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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report (ESEF) Jun 4, 2024

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Consolidated Statement of Financial Position

As of February 29, 2024 and February 28, 2023

Assets
Non-current assets
Property, plant and equipment 13,599,599 10,455,830
Intangible assets 65,502 68,340
Investments accounted for using the equity method 7,201,706 6,859,594
Other non-current financial assets 140,750 131,816
Deferred tax assets 2,736 5,399
Total non-current assets 20,909,293 17,520,979
Current assets
Inventories 3,865,516 3,525,441
Trade receivables 7,888,756 8,019,094
Other current financial assets 1,046,112 480,279
Cash and cash equivalents 2,769,305 2,497,877
Total current assets 15,569,689 14,522,691
Total assets 36,478,982 32,043,670
Equity and liabilities
Equity
Issued capital 1,362,390 1,362,390
Share premium 4,927,679 4,927,679
Reserve of gains and losses on hedging instruments that hedge investments in equity instruments 7,396 16,038
Reserve of cash flow hedges (2,121) (1,878)
Reserve of remeasurements of defined benefit plans (35,815) (32,510)
Atequity (2,020) (2,105)
Other retained earnings 14,726,162 13,766,767
Reserve of exchange differences on translation 300,487 199,125
Profit for the period 2,268,155 1,721,303
Equity attributable to owners of parent 23,584,413 21,939,809
Non-controlling interests 13,814 13,728
Total equity 23,598,227 21,953,537
Non-current liabilities
Provisions 661,013 621,143
Lease liabilities 3,511,618 3,326,736
Deferred tax liabilities 113,344 109,759
Financial liabilities at fair value through profit or loss 4,287 3,518
Loans and borrowings 3,041,316 3,382,265
Total non-current liabilities 7,361,518 7,443,421
Current liabilities
Provisions 2,097,832 1,743,520
Lease liabilities 1,415,376 1,296,373
Trade payables 1,401,870 1,163,660
Other current liabilities 504,160 386,579
Financial liabilities at fair value through profit or loss 439 135
Loans and borrowings 600 3,843
Current tax liabilities 79,550 192,962
Total current liabilities 7,499,132 6,787,072
Total liabilities 14,860,650 14,230,493
Total equity and liabilities 36,478,982 32,043,670

Inhaltsverzeichnis

35 Konzernabschluss und Konzernlagebericht 2023|24 der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)

35 Konzernlagebericht 2023|24

36 Unternehmensstruktur

38 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

66 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

74 Segment Frucht

81 Segment Stärke

87 Segment Zucker

94 Forschung und Entwicklung

97 Personal- und Sozialbericht

104 Risikomanagement

116 Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte

117 Prognosebericht

120 Konzernabschluss 2023|24

121 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

122 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

123 Konzern-Geldflussrechnung

124 Konnzern-Bilanz

128 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

199 Konzernanhang

200 Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)

201 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

206 Bestätigungsvermerk

207 Jahresabschluss und Lagebericht 2023|24 der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)

208 Jahresabschluss 2023|24

209 Gewinn- und Verlustrechnung
210 Bilanz
229 Anhang zum Jahresabschluss

256 Lagebericht 2023|24

257 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

261 Bestätigungsvermerk

261 Vorschlag für die Gewinnverwendung

JAHRES- FINANZBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. März 2023 BIS ZUM 29. Februar 2024 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG

KONZERN- LAGEBERICHT 2023|24

36 Unternehmensstruktur

87 Segment Zucker

36 Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle

87 Geschäftsentwicklung

37 Corporate Governance

88 Marktumfeld

38 Nicht-finanzielle Erklärung

89 Rohstoff und Produktion

38 Die nachhaltige AGRANA-Wertschöpfungskette

93 Investitionen nach § 267a UGB

38 AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

94 Forschung und Entwicklung

40 Wesentliche nicht-finanzielle bzw.

94 Segment Frucht

41 Nachhaltigkeitsbelange

95 Segment Stärke

43 Organisatorische Einbindung von Nachhaltigkeit bei AGRANA und

96 Segment Zucker

44 Grenzen dieses Berichtes

97 Personal- und Sozialbericht

44 Managementansätze wesentlicher

97 Personalmanagement

45 nicht-finanzieller Belange

99 Personalentwicklung und Weiterbildung

100 Arbeitssicherheit und Gesundheit

103 Vereinbarkeit von Beruf und Familie

66 Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage

66 Änderungen im Konsolidierungskreis

66 Umsatz- und Ertragslage

68 Investitionen

69 Cashflow

69 Vermögens- und Finanzlage

71 Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente

73 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

74 Segment Frucht

74 Geschäftsentwicklung

75 Marktumfeld

76 Rohstoff und Produktion

80 Investitionen

81 Segment Stärke

81 Geschäftsentwicklung

82 Marktumfeld

83 Rohstoff und Produktion

86 Investitionen

104 Risikomanagement

104 Risikopolitik

105 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

105 Operative Risiken

108 Regulatorische Risiken

111 Rechtliche Risiken

111 Finanzielle Risiken

112 Klimawandelrisiken und andere ESG-Risiken

114 Gesamtrisiko

115 Internes Kontroll- und Risiko-

115 Managementsystem

116 Kapital-, Anteils-, Stimm-

116 und Kontrollrechte

117 Prognosebericht

118 Nachhaltigkeitsausblick 2024|25

35 Unternehmensstruktur

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Rund 8.900 Mitarbeitende (FTEs)¹ an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2023|24 einen Konzernumsatz von rund 3,8 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

¹ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.

Segment Stärke

Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, und Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.

Segment Zucker

AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohrrohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

Corporate Governance

Informationen zu Corporate Governance befinden sich im Corporate Governance-Bericht der AGRANA sowie auf der Website des Unternehmens unter www.agrana.com/ir/corporate-governance.

Nicht-finanzielle Erklärung¹

Die nachhaltige AGRANA-Wertschöpfungskette 2023|24

¹ Die Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB wurde in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt.

38 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

Nachhaltigkeitsziele der AGRANA-Gruppe

  • Spätestens bis 2050: Netto-Null-Emissionen (Scope 1+2+3) über die gesamte Wertschöpfungskette der AGRANA-Gruppe
  • SBTi-Ziele bis 2030|31 (verifiziert): Reduktion der Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2) um 50 % sowie der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) um 30 % gegenüber dem Basisjahr 2019|20
  • Ökoeffizienz unserer Produktion
    • 2040: Netto-Null-Emissionen aus der Produktion (Scope 1+2) der AGRANA-Gruppe

Zusätzliche Ziele des Segmentes Frucht

  • Segment Frucht

    • Bereich Fruchtzubereitungen
      • Ziele bis 2024|25:
        • Keine Deponierung von Abfällen
        • Anteil erneuerbarer Strom von 50 %
      • Ziele bis 2025|26:
        • 26 % der verarbeiteten Fruchtmenge entspricht dem FSA-Silber-Äquivalent
        • Wasserentnahme² von 4,24 m³/t³
        • 100 % der Produktionsstandorte verfügen über ein gültiges Sozialaudit
    • Bereich Fruchtsaftkonzentrate
      • Ziel bis 2025|26:
        • Mindestens 50% nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 77)
      • Ziel bis 2030|31:
        • 100 % nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 77)
  • Arbeitssicherheitsziele der AGRANA-Segmente

    • Ziele bis 2026|27: siehe Personalbericht, Seite 100ff

² Pro Tonne Produktoutput
³ Das Ziel gilt für die Fruchtzubereitungswerke in den GRI-Berichtsgrenzen von 2018|19 (exklusive Erstverarbeitungsanlagen).

Konzernlagebericht

AGRANA berichtet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit (Beschreibung des Geschäftsmodelles, siehe Seite 36f) wesentliche nicht-finanzielle Belange – mit einem grünen Fußabdruck gekennzeichnet – in den Konzernlagebericht integriert. Diese nicht-finanzielle Erklärung bietet einen Überblick über das Nachhaltigkeitsverständnis von AGRANA, Governance-Strukturen zum Thema Nachhaltigkeit, die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse, Managementansätze der wichtigsten nicht-finanziellen Belange und deren organisatorische und inhaltliche Berichtsgrenzen sowie relevante Leistungsindikatoren auf Gruppen-Ebene. Details zu Maßnahmen und Leistungsindikatoren sowie Ziele in den einzelnen Bereichen werden in den Segmentberichten, im Kapitel Personal- und Sozialbericht sowie im Corporate Governance-Bericht dargestellt.

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

Unter Nachhaltigkeit versteht AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit.# AGRANA

Nachhaltigkeitsverständnis

Folgende drei Leitsätze, die dem Management und allen Mitarbeitenden als praktische und leicht verständliche Anleitung für ein tägliches nachhaltiges Handeln dienen, fassen AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis zusammen:

  • Verwertung von annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und Nutzung emissionsarmer Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu vermindern oder zu vermeiden.
  • Achtung aller Stakeholder und der Gemeinschaften, in denen das Unternehmen direkt und indirekt tätig ist.
  • Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden in langfristigen Partnerschaften, um gemeinsam klimawandelresiliente Geschäftsmodelle zu fördern.

AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.

Formate des AGRANA-Stakeholder-Engagements im Geschäftsjahr 2023|24

| Wesentliche Stakeholder-Gruppen | Formate des Dialogs # Geschäftsbedingungen auch für alle anderen Geschäftspartner, von denen AGRANA Waren und/oder Dienstleistungen bezieht.

Dokumentation im Rahmen der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI)

Um Umwelt- und Sozialaspekte in der agrarischen Lieferkette unabhängig vom Beschaffungsmodell strukturiert bearbeiten und dokumentieren zu können, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei der SAI Platform, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Frucht, Stärke und Zucker an den für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.

Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie AGRANA, mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an. Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 109 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten, wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz, besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber 44 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB oder Bronze.

AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA-Silber-Status erreichen sollen. Die externe Verifizierung des FSA-Nachhaltigkeitslevels der AGRANA-Kontraktlandwirte unterliegt einem dreijährigen Zyklus, der mit dem Jahr 2017 begann. Die aktuellen Re-Verifizierungsaudits wurden 2023 abgeschlossen. Mit wenigen Ausnahmen erreichten die Landwirte in allen Ländern das AGRANA-Ziel des FSA-Silber-Status oder höher. Die nächste Verifizierung nach der Systematik FSA 3.0 findet planmäßig im Geschäftsjahr 2026|27 statt.

Zusätzlich zur direkten Anwendung des FSA stellt die SAI Platform ein umfassendes Benchmarking-System zur Verfügung, das gewährleistet, dass landwirtschaftliche Betriebe, die schon über einschlägige Zertifizierungen (z.B. ISCC oder Rainforest Alliance) verfügen oder an unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsprogrammen teilnehmen, eine FSA-Äquivalenz erhalten, was den Kontrollaufwand maßgeblich reduziert. Die Zertifizierung nach internationalen bzw. unternehmensspezifischen Standards sowie die externe Verifizierung der betrieblichen Selbstauskünfte im Rahmen des FSA, unter Einhaltung der Regeln des SAI Implementation Framework, ermöglicht landwirtschaftlichen Produzenten und der verarbeitenden Industrie die Auslobung des jeweiligen FSA-Nachhaltigkeitsstatus im B2B-Bereich.

Im Geschäftsjahr 2023|24 waren rund 86 % der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffmenge im SAI FSA-System direkt oder indirekt erfasst.

Regenerative Landwirtschaft und Biodiversität

Unter regenerativer Landwirtschaft wird gemeinhin ein Zugang zur landwirtschaftlichen Produktion verstanden, der auf die Konservierung bzw. den Wiederaufbau von Agrarflächen und Ökosystemen abzielt und Maßnahmen für Boden, Wasser und Biodiversität umfasst. Grundsätzliche Maßnahmen zum Bodenschutz, wie Fruchtfolgen, bodenschonender Technikeinsatz oder Düngerempfehlungen auf Basis regelmäßiger Bodenanalysen, sind schon seit vielen Jahren von AGRANA von ihren Lieferanten geforderte Praxis, weitere innovative Modelle und Maßnahmen sind in Entwicklung.

Biodiversität ist für AGRANA v.a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion, von Bedeutung. AGRANA berichtet Biodiversitäts-aspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. AGRANA setzt auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder zur Erhöhung der Artenvielfalt um. Beispielsweise unterhält AGRANA seit 2016 ein Projekt zum Schutz von Bienen, in dessen Rahmen an allen österreichischen Standorten jeweils zehn Bienenstöcke aufgestellt wurden. Diese werden teilweise auch für Workshops zur Wissensvermittlung über die Zusammenhänge in der Natur für Volksschulen genutzt.

Wasser in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Auf AGRANA indirekt wirkende wasserbedingte Risiken in ihrer Lieferkette, der landwirtschaftlichen Produktion, werden implizit im Rahmen der operativen Beschaffungsrisiken vom Risikomanagement erfasst (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 105f). Die von AGRANA in der EU beschafften und verarbeiteten Ackerkulturen werden gegenwärtig größtenteils nicht bewässert. Kennzahlen zur Wassernutzung in der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden daher v.a. aufgrund eingeschränkter Relevanz und auch aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit sowie Verlässlichkeit im internationalen Beschaffungsbereich bisher nicht berichtet.

Dennoch ist sich AGRANA der steigenden Bedeutung von Wasserverfügbarkeits- und Qualitätsanforderungen unter dem Aspekt klimatischer Veränderungen und der Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel bewusst. Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden diese Risiken im Rahmen der Durchführung einer langfristigen Klimawandelszenarioanalyse für die vorgelagerte Lieferkette mittels eines Pilotprojekts für den Rohstoff Zuckerrübe bearbeitet (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 112f).

Umweltbelange – Ökoeffizienz unserer Produktion

Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltbelangen stellt ihre Umweltpolitik dar, welche unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips die Grundlage zur Vermeidung bzw. Reduktion negativer ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen im Rahmen von AGRANAs Produktion bildet und auch einen Beschwerdeprozess enthält. Um das Engagement von AGRANA bei der Science Based Targets Initiative widerzuspiegeln, wurde die AGRANA-Umweltpolitik im Geschäftsjahr 2023|24 aktualisiert.

45 Konzernlagebericht

Energieeinsatz und Emissionen in der AGRANA-Produktion

Im Bereich der Energieversorgung wirken transitorische Risiken auf AGRANA, wie z.B. im Rahmen des Kampfes gegen den Klimawandel angedachte nationale gesetzliche Verbote (bestimmter) fossiler Brennstoffe oder eine CO2-Besteuerung. Ein System der branchenumfassenden CO2-Besteuerung ist aus AGRANAs Sicht gesellschaftlich zur Herstellung von Kostenwahrheit und als Investitionsanreiz in erneuerbare Technologien notwendig. Wird es nur national oder in der EU und ohne entsprechende Exportentlastungen bzw. Importbelastungen für CO2-Frachten eingeführt, würde es die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens einschränken. (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 104ff).

Die v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker energieintensive AGRANA-Veredelung von landwirtschaftlichen Rohstoffen, die auch dem EU-Emissionshandelssystem unterliegt, hat durch die entstehenden Treibhausgasemissionen negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Diese liegen in AGRANAs direktem Einflussbereich. AGRANA nimmt ihre Verantwortung wahr und wird schädliche Emissionen immer weiter reduzieren, um bis 2040 Netto-Null-Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) auszuweisen. Basis und Unterstützung im Monitoring für die AGRANA-Klimastrategie bilden die Energiemanagementsysteme der AGRANA-Produktionsstandorte. Die Energiemanagementsysteme von rund 37,7 % (Vorjahr: 37,7 %) aller AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 43) waren im Berichtsjahr nach ISO 50001 zertifiziert.

Grundsätzlich sind absolute Energieeinsatz- und Emissionswerte aufgrund jährlich teilweise stark schwankender Rohstoffverarbeitungsmengen (v.a. im Segment Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate) und dem damit verbundenen schwankenden absoluten Energieeinsatz bzw. der ausgelösten Emissionen bezüglich Effizienzverbesserungen wenig aussagekräftig, weshalb AGRANA zusätzlich immer Energie- und Emissionsintensität pro Tonne Produktoutput berichtet.

Bedingt durch die um 18,8 % höhere Rohstoffverarbeitungsmenge im Segment Zucker stieg der absolute brutto Gesamtenergieeinsatz (Scope 1+2) in der AGRANA-Gruppe um rund 4,1 % auf 14,54 Mio. GJ gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput sank v.a. aufgrund von guter Anlagenauslastung im Segment Zucker sowie Energieeffizienzmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen um 5,7 % auf 3,02 GJ.

Aufgrund der gesetzten Maßnahmen konnte der Anstieg der absoluten Emissionen (Scope 1+2) trotz des Einsatzes von rund 37.000 Tonnen Heizöl Extraleicht (HEL) in Österreich, um Erdgas zu substituieren und potenzielle Versorgungsunsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges zu vermeiden, auf rund 737.000 Tonnen CO2 bzw. rund 3,9 % begrenzt werden. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput sanken aufgrund der höheren erzeugten Produktmenge im Segment Zucker, des Umstiegs auf Grünstrom an mehreren Standorten des Segmentes Frucht sowie Effizienzmaßnahmen im Segment Stärke um rund 5,6 % auf rund 153 kg CO2.

1 Geringfügige Anpassung durch Bereinigung von Rundungsdifferenzen

46 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe

Im Berichtsjahr 2021|22 wurden erstmals Daten zu Scope-3-Emissionen (Emissionen aus der vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette) nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol für das Basisjahr 2019|20 der AGRANA-Klimastrategie strukturiert erfasst. Dafür hat AGRANA die Primärdaten aus allen Geschäftssegmenten in unterschiedlichen Scope-3-Kategorien mit Emissionsfaktoren aus den methodisch vergleichbar und umfassend (inkl. Effekten aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen wo relevant) arbeitenden Datenbanken von ecoinvent und der Quantis World Food Database verknüpft.# Konzernlagebericht

Weiterentwicklung der AGRANA-Klimastrategie

Im Geschäftsjahr 2019|20 hat AGRANA die Entwicklung einer Klimastrategie in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen bzw. den Vorgaben des europäischen Green Deal und des österreichischen Energie- und Klimaplans, welche Netto-Null-Emissionen bis 2050 bzw. 2040 vorsehen, gestartet. Im Juli 2021 trat AGRANA der Science Based Targets Initiative (SBTi) bei. Im Rahmen dieser Initiative verpflichten sich Unternehmen dazu, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen zu setzen. Im November 2022 reichte das Unternehmen seine wissenschaftsbasierten Ziele zur Verifizierung bei SBTi ein, der Validierungsprozess dieser Ziele startete Ende Mai 2023 und war Anfang September 2023 abgeschlossen.

Im Rahmen ihrer verifizierten Science Based Targets verpflichtet sich AGRANA dazu, die Emissionen aus ihrer Produktion (Scope 1+2) bis 2030|31 um 50 % sowie die Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) um 30 % – jeweils gegenüber dem Basisjahr 2019|20 – zu reduzieren. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, bis 2040 Netto-Null-Emissionen in der eigenen Produktion (Scope 1+2) und bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette auszuweisen.

Emissionsreduktion in der eigenen Produktion (Scope 1+2)

Der Emissionsreduktionspfad in der eigenen Produktion (Scope 1+2) sieht den kontinuierlichen Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energieträger vor, um bis 2040 Netto-Null-Emissionen ausweisen zu können. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Laufendes Energieeinsparungs- und Effizienzscreening in allen Geschäftssegmenten,
  • Umsetzung eines Pakets zum Umstieg auf Strom aus erneuerbaren Quellen sowie, wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll, Elektrifizierung von Prozessen,
  • Ausstieg aus dem Energieträger Kohle am letzten kohlebetriebenen Produktionsstandort der AGRANA-Gruppe in Opava|Tschechien bis 2025|26 und
  • energetische Nutzung von agrarischen Reststoffen (Biomasse).

AGRANA verfolgt ein Prinzip der vollständigen Rohstoffverwertung zu Haupt- und Nebenprodukten (v.a. Futter- und Düngemittel). In der Phase ab spätestens 2026|27 soll neben die stoffliche Verwertung die vermehrte energetische Nutzung eiweißarmer Rohstoffreste treten, um alle Rohstoffbestandteile weiterhin vollständig, aber auch im Sinne des Klimaschutzes optimal zu nutzen. In der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár werden Rübenschnitzel und sonstige Rübenreststoffe bereits seit einigen Jahren zur Biogasproduktion verwendet (siehe Segment Zucker, Seite 91f). In diesem Zusammenhang erfolgten 2023 bzw. Beginn 2024 einige regulatorische Präzisierungen und Interpretationshilfen der EU-Institutionen, welche es AGRANA bei entsprechender nationaler Umsetzung erleichtern werden, agrarische Reststoffe unter emissionsreduzierender Bilanzierung energetisch zu verwerten, wie das am Standort Kaposvár auf Basis der dort geltenden nationalen Regelungen bereits seit vielen Jahren umgesetzt wird. Wenngleich die bisher bestehende regulatorische Unsicherheit langsam zu Gunsten von Biomassenutzung behoben wird, erfolgt die energetische Verwertung von Biomasse zu Lasten von zum Beispiel Futtermittelerlösen oder Düngemittelnutzung und wird wesentlich von der ausreichenden physischen und wirtschaftlichen Verfügbarkeit als nachhaltig eingestufter und damit emissionsreduzierend zu bilanzierender Biomasse abhängen. Daher wird der Ausstieg aus fossilen Energieträgern der 53 Produktionsstandorte (in den GRI-Berichtsgrenzen; siehe Seite 43) in der AGRANA-Gruppe keine Pauschallösung sein können, sondern standortabhängig eine Mischung verschiedener Maßnahmen, wie Energiespar- und Effizienzmaßnahmen, energetische Biomasseverwertung und verstärkte Elektrifizierung von Prozessen, umfassen. In Summe müsste AGRANA, basierend auf heutigen Annahmen, bis 2040 rund 576 Mio. € investieren, um die in ihrer Produktion bei der Verarbeitung der eingesetzten Rohstoffe entstehenden Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) zu vermeiden, wobei konkrete Projekte nur im Rahmen der unternehmensinternen Fünfjahresplanung hinterlegt sind (darüberhinausgehende Projekte und Kostenschätzungen wurden bisher nur modelliert).

Emissionsreduktion in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3)

Emissionen aus dem Bereich Landwirtschaft und Ernährung trugen 2019 rund 31 % (Quelle: FAO, November 2021) zu den weltweiten durch Menschen verursachten Emissionen bei. Auch im Rahmen des EU Green Deals wird der Reduktion von Emissionen aus dem landwirtschaftlichen Anbau im Rahmen der „Farm to Fork“- bzw. „Vom Hof auf den Tisch“-Strategie große Bedeutung beigemessen. Wenngleich pauschale Vorgaben, wie z.B. die Reduktion des chemischen Düngemitteleinsatzes um mindestens 20 %, kontroversiell diskutiert werden, zeigen sie doch ein wesentliches Handlungsfeld im Klimaschutz auf.

Der wesentliche Eintrag mit rund 78 % in den Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe im Bereich der Scope-3-Emissionen erfolgt durch den Anbau der vom Unternehmen verarbeiteten agrarischen Rohstoffe. Um ein realistischeres Bild der Emissionen aus AGRANAs vorgelagerter Wertschöpfungskette und damit ihrer Ausgangslage für den Emissionsreduktionspfad zu erlangen, hat AGRANA im Geschäftsjahr 2023|24 den Corporate Carbon Footprint für das Geschäftsjahr 2019|20 überarbeitet („Re-Baselining"). Dazu wurde versucht, die neuen Anforderungen von SBTi für Unternehmen bzw. Produkte aus dem Forst-, Land- und Agrarsektor („FLAG“) aufzunehmen. Unternehmen sind zukünftig verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen in sogenannte „FLAG"- und „Non-FLAG"-Emissionen zu unterteilen – kurzum: Welche Emissionen sind direkt dem landwirtschaftlichen Anbau („FLAG“) zuzurechnen und welche Emissionen entstehen an anderer Stelle („Non-FLAG“) entlang der Wertschöpfungskette. Dies ist die Voraussetzung, um zukünftig auch das große Potenzial der Kohlenstoffspeicherung/-sequestierung im Rahmen natürlicher Lösungen in der Landwirtschaft nutzen zu können. Die Reduktion von Emissionen bzw. speziell das Erreichen von Netto-Null-Emissionen in der Landwirtschaft wird wesentlich von den wissenschaftlichen bzw. regulatorischen Vorgaben zur Kohlenstoffspeicherung/-sequestrierung im Anbau (Carbon Farming) abhängen, die bisher fehlen.

Gemeinsam mit den bestehenden Scope-1- und Scope-2-Emissionen aus der eigenen Produktion wurde der Corporate Carbon Footprint berechnet. Emissionsberechnungen aus dem Bereich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind speziell im Agrarbereich mit großer Unsicherheit behaftet, die sich einerseits aus der Methodik und andererseits aus der eingeschränkten Verfügbarkeit von Emissionsmessungen aus dem Anbau ergibt (siehe Projekt zu Primärdatenerhebung auf Seite 48f). Unter den gegebenen Unsicherheiten löste die AGRANA Gruppe daher 2019|20 Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) von insgesamt rund 5,14 Mio. Tonnen CO2e aus. Im Geschäftsjahr 2023|24 lag dieser Wert nach ersten Schätzungen1 bei 4,87 Mio. Tonnen CO2e. Der mit rund 85 % größte Anteil entfiel 2023|24 dabei auf die Emissionen aus der von AGRANA nicht direkt beeinflussbaren vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3). Rund 15 % der durch die AGRANA-Geschäftstätigkeit ausgelösten Gesamtemissionen entfielen auf von AGRANA direkt beeinflussbare Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2).

Mit 2,3 Mio. Tonnen CO2e löste das Segment Stärke rund 47 % der Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) der AGRANA-Gruppe im Geschäftsjahr 2023|24 aus. Danach folgten mit rund 1,5 Mio. Tonnen CO2e (32 %) das Segment Zucker bzw. mit rund 1,0 Mio. Tonnen CO2e (21 %) das Segment Frucht.

Die größten Emissionseinträge in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) stammten im Geschäftsjahr 2023|24 mit rund 78 % aus dem Anbau von Agrarrohstoffen und dem Einkauf sonstiger Güter sowie Dienstleistungen (Kategorie 3.1.). Deren Transport zu AGRANAs Produktionsstandorten (Kategorie 3.4) stellte mit rund 7 % den nächstgrößten Eintrag dar. Daneben führt auch der – von AGRANA kaum zu beeinflussende – Transport von AGRANA-Produkten zu ihren Kunden (Kategorie 3.9) mit 5 % zu einem relevanten Emissionseintrag. Unter der Kategorie 3.12 „Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebensende“ (Anteil: 6 %) fasste AGRANA Emissionen aus der Entsorgung von Verpackungsmaterialien jeglicher Art zusammen. Weitere Aussagen zu im Rahmen der Nutzung der von AGRANA erzeugten Lebensmittel bzw. -zutaten und technischen Produkte verursachten Emissionen sind aus Gründen fehlender Datenverfügbarkeit nicht möglich.

1 Aufgrund des hohen Aufwands, der mit der Bottom-up Datenerhebung im Basisjahr 2019|20 verbunden war, wurden die abgebildeten Werte für 2023|24 primär über Faktoren auf Basis der Verarbeitungsmengen der wesentlichen agrarischen Rohstoffe für die Segmente Stärke und Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate angepasst. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wurden die Werte aufgrund der Vielzahl eingesetzter, international beschaffter Rohstoffe über einen einzigen Faktor über alle Rohwaren modelliert.

2 Summe aus 3.2 Kapitalgütern, 3.3 Vorgelagerte Aktivitäten im Zusammenhang mit Kraftstoff und Energie, 3.6 Geschäftsreisen, 3.5 Abfall, 3.8 Geleaste Anlagen (v.a. Lagerraum, Büros) sowie 3.7 Mitarbeitermobilität/Pendeln. Die Kategorien 3.10 Verarbeitung verkaufter Produkte, 3.11 Nutzung verkaufter Produkte, 3.13 Vermietete oder verleaste Sachanlagen und 3.14 Franchise wurden im Rahmen der AGRANA-Geschäftsmodelle, primär der Erzeugung von Lebensmitteln, von der Science Based Targets Initiative als nicht relevant für das Geschäftsmodell eingestuft und werden daher nicht berichtet. Die Kategorie 3.15 Investitionen ist im Rahmen der AGRANA-Joint Venture Unternehmen, teilweise mit Wettbewerbern, bisher nicht im Scope der GRI-Berichterstattung.Da die methodischen Voraussetzungen für die Scope-3-Emissionen basierend auf den Vorgaben des GHG-Protokolls noch nicht final veröffentlicht sind und dies erst im Lauf des Kalenderjahres 2024 zu erwarten ist, sehen wir davon ab, vorläufige Ergebnisse zu publizieren. Auf Basis der endgültigen Überarbeitung des Corporate Carbon Footprints 2019|20 werden im Geschäftsjahr 2024|25 alle bisher identifizierten potenziellen Emissionsreduktionsmaßnahmen einer Neubewertung unterzogen. Das Ergebnis beziehungsweise die abgeleiteten Ziele müssen schlussendlich erneut von der Science Based Targets Initiative im Rahmen des „Re-Baselining“ validiert werden. Einen weiteren, wichtigen Schritt konnte AGRANA im Berichtsjahr 2023|24 im Bereich strukturierter jährlicher Primärdatenerhebung von Lieferanten setzen. Im Geschäftsjahr 2022|23 wurden in einem Pilotprojekt Primärdaten für die wichtigsten Rohstoffe der einzelnen Segmente erhoben und damit für AGRANA-Lieferanten spezifische Emissionsfaktoren berechnet. Diese Primärdaten wurden bei einer jeweils repräsentativen Anzahl von Anbauern von Zuckerrüben, Stärkekartoffeln und Mais in Österreich, von Äpfeln in Ungarn sowie für Erdbeeren in Mexiko für den Anbau 2022 erfasst. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Pilotprojektes flossen in ein im Berichtsjahr 2023|24 gestartetes Projekt für die zukünftige, jährliche Primärdatensammlung ein, welches zum Ziel hat, unter Nutzung möglichst etablierter Systeme, Lieferanten in die Lage zu versetzen, möglichst schnell und unkompliziert softwareunterstützt Daten zu erfassen. Damit sollen auch alle relevanten Daten generiert werden, welche Lebensmittelproduzenten zukünftig zur Berechnung eigener, rohstoffbezogener Emissionsfaktoren benötigen.

Wasser und Abwasser

Wasser, die weltweit gesellschaftlich wichtigste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Wassermangel bzw. der Entzug von Wasser in wasserarmen Regionen sowie schlechte Wasserqualität oder -temperatur bei Einleitung von Abwasser stellen ein ökologisches und soziales Risiko dar. AGRANA hat im Geschäftsjahr 2022|23 unter Nutzung des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute, die die genannten und zahlreiche weitere Risiken abdecken, das Wasserrisiko für alle ihre Produktionsstandorte evaluiert. Im Berichtsjahr 2023|24 lagen 15 bzw. 28,3 % der AGRANA-Standorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 43), der Großteil davon im weltweit tätigen Segment Frucht, laut der letztjährigen Analyse aus unterschiedlichen Gründen in Gebieten mit hohem oder sehr hohem Wasserrisiko. Wenngleich keiner der AGRANA-Produktionsstandorte bisher operativ tatsächlich von quantitativer oder qualitativer Wasserknappheit betroffen oder Auslöser wesentlicher Probleme für die umliegenden Wasseranrainer war, stellt die nachhaltige, verantwortungsbewusste und allen gesetzlichen Standards entsprechende Nutzung und Ableitung von Wasser einen bedeutenden Aspekt der AGRANA-Umweltpolitik dar. Weitere Details zum Umgang mit Wasser an den Produktionsstandorten siehe Segmentberichte (Seite 78f, 85, 92). Im Rahmen ihrer Effizienzbemühungen nutzt AGRANA das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen. Beispielsweise haben Zuckerrüben und Äpfel einen durchschnittlichen Wassergehalt von 75 % bzw. 85 %. Nach Nutzung und Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen sowie entsprechender Aufbereitung stellt AGRANA anderen Wassernutzern das Wasser wieder zur Verfügung. In Summe gibt die AGRANA-Gruppe mehr Wasser ab, als sie aufnimmt, und weist daher einen negativen Wasserverbrauchs-saldo aus. AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Absolutwerte zu Wasserentnahme und -abgabe haben aufgrund schwankender jährlicher Rohstoffverarbeitungsmengen und dadurch schwankender absoluter Wasserentnahme- und Wasserabgabewerte nur sehr eingeschränkte Aussagekraft bezüglich einer effizienten Wassernutzung.

Abfall

Ökonomische, ökologische und soziale Risiken bzw. Auswirkungen aus dem Bereich der Abfallentstehung und -entsorgung im Rahmen von AGRANAs Geschäftstätigkeit sind dank ihrer Unternehmensphilosophie begrenzt. Für AGRANA als Verarbeiter agrarischer Rohstoffe sind die von ihr eingesetzten landwirtschaftlichen Rohwaren viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten Prinzip der vollständigen Verwertung trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v.a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits gelangen dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.

Abfälle in der AGRANA-Gruppe

| | 2023|24 | 2022|23¹ | 2021|22 |
|---------------|--------|--------|--------|
| Abfallmenge gesamt | 84.990 t | 64.461 t | 75.982 t |
| davon gefährliche Abfälle | 617 t | 520 t | 439 t |
| Abfall pro Tonne Produktoutput | 17,7 kg | 14,8 kg | 16,0 kg |
| davon gefährliche Abfälle pro Tonne Produktoutput | 128 g | 119 g | 92 g |

¹ Korrekturen bei der Erfassung des Vorjahrs

Die Abfalldefinition der AGRANA-Gruppe folgt den Vorgaben der europäischen Regulatorik. Aus diesem Grund werden nur Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden („Re-use-Mengen“), werden nicht als Abfälle berichtet. Aufgrund eines Umbau-projektes an einem Fruchtzubereitungsstandort in den USA stieg die absolute Abfallmenge um rund 31,8 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg der gefährlichen Abfälle resultiert v.a. aus dem Segment Stärke. Die gefährlichen Abfälle unterliegen starken Schwankungen, da sie teilweise am Standort bis zu einer mengenmäßig relevanten Entsorgungsmenge sachgerecht gesammelt werden. Damit stieg auch die spezifische Gesamtabfallmenge sowie jene der gefährlichen Abfälle um 19,5 % bzw. 7,6 %.

Transport

Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Produkten (Kategorie 3.4. und 3.9. – Transporte vor- und nachgelagert), wie die erste Abschätzung des Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2019|20 zeigte, nur rund 12,1 % zum Treibhausgasausstoß im vor- und nachgelagerten Bereich (Scope 3) beitrug (siehe Seite 47), wird AGRANA dennoch versuchen, Transporte soweit sie vom Unternehmen beeinflusst werden können und dies infrastrukturell und wirtschaftlich möglich ist, nachhaltig zu gestalten. Einfluss hat AGRANA im Bereich vorgelagerter Transporte über eine möglichst regionale Lieferantenauswahl. Im Geschäftsjahr 2023|24 lag der Modal Split für die In- & Outbound-Logistik in der AGRANA-Gruppe bei rund 73,3 % Straße, 20,5 % Schiene und 6,2 % Wasser.

Verpackung

Bei der Belieferung weiterverarbeitender Industriekunden setzt AGRANA auf Mehrwegsysteme. 2023|24 wurden rund 74 % der weltweit verkauften Produktmenge v.a. per Silowagen oder in retournierbaren Stahlgroßcontainern an AGRANA-Abnehmer geliefert. Nur rund 26 % der vertriebenen Produkte, besonders über den Einzelhandel an Konsumenten vertriebener Zucker der Wiener Zucker-Markenfamilie, wurden in Einwegverpackungen angeboten. In diesem Bereich versucht AGRANA, besonders auf nachhaltige Produktion und Wiederverwertbarkeit der Verpackungsmaterialien zu achten. Das heißt z.B. Einsatz von Papier-Verpackungen, wo die Produktschutzanforderungen dies zulassen, und Verwendung von FSC-zertifiziertem Papier. Nur für Verpackungen mit direktem Produktkontakt werden Frischfasern eingesetzt, um kein Risiko einer möglichen Produktkontamination einzugehen. Für Tertiärverpackungen aus Wellpappe werden ausschließlich Recyclingmaterialien verwendet. Für Versiegelungen kommen annähernd kunststofffreie Verbundmaterialien zur Anwendung (z.B. für Zucker-Sticks und Zucker-Sachets). Die Wiener Zucker-Markenfamilie verzichtet auf Aluminium.

Arbeitnehmerbelange – Mitarbeitende

Die interne normative Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitenden stellt der AGRANA-Verhaltenskodex dar, der im Geschäftsjahr 2022|23 überarbeitet wurde. Er enthält u.a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Daneben werden auch die Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen festgeschrieben. Seine Einhaltung soll ökonomische Risiken, wie eine schwierige Mitarbeiterfindung, ineffiziente Betriebsabläufe, Streiks und Reputationsverlust für AGRANA, sowie soziale Risiken, wie ein unsicheres, gesundheitsgefährdendes, diskriminierendes, unfaires Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden, vermeiden bzw. minimieren. Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde er um eine Konzern-Richtlinie zu Diversität und Inklusion ergänzt. Daneben ist AGRANA Mitglied des UN Global Compact, um ihr Engagement in Sozialbelangen zu untermauern. Dieser beinhaltet zehn grundlegende Prinzipien, die Bereiche rund um Menschenrechte und Arbeitsnormen, Umwelt und Klima sowie Korruptionsbekämpfung umfassen. Die Arbeitsverhältnisse von rund 63 % der AGRANA-Mitarbeitenden (Berechnung auf Basis der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl [Köpfe] in den GRI-Berichtsgrenzen) weltweit unterlagen 2023|24 einem Kollektivvertrag. Bei Tochtergesellschaften, die nicht durch einen Kollektivvertrag abgedeckt sind, erfolgt eine an den gesetzlichen Gegebenheiten und am Markt orientierte Vertragsgestaltung. Die Interessen von etwa 66 % der Mitarbeitenden wurden durch einen lokalen Betriebsrat oder eine lokale Gewerkschaftsvertretung repräsentiert. An jenen Standorten, an denen keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechte eingerichtet, die für alle Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.# Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen. Daneben steht Mitarbeitenden das AGRANA-Whistleblowing-System zur Verfügung.

Achtung der Menschenrechte

SEDEX-Mitgliedschaft und SMETA-Audits

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Das SEDEX-Assessment und -Audit zielt vor allem auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) ab, enthält aber auch einige Fragen zu Umweltaspekten. Zum Bilanzstichtag 2023|24 verfügten rund 60,4 % (Vorjahr: 66 %) bzw. 32 (Vorjahr: 35) der AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen über gültige SMETA- oder vergleichbare Sozialaudits. Es wurden keine wesentlichen Verstöße festgestellt. Die SMETA-Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.

Die im Geschäftsjahr 2023|24 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeitende werden im Personalbericht (siehe Seite 97ff) kommentiert.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung – Compliance

Die Risiken und Managementansätze sowie die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2023|24 zu den Themen Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung bzw. Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden im Bereich Compliance im Corporate Governance-Bericht (siehe Seite 23ff) dargestellt.

Sozialbelange

Produktverantwortung und nachhaltige Produkte

Produktsicherheit und -qualität

Oberstes Ziel der AGRANA-Qualitätspolitik ist es, den Kundenbedürfnissen entsprechende, für den Verzehr sichere Lebens- und Futtermittel zu erzeugen. Die Einhaltung der zahlreichen geltenden nationalen und internationalen Anforderungen an die Produktsicherheit an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA die oberste Priorität dar. Zusätzlich zu den lokalen gesetzlichen Vorschriften für Lebens- und Futtermittel setzt AGRANA im Bereich Lebensmittelsicherheit auf Zertifizierungen nach Standards, die durch die Global Food Safety Initiative (GFSI) anerkannt sind. Wichtiger Teil dieser Standards sind sogenannte Gefahrenabwehrpläne. Diese dienen der Identifizierung und Beherrschung möglicher

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Konzernlagebericht

chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Gefahren für die menschliche Gesundheit. Die Gefahrenabwehrpläne werden regelmäßig überprüft und verbessert. Die Umsetzung der Anforderungen aus Gesetzen und Standards wird durch informierte, geschulte und verantwortungsvoll agierende Mitarbeitende – top-down und bottom-up – sichergestellt. Dadurch trägt AGRANA auch der Einführung und Aufrechterhaltung einer Lebensmittelsicherheitskultur Rechnung.

In ihrem Bestreben nach Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit geht AGRANA über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat international anerkannte Standards für Produktsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt. Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Koscher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2023|24 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen. Die kontinuierliche Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von AGRANA hergestellten Lebens- und Futtermittel erfolgt durch externe Zertifizierungen, Kunden- und Lieferantenaudits sowie ein internes Auditsystem.

Zucker als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung

Als Produzent von u.a. Zucker ist die AGRANA-Gruppe von regulatorischen Risiken wie z.B. Zuckersteuern und Front-of-Pack Nährwertlabels indirekt betroffen. In Wirtschaftsregionen mit hohem Lebensstandard stellen Gesundheit und ausgewogene Ernährung für viele Menschen einen wesentlichen Grund zum Wunsch nach Zuckerreduktion dar. Andererseits sind auch Gesetzgeber bzw. nationale Gesundheitsbehörden aus Sorge über ernährungs- bzw. lebensstilbedingte Erkrankungen, die zu einer potenziellen Überlastung der Gesundheitssysteme führen, u.a. an Zuckerreduktion in der Ernährung interessiert. Die Lebensmittelindustrie begegnet tatsächlichen oder angedrohten steuerlichen Belastungen auf Zucker, etwa in Form einer Zuckersteuer, beispielsweise mit branchenspezifischen Selbstverpflichtungen zur Reduktion der eingesetzten Zuckermenge (z.B. bei Soft-Drinks, Zerealien und Joghurts). Auch der vielfach diskutierte Ausweis des sogenannten Nutri-Scores, einem System zur vergleichenden Nährwertkenn-zeichnung von Lebensmitteln einzelner Lebensmittelkategorien in Form einer Ampel- oder Buchstabendarstellung, auf Produkten motiviert Lebensmittelproduzenten zur Reformulierung ihrer Produkte. Dies führt zu einer sukzessiven Zuckerreduktion. Der Zuckerverbrauch in der EU ist seit etwa 20 Jahren stagnierend bis leicht rückläufig. Die OECD und die FAO gehen in ihren Prognosen von einem weiteren Rückgang des Zuckerkonsums in den OECD-Staaten aus, wenngleich auf einem noch niedrigeren Niveau als in den letzten Jahren.

AGRANA ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Aus AGRANAs Sicht greifen Reformulierungen von Produktrezepturen, die allein Zucker ins Visier nehmen, aber zu kurz. Letztlich ist nicht Zucker per se, sondern generell eine positive Energiebilanz (d.h. es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht) für Übergewicht und die (potenziell) daraus resultierenden Folgeerkrankungen verantwortlich. Ob die übermäßige Kalorienaufnahme aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlenhydraten stammt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Daher nimmt für AGRANA die Wissensvermittlung in den Bereichen Ernährung im Allgemeinen, Lebensstil, Energiebilanzen sowie Eigenschaften von Zucker im Speziellen, einen sehr hohen Stellenwert ein. Das Engagement umfasste im Berichtsjahr 2023|24 Initiativen wie jene des „Forum Ernährung heute“ oder der Plattform „Land schafft Leben“.

Gesellschaftliches Engagement

Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten, an denen sie tätig ist, engagiert. Im Rahmen dieses Engagements bringt sich AGRANA auch bei verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen sowie Branchen- und Interessenvertretungen ein (siehe Seite 53).

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Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

AGRANAs Beitrag zu den UN Sustainable Development Goals

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit, der industriellen Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoffe zu Lebensmitteln bzw. Vorprodukten für unterschiedliche Branchen, und ihrer Nachhaltigkeitsschwerpunkte im Bereich Klimaschutz, vollständiger Rohstoffverwertung, Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien im eigenen Unternehmen und in der agrarischen und außeragrarischen Lieferkette sowie im Rahmen ethischer Geschäftsgebarung unterstützt AGRANA v.a. die Ziele 8, 13, 15 und 16 der Sustainable Development Goals (SDGs). Daneben trägt AGRANA indirekt auch zum Erreichen einzelner Aspekte der Ziele 2 bis 7 sowie 12 und 14 bei.

Mitgliedschaften bei wesentlichen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen

Initiative Mitgliedsunternehmen Seit Ziel der Initiative und Mitglieder
Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2014 Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken; Mitglieder: aus der Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung
The Sustainable Juice Covenant AUSTRIA JUICE GmbH 2018 Ziel: globale Initiative zur nachhaltigen Produktion von frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Saftkonzentraten; Mitglieder: Getränkeindustrie, v.a. Mitglieder der European Fruit Juice Association (AIJN)
Science Based Targets initiative (SBTi) AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2021 Ziel: Mitglieder verpflichten sich zum Setzen von Klimazielen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit
Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2009 Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit
UN Global Compact AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2022 Ziel: Erfüllung zehn grundlegender Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit
EcoVadis AUSTRIA JUICE GmbH sowie einige Standorte des Segmentes Frucht, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Zucker GmbH 2013 Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen verschiedenster Industrien
ARGE Gentechnik-frei AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2010 Ziel: Förderung/Sicherstellung der österreichischen GVO-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion; Mitglieder: gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungskette inklusive vieler Einzelhändler

¹ AGRANA Beteiligungs-AG stellvertretend für alle/mehrere AGRANA-Gesellschaften

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Konzernlagebericht

Mitgliedschaften bei Branchen- und Interessenvertretungen

Branchen- und Interessenvertretung Mitgliedsunternehmen Wirkungsbereich
Industriellenvereinigung (IV) AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AGRANA Stärke GmbH Deutschland
CEFS – Comité Européen des Fabricants de Sucre AGRANA Zucker GmbH EU
Starch Europe AGRANA Stärke GmbH EU
SGF International E.V. (nicht spezifiziert) (nicht spezifiziert)

54 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

EU-taxonomiekonforme und -fähige Umsätze, Investitionen & Betriebsausgaben

Im Sommer 2020 hat die EU mit der Taxonomie-Verordnung 2020/852 ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den Ausweis von Umsätzen, Investitionen und Betriebsausgaben aus nachhaltigen Wirtschafts-tätigkeiten definiert. Nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten haben einem der sechs EU-Umweltziele, nämlich Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umwelt-verschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, zu dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen. Daneben haben die Wirtschaftstätigkeiten soziale Mindeststandards zu erfüllen.

Die Feststellung taxonomiefähiger bzw. -konformer Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben erfolgte im Rahmen des Screenings der technischen Bewertungskriterien sowie der DNSH-Kriterien und der „Minimum Social Safeguards“ (Art. 18) in Zusammenarbeit mit den Technikverantwortlichen an den jeweiligen Produktionsstandorten sowie den Controlling-, Finanz-, Compliance- und Nachhaltigkeitsfunktionen auf Standorts-, Segments- und Gruppenebene. Die AGRANA-Gruppe vermeidet jede Art von Doppelzählung, indem sie die Daten für jede Leistungskennzahl eindeutig einer Aktivität zuordnet. Wenn eine Aktivität zu mehreren Umwelt-zielen beiträgt wurde sie immer dem für die AGRANA-Gruppe wesentlichsten Umweltziel, dem Klimaschutz, zu 100 % angerechnet.

AGRANA stellt die Einhaltung von Minimum Social Safeguards im Rahmen ihres Compliance-Managementsystems und ihrer Due-Diligence-Prozesse sicher. Inhaltlich beruhen die gruppenweiten Vorgaben auf der Internationalen Charta der Menschenrechte, den Standards der International Labour Organization, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und den UN Guiding Principles for Business and Human Rights. Das AGRANA-Compliance-Office führt einmal jährlich eine Risikoanalyse für alle Standorte und Länder, in denen es Geschäftstätigkeiten gibt, durch. Diese Risikoanalyse basiert sowohl auf ausgewählten Indikatoren wie Coface, Corruption Perception Index und dem International Trade Union Confederation (ITUC) Index, als auch auf internen Quellen wie der Auswertung von Hinweisen aus dem AGRANA-Whistleblowing-System. Die Due-Diligence-Prozesse umfassen u.a. interne Audits der Internen Revision, externe Sozialaudits an vielen AGRANA- und Lieferantenstandorten sowie die Nutzung der Tools der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) für den Bereich der agrarischen Lieferkette. Detail-informationen zu Sozialbelangen in der Lieferkette, Arbeitnehmerbelangen und der Achtung der Menschenrechte siehe NFI-Erklärung Seite 51 sowie GRI-Index (GRI 407-409) auf Seite 220f.

EU-taxonomiekonforme bzw. -fähige Umsatzerlöse 2023|24

Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Umsatzerlösen laut Ausweis im Konzernabschluss 2023|24, Seite 120, und wurde auf Basis der delegierten Offenlegungsverordnung gemäß Anhang 1, Punkt 1.1.1 im Rahmen der AGRANA Rechnungslegung siehe Anhang / Kapitel 7.10 Gewinnrealisierung (Seite 147) berechnet. Dem Zähler wurden jene Anteile der Umsatzerlöse allokiert, welche im Zuge des Screenings als taxonomiefähig eingestuft wurden und zusätzlich die technischen Bewertungskriterien erfüllen. Da Wirtschaftstätigkeiten aus dem Bereich Produktion von Lebensmitteln und Getränken bzw. Lebensmittelbestandteilen nicht im Scope der EU-Taxonomie enthalten sind, fielen 94,5 % der Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe 2023|24 nicht in ihren Anwendungsbereich.

