihungen werden zum Nennbetrag bewertet, zinslose oder niedrig verzinsliche langfristige Ausleihungen wurden mit dem Barwert angesetzt.

❚ Soweit die tatsächliche Absicht vorliegt und die Fähigkeit der Gruppe besteht, Wertpapiere mit einer Endfälligkeit bis zur Abreifung zu halten, erfolgt deren Wertansatz zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten. Dabei wird ein bestehender Unterschied zwischen Anschaffungskosten und Tilgungsbetrag nach der Effektivzinsmethode über die Gesamtlaufzeit des Wertpapiers verteilt (held to maturity). Bei Wertpapieren, die für Handelszwecke gehalten werden (held for trading), erfolgt die Bewertung zu Marktwerten, dabei werden Stichtagsgewinne bzw. -verluste erfolgswirksam erfasst. Alle übrigen Wertpapiere werden zu Marktwerten angesetzt, wobei Bewertungsänderungen unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt und erst bei Realisierung durch Verkauf des Wertpapiers in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden (available for sale).

❚ Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

❚ Wenn substantielle Hinweise auf Wertminderungen vorliegen und der voraussichtlich erzielbare Betrag von Gegenständen des Finanzanlagevermögens niedriger als der Buchwert ist, werden Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

❚ Flüssige Mittel werden mit dem Nominalwert angesetzt.

Derivative Finanzinstrumente

❚ Derivative Instrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden bei Vertragsabschluss zu Anschaffungskosten angesetzt, die nachfolgende Bewertung zum jeweiligen Bilanzstichtag erfolgt zum Marktwert. Bewertungsunterschiede werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Sind die Voraussetzungen für "Cashflow Hedge Accounting" gemäß IAS 39 erfüllt, werden die noch nicht realisierten Bewertungsunterschiede direkt im Eigenkapital erfasst.

❚ Der Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten wird durch öffentliche Notierung, Angabe von Banken oder mit Hilfe finanzmathematischer Bewertungsmethoden ermittelt. Der Marktwert von Devisentermingeschäften ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Kontraktkurs und dem aktuellen Terminkurs.

Forderungen

❚ Die Forderungen werden zum Nennwert bilanziert, wobei für erkennbare Risiken Wertberichtigungen gebildet werden. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem Barwert bilanziert. Fremdwährungsforderungen werden zum jeweiligen Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten

❚ Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der effektiven Zinsenmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen (fortgeführte Anschaffungskosten).

❚ Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.

❚ Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Vorräte

❚ Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

Emissionszertifikate

❚ Die Bilanzierung von Emissionsrechten erfolgt nach den Vorschriften IAS 38 (Intangible Assets), IAS 20 (Accounting for Government Grants and Disclosure of Government Assistance) und IAS 37 (Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets). Die für das jeweilige Kalenderjahr zugeteilten Emissionszertifikate sind Immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38, die dem kurzfristigen Vermögen zuzuordnen sind. Sie werden mit einem Anschaffungswert von Null angesetzt. Ab dem Überschreiten der zugeteilten Zertifikate ist für die weiteren tatsächlichen Emissionen erfolgswirksam eine Rückstellung von CO2-Emissionen zu bilden. Die Bemessung der Rückstellung orientiert sich am Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

Wertminderung

❚ Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zum Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Geschäfts-/ Firmenwerten und Immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt eine solche Überprüfung auch ohne Anhaltspunkt kurz vor jedem Bilanzstichtag.

❚ Bei dieser Überprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzwert oder Nettoveräußerungspreis. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

❚ Der Nutzwert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Kann für einen einzelnen Vermögenswert kein eigenständiger Cashflow festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzwertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die ein eigenständiger Cashflow ermittelt werden kann (cash generating unit).

❚ Der Nettoveräußerungspreis entspricht dem für den betroffenen Gegenstand am Markt unter unabhängigen Dritten erzielbaren Erlös abzüglich anfallender Veräußerungskosten.

❚ Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzwert.

Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

❚ Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

❚ Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung, bei Überdeckung wird ein Guthaben (sonstige Forderung) bilanziert. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

❚ Ein Unterschied zwischen dem auf Basis der zugrunde gelegten Annahmen im Voraus ermittelten Rückstellungsbetrag und dem tatsächlich eingetretenen Wert (aktuarischer Gewinn/Verlust) wird so lange nicht als Teil der Rückstellung erfasst, als dieser innerhalb von 10 % des tatsächlichen Wertes liegt. Bei Übersteigen der 10 %-Grenze erfolgt die Erfassung des diese Grenze übersteigenden Betrages verteilt über die durchschnittliche Restdienstzeit aller Mitarbeiter (Korridormethode).

❚ Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von 5,5 % (Vorjahr 4,5 %) zugrunde.

❚ Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit der Pensionsrückstellung saldiert.

Sonstige Rückstellungen

❚ Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.

❚ Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.

❚ Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.

Steuerabgrenzungen

❚ Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestanden bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern wurden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren möglich ist.

❚ Die Berechnung der latenten Steuern wurde nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet wurden.

❚ Für die Abgrenzung werden die bei der Auflösung der Unterschiede erwarteten künftigen Steuersätze angewendet. Zukünftige Steuersatzänderungen werden berücksichtigt, wenn die Steuersatzänderung zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bereits gesetzlich beschlossen wurde.

❚ Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Gewinnrealisierung

❚ Erträge aus Lieferungen werden realisiert, wenn alle wesentlichen Risiken und Chancen aus dem gelieferten Gegenstand auf den Käufer übergegangen sind. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst.

❚ Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

❚ Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Finanzierungsleasinggeschäfte anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.

❚ Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.

❚ Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen

❚ Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

❚ Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:

❚ Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte erfolgt auf Basis einer Prognoserechnung für die Cashflows der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an die Branche und das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.

❚ Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.

❚ Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern liegt die Annahme zugrunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende Verlustvorträge zu verwerten.

❚ Für die Beurteilung der Werthaltigkeit der Bioethanolanlage in Österreich wurden für Weizen und Mais rückläufige Rohstoffkosten zugrunde gelegt, die aufgrund der jüngsten Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten gewissen Unsicherheiten unterliegen.

Änderung von Bilanzierungsmethoden

❚ Im Geschäftsjahr kam es zu keinen wesentlichen Änderungen der Bilanzierungsmethode. Entsprechend IAS 1 wurde der Ausweis bei den Verbindlichkeiten und Rückstellungen angepasst.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(1) Umsatzerlöse

Summe 1.892.275 1.915.819
Leistungserlöse 7.396 9.373
Handelswarenerlöse 150.166 136.897
Eigenerzeugnisse 1.734.713 1.769.549
Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen
in t€ in t€
2007 08 2006 07

Die Aufteilung nach Regionen ist im Rahmen der Segmentberichterstattung (siehe Seite 78 ff) ausgewiesen.

(2) Bestandsveränderungen und

andere aktivierte Eigenleistungen 2007|08 2006|07 in t€ in t€ Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 118.845 –29.851 Andere aktivierte Eigenleistungen 4.530 4.301

Die Bestandserhöhung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 118.845 t€ resultierte vor allem aus dem Segment Zucker mit 45.399 t€ und dem Segment Frucht (insbesondere im Bereich Juice) mit 63.286 t€.

(3) Sonstige betriebliche Erträge

2007 08 2006 07
Erträge aus in t€ in t€
dem Abgang von Anlagevermögen
mit Ausnahme der Finanzanlagen 832 2.961
Leistungen an Dritte 2.357 8.237
Versicherungs- und Schadenersatzleistungen 2.182 1.427
Miet- und Pachtverträgen 1.620 1.752
Marketingleistungen 2.165 2.840
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 1.316 623
Quotenrückgabe 38.193 0
Rohstoffbeschaffung 1.057 1.255
Übrige Erträge 12.895 12.525
Summe 62.617 31.620

(4) Materialaufwand

Summe 1.331.016 1.181.424
bezogene Leistungen 46.536 43.450
Hilfs- und Betriebsstoffe 154.361 148.594
Handelswaren 305.240 229.344
Rohstoffe 824.879 760.036
Aufwendungen für in t€ in t€
2007 08 2006 07

(5) Personalaufwand

Summe 212.953 213.979
Aufwendungen für Abfertigungen 3.742 4.738
Aufwendungen für Altersversorgung 2.009 2.864
Soziale Abgaben 41.197 41.630
Löhne und Gehälter 166.005 164.747
in t€ in t€
2007 08 2006 07

Die Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder sind im Personalaufwand ohne Zinsanteil ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 3.244 (Vorjahr 3.190) t€ im Finanzergebnis enthalten.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

2007 08 2006 07
Aufgliederung nach Personengruppen
Arbeiter 5.886 6.137
Angestellte 2.181 2.013
Lehrlinge 73 73
Summe 8.140 8.223
Aufgliederung nach Regionen
Österreich 1.643 1.650
Restliche EU 3.305 3.539
EU-27 4.948 5.189
Sonstiges Europa
(Bosnien, Russland, Serbien, Türkei, Ukraine) 1.237 889
Übriges Ausland 1.955 2.145
Summe 8.140 8.223

(6) Abschreibungen

Summe 89.307 74.683 14.624 80.863 77.644 3.219
Abschreibungen im Finanzergebnis 154 0 154 263 0 263
Finanzanlagen 154 0 154 263 0 263
Abschreibungen im Ergebnis
der Betriebstätigkeit
89.153 74.683 14.470 80.600 77.644 2.956
Sondereinfluss 16.032 728 15.304 95 95 0
Operativen Ergebnis 73.121 73.955 –834 80.505 77.549 2.956
Abschreibungen im
Zuschreibungen im
Operativen Ergebnis
–834 0 –834 –476 0 –476
Sachanlagen 66.051 66.051 0 73.280 69.848 3.432
Immaterielle Vermögenswerte 7.904 7.904 0 7.701 7.701 0
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Gesamt schreibungen minderungen Gesamt schreibungen minderungen
Ab- Wert- Ab- Wert
2007 08 2006 07

Die im Ergebnis aus Sondereinflüssen enthaltenen Wertminderungen betreffen einerseits die Abschreibung der Zuckerquoten und andererseits die anstehenden Schließungen des Fruchtzubereitungswerks in Tschechien (Kaplice) und der Zuckerproduktion in Ungarn (Petöháza). Die Wertminderungen des Vorjahres resultieren aus dem Segment Zucker und betrafen vor allem die geschlossene Fabrik in Österreich (Hohenau).

(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Summe 343.635 340.105
Übrige 18.792 26.866
Miete und Pachtaufwand 6.053 5.791
Kursverluste 1.635 2.910
Sicherungsgeschäfte 0 6.865
Fremdleistungen für Betrieb 2.688 3.684
Forschung und Entwicklung (extern) 1.753 4.361
des Anlagevermögens 3.921 1.118
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen
Sonstige Steuern 7.543 7.831
Produktions- und Ergänzungsabgabe 9.534 2.175
Restrukturierungsabgabe 116.137 88.453
Werbeaufwendungen 11.641 10.971
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 81.489 88.962
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 82.449 90.118
in t€ in t€
2007 08 2006 07

Zucker produzierende Unternehmen, denen eine Quote zugeteilt worden ist, zahlen je Tonne der Quote einen befristeten Restrukturierungsbeitrag. Dieser betrug im Geschäftsjahr 173,80 (Vorjahr: 126,40) € pro Tonne.

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung belaufen sich insgesamt auf 10.543 (Vorjahr 12.158) t€.

(8) Ergebnis der Betriebstätigkeit

Summe 101.510 105.781
Ergebnis aus Sondereinflüssen –9.901 –1.207
Operatives Ergebnis 111.411 106.988
in t€ in t€
2007 08 2006 07

99

Folgende Gewinn- und Verlustrechnungspositionen sind durch das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2007|08 betroffen:

Zucker Stärke Frucht
in t€ in t€ in t€
Umsatzerlöse 0 29.386 0
Bestandsveränderungen 0 351 0
Andere aktivierte Eigenleistungen 0 659 0
Sonstige betriebliche Erträge 25.814 387 0
Materialaufwand 0 –31.283 0
Personalaufwand –5.049 –2.719 0
Abschreibungen 0 –728 0
Wertminderungen –14.305 0 –999
Sonstige betriebliche Aufwendungen –5.021 –2.816 –3.578
Summe 1.439 –6.763 –4.577

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen ist im Segment Zucker auf die Auswirkungen der Reform der Zuckermarktordnung zurückzuführen, die einerseits die Wertminderung der aktivierten Zuckerquote in Österreich, Ungarn und der Slowakei und andererseits die Schließung der Zuckerproduktion in einem Werk in Ungarn zur Folge hatte.

Im Segment Stärke resultiert das Ergebnis aus Sondereinflüssen wie im Vorjahr aus den Aufwendungen, die während der Errichtungsphase des Bioethanolwerkes in Pischelsdorf angefallen sind. Nach erfolgreichem Probebetrieb im Geschäftsjahr, bei dem rund 15.000 m3 Bioethanol produziert wurden, und der danach erfolgten Einwinterung ist die neuerliche Inbetriebnahme für Mai 2008 vorgesehen.

Im Segment Frucht wurden Vorsorgen für die Schließung des tschechischen Fruchtzubereitungswerks und für die Beendigung von amerikanischen Pensionsplänen getroffen.

Summe 16.546 15.227
davon Auflösung passivischer Unterschiedsbetrag (0) (104)
davon Gewinn aus Abgang von Wertpapieren (5.098) (295)
davon aus verbundenen Unternehmen (1.000) (1.699)
davon aus sonstigen Beteiligungen (3.211) (3.374)
davon Währungsgewinne (0) (1.266)
Sonstige Finanzerträge 9.858 7.054
Zinserträge 6.688 8.173
in t€ in t€
2007 08 2006 07

(9) Finanzerträge

(10) Finanzaufwendungen

Summe 44.994 27.600
gehaltener Wertpapiere (135) (286)
davon Wertminderung kurzfristig
davon Verluste aus Derivaten (2.525) (307)
davon Währungsverluste (8.485) (0)
Sonstige Finanzaufwendungen 11.288 1.263
Zinsaufwendungen 33.706 26.337
in t€ in t€
2007 08 2006 07

Der Posten Zinsaufwendungen enthält den Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder von 3.244 (Vorjahr 3.190) t€.

(11) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

2007 08 2006 07
in t€ in t€
Anteil am Gewinn 24 51

Der Anteil am Gewinn resultiert ebenso wie im Vorjahr aus der Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien.

(12) Ertragsteuern

Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

2007 08 2006 07
in t€ in t€
Effektive Steuern 15.489 17.896
davon Inland (1.122) (3.474)
davon Ausland (14.367) (14.422)
Latente Steuern –6.243 4.466
davon Inland (325) (–113)
davon Ausland (–6.568) (4.579)
Summe 9.246 22.362
davon Inland (1.447) (3.361)
davon Ausland (7.799) (19.001)

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:

2007 08 2006 07
in t€ in t€
Verminderung (–)/Erhöhung (+) aktiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 7.480 –5.260
Verminderung (+)/Erhöhung (–) passiver latenter Steuer
gemäß Konzernbilanz 1.677 10.047
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer 9.157 4.787
davon Zugang Konsolidierungskreis, erfolgsneutral (0) (–176)
davon übrige erfolgsneutrale Veränderungen
(Neubewertung, Währungsumrechnungsdifferenz) (2.914) (9.429)
davon erfolgswirksame Veränderungen (6.243) (–4.466)

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

Theoretischer Steueraufwand 18.272 23.365
Österreichischer Steuersatz 25 % 25 %
Ergebnis vor Ertragsteuern 73.086 93.459
in t€ in t€
2007 08 2006 07

Veränderung des theoretischen Steueraufwandes

aufgrund

Effektive Steuerquote 12,7 % 23,9 %
Ertragsteuern 9.246 22.362
aus Konsolidierungsmaßnahmen –4.066 0
nicht temporäre Differenzen
aperiodische Steueraufwendungen –336 2.029
Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen 710 4.447
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger
und steuerliche Abzugsposten –6.171 –4.159
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge
abweichender Steuersätze 837 –3.320

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25 %.

In den Steuerminderungen durch steuerfreie Erträge und steuerliche Abzugsposten ist eine Steuerbegünstigung der Biogasanlage in Ungarn in Höhe von 3.322 t€ enthalten.

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft mbH, AGRANA Bioethanol GmbH, Agrofrucht GmbH, AGRANA Fruit & Juice Holding GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice GmbH, Brüder Hernfeld GmbH und INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft mbH als Gruppenmitglieder gebildet.

Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht.

2007 08 2006 07
Konzernjahresüberschuss,
der den Aktionären der AGRANA
Beteiligungs-AG zuzurechnen ist in t€ 64.322 68.865
Aktienanzahl, die durchschnittlich
im Umlauf war in Stück 14.202.040 14.202.040
Ergebnis je Aktie nach IFRS
(unverwässert und verwässert) in € 4,53 4,85
Dividende je Aktie in € 1,951 1,95

(13) Ergebnis je Aktie

1 Vorschlag an die Hauptversammlung.

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2007|08 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 27.694 (Vorjahr 27.694) t€ ausgeschüttet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GELDFLUSS-RECHNUNG

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds. Die Auswirkungen von Akquisitionen sind eliminiert und werden in der Position "Auszahlungen aus dem Erwerb von Geschäftsanteilen" dargestellt. Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelbestand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

(14) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 140.836 (Vorjahr 150.524) t€, das entspricht 7,4 % (Vorjahr 7,9 %) des Umsatzes. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital führt zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von –4.244 (Vorjahr 136.927) t€.

Im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit sind folgende Zins-, Steuer- und Dividendenzahlungen enthalten:

2007 08 2006 07
in t€ in t€
Zinseinzahlungen 6.244 8.154
Zinsauszahlungen 27.583 17.040
Steuerauszahlungen 16.159 25.903
Dividendeneinzahlungen 4.211 5.073

(15) Cashflow aus Investitionstätigkeit

  • ❚ Zur Finanzierung der Investitionstätigkeit wurden 169.455 (Vorjahr 167.022) t€ benötigt.
  • ❚ Die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüssen stiegen auf 204.656 (Vorjahr 145.882) t€.
  • ❚ Die Einzahlungen aus Anlagenabgängen betrugen 16.116 (Vorjahr 7.744) t€.
  • ❚ Investitionen in Finanzanlagen wurden mit 3.443 (Vorjahr 5.181) t€ zahlungswirksam.
  • ❚ Im Geschäftsjahr wurden Auszahlungen für den Erwerb von Geschäftseinheiten ausgewiesen, die die Gründung der bosnischen Zuckergesellschaft STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. als auch nachträgliche Anschaffungskosten im Fruchtbereich betreffen. Den Auszahlungen von 3.390 t€ stehen Zahlungsmittelzuflüsse von 1.089 t€ entgegen.

(16) Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

  • ❚ Im Geschäftsjahr 2007|08 erhöhten sich die Finanzverbindlichkeiten um 151.255 (Vorjahr 103.355) t€.
  • ❚ Die Kapitalerhöhung an der AGRANA Bioethanol GmbH und AGRANA BIH Holding GmbH durch den jeweils weiteren Gesellschafter führte zu einem Zahlungsmitteleingang von insgesamt 5.395 (Vorjahr 10.040) t€.
  • ❚ Die gezahlten Dividenden betrafen überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Bardividende.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(17) Immaterielle Vermögenswerte Konzessionen,
Lizenzen
Geschäfts-/ Zucker- und ähnliche
Firmenwerte quote Rechte Summe
Geschäftsjahr 2007 08 in t€ in t€ in t€ in t€
Anschaffungskosten
Stand 1.3.2007 213.495 14.527 63.674 291.696
Währungsdifferenzen 0 167 –420 –253
Konsolidierungs
kreisänderungen 50 0 0 50
Zugänge 1.062 2.870 11.445 15.377
Umbuchungen 0 0 1.637 1.637
Abgänge 0 0 –2.050 –2.050
Stand 29.2.2008 214.607 17.564 74.286 306.457
Abschreibungen
Stand 1.3.2007 0 1.847 35.333 37.180
Währungsdifferenzen 0 61 –414 –353
Konsolidierungs
kreisänderungen 0 0 0 0
Zugänge 0 11.757 5.404 17.161
Umbuchungen 0 0 1.545 1.545
Abgänge 0 0 –2.015 –2.015
Zuschreibung 0 0 0 0
Stand 29.2.2008 0 13.665 39.853 53.518
Buchwert 29.2.2008 214.607 3.899 34.433 252.939
Buchwert 28.2.2007 213.495 12.680 28.341 254.516
Stand 28.2.2007 0 1.847 35.333 37.180
Zuschreibung 0 0 0 0
Abgänge 0 0 –389 –389
Umbuchungen 0 0 –247 –247
Zugänge 0 1.847 5.854 7.701
kreisänderungen 0 0 0 0
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen 0 0 –337 –337
Stand 1.3.2006 0 0 30.452 30.452
Abschreibungen
Stand 28.2.2007 213.495 14.527 63.674 291.696
Abgänge 0 0 –389 –389
Umbuchungen 0 0 425 425
Zugänge 8.317 14.527 2.503 25.347
kreisänderungen 5.673 0 0 5.673
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen 0 0 –664 –664
Stand 1.3.2006 199.505 0 61.799 261.304
Anschaffungskosten
Vorjahr in t€ in t€ in t€ in t€
Firmenwerte quote Rechte Summe
Geschäfts-/ Zucker- und ähnliche
Lizenzen
Konzessionen,

❚ Die Immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen der ehemaligen Atys-Gruppe, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie langfristige Anzahlungen ausgewiesen. Die im Vorjahr erworbenen Zusatzquoten wurden aufgrund der geänderten Zuckermarktordnung in diesem Geschäftsjahr (ausgenommen Tschechien) außerordentlich abgeschrieben.

❚ Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 19.574 (Vorjahr 19.501) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 192.943 (Vorjahr 191.904) t€. Die Veränderungen sind im Wesentlichen auf nachträgliche Anschaffungskosten zurückzuführen.

❚ Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash generating units) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Segment Frucht definiert.

❚ Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und Immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Wert des erwarteten Mittelzuflusses aus dem Vermögenswert ermittelt.

❚ AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (discounted-cash-flow) auf den erwarteten Mittelzufluss der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen validierte und von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 0,75 % p.a. (Vorjahr 1,0 % p.a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt zwischen 8,4 % und 9,7 % (Vorjahr 7,8 % bis 9,1 %) vor Steuern.

❚ Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

❚ Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen. Wertminderungen waren im Geschäftsjahr 2007|08 nicht erforderlich.

❚ Am Bilanzstichtag waren keine anderen Immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.

Buchwert 29.2.2008 227.253 333.670 46.110 46.282 653.316
Stand 29.2.2008 234.995 657.676 121.341 420 1.014.433
Zuschreibung 0 –834 0 0 –834
Abgänge –2.029 –10.446 –6.855 –45 –19.375
Umbuchungen –495 1.446 –948 0 3
Zugänge 16.611 44.719 11.496 0 72.826
kreisänderungen 42 1.726 265 –1 2.033
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen –2.798 –3.484 –1.014 –6 –7.302
Stand 1.3.2007 223.664 624.549 118.397 472 967.082
Abschreibungen
Stand 29.2.2008 462.248 991.346 167.452 46.702 1.667.749
Zuschüsse –1.739 –1.339 0 0 –3.078
Abgänge –2.360 –12.048 –7.872 –2.096 –24.376
Umbuchungen 5.247 48.617 –1.232 –52.721 –89
Zugänge 29.648 122.606 20.237 20.928 193.419
kreisänderungen 101 1.982 729 3.020 5.832
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen –5.267 –8.672 –1.690 –417 –16.046
Stand 1.3.2007 436.618 840.201 157.280 77.988 1.512.087
Herstellungskosten
Anschaffungs- und
Geschäftsjahr 2007 08 in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
und Bauten Maschinen ausstattung im Bau Summe
gleiche Rechte und Geschäfts- Anlagen
grundstücks- Anlagen und
Grundstücke, Technische Betriebs
Anlagen,
(18) Sachanlagen Andere

108

Buchwert 28.2.2007 212.954 215.652 38.883 77.516 545.005
Stand 28.2.2007 223.664 624.549 118.397 472 967.082
Zuschreibung –146 –303 –27 0 –476
Abgänge –3.140 –27.222 –7.677 87 –37.952
Umbuchungen 249 1.815 –1.829 12 247
Zugänge 17.241 44.128 12.017 –12 73.374
kreisänderungen 49 211 24 0 284
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen –45 –3.589 –1.179 9 –4.804
Stand 1.3.2006 209.456 609.509 117.068 376 936.409
Abschreibungen
Stand 28.2.2007 436.618 840.201 157.280 77.988 1.512.087
Zuschüsse –962 –1.579 –50 –9.900 –12.491
Abgänge –3.723 –30.103 –8.266 –642 –42.734
Umbuchungen 6.996 17.165 –1.592 –22.994 –425
Zugänge 11.689 38.129 12.031 78.477 140.326
kreisänderungen 1.219 2.742 147 725 4.833
Konsolidierungs
Währungsdifferenzen –2.344 –8.517 –1.803 –450 –13.114
Stand 1.3.2006 423.743 822.364 156.813 32.772 1.435.692
Herstellungskosten
Anschaffungs- und
Vorjahr in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
und Bauten Maschinen ausstattung im Bau Summe
gleiche Rechte und Geschäfts- Anlagen
grundstücks- Anlagen und
Grundstücke, Technische Betriebs
Anlagen,
Andere

❚ Zugänge von Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte):

Summe 207.734 157.357
Segment Frucht 42.925 47.788
Segment Stärke 122.861 79.232
Segment Zucker 41.948 30.337
in t€ in t€
2007 08 2006 07

❚ Der Anstieg im Segment Zucker ist vor allem auf ein Joint Venture zur Errichtung und zum Betrieb einer Rohzuckerraffination in Bosnien-Herzegowina zurückzuführen. Der Anstieg im Segment Stärke betrifft im Wesentlichen Investitionen in die Bioethanolanlagen in Pischelsdorf|Österreich und Szabadegyháza|Ungarn.

❚ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.

❚ Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungsleasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:

Buchwert 1.136 4.844
Abschreibungen (kumuliert) 521 3.170
Anschaffungskosten 1.657 8.014
in t€ in t€
2007 08 2006 07

❚ Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:

2007 08 2006 07
in t€ in t€
Im folgenden Jahr 4.296 6.568
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 7.607 9.780
Über 5 Jahre 3.165 3.532

❚ Aufwendungen aus operativen Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen betrugen 7.953 (Vorjahr 8.044) t€.

(19) Anteile an assoziierten Unternehmen

Stand 29./28.2. 600 576
Konsolidierungskreisänderungen 0 0
Anteil am Gewinn 24 51
Zugänge 0 0
Stand 1.3. 576 525
in t€ in t€
2007 08 2006 07

(20) Wertpapiere, Beteiligungen und Ausleihungen

Beteiligungen Wertpapiere
und (langfristige
Ausleihungen Vermögenswerte) Summe
Geschäftsjahr 2007 08 in t€ in t€ in t€
Anschaffungskosten
Stand 1.3.2007 106.265 29.408 135.673
Währungsdifferenz –20 18 –2
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0
Zugänge 207 3.236 3.443
Umbuchungen –2 2 0
Abgänge –3.576 –7.293 –10.869
Neubewertung (IAS 39) –9.500 –4.696 –14.196
Stand 29.2.2008 93.374 20.675 114.049
Abschreibungen
Stand 1.3.2007 463 1.974 2.437
Währungsdifferenz 33 3 36
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0
Zugänge 26 127 153
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 –86 –86
Zuschreibung 0 0 0
Stand 29.2.2008 522 2.018 2.540
Buchwert 29.2.2008 92.852 18.657 111.509
Vorjahr
Anschaffungskosten
Stand 1.3.2006 144.749 27.439 172.188
Währungsdifferenz –29 –12 –41
Konsolidierungskreisänderungen 0 6 6
Zugänge 3.635 1.920 5.555
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge –90 –1.289 –1.379
Neubewertung (IAS 39) –42.000 1.344 –40.656

Stand 28.2.2007 106.265 29.408 135.673

Buchwert 28.2.2007 105.802 27.434 133.236
Stand 28.2.2007 463 1.974 2.437
Zuschreibung 0 –2 –2
Abgänge –44 –224 –268
Umbuchungen 0 0 0
Zugänge 1 262 263
Konsolidierungskreisänderungen 0 6 6
Währungsdifferenz 0 0 0
Stand 1.3.2006 506 1.932 2.438
Abschreibungen
in t€ in t€ in t€
Ausleihungen Vermögenswerte) Summe
und (langfristige
Beteiligungen Wertpapiere

(21) Forderungen und sonstige Vermögenswerte

29.2.2008 28.2.2007
in t€ in t€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 248.747 211.555
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (108) (71)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 3.142 8.114
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 3.758 1.205
Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 556 1.785
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 46.844 37.728
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (7) (0)
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 6.071 6.463
Forderungen aus Quotenverkauf 35.723 0
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (35.723) (0)
Forderungen gegenüber Rübenbauern für Quotenerwerb 0 7.835
Forderungen aus Zuschüssen 8.007 10.450
Rechnungsabgrenzungsposten 3.869 3.392
Positiver Marktwert Rohstoffderivate
(Cashflow Hedge) 2.279 0
Forderungen aus Altlastsanierung 2.127 2.589
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (1.942) (2.589)
Übertrag 361.123 291.116
29.2.2008 28.2.2007
in t€ in t€
Übertrag 361.123 291.116
Versicherung und Schadensvergütung 1.128 0
Kautionen 1.182 1.044
Sonstige Vermögenswerte 24.718 19.033
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (4.321) (3.045)
Summe 388.151 311.193
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (42.101) (5.705)

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermitteln sich wie folgt:

Buchwert (netto) 248.747 211.555
Wertberichtigungen –13.106 –10.204
Buchwert (brutto) 261.853 221.759
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in t€ in t€
29.2.2008 28.2.2007

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

Wertberichtigungen 29./28.2. 13.106 10.204
Auflösungen –2.814 –356
Verbrauch –847 –61
Zuführungen 6.745 230
Währungsänderung/sonstige Veränderung –182 0
Wertberichtigungen 1.3. 10.204 10.391
in t€ in t€
2007 08 2006 07

Aus der Auflösung der Wertberichtigungen resultieren Zinserträge von 56 t€.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 248.747 (Vorjahr 211.555) t€. Die Fälligkeitsstruktur dieser Forderungen stellt sich wie folgt dar:

Buchwert 248.747 211.555
Wertberichtigte Forderungen 13.106 10.204
Zwischensumme 235.641 201.351
91 Tage und älter 4.454 3.271
31 bis 90 Tage 4.976 29.580
bis 30 Tage 53.848 27.713
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
Weder überfällige noch wertberichtigte Forderungen 172.363 140.787
in t€ in t€
2007 08 2006 07

(22) Aktive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

29.2.2008 28.2.2007
in t€ in t€
Aktive latente Steuern
Rückstellungen für Pensionen,
Abfertigungen und Jubiläumsgelder 1.782 2.552
Finanzanlagen 6.803 0
Vorräte und Forderungen 0 210
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 5.731 3.364
Verlustvorträge 11.419 8.152
Summe Aktive latente Steuern 25.735 14.278
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde –9.025 –5.048
Saldierte Aktive Steuerabgrenzung 16.710 9.230

Die Passiven latenten Steuern sind unter Punkt (29) erläutert.