Für das Geschäftsjahr 2023|24 kann die AGRANA-Gruppe wie auch im Vorjahr EU-taxonomiekonforme bzw. -fähige Umsatzerlöse ausschließlich aus ihren Wirtschaftstätigkeiten „3.17. Herstellung von Kunststoffen in Primärformen“ (Herstellung thermoplastischer Stärke am Standort Gmünd|Österreich), „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“ (Bioethanolerzeugung am Standort Pischelsdorf|Österreich), „5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen“ (Biogasproduktion, Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan in das lokale Erdgasnetz am Standort der Zuckerfabrik Kaposvár|Ungarn (Details siehe Segmentbericht Zucker, Seite 91f) berichten (Tabelle siehe Seite 58f).

Die einzige Veränderung zum Vorjahr ergibt sich durch einen absoluten Umsatzrückgang in der Wirtschaftstätigkeit 4.13. Im Rahmen dieser sind Teile des am Standort des kombinierten Weizenstärke- und Bioethanolwerkes in Pischelsdorf erzeugten Bioethanols, nämlich jene Bioethanolanteile, die aus den Abfällen der vorgelagerten Weizenstärkeproduktion erzeugt werden, als taxonomiekonform (A.1) einzustufen. Jene Anteile, die aus Futtergetreide erzeugt werden, erfüllen nur die Vorgaben für Taxonomiefähigkeit (A.2), weshalb die erzielten Produktumsätze im Verhältnis der eingesetzen Rohstoffe auf die Kategorien A.1 und A.2 aufgeschlüsselt wurden.

Umsatzanteil/Gesamtumsatz Taxonomiekonform je Ziel Taxonomiefähig je Ziel
CCM 1,7% 5,5%
CCA 0,0% 0,0%
WTR 0,0% 0,0%
CE 0,0% 0,0%
PPC 0,0% 0,0%
BIO 0,0% 0,0%

EU-taxonomiekonforme bzw. -fähige CAPEX/Investitionsausgaben 2023|24

Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Zugängen in Sachanlagevermögen, erworbene und Nutzungsrechte, (Note (17), Seite 123) und immaterielle Vermögenswerte (Note (16), Seite 123) laut Ausweis im Konzernabschluss 2023|24 und wurde auf Basis der delegierten Offenlegungsverordnung gemäß Anhang 1, Punkt 1.1.2.1 berechnet. Investitionen in Sachanlagen beinhalten u.a. auch Anlagen im Bau, da bestimmte Projekte nicht im Laufe des Geschäftsjahres abgeschlossen werden, sondern sich je nach Projektumfang auch über mehrere Geschäftsjahre erstrecken können. In diesen Fällen werden die Projektkosten während der Bauphase als Anlage im Bau kumuliert, bis eine bestimmte Phase des Projektes abgeschlossen ist und die Kosten auf die jeweilig zugehörige Anlageklasse übertragen werden. Dem Zähler wurden jene Anteile der Investitions-ausgaben allokiert, welche im Zuge des Screenings als taxonomiefähig eingestuft wurden und zusätzlich die technischen Bewertungskriterien erfüllen.

Von den Gesamtinvestitionen der AGRANA-Gruppe lagen im Berichtsjahr 16 % (Vorjahr: 13,8 %) im Geltungsbereich der EU-Taxonomie. EU-taxonomiekonforme CAPEX/Investitionsausgaben betrafen im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr 2023|24 Investitionen, die u.a. den Wirtschaftstätigkeiten „4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme“, „5.3. Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungs-systemen“, „5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung“, „6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“, „7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“ im Zähler zuzurechnen sind (Tabelle siehe Seite 60ff). Es gab im Berichtsjahr keine Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen.

Die Veränderung zum Vorjahr besteht im Wegfall von Investitionen im Bereich der Wirtschaftstätigkeit „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“, siehe Tabelle auf Seite 60f, daher wurde im Berichtsjahr kein Schlüssel zur Aufteilung in taxonomiekonforme und -fähige Investitionen angewandt (siehe Umsätze Seite 58f).

CAPEX-Anteil/Gesamt-CAPEX Taxonomiekonform je Ziel Taxonomiefähig je Ziel
CCM 9,1% 16,0%
CCA 0,0% 0,0%
WTR 2,4% 3,3%
CE 0,0% 0,0%
PPC 0,0% 0,0%
BIO 0,0% 0,0%

EU-taxonomiekonforme bzw. -fähige OPEX/Betriebsausgaben 2023|24

Die auf die Bereiche Reparatur und Instandhaltung, Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse, Gebäuderenovierung, Forschung & Entwicklung sowie Training eingeschränkte Definition von OPEX/Betriebs-ausgaben der EU-Taxonomie führte dazu, dass im Berichtsjahr 2023|24 nur 109,2 Mio. € der gesamten OPEX/Betriebsausgaben in den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie und damit Nenner der Kennzahl fielen. Im Zähler wurden jene Anteile der Betriebsausgaben allokiert, welche der Definition des Nenners entsprechen, im Zuge des Screenings als taxonomiefähig eingestuft wurden und die technischen Bewertungskriterien erfüllen.

EU-taxonomiekonforme Betriebsausgaben beschränkten sich auf die Wirtschaftstätigkeit „7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten“, wobei diese Wirtschaftstätigkeit nur OPEX von 11.000 € verursachte. Taxonomiefähige OPEX entfielen auf die Wirtschaftstätigkeiten „5.3. Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungs-systemen“, „6.6. Güterbeförderung im Straßen-verkehr" und „9.1. Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation“ (Tabelle siehe Seite 64f). Die Betriebsausgaben in diesem Bereich werden ausschießlich über das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) erfasst, was eine Doppelzählung bei anderen KPIs verhindert. Die marktnahe Forschung bezog sich v.a. auf die Wirtschaftstätigkeiten „3.17 Herstellung von Kunststoffen in Primärformen“, „4.13 Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“ „5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung“ und „5.3. Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und behandlungssystemen“. Aufgrund der Bündelung aller Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im ARIC wurde auf eine Aufsplittung verzichtet und es wurden alle Betriebsausgaben der Tätigkeit 9.1. zugeordnet. Die Veränderung zum Vorjahr besteht in einem Wegfall der Aktivitäten „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“, „4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme“und „6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“ und ist in der Tabelle auf Seite 64f ersichtlich.# Konzernlagebericht

EU-taxonomiekonforme Umsätze 2023|24

| Kriterien für wesentlichen Beitrag | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | Absoluter Umsatz (3) | Umsatz- anteil, 2023|24 (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umwelt- verschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | | | in Tsd. € | % | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL |
| A. Taxonomiefähige Tätigkeiten | | | | | | | | | | |
| A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | | | | | | | | | | |
| | Herstellung von Kunststoffen in Primärformen | CCM 3.17 | 1.070 | 0,0 % | J | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und flüssigen Biobrennstoffen | CCM 4.13 | 59.674 | 1,6 % | J | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Anaerobe Vergärung von Bioabfällen | CCM 5.7 / CE 2.5 | 1.564 | 0,0 % | J | N/EL | N/EL | N/EL | N | N/EL |
| Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | | | 62.308 | 1,7 % | | | | | | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | | | 0 | 0,0 % | | | | | | |
| Davon Übergangstätigkeiten | | | 0 | 0,0 % | | | | | | |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | | | | | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL |
| | Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und flüssigen Biobrennstoffen | CCM 4.13 | 147.000 | 3,9 % | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | | | 147.000 | 3,9 % | | | | | | |
| Umsatz taxonomie- fähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | | | 209.308 | 5,5 % | | | | | | |
| B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten | | | | | | | | | | |
| Umsatz nicht taxonomie-fähiger Tätigkeiten | | | 3.577.568 | 94,5 % | | | | | | |
| Gesamtumsatz (Summe A + B) | | | 3.786.876 | 100% | | | | | | |

1 Die Berechnung der Prozentsätze taxonomiekonformer bzw. -fähiger Umsätze auf Basis absoluter Beträge in t€ führt zu minimalen Rundungsabweichungen auf 100 %.

Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

| DNSH-Kriterien | Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umwelt- verschmutzung (14) | Kreislauf- wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindest- schutz (17) | Umsatz- anteil, 2022|23 (18) | Kategorie "Ermög- lichende Tätigkei- ten" (19) | Kategorie "Über- gangstätig- keiten" (20) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E T | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,0 % | | |
| | T | J | J | J | J | J | J | 2,7 % | | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,1 % | | |
| | | | | | | | | 2,8 % | | |
| | 0 | 0 | | | | | | | | |
| | | | | | | | | 4,9 % | | |
| | | | | | | | | 4,9 % | | |
| | | | | | | | | 7,7 % | | |

EU-taxonomiekonforme CAPEX/Investitionsausgaben 2023|24

| Kriterien für wesentlichen Beitrag | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | Absoluter CAPEX- Anteil (3) | CAPEX- anteil, 2023|24 (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umwelt- verschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | | | in Tsd. € | % | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL |
| A. Taxonomiefähige Tätigkeiten | | | | | | | | | | |
| A.1 Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform) | | | | | | | | | | |
| | Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Technologie | CCM 4.1 | 96 | 0,1 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen | CCM 4.13 | – | 0,0 % | N | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Installation und Betrieb elektrischer Wärmepumpen | CCM 4.16 | 47 | 0,0 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme | CCM 4.25 | 7.380 | 5,8 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung | CCM 5.1 / WTR 2.1 | 1.459 | 1,1 % | J | N | N | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungssystemen | CCM 5.3 / WTR 2.2 | 1.639 | 1,3 % | J | N | N | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 752 | 0,6 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten | CCM 7.3 | 139 | 0,1 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden | CCM 7.5 | 61 | 0,0 % | J | N | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| CAPEX ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (taxonomiekonform) (A.1) | | | 11.573 | 9,1 % | | | | | | |
| Davon ermöglichende Tätigkeiten | | | 200 | 0,2 % | | | | | | |
| Davon Übergangstätigkeiten | | | 752 | 0,6 % | | | | | | |

1 Die Berechnung der Prozentsätze taxonomiekonformer bzw. -fähiger Investitionen auf Basis absoluter Beträge in t€ führt zu minimalen Rundungsabweichungen auf 100 %.

Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

| DNSH-Kriterien | Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umwelt- verschmutzung (14) | Kreislauf- wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindest- schutz (17) | CAPEX- Anteil, 2022|23 (18) | Kategorie "Ermög- lichende Tätigkei- ten" (19) | Kategorie "Über- gangstätig- keiten" (20) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E T | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,3 % | | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,2 % | | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,0 % | | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 3,4 % | | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,8 % | | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,8 % | | |
| | J | J | J | J | J | J | J | 0,4 % | | |
| | T | J | J | J | J | J | J | 0,6 % | | |
| | E | J | J | J | J | J | J | 0,2 % | | |
| | | | | | | | | 6,8 % | | |

Konzernlagebericht

| Kriterien für wesentlichen Beitrag | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Codes (2) | Absoluter CAPEX- Anteil (3) | CAPEX- anteil, 2023|24 (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umwelt- verschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | | | in Tsd. € | % | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL | EL;N/EL |
| A.2 Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) | | | | | | | | | | |
| | Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Technologie | CCM 4.1 | 853 | 0,7 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen | CCM 4.13 | – | 0,0 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme | CCM 4.25 | 632 | 0,5 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung | CCM 5.1 / WTR 2.1 | – | 0,0 % | EL | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Bau, Erweiterung und Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungssystemen | CCM 5.3 / WTR 2.2 | 1.042 | 0,8 % | EL | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Güterbeförderung im Eisenbahnverkehr | CCM 6.2 | 645 | 0,5 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen | CCM 6.5 | 1.342 | 1,1 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Güterbeförderung im Straßenverkehr | CCM 6.6 | 22 | 0,0 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten | CCM 7.3 | 4.108 | 3,2 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| | Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden | CCM 7.5 | 103 | 0,1 % | EL | EL | N/EL | N/EL | N/EL | N/EL |
| CAPEX taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonform) (A.2) | | | 8.747 | 6,9 % | | | | | | |
| CAPEX taxonomie- fähiger Tätigkeiten (A.1 + A.2) | | | 20.319 | 16,0 % | | | | | | |
| B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten | | | | | | | | | | |
| CAPEX nicht taxonomie-fähiger Tätigkeiten | | | 106.949 | 84,0 % | | | | | | |
| Gesamt-CAPEX (Summe A + B) | | | 127.268 | 100% | | | | | | |

Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

| DNSH-Kriterien | Klimaschutz (11) | Anpassung an Klimawandel (12) | Wasser (13) | Umwelt- verschmutzung (14) | Kreislauf- wirtschaft (15) | Biologische Vielfalt (16) | Mindest- schutz (17) | CAPEX- Anteil, 2022|23 (18) | Kategorie "Ermög- lichende Tätigkei- ten" (19) | Kategorie "Über- gangstätig- keiten" (20) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | J/N | % | E T | |
| | 0,0 % | | | | | | | | | |
| | 0,5 % | | | | | | | | | |
| | 0,0 % | | | | | | | | | |
| | 0,1 % | | | | | | | | | |
| | 0,3 % | | | | | | | | | |
| | 0,0 % | | | | | | | | | |
| | 0,2 % | | | | | | | | | |
| | 0,1 % | | | | | | | | | |
| | 5,9 % | | | | | | | | | |
| | 0,0 % | | | | | | | | | |
| | 6,9 % | | | | | | | | | |
| | 13,8 % | | | | | | | | | |

Konzernlagebericht

EU-taxonomiekonforme OPEX/Betriebsausgaben 2023|24

| Kriterien für wesentlichen Beitrag | Wirtschaftstätigkeiten (1) | Code (2) | Absoluter OPEX- Anteil (3) | OPEX- Anteil, 2023|24 (4) | Klimaschutz (5) | Anpassung an Klimawandel (6) | Wasser (7) | Umwelt- verschmutzung (8) | Kreislauf- wirtschaft (9) | Biologische Vielfalt (10) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | | | in Tsd. € | % | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL | J;N;N/EL |
| A.# Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023|24 (1. März 2023 bis 29. Februar 2024) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Eine detaillierte Übersicht der Zu- und Abgänge im Konsolidierungskreis ist im Konzernanhang (Seite 133ff) zu finden. Insgesamt wurden 54 Unternehmen (28. Februar 2023: 55 Unternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (28. Februar 2023: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Umsatz- und Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2023|24

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung (verkürzt) | % / pp |
| :--------------------------------------------------------------------------- | :-------- | :-------- | :--------------------- | :----- |
| Umsatzerlöse | t€ | 3.786.876 | 3.637.442 | 4,1 % |
| EBITDA¹ | t€ | 291.078 | 277.143 | 5,0 % |
| Operatives Ergebnis | t€ | 176.662 | 158.433 | 11,5 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts- unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | t€ | 1.392 | 18.657 | –92,5 %|
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ | –27.043 | –88.830 | 69,6 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ | 151.011 | 88.260 | 71,1 % |
| EBIT-Marge | % | 4,0 | 2,4 | 1,6 pp |
| Finanzergebnis | t€ | –53.309 | –26.542 | –100,8 %|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | t€ | 97.702 | 61.718 | 58,3 % |
| Ertragsteuern | t€ | –28.349 | –37.035 | 23,5 % |
| Konzernergebnis | t€ | 69.353 | 24.683 | 181,0 %|
| davon Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | t€ | 64.925 | 15.816 | 310,5 %|
| Ergebnis je Aktie | € | 1,04 | 0,25 | 316,0 %|

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2023|24 mit 3.786,9 Mio. € leicht über dem Vorjahr, wobei der Anstieg auf angepasste Preise in den Segmenten Frucht und Zucker zurückzuführen war bei konzernweit insgesamt leicht rückläufigen Mengen.

  • Umsatz nach Segmenten 2023|24
  • Umsatz nach Segmenten 2022|23
  • 67,6 % (Vorjahr: 68,0 %) des Konzernumsatzes wurden von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet.
  • Umsatz nach Regionen 2023|24 nach Sitz der Gesellschaft

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug 2023|24 betrug 151,0 Mio. € und lag damit sehr deutlich über dem Vorjahreswert von 88,3 Mio. €. Der Anstieg ist neben der verbesserten operativen Performance auch auf den Basiseffekt des Ergebnisses aus Sondereinflüssen in Höhe von –88,8 Mio. € im Vorjahr, v.a. bedingt durch Wertminderungen primär auf Goodwill im Segment Frucht, zurückzuführen. Details dazu sind im Segmentbericht Frucht (Seite 74f) sowie im Konzernanhang (Seite 129f) zu finden.

Im Segment Frucht stieg das EBIT sowohl aufgrund des Wegfalls der angesprochenen vorjährigen Goodwillabschreibung als auch dank einer besseren operativen Performance sowohl im Fruchtzubereitungsgeschäft als auch im Fruchtsaftkonzentratgeschäft auf 60,2 Mio. € (Vorjahr: –38,5 Mio. €). Ein gegenüber der Vergleichsperiode markant schwächeres Ethanolergebnis war im Segment Stärke ein Hauptgrund für den deutlichen EBIT-Rückgang auf 50,4 Mio. € (Vorjahr: 80,2 Mio. €). Im Segment Zucker führte primär ein niedriger Ergebnisbeitrag des AGRANA-STUDEN-Joint Ventures zu einem Rückgang des Ergebnisses der Betriebstätigkeit auf 40,4 Mio. € (Vorjahr: 46,6 Mio. €). Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und das Stärke- und Zucker-EBIT beeinflussen, sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.

Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2023|24 –53,3 Mio. € (Vorjahr: –26,5 Mio. €), wobei die negative Veränderung v.a. aus einem verschlechterten Zinsergebnis, aber auch einem schwächeren Währungsergebnis (inklusive Zinsanteil Devisenswaps) resultierte.

Finanzergebnis 2023|24

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung | % |
| :------------- | :-------- | :-------- | :---------- | :--- |
| Zinsergebnis | t€ | –32.325 | –12.417 | –160,3 %|
| Währungsergebnis | t€ | –18.382 | –10.345 | –77,7 %|
| Beteiligungsergebnis | t€ | 63 | 29 | 117,2 %|
| Sonstiges Finanzergebnis | t€ | –2.665 | –3.809 | 30,0 % |
| Summe | t€ | –53.309 | –26.542 | –100,8 %|

Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg von 61,7 Mio. € im Vorjahr sehr deutlich auf 97,7 Mio. €. Nach einem Steueraufwand von 28,3 Mio. €, dem eine Steuerquote (Details zur Steuerquote und zur Ertragsteuerüberleitung siehe Konzernanhang, Seite 158f) von 29,0 % (Vorjahr: 60,0 %) entspricht, betrug das Konzernergebnis 69,4 Mio. € (Vorjahr: 24,7 Mio. €). Das den Aktionärinnen und Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei 64,9 Mio. € (Vorjahr: 15,8 Mio. €), das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg auf 1,04 € (Vorjahr: 0,25 €).

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023|24 investierte AGRANA in Summe 127,3 Mio. € und damit um 24,4 Mio. € mehr als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen damit über den operativen Abschreibungen und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

Investitionen¹ 2023|24

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung | % / pp |
| :-------------------- | :-------- | :-------- | :---------- | :----- |
| Segment Frucht | t€ | 50.822 | 37.679 | 34,9 % |
| Segment Stärke | t€ | 42.110 | 30.985 | 35,9 % |
| Segment Zucker | t€ | 34.336 | 34.252 | 0,2 % |
| Konzern | t€ | 127.268 | 102.916 | 23,7 % |
| Operative Abschreibungen | t€ | 114.416 | 118.710 | –3,6 % |
| Investitionsdeckung | % | 111,2 | 86,7 | 28,3 % |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Die Investitionsschwerpunkte lagen über alle Segmente hinweg in den Bereichen Energieeffizienz und Verbesserung der Produktqualität. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Geschäftsbereiche sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.

  • Investitionen nach Segmenten 2023|24

Cashflow

Konzern-Geldflussrechnung 2023|24

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung (verkürzt) | % |
| :---------------------------------------------- | :-------- | :-------- | :--------------------- | :---- |
| Cashflow aus dem Ergebnis | t€ | 316.335 | 282.343 | 12,0 %|
| Veränderungen des Working Capital | t€ | –46.088 | –259.225 | 82,2 %|
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | t€ | –30.031 | –21.228 | –41,5 %|
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | t€ | 240.216 | 1.890 | 12.609,8 %|
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | t€ | –110.980 | –88.994 | –24,7 %|
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | t€ | –139.334 | 107.219 | –230,0 %|
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | t€ | –10.098 | 20.115 | –150,2 %|
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | t€ | –6.457 | 1.941 | –432,7 %|
| Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand | t€ | –13.682 | –7.306 | –87,3 %|
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | t€ | 118.343 | 103.593 | 14,2 %|
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | t€ | 88.106 | 118.343 | –25,6 %|
| Free Cashflow¹ | t€ | 129.236 | –87.104 | 248,4 %|

¹ Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg v.a. aufgrund des sehr deutlich besseren Konzernergebnisses um 34,0 Mio. € auf 316,3 Mio. €. Nach einem gegenüber der Vergleichsperiode vorrats- und forderungsbedingt wesentlich niedrigeren Aufbau des Working Capital um 46,1 Mio. € (Vorjahr: Aufbau um 259,2 Mio. €) wurde ein Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 240,2 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) ausgewiesen. Der Cash-Abfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich aufgrund gestiegener Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf 111,0 Mio. € (Vorjahr: Abfluss von 89,0 Mio. €). Neben einer höheren Dividendenauszahlung führte der Abbau von kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten zu einem Cash-Abfluss aus Finanzierungstätigkeit von 139,3 Mio. € (Vorjahr: Cash-Zufluss von 107,2 Mio. €, v.a. aufgrund der Platzierung eines ESG-linked Schuldscheindarlehens). Der Free Cashflow verbesserte sich auf 129,2 Mio. € (Vorjahr: –87,1 Mio. €).# Vermögens- und Finanzlage

Konzern-Bilanz (verkürzt)

29.02.2024 28.02.2023 Veränderung % / pp
Langfristige Vermögenswerte (t€) 1.031.166 1.041.010 –0,9 %
Kurzfristige Vermögenswerte (t€) 1.858.255 1.962.065 –5,3 %
Summe Aktiva (t€) 2.889.421 3.003.075 –3,8 %
Eigenkapital (t€) 1.248.430 1.256.569 –0,6 %
Langfristige Schulden (t€) 628.680 658.302 –4,5 %
Kurzfristige Schulden (t€) 1.012.311 1.088.204 –7,0 %
Summe Passiva (t€) 2.889.421 3.003.075 –3,8 %
Nettofinanzschulden (t€) 636.083 684.895 –7,1 %
Gearing² (%) 51,0 54,5 –3,6 pp
Eigenkapitalquote (%) 43,2 41,8 1,4 pp

² Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Bei einer im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunkenen Bilanzsumme zum 29. Februar 2024 von 2.889,4 Mio. € (28. Februar 2023: 3.003,1 Mio. €) lag die Eigenkapitalquote bei 43,2 % (28. Februar 2023: 41,8 %). Der Wert der langfristigen Vermögenswerte war mit 1.031,2 Mio. € aufgrund der über den Investitionen liegenden Abschreibungen leicht rückläufig. Die kurzfristigen Vermögenswerte (1.858,2 Mio. €) gingen moderat zurück; sowohl Vorräte als auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden abgebaut.

Bilanzstruktur zum 29. Februar 2024

Mio. €
Auf der Passivseite gingen die langfristigen Schulden (628,7 Mio. €) aufgrund des Abbaus von Finanzverbindlichkeiten moderat zurück.
Die kurzfristigen Schulden (1.012,3 Mio. €) sanken ebenfalls, wobei neben niedrigeren Lieferverbindlichkeiten primär reduzierte Finanzverbindlichkeiten zu diesem Abbau führten.
Die Nettofinanzschulden zum 29. Februar 2024 lagen mit 636,1 Mio. € um 48,8 Mio. € unter dem Wert des Bilanzstichtages 2022 23.
Das Gearing zum Stichtag sank folglich auf 51,0 % (28. Februar 2023: 54,5 %).

Nettofinanzschulden und Gearing

Zur Stärkung des langfristigen Finanzierungsportfolios hat die AGRANA-Gruppe im Jänner 2024 eine endfällige Bankenfinanzierung in Höhe von 50 Mio. € mit einer Laufzeit bis Januar 2029 aufgenommen.

Konzernlagebericht

Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente

Umsatzerlöse im Segment Frucht (Mio. €)

EBIT im Segment Frucht (Mio. €)

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen 2023|24 mit 1.566,9 Mio. € um 5,7 % über dem Vorjahreswert. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze primär preis- aber auch mengenbedingt moderat. Im Fruchtsaftkonzentratgeschäft waren die Umsatzerlöse leicht rückläufig; geringere Ausliefermengen konnten dabei durch höhere Verkaufspreise nicht zur Gänze kompensiert werden. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 41,4 % (Vorjahr: 40,7 %). Das EBIT im Segment betrug 60,2 Mio. € (Vorjahr: –38,5 Mio. €). Im zweiten Halbjahr 2023|24 wurde als Teil des EBITs in zwei Etappen ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 24,7 Mio. €, v.a. aufgrund zahlungsunwirksamer Wertminderungen auf Assets in Asien (massive Eintrübung des Marktumfeldes) und Ungarn (Stilllegung des Karottenverarbeitungswerkes), verbucht. Im Vorjahr wurde nach einer Werthaltigkeitsprüfung zum 31. August 2022 ein Impairment auf Goodwill (und Assets), primär aufgrund gestiegener Kapitalkosten, im Ergebnis aus Sondereinflüssen verbucht. Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen werden im Segmentbericht (Seite 74f) und im Konzernanhang (Seite 129f) näher erläutert. Bei Fruchtzubereitungen lag das operative Ergebnis sehr deutlich über dem Vorjahreswert. Die Verbesserung war v.a. auf eine positive Geschäftsentwicklung in den Regionen Europa (inklusive Ukraine), Nordamerika und Russland zurückzuführen. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnte eine weitere operative Ergebnissteigerung gegenüber dem bereits sehr guten Vorjahreszeitraum verzeichnet werden. Dies war v.a. auf die verbesserten Deckungsbeiträge bei Apfelsaftkonzentrat aus der Ernte 2022 zurückzuführen. Darüber hinaus trugen verbesserte Deckungsbeiträge aus dem Mehrwertgeschäft (u.a. Getränkegrundstoffe) zur positiven Entwicklung bei. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 74f) angeführt.

Umsatzerlöse im Segment Stärke (Mio. €)

EBIT im Segment Stärke (Mio. €)

Die Umsatzerlöse des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2023|24 betrugen 1.148,7 Mio. € zurück. Sie lagen damit um 11,2 % unter dem Wert des Vergleichszeitraumes, in dem der Krieg in der Ukraine zu massiven Preissteigerungen auf den Märkten führte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war aufgrund gesunkener Energie- und Rohstoffpreise sukzessive eine Normalisierung der Marktpreise zu beobachten, mit Auswirkungen auf die Verkaufspreise des Großteils des Stärkeproduktportfolios. Die Umsatzrückgänge aus mengenbedingten Effekten waren etwa gleich hoch. Im Ethanolgeschäft orientieren sich die Verkaufspreise an den Platts-Notierungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Volatilität an den Ethanolmärkten wieder extrem hoch. Die Jahresdurchschnittsnotierung lag mit 741 € pro m3 etwa ein Viertel unter den Vorjahresvergleichswert. Die Nebenproduktumsatzerlöse (inklusive sonstige Produkte) waren in Analogie zu den Rohstoffpreisen rückläufig, wobei bei den Hochproteinen der Verkaufspreisrückgang erst verzögert feststellbar war. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 30,3 % (Vorjahr: 35,6 %). Das EBIT im Segment Stärke lag mit 50,4 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Ein Hauptgrund dafür war der sehr deutlich niedrigere Ergebnisbeitrag der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe (1,9 Mio. €; Vorjahr: 11,0 Mio. €). Einerseits erfolgte im ungarischen Joint Venture eine hochpreisige Eindeckung mit Rohstoffen und Energie und diese deutlich höheren Kosten konnten nicht ausreichend in Form angepasster Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben werden. Andererseits gab es einen signifikanten Rückgang bei den Absatzmengen und folglich eine Minderauslastung der Kapazitäten. Primär der aufgrund deutlich gesunkener Platts-Notierungen margenschwache Geschäftsbereich Ethanol belastete das operative Ergebnis des Segmentes Stärke. Ab dem vierten Quartal 2023|24 wurden auch bei den Stärkeprodukten aufgrund des gestiegenen Verkaufspreisdrucks am Markt sinkende Margen verzeichnet. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 81f) angeführt.

Umsatzerlöse im Segment Zucker (Mio. €)

EBIT im Segment Zucker (Mio. €)

Im Segment Zucker stiegen die Umsatzerlöse 2023|24 um 24,3 % deutlich auf 1.071,3 Mio. €. Zu dieser positiven Entwicklung führten – trotz geringerer Absätze – deutlich gestiegene Zuckerverkaufspreise. Die Preisentwicklung war sowohl im Retailgeschäft als auch im Industriebereich sehr positiv. Die Umsatzerlöse mit Nebenprodukten lagen trotz höherer Verkaufsmengen leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 28,3 % (Vorjahr: 23,7 %). Das operative Ergebnis im Segment Zucker konnte zwar trotz markant gestiegener Rübenpreise verbessert werden, ein sehr deutlich niedrigerer Ergebnisbeitrag aus Gemeinschaftsunternehmen (Veränderung gegenüber Vorjahr: –8,0 Mio. €) sowie ein negatives Ergebnis aus Sondereinflüssen in Zusammenhang mit Abfindungszahlungen (Veränderung gegenüber Vorjahr: –3,2 Mio. €) führten aber zum EBIT-Rückgang von 13,3 % auf 40,4 Mio. €. Bei der nach der Equity-Methode einbezogenen AGRANA-STUDEN-Gruppe lag der Ergebnisbeitrag mit 1,7 Mio. € sehr deutlich unter dem historisch hohen Vorjahreswert (9,9 Mio. EUR). Gründe dafür waren ein höherer Verkaufsanteil an Handelsware Zucker mit niedrigerer Marge sowie die Minderauslastung der Raffinerie in Bosnien und Herzegowina. Der „at-equity“-Ergebnisanteil der Beta Pura GmbH, Wien, lag bei –2,2 Mio. € (Vorjahr: –2,3 Mio. €). Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 87f) angeführt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

Segment Frucht

Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgen durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.

Geschäftsentwicklung Segment Frucht

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung % / pp |
| :----------------------------- | :--- | :--- | :----------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) (t€) | 1.567.940 | 1.482.895 | 5,7 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten (t€) | –1.086 | –964 | –12,7 % |
| Umsatzerlöse (t€) | 1.566.854 | 1.481.931 | 5,7 % |
| EBITDA¹ (t€) | 125.712 | 94.460 | 33,1 % |
| Operatives Ergebnis (t€) | 84.946 | 51.241 | 65,8 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen (t€)| –24.699 | –89.731 | 72,5 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) (t€) | 60.247 | –38.490 | 256,5 % |
| EBIT-Marge (%) | 3,8 | –2,6 | 6,4 pp |
| Investitionen² (t€) | 50.822 | 37.679 | 34,9 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 5.720 | 5.677 | 0,8 % |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um rund 8 %, was primär auf Preissteigerungen aber auch auf erhöhte Verkaufsvolumina zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden v.a. in den Regionen Europa (inklusive Ukraine), Mexiko und Russland verzeichnet. Einen signifikanten Umsatzrückgang gab es in Argentinien, welcher bei leicht gestiegenen Mengen aber ausschließlich auf die Währungsumrechnung zurückzuführen war.# 74 Konzernlagebericht

Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien

Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Verkaufsmengen im strategisch bedeutenden Geschäftsbereich „Beyond“ (Eiscreme und Food Service), während die Mengen im Kerngeschäftsbereich Produkte für die Molkereiindustrie (rund 80 % der verkauften Fruchtzubereitungsmengen) stabil blieben.

Umsatz nach Produktgruppen 2023|24

Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag sehr deutlich über dem Vorjahresergebnis. Die Ergebnisverbesserung kam v.a. aus den Regionen Europa inklusive Ukraine (aus geringeren Rohstoff- und Energiekosten), Nordamerika (geringere Kosten, gute Margen) und Russland (gute Mengen und Margen).

Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –20,8 Mio. €, primär aufgrund einer Wertminderung von Anlagevermögen in Asien, wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen aus. Dieses Impairment war auf die weiter angespannte Geschäftsentwicklung in Asien zurückzuführen. Im Vorjahr wurde eine vergleichsweise viel größere Wertminderung verbucht, als v.a. rasant gestiegene Kapitalkosten eine Werthaltigkeitsprüfung für die Cash Generating Unit Frucht im zweiten Quartal 2022|23 auslösten. Dabei wurden zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Goodwill (-88,3 Mio. €) und auf Assets (-2,8 Mio. €) verbucht. Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind auch im Konzernanhang, Seite 129f, angeführt.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen mengenbedingt geringfügig unter dem Vorjahreswert. Aufgrund der Auslieferung der Apfelsaftkonzentrate aus der Ernte 2022 mit historisch hohen Deckungsbeiträgen konnte das bereits sehr hohe operative Ergebnis aus dem Vorjahr sogar leicht übertroffen werden. Auch der Added Value-Bereich (Getränkegrundstoffe, Aromen etc.) entwickelte sich sehr positiv.

Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –3,9 Mio. € wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtsaftkonzentrate aus. Einerseits löste die schwierige ökonomische Lage in China eine Wertminderung auf die Assets des dortigen Juice-Standortes aus (–3,2 Mio. €), andererseits wurde das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn nach der Ernte 2023 stillgelegt und eine Teilabschreibung in Höhe von 1,4 Mio. € verbucht, nachdem sich die Rohwarensituation für Karottensaftkonzentrat massiv verschlechtert hatte. Positiv auf das Ergebnis aus Sondereinflüssen (+0,7 Mio. €) wirkte sich die Auflösung einer kriegsbedingten Wertberichtigung auf Umsatzsteuerforderungen aus, nachdem diese beglichen wurden.

Marktumfeld

Die global angespannte wirtschaftliche Situation und multiple Krisen dämpfen die Marktentwicklung bei Fruchtjoghurts (Hauptabsatzmarkt für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen). Analysen von Euromonitor im Februar 2024 zeigten für das Kalenderjahr 2023 weltweit einen stagnierenden Markt (+0,1 % Wachstumsrate gegenüber 2022). Während die Fruchtjoghurt-Märkte in Asien (–2,9 % p.a.) und in Westeuropa (–1,5 % p.a.) rückläufig waren, entwickelten sich die Mengen in Osteuropa (+1,8 % p.a.) und Lateinamerika (+2,2 % p.a.) positiv.

Für das Kalenderjahr 2024 wird global eine ähnliche Marktsituation erwartet, mit einer nur leicht positiven Wachstumsrate von 0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Bis 2028 wird in den Folgejahren ein jährliches durchschnittliches Mengenwachstum von 0,5 % erwartet.

Die Nischenkategorie der pflanzlichen Joghurtalternativen hat sich im Kalenderjahr 2023 mit einem Mengenwachstum von 3,7 % positiv entwickelt. Auch längerfristig soll dieses Segment bis 2028 jährlich im Durchschnitt um 3,4 % wachsen.

Neben Joghurt sind für die Diversifizierung des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen v.a. die Absatzmärkte Eiscreme und Food Service relevant. Der globale Eiscrememarkt ist laut Euromonitor per Februar 2024 im Kalenderjahr 2023 leicht (+0,7 %) gewachsen und soll 2024 mit +1,2 % etwas stärker wachsen. Bis 2028 wird dann mit einem jährlichen Durchschnittsmengenwachstum von 1,3 % p.a. gerechnet.

Im Bereich Food Service sind v.a. Quick Service Restaurants (QSR) und Coffee & Tea Shops wichtige Absatzmärkte für AGRANA. Laut aktuellen Prognosen von GlobalData ist die Mengenentwicklung in diesen Bereichen sehr positiv mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,8 % bei QSR und 4,6 % bei Coffee & Tea Shops bis 2028.

Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttreiber am Markt sind Genuss, Leistbarkeit, Convenience, Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Gesundheit.

Die anhaltend volatile Marktsituation bremst teilweise die Experimentierfreudigkeit von Konsumenten. Spürbar wird dies durch weniger neue Produkteinführungen am Markt und der Tendenz zu bekannten Geschmacksrichtungen. Im Food Service-Bereich bleiben die Konsumenten experimentierfreudiger und die Einführung von zeitlich begrenzten Angeboten („Limited Editions“) nimmt zu. Hier sind v.a. saisonal abgestimmte Produkte gefragt.

Das Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist weiterhin vom Trend zu direkt gepressten 100 %-Säften einerseits und niedrigeren Fruchtsaftanteilen in Getränken andererseits geprägt. Somit steigt der Bedarf an Getränkegrundstoffen mit reduzierten Fruchtsaftgehalten. Diesem Trend folgt AGRANA mit der strategischen Ausrichtung auf die verstärkte Produktion von Getränkegrundstoffen und natürlichen Aromen.

Bei Fruchtsaftkonzentraten bewegten sich die Kundenabrufe im Geschäftsjahr 2023|24 auf einem normalen Niveau. Die Verträge betreffend Apfelsaftkonzentratmengen und Buntsaftkonzentrate aus der Ernte 2023 konnten mit sehr guten Deckungsbeiträgen verschlossen werden. An das historisch hohe Deckungsbeitragsniveau des Vorjahres konnte jedoch nicht angeknüpft werden.

Die Absätze und Deckungsbeiträge im Added Value-Geschäft entwickelten sich sehr positiv. Die gesetzten Wachstumsziele konnten trotz geringerer Absatzmengen aufgrund verbesserter Deckungsbeiträge erreicht werden.

Logistische Herausforderungen wie hohe Transportkosten und geringe Containerverfügbarkeit, die seit der COVID-19-Pandemie das exportlastige Konzentratgeschäft überdurchschnittlich beeinflussten (insbesondere für Transporte in die USA), haben sich im Geschäftsjahr 2023|24 weiter entspannt.

Rohstoff und Produktion

Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden im Bereich Fruchtzubereitungen rund 336.000 Tonnen Rohstoffe eingekauft (Vorjahr: 340.000 Tonnen). Der verringerte Rohstoffeinsatz ist hauptsächlich auf einen reduzierten Bedarf in den chinesischen Werken zurückzuführen, bedingt durch den rückläufigen Joghurtmarkt in China. Die durchschnittlichen Rohstoffpreise für Früchte und Ingredienzien lagen insgesamt leicht unter dem Vorjahr. Höhere Preise bei Zucker wurden durch Preisreduktionen bei Früchten und Stabilisatoren kompensiert.

Bei Erdbeere als der mengenmäßig wichtigsten Frucht im Fruchtzubereitungsgeschäft wurde die globale Bedarfsmenge von rund 50.000 Tonnen zu leicht niedrigeren Preisen als im Vorjahr kontrahiert. Im vierten Kalenderquartal 2023 haben die Ernten in den Anbaugebieten mit mediterranem Klima – Ägypten, Marokko sowie Mexiko – begonnen. Aufgrund reduzierter Anbauflächen in Marokko zeichnet sich eine geringere Rohstoffverfügbarkeit ab mit folglich leicht höheren Durchschnittspreisen als im Vorjahr. Für die Ernte in Mexiko werden stabile Volumina und Preise erwartet.

Die zweithöchste Verarbeitungsmenge bei der Erzeugung von Fruchtzubereitungen entfiel mit rund 18.000 Tonnen auf Pfirsich. In den europäischen Hauptbeschaffungsmärkten wurden durchschnittliche Ernteerträge erzielt, während die Ernte in China witterungsbedingt unter den Erwartungen blieb. Preiserhöhungen bei Rohmaterial wurden durch gesunkene Frachtkosten kompensiert, wodurch die Einkaufspreise geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres lagen.

Eine positive Entwicklung war bei Himbeeren und Heidelbeeren zu verzeichnen, wo gute Ernteerträge in den wichtigsten europäischen und nordamerikanischen Anbaugebieten zu deutlichen Preisrückgängen bei Tiefkühlware führten. Bei tropischen Früchten lagen die Einkaufspreise für Mangos aus den Sommerernten 2023 aufgrund rückläufiger Frachtkosten aus Asien unter dem Vorjahresniveau. Für die im vierten Kalenderquartal 2023 neu gestartete Mangoernte in Vietnam zeichnet sich aufgrund verringerter Rohstoffverfügbarkeit ein moderater Preisanstieg ab.

Die Apfelernte 2023 im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate fiel aufgrund einer geringeren Rohstoffverfügbarkeit in Polen und China etwas schwächer als im Vorjahr aus. Am ukrainischen Standort konnte trotz der erschwerten Bedingungen eine durchschnittliche Apfelmenge verarbeitet werden. Aufgrund der hohen Verarbeitungsmengen an roten Beeren aus der Ernte 2022 war der Buntsaftkonzentratbedarf 2023|24 signifikant niedriger als in einem durchschnittlichen Jahr; dementsprechend wurden in der Kampagne 2023 um rund 30 % weniger rote Beeren verarbeitet.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

Für Rohstoffe aus konventionellem Anbau werden im Fruchtzubereitungsbereich das Farm Sustainability Assessment (FSA) bzw. Programme, die im Rahmen des Benchmarking-Systems der Sustainable Agriculture Initiative Platform FSA-äquivalent sind (Details siehe Seite 44f), zur Dokumentation der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien herangezogen. Im Berichtsjahr 2023|24 verfügten 22,5 % (Vorjahr: 20,8 %) der von der Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS) für den Bereich Fruchtzubereitungen beschafften Rohstoffe (Früchte und andere Ingredienzien) über einen gültigen Nachhaltigkeitsnachweis laut Definition der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Von den weltweit verarbeiteten Früchten hielten 18,5 % einen Nachhaltigkeitsnachweis (Vorjahr: 13,9 %), der Großteil davon entfiel auf Früchte, die eine FSA-Verifizierung mit zumindest Silber-Status bzw.# Konzernlagebericht

Fruchtbeschaffung und Nachhaltigkeit

eine äquivalente Zertifizierung nach einem internationalen Standard hielten. Im Rahmen der Strategie 2025|26 des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen, soll der Anteil verarbeiteter Früchte mit Nachhaltigkeitsnachweis auf 26 % gesteigert werden. Um ihre Lieferanten bezüglich der Einhaltung sozialer Aspekte zu bewerten, lädt die AGRANA- 76 Konzernlagebericht Fruchtbeschaffungsgesellschaft neue Lieferanten zur Teilnahme an der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) ein (Details zu SEDEX siehe Seite 51). Am Ende des Berichtsjahres lagen dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen SEDEX-Daten und gegebenenfalls Audit-Dokumente zu rund 85,3 % (Vorjahr: 75 %) des verarbeiteten Rohstoffvolumens vor. Bis 2025|26 plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen, mindestens für 90 % des jeweils jährlich verarbeiteten Fruchtvolumens valide SEDEX-Daten zur Lieferantenbewertung zu erhalten.

Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, da ein Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Sammelstellen von Händlern bezogen wird. Dies ist die Folge historisch gewachsener regionaler Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen, auch um Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam mit den Anbauern verbessern zu können.

Seit dem Geschäftsjahr 2018|19 ist AUSTRIA JUICE Mitglied des Sustainable Juice Covenant, einer globalen Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Beschaffung, Produktion und den Handel mit frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Konzentraten bis zum Jahr 2030 100 % nachhaltig zu gestalten. Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern. In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten (Re-Sorten), für deren Kultivierung rund 60 % weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperiode erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien. 2007 wurde ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau in Polen gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten erntebedingt im Berichtsjahr rund 16 % (Vorjahr: 11 %) der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.

Im Bereich des Vertragsanbaus bedient sich AUSTRIA JUICE des von der SAI Platform angebotenen FSA-Fragebogens (Details siehe Seite 44f) zur Dokumentation nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien ihrer Lieferbetriebe. Im Berichtsjahr unterzogen sich ungarische Vertragslieferanten von Äpfeln, Sauerkirschen und Holunder sowie Karotten der verpflichtenden Beantwortung des FSA-Fragebogens und den externen Audits nach Vorgaben der SAI Platform. Im Rahmen des dreijährigen Audit-Turnus werden im Geschäftsjahr 2024|25 polnische Vertragslieferanten externen Audits unterzogen. Daneben darf im Rahmen des Benchmarkings der FSA-Anforderungen gegenüber den nationalen Gesetzgebungen von z.B. Polen, Spanien und Ungarn in Kombination mit einer Zertifizierung nach dem Global GAP-Standard FSA-Silber-Status Äquivalenz ausgelobt werden. In Summe kann AUSTRIA JUICE damit nach der Berechnungsmethodik des Sustainable Juice Covenant, basierend auf der jeweiligen Saftstärke nach der European Fruit Juice Association (AIJN), für rund 42 % (Vorjahr: 33 %) ihrer verarbeiteten Rohstoffmenge mindestens FSA-Silber-Status bzw. -Äquivalent ausloben.

Regenerative Landwirtschaft im Fruchtanbau

AGRANAs Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen setzte im Geschäftsjahr 2023|24 seine Pilotprojekte zu regenerativer Landwirtschaft mit einem Heidelbeerproduzenten in Kanada und einem Erdbeererzeuger in Mexiko fort. Die Produktion von Heidelbeeren in Kanada in regenerativer Landwirtschaft wurde erfolgreich durch den Partnerlieferanten weiter betrieben. Der Fokus der AGRANA-Agronomen lag auf der Pilotfarm für regenerativen Anbau für Erdbeeren in Mexiko. Gemeinsam mit einem mexikanischen Implementierungspartner wurde das Projekt mit fünf Produzenten im Juli 2023 gestartet. Das Team führte zu Projektbeginn grundlegende Bewertungen von Boden, Wasser und anderen Parametern durch. Die Bewertungen ergaben Verbesserungspotential beim Umgang mit landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, bei der Optimierung der Wassernutzung sowie der Verbesserung der Bewässerungstechniken. Die involvierten Landwirte wurden sich der Notwendigkeit von Veränderungen bewusst und sind bereit, gemeinsam mit AGRANA regenerative Landwirtschaftsmethoden zu entwickeln. Das Projekt lieferte bereits konkrete Erfolge. Nach nur wenigen Monaten konnten die teilnehmenden Betriebe neben höheren Erdbeererträgen auch deutliche Kosteneinsparungen durch den verringerten Einsatz von Dünge- und Spritzmitteln erzielen. Für das Geschäftsjahr 2024|25 plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen eine Ausweitung des Projekts auf weitere Produzenten.

Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Gegenüber dem Vorjahr stabile Produktionsmengen im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen sowie im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate führten zu einem im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls stabilen absoluten Energieeinsatz (Scope 1+2) im Berichtsjahr 77 Segment Frucht von rund 2,17 Mio. GJ (netto nach Intrasegment-Energieverkäufen) im Segment Frucht. Der durchschnittliche spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne Produktoutput im Segment Frucht lag mit 2,45 GJ auf Vorjahresniveau. Durch den Umstieg auf erneuerbaren Strom an mehreren Standorten sanken die absoluten Emissionen (Scope 1+2) im Segment Frucht um rund 8,6 % auf rund 128.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt reduzierten sich dadurch ebenfalls um 9,4 % auf 144 kg CO2 pro Tonne Produktoutput. Auch das Segment Frucht wird im Rahmen der gruppenweiten AGRANA-Klimastrategie (Details, siehe Seite 48f) seine Emissionen im Ausmaß der wissenschaftsbasierten Klimaziele weiter reduzieren.

Wasserverbrauch in der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

| Segment Frucht | 2023|24 | 2022|23 | 2021|22 |
|---|---|---|---|
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 3,9 | 3,9 | 3,9 |
| Wasserabgabe | 3,6 | 3,6 | 3,7 |
| Wasserverbrauch | 0,3 | 0,3 | 0,2 |

| Segment Frucht | 2023|24 | 2022|23 | 2021|22 |
|---|---|---|---|
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 4,45 | 4,47 | 4,25 |
| Wasserabgabe | 4,05 | 4,04 | 4,03 |
| Wasserverbrauch | 0,40 | 0,43 | 0,22 |

¹ Geringfügige Abweichung durch Rundungsdifferenzen

78 Konzernlagebericht

Die im Berichtsjahr 2022|23 überarbeitete Risikoanalyse zu Wasserentnahme und -abgabe mithilfe des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas (Details siehe Seite 49f) an AGRANA-Produktionsstandorten zeigte ein potenziell hohes Wasserrisiko an zehn Standorten des Bereiches Fruchtzubereitungen und drei Standorten des Geschäftsbereiches Fruchtsaftkonzentrate. Weder im Bereich Fruchtzubereitungen noch im Bereich Fruchtsaftkonzentrate bestehen derzeit tatsächliche operative, die Standorte betreffende bzw. von ihnen ausgelöste Risiken für weitere Wasseranrainer. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird v.a. bei der Produktion von Apfelsaftkonzentraten, das in den Früchten gebundene Wasser freigesetzt und damit die lokale Wasserverfügbarkeit verbessert. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wurde 2019|20 ein Wassermanagementprogramm für alle AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte gestartet. Als Teil dieser Initiative ist der Geschäftsbereich der internationalen Alliance for Water Stewardship (AWS) beigetreten. AWS ist ein globales Netzwerk von Unternehmen, Organisationen der Zivilgesellschaft und des öffentlichen Sektors, das sich für den Schutz der gemeinsamen Wasserressourcen einsetzt. Im Rahmen dieser Mitgliedschaft engagiert sich AGRANA für den Schutz von Wasser als grundlegende Ressource für alle Menschen und gute Wasserbewirtschaftungspraktiken weltweit. Die Implementierung verschiedener Effizienzmaßnahmen an Standorten in Brasilien, Deutschland, Polen und der Türkei führte im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen zu niedrigeren Wasserverbräuchen pro Tonne Produktoutput. In Summe blieben die absolute Wasserentnahme und Wasserabgabe und damit auch der -konsum im Segment Frucht unverändert zum Vorjahr (siehe Tabelle Seite 78). Der spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produktoutput reduzierte sich um 6,2 % auf 0,40 m³ bzw. 400 Liter pro Tonne Produktoutput.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

| Segment Frucht | 2023|24 | 2022|23¹ | 2021|22¹ |
|---|---|---|---|
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | |
| Entsorgte Abfälle | 41.721 t | 26.165 t | 27.713 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 338 t | 334 t | 263 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 47,0 kg | 29,6 kg | 30,4 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 381 g | 379 g | 289 g |

¹ Korrektur aufgrund eines Erfassungsfehlers

Im Berichtsjahr 2023|24 wies das Segment Frucht im Rahmen der europäischen Abfalldefinition, die nur Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle betrachtet, in Summe 41.721 Tonnen Abfall aus. Die gegenüber dem Vorjahr um rund 58 % höhere absolute Abfallmenge ist auf einen Umbau am Fruchtzubereitungsstandort in Centerville|Tennessee|USA zurückzuführen. Dadurch erhöhte sich auch die spezifische Abfallmenge pro Tonne Produktoutput im gleichen Ausmaß. Die absolute und spezifische Menge gefährlicher Abfälle blieb annähernd konstant gegenüber dem Vorjahr.

EcoVadis

Zu Ende des Geschäftsjahrs 2023|24 erhielt die AUSTRIA JUICE GmbH im Rahmen des Assessments bei der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis wieder Gold-Status.

79 Investitionen

Die Investitionen 2023|24 im Segment Frucht betrugen 50,8 Mio. € (Vorjahr: 37,7 Mio. €). Es gab diverse Projekte über alle 40 Produktionsstandorte hinweg, wobei v.a. in Kapazitätsausweitungen, Anlagenmodernisierungen sowie Energieeffizienz investiert wurde.# Konzernlagebericht

Unter anderem wurden folgende Einzelinvestitionen umgesetzt:

  • Erweiterung des Rohmateriallagers in Jacona|Mexiko
  • Ausbau des Food Service-Bereiches in Center-ville|Tennessee|USA
  • Neue Abwasserreinigungsanlage in Ostrołęka|Polen
  • Installation der energiesparenden MVR-Technologie (MVR: Mechanical Vapor Recompression; Mechanische Brüdenkompression ist eine energiesparende Technologie, die Abwärme recycelt und dadurch Energie rückgewinnt.) in Lipnik und Białobrzegi|beide Polen

Anteil am Konzern- Investitionsvolumen 2023|24

Segment Stärke

Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidie­rten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei öster­reichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|Kalifornien|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus.

Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|Illinois|USA, die Gemeinschafts­unternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke- und Verzuckerungsprodukten sowie Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Geschäftsentwicklung Segment Stärke 2023|24

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung % / pp |
| :----------------------------------------------------------------------------- | :---- | :---- | :----------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) t€ | 1.163.647 | 1.306.594 | –10,9 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten t€ | –14.895 | –12.779 | –16,6 % |
| Umsatzerlöse t€ | 1.148.752 | 1.293.815 | –11,2 % |
| EBITDA¹ t€ | 94.062 | 116.750 | –19,4 % |
| Operatives Ergebnis t€ | 48.533 | 69.168 | –29,8 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts- unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden t€ | 1.853 | 11.021 | –83,2 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ | 50.386 | 80.189 | –37,2 % |
| EBIT-Marge % | 4,4 | 6,2 | –1,8 pp |
| Investitionen² t€ | 42.110 | 30.985 | 35,9 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.170 | 1.147 | 2,0 % |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Das Geschäftsjahr 2023|24 war im Segment Stärke von reduzierter Nachfrage und zunehmendem Preisdruck geprägt. Die inflationsbedingte Kaufzurückhaltung sowie der Lagerabbau bei den Kunden führten in den AGRANA-Hauptmärkten zu einer schwachen Absatzentwicklung. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 lagen die Rohstoffpreise auf einem sehr hohen Niveau, fielen dann aber mit der neuen Ernte 2023 und der sich abzeichnenden Nachfrageschwäche massiv, was in der Folge auch zu deutlichen Verkaufspreisrückgängen führte. Die Umsatzerlöse des Segmentes sanken nach dem historischen Höchstwert des Vorjahres von 1.293,8 Mio. € auf 1.148,8 Mio. €. Der Rückgang war jeweils rund zur Hälfte auf Preis- und Mengeneffekte zurückzuführen. Bei Ethanol sind die Umsätze am deutlichsten gesunken, nachdem im Laufe des Jahres die Platts-Notierungen aufgrund großer Importmengen deutlich fielen und damit auch die Verkaufspreise für Ethanol sanken.

81

Segment Stärke

Umsatz nach Produktgruppen 2023|24

Die Nebenprodukterlöse korrelieren in der Regel mit der Entwicklung der Rohstoffkosten. Nur Hochproteine konnten sich dem Preisabwärtstrend länger entziehen, sodass der Umsatz mit Nebenprodukten noch über dem Vorjahreswert lag.

Die Herstellungskosten waren durch die gesunkenen Rohstoffkosten zwar rückläufig. Die Einkaufspreise sanken aber nur bedingt parallel zu den Verkaufspreisen und Verzögerungen im Anpassungsprozess belasteten somit die Margen. Ergebnisbelastend wirkten sich auch die mit den hohen Inflationsraten gestiegenen Personalkosten aus. Im Berichtsjahr wurde ein EBITDA von 94,1 Mio. € erzielt, das somit deutlich unter dem Vorjahreswert lag. Das operative Ergebnis sank ebenso deutlich auf 48,5 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2023|24 sank der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 27 % auf 336,2 Mio.€. Neben gesunkenen Verkaufspreisen war v.a. die deutlich geringere Maisvermahlungsleistung die Hauptursache für den Umsatzrückgang. Die deutlich gesunkenen Verkaufspreise, die Kapazitätsauslastungsprobleme sowie schwache Ethanolmargen waren auch die Hauptgründe für den EBIT-Rückgang bei der HUNGRANA-Gruppe auf 12,5 Mio. € (Vorjahr: 41,5 Mio. €) aus. Das PAT betrug 3,8 Mio. € (Vorjahr: 22,0 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 1,9 Mio.€ (Vorjahr: 11,0 Mio. €) sank.

Marktumfeld

Das vergangene Geschäftsjahr 2023|24 stand unter dem Einfluss multipler Krisen wie u.a. dem Ukraine-Krieg und dem Nahostkonflikt. Der europäische Stärkemarkt ist zum zweiten Mal in Folge geschrumpft. Besonders im ersten Halbjahr 2023|24 war eine deutliche Abnahme der Marktnachfrage in allen Produktsegmenten zu beobachten. Die Verbräuche waren allgemein niedriger und es wurden Überschüsse aus den Vorjahren reduziert. Die Kunden waren auch in Erwartung sinkender Rohstoff- und Energiepreise bei der Vergabe von Aufträgen zurückhaltender. Das Hauptziel für alle Mitbewerber im Stärkegeschäft war daher, die Marktanteile so gut wie möglich zu sichern, was in diesem Umfeld zu Preisdruck führte.

Im Lebensmittelbereich haben sich die Absätze für native und modifizierte Stärken bis zum Kalenderjahresende 2023 auf einem niedrigeren, aber weitgehend konstanten Niveau stabilisiert. Davon abweichend ist das Bio-Geschäft durch einen konsumbedingten Rückgang aufgrund der Inflation deutlich schwieriger geworden. Dies betrifft die AGRANA Stärke GmbH besonders stark, da sie im Bio-Markt sehr stark aufgestellt ist.

Das ganze Geschäftsjahr über wurden im Papier- und Verpackungsbereich deutliche Absatzrückgänge bzw. -schwankungen verzeichnet, die auf absatzbedingte Anlagendrosselungen der Kunden zurückzuführen waren. Die Baubranche verzeichnete einen besonders deutlichen Geschäftseinbruch. Der Verkauf von Baustärke und Stärkederivaten für die Klebung von Papiersäcken war um rund 30 % niedriger als im Vorjahr. Eine Markterholung in diesem Bereich ist kurzfristig nicht absehbar.

Am Markt für Säuglingsmilchnahrung waren Überkapazitäten und der Abbau von Sicherheitsbeständen der Grund für rückläufige Absätze. Kunden erwarten hier erst für die zweite Hälfte dieses Kalenderjahres 2024 eine Belebung des Geschäftes. AGRANA wird weiterhin konsequent den Fokus auf die Entwicklung von Säuglingsprodukten für den Premiumbereich richten.

Die Preise für Treibstoffethanol sind im Geschäftsjahr 2023|24 im Vergleich zum Vorjahr aufgrund hoher Importe aus Brasilien und den USA deutlich gesunken. Diskussionen und Interpretationsunterschiede zwischen der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten über anzuwendende Emissionsfaktoren für Agrarrohstoffe, welche Auswirkungen auf die Treibhausgaseinsparung von Ethanol haben, führten zwischenzeitlich am Markt zu einem hohen Maß an Unsicherheit. Die Nachfrage nach Kraftstoffen in

82

Konzernlagebericht

Europa war prinzipiell gut, insbesondere in Österreich, wo die Einführung von E10 einen zusätzlichen Schub gab und eine Ethanolrekordmenge am Heimmarkt abgesetzt werden konnte.

Rohstoff und Produktion

Der Internationale Getreiderat (IGC: International Grains Council) sieht die weltweite Getreideerzeugung (Schätzung vom 14. März 2024) im Getreidewirtschaftsjahr (1. Juli bis 30. Juni) 2023|24 bei 2.304 Mio. Tonnen (Vorjahr: 2.268 Mio. Tonnen) und damit leicht über dem Vorjahresniveau, jedoch auch minimal unter der Höhe des erwarteten Verbrauchs (2.306 Mio. Tonnen). Die weltweite Weizenproduktion wird auf 789 Mio. Tonnen (Vorjahr: 803 Mio. Tonnen) und der Verbrauch leicht darüber auf 803 Mio. Tonnen (Vorjahr: 795 Mio. Tonnen) geschätzt. Bei der globalen Maiserzeugung wird eine Produktion von 1.227 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.163 Mio. Tonnen) und ein Verbrauch von 1.212 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.179 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreidelagerbestände werden in Summe mit 599 Mio. Tonnen um rund 3 Mio. Tonnen kleiner als im Vorjahr erwartet.

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 haben sich die Getreidenotierungen bis auf zwei Gegenbewegungen bei Weizen im Sommer und Herbst 2023 nach unten bewegt, wobei die Notierungen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2023|24 deutlich nachgaben. Eine gesunkene Nachfrage, keine weiteren Eskalationen im Ukraine-Krieg, genehmigte Exportkorridore aus der Ukraine, große Ernten in wichtigen Produktionsgebieten und der Wettbewerb um die Exportmengen haben zu diesen Preisrückgängen an den Börsen geführt. Am Bilanzstichtag 2023|24 lag der Preis an der Euronext Paris für Weizen bei 191 € und für Mais bei 178 € je Tonne (Vorjahr: 274 € bzw. 279 € je Tonne).

Kartoffeln

In der Kampagne 2023|24 verarbeitete die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich rund 170.600 Tonnen (Vorjahr: 217.000 Tonnen) Stärkeindustriekartoffeln. Die Verarbeitung von Speiseindustriekartoffeln für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten lag ebenso unter dem Vorjahreswert. Ungünstige Vegetationsbedingungen führten sowohl bei Stärke- als auch bei Speiseindustriekartoffeln zu Mindererträgen.

Mais und Weizen

AGRANA Stärke GmbH hat in Österreich an den Standorten in Aschach und Pischelsdorf im Geschäftsjahr 2023|24 rund 26 % weniger Mais als im Vorjahr verarbeitet. Der Spezialmaisanteil (v.a. Wachsmais und biologisch produzierter Mais) betrug rund 24 %. Die Weizenvermahlung am Standort Pischelsdorf für die Produktion von Weizenstärke und Bioethanol war 2023|24 im Vergleich zum Vorjahr etwas höher. AGRANA kontrahierte über Vorverträge mit Landwirten auch Ethanolgetreide. An beiden österreichischen Standorten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Summe rund 1,33 Mio. Tonnen Mais und Getreide verarbeitet. In Ungarn (HUNGRANA-Werk) konnte 2023|24 die Maisvermahlungsmenge des Vorjahres nicht erreicht werden. Das Werk in Rumänien verarbeitete ebenfalls weniger Gelbmais, die Verarbeitungsmenge an Spezialmais blieb konstant.# 83 Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

AGRANA Stärke hat ihre österreichischen Vertragslieferbetriebe für Kartoffeln und Spezialmais in zwei sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance dieser Gruppen erstmals nach Beantwortung des Farm Sustainability Assessment (FSA) einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen (Details siehe Seite 44f). Im Geschäftsjahr 2023|24 fanden die drei Jahre gültigen Re-Verifizierungsaudits nach dem neuen FSA 3.0 Standard statt. Mit wenigen Ausnahmen erreichten 100 % der landwirtschaftlichen Betriebe in den FMG der AGRANA Stärke FSA-Silber-Status oder höher. Das nächste Re-Verifizierungsaudit findet im Geschäftsjahr 2026|27 statt.

Bei der Beschaffung von konventionellen Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf von der EU-Kommission anerkannte Systeme der Zertifizierung nach dem International Sustainability and Carbon Certification System for Biomass and Bioenergy (ISCC) und dem Austrian Agricultural Certification Scheme (AACS). Sowohl ISCC-EU als auch AACS werden im FSA-System mit Silber-Äquivalenz bewertet.

Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis

Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis waren im Berichtsjahr auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme für Vertragsanbauer begrenzt. So wurden sechs Feldtage für spezielle Zielgruppen wie Bioanbauer, Stärkekartoffel- bzw. Stärkemais- sowie Ethanolgetreideanbauer angeboten, die für jeweils 30 bis 50 Teilnehmende maßgeschneidert wurden. Daneben wurden die Landwirte auch auf externen Veranstaltungen, wie Messen, Feldtagen und in Webinaren, über rohstoffrelevante Themen informiert. Externe Messen, Veranstaltungen und Online-Webinare wurden ebenso für Mitarbeitende von AGRANA zur Wissenserweiterung in Bezug auf Markt, Saatgut, Pflanzenschutz und Technik genutzt. Das AGRANA-eigene Magazin für Kontrakt-Landwirte „Agrozucker/Agrostärke“ ging u.a. auf die Themenbereiche Pflanzenschutz, Optimierung der Bodenbearbeitung und Nährstoffversorgung sowie auf die Handhabung von Kartoffelpflanzgut ein.

Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Eine an allen Standorten des Segments Stärke reduzierte Rohstoffverarbeitung um in Summe rund 9,4 % führte zu einer Reduktion des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Berichtsjahr um rund 9,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 5,96 Mio. GJ. Trotz geringerer Anlagenauslastung konnte der spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne um rund 5,5 % bzw. auf 4,13 GJ pro Tonne Produktoutput durch technische Optimierungen in den Anlagen und Einführung eines neuen Nassfutterprodukts, welches den Energiebedarf für Trocknung reduziert, gesenkt werden.

Die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Stärke sanken um rund 5,6 % auf rund 236.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken leicht um rund 2,4 % gegenüber dem Vorjahr auf 163 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

84 Konzernlagebericht

Als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie und im Rahmen der wissenschaftsbasierten Gruppenziele wird das Segment Stärke seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2030|31 gegenüber dem Basisjahr 2019|20 um 50 % reduzieren. Im Berichtsjahr verfügten die drei österreichischen Stärkeproduktionsstandorte über eine gültige Zertifizierung nach ISO 50001.

Wasserverbrauch in der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

| Segment Stärke | 2023|24 | 2022|23 | 2021|22 |
| ------------------- | ---- | ---- | ---- |
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 6,4 | 7,1 | 6,9 |
| Wasserabgabe | 5,5 | 6,3 | 5,8 |
| Wasserverbrauch | 0,9 | 0,8 | 1,1 |

| Segment Stärke | 2023|24 | 2022|23 | 2021|22 |
| ------------------- | ---- | ---- | ---- |
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 4,40 | 4,69 | 4,27 |
| Wasserabgabe | 3,83 | 4,17 | 3,55 |
| Wasserverbrauch | 0,57 | 0,52 | 0,72 |

In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und den Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt. Die Wasserentnahme in absoluten Zahlen lag im Berichtsjahr 2023|24 mit rund 6,4 Mio. m³ um 10 % unter dem Vorjahr. Die Reduktion der absoluten Wasserabgabe um rund 11,7 % gegenüber dem Vorjahr ist auf eine reduzierte Rohstoffverarbeitung zurückzuführen. Der durchschnittliche spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag im Berichtsjahr bei rund 0,57 m³ bzw. 570 Litern. 100 % des abgegebenen Abwassers der AGRANA-Stärkefabriken wurde in Oberflächengewässer, d.h. Flüsse, abgegeben.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

| Segment Stärke | 2023|24 | 2022|23¹ | 2021|22 |
| ---------------------------------------------- | ---- | ----- | ----- | ----- |
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | | |
| Entsorgte Abfälle | 29.898 t | 23.607 t | 28.241 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 158 t | 81 t | 61 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 20,7 kg | 15,7 kg | 17,4 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 109 g | 54 g | 37 g |

¹ Die Mengen für das Geschäftsjahr 2022|23 wurden aufgrund eines Erfassungsfehlers an einem Standort nachträglich korrigiert.

Im Rahmen der europäischen Regulatorik werden nur Reststoffe mit einer Entsorgungsabsicht als Abfälle gezählt. Reststoffe, die 1:1 wiederverwendet werden („Re-use-Mengen“), werden nicht mehr als Abfälle berichtet. Die gegenüber dem Vorjahr höhere Menge am Gesamtabfallaufkommen ist v.a. auf deutlich erhöhte Abwasserentsorgungen im Berichtsjahr zurückzuführen.

EcoVadis

Im Geschäftsjahr 2023|24 hielt die AGRANA Stärke GmbH im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis eine Bewertung mit Silber-Status.

85 Segment Stärke

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2023|24 42,1 Mio. € (Vorjahr: 31,0 Mio. €). Unter anderem wurden folgende Projekte umgesetzt:
* Maßnahmen zur Erhöhung der Spezialmaisverarbeitung in Aschach|Österreich
* Erweiterung der betrieblichen Abwasserreinigungsanlagen in Aschach und Gmünd| beide Österreich
* Erhöhung der Kühlleistung in Pischelsdorf|Österreich

Anteil am Konzern- Investitionsvolumen 2023 24

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2023|24 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 29,6 Mio. € (Vorjahr: 20,9 Mio. €) getätigt.

86 Segment Zucker

Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH ist jene Gesellschaft, die das Vermögen der beiden österreichischen Zuckerfabriken besitzt und diese lenkt. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Geschäftsentwicklung Segment Zucker

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung % / pp |
| ---------------------------------------------------------------------- | ---- | ---- | ---- |
| Umsatzerlöse (brutto) t€ | 1.102.740 | 884.607 | 24,7 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten t€ | –31.470 | –22.911 | –37,4 % |
| Umsatzerlöse t€ | 1.071.270 | 861.696 | 24,3 % |
| EBITDA¹ t€ | 71.304 | 65.933 | 8,1 % |
| Operatives Ergebnis t€ | 43.183 | 38.024 | 13,6 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts- unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden t€ | –461 | 7.636 | –106,0 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ | –2.344 | 901 | –360,2 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ | 40.378 | 46.561 | –13,3 % |
| EBIT-Marge % | 3,8 | 5,4 | –1,6 pp |
| Investitionen² t€ | 34.336 | 34.252 | 0,2 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.986 | 1.906 | 4,2 % |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschaftsjahr beschaftigte Vollzeitaquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Der Absatz stieg im Geschäftsjahr 2023|24 insgesamt um knapp 3 %, wobei beim Hauptprodukt Zucker ein deutlicher Mengenrückgang verzeichnet wurde. Bei den Nebenprodukten gab es auch dank der Subkategorie „sonstige Produkte” einen markanten Absatzanstieg. Die AGRANA-Zuckermärkte wurden v.a. durch den enormen Wettbewerb aus der Ukraine speziell in den Defizitländern negativ beeinflusst. Aufgrund deutlich geringerer Absatzmengen in den Heimmärkten wurde mit Exportaktivitäten intensiv gegengesteuert. Sowohl im Retailgeschäft als auch im Industriebereich lagen die Verkaufspreise im Geschäftsjahr 2023|24 deutlich bzw. sehr deutlich über dem Durchschnittswert des Vorjahres.

87 Segment Zucker

Umsatz nach Produktgruppen 2023|24

Das operative Ergebnis im Segment Zucker lag trotz gestiegener Rübenkosten und Belastungen durch die hohen Zuckerimporte aus der Ukraine deutlich über dem Vorjahreswert. Negative Veränderungen beim Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen sowie beim Ergebnis aus Sondereinflüssen führten allerdings zu einem EBIT-Rückgang von rund 13 % auf 40,4 Mio. €.

Der Ergebnisbeitrag der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2023|24 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus (1,7 Mio. €), war aber um rund 83 % niedriger als der historisch beste im Vorjahr (9,9 Mio. €). Der Rückgang beim AGRANA-STUDEN-Ergebnis war im Wesentlichen auf Absatzrückgänge sowie eine niedrigere Auslastung der Raffinerie am Westbalkan zurückzuführen. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, wirkte sich mit –2,2 Mio. € (Vorjahr: –2,3 Mio. €) negativ auf das Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen aus. Das negative Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Zucker in Höhe von 2,3 Mio. € stand im Wesentlichen in Zusammenhang mit Vorsorgen für Abfindungszahlungen. Das positive Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 0,9 Mio. € im Vorjahr war auf Rückzahlungen von beeinspruchten Steueraufwendungen der Vorjahre in Rumänien zurückzuführen.# Marktumfeld Zuckerweltmarkt

Die geopolitische Situation und das Wetter beeinflussten den Handel und die Angebots-/Nachfragedynamik am Zuckermarkt im Geschäftsjahr 2023|24 erheblich. Die Weltmarktnotierungen schwankten dementsprechend stark. Das Marktforschungsunternehmen S&P Global zeigte in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom März 2024 für das zu Ende gegangene Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2022|23 (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) nach drei Defizitjahren in Folge einen leichten Überschuss von 0,7 Mio. Tonnen Zucker. Bei einer stabilen Nachfrage kam es aufgrund der gestiegenen Erzeugung zu einem minimalen Aufbau der Bestände.

| Weltzuckerbilanz¹ | 2023|24 | 2022|23 |
| :--------------- | :------ | :------ |
| Mio. Tonnen ZWJ | ZWJ | ZWJ |
| Anfangsbestand | 66,2 | 65,5 |
| Erzeugung | 194,3 | 189,0 |
| Verbrauch | –189,0 | –187,4 |
| Saldo Exporte/Importe | –0,1 | –0,9 |
| Endbestand | 71,4 | 66,2 |
| in % des Verbrauches | 37,8 | 35,3 |

¹ S&P Global; Schätzung der Weltmarktzuckerbilanz vom 15. März 2024

Für das neue ZWJ 2023|24, welches seit 1. Oktober 2023 läuft, erwartet S&P Global aufgrund der erhöhten Produktion einen deutlich steigenden Überschuss. Die Überschussschätzung für das ZWJ 2023|24 wird mit einer außergewöhnlichen Ernte in Brasilien (wichtigster Lieferant für den Weltmarkt) und einer höheren Produktion in der EU und in Russland erklärt, während es in Thailand geringere Produktionsmengen gibt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023|24 setzte sich der Aufwärtstrend bei den Zuckerpreisen zunächst weiter fort und erreichte Anfang Dezember 2023 einen Höhepunkt. Als dann spekulative Fonds den Großteil ihrer Long-Positionen auflösten, kam es zu einem deutlichen Rückgang der Notierungen auf dem Niveau zu Geschäftsjahresbeginn (siehe auch Notierungschart auf nächster Seite). Am 29. Februar 2024 notierte Weißzucker bei 615,1 US$ pro Tonne und Rohzucker bei 478,2 US$ pro Tonne (Vorjahr: 562,4 US$ bzw. 486,8 US$).

EU-Zuckermarkt

Im ZWJ 2022|23, das am 30. September 2023 endete, ergab sich bei einer nochmals leicht verringerten Anbaufläche sowie bei aufgrund der Trockenheit im Sommer 2022 unterdurchschnittlichen Erträgen ein Rückgang der Zuckererzeugung (EU-27 ohne Isoglukose) auf 14,6 Mio. Tonnen (ZWJ 2021|22: 16,6 Mio. Tonnen). Damit blieb die EU auch im ZWJ 2022|23 Nettoimporteur von Zucker. Für das laufende ZWJ 2023|24 geht die EU-Kommission bei einer leicht gestiegenen Anbaufläche von hohen Rübenerträgen, aber geringen Zuckergehalten aus. Dadurch soll die Erzeugung auf 15,8 Mio. Tonnen ansteigen. Damit würde die EU trotz steigender Exporte und Bestände weiterhin Nettoimporteur für Zucker bleiben. Für das kommende ZWJ 2024|25 gehen Marktbeobachter von einer leicht steigenden Anbaufläche in der EU-27 aus. Laut EU-Preisreporting sind die durchschnittlichen Weißzuckerpreise in der EU seit Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 von 804 € pro Tonne im März 2023 kontinuierlich bis Dezember 2023 kontinuierlich auf 856 € pro Tonne angestiegen und ging bis zur letzten vorliegenden Veröffentlichung im Februar 2024 auf 837 € pro Tonne zurück. Dabei gab es innerhalb der EU signifikante regionale Preisunterschiede zwischen den Defizit- und den Überschussregionen. Die Defizitmärkte standen unter dem Druck von Niedrigpreisimporten aus der Ukraine, weshalb die Preissteigerungsdynamik im Sommer speziell für die rumänischen und bulgarischen Märkte abflachte.

Zuckerimporte aus der Ukraine in die EU

Seit Juni 2022 gibt es eine EU-Regelung für zollfreie Zuckerimporte aus der Ukraine, die im Frühjahr 2023 bis Anfang Juni 2024 verlängert wurde. Gab es vor dem Krieg zollfreien Zugang der Ukraine für den EU-Markt für lediglich rund 20.000 Tonnen, so sind die zollfreien Zuckerimporte im ZWJ 2022|23 auf rund 415.000 Tonnen angestiegen. Die erneute Verlängerung der EU-Sonderregelung betreffend Agrarerzeugnisimporte aus der Ukraine in die EU, gültig von 6. Juni 2024 bis 5. Juni 2025, beinhaltet nun zum Schutz sensibler Produkte, u.a. Zucker, eine Einfuhrbegrenzung. Als Basis für diese Begrenzung werden die durchschnittlichen Einfuhrniveaus der Kalenderjahre 2022 und 2023 sowie dem zweiten Kalenderhalbjahr 2021 herangezogen. Für zollfreie Zuckerexporte der Ukraine in die EU beträgt die neue Obergrenze ab 5. Juni 2024 somit größenordnungsmäßig 265.000 Tonnen für das Kalenderjahr 2024, für den Zeitraum 1. Januar bis 5. Juni 2025 gilt die Obergrenze für zollfreie Exporte der Ukraine in die EU aliquot.

Freihandelsabkommen

Darüber hinaus gibt es bei anderen wichtigen Handelsabkommen, wie mit den MERCOSUR-Staaten und Australien, Verzögerungen oder sie sind derzeit eingefroren, weil v.a. offene Diskussionspunkte zu den Themen Umweltschutz und Ursprungsregeln noch nicht geklärt werden konnten.

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenanbaufläche der rund 5.500 AGRANA-Kontraktbauern (Vorjahr: rund 5.300) betrug im ZWJ 2023|24 rund 86.000 Hektar und lag damit über dem Vorjahreswert (72.000 Hektar). Die Vegetationsbedingungen 2023 waren von einem nasskalten Frühjahr und trockenen Sommermonaten geprägt. Mitte August verbesserten ausreichende Niederschläge die Ertragsaussichten deutlich. Die zweite Vegetationshälfte war durch einen trockenen September gekennzeichnet. Ab Ende Oktober bis späten November folgte eine feuchte und kühle Witterungsperiode. Die Blattkrankheit Cercospora führte in den westlichen, feuchteren Einzugsgebieten punktuell zu Problemen. Durch einen mittlerweile hohen Anteil an blattgesunden Sorten konnten aber größere Ertragsausfälle verhindert werden. Das Auftreten des 89 Rübenderbrüsslers (Rüsselkäfer) war im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der feuchtkühlen Witterungsverhältnisse im April und Mai 2023 geringer, führte aber dennoch in den üblicherweise stärker betroffenen Befallsregionen (nördliches Tullnerfeld und Weinviertel|beide Österreich) zu Problemen und auch Umbrüchen. In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass in Österreich aufgrund einer fehlenden Notfallzulassung beim Anbau 2023 erstmalig kein mit Neonicotinoiden gebeiztes Zuckerrübensaatgut eingesetzt werden konnte. Aufgrund der teils ergiebigen Niederschläge in den Herbstmonaten fand die Rodung teilweise unter feuchten Bedingungen statt, wodurch die Abzugsprozente für den Erdanteil über dem Vorjahr lagen. Die beschriebenen Vegetationsbedingungen waren letztlich für einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 16,2 % (Vorjahr: 16,1 %) ausschlaggebend. Es wurden auf einer Gesamtfläche von rund 86.000 Hektar rund 5,7 Mio. Tonnen Zuckerrüben (Vorjahr: 4,7 Mio. Tonnen) geerntet, was einem Durchschnittsertrag von 67 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 66 Tonnen je Hektar) entsprach. Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich etwas über 48.200 Tonnen Rüben (Vorjahr: 47.800 Tonnen). Aufgrund der höheren Menge produzierten die Werke in durchschnittlich 119 Tagen (Vorjahr: 101 Tage) insgesamt rund 806.000 Tonnen (Vorjahr: 717.000 Tonnen) Zucker. Im Werk Tulln|Österreich wurden in einer einwöchigen Bio-Kampagne etwas über 4.200 Tonnen Bio-Zucker erzeugt. Die verarbeitete Rübenmenge führte zu einer durchschnittlichen Auslastung der Zuckerfabriken von 99 % (Vorjahr: 85 %). Im Werk in Tulln wurde ganzjährig eine Melasseentzuckerungsanlage betrieben. Weiters betreibt AGRANA zwei Rohrrohzuckerraffinerien in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien, in denen im Geschäftsjahr 2023|24 in Summe 286.000 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 290.000 Tonnen) gewonnen wurden.

Update Betain-Kristallisation | Beta Pura GmbH¹

¹ (Details zur Beta Pura GmbH siehe auch Konzernanhang, Seite 138f)

Die Beta Pura GmbH, Wien, hat an ihrem Standort Tulln│Österreich nach fast einjähriger Unterbrechung im Geschäftsjahr 2023|24 den Betrieb wieder aufgenommen. Der Wiedereinstieg in den Betain-Markt ist soweit geglückt und alle vier Marktkategorien menschliche Ernährung, Kosmetika, Pflanzenpflege und Futtermittel werden wieder bedient. In den letzten Monaten wurden im Wesentlichen ein weltweites Distributionsnetz aufgebaut, Verkaufs- und Marketingaktivitäten gesetzt sowie Produktverbesserungen in technisch-qualitativer Hinsicht durchgeführt. Damit wurde eine gute Basis für solides Wachstum geschaffen.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

Das Segment Zucker hat die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer gewählt (Details zu SAI und FSA siehe Seite 44f). Die Rübenvertragslieferanten sind in allen fünf Anbauländern in sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance der Gruppen erstmals einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen. Im Geschäftsjahr 2023|24 fanden die drei Jahre gültigen Re-Verifizierungsaudits nach dem neuen FSA 3.0 Standard statt. Mit wenigen Ausnahmen erreichten 100 % der landwirtschaftlichen Betriebe in den FMG der AGRANA Zucker FSA-Silber-Status oder höher. Das nächste Re-Verifizierungsaudit findet im Geschäftsjahr 2026|27 statt.

Bewusstseinsbildung zu guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP)

Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung fanden im Berichtsjahr 2023|24 in Form von diversen Veranstaltungen sowie durch das vierteljährlich erscheinende Fachmagazin „Agrozucker/Agrostärke“ statt. So wurden gebietsspezifische Fachwebinare und physische Anbauversammlungen und Feldbegehungen mit den Schwerpunktthemen Anbau, Saatgut und Pflanzenschutz abgehalten. Ende Juni 2023 wurde im Einzugsgebiet Tulln|Österreich ein Zuckerrübenfeldtag mit den Schwerpunktthemen Sorten, Pflanzenschutz und Hacktechnik durchgeführt. Rund 600 Landwirte konnten sich einen Eindruck über aktuelle Themen zum Zuckerrübenanbau machen. Fachvorträge zu den Themen Digitalisierung und kameragesteuerte Hacktechnik sowie reduziertem Pflanzenschutz mithilfe der Bandspritztechnik rundeten das Programm ab. Die Kontrahierungen für den Rübenanbau 2024 wurden sowohl online als auch durch persönliche Meetings angeboten.# Biodiversität in der Lieferkette

Im Jahr 2023 wurden in Österreich rund 3.800 Hektar mit den Zwischenfruchtmischungen der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut aus eigener Vermehrung und Zukauf zur Verfügung stellt, begrünt. Die Zwischenfruchtmischungen lockern den Boden, mobilisieren Nährstoffe, aktivieren das Bodenleben und erhöhen die Biodiversität am Feld. Daneben wurden auch ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt. Die blühenden Felder bieten eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.

Transport

Wenngleich Transporte keinen Emissions-Hotspot darstellen im Corporate Carbon Footprint des Segments Zucker (9,3 % im Basisjahr 2019|20) und speziell der Downstream-Bereich kaum zu beeinflussen ist, versucht AGRANA dennoch, Transporte, soweit infrastrukturell und wirtschaftlich möglich, nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2023|24 rund 34 % der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte mit rund 49 % in Österreich und 45 % in Ungarn am höchsten lag.

Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden im Segment Zucker rund 20 % mehr Rüben verarbeitet als im Vorjahr. Die Rohzuckerraffination in den AGRANA-Raffinationsstandorten in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 43) wurde um rund 1,4 % auf etwa 242.000 Tonnen reduziert. Die höhere Rübenverarbeitungsmenge resultierte in einer Erhöhung des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Zucker auf rund 6,41 Mio. GJ. Aufgrund guter Fabriksauslastungen sank der spezifische Energieeinsatz (Scope 1+2) pro Tonne um rund 2,6 % bzw. auf 2,59 GJ pro Tonne Produktoutput.

Um potenzielle Erdgasversorgungsengpässe in der Rübenverarbeitungskampagne 2023|24 zu vermeiden, wurde direkt nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine Heizöl Extraleicht (HEL) für 2023 kontrahiert, letztlich wurden rund 19.600 Tonnen HEL in der Kampagne 2023|24 eingesetzt. Aufgrund der höheren Rübenverarbeitungsmenge und der Substitution von Erdgas durch HEL stiegen die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Zucker um rund 17,3 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 373.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken aufgrund höherer Effizienz um rund 6,8 % auf 151 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Geringfügige Anpassung des Vorjahrs durch Bereinigung von Rundungsdifferenzen

Die ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2023|24 rund 24,1 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 61,8 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2023|24 decken können. Diese Art der vollständigen Rohstoffverwertung von eiweißarmen Rohstoffbestandteilen zur Energiegewinnung stellt auch ein Pilotprojekt für AGRANAs zukünftigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger bis 2040 im Rahmen ihrer Klimastrategie dar (Details siehe Seite 48f). Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden rund 9,8 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases verkauft und größtenteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet und als EU-taxonomiefähige Umsätze berichtet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 1.860 Einfamilienhäusern. Eine vollständige Eigennutzung des erzeugten Biogases wäre zukünftig denkbar. Bis 2030|31 wird das Segment Zucker als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie und den wissenschaftsbasierten Emissionsreduktionszielen seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen um rund 50 % gegenüber 2019|20 senken. Im Geschäftsjahr 2023|24 verfügten die Energiemanagementsysteme aller Zucker-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 43) über eine aktuelle Zertifizierung nach ISO 50001.

Wasserverbrauch in der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

| Segment Zucker | 2023|24 | 2022|23 | 2021|22 |
| :------------- | :---- | :---- | :---- |
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 5,2 | 4,7 | 4,8 |
| Wasserabgabe | 7,4 | 6,3 | 7,0 |
| Wasserverbrauch | –2,2 | –1,6 | –2,2 |

| Segment Zucker | 2023|24 | 2022|23 | 2021|22 |
| :------------- | :---- | :---- | :---- |
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 2,12 | 2,29 | 2,16 |
| Wasserabgabe | 3,00 | 3,06 | 3,14 |
| Wasserverbrauch | -0,88 | -0,77 | -0,98 |

Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird zum Teil mit der zur Verarbeitung angelieferten Zuckerrübe in die Fabrik eingebracht und sohin auch eingesetzt. Die Rübe besteht zu rund 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker abgetrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln und den notwendigen Prozessdampf in der Zuckergewinnung als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und in einem Kreislauf geführt. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit nur gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben. Das Geschäftssegment Zucker setzte im Berichtsjahr 2023|24 rund 2,2 Mio. m³ vorher in den Rüben gebundenes Wasser frei und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus. Pro Tonne Produktausstoß wurden rund 0,88 m³ bzw. 880 Liter über Vorfluter abgegeben.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

| Segment Zucker | 2023|24 | 2022|23 | 2021|22 |
| :------------- | :---- | :---- | :---- |
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | |
| Entsorgte Abfälle | 13.371 t | 14.689 t | 20.030 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 121 t | 105 t | 116 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 5,4 kg | 7,5 kg | 9,0 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 49 g | 53 g | 52 g |

Im Berichtsjahr 2023|24 sank die absolute Abfallmenge im Rahmen der Abfalldefinition der europäischen Regulatorik um rund 9 %. Die spezifische Gesamtabfallmenge bzw. jene gefährlicher Abfälle pro Tonne Produktoutput sanken aufgrund höherer Rübenverarbeitungsmengen ebenfalls um 27,5 % bzw. 8,2 %.

EcoVadis

Im Berichtsjahr 2023|24 nahm die AGRANA Zucker GmbH eine Aktualisierung ihrer Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Sie erzielte Platin-Status.

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2023|24 34,4 Mio. € (Vorjahr: 34,2 Mio. €) primär für folgende Projekte aus:

  • Modernisierung des Prozessleitsystems in Leopoldsdorf|Österreich
  • Optimierung des Produktionsprozesses durch Austausch der Filterpressen in Sereď|Slowakei
  • Optimierung der Verdampfstation in Kaposvár|Ungarn

| Anteil am Konzern- Investitionsvolumen | 2023|24 |
| :------------------------------------ | :---- |
| | |

Zusätzlich wurden 2023|24 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH, Wien; jeweils 100 %) Investitionen von 3,3 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €) getätigt.

Forschung und Entwicklung

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 18 lokalen Frucht-NPD-Centern (NPD: New Product Development) der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100 %-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln.

Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig. Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.

F&E-Kennzahlen

| | 2023|24 | 2022|23 |
| :------------ | :---- | :---- |
| F&E-Aufwendungen (intern und extern) Mio. € | 26,0 | 23,1 |
| F&E-Quote² % | 0,69 | 0,64 |
| Mitarbeitende in F&E (Köpfe) | 333 | 324 |

² F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

Segment Frucht

Fruchtzubereitungen

Im Sinne der Kreislaufwirtschaft wurden Reststoffe aus der Früchteverarbeitung als wertvolle Rohstoffe für neue Produkte evaluiert. Die Verwertung von Schalen und Kernen bestimmter Früchte eignen sich dabei besonders für die Herstellung pflanzenbasierter Joghurt- und Milchalternativen bis hin zu pflanzlichen Lederimitaten für die Textilindustrie. Mit der Entwicklung veganer Fruchtschaumzubereitungen mit hohem Fruchtanteil und der technologischen Lösung einer Schokoladeummantelung wurde erstmalig ein Produkt für den Konfektbereich kreiert. Im Bereich Food Service ist mit „Watson Says“ eine eigene Linie von Saucen und Toppings entwickelt worden, welche ihren Hauptanwendungsbereich in Schnellservicerestaurants hat. Zur Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln werden oftmals künstliche Konservierungsstoffe eingesetzt.# Konsumenten fordern zunehmend Clean Label-Produkte, welche frei von kennzeichnungspflichtigen E-Nummern sind.

Dazu wurden verschiedene natürliche Alternativen geprüft, die stabilisierend auf die Qualität wirken und weder Geschmack noch Geruch des Endproduktes beeinflussen. Angesichts der wachsenden Bedeutung einer zuckerreduzierten Ernährung stellt der Erhalt des charakteristischen Süßgeschmacks eine große Herausforderung dar. Innovative Verfahren in der Verarbeitung spezieller Getreidemehle ermöglichten es, Fruchtzubereitungen ohne Zuckerzusätze zu entwickeln, die dennoch ein volles Süßeprofil aufweisen.

Fruchtsaftkonzentrate

Im vergangenen Geschäftsjahr baute AUSTRIA JUICE die Geschäftsfelder Getränkegrundstoffe, Aromen und Saftkonzentratproduktion erfolgreich aus, unterstützt durch strategische Investitionen in Infrastruktur und Personal. Die Weiterentwicklung der Verwertung von FTNF-Saftaromen (FTNF: From the named fruit [natürliche Fruchtaromen]) sowie der Eigenproduktion von Kompositionsaromen trug maßgeblich zur Stärkung des Getränkegrundstoff- und Aromengeschäfts bei. Verfahren zur Diversifizierung und Standardisierung des Angebotes an FTNF-Saftaromen sowie Kräuter-, Gewürz- und Zitrusextrakten werden kontinuierlich implementiert und verbessert. Darüber hinaus wird an der Entwicklung von sprühgetrockneten Aromen gearbeitet, um das Aromenportfolio für neue Märkte zu erweitern.

Segment Stärke

Rohstoff

Klimawandelbedingte extreme Wetterbedingungen verursachen zunehmend Schwankungen bei der Rohstoffqualität, wodurch das Risiko einer schlechteren Verarbeitbarkeit der Stärkerohstoffe sowie eine unzureichende Stärkeausbeute in der Produktion besteht. Um auf schwankende Rohstoffqualitäten besser reagieren zu können, wurde durch ein umfassendes Rohstoffmonitoring ein Vorhersagemodell erarbeitet, wodurch Jahrgangseffekte und Länderspezifika erfasst und präzisere Voraussagen über erzielbare Ausbeuten gemacht werden können.

Food

Kunden im Lebensmittelsektor erwarten zunehmend Komplettlösungen und Co-Creation, also eine Form der Zusammenarbeit, in der sie auch gezielt in Prozesse miteinbezogen werden. So konzentrierte man sich im Bereich der Lebensmittelanwendungstechnik v.a. auf die Weiterentwicklung veganer und vegetarischer sowie glutenfreier Lebensmittelprodukte. Ebenso standen zusätzliche Anforderungen wie Clean Label, Bio und verbesserte Nährwertprofile im Fokus. Entsprechend wurde das ARIC-eigene Sensorikum auf diese Textur- und Geschmacksanforderungen trainiert und die sensorischen Prüfmethoden wurden angepasst.

Pflanzliche Proteine

Pflanzliche Proteine rücken als Alternative zu tierischen Produkten immer mehr in den Fokus, getrieben von einem zunehmenden Trend hin zu einer fleischreduzierten Ernährung. Dieser Wandel wird durch ein wachsendes Bewusstsein für Gesundheit und Umweltschutz, Tierschutzbelange sowie ethische Überlegungen verstärkt. Als Proteinquellen dienen bei AGRANA die Rohstoffe Kartoffeln, Mais und Weizen, deren Proteine mithilfe spezieller Technologien so verarbeitet werden, dass sie neben der Proteinanreicherung auch als funktionelle Zutaten in Lebensmitteln eingesetzt werden können. Dazu wurden neue Analysemethoden entwickelt, um die funktionellen Eigenschaften pflanzlicher Proteine v.a. für vegetarische Fleisch- und Milchersatzprodukte besser zu charakterisieren.

Neue Produkte und Technologien

Im Bereich der stärkebasierten Lebensmittel hat AGRANA erfolgreich neu entwickelte, modifizierte Stärken in ihr Produktportfolio aufgenommen und neue Ansätze zur Prozessoptimierung bei der Herstellung von Stärkeverzuckerungsprodukten ausgelotet. Bei Maltodextrinen sind das Weiterentwicklungen in der Prozesssteuerung, welche die Stabilität und Automatisierung der Produktionslinien verbessern. Seit dem Verbot von Ionenaustauschern stellt die Produktion von Bio-Glukosesirupen eine Herausforderung dar, unter der auch die Wirtschaftlichkeit leidet. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Prozessparameter unter den neuen Bedingungen optimiert. Dies führte zu einer gesteigerten Effizienz und einer Reduktion der Kosten.

Non-Food

Mit der Weiterentwicklung neuer, hochmodifizierter Stärkeether konnten für das Anwendungsfeld Fliesenkleber neue Produktlösungen am Markt platziert werden. Optimierungen im Herstellungsprozess, Anpassungen im rheologischen Profil und die Erhöhung des biobasierten Anteils führten zu einer erfolgreichen Erweiterung des Produktportfolios. Mit der Erstellung einer Baumatrix und der entsprechenden systematischen Prüfung der Stärkeether in definierten Fliesenkleber-Rezepturen, konnten die Vorteile der neu entwickelten Stärkeether aufgezeigt werden. Die Erkenntnisse wurden dann einem fachkundigen Publikum in Asien präsentiert. Das Portfolio der AGENACOMP®-Produkte im Bereich heimkompostierbarer Bio-Kunststoffe wurde erfolgreich erweitert, einschließlich der Entwicklung und großtechnischen Optimierung eines stärkebasierten Schrumpffolienmaterials. Um den Vorgaben des Marktes gerecht zu werden, wurden Einsparungen im CO2-Fußabdruck aufgezeigt, welche durch den Einsatz stärkebasierter Bio-Kunststoffe erzielt werden können. Eine Ökobilanz wurde nach den Anforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung erfolgreich erstellt. In Kooperation mit einem auf mechanisches Recycling spezialisierten Anlagenbauer konnte belegt werden, dass bei der Folienherstellung mit AGENACOMP® erfolgreich ohne Qualitätseinbußen rezykliert werden konnte. Bei der Entwicklung neuer Stärkeprodukte für den Papier- und Klebstoffbereich stand die Suche nach Alternativen zu petrobasierten Bindemitteln im Vordergrund. Durch physikalische oder enzymatische Modifizierung konnten neue Stärken erfolgreich am Markt lanciert werden, womit den Kunden die Möglichkeit gegeben wird, den biobasierten Anteil in deren Formulierungen zu erhöhen. Durch breitenwirksame Vorträge wurden diese speziellen Stärken mit ihrer verbesserten Bindekraft als Dextrinersatz im Bereich Papierstrich präsentiert und mittlerweile am Markt erfolgreich positioniert.

Biotechnologie

Im Bereich der Bioethanolproduktion wurden durch prozesstechnische Optimierungen und strategische Maßnahmen signifikante Energieeinsparungen erzielt und somit konnte der AGRANA-Carbon Footprint reduziert werden.

Forschung und Entwicklung

Segment Zucker

Rohstoff

Zuckerrübe

Der Zuckerrübenbestand ist durch klimatische Veränderungen und tierische Schaderreger sowie Blattkrankheiten gefährdet. Um die Bedarfsmengenziele zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe zu sichern, arbeitet AGRANA eng mit Landwirten zusammen, um den Herausforderungen durch Klimawandel und Schädlinge zu begegnen. Dabei wird die Zuckerrübe als innovative Ackerbaukultur positioniert, um ihre Attraktivität zu erhalten, mit dem Ziel, sie ökologisch nachhaltig und sozial verträglich zu produzieren.

Schädlinge sind weltweit noch immer die Hauptursache für Ertragsverluste und können in der Zuckerrübe mitunter Totalausfälle verursachen. Um die Maßnahmen gegen den Rübenderbrüssler auf Zuckerrübenfeldern zu optimieren, wurden fortschrittliche mechanische Methoden und biologische Bekämpfungsstrategien entwickelt. Diese Ansätze zielen darauf ab, die Schädlingspopulation effektiv zu reduzieren. Parallel dazu wurde die Applikationstechnik für Insektizide verfeinert, um eine präzisere und umweltschonendere Verteilung zu gewährleisten.

Klimawandelbedingte Jahresmitteltemperaturanstiege begünstigen das Auftreten neuer Schädlinge, die Krankheiten, wie das Syndrom des niedrigen Zuckergehalts (Syndrome Basses Richesses) und die Gummirübenkrankheit in Zuckerrüben, verbreiten. Die Etablierung dichter, wissenschaftlich fundierter Überwachungsnetzwerke für Schädlinge und ihre Ökosysteme hat zur Entwicklung effektiver Warnsysteme geführt. Diese ermöglichen schnelle und datengestützte Reaktionen auf Schädlingsbedrohungen durch gezielte Abwehrmaßnahmen.

Der Blattfleckenkrankheit der Zuckerrübe (Cercospora beticola) ist unverändert hohes Schadpotenzial zuzuordnen. Ein Ziel in der Behandlung von Cercospora ist nebst Effektivität der Bekämpfung der Einsatz verminderter Wirkstoffmengen. Unter diesen Gesichtspunkten wurden neue Wirkstoffe auf ihre Eignung zur Bekämpfung der Blattfleckenkrankheit getestet. Ebenso bieten neue Zuckerrübengenetiken mit hoher Toleranz gegenüber dieser Krankheit Perspektiven. Vor allem das Einsparungspotenzial von Fungiziden gilt hier als wertvoller Beitrag zu einer nachhaltigeren Produktion.