Summe 680.271 510.037
Geleistete Anzahlungen 0 2.104
Waren 49.503 45.196
Fertige und unfertige Erzeugnisse 484.552 354.856
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 146.216 107.881
in t€ in t€
(23) Vorräte 29.2.2008 28.2.2007

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 9.117 (Vorjahr –249) t€ vorgenommen.

(24) Wertpapiere

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 4.314 (Vorjahr 27.060) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquiditätsreserve dienen.

(25) Eigenkapital

  • ❚ Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt.
  • ❚ Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf Seite 77 dargestellt.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, um sowohl die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

Eigenkapitalquote 41,8 % 46,4 %
Bilanzsumme 2.203.940 1.931.686
Eigenkapital 922.065 895.499
in t€ in t€
29.2.2008 28.2.2007

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird vor allem auch die Kennzahl "Gearing" (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

(26) Rückstellungen

Summe 107.114 96.318
Sonstige 60.881 47.307
Abfertigungen 16.057 16.265
Pensionen 30.176 32.746
Rückstellungen für
in t€ in t€
29.2.2008 28.2.2007

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.

Für die inländischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohnund Gehalts- sowie Rentensteigerungen zugrunde gelegt:

29.2.2008 28.2.2007
in % in %
Lohn-/Gehaltstrend 2,50 2,50
Rententrend 2,00 2,00
Zinssatz 5,50 4,50
Erwarteter Ertrag des Planvermögens Europa: 5,50 Europa: 4,50
Amerika: 9,20 Amerika: 8,50

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten modifiziert.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpflichtung der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

29.2.2008 28.2.2007 28.2.2006 28.2.2005 29.2.2004
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Pensionen 35.090 44.378 47.491 41.004 38.201
Abfertigungen 17.564 18.906 17.403 18.777 15.005

Historische Information zur Pensionsverpflichtung

29.2.2008 28.2.2007 28.2.2006 28.2.2005 29.2.2004
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Barwert der
Verpflichtung 35.090 44.378 47.491 41.004 38.201
Planvermögen 3.550 7.156 6.327 1.946 1.578
Nicht durch Plan
vermögen gedeckte
Verpflichtung 31.540 37.222 41.164 39.058 36.623

116

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

Pensionen Abfertigungen
Geschäftsjahr 2007 08 in t€ in t€
Bilanzierte Rückstellung zum 1.3.2007 32.746 16.265
Dienstzeitaufwand 507 977
Zinsaufwand 2.103 849
Erwartete Erträge Planvermögen –507 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1.595 44
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.698 1.870
Konsolidierungskreisänderungen 0 64
Gezahlte Versorgungsleistungen –4.096 –2.123
Dotierung Planvermögen –2.003 0
Währungsdifferenz –169 –19
Sonstige Veränderungen 0 0
Bilanzierte Rückstellung zum 29.2.2008 30.176 16.057
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn/Verlust 1.364 1.507
Marktwert Planvermögen 3.550 0
Barwert der Verpflichtung zum 29.2.2008 35.090 17.564

Vorjahr

Bilanzierte Rückstellung zum 1.3.2006 36.394 15.531
Dienstzeitaufwand 740 966
Zinsaufwand 2.210 799
Erwartete Erträge Planvermögen –477 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 828 189
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.301 1.954
Konsolidierungskreisänderungen 0 –33
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.683 –1.756
Dotierung Planvermögen –851 0
Währungsdifferenz –97 0
Umgliederungen –1.323 587
Sonstige Veränderungen –995 –18
Bilanzierte Rückstellung zum 28.2.2007 32.746 16.265
Nicht erfasster versicherungs
mathematischer Gewinn/Verlust 4.476 2.641
Marktwert Planvermögen 7.156 0
Barwert der Verpflichtung zum 28.2.2007 44.378 18.906

2007|08

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Die Rückstellung für direkte Versorgungsverpflichtungen lässt die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste innerhalb der von IAS 19 bestimmten Grenzen (±10 % des Anwartschaftsbarwerts) unberücksichtigt.

Ähnliche Verpflichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in t€
Planvermögen (Zeitwert) 1.3. 7.156
Währungsdifferenz –524
Tatsächliche Aufwendungen aus Planvermögen –225
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 2.003
Ausgaben des Planvermögens –4.860
Planvermögen (Zeitwert) 29.2. 3.550

Die Ausgaben des Planvermögens beziehen sich auf die Kündigung des Plans in den USA und die Auszahlung des Planvermögens an die Mitarbeiter.

b) Sonstige Rückstellungen Personal
aufwendungen Ungewisse
inklusive Jubi- Verbindlich
Rekultivierung läumsgeld keiten Summe
in t€ in t€ in t€ in t€
Stand 28.2.2007 12.125 25.141 29.261 66.527
Umgliederung
zu Verbindlichkeiten 0 –9.118 –10.102 –19.220
Stand 1.3.2007 12.125 16.023 19.159 47.307
Währungsänderungen –173 –57 63 –167
Konsolidierungs
kreisänderungen 0 –69 16 –53
Auflösung –3.486 –672 –5.183 –9.341
Verbrauch –334 –4.317 –7.648 –12.299
Zuführung 3.502 8.472 23.460 35.434
Stand 29.2.2008 11.634 19.380 29.867 60.881

Die sonstigen Rückstellungen sind mit 18.784 (Vorjahr 28.295) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 42.097 (Vorjahr 19.012) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpflichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung. In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind nun auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Rückstellungen für Demontage und Entsorgung, Ausfallgarantien, Produkthaftungen und andere Risikovorsorgen.

(27) Finanzverbindlichkeiten

Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
29.2.2008 bis 1 bis über 28.2.2007 bis 1 bis über
1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Anleihen 20.000 0 20.000 0 20.000 0 20.000 0
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 657.182 369.963 283.167 4.052 505.235 193.796 306.583 4.856
Leasingverbindlichkeiten 220 154 66 0 912 651 261 0
Finanzverbindlichkeiten 677.402 370.117 303.233 4.052 526.147 194.447 326.844 4.856
Wertpapiere langfristige
Vermögenswerte –18.657 –27.434
Wertpapiere kurzfristige
Vermögenswerte –4.314 –27.060
Flüssige Mittel –86.760 –132.218
Nettofinanzschulden 567.671 339.435

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel (31) bis (33).

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

Summe 49.915 24.097
Sonstige Pfandrechte 26.741 10.184
Pfandrecht an Vorratsvermögen 18.653 0
Grundpfandrechte 4.521 13.913
in t€ in t€
29.2.2008 28.2.2007

(28) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
29.2.2008 bis 1 bis über 28.2.2007 bis 1 bis über
1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 204.465 204.465 0 0 191.875 191.873 2 0
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen 59.054 59.054 0 0 6.250 6.250 0 0
Rechnungs
abgrenzungsposten 4.462 4.462 0 0 6.825 6.825 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 186.668 184.635 2.033 0 164.470 162.394 1.424 652
davon
aus Restrukturierungs
abgabe (105.358) (105.358) (0) (0) (89.248) (89.248) (0) (0)
aus Erwerb der Zusatzquote (0) (0) (0) (0) (17.268) (17.268) (0) (0)
aus Produktionsabgabe (6.573) (6.573) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
aus sonstigen Steuern (19.132) (19.132) (0) (0) (5.339) (5.326) (13) (0)
im Rahmen der
sozialen Sicherheit (5.653) (5.653) (0) (0) (4.844) (4.844) (0) (0)
Summe 454.649 452.616 2.033 0 369.420 367.342 1.426 652

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 62.422 (Vorjahr 75.581) t€ ausgewiesen.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten enthalten weiters Steuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Versorgungseinrichtungen sowie aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.

(29) Passive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

29.2.2008 28.2.2007
Passive latente Steuern in t€ in t€
Anlagevermögen 18.659 22.477
Vorräte und Forderungen 18.849 15.055
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 9.185 7.656
Sonstige Schulden und Rückstellungen 881 86
Summe Passive latente Steuern 47.574 45.274
Saldierung von aktiven und passiven Steuer
abgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde –9.025 –5.048
Saldierte Passive Steuerabgrenzung 38.549 40.226

Die Aktiven latenten Steuern sind unter Punkt (22) erläutert.

(30) Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Summe 29.102 98.281
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 21.115 89.623
in Sachanlagen 9.212 73.275
Bestellobligo für Investitionen
fälligen Leasingraten 11.903 16.348
Barwert der innerhalb von 5 Jahren
Eventualschulden 7.987 8.658
Patronatserklärungen 148 460
Genossenschaftliche Haftungen 2.475 2.139
Gewährleistungsverpflichtungen,
Bürgschaften 5.364 6.059
in t€ in t€
29.2.2008 28.2.2007

ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZ-INSTRUMENTEN

(31) Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft Anleihen, syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 657.182 (Vorjahr 505.235) t€ und waren durchschnittlich mit 4,32 % (Vorjahr 3,72 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, sodass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 229.585 (Vorjahr 229.119) t€. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4.521 (Vorjahr 13.913) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 45.394 (Vorjahr 10.184) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die flüssigen Mittel einen Rückgang von 132.218 t€ auf 86.760 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 4.314 (Vorjahr 27.060) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

122

Durchschnittlicher Stand davon Restlaufzeit
Effektivzinssatz 29.2.2008 bis 1 bis über
2007 08 2006 07 1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 2,43 2,49 229.295 2.711 222.532 4.052
PLN 0,00 4,00 0 0 0 0
CSD 6,88 0,00 290 105 185 0
2,44 2,49 229.585 2.816 222.717 4.052
Variabler Zinssatz
EUR 4,70 4,32 265.378 205.626 59.752 0
CZK 4,06 0,00 5.531 5.531 0 0
DKK 5,25 4,29 4.159 4.159 0 0
GBP 0,00 7,49 0 0 0 0
HUF 7,51 8,11 60.913 60.913 0 0
CNY 6,72 0,00 6.953 6.953 0 0
PLN 5,88 3,71 66.150 66.150 0 0
RON 0,00 9,40 0 0 0 0
SKK 4,14 4,96 4.270 4.270 0 0
USD 5,38 5,88 14.233 13.539 695 0
Sonstige 0,00 0,00 9 6 3 0
5,33 4,75 427.597 367.147 60.450 0
Summe 4,32 3,72 657.182 369.963 283.167 4.052

(32) Derivative Finanzinstrumente

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

❚ Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.

❚ Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.

123

505.235 193.796 306.583 4.856
276.116 185.770 90.056 290
18 7 11 0
44.859 20.556 24.303 0
2.353 2.353 0 0
435 435 0 0
34.412 34.412 0 0
0 0 0 0
17.002 17.002 0 0
313 313 0 0
4.161 0 4.161 0
0 0 0 0
172.563 110.692 61.581 290
229.119 8.026 216.527 4.566
0 0 0 0
169 85 84 0
228.950 7.941 216.443 4.566
in t€ in t€ in t€ in t€
1 Jahr 5 Jahre 5 Jahre
28.2.2007 bis 1 bis über
Stand davon Restlaufzeit

❚ Rohstoffpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie- und Getreidepreise.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limite zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren, das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
29.2.2008 28.2.2007 28.2.2007
in t€ in t€ in t€ in t€
Kauf USD 20.501 6.360 –534 –40
Verkauf USD 28.083 0 293 0
Kauf AUD 4.675 3.335 48 –4
Kauf CZK 5.493 5.675 86 –7
Kauf HUF 27.000 0 –666 0
Verkauf HUF 0 22.132 0 –245
Sonstige 0 571 –37 0
Währungsderivate 85.752 38.073 –810 –296
Zinsderivate 61.000 31.000 –1.513 –353
Rohstoffderivate
(Hedge Accounting) 14.923 0 2.279 0
Summe 161.675 69.073 –44 –649

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Höhe aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ohne Verrechnung mit etwaigen gegenläufigen Wertentwicklungen aus zugrunde liegenden Grundgeschäften ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 29. Februar 2008 beträgt 2.279 (Vorjahr –753) t€.

Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen. Die Wertänderungen der Geschäfte, für die kein Cashflow Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

125

(33) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

29.2.2008 28.2.2007
Bewertungskategorie Beizulegender Beizulegender
nach IAS 39 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 18.657 18.657 27.434 27.434
(langfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 90.816 90.816 101.321 101.321
finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare 1.618 1.618 4.150 4.150
finanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Langfristige Ausleihungen Kredite und Forderungen 418 418 331 331
Beteiligungen und 92.852 92.852 105.802 105.802
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
Forderungen aus Kredite und Forderungen 248.707 248.707 211.555 211.555
Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 87.651 87.651 66.687 66.687
Derivative finanzielle Derivate erfolgsneutral 2.278 2.278 71 71
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Derivative finanzielle Derivate erfolgswirksam 190 190 87 87
Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus 338.826 338.826 278.400 278.400
Lieferungen und Leistungen

und sonstige Vermögenswerte

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, positive Marktwerte von Derivaten, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungszufluss führen.

29.2.2008 28.2.2007
Bewertungskategorie Beizulegender Beizulegender
nach IAS 39 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Wertpapiere Zur Veräußerung verfügbare 0 0 27.060 27.060
(kurzfristig gehalten) finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere Erfolgswirksam zum beizu- 4.314 4.314 0 0
(kurzfristig gehalten) legenden Zeitwert bilanzierte
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Wertpapiere 4.314 4.314 27.060 27.060
(kurzfristig gehalten)
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 86.760 86.760 132.218 132.218
Summe 541.409 541.409 570.914 570.914
Finanzielle Verbindlichkeiten
Anleihen
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
20.000 20.000 20.000 20.000
Verbindlichkeiten Zu (fortgeführten) 657.182 657.182 505.235 505.235
gegenüber Kreditinstituten Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Finanzierungsleasing 220 220 912 912
Finanzverbindlichkeiten 677.402 677.402 526.147 526.147
Verbindlichkeiten aus Zu (fortgeführten) 204.465 204.465 191.875 191.875
Lieferungen und Leistungen Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus der Zu (fortgeführten) 105.358 105.358 89.248 89.248
Restrukturierungsabgabe Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus dem Zu (fortgeführten) 0 0 17.268 17.268
Erwerb der Zusatzquote Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
29.2.2008 28.2.2007
Bewertungskategorie Beizulegender Beizulegender
nach IAS 39 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Sonstige Verbindlichkeiten1 Zu (fortgeführten) 113.009 113.009 53.484 53.484
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten Derivate erfolgswirksam 2.424 2.424 400 400
aus derivativen mit beizulegendem Zeitwert
Finanzinstrumenten
Verbindlichkeiten aus 425.256 425.256 352.275 352.275
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Summe 1.102.658 1.102.658 878.422 878.422
29.2.2008 28.2.2007
Beizulegender Beizulegender
Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Summe je Bewertungs
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare 109.473 109.473 155.815 155.815
finanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare 1.618 1.618 4.150 4.150
finanzielle Vermögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
Erfolgswirksam zum beizu- 4.314 4.314 0 0
legenden Zeitwert bilanzierte
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
Kredite und Forderungen 423.536 423.536 410.791 410.791
Zu (fortgeführten) –1.100.014 –1.100.014 –877.110 –877.110
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
Derivate erfolgsneutral 2.279 2.279 71 71
mit beizulegendem Zeitwert
Derivate erfolgswirksam –2.234 –2.234 –313 –313
mit beizulegendem Zeitwert

1 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung bestimmte Wertpapiere (available for sale). Diese werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Bei Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens, die für Handelszwecke gehalten werden (at Fair Value through Profit and Loss), erfolgt die Bewertung ebenfalls zu Marktwerten, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaffungskosten (at cost) bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashflows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoffderivaten betreffen sowohl Fair Value- als auch Cashflow Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus der Restrukturierungsabgabe, dem Erwerb der Zusatzquote sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

2007 08
in t€ 2006 07
in t€
Zinsergebnis
Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten –24.250 –15.296
Kredite und Forderungen 705 647
Nettogewinne/-verluste
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vemögenswerte 8.947 4.812
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bilanzierte finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten) 216 7
Kredite und Forderungen –717 –626
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten –10.120 –2.038
Derivate erfolgswirksam mit beizulegendem Zeitwert –2.519 –7.510

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst:

Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach IFRS 7 umfasst Dividenden und Ergebnisse aus der Bewertung von Finanzinstrumenten.

(34) Risikomanagement in der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen. Auf der Beschaffungsseite bestehen Commodity-Preis-Risiken im Wesentlichen in Form von Energiekosten im Rahmen der Zuckererzeugung und von Weizen- und Maiskosten im Rahmen der Bioethanolproduktion. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungsund Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisikos.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Position (21) des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der Beteiligungen, Ausleihungen und sonstigen Forderungen entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann. Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 29. Februar 2008 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
Buchwert Summe 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
29.2.2008
Finanzverbindlichkeiten
Schuldverschreibungen 20.000 21.476 988 20.488 0 0 0 0
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 657.182 697.330 392.143 86.504 174.222 22.050 18.319 4.092
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 220 220 154 66 0 0 0 0
677.402 719.026 393.285 107.058 174.222 22.050 18.319 4.092
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 204.465 204.465 204.465 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus der
Restrukturierungsabgabe 105.358 105.358 105.358 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus
dem Erwerb der Zuckerquote 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten1 112.980 112.980 110.976 2.004 0 0 0 0
davon Zinsderivate (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
davon Währungsderivate (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
davon Rohstoffderivate (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
422.803 422.803 420.799 2.004 0 0 0 0

1 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
bis 1 bis 2 bis 3 bis 4 bis über
Buchwert Summe 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Vorjahr
Finanzverbindlichkeiten
Schuldverschreibungen 20.000 22.437 961 988 20.488 0 0 0
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 505.235 522.529 199.350 82.399 99.345 108.074 20.840 12.521
Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing 912 912 651 261 0 0 0 0
526.147 545.878 200.962 83.648 119.833 108.074 20.840 12.521
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 191.875 191.875 191.875 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus der
Restrukturierungsabgabe 89.248 89.248 89.248 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus
dem Erwerb der Zuckerquote 17.268 17.268 17.268 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten1 53.484 53.484 51.406 2.078 0 0 0 0
davon Zinsderivate (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
davon Währungsderivate (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
davon Rohstoffderivate (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0) (0)
351.875 351.875 349.797 2.078 0 0 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken

Infolge der weltweiten Ausrichtung des AGRANA-Konzerns sind sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet. Die wesentlichen Fremdwährungsrelationen sind im Verhältnis zum Euro der US-Dollar, ungarischer Forint, polnischer Zloty, rumänischer Leu, russischer Rubel sowie ukrainischer Hrivna.

1 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern sowie im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Der AGRANA-Konzern hat finanzielle Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in fremden Währungen, die bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung unterliegen.

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf Landeswährung lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpflichtungen sowie Fremdwährungsfinanzierungen in Höhe von brutto 119.880 t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Im Wesentlichen bestanden Sicherungen für den ungarischen Forint in Höhe von 20.448 t€ (5.069.560 tHUF), für den US-Dollar von 47.806 t€ (67.885 tUSD), für die tschechische Krone von 3.586 t€ (101.399 tCZK) und den rumänischen Leu in Höhe von 48.040 t€ (156.243 tRON).

Der Bestand an externen Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist in der AGRANA-Gruppe insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden die Änderungen von Währungsparitäten auf Konzernergebnis und Eigenkapital simuliert. Dabei werden die maßgeblichen Positionen Umsatzerlöse, Materialaufwand und Fremdwährungsfinanzierungen herangezogen und unter Anwendung eines Stresstests bewertet. In der gewählten Methode wurde von einer Aufwertung des Euro ausgegangen, um das latent vorhandene Risiko darzustellen. Wenn demzufolge der Euro gegenüber nachstehenden Währungen während des Geschäftsjahres 2007|08 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis bzw. das Eigenkapital um 6.585 (Vorjahr 2.728) t€ niedriger. Die möglichen Auswirkungen der übrigen im AGRANA-Konzern vorhandenen Währungsrelationen sind sowohl einzeln als auch in Summe von untergeordneter Bedeutung.

Summe –6.585 –2.728
EUR/RUB –745 –343
EUR/UAH –1.114 –406
EUR/PLN 2.079 731
EUR/HUF –2.984 489
EUR/RON –3.821 –3.199
Bei +10 % in t€ in t€
29.2.2008 28.2.2007

Zinsrisiken

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Auswirkungen von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen lagen die folgenden Prämissen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Zinsergebnis aus, wenn diese mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Wenn das Marktzinsniveau zum 29. Februar 2008 um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen wäre, wäre das Ergebnis um 4.276 t€ geringer (höher) gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung ergibt sich aus originären, variabel verzinslichen Finanzschulden von 427.596 t€.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen ausgesetzt. Gerade im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Rohstoffpreise wird ein stärkeres Absichern der Einkaufspreise zur aktiven Begrenzung der Risiken notwendig.

135

EREIGNISSE NACH DEM BILANZ-STICHTAG

Nachfolgend erfasste Ereignisse nach dem Bilanzstichtag hatten keinen Einfluss auf den vorliegenden Konzernabschluss.

Im Rahmen der zweiten Möglichkeit, bis Ende März 2008 zu gleichen Konditionen Zuckerquoten an den Restrukturierungsfonds abzutreten, hat AGRANA weitere Zuckerquoten in der Slowakei zurückgegeben. Die ursprüngliche slowakische Länderquote wurde um 50 % verringert und damit den slowakischen Bauern der Erhalt von zusätzlichen EU-Förderungen ermöglicht. Diese Maßnahme dient der Sicherstellung der Rohstoffversorgung und der wirtschaftlichen Weiterführung unserer slowakischen Zuckerproduktion in Sered.

Im Zuge der ungarischen Standortoptimierung wurde auch der Transfer der Produktionsstätte der Instantina Hungaria Kft., die auf dem Gelände der Zuckerfabrik in Petöháza|Ungarn angesiedelt ist, nach Dürnkrut|Österreich beschlossen. Für die 50 Mitarbeiter ist ein Sozialplan in Verhandlung. Am Standort Dürnkrut|Österreich werden 16 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

AGRANA unterzeichnete eine Vereinbarung mit Yantai North Andre Juice Company Ltd. zum Erwerb von 50 % an einem weiteren chinesischen Apfelsaftkonzentratwerk in Yongji. Gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner wird in der Provinz Shanxi mit einer Kapazität von bis zu 20.000 Tonnen "süßes" Apfelsaftkonzentrat produziert. Chinesisches Apfelsaftkonzentrat wird qualitativ als "süß" bezeichnet, da ihm die für europäisches Konzentrat typische Säure fehlt.

Die Transaktion wurde vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden abgeschlossen. Bereits im Juli 2007 ging die Produktionsanlage in Yongji mit einer Verarbeitungskapazität von 140.000 Tonnen Äpfeln pro Jahr in Betrieb. AGRANA und ihr Joint Venture-Partner planen die Produktionskapazität bis 2009 zu verdoppeln. Durch dieses zweite Joint Venture setzt AGRANA einen weiteren Schritt in das weltweit größte Apfelanbaugebiet und kann ihre Marktposition weiter ausbauen.

ANGABEN ÜBER GESCHÄFTS-BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG hält 100 % der Stammaktien der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, die 75,5 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG hält. Beide Holdinggesellschaften sind von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da diese Gesellschaften in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen sind.

Nahe stehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsges.m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, einbezogen. Neben der Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, und deren Tochtergesellschaften zählen die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien reg. GmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften zu den nahe stehenden Unternehmen.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber den oben angeführten nahe stehenden Unternehmen kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 98.812 (Vorjahr 48.361) t€ ausgewiesen, denen marktübliche Konditionen zugrunde lagen. Aus Warenlieferungen bestanden kurzfristige Forderungen von 312 (Vorjahr 3.671) t€. Gegenüber Joint Venture-Partnern bestehen sonstige Schulden von 3.018 (Vorjahr 1.543) t€ und Finanzforderungen in Höhe von 1.419 (Vorjahr 2.512) t€.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betragen 1.520 (Vorjahr 1.472) t€ und bestehen aus einem fixen Anteil von 1.019 (Vorjahr 975) t€ sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 501 (Vorjahr 497) t€. Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der ausgeschütteten Dividende geknüpft. Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhält für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 5. Juli 2007 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 165 (Vorjahr 165) t€ beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

Zur betrieblichen Altersversorgung sind für den Vorstand Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. Der die Ansparung übersteigende Betrag von 1.332 (Vorjahr 1.322) t€ wird in den Rückstellungen ausgewiesen. Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion sind Abfertigungszahlungen in Anlehnung an die Regelungen des Angestelltengesetzes vereinbart. Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 137.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 2. Mai 2008 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 2. Mai 2008

Der Vorstand

ORGANE DER GESELLSCHAFT 137

AUFSICHTSRAT

Vorsitzender

Präsident Generalanwalt Ökonomierat Dr. Christian Konrad, Wien, unabhängig, bestellt seit 19.12.1990 bis zur 25. o.HV (2012)

  • ❚ Vorsitzender des Aufsichtsrates der UNIQA Versicherungen AG, Wien
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrates der DO & CO Restaurants & Catering AG, Wien
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrates der BAYWA AG, München
  • ❚ Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim

1. Vorsitzender-Stellvertreter

Dr. Rudolf Müller, Ochsenfurt, unabhängig, bestellt seit 30.3.1995 bis zur 25. o.HV (2012)

❚ Mitglied des Aufsichtsrates der K+S Aktiengesellschaft, Kassel

2. Vorsitzender-Stellvertreter

Generaldirektor Mag. Erwin Hameseder, Mühldorf,

bestellt seit 23.3.1994 bis zur 25. o.HV (2012)

  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrates der Flughafen Wien AG, Wien
  • ❚ Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der VK Mühlen AG, Hamburg
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrates der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim
  • ❚ Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der STRABAG SE, Villach
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrates der UNIQA Versicherungen AG, Wien

Mitglieder

Ludwig Eidmann, Groß-Umstadt, unabhängig, bestellt seit 2.7.2004 bis zur 25. o.HV (2012)

❚ Mitglied des Aufsichtsrates der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim

Dr. Hans-Jörg Gebhard, Eppingen, unabhängig, bestellt seit 9.7.1997 bis zur 25. o.HV (2012)

  • ❚ Vorsitzender des Aufsichtsrates der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrates der VK Mühlen AG, Hamburg
  • ❚ Mitglied des Aufsichtsrates der Crop Energies AG, Mannheim

Dr. Theo Spettmann, Ludwigshafen, unabhängig,

bestellt seit 14.7.2006 bis zur 25. o.HV (2012)

❚ Mitglied des Aufsichtsrates der Mannheimer AG Holding, Mannheim

Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger,

Baumgarten/March, unabhängig, bestellt seit 14.7.2006 bis zur 25. o.HV (2012)

Mag. Christian Teufl, Wien,

bestellt seit 10.7.2003 bis zur 25. o.HV (2012)

❚ Mitglied des Aufsichtsrates der VK Mühlen AG, Hamburg

Vom Betriebsrat delegiert

Thomas Buder, Tulln Dipl.-Ing. Franz Ennser, Wien Ing. Peter Vymyslicky, Leopoldsdorf Erich Weissenböck, Gmünd

Ausschüsse und ihre Mitglieder

Personalausschuss

(Nominierungs- und Vergütungsausschuss)

Dr. Christian Konrad Dr. Rudolf Müller Mag. Erwin Hameseder

Präsidialausschuss (Strategieausschuss)

Dr. Christian Konrad Dr. Rudolf Müller Mag. Erwin Hameseder Dr. Hans-Jörg Gebhard Thomas Buder Erich Weissenböck

Prüfungsausschuss

Mag. Erwin Hameseder Dr. Theo Spettmann Dipl.-Ing. Franz Ennser

VORSTAND

Vorsitzender

Dipl.-Ing. Johann Marihart Limberg

Mitglieder

Mag. Walter Grausam Wien

Dkfm. Thomas Kölbl Mannheim

KONZERN-ANTEILSBESITZ ZUM 29. FEBRUAR 2008

(mindestens 20 % Kapitalanteilsbesitz)