Ein weiterer Aufgabenbereich umfasst die Anstrengungen bezüglich Dekarbonisierung und der Reduktion klimarelevanter Gase, um Scope 3-Emissionen zu reduzieren. Eines dieser Gase ist Lachgas, welches überproportional zum Treibhauseffekt beiträgt. Die Forschungsanstrengungen konzentrieren sich auf die Erarbeitung valider Daten, um die Dimension von Lachgasemissionen richtig einschätzen zu können und Kulturmaßnahmen bei Bedarf darauf abzustimmen.

Technologie

Im Fokus der AGRANA-Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stehen auch die Minimierung des Energieverbrauchs und die Steigerung der Ausbeute an Zucker. So ermöglicht der gezielte Einsatz von Enzymen eine signifikant höhere mechanische Abpressung extrahierter Rübenschnitzel, wodurch weniger Erdgas bei der Wasserverdampfung in der Trocknung zur Erzeugung von Futtermittel-Rübenpellets aufgewendet werden muss. Darüber hinaus werden spezifische Optimierungen an den jeweiligen Standorten im Bereich der Zuckerkristallisation, insbesondere bei der Rohzucker- und Nachproduktarbeit, vorgenommen. Die Zielsetzung ist, größere und damit besser abtrennbare Kristalle zu erhalten und die Melasseerschöpfbarkeit zu maximieren, wodurch die Zuckerausbeute erhöht wird. Diese Prozessschritte werden durch entsprechende Schulungsmaßnahmen begleitet. Um die Digitalisierung voranzutreiben, werden bildgebende Verfahren und spektrometrische Methoden entwickelt und im industriellen Maßstab erprobt. Auf diese Weise kann die Qualität der angelieferten Rüben bzw.# Personal- und Sozialbericht

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 9.047 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.932 Mitarbeitende), davon 2.558 (Vorjahr: 2.486) in Österreich und 6.489 (Vorjahr: 6.446) international. Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:

Durchschnittliche Mitarbeitenden- anzahl (Köpfe) Durchschnittliche Anzahl an FTEs¹ Mitarbeitende (Köpfe) zum Bilanzstichtag
Segment **2023 24**
Frucht 5.814 5.796
Stärke 1.201 1.183
Zucker 2.032 1.953
Konzern 9.047 8.932

Im Geschäftsjahr 2023|24 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.876 FTEs (Vorjahr: 8.730 FTEs) beschäftigt.

Im Segment Frucht erhöhte sich die Personalanzahl aufgrund neuer strategischer Zielsetzungen, einer längeren Saison und der Übernahme von Leiharbeitskräften. Der Personalanstieg im Segment Stärke ist auf eine geschäftsbedingte Erhöhung der FTEs v.a. für die Umsetzung von strategischen Initiativen und Projekten zurückzuführen. Ebenfalls zeigten die verstärkten Recruiting-Aktivitäten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr Wirkung. Im Segment Zucker haben ein erhöhtes Produktionsvolumen zusammen mit einer längeren Kampagne sowie die Besetzung von vakanten Stellen und neuen Positionen zu einem Personalzuwachs geführt.

Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft² betrug per 29. Februar 2024 43 Jahre (Details zur Altersstruktur siehe GRI-Index, Seite 215ff). 30,7 % (Vorjahr: 30,3 %) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 63,0 % (Vorjahr: 64,9 %). Die Fluktuation³ im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2023|24 14,3 % (Vorjahr: 16,1 %). Dies entsprach 1.009 Abgängen. Der Anteil der Beschäftigten mit einem Teilzeitvertrag⁴ lag bei 3,9 % bzw. entsprach er 363 Köpfen zum Bilanzstichtag (Vorjahr: 4,2 %). Der Anteil der Leiharbeitskräfte⁵ lag bei 5,4 % bzw. entsprach er 485 Mitarbeitendenköpfen im Jahresdurchschnitt (Vorjahr: 5,1 %).

¹ Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalents)
² Mitarbeitende in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften
³ Fluktuation = Summe im Geschäftsjahr gemeldeter Austritte von unbefristeten AGRANA-Mitarbeitenden ÷ durchschnittliche Anzahl (Köpfe) unbefristeter AGRANA-Mitarbeitender
⁴ Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen per 29. Februar 2024
⁵ Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen im Geschäftsjahresdurchschnitt

Personalmanagement

Im Fokus der Personalstrategie von AGRANA steht die Schaffung eines unternehmerischen Umfeldes, das es den Mitarbeitenden ermöglicht, die beste Leistung zu erbringen und nachhaltiges sowie unternehmerisches Denken und Handeln zu leben. Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und offene Kommunikation bilden unverzichtbare Teile der Unternehmenskultur, was aufgrund des internationalen und von kultureller Diversität geprägten Umfeldes von großer Bedeutung ist und AGRANA zu einem attraktiven Arbeitgeber für aktuelle und potenzielle Mitarbeitende macht. Wertorientierte Führung und Kooperation bilden den Grundstein für AGRANAs Attraktivität am Arbeitsmarkt und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

AGRANA-Mitarbeitende im Rahmen der GRI-Berichtsgrenzen⁶ zum Bilanzstichtag 29. Februar 2024⁷

Segment Befristete Dienst- verhältnisse⁸ Unbefristete Dienstverhältnisse Angestellte im Management⁹ Davon Executive Leadership¹⁰
Gesamt Frauen Arbeiter Frauen
Frucht 1.903 71,0 % 2.586 23,2 %
Stärke 45 24,4 % 727 12,2 %
Zucker¹¹ 199 22,1 % 972 16,4 %
Konzern 2.147 65,5 % 4.285 19,8 %

⁶ Siehe GRI-Berichtsgrenzen Seite 43
⁷ Vorjahr siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2023|24, Seite 215
⁸ Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeitende
⁹ Managementfunktionen der 1., 2. und 3. Berichtsebene
¹⁰ 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)
¹¹ Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeitenden der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Diversität, Chancengleichheit und Inklusion

Bereits seit 2019 gibt es im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen eine Initiative, um Diversität, Chancengleichheit und Inklusion im Unternehmen sicherzustellen. Der Grund für die Initiative liegt nicht nur in einer Verbesserung des allgemeinen Betriebsklimas, sondern auch im Wissen, dass mehr Diversität AGRANA dabei hilft, innovativer zu sein, Risiken für das Unternehmen frühzeitig zu erkennen und die Entscheidungsqualität zu verbessern. Das Thema gewinnt aufgrund regulatorischer Anforderungen auch auf Kundenseite an Bedeutung, was sich in gezielten Fragen nach dem Umgang mit Diversität, Chancengleichheit und Inklusion bei AGRANA widerspiegelt. Seit Anfang 2023 besteht auf Gruppenebene eine gemeinsame DE&I Strategie und alle Segmente bzw. Geschäftsbereiche sind dazu eingeladen, Maßnahmen in diesem Bereich umzusetzen. Im Rahmen dieser Strategie wurde eine umfassende DE&I Statuserhebung gemeinsam mit dem deutschen „Frauen-Karriere-Index“ durchgeführt und daran gearbeitet, das Netzwerk an lokalen „Botschaftern“ für mehr Diversität, Chancengleichheit und Inklusion, welches im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bereits besteht, auf die gesamte Gruppe auszudehnen.

Im Segment Zucker hat AGRANA eine Kooperation mit der Gemeinschaft der Roma in Ungarn ins Leben gerufen. Im November 2023 fand das erste gruppenweite Treffen der DE&I Botschafter mit dem Ziel, Erfahrungen und Best Practices auszutauschen und in Workshops gemeinsam an strategischen DE&I Themen zu arbeiten, statt. Am 3. Dezember 2023, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, setzte auch AGRANA ein Zeichen mit der Teilnahme an der internationalen „Purple Light Up“ Initiative. Die Initiative ist eine weltweite Bewegung, die darauf abzielt, das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen zu stärken und deren Inklusion in verschiedenen Lebensbereichen zu fördern, insbesondere am Arbeitsplatz.

In diesem Zusammenhang betrachtet AGRANA die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen nicht nur als soziale Verantwortung, sondern auch als strategische Chance. Diese Überzeugung spiegelt sich in verschiedenen Unternehmensbereichen, von personalpolitischen Maßnahmen bis zur Erschließung neuer Kundengruppen, wider.

Als attraktiver Arbeitgeber legt AGRANA besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden, um deren Potenziale zu erkennen, zu fördern und die fortwährende Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Ein globaler Talent- Managementprozess, in dessen Zentrum strukturierte Zielvereinbarungen und Feedbackgespräche der Führungskräfte mit ihren Mitarbeitenden stehen, ermöglicht es AGRANA, eine vorausschauende Nachfolgeplanung zu sichern. Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und stabilisiert sowie neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem werden die Effizienz der Personalprozesse professionalisiert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.

(Variable) Vergütung

Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der AGRANA-Personalstrategie und stellt einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Ein Projekt zur Evaluierung eines potenziellen Gender Pay Gaps soll zukünftig eine faire Bezahlung von Mitarbeiterinnen sicherstellen. Die AGRANA-Vergütungspolitik orientiert sich an den jeweiligen Rollen und Marktgegebenheiten und soll AGRANA als interessanten Arbeitgeber positionieren. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Managementsystem zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2023|24 unterlagen 10,4 % (Vorjahr: 10,7 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.

Arbeitgeberattraktivität und -marke

In einer gruppenweiten Initiative zum Employer Branding wurde ein Arbeitgeber Claim erarbeitet, der AGRANA als Gruppe positioniert. In allen Geschäftsbereichen wurde mit Messen, Teilnahme an Universitäts- und Schulveranstaltungen sowie Tagen der offenen Tür die Nähe zu neuen Talenten gesucht und intensiviert.# Personalentwicklung und Weiterbildung

Bei AGRANA stehen die Mitarbeitenden mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten im Mittelpunkt. Deshalb ist es für AGRANA umso wichtiger, die Potenziale der Mitarbeitenden zu erkennen, zu fördern und in Talentmanagement zu investieren. Regelmäßige Gespräche über Zielsetzung und Zielerreichung zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften bilden die Basis und ermöglichen bedarfsgerechte fachliche Schulungen. Mit gezielten Programmen fördert AGRANA den stetigen Ausbau und Transfer von Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden. AGRANAs Bestrebungen in der Personalentwicklung verbessern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sie tragen auch zur Motivation und zum Engagement der Mitarbeitenden bei.

Ein wichtiger Hebel in jeglicher Organisationsentwicklung sind Führungskräfte. Ein wichtiger Schritt ist es daher, Führungskräften die nötige Unterstützung zu bieten und Werkzeuge an die Hand zu geben, um die erste Ansprechperson im Thema Personalentwicklung der Mitarbeitenden zu sein. Die AGRANA-Geschäftsbereiche legten daher dieses Geschäftsjahr umso mehr Fokus auf Leadership Development Initiativen.

Mithilfe eines stetig wachsenden Angebots an „online-on-demand“-Lehr- und Lerninhalten ermöglicht AGRANA den Mitarbeitenden zeit-, sprachen- und standort-unabhängige Schulungsprogramme im Rahmen innovativer Digitalformate. Auf einer digitalen Lernplattform können interne Experten zudem zielgruppenspezifische Lernpfade erstellen und zu unternehmensspezifischen Themen weiterbilden. In diesem Geschäftsjahr haben sich in diesem Personalentwicklungsansatz rund 1.090 Lernende weiterbilden können.

Weiterbildung findet bei AGRANA aber nicht nur online, sondern auch wieder vermehrt in Präsenz statt. Indem Mitarbeitende aller Segmente in Trainings zusammengebracht werden, steigern wir den persönlichen Austausch zu verschiedenen Ansätzen und Perspektiven. Hier sind besonders mehrtägige Trainings zum strategischen Wissensmanagement, zum Projektmanagement sowie zum Finanzwissen für Mitarbeitende außerhalb von Finanzabteilungen zu erwähnen. Zusätzlich wurden für eine erste Gruppe von Führungskräften „Unconscious Bias Trainings“ zum Begegnen kognitiver Verzerrungen angeboten.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 103 Lehrlinge (davon weiblich: 23 bzw. 22,3 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 75 Lehrlinge (davon weiblich: 11 bzw. 14,7 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien, Brasilien, Tschechien und der Slowakei, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 28 Lehrlinge (davon weiblich: 12 bzw. 42,9 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Chemieverfahrenstechnik, Elektrotechnik, Industrielehre, Informationstechnologie, Labortechnik (Chemie), Lebensmitteltechnik, Logistik, Maschinenbautechnik, Mechatronik, Metalltechnik, Technisches Zeichnen, Einkauf, Personaldienstleistung sowie Bürokaufmann/-frau.

Um die Attraktivität, unter anderem von Lehrberufen, zu steigern und um Schülerinnen und Schülern sowie jungen Menschen allgemeine Berufschancen in technischen und kaufmännischen Berufen aufzuzeigen, wurden an diversen Standorten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um durch die Kooperation mit Ausbildungsinstituten näher mit potenziellen Lehrlingen und jungen Mitarbeitenden in Kontakt zu treten. Daneben nahmen Standorte sowohl digital als auch vermehrt in Präsenz an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von (Lehr)-Berufen teil, zusätzlich wurden bestimmte Werke von Besuchern und Besucherinnen aus Bildungseinrichtungen besichtigt. Zudem wurden Lehrlingen Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Weiters wurde die Präsenz in den sozialen Medien und auch in den klassischen Print-Medien intensiviert.

Trainingsstunden der AGRANA-Mitarbeitenden¹ im Geschäftsjahr 2023|24 und 2022|23

| | 2023|24 | | | | 2022|23 | | | |
|------------------------|---------------------------------------------|--------|--------|--------|---------------------------------------------|--------|--------|--------|
| | Trainingsstunden pro Mitarbeitendem (Durchschnitt) | Anteil der Mitarbeitenden, die ein Training absolvierten | Trainingsstunden pro Mitarbeitendem (Durchschnitt) | Anteil der Mitarbeitenden, die ein Training absolvierten |
| Segment | Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | Männer | Frauen |
| Frucht | 20,5 | 20,5 | 20,4 | 94,2 % | 19,5 | 19,5 | 19,6 | 94,0 % |
| Arbeiter | 16,7 | 17,5 | 13,9 | 93,5 % | 16,4 | 17,5 | 12,9 | 92,2 % |
| Angestellte | 26,5 | 27,6 | 25,2 | 95,3 % | 24,4 | 24,2 | 24,6 | 96,9 % |
| Stärke | 14,9 | 13,3 | 19,5 | 100,0 %| 12,7 | 13,6 | 10,1 | 80,2 % |
| Arbeiter | 15,4 | 14,0 | 25,2 | 100,0 %| 13,6 | 14,1 | 10,2 | 69,2 % |
| Angestellte | 14,1 | 11,5 | 17,0 | 100,0 %| 11,1 | 12,1 | 10,0 | 100,0 %|
| Zucker² | 26,0 | 26,6 | 24,4 | 99,2 % | 19,1 | 19,5 | 17,8 | 98,2 % |
| Arbeiter | 24,5 | 25,2 | 20,9 | 99,4 % | 19,7 | 20,5 | 15,8 | 98,0 % |
| Angestellte | 28,0 | 29,2 | 26,3 | 99,0 % | 18,1 | 17,6 | 18,9 | 98,4 % |
| Konzern | 20,9 | 20,8 | 21,2 | 96,4 % | 18,3 | 18,4 | 17,9 | 92,8 % |
| Arbeiter | 18,3 | 18,7 | 16,5 | 96,0 % | 16,7 | 17,6 | 13,1 | 89,6 % |
| Angestellte | 25,0 | 25,7 | 24,2 | 97,0 % | 20,8 | 20,5 | 21,0 | 97,8 % |

¹ Mitarbeitende im befristeten und unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
² Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt

Der Anteil der verpflichtenden Trainingsstunden (inklusive Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Compliance-Schulungen etc.) betrug im Geschäftsjahr 2023|24 53,1 %. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2023|24 auf rund 3,5 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €), was 1,1 % (Vorjahr: 0,7 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für die Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen und Beinaheunfällen.

In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine – wenn auch unterschiedlich ausgestaltete – gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten.

Mitarbeitende sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.

Die AGRANA-Gruppe erhebt neben den gesetzlich vorgeschriebenen lokalen Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Berichtspflichten (z.B. an Versicherungsträger) seit vielen Jahren monatlich, weltweit einheitlich definierte, Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit. Damit wird eine bessere konzernweite Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen gewährleistet und die Basis für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen und Zielen im Rahmen der Programme in den Geschäftssegmenten bzw. -bereichen geschaffen.

Arbeitssicherheitskennzahlen der AGRANA-Gruppe¹ im Geschäftsjahren 2023|24, 2022|23 und 2021|22

Segment Verletzungsrate² Rate schwerer Verletzungen³ Rate der Todesfälle aufgrund schwerer Verletzungen
Gesamt Männer Frauen
**2023 24**
Frucht 1,1 1,3 0,7
Stärke 2,2 2,4 1,7
Zucker 1,5 1,8 0,7
Konzern 1,3 1,6 0,8
**2022 23**
Frucht 1,0 1,3 0,6
Stärke 3,9 4,5 1,9
Zucker 2,3 2,5 2,0
Konzern 1,6 2,1 0,9
**2021 22**
Frucht 1,1 1,5 0,5
Stärke 2,3 2,7 0,8
Zucker 1,9 2,4 0,8
Konzern 1,4 1,9 0,6

¹ Mitarbeitende im befristeten und unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
² Verletzungsrate = (Gesamtanzahl zu dokumentierender Unfälle⁵ ÷ Gesamtarbeitszeit⁶) x 200.000⁷
³ Rate schwerer Verletzungen = (Gesamtanzahl schwerer Verletzungsfälle⁴ ÷ Gesamtarbeitszeit⁶) x 200.000⁷
⁴ Eine Verletzung ist als schwer zu betrachten, wenn keine vollständige Erholung bzw. Genesung innerhalb von sechs Monaten nach dem Unfall erfolgt.
⁵ In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag, an dem der/die Mitarbeitende aufgrund des Vorfalls dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegunfälle).
⁶ Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden.# Erklärung Faktor 200.000

Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über Unternehmensgrenzen hinweg dienen. Dieser entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeitende (40 x 50 x 100). Damit versucht man die durchschnittliche unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeitende umzurechnen.

Kontraktoren

Als Kontraktoren werden alle Personen, die an AGRANA-Standorten verunfallen, aber keine AGRANA-Mitarbeitenden sind, bezeichnet. Im Geschäftsjahr 2023|24 ereigneten sich keine tödlichen Arbeitsunfälle (Vorjahr: keine Todesfälle). Im Berichtsjahr 2023|24 ereigneten sich 119 Arbeitsunfälle (Vorjahr: 154) in der AGRANA-Gruppe¹. Weiters ereigneten sich sieben Unfälle von Kontraktoren⁸ (Vorjahr: sieben Unfälle), die aus organisatorischen Gründen nicht in den Arbeitssicherheitskennzahlen enthalten sind.

Art und Anzahl der Arbeitsunfälle 2023|24

  • Prellungen, Quetschungen, Schürfwunden (37)
  • Rutschen/Stürzen/Fallen mit Folgeverletzungen (33)
  • Schnitt- und Stichverletzungen (14)
  • Verbrennungen und Verbrühungen (14)
  • Verletzungen durch falsches Heben, Tragen oder Lagern (13)
  • Dienstliche Wegeunfälle (0)
  • Augenverletzungen (5)
  • Sonstige (3)

Der jährlich einberufene zentrale Arbeitsschutzausschuss dient den Arbeitssicherheitsbeauftragten der europäischen Standorte, den verantwortlichen Geschäftsführern, Personalverantwortlichen und Vertretern der Mitarbeitenden zum überregionalen und funktionsübergreifenden Austausch zu Sicherheits- und Gesundheitsthemen, wie z.B. der Analyse ausgewählter Unfälle bzw. Unfallarten (auch an außereuropäischen Standorten) und der Diskussion weiterer Maßnahmen zur Unfallvermeidung. Im international tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bestehen ebenfalls funktional divers zusammengesetzte Arbeitsgruppen und Beratungsgremien, die das Arbeitssicherheitsprogramm „Safety First“ des Bereiches zum Vorreiterprogramm in Sachen Arbeitssicherheit in der AGRANA-Gruppe gemacht haben.

101 Personal- und Sozialbericht

Arbeitssicherheitsziele der AGRANA-Gruppe¹ im Geschäftsjahr 2023|24 und Ziele der Folgejahre

| Segment | Ziel 2026|27 # Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • Ein konzernweites operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und das folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • Das Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die Risiken über den finanziellen Planungshorizont von fünf Jahren in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der „Monte-Carlo-Simulation“, ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnten. Darüber hinaus dienen die Ergebnisse aus der „Monte-Carlo-Simulation“ als Basis einer liquiditätsbasierten Analyse der Risikotragfähigkeit. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet. Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung wird ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor. Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten. Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

104

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch aus nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Der Vorstand bezieht bei der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie Aspekte der Nachhaltigkeit und der damit verbundenen Chancen und Risiken in Bezug auf Klimawandel, Umwelt, soziale Belange und Corporate Governance mit ein.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten (siehe dazu auch Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 44f), die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Wie im Vorjahr waren die Beschaffungsmärkte für Energie im Geschäftsjahr 2023|24 von sehr volatilen Preisentwicklungen gekennzeichnet. Die zukünftige Preisentwicklung der Energieträger kann einen bedeutenden Einfluss auf die Profitabilität von AGRANA haben. Zur Fixierung von Energiepreisen werden Gas- und Stromvolumina in einem bestimmten Ausmaß über einen mittelfristigen Zeithorizont gesichert.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und diesen entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich, werden beschaffungsseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken zentral gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen. Dem Risiko schwankender Energiepreise wird anhand von frühzeitiger Absicherung im Energieeinkauf entgegengewirkt.

Im Segment Stärke sind Mais und Weizen die Hauptrohstoffe. Daneben sind auch die Energiekosten wesentlicher Teil der Herstellkosten. Die Möglichkeit, Beschaffungspreisschwankungen den Kunden weiterzugegeben, ist vom Produkt bzw. der Branche abhängig. Bei Stärken und Nebenprodukten führen Beschaffungspreisveränderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch Rohstoff- und Energiepreisrisiken teilweise kompensiert werden („Natural Hedge“). Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform „Platts“ ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei den Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen. Die Versorgung mit Rohstoffen kann durch Beschaffung auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten weitgehend als gesichert betrachtet werden. Die Versorgung mit Spezialrohstoffen wird durch Kontraktanbau und Lieferverträge in adäquatem Ausmaß sichergestellt. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des regelmäßigen Reportings und werden an den AGRANA-Vorstand berichtet.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohr-Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus – im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte – für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Die Verfügbarkeit von Zuckerrüben gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die finalen Rübenpreise teilweise vom Zuckerverkaufspreis abhängen. Mitte Jänner 2024 wurde durch die Bundesagentur für Ernährungssicherheit (BAES) eine Notfallzulassung für

105

Risikomanagement das insektizide Beizmittel „Buteo start“ (Wirkstoff Flupyradifuron) für die Anwendung auf der Saatgutpille ausgesprochen. Damit sind die Rübenpflanzen im frühen Entwicklungsstadium gegen einen Befall des Rübenerdflohs geschützt. Ebenso ist eine Teilwirkung gegen den Rübenderbrüssler gegeben. Mögliche zukünftige Streichungen von nationalen gekoppelten Prämien für den Anbau von Rüben an Landwirte in den Anbauregionen von Ungarn, Rumänien, Tschechien und der Slowakei werden sich negativ auf das Einkommen der lokalen Landwirte auswirken und können ein Preis- und/oder Mengenrisiko für AGRANA darstellen. Für die Raffinationsstandorte in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus den Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU und die CEFTA-Länder ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert, sofern keine Fixpreise vereinbart sind. Darüber hinaus werden auch Industriekontrakte ohne Fixpreisvereinbarung mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand. Die Produktionsvorgänge, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, sind energieintensiv.# Konzernlagebericht

Krieg in der Ukraine

AGRANA investiert fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen sowie den Umstieg auf emissionsärmere bzw. erneuerbare Energieträger. Für die eingesetzten Energieträger werden teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch kurzfristig stillgelegt. Nach kurzer Zeit konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden und wurde mit Anpassungen an die aktuelle Sicherheitslage weitergeführt. Rund 5 % der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen.

Die Produktion von Fruchtzubereitungen in der Ukraine war im Geschäftsjahr 2022|23 auf ein Niveau von rund 50 % vor Kriegsausbruch gesunken. Der Rückgang war v.a. auf den Wegfall der Exportmärkte sowie einen Rückgang des Binnenkonsums zurückzuführen. Im Berichtsjahr 2023|24 wuchs das Geschäft auf ca. 70 % des Vorkrisenniveaus – hauptsächlich durch die Wiederaufnahme des Food Service-Geschäftes, aber auch durch erhöhte Nachfrage bei den ukrainischen Molkereikunden.

Die Verarbeitung von frischen Früchten lag nach einer sehr guten Ernte 2022 im Jahr 2023 etwas unter dem Vorkriegsniveau, was weniger auf den Krieg als auf allgemeine Schwankungen des Marktes zurückzuführen war. Das Geschäft der landwirtschaftlichen Farm in Luka lief in ähnlichem Ausmaß wie vor dem Krieg weiter. Auf der Kundenseite bleibt das Risiko von Zahlungsausfällen weiterhin erhöht und ist auch über entsprechende Rückstellungen abgebildet. Bisher gab es nur kleinere Zahlungsausfälle.

Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in der Ukraine verlief trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfreulich und die produzierten Mengen des Vorjahres sowie die geplanten Mengen konnten übertroffen werden. Die gesamte Produktion aus der Ernte 2023|24 wurde intern an die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, verkauft und in der Folge von Österreich aus vermarktet und ausgeliefert.

In Russland bewirkt der Ukraine-Krieg maßgebliche Verschiebungen des Marktumfeldes. Während globale Marken Absatzrückgänge verzeichnen bzw. westliche Unternehmen das Land verlassen haben, profitieren lokale Unternehmen von dieser Entwicklung, weil sie dieses Geschäft, z.B. als neue Eigentümer, übernehmen. Auch bei AGRANAs größten Kunden waren in dieser Hinsicht im letzten Geschäftsjahr massive Veränderungen zu beobachten. Aufgrund der implementierten Sanktionen gestaltet sich die Belieferung des russischen Werkes mit Importgütern zunehmend herausfordernd. Die Warenströme haben sich einkaufsseitig weg von Europa hin Richtung Asien bewegt. Davon betroffen waren neben Früchten auch Stabilisatoren, Verpackungsmaterialien und maschinelle Ersatzteile.

Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen (siehe dazu auch Konzernanhang, Seite 148ff). Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko durch Cyber- und Sabotageattacken mit sich.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten können die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.

Die Europäische Kommission hat in ihrem „Agrarausblick 2023-2035“ die makroökonomischen Annahmen für den Zuckerrübenmarkt in der EU veröffentlicht. Als die wichtigsten Faktoren wurden der Klimawandel, die Verbrauchernachfrage und die sich entwickelnde Struktur des Agrarsektors genannt. Aber auch geopolitische Instabilität und Inflation wirken sich auf die Agrarmärkte und die Rentabilität der Lebensmittelindustrie aus. Wie auch im Jahr 2023 beobachtbar erhöhen sich die Häufigkeit und die Schwere von sehr warmen Wetterperioden, Starkniederschlägen und Dürren durch die Klimaveränderungen. Nach einem nassen Frühjahr, gefolgt von Hitzewellen und starken Regenfällen, nahm das Auftreten von Schädlingen und Krankheiten zu, was in einigen Teilen der EU die Zuckerrübenerträge beeinträchtigte. Zudem beeinflussten starke Regenfälle, Schneefall und Frost auch die Rübenernte in einigen Regionen Zentraleuropas. Dies führte zu Verzögerungen und Qualitätseinbußen bei den Rüben und wirkte sich damit ebenfalls direkt negativ auf die Erträge und die Produktionseffizienz aus. Es wird erwartet, dass die Zuckerrübenerträge in der EU aufgrund der häufigeren negativen Wetterereignisse und der einsetzbaren Pflanzenschutzmittel langsam zurückgehen werden. Reduzierte Rübenflächen und Hektarerträge würden die Zuckerproduktion begrenzen.

Der Anstieg der Inflation führte zu einem Rückgang der Kaufkraft und des Zuckerkonsums, insbesondere bei Premiumprodukten. Der Inflationseffekt ist auch in Ländern mit einem niedrigeren Pro-Kopf-BIP und damit einem niedrigeren Einkommen pro Haushalt stärker ausgeprägt. In Anbetracht des erwarteten Rückgangs der EU-Bevölkerung und des anhaltenden Trends eines rückläufigen Pro-Kopf-Zuckerkonsums wird sich der Abwärtstrend beim Zuckerverbrauch in der EU bis 2035 voraussichtlich fortsetzen.

Seit der Invasion Russlands profitiert die landwirtschaftliche Produktion der Ukraine von einem zunächst bis 5. Juni 2024 befristeten, zollfreien Zugang in die EU. Infolgedessen stiegen die Einfuhren von Weißzucker aus der Ukraine im Jahr 2023 um das Zwanzigfache im Vergleich zur Einfuhrquote (20.070 Tonnen pro Jahr) vor dem Krieg auf über 400.000 Tonnen pro Jahr. Als Gegenmaßnahme tritt für den Zeitraum 6. Juni 2024 bis 5. Juni 2025 eine EU-Sonderregelung in Form einer Einfuhrbeschränkung für sensible Produkte, u.a. Zucker, in Kraft (siehe auch Segment Zucker, Seite 89).

In Anbetracht der oben genannten Trends und Prognosen ist AGRANA bestrebt, sich kontinuierlich an die Marktentwicklungen anzupassen und eine führende Position in Bezug auf relative Wettbewerbsfähigkeit einzunehmen. Mittelfristige Strategien im Rahmen der strategischen Ziele zielen auf die Stärkung der Marktposition und das Streben nach operativer Exzellenz ab. AGRANA verfolgt zur Stärkung ihres Kerngeschäfts und zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Maßnahmen, um die bestehenden Volatilitäten abzufangen und eine stabile Ertragslage zu erzielen. Auch werden Investitionen in den Aufbau von neuen Absatzmärkten im Bereich Fruchtzubereitungen und „Brown Flavors“ („Braune Geschmacksrichtungen“ wie Schokolade, Karamell, Toffee und Nougat) vorgenommen. Die allgemein angespannte globale politische Situation (zum Krieg in der Ukraine siehe Seite 106) und ihr Einfluss auf das Marktumfeld und insbesondere das Kaufverhalten können sich aber negativ auf das Segment Frucht auswirken. Speziell die Länder China, Argentinien und die Türkei stehen aufgrund der volkswirtschaftlichen Entwicklungen unter ständiger Beobachtung.

Risikomanagement

IT-Risiken

AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche 107 Konzernlagebericht Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann.

Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.

Mitarbeitende

Die AGRANA-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ein attraktiver Arbeitgeber auf regionaler und globaler Ebene zu sein und einen ansprechenden Arbeitsplatz mit Entwicklungsmöglichkeiten für qualifizierte Mitarbeitende zu bieten. Der gemeinsame Erfolg als „Team AGRANA“ ist die Grundlage für Zufriedenheit und Bindung von Mitarbeitenden sowie die nachhaltige Unternehmensentwicklung. Arbeitssicherheit steht an oberster Stelle. Fachexperten an allen Standorten arbeiten in einem globalen Netzwerk, um Best Practices zu teilen und diesen Anspruch sicherzustellen. Lokale Gesundheitsinitiativen ergänzen diesen Fokus.

Der anhaltende Mangel an Fachkräften sowie sich verändernde Arbeitsplätze und daraus resultierende Auswirkungen auf die Zusammenarbeit bilden derzeit die unmittelbarsten Risiken und werden AGRANA in den nächsten Jahren begleiten. Besonders in den technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie im IT-Bereich ist hier eine Veränderung des Arbeitsmarktes in Richtung eines „Arbeitnehmermarktes“ zu beobachten.# Konzernlagebericht

Eine Initiative zur Analyse und Optimierung des Vergütungssystems soll Verbesserungen und Erleichterungen bringen. Die Förderung von interner Entwicklung flankiert diese Maßnahme. Gleichzeitig ist AGRANA im Rahmen ihrer Arbeit im Bereich Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion bemüht, Arbeitsplätze, u.a. für Frauen, attraktiver zu gestalten und Talent und Wissen im Unternehmen zu halten. Intensive lokale und regionale Personalmarketingmaßnahmen, die Förderung der Nachwuchsausbildung sowie die Anpassung von Arbeitszeitmodellen bilden die rahmengebenden Maßnahmen für eine intensive Unterstützung der Führungskräfte zu den Themen Remote-Führung, hybrider Team-Arbeit, Nachfolgeplanung und Veränderungsmanagement. Flexibilisierung bedeutet gleichzeitig eine größere Verantwortung in Bezug auf Arbeitsbelastung und Trennung von Arbeitszeit und persönlicher Zeit. Individuelle Unterstützung durch die jeweilige Führungskraft, aber auch das Human Resources-Team und externe Coaches, steht hier im Vordergrund.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 88f im Segment Zucker berichtet.

Die gemeinsame Agrarpolitik für den Zeitraum 2023-2027 trat am 1. Januar 2023 in Kraft und beinhaltet einen ehrgeizigen „grünen Ansatz“ für die EU-Landwirtschaft, eine kurze Lieferkette „vom Feld bis auf den Tisch" und die Einführung neuer und strenger Regeln für den Umweltschutz sowie die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks. Die Unterstützung für die EU-Landwirtschaft durch die Politik ist immer noch hoch, doch die Inflation könnte die Effizienz dieser Ausgaben untergraben und zusätzliche Unterstützung erforderlich machen. Die von der Lebensmittelindustrie und den Endverbrauchern so sehr geforderte nachhaltige Bewirtschaftung und Verarbeitung ist mit viel höheren Kosten verbunden als ursprünglich geplant und birgt die Gefahr, dass die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten verloren geht. Im Jahr 2024 steht der EU ein Wahljahr bevor, sodass das Jahr 2024 zu einer entscheidenden Änderung der politischen Agenda des Parlamentes und des Rates führen könnte. Politische Veränderungen könnten wiederum dazu führen, dass die Prioritäten beispielhaft beim Green Deal neu gesetzt werden.

Freihandelsabkommen

Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.

Konzernlagebericht

Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) erzielten im Juni 2019 eine grundsätzliche, politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen. Derzeit laufen jedoch weiterführende Gespräche zur Stärkung von Nachhaltigkeitsaspekten. Nach einer Einigung ist die Vorlage zur Zustimmung an den Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament vorgesehen. Die entsprechende Zustimmung ist die Basis für den nachfolgenden Prozess der Ratifizierung und Befürwortung der nationalen Parlamente. Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.

EU Green Deal

Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel, innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um 55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990. Anfang Februar 2024 empfahl die EU-Kommission aufgrund der hohen Kosten von zu langsamem Handeln eine Beschleunigung der Emissionsreduktionsziele und schlug eine Senkung der THG-Emissionen bis 2040 um mindestens 90 % im Vergleich zu 1990 vor. Nach den Europawahlen im Juni 2024 wird es Aufgabe der nächsten EU-Kommission sein, einen Gesetzesvorschlag für die Festlegung des Klimaziels für 2040 vorzulegen. Abgesehen von den Klimaambitionen werden unter dem Green Deal alle legislativen Bereiche auf ihren Einklang mit dem Ziel der Klimaneutralität überprüft. Direkt relevant für die energieintensiven Standorte der AGRANA-Gruppe sind die Revisionen der Industrieemissions-Richtlinie und der Emissionshandels-Richtlinie. Indirekt relevant in diesem Zusammenhang ist auch der im Mai 2023 veröffentlichte und im Oktober 2023 in Kraft getretene CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism). Im Rahmen des Carbon Border Adjustment Mechanism werden ab dem Jahr 2026 Abgaben auf bestimmte Güter wie Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Strom, Düngemittel und Wasserstoff, bei deren Produktion außerhalb der EU THG-Emissionen ausgestoßen werden, fällig. In einer Übergangsphase ab 2023 müssen Importeure die Emissionsbelastung der Güter melden, aber noch keine entsprechenden Zertifikate erwerben. Die Inklusion von Düngemitteln in diese Liste könnte negative Auswirkungen auf die Düngemittelverfügbarkeit bzw. Preisgestaltung in Europa und damit auf die Verfügbarkeit und Preise der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffe haben. Daneben führen viele europäische Staaten Systeme der CO2-Bepreisung ein. Seit Oktober 2022 sind für Unternehmen in Österreich, die Kraftstoffe produzieren oder importieren, netto 30 € pro Tonne CO2 zu entrichten. Diese Kosten sollen bis 2025 auf 55 € pro Tonne angehoben werden. Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Um eine Doppelbelastung zu vermeiden, hat der Gesetzgeber Anlagen, die dem EU-Emissionshandel unterliegen, vom Anwendungsbereich des Nationalen Emissionszertifikatehandelsgesetz 2022 (NEHG) befreit.

Im Rahmen der Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten ist für definierte Importgüter wie u.a. Soja, Kaffee und Kakao nachzuweisen, dass diese Erzeugnisse sowohl entwaldungsfrei (d.h. auf Flächen, die nicht nach 31. Dezember 2020 entwaldet wurden) als auch legal (im Einklang mit allen im Erzeugerland geltenden einschlägigen Rechtsvorschriften) produziert bzw. gewonnen wurden. Die genannten Güter werden von AGRANA im Rahmen ihrer Handelstätigkeit bezogen bzw. im Segment Zucker in Instantprodukten und im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen verarbeitet. Die Sicherstellung von Entwaldungsfreiheit in der Lieferkette ist Arbeitsschwerpunkt im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie (siehe Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 48f).

Weitere für AGRANA, v.a. im Bereich ihrer Lieferkette, wichtige Arbeitspakete des Green Deals sind u.a. die „Farm to Fork“ bzw. „Vom Hof auf den Tisch“-Initiative, die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft sowie die Biodiversitätsstrategie.

Zur Steigerung der Nachhaltigkeit im Agrarbereich präsentierte die EU-Kommission im Juni 2022 einen Vorschlag zur zukünftigen Verwendung von Pestiziden. Der Vorschlag sieht vor, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 50 % reduziert werden soll. Darüber hinaus soll die Verwendung in sensiblen Gebieten (Natura 2000-Schutzgebiete) gänzlich untersagt werden. Der Vorschlag wurde intensiv diskutiert und stieß in der Mehrzahl der Mitgliedsstaaten auf Widerstand. Dies führte zur Rücknahme der seitens der Europäischen Kommission vorgelegten Sustainable Use Regulation (SUR).

Risikomanagement

Grundsätzlich ist eine sachliche Debatte um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig, pauschale prozentuelle Einsparungen von unterschiedlichen nationalen oder kulturspezifischen Ausgangswerten sind aber abzulehnen. Im Zusammenhang mit der Diskussion um Pflanzenschutzmittel ist auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 19. Jänner 2023 bezüglich des Verbotes von Notfallzulassungen für Neonicotinoide zu erwähnen. Der Einsatz von Neonicotinoiden in blühenden Kulturen ist zum Schutz von Bestäubern, speziell Bienen, abzulehnen und wissenschaftliche Bedenken sind ernst zu nehmen. Die Zuckerrübe blüht jedoch nicht und laut Studien der EFSA und anderer (UK Centre for Ecology & Hydrology) ist bei nichtblühenden Pflanzen von keiner Gefährdung von Bienen durch Neonicotinoide auszugehen. Dennoch beobachtet AGRANA zur Abschätzung möglicher Auswirkungen von Neonicotinoid-Rückständen das Bienenmonitoring der AGES. Bisher zeigte das Monitoring keine bienengefährdenden Auswirkungen. Ohne wirksamen Pflanzenschutz, v.a. gegen den in Ostösterreich auftretenden Rübenderbrüsselkäfer, ist die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe in der Fruchtfolge allerdings eingeschränkt. Durch das Totalverbot von Neonicotinoiden im Rübenanbau seit 2023 müssen andere, weniger effektive Wirkstoffe eingesetzt werden. Dies ist weniger effizient, hat eine potenzielle Ertragsreduktion sowie damit höhere Emissionsfaktoren pro Kilogramm Rübe zur Folge und stellt damit auch einen Umweltzielkonflikt dar. 2023, im ersten Anbaujahr ohne den Einsatz von Neonicotinoiden, gab es Flächenverluste von rund 6.000 Hektar durch Rübenderbrüsslerbefall. Durch Wiederanbau von Rüben auf rund 4.000 Hektar konnten die Verluste teilweise kompensiert werden. In das Anbaujahr 2024 startete AGRANA erfreulicherweise mit überdurchschnittlichen Kontrahierungsflächen.# EU Green Deal und EU-Taxonomie

Neben der Sicherstellung guter Umweltstandards stellt die Einhaltung sozialer Mindeststandards sowohl im eigenen Unternehmen als auch in der Lieferkette, die Deutschland im Rahmen des ab 2023 national anzuwendenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes bereits verabschiedet hat, auch für die EU-Kommission einen zukünftigen Arbeitsschwerpunkt im Rahmen der sogenannten Corporate Sustainability Due Diligence Directive dar. Dazu laufen bereits mehrere bereichsübergreifende Projekte, die durch die Compliance Abteilung gesteuert werden, um die Einhaltung der sozialen Vorgaben auch in der Lieferkette sicherzustellen. Ein weiteres wichtiges Kernelement des EU Green Deal zur Transformation in Richtung emissionsarmer Gesellschaft ist die Umlenkung von Finanzströmen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, die einen Beitrag zum Erreichen der sechs EU-Umweltziele, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, leisten. Im Sommer 2020 verabschiedete die EU mit der EU-Taxonomie ein Regelwerk, das Kriterien für den transparenten und nachvollziehbaren Ausweis nachhaltiger bzw. „grüner“ Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben definiert, die insbesondere einem der vorgenannten Umweltziele dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen, sowie die sozialen Mindeststandards einzuhalten. Im Juli 2021 wurden im Rahmen eines delegierten Rechtsaktes Vorgaben für einzelne Wirtschaftsaktivitäten und deren Beitrag zu den Umweltzielen eins und zwei veröffentlicht. Im Juni 2023 wurden die delegierten Rechtsakte für die Umweltziele drei bis sechs veröffentlicht, in denen einige Industrien, wie unter anderem die Lebensmittelindustrie entgegen erster Drafts ausgenommen blieben. Damit ist nun nur ein sehr geringer Teil der AGRANA-Geschäftstätigkeiten bzw. -Produkte von der EU-Taxonomie erfasst (siehe Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 55). Da bisher davon ausgegangen wurde, dass sich mit steigendem Anteil „grüner“ Umsätze, Investitionen oder Betriebsausgaben Vorteile bei der Finanzierung und den staatlichen Förderungen ergeben könnten, bleibt abzuwarten wie sich die Ausnahme einiger Industrien aus dem Steuerungsinstrument für den Finanz- und Kapitalmarkt zum Greening der Wirtschaft entwickeln wird. Aufgrund derzeit vieler noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien

Am 31. Oktober 2023 wurde die Änderung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Renewable Energy Directive III oder RED III) im Amtsblatt veröffentlicht. Die EU gibt damit vor, wie die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden sollen. RED III nimmt bei der Verwirklichung der Ziele des Green Deal, Klimaneutralität bis 2050 und Verringerung der Nettotreibhausgasemissionen bis 2030 eine wesentliche Rolle ein. Mit RED III werden nicht nur die EU-Ziele für den Anteil erneuerbarer 110 Konzernlagebericht Energien angehoben. Außerdem sollen Genehmigungsverfahren für den Ausbau von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen, Netzen und Energiespeichern verkürzt werden. Damit werden zum Teil auch die Ende 2022 mit der EU-Notfallverordnung temporär beschlossenen Beschleunigungsvorgaben für Genehmigungsverfahren dauerhaft ins europäische Recht übergeführt. RED III trat am 20. November 2023 in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen die meisten Vorgaben der Richtlinie bis 21. Mai 2025 national in den Bereichen Verkehr, Industrie, Gebäude sowie Wärme- und Kälteversorgung umsetzen. Im Jahr 2023 wurde in Österreich E10 schrittweise eingeführt, um einen wesentlichen Beitrag zum THG-Minderungsziel zu leisten. Die EU-Entscheidung vom Oktober 2022 über das Ende von Verbrennungsmotoren in neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2035 wurde von AGRANA verfolgt, stellt nach aktueller Einschätzung aber kein relevantes Risiko für die Bioethanolproduktion dar. Einerseits ist Bioethanol nur ein Produkt im Rahmen des Kreislaufwirtschaftskonzeptes der Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich, andererseits wird Bioethanol im Rahmen des Ausstiegs aus fossilen Produkten Verwendungsmöglichkeiten abseits des Einsatzes in Treibstoffen finden.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort. Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet. Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinssignals ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des „Cash Flow at Risk“ bzw. der „Modified Duration“ ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und dem Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Die wesentlichen Fremdwährungspositionen sind im Konzernanhang tabellarisch angeführt (Seite 193f). Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen 111 Risikomanagement inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert. Das Währungsrisiko wird durch den „Value at Risk“-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken

Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Kontrahenten- und Bankenrisiken

Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen global verteilt bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt. Die finanziellen Risiken werden im Konzernanhang im Kapitel Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Seite 178ff) im Detail erläutert.

Klimawandelrisiken und andere ESG-Risiken

Im Geschäftsjahr 2023|24 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt.# Konzernlagebericht

Risikomanagement

Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildete die Vorbereitung auf die Anforderungen im Rahmen der Einführung der Berichtsverpflichtungen nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSR-D) im Geschäftsjahr 2024|25. Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, verpflichtet die EU-Taxonomie und die ab dem nächsten Geschäftsjahr anzuwendende CSR-D analog zu den Empfehlungen der TCFD zur verstärkten Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken. Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v.a. operative Risiken im Rahmen der Rohstoffbeschaffung, siehe Seite 105f) ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und des konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystems fünf Jahre (Beschreibung siehe Kapitel Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, Seite 115). Die gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie im Geschäftsjahr 2022|23 durchgeführte Klimawandelszenarioanalyse für 53 Produktionsstandorte (siehe Geschäftsbericht 2022|23, Seite 11f) wurde im Berichtsjahr 2023|24 einer näheren Detailanalyse unterzogen. Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute „climate hazards“ als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Stürme, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante „chronische“ Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Gemäß den Ergebnissen stellen v.a. Wasserknappheit (Die Ergebnisse im Klimawandelszenario für Wasserknappheit wurden auf Grundlage der Datenbank „Aqueduct Global Maps 3.0 Data“ ermittelt. Auf Empfehlung von Experten sowie entsprechend dem aktuellen Entwurf der CSR-D berichtet AGRANA-Risikostandorte hinsichtlich Wasserstress [siehe GRI-Index, Seite 215ff] weiterhin nach den öffentlich, kostenfrei zugänglichen Bewertungsinstrumenten Aqueduct Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter). und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für die Produktionsstandorte dar. Die Ergebnisse der nachgelagerten Detailanalyse zeigten, dass sich die überwiegende Anzahl an Standorten im mittleren Risikobereich befinden, auch hier sind die Faktoren Dürre und oder Hitzewellen wie auch Wasserknappheit die häufigsten Risikoursachen. Nach der Detailanalyse blieb nur ein Risikostandort mit hoher Einstufung erhalten, wobei die Detailanalyse in den drei kriegsbetroffenen ukrainischen Standorten 2023|24 nicht durchgeführt wurde. Auf dieser Basis werden nun Adaptionsmaßnahmen geplant. Als Ergänzung zur Klimawandel-Szenarioanalyse für die Produktionsstandorte der AGRANA-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2023|24 mit der Analyse von Klimarisiken entlang der agrarischen Wertschöpfungsketten begonnen. Dazu wurde ein spezifisches Risikomodell für die Gruppe entwickelt, mit dem sich Klimarisiken systematisch bestimmen und im nächsten Schritt auch quantifizieren lassen. Im ersten Schritt wurde zunächst das physische Klimarisiko für die Zuckerrübe anhand ausgewählter Indikatoren ermittelt und es wurden erste mögliche Auswirkungen auf die Erträge untersucht. Zudem wurden potenzielle Resilienzmaßnahmen erarbeitet. Zur Anwendung kamen die vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem so genannten Weltklimarat, empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5. Betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2029 sowie 2040 und 2060. Die Analyse orientiert sich an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) in den relevanten Bereichen. Auf dieser Grundlage werden die nächsten Schritte abgeleitet. Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und den darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen (siehe dazu Abschnitt Regulatorische Risiken). AGRANA übt ihre Geschäftstätigkeit auf ökologisch und ethisch nachhaltige und legale Art und Weise aus. Soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung stehen bei AGRANA im Mittelpunkt. AGRANA ist der Initiative UN Global Compact beigetreten und ist somit verpflichtet, deren Anforderungen umzusetzen. Die grundlegenden Werte wie die Achtung der Menschenrechte sind in AGRANAs Verhaltenskodex verankert. Die Einhaltung des Verhaltenskodex ist für Mitarbeitende, Führungskräfte und Geschäftspartner verpflichtend. Der AGRANA-Konzern führt laufend Risikobewertungen und Due Diligence-Prozesse, auch hinsichtlich sozialer Aspekte, durch. Sowohl die in diesem Risikobericht beschriebenen auf AGRANA wirkenden als auch die durch AGRANAs Geschäftstätigkeit ausgelösten Risiken und tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die ergriffenen Maßnahmen, wie z.B. die Entwicklung der AGRANA-Klimastrategie, werden im Kapitel Nicht-finanzielle Erklärung (Seite 48f) genauer beschrieben. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist weiterhin durch hohe Volatilitäten in den Einkaufs- und Verkaufsmärkten und durch konjunkturbedingte Nachfrageschwächen gekennzeichnet. Weiters können sich die geopolitische Situation und mögliche Eskalationen besonders für Europa negativ auswirken. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert. Der Zustrom von landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine, besonders Zucker und Getreide, übersteigt die als Unterstützung der Ukraine gedachten, zugelassenen Mengen. Die Auswirkung auf die Märkte sind sinkende Preise insbesondere in den an die Ukraine angrenzenden Ländern. Aufgrund der volatilen Rahmenbedingungen liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren. Für die AGRANA-Gruppe bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB

Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl die Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse. Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System (ERP: Enterprise-Resource-Planning). Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt. Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem.# Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte

Angaben gemäß §243a Abs.1 UGB

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 29. Februar 2024 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2023: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2023: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die „ALMARA“ Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.

Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So war zum Bilanzstichtag Mag. Stephan Büttner von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.

Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien („Syndicated Loans“) sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

Prognosebericht

AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt. Der seit dem Geschäftsjahresbeginn 2022|23 bis heute andauernde Ukraine-Krieg führte zu einer grundsätzlichen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere in den Bereichen Rohstoffe und Energie. Darüber hinaus können sich in der EU durch den gewährten bevorzugten Zugang von Agrarimporten aus der Ukraine weitere Marktverwerfungen ergeben. Trotz der momentan reduzierten Volatilität sind die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen, die Versorgungssicherheit sowie die Dauer dieser temporären Ausnahmesituation – mit Blick auf das Geschäftsjahr 2024|25 – nur schwer abschätzbar.

| AGRANA-Gruppe | 2023|24 | 2024|25 | |
| :---------------- | :------ | :------ | :-- |
| | IST | Prognose | |
| Umsatzerlöse Mio. € | 3.786,9 | leichter Rückgang | æ |
| EBIT Mio. € | 151,0 | deutlicher Rückgang | ââ |
| Investitionen¹ Mio. € | 127,3 | 120 | |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2024|25 mit einem deutlichen Rückgang beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem leichten Rückgang ausgegangen. Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 120 Mio. € moderat unter dem Wert von 2023|24 und somit nur noch auf Abschreibungsniveau (rund 120 Mio. €) liegen. Etwa 12 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.

Segment Frucht

| Segment Frucht | 2023|24 | 2024|25 | |
| :---------------- | :------ | :------ | :-- |
| | IST | Prognose | |
| Umsatzerlöse Mio. € | 1.566,9 | stabile Entwicklung | à |
| EBIT Mio. € | 60,2 | deutlicher Anstieg | áá |
| Investitionen¹ Mio. € | 50,8 | 56 | |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2024|25 eine deutliche EBIT-Verbesserung bei einem stabilen Umsatz. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet bei stabilen Mengen mit einer preisbedingt moderat rückläufigen Umsatzentwicklung. Das EBIT soll u.a. aufgrund der im Geschäftsjahr 2023|24 erfolgten Asset-Wertminderung in Asien deutlich verbessert werden. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das angelaufene Geschäftsjahr ein Umsatz über Vorjahresniveau prognostiziert. Aufgrund der bisher abgeschlossenen Kontrakte aus der Ernte 2023 wird die Ertragslage im Geschäftsjahr 2024|25 weiterhin auf einem guten Niveau erwartet. Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 56 Mio. € geplant, das um rund 25 % über dem erwarteten Abschreibungsniveau liegt. Schwerpunktmäßig sind Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Produktionsoptimierungen (Energiebereich) vorgesehen.

Segment Stärke

| Segment Stärke | 2023|24 | 2024|25 | |
| :---------------- | :------ | :------ | :-- |
| | IST | Prognose | |
| Umsatzerlöse Mio. € | 1.148,7 | leichter Rückgang | æ |
| EBIT Mio. € | 50,4 | deutlicher Rückgang | ââ |
| Investitionen¹ Mio. € | 42,1 | 34 | |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2024|25 einen leichten Umsatzrückgang, bedingt durch weiter sinkende Verkaufspreise. Es wird angenommen, dass die Einkaufspreise und Herstellungskosten nicht in gleichem Ausmaß zurückgehen werden. Trotz initiierter Projekte, die weitere Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen durch Prozessoptimierungen zum Ziel haben, wird daher mit einem deutlich unter dem Vorjahr liegenden EBIT gerechnet.

Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 34 Mio. € und wird damit um rund 30 % unter dem Abschreibungsniveau liegen. Investiert wird v.a. in Produktionsoptimierungen und in Anlagenmodernisierungen.

Segment Zucker

| Segment Zucker | 2023|24 | 2024|25 | |
| :---------------- | :------ | :------ | :-- |
| | IST | Prognose | |
| Umsatzerlöse Mio. € | 1.071,3 | moderater Rückgang | â |
| EBIT Mio. € | 40,4 | sehr deutlicher Rückgang | âââ |
| Investitionen¹ Mio. € | 34,4 | 30 | |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2024|25 mit preisbedingt moderat rückläufigen Umsatzerlösen.# Konzernlagebericht KONZERN- ABSCHLUSS 2023|24

Nachhaltigkeitsausblick 2024|25

Nach Validierung von AGRANAs wissenschaftsbasierten Klimazielen durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) im September 2023 wird das Geschäftsjahr 2024|25 im Zeichen der konkreten Umsetzungsplanung von Emissionsreduktionsprojekten im Bereich der eigenen Produktion (Scope 1+2) und – nach Veröffentlichung des überarbeiteten Greenhousegas Protocols sowie der für den landwirtschaftlichen Sektor relevanten Land Sector and Removals Guidance – im Bereich der vorgelagerten Lieferkette (Scope 3) stehen. Basis für die Reduktionsmaßnahmenerarbeitung im Bereich Agrarprodukte wird die schrittweise Einführung einer Primärdatenerfassung für die Berechnung von Emissionsfaktoren bei den Lieferanten sein. Daneben wird sich AGRANA im Geschäftsjahr 2024|25 intensiv auf die steigenden Reportinganforderungen durch die Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive für das Berichtsjahr 2024|25 sowie weitere gesetzliche Anforderungen aus dem Umfeld des EU Green Deals vorbereiten.

Es wird zwar sowohl im Industrie- als auch im Retailbereich mit höheren Verkaufsmengen geplant, ein herausforderndes Marktumfeld mit u.a. enormen Wettbewerb aus der Ukraine in den EU-Defizitländern führt allerdings dazu, dass die Preise zunehmend unter Druck geraten. Trotz niedrigerer Energieaufwendungen wird daher ein EBIT erwartet, das sehr deutlich unter dem Vorjahr liegt. Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben 2024|25 sollen mit rund 30 Mio. € leicht über Abschreibungsniveau liegen. Neben Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wird v.a. in Energieeinsparung, Produktivitätssteigerung und Ausbeutesteigerung investiert.

Betreffend Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:

Wertaussage Visualisierung Wertmäßige Veränderung in Zahlen
Stabil à 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 %
Leicht ä oder æ Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 %
Moderat á oder â Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 %
Deutlich áá oder ââ Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 %
Sehr deutlich ááá oder âââ Mehr als +50 % oder mehr als –50 %

Übersicht des Konzernabschlusses

  • 120 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
  • 152 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • 160 Erläuterungen zur Geldflussrechnung
  • 162 Erläuterungen zur Bilanz
  • 121 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
  • 178 Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
  • 196 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
  • 196 Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
  • 122 Konzern-Geldflussrechnung
  • 199 Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
  • 123 Konzern-Bilanz
  • 200 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
  • 124 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
  • 201 Bestätigungsvermerk
  • 128 Konzernanhang
    • 128 Informationen zu Geschäftssegmenten
    • 131 Allgemeine Grundlagen
    • 133 Konsolidierungskreis
    • 140 Konsolidierungsmethoden
    • 140 Währungsumrechnung
    • 141 Rechnungslegung in Hochinflationsländern
    • 142 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024

| Note | t€ | 2023|24 | 2022|23 |
| :--- | :- | :-: | :-: |
| (1) | Umsatzerlöse | 3.786.876 | 3.637.442 |
| (2) | Bestandsveränderungen | 77.367 | 236.416 |
| (2) | Andere aktivierte Eigenleistungen | 5.776 | 2.348 |
| (3) | Sonstige betriebliche Erträge | 44.632 | 51.948 |
| (4) | Materialaufwand | –2.804.836 | –2.873.077 |
| (5) | Personalaufwand | –417.404 | –377.523 |
| (6) | Abschreibungen und Wertminderungen | –136.268 | –209.795 |
| (7) | Sonstige betriebliche Aufwendungen | –406.524 | –398.156 |
| (8) | Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 1.392 | 18.657 |
| | Ergebnis der Betriebstätigkeit | 151.011 | 88.260 |
| (9) | Finanzerträge | 53.702 | 49.385 |
| (10) | Finanzaufwendungen | –107.011 | –75.927 |
| | Finanzergebnis | –53.309 | –26.542 |
| | Ergebnis vor Ertragsteuern | 97.702 | 61.718 |
| (11) | Ertragsteuern | –28.349 | –37.035 |
| | Konzernergebnis | 69.353 | 24.683 |
| | davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 64.925 | 15.816 |
| | davon nicht beherrschende Anteile | 4.428 | 8.867 |
| (12) | Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | 1,04 € | 0,25 € |


Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024

| t€ | 2023|24 | 2022|23 |
| :- | :-: | :-: |
| Konzernergebnis | 69.353 | 24.683 |
| Sonstiges Ergebnis aus Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassung | –16.300 | 20.482 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) | –13.726 | –15.389 |
| - Erfolgsneutrale Änderung | –18.446 | –18.654 |
| - Latente Steuern | 4.720 | 3.265 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 1.463 | –8.951 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –28.563 | –3.858 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungs- orientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | –3.528 | 2.432 |
| - Erfolgsneutrale Änderung | –4.252 | 2.742 |
| - Latente Steuern | 724 | –310 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | 316 | –183 |
| - Erfolgsneutrale Änderung | 411 | –238 |
| - Latente Steuern | –95 | 55 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 11 | 10 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | –3.201 | 2.259 |
| Sonstiges Ergebnis | –31.764 | –1.599 |
| Gesamtergebnis | 37.589 | 23.084 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 27.190 | 15.882 |
| davon nicht beherrschende Anteile | 10.399 | 7.202 |


Konzern-Geldflussrechnung für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024

| Note | t€ | 2023|24 | 2022|23 |
| :--- | :- | :-: | :-: |
| | Konzernergebnis | 69.353 | 24.683 |
| | Abschreibungen auf das Anlagevermögen | 136.315 | 210.014 |
| | Zuschreibungen auf das Anlagevermögen | –47 | –211 |
| | Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen | –2.162 | –743 |
| | Veränderungen langfristiger Rückstellungen | –2.004 | –3.982 |
| | Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –1.392 | –18.657 |
| | Dividenden von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 2.500 | 11.500 |
| | Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.953 | 1.913 |
| | Erhaltene Dividenden von nicht konsolidierten Tochterunternehmen | 35 | 0 |
| | Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen | 111.784 | 57.826 |
| | Cashflow aus dem Ergebnis | 316.335 | 282.343 |
| | Veränderungen der Vorräte | –13.535 | –344.709 |
| | Veränderungen der Forderungen und sonstigen Vermögenswerten | –13.220 | –112.611 |
| | Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen | 4.156 | –57 |
| | Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) | –23.489 | 198.152 |
| | Veränderungen des Working Capital | –46.088 | –259.225 |
| | Erhaltene Zinsen | 2.685 | 1.145 |
| | Gezahlte Zinsen | –12.910 | –11.222 |
| | Gezahlte Ertragsteuern | –19.806 | –11.151 |
| (13) | Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 240.216 | 1.890 |
| | Erhaltene Dividenden | 28 | 28 |
| | Einzahlungen aus Anlagenabgängen | 5.196 | 1.430 |
| | Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse | –112.650 | –89.236 |
| | Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren | 7 | 0 |
| | Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | –2.500 | 0 |
| | Auszahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebes | –1.061 | –1.216 |
| (14) | Cashflow aus Investitionstätigkeit | –110.980 | –88.994 |
| | Einzahlungen aus Schuldscheindarlehen | 0 | 235.000 |
| | Rückzahlungen von Schuldscheindarlehen | 0 | –7.000 |
| | Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | –6.291 | –6.361 |
| | Rückzahlung Investitionskredit der Europäischen Investitionsbank | –4.884 | –4.882 |
| | Einzahlungen aus syndizierten Krediten | 0 | 140.000 |
| | Rückzahlungen von syndizierten Krediten | –140.000 | 0 |
| | Einzahlungen aus Darlehen | 110.000 | 0 |
| | Rückzahlungen/Einzahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen | –39.230 | –201.481 |
| | Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | –1.188 | 0 |
| | Gezahlte Dividenden | –57.741 | –48.057 |
| (15) | Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –139.334 | 107.219 |
| | Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –10.098 | 20.115 |
| | Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | –6.457 | 1.941 |
| | Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand | –13.682 | –7.306 |
| | Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 118.343 | 103.593 |
| | Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 88.106 | 118.343 |


Konzern-Bilanz zum 29. Februar 2024

Note t€ Stand 29.02.2024 Stand 28.02.2023
AKTIVA
A. Langfristige Vermögenswerte
(16) Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte 112.443 115.098
(17) Sachanlagen 797.622 819.418
(18) Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen 68.985 66.460
(18) Wertpapiere 18.206 17.378
(18) Beteiligungen 280 280
(19) Sonstige Vermögenswerte 3.318 2.559
(20) Aktive latente Steuern 30.312 19.817
Gesamt Langfristige Vermögenswerte 1.031.166 1.041.010
B. Kurzfristige Vermögenswerte
(21) Vorräte 1.170.810 1.210.019
(19) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 441.934 471.495
(19) Sonstige Vermögenswerte 153.368 158.702
Laufende Ertragsteuerforderungen 4.037 3.506
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 88.106 118.343
Gesamt Kurzfristige Vermögenswerte 1.858.255 1.962.065
Summe Aktiva 2.889.421 3.003.075
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 113.531 113.531
Kapitalrücklagen 540.760 540.760
Gewinnrücklagen 532.438 539.284
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.186.729 1.193.575
Nicht beherrschende Anteile 61.701 62.994
Gesamt Eigenkapital 1.248.430 1.256.569
B. Langfristige Schulden
(23a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 52.465 53.535
(23b) Übrige Rückstellungen 31.271 28.388
(24) Finanzverbindlichkeiten 523.596 562.868
(25) Sonstige Verbindlichkeiten 15.957 6.670
(26) Passive latente Steuern 5.391 6.841
Gesamt Langfristige Schulden 628.680 658.302
C. Kurzfristige Schulden
(23b) Übrige Rückstellungen 27.018 19.516
(24) Finanzverbindlichkeiten 218.799 257.748
(25) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 561.642 586.991
(25) Sonstige Verbindlichkeiten 164.967 199.479
Steuerschulden 39.885 24.470
Gesamt Kurzfristige Schulden 1.012.311 1.088.204
Summe Passiva 2.889.421 3.003.075

Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024

t€ Grundkapital Kapitalrücklagen Rücklage für Eigenkapitalinstrumente Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) Rücklage für versicherungs-mathem.
Den Aktionären der AGRANA
Gewinnrücklagen

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien|Österreich, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist. Der Konzernabschluss 2023|24 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB erstellt.

1. Informationen zu Geschäftssegmenten

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend der strategischen Ausrichtung die drei berichtspflichtigen Segmente Frucht, Stärke und Zucker. Die Segmente unterscheiden sich in Hinblick auf Produktportfolios, Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffung sowie Absatzstrategien und werden getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet. Die interne Berichterstattung für jedes Segment erfolgt monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker). CODM ist der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente finden sich in den nachstehenden Übersichten. Die Beurteilung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v.a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt. AGRANA verwendet in der Berichterstattung der berichtspflichtigen Segmente an den CODM die Kennzahl „Operatives Ergebnis“. Das operative Ergebnis unterscheidet sich vom Ergebnis der Betriebstätigkeit in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch Ergebnisanteile von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und dem Ergebnis aus Sondereinflüssen. Sondereinflüsse stellen außergewöhnliche bzw. einmalige Sachverhalte dar, die einen definierten Wert übersteigen und nicht im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit anfallen.

1.1. Segmentierung nach Geschäftsbereichen

Frucht Stärke Zucker Konsoli- dierung Konzern
**Geschäftsjahr 2023 24**
Umsatzerlöse (brutto) 1.567.940 1.163.647 1.102.740 –47.451 3.786.876
Umsätze zwischen Segmenten –1.086 –14.895 –31.470 47.451 0
Umsatzerlöse 1.566.854 1.148.752 1.071.270 0 3.786.876
EBITDA 125.712 94.062 71.304 0 291.078
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ –40.766 –45.529 –28.121 0 –114.416
Operatives Ergebnis 84.946 48.533 43.183 0 176.662
Ergebnis aus Sondereinflüssen –24.699 0 –2.344 0 –27.043
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 1.853 –461 0 1.392
Ergebnis der Betriebstätigkeit 60.247 50.386 40.378 0 151.011
Segmentvermögen 1.197.521 736.284 2.042.955 –1.087.339 2.889.421
Segmenteigenkapital 338.116 366.866 900.072 –356.624 1.248.430
Segmentschulden 859.405 369.418 1.142.883 –730.715 1.640.991
Frucht Stärke Zucker Konsoli- dierung Konzern
**Geschäftsjahr 2023 24**
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ 50.822 42.110 34.336 0 127.268
Investitionen in Finanzanlagen 0 0 99 0 99
Investitionen gesamt 50.822 42.110 34.435 0 127.367
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 47.093 21.892 0 68.985
Mitarbeitende (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) 5.720 1.170 1.986 0 8.876
Frucht Stärke Zucker Konsoli- dierung Konzern
**Geschäftsjahr 2022 23**
Umsatzerlöse (brutto) 1.482.895 1.306.594 884.607 –36.654 3.637.442
Umsätze zwischen Segmenten –964 –12.779 –22.911 36.654 0
Umsatzerlöse 1.481.931 1.293.815 861.696 0 3.637.442
EBITDA 94.460 116.750 65.933 0 277.143
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ –43.219 –47.582 –27.909 0 –118.710
Operatives Ergebnis 51.241 69.168 38.024 0 158.433
Ergebnis aus Sondereinflüssen –89.731 0 901 0 –88.830
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 11.021 7.636 0 18.657
Ergebnis der Betriebstätigkeit –38.490 80.189 46.561 0 88.260
Segmentvermögen 1.201.159 789.448 2.111.656 –1.099.188 3.003.075
Segmenteigenkapital 339.412 383.288 885.593 –351.724 1.256.569
Segmentschulden 861.747 406.160 1.226.063 –747.464 1.746.506
Frucht Stärke Zucker Konsoli- dierung Konzern
**Geschäftsjahr 2022 23**
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ 37.679 30.985 34.252 0 102.916
Investitionen in Finanzanlagen 0 0 2.291 0 2.291
Investitionen gesamt 37.679 30.985 36.543 0 105.207
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 43.952 22.508 0 66.460
Mitarbeitende (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) 5.677 1.147 1.906 0 8.730

¹ Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben.

Das Ergebnis aus Sondereinflüssen belief sich im Geschäftsjahr 2023|24 auf –27.043 t€ (Vorjahr: –88.830 t€). Ausgelöst durch die schwierige ökonomische Lage und die dadurch angespannte Geschäftsentwicklung in Asien wurden Wertminderungstests der Cash Generating Units (kurz: CGUs) in Asien durchgeführt. Die Wertminderungstests führten zu Wertminderungen von Sachanlagen in China und Japan in Höhe von 18.730 t€ (Vorjahr: Südafrika und Indien 2.833 t€), immateriellen Vermögenswerten (Kundenbeziehungen) in Japan von 1.325 t€ und des Geschäfts- und Firmenwertes der CGU Japan von 394 t€ (Vorjahr: 88.252 t€ aufgrund stark gestiegener Kapitalkosten bedingt durch den Krieg in der Ukraine). Aufgrund einer massiv verschlechterten Rohwarensituation wurde das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn stillgelegt und es wurden Wertminderungen in Höhe von 1.403 t€ erfasst. Reorganisationsmaßnahmen führten zu einem Ergebnis aus Sondereinflüssen von 2.700 t€ im Personalaufwand und 850 t€ im sonstigen betrieblichen Aufwand. In den sonstigen betrieblichen Erträgen wurden wie im Vorjahr kriegsbedingt gebildete Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 703 t€ (Vorjahr: 965 t€ auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und 381 t€ auf Halb- und Fertigfabrikate in den Bestandsveränderungen) im Ergebnis aus Sondereinflüssen aufgelöst. In Summe belief sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht auf –24.699 t€ (Vorjahr: –89.731 t€).


Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

Grund- kapital Kapital- rücklagen Rücklage für Eigen- kapital- instrumente Rücklage für Sicherungs- instrumente (Cashflow- Hedges) Rücklage für ver- sicherungs- mathem. Gewinne/ Verluste Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein- schafts- unter- nehmen¹
**Geschäftsjahr 2023 24**
Stand 01.03.2023 113.531 540.760 2.920 –14.570 –32.485 –44.339
Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten 0 0 411 0 0 0
Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) 0 0 0 –19.136 0 5.735
Veränderung versicherungs- mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 –4.147 11
Steuereffekte 0 0 –95 4.770 701 –2.245
Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung 0 0 0 0 0 –2.073
Sonstiges Ergebnis 0 0 316 –14.366 –3.446 1.428
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 316 –14.366 –3.446 1.428
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Anteils- und Konsolidierungs- kreisänderungen 0 0 0 0 0 0
Basis Adjustment 0 0 0 13.041 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Stand 29.02.2024 113.531 540.760 3.236 –15.895 –35.931 –42.911
Währungs- umrechnung Jahres- ergebnis Eigen- kapital der AGRANA- Aktionäre Nicht beherr- schende Anteile Summe
**Geschäftsjahr 2023 24**
Stand 01.03.2023 713.528 –101.586 15.816 1.193.575 62.994
Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten 0 0 411 0 411
Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) 0 0 –13.401 732 –12.669
Veränderung versicherungs- mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 –4.136 –101 –4.237
Steuereffekte 0 0 3.131 –37 3.094
Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung 0 –21.667 0 –23.740 5.377
Sonstiges Ergebnis 0 –21.667 0 –37.735 5.971
Konzernergebnis 0 0 64.925 64.925 4.428
Gesamtergebnis 0 –21.667 64.925 27.190 10.399
Dividendenausschüttung 0 0 –56.240 –56.240 –1.501
Zuweisung Rücklagen 0 0 40.424 40.424 0
Anteils- und Konsolidierungs- kreisänderungen 0 0 8.871 8.871 –10.059
Basis Adjustment 0 0 13.041 13.041 292
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 –132
Stand 29.02.2024 682.267 –123.253 64.925 1.186.729 61.701

Grund- kapital Kapital- rücklagen Rücklage für Eigen- kapital- instrumente Rücklage für Sicherungs- instrumente (Cashflow- Hedges) Rücklage für ver- sicherungs- mathem. Gewinne/ Verluste Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein- schafts- unter- nehmen¹
**Geschäftsjahr 2022 23**
Stand 01.03.2022 113.531 540.760 3.103 262 –34.829 –35.452
Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten 0 0 –238 0 0 0
Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) 0 0 0 –18.073 0 –12.494
Veränderung versicherungs- mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 2.628 10
Steuereffekte 0 0 55 3.241 –284 4.683
Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung 0 0 0 0 0 –1.086
Sonstiges Ergebnis 0 0 –183 –14.832 2.344 –8.887
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –183 –14.832 2.344 –8.887
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Stand 28.02.2023 113.531 540.760 2.920 –14.570 –32.485 –44.339
Währungs- umrechnung Jahres- ergebnis Eigen- kapital der AGRANA- Aktionäre Nicht beherr- schende Anteile Summe
**Geschäftsjahr 2022 23**
Stand 01.03.2022 773.007 –123.210 –12.612 1.224.560 56.982
Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten 0 0 –238 0 –238
Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) 0 0 –30.567 –662 –31.229
Veränderung versicherungs- mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 2.638 117 2.755
Steuereffekte 0 0 7.695 18 7.713
Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung 0 21.624 0 20.538 –1.138
Sonstiges Ergebnis 0 21.624 0 66 –1.665
Konzernergebnis 0 0 15.816 15.816 8.867
Gesamtergebnis 0 21.624 15.816 15.882 7.202
Dividendenausschüttung 0 0 –46.867 –46.867 –1.190
Zuweisung Rücklagen 0 0 59.479 59.479 0
Stand 28.02.2023 713.528 –101.586 15.816 1.193.575 62.994

¹ Nach der Equity-Methode bilanziert# 129 Im Segment Zucker wurden 2.611 t€ Vorsorgen für die Abfindung eines ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedes im Personalaufwand, 395 t€ in den sonstigen betrieblichen Erträgen aus einer Rückerstattung in Bezug auf eine abgeschlossene Steuerprüfung in Rumänien (Vorjahr: 901 t€) sowie Wertberichtigungen von Forderungen gegenüber dem Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH von 128 t€ in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –730.715 t€ (Vorjahr: –747.464 t€) und die Kapitalkonsolidierung mit –356.624 t€ (Vorjahr: –351.724 t€).

1.2. Segmentierung nach Regionen

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

Umsatz t€ 2023 24 2022 23
Österreich 2.558.627 2.474.132
Ungarn 9.831 11.601
Rumänien 35.853 38.010
Restliche EU 339.312 308.090
EU-27 2.943.623 2.831.833
Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) 133.736 112.466
Übriges Ausland 709.517 693.143
Summe 3.786.876 3.637.442

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 245.235 t€ (Vorjahr: 216.817 t€), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 6,5 % (Vorjahr: 6,0 %) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine und Türkei definiert. Der Umsatz in Russland belief sich auf 83.834 t€ (Vorjahr: 73.957 t€) und in der Ukraine auf 32.983 t€ (Vorjahr: 24.650 t€).

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t€ 2023 24 2022 23
Österreich 63.352 54.998
Ungarn 10.498 7.931
Rumänien 5.595 3.190
Restliche EU 26.154 19.466
EU-27 105.599 85.585
Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) 2.705 1.271
Übriges Ausland 18.964 16.060
Summe 127.268 102.916

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Buchwerte der Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 t€ 2023 24 2022 23
Österreich 458.523 461.879
Ungarn 47.223 50.132
Rumänien 33.715 33.538
Restliche EU 129.717 117.881
EU-27 669.178 663.430
Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) 17.953 20.873
Übriges Ausland 124.688 151.546
Summe 811.819 835.849

1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

130 2. Allgemeine Grundlagen

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Im Geschäftsjahr 2023|24 waren die nachstehenden Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:

Standard Verabschiedung durch IASB Übernommen durch EU
IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 12.02.2021 02.03.2022
IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderung) 15.07.2020 19.12.2023
IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern (Änderung) 12.02.2021 02.03.2022
IAS 12 Ertragsteuern (Änderung) 07.05.2021 11.08.2022
IAS 12 Ertragsteuern (Änderung) 23.05.2023 08.11.2023
IFRS 17 Versicherungsverträge 25.06.2020 19.11.2021
IFRS 17 Versicherungsverträge (Änderung) 09.12.2021 08.09.2022

Am 23. Mai 2023 verabschiedete das IASB die Änderung „Internationale Steuerreform – Säule-2-Modellregeln“ von IAS 12 „Ertragsteuern“, die ab 8. November 2023 anzuwenden war. Die Änderung betrifft verpflichtend anzuwendende Erleichterungen bei der Bilanzierung latenter Steuern und umfasst eine vorübergehende, verpflichtend anzuwendende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben sowie gezielte Anhangsangaben, um den Abschlussadressaten ein Verständnis über den Grad der Betroffenheit eines Unternehmens durch die Mindestbesteuerung zu ermöglichen, insbesondere vor dem Inkrafttreten der Gesetze. Zu diesen Angaben wird auf Abschnitt 8.11. Ertragsteuern verwiesen.

Die Änderungen der übrigen oben dargestellten Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA.

Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2024|25 oder später anzuwenden sind. Bei den noch nicht von der EU übernommenen Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.

131

| Standard | Inhalt # I. Verbundene Unternehmen

Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital 29.02.2024 Anteil am Kapital 29.02.2024 Anteil am Kapital 28.02.2023 Anteil am Kapital 28.02.2023
Unmittelbar Mittelbar¹ Unmittelbar Mittelbar¹
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (Muttergesellschaft) Wien Österreich
AGRANA AGRO S.r.l.2) Roman Rumänien 100,00 %
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00 % 75,00 %
AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH Wien Österreich 55,00 % 55,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Sydney Australien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importação e Exportação Ltda. São Paulo Brasilien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 % 100,00 %
AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED Pune Indien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Istanbul Türkei 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. Tokio Japan 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited Changzhou China 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Jincheon-gun Südkorea 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Luka TOV Vinnitsa Ukraine 99,97 % 99,97 %
AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd. Sydney Australien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Zamora Mexiko 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o. Ostrołęka Polen 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Johannesburg Südafrika 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOV Vinnitsa Ukraine 99,80 % 99,80 %
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00 % 100,00 %
AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 % 98,91 % 1,09 %
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China 50,01 % 50,01 %
AGRANA Magyarország Értékesitési Kft. Budapest Ungarn 99,75 % 88,03 %
Agrana Nile Fruits Processing SAE Qalyoubia Ägypten 51,00 % 51,00 %
AGRANA Research & Innovation Center GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Romania S.R.L. Bukarest Rumänien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Sales & Marketing GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 % 98,91 % 1,09 %
AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 % 98,91 % 1,09 %
AUSTRIA JUICE Germany GmbH Bingen Deutschland 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE GmbH Kröllendorf/ Allhartsberg Österreich 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Hungary Kft. Vásárosnamény Ungarn 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o Chełm Polen 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. Vaslui Rumänien 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Ukraine TOV Vinnitsa Ukraine 50,01 % 50,01 %
Biogáz Fejleszto Kft. Kaposvár Ungarn 99,75 % 88,03 %
Dirafrost FFI N. V. Lummen Belgien 100,00 % 100,00 %
Dirafrost Maroc SARL Larache Marokko 100,00 % 100,00 %
Financière Atys S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich 66,67 % 66,67 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 99,74 % 87,61 %
Moravskoslezské Cukrovary s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 % 100,00 %
Marroquin Organic International, Inc. Santa Cruz USA 100,00 % 100,00 %
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00 % 86,00 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 % 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Ţăndărei Rumänien 100,00 % 100,00 %
Slovenské Cukrovary s.r.o. Sereď Slowakei 100,00 % 100,00 %
SPA AGRANA Fruit Algeria Akbou Algerien 55,02 % 55,02 %

Nicht einbezogene Tochterunternehmen

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital 29.02.2024 Anteil am Kapital 29.02.2024 Anteil am Kapital 28.02.2023 Anteil am Kapital 28.02.2023
Unmittelbar Mittelbar¹ Unmittelbar Mittelbar¹
AGRANA Amidi srl Sterzing Italien 100,00 % 100,00 %

Abschlussstichtag: 29.02.2024 | Eigenkapital: 40,4 t€ | Jahresüberschuss: 8,6 t€

II. Gemeinschaftsunternehmen

Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert wurden

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital 29.02.2024 Anteil am Kapital 29.02.2024 Anteil am Kapital 28.02.2023 Anteil am Kapital 28.02.2023
Unmittelbar Mittelbar¹ Unmittelbar Mittelbar¹
Beta Pura GmbH Wien Österreich 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN-Gruppe: „AGRAGOLD" d.o.o. Brčko Bosnien und Herzegowina 50,00 % 50,00 %
AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien 50,00 % 50,00 %
AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Nordmazedonien 50,00 % 50,00 %
AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. Tirana Albanien 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. Pristina Kosovo 50,00 % 50,00 %
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00 % 50,00 %
Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd Serbien 50,00 % 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien und Herzegowina 50,00 % 50,00 %
HUNGRANA-Gruppe: GreenPower Services Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 % 50,00 %
HUNGRANA Keményitö- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 % 50,00 %

¹ Durchgerechnete Anteile (Konzernquote)
² Liquidation in 2023|24

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2023|24 wie folgt verändert:

Vollkonsolidierung Equity-Methode
Stand 01.03.2023 55 13
Abgang –1 0
Stand 29.02.2024 54 13

Im Berichtszeitraum wurde die vollkonsolidierte Gesellschaft AGRANA AGRO S.r.l., Roman|Rumänien, liquidiert.

Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 135 aufgelistet.

t€ AGRANA-STUDEN-Gruppe HUNGRANA-Gruppe Beta Pura GmbH Summe
29.02.2024
Langfristige Vermögenswerte 31.192 125.958 28.978 186.128
Vorräte 43.078 36.177 3.239 82.494
Forderungen und andere Vermögenswerte 24.467 57.679 901 83.047
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.651 2.781 0 7.432
Kurzfristige Vermögenswerte 72.196 96.637 4.140 172.973
Summe Aktiva 103.388 222.595 33.118 359.101
Eigenkapital 44.688 93.218 –5.109 132.797
Externe Finanzschulden 877 10.155 23.001 34.033
Sonstige Schulden 880 781 9.306 10.967
Langfristige Schulden 1.757 10.936 32.307 45.000
Externe Finanzschulden 33.767 66.186 3.563 103.516
Sonstige Schulden 23.176 52.255 2.357 77.788
Kurzfristige Schulden 56.943 118.441 5.920 181.304
Summe Passiva 103.388 222.595 33.118 359.101
Umsatzerlöse 248.283 336.239 6.891 591.413
Abschreibungen –2.582 –14.166 –3.040 –19.788
Sonstige Aufwendungen/Erträge –240.894 –309.591 –7.371 –557.856
Ergebnis der Betriebstätigkeit 4.807 12.482 –3.520 13.769
Zinsertrag 196 0 0 196
Zinsaufwand –1.786 –4.175 –1.904 –7.865
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge 166 –1.984 –20 –1.838
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.383 6.323 –5.444 4.262
Ertragsteuern 14 –2.618 –1 –2.605
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 3.397 3.705 –5.445 1.657
Sonstiges Ergebnis 370 2.578 0 2.948
Gesamtergebnis 3.767 6.283 –5.445 4.605
t€ AGRANA-STUDEN-Gruppe HUNGRANA-Gruppe Beta Pura GmbH Summe
28.02.2023
Langfristige Vermögenswerte 30.718 120.282 31.587 182.587
Vorräte 60.485 68.393 2.752 131.630
Forderungen und andere Vermögenswerte 22.156 47.260 866 70.282
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.600 35.618 0 40.218
Kurzfristige Vermögenswerte 87.241 151.271 3.618 242.130
Summe Aktiva 117.959 271.553 35.205 424.717
Eigenkapital 45.921 86.934 335 133.190
Externe Finanzschulden 318 986 21.814 23.118
Sonstige Schulden 741 1.793 4.149 6.683
Langfristige Schulden 1.059 2.779 25.963 29.801
Externe Finanzschulden 44.826 112.643 5.312 162.781
Sonstige Schulden 26.153 69.197 3.595 98.945
Kurzfristige Schulden 70.979 181.840 8.907 261.726
Summe Passiva 117.959 271.553 35.205 424.717
Umsatzerlöse 221.660 457.580 4.694 683.934
Abschreibungen –2.535 –13.237 –3.026 –18.798
Sonstige Aufwendungen/Erträge –195.229 –402.835 –7.189 –605.253
Ergebnis der Betriebstätigkeit 23.896 41.508 –5.521 59.883
Zinsertrag 74 19 0 93
Zinsaufwand –701 –1.712 –743 –3.156
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge –402 –3.107 –11 –3.520
Ergebnis vor Ertragsteuern 22.867 36.708 –6.275 53.300
Ertragsteuern –3.013 –14.666 241 –17.438
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 19.854 22.042 –6.034 35.862
Sonstiges Ergebnis –430 –17.450 0 –17.880
Gesamtergebnis 19.424 4.592 –6.034 17.982

Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:

t€ AGRANA-STUDEN-Gruppe HUNGRANA-Gruppe Beta Pura GmbH Summe
29.02.2024
Eigenkapital 44.688 93.218 –5.109 132.797
Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 22.344 46.609 –2.555 66.398
Zugang 0 0 4.956 4.956
Wertminderung 0 0 –5.932 –5.932
Verlustevidenz 0 0 4.036 4.036
Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode –452 484 0 32
Nettoinvestition (Ausweis: Sonstige Vermögenswerte langfristig) 0 0 –505 –505
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 21.892 47.093 0 68.985
AGRANA zuzuordnende Dividende 2.500 0 0 2.500
t€ AGRANA-STUDEN-Gruppe HUNGRANA-Gruppe Beta Pura GmbH Summe
28.02.2023
Eigenkapital 45.921 86.934 335 133.190
Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 22.961 43.467 168 66.595
Zugang 0 0 2.291 2.291
Wertminderung 0 0 –5.476 –5.476
Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode –452 484 0 32
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 22.509 43.951 0 66.460
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 11.500 0 11.500

Bedingt durch die Sanktionen gegen Russland ist der Großteil des benötigten Rohstoffes Betain Melasse für die Beta Pura GmbH derzeit nicht verfügbar. Aufgrund der damit einhergehenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Schwierigkeiten des Gemeinschaftsunternehmens hat die AGRANA Sales & Marketing GmbH als 50 %-Gesellschafterin mit der Beta Pura GmbH und der finanzierenden Bank, der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, eine Stundungs- und Restrukturierungsvereinbarung abgeschlossen, im Rahmen derer sie eine Garantie für 50 % der aushaftenden Kredite der Beta Pura GmbH mit einem Höchstbetrag von 13.367 t€ abgegeben und sich verpflichtet hat, der Beta Pura GmbH ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen in Höhe von 2.500 t€ zu gewähren. Die Garantie wurde im Vorjahr mit dem beizulegenden Zeitwert von 2.291 t€ als Finanzgarantie im Konzernabschluss erfasst. Darüber hinaus dient der von der AGRANA Sales & Marketing GmbH gehaltene Geschäftsanteil an der Beta Pura GmbH als Sicherstellung für die Kredite der Beta Pura GmbH. Ein Anteil des Gesellschafterdarlehens in Höhe von 99 t€ wurde am Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH aktiviert und zur Gänze wertberichtigt. Der verbleibende Anteil des Gesellschafterdarlehens in Höhe von 2.401 t€ wurde als langfristige Forderung gegenüber dem Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH zuzüglich Zinsen in Höhe von 165 t€ aktiviert. Die Forderung aus dem Gesellschafterdarlehen wurde in Höhe von –357 t€ wertberichtigt und durch die zeitanteilige Übernahme negativer Periodenergebnisse seit der Erfüllung der aufschiebenden Bedingung in Höhe von –1.704 t€ abgeschichtet. Die Wertberichtigungen und das anteilige negative Periodenergebnis werden im Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von insgesamt –2.160 t€ (Vorjahr: –2.291 t€) ausgewiesen.

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 61.701 t€ (Vorjahr: 62.994 t€) betreffen im Wesentlichen mit 45.043 t€ (Vorjahr: 42.271 t€) die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01 %. Somit ist in Höhe von 49,99 % das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen. Weitere wesentliche nicht beherrschende Anteile betreffen die Miteigentümer der AGRANA BIH Holding GmbH, Wien|Österreich und der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien|Österreich.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:

AUSTRIA JUICE-Gruppe t€ 29.02.2024 28.02.2023
Langfristige Vermögenswerte 135.834 130.116
Kurzfristige Vermögenswerte 218.373 232.865
Summe Vermögenswerte 354.207 362.981
Langfristige Schulden 105.987 105.392
Kurzfristige Schulden 150.835 165.749
Summe Schulden 256.822 271.141
Nettovermögen 97.385 91.840
Umsatzerlöse 290.711 305.121
Ergebnis der Betriebstätigkeit 16.456 21.035
Ergebnis vor Ertragsteuern 5.791 12.705
Ertragsteuern –477 –1.990
Jahresfehlbetrag/-überschuss 5.314 10.715
Sonstiges Ergebnis 2.073 –936
Gesamtergebnis 7.387 9.779
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 7.837 17.121
Cashflow aus Investitionstätigkeit –16.672 –10.094
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 4.808 –5.610
Veränderung des Finanzmittelbestandes –4.027 1.417

In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:

AUSTRIA JUICE-Gruppe t€ 29.02.2024 28.02.2023
Anteiliger Jahresfehlbetrag/-überschuss 2.656 5.356
Anteiliges Nettovermögen 48.682 45.910
Bewertungseffekt aus Unternehmenszusammenschluss –3.639 –3.639
Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen 45.043 42.271

3.2. Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

4. Konsolidierungsmethoden

  • Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Werden bei einem Unternehmenszusammenschluss auch immaterielle Vermögenswerte angesetzt, die bisher nicht im Einzelabschluss des erworbenen Unternehmens erfasst wurden, wie beispielsweise Kundenbeziehungen, so werden diese nur dann angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IFRS 3 für eine Aktivierung vorliegen. Für Unternehmenserwerbe, bei denen die mehrheitlichen Anteile jedoch nicht 100 % erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht für die Erfassung der entstehenden nicht beherrschenden Anteile vor. Diese können wahlweise mit dem anteiligen Zeitwert des Nettovermögens (Purchased-Goodwill-Methode) oder mit dem Anteil des Geschäfts-/Firmenwertes, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, berücksichtigt werden (Full-Goodwill-Methode). Dieses Wahlrecht ist je Unternehmenserwerb frei auszuüben. Die Full-Goodwill-Methode ist im AGRANA-Konzern bisher nicht zur Anwendung gekommen.
  • Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit der AGRANA-Konzern Transaktionen mit einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.
  • Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

5. Währungsumrechnung

  • Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekannt gegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge werden mit Ausnahme wesentlicher stichtagsnaher Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs (Mittelwert der tagesaktuellen Kurse von EZB bzw. Nationalbanken) umgerechnet. Aufwendungen und Erträge von Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
  • Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.
  • Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

| Währungs- einheit | Stichtagskurs 29.02.2024 | Stichtagskurs 28.02.2023 | Durchschnittskurs 2023|24 | Durchschnittskurs 2022|23 |
|---|---|---|---|---|
| Ägypten EGP | 33,39 | 32,40 | 33,35 | 22,45 |
| Albanien ALL | 103,99 | 115,04 | 106,78 | 118,08 |
| Algerien DZD | 145,68 | 144,74 | 146,76 | 147,76 |
| Argentinien ARS | 909,49 | 209,10 | 909,49 | 209,10 |
| Australien AUD | 1,67 | 1,58 | 1,64 | 1,51 |
| Bosnien und Herzegowina BAM | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 |
| Brasilien BRL | 5,41 | 5,53 | 5,37 | 5,36 |
| Bulgarien BGN | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 |
| China CNY | 7,79 | 7,37 | 7,67 | 7,10 |
| Indien INR | 89,75 | 87,72 | 89,62 | 83,33 |
| Japan JPY | 162,53 | 145,23 | 155,10 | 139,86 |
| Kroatien HRK | 0 | 7,53 | 0 | 7,54 |
| Marokko MAD | 10,93 | 11,03 | 10,92 | 10,74 |
| Mexiko MXN | 18,50 | 19,45 | 18,91 | 20,71 |
| Nordmazedonien MKD | 61,69 | 61,70 | 61,56 | 61,62 |
| Polen PLN | 4,32 | 4,72 | 4,48 | 4,71 |
| Rumänien RON | 4,97 | 4,92 | 4,96 | 4,93 |
| Russland RUB | 99,45 | 79,62 | 95,73 | 70,29 |
| Serbien CSD | 117,18 | 117,31 | 117,23 | 117,42 |
| Südafrika ZAR | 20,90 | 19,55 | 20,24 | 17,44 |
| Südkorea KRW | 1.447,43 | 1.401,84 | 1.427,80 | 1.357,91 |
| Tschechien CZK | 25,36 | 23,50 | 24,19 | 24,46 |
| Türkei TRY | 33,81 | 20,06 | 33,81 | 20,06 |
| Ukraine UAH | 41,30 | 38,61 | 39,86 | 35,18 |
| Ungarn HUF | 393,48 | 377,68 | 380,85 | 396,39 |
| USA USD | 1,08 | 1,06 | 1,08 | 1,04 |

6. Rechnungslegung in Hochinflationsländern

  • Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen in Hochinflationsländern – derzeit Tochterunternehmen mit Sitz in Argentinien und der Türkei – werden gemäß IAS 29 angepasst. Nicht monetäre Posten der Bilanz, die zu Anschaffungs- bzw. fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vor der Umrechnung in die Konzernwährung Euro anhand eines geeigneten Preisindex zur Messung der Kaufkraft an die im Geschäftsjahr eingetretenen Preisänderungen angepasst. Monetäre Posten der Bilanz werden außer im Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung nicht angepasst. Alle Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie alle Bestandteile des Eigenkapitals werden ebenfalls anhand geeigneter Preisindizes angepasst. Gewinne oder Verluste aus der Nettoposition monetärer Posten werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als separater Posten ausgewiesen.
  • Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen in Hochinflationsländern wurden auf Basis des Konzeptes historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Aufgrund von Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung (argentinischer Peso und türkische Lira) müssen die Jahresabschlüsse angepasst werden und sind daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben.Die vom argentinischen „Instituto Nacional de Estadística y Censos“, dem nationalen Institut für Statistik und Zensus sowie die vom türkischen Statistikinstitut „Türkiye Istatistik Kurumu“ (Turkish statistical institute; TUIK) veröffentlichten Verbraucherpreise werden herangezogen. Die Preisindizes zum 29. Februar 2024 lagen bei 4.900,76 (28. Februar 2023: 1.272,75) in Argentinien und 2.083,22 (28. Februar 2023: 1.241,33) in der Türkei. Die Veränderung der Indizes kann der folgenden Tabelle entnommen werden:
Indexveränderung Argentinien Indexveränderung Türkei
**2023 24** **2022 23**
März 7,7 % 6,7 % 2,3 %
April 8,4 % 6,0 % 2,4 %
Mai 7,8 % 5,1 % 0,0 %
Juni 6,0 % 5,3 % 3,9 %
Juli 6,3 % 7,4 % 9,5 %
August 12,4 % 7,0 % 9,1 %
September 12,7 % 6,2 % 4,8 %
Oktober 8,3 % 6,3 % 3,4 %
November 12,8 % 4,9 % 3,3 %
Dezember 25,5 % 5,1 % 2,9 %
Jänner 20,6 % 6,0 % 6,7 %
Februar 15,0 % 5,8 % 5,0 %

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7. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

7.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte sowie Sachanlagen

  • Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben.
  • Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Die Überprüfung findet regelmäßig zum 28./29. Februar und zusätzlich bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) statt. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.
  • Erworbene Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.
  • Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechtes am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten). Auf immaterielle Vermögenswerte wird der Standard von AGRANA nicht angewendet. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt AGRANA das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch und die Aufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
  • Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
    • Gebäude: 15 bis 50 Jahre
    • Technische Anlagen und Maschinen: 10 bis 15 Jahre
    • Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 10 Jahre
      Diese Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.

7.2. Zuwendungen der öffentlichen Hand

  • Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.
  • Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Investitionsförderung kürzen ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage die den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen und werden entsprechend der Nutzungsdauer des zugeordneten Vermögenswertes linear ergebniswirksam aufgelöst. Details dazu finden sich auf Seite 166.

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7.3. Finanzinstrumente

  • Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:
    • Finanzielle Vermögenswerte
      • Wertpapiere und Beteiligungen
      • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
      • Sonstige finanzielle Vermögenswerte
      • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
    • Finanzielle Schulden
      • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
      • Schuldscheindarlehen
      • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen
      • Leasingverbindlichkeiten
      • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
      • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
    • Derivative Finanzinstrumente
      • Zinsderivate
      • Währungsderivate
      • Rohstoffderivate
      • Energiederivate

Finanzielle Vermögenswerte

  • Anteile an Investmentfonds sowie Wertrechte (Genossenschaftsanteile) in der Bilanzposition Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert angesetzt. Bewertungsunterschiede aus der Folgebewertung werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Eigenkapitalinstrumente mit der Absicht diese langfristig zu halten, sind der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ zugeordnet. Die Ersterfassung erfolgt zum Zeitwert inklusive allfälliger Transaktionskosten. Bewertungsänderungen werden bei Eigenkapitalinstrumenten unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Zugangs erfasst und der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ zugeordnet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für sonstige Beteiligungen wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows vorgenommen. Für Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurde die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes aufgrund des für den AGRANA-Konzern unwesentlichen Betrages nicht vorgenommen.
  • Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.
  • Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bewertungsunterschiede werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen ausgewiesen. Unverzinste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen oder portfoliobasierte Wertberichtigungen gebildet. Die portfoliobasierten Wertberichtigungen werden anhand des in IFRS 9 vorgesehenen vereinfachten Modelles ermittelt. Hierfür werden mittels Analyse historischer Ausfallraten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Die Wertberichtigungen werden auf separaten Wertminderungskonten erfasst. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind keine besonderen Risikokonzentrationen gegeben und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit geringfügigen Ausnahmen täglich fällig, daher wurde auf die Ermittlung eines erwarteten Wertminderungsbedarfs gemäß IFRS 9 verzichtet.
  • Fremdwährungsforderungen werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.

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  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit den Stichtagskursen bewertet und sind der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ zugeordnet.