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft Sitz Land unmittelbar mittelbar
in % in %
I. Verbundene Unternehmen
Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00 %
AGRANA Bioethanol GmbH Wien Österreich 74,90 %
AGRANA Bulgaria AD Sofia Bulgarien 51,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 99,99 %
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Central Mangrove Australien 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %
AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. Kaplice Tschechien 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio,
Importacao e Exportacao Ltda. São Paulo Brasilien 98,02 %
AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda. São Paulo Brasilien 99,99 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00 %
AGRANA Fruit Fiji Pty Ltd. Sigatoka Fidschi 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 %
AGRANA Fruit Investments South Africa
(Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida
Sanayl Ve Ticaret A.S. Zincirlikuyu Türkei 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea 100,00 %
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Michoacan Mexiko 99,99 %
AGRANA Fruit Luka TOF Winniza Ukraine 100,00 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Michoacan Mexiko 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostroleka Polen 100,00 %
AGRANA Fruit S.A. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit Services Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOF Winniza Ukraine 100,00 %
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00 %
AGRANA Internationale Verwaltungs- und
Asset-Management GmbH Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Juice Denmark A/S Køge Dänemark 100,00 %
AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Juice GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 %

139

Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft Sitz Land unmittelbar mittelbar
in % in %
AGRANA Juice Magyarorzság Kft. Vásárosnamény Ungarn 100,00 %
AGRANA Juice Poland SP z.o.o. Bialobrzegi Polen 100,00 %
AGRANA Juice Romania Carei SRL Carei Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l. Vaslui Rumänien 100,00 %
AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Juice Service & Logistik GmbH Bingen Deutschland 100,00 %
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 100,00 %
AGRANA Marketing- und Vertriebsservice
Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 %
Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen
Produkten Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Dirafrost Deutschland GmbH Hof Deutschland 100,00 %
Dirafrost FFI Herk-de-Stad Belgien 100,00 %
Dirafrost France S.A. St. Genis Laval Frankreich 100,00 %
Diramar SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Elsö Hazai Cukorgyárto és Forgalmazó Kft. Budapest Ungarn 99,19 %
Financière Atys S.A.S. Paris Frankreich 100,00 %
Flavors from Florida, Inc. Bartow USA 100,00 %
Frefrost SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Fruimark (Proprietary) Ltd. Kapstadt Südafrika 100,00 %
INSTANTINA Hungária Élelmiszergyartó
és Kereskedelmi Kft. Petöháza Ungarn 100,00 %
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs
und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich 66,67 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,56 %
Moravskoslezské Cukrovary A.S. Hrusovany Tschechien 97,66 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Tandarei Rumänien 99,99 %
S.C. AGRANA Romania S.A. Bukarest Rumänien 91,33 %
S.C. Romana Prod s.r.l. Roman Rumänien 100,00 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sered Slowakei 100,00 %
Yube d.o.o. Grdovici Serbien 100,00 %
Anteil am Kapital
Name der Gesellschaft Sitz Land unmittelbar mittelbar
in % in %
Unternehmen, die nach der Equity-Methode
bewertet wurden
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00 %
Nicht einbezogene Tochterunternehmen
AGRANA Skrob s.r.o. Hrusovany Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31.12.2007 Eigenkapital: 8,4 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 15,2 t€
Diragri SARL Laouamra Marokko 100,00 %
Abschlussstichtag: 31.12.2007 Eigenkapital: 7,7 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: –0,4 t€
DIVA 2 GmbH Hamburg Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 31.12.2006 Eigenkapital: 22,2 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: –1,2 t€
Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H.
Garmisch-Partenkirchen
Deutschland 100,00 %
Abschlussstichtag: 28.2.2006 Eigenkapital: 33,5 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: –25,7 t€
Hottlet Sugar Trading N.V. Berchem/Antwerpen Belgien 25,10 %
Abschlussstichtag: 28.2.2007 Eigenkapital: 3.832,4 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 2.350,9 t€
PERCA s.r.o. Brno Tschechien 100,00 %
Abschlussstichtag: 31.12.2007 Eigenkapital: 203,3 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 39,8 t€
PFD-Processed Fruit Distribution Ltd. Nicosia Zypern 100,00 %
Abschlussstichtag: 31.12.2007 Eigenkapital: 144,7 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 131,6 t€
S.C. Caracrimex S.A. Carei Rumänien 99,26 %
Abschlussstichtag: 31.12.2007 Eigenkapital: –3,9 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 0,0 t€
Schoko-Schwind Kft. Kecskemét Ungarn 100,00 %
Abschlussstichtag: 1.12.2007 Eigenkapital: 611,6 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 49,6 t€
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. Wien Österreich 100,00 %
Abschlussstichtag: 31.12.2007 Eigenkapital: 2.348,6 t€ Jahresüberschuss/-fehlbetrag: 748,7 t€

II. Gemeinschaftlich geführte Unternehmen

Unternehmen, die nach der Quoten-Methode

bewertet wurden
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 %
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó
és Forgalmazó Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
Hungranatrans Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafinerija secera d.o.o. Brcko Bosnien- 50,00 %
Herzegowina
Xianyang Andre Juice Co., Ltd. Xianyang City China 50,00 %

BERICHT DES ABSCHLUSSPRÜFERS UND UNEINGESCHRÄNKTER BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 29. Februar 2008, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 29. Februar 2008 endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler, ist; die Auswahl und Anwendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers, unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es aufgrund beabsichtigter oder unbeabsichtigter Fehler. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzungen berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung eines Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2008 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. März 2007 bis zum 29. Februar 2008 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Wien, am 2. Mai 2008

KPMG Austria GmbH LOGOS Wirtschaftsprüfungs- und Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Steuerberatungsges.m.b.H.

Mag. Wilhelm Kovsca ppa. Dkfm. Reiner Kaps Mag. Alexandra Wurm Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

144 KENNZAHLEN

Abkürzung Kennzahlen
Definitionen
2007 08
in t€
Vorjahr
in t€
BFS Brutto-Finanzschulden
+ Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
+ Verbindlichkeiten aus Anleihen
+ Leasingverbindlichkeiten
677.402 526.147
CE Capital employed
(SAV + IAV) + WC
1.366.092 1.246.087
Dividendenrendite Dividende pro Aktie / Schlusskurs 2,7 % 2,6 %
EBITDA Earnings before Interest, Tax, Depreciation
and Amortization (GuV: Z8 + Z6)
Operatives Ergebnis + AFA
184.532 187.493
EBITDA-Marge EBITDA x 100 / Umsatz 9,8 % 9,8 %
EKQ Eigenkapital-Quote
Eigenkapital / Gesamtkapital
41,8 % 46,4 %
EPS Earnings per Share
Konzernjahresüberschuss / Aktienanzahl
4,53 € 4,85 €
EVS Equity value per Share
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital / Aktienanzahl
62,9 € 61,3 €
FCF Free Cashflow
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit
–173.699 –30.095
Gearing NFS / Eigenkapital inkl. Minderheitenanteil x 100 61,6 % 37,9 %
IAV Immaterielles Vermögen mit Geschäfts-/Firmenwert 252.939 254.516
KGV (Ultimo) Kurs-Gewinn-Verhältnis
Schlusskurs / EPS
15,9 15,7
NFS Nettofinanzschulden
BFS – (Kassa + Scheck + Sonstige Bankguthaben
+ kurzfristige Wertpapiere + langfristige Wertpapiere)
567.671 339.435
Operatives Ergebnis Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen 111.411 106.988
Operative Marge Operatives Ergebnis x 100 / Umsatz 5,9 % 5,6 %
ROCE Return on Capital employed
Operatives Ergebnis / CE
8,2 % 8,6 %
ROS Return on Sales
Ergebnis vor Steuern x 100 / Umsatz
3,9 % 4,9 %
SAV Sachanlagevermögen 653.316 545.005
WC Working Capital
Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
+ Sonstige Vermögenswerte – kurzfristige Rückstellungen
– kurzfristig erhaltene Anzahlungen – Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen – Sonstige Verbindlichkeiten
571.125 446.566

ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER 145

Gemäß § 82 Abs. 4 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

  1. dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte (Konzern-)Abschluss zum 29. Februar 2008 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage der AGRANA Beteiligungs-AG und der Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen vermittelt;

  2. dass der (Konzern-)Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007|08 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Gesamtheit der in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass er die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten, denen sie ausgesetzt sind, beschreibt.

Wien, am 28. April 2008

Der Vorstand

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h. Mag. Walter Grausam e.h. Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

JAHRESABSCHLUSS 2007|08

der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB

  • Bilanz
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk
  • Vorschlag für die Gewinnverteilung

146

BILANZ ZUM 29. FEBRUAR 2008

Stand am
29.2.2008 Vorjahr
in t€ in t€
AKTIVA A. Anlagevermögen
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
795 929
II. Sachanlagen 1.074 1.229
III. Finanzanlagen 441.492 434.002
443.361 436.160
B. Umlaufvermögen
I.
Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände 135.441 125.641
II. Wertpapiere 0 10.156
III. Kassenbestand,
Guthaben bei Kreditinstituten 7 3
135.448 135.800
Summe Aktiva 578.809 571.960
PASSIVA A. Eigenkapital
I.
Grundkapital
103.210 103.210
II. Kapitalrücklagen 418.990 418.990
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 27.783 27.765
davon Gewinnvortrag 71 (Vorjahr 40) t€
563.911 563.893
B. Unversteuerte Rücklagen 0 0
C. Rückstellungen
I.
Rückstellung für Pensionen,
Abfertigungen und Jubiläumsgelder 1.689 1.607
II. Rückstellung für Steuern und Sonstige 3.433 2.529
5.122 4.136
D. Verbindlichkeiten
I.
Finanzverbindlichkeiten
0 0
II. Übrige Verbindlichkeiten 9.776 3.931
9.776 3.931
Summe Passiva 578.809 571.960
Haftungsverhältnisse 567.128 437.680

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2007|08

vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008

2007 08 Vorjahr
in t€ in t€
1. Umsatzerlöse 151 191
2. Sonstige betriebliche Erträge 19.823 20.723
3. Aufwendungen für Material und
sonstige bezogene Leistungen 0 –21
4. Personalaufwand –13.267 –11.382
5. Abschreibungen auf Immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen –1.221 –736
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen –15.153 –12.246
7. Operatives Ergebnis (Z 1 bis 6) –9.667 –3.471
8. Erträge aus Beteiligungen 31.661 26.610
davon aus verbundenen Unternehmen
28.450 (Vorjahr 23.236) t€
9. Erträge aus anderen Wertpapieren
des Finanzanlagevermögens 102 192
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.034 6.300
davon aus verbundenen Unternehmen
3.814 (Vorjahr 5.172) t€
11. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 3.993 0
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und
aus Wertpapieren des Umlaufvermögens –2 –157
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –2.386 –83
14. Finanzerfolg (Z 8 bis 13) 38.402 32.862
15. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 28.735 29.391
(Z 1 bis 13)
16. Steuern vom Einkommen –1.023 –1.666
17. Jahresüberschuss 27.712 27.725
18. Auflösung unversteuerter Rücklagen 0 0
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0 0
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 71 40
21. Bilanzgewinn 27.783 27.765

147

UNEINGESCHRÄNKTER BESTÄTIGUNGSVERMERK

Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft. Die Buchführung, die Aufstellung und der Inhalt dieses Jahresabschlusses sowie des Lageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Jahresabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung und einer Aussage, ob der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss steht.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass ein hinreichend sicheres Urteil darüber abgegeben werden kann, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, und eine Aussage getroffen werden kann, ob der Lagebericht mit dem Jahresabschluss in Einklang steht. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Unternehmens sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Nachweise für Beträge und sonstige Angaben in der Buchführung und im Jahresabschluss überwiegend auf Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen, wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Wien, am 29. April 2008

KPMG Austria GmbH LOGOS Wirtschaftsprüfungs- und Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Steuerberatungsges.m.b.H.

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Mag. Wilhelm Kovsca ppa. Dkfm. Reiner Kaps Mag. Alexandra Wurm

VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERTEILUNG

149

2007 08
in €
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008
schließt mit einem Bilanzgewinn von 27.783.288
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 14.202.040 Stück dividendenberechtigte Stammaktien
Zahlung einer Dividende von 1,95 € pro Stammaktie
(nennbetragslose Stückaktie), das sind 27.693.978
Vortrag auf neue Rechnung 89.310
27.783.288

Bilanz zum 29. Februar 2008

Aktiva

29.2.2008 28.2.2007
EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 794.498,00 929
II. Sachanlagen 1.074.133,27 1.229
III. Finanzanlagen 441.492.023,47 434.002
443.360.654,74 436.160
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen
1. Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen 133.187.173,92 122.356
2. Forderungen gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
3. Sonstige Forderungen
555.560,00 1.773
1.698.374,85
135.441.108,77
1.512
125.641
II. Wertpapiere
Sonstige Wertpapiere 0,00 10.156
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 6.924,59 4
135.448.033,36 135.801
578.808.688,10 571.961
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien Beilage I/2
Passiva 29.2.2008 28.2.2007
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 103.210.249,78 103.210
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene 373.422.710,55 373.423
2. Nicht gebundene 45.566.884,45 45.567
III. Gewinnrücklagen 418.989.595,00 418.990
1. Gesetzliche Rücklage 47.964,07 48
2. Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 13.880
13.927.964,07 13.928
IV. Bilanzgewinn 27.783.287,73 27.765
davon Gewinnvortrag: EUR 70.805,91;
Vorjahr: TEUR 40 563.911.096,58 563.893
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen
2. Steuerrückstellungen 1.688.821,57
0,00
1.606
17
3. Sonstige Rückstellungen 3.433.322,25 2.513
5.122.143,82 4.136
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 161,21 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen 491.979,53 651
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen 6.649.140,78 1.185
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.634.166,18 2.096
davon aus Steuern: EUR 501.979,41;
Vorjahr: TEUR 494
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 168.032,65; Vorjahr: TEUR 157
9.775.447,70 3.932
578.808.688,10 571.961
Haftungsverhältnisse 567.128.309,00 437.680

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2007/08

2007/08 2006/07
EUR EUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 151.091,26 191
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagever
mögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 8.220,00 34
b) Erträge aus der Auflösung der
Rückstellungen 140.385,67 599
c) Übrige 19.674.647,93 19.823.253,60 20.090 20.723
3. Materialaufwand 0,00 -21
4. Personalaufwand
a) Gehälter 10.226.592,70 8.796
b) Aufwendungen für Abfertigungen und
Leistungen an betriebliche Mitarbeiter
vorsorgekassen 483.416,88 358
c) Aufwendungen für Altersversorgung 448.972,76 326
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschrie
bene Sozialabgaben sowie vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 1.988.305,05 1.715
e) Sonstige Sozialaufwendungen 119.469,40 -13.266.756,79 187 -11.382
5. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.221.407,72 -736
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Übrige -15.153.384,99 -12.246
7. Zwischensumme aus Z 1 bis 6
(Betriebsergebnis) -9.667.204,64 -3.471
8. Erträge aus Beteiligungen 31.660.578,80 26.610
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 28.449.501,30; Vorjahr: TEUR 23.236
9. Erträge aus anderen Wertpapieren des
Finanzanlagevermögens 101.779,67 192
10. Sonstige Zinsenerträge 5.033.731,22 6.300
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 3.814.216,75; Vorjahr: TEUR 5.173
11. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen
und Wertpapieren des Umlaufvermögens 3.993.428,46 0
12. Aufwendungen aus Finanzanlagen und
Wertpapieren des Umlaufvermögens -1.620,60 -157
davon Abschreibungen: EUR 0,00;
Vorjahr: TEUR 10
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 0,00; Vorjahr: TEUR 3
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.385.330,78 -83
davon betreffend verbundene Unternehmen:
EUR 90.833,33; Vorjahr: TEUR 20
14. Zwischensumme aus Z 8 bis 13 (Finanzergebnis) 38.402.566,77 32.862
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 28.735.362,13 29.391
16. Steuern vom Einkommen -1.022.880,31 -1.666
davon Steuerumlagen: EUR 989.089,73;
Vorjahr: TEUR 1.759
17. Jahresüberschuss 27.712.481,82 27.725
18. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 70.805,91 40
19. Bilanzgewinn 27.783.287,73 27.765

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Geschäftsbericht 2007/08

Beilage III

JAHRESABSCHLUSS

zum 29. Februar 2008

der

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS

A. ALLGEMEINES

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung.

Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert.

Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR), die Vorjahresbeträge in Tausend EURO (TEUR).

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.

Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.

Der Jahresabschluss unserer Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht.

Der Teil-Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt.

2. Anlagevermögen

a. Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10
EDV-Software 3 - 4 33 - 25

b. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind.

Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.

Folgende Nutzungsdauern für Neuzugänge werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40 - 50 2,5 - 2
Geschäftsausstattung 5-10 20 - 10
EDV-Ausstattung 4 25
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1 - 5 100 - 20
(siehe Erläuterungen zur Bilanz C. (1)

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Handelsrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt.

c. Finanzanlagen

Die Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet.

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt. Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht.

Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen am Bilanzstichtag bewertet.

Der Gesamtwert der unterlassenen Zuschreibung (gemäß § 208 Abs. 3 UGB) beläuft sich bei Wertpapieren auf EUR 0 (im Vorjahr 1 TEUR).

3. Umlaufvermögen

a. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.

b. Wertpapiere des Umlaufvermögens

werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsenkursen am Bilanzstichtag bewertet.

c. Aktive Steuerabgrenzung

Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von EUR 222.552,97 (im Vorjahr 104 TEUR) wurde in die Bilanz nicht aufgenommen.

4. Rückstellungen

a. Rückstellungen für Abfertigungen

Konzerneinheitlich wird der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4 %) verwendet. Die Abfertigungsrückstellung ist nach finanzmathematischen Grundsätzen auf der genannten Basis ermittelt und an das vorgeschriebene Ausmaß gemäß § 211 (2) UGB angepasst. Ein Fluktuationsabschlag je nach Dienstangehörigkeit von 0-12,5 % (im Vorjahr 0-12,5 %) wurde berücksichtigt.

b. Rückstellung für Pensionen

Die Pensionsverpflichtungen sind an eine Pensionskasse ausgegliedert. Es wurde somit der Gesamtbetrag, der bisher rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen.

c. Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die Jubiläumsgelder wurden nach finanzmathematischen Grundsätzen ermittelt und konzerneinheitlich der Rechnungszinssatz von 4 % (im Vorjahr 4 %) verwendet, wobei je nach Dienstangehörigkeit von 0-12,5 % (im Vorjahr 0-12,5 %) Fluktuationsabschlag in der Berechnung berücksichtigt wurden.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risken und ungewissen Verpflichtungen.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage 1) dargestellt.

Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Z 2 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Höhe des Eigenkapital gem. Geschäft Jahresüber
Beteiligungsunternehmen Anteils § 229 UGB s schuss/fehlbetrag
% EUR jahr EUR
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Marketing- und
Vertriebsservice Ges.m.b.H, Wien 100,00 6.218.562,37 2007/08 949.273,44
AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, 98,91 220.377.550,65 2007/08 8.615.039,05
Wien*)
AGRANA Zucker GmbH., Wien *) 98,91 149.374.070,46 2007/08 -8.374.957,16
AGRANA Stärke GmbH., Wien *) 98,91 120.472.922,16 2007/08 17.030.969,21
INSTANTINA Nahrungsmittel
Entwicklungs- und Produktions- GesmbH,
Wien 66,67 6.272.253,41 2007/08 849.853,14
Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Tulln 100,00 2.348.610,01 2007 748.685,43
Hottlet Sugar Trading N.V., Berchem 25,10 3.832.382,13 2006/07 2.350.923,21
Beteiligungen:
Zucker Invest GmbH, Wien**) 32,68 326.615.811,72 2006/07 10.130.369,46

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

**) Die Angaben zum Eigenkapital und Jahresüberschuss beziehen sich auf den letzten Jahresab schluss der ZSG Deutschland Vermögensverwaltung GmbH, Mannheim, vor Verschmelzung mit der neu gegründeten Zucker Invest GmbH, Wien.

(2) Forderungen

Restlaufzeit Restlaufzeit Bilanzwert
in EUR (Vorjahr in TEUR) bis 1 Jahr von mehr
als 1 Jahr
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 133.187.173,92 0 133.187.173,92
(28.02.2007) (122.356) (0) (122.356)
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände 1.671.993,10 26.381,75 1.698.374,85
(28.02.2007) (1.499) (13) (1.512)
Forderungen gegen Unternehmen mit
Beteiligungsverhältnis 555.560,00 0 555.560,00
(28.2.2007) (1.773) (0) (1.773)
Summe 135.414.727,02 26.381,75 135.441.108,77
(28.2.2007) (125.628) (13) (125.641)

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind sonstige Forderungen im Betrag von EUR 133.187.173,92 (im Vorjahr 122.335 TEUR) enthalten.

Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zinsen aus Zinsswaps EUR 561.727,79 (im Vorjahr 0 TEUR), sowie Abgrenzungen aus Wertpapierzinsen von EUR 8.240,56 (im Vorjahr 380 TEUR), Forderungen an das Finanzamt Wien 1/23, in Höhe von EUR 1.052.411,89 (im Vorjahr 1.067 TEUR), sowie kurzfristige Forderungen von EUR 47.772,86 (im Vorjahr 52 TEUR). Die Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis betrifft die Zucker Invest GmbH, Wien (vormals ZSG Deutschland Vermögensverwaltung GmbH, Mannheim), mit EUR 555.560,00 (im Vorjahr 1.773 TEUR).

In den sonstigen Forderungen sind wesentliche Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in der Höhe von EUR 569.968,35 (im Vorjahr 380 TEUR enthalten.

(3) Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufsvermögens wurden im Geschäftsjahr verkauft.

(4) Grundkapital

Das Grundkapital in Höhe von EUR 103.210.249,78 setzt sich wie folgt zusammen: 14.202.040 Stück nennbetragslose Stückaktien - Stammaktien

(5) Kapitalrücklagen

Kapitalrücklagen Stand 1.3.2007 Veränderung Stand 29.2.2008
EUR EUR EUR
Gebundene 373.422.710,55 0,00 373.422.710,55
Nicht gebundene 45.566.884,45 0,00 45.566.884,45
Summe 418.989.595,00 0,00 418.989.595,00

(6) Gewinnrücklagen

Stand 1.3.2007 Dotierung Stand 29.2.2008
in EUR in EUR in EUR
Gesetzliche Rücklage 47.964,07 0,00 47.964,07
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000,00 0,00 13.880.000,00
Summe 13.927.964,07 0,00 13.927.964,07

(7) Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert.

Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand (V) Verbrauch Zuweisung Überstellung Stand am
01.03.2007 (A) Auflösung Mitarbeiter 29.02.2008
in EUR in EUR in EUR In EUR in EUR
Nicht
konsumierte
Urlaube 996.769,35 0,00 48.876,96 8.858,43 1.054.504,74
Integrationskosten 237.893,81 (V) 237.893,81 0,00 0,00 0,00
Aufsichtsratsvergütung
en 165.000,00 (V) 165.000,00 165.000,00 0,00 165.000,00
Sonderzahlungen 236.167,49 0,00 5.531,36 0,00 241.698,85
Jubiläumsgelder 178.743,56 0,00 21.619,74 1.619,58 201.982,88
(V) 10.726,72
Prozessrisiken 121.822,55 (A) 111.095,83 0,00 0,00 0,00
Prüfungsaufwand 135.800,00 (V) 135.800,00 133.900,00 0,00 133.900,00
Nachschussverpflichtun
g an die Pensionskasse 51.277,68 0,00 53.239,32 0,00 104.517,00
Veröffentlichungsaufwa
nd 150.000,00 (V) 150.000,00 171.000,00 0,00 171.000,00
Ausstehende (V) 80.251,13
Eingangsrechnungen 92.000,00 (A) 11.748,87 0,00 0,00 0,00
Altersteilzeit 92.757,93 (V) 25.212,24 0,00 0,00 67.545,69
(V) 7.459,03
Beratungsaufwand 25.000,00 (A) 17.540,97 0,00 0,00 0,00
Kosten
der
Hauptversammlung 30.000,00 (V) 30.000,00 31.000,00 0,00 31.000,00
Kosten
Bilanzpressekonferenz 0,00 0,00 5.500,00 0,00 5.500,00
Sonstiges 0,00 0,00 30.000,00 0,00 30.000,00
Verluste aus Zinsswaps 0,00 0,00 1.226.673,09 0,00 1.226.673,09
(V) 842.342,93
Summe 2.513.232,37 (A) 140.385,67 1.892.340,47 10.478,01 3.433.322,25
(8) Verbindlichkeiten
----- -------------------
29.2.2008 28.2.2007
in EUR in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 161,21 0
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (161,21) (0)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 491.979,53 651
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (454.211,11) (610)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (11.546,40) (11)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (26.222,02) (30)
Verbindlichkeiten gegen
verbundene Unternehmen 6.649.140,78 1.185
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (6.649.140,78) (1.185)
Sonstige Verbindlichkeiten 2.634.166,18 2.096
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (2.634.166,18) (2.096)
Summe 9.775.447,70 3.932
davon mit RLZ von bis 1 Jahr (9.737.679,28) (3.890)
davon mit RLZ von 1 bis 5 Jahren (11.546,40) (12)
davon mit RLZ von mehr als 5 Jahren (26.222,02) (30)

RLZ = Restlaufzeit

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen von Zinsen für Zinsswaps in Höhe von EUR 509.527,77 (im Vorjahr 0 TEUR), die EES-Prämie in Höhe von EUR 1.229.970,52 (im Vorjahr 1.199 TEUR), Verbindlichkeiten von Abgaben in Höhe von EUR 671.112,32 (im Vorjahr 595 TEUR) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 223.555,57 (im Vorjahr 303 TEUR), enthalten.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind wesentliche Aufwendungen, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, in folgender Höhe enthalten: erfolgsabhängige Personalprämien EUR 1.229.970,52 (im Vorjahr 1.199 TEUR) Zinsen für Zinsswaps EUR 509.527,77 (im Vorjahr 0 TEUR).

In den Verbindlichkeiten gegen verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 6.649.140,78 (im Vorjahr 1.185 TEUR) enthalten.

Der Mietzins für 2008/09 beträgt EUR 960.891,12 Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt EUR 4.804.455,60 (im Vorjahr 4.194 TEUR).

Die Miete für diverse Kaffeeautomaten beträgt für 2008/09 EUR 10.439,28, für PKW-Leasing EUR 4.620,72. Der Mietvertrag für die Kaffeeautomaten endet mit 28.02.2009, der für den PKW mit 31.10.2009.

(9) Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Z 3 und Z 8 UGB)

29.2.2008 28.2.2007
in EUR in TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 45.810.832,00 45.811
Haftungen aus Zahlungsgarantien 521.317.477,00 391.869
Summe 567.128.309,00 437.680
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 532.829.675,00 433.669

D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2007 bis 29. Februar 2008, im Vorjahr vom 1. März 2006 bis 28. Februar 2007.

(10) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 151.091,26 (im Vorjahr 191 TEUR) beinhalten Inlandsumsätze von EUR 151.091,26 (im Vorjahr 166 TEUR) und Ausfuhrlieferungen Art. 6 Abs.1 mit EUR 0 (im Vorjahr 25).

(11) Personalaufwand

2007/08
in EUR
2006/07
in TEUR
Gehälter 10.226.592,70 8.796
Aufwendungen für Abfertigungen 423.630,42 317
Leistungen
an
betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen (MVK)
59.786,46 41
Aufwendungen für Altersversorgung 448.972,76 325
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 1.988.305,05 1.715
Sonstige Sozialaufwendungen 119.469,40 188
Summe 13.266.756,79 11.382

Beilage III

Abfertigungen und
Leistungen an betriebliche
Pensionen (Rückstellungen)
Mitarbeitervorsorgekassen
2007/08
2006/2007
2007/08 2006/2007
EUR
TEUR
TEUR TEUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 71.919,81 39 441.323,94 318
andere Arbeitnehmer 411.497,07
319
7.648,82 7
Summe 483.416,88 358 448.972,76 325

davon entfallen

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 124 Angestellte (im Vorjahr 112 Angestellte).

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr EUR 1.520.006,18 (im Vorjahr 1.472 TEUR). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen EUR 388.084,62 (im Vorjahr 379 TEUR) bezahlt sowie eine Dotierung in Höhe von EUR 53.239,32 (im Vorjahr -61 TEUR) unter sonstigen Rückstellungen berücksichtigt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2006/07 eine Vergütung von EUR 165.000,-- (im Vorjahr 165 TEUR).

(12) Erträge aus Beteiligungen

Erträge von sonstigen Beteiligungen
Summe
3.211.077,50
31.660.578,80
3.374
26.610
Erträge von verbundenen Unternehmen 28.449.501,30 23.236
in EUR in TEUR
2007/08 2006/2007

(13) Steuern vom Einkommen

2007/08 2006/2007
in EUR in TEUR
Körperschaftsteuer 10.500,00 26
Kapitalertragsteuer 0,00 -119
Ausländische Quellensteuer 23.290,58 0
Steuerumlagen 989.089,73 1.760
Summe 1.022.880,31 1.667

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Marketing und Vertriebs-GmbH , AGRANA Bioethanol GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, AGRANA Juice GmbH, Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten GmbH und die Brüder Hernfeld GmbH, als Gruppenmitgliedern gebildet. Im Berichtsjahr wurde die Gruppe um die Instantina GmbH erweitert. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt die Steuerumlage mit dem halben Steuersatz (12,5%).

E. Derivative Finanzinstrumente

Per 29.02.2008 bestanden bei der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Zinsswaps im Nominale von EUR 50.000.000,00 (im Vorjahr 0 TEUR). Diese teilen sich wie folgt auf:

Kreditinstitut Nominale EUR Laufzeit Zinsaufwand fix Zinsertrag variabel 3
Monats-Euribor,
(aktuell 29.02.08 )
RZB AG 20.000.000,00 06.09.2007-06.09.2012 4,42 % 4,858 %
BA-CA 20.000.000,00 06.09.2007-06.09.2012 4,42 % 4,858%
RLB NÖ-Wien 10.000.000,00 13.09.2007-13.09.2012 4,25 % 4,750 %

Bei Zinsswaps wird der Barwert der zu zahlenden Zinsen denen der zu empfangenden Zinsen gegenübergestellt und daraus der Marktwert berechnet.