Finanzielle Schulden

  • Finanzverbindlichkeiten werden bei Zugang in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrages erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung nach der Effektivzinsmethode verteilt realisiert und im Finanzergebnis ausgewiesen. Finanzverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und Bewertungsunterschiede im Finanzergebnis ausgewiesen.
  • Die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Entstehen der Verbindlichkeit in Höhe des beizulegenden Zeitwertes der erhaltenen Leistungen. In der Folge werden diese Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und Bewertungsunterschieden in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen ausgewiesen. Sonstige nicht aus Leistungsbeziehungen resultierende Verbindlichkeiten werden mit ihrem Zahlungsbetrag angesetzt.
  • Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag bewertet.# Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen, Güterpreisen und Energiepreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswert oder Verbindlichkeit bilanziert und – unabhängig von ihrem Zweck – mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Wertes werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen (Rohstoffderivate und Währungsderivate in Zusammenhang mit Einkaufs- und Verkaufstransaktionen und Energiederivate in Zusammenhang mit dem Einkauf von Gas, Heizöl Extra Leicht und Strom für die Produktion) oder im Finanzergebnis (Zinsderivate, Währungsderivate bei Finanzierungen) erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft (Cashflow-Hedges) und erfüllen die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9. In diesen Fällen werden die noch nicht realisierten und effektiven Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Führt die abgesicherte erwartete Transaktion zum späteren Ansatz eines nicht-finanziellen Postens (z.B. Vorräte), wird der kumulierte Betrag in der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) direkt in die Anschaffungskosten des nicht-finanziellen Postens zum Zeitpunkt dessen Bilanzierung einbezogen (Basis Adjustment). In allen anderen Fällen wird der kumulierte Betrag in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Ineffektive Teile der Bewertungsunterschiede von Cashflow-Hedges werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ zugeordnet, es sei denn, es handelt sich um Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. Diese werden der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente)“ zugeordnet. Weitere Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten finden sich auf Seite 180ff.

7.4. Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

7.5. Emissionszertifikate

Die Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte umfasst die im EU-Handelssystem ausgegebenen Emissionsrechte (EU Allowances – kurz EUA) und erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen EUA sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten EUA, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

7.6. Wertminderung

Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, wird die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte überprüft. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 28./29. Februar.

Bei der Werthaltigkeitsprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Unterschiedsbetrages.

Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit). Der beizulegende Zeitwert wird anhand beobachtbarer Markttransaktionen oder Marktinformationen ermittelt. Ist kein solcher Preis beobachtbar, wird der beizulegende Zeitwert anhand geeigneter Bewertungstechniken, unter Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren und mit Annahmen zu Risiken zu ermittelt. Kosten der Veräußerung sind vom ermittelten beizulegendem Zeitwert in Abzug zu bringen.

Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzungswert.

7.7. Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.

Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch einen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird.

Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.

Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die Erfassung im sonstigen Ergebnis schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.

Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 3,60 % (Vorjahr: 4,25 %) zugrunde.

Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.# 7.8. Sonstige Rückstellungen
* Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
* Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
* Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.
* Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastsanierung und Abraumbeseitigung.
* Rückstellungen für Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgelder beinhalten des Weiteren Rückstellungen für Altersteilzeit, Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen, Rückstellungen für Bonifikationen und Prämien sowie sonstige personalbezogene Rückstellungen. Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer einzustufen. Diese werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der laufenden Periode im Personalaufwand ausgewiesen. Jubiläumsgelder stellen einmalige vom Entgelt und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängige Zahlungen dar, die aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Vorschriften bestehen. Vor allem in Österreich bestehen Verpflichtungen für Jubiläumsgeldzahlungen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind in Österreich aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitenden zu bilden. Die gesetzliche Regelung der Altersteilzeit erleichtert es Betrieben, ältere Mitarbeitende unter weitestgehend finanzieller Absicherung mit einer verringerten Arbeitszeit bis zum Pensionsantritt zu beschäftigen. Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen werden nur dann angesetzt, wenn ein formaler, detaillierter Restrukturierungsplan erstellt und kommuniziert wurde.
* Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozessrisiken, Rückstellungen für Drohverluste sowie Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Rückstellungen für Drohverluste aus 146 ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

7.9. Latente Steuern

  • Latente Steuern werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestehen bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern werden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.
  • Die Berechnung der latenten Steuern wird nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, soweit die Realisierung latenter Steuern wahrscheinlich ist.
  • Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u.a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn die entsprechenden Steuervorteile bei zugrunde liegender Planungsperiode von fünf Jahren realisiert werden können. Dies ist gegeben, wenn ausreichend Gewinne erwirtschaftet werden bzw. zu versteuerndes Ergebnis aus der Umkehrung von passiven latenten Steuern vorhanden ist.
  • Aktive latente Steuern sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive latente Steuern sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von aktiven latenten Steuern mit passiven latenten Steuern wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
  • Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuern ausgewiesen.

7.10. Gewinnrealisierung

  • Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Die Erlösrealisierung erfolgt im AGRANA-Konzern anhand des 5-Schritte-Modelles gemäß IFRS 15 und grundsätzlich zeitpunktbezogen. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Kontrolle über ein Produkt oder über eine Dienstleistung auf einen Käufer übertragen wird. Die Übertragung der Kontrolle auf den Käufer wird üblicherweise gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt, die den Übergang der mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken regeln. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst. Bei variablen Preisvereinbarungen wird eine vertragsindividuelle Schätzung der zu erwartenden Endpreise für die Umsatzrealisierung vorgenommen. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen sowie ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Kosten der Umsatzanbahnung haben ganz überwiegend einen kurzfristigen Umsatzbezug und werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen der industrieüblichen Zahlungskonditionen bestehen bei der Umsatzerfassung keine Finanzierungskomponenten.
  • Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
  • Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Leasingverbindlichkeiten anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.
  • Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.
  • Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

7.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen

  • Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können. Die Ermessensbeurteilungen und Annahmen werden zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung als angemessen erachtet. Insbesondere ergeben sich wesentliche Ermessensbeurteilungen und Schätzungen im Zusammenhang mit klimabezogenen Risiken und weiteren Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine und deren Folgen. Die getroffenen Annahmen werden nachfolgend dargestellt:
  • Im Geschäftsjahr 2022|23 wurde eine Klimawandelszenarioanalyse für Produktionsstandorte in der AGRANA-Gruppe initiiert. Ziel war es, die physischen Klimarisiken pro Standort zu erheben. Im Geschäftsjahr 2023|24 wurde diese Analyse einer näheren Detailanalyse unterzogen. Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute Klimarisiken als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Stürme, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante „chronische“ Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Gemäß den Ergebnissen stellen vor allem Wasserknappheit und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für die Produktionsstandorte dar. Die Ergebnisse der nachgelagerten Detailanalyse zeigten, dass sich die überwiegende Anzahl an Standorten im mittleren Risikobereich befinden, auch hier sind die Faktoren Dürre und oder Hitzewellen wie auch Wasserknappheit die häufigsten Risikoursachen. Nach der Detailanalyse blieb nur ein Risikostandort mit hoher Einstufung erhalten, wobei die Detailanalyse in den drei kriegsbetroffenen ukrainischen Standorten 2023|24 nicht durchgeführt wurde. Für den verbleibenden Risikostandort werden innerhalb der vorgesehenen fünfjährigen Frist Adaptionsmaßnahmen geplant. Als Ergänzung zur Klimawandelszenarioanalyse für die Produktionsstandorte der AGRANA-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2023|24 mit der Analyse von Klimarisiken entlang der agrarischen Wertschöpfungsketten begonnen.Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde zunächst das physische Klimarisiko für die Zuckerrübe anhand ausgewählter Indikatoren ermittelt und erste mögliche Auswirkungen auf die Erträge untersucht sowie eine finanzielle Risikoquantifizierung abgeleitet. Dazu wurden ebenfalls die vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem so genannten Weltklimarat, empfohlenen Szenarien genutzt. Betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2029 sowie 2040 und 2060. Zudem wurden potenzielle Resilienzmaßnahmen erarbeitet. Die finanzielle Risikoeinschätzung aus der Klimawandelszenarioanalyse entspricht der bisherigen Rohstoffrisikoerwartung im Segment Zucker im finanziellen Planungszeitraum. Auf dieser Grundlage werden die nächsten Schritte abgeleitet.

–Bedingt durch den Ausbruch des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 bestehen sowohl in der Ukraine als auch in Russland weiterhin Unsicherheiten im Zusammenhang mit der unvorhersehbaren Entwicklung des Krieges und dessen Folgen, u.a. können außergewöhnliche Kostensteigerungen, Nachfragerückgänge, steigende Kapitalkosten aufgrund der makroökonomischen Entwicklungen sowie Volatilitäten auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten nicht ausgeschlossen werden. Die Situation in den beiden Ländern wird laufend beobachtet und evaluiert. Den AGRANA-Planungen liegen die Annahmen zugrunde, dass die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet bleibt und dass steigende Preise, insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich, auch in angepassten Kundenkontrakten weitergegeben werden können.

Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:
–Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 29.02.2024: 98.246 t€; Buchwert 28.02.2023: 98.667 t€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 29.02.2024: 14.197 t€; Buchwert 28.02.2023: 16.431 t€) und Sachanlagen (erworben und Nutzungsrechte) (Buchwert 29.02.2024: 797.622 t€; Buchwert 28.02.2023: 819.418 t€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt des regelmäßigen Wertminderungstest-Stichtages zum 28./29. Februar aktuellsten Prognoserechnung für die Cashflows der Cash Generating Units (CGUs) der nächsten fünf Jahre. Die zugrunde liegenden Prognoserechnungen für den
148
Wertminderungstest der Geschäfts-/Firmenwerte zum 29. Februar 2024 wurden im Februar 2024 vom Vorstand freigegeben und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Die Erkenntnisse aus dem seit nunmehr über zwei Jahren andauernden Krieg in der Ukraine (u.a. Stabilisierung von Lieferketten und optimistischere Marktentwicklung) wurden in den aktuellen Prognoserechnungen sowie in den Alternativszenarien verarbeitet. Die Gewichtung der Szenarien ist zum Vorjahr unverändert. Der „Base Case“ spiegelt die Einschätzung des Managements wider und beinhaltet, abgesehen von den Annahmen zur Geschäftsentwicklung der Gesellschaften in Russland und der Ukraine, ebenso klimabezogene Risiken. Das Segment Frucht ist auf die ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohstoffe in der benötigten Qualität angewiesen. Nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle können sich negativ auf die Rohstoffverfügbarkeit sowie die Rohstoffkosten auswirken. Die im „Base Case“ geplanten Rohstoffkosten berücksichtigen die Rohstoffaufbringung und somit veränderte Ernteerwartungen aufgrund von Klimaänderungen. Prognoseunsicherheiten aufgrund der Volatilität der Märkte (kommerzielle Risiken) sowie klimabezogener Risiken wird durch Berücksichtigung alternativer Planungsszenarien begegnet („Downside Case gemäßigt“ und „Downside Case progressiv“). Die Planungsszenarien unterscheiden sich im Bereich der kommerziellen Risiken im Wesentlichen in den Annahmen zum Umsatzwachstum und zur Entwicklung der operativen Marge bis zur Rentenphase, wobei im „Downside Case progressiv“ von einer stärkeren Abschwächung des Umsatzwachstums und einer geringeren operativen Marge ausgegangen wird als im „Downside Case gemäßigt“. Klimabezogene Risiken in Form von Ernteausfällen bedingt durch u.a. Dürren, Überflutungen oder Schädlingsbefall und daraus resultierende Versorgungsunterbrechungen und Preissteigerungen von Rohstoffen, die nicht zur Gänze an Kunden weitergegeben werden können, werden in den Alternativszenarien unterschiedlich ausgeprägt berücksichtigt. Das Alternativszenario „Downside Case progressiv“ geht zusätzlich von Kriegsschäden der Standorte in der Ukraine sowie einem stärkeren Markteinbruch in Russland aus.

Der Werthaltigkeitstest der Geschäfts-/Firmenwerte der CGU Frucht zum 29. Februar 2024 mit der unten dargestellten Szenariengewichtung ergab keinen Wertminderungsbedarf.

Die Szenarien stellten sich zum 29. Februar 2024 wie folgt dar:

| CGU Frucht zum 29.02.2024 | Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2023|24) | Operative Marge in 2028|29 |
| :--------------------------- | :--------- | :------------------------------ | :------------------------ |
| Base Case | 65 % | 0,4 % | 5,7 % |
| Downside Case gemäßigt | 30 % | 0,1 % | 5,1 % |
| Downside Case progressiv | 5 % | –1,3 % | 4,2 % |

Im Vorjahr stellten sich die Szenarien wie folgt dar:

| CGU Frucht zum 28.02.2023 | Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2022|23) | Operative Marge in 2027|28 |
| :--------------------------- | :--------- | :------------------------------ | :------------------------ |
| Base Case | 65 % | 3,7 % | 5,5 % |
| Downside Case gemäßigt | 30 % | 3,5 % | 4,9 % |
| Downside Case progressiv | 5 % | 2,1 % | 4,4 % |

Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt zum 29. Februar 2024 bei 8,86 % (Vorjahr: 9,48 %).
149
Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 29. Februar 2024 wurden Sensitivitäten gerechnet. Ein Anstieg des WACC (Weighted Average Cost of Capital: gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz) um 0,5 Prozentpunkte würde in der CGU Frucht keinen Wertminderungsbedarf zur Folge haben. Weiters wurden zum 29. Februar 2024 die Sensitivitäten auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 70 % / 30 % / 0 % zu einer um 13.825 t€ höheren Überdeckung führen. Eine Gewichtung von 60 % / 30 % / 10 % hätte eine um 13.825 t€ geringere Überdeckung zur Folge.

In Bezug auf klimabedingte Schwierigkeiten der Rohstoffversorgung geht AGRANA im Segment Stärke durch die Möglichkeit der Beschaffung der notwendigen Rohstoffe auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten von keinen wesentlichen Engpässen aus. Bei Stärken und Nebenprodukten führen zudem Beschaffungspreisänderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch gestiegene Rohstoff- und Energiepreise teilweise kompensiert werden. Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform „Platts“ ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen. In der CGU Stärke wurde neben dem Base Case ein „Downside Case“ basierend auf geringeren Absätzen und niedrigeren Margen entwickelt. Die Szenarien gewichtet führen zu keiner Wertminderung.

| CGU Stärke zum 29.02.2024 | Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2023|24) | Operative Marge in 2028|29 |
| :----------------------- | :--------- | :------------------------------ | :------------------------ |
| Base Case | 65 % | 2,2 % | 5,0 % |
| Downside Case | 35 % | 0,9 % | 4,2 % |

| CGU Stärke zum 28.02.2023 | Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2022|23) | Operative Marge in 2027|28 |
| :----------------------- | :--------- | :------------------------------ | :------------------------ |
| Base Case | 65 % | 3,7 % | 3,6 % |
| Downside Case | 35 % | –0,9 % | 3,5 % |

Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt bei 8,77 % (Vorjahr: 8,76 %).
Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 29. Februar 2024 wurde eine Sensitivität gerechnet. Unter der Voraussetzung eines gleichbleibenden WACC1 würde bei einer Reduktion des operativen Ergebnisses 2028|29 in Höhe von rund 16,7 % die Überdeckung der CGU Stärke Null betragen. Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde keinen Wertminderungsbedarf des Geschäfts-/Firmenwertes zur Folge haben. Weiters wurde eine Sensitivität auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 55 % / 45 % eine um 12.860 t€ geringere Überdeckung zur Folge haben.

–Als relevante Werttreiber für die Prüfung der Werthaltigkeit der Sachanlagen der CGU Zucker Verkauf & Produktion wurden im Vorjahr neben den Rübenanbauflächen, die Zuckerverkaufspreise sowie Produktionskosten in Verbindung mit Gas-/Energiepreisen identifiziert. Durch das Verbot der Neonicotinoide in Österreich besteht ein erhöhtes Risiko von geringeren Flächenerträgen und Produktionsmengen für die beiden österreichischen Standorte. Eine signifikante Verminderung der Rübenanbauflächen sowie ein Zuckerpreisniveau, bei dem die Produktionskosten nicht an Kunden weitergegeben werden können, könnte zu einem Wertminderungsbedarf führen. Im Geschäftsjahr 2023|24 wurde kein Hinweis auf eine Wertminderung identifiziert.
–AGRANA geht davon aus, dass eine etwaige Verminderung der Rübenanbauflächen durch entsprechende Marktpreisentwicklungen kompensiert werden kann und dass die Produktions- und Administrationskosten auch zukünftig an Kunden weitergegeben werden können.
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–Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.–Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert 29.02.2024: 52.465 t€; Buchwert 28.02.2023: 53.535 t€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.
–Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, sodass mögliche Korrelationseffekte zwischen den Annahmen nicht berücksichtigt werden.
Die Sensitivitäten haben folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (23a) angeführten Barwerte der Verpflichtungen:

29.02.2024 28.02.2023 29.02.2024 28.02.2023
t€ Pensionen Pensionen Abfertigungen Abfertigungen
Veränderung versicherungs-mathematischer Annahmen
Rechnungszinssatz +0,5 Prozentpunkte –2.015 –1.911 –1.056 –987
–0,5 Prozentpunkte 2.207 2.076 1.116 1.040
Lohn-/Gehaltssteigerung +0,25 Prozentpunkte 50 41 524 489
–0,25 Prozentpunkte –48 –39 –510 –480
Rentensteigerung +0,25 Prozentpunkte 998 982
–0,25 Prozentpunkte –962 –947
Lebenserwartung Zunahme um 1 Jahr 3.470 3.886
Abnahme um 1 Jahr –3.633 –4.100

–Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 29.02.2024: 30.312 t€; Buchwert 28.02.2023: 19.817 t€) liegt die Annahme zugrunde, dass innerhalb des Planungszeitraumes von fünf Jahren ausreichend steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
–Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpflichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
–Bei der Ermittlung der übrigen Rückstellungen (Buchwert 29.02.2024: 58.289 t€; Buchwert 28.02.2023: 47.904 t€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann.

Die HUNGRANA-Gruppe, die AGRANA-STUDEN-Gruppe und die Beta Pura GmbH wurden gemäß IFRS 11 und den derzeit bestehenden Vereinbarungen als Gemeinschaftsunternehmen qualifiziert. Der Konzern hält 50 % der Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen.
Die AGRANA-Gruppe hält 50,01 % an der AUSTRIA JUICE GmbH und deren Tochtergesellschaften. Aufgrund der zugrunde liegenden Verträge und Vereinbarungen übt AGRANA Beherrschung auf diese Gesellschaften aus und bezieht sie in den Konzernabschluss mittels Vollkonsolidierung ein.

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8. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Note (1) 8.1. Umsatzerlöse

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker.

Umsatzerlöse des Segmentes Frucht umfassen Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food-Service-Industrie und Fruchtsaftkonzentrate, wie Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen.

Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA primär Mais, Weizen und Kartoffeln zu hochwertigen Stärkeprodukten für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige. Weiters werden im Rahmen der Stärkegewinnung Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.

Das Segment Zucker verarbeitet Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem wird auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel an Endkonsumenten vertrieben. Daneben produziert das Segment Zucker – zur optimalen Verwertung der agrarischen Rohstoffe – eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt in allen drei Segmenten nach Übergang der Kontrolle am jeweiligen Produkt auf den Kunden und erfolgt nahezu ausschließlich zeitpunktbezogen. Sämtliche Lieferverträge enthalten Incoterms, wie DDP, DAP und EXW, die den Übergang der Kontrolle auf den Kunden regeln und somit den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung begründen. Das Zahlungsziel beträgt in der Regel bis zu 90 Tage.

AGRANA erzielt mit 96,07 % (Vorjahr: 96,75 %) hauptsächlich Umsatzerlöse aus Eigenerzeugnissen. AGRANA erbringt Dienstleistungen von 0,19 % (Vorjahr: 0,21 %) sowie Handelswarenerlöse von 3,74 % (Vorjahr: 3,04 %) der Gesamtumsatzerlöse von untergeordneter Bedeutung.

Die Aufteilung nach geografischen Gebieten je Segment erfolgt auf Basis des Sitzes der Gesellschaft.

Segment 2023 24 2022 23
Segment Frucht EU-27 739.368 697.607
Europa nicht EU 133.736 112.466
Nordamerika 464.114 436.539
Südamerika 38.510 41.585
Asien 95.661 107.254
Afrika 43.131 37.191
Australien & Ozeanien 52.334 49.289
Summe 1.566.854 1.481.931
Segment Stärke EU-27 1.132.985 1.272.530
Nordamerika 15.767 21.285
Summe 1.148.752 1.293.815
Segment Zucker EU-27 1.071.270 861.696
Summe 1.071.270 861.696
Summe 3.786.876 3.637.442

29,0 % (Vorjahr: 28,7 %) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Wie im Vorjahr trug kein Kunde mehr als 10 % zum Konzernumsatz bei.

Note (2) 8.2. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

t€ 2023 24 2022 23
Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 77.367 236.416
Andere aktivierte Eigenleistungen 5.776 2.348

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 77.367 t€ (Vorjahr: 236.416 t€) resultierte aus dem Segment Zucker mit 99.393 t€ (Vorjahr: 173.193 t€), aus dem Segment Stärke mit –21.482 t€ (Vorjahr: 40.512 t€) und aus dem Segment Frucht mit –544 t€ (Vorjahr: 22.711 t€).

Note (3) 8.3. Sonstige betriebliche Erträge

t€ 2023 24 2022 23
Erträge aus Kursgewinnen 11.062 16.682
Derivaten 4.942 4.977
Versicherungs- und Schadensersatzleistungen 3.756 2.053
dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahmen der Finanzanlagen 2.411 1.046
Forschungsprämien 1.293 1.102
Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation 800 680
der Auflösung von kriegsbedingten Forderungswertberichtigungen 703 965
Miet- und Pachtverträgen 660 704
der Auflösung von Forderungswertberichtigungen 514 2.103
Steuerrückerstattungen 395 901
Leistungen an Dritte 102 93
Übrige 17.994 20.642
Summe 44.632 51.948

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen u. a. Erträge aus der Weiterverrechnung von Energie, Betriebsstoffen, Rohmaterial sowie landwirtschaftliche und sonstige Dienstleistungen.

Note (4) 8.4. Materialaufwand

t€ 2023 24 2022 23
Aufwendungen für Rohstoffe 1.885.062 1.897.913
Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren 825.435 888.963
bezogene Leistungen 94.339 86.201
Summe 2.804.836 2.873.077

153

Note (5) 8.5. Personalaufwand

t€ 2023 24 2022 23
Löhne und Gehälter 331.580 298.615
Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und sonstiger Personalaufwand 85.824 78.908
Summe 417.404 377.523

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 2.118 t€ (Vorjahr: 983 t€) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand sind im Personalaufwand enthalten.

Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden 22.943 t€ (Vorjahr: 21.167 t€) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst. Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 1.866 t€ (Vorjahr: 1.655 t€) im Geschäftsjahr 2023|24 erfasst.

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeitende im Vollkonsolidierungskreis (durchschnittliche Vollzeitäquivalente):

Aufgliederung nach Personengruppen 2023 24 2022 23
Arbeiter 5.935 5.877
Angestellte 2.843 2.755
Lehrlinge 98 98
Summe 8.876 8.730
Aufgliederung nach Regionen 2023 24 2022 23
Österreich 2.442 2.364
Ungarn 427 410
Rumänien 532 516
Restliche EU 1.467 1.448
EU-27 4.868 4.738
Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) 1.107 1.130
Übriges Ausland 2.901 2.862
Summe 8.876 8.730

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100 %):

Aufgliederung nach Personengruppen 2023 24 2022 23
Arbeiter 367 344
Angestellte 211 223
Summe 578 567

154

Note (6) 8.6. Abschreibungen

t€ Gesamt Abschrei- bungen Wert- minde- rungen Wert- auf- holungen
**Geschäftsjahr 2023 24**
Immaterielle Vermögenswerte 5.094 3.375 1.719
Sachanlagen – erworben 123.970 104.329 19.688
Sachanlagen – Nutzungsrechte 7.204 6.545 659
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 136.268 114.249 22.066
**Geschäftsjahr 2022 23**
Immaterielle Vermögenswerte 91.861 3.608 88.253
Sachanlagen – erworben 110.900 107.281 3.830
Sachanlagen – Nutzungsrechte 7.034 6.604 430
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 209.795 117.493 92.513

Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

t€ Wert- minde- rungen Wert- auf- holungen
**Geschäftsjahr 2023 24**
Segment Frucht 21.852 0
Segment Stärke 0 0
Segment Zucker 214 –47
Konzern 22.066 –47
**Geschäftsjahr 2022 23**
Segment Frucht 92.102 –133
Segment Stärke 119 0
Segment Zucker 292 –78
Konzern 92.513 –211

Wertminderungen im Segment Frucht in Höhe von 21.852 t€ (Vorjahr: 92.102 t€) betrafen Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (Kundenbeziehungen in Japan) von 1.325 t€, dem Geschäfts-/Firmenwertes (CGU Japan) von 394 t€ und Sachanlagen in China und Japan von 18.730 t€ aufgrund der schwierigen ökonomischen Lage und der dadurch angespannten Geschäftsentwicklung in Asien.## 8.7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2023 24 2022 23
Vertriebs- und Frachtaufwendungen 198.921 204.034
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 147.598 120.066
Werbeaufwendungen 13.418 10.190
Kursverluste 10.060 16.840
Schadensfälle 7.930 4.415
Miete, Leasing- und Pachtaufwand 7.572 6.559
Derivate 6.168 8.854
Sonstige Steuern 2.163 11.848
Forschung und Entwicklung (extern) 1.050 787
Aufwendungen für Reorganisationsmaßnahmen 978 0
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 244 303
Übrige 10.422 14.260
Summe 406.524 398.156

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 26.008 t€ (Vorjahr: 23.055 t€). In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten. Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH betrugen 971 t€ (Vorjahr: PwC Wirtschaftsprüfung GmbH 555 t€). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 751 t€ (Vorjahr: 527 t€), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 97 t€ (Vorjahr: 2 t€) sowie sonstige Leistungen von 123 t€ (Vorjahr: 26 t€).

8.8. Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 1.392 t€ (Vorjahr: 18.657 t€) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe und der AGRANA-STUDEN-Gruppe von 3.552 t€ (Vorjahr: 20.948 t€) sowie die Ergebnisverrechnung der Beta Pura GmbH in Höhe von –1.704 t€ mit der Forderung aus dem Gesellschafterdarlehen und Wertminderungen des Gesellschafterdarlehens sowie an der Beta Pura GmbH gehaltenen Anteils von insgesamt –456 t€ (Vorjahr: –2.291 t€).

8.9. Finanzerträge

2023 24 2022 23
Zinserträge 2.986 1.199
Währungsgewinne 14.658 24.748
Erträge aus Beteiligungen 63 29
Gewinn aus Derivaten 34.416 22.564
Übrige finanzielle Erträge 1.579 845
Summe 53.702 49.385

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

2023 24 2022 23
Segment Frucht 1.548 594
Segment Stärke 96 43
Segment Zucker 1.342 562
Summe 2.986 1.199

8.10. Finanzaufwendungen

2023 24 2022 23
Zinsaufwendungen 35.122 12.977
Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 2.118 983
Währungsverluste 24.404 12.778
Verlust aus Derivaten 39.333 42.771
Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 1.933 1.914
Übrige finanzielle Aufwendungen 4.101 4.504
Summe 107.011 75.927

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

2023 24 2022 23
Segment Frucht 4.395 2.126
Segment Stärke 1.332 280
Segment Zucker 29.395 10.571
Konzern 35.122 12.977
Summe 35.122 12.977

Der Posten Zinsaufwendungen enthält Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.081 t€ (Vorjahr: 1.112 t€) sowie den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 333 t€ (Vorjahr: 153 t€). Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Nettoverlust in Höhe von –9.747 t€ (Vorjahr: Nettogewinn 11.971 t€). Dieser setzte sich aus einem realisierten Verlust von –3.472 t€ (Vorjahr: realisierter Gewinn 9.264 t€) und einem nicht realisierten Verlust in Höhe von –6.275 t€ (Vorjahr: nicht realisierter Gewinn 2.707 t€) zusammen. Der Verlust ist v.a. auf Fremdwährungsfinanzierungen in mexikanischem Peso, rumänischem Leu, argentinischem Peso und ungarischem Forint zurückzuführen.

8.11. Ertragsteuern

Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Ertragsteuern und setzen sich wie folgt zusammen:

2023 24 2022 23
Effektive Steuern 38.057 40.572
davon Inland 19.118 22.586
davon Ausland 18.939 17.986
Latente Steuern –9.708 –3.537
davon Inland –4.063 –1.419
davon Ausland –5.645 –2.118
Steueraufwand 28.349 37.035
davon Inland 15.055 21.167
davon Ausland 13.294 15.868

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern im Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:

2023 24 2022 23
Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz 10.495 6.083
Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz 1.450 –623
Gesamte Veränderung aus latenter Steuer 11.945 5.460
davon erfolgswirksame Veränderungen 9.708 3.537
davon im sonstigen Ergebnis erfasst 1.583 3.010
davon aus Währungsumrechnung/Hochinflationsanpassung/Sonstige 654 –1.087

Um den Betrag im sonstigen Ergebnis von 1.583 t€ gemäß obiger Tabelle auf den Wert der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung von 3.094 t€ überleiten zu können, müssen die Steuereffekte von Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen sowie derer anteiliger nicht beherrschender Anteile von in Summe 2.255 t€ abgezogen und der Steuereffekt von 3.766 t€ des Basis Adjustment, der als sonstige Veränderung im Eigenkapital ausgewiesen ist, hinzugerechnet werden.

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand

2023 24 2022 23
Ergebnis vor Ertragsteuern 97.702 61.718
Österreichischer Steuersatz in % 23,83 % 24,83 %
Theoretischer Steueraufwand 23.282 15.325
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund abweichender Steuersätze –3.459 –2.023
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche Abzugsposten inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden –1.842 –6.168
nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen –1.956 21.504
Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen 3.832 4.388
Effekten aus sonstigen Steuern 1.853 1.756
Effekten aus Verlustvorträgen 6.111 1.706
aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen 528 547
Ertragsteuern 28.349 37.035
Effektive Steuerquote 29,0 % 60,0 %

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 23,83 % (Vorjahr: 24,83 %). Der Körperschaftsteuersatz von 23,83 % wurde auf Basis einer zeitlichen Aliquotierung von 24 % und 23 % errechnet. Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., AGRANA Research & Innovation Center GmbH und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen. Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Aktive latente Steuern wurden in Höhe von 21.558 t€ (Vorjahr: 15.052 t€) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 85.319 t€ (Vorjahr: 59.296 t€). Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 68.452 t€ (Vorjahr: 54.748 t€) unbegrenzt vortragsfähig, 3.931 t€ (Vorjahr: 1.333 t€) verfallen zwischen einem und vier Jahren und 12.936 t€ (Vorjahr: 3.215 t€) verfallen zwischen fünf und sieben Jahren. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 13.373 t€ (Vorjahr: 14.046 t€). Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden passive latente Steuern in Höhe von 170.175 t€ (Vorjahr: 170.433 t€) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist. Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD-Musterregeln für einen neuen globalen Rahmen für die effektive Mindestbesteuerung, um sicherzustellen, dass die Gewinne multinationaler Konzerne mit einem Gesamtjahresumsatz von mindestens 750 Mio. € mit einem Mindestsatz von 15 % pro Land besteuert werden (der sogenannten Pillar-II-Rahmen). Die Europäische Union hat sich im Dezember 2022 einstimmig auf die Umsetzung dieses Rahmens in Form einer Richtlinie geeinigt, die bis zum 31. Dezember 2023 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss, damit sie für Wirtschaftsjahre, die nach diesem Stichtag beginnen, gilt. Das österreichische Recht zur Umsetzung des Pillar-II-Konzepts ist am 31. Dezember 2023 in Kraft getreten und gilt für Wirtschaftsjahre, die ab dem 31. Dezember 2023 beginnen. Für den Konzern gilt der neue Rechtsrahmen ab dem Geschäftsjahr 2024|25. Da die Südzucker AG, die die oberste Muttergesellschaft gemäß dem Pillar-II-Rahmen ist, ihren Sitz in Deutschland hat, wird der Rahmen ab dem 1.März 2024 für den AGRANA-Konzern gelten, unabhängig davon, welche anderen Länder das Recht ebenfalls umsetzen. Nach dem Recht muss der AGRANA-Konzern für jedes Land mit einem effektiven Steuersatz von unter 15 % einen Steuerhöhungsbetrag zahlen. Das Recht sieht Vereinfachungen in Form von „Safe-Harbour“-Regelungen pro Land vor, was bedeutet, dass unter bestimmten Bedingungen kein Steuerhöhungsbetrag zu zahlen ist. Da die Pillar-II-Gesetzgebung für den Abschluss 2023|24 noch nicht in Kraft war, hat der Konzern keine aktuelle Steuerbelastung aus dieser Regelung. Der Konzern analysiert derzeit die Auswirkungen der Gesetzgebung, insbesondere in Bezug auf die Verwendung der Safe-Harbour-Regelungen. Bei dieser Bewertung hat die Südzucker AG als oberste Muttergesellschaft die Pillar-II-Regeln auf die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2023|24 verwendet, um einen Hinweis auf mögliche zukünftige Auswirkungen zu geben. In diesen vereinfachten Berechnungen hat sich gezeigt, dass fast alle Länder die Befreiung für einen Safe Harbour erfüllten, was bedeutet, dass in diesen Ländern keine zusätzlichen Steuern angefallen wären, wenn die Pillar-II-Regeln für dieses Geschäftsjahr gegolten hätten. Für die Länder, die keinen Safe Harbour erfüllt hätten, dürften die Auswirkungen auf die laufenden Steuern und Steuerzahlungen unwesentlich sein. Aufgrund der Komplexität der Regelungen können die konkreten quantitativen Auswirkungen auf die künftigen laufenden Steuern und Steuerzahlungen noch nicht abgeschätzt werden. Der AGRANA-Konzern macht von der vorübergehenden Ausnahme Gebrauch, die aus der Implementierung der Pillar-II-Regelungen resultiert und in der im Mai 2023 veröffentlichten Änderung von IAS 12 enthalten ist, latente Steuern durch Pillar II nicht bilanzieren zu müssen.

Note (12)

8.12. Ergebnis je Aktie

| | 2023|24 | 2022|23 |
| :------------------ | :---- | :---- |
| Konzernjahresergebnis, das den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist | t€ 64.925 | 15.816 |
| Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war | Stück 62.488.976 | 62.488.976 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | € 1,04 | 0,25 |
| Dividende je Aktie | € 0,90¹ | 0,90 |

¹ Vorschlag an die Hauptversammlung

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2023|24 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 56.240 t€ (Vorjahr: 56.240 t€) ausgeschüttet.

159

9. Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Es bestanden aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen in der Ukraine, in Russland und in Argentinien. Verfügungsbeschränkungen mit Russland resultierten im Wesentlichen aus einer Begrenzung einer jährlichen Dividendenzahlung an nicht-russische Muttergesellschaften in Höhe von 120 Mio. RUB (rd. 1,2 Mio. €). Höhere Dividendenzahlungen bedürfen einem gesonderten Genehmigungsverfahren und sind nur mit Auflagen möglich. Hiervon hat AGRANA bisher keinen Gebrauch gemacht. Die Vergabe von konzerninternen Darlehen von o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov|Russland, an andere AGRANA Konzerngesellschaften ist derzeit nicht möglich. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der russischen Tochtergesellschaft beliefen sich auf 24.946 t€ (Vorjahr: 14.645 t€). Kurzfristige Bankverbindlichkeiten und kurzfristig gehaltene Wertpapiere zählen nicht zum Fonds. Die Währungsanpassungen, mit Ausnahme jener auf den Finanzmittelstand, werden bereits bei den jeweiligen Bilanzpositionen eliminiert.

Note (13)

9.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus dem Ergebnis ist v.a. aufgrund des sehr deutlich besseren Konzernergebnisses im Vergleich zum Vorjahr höher und beträgt 316.335 t€ (Vorjahr: 282.343 t€), das entspricht 8,35 % (Vorjahr: 7,76 %) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsverluste des Finanzergebnisses von 6.275 t€ (Vorjahr: nicht realisierte Währungsgewinne –2.707 t€), die zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigungen zu Forderungen 1.664 t€ (Vorjahr: –914 t€) sowie zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten von 31.644 t€ (Vorjahr: 5.811 t€). Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen Korrekturen des im Konzernergebnis enthaltenen Steueraufwandes und Zinsergebnisses aufgrund der separaten Darstellung der zahlungswirksamen Zinsen und Ertragsteuern in Höhe von 60.673 t€ (Vorjahr: 49.452 t€). Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capital sowie zahlungswirksame Zinsen und Steuern führten zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 240.216 t€ (Vorjahr: 1.890 t€).

Note (14)

9.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen im Wesentlichen bedingt durch Investitionen in den Bereichen Energieeffizienz und Verbesserung der Produktqualität um –23.414 t€ auf –112.650 t€ (Vorjahr: –89.236 t€). Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind um Zuschüsse in Höhe von 3.778 t€ (Vorjahr: 1.731 t€) gekürzt. Weiters führten eine Kaufpreiszahlung für das in 2021|22 erworbene Tochterunternehmen AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokio|Japan, von –1.061 t€ (Vorjahr: –1.216 t€) sowie Einzahlungen aus Anlagenabgängen von 5.196 t€ (Vorjahr: 1.430 t€) zu einem Cashflow aus Investitionstätigkeit von –110.980 t€ (Vorjahr: –88.994 t€).

Note (15)

9.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Gezahlte Dividenden von –57.741 t€ (Vorjahr: –48.057 t€), die überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Dividende betreffen, Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von –1.188 t€ (Kauf von Anteilen von Minderheitenaktionären der vollkonsolidierten Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest|Ungarn und S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Ţăndărei|Rumänien) sowie die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Mittelzu-/-abflüsse der Finanzverbindlichkeiten führten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023|24 zu einem negativen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von –139.334 t€ (Vorjahr: positiver Cashflow 107.219 t€).

160

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit:

Buchwert t€ 01.03.2023 Fristigkeiten Mittelzufluss Mittelabfluss Währungsdifferenzen und sonstige unbare Veränderungen Buchwert 29.02.2024
**Geschäftsjahr 2023 24**
Schuldscheindarlehen 409.000 –85.000 0 0 0
Kredit Europäische Investitionsbank 17.090 –4.884 0 0 0
Darlehen 109.112 –26.000 80.000 0 –718
Leasingverbindlichkeiten 27.666 –6.090 0 0 3.420
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 562.868 –121.974 80.000 0 2.702
Schuldscheindarlehen 0 85.000 0 0 0
Kredit Europäische Investitionsbank 4.882 4.884 0 –4.884 0
Syndizierte Kredite 155.000 0 0 –140.000 0
Darlehen 0 0 30.000 0 0
Kontokorrentkredite und Barvorlagen 91.965 26.000 0 –39.230 –431
Leasingverbindlichkeiten 5.901 6.090 0 –6.291 –87
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 257.748 121.974 30.000 –190.405 –518
Buchwert t€ 01.03.2022 Fristigkeiten Mittelzufluss Mittelabfluss Währungsdifferenzen und sonstige unbare Veränderungen Buchwert 28.02.2023
**Geschäftsjahr 2022 23**
Schuldscheindarlehen 174.000 0 235.000 0 0
Kredit Europäische Investitionsbank 21.972 –4.882 0 0 0
Darlehen 159.073 –50.000 859 –859 39
Leasingverbindlichkeiten 22.699 –6.755 0 0 11.722
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 377.744 –61.637 235.859 –859 11.761
Schuldscheindarlehen 7.000 0 0 –7.000 0
Kredit Europäische Investitionsbank 4.882 4.882 0 –4.882 0
Syndizierte Kredite 15.000 0 140.000 0 0
Kontokorrentkredite und Barvorlagen 244.142 50.000 0 –201.481 –696
Leasingverbindlichkeiten 5.603 6.755 0 –6.361 –96
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 276.627 61.637 140.000 –219.724 –792

161

10. Erläuterungen zur Bilanz

Note (16) 10.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte

t€ Geschäfts-/ Firmenwerte Konzessionen, Lizenzen und ähnliche Rechte Summe
**Geschäftsjahr 2023 24**
Anschaffungskosten Stand 01.03.2023 262.313 114.405 376.718
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen –45 –1.766 –1.811
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 4 4
Zugänge 0 2.950 2.950
Umbuchungen 0 514 514
Abgänge 0 –537 –537
Stand 29.02.2024 262.268 115.570 377.838
Abschreibungen Stand 01.03.2023 163.646 97.974 261.620
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen –18 –766 –784
Laufende Abschreibungen 0 3.375 3.375
Wertminderungen 394 1.325 1.719
Umbuchungen 0 2 2
Abgänge 0 –537 –537
Stand 29.02.2024 164.022 101.373 265.395
Buchwert 29.02.2024 98.246 14.197 112.443
**Geschäftsjahr 2022 23**
Anschaffungskosten Stand 01.03.2022 262.365 112.737 375.102
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen –52 2.042 1.990
Zugänge 0 1.773 1.773
Umbuchungen 0 349 349
Abgänge 0 –2.465 –2.465
Zuschüsse 0 –31 –31
Stand 28.02.2023 262.313 114.405 376.718
Abschreibungen Stand 01.03.2022 75.394 95.154 170.548
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen 0 1.676 1.676
Laufende Abschreibungen 0 3.608 3.608
Wertminderungen 88.252 1 88.253
Abgänge 0 –2.465 –2.465
Stand 28.02.2023 163.646 97.974 261.620
Buchwert 28.02.2023 98.667 16.431 115.098

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte. Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.950 t€ (Vorjahr: 1.773 t€) betrafen im Wesentlichen Software.# 162

  • Aufgrund der angespannten Geschäftsentwicklung in Asien wurde ein Wertminderungstest durchgeführt, welcher in der CGU Japan zur Wertminderung der Kundenbeziehungen in Höhe von 1.325 t€ führte.
  • Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Frucht 96.640 t€ (Vorjahr: 97.061 t€) und auf das Segment Stärke 1.606 t€ (Vorjahr: 1.606 t€). Die Veränderung im Segment Frucht betrifft die Wertminderung der nicht wesentlichen CGU Japan.
  • Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, definiert AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) als die jeweils kleinste Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte sind. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts-/Firmenwerten aggregiert AGRANA die CGUs auf die nächst höhere Ebene, auf der die Geschäfts-/Firmenwerte gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess gesteuert werden. Im AGRANA-Konzern sind zum 29. Februar 2024 als zahlungsmittelgenerierende Einheiten zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten das Segment Frucht und das Segment Stärke definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten diesen beiden Einheiten zugeordnet werden.
  • Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist.
  • AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen vom Vorstand freigegebene und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 2,0 % p.a. (28. Februar 2023: 2,0 % p.a.) angenommen. Die Kapitalkosten (WACC: Weighted Average Cost of Capital; gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz) sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU berechnet.
  • Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- und Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank von 2,57 % (28. Februar 2023: 2,48 %) herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 6,43 % (28. Februar 2023: 6,52 %) und einem Beta-Faktor, der sich aus einer segmentspezifischen Peer-Group ableitet, die jeweils acht Unternehmen (28. Februar 2023: acht Unternehmen) umfasst. Sowohl das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,34 (28. Februar 2023: 1,41) unterworfen.
  • Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, dem Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonitätszuschlag (Credit Spread) angesetzt. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte und den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC):
Geschäfts-/Firmenwert WACC vor Steuer
29.02.2024
2023
Mio. €
CGU Frucht 96
CGU Stärke 2
Konzern 98

163

  • Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.
  • Die Werthaltigkeitstests werden regelmäßig zum Bilanzstichtag 28./29. Februar vorgenommen. Zum 29. Februar 2024 ergab der Wertminderungstest der Geschäfts-/Firmenwerte keinen Wertminderungsbedarf der CGUs Frucht und Stärke. Der für den Konzern unwesentliche Geschäfts-/Firmenwert der CGU Japan im Segment Frucht wurde aufgrund der angespannten Geschäftsentwicklung in Asien einem gesonderten Wertminderungstest unterzogen, welcher zur gesamten Wertminderung dieses Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 394 t€ führte. Weitere Details finden sich in Kapitel 7.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen.
  • Die Nutzungswerte wurden einer Sensitivitätsanalyse unterzogen. Die Ergebnisse finden sich auf Seite 150.
  • Der Geschäfts-/Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.
  • Am Bilanzstichtag waren andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von untergeordneter Bedeutung für den AGRANA-Konzern enthalten.

Note (17)

10.2. Sachanlagen

t€

Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten

Technische Anlagen und Maschinen

Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung

Anlagen in Bau

Summe

Geschäftsjahr 2023|24

Sachanlagen – erworben
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 01.03.2023 Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges Zugänge Umbuchungen Abgänge Zuschüsse Stand 29.02.2024
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 682.390 –9.078 0 6.482 2.761 –8.811 –46 673.698
Technische Anlagen und Maschinen 1.562.828 –7.468 –217 35.224 20.571 –6.948 –3.712 1.600.278
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 260.045 –2.452 –261 13.680 2.784 –6.445 –20 267.331
Anlagen in Bau 43.843 –69 214 65.433 –26.630 –217 0 82.574
Summe 2.549.106 –19.067 –264 120.819 –514 –22.421 –3.778 2.623.881
Abschreibungen
Stand 01.03.2023 Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges Laufende Abschreibungen Wertminderungen Umbuchungen Abgänge Zuschreibungen Stand 29.02.2024
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 397.016 –3.954 0 17.338 8.763 0 –6.260 –5 412.898
Technische Anlagen und Maschinen 1.159.146 –5.459 –10 72.345 9.913 –2 –6.863 –42 1.229.028
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 213.685 –2.177 –160 14.646 1.012 0 –6.238 –133 220.768
Anlagen in Bau 388 –5 0 0 0 0 –33 0 350
Summe 1.770.235 –11.595 –170 104.329 19.688 –2 –19.394 –180 1.863.044
Buchwert 29.02.2024
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
260.800 371.250 46.563 82.224 760.837

164

t€

Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten

Technische Anlagen und Maschinen

Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung

Anlagen in Bau

Summe

Geschäftsjahr 2023|24

Sachanlagen – Nutzungsrechte
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 01.03.2023 Währungsdifferenzen Zugänge Abgänge Stand 29.02.2024
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 42.546 –329 2.361 –632 43.946
Technische Anlagen und Maschinen 16.543 –8 677 –1.175 16.037
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 2.014 –17 461 –274 2.184
Anlagen in Bau 0 0 0 0 0
Summe 61.103 –354 3.499 –2.081 62.167
Abschreibungen
Stand 01.03.2023 Währungsdifferenzen Laufende Abschreibungen Wertminderungen Abgänge Stand 29.02.2024
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 14.322 –212 4.122 659 –632 18.259
Technische Anlagen und Maschinen 5.083 –2 1.897 0 –1.169 5.809
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 1.151 –89 526 0 –274 1.314
Anlagen in Bau 0 0 0 0 0 0
Summe 20.556 –303 6.545 659 –2.075 25.382
Buchwert 29.02.2024
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
25.687 10.228 870 0 36.785
Buchwert Sachanlagen 29.02.2024
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
286.487 381.478 47.433 82.224 797.622

165

t€

Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten

Technische Anlagen und Maschinen

Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung

Anlagen in Bau

Summe

Geschäftsjahr 2022|23

Sachanlagen – erworben
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 01.03.2022 Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges Zugänge Umbuchungen Abgänge Zuschüsse Stand 28.02.2023
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 661.185 9.430 0 9.102 7.968 –5.197 –98 682.390
Technische Anlagen und Maschinen 1.511.970 11.912 8 30.883 21.653 –12.001 –1.597 1.562.828
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 251.861 3.175 –37 10.025 1.252 –6.226 –5 260.045
Anlagen in Bau 35.045 587 18 39.422 –31.222 –7 0 43.843
Summe 2.460.061 25.104 –11 89.432 –349 –23.431 –1.700 2.549.106
Abschreibungen
Stand 01.03.2022 Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges Laufende Abschreibungen Wertminderungen Umbuchungen Abgänge Zuschreibungen Stand 28.02.2023
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 378.502 4.843 0 17.250 1.540 5 –5.115 –9 397.016
Technische Anlagen und Maschinen 1.086.703 6.928 –2 75.155 2.107 –5 –11.671 –69 1.159.146
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 202.033 2.826 –95 14.876 164 0 –5.986 –133 213.685
Anlagen in Bau 370 –1 0 0 19 0 0 0 388
Summe 1.667.608 14.596 –97 107.281 3.830 0 –22.772 –211 1.770.235
Buchwert 28.02.2023
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
285.374 403.682 46.360 43.455 778.871

166

t€

Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten

Technische Anlagen und Maschinen

Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung

Anlagen in Bau

Summe

Geschäftsjahr 2022|23

Sachanlagen – Nutzungsrechte
Anschaffungs- und Herstellungskosten Stand 01.03.2022 Währungsdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 28.2.2023
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 34.926 72 7.860 99 –411 42.546
Technische Anlagen und Maschinen 13.522 204 3.493 0 –676 16.543
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 2.024 5 358 –99 –274 2.014
Anlagen in Bau 0 0 0 0 0 0
Summe 50.472 281 11.711 0 –1.361 61.103
Abschreibungen
Stand 01.03.2022 Währungsdifferenzen Laufende Abschreibungen Wertminderungen Umbuchungen Abgänge Stand 28.2.2023
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten 10.115 8 4.159 399 52 –411 14.322
Technische Anlagen und Maschinen 3.582 116 2.003 31 0 –649 5.083
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung 1.060 –27 442 0 –52 –272 1.151
Anlagen in Bau 0 0 0 0 0 0 0
Summe 14.757 97 6.604 430 0 –1.332 20.556
Buchwert 28.2.2023
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
28.224 11.460 863 0 40.547
Buchwert Sachanlagen 28.2.2023
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
313.598 415.142 47.223 43.455 819.418
  • Die Zugänge von Sachanlagen je Segment stellten sich wie folgt dar:

| t€ | 2023|24 | 2022|23 |
|---|---|---|
| Segment Frucht | 49.570 | 36.750 |
| Segment Stärke | 41.507 | 30.204 |
| Segment Zucker | 33.241 | 34.189 |
| Konzern | 124.318 | 101.143 |

  • Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben. Weiters sind in dieser Position die Effekte aus der Anwendung von IAS 29 (Hochinflation) enthalten.Die Zuschüsse betrafen im Wesentlichen einen staatlichen Zuschuss für Unternehmen in der Lebensmittelindustrie in Ungarn und Investitionsförderungen in Tschechien und der Slowakei im Segment Zucker sowie eine Umweltförderung im Segment Stärke. Ausgelöst durch die schwierige ökonomische Lage und die dadurch angespannte Geschäftsentwicklung in Asien wurden Wertminderungstests der CGUs in Asien im Segment Frucht durchgeführt. Die Wertminderungstests führten zu Wertminderungen von Sachanlagen in China und Japan in Höhe von 18.730 t€ (Vorjahr: Südafrika und Indien 2.833 t€). Der beizulegende Zeitwert der wertgeminderten Sachanlagen wurde gemäß IFRS 13 ermittelt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes von Grundstücken und Bauten erfolgte auf Basis von Bewertungsgutachten unabhängiger Experten. Dabei wurde eine einkommensbasierte Bewertungsmethode unter Verwendung von Level 3-Inputfaktoren angewandt. Die wesentlichen Inputfaktoren waren Annahmen zu den nachhaltig erzielbaren Mieteinkünften und zur Marktrendite. Spezifische Risiken im Zusammenhang mit der tatsächlichen Verwertbarkeit wurden in Abstimmung mit der Geschäftsführung mittels zusätzlicher Abschläge berücksichtigt. Für technische Anlagen und Maschinen wurden je nach Klasse von Anlagen markt- bzw. kostenbasierte Bewertungsmethoden verwendet. Die wesentlichen Level 3-Inputfaktoren waren Annahmen zur tatsächlichen Verwertbarkeit auf inaktiven Märkten. Als Untergrenze wurden 166 Schätzungen zu Schrottwerten verwendet. Aufgrund einer massiv verschlechterten Rohwarensituation wurde – ebenfalls im Segment Frucht – das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn stillgelegt und Wertminderungen in Höhe von 1.403 t€ erfasst. AGRANA setzt Leasing im Wesentlichen für langfristige Grund- und Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion ein. Zum 29. Februar 2024 betrug der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz für den Ansatz von Leasingverpflichtungen 3,5 % (Vorjahr: 3,3 %). Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert im sonstigen betrieblichen Aufwand sowie Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten im Finanzergebnis stellten sich im Geschäftsjahr 2023|24 wie folgt dar:

t€ | 2023|24 | 2022|23
------- | -------- | --------
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 2.958 | 2.582
Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert | 202 | 341
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | 1.081 | 1.112

Note (18) 10.3.Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen, Wertpapiere und Beteiligungen

t€ Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschafts- unternehmen Wertpapiere (langfristige Vermögens- werte) Beteiligungen Summe
Geschäftsjahr 2023 24
Stand 01.03.2023 66.460 17.378 280 84.118
Währungsdifferenzen –2.063 0 0 –2.063
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen 3.552 0 0 3.552
Zugänge 99 0 0 99
Wertminderungen/Bewertungen –99 424 0 325
Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge –2.500 –7 0 –2.507
Sonstiges Ergebnis 3.536 411 0 3.947
Stand 29.02.2024 68.985 18.206 280 87.471
Geschäftsjahr 2022 23
Stand 01.03.2022 65.952 18.772 280 85.004
Währungsdifferenzen –1.081 0 0 –1.081
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen 20.948 0 0 20.948
Zugänge 2.291 0 0 2.291
Wertminderungen/Bewertungen –2.291 –1.156 0 –3.447
Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen –11.500 0 0 –11.500
Sonstiges Ergebnis –7.859 –238 0 –8.097
Stand 28.02.2023 66.460 17.378 280 84.118

Details zur Entwicklung der Buchwerte der nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen finden sich im Kapitel 3.1.

Note (19) 10.4.Forderungen und sonstige Vermögenswerte

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 441.934 471.495
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen 13.978 16.005
Positiver Marktwert Derivate 6.972 10.535
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe 986 2.757
Forderungen aus Zuschüssen 380 1.263
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 47.757 45.844
Zwischensumme Finanzinstrumente 512.007 547.899
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 70.258 69.397
Vermögenswerte aus überdeckten Abfertigungsplänen 0 75
Rechnungsabgrenzungsposten 9.227 8.642
Geleistete Anzahlungen 7.128 6.743
Summe 598.620 632.756
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 3.318 2.559

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.

Note (20) 10.5.Aktive latente Steuern

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 4.412 3.870
Finanzanlagen (v.a. „Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 13.984 6.710
Vorräte 9.093 6.526
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.049 1.050
Verlustvorträge 2.799 2.934
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 3.134 3.717
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 23.265 18.456
Summe aktive latente Steuern 58.736 43.263
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde –28.424 –23.446
Saldierte aktive Steuerabgrenzung 30.312 19.817

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (26) erläutert.

Note (21) 10.6.Vorräte

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 292.220 391.358
Fertige und unfertige Erzeugnisse 853.568 789.923
Waren 25.022 28.738
Summe 1.170.810 1.210.019

Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 31.644 t€ (Vorjahr: 5.811 t€) vorgenommen, welche aus den Segmenten Frucht mit 10.157 t€ (Vorjahr: 4.011 t€), Stärke mit 8.256 t€ (Vorjahr: 445 t€) und Zucker mit 13.231 t€ (Vorjahr: 1.355 t€) resultierten. Die Wertminderungen waren auf gesunkene Nettoveräußerungswerte zum Bilanzstichtag zurückzuführen.

Note (22) 10.7.Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 113.531.275 € (Vorjahr: 113.531.275 €) und ist in 62.488.976 Stück (Vorjahr: 62.488.976 Stück) auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.
Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 124ff dargestellt.
Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen betragen am Bilanzstichtag 540.759.998 € (Vorjahr: 540.759.998 €).
Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für Eigenkapitalinstrumente, die Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges), die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Rücklagen für Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassungen (davon in Argentinien ein Gewinn von 22.594 t€ [Vorjahr: Gewinn von 5.061 t€] und in der Türkei ein Gewinn von 2.142 t€ [Vorjahr: Gewinn von 2.119 t€]) sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.
Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen in Höhe von –1.188 t€ resultierten aus dem Kauf von Anteilen von Minderheitenaktionären der vollkonsolidierten Magyar Cukorgyártó und Forgalmazó Zrt., Budapest|Ungarn und S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Ţăndărei|Rumänien.

Angaben zum Kapitalmanagement
Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch um eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Eigenkapital 1.248.430 1.256.569
Bilanzsumme 2.889.421 3.003.075
Eigenkapitalquote 43,2 % 41,8 %
Nettofinanzschulden 636.083 684.895
Gearing 51,0 % 54,5 %

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht. Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung. Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

Note (23) 10.8.Rückstellungen

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Rückstellungen für Pensionen 23.862 26.710
Abfertigungen 28.603 26.825
Übrige 58.289 47.904
Summe 110.754 101.439

Note (23a) a)Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan. Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrundegelegt:

% 29.02.2024 28.02.2023
Lohn-/Gehaltstrend Inland/Europa 2,00 – 6,00 4,00 – 9,04
Mexiko/Südkorea 6,00 / 3,50 6,00 / 3,00
Rententrend Inland/Europa 3,60 – 4,50 4,00 – 9,04
Mexiko 6,00 6,00
Zinssatz Inland/Europa 3,60 4,25
Mexiko/Südkorea 9,25 / 3,90 9,00 / 5,30

Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 3,60 % (Vorjahr: 4,25 %) zugrundegelegt.Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen, wie die Mitarbeiterfluktuation, in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln „AVÖ 2018-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.

Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.

Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Pensionspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 41.913 41.857
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –18.051 –15.147
Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) 23.862 26.710
Abfertigungspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 30.818 28.802
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –2.215 –2.052
Nettoschuld aus der leistungsorientierten Verpflichtung 28.603 26.750
davon Vermögenswerte aus überdeckten Abfertigungsplänen 0 ~75
davon Rückstellung für Abfertigungen 28.603 26.825

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:

In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 27.251 t€ (Vorjahr: 24.679 t€) steht ein Planvermögen von 17.660 t€ (Vorjahr: 14.760 t€) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen dieses Anhangs verwiesen.

Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeitende bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 10.605 t€ (Vorjahr: 13.451 t€), der Österreichischen Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. in Höhe von 649 t€ (Vorjahr: 593 t€), der AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 1.507 t€ (Vorjahr: 1.490 t€) und der AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 152 t€ (Vorjahr: 159 t€). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 129 t€ (Vorjahr: 135 t€) gegenüber.

Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeitende mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeitende. Dem Barwert der Verpflichtung von 309 t€ (Vorjahr: 365 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 183 t€ (Vorjahr: 169 t€) gegenüber.

In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestand einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 1.440 t€ (Vorjahr: 1.120 t€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 79 t€ (Vorjahr: 83 t€) gegenüber.

Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:

t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Rückstellung für Pensionen
Geschäftsjahr 2023|24
Stand 01.03.2023 41.857 –15.147 26.710
Dienstzeitaufwand 94 0 94
Zinsaufwand/-ertrag 1.759 –689 1.070
Auswirkungen von Plankürzungen und -abgeltungen –4 0 –4
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 171 171
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Pensionsaufwand netto) 1.849 –518 1.331
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –354 –354
der Änderung finanzieller Annahmen –223 0 –223
erfahrungsbedingten Anpassungen 1.452 0 1.452
Währungsdifferenzen 68 –6 62
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 1.297 –360 937
Abgeltungszahlungen –75 0 –75
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.015 1.208 –1.807
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –3.234 –3.234
Sonstige Veränderungen –3.090 –2.026 –5.116
Stand 29.02.2024 41.913 –18.051 23.862
t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Rückstellung für Pensionen
Geschäftsjahr 2022|23
Stand 01.03.2022 41.813 –16.409 25.404
Dienstzeitaufwand 78 0 78
Zinsaufwand/-ertrag 719 –269 450
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 9 9
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Pensionsaufwand netto) 797 –260 537
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 691 691
der Änderung finanzieller Annahmen 725 0 725
erfahrungsbedingten Anpassungen 1.367 0 1.367
Währungsdifferenzen 174 –12 162
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 2.266 679 2.945
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.019 1.015 –2.004
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –172 –172
Sonstige Veränderungen –3.019 843 –2.176
Stand 28.02.2023 41.857 –15.147 26.710

Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:

Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Mitarbeitenden selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 27.237 t€ (Vorjahr: 26.039 t€).

In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Mitarbeitenden selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 263 t€ (Vorjahr: 187 t€) ausschließlich rückstellungsfinanziert.

In Rumänien bestehen Abfertigungsverpflichtungen im Falle des Pensionsantrittes in Höhe von drei Monatsbezügen. Der Rückstellungswert beläuft sich auf 350 t€ (Vorjahr: 195 t€).

In Mexiko bestehen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens 15-jähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, bei Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Planvermögen in Höhe von 22 t€ (Vorjahr: 3 t€) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 550 t€ (Vorjahr: 407 t€).

Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 2.418 t€ (Vorjahr: 1.974 t€) und ein Planvermögen von 2.193 t€ (Vorjahr: 2.049 t€) aus und ist somit mit 0 t€ (Vorjahr: 75 t€) überdeckt.

Die Nettoschuld für Abfertigungsverpflichtungen entwickelte sich wie folgt:

t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Nettoschuld Abfertigungsverpflichtungen
Geschäftsjahr 2023|24
Stand 01.03.2023 28.802 –2.053 26.749
Dienstzeitaufwand 1.170 0 1.170
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –165 0 –165
Zinsaufwand/-ertrag 1.162 –114 1.048
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 5 5
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Abfertigungsaufwand netto) 2.167 –109 2.058
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 43 43
der Änderung demografischer Annahmen 171 0 171
der Änderung finanzieller Annahmen 1.003 0 1.003
erfahrungsbedingten Anpassungen 2.043 0 2.043
Währungsdifferenzen –66 67 1
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 3.151 110 3.261
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.302 113 –3.189
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –276 –276
Sonstige Veränderungen –3.302 –163 –3.465
Stand 29.02.2024 30.818 –2.215 28.603
t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Nettoschuld Abfertigungsverpflichtungen
Geschäftsjahr 2022|23
Stand 01.03.2022 35.542 –2.098 33.444
Dienstzeitaufwand 1.543 0 1.543
Zinsaufwand/-ertrag 598 –65 533
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 5 5
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Abfertigungsaufwand netto) 2.141 –60 2.081
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 33 33
der Änderung demografischer Annahmen –20 0 –20
der Änderung finanzieller Annahmen –4.463 0 –4.463
erfahrungsbedingten Anpassungen –1.244 0 –1.244
Währungsdifferenzen –76 83 7
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –5.803 116 –5.687
Transfers –120 0 –120
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.958 275 –2.683
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –285 –285
Sonstige Veränderungen –3.078 –10 –3.088
Stand 28.02.2023 28.802 –2.052 26.750

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen.# Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten.
Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Verluste der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf –4.237 t€ (Vorjahr: Gewinne 2.755 t€). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Berichtigungen, Veränderungen der Steigerungsannahmen für Pensionsbemessungsgrundlage und künftige Gehälter, der Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters und Fluktuationsannahmen. Bis zum 29. Februar 2024 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –44.227 t€ (Vorjahr: –39.990 t€) mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeitenden sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.

Zusammensetzung des Planvermögens

Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien.

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:

29.02.2024 28.02.2023
Festverzinsliche Wertpapiere 32,81 % 30,08 %
Eigenkapitaltitel 30,99 % 33,68 %
Immobilien 5,70 % 5,80 %
Sonstige 30,50 % 30,44 %

Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen von Inflationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungszinssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungszinssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungszinssatz beeinflusst. Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.

Duration und künftige Zahlungen

Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 29. Februar 2024 10,39 Jahre (Vorjahr: 9,91 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 7,25 Jahre (Vorjahr: 7,24 Jahre). Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 1.810 t€ (Vorjahr: 3.600 t€) betragen.

In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

Geschäftsjahr Pension Abfertigung
2024|25 3.054 3.322
2025|26 2.915 3.442
2026|27 2.849 2.571
2027|28 2.784 2.072
2028|29 2.729 2.417
2029|30 bis 2033|34 13.345 17.450
Summe 27.676 31.274

Note (23b) b) Übrige Rückstellungen

t€ Stand 01.03.2023 Währungsdifferenzen Verbrauch Auflösungen Zuführungen Stand 29.02.2024 davon innerhalb von 1 Jahr
Rekultivierung 12.870 –145 –1.455 –119 1.935 13.086 160
Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgeld 15.145 –258 –1.802 –1.310 6.077 17.852 3.280
Ungewisse Verbindlichkeiten 19.889 –295 –8.995 –3.420 20.172 27.351 23.578
Summe 47.904 –698 –12.252 –4.849 28.184 58.289 27.018

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Drohverluste mit 5.820 t€ (Vorjahr: 4.598 t€) und Prozessrisiken mit 2.137 t€ (Vorjahr: 2.453 t€). Einen großen Teil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 31.271 t€ (Vorjahr: 28.388 t€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 12.009 t€ (Vorjahr: 10.791 t€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam. Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 12.926 t€ (Vorjahr: 11.372 t€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.


Note (24) 10.9. Finanzverbindlichkeiten

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 302.786 378.049
Schuldscheindarlehen 409.000 409.000
Leasingverbindlichkeiten 30.609 33.567
Finanzverbindlichkeiten 742.395 820.616
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 523.596 562.868

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen enthalten die Kapitel 11.1 bis 11.4.

Die zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeit:

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Leasingverbindlichkeiten langfristig 24.996 27.666
Leasingverbindlichkeiten kurzfristig 5.613 5.901

Zum Bilanzstichtag wurden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Pfandrechten besichert. Die Pfandrechte betreffen die Besicherung eines Exportförderungskredites mit Exportforderungen in Österreich und Darlehen in Algerien mit Betriebsvermögen (z.B. Maschinen). Die zugrunde liegenden Buchwerte belaufen sich auf 42.623 t€ (Vorjahr: 11.478 t€).


Note (25) 10.10. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 561.642 586.991
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen 21.553 34.026
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Beteiligungen der Südzucker-Gruppe 0 19.733
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen 3.786 5.526
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 30.723 35.420
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 89.984 79.160
Zwischensumme Finanzinstrumente 707.688 760.856
Rechnungsabgrenzungsposten 4.505 3.741
Erhaltene Vorauszahlungen 1.430 1.834
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 17.493 16.058
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 11.450 10.651
Summe 742.566 793.140
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 15.957 6.670

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 197.266 t€ (Vorjahr: 177.533 t€) ausgewiesen. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u.a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.


Note (26) 10.11. Passive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 18.797 19.628
Vorräte 630 325
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 7.143 5.966
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 2.157 1.269
Rückstellungen und sonstige Schulden 5.088 3.099
Summe passive latente Steuern 33.815 30.287
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde –28.424 –23.446
Saldierte passive Steuerabgrenzung 5.391 6.841

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.


11. Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

11.1. Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung. Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung. In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

In der folgenden Tabelle sind die Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten, getrennt nach fixer und variabler Verzinsung, sowie den dazugehörigen durchschnittlichen Effektivzinssätzen dargestellt:

29.02.2024

Durchschnittlicher Effektivzinssatz (%) Stand Bilanzstichtag (€) davon Restlaufzeit Bis 1 Jahr (€) 1 bis 5 Jahre (€) Über 5 Jahre (€)
Fixer Zinssatz
DZD 6,76 4.823 3.822 986 15
EUR 1,85 289.591 91.092 193.452 5.047
Summe Fixer Zinssatz 1,93 294.414 94.914 194.438 5.062
Variabler Zinssatz
CNY 4,07 8.288 8.288 0 0
EGP 22,43 1.092 1.092 0 0
EUR 5,27 398.837 99.737 240.100 59.000
KRW 5,24 8.636 8.636 0 0
TRY 48,82 297 297 0 0
ZAR 9,75 222 222 0 0
Summe Variabler Zinssatz 5,32 417.372 118.272 240.100 59.000
Summe 3,92 711.786 213.186 434.538 64.062

28.02.2023

Durchschnittlicher Effektivzinssatz (%) Stand Bilanzstichtag (€) davon Restlaufzeit Bis 1 Jahr (€) 1 bis 5 Jahre (€) Über 5 Jahre (€)
Fixer Zinssatz
CNY 4,53 665 665 0 0
DZD 6,96 4.749 3.742 1.007 0
EUR 1,56 334.574 55.639 273.852 5.083
Summe Fixer Zinssatz 1,64 339.988 60.046 274.859 5.083
Variabler Zinssatz
CNY 3,60 1.989 1.989 0 0
EGP 19,46 991 991 0 0
EUR 3,56 439.216 183.956 226.260 29.000
INR 12,00 122 122 0 0
KRW 4,99 3.808 3.808 0 0
TRY 26,00 658 658 0 0
ZAR 10,75 277 277 0 0
Summe Variabler Zinssatz 3,64 447.061 191.801 226.260 29.000
Summe 787.049 251.847 501.119 34.083

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoff- und Energiepreisen) derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • Zinsänderungsrisiken, die sich aus Kreditaufnahmen mit variabler Verzinsung ergeben können.
  • Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoffpreise für Weltmarktzucker, Getreidepreisen, aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol sowie Energiepreisen.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen, Rohstofffutures oder Energieswaps verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

29.02.2024

Kauf Verkauf Nominale Positive Marktwerte Negative Marktwerte Netto- marktwerte
t€ t€ t€ t€ t€ t€
AUD EUR 4.286 0 –53 –53
CZK EUR 34.755 0 –677 –677
EUR AUD 6.092 16 –7 9
EUR CZK 81.228 2.051 0 2.051
EUR GBP 658 1 –4 –3
EUR HUF 36.257 657 0 657
EUR INR 488 0 –9 –9
EUR JPY 4.411 61 0 61
EUR MXN 37.046 0 –1.324 –1.324
EUR PLN 20.951 2 –339 –337
EUR RON 233.066 0 –1.321 –1.321
EUR USD 120.241 27 –1.563 –1.536
EUR ZAR 2.368 57 0 57
HUF EUR 60.314 0 –1.110 –1.110
MXN EUR 18.858 573 –15 558
PLN EUR 28.709 537 –5 532
RON EUR 109.653 347 0 347
USD AUD 2.120 2 0 2
USD EUR 79.181 1.049 –73 976
Zwischensumme Devisentermingeschäfte 880.682 5.380 –6.500 –1.120
Zinsswaps 128.500 1.142 0 1.142
Weizen- und Maistermingeschäfte 32.726 0 –8.299 –8.299
Energieswaps 42.259 109 –15.924 –15.815
Ethanol-Termingeschäfte 4.547 341 0 341
Summe 1.088.714 6.972 –30.723 –23.751

28.02.2023

Kauf Verkauf Nominale Positive Marktwerte Negative Marktwerte Netto- marktwerte
t€ t€ t€ t€ t€ t€
AUD EUR 4.835 0 –65 –65
CZK EUR 510 1 0 1
EUR AUD 11.772 139 –1 138
EUR CZK 83.142 0 –3.872 –3.872
EUR GBP 736 0 –6 –6
EUR HUF 27.948 0 –2.117 –2.117
EUR INR 716 17 0 17
EUR JPY 3.868 54 0 54
EUR MXN 28.902 0 –1.679 –1.679
EUR PLN 36.597 0 –374 –374
EUR RON 115.279 6 –2.350 –2.344
EUR USD 176.121 2.581 –335 2.246
EUR ZAR 2.581 204 0 204
HUF EUR 5.735 302 0 302
MXN EUR 15.197 351 0 351
PLN EUR 47.917 557 –1 556
RON EUR 47.242 954 0 954
USD EUR 92.040 671 –336 335
Zwischensumme Devisentermingeschäfte 701.138 5.837 –11.136 –5.299
Zinsswaps 128.500 4.619 0 4.619
Weizen- und Maistermingeschäfte 208.119 76 –7.243 –7.167
Energieswaps 52.743 3 –17.041 –17.038
Summe 1.090.500 10.535 –35.420 –24.885

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr, die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren und die Energiederivate von einem bis zu vier Jahren ab. Der Ausweis der positiven Marktwerte erfolgt in den sonstigen Vermögenswerten und jener der negativen Marktwerte in den sonstigen Verbindlichkeiten. Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro. Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden und in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms in den Umsatzerlösen (Verkaufstransaktionen) bzw. im Materialaufwand (Einkaufstransaktionen) sowie im Finanzergebnis (Zinsswaps) erfolgswirksam zu erfassen. Führt die abgesicherte Transaktion zum späteren Ansatz eines nicht-finanziellen Postens (z.B. Vorräte) wird der kumulierte Betrag im sonstigen Ergebnis zum Zeitpunkt der Bilanzierung des nicht finanziellen Postens direkt in dessen Anschaffungskosten einbezogen (Basis Adjustment). Basis Adjustments wurden für Weizen- und Maistermingeschäfte in Höhe von 6.631 t€ nach Steuern und für Energieswaps in Höhe von 6.410 t€ nach Steuern vorgenommen. Die Buchwerte entsprechen den Marktwerten.

Die im Rahmen einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft bilanzierten Derivate werden in der folgenden Tabelle angegeben:

29.02.2024 28.02.2023
Marktwert Marktwert
Positiv Negativ
Positiv Negativ
t€ t€ t€
t€
Devisentermingeschäfte 125 –112
Zinsswaps 1.142 0
Weizen- und Maistermingeschäfte 0 –7.945
Energieswaps 109 –15.829
Ethanol-Termingeschäfte 341 0
Summe 1.717 –23.886

Die Sicherungsbeziehungen betreffen die Absicherung des Preisrisikos beim Weizen- und Maiseinkauf, Verkauf von Mais betreffend Wachsmais-Derivate, Verkauf von Ethanol sowie Einkäufe von Gas und Heizöl Extra Leicht (HEL). Im Rahmen der Risikomanagementstrategie sollen Absicherungen durch den Abschluss von Futures und OTC (over the counter) Swaps derart erfolgen, dass ein bestimmter Prozentsatz der geplanten Mengen abgesichert wird. Ziel der Risikomanagementstrategie ist es, den Preis von zukünftigen Ein- bzw. Verkäufen durch den Abschluss von entsprechenden Future-Kontrakten und OTC Swaps frühzeitig zu fixieren. Im Zuge von Absicherungen des Preisrisikos werden Transaktionen in US-Dollar gegen Veränderungen der Wechselkurse mittels Devisentermingeschäften abgesichert.

Zur Absicherung des Zinsrisikos bestehen Zinsswaps, die in einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft stehen. Als Grundgeschäft gelten die künftigen Zahlungsströme von Finanzverbindlichkeiten, die variabel zum 3-Monats- und 6-Monats-EURIBOR verzinst werden. Die Absicherung der variablen künftigen Zinszahlungen aus der Finanzverbindlichkeit führt zur Reduktion volatiler Bewertungsbestandteile in der Gewinn- und Verlustrechnung und steigert die Planungs- und Prognosequalität. Risikomanagementziel ist daher die Absicherung gegen das Risiko von Schwankungen von variablen Zahlungsströmen.

Für das Geschäftsjahr 2023|24 wurden –19.136 t€ (Vorjahr: –18.073 t€) vor Steuern und 4.770 t€ (Vorjahr: 3.241 t€) Steuern für Wertänderungen von Derivaten mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft im sonstigen Ergebnis erfasst. Es waren im abgelaufenen Geschäftsjahr Verluste von 136 t€ (Vorjahr: 2.211 t€) aus Ineffektivitäten zu erfassen, da Grundgeschäfte in geringerem Ausmaß als die zugrundeliegende Sicherungsbeziehung (Energieswaps) eintraten. Die Ineffektivitäten wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Derivatergebnisse bereits realisierter Grundgeschäfte (Weizen- und Maistermingeschäfte) von 1.903 t€ (Vorjahr: 828 t€) wurden von der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Marktwerte der Derivate verblieben in der Bilanz bis zu deren Realisierung.182 In der folgenden Tabelle sind die Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft mit dem Nominalvolumen und den durchschnittlichen Preisen und Zinssätzen gemäß ihrer Fälligkeit dargestellt:

Fälligkeit Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
29.02.2024 29.02.2024 29.02.2024 28.02.2023 28.02.2023 28.02.2023
Devisentermingeschäfte (USD)
Nominalbetrag t€ 2.182 0 0 6.209 0 0
Ø abgesicherter Preis USD 1,102 0 0 1,045 0 0
Devisentermingeschäfte (RON)
Nominalbetrag t€ 13.525 0 0 0 0 0
Ø abgesicherter Preis RON 5,035 0 0 0 0 0
Devisentermingeschäfte (CZK)
Nominalbetrag t€ 5.269 0 0 15.385 0 0
Ø abgesicherter Preis CZK 24,945 0 0 25,361 0 0
Zinsswaps
Nominalbetrag t€ 26.000 75.000 27.500 0 101.000 27.500
Ø Zinssatz % –0,460 2,690 2,640 0 1,477 2,640
Weizen- und Maistermingeschäfte
Volumen Tonnen 150.100 0 0 152.750 0 0
Ø abgesicherter Preis € je Tonne 258,851 0 0 321,565 0 0
Ethanol-Termingeschäfte
Volumen Tonnen 7.000 0 0 0 0 0
Ø abgesicherter Preis € je Tonne 698,214 0 0 0 0 0
Gasswaps
Volumen MWh 152.300 1.238.158 0 135.330 217.595 0
Ø abgesicherter Preis € je MwH 30,353 43,140 0 129,148 58,525 0
Heizöl Extra Leicht-Swaps
Volumen Tonnen 0 0 0 42.524 0 0
Ø abgesicherter Preis € je Tonne 0 0 0 827,557 0 0
Stromswaps
Volumen MWh 0 0 0 625 0 0
Ø abgesicherter Preis € je MwH 0 0 0 292,680 0 0

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, die in keiner Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen als auch von Materialaufwendungen.

Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:

183

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse t€ Buch- wert Summe 0 bis 3 M 4 bis 6 M 7 bis 12 M 1 bis 2 J 2 bis 3 J 3 bis 4 J 4 bis 5 J Über 5 J
29.02.2024
Devisentermingeschäfte
Positive Marktwerte 5.380 5.380 5.220 113 47 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –6.500 –6.500 –6.321 –67 –112 0 0 0 0 0
Zinsderivate
Positive Marktwerte 1.142 6.392 638 543 661 1.356 1.356 1.163 374 301
Negative Marktwerte 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate
Positive Marktwerte 341 341 141 200 0 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –8.299 –8.299 –6.433 0 –1.866 0 0 0 0 0
Energiederivate
Positive Marktwerte 109 109 2 2 105 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –15.924 –15.924 –81 –5 –4.699 –5.941 –3.587 –1.417 –194 0
Summe –23.751 –18.501 –6.834 786 –5.864 –4.585 –2.231 –254 180 301
28.02.2023
Devisentermingeschäfte
Positive Marktwerte 5.837 5.837 5.595 178 64 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –11.136 –11.136 –10.303 –493 –340 0 0 0 0 0
Zinsderivate
Positive Marktwerte 4.619 28 143 143 286 122 –206 –206 –173 –81
Negative Marktwerte 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate
Positive Marktwerte 76 76 25 51 0 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –7.243 –7.243 –3.895 0 –3.348 0 0 0 0 0
Energiederivate
Positive Marktwerte 3 3 1 1 1 0 0 0 0 0
Negative Marktwerte –17.041 –17.041 –1.551 –654 –12.453 –637 –943 –803 0 0
Summe –24.885 –29.476 –9.985 –774 –15.790 –515 –1.149 –1.009 –173 –81

Der Marktwert der am 29. Februar 2024 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen halben Prozentpunkt sowie bei einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 % und bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität):

Nominale (+) Sensitivität (–) Sensitivität (+) Sensitivität (–) Sensitivität
29.02.2024 29.02.2024 28.02.2023 28.02.2023
Devisentermingeschäfte 880.682 –22.918 18.751 –22.039 18.032
Zinsderivate 128.500 2.519 –2.260 3.295 –2.293
Rohstoffderivate 37.273 2.818 –2.818 4.393 –4.393
Energiederivate 42.259 4.180 –4.180 4.854 –4.854

184

Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um 5.393 t€ (Vorjahr: 7.579 t€) bzw. um –5.521 t€ (Vorjahr: –7.157 t€) und das Ergebnis vor Ertragsteuern um –20.406 t€ (Vorjahr: –19.340 t€) bzw. um 16.662 t€ (Vorjahr: 15.786 t€) verändert.

11.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird. Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt. Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

  • In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.
  • In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.
  • In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der Europäischen Zentralbank (im Folgenden kurz: EZB) bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten Geldmarktzinssätze in den für AGRANA relevanten Währungen. Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen Swap-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen. Zur Absicherung von Preisrisiken im Rahmen der Energiebeschaffung werden bei Bankinstituten OTC Swaps abgeschlossen. Diese sind dem Level 2 zuzuordnen. Die beizulegenden Zeitwerte werden über Börsenpreise zum Stichtag ermittelt und einer gesonderten Bestätigung der Bankinstitute entnommen. Bei der Bemessung der beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Level 2 werden die in den bestehenden Finanzierungsverträgen vereinbarten Konditionen, wie Restlaufzeit und Zinssatz, mit den am Bilanzstichtag verfügbaren aktuellen Marktkonditionen für neue Finanzierungen bei gleicher Restlaufzeit verglichen. Die Zinsdifferenz aus dem Vergleich führt zu dem Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert.

Die nachfolgende Tabelle enthält keine Angaben zu den beizulegenden Zeitwerten von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Dies trifft insbesondere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aufgrund der kurzen Laufzeit zu.

185

Buchwert t€ Beizulegender Zeitwert t€
Erfolgs- wirksam zum beizulegen- den Zeit- wert über die Gewinn- und Verlust- rechnung Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)
Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs- instrumente) Zu fortge- führten An- schaffungs- kosten bewertet
Summe Level 1
Level 1 Level 2
Level 2 Level 3
Level 3
29.02.2024
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (langfristig gehalten) 11.897 6.309
Beteiligungen (langfristig gehalten) 280
Derivative finanzielle Vermögenswerte 5.255
17.152 6.589
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Forderungen¹
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 6.837
6.837
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Schuldscheindarlehen
Leasingverbindlichkeiten²
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten³
1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
2 Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
3 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen

186

Buchwert t€ Beizulegender Zeitwert t€
Erfolgs- wirksam zum beizulegen- den Zeit- wert über die Gewinn- und Verlust- rechnung Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)
Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs- instrumente) Zu fortge- führten An- schaffungs- kosten bewertet
Summe Level 1
Level 1 Level 2
Level 2 Level 3
Level 3
29.02.2024
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (langfristig gehalten) 11.897 6.309
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 6.837
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Schuldscheindarlehen
Leasingverbindlichkeiten²
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten³
wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs- instrumente) Zu fortge- führten An- schaffungs- kosten bewertet Summe Level 1 Level 2 Level 3 Summe 28.02.2023 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Wertpapiere (langfristig gehalten) 11.473 5.905 – – 17.378 10.583 – 6.795 17.378 Beteiligungen (langfristig gehalten) – 280 – – 280 – – 280 280 Derivative finanzielle Vermögenswerte 5.749 – 4.786 – 10.535 76 10.459 – 10.535 17.222 6.185 4.786 – 28.193 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – – – 471.495 471.495 Sonstige finanzielle Forderungen¹ – – – 65.869 65.869 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – – – 118.343 118.343 – – – 655.707 655.707 Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 10.124 – 25.296 – 35.420 7.243 28.177 – 35.420 10.124 – 25.296 – 35.420 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – – – 378.049 378.049 – 366.664 – 366.664 Schuldscheindarlehen – – – 409.000 409.000 – 392.998 – 392.998 Leasingverbindlichkeiten² – – – 33.567 33.567 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – – – 586.991 586.991 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten³ – – – 138.445 138.445 – – – 1.546.052 1.546.052

¹ Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
² Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
³ Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

187

Wertpapiere

Kategorie Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (langfristig gehalten) 17.378 10.583 6.795
Beteiligungen (langfristig gehalten) 280 280
Derivative finanzielle Vermögenswerte 10.535 76 10.459
Summe 28.193 10.659 10.739 6.795
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 471.495 471.495
Sonstige finanzielle Forderungen¹ 65.869 65.869
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 118.343 118.343
Summe 655.707 655.707
Kategorie Summe Level 1 Level 2 Level 3
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 35.420 7.243 28.177
Summe 35.420 7.243 28.177
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 378.049 366.664
Schuldscheindarlehen 409.000 392.998
Leasingverbindlichkeiten² 33.567 33.567
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 586.991 586.991
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten³ 138.445 138.445
Summe 1.546.052 759.662 759.003

Level 1 der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ enthalten Investmentfondsanteile in Höhe von 11.007 t€ (Vorjahr: 10.583 t€) und werden zu aktuellen Börsenwerten gemäß Depotauszug bewertet.

Wertpapiere Level 3 der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ stellen zum überwiegenden Teil Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 6.048 t€ (Vorjahr: 5.637 t€) dar, für die der Marktwert anhand eines Unternehmenswertgutachtens des Emittenten ermittelt wird. Für sonstige Wertpapiere des Levels 3 der Kategorien „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ (Wertrechte) in Höhe von 890 t€ (Vorjahr: 890 t€) entspricht deren Nominale dem beizulegenden Zeitwert. Bei „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ klassifizierten Aktien von nicht börsennotierten Gesellschaften in Höhe von 261 t€ (Vorjahr: 268 t€) und Beteiligungen (nicht konsolidierte Tochterunternehmen) in Höhe von 10 t€ (Vorjahr: 10 t€) wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist. Der beizulegende Zeitwert von sonstigen Beteiligungen in Höhe von 270 t€ (Vorjahr: 270 t€) wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows ermittelt.

Wertpapiere, Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, die als „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ klassifiziert wurden, werden aufgrund strategischer Überlegungen langfristig gehalten.

Die folgende Tabelle zeigt deren beizulegende Zeitwerte und die Dividendenausschüttungen.

| | 29.02.2024 | 2023|24 | 28.02.2023 | 2022|23 |
| :------------------------------------------------------------- | :------------- | :---------- | :------------- | :---------- |
| Beizulegender Zeitwert | | | | |
| t€ | | | | |
| RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH | 6.048 | 71 | 5.637 | 43 |
| Übrige | 541 | 28 | 548 | 28 |
| Summe | 6.589 | 99 | 6.185 | 71 |
| Dividende | | | | |
| RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH | | | | |
| Übrige | | | | |
| Summe | | | | |

Änderungen im beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren Level 3 wurden mit 411 t€ (Vorjahr: –238 t€) vor Steuern und –95 t€ (Vorjahr: 55 t€) Steuern erfolgsneutral in der Rücklage für Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2023|24 gab es in der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ Level 3 keine Veränderungen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Diese entsprechen den Barwerten der zukünftigen Zinszahlungen auf Basis der unterlegten Zinsstrukturkurven. Bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen. Die Marktwerte der Energiederivate stellen Cashflow-Hedges dar und werden Bankbestätigungen entnommen.

Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.

188

Die Nettogewinne und -verluste aus der Bewertung der Finanzinstrumente werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:

| t€ | 2023|24 | 2022|23 |
| :------------------------------------------------------------- | :---------- | :---------- |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 424 | –1.148 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert – Derivate | 6.898 | 924 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Vermögenswerte | –662 | 756 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Verbindlichkeiten | –6.275 | 2.707 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente in der Gewinn- und Verlustrechnung | 385 | 3.239 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) | 411 | –238 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert – Sicherungsinstrumente | –19.136 | –18.073 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente im sonstigen Ergebnis | –18.725 | –18.311 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente gesamt | –18.340 | –15.072 |

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und nach der Effektivzinsmethode ermittelt werden, stellen sich wie folgt dar:

| t€ | 2023|24 | 2022|23 |
| :--------------------- | :---------- | :---------- |
| Gesamtzinserträge | 2.986 | 1.199 |
| Gesamtzinsaufwendungen | –34.724 | –11.491 |
| Nettozinsergebnis | –31.738 | –10.292 |

Die Gesamtzinserträge beinhalten im Wesentlichen Zinserträge auf Bankguthaben. Die Gesamtzinsaufwendungen weisen neben Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten hauptsächlich Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Schuldscheindarlehen aus.

11.4. Risikomanagement in der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten und dem Einkauf von Weltmarktzucker sowie von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion und auf der Verkaufsseite aus den auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie die Implementierung interner Kontrollen gekennzeichnet. AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