Die negativen Marktwerte zum 29.02.2008 betragen gesamt EUR 1.226.673,09 und sind unter der Position sonstige Rückstellungen ausgewiesen.

F. SONSTIGE ANGABEN

Verbundene Unternehmen:

AGRANA BIH Holding GmbH, Wien AGRANA Bioethanol GmbH, Wien AGRANA Bulgaria AD, Sofia, Bulgarien AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien AGRANA Fruit Australia Pty Limited, Central Mangrove, Australien AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. , Kaplice, Tschechien AGRANA Fruit Brasil Industria Comercio Importacao e Exportacao Ltda., Sao Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Brasil Participacoes Ltda., Sao Paulo, Brasilien AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China AGRANA Fruit Fiji Pty. Ltd, Sigatoka, Fiji AGRANA Fruit France S.A., Paris, Frankreich AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland AGRANA Fruit Investments South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Istanbul Gida San Ve Tic A.S., Zincirlikuyu, Türkei AGRANA Fruit Korea Co., Ltd , Seoul, Südkorea AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Michoacan, Mexico AGRANA Fruit Luka TOF, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Michoacan, Mexico AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostroleka, Polen AGRANA Fruit S.A., Paris, Frankreich AGRANA Fruit Services Inc., Tampa, USA AGRANA Fruit Services S.A.S., Paris, Frankreich AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika AGRANA Fruit Ukraine TOF, Winniza, Ukraine AGRANA Fruit US, Inc , Brecksville, Ohio, USA AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH, Wien

AGRANA Juice Denmark A/S, Køge, Dänemark AGRANA Juice GmbH, Gleisdorf AGRANA Juice Magyarorzág Kft., Vásásarosnamény, Ungarn AGRANA Juice Poland Sp z.o.o., Bialobrzegi, Polen AGRANA Juice Romania Carei S.R.L, Carei, Rumänien AGRANA Juice Romania Vaslui s.r.l., Vaslui, Rumänien AGRANA Juice Sales & Marketing GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Juice Service & Logistik GmbH, Bingen, Deutschland AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Ungarn AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H., Wien AGRANA Skrob s.r.o., Hrusovany, Tschechien AGRANA Stärke GmbH, Wien AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien AGRANA Zucker GmbH, Wien Agrofrucht, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten Gesellschaft m.b.H., Wien Brüder Hernfeld Gesellschaft m.b.H., Wien Dirafrost Deutschland GmbH, Hof, Deutschland Dirafrost FFI, Herk-de-Stad, Belgien Dirafrost France S.A., St. Genis Laval, Frankreich Diragri Sarl, Laouamra, Marokko Diramar Sarl, Laouamra, Marokko DIVA2 GmbH, Hamburg, Deutschland Dr. Hauser Gesellschaft m.b.H., Garmisch-Partenkirchen, Deutschland Elsö Hazai Cukorgyártó és Forgalmazó Kft., Budapest, Ungarn Financière Atys S.A.S., Paris, Frankreich Flavors from Florida, Inc, Florida, USA Frefrost Sarl, Laouamra, Marokko Fruimark (Proprietary) Ltd, Kapstadt, Südafrika INSTANTINA Hungária Élelmiszergyartó és Kereskedelmi Kft., Petöhaza, Ungarn INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. , Wien Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn Moravskoslezské Cukrovary a.s., Hrusovany , Tschechien o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien

PERCA s.r.o., Brno, Tschechien

PFD-Processed Fruit Distribution Ltd., Nicosia, Zypern S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Tandarei, Rumänien S.C. AGRANA Romania S.A., Buzau, Rumänien S.C. Caracrimex S.A., Carei, Rumänien S.C. Romana Prod s.r.l., Roman, Rumänien Schoko-Schwind Kft., Kecskemet, Ungarn Slovenské Cukrovary a.s., Rimavská Sobota, Slowakei Yube d.o.o., Grdovici, Serbien Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H., Wien

SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim mit ihren Tochtergesellschaften

F. ORGANE UND ARBEITNEHMER (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:

Dr. Christian KONRAD, Wien Vorsitzender Dr. Rudolf MÜLLER, Ochsenfurt Stellvertreter des Vorsitzenden Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Stellvertreter des Vorsitzenden

Ludwig EIDMANN, Groß-Umstadt Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Mag. Christian TEUFL, Wien Dipl. Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden Dr. Theo SPETTMANN, Mannheim

Vom Betriebsrat delegiert: Dipl.Ing. Franz ENNSER, Wien Ing. Peter VYMYSLICKY, Leopoldsdorf Erich WEISSENBÖCK, Gmünd Thomas BUDER, Katzelsdorf

Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg Vorsitzender Mag. Walter GRAUSAM, Wien Dkfm. Thomas KÖLBL, Mannheim-Lindenhof

Wien, am 28. April 2008

Der Vorstand:

Dipl.-Ing. Johann Marihart e.h.

Mag. Walter Grausam e.h.

Dkfm. Thomas Kölbl e.h.

AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ANLAGE 1 Entwicklung des Anlagevermögens im Wirtschaftsjahr 2007/2008

G E N
A N L A G E V E R M Ö
Anschaffun gskosten Abschreibun gen Buchwerte
01.03.2007
Stand
gang
Zu
gang
Ab
29.02.2008
Stand
01.03.2007
Stand
abschreibun
Jahres-
gang
Ab
29.02.2008
Stand
29.02.2008
Stand
28.02.2007
Stand
gensgegenstände
I. Immaterielle Vermö
g
1. Markenrechte ,49
367.329
,75
107.580
,00
0
,24
474.910
,49
37.478
,75
47.078
,00
0
,24
84.557
,00
390.353
,00
329.851
2. EDV-Software ,61
926.281
,70
77.485
,42
40.617
,89
963.149
,61
327.345
,70
272.276
,42
40.617
,89
559.004
,00
404.145
,00
598.936
gensgegenstände
ge Vermö
gwerti
3. Gerin
,00
0
,18
324.831
,18
324.831
,00
0
,00
0
,18
324.831
,18
324.831
,00
0
,00
0
,00
0
,10
1.293.611
,63
509.897
,60
365.448
,13
1.438.060
,10
364.824
,63
644.186
,60
365.448
,13
643.562
,00
794.498
,00
928.787
gen
II. Sachanla
, einschließlich der Bauten
1. Bauten
g
2. Betriebs- und Geschäftsausstattun
auf fremdem Grund
,57
,29
146.090
2.895.213
,00
,14
510.065
0
,00
,41
604.288
0
,57
,02
146.090
2.800.990
,48
,11
1.771.050
41.106
,00
,14
2.835
541.962
,00
,41
0
484.006
,84
,48
1.829.005
43.941
,09
,18
102.149
971.984
,09
,18
104.984
1.124.163
gensgegenstände
ge Vermö
gwerti
3. Gerin
,00
0
,95
32.423
,95
32.423
,00
0
,00
0
,95
32.423
,95
32.423
,00
0
,00
0
,00
0
,86
3.041.303
,09
542.489
,36
636.712
,59
2.947.080
,59
1.812.156
,09
577.221
,36
516.430
,32
1.872.947
,27
1.074.133
,27
1.229.147
gen
III. Finanzanla
1. Anteile an verbundenen Unternehmen ,60
345.064.176
,00
11.235.000
,00
0
,60
356.299.176
,15
1.211.456
,00
0
,00
0
,15
1.211.456
,45
355.087.720
,45
343.852.720
gungen
2. Beteili
,02
86.174.027
,00
32.680
,00
0
,02
86.206.707
,00
0
,00
0
,00
0
,00
0
,02
86.206.707
,02
86.174.027
gens
gevermö
papiere des Anla
3. Wert
,22
3.989.885
,00
0
,22
3.783.085
,00
206.800
,85
15.018
,00
0
,85
5.814
,00
9.204
,00
197.596
,37
3.974.866
,84
435.228.088
,00
11.267.680
,22
3.783.085
,62
442.712.683
,00
1.226.475
,00
0
,85
5.814
,15
1.220.660
,47
441.492.023
,84
434.001.613
Gesamtsumme 439.563.003 12.320.066 4.785.246 447.097.824 3.403.455 1.221.407 887.693 3.737.169 443.360.654 436.159.548
,80 ,72 ,18 ,34 ,69 ,72 ,81 ,60 ,74 ,11

Beilage VI

KONZERNLAGEBERICHT 2007|08

für das Geschäftsjahr vom 1.3.2007 bis 29.2.2008 der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

A-1220 Wien, Donau-City-Straße 9

www.agrana.com [email protected]

INHALTSVERZEICHNIS

KONZERNLAGEBERICHT 2007|08

Finanz- und Ertragslage

  • Änderungen im Konsolidierungskreis
  • Umsatz und Ergebnis
  • Investitionen
  • Bilanz
  • Cashflow
  • Geschäftsentwicklung im Segment Zucker
  • Geschäftsentwicklung im Segment Stärke
  • Geschäftsentwicklung im Segment Frucht
  • Nachtragsbericht (Wesentlich Ereignisse nach dem Bilanzstichtag)

Segment ZUCKER

  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Zucker Österreich
  • -Zucker Ungarn
  • -Zucker Tschechien
  • -Zucker Slowakei
  • -Zucker Rumänien
  • -Zucker Bosnien-Herzegowina
  • -Zucker Bulgarien

Segment STÄRKE

  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Stärke Österreich
  • -Stärke Ungarn
  • -Stärke Rumänien
  • -Bioethanol
  • Segment FRUCHT
  • -Wirtschaftliches Umfeld
  • -Investitionen

  • -AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)

  • -AGRANA Juice (Fruchtsaftkonzentrate)

Umwelt und Nachhaltigkeit

Forschung und Entwicklung

Personal- und Sozialbericht

Risikomanagement

Ausblick 2008|09

2007 08 2006 07* Veränderung
Geschäftsentwicklung im Konzern In t In t In %
Umsatzerlöse 1.892.275 1.915.819 -1,2
EBITDA 184.532 187.493 -1,6
Operatives Ergebnis 111.411 106.988 +4,1
Ergebnis aus Sondereinflüssen -9.901 - 1.207 +820,3
Ergebnis der Betriebstätigkeit 101.510 105.781 -4,0
ROCE 8,2 % 8,6 % -15,1
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1
207.734 157.357 +32,0
Investitionen in Finanzanlagen 3.443 5.555 -38,0
Mitarbeiter 8.140 8.223 -1,0

FINANZ- UND ERTRAGSLAGE IM GESCHÄFTSJAHR 2007|08

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

* Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2007|08 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Der Konzernabschluss deckt das AGRANA Geschäftsjahr (März 2007 bis Februar 2008) ab und vergleicht es mit dem Vorjahr.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Seit dem Beginn des Geschäftsjahres 2007|08 wurde die Vertriebsgesellschaft AGRANA Bulgaria AD, Sofia| Bulgarien, erstmals vollkonsolidiert und die Studen-Agrana Rafinerija secera d.o.o., Brcko|Bosnien-Herzegowina, erstmals quotenkonsolidiert. Bei der Studen-Agrana Rafinerija secera d.o.o. handelt es sich um ein Joint Venture zur Errichtung und zum Betrieb einer Rohzuckerraffination in Bosnien-Herzegowina.

Die Gesellschaften des Segments Frucht wurden im Geschäftsjahr 2006|07 aufgrund der Umstellung ihres Geschäftsjahres auf das Geschäftsjahr der AGRANA Beteiligungs-AG mit insgesamt 14 Monaten in den Konzernabschluss einbezogen. Die Berücksichtigung der beiden zusätzlichen Monate erfolgte im 4. Quartal 2006|07.

Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2007|08 lag mit 1.892,3 m erwartungsgemäß leicht unter dem des Vorjahreswertes mit 1.915,8 m. Ausschlaggebend dafür war die Anpassung des Geschäftsjahres des Segments Frucht im Vorjahr an das AGRANA-Geschäftsjahr mit der Einbeziehung von zwei zusätzlichen Monaten. Auf Basis eines 12-Monats-Vergleiches konnte der Konzernumsatz um 6,2 % gesteigert werden.

Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wie der EU-Zuckerquotenreduktion und erheblich gestiegener Rohstoffkosten konnte das Operative Ergebnis um 4,1 % von 107,0 m auf 111,4 m gesteigert werden.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2007|08 101,5 (Vorjahr 105,8) m.

Darin ist ein kumuliertes Sonderergebnis des Geschäftsjahres 2007|08 von -9,9 (Vorjahr -1,2) m enthalten. Dieses setzt sich aus Anlaufkosten für das Bioethanolwerk in Pischelsdorf von 6,8 (Vorjahr 1,2) m, dem aus der Restrukturierung des Zuckerbereiches resultierenden positiven Sondereffekt in Höhe von 1,4 m sowie Restrukturierungsaufwendungen unter anderem für die Werksschließung in Kaplice|Tschechien im Segment Frucht in Höhe von 4,6 m zusammen.

Im Finanzergebnis von -28,4 (nach -12,3) m widerspiegeln sich deutlich höhere Finanzaufwendungen infolge der Finanzierung des Working Capitals und der intensiven Investitionstätigkeit in das Wachstum des Konzerns. Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug somit 73,1 (Vorjahr 93,5) m, der Konzernjahresüberschuss vor Minderheiten 63,8 (Vorjahr 71,1) m. Der den AGRANA-Aktionären zurechenbare Konzernjahresüberschuss erreichte 64,3 m nach 68,9 m im Vorjahr, das Ergebnis je Aktie 4,53 (Vorjahr 4,85) .

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen im Geschäftsjahr 2007|08 beliefen sich auf 207,7 (Vorjahr 157,4) m und untermauern mit einer Steigerung um 50,4 m (plus 32 %) den AGRANA-Wachstumskurs.

Die Sachanlageninvestitionen im Segment Zucker in Höhe von 41,9 (Vorjahr 30,3) m betrafen neben Anlagenoptimierungen sowie Effizienzsteigerungen beim Energieeinsatz vor allem den Bau der Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien-Herzegowina.

Im Segment Stärke wurden die bereits im Vorjahr verdoppelten Investitionen in Sachanlagen nochmals von 79,2 m auf 122,9 m erheblich gesteigert. Sie betrafen mit einem Anteil von 73,2 (Vorjahr 45,0) m vor allem den Bau der Bioethanolanlage Pischelsdorf (Niederösterreich). Weitere Investitionsschwerpunkte waren vor allem Kapazitätserweiterungen an den anderen Standorten.

Im Geschäftsjahr 2007|08 beliefen sich die Investitionen im Segment Frucht auf insgesamt 42,9 (Vorjahr 47,8) m. Investitionsschwerpunkte waren die Fertigstellung des neuen Fruchtzubereitungswerkes in Brasilien sowie Anlagenoptimierungen.

Bilanz

Die Bilanzsumme zum 29. Februar 2008 betrug 2.203,9 (Vorjahr 1.931,7) m. Als Folge der Investitionstätigkeit erhöhte sich das Sachanlagevermögen um 108,3 m auf 653,3 m nach 545,0 m im Vorjahr. Aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung stiegen die Vorräte um 33,4 % von 510,0 m auf 680,3 m.

Das Eigenkapital stieg um 3 % von 895,5 m auf 922,1 m, was einer Eigenkapitalquote von 41,8 % entspricht. Einem deutlichen Rückgang der langfristigen Finanzverbindlichkeiten um 24,4 m von 331,7 m auf 307,3 m standen die Ausweitung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von 194,4 m auf 370,1 m gegenüber. Ursache dafür war die Finanzierung des Working Capitals infolge von Lageraufbau sowie der gestiegenen Rohstoffkosten.

Cash-flow

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2007|08 -4,2 (Vorjahr 136,9) m und setzt sich aus einem Cashflow aus dem Ergebnis von 140,8 (Vorjahr 150,5) m, einer Veränderung des Working Capitals von -144,8 (Vorjahr -11,7) m und Gewinnen aus Anlagenabgängen von 0,3 (Vorjahr 1,9) m zusammen. Die negative Entwicklung des Working Capitals ist vorrangig auf den Vorratsaufbau infolge der gestiegenen Rohstoffkosten zurückzuführen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich um 2,4 m auf -169,5 m. Dies resultierte vor allem aus den gestiegenen Investitionen in Sachanlagen, einem geringeren Erwerb von Finanzanlagen sowie den Erlösen aus dem Verkauf von Wertpapieren. Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Cashflow von 127,4 m im Vergleich zu 83,2 m im Geschäftsjahr 2006|07. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Kreditaufnahme für die Finanzierung des Working Capitals zurückzuführen.

Am Ende des Geschäftsjahres 2007|08 standen die Finanzmittel bei 86,8 (Vorjahr 132,2) m.

2007 08 2006 07
In t In t
Umsatzerlöse 772.028 804.574
Umsätze zwischen den Segmenten -20.332 -19.908
Außenumsatz 751.696 784.666
Operatives Ergebnis 32.578 32.915
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinflüssen) 34.017 32.915
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1
41.948 30.337
Investitionen in Finanzanlagen 3.310 2.784
Mitarbeiter 2.597 2.723

Geschäftsentwicklung im Segment Zucker

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Im Segment Zucker musste im Geschäftsjahr 2007|08 ein Umsatzrückgang um rund 4 % von 804,6 m auf 772,0 m verzeichnet werden. Einem Wachstum in Bulgarien und Bosnien standen aufgrund der EU-Quotenreduktion stagnierende oder rückläufige Absatzmengen in den angestammten Märkten gegenüber. Die Preise mussten mit der Ernte 2007 den Marktgegebenheiten angepasst werden. Der Absatz von "Out of Quota" Zucker (über die Quote hinaus produzierter Zucker) an die chemische Industrie konnte die früheren Exportmengen an C-Zucker nicht vollständig kompensieren. Der Umsatzanteil von Zucker am Konzernumsatz beträgt nunmehr rund 39,7 %.

Dennoch konnte das Operative Segmentergebnis durch Rationalisierungen im Personalbereich, weitere Reduktion der Fixkosten infolge der gesetzten Strukturmaßnahmen sowie höhere sonstige Erträge mit 32,6 m auf Vorjahresniveau gehalten werden. Unter Berücksichtigung der Restrukturierung in Ungarn und der damit verbundenen Schließung des Standorts Petöháza wird insgesamt ein positives Restrukturierungsergebnis in Höhe von 1,4 m ausgewiesen.

2007 08 2006 07
In t In t
Umsatzerlöse 339.988 253.429
Umsätze zwischen den Segmenten -51.885 -36.891
Außenumsatz 288.103 216.538
Operatives Ergebnis 35.333 28.511
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinflüssen) 28.570 27.304
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1
122.861 79.232
Investitionen in Finanzanlagen 0 142
Mitarbeiter 847 776

Geschäftsentwicklung im Segment Stärke

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Mit einer zweistelligen Umsatz- und Ergebnissteigerung trug das Segment Stärke deutlich zum Erfolg der AGRANA im Geschäftsjahr 2007|08 bei. Die Umsatzsteigerung auf 340,0 (Vorjahr 253,4) m war in höheren Absatzmengen und Preisen begründet. Trotz gestiegener Rohstoffkosten konnte das Operative Ergebnis auf 35,3 (Vorjahr 28,5) m verbessert werden. Die nicht aktivierbaren Aufwendungen für das Bioethanolwerk in Pischelsdorf belasteten das Ergebnis der Betriebstätigkeit im Geschäftsjahr 2007|08 mit 6,8 m.

2007 08 2006 07*
In t In t
Umsatzerlöse 852.520 914.619
Umsätze zwischen den Segmenten -44 -4
Außenumsatz 852.476 914.615
Operatives Ergebnis 43.500 45.562
Ergebnis der Betriebstätigkeit
(nach Sondereinflüssen) 38.923 45.562
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1
42.925 47.788
Investitionen in Finanzanlagen 133 2.629
Mitarbeiter 4.696 4.724

Geschäftsentwicklung im Segment Frucht

* Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht trugen mit 852,5 (Vorjahr 914,6 mit 14 Umsatzmonaten) m zum Gesamtumsatz der AGRANA bei. Mit einem Anteil von 45,1 % ist Frucht das umsatzstärkste Segment der AGRANA. Bereinigt um die zwei Monate der Geschäftsjahresanpassung im Vorjahr wurde ein organisches Wachstum von 9 % erreicht. Gegen Ende des Geschäftsjahres konnten großteils Preisanpassungen erzielt werden, um die Rohstoffkostensteigerungen auszugleichen. Das Operative Ergebnis liegt mit 43,5 m aufgrund des Wegfalls von zwei Monaten wegen der vorjährigen Anpassung des Geschäftsjahres unter dem Vorjahresniveau (45,6 m). Die Operative Ergebnismarge erreichte 5,1 %. Restrukturierungsmaßnahmen von rund 4,6 m wurden unter anderem für die geplante Schließung des Fruchtzubereitungswerkes in Kaplice|Tschechien berücksichtigt.

Nachtragsbericht (Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag)

Die Möglichkeit, bis Ende März 2008 zu gleichen Konditionen freiwillig Quoten an den Restrukturierungsfonds zurückgeben zu können, hat AGRANA in der Slowakei genutzt. Die ursprüngliche slowakische Länderquote wurde um 50 % verringert und damit den slowakischen Bauern der Bezug von EU-Rübenzuzahlungen ermöglicht. Diese Maßnahme dient der Sicherstellung der Rohstoffversorgung und der wirtschaftlichen Weiterführung unserer slowakischen Zuckerproduktion in Sered.

Im Zuge der ungarischen Standortoptimierung wurde auch der Transfer der Produktionsstätte der INSTANTINA Hungaria Kft., die auf dem Gelände der Zuckerfabrik in Petöháza|Ungarn angesiedelt ist, nach Dürnkrut|Österreich beschlossen. Für die 50 Mitarbeiter wurde ein Sozialplan ausverhandelt. Am Standort Dürnkrut|Österreich werden 16 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

AGRANA unterzeichnete eine Vereinbarung mit Yantai North Andre Juice Company Ltd. zum Erwerb von 50 % an einem weiteren chinesischen Apfelsaftkonzentratwerk in Yongji. Gemeinsam mit dem Joint Venture Partner wird in der Provinz Shanxi mit einer Kapazität von bis zu 20.000 Tonnen "süßes" Apfelsaftkonzentrat produziert. Chinesisches Apfelsaftkonzentrat wird qualitativ als "süß" bezeichnet, da ihm die für europäisches Konzentrat typische Säure fehlt.

Die Transaktion wurde vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden abgeschlossen. Bereits im Juli 2007 ging die Produktionsanlage in Yongji mit einer Verarbeitungskapazität von 140.000 Tonnen Äpfeln pro Jahr in Betrieb. AGRANA und ihr Joint Venture Partner planen die Produktionskapazität bis 2009 zu verdoppeln. Durch dieses zweite Joint Venture setzt AGRANA einen weiteren Schritt in das weltweit größte Apfelanbaugebiet und kann ihre Marktposition weiter ausbauen.

SEGMENT ZUCKER

Segment-Kennzahlen 2007 08 2006 07 Veränderung in %
Umsatzerlöse (m) 772,0 804,6 -4,1
Operatives Ergebnis (m) 32,6 32,9 -0,9
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1
(m)
41,9 30,3 +38,3
Mitarbeiter 2.597 2.723 -4,6

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Die AGRANA Zucker GmbH ist operativ im österreichischen Zuckergeschäft tätig und fungiert als Holding im Segment Zucker für die Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina.

Neben dem klassischen Zuckergeschäft umfasst das Segment Zucker das Geschäft der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. in Österreich inklusive deren ungarischer Tochtergesellschaft. Die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. ressortiert ebenfalls zum Segment Zucker.

Der Vertrieb von Zucker und Lebensmittelstärkeprodukten wurde bis zum Ende des Geschäftsjahres 2007|08 über die AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H. (AMV), eine Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, abgewickelt. Der Vertrieb der Gastronomie-Produkte der zur PortionPack Europe-Gruppe gehörenden Hellma Lebensmittel-Verpackungs-Ges.m.b.H. erfolgte ebenfalls durch die AMV. Das umfangreiche Futtermittelsortiment (Nebenprodukte aus der Zucker- und Stärkegewinnung inklusive Handelsaktivitäten mit Futtermitteln) wurde im Geschäftsjahr 2007|08 ebenfalls über die AMV abgesetzt. Ab dem Geschäftsjahr 2008|09 ist der Zuckervertrieb in die AGRANA Zucker GmbH integriert und der Futtermittelverkauf aus der Stärkeproduktion dem Segment Stärke zugeordnet.

Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt

Die Schätzungen des unabhängigen Marktbeobachters F.O. Licht für die weltweite Zuckerproduktion beziffern sich auf rund 169 (Vorjahr rund 167) Mio. Tonnen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 (Oktober 2007 bis September 2008). Während die europäische Rübenzuckerproduktion gedrosselt wird, ist für die Rohrzuckerproduktion ein Anstieg um 2,6 % auf rund 134 Mio. Tonnen prognostiziert. Für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 rechnen die Experten allerdings mit einem Abbau der weltweiten Zuckerbestände aufgrund der niedrigen

Vorjahrespreise, des steigenden Bedarfs Brasiliens für die Ethanolproduktion sowie der Reduktion der indischen Zuckerrohrproduktion.

Die Rohzuckernotierung in New York erreichte im Mai und Juni 2007 mit Notierungen unter 200 USD pro Tonne den Jahrestiefstpunkt. Nach einem Zwischenhoch von 331 USD pro Tonne Anfang März 2008 lag die Notierung zum 14. März 2008 mit 299 USD pro Tonne um 30 % über dem Vorjahr (230 USD pro Tonne). Parallel dazu hat der Weltmarktpreis für Weißzucker (Notierung London) Anfang März 2008 mit 397 USD pro Tonne den zwischenzeitlichen Höchststand erreicht. Im Jahresvergleich zum 14. März 2008 stieg Weißzucker von 347 USD pro Tonne um rund 4 % auf 360 USD pro Tonne.

Zuckermarktordnung

Im Rahmen der EU-Zuckermarktordnungsreform ist eine Reduzierung der früheren EU-Quotenzuckerproduktion von rund 18 Mio. Tonnen um rund 6 Mio. Tonnen erforderlich. Seit Umsetzung der Reform wurden in den ersten beiden Zuckerwirtschaftsjahren 2006|07 und 2007|08 jedoch erst 2,2 Mio. Tonnen Quoten auf freiwilliger Basis an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben, sodass sich der Restrukturierungsprozess aufgrund der fehlenden 3,8 Mio. Tonnen verzögerte.

Um dem sich aus dem verzögerten Restrukturierungsprozess resultierenden Zuckerquotenüberhang im Zuckerwirtschaftsjahr 2007|08 entgegenzuwirken, hat die EU-Kommission im Februar 2007 eine präventive Marktrücknahme von bis zu 13,5 % der Quote verordnet. In Ländern, in denen bereits Quoten an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben wurden, fiel dieser Anteil geringer aus. Für die AGRANA-Gruppe lag die Kürzung bei durchschnittlich 10,5 %.

Daher verabschiedete der Agrarministerrat auf Vorschlag der EU-Kommission am 26. September 2007 Änderungen, die den Restrukturierungsprozess im Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 beschleunigen sollen. Durch diese Änderungen wurde der Anreiz für Rübenanbauer und Zuckerfabriken deutlich erhöht, Quoten im Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 in den Restrukturierungsfonds zu geben.

Die wesentlichen Änderungen der beschlossenen Verordnung sind:

• Erhalt eines nun auf 90 % fixierten Anteils der Umstrukturierungsbeihilfe (625 pro Tonne) für Zuckerunternehmen, das sind 562,5 pro Tonne zurückgegebener Quote, wenn die Quotenrückgaben mit einem entsprechenden Kapazitätsabbau verbunden sind. Ansonsten reduziert sich dieser Anteil auf 35 % unter Abzug eines fixen 10 % Anteils für die Landwirte, der bisher variabel gestaltet war.

  • Befreiung von der Umstrukturierungsabgabe auf die präventive Quotenrücknahmemenge in Höhe von 173,8 pro Tonne für Zuckerunternehmen, falls die Quotenrückgabe mindestens die Höhe der präventiven Marktrücknahme des Zuckerwirtschaftsjahres 2007|08 erreicht.
  • Erhalt einer einmaligen, zusätzlichen Beihilfe ("Top-Up-Prämie") für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 in Höhe von 237,5 pro Tonne für die Landwirte. Zusammen mit dem fixen 10 % Anteil aus der Umstrukturierungsbeihilfe entspricht dies insgesamt maximal 300 pro Tonne zurückgegebener Quote.
  • Initiativrecht der Bauern für den Verkauf von bis zu 10 % der Unternehmensquote an den Restrukturierungsfonds. Diese individuellen Quotenrückgaben werden allerdings nichtig, wenn sie von den Zuckerunternehmen mengenmäßig übertroffen werden.
  • Teilweise Anrechnung der Quotenrückgaben auf eine mögliche, von der EU verfügte entschädigungslose Quotenkürzung ("Final Cut") im Zuckerwirtschaftsjahr 2010|11, die notwendig wird, falls das Ziel von 6 Mio. Tonnen durch freiwillige Rückgaben nicht erreicht wird.
  • Anwendung eines zweistufigen Verfahrens für die Umsetzung der Quotenrückgaben für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09: Zuckerunternehmen, die bis zum 31. Jänner 2008 Quoten mindestens in Höhe der präventiven Marktrücknahme des Zuckerwirtschaftsjahres 2007|08 zurückgegeben haben, erhielten zusätzlich die Möglichkeit, bis zum 31. März 2008 auf Grundlage der dann vorliegenden Information über die Gesamtrückgaben in der EU weitere Quoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 zurückgeben zu können. Im Gegensatz zur ersten Runde gibt es hierbei jedoch keine Befreiung von der Restrukturierungsabgabe für diesen Quotenanteil.