189

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert.
```Folgende Grundsätze des Kreditrisikomanagements werden in der AGRANA-Gruppe verfolgt:

  • Bonitätsprüfung von potenziellen Neukunden sowie laufende Bonitätsprüfung bereits bestehender Kunden
  • Abschluss von Warenkreditversicherungen gemäß konzerninterner Regeln und Vorgaben sowie gegebenenfalls Ergänzung um zusätzliche Sicherheiten wie Bankgarantien, Akkreditive oder Vorauszahlungen
  • Systemgestützte Kreditlimit-Prüfungen
  • Standardisiertes Mahnwesen

Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art und Umfang der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt.

Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs wird gemäß internen Richtlinien und IFRS 9 bei 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen, es sei denn, die operative Einheit verfügt über angemessene und belastbare Informationen, dass eine längere Überfälligkeit gerechtfertigt ist. Sollte jedoch ein Wertberichtigungsbedarf im Rahmen des Kreditrisikomonitorings festgestellt werden, so wird mit einer Einzelwertberichtigung vorgesorgt. Dies trifft auch auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu, welche weniger als 90 Tage überfällig sind. Erst wenn von einem tatsächlichen Ausfall ausgegangen werden kann, werden die Forderungen ausgebucht.

AGRANA wendet zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9 an. Über die Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen hinaus wurden die Ausfälle der letzten zehn Jahre evaluiert. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden Loss Rates gemäß Überfälligkeiten und den Zahlungsprofilen der zugrunde liegenden Umsatzerlöse festgelegt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Projektionen für notleidende Kredite (Non-Performing-Loans) wurden für das Ermittlungsmodell als relevantester Faktor für die Anpassung der historischen Verlustquoten definiert.

Credit Spreads stellen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine – wie auch im Vorjahr – derzeit keine geeigneten Anpassungsfaktoren dar. Seit Kriegsbeginn zeigten Credit Spreads nur im kurzfristigen Bereich Anstiege, jedoch mittelfristig rückläufige Tendenzen, was auf eine Unterbewertung des Kreditrisikos hindeuten würde. Um den weiterhin bestehenden Unsicherheiten Rechnung zu tragen, wurden wie im Vorjahr auf die Skalarfaktoren der Ukraine und Russland ein Multiplikator von 2 und den Rest der Welt von 1,5 angewandt. Die Risikovorsorge stieg auf 435 t€ und blieb insgesamt für den Konzern unwesentlich.

Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Loss Rates und die gebildeten Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:

Loss Rate % Brutto- buchwert Wert- berichti- gung Netto- buchwert
29.02.2024
Noch nicht fällige Forderungen 0,0295 412.016 –122 411.894
Überfällige Forderungen
Bis 30 Tage 0,3146 21.100 –67 21.033
31 bis 90 Tage 1,4681 6.429 –94 6.335
91 Tage und älter 5,3863 2.824 –152 2.672
Einzelwertberichtigungen 8.856 –8.856 0
Summe 451.225 –9.291 441.934
28.02.2023
Noch nicht fällige Forderungen 0,0296 442.815 –130 442.685
Überfällige Forderungen
Bis 30 Tage 0,2989 20.687 –62 20.625
31 bis 90 Tage 1,2590 5.929 –75 5.854
91 Tage und älter 2.331 0 2.331
Einzelwertberichtigungen 8.289 –8.289 0
Summe 480.051 –8.556 471.495

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

29.02.2024 28.02.2023
Wertberichtigungen zum 01.03. 8.556 11.460
Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen –186 –325
Zuführungen 2.178 607
Verbrauch –743 –295
Auflösungen –514 –2.891
Wertberichtigungen zum 29.02. 9.291 8.556

Die Auflösung der Wertberichtigungen enthält Zinserträge von 8 t€ (Vorjahr: 43 t€).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann. Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten. Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Zum Bilanzstichtag bestehen Kreditlinien in Höhe von 1.174.768 t€ (Vorjahr: 1.152.380 t€). Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditlinien zum Bilanzstichtag beträgt 1,9 Jahre (Vorjahr: 2,3 Jahre).

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 29. Februar 2024 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

191

Buch- wert Summe 0 bis 3 M 4 bis 6 M 7 bis 12 M 1 bis 2 J 2 bis 3 J 3 bis 4 J 4 bis 5 J über 5 J
29.02.2024
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 302.786 330.862 100.067 28.456 7.882 51.901 50.697 7.178 54.333 30.348
Schuldscheindarlehen 409.000 455.019 3.896 88.812 7.010 104.785 90.936 122.474 1.769 35.337
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 561.642 561.642 443.675 114.279 3.688 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen 21.553 21.553 21.213 340 0 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 30.609 43.251 1.902 1.674 3.110 6.101 5.211 2.568 2.284 20.401
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 93.770 93.770 71.477 8.540 8.934 3.345 1.388 25 14 1.419
Summe 1.419.360 1.506.097 642.230 242.101 30.624 166.132 148.232 132.245 58.400 86.133
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäfte 6.500 6.500 6.321 67 112 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 8.299 8.299 6.433 0 1.866 0 0 0 0 0
Energiederivate 15.924 15.924 81 5 4.699 5.941 3.587 1.417 194 0
Summe 30.723 30.723 12.835 72 6.677 5.941 3.587 1.417 194 0
28.02.2023
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 378.049 386.314 157.995 35.705 62.101 35.133 46.988 45.713 2.596 83
Schuldscheindarlehen 409.000 460.071 3.226 3.722 5.874 97.198 102.506 89.632 121.417 36.496
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 586.991 586.991 463.246 121.715 2.030 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen 53.759 53.759 53.432 0 327 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 33.567 46.239 1.997 1.703 3.203 5.713 5.091 4.350 2.437 21.745
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 84.686 84.686 62.172 8.672 7.171 2.164 1.105 3.383 15 1.546
Summe 1.546.052 1.618.060 742.068 171.517 80.706 140.208 155.690 143.078 126.465 58.328
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäfte 11.136 11.136 10.303 493 340 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 7.243 7.243 3.895 0 3.348 0 0 0 0 0
Energiederivate 17.041 17.041 1.551 654 12.453 637 943 803 0 0
Summe 35.420 35.420 15.749 1.147 16.141 637 943 803 0 0

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

192

Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen sowie aus zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows aus Ein- und Verkaufskontrakten betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk (kurz: VaR) nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95 %. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter VaR angegeben:

29.02.2024 28.02.2023
Summe Nettopositionen (absolut) der Währungspaare 72.413 186.865
Value at Risk diversifiziert 5.201 8.114

Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der VaR-Berechnung. Die einzelnen Werte beinhalten sowohl den Finanzierungsbereich als auch den operativen Bereich. Die kombinierte Darstellung ermöglicht es somit, die wechselseitigen Beziehungen aus beiden Bereichen je Währungspaar zu quantifizieren („Natural Hedge“).

Währungspaar 29.02.2024 28.02.2023
EUR/AUD 1.732 2.975
EUR/CNY 1.045 1.055
EUR/CZK 5.808 33.290
EUR/HUF 476 18.967
EUR/INR 1.499 504
EUR/MAD 2.107 1.570
EUR/MXN 1.489 509
EUR/PLN 2.342 5.863
EUR/RON 17.762 63.013
EUR/RUB 1.254 1.586
EUR/TRY 4.658 957
EUR/UAH 928 5.342
EUR/USD 5.440 17.182
RUB/CNY 3.543 0
USD/ARS 3.048 3.401
USD/AUD 675 3.770
USD/CNY 301 2.851
USD/EGP 1.261 1.132
USD/KRW 1.247 2.972
USD/MXN 8.319 13.988
USD/RUB 1.744 339
USD/TRY 1.143 147
USD/UAH 2.059 440
Übrige 2.533 5.012
Summe 72.413 186.865

193

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.# Währungsrisiken

Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen. Die Fremdwährungspositionen von gesamt 72.413 t€ (Vorjahr: 186.865 t€) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Rumänien, Mexiko, USA, Tschechien und Türkei auf und daraus resultiert ein Value at Risk von 5.201 t€ (Vorjahr: 8.114 t€).

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne zum Teil in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen Währungsrisiken durch Rohzuckereinkauf in US-Dollar, dem Zukauf von Weißzucker in Euro und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Exporten von Zucker in US-Dollar. Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden. Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone. Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als „at Risk-Ansatz“ ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem VaR aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.

VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem „Modified-Duration-Ansatz“ berücksichtigt.

Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Nettoposition variabel verzinst 417.372 447.062
Cashflow at Risk diversifiziert 4.270 19.521
Nettoposition fix verzinst 199.500 279.941
Value at Risk bei Zinssatzänderung 4.759 7.133

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen, dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) sowie dem Bezug von Energie ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen. Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 150.100 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 152.750 Tonnen), für den Kauf von Wachsmaisderivaten von 10.400 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 7.500 Tonnen), für den Kauf von Gas von 1.390.458 MWh (Vorjahr: Kauf von 352.925 MWh). Im Vorjahr bestanden zudem offene Positionen für den Kauf von Heizöl Extra Leicht von 42.524 Tonnen und für den Kauf von Strom von 625 MWh. Weiters bestanden offene Positionen für den Verkauf von Ethanol von 7.000 Tonnen (Vorjahr: keine offenen Positionen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 79.579 t€ (Vorjahr: 120.554 t€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 23.773 t€ (Vorjahr: negativer Marktwert 24.205 t€).

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort. Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

11.5. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Bürgschaften betreffen v.a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.

t€ 29.02.2024 28.02.2023
Bürgschaften 33.008 46.569
Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.365 1.373

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen. Mehrere nationale Wettbewerbsbehörden haben Anfang des Geschäftsjahres 2023|24 in verschiedenen Ländern der Europäischen Union Fragebögen zum Thema Teuerung versandt bzw. Untersuchungen gestartet. In Rumänien fand Ende März 2023 bei 13 Nahrungsmittelproduzenten, darunter auch der AGRANA Romania S.R.L., Bukarest|Rumänien, eine zweitägige Hausdurchsuchung wegen angeblicher Preisabsprachen mit Mitbewerbern statt. Im Dezember 2023 wurde eine weitere Anfrage fristgerecht beantwortet. Bis zum Ende der Bilanzerstellung gab es keinen konkreten Vorwurf der rumänischen Wettbewerbsbehörde. AGRANA hat alle von der Behörde eingesehenen Unterlagen ebenfalls einer externen Prüfung unterzogen und konnte keine wettbewerbsrechtlichen Verletzungen feststellen und sieht daher keinen Anhaltspunkt für eine Geldbuße. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Form von Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 26.810 t€ (Vorjahr: 17.257 t€).

12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

13. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 78,34 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG. Diese Holdinggesellschaft ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen ist. Das oberste Mutterunternehmen der Unternehmensgruppe ist die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart|Deutschland. Nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen. Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften („Südzucker-Gruppe“) zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften („Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss“) zu den nahestehenden Unternehmen. Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahestehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

t€ Südzucker- Gruppe Unter- nehmen mit maß- geblichem Einfluss Gemein- schafts- unter- nehmen Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen Summe
**Geschäftsjahr 2023 24**
Umsatz 103.538 23.040 71.660 0 198.238
Operative Aufwendungen –63.791 –860 –121.302 –371 –186.324
Kreditbeziehungen –340 –75.707 0 0 –76.047
Partizipationskapital 0 6.048 0 0 6.048
Bankguthaben und kurzfristige Forderungen 0 556 0 0 556
Verpflichtungen aus langfristigen Lieferverträgen 0 0 –12.600 0 –12.600
Langfristige Finanzforderungen 0 0 505 0 505
Forderungen (+)/Verbindlichkeiten (-) aus Warenlieferungen 311 971 –6.953 –112 –5.783
Zinsergebnis –13 –3.406 264 0 –3.155
Garantien gegeben 0 0 59.367 0 59.367
Garantien ausgenutzt 0 0 30.477 0 30.477
**Geschäftsjahr 2022 23**
Umsatz 109.225 19.992 33.385 0 162.602
Operative Aufwendungen –80.420 –1.309 –113.940 –340 –196.009
Kreditbeziehungen –327 –68.000 0 0 –68.327
Partizipationskapital 0 5.637 0 0 5.637
Bankguthaben und kurzfristige Forderungen 0 10.158 0 0 10.158
Verpflichtungen aus langfristigen Lieferverträgen 0 0 –13.800 0 –13.800
Forderungen (+)/Verbindlichkeiten (-) aus Warenlieferungen –7.923 1.317 –6.933 –97 –13.636
Zinsergebnis –116 –1.122 58 0 –1.180
Garantien gegeben 0 0 59.367 0 59.367
Garantien ausgenutzt 0 0 41.233 0 41.233

Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen erfolgen auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen. Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 76.047 t€ (Vorjahr: 68.237 t€) ausgewiesen. Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 t€ (Vorjahr: 5.000 t€) gegeben, von denen keine (Vorjahr: keine) ausgenutzt waren.# H1

H2

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 5.062 t€ (Vorjahr: 2.949 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.619 t€ (Vorjahr: 1.450 t€), einer einjährigen variablen Vergütung von 1.214 t€ (Vorjahr: 1.470 t€), einer mehrjährigen variablen Vergütung von 881 t€, Sachbezügen und Nebenleistungen in Höhe von 31 t€ (Vorjahr: 29). Des Weiteren bestehen Ansprüche aus der einvernehmlichen Austrittsvereinbarung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dkfm. Markus Mühleisen, MBA in Höhe von 1.317 t€. Bis zum Geschäftsjahr 2022|23 waren die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Mit dem Geschäftsjahr 2023|24 wurden die variablen Bestandteile der Vergütungen der Vorstandsmitglieder neu geregelt. Die variablen Vergütungsbestandteile bestehen aus einer einjährigen variablen Vergütung (kurz: EVV) und einer mehrjährigen variablen Vergütung (kurz: MVV). Die EVV orientiert sich am Unternehmenserfolg im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr und ist abhängig von der finanziellen Zielgröße Konzern-EBITDA. Das EBITDA definiert sich dabei als operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen. Die MVV stellt eine Erfolgsbeteiligung über eine Anwartschaftsphase von drei Jahren auf Basis des Grades der Erreichung eines „Return on Capital Employed“-Ziels (kurz: ROCE), der Erreichung einer Ziel-Dividende basierend auf der Mehrjahresplanung sowie des Erreichungsgrades strategischer Ziele dar. Die erreichte Leistung relativ zum jeweiligen Ziel wird mit einem zwischen 0,8 und 1,2 liegenden Modifier multipliziert. Die erste Auszahlung erfolgt als Abschlagszahlung gemeinsam mit der EVV (maximal 75 % der MVV-Zielvergütung). Die finale Auszahlung erfolgt im Jahr der Hauptversammlung, welche über das letzte Jahr des dreijährigen Beobachtungszeitraumes beschließt. Die aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim| Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierten Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge von AGRANA. Für ihre Tätigkeit als gesetzliche Vertreter der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, haben Frau Ingrid-Helen Arnold, MBA 1.744 t€ (Vorjahr: 1.360 t€) und Herr Dkfm. Thomas Kölbl 1.831 t€ als Gesamtbezüge von der Südzucker AG erhalten.

Die Hauptversammlung hat am 7. Juli 2023 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 380 t€ (Vorjahr: 325 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.

197

Für Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, Mag. Stephan Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2023|24 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 330 t€ (Vorjahr: 330 t€). Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Johann Marihart, Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie Mag. Walter Grausam Ruhebezüge sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Es gab im Geschäftsjahr 2023|24 für die ehemaligen Vorstandsmitglieder Nachschusszahlungen in Höhe von 3.225 t€. Diese Zahlungen beziehen sich auf die jährliche Valorisierung der Pension mit dem Zucker-Kollektivvertrag zur Wertsicherung in Höhe von 1.547 t€ sowie auf die negative Performance der Pensionskasse in Höhe von 1.678 t€. Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 29. Februar 2024 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 9.591 t€ (Vorjahr: 9.919 t€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen. Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG. Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite 199.

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 26. April 2024 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 26. April 2024
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Mag. Stephan Büttner
Vorstandsvorsitzender

Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
Vorstandsmitglied

Dr. Stephan Meeder
Vorstandsmitglied

198

Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)

Vorstand

  • Mag. Stephan Büttner (Vorstandsvorsitzender)
  • Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer (Vorstandsmitglied)
  • Dr. Stephan Meeder (Vorstandsmitglied)

Aufsichtsrat

  • Mag. Erwin Hameseder (Obmann Aufsichtsratsvorsitzender)
  • Dr. Niels Pörksen (Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden)
  • Mag. Dr. Claudia Süssenbacher, MBL (Zweite Stellvertreterin des Aufsichtsratsvorsitzenden)
  • Dipl.-Ing. Helmut Friedl (Aufsichtsratsmitglied)
  • Dr. Andrea Gritsch (Aufsichtsratsmitglied)
  • Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger (Aufsichtsratsmitglied)
  • Dipl.-Ing. Josef Pröll (Aufsichtsratsmitglied)
  • Dr. Stefan Streng (Aufsichtsratsmitglied)

Arbeitnehmervertreter

  • Thomas Buder (Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender)
  • Andrea Benischek
  • Andreas Klamler
  • Dipl.-Ing. Stephan Savic

199

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

  • dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2024 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;
  • dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023|24 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 26. April 2024

Mag. Stephan Büttner
Vorstandsvorsitzender

Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
Vorstandsmitglied

Dr. Stephan Meeder
Vorstandsmitglied

200

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 29. Februar 2024, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalentwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.

Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2024 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemässer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemässen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Frucht

  • Das Risiko für den Abschluss: Im Konzernabschluss zum 29. Februar 2024 werden Geschäfts-/Firmenwerte in Höhe von 98,2 Mio EUR ausgewiesen. Davon entfallen auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Frucht 96,6 Mio EUR. Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte im Konzernabschluss unter den Punkten 7.1, 7.6 und 7.11 im Abschnitt „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ und in Note 16 im Abschnitt „Erläuterungen zur Bilanz“. Mindestens einmal jährlich und gegebenenfalls anlassbezogen werden die Geschäfts-/Firmenwerte gesondert für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) Frucht und Stärke durch die Gesellschaft einer Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test) unterzogen. Die jährlichen Impairment Tests werden jeweils zum Ende des Geschäftsjahres (28.Februar bzw. 29.## 201 Bestätigungsvermerk

Als Wertmaßstab werden im Rahmen der Impairment Tests die anhand eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens ermittelten Nutzungswerte herangezogen. Diese Wertermittlung beruht in erheblichem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftig zu erwartenden Zahlungsmittelströme. Diese basieren auf den seitens der Organe genehmigten Planzahlen, zu denen erforderlichenfalls Anpassungen vorgenommen werden. Der verwendete Diskontierungszinssatz kann darüber hinaus von zukünftig sich ändernden marktbezogenen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Die Wertermittlung ist somit naturgemäß ermessensbehaftet und mit Schätzunsicherheiten verbunden und beinhalten damit ein Risiko, dass die Geschäfts-/Firmenwerte im Abschluss zu hoch bewertet sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts-/Firmenwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Frucht haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:

  • Wir haben die vom Vorstand durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten auf die Angemessenheit des verwendeten Bewertungsmodells, der Planungsannahmen und der Bewertungsparameter überprüft. Dabei haben wir die Annahmen der Planungsrechnungen gewürdigt. Das angewendete Bewertungsmodell haben wir nachvollzogen und beurteilt, ob es geeignet ist, den Nutzungswert angemessen zu ermitteln.
  • Die im Modell verwendeten Bewertungsparameter, insbesondere der verwendete Diskontierungszins, wurden von uns durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit überprüft.
  • Wir haben die den Werthaltigkeitsüberprüfungen zugrundeliegenden zukünftigen Zahlungsmittelströme mit den seitens der Organe genehmigten Planzahlen abgeglichen und allenfalls im Zuge des Impairment Tests vorgenommenen Anpassungen gewürdigt. Weiters haben wir die Planungstreue auf der Basis des vom Vorstand durchgeführten Backtesting beurteilt. Wir haben überprüft, ob die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Entwicklungen in den Planungsrechnungen entsprechend berücksichtigt wurden.
  • Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Ermittlung des Nutzungswertes nachvollzogen.

Sonstiger Sachverhalt
Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft für das am 28. Februar 2023 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 28. April 2023 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.

Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

202 Bestätigungsvermerk

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

203 Bestätigungsvermerk

  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.# Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Bericht über die Abschlussprüfung des Konzernabschlusses

Urteil

Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, für das Geschäftsjahr vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024 in allen wesentlichen Belangen den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Begründung des Urteils

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden „AP-VO“) und den österreichischen gesetzlichen Bestimmungen sowie den gemäß § 2 sinee 7 Wirtschaftsprüfer-Kollektivgesetz (WPkG) normierten Berufsgrundsätzen durchgeführt. Unsere Verantwortung gemäß diesen Vorschriften ist in den Abschnitten „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Abschlussprüfung des Konzernabschlusses“ weiter ausgeführt.

Wir sind unabhängig von der Gesellschaft in Übereinstimmung mit den relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit und haben unsere beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit und den damit zusammenhängenden Schutzmaßnahmen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erbrachten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Urteil zu dienen.

Wesentliche Prüfungssachverhalte

Wesentliche Prüfungssachverhalte sind diejenigen Sachverhalte, die nach unserer Beurteilung bei der Prüfung des Konzernabschlusses des laufenden Geschäftsjahres am bedeutsamsten waren. Diese sind die für die Öffentlichkeit wichtigsten Prüfungssachverhalte. Sie sind keine Aussage über die Verhältnisse der Einzelpositionen oder deren Darstellung, die wir nicht ausgewiesen haben, und sie sind keine Aussage über die Prüfung von Bedingungen, die wir nicht identifiziert haben.

Der Konzernlagebericht

Wir haben die Pflicht, den Konzernlagebericht zu prüfen und zu beurteilen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Wir haben auch die Pflicht, die nichtfinanzielle Erklärung im Konzernlagebericht zu prüfen und zu beurteilen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil zum Konzernlagebericht

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juli 2023 als Konzernabschlussprüfer gewählt und am 7. Juli 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 29. Februar 2024 endende Geschäftsjahr beauftragt. Wir sind seit dem Konzernabschluss zum 29. Februar 2024 Abschlussprüfer der Gesellschaft.

Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.

Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Wilhelm Kovsca.

Wien, 26. April 2024

KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Wilhelm Kovsca
Wirtschaftsprüfer

Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

205

JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2023|24 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG (NACH UGB)

207

Jahresabschluss

256

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

208

Gewinn- und Verlustrechnung

257

Bestätigungsvermerk

209

Bilanz

261

Vorschlag für die Gewinnverwendung

210

Anhang zum Jahresabschluss

229

Lagebericht

206

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024

INHALTSVERZEICHNIS

208 Gewinn- und Verlustrechnung

209 Bilanz

210 Anhang zum Jahresabschluss

227 Entwicklung des Anlagevermögens

207

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024

| | t€ | 2023|24 | 2022|23 |
| :------------------------------------------ | :------ | :-- | :-- | :-- |
| 1. Umsatzerlöse | | 50.831 | 46.727 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | | 239 | 191 |
| 3. Personalaufwand | | –28.732 | –21.827 |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | | –666 | –643 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | | –40.677 | –31.277 |
| 6. Operatives Ergebnis (Z1 bis 5) | | –19.005 | –6.829 |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | | 60.422 | 69.824 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 60.394 | 69.795 |
| 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | | 16.911 | 7.142 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 16.911 | 7.142 |
| 9. Erträge aus der Zuschreibung von Finanzanlagen | | 6.600 | 0 |
| 10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | | 17.103 | 4.769 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 17.091 | 4.547 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | | –19.986 | –5.469 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | –18.985 | –4.631 |
| 12. Finanzerfolg (Z7 bis 11) | | 81.050 | 76.266 |
| 13. Ergebnis vor Steuern (Z1 bis 12) | | 62.045 | 69.437 |
| 14. Steuern vom Einkommen | | –2.479 | –3.534 |
| 15. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss | | 59.566 | 65.903 |
| 16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | | 26.322 | 16.659 |
| 17. Bilanzgewinn | | 85.888 | 82.562 |

208

Bilanz zum 29. Februar 2024

Stand 29.02.2024 Stand 28.02.2023
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 609 169
II. Sachanlagen 839 951
III. Finanzanlagen 902.883 866.283
904.331 867.403
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 433.824 392.684
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 16.330 16.908
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4 3
433.828 392.687
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.368 136
D. Aktive latente Steuern 162 618
Summe Aktiva 1.339.689 1.260.844
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 113.531 113.531
II. Kapitalrücklagen 550.689 550.689
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 85.888 82.562
davon Gewinnvortrag 26.322 16.659
764.036 760.710
B. Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 11.374 11.597
II. Rückstellung für Steuern und sonstige Rückstellungen 40.556 23.813
51.930 35.410
C. Verbindlichkeiten
I. Finanzverbindlichkeiten 509.000 449.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr 115.000 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 394.000 449.000
II. Übrige Verbindlichkeiten 14.723 15.724
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr 13.434 15.571
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.289 153
523.723 464.724
Summe Passiva 1.339.689 1.260.844

209

Anhang zum Jahresabschluss

  1. Allgemeines
    Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung. Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen. Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs. 2 UGB wurden eingehalten. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert. Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR) mit gerundeten Werten, jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR) mit gerundeten Werten. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

  2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
    1.1. Allgemeine Grundsätze
    Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, wurde dies bei Schätzungen berücksichtigt. Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
    Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

    210

    1.2. Anlagevermögen
    Immaterielle Vermögensgegenstände
    Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

    Jahre Prozent
    Markenrechte 10 10,00%
    EDV-Software 3 33,33%

    Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.# 1.3. Anlagevermögen

Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Geschäftsausstattung 5-10 20-10
EDV-Ausstattung 3 33,33
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1-5 100-20

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet. Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Zuschreibungen und andere Angaben

Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wäre, ergibt.

211 Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert unter je EUR 1.000) werden aktiviert und sofort abgeschrieben. Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.

1.3. Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.

Latente Steuern

Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, wird in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung, werden aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Latente Steuern werden auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 23 % gebildet. Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von 162.466 € (im Vorjahr 618 Tsd. € ) wurde in die Bilanz aufgenommen.

1.4. Rückstellungen

Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen

Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen wurden im Einklang mit der „AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz von 3,60 % (im Vorjahr 4,25 %) herangezogen. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Die künftigen Gehaltssteigerungen wurden mit 4,50%|3,60 % (im Vorjahr 6,00%|4,00 %) und Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-11,42 % (im Vorjahr 0-11,03 %) für Abfertigungen und von 0-11,42 % (im Vorjahr 0,78-11,52 %) für Jubiläen angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Fluktuation wurden neben Invalidisierungs- und Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses angesetzt. Das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer wurde mit 65 Jahren gemäß Übergangsregel der Pensionsreform ermittelt.

Rückstellung für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Einklang mit der „AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien 212 ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 3,60 % (im Vorjahr 4,25 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen für Aktive wurden mit 4,50%|3,60% (im Vorjahr 9,04%|6,00 %|4,00) angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden keine weiteren Ausscheideursachen wie Fluktuation berücksichtigt. Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 leistungsorientiert an eine Pensionskasse ausgelagert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen. Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen setzt sich aus dem Barwert abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

Pensionspläne Stand 29.02.2024 EUR Stand 28.02.2023 EUR
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 27.251.430 24.679.705
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –17.659.146 –14.760.466
Rückstellungen für Pensionen 9.592.285 9.919.239

Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der bestmöglich geschätzt wurde. Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten auch Verpflichtungen betreffend kollektivvertragliche Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern. Diese Rückstellungen werden nach den für Abfertigungsrückstellungen angewandten Berechnungsmethoden (IAS19) ermittelt.

1.5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

213

2. Erläuterungen zur Bilanz

2.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Beilage zum Anhang) dargestellt. Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Abs 1 Z 4 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Beteiligungsunternehmen Höhe des Anteils % Eigenkapital gem. § 229 UGB EUR Geschäftsjahr Jahresüberschuss/ fehlbetrag EUR
AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien 100,00 70.000.902 2023 24
AGRANA Int.Verw.u.Asset Managem. GmbH, Wien*) 98,91 315.367.169 2023 24
AGRANA Zucker GmbH., Wien*) 98,91 142.348.548 2023 24
AGRANA Stärke GmbH., Wien*) 98,91 332.591.806 2023 24
AGRANA Group-Service GmbH, Wien 100,00 7.596.407 2023 24
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H, Wien 66,67 8.211.048 2023 24
AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln 100,00 5.437.726 2023 24

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien. Davon haben 85.000.000 € eine Restlaufzeit von bis zum einem Jahr, 330.000.000 € eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren und 64.000.000 € eine Restlaufzeit von über 5 Jahren.

2.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in EUR (Vorjahr in TEUR)

Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr Bilanzwert
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 417.471.496 16.322.259 433.793.755
(28.2.2023) 375.698 16.905 392.603
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 21.606 7.651 29.257
(28.2.2023) 78 3 81
Summe 417.493.102 16.329.910 433.823.012
(28.2.2023) 375.776 16.908 392.684

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 433.793.755 € (im Vorjahr 392.603 Tsd. €) betreffen mit 335.995.621 € (im Vorjahr 294.991 Tsd. €) Forderungen (Cashpooling) an die AGRANA Group-Services GmbH, mit 33.227.084 € (im Vorjahr 25.878 Tsd. €) Forderungen aus Steuerumlagen, mit 59.343.696 € (im Vorjahr 68.245 Tsd. €) Forderungen aus Dividenden und mit 4.383.601 € (im Vorjahr 3.489 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Salden der debitorischen Kreditoren 19.592 € (im Vorjahr 14 Tsd. €) sowie 0 € (im Vorjahr 60 Tsd. €) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Forderungen aus Kapitalertragsteuer in Höhe von 13.779 € (im Vorjahr 15 Tsd. €) sowie die kurzfristigen Forderungen gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23 in Höhe von 21.875 € ( im Vorjahr 716 Tsd. €) in Summe 35.654 (im Vorjahr 731 Tsd. €) wurden mit der Position Steuerrückstellungen saldiert. In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, enthalten.

214

2.3. Grundkapital

In der 31. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, am 6. Juli 2018 wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:4 beschlossen. Dadurch stieg die Anzahl der Aktien mit Wirksamkeit am 24. Juli 2018 von bisher 15.622.244 auf 62.488.976 auf Inhaber lautende Stückaktien. Das Grundkapital von 113.531.275 € blieb unverändert.## 2.4. Kapitalrücklagen

Stand 01.03.2023 Veränderung Stand 29.02.2024
EUR EUR EUR
Gebundene Kapitalrücklage 505.122.086 0
Nicht gebundene Kapitalrücklage 45.566.884 0
Summe 550.688.970 0

2.5. Gewinnrücklagen

Stand 01.03.2023 Veränderung Stand 29.02.2024
EUR EUR EUR
Gesetzliche Gewinnrücklage 47.964 0
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000 0
Summe 13.927.964 0

2.6. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert. Die Effekte aus Personalrückstellungsänderungen werden im Personalaufwand erfasst. Die Abfertigungs-, Pensions- und sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand 01.03.2023 Verbrauch Auflösung Zuweisung Stand 29.02.2024
EUR EUR EUR EUR EUR
Abfertigung 1.677.911 0 0 103.963
Pensionsansprüche 9.919.239 3.224.882 0 2.897.928
Jubiläumsgelder 376.355 0 0 44.171
Nicht konsumierte Urlaube 1.796.979 0 0 86.187
Sonderzahlungen 425.728 425.728 0 490.185
Prüfungsaufwand 253.004 244.545 8.460 222.110
Veröffentlichungsaufwand 155.000 123.474 31.526 166.000
Kosten der Hauptversammlung 80.000 60.881 19.119 80.000
Kosten Bilanzpressekonferenz 2.000 2.000 0 3.100
Manipulationsgeb. div. Banken 2.190 0 2.190 0
Aufsichtsratsvergütungen 325.000 325.000 0 380.000
Sonstige ausstehende Eingangsrechnungen 690.017 634.506 55.511 935.414
Summe 15.703.423 5.041.016 116.806 5.409.059

Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und Abrechnungen.

215

2.7. Verbindlichkeiten

29.02.2024 28.02.2023
EUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 509.000.000 449.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 115.000.000 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 364.000.000 415.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 30.000.000 34.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.655.690 2.606
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 2.655.690 2.606
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.337.009 6.149
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 48.363 5.996
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.288.646 153
Sonstige Verbindlichkeiten 10.729.630 6.970
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 10.729.630 6.970
Summe 523.722.329 464.724
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 128.433.682 15.571
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 365.288.646 415.153
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 30.000.000 34.000

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ein Schuldscheindarlehen über 409.000.000 € und ein Sektordarlehen über 70.000.000 €, welche zur Gänze konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurden. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von 4.923.941 € (im Vorjahr 2.829 Tsd. €) sowie eine Teuerungsprämie in Höhe von 0 € (im Vorjahr 91 Tsd. €), Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 1.047.211 € (im Vorjahr 1.146 Tsd. €) und Verbindlichkeiten aus Zinsen von 4.453.252 € (im Vorjahr 2.896 Tsd. €) enthalten. Aufwendungen im Posten Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 9.987.676 € (im Vorjahr 6.522 Tsd. €) sind erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam und betreffen Prämienvergütungen, Abgaben und Zinsen. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 1.337.009 € (im Vorjahr 6.149 Tsd. €) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen. Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2023|24 beträgt 2.026.345 € (im Vorjahr 1.893 Tsd. €). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt 10.131.723 €.

2.8. Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Abs 1 Z 2)

29.02.2024 28.02.2023
EUR TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 7.800.000 7.800
Haftungen aus Zahlungsgarantien 176.827.743 358.065
Summe 184.627.743 365.865
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 146.351.232 313.929

Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden drei Konzerngesellschaften in der Ukraine (AUSTRIA Juice Ukraine TOV, AGRANA Fruit Ukraine TOV, AGRANA Fruit Luka TOV) zum Zwecke der Erlangung einer Bestätigung über das Fortbestehen („Going Concern“) jeweils mit einer Patronatserklärung der AGRANA Beteiligungs-AG ausgestattet. Die Patronatserklärungen beinhalten keinen konkreten Wertumfang.

216

3. Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024, im Vorjahr jenen vom 1. März 2022 bis 28. Februar 2023.

3.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von 50.831.405 € (im Vorjahr 46.727 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Konzernverrechnung in Höhe von 27.523.535 € (im Vorjahr 24.469 Tsd. €) und Erträge für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalties) in Höhe von 22.869.870 € (im Vorjahr 21.848 Tsd. €).

3.2. Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen

Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf 118.555 € (im Vorjahr 41 Tsd. €).

3.3. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 116.806 € (im Vorjahr 103 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffend IT-Leistungen und Konzernkommunikation.

3.4. Übrigen sonstigen betrieblichen Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von 3.521 € (im Vorjahr 47 Tsd. €) enthalten Erträge aus realisierten Gewinnen aus Kursdifferenzen.

3.5. Personalaufwand

| | 2023|24 | 2022|23 |
|---|---|---|
| | EUR | TEUR |
| Gehälter | 20.599.149 | 17.170 |
| Aufwendungen für Abfertigung | 103.963 | -56 |
| Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) | 246.424 | 233 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 3.261.776 | 782 |
| Sozialabgaben und Personalnebenkosten | 4.215.353 | 3.442 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 305.005 | 256 |
| Summe | 28.731.671 | 21.827 |

davon entfallen Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen

Pensionen (Rückstellungen)
2023 24 2022
EUR TEUR EUR
Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG 47.708 61 3.227.928
andere Arbeitnehmer 198.716 172 33.848
Summe 246.424 233 3.261.776

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (Headcount, ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 177 Angestellte, dies entspricht 161,2 FTE (im Vorjahr 167 Headcount entspricht 151,7 FTE). Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 5.062 t€ (Vorjahr: 2.949 t€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.619 t€ (Vorjahr: 1.450 t€), einer einjährigen variablen Vergütung von 1.214 t€ (Vorjahr: 1.470 t€), einer mehrjährigen variablen Vergütung von 881 t€, Sachbezügen und Nebenleistungen in Höhe von 31 t€ (Vorjahr: 29). Des Weiteren bestehen Ansprüche aus der einvernehmlichen Austrittsvereinbarung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dkfm. Markus Mühleisen, MBA in Höhe von 1.317 t€. Bis zum Geschäftsjahr 2022|23 waren die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Mit dem Geschäftsjahr 2023|24 wurden die variablen Bestandteile der Vergütungen der Vorstandsmitglieder 217 neu geregelt. Die variablen Vergütungsbestandteile bestehen aus einer einjährigen variablen Vergütung (kurz: EVV) und einer mehrjährigen variablen Vergütung (kurz: MVV). Die EVV orientiert sich am Unternehmenserfolg im jeweils abgelaufenen Geschäftsjahr und ist abhängig von der finanziellen Zielgröße Konzern-EBITDA. Das EBITDA definiert sich dabei als operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen. Die MVV stellt eine Erfolgsbeteiligung über eine Anwartschaftsphase von drei Jahren auf Basis des Grades der Erreichung eines „Return on Capital Employed“-Ziels (kurz: ROCE), der Erreichung einer Ziel-Dividende basierend auf der Mehrjahresplanung sowie des Erreichungsgrades strategischer Ziele dar. Die erreichte Leistung relativ zum jeweiligen Ziel wird mit einem zwischen 0,8 und 1,2 liegenden Modifier multipliziert. Die erste Auszahlung erfolgt als Abschlagszahlung gemeinsam mit der EVV (maximal 75 % der MVV-Zielvergütung). Die finale Auszahlung erfolgt im Jahr der Hauptversammlung, welche über das letzte Jahr des dreijährigen Beobachtungszeitraumes beschließt. Die aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim| Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierten Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielten für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge von AGRANA. Für ihre Tätigkeit als gesetzliche Vertreter der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, haben Frau Ingrid-Helen Arnold, MBA 1.744 t€ (Vorjahr: 1.360 t€) und Herr Dkfm. Thomas Kölbl 1.831 t€ als Gesamtbezüge von der Südzucker AG erhalten. Die Hauptversammlung hat am 7. Juli 2023 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 380 t€ (Vorjahr: 325 t€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt. Für Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, Mag. Stephan Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann.# 3.6. Other operating expenses
The other operating expenses amount to €40,677,181 (previous year: €31,277 Tsd.) and essentially include IT expenses including IT consulting of €18,339,477 (previous year: €14,418 Tsd.), legal, audit, and consulting expenses of €8,435,302 (previous year: €4,905 Tsd.), leasing, rentals, and leases of €2,964,750 (previous year: €2,476 Tsd.), advertising expenses of €1,911,626 (previous year: €1,742 Tsd.), other external services of €1,594,632 (previous year: €1,346 Tsd.), insurance of €1,491,354 (previous year: €1,150 Tsd.), and other expenses amounting to €5,940,039 (previous year: €5,240 Tsd.).

3.7. Income from participations

| | 2023|24 | 2022|23 |
|-----------------|---------|---------|
| EUR | TEUR | TEUR |
| Income from affiliated companies | 60,393,696 | 69,795 |
| Income from other participations | 27,850 | 28 |
| Sum | 60,421,546 | 69,824 |

3.8. Income from write-ups of financial assets

Due to the permanent increase in value of AGRANA Group-Services GmbH, Vienna, the participation was written up by €6,600,000 as of 29.02.2024.

3.9. Income taxes

| | 2023|24 | 2022|23 |
|-----------------|---------|---------|
| EUR | TEUR | TEUR |
| Corporate tax | –16,157,134 | -19,854 |
| Corporate tax prior periods | 143,852 | -758 |
| Tax allocations | 14,095,409 | 17,141 |
| Deferred taxes from valuation differences | –455,913 | 0 |
| Non-deductible withholding tax | –105,597 | -62 |
| Sum | –2,479,384 | -3,534 |

The Tax Reform Act 2005 introduced a new concept for the taxation of corporate groups. In accordance with these provisions, AGRANA Group has formed a corporate group consisting of AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft as the group head and AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA JUICE GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., and AGRANA Research & Innovation Center GmbH as group members. A tax allocation is made between the group members and the group head. The tax equalization within the group is carried out through positive and negative tax allocations. Negative tax results are compensated at half the tax rate of 11.92% (previous year: 12.42%). The uncompensated loss is passed on to companies with tax profits within the framework of profit absorption at half the tax rate (taxable profit share). The non-absorbable profit is offset at the full corporate tax rate of 23.83% (previous year: 24.83%).

In December 2021, the OECD published model rules for a new global framework for minimum effective taxation to ensure that the profits of multinational corporations with total annual revenue of at least €750 million are taxed at a minimum rate of 15% per country (the so-called Pillar II framework). In December 2022, the European Union unanimously agreed on the implementation of this framework in the form of a directive that must be transposed into the national law of the Member States by December 31, 2023, to apply to fiscal years commencing after this cutoff date. The Austrian law implementing the Pillar II concept entered into force on December 31, 2023, and applies to fiscal years commencing from December 31, 2023. For the AGRANA Group, the new legal framework applies from the 2024|25 fiscal year. Since Südzucker AG, the ultimate parent company under the Pillar II framework, is headquartered in Germany, the framework will apply to the AGRANA Group from March 1, 2024, regardless of which other countries also implement the law. Under the law, the AGRANA Group must pay a top-up tax for each country with an effective tax rate below 15%. The law provides for simplifications in the form of "Safe Harbour" rules per country, meaning that under certain conditions, no top-up tax needs to be paid. As the Pillar II legislation was not yet in force for the 2023|24 closing, AGRANA Beteiligungs-AG has no current tax burden from this regulation.

AGRANA is currently analyzing the impact of the legislation, particularly concerning the use of the Safe Harbour provisions. In this assessment, Südzucker AG, as the ultimate parent company, used the Pillar II rules on the results of the 2023|24 fiscal year to provide an indication of possible future impacts. In these simplified calculations, it emerged that Austria fulfilled the exemption for a Safe Harbour, meaning that no additional taxes would have arisen in these countries if the Pillar II rules had applied for this fiscal year. Due to the complexity of the regulations, the concrete quantitative effects on future ongoing taxes and tax payments cannot yet be estimated.

4. Additional disclosures

4.1. Relations with affiliated companies (§ 238 para. 1 no. 20 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Romania (liquidation in 2023|24)
AGRANA BiH Holding GmbH, Vienna, Austria
AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH, Vienna, Austria
AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentina
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Sydney, Australia
AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Austria
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brazil
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China
AGRANA Fruit France S.A.S, Mitry-Mory, France
AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Germany
AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED, Pune, India
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Turkey
AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokyo, Japan
AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited, Jiangsu, China
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Jincheon-gun, South Korea
AGRANA Fruit Luka TOV, Vinnitsa, Ukraine
AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd., Sydney, Australia
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V., Zamora, Mexico
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Poland
AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, France
AGRANA Fruit Services GmbH, Vienna, Austria
AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, France
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Johannesburg, South Africa
AGRANA Fruit Ukraine TOV, Vinnitsa, Ukraine
AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA
AGRANA Group-Services GmbH, Vienna, Austria
AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Vienna, Austria
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China
AGRANA Magyarorzág Értékesitési Kft., Budapest, Hungary
AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Egypt
AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Vienna, Austria
AGRANA Romania S.R.L., Bucharest, Romania
AGRANA Sales & Marketing GmbH, Vienna, Austria
AGRANA Stärke GmbH, Vienna, Austria
AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgaria
AGRANA Zucker GmbH, Vienna, Austria
AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, Austria
AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Germany
AUSTRIA JUICE Hungary Kft., Vásárosnamény, Hungary
AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Poland
AUSTRIA JUICE Romania SRL, Vaslui, Romania
AUSTRIA JUICE Ukraine TOV, Vinnitsa, Ukraine
Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Hungary
Dirafrost FFI N.V., Lummen, Belgium
Dirafrost Maroc SARL, Larache, Morocco
Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, France
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Vienna, Austria
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Hungary
Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Czech Republic
Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz, USA
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpukhov, Russia
AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italy
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Vienna, Austria
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Țăndărei, Romania
Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered, Slovakia
SPA AGRANA Fruit Algeria, Akbou, Algeria
SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Germany with its subsidiaries

4.2. Relations with associated companies

“AGRAGOLD“ d.o.o., Brčko, Bosnia and Herzegovina
AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Croatia
AGRAGOLD dooel, Skopje, North Macedonia
AGRAGOLD trgovina d.o.o., Ljubljana, Slovenia
AGRANA STUDEN Albania sh.p.k., Tirana, Albania
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Vienna, Austria
AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C., Pristina, Kosovo
AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Vienna, Austria
Beta Pura GmbH, Vienna, Austria
Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o.```markdown
Beograd, Belgrad, Serbien
GreenPower Services Kft, Szabadegyháza, Ungarn
HUNGRANA Keményitö- und Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina

Zu den angeführten Unternehmen bestehen fremdübliche Dienstleistungsbeziehungen.

5. Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 238 Abs. 1 Z18 UGB)

Jahresabschluss Andere Bestätigungs-leistungen Gesamt Jahresabschluss Andere Bestätigungs-leistungen Gesamt
EUR EUR EUR TEUR TEUR TEUR
KPMG Austria GmbH (im Vorjahr PwC Wirtschaftsprüfung GmbH) 69.010 435.401 504.411 12 301 313
Summe 69.010 435.401 504.411 12 301 313

6. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA Beteiligungs-AG hatten.

7. Ergebnisverwendung

Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 85.888.398 € eine Dividende von EUR 0,90 je Aktie, das sind in Summe 56.240.078 € auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

8. Organe

Aufsichtsrat:
Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender
Dr. Niels PÖRKSEN, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden
Mag. Dr. Claudia SÜSSENBACHER, Wien (seit 07.07.2023) Stellvertreterin des Vorsitzenden
Mag. Veronika HASLINGER, Wien (bis 07.07.2023) Stellvertreterin des Vorsitzenden
MMag. Dr. Andrea GRITSCH, Wien
Dipl.-Ing. Helmut FRIEDL, Egling a.d.Paar
Dipl.-Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden
Dipl.-Ing. Josef PRÖLL, Wien
Dr. Stefan STRENG, Wien

Vom Betriebsrat delegiert:
Thomas BUDER, Tulln
Andrea BENISCHEK, Gmünd (seit 01.06.2023)
Andreas KLAMLER, Gleisdorf
Dipl.-Ing. Stephan SAVIC, Wien (seit 01.06.20231)
Dipl.-Ing. Daniela BOGNER, Wien (bis 31.05.2023)
René SCHMID, Wien (bis 31.05.2023)

¹ Dipl.-Ing. Stephan Savic war zuvor bereits einmal (in der Zeit von 22. Oktober 2009 bis 24. Februar 2021) Arbeitnehmer-Aufsichtsratsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG.

Vorstand:
Dkfm. Markus MÜHLEISEN, MBA, Wien Vorsitzender (bis 31. Dezember 2023)
Mag. Stephan BÜTTNER, Wien Vorsitzender (seit 1. Jänner 2024)
Ingrid Helen ARNOLD, MBA, Wien (bis 4. Dezember 2023)
Dkfm. Thomas Kölbl, Mannheim (seit 4. Dezember 2023 – bis 29. Februar 2024)
Dr. Stephan Meeder (seit 1. März 2024)
Dipl.-Ing. Dr. Norbert HARRINGER, Wien

Wien, am 26. April 2024

Der Vorstand:
Mag. Stephan Büttner
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
Dr. Stephan Meeder

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023|24 in €

ANLAGEVERMÖGEN Anschaffungskosten Stand 01.03.2023 Zugang Umbuchung Abgang Stand 29.02.2024
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.301 0 0 0 611.301
2. EDV-Software 8.135.051 671.637 0 0 8.806.688
8.746.352 671.637 0 0 9.417.989
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.677.344 384.232 0 360.835 3.700.741
2. Geringwertige Vermögensgegenstände 0 34.830 0 0 34.830
3.677.344 419.062 0 395.665 3.700.741
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 424.145.490 0 0 0 424.145.490
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 449.000.000 30.000.000 0 0 479.000.000
3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 258.620 0 0 0 258.620
873.404.110 30.000.000 0 0 903.404.110
Gesamtsumme 885.827.806 31.090.699 0 395.665 916.522.840

Entwicklung des Anlagevermögens

Abschreibungen Stand 01.03.2023 Jahresab-schreibung ZU-schreibung Abgang Stand 29.02.2024 Buchwerte Stand 29.02.2024 Buchwerte Stand 28.02.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.301 0 0 0 611.301 0 0
2. EDV-Software 7.965.709 231.509 0 0 8.197.218 609.470 169.342
8.577.010 231.509 0 0 8.808.519 609.470 169.342
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.726.516 399.673 0 264.824 2.861.365 839.376 950.828
2. Geringwertige Vermögensgegenstände 0 34.830 0 0 34.830 0 0
2.726.516 434.503 0 299.654 2.861.365 839.376 950.828
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.120.724 0 6.600.000 0 520.724 423.624.766 417.024.766
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0 479.000.000 449.000.000
3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 0 0 0 0 0 258.620 258.620
7.120.724 0 6.600.000 0 520.724 902.883.386 866.283.386
Gesamtsumme 18.424.250 666.012 6.600.000 299.654 12.190.608 904.332.232 867.403.556

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023|24 vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024

Inhaltsverzeichnis
* Überblick
* Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft
* Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft
* Umwelt und Nachhaltigkeit
* Forschung und Entwicklung
* Personal- und Sozialbericht
* Risikomanagement und internes Kontrollsystem
* Berichterstattung gemäß § 243a Abs 2 UGB
* Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte
* Corporate Governance Bericht
* Zweigniederlassungen
* Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
* Prognosebericht

Überblick

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft bildet die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe („AGRANA“). Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler, die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie. Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.

Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen widerspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung: AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten. Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine solide Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die nötige Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit von AGRANA geschaffen.

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.

Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.

AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

Rund 8.900 Mitarbeiter (FTEs)¹ an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2023|24 einen Konzernumsatz von rund 3,8 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

¹ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalents)

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 29.

```## Geschäftsentwicklung 2023|24 2022|23 Veränderung
| TEUR | TEUR | % |
|----------|---------|-------|
| Umsatzerlöse | 50.831 | 46.727 | 8,8% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 239 | 191 | 25,2% |
| Betriebsleistung | 51.070 | 46.918 | 8,9% |
| Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) | -19.005 | -6.830 | -178,2% |
| Operative Marge1 | -37,2% | -14,6% | |
| Beteiligungserträge | 60.422 | 69.824 | -13,5% |
| Finanzerfolg | 81.051 | 76.266 | 6,3% |
| Ergebnis vor Steuern | 62.046 | 69.436 | -10,6% |
| Jahresüberschuss | 59.567 | 65.903 | -9,6% |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 31.126 | 228.575 | -86,4% |

1 Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der AGRANA lagen im Geschäftsjahr 2023|24 mit 50.831 Tsd. € insgesamt über dem Vorjahresniveau (+4.104 Tsd. € bzw +8,8%). Bei den Erträgen aus Lizenzeinnahmen verzeichnete man einen Anstieg (+1.022 Tsd. € bzw +4,68%). Eine ebenfalls positive Entwicklung zeigten die Erträge aus Konzernverrechnungen (+3.055 Tsd. € bzw +12,49%).

Ertragslage

Der Betriebserfolg (operatives Ergebnis) reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um -12.175 Tsd. € (bzw. -178,2%) auf –19.005 Tsd. €. Diese Veränderung resultiert trotz des Anstiegs der Umsatzerlöse vor allem aus erhöhten Personalaufwendungen (+6.904 Tsd. € bzw. +31,6%) und gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+9.400 bzw. +30,0%). Die erhöhten Personalaufwendungen sind größtenteils auf ein neues Vorstandsvergütungssystem, individuelle und kollektivvertragliche Erhöhungen im Geschäftsjahr 2023|24, sowie auf neue Altersvorsorgeverträge zurückzuführen. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf Mehraufwendungen bei den Rechts- und Beratungskosten für strategische Konzepte und Projekte (+3.530 Tsd €) als auch erhöhte Ausgaben im IT-Bereich (+3.921 Tsd €) zurückzuführen. Die Beteiligungserträge haben sich im Geschäftsjahr 2023|24 um -9.402 Tsd. € bzw -13,5% reduziert. Dies ist vor allem bedingt durch die Dividendenausschüttung der AGRANA Zucker GmbH.

Vermögens- und Finanzlage

Bilanzkennzahlen 2023|24 2022|23 Veränderung

TEUR TEUR %
Bilanzsumme 1.339.689 1.260.844
Grundkapital 113.531 113.531
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 1.449 1.120
Anteile an verbundenen Unternehmen 423.625 417.025
Andere Finanzanlagen 479.259 449.259
Eigenkapital 764.037 760.710
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 509.000 449.000
Eigenkapitalquote1 57,0% 60,3%
Haftungsverhältnisse 184.628 365.865

1 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr um 329 Tsd. €. Den Investitionen in Höhe von 1.126 Tsd. € stehen Abschreibungen in Höhe von 701 Tsd. € gegenüber. Die wesentliche Veränderung betrifft den Zugang bei der EDV-Software. Die Anteile an verbundenen Unternehmen enthalten eine Zuschreibung in Höhe von 6.600 Tsd. € in der AGRANA Group-Service GmbH. Andere Finanzanlagen beinhalten Ausleihungen an verbundenen Unternehmen und erhöhten sich im Geschäftsjahr 2023|24 um 30.000 Tsd. €. Die Eigenkapitalquote von 57,0 % ist im Vergleich zum Vorjahr (60,3 %) gesunken, und zeigt weiterhin eine solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich im Geschäftsjahr um 60.000 Tsd. € aufgrund von Darlehensaufnahmen erhöht.

Cashflow 2023|24 2022|23 Veränderung

TEUR TEUR %
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -6.316 -21.332
Cashflow aus Investitionstätigkeit 58.783 -152.097
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -11.460 131.050
Cashflow aus flüssigen Mitteln 41.007 -42.380
Bestand an flüssigen Mitteln1 336.000 294.993

1 einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH 29.02.2024: 335.996 Tsd. €; 28.02.2023: 294.991 Tsd. €.

Die Gliederung des Cashflow erfolgt gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 Geldflussrechnung (UGB). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt 58.783 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2023|24 standen Auszahlungen für Ausleihungen und sonstige Investitionen, Einzahlungen aus Beteiligungserträgen in Höhe von 89.671 Tsd. € gegenüber. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -11.460 Tsd. € resultiert aus der Dividendenauszahlung von -56.240 Tsd. € (im Vorjahr: -48.867 Tsd. €) und der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 60.000 Tsd. € und Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von -15.220 Tsd. €.

Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider. Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. zu 100 % gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % der „Segment-Gesellschaften“ Stärke und Frucht werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) gehalten.

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH ist jene Gesellschaft, die das Vermögen der beiden österreichischen Zuckerfabriken besitzt und diese lenkt. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Geschäftsentwicklung Segment Zucker 2023|24 2022|23 Veränderung

%/pp t€ t€
Umsatzerlöse (brutto) 24,7% 1.102.740
Umsätze zwischen den Segmenten -37,4% -31.470
Umsatzerlösen 24,3% 1.071.270
EBITDA1 8,1% 71.304
Operatives Ergebnis 13,6% 43.183
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -106,0% -461
Ergebnis aus Sondereinflüssen -360,2% -2.344
Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) -13,3% 40.378
EBIT-Marge -1,6 pp 3,8
Investitionen2 0,2% 34.336
Mitarbeiter (FTEs)3 4,2% 1.986

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Der Absatz stieg im Geschäftsjahr 2023|24 insgesamt um knapp 3 %, wobei es bei den Hauptprodukten (Zucker) ein deutlicher Mengenrückgang verzeichnet wurde. Bei den Nebenprodukten gab es auch dank der Subkategorie „sonstige Produkte” einen markanten Absatzanstieg. Die AGRANA-Zuckermärkte wurden v.a. durch den enormen Wettbewerb aus der Ukraine speziell in den Defizitländern negativ beeinflusst. Aufgrund deutlich geringerer Absatzmengen in den Heimmärkten wurde mit Exportaktivitäten intensiv gegengesteuert. Sowohl im Retailgeschäft als auch im Industriebereich lagen die Verkaufspreise im Geschäftsjahr 2023|24 deutlich bzw. sehr deutlich über dem Durchschnittswert des Vorjahres. Das operative Ergebnis im Segment Zucker lag trotz gestiegener Rübenkosten und Belastungen durch die hohen Zuckerimporte aus der Ukraine zwar deutlich über dem Vorjahreswert. Negative Veränderungen beim Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen sowie beim Ergebnis aus Sondereinflüssen führten allerdings zu einem EBIT-Rückgang von rund 13 % auf 40,4 Mio. €. Der Ergebnisbeitrag der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2023|24 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus (1,7 Mio. €), war aber um rund 83 % niedriger als der historisch beste im Vorjahr (9,9 Mio. €). Der Rückgang beim AGRANA-STUDEN-Ergebnis war im Wesentlichen auf Absatzausfälle sowie eine niedrigere Auslastung der Raffinerie am Westbalkan zurückzuführen. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, wirkte sich mit –2,2 Mio. € (Vorjahr: –2,3 Mio. €) negativ auf das Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen aus.

AGRANA Stärke GmbH

Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|Kalifornien|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus. Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|Illinois|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke- und Verzuckerungsprodukten sowie Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.# Geschäftsentwicklung

Segment Stärke

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung %/pp |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) t€ | 1.163.647 | 1.306.594 | -10,9% |
| Umsätze zwischen den Segmenten t€ | -14.895 | -12.779 | -16,6% |
| Umsatzerlösen t€ | 1.148.752 | 1.293.815 | -11,2% |
| EBITDA¹ t€ | 94.062 | 116.750 | -19,4% |
| Operatives Ergebnis t€ | 48.533 | 69.168 | -29,8% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden t€ | 1.853 | 11.021 | -83,2% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ | 50.386 | 80.189 | -37,2% |
| EBIT-Marge % | 4,4 | 6,2 | -1,8 pp |
| Investitionen² t€ | 42.110 | 30.985 | 35,9% |
| Mitarbeiter (FTEs)³ | 1.170 | 1.147 | 2,0% |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Das Geschäftsjahr 2023|24 war im Segment Stärke von reduzierter Nachfrage und zunehmendem Preisdruck geprägt. Die inflationsbedingte Kaufzurückhaltung sowie der Lagerabbau bei den Kunden führten in den AGRANA-Hauptmärkten zu einer schwachen Absatzentwicklung. Zu Beginn des Geschäftsjahres 2023|24 lagen die Rohstoffpreise auf einem sehr hohen Niveau, fielen dann aber mit der neuen Ernte 2023 und der sich abzeichnenden Nachfrageschwäche massiv, was in der Folge auch zu deutlichen Verkaufspreisrückgängen führte. Die Umsatzerlöse des Segmentes sanken nach dem historischen Höchstwert des Vorjahres von 1.293,8 Mio. € auf 1.148,8 Mio. €. Der Rückgang war jeweils rund zur Hälfte auf Preis- und Mengeneffekte zurückzuführen. Bei Ethanol sind die Umsätze am deutlichsten gesunken, nachdem im Laufe des Jahres die Platts-Notierungen aufgrund großer Importmengen deutlich fielen und damit auch die Verkaufspreise für Ethanol sanken. Die Herstellungskosten waren durch die gesunkenen Rohstoffkosten zwar rückläufig. Die Einkaufspreise sanken aber nur bedingt parallel zu den Verkaufspreisen und Verzögerungen im Anpassungsprozess belasteten somit die Margen. Ergebnisbelastend wirkten sich auch die mit den hohen Inflationsraten gestiegenen Personalkosten aus. Im Berichtsjahr wurde ein EBITDA von 94,1 Mio. € erzielt, das somit deutlich unter dem Vorjahreswert lag. Das operative Ergebnis sank ebenso deutlich auf 48,5 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2023|24 sank der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 27 % auf 336,2 Mio.€. Neben gesunkenen Verkaufspreisen war v.a. die deutlich geringere Maisvermahlungsleistung die Hauptursache für den Umsatzrückgang. Die deutlich gesunkenen Verkaufspreise, die Kapazitätsauslastungsprobleme sowie schwache Ethanolmargen waren auch die Hauptgründe für den EBIT-Rückgang bei der HUNGRANA-Gruppe auf 12,5 Mio. € (Vorjahr: 41,5 Mio. €) aus. Das PAT betrug 3,8 Mio. € (Vorjahr: 22,0 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 1,9 Mio.€ (Vorjahr: 11,0 Mio. €) sank.

Segment Frucht

| | 2023|24 | 2022|23 | Veränderung %/pp |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) t€ | 1.567.940 | 1.482.895 | 5,7% |
| Umsätze zwischen den Segmenten t€ | -1.086 | -964 | -12,7% |
| Umsatzerlösen t€ | 1.566.854 | 1.481.931 | 5,7% |
| EBITDA¹ t€ | 125.712 | 94.460 | 33,1% |
| Operatives Ergebnis t€ | 84.946 | 51.241 | 65,8% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ | -24.699 | -89.731 | 72,5% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ | 60.247 | -38.490 | 256,5% |
| EBIT-Marge % | 3,8 | -2,6 | 6,4 pp |
| Investitionen² t€ | 50.882 | 37.679 | 34,9% |
| Mitarbeiter (FTEs)³ | 5.720 | 5.677 | 0,8% |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um rund 8 %, was primär auf Preissteigerungen aber auch auf erhöhte Verkaufsvolumina zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden v.a. in den Regionen Europa