In Hinblick auf die geänderten Rahmenbedingungen kam es bis zum 31. Jänner 2008 zu einer Quotenrückgabe von 2,6 Mio. Tonnen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09. Seitens der EU wurde für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 keine präventive Marktrücknahme im Frühjahr 2008 vorgesehen. Im Rahmen der zweiten Welle bis Ende März 2008 wurden weitere rund 0,8 Mio. Tonnen Zuckerquoten zurückgegeben. AGRANA hat sich im Rahmen dieser beiden Wellen mit einer Rückgabe von rund 117.000 Tonnen Zuckerquoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 beteiligt. Um dem Reformziel nachzukommen, sind somit noch Quotenrückgaben im Ausmaß von cirka 0,4 Mio. Tonnen notwendig. Falls das Rückgabeziel von 6 Mio. Tonnen am Ende der Reform nicht erreicht ist (eine Rückgabe mit 520 pro Tonne Umstrukturierungsbeihilfe ist auch noch per 31. Jänner 2009 möglich), erfolgt im Februar 2010 eine zwangsweise, entschädigungslose Quotenkürzung über alle Mitgliedsstaaten. Sollten keine weiteren Quoten mehr zurückgegeben werden, würde für den AGRANA Konzern dieser Final Cut nach heutigem Stand rund 2,8 % der Quote betragen.

Außenhandel Zucker

Mit Auslaufen des Cotonou-Abkommens Ende 2007, das die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP) regelte, wurde mit bestimmten AKP-Staaten eine Übergangsregelung zum künftigen zoll- und quotenfreien Marktzugang ab dem 1. Jänner 2008 vereinbart. Diese Übergangsregelung wurde notwendig, da die Verhandlungen zum "Wirtschaftlichen Partnerschaftsabkommen" (EPA), das dem Cotonou-Abkommen nachfolgen soll, noch nicht abgeschlossen sind. Für Zucker und Reis ist eine Übergangsperiode vorgesehen.

Die WTO-Verhandlungen wurden im Juni 2007 zunächst ohne Ergebnis abgebrochen. Für April 2008 war ein Ministertreffen in Genf geplant, dessen Verhandlungsergebnis entscheidend sein wird, um weiterhin einen ausreichenden EU-Außenschutz für Zucker sicherzustellen. Zuletzt hatte der WTO-Agrarausschussvorsitzende Falconer eine Zollkürzung für gut geschützte Produkte zwischen 66 und 73 % vorgeschlagen, wobei 4 bis 6 % der Erzeugnisse als "sensible Produkte" eingestuft und somit einem geringeren Zollabbau, allerdings mit weiteren zollfreien Importquoten, unterworfen sein könnten.

Branchenvereinbarung

Unter Berücksichtigung der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer "Die Rübenbauern" sowie mit den bäuerlichen Interessengemeinschaften in den Beteiligungsländern neue Vereinbarungen treffen.

Österreich Ungarn Tschechien Slowakei Rumänien1) Gesamt Vorjahr
Anzahl Rübenbauern 8.571 182 149 101 96 9.099 9.517
Erntefläche (ha) 42.363 17.619 13.281 7.719 6.815 87.797 88.085
Kampagnedauer (Tage) 103 70 83 117 61 93 89
Tagesverarbeitung (t) 24.451 12.452 8.315 3.204 2.654 51.076 54.724
(8 Werke) (8 Werke)
Gesamtrüben 2.518.412 870.524 690.181 374.862 161.920 4.615.899 4,741.089
verarbeitung (t) 2)
Rübenertrag (t/ha) 62,90 44,40 51,90 41,80 24,00 52,655) 53,695)
Zuckergehalt (%) 16,57 15,39 16,36 15,00 15,20 16,145) 17,425)
Rübenzucker 383.324 149.063 100.889 56.837 20.968 711.080 749.490
Produktion (t) 3)
AGRANA Quote (t)
im ZWJ 07 08 4)
351.027 142.689 87.123 56.837 20.968 658.644 621.566
AGRANA Quote (t)
im ZWJ 08 09
351.027 105.420 93.973 43.842 24.240 618.502 658.644

Kampagneergebnisse der AGRANA-Gruppe 2007

1) Rübenzuckerkampagne, 2) Inkl. grenzüberschreitender Rohstoffswaps, 3) Inkl. Übertrag aus ZWJ 06|07 und grenzüberschreitender Rohstoffswaps, 4) Nach präventiver Marktrücknahme im Februar 2007, 5) Gewichtete Durchschnittswerte

ZUCKER ÖSTERREICH

Wirtschaftliches Umfeld

Für das Geschäftsjahr 2007|08 stand AGRANA nach der präventiven Marktrücknahme im Februar 2007 eine Zuckerquote von 351.027 Tonnen zur Verfügung. Im Rahmen der ersten Rückgabewelle bis 31. Jänner 2008 gab AGRANA in Österreich rund 55.000 Tonnen Quote für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 zurück. Darüber hinaus ist eine weitere freiwillige Quotenrückgabe an den Restrukturierungsfonds in der zweiten Welle nicht erfolgt. Die durch die präventive Marktrücknahme frei gewordenen Rübenflächen wurden mit dem Anbau von Industrierüben kompensiert. AGRANA wird aus der Zuckerproduktion 2007|08 14.036 Tonnen in das nächste Zuckerwirtschaftsjahr vortragen.

Geschäftsentwicklung

Der stark steigende Wettbewerb aus den benachbarten osteuropäischen Ländern sowie aus den Balkanstaaten prägte den Absatzmarkt in Österreich auch im abgelaufenen Wirtschaftsjahr. Trotz des Importdrucks aus diesen Ländern konnten die Absatzmengen im Industriebereich gesteigert und folglich der Marktanteil ausgebaut werden. Die erfolgreiche Positionierung von AGRANA Zucker mit der Marke "Wiener Zucker" als österreichisches Qualitätsprodukt trug den Absatz im Einzelhandel. Erhöhter Marktdruck machte jedoch Preiskorrekturen erforderlich. Das Exportvolumen wurde infolge des Wettbewerbs am europäischen Markt und aufgrund des Mehrabsatzes in Österreich reduziert.

Die AGRANA Zucker GmbH verzeichnete mit einem Umsatz von 272,5 (Vorjahr 306,5) m einen Rückgang von 11,1 %. Bedingt durch die geringeren Produktionsmengen infolge der Zuckermarktordnungsreform waren auch geringere Absatzmengen verfügbar. Infolge der WTO-Panelentscheidung wurde die im Jahr 2006 letztmalige Exportmöglichkeit von C-Zucker stark beschränkt. Insgesamt konnten mit 427.000 Tonnen Zucker um 129.000 Tonnen weniger als im Vorjahr abgesetzt werden. Der Quotenzuckerverkauf betrug 374.000 (Vorjahr: 403.000) Tonnen, wobei die Exportmengen von Quotenzucker in Drittländer mit über 7.000 Tonnen über dem Vorjahresniveau lagen. Auch beim Absatz von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie mussten Einbußen aufgrund der neuen Rahmenbedingungen verzeichnet werden.

Bei den Nebenprodukten (Melasse, Schnitzel) kam es aufgrund der geringeren verfügbaren Menge infolge des Rückgangs bei der Zuckerproduktion sowie der gestiegenen Preise bei Futtermitteln zu deutlichen Preissteigerungen. Vor allem bei Trockenschnitzeln hatte der weltweite Anstieg der Getreidepreise einen positiven Effekt auf die Preisentwicklung.

Der durch eine gezielte Einkaufspolitik gegenüber dem Vorjahr etwas niedrigere Gaspreis brachte eine Verringerung der Energiekosten je produzierter Tonne Weißwert um 4,1 %.

Produktion, Investitionen

Durch eine Vielzahl von Maßnahmen (Optimierung der Verdampferstufe, Verbesserung der Rohsafterwärmung) in den beiden österreichischen Zuckerfabriken konnte der Energieverbrauch in der Zuckerproduktion um durchschnittlich 3,1 % reduziert werden. Weitere Investitionen im Geschäftsjahr 2007|08 in Höhe von 2,2 m betrafen die Optimierung der Anlagen in Tulln und Leopoldsdorf sowie entsprechende Ersatzinvestitionen. Weiters wurden der Vertrieb und die Rohstoffabteilung der AGRANA Zucker von Wien an den Zuckerstandort Tulln konzentriert, wofür das Verwaltungsgebäude erweitert wurde.

ZUCKER UNGARN

Wirtschaftliches Umfeld

Der Magyar Cukor Zrt. wurde beim EU-Beitritt Ungarns ursprünglich eine Produktionsquote von 152.137 Tonnen zugesprochen. Durch die präventive Quotenkürzung im Februar 2007 stand für das Anbaujahr 2007 eine Produktionsquote von 142.689 Tonnen zu Verfügung. Die Zuckerindustrie einigte sich mit den ungarischen Rübenbauern im November 2007 darauf, die ursprüngliche ungarische Zuckerquote zu halbieren, um den Landwirten eine fünfjährige gekoppelte EU-Ausgleichszahlung in Höhe von 6,6 pro Tonne Rübe zu ermöglichen. Für AGRANA bedeutet diese Entscheidung die Rückgabe von 30 % der ungarischen Produktionsquote und eine damit verbundene Schließung eines ungarischen Standortes in Petöháza. Somit beträgt die ungarische Quote für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 105.420 Tonnen. Nach dem Ausstieg aller Mitbewerber ist AGRANA nunmehr mit dem Werk Kaposvár der einzige Rübenzuckerproduzent in Ungarn. Nach insgesamt 75 % Quotenrückgabe ist Ungarns Zuckermarkt nun defizitär. Die höhere Isoglukosequote der Hungrana wird dadurch besseren lokalen Absatz finden können. Es wird damit gerechnet, dass sich die Zuckerrübenanbauflächen im kommenden Anbaujahr aufgrund der Konkurrenzsituation zu Getreide- und Ölsaaten stark reduzieren werden.

Geschäftsentwicklung

Mit einem Umsatz von 117,4 (Vorjahr 135,4) m war das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2007|08 zwar von einem Umsatzrückgang, aber von deutlichen Absatzsteigerungen sowohl im Industrie- als auch im Handelsbereich geprägt. Die inländischen Absatzmengen konnten um 22.000 Tonnen auf 117.000 Tonnen gesteigert werden. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den Marktaustritt eines ungarischen Mitbewerbers, aber auch auf intensive Verkaufsanstrengungen, die mit entsprechenden Preiskorrekturen im Handelssektor einhergingen. Dadurch konnte die Marktposition in Ungarn deutlich gefestigt und der Marktanteil entsprechend ausgebaut werden. Der Importdruck aus Kroatien und Serbien hatte negativen Einfluss auf die Preisbildung am ungarischen Zuckermarkt. Die Exporte vor allem in Länder außerhalb der EU konnten deutlich erhöht werden.

Produktion, Investitionen

Witterungsbedingt kam es an beiden ungarischen Standorten zu Engpässen bei der Rübenversorgung, wodurch die Rübenverarbeitung zeitweise gedrosselt werden musste. Am Standort Petöháza wurde die letzte Zuckerkampagne im Jahr 2007 erfolgreich beendet.

Das Investitionsvolumen in Ungarn betrug im Geschäftsjahr 2007|08 9,6 m. Neben Ersatzinvestitionen und Instandhaltungen lag der Investitionsschwerpunkt auf der Errichtung der Biogasanlage in Kaposvár, welche nach nur sechs Monaten Bauzeit in der Kampagne 2007 bereits mehr als 40 % des Primärenergiebedarfs der Zuckerfabrik aus Zuckerrübenschnitzeln abdecken konnte. Seit Kampagneende wird der Heizenergiebedarf zur Gänze mit Biogas gedeckt.

ZUCKER TSCHECHIEN

Wirtschaftliches Umfeld

Durch einen Quotenzukauf von 3.819 Tonnen kann die Produktionsquote von AGRANA für das Anbaujahr 2008 auf 93.973 Tonnen Weißzucker aufgestockt werden. Eine Quotenrückgabe an den Restrukturierungsfonds ist nicht erfolgt.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz der Moravskoslezské Cukrovary a.s. belief sich im Geschäftsjahr 2007|08 auf 70,3 (Vorjahr 79,8) m. Deutliche Absatzsteigerungen, allerdings mit Preisanpassungen, wurden im Inlandsabsatz überwiegend im Industriebereich, aber auch im Haushaltssektor erreicht. Somit konnten Marktanteile dazugewonnen werden. Mit der Kampagne 2007 und dem Importdruck aus Polen kam es im Jahresverlauf zu Preisreduktionen. Die Gesamtabsatzmenge war mit 110.000 (Vorjahr 131.000) Tonnen rückläufig, was vor allem mit dem im Vorjahr erfolgten Verkauf von 19.000 Tonnen in die Intervention begründet war.

Produktion, Investitionen

Notwendige Ersatzinvestitionen sowie energiesparende Maßnahmen wurden mit Investitionen in Höhe von 5,2 m durchgeführt. Der Energieverbrauch bei der Rübenverarbeitung konnte um 1,8 % gesenkt werden.

ZUCKER SLOWAKEI

Wirtschaftliches Umfeld

Die Quote von Slovenské Cukrovary s.r.o. betrug für das Jahr 2007|08 ursprünglich 59.403 Tonnen Weißzucker, die infolge der präventiven Marktrücknahme auf 56.837 Tonnen gekürzt wurde. Durch Teilnahme an der ersten Welle der Restrukturierung im Jänner 2008 reduzierte sich die Quote um 10 % auf 53.462 Tonnen für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09. Im Rahmen der zweiten Frist bis Ende März 2008 hat AGRANA die Rückgaben insofern erweitert, als die ursprüngliche slowakische Länderquote um 50 % verringert wird. Damit profitieren auch die slowakischen Bauern analog zu Ungarn von den EU-Förderungen. Die dadurch verbleibende Quote für AGRANA von 43.842 Tonnen reicht für die wirtschaftliche Auslastung der slowakischen Fabrik in Sered. Der Anbau von Rüben steht 2008 in starker Konkurrenz zu Getreide und Ölsaaten.

Geschäftsentwicklung

Die Slovenské Cukrovary s.r.o.. erzielte im Geschäftsjahr 2007|08 einen Umsatz von 49,6 (Vorjahr 52,1) m. Der slowakische Absatzmarkt war durch den Marktaustritt eines Mitbewerbers, den damit verbundenen Zuckerabverkauf sowie den starken Wettbewerb aus Polen gekennzeichnet. Steigerungen im Industriegeschäft konnten die Rückgänge im Handel nicht zur Gänze kompensieren. Die Preise kamen unter Druck und konnten nicht auf Vorjahresniveau gehalten werden. Insgesamt wurden mit 66.000 Tonnen um 13.000 Tonnen weniger Zucker verkauft.

Produktion, Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 3,0 m betrafen vor allem Verbesserungen bei der Rübenübernahme sowie im Bereich der Saftreinigung. Die durchschnittliche Tagesverarbeitungsmenge an Rüben im Werk Sered wurde um rund 10 % auf 3.200 Tonnen gesteigert.

ZUCKER RUMÄNIEN

Wirtschaftliches Umfeld

Im Zuge des EU-Beitritts von Rumänien mit 1. Jänner 2007 erhielt AGRANA Romania S.A. eine Rübenzuckerquote von 24.240 Tonnen und eine Rohzuckerraffinationsquote von 130.668 Tonnen. AGRANA führt im Rahmen der Restrukturierung keine Rübenzuckerquotenrückgabe durch.

Geschäftsentwicklung

Der Zuckerabsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr nicht gesteigert werden. Der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2007|08 bezifferte sich auf 134,9 (Vorjahr 176,0) m. Mit Hilfe konsequenter Verkaufsmaßnahmen in Kombination mit einer erfolgreichen Markenpolitik sowie einer Sortimentserweiterung wurden Preissteigerungen realisiert. Insgesamt konnte AGRANA eine um 45.000 Tonnen über der Zuckerquote liegende Menge absetzen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Ergebnis von erheblichen Wechselkursschwankungen des rumänischen Leu geprägt. Während zu Beginn des Jahres noch Aufwertungsgewinne zu verzeichnen waren, belasteten die Abwertungen der letzten Monate das Operative Ergebnis.

Produktion, Investitionen

Zwischen den beiden Rübenverarbeitungsperioden, in denen insgesamt rund 21.000 Tonnen Weißzucker aus Zuckerrüben erzeugt wurden, hat AGRANA Romania S.A. eine Rohzuckerkampagne mit einem Weißzucker-Output von etwa 152.000 Tonnen gefahren. Für Ersatzinvestitionen, die Modernisierung von Messgeräten und Produktionsanlagen, Umweltmaßnahmen sowie die Fertigstellung des Distributionslagers in Bukarest wurden im Geschäftsjahr 2007|08 insgesamt 4,1 m investiert.

ZUCKER Bosnien-Herzegowina

Im Rahmen eines 50 % Joint Venture Projektes errichtete AGRANA gemeinsam mit dem Unternehmen SCO Studen eine Rohzuckerraffinerie in Brcko|Bosnien. Zu Geschäftsjahresende waren die Anlagen fertig gestellt, die Genehmigungsverfahren eingeleitet sowie Rohzucker eingekauft und eingelagert. Die auf AGRANA entsprechend dem 50 % Anteil entfallenden Investitionen im Geschäftsjahr 2007|08 betrugen 15,5 m. Die anteiligen Anlaufverluste beliefen sich auf 0,4 m. Die gesamten Investitionskosten werden mit rund 40 m beziffert. Für das Geschäftsjahr 2008|09 ist mit einer Produktion von 136.000 Tonnen Weißzucker aus Rohzucker zu rechnen.

ZUCKER Bulgarien

Das im April 2007 gegründete Verpackungs- und Vertriebs-Joint Venture der AGRANA mit dem bulgarischen Zuckerunternehmen Zaharni Zavodi AD in Sofia|Bulgarien hat seine Vertriebsaktivitäten für den bulgarischen Markt erfolgreich aufgenommen. Im Handelsbereich wurden die ersten Verträge hauptsächlich mit internationalen Kunden abgeschlossen. Mit einem Absatzvolumen von 23.000 Tonnen Zucker konnte bereits ein Marktanteil von 15 % erreicht werden. Auch beim Zuckerverkauf an die Industrie zählen erste internationale Konzerne zu den Abnehmern. Zur Verbesserung der Wertschöpfung wurde neben dem Vertrieb auch in die Abpackung und Logistik investiert. Ab dem Geschäftsjahr 2008|09 wird ein positiver Ergebnisbeitrag erwartet.

SEGMENT STÄRKE

Segment-Kennzahlen 2007 08 2006 07 Veränderung in %
Umsatzerlöse (m) 340,0 253,4 +34,2
Operatives Ergebnis (m) 35,3 28,5 +23,9
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1
(m)
122,9 79,2 +55,2
Mitarbeiter 847 776 +9,1

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Das Segment Stärke umfasst die AGRANA Stärke GmbH mit dem österreichischen Stärkegeschäft der Kartoffelstärkefabrik in Gmünd und der Maisstärkefabrik in Aschach. Weiters enthalten sind die Koordination und operative Führung der internationalen Beteiligungen in Ungarn und Rumänien.

Das Bioethanolgeschäft ist organisatorisch ebenfalls dem Segment Stärke zugeordnet. Ab dem Geschäftsjahr 2008|09 wird der Verkauf von Nebenprodukten aus der Stärkeproduktion (Futtermittel) im Rahmen des Stärkegeschäftes abgewickelt, der zuvor von der AMV durchgeführt wurde.

Wirtschaftliches Umfeld

Die weltweite Getreideproduktion wird im Jahr 2007 mit einem Plus von 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1,66 Mrd. Tonnen geschätzt. Mit einem Anteil von rund 766 Mio. Tonnen des weltweit produzierten Getreides ist Mais die global wichtigste Getreideart. Infolge des gestiegenen weltweiten Getreideverbrauchs werden die globalen Lagerbestände um 18 % gegenüber dem Vorjahr abnehmen.

Das Marktwachstum bei Stärke und Stärkeprodukten in der EU-27 für Mais-, Weizen- und Kartoffelstärke lag in den letzten Jahren bei durchschnittlich rund 4 % p.a.

Die Maisernte in der EU-27 reduzierte sich im Wirtschaftsjahr 2007|08 von rund 53 Mio. Tonnen im Vorjahr auf rund 48 Mio. Tonnen vor allem aufgrund der Missernten in Ungarn und Rumänien. Die EU-Kommission hat zum Ausgleich der angespannten Märkte neben der Aufhebung der 10 %- Flächenstilllegung für das Jahr 2008 auch die Aussetzung der Getreide-Importzölle für das Wirtschaftsjahr 2007|08 beschlossen.

Die gemäß Stärkemarktordnung festgelegte Kartoffelstärkequote konnte EU-weit im Jahr 2007 zu 95 - 100 % erfüllt werden. AGRANA erreichte in Österreich aufgrund witterungsbedingter Ernteeinbußen rund 84 % der Quote. Im Juni 2007 wurde die bestehende Kartoffelstärke-Quotenregelung um zwei Jahre (2007|08 und 2008|09) verlängert. Die zukünftige Regelung wird

im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ("Health Check") vereinbart, die voraussichtlich im Herbst 2008 beschlossen werden soll. Eine unveränderte Fortsetzung der Kartoffelstärke-Marktordnung für weitere zwei Jahre wurde von der Europäischen Kommission in Aussicht gestellt.

STÄRKE ÖSTERREICH

Wirtschaftliches Umfeld

Österreich produzierte im Jahr 2007 rund 4,4 Mio. Tonnen Getreide, die Ernte lag damit im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Die Maisanbaufläche erhöhte sich von 158.000 Hektar im Jahr 2006 auf 170.000 Hektar im Jahr 2007. Insgesamt wurden rund 1,7 Mio. Tonnen Mais geerntet, wobei aufgrund der gestiegenen Nachfrage sowie der EU-weit geringeren Erntemenge signifikante Preissteigerungen festzustellen waren.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Auf einer Anbaufläche von 5.836 Hektar wurde 2007 eine Menge von 209.301 (Vorjahr 202.638) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln kontrahiert. Zusammen mit Bio-Stärkekartoffeln betrug die gesamte Kontraktmenge 213.363 Tonnen. Durch die massive Trockenheit in Teilen des Einzugsgebietes konnte die Kontraktmenge nicht zur Gänze erfüllt werden und der Stärkegehalt wurde negativ beeinflusst. Insgesamt wurden in der Kampagne 2007 in 114 (Vorjahr 116) Tagen 195.371 (Vorjahr 187.373) Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln zu 39.883 (Vorjahr 41.123) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Der Stärkegehalt lag mit rund 17 % unter jenem des Vorjahres von 19 %. Die durchschnittliche Verarbeitungsleistung pro Tag betrug 1.709 (Vorjahr 1.621) Tonnen. Für das Anbaujahr 2008 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoffelstärke zur Verfügung.

In der Kampagne 2007 wurden für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten weiters insgesamt 13.016 (Vorjahr 12.252) Tonnen Speise- und Bio-Speiseindustriekartoffeln übernommen.

Die Maisstärkefabrik Aschach hat im Geschäftsjahr 2007|08 364.000 (Vorjahr 352.000) Tonnen Mais verarbeitet. Die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais betrug 103.000 Tonnen und lag über jener des Vorjahres von 84.000 Tonnen.

Geschäftsentwicklung

Der stetige Wachstumskurs konnte auch im Geschäftsjahr 2007|08 erfolgreich fortgesetzt werden. Die Absatzmengensteigerung um 5 % auf 462.900 (Vorjahr 441.000) Tonnen ist schwerpunktmäßig auf den Mehrabsatz von Verzuckerungsprodukten zurückzuführen, während aufgrund der unterdurchschnittlichen Kartoffelernte die Verkaufsvolumina bei nativer Stärke zurückgingen. Die Verkaufspreise wurden den erhöhten Rohstoffkosten angepasst, sodass der Umsatz überproportional um rund 23 % auf 228,1 (Vorjahr 185,2) m anstieg. Ein optimierter

Produkt- und Kundenmix trugen neben der Anpassung der Verkaufspreise aufgrund der höheren Einstandspreise zur Ergebnisverbesserung bei.

Im Bereich der technischen Stärken (Nonfood) wurden im Geschäftsjahr 2007|08 rund 98.400 (Vorjahr 100.000) Tonnen an die Papier-, Wellpappe-, Textil- und Bauindustrie abgesetzt. USA-Exporte waren in der zweiten Jahreshälfte von dem stark steigenden Eurokurs belastet. Die rasant ansteigenden Rohstoffpreise bei Weizen und Mais führten dazu, dass einige Kunden in der Papierindustrie verstärkt auf Alternativprodukte wie z. B. Tapiocastärke setzten, um die Preissteigerungen nicht im gleichen Ausmaß mittragen zu müssen. Im Baubereich ermöglichte der milde Winter die Fortsetzung der Bautätigkeiten auf hohem Niveau und damit eine Absatzsteigerung um rund 9 %. Im Textilbereich gelang es, den Rückgang des letzten Jahres einzubremsen und das Preisniveau wieder anzuheben.

Im Bereich Lebensmittelstärken (Food) betrug das Absatzvolumen 102.600 (Vorjahr 117.800) Tonnen. Aufgrund fehlender Rohstoffe sanken die Absatzmengen bei Kartoffeldauerprodukten unter das Vorjahresniveau. Bis Juni lagen die Preise auf stabilem Niveau, die Preissteigerungen im Rohstoffeinkauf führten im letzten Quartal zu entsprechenden Preisanpassungen. Mit Jahresbeginn 2008 entspannte sich die Lage etwas und es kam zu stabilisierten Preisniveaus.

Eine entsprechende Spezialisierung und gute Kundenorientierung tragen laufend zur Optimierung des Produktmixes bei. AGRANA nimmt im Biobereich bereits seit Jahren mit ihrer Produktion von Bio-Stärkeprodukten und GVO1 -freien Stärkeprodukten in den österreichischen Werken Aschach und Gmünd eine wichtige Marktstellung ein. Eine deutliche Absatzsteigerung um 16 % im Vergleich zum Vorjahr bestätigt diese Position. Aufgrund des vermehrten Anbaues von gentechnisch verändertem Mais in der EU stieg die Nachfrage nach garantiert gentechnikfreien und biologischen Stärke- und Stärkeverzuckerungsprodukten an. Exportiert wird hauptsächlich in den EU-Raum, den nordamerikanischen Raum sowie Südostasien.

Beim Vertrieb von Verzuckerungsprodukten aus Ungarn (Isoglukose und Flüssigdextrose) kam es zu einem Absatzplus von 40.000 Tonnen. Auch aus österreichischer Produktion konnten die Verkaufsmengen im Lebensmittelbereich gesteigert werden.

Der Absatz von Nebenprodukten lag mit ca. 112.000 Tonnen auf Vorjahresniveau, die Verkaufspreise konnten um 24 % gesteigert werden.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsjahr 2007|08 betrugen 9,1 (Vorjahr 11,5) m. Mit einem Investitionsvolumen von rund 5 m wurde im Werk Gmünd gegen Ende des Geschäftsjahres die neue Stärkeextrusionsanlage in Betrieb genommen. Mit dem Bau einer

1 Gentechnisch veränderte Organismen.

weiteren Walzentrocknungsanlage zur Veredelung von Stärke wurde begonnen, die Inbetriebnahme soll gegen Ende des neuen Geschäftsjahres 2008|09 erfolgen.

STÄRKE UNGARN

Wirtschaftliches Umfeld

Die ungarische Maisernte betrug im Jahr 2007 aufgrund der hohen Temperaturen während der Sommermonate und der fehlenden Niederschläge nur 3,9 (Vorjahr 8,4) Mio. Tonnen. Der Verbrauch in Höhe von 4,5 Mio. Tonnen konnte nur durch Lagerbestände aus den Vorjahren gedeckt werden. Diese Situation führte zu massiv ansteigenden Rohstoffpreisen, welche zeitweise über dem westeuropäischen Niveau lagen.

Im Wirtschaftsjahr 2007|08 betrug die ungarische Isoglukosequote rund 180.000 Tonnen. Dies ergab sich durch eine zweimalige Aufstockung der Quote aufgrund der Zuckermarktordnung von ursprünglich 137.627 Tonnen sowie einer einjährigen Quotenkürzung im Frühjahr 2007. Für das Wirtschaftsjahr 2008|09 wird die Quote rund 220.000 Tonnen betragen.

Die ungarische Isoglukosequote ist zur Gänze der Hungrana, an der AGRANA eine 50 % Beteiligung hält, zuzurechnen. Die verbleibenden 50 % an dem Unternehmen werden von der Szabadegyházai Szolgáltató es Vagyonkezelö Kft, einem Tochterunternehmen von Tate & Lyle und ADM, gehalten.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Rund 540.000 (Vorjahr 451.000) Tonnen Mais wurden im Geschäftsjahr 2007|08 in der ungarischen Stärkefabrik der Hungrana zu Isoglukose, Stärkeverzuckerungsprodukten und Bioethanol verarbeitet. Das Rohstoffpreisniveau lag über dem Vorjahr. Die unter dem Vorjahr liegenden Maiserträge führten zu einer kürzeren Dauer der Nassmais-Kampagne und zu einer geringeren Nassmaismenge in Höhe von rund 21.100 (Vorjahr 72.000) Tonnen. Durch die knappe Verfügbarkeit von erntefrischem Nassmais wurde generell Trockenmais beigemischt.

Die Verarbeitungskapazität von Hungrana wurde von 1.400 Tonnen pro Tag im März 2007 auf 2.800 Tonnen pro Tag im Februar 2008 verdoppelt.

Geschäftsentwicklung

Die Inbetriebnahme der erweiterten Bioethanolanlage und der Ausbau der Verzuckerungsanlage führten zu einer entsprechenden Steigerung des Absatzes auf 280.000 (Vorjahr 228.000) Tonnen (entspricht dem 50 % Anteil der AGRANA). Aufgrund der Zuckermarktreform und des daraus resultierenden Preisdrucks auf Zucker konnte das Preisniveau für Isoglukose nur leicht angehoben und die stark gestiegenen Rohstoffkosten nicht vollständig weiterverrechnet werden. Ein ähnlicher Effekt war bei den Verkaufspreisen für Ethanol zu verzeichnen. Der 50 % Anteil der AGRANA am

Umsatz von Hungrana erhöhte sich auf 91,8 (Vorjahr 66,9) m, wobei der AGRANA zuzurechnende Ethanol-Umsatzanteil auf 19,4 (Vorjahr 13,5) m stieg. Aufgrund der beschränkten Möglichkeit der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten konnte das Operative Ergebnis nicht auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2007|08 wurden 39,8 (Vorjahr 21,3) m entsprechend dem 50 % Anteil der AGRANA investiert. Die Inbetriebnahme des Fabrikausbaus auf 3.000 Tonnen Tagesvermahlung erfolgte schrittweise im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2007|08. Das Projekt umfasste die Erhöhung der Vermahlungskapazität, die Kapazitätserhöhung der Isoglukoseproduktionsanlage sowie eine zusätzliche Produktionsanlage für Bioethanol. Bei einem schrittweisen Anheben der täglichen Verarbeitungsleistung wird die geplante Vollauslastung von 3.000 Tonnen Maisverarbeitung pro Tag gegen Ende des ersten Quartals 2008|09 erwartet.

STÄRKE RUMÄNIEN

Wirtschaftliches Umfeld

In Rumänien wird die Maisproduktion für 2007 auf 3,7 (Vorjahr 8,5) Mio. Tonnen geschätzt und reicht daher nicht für die Deckung des Inlandsbedarfs von rund 6,5 Mio. Tonnen. Infolgedessen wurde die benötigte Maismenge zum Großteil durch Importware aus Brasilien, Ungarn und Serbien gedeckt.

Rohstoff, Ernte und Produktion

Die Maisverarbeitung in der rumänischen Maisstärkefabrik S.C. A.G.F.D. Tandarei betrug im Geschäftsjahr 2007|08 rund 23.400 Tonnen und lag damit über dem Vorjahr. Aufgrund der hohen Preise aus der Ernte 2007 wurde auch keine Nassmaiskampagne durchgeführt. Während mehrerer Produktionskampagnen wurde eine stabile Tagesverarbeitungsleistung von etwa 100 Tonnen Mais erzielt.

Geschäftsentwicklung

Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um 35 % auf 9,0 m gesteigert werden. Die Ernteausfälle und die damit einhergehenden Erhöhungen der Rohstoffpreise machten eine Preisanhebung der Stärkeprodukte notwendig. In Reaktion auf das erhöhte Preisniveau wurden verstärkt Importe aus dem EU-Raum forciert.

Investitionen

Insgesamt wurden in Rumänien 0,8 (Vorjahr 1,3) m für Sachanlagen aufgewendet. Investitionen zur Reduktion von Energiekosten sowie zur entsprechenden Verbesserung der Kostenstruktur

wurden vorangetrieben. Durch den Umbau eines Dampfkessels zur Verfeuerung des Nebenproduktes Maiskraftfutter soll der Heizölverbrauch deutlich reduziert werden.

BIOETHANOL

Das Klimapaket der Europäischen Kommission gibt klare Ziele in Sachen Energieeffizienz, Emissionsreduktion, erneuerbare Energiequellen und Biokraftstoffe vor. Im Verkehrssektor wird ein 10 % Anteil an Biokraftstoffen bis zum Jahr 2020 für alle Mitgliedsstaaten vorgeschrieben, insgesamt sollen die Treibhausgasemissionen um 20 % reduziert werden. Der verstärkte Einsatz von Bioethanol wird zur Reduktion der CO2-Emissionen und zur Verringerung der Abhängigkeit von Energie- und Sojafuttermittelimporten beitragen.

Die Umsetzung dieser EU-Direktive bedeutet in der EU auf Basis einer Beimischung von 5,75 % zum Fahrbenzin einen Bedarf von rund 10 Mio. m Bioethanol. Im Vergleich dazu sind im Jahr 2007 lediglich rund 1,8 Mio. m der europäischen Ethanolproduktion auf Anwendungen im Kraftstoffbereich entfallen (Quelle: F.O. Licht).

Ende Jänner 2008 veröffentlichte die EU-Kommission einen Vorschlag für die Richtlinie "zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen". Die darin enthaltenen Eckpunkte sind verbindliche Ziele von mindestens 20 % Energie aus erneuerbaren Quellen am Gesamtenergiemarkt und die verbindliche 10 % Beimischung von Biokraftstoffen im Verkehrsbereich. Ebenso wurde als Qualitätskriterium für Biokraftstoffe eine Mindest-CO2- Einsparung bei Biokraftstoffen von 35 % gegenüber fossilen Kraftstoffen - gerechnet über den gesamten Zyklus (von der Produktion bis zum Verbrauch) - festgelegt und Nachhaltigkeitskriterien für Rohstoffe zur Herstellung von Biokraftstoffen gefordert. Konkret belegt eine Studie für das Werk Pischelsdorf die Einsparung von rund 50 % an CO2-Emissionen für jeden Liter Bioethanol anstelle eines Liters Benzin und führt damit zur Verlangsamung des Treibhauseffektes (Quelle: Joanneum Research).

Das Ziel von 20 % erneuerbarer Energie wird auf nationale Ziele umgelegt, wobei die unterschiedlichen Ausgangslagen und das Bruttoinlandsprodukt der einzelnen Mitgliedsstaaten in die Berechnung ihrer nationalen Ziele Eingang finden. Für Österreich bedeutet dies ein Ziel von 34 % Einsatz erneuerbarer Energie für das Jahr 2020.

Österreich

In Österreich wurde in Entsprechung der EU-Biokraftstoffrichtlinie eine Beimischungsverpflichtung ab 1. Oktober 2005 von 2,5 Energieprozent, ab 1. Oktober 2007 von 4,3 Energieprozent und ab 1. Oktober 2008 von 5,75 Energieprozent festgelegt. Damit verbunden ist eine Steuerbegünstigung für die Beimischung von Bioethanol zu Benzin ab 1. Oktober 2007 bei einem Ethanolanteil von mindestens 4,4 Volumsprozent. Damit hat Österreich beim Einsatz von Biokraftstoffen in der EU eine Vorreiterrolle, weil die EU-Richtlinie bereits zwei Jahre früher als vorgegeben umgesetzt wird.

Im österreichischen Regierungsprogramm wurde als ambitioniertes Ziel die Substitution fossiler Kraftstoffe durch Biokraftstoffe von 10 % bereits für 2010 festgelegt.

Daneben trat auch per 1. Oktober 2007 die Bioethanolgemischverordnung in Kraft, welche auch Treibstoffe mit hohem Bioethanolanteil (SuperEthanol E-85) steuerlich begünstigt.

Unter diesen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen errichtete AGRANA in Pischelsdorf (Niederösterreich) mit einem Investitionsvolumen von rund 125 m die erste großindustrielle Bioethanolproduktion in Österreich mit einer Kapazität von bis zu 240.000 m3 pro Jahr. Bei der Bioethanolerzeugung werden zusätzlich bis zu 170.000 Tonnen hochwertiges Eiweißfuttermittel hergestellt, das maßgeblich zur Reduktion von Futtermittelimporten auf Sojabasis aus Übersee beiträgt.

Die Bioethanol GmbH ist zu 74,9 % eine Beteiligung der AGRANA Stärke GmbH, 25,1 % der Anteile werden durch die Rübenproduzenten Beteiligungs GmbH gehalten.

Per Ende August 2007 wurde mit der ersten Rohstoffübernahme und der Einlagerung von Trockenmais für den vorgesehenen mehrwöchigen Probebetrieb der Bioethanolanlage begonnen. Die Fertigstellung des Bioethanolwerkes erfolgte innerhalb des geplanten Zeit- und Budgetrahmens Ende September 2007. Am 21. September 2007 wurde im Rahmen des Testbetriebes das erste Bioethanol produziert. Im Rahmen eines sechswöchigen Probebetriebes wurden rund 15.000 m-Bioethanol sowie 10.000 Tonnen Futtermittel (ActiProt) aus Weizen, Trockenmais und Zuckerrübendicksaft erzeugt. Das Produktionsverfahren des Bioethanolwerkes ermöglicht die Verarbeitung verschiedenster stärkehältiger Rohstoffe und somit eine flexible Gestaltung der Einsatzstoffe. Nach sechswöchiger Testphase wurden die Anlagen abgestellt und der Regelbetrieb in Reaktion auf den drastischen Rohstoffpreisanstieg bei Weizen und Mais auf den internationalen Rohstoffmärkten auf das späte Frühjahr 2008 verschoben.

Zur Erfüllung bestehender Ethanol-Lieferverpflichtungen stellte AGRANA die entsprechenden Mengen von anderen Konzernunternehmen bereit.

Die derzeitigen Preisnotierungen für Getreide aus neuer Ernte 2008 lassen ein Niveau erwarten, das den wirtschaftlichen Betrieb von Pischelsdorf erlaubt. Die österreichische Bioethanolproduktion wird daher Ende Mai 2008 anfahren. Anfang Juni ist der Vollbetrieb der Anlage vorgesehen. Durch die Aufhebung der 10 % Flächenstilllegung innerhalb der EU-15 für das Jahr 2008 sowie als Folge der rückläufigen Zuckerrübenproduktion im Zuge der Neuordnung der Europäischen Zuckermarktordnung werden im Anbaujahr 2008 zusätzliche Getreide- und Maisanbauflächen zur Verfügung stehen.

Die Investitionskosten im Geschäftsjahr 2007|08 für den Bau der Bioethanolanlage beliefen sich auf 73,2 (Vorjahr 45,0) m. Die Anlaufkosten in Höhe von 6,8 (Vorjahr 1,2) m sind im Sonderergebnis ausgewiesen.

Ungarn

Mit 1. Jänner 2008 wurde in Ungarn neben einer Biodiesel-Beimischung von 4,4 Volumsprozent zu fossilen Treibstoffen auch eine verpflichtende Beimischung von Ethanol in selber Höhe in Kraft gesetzt. Bei Unterschreiten dieses Niveaus wird eine zusätzliche Steuer von 5 % eingehoben.

Die Ethanol-Kapazität der Hungrana wurde von ursprünglich 150 m3 pro Tag im März 2007 auf 520 m3 Tagesproduktion im Februar 2008 erhöht. Damit beträgt die Produktionskapazität maximal 187.000 m3 pro Jahr. Die Auslastung variiert mit der Isoglukosesaison.

Im Geschäftsjahr 2007|08 wurden bei einem Umsatz von 19,4 (Vorjahr 13,5) m rund 33.400 (Vorjahr 25.000) m3 Ethanol abgesetzt.

Hungrana vermarktet das umweltfreundliche Produkt E85, mit einem 85 % Anteil von Bioethanol, unter der Marke "E85 Green Power" in Ungarn an unabhängige Mineralölunternehmen. Hungrana ist der einzige Produzent von Bioethanol auf Getreidebasis in Ungarn.

SEGMENT FRUCHT

2007 08 2006 07* Veränderung in %
Umsatzerlöse (m) 852,5 914,6 -6,8
Operatives Ergebnis (m) 43,5 45,6 -4,6
Investitionen in Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte1
(m)
42,9 47,8 -10,3
Mitarbeiter 4.696 4.724 -0,6

* Durch die Anpassung des Geschäftsjahres innerhalb des Segments Frucht sind im Geschäftsjahr 2006|07 14 Monate enthalten.

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte.

Sämtliche nationale und internationale Tochtergesellschaften im Segment Frucht werden mittelbar von der AGRANA Juice & Fruit Holding GmbH gehalten. Die Koordination und operative Führung erfolgt durch die beiden Holdinggesellschaften AGRANA Fruit S.A. mit Sitz in Paris, Frankreich, für den Bereich Fruchtzubereitungen und AGRANA Juice GmbH mit Sitz in Gleisdorf, Österreich, für den Bereich Fruchtsaftkonzentrate.

Im Geschäftsjahr 2007|08 setzte AGRANA die Wachstumsstrategie der letzten Jahre im Segment Frucht fort und konnte den Umsatz periodenbereinigt (um den 13. und 14. Monat des Vorjahres) um über 9 % steigern.

Mit der Eröffnung des neu errichteten Fruchtzubereitungswerkes im brasilianischen Cabreúva (Nähe São Paulo) konnte AGRANA zudem einen weiteren Expansionsschritt in Richtung eines strategisch wichtigen Marktes realisieren.

Neben dem bestehenden Entwicklungszentrum am österreichischen Standort Gleisdorf wurde Anfang Dezember 2007 ein neues Innovations- und Produktentwicklungszentrum in Brecksville|USA eröffnet, wo innovative Fruchtzubereitungen für die wachsenden Märkte in Nordund Südamerika entwickelt werden.

Wirtschaftliches Umfeld

AGRANA ist weltweit führender Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Back- sowie Eiscremeindustrie. Durch das stetige organische Wachstum konnte die Führungsposition am Weltmarkt ausgebaut werden.

Weltweit werden bis 2010 jährliche Absatzsteigerungen für Joghurtprodukte von über 5 % vorausgesagt, wobei in Osteuropa (+6 %) und vor allem Asien (+17 %) deutliche jährliche Zuwachsraten erwartet werden (Quelle: Global Food Markets, Leatherhead Food International, März 2007). Als Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie ist AGRANA mit ihren Fruchtzubereitungswerken auch in diesen Zukunftsmärkten vertreten. Insgesamt werden 26 Produktionsstandorte für Fruchtzubereitungen in 20 Ländern betrieben.

In einem wichtigen Wachstumsmarkt, in China, ist AGRANA bereits seit 1999 vertreten. Seit 1994 wird in Polen produziert, Mitte 2005 wurde in Serpuchov (Nähe Moskau) ein Fruchtzubereitungswerk eröffnet, dessen Kapazität mehrmals erhöht wurde, um die stark steigende Nachfrage zu befriedigen. Der russische Lebensmittelmarkt wird von der deutschen Außenhandelsagentur BFAI auf ein Volumen von insgesamt 9,1 Mrd. geschätzt. Derzeit konsumiert die russische Bevölkerung jährlich 2,3 kg Joghurt pro Kopf, in Mittel- und Osteuropa wird bereits doppelt so viel verzehrt. In Westeuropa liegt der jährliche Konsum bei 16 kg pro Kopf.

Der südamerikanische Markt stellt aufgrund seines Bevölkerungswachstums, des steigenden Wohlstandes und des zunehmenden Ernährungsbewusstseins sowie der starken Nachfrage nach Fruchtzubereitungen seitens der brasilianischen und multinationalen Molkereiindustrie einen wichtigen Zukunftsmarkt dar. Seit 1994 besteht das Fruchtzubereitungswerk in Argentinien. Im September 2006 wurde im brasilianischen Cabreúva (Nähe São Paulo) auf dem Firmenareal von Ricaeli, einem lokalen Tiefkühlunternehmen und Produzenten von Tiefkühlfrüchten und Tiefkühlpürees für Einzelhandel und industrielle Abnehmer, der Bau eines neuen Fruchtzubereitungswerkes begonnen. Insgesamt wurden rund 7 m in die hochmoderne Produktionsstätte investiert, die Bauzeit betrug dabei lediglich sieben Monate. Ricaeli hält einen Anteil von unter 5 % an diesem Joint Venture. AGRANA nutzt das lokale Know-how des Partners insbesondere im Rohwareneinkauf sowie in der Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Die im Mai 2007 erfolgreich in Betrieb genommene erste Produktionslinie befriedigt den steigenden Bedarf an Fruchtzubereitungen der durch internationale Konzerne geprägten brasilianischen Molkereiindustrie.

AGRANA ist führender Hersteller von Apfel- und Beerensaftkonzentraten in Europa.

Bis zum Jahr 2010 werden weltweit jährliche Zuwachsraten von über 6 % für Fruchtsäfte und Fruchtgetränke erwartet, wobei vor allem Osteuropa (+ 6 %) und Asien (+ 21 %) wichtige Wachstumsregionen darstellen (Quelle: Global Food Markets, Leatherhead Food International, März 2007). AGRANA hat als Europas führender Apfel- und Beerensaftkonzentrathersteller dem Potenzial dieser Märkte entsprochen und ist mit insgesamt 11 (exkl. des zweiten chinesischen Joint Venture in Yongji) Produktionsstandorten vertreten.

Die Wachstumsraten in Westeuropa und Nordamerika werden positiv eingeschätzt, was in Anbetracht des ohnehin schon hohen Niveaus an Fruchtsaftkonsum weiterhin gute Absatzchancen eröffnet. In Hinblick auf das Konsumverhalten werden vermehrt "Smoothies" (püreeartige Fruchtgetränke mit einem hohen Fruchtanteil) sowie Direktsäfte nachgefragt, bei deren Entwicklung AGRANA in direkter Zusammenarbeit mit den Kunden steht. Weitere Konsumententrends stellen höherwertige Fruchtsäfte und die Verwendung von sogenannten Superfrüchten (z. B. Früchte mit hoher Antioxidationskraft) dar.

In Österreich, Polen, Ungarn, Rumänien und in der Ukraine verarbeitet AGRANA sowohl Äpfel als auch rote Beeren für den europäischen Konzentratmarkt. An diesen AGRANA-Produktionsstandorten wird hauptsächlich saures Apfelsaftkonzentrat mit hohem Säuregrad hergestellt.

Seit dem Jahr 2006 ist AGRANA als Apfelsaftkonzentratproduzent auch in China tätig. Gemeinsam mit dem chinesischen Joint Venture Partner betreibt AGRANA eine Produktionsstätte in Xianyang (Provinz Shaanxi), einem der größten Apfelanbaugebiete weltweit. Das chinesische Werk war in der Kampagne 2007|08 voll ausgelastet und produzierte "süßes" Apfelsaftkonzentrat für den weltweiten Export, welches durch einen niedrigen Säuregrad gekennzeichnet ist. Verstärkte Nachfrage nach süßem Konzentrat ist neben dem amerikanischen Markt auch in Russland gegeben. Es dient hauptsächlich als Basis für andere Fruchtsaftgetränke und wird in unzähligen Rezepturen und Mischungen verwendet.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2007|08 beliefen sich die Investitionen im Segment Frucht auf insgesamt 42,9 m.

Die Schwerpunkte im Geschäftsbereich Fruit lagen in der Fertigstellung des neuen Fruchtzubereitungswerkes in Brasilien, in der Anschaffung neuer Transportcontainer sowie in verschiedenen Verbesserungsmaßnahmen. Die Arbeiten zur Errichtung des Fertigwarenlagers in Australien konnten weitgehend abgeschlossen werden. Weiters wurde mit der Planung an der Erweiterung des russischen Standortes in Serpuchov begonnen. Bis zum Jahr 2012|13 soll dort eine Verdopplung der derzeitigen Jahreskapazität von 40.000 Tonnen erreicht werden. Erste Arbeiten an den Abwasseranlagen in den USA (Standort Tennessee) zur Verbesserung der Umweltstandards wurden begonnen.

Neben Ersatzinvestitionen im Geschäftsbereich Juice wurde in Polen in die Erweiterung des Steriltanklagers investiert und damit die Möglichkeit zur Produktion und Lagerung von qualitativ hochwertigem, vom Markt verstärkt nachgefragtem Apfeldirektsaft erweitert. In Anarcs|Ungarn wurde mit der Adaption des Tanklagers zu einem Kühllager eine weitere qualitätsverbessernde Maßnahme erfolgreich umgesetzt. Im Joint Venture Werk in China wurde in die Kapazitätserweiterung (von 1.200 auf 1.800 Tonnen Tagesverarbeitung) und Ausbeutesteigerung der Anlagen investiert. Mit Ende November nahm die neue Abwasservorkläranlage in Vaslui|Rumänien ihren Betrieb auf. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate wurde am Standort Lipnik|Polen mit der Installation eines Verdampfers und der Umrüstung von bestehenden Aromarückgewinnungsanlagen auf eine von AGRANA selbst entwickelte und verbesserte Technologie gesetzt.

AGRANA Fruit (Fruchtzubereitungen)

Rohstoff, Ernte und Produktion

Vor dem Hintergrund knapp verfügbarer Rohwaren und eines immer schneller und globaler werdenden Marktes konnte AGRANA aufgrund der weltweiten Rohwarenbeschaffung, der genauen Marktbeobachtung und Marktanalyse und des sehr engen Kontaktes mit Herstellern und Lieferanten den Bedarf an Rohwaren für Fruchtzubereitungen zur Gänze decken und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit in der globalen Rohwarenbeschaffung verstärken.

Bei Erdbeeren war der Ernteausfall in Polen maßgebend und preisbestimmend für die nachfolgenden Ernten in den wesentlichen Regionen in China sowie Chile und Argentinien in der Herbst- und Wintersaison. Die kalifornische Erdbeerernte verlief im Verhältnis dazu normal. Zusätzliche Preissteigerungen waren durch höhere Löhne, Energie- und Transportkosten bedingt.

Einer durchschnittlichen Pfirsichernte in Griechenland und Spanien stand eine deutliche Bedarfssteigerung speziell aus den osteuropäischen Ländern gegenüber, sodass es bei europäischen Pfirsichen zu empfindlichen Preissteigerungen kam. Tendenziell waren die Anbauflächen in Europa sowie Amerika rückläufig. Das Preisniveau in Europa und Amerika war darüber hinaus ausschlaggebend für das gestiegene Preisniveau am chinesischen Markt.

Die europäische Marillenernte im Hauptaufkommensland Spanien war durch Spätfröste und von Ernteausfällen bis zu 40 % gekennzeichnet. In den restlichen Märkten mussten Teuerungen hingenommen werden, die sich in Folge ebenfalls auf den chinesischen Beschaffungsmarkt auswirkten.

Die europäische Kirschenernte, vor allem im Hauptanbaugebiet in Polen, wurde durch Spätfröste im abgelaufenen Kalenderjahr in Mitleidenschaft gezogen. Dieser Effekt wurde durch Vorräte aus den vorangegangenen Jahren sowie durch die hohe Preiselastizität gemildert. Das Kirschenaufkommen in Nordamerika entsprach einer Normalernte, wodurch nur geringe Preisanpassungen infolge von Lohnsteigerungen sowie höheren Energie- und Transportkosten nötig waren.

Die enormen Preisanstiege für europäische Wildheidelbeeren im Erntejahr 2006 führten zu einer deutlichen Nachfragereduktion. Ein ähnlicher Effekt zeigte sich auch in den USA bei Kulturheidelbeeren.

Die ersten Himbeeren der Saison werden in Serbien, dem Hauptanbaugebiet in Europa, geerntet. Dieser Beschaffungsmarkt dient in der Regel als Indikator für Polen, ein weiteres europäisches Anbaugebiet. Da das Ernteaufkommen und die Qualität der Ernte 2007 in Serbien deutlich unter den Erwartungen lagen, stieg das Preisniveau vor Beginn der polnischen Ernte nahezu um das Doppelte des Vorjahreswertes an. Trotz eines zufriedenstellenden Aufkommens in Polen konnte die Nachfrage bei weitem nicht befriedigt werden. Diese Entwicklung spiegelte sich in den Erntepreisen in Chile von Dezember 2007 bis Februar 2008 mit Preisen von weit über zwei Euro pro kg wider. Die Himbeerernte in den USA blieb hinter den Erwartungen zurück. Kombiniert mit einer Rücknahme der Flächen führte dies zu unerwartet hohen Preisanstiegen. Der nordamerikanische Markt ist folglich nahezu ausverkauft.

Deutlicher Nachfrageüberhang bei Ananas kennzeichnete das gesamte Geschäftsjahr 2007|08 aufgrund von Ernteausfällen auf den Philippinen und einer substantiell belebten Nachfrage nach Ananas. Mangos verzeichneten eine Normalernte mit weltweit relativ stabilen Preisen. Infolge einer hohen Frischmarktnachfrage waren geringere Mengen an Bananen für die Tiefkühlindustrie und die Produktion aseptischer Ware verfügbar. Folglich waren auch in diesem Bereich Preisanstiege zu verzeichnen.

Geschäftsentwicklung

Neben den strategisch wichtigen Wachstumsmärkten in Zentral- und Osteuropa, Asien und Südamerika ist AGRANA weiterhin erfolgreich in den hoch entwickelten und absatzstarken Molkereimärkten in Westeuropa und Nordamerika sowie in Südafrika und Australien/Ozeanien in wegweisender Position vertreten. Insbesondere diese Märkte verlangen stetige Innovations- und Technologieführerschaft, um die Marktposition weiter ausbauen zu können. AGRANA hat im vierten Quartal 2007|08 in Brecksville (Ohio) ein Innovations- und Produktentwicklungszentrum eröffnet. Dieser neue Standort ist neben Gleisdorf|Österreich das zweite Entwicklungszentrum für Fruchtzubereitungen und wird künftig speziell auf den amerikanischen Markt ausgerichtete Produkte entwickeln.

Der Einkauf wurde für alle Früchte, Ingredienzien und Zusatzstoffe neu organisiert und in der AGRANA Fruit Services (AFS) zusammengefasst, die nun für die Versorgung aller Werke im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen verantwortlich ist. Der Kapazitätsausbau an den eigenen Produktionsstandorten, wo auch frische Früchte in Gefriertunneln schockgefroren und dadurch haltbar gemacht werden, unterstreicht die kundenorientierte Ausrichtung dieser Serviceeinrichtung. Dadurch wird nicht nur die Verfügbarkeit der Rohware sichergestellt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Mitbewerbern erhöht.

Die Einkaufsorganisation wurde im Bereich der Qualitätskontrolle ausgebaut, um das nun zentralisierte und erhöhte Volumen entsprechend überwachen und auditieren zu können.

AGRANA legt großen Wert auf die Kundenzufriedenheit und überprüft sorgfältig die Qualität der verarbeiteten Früchte. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden das interne Qualitätsmanagement und die Lieferantenzertifizierung weiter verbessert. Da die Qualität des Endproduktes den Erfolg des Unternehmens und die Zusammenarbeit mit den Kunden bestimmt, wurden nachhaltige Maßnahmen in diesem Bereich gesetzt, um dem Anspruch der Führungsposition am Weltmarkt auch weiterhin gerecht bleiben zu können.

Durch die erfolgreiche Eingliederung aller Fruchtzubereitungsstandorte in einen Geschäftsbereich konnten Effizienzsteigerungen erzielt werden. Die Einführung einheitlicher Produktionsstandards und die gezielte Weiterentwicklung des bestehenden Qualitätsmanagements spiegeln das hohe Verantwortungsbewusstsein in Hinblick auf hochwertige und sichere Produkte wider. Die Implementierung unterschiedlicher Produktionsverfahren und der dadurch resultierende Wissenstransfer innerhalb der Unternehmensgruppe ermöglichen dazu noch effizientere, marktnähere Lösungen. Aufgrund der weltweiten Präsenz und der guten Zusammenarbeit innerhalb des Fruchtsegments können produktionstechnische Probleme gemeinsam schneller gelöst werden, was eine höhere Versorgungssicherheit für den Kunden bedeutet. Die Innovationskraft und das frühzeitige Erkennen von neuen Ernährungstrends werden durch die Zusammenarbeit zahlreicher Experten auf internationalem Niveau weiter verstärkt.

Im Zuge einer Studie zur Kapazitätsauslastung der europäischen Fruchtzubereitungswerke wurden Strategien zur Optimierung der vorhandenen Produktionsanlagen in den einzelnen Standorten entwickelt. Um die vorhandenen Kapazitäten in den volumensstarken Werken besser ausnutzen und damit Kostenvorteile umsetzen zu können, wurde der Transfer der Erzeugungsvolumina vom Werk Kaplice|Tschechien in andere Konzernstandorte und somit die Schließung des tschechischen Standortes im Geschäftsjahr 2007|08 beschlossen.

Trotz gestiegener Rohstoffkosten sowie eines generellen Anstieges der Milchpreise konnte eine steigende Nachfrage von Fruchtzubereitungen bei bestehenden Kunden in wichtigen Märkten verzeichnet werden. Der Preis für Fruchtzubereitungen erhöhte sich im Geschäftsjahr 2007|08 vorwiegend durch die schrittweise Weitergabe von Rohstoffpreissteigerungen an Kunden. Die Steigerungen der Rohstoffpreise und deren nur schrittweise Weitergabe an den Markt im Geschäftsjahr 2007|08 hatten entsprechende Auswirkungen auf das Operative Ergebnis.

AGRANA Juice (Fruchtsaftkonzentrate)

Rohstoff, Ernte und Produktion

Im Vergleich zu den letzten Jahren fiel im Geschäftsjahr 2007|08 die europäische Apfel- und Beerenernte verhältnismäßig niedrig aus. Während angebotsseitig Rohware für die Produktion von Konzentraten in den europäischen Hauptanbaugebieten aufgrund des Frostes im Frühjahr 2007 beschränkt war, wurde die Nachfrage am Weltmarkt durch zunehmenden Konsum von Früchten (sowohl Frisch- als auch Tiefkühlware) sowie das rasante Wachstum in Osteuropa verstärkt. Dadurch ergaben sich im Geschäftsjahr 2007|08 zum Teil erhebliche Rohstoffpreissteigerungen.

AGRANA betreibt zehn europäische Fruchtsaftkonzentratwerke in den Hauptanbaugebieten für Äpfel und rote Früchte. In den Ländern Polen, Ungarn, Rumänien, der Ukraine, Dänemark und Österreich werden neben Äpfeln auch Erdbeeren, Himbeeren, Schwarze und Rote Johannisbeeren, Sauerkirschen, Aronia und Holunder eingekauft und lokal verarbeitet. Neben der Herstellung von Fruchtsaftkonzentraten werden auch Direktsäfte und Pürees erzeugt, die nicht nur an die hoch spezialisierte westeuropäische Fruchtsaftindustrie geliefert werden, sondern auch die wachsende Nachfrage nach Apfel- und Beerensaftkonzentraten in den zentral- und osteuropäischen Märkten abdecken.

Die europäische Apfelernte wurde durch strenge Fröste zur Blütezeit Ende April bzw. Anfang Mai entscheidend gemindert. Während sich die Erntemengen in Polen halbierten, konnten in Ungarn gar nur rund 30 % der Apfelmenge eines Normaljahres geerntet werden. Um dennoch eine hohe Auslastung der Konzentratwerke zu gewährleisten, wurden die Strategien im Rohstoffeinkauf angepasst und auf Regionen mit besseren Rohstoffverfügbarkeiten ausgedehnt.

Die Apfelverarbeitung in den ostungarischen Werken konnte trotzdem zufriedenstellend abgewickelt werden, da Äpfel auch im benachbarten Ausland (Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowakei und Ukraine) eingekauft wurden. Aus Kostengründen blieb das ungarische Werk in Anarcs während der letzten Kampagne geschlossen, wodurch Apfelsaftkonzentrat ausschließlich in Vasarosnameny und Hajdusamson produziert wurde.

In der Ukraine hingegen waren die Vegetationsbedingungen im abgelaufenen Erntejahr optimal. Gegenüber dem Jahr 2006 konnten die Verarbeitungsmengen um mehr als 50 % gesteigert werden. Die Ernte begann bereits Mitte Juli, bis Ende Oktober wurde beinahe durchgehend auf höchster Kapazitätsstufe Apfelsaftkonzentrat produziert.

Auch in Rumänien konnten die Verarbeitungsmengen des Jahres 2006 übertroffen werden. Durch verbesserte Einkaufsstrategien war es in der Saison 2007 möglich, mehr Äpfel aus Rumänien zu kaufen und somit die Menge an aus Moldawien importierten Äpfeln zu reduzieren. Diese Maßnahme hatte aufgrund geringerer Transportentfernungen zusätzlich positive Auswirkungen auf den Einkaufspreis der Rohware.

Im österreichischen Werk in Gleisdorf wurde mit der Produktion von Apfelsaftkonzentrat bereits Mitte August und somit etwa drei Wochen früher als in den Vorjahren begonnen. Aufgrund der guten Erntemenge an steirischen Äpfeln sowie zusätzlicher Importe aus Westungarn, Italien und Slowenien konnte die Verarbeitungskampagne auf knapp 100 Tage verlängert werden. Infolge sehr guter Witterungsbedingungen war es zusätzlich möglich, hochqualitative Rohware zu kaufen und die Ausbeute zu erhöhen.

In der chinesischen Produktion in Xianyang wurden bis Anfang Mai Winteräpfel aus der Rekordernte 2006 verarbeitet. Obwohl die gesamte chinesische Apfelernte der Kampagne 2007|08 mit ca. 23 Mio. Tonnen Äpfel um etwa 10 % geringer als im Jahr davor ausfiel, wurden die geplanten Rohstoffeinkaufsmengen realisiert.

Bei roten Beeren, die hauptsächlich in Polen und Dänemark, aber auch in Ungarn und der Ukraine eingekauft wurden, verlief der Rohstoffeinkauf äußerst zufriedenstellend. Obwohl auch hier frostbedingte Ernteausfälle zu beklagen waren, konnten die Planmengen weitestgehend realisiert werden. Neben der Produktion von Beerensaftkonzentraten wurden vor allem in Dänemark und in der Ukraine auch Direktsäfte und verschiedene Püreevariationen produziert.

Geschäftsentwicklung

Das Fruchtaufkommen im Geschäftsjahr 2007|08 war auf den internationalen Beschaffungsmärkten von deutlichen Nachfrageüberhängen gekennzeichnet, wodurch es je nach Frucht und Region zu massiven Preissteigerungen des Rohstoffes kam. Ein weiterer Grund für die deutlichen Verteuerungen lag in der spürbar gestiegenen Nachfrage nach Obst in den sich schnell entwickelnden Volkswirtschaften China, Indien und Russland. Während die Preissteigerungen bei Apfelsäften vorwiegend auf die unterdurchschnittliche Erntesituation in Europa zurückzuführen waren, waren die Steigerungsraten bei roten Säften eher nachfragegetrieben.

Die neuen Trends im Fruchtsaftbereich umfassen Themen wie Gesundheit, Convenience und Geschmack. Apfelsaftkonzentrat findet zum Beispiel auch seine Verwendung als Basis für die Erzeugung von Fruchtwein, in dessen Marktsegment sich in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung abzeichnete. Ein Wachstumspotential haben unter anderem Gemüsesäfte und sogenannte Schorle-Produkte (Mix aus Apfelsaft, Buntsaft und Mineralwasser).

Das aufgrund der drastisch gestiegenen Rohstoffpreise angehobene Preisniveau für Apfelsaft- und Beerensaftkonzentrate im Vergleich zum Vorjahr führte absatzseitig zu deutlich verzögerten Abrufen der Kunden in der Fruchtsaftindustrie insbesondere im Bereich Apfelsaftkonzentrate und einer im langjährigen Vergleich schwierigen Marktsituation. Die Rohstoffpreissteigerungen im Bereich der Beerensaftkonzentrate konnten großteils an die Kunden weitergegeben werden. Der Umsatz von rotem Beerenkonzentrat blieb konstant, konnte aber ertragsseitig den Rückgang durch die verminderten Apfelsaftkonzentratverkäufe nicht kompensieren.

Die im Geschäftsjahr 2006|07 abgeschlossene Umstrukturierung trägt zur Leistungssteigerung im Geschäftsfeld Fruchtsaftkonzentrate bei. Ein zentrales Verkaufsteam sorgt für einen schnellen Warenverkehr der Produkte zum Kunden. Neu eingeführte, standardisierte Prozesse und ein einheitliches IT-System verbessern die interne Zusammenarbeit und vereinfachen die Interaktion der einzelnen Produktionsstandorte.

UMWELT UND NACHHALTIGKEIT

Die Absicherung höchster Qualität mit allen Produkten und in allen Weltregionen ist für AGRANA ein zentrales Unternehmensziel und Basis für das hohe Vertrauen der Kunden in das Unternehmen. Dies lässt sich nur durch Verwendung ausgesuchter agrarischer Rohstoffe und Anwendung modernster Technologien erzielen. Dadurch werden Raubbau an der Natur und die Verschwendung von Ressourcen innerhalb der AGRANA-Wertschöpfungskette ausgeschlossen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie und Rohstoffen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist AGRANA nicht nur ein besonderes Anliegen, sondern eine Verpflichtung – jetzt und für künftige Generationen.

Nachfolgende Beispiele spiegeln die Umsetzung dieser Prinzipien durch AGRANA in der Praxis wider.

Energieeffizienz und Emissionsreduktion

AGRANA ist Vorreiter im nachhaltigen und umweltbewussten Handeln. Rohstoffeinsatz und Produktionsverfahren wurden und werden laufend optimiert, um die jeweils bestmögliche Energieeffizienz und Emissionsreduktion zu erzielen.

So hat AGRANA beispielsweise seit 1990 erhebliche Mittel in die Optimierung der Transportsysteme, die Energieversorgung sowie in eine umweltgerechte Produktion und Verpackung investiert. AGRANA hat durch die Reduktion der Emissionen in ihren Produktionsprozessen ihren Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Ziels zum Abbau von CO2-Emissionen bis 2010 heute bereits erfüllt.

Zuckerrüben produzieren unter österreichischen Bedingungen pro Hektar etwa 21 Tonnen Trockenmasse. Das ist etwa das Doppelte der Produktionsleistung von Getreide. Durch den Anbau von 40.000 Hektar Zuckerrüben in Österreich werden gegenüber einer Bestellung dieser Flächen mit Getreide um 420.000 Tonnen mehr Trockenmasse gebildet, wofür die Zuckerrübe der Atmosphäre etwa 770.000 Tonnen CO2 zusätzlich entzieht: Dies bedeutet eine erhebliche Entlastung für die Umwelt.

Durch den Einsatz der Elektro-Ultrafiltrationsmethode (EUF) zur Bodenuntersuchung wurde der Stickstoffdüngereinsatz in den letzten 25 Jahren um bis zu zwei Drittel reduziert.

Der Transport von Rüben und Kartoffeln erfolgt großteils umweltschonend mit der Bahn.

In den österreichischen Zucker- und Stärkefabriken wird die zur Verarbeitung notwendige Prozesswärme durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gewonnen. Durch die hohe Ausnutzung der eingesetzten Energie wird der Verbrauch an fossilen Energieträgern optimiert und spezifische Emissionen werden minimiert.

Die in den Zucker- und Stärkewerken anfallenden Nebenprodukte Carbokalk und Kartoffel-Restfruchtwasser werden als Dünge- und Bodenverbesserungsmittel weiterverwendet.

Der Ersatz von Durchlaufkühlsystemen durch geschlossene Kreislaufsysteme führte zu einer starken Verminderung des Frischwasserbedarfs.

Durch den Einsatz des Computerprogramms "LIMOS" (Lime Optimization System), welches den optimalen Bedarf an Kalkmilch in der Rübensaftreinigung ermittelt, wurde der Kalksteineinsatz im Zuckerbereich nachhaltig reduziert. Dies führte in weiterer Folge zu einer Einsparung von Kalkstein und Koks.

Die Bioethanolanlage in Pischelsdorf wird ab dem Juni 2008 nicht nur sauberes Treibstoffethanol aus nachwachsenden Rohstoffen liefern, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz Österreichs leisten.

Nachhaltige Umweltorientierung

Nahrungsmittelsicherheit, Qualitätssteuerung, Rückverfolgbarkeit aller industriellen Prozesse bis auf das Feld – Behandlung der Rohstoffe von der Aussaat bis zur Ernte – sowie Zertifizierungen tragen zur Nachhaltigkeit der AGRANA-Produkte und zur nachhaltigen Umweltorientierung bei.

SEGMENT ZUCKER

AGRANA berät ihre landwirtschaftlichen Zulieferbetriebe laufend über optimale Produktionstechniken. Diese Partnerschaft mit den Produzenten sichert eine nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Böden, optimale Erträge und beste Qualität.

Die Errichtung und weitere Planung von Rübenlagerplätzen mit Bahnanschluss tragen zu einer weiteren Verlagerung des Rübentransportes auf die Bahn bei. Der Anteil der in der österreichischen Zuckerfabrik in Leopoldsdorf per Bahn angelieferten Rüben konnte dadurch bereits auf ca. 50 % angehoben werden.

Durch den Einsatz des "LISA+" (Lime Salt Analyzing) – Systems kam es zu einer Optimierung der Alkalisierung, wodurch der Einsatz von Prozesschemikalien reduziert werden konnte. Investitionen in die technische Verbesserung der Schnitzelpressen ermöglichten erhebliche Einsparungen von Trocknungsenergie. Zusätzlich konnte durch Investitionen im Bereich der Messtechnik eine weitere Verringerung der Trocknungsenergie erreicht werden.

Durch neue Vermarktungsstrategien werden Rübenbruchstücke zur Produktion von Biogas verwendet. Die neu errichtete Biogasanlage in Kaposvár|Ungarn wurde während der

Rübenkampagne 2007 hochgefahren. In dieser Anlage wird Biogas aus Zuckerrübenpressschnitzeln gewonnen. Die Zufuhr an Pressschnitzeln in die beiden Biogasreaktoren wurde bereits so weit gesteigert, dass zu Kampagneende aus insgesamt ca. 1.000 Tonnen Pressschnitzeln pro Tag in Summe eine tägliche Biogasmenge von ca. 125.000 m gewonnen wurde. Damit konnten mehr als 40 % des Primärenergiebedarfes abgedeckt werden. Darüber hinaus wird seit Kampagneende der Heizenergiebedarf von der neuen Anlage mit alternativem Brennstoff zur Gänze gedeckt.

SEGMENT STÄRKE

AGRANA ist ein führender Anbieter von biologischen und garantiert gentechnikfreien Stärkeprodukten und unterscheidet sich dadurch wesentlich von den Mitbewerbern. Bei den Produktionsprozessen wird besonderer Wert auf hohe energetische Wirkungsgrade gelegt und durch Abwärmenutzung der Primärenergieeinsatz niedrig gehalten. Die Energiegewinnung aus Nebenprodukten wird an allen Standorten über bestehende Einrichtungen oder über Versuchsprojekte verbessert.

In Rumänien werden seit der Kampagne 2007 die bei der Maisstärkeproduktion anfallenden Fasern als Energiequelle genutzt. Diese Fasern werden in einem dafür adaptierten Kessel anstelle von Heizöl thermisch verwertet. Die dabei gewonnene Wärmeenergie wird für die Erzeugung von Prozessdampf verwendet.

Der Ausbau des ungarischen Stärkewerkes erfolgt auch unter dem Gesichtspunkt der Erzielung hoher energetischer Wirkungsgrade und einer Reduktion des Primärenergieeinsatzes durch Nutzung von Abwärme.

In Österreich wird derzeit intensiv an innovativen Projekten zur Energiegewinnung aus Nebenprodukten der Kartoffel- und Maisstärkeproduktion gearbeitet. So wird beispielsweise versucht, Nebenprodukte der Kartoffelverarbeitung zur Biogasgewinnung einzusetzen, was bereits seit Ende 2007 mit Kartoffelschälbrei aus der Püreeproduktion erfolgreich umgesetzt werden konnte.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stehen viele Verbesserungsmaßnahmen im Dienste der Einhaltung der Umweltstandards. Bei Planung und Auslegung einer Abwasservorreinigungsanlage in Centerville, USA, wurde bereits darauf Rücksicht genommen, dass auch zukünftige Umweltauflagen erfüllt werden können. Generell werden in allen Werken Prozesse dahingehend optimiert, Abfall und Abwasser zu reduzieren. Darüber hinaus läuft eine Initiative zur Gewinnung von Biogas aus den Abwasseranlagen. Am österreichischen Fruchtzubereitungsstandort in Gleisdorf ist eine derartige Anlage seit mehreren Jahren im Einsatz. Ein erheblicher Anteil des Gasbedarfes zur Dampferzeugung kann dort aus Biogas abgedeckt werden.

Die AGRANA Sourcingabteilung legt beim Rohstoffeinkauf größtes Augenmerk auf Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards. AGRANA kauft Rohware bei zertifizierten Rohstofflieferanten. Dabei wird auf eine nachhaltige Agrarbewirtschaftung in der Herstellung von Früchten für AGRANA-Fruchtzubereitungen und die Absicherung der hohen Qualitätsstandards Wert gelegt.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate sind im laufenden Betrieb sowie bei allen Ersatz- und Verbesserungsinvestitionen die effiziente Nutzung der Ressourcen Energie und Wasser und die Reinigung der Produktionsabwässer ein zentrales Thema.

Durch die Inbetriebnahme der Abwasservorreinigungsanlage in Vaslui|Rumänien im November 2007 können auch in diesem Werk die anspruchsvollen europäischen Umweltstandards eingehalten werden. Das Produktionsnebenprodukt Trester wird entweder getrocknet und zur Pektingewinnung beziehungsweise als Futtermittel verkauft oder einer thermischen Nutzung zugeführt. Der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm wird kompostiert und als Düngemittel verwendet.

In Ungarn betreibt AGRANA zusätzlich zu ihren Produktionsstandorten einen Betrieb zur Vermehrung resistenter Apfelsorten. In enger Kooperation mit einer Baumschule in der Nähe von Debrecen werden Apfelsorten, die aus dem Züchtungssortiment der Sächsischen Landesanstalt Dresden/Pillnitz stammen, vertrieben. Diese speziellen Sorten, so genannte Re-Sorten ("Re" = resistent), ermöglichen eine integrierte Apfelproduktion ohne den Einsatz von Fungiziden (Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten). Mit dem Anbau und Vertrieb dieser resistenten Apfelsorten leistet AGRANA einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Apfel- und Apfelsaftkonzentratproduktion. Bereits 2.500 ha resistenter Apfelanlagen wurden während der letzten acht Jahre in Ungarn in Kooperation mit mehr als 600 Landwirten ausgepflanzt. Das Projekt soll nicht nur die Rohstoffversorgung der Konzentratwerke fördern, sondern auch den Marktanforderungen nach Apfelsaftkonzentrat aus kontrollierter Produktion nachkommen. Ein eigenes Beratungsteam sorgt für die Einhaltung der Produktionsauflagen. Gemeinsam mit den Landwirten wird an der kontinuierlichen Verbesserung der Produktionstechnik gearbeitet. Aufgrund der positiven Entwicklung des Re-Sorten-Projektes in Ungarn wurden auch in Polen, Rumänien und der Ukraine erste Flächen in Kooperation mit Vertragslandwirten bepflanzt.

Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility (CSR) ist für AGRANA nicht nur ein modernes Schlagwort, sondern wird in den Unternehmen unserer Gruppe auch gelebt. Für AGRANA bedeutet CSR, einen Einklang zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialem Umfeld herzustellen.

Auf europäischer Ebene haben am 7. Februar 2003 die Sozialpartner der europäischen Zuckerindustrie, CEFS und EFFAT, einen gemeinsamen Verhaltenskodex unterzeichnet, der Mindestnormen für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR) in acht Bereichen festlegt. Die europäische Zuckerindustrie hat somit als erster Sektor der Nahrungs- und Genussmittelindustrie freiwillig und auf breiter Ebene CSR-Mindeststandards vereinbart.

Die europäische Stärkeindustrie hat sich im Oktober 2002 in einem gemeinsamen Statement (AAC ENVIRONMENTAL POLICY) zum effizienten Einsatz natürlicher und erneuerbarer Ressourcen und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung bekannt.

Im Segment Frucht werden unterschiedliche Codices angewendet. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrat ist dies der SGF/IRMA Code of Conduct, der als erster Schritt verstanden werden soll, nachhaltige und ethische Standards in der internationalen Fruchtsaftindustrie durchzusetzen. Seit 2006 werden in diesem Geschäftsbereich zwei Projekte der Caritas in Rumänien und der Ukraine unterstützt.

Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitung bekennt sich zur Transparenz in der Führung der Geschäfte und im ethisch verantwortungsbewussten Umgang mit den Mitarbeitern. AGRANA hält sich an geltende Richtlinien und ist sich ihrer sozialen Verantwortlichkeit bewusst. Mangels eines Branchencodex hat AGRANA im Bereich Fruchtzubereitung einen AGRANA Code of Conduct erarbeitet, der sich an den Standards der International Labour Organisation orientiert. Dieser Code of Conduct hat Themen wie die Vermeidung von Kinderarbeit, Zwangsarbeit, aller Arten von Diskriminierung oder auch die Förderung von Gesundheit und Arbeitsplatzsicherheit zum Inhalt. Im Zuge der Umsetzung dieses Codes werden internationale Arbeitsstandards respektiert sowie der faire Umgang mit Mitarbeitern gewahrt und Gleichberechtigung ernst genommen. Die Richtlinie fördert weiters den proaktiven Umgang mit dem Thema Arbeitssicherheit sowie der Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Audits stellen sicher, dass diese Richtlinien sowohl intern als auch extern von Zulieferern eingehalten werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Laufende Produktinnovationen in allen Segmenten sind wesentliche Bausteine der Unternehmensstrategie der AGRANA. Grundlage der Innovationskraft der AGRANA ist einerseits die intensive und enge Zusammenarbeit mit den Kunden, um die Bedürfnisse entsprechend zu definieren und erfolgreich umsetzen zu können. Andererseits unterhält AGRANA mit ihrem umfassenden Entwicklungs-Know-how und ihren Entwicklungskapazitäten bedeutende Forschungsund Entwicklungseinrichtungen, die die Grundlagen für die Produktinnovationen bilden.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der AGRANA sind schwerpunktmäßig bei der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Die Leistungsbandbreite reicht von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie.

Forschung und Entwicklung im Bereich Stärke gewinnt zunehmend an Bedeutung als Bindeglied zwischen den Ansprüchen des Marktes und den Bedürfnissen der Verbraucher. Laufende Anpassungen und Optimierungen der verschiedenen anwendungsspezifischen Stärkeprodukte sind Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg dieser Produkte am Markt. Innovation und marktorientiertes Handeln sind wesentliche Eckpfeiler, um neue Anwendungsfelder zu erschließen und im Stärkemarkt erfolgreich zu sein.

Im Dezember 2007 wurde neben Gleisdorf|Österreich ein zweites Innovations- und Kompetenzzentrum für den Fruchtzubereitungsbereich in den USA (Brecksville, Ohio) errichtet. In enger Zusammenarbeit mit den Kunden sowie mit dem Innovations- und Kompetenzzentrum in Gleisdorf werden nicht nur neue Produkte entwickelt, sondern auch Themen wie Prozess- und Verfahrensoptimierung sowie Produkt- und Qualitätssicherheit bearbeitet.

Im Geschäftsjahr 2007|08 betrugen die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) rund 10,5 m. Insgesamt beschäftigte AGRANA für Forschung und Entwicklung 187 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2007|08.

SEGMENT ZUCKER

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung im Bereich Zucker lag im Geschäftsjahr 2007|08 in der weiteren Kostenreduktion der Produktionsprozesse durch Optimierung des Hilfsstoffeinsatzes. Parallel dazu wurde in der Erschließung von neuen Anwendungen für natürliche Biostabilisatoren sowie zur Entwicklung und Durchführung von Spezialanalysen geforscht.

Mit Hilfe von LIMOS, dem Programm zur optimalen Dosierung von Kalkmilch, konnte in den letzten Jahren der Kalksteinverbrauch in Österreich um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Eine Weiterentwicklung der in den letzten Kampagnen erfolgreich eingeführten automatisierten Härtebestimmung ermöglicht nun auch einen größeren Einsatzbereich von LISA+ und stellt die Grundlage eines Systems zur optimalen Dosierung von Alkalisierungsmitteln dar. Dies führt zu einer Vergleichmäßigung der Zuckerproduktion, vor allem im Bereich Enthärtungsanlagen und Zuckerhaus.

Das System zur ereignisgesteuerten Dosierung von natürlichen Biostabilisatoren, basierend auf einer wartungsarmen pH-Messung im Turmsaft, konnte in der vergangenen Kampagne weiter optimiert werden. Die erforderlichen Maßnahmen, um das System in der nächsten Kampagne auch außerhalb der österreichischen AGRANA-Werke einzusetzen, werden nun vorbereitet. Weitere Anwendungsgebiete von Biostabilisatoren außerhalb des Extraktionsbereichs umfassen den Einsatz im Kühlwasserkreislauf in den Zuckerfabriken als erfolgreiche Alternative zu chlorhaltigen Produkten sowie im Silagebereich (Unterdrückung von Fehlgärungen). Nach umfangreichen Laborversuchsserien wurden erste Erfahrungen mit der Akzeptanz bei Fütterungsversuchen gemacht. Nach positiver Resonanz können die notwendigen Schritte für die Etablierung eines Handelsproduktes eingeleitet werden.

Zunehmende Bedeutung erlangten in den letzten Jahren Maßnahmen zur Absicherung der Qualität der Endprodukte. Neben der Durchführung von Spezialanalysen zählen hierzu auch die Teilnahme an bzw. die Organisation von konzernweiten Ringanalysen und Cross Checks.

Im Rahmen des konzernweit etablierten Kompetenzzentrums für Zuckertechnologie wurde bei der Erstellung von Richtlinien für den Betrieb und die Instandhaltung von Kalköfen sowie die Dicksaftlagerung mitgearbeitet sowie an neuen Einsatzgebieten für Flockungshilfsmittel geforscht. Neue Verwertungsmöglichkeiten könnten sich für die Nebenprodukte aus der Zuckergewinnung ergeben. Aktuelle Untersuchungen dokumentieren z. B. für Carbokalk eine solide Nährstoffwirkung sowie eine positive Wirkung auf die Fruchtbarkeit des Bodens und sprechen somit im Sinne der Kreislaufwirtschaft für einen Einsatz als Düngemittel.

SEGMENT STÄRKE

AGRANA hat durch konsequente Produktinnovationen sowie Flexibilität den Spezialitätenbereich im Segment Stärke weiterentwickelt. Dabei ist es AGRANA gelungen, in bekannten wie auch neuen Marktsegmenten erfolgreich Stärkeprodukte zu platzieren und Kunden maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte im Nonfood-Bereich betreffen insbesondere die Anwendung modifizierter Stärken im Baubereich, in der Papierindustrie, im Klebstoffsektor, in der

Textilindustrie sowie im Bereich Kosmetik. Der Bedarf der Industrie an Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen wird dabei immer größer.

Zu einem bedeutenden Marktsegment der AGRANA zählt der Baubereich, wo eine erhebliche Nachfrage nach hochentwickelten Stärkeethern mit speziellen Anforderungen besteht. Produktentwicklungen im Bereich der klassischen Bauchemie, wie beispielsweise Fliesenkleber oder Putze, konnten erfolgreich am Markt eingeführt werden. Die neue Stärke dient dabei nicht nur als Verdicker, sondern trägt wesentlich dazu bei, dass die Verarbeitung mörtelbasierender Systeme den neuen Anforderungen des Marktes, wie längere Verarbeitungszeit bei geringerer Abbindezeit, gerecht wird. Dieser technologische Durchbruch wurde zum Patent angemeldet. Darüber hinaus bestehen für Stärkeether neue Anwendungsbereiche, wie z. B. im Tunnelbau. Auch im Bereich der Dispersionsfarben konnte eine neue Generation von wirkungsvollen und effizienten Stärkeverdickern entwickelt werden.

In der Papierindustrie werden die Kunden der AGRANA auf dem neuesten Stand der Wissenschaft mit Serviceleistungen betreut. In Kooperation mit wichtigen Branchenpartnern konnte in übergreifenden Projekten ein neuer Zugang für die Verwendung von Stärke als Co-Binder in Papierstreichfarben erzielt werden. Nach aufwendigen Versuchen konnten Stärkeprodukte entwickelt werden, die bei gleich guter Laufeigenschaft wie marktübliche Dextrine eine verbesserte Bindekraft aufweisen. Die Marktreife dieser Produkte steht kurz bevor.

Als strategisch wichtiger Forschungsbereich hat sich der Klebstoffsektor etabliert. Im Bereich Sackkleber oder Etikettierkleber konnten Stärkeprodukte mit einem deutlich verbesserten Eigenschaftsspektrum entwickelt werden. Weitere Ausprägungen sind derzeit in der Entwicklungsphase und stehen vor Umsetzung.

Auch im Bereich der Lebensmittelstärken besteht hoher Bedarf an innovativen Produkten. AGRANA nutzt hier Synergien mit dem Segment Frucht, wo Stärke als Verdickungsmittel Verwendung findet. Bioprodukte und damit Biostärken haben in Österreich und auch in der EU eine immer größere Bedeutung. In diesem speziellen Marktsegment hat AGRANA eine führende Rolle eingenommen. Neuentwicklungen von Biostärken mit verbesserter Textur und besonderen fließtechnischen Eigenschaften stehen dabei im Vordergrund.

Im Rahmen der Bioethanolproduktion werden hohe Ansprüche an die Rohstoffbasis gestellt, um eine entsprechende Ausbeute an Alkohol sowie die Eignung als hochwertiges Futtermittel sicherzustellen. In Versuchen konnte eindeutig gezeigt werden, dass Kartoffelrestfruchtwasserkonzentrat zu erheblich beschleunigter Gärleistung in der Bioethanolproduktion führt. Diese Ergebnisse konnten sowohl bei Winterweizen als auch bei Wintertritikale bestätigt werden.

SEGMENT FRUCHT

Durch die Errichtung des zweiten Innovations- und Kompetenzzentrums für den Fruchtzubereitungsbereich in Brecksville|USA wurde ein weiterer strategisch wichtiger Schritt am anspruchsvollen nordamerikanischen Markt gesetzt. Durch die geografische Nähe zum

mexikanischen Absatzmarkt und den sich rasch entwickelnden südamerikanischen Märkten können zusätzliche Akzente zur besseren Marktbearbeitung gesetzt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Entwicklungszentrum in Gleisdorf, Österreich, werden innovative Produkte für die weltweit tätigen Kunden der AGRANA entwickelt und marktnahe Lösungen realisiert. So konnte AGRANA als einer der ersten Fruchtzubereitungshersteller knusprige Cerealien in einer speziellen hydrophoben Form anbieten, die im Joghurt weiterhin knackig bleiben und den Genuss des Kunden steigern.

Der große Trend zu "Functional Ingredients", das sind Zutaten mit speziellem gesundheitlichem Nutzen, wurde gezielt weiterverfolgt. So werden zum Beispiel Fruchtzubereitungen auf Wunsch der Kunden mit natürlichen Antioxidantien veredelt. Antioxidantien sind in vielen Früchten von Natur aus enthalten und fangen freie Radikale im Organismus ab, die eine Zellalterung bewirken.

AGRANA meldete im Geschäftsjahr 2007|08 mehrere Patente an, um neue Kundensegmente anzusprechen. So ist es nun möglich, "Magic Drops" ins Joghurt einzumischen, die unterschiedliche funktionelle Substanzen enthalten und zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bringen. Diese Granulate sind vor allem für den Bereich der Kinderjoghurts interessant, da sie wohlschmeckende und farblich ansprechende Ergänzungen bieten. Unter dem Begriff "Clean Label" werden Kunden spezielle Fruchtzubereitungen angeboten, die keine Lebensmittelzusatzstoffe, Aromen und Farbstoffe enthalten und den natürlichen Charakter des Fruchtjoghurts unterstreichen.

Im Fruchtsaftkonzentratbereich wurde eine optimierte Nutzung von im Verarbeitungsprozess anfallenden Fruchtaromen angestrebt. Daneben wurde an der Verbesserung der Farbausbeute und Farbstabilität von roten Konzentraten gearbeitet. Mit der Entwicklung von Produktionsverfahren für Karotten und rote Rüben wurde die Basis für den Markteinstieg bei Gemüsesaftkonzentraten geschaffen.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

Im Geschäftsjahr 2007|08 beschäftigte die AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.140 (Vorjahr 8.223) Mitarbeiter, was einer Reduktion um 83 Beschäftigte entspricht. Davon waren 1.643 (Vorjahr 1.650) Mitarbeiter in Österreich und 6.497 (Vorjahr 6.573) Mitarbeiter in den internationalen Beteiligungen im Zucker-, Stärke- und Fruchtbereich tätig.

Als internationales Unternehmen beschäftigte AGRANA im Geschäftsjahr 2007|08 rund 80 % aller Mitarbeiter außerhalb von Österreich.

Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die durchschnittliche Beschäftigtenzahl folgendermaßen:

  • im Segment Zucker 2.597 (Vorjahr 2.723) Mitarbeiter,
  • im Segment Stärke 847 (Vorjahr 776) Mitarbeiter und
  • im Segment Frucht 4.696 (Vorjahr 4.724) Mitarbeiter.

Im Segment Zucker verringerte sich im Geschäftsjahr 2007|08 der durchschnittliche Personalstand durch die weitere Umsetzung der laufenden Restrukturierungsmaßnahmen um 126 Mitarbeiter. Infolge der marktordnungsmäßigen Mengenbeschränkungen mussten in Rumänien rund 100 Mitarbeiter abgebaut werden. Mit der Entscheidung der Werksschließung des ungarischen Zuckerwerkes in Petöháza wurden mit den betroffenen Mitarbeitern in Abstimmung mit der Belegschaftsvertretung die Sozialpläne ausverhandelt. Die 140 Mitarbeiter erhalten im Rahmen eines dreistufigen Sozialplanes eine entsprechende Kompensation sowie Unterstützung bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der Mitarbeiterstand im Stärkesegment erhöhte sich um durchschnittlich 71 Mitarbeiter, was vor allem auf die Anstellung von Beschäftigten für das neu errichtete Bioethanolwerk in Pischelsdorf zurückzuführen war.

Im Segment Frucht wurde im Geschäftsjahr 2007|08 vermehrt Saisonpersonal für die sehr ertragreiche Erdbeerernte in Marokko benötigt. Darüber hinaus erforderten die Inbetriebnahme des brasilianischen Fruchtzubereitungswerkes in Cabreúva sowie die Produktionsausweitungen in Russland und Südafrika Personalaufstockungen. Für die im Zuge der Standortoptimierung beschlossene Schließung des tschechischen Standortes AGRANA Fruit Bohemia s.r.o. in Kaplice wurde ein Sozialplan ausgearbeitet, der eine schrittweise Freisetzung der 77 betroffenen Mitarbeiter umfasst. Das umfangreiche Unterstützungsprogramm beinhaltet u. a. die Unterstützung bei Bewerbungen. AGRANA geht davon aus, dass die Mitarbeiter in der aufstrebenden Region im Raum Kaplice eine entsprechend gleichwertige Beschäftigung finden.

Erfolgreicher Wandel der Unternehmenskultur

Im November 2005 startete AGRANA ein umfassendes Unternehmenskulturprojekt. Dieses Projekt verfolgt das Ziel, nach zahlreichen Akquisitionen und einem enormen Wachstum in den vergangenen Jahren die unterschiedlichen Kulturen einander anzunähern und für die Zukunft einheitliche Grundsätze für ein gemeinsames Handeln sowie ein Verständnis für die Umsetzung der Unternehmensstrategie konzernweit zu haben.

Im Mittelpunkt dieses Prozesses steht die Schaffung einer intensiveren Verbindung mit dem Unternehmen AGRANA als gemeinsame Basis für die 76 Gesellschaften mit unterschiedlicher Geschichte innerhalb der AGRANA Gruppe. Werte und Einstellungen werden als wesentlicher Bestandteil für die Integration sowie für die Identifikation mit dem AGRANA Konzern gesehen. Das Projekt dient aber auch dazu, allen Mitarbeitern die AGRANA Strategie näherzubringen. Durch eine stärkere Einbindung in den Strategieprozess soll den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, diese Entwicklung auch aktiv mitzugestalten.

Schwerpunkt des abgelaufenen Geschäftsjahres 2007|08 war die Durchführung einer konzernweiten Mitarbeiterumfrage, um standortspezifische Verbesserungspotentiale zu ermitteln und mit den entsprechenden Maßnahmen in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Im Geschäftsjahr 2008|09 wird der Fokus auf die Umsetzung der einheitlichen Unternehmensstrategie in den internationalen Fruchtstandorten gelegt. Die breite Diversifikation durch weltweite Standorte und somit auch die Vielfalt an Kulturen soll in eine gemeinsame AGRANA Kultur integriert werden.

Im Geschäftsjahr 2007|08 wurde das einheitliche Erfolgsbeteiligungssystem weltweit umgesetzt. Rund 6 % aller Beschäftigten nehmen an diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem teil.

Weiterentwicklung als Erfolgsfaktor

AGRANA fördert die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter sowohl segmentintern als auch segmentübergreifend. Innerhalb der einzelnen Segmente unterstützt AGRANA z. B. individuelle Weiterbildungsmaßnahmen, es werden aber auch divisionsübergreifende Ausbildungsschwerpunkte gesetzt, in denen die Soft Skills der Mitarbeiter in internationalen Seminaren gefördert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Fokus im Bereich Teamleadership. In Österreich wurde das Augenmerk auf den Finanzbereich gelegt. Zielsetzung des Seminars "Financial Management in the AGRANA Business" war die Förderung von wirtschaftlichem Denken und die Vernetzung von betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen. Dabei fanden nicht nur die theoretischen Aspekte Berücksichtigung, sondern die Teilnehmer konnten auch anhand eines Unternehmensplanspiels das erlernte Wissen gleich praxisnahe einsetzen.

Die globale Präsenz der AGRANA verlangt von allen Teilnehmern, sich in diesem internationalen Umfeld auch bewegen und verständigen zu können. Daher wurden sowohl in der Zentrale in Wien als auch in den einzelnen Produktionsstandorten über einen längeren Zeitraum Englischkurse

angeboten. Diese Weiterbildungsmaßnahme wird AGRANA auch im nächsten Geschäftsjahr beibehalten.

Aufgrund der Internationalität der Führungsmannschaft und der damit verbundenen kulturellen, organisatorischen und strukturellen Unterschiede in den verschiedenen Ländern hat AGRANA unter anderem internationale Meetings als Weiterbildungsmaßnahme für die Entscheidungsträger organisiert. Im Zuge der Internationalisierung wurden außerdem Seminare zur Schulung von interkulturellen Kompetenzen angeboten.

Um die Qualität der Bewerberadministration zu erhöhen, wurde ein Online-Bewerbungstool auf der neu gestalteten AGRANA-Website implementiert. Die Rückmeldungen von Bewerbern sind durchwegs positiv. Besonders die leichte Handhabung und die Möglichkeit, sich direkt am jeweiligen Standort bewerben zu können, wurden positiv erwähnt.

Ein hoher Stellenwert wird der laufenden Weiterbildung auch im Rahmen der Lehrlingsausbildung beigemessen. Eine federführende Position nimmt in diesem Bereich die AGRANA Stärke bei der Schaffung des neuen Lehrberufs "LebensmitteltechnikerIn" ein.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Im Rahmen des "AGRANA-Fit"-Programms erfolgte im Geschäftsjahr 2007|08 erstmals die Teilnahme am Wien Energie Business Run. Die Förderung des Gesundheitsgedankens wurde auch in den zahlreichen AGRANA-Niederlassungen weltweit forciert, angefangen von laufenden Impfaktionen bis hin zur Wirbelsäulengymnastik.

Eine langfristige Stärkung der Gesundheit hat ein neues Wellness-Programm in den USA zum Ziel, in dessen Rahmen die Mitarbeiter motiviert werden sollen, Initiativen für die eigene Gesundheit zu ergreifen. Die Schwerpunkte dieses Programms werden monatlich gesetzt, wie z. B. zum Thema Herz oder gesunde Ernährung. Ein "Wellness-Committee" identifiziert laufend Verbesserungspotentiale, die zur Steigerung der Mitarbeiter-Gesundheit beitragen, z. B. Gesundheitsscreenings oder Nichtraucherkampagnen.

RISIKOMANAGEMENT

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu erreichen. Im Mittelpunkt dieser Risikosteuerungsaktivitäten steht dabei der möglichst effiziente Einsatz des verfügbaren Eigenkapitals unter Berücksichtigung mittel- und langfristiger strategischer Ziele und Wachstumsaussichten.

Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klar geregelte Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollsysteme.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf einem Risikocontrolling auf operativer Ebene und einem strategischen Beteiligungscontrolling, welche durch Berichts- und Kontrollsysteme unterstützt werden, sowie auf der Konzernrevision, die durch regelmäßige und systematische Überprüfung die Geschäftsprozesse, -abläufe und -systeme durchleuchtet.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für den Geschäftsverlauf negative Auswirkungen haben könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Risikocontrolling

Als zentrale, unabhängige Kontrolleinheit unterstützt das in der Abteilung Controlling organisatorisch verankerte Risikocontrolling den Vorstand bei der Entscheidung über die Risikopolitik. Die Genehmigung der Grundsätze des Risikomanagements, die Festlegung von Grenzen für alle relevanten Risiken sowie die Verfahren zur Überwachung der Risiken obliegt ebenfalls dem Vorstand. Die Abteilung berichtet in regelmäßigen Abständen an den Vorstand, der die aktuelle Risikosituation unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit und der entsprechenden Risikolimits beurteilt.

Die Abteilung ist zuständig für die konzernweite Entwicklung und Implementierung der Methoden der Risiko- und Ertragsmessung, die laufende Weiterentwicklung und Verfeinerung der Steuerungsinstrumente und die Entwicklung und Wartung der grundsätzlichen Richtlinien. Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontrollsystems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße interne und externe Finanzberichterstattung sicher.

Interne Revision

Die interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Holding und in den Tochtergesellschaften, die Angemessenheit und Wirksamkeit der vom Risikomanagement und Risikocontrolling gesetzten Maßnahmen sowie die internen Kontrollsysteme.

Risiken in Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

Als produzierendes Unternehmen der Agrarwirtschaft ist AGRANA operativen Einzelrisiken ausgesetzt, die ihre Ursachen in der spezifischen Geschäftstätigkeit der AGRANA haben und die Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinträchtigen können. Im Folgenden werden die relevanten Risiken im Detail beschrieben.

Marktordnungsrisiken für Zucker

Mögliche Auswirkungen internationaler und nationaler Handelsabkommen bzw. Marktordnungen werden bereits im Vorfeld frühzeitig analysiert und im Rahmen des Risikomanagements bewertet.

Von besonderer Bedeutung für die AGRANA ist diesbezüglich die neue EU-Zuckermarktordnung, die am 1. Juli 2006 in Kraft trat und bis zum 30. September 2015 gilt. Über die neue Zuckermarktordnung und ihre Auswirkungen wird ab Seite 12 im Segment Zucker im Detail berichtet.

Neue Marktchancen bietet die Erzeugung von Industriezucker, der außerhalb der Quote produziert und an Bioethanolhersteller, die chemische, pharmazeutische und die Fermentationsindustrie verkauft werden kann. Dieser wachsende Markt, der nicht durch Zuckerreferenzpreise und Rübenmindestpreise reglementiert ist, wird allerdings nur besonders wettbewerbsfähigen Erzeugern vorbehalten sein.

Richtlinie für erneuerbare Energien

Zur konsequenten Umsetzung ihrer klima-, energie- und agrarpolitischen Ziele arbeitet die EU-Kommission an der Neuauflage der seit 2003 geltenden Biokraftstoffrichtlinie. Aufgrund der steigenden Beimischungsmengen in Österreich (siehe Details im Segment Stärke) wird in Zukunft Bioethanol vermehrt direkt dem Benzin beigemischt.

In Brasilien haben sich seit Beginn der Zuckerrohrernte die Preise für Ethanol weitgehend stabil entwickelt. In Europa ist ebenfalls eine stabile Preisentwicklung zu verzeichnen, wobei nur geringe Mengen an Ethanol gehandelt wurden. Derzeit ist jedoch noch nicht abzusehen, wie sich das europäische Preisniveau für das Jahr 2008 vor dem Hintergrund der gestiegenen Getreidepreise entwickeln wird. Die Aufhebung der Flächenstilllegung von derzeit 10 % für das Jahr 2008 soll durch ein zusätzliches Produktionspotenzial von 10 bis 17 Mio. Tonnen Getreide zu einer deutlichen Entspannung der Märkte beitragen.

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist als Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse Beschaffungsrisiken ausgesetzt, die ihre Ursache in Witterungseinflüssen haben können. Hierdurch können landwirtschaftliche Rohstoffe aufgrund von klimatischen Ereignissen unter Umständen in zu geringer Menge verfügbar sein. Zum anderen können diese Rohstoffe Preisschwankungen unterliegen, die nicht vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden können.

Diese Risiken betreffen hauptsächlich die Segmente Stärke und Frucht. Speziell für die Bioethanolproduktion gilt es, die für die bereits eingegangenen Lieferverpflichtungen notwendigen Getreidemengen durch Kontrahierung physischer Lieferungen zeitgerecht abzudecken. Der Anstieg der Rohstofftangente kann teilweise durch höhere Verkaufspreise für das eiweißhältige Nebenprodukt im Rahmen der Bioethanolproduktion kompensiert werden.

Die weltweite Präsenz im Segment Frucht und die Kenntnis aller Beschaffungsmärkte ermöglicht es AGRANA, Engpässe in der Versorgung und Preisvolatilitäten zu vermeiden bzw. entgegenwirken zu können. AGRANA hat im Segment Frucht eine zentrale Einkaufsorganisation aufgebaut, die die Rohstoffmärkte global analysiert und somit gezielt auf Rohstoffengpässe und Qualitätsunterschiede reagieren kann. Im Hinblick auf die ganzjährige Versorgungssicherheit und die unterschiedlichen Erntezyklen in den Hauptanbauregionen wurden mit Lieferanten und Kunden auch langfristige Verträge abgeschlossen. Dadurch kann gleichbleibend gute Qualität bei verlässlicher Lieferung und eine gesicherte Produktion gewährleistet werden.

Den Beschaffungsrisiken im Zuckersegment kommt infolge der Zuckermarktordnung eine geringere Bedeutung zu, weil die Planung der Rübenbauern darauf ausgerichtet ist, die Lieferrechte möglichst zu erfüllen. Bei Energiepreisrisiken versucht AGRANA, mit einer entsprechenden Ausrichtung der Produktionsanlagen verschiedene Energieträger kostenoptimal einzusetzen. Darüber hinaus wird eine steigende Energieeffizienz der Anlagen konzernweit kontinuierlich forciert.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA agiert auf unterschiedlichen Märkten und versucht, mögliche Änderungen des Konsumverhaltens rechtzeitig zu erfassen. Auswirkungen auf die Marktposition werden bewertet und finden gegebenenfalls ihren Niederschlag in Modifikationen der Unternehmensstrategie. Schwankungen der Absatzpreise, die sich im Rahmen des Wettbewerbs ergeben, begegnet AGRANA durch fortlaufende Optimierung der Kostenstrukturen mit dem Ziel der Kostenführerschaft.

Das anhaltende Wachstum und die Erfordernisse der neuen Märkte in den CEE-Ländern, Russland und Asien mit der sich dort rasch entwickelnden Fruchtsaft- und Molkereiindustrie bedürfen stetiger Marktbeobachtung. Nur durch genaue und vor allem kontinuierliche Marktanalyse bzw. Bearbeitung können bestehende sowie zukünftige Wachstumsmärkte rechtzeitig erkannt und für das weitere Wachstum der AGRANA-Gruppe genutzt werden.

Produktqualität

Höchste Qualität unserer Produkte im Interesse unserer Kunden und Konsumenten gehört zu den Ansprüchen der AGRANA an sich selbst. Die Einhaltung aller relevanten lebensmittelrechtlichen Standards ist für AGRANA daher eine Selbstverständlichkeit. Risiken durch Qualitätsmängel, etwa infolge verunreinigter Rohstoffe oder von Verarbeitungsfehlern, tritt AGRANA durch strengste interne, zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme entgegen, deren Einhaltung konzernweit regelmäßig kontrolliert wird.

Weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie durch den Einsatz von Informationstechnologie entstehen, kommen im Vergleich dazu geringe Bedeutung zu. AGRANA begegnet diesen Risiken durch ständige Überwachung, klare Dokumentation sowie kontinuierliche Verbesserung der Prozessabläufe.

Rechtliche Risiken

Klageverfahren gegen AGRANA oder ihre Konzerngesellschaften, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns besitzen könnten, bestehen nicht.

AGRANA ist möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht ausgesetzt. AGRANA erfasst derartige Risiken bereits in der Frühphase, evaluiert ihren Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe und leitet daraus gegebenenfalls Anpassungsmaßnahmen ab.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt und setzt zur Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah nach der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zinsänderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.
  • Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken im Wesentlichen die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro.

• Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Welt- sowie dem Energiemarkt und den relevanten Rohstoffmärkten. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien unterliegen einem Währungsrisiko durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung fakturierten Forderungen gegen Kursschwankungen abgesichert werden. Eine detaillierte Darstellung dieser finanziellen Risiken erfolgt ab Seite 51 im Konzernanhang.

Gesamtrisiko

Zusammenfassend hat sich die Gesamtrisikoposition des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau gehalten, da sich zwar die Situation der Quotenrückgabe in Folge der Zuckermarktordnungsreform verbessert hat, jedoch die Weltmarktpreissituation bei agrarischen Rohstoffen von dramatischen Volatilitäten geprägt war.

Chancen der weiteren Unternehmensentwicklung

Durch die konsequente Verfolgung einer nachhaltigen, auf wertorientiertes Wachstum ausgerichteten Unternehmensstrategie bieten sich AGRANA zugleich eine Vielzahl von Chancen.

Die Neuregelung der Zuckermarktordnung bringt – neben den oben beschriebenen Risiken – auch Chancen zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsposition im Segment Zucker. Die durch die Preissenkungen verursachten strukturellen Veränderungen der europäischen Zuckerwirtschaft werden zum Ausscheiden von Mitbewerbern – insbesondere in klimatisch weniger günstigen Regionen Europas – führen. AGRANA verfügt über eine hervorragende Wettbewerbsposition und strebt den weiteren Ausbau ihrer Marktposition an.

Besondere Bedeutung kommt auch der Möglichkeit zu, Bioethanol als Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, wodurch einerseits die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, andererseits die Emission von Kohlendioxid reduziert werden kann. Die EU hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls, des Aktionsplans Biomasse und der EU-Strategie für Biokraftstoffe zu einer Nutzung regenerativer Energiequellen verpflichtet. An der Konkretisierung und Implementierung der Verpflichtungen wird derzeit gearbeitet. Die österreichische Bundesregierung hat eine Verpflichtung zur Substitution fossiler durch biogene Kraftstoffe beschlossen. Durch den Ausbau der ungarischen Alkoholkapazität und den Werksneubau in Österreich hat AGRANA bereits heute die Grundlage gelegt, um auch künftig eine signifikante Rolle als Anbieter auf dem Markt für biogene Treibstoffe einzunehmen.

Im Segment Stärke hat AGRANA bereits eine wichtige Marktstellung als anerkannter Produzent von Spezialstärken für die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Pharma- und Bauindustrie eingenommen. Der Fokus liegt auf Biostärken und GVO2 -freien Stärken für die Lebensmittelindustrie. Diese

2 Gentechnisch veränderte Organismen.

Nischenstrategie erlaubt eine Differenzierung vom Wettbewerb und eröffnet – unter Nutzung der konzerninternen Forschungsinfrastruktur – weiteres Wachstumspotenzial.

Das in den vergangenen Geschäftsjahren durch Akquisitionen neu geformte Segment Frucht verzeichnet erfreuliches Wachstum. Dies bedeutet einen Risikoausgleich zu den Veränderungen am EU-Zuckermarkt. Die AGRANA-Gruppe ist schon heute Weltmarktführer für Fruchtzubereitungen für die Molkereiindustrie. Zusätzlich ist AGRANA der größte Anbieter von Apfelsaftkonzentraten auf dem europäischen Markt. Große Bedeutung kommt zukünftig insbesondere Regionen mit relativ geringer Marktsättigung, wie z. B. den USA, bzw. steigendem Einkommensniveau (wie etwa Russland, China, Brasilien) zu. Durch Investitionen in kundennahe Produktionsstandorte wird AGRANA auch zukünftig die Wettbewerbsposition stärken.

Insgesamt sieht der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG für das angelaufene Geschäftsjahr 2008|09 keine bestandsgefährdenden Risken.

Angaben gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG beträgt 103,2 m und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die Z&S Zucker und Stärke Holding AG (Z&S) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär 75,5 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. Die Z&S ist eine 100 % Tochter der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG mit Sitz in Wien, an welcher die Südzucker AG mit Sitz in Mannheim|Deutschland und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG) mit Sitz in Wien je zur Hälfte beteiligt sind. An der ZBG sind die Raiffeisen-Holding Niederösterreich Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Estezet Beteiligungsgesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, beteiligt. Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrags sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der Z&S gebündelt und es bestehen unter anderem

Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA. So ist DI Johann Marihart von der ZBG als Mitglied des Vorstandes der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA nominiert. Beide erhalten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktionen keine Bezüge.

Keine Inhaber von Aktien verfügen über besondere Kontrollrechte. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Hinsichtlich der Möglichkeit des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, bestehen keine Befugnisse des Vorstandes i.S.d. § 243a Z. 7 UGB.

Es bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen der Gesellschaft, die bei einem Kontrollwechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots bestehen nicht.

AUSBLICK 2008|09

AGRANA hat sich im Geschäftsjahr 2007|08 in einem schwierigen Umfeld bewegt und gut behauptet. Für das Geschäftsjahr 2008|09 erwartet AGRANA ein weiteres Wachstum auf über Zwei-Milliarden-Euro Umsatz. Vor allem ein weiteres organisches Wachstum im Segment Stärke soll wesentlich dazu beitragen.

Im Segment Zucker wird durch die weitere Umsetzung der neuen EU-Zuckermarktordnung eine Marktstabilisierung erwartet. Der Stärkebereich verfolgt weiterhin konsequent die Strategie der Spezialitätenproduktion. Mit dem Ausbau der Bioethanolkapazitäten in Ungarn und dem Start der Bioethanolproduktion in Österreich wird ein deutlicher Umsatzzuwachs erwartet. Im Segment Frucht wird AGRANA den Wachstumskurs insbesondere durch organisches Wachstum fortsetzen.

SEGMENT ZUCKER

Die Auswirkungen der Reform der EU-Zuckermarktordnung werden auch in den kommenden Jahren den Geschäftsverlauf im Segment Zucker prägen. Das Geschäftsjahr 2008|09 ist ein Übergangsjahr, in dem letztmalig die Restrukturierungsabgabe an den Restrukturierungsfonds zu leisten ist. Es wird erwartet, dass der Marktdruck aufgrund der Bestände infolge der Überproduktion der vergangenen Jahre mit einer niedrigeren Herbstproduktion aufgrund reduzierter Quotenmengen abnehmen wird. AGRANA wird den eingeschlagenen Weg fortsetzen, die Marktposition mit optimalem Service und Qualität zu verteidigen. Die Wettbewerbsposition soll durch anhaltende Effizienzsteigerungen und Optimierungen weiter verbessert werden. Die bereits eingeleiteten sowie in Umsetzung befindlichen Maßnahmen werden einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung der schwierigen Rahmenbedingungen leisten.

Investitionen

In den beiden österreichischen Werken sind im Geschäftsjahr 2008|09 Investitionen von rund 4 m geplant. Investitionsschwerpunkte sind die Erweiterung der Rübenübernahme in Leopoldsdorf und in Tulln, der Ersatz von alten Schnitzelpressen und weitere Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sowie zur Erhöhung der Betriebssicherheit und im Verpackungsbereich.

Für die Werke in den ost- und südosteuropäischen Länden sind in Summe Investitionen von rund 13 m geplant. In Kaposvár wird der Ausbau der Verladekapazitäten für Weißzucker forciert. In Tschechien und der Slowakei werden Ersatzinvestitionen sowie Verbesserungen im Bereich der Energieeffizienz vorgenommen und Umweltauflagen erfüllt. In Rumänien ist der Ersatz von Weißzuckerzentrifugen durch Maschinen aus dem geschlossenen Standort Hohenau sowie die Automatisierung der Verpackungsstation in Buzau geplant.

Neben Optimierungsmaßnahmen in der Produktion ist in Brcko|Bosnien-Herzegowina der Kauf eines Grundstückes für die spätere Errichtung eines Zuckersilos vorgesehen. Durch den Ankauf einer Lagerhalle in Bulgarien wird eine bessere Versorgung des Marktes durch das Distributionscenter in Sofia sichergestellt.

SEGMENT STÄRKE

Die neuen Verarbeitungskapazitäten bei Hungrana sowie die geplante Inbetriebnahme des Bioethanolwerkes Pischelsdorf werden ein starkes Umsatzwachstum im Segment Stärke ermöglichen.

Für das Anbaujahr 2008 wird eine Menge von rund 210.000 Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln unter Vertrag genommen, wobei die Kontraktmenge an Bio-Stärkekartoffeln aufgrund der gestiegenen Nachfrage um 50 % erhöht wurde. Im Bereich Stärkemais für Aschach ist der Großteil der benötigten Rohstoffmenge bis zur neuen Ernte 2008 bereits vertraglich fixiert. Aufgrund der aufgehobenen Flächenstilllegung und der hohen Rohstoffpreise wird in Österreich mit einer Ausdehnung der Anbaufläche bei Weizen und Mais von 5 – 10 % gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Hungrana wird im Jahr 2008 aufgrund der fertig gestellten Kapazitätserweiterung ihre Maiskontrahierung um rund 70 % erhöhen. Der Rohstoffeinkauf von Mais bis zur neuen Ernte 2008 ist zum Großteil abgeschlossen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2008|09 sind im Segment Stärke Investitionen in Sachanlagen in Höhe von rund 18 m geplant.

Mit dem Bau einer weiteren Walzentrocknungsanlage zur Veredelung von Stärke wird der strategischen Ausrichtung hin zu Produkten mit höherer Wertschöpfung Rechnung getragen. Die zusätzliche Anlage soll gegen Ende des neuen Geschäftsjahres im Werk Gmünd|Österreich in Betrieb gehen und weitere Produkte für die Bau-, Papier- und Textilindustrie produzieren. Neben kleineren Ersatzinvestitionen ist für dieses Projekt ein Investitionsvolumen von 8 m vorgesehen. Für Bioethanol sind Investitionen in Höhe von 2,5 m geplant.

SEGMENT FRUCHT

Im Geschäftsjahr 2008|09 wird die Erhöhung der Marktdurchdringung bestehender Märkte sowie die Erschließung neuer Märkte im Mittelpunkt stehen. In Hinblick auf das dynamische Marktwachstum in den großen Volkswirtschaften Asiens werden sowohl weitere Fruchtsaft- als auch Fruchtzubereitungsabsatzmöglichkeiten forciert. Die sich rasch entwickelnden mittel- und osteuropäischen Länder sowie der südamerikanische Kontinent werden ebenso gezielt bearbeitet. In den absatzstarken Ländern in Europa, Nord- und Mittelamerika gilt es, mit neuen Produktideen und Konzepten die Marktposition abzusichern bzw. auszubauen. Der Trend zu Wellnessgetränken mit höherem Fruchtgehalt wird aktiv mitgestaltet.

AGRANA hat ihre Sourcing-Strategie den sich schnell ändernden Erfordernissen des Weltmarktes für agrarische Rohstoffe und der momentan hohen Nachfrage angepasst und kann durch gute

Vorbereitung und genaue Marktkenntnis rasch auf Verfügbarkeitsschwankungen und Preissteigerungen reagieren. Durch die weltweite Vernetzung des Einkaufes können benötigte Rohstoffmengen in unterschiedlichen Märkten eingekauft und so die Rohstoffbasis erweitert werden. Die im Verhältnis zur Nachfrage knappe Verfügbarkeit von Früchten wird sich auch im kommenden Wirtschaftsjahr fortsetzen. Daher ist es für AGRANA ein besonderes Ziel, die Verfügbarkeit der Rohstoffe abzusichern. Wetteranomalien wie in den letzten Jahren haben sowohl die Erntemengen, aber noch mehr die Preise extrem volatil gestaltet. Die Entwicklung im Bereich Juice wird im Geschäftsjahr 2008|09 noch deutlich von den hohen Apfelsaftkonzentratskosten des Erntejahres 2007 beeinflusst sein. Die Nachfrageentwicklung der Kunden ist weiterhin sehr verhalten, da die Konsumenten auf das deutlich gestiegene Produktpreisniveau mit Nachfrageeinschränkungen reagiert haben.

Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2008|09 sind im Segment Frucht rund 43 m an Investitionen vorgesehen. Schwerpunkte sind die Erweiterungen der Produktionskapazitäten. Größtes Investitionsprojekt ist der Standortausbau in Serpuchov|Russland. Mit dem Bau einer zusätzlichen Produktionsstätte für Kunden der Region um Johannesburg schafft AGRANA die Voraussetzung zur Stärkung der Marktposition in Südafrika. Das im Geschäftsjahr 2007|08 in Betrieb gegangene brasilianische Fruchtzubereitungswerk wird im angelaufenen Geschäftsjahr die Kapazität verdoppeln. Mit der Errichtung einer Abwasservorreinigungsanlage in den USA am Standort Tennessee werden die Umweltstandards weiter verbessert.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht die Kapazitätserweiterung des Werkes Xianyang|China im Vordergrund. An den europäischen Standorten sind Investitionen zur Ausbeutesteigerung, Verbesserungen der Fruchtsortierung und Fruchtreinigung, Maßnahmen zur Erreichung des International Food Standards und zur effizienten Nutzung von Energie und Wasser geplant.

Wien, am 2. Mai 2008

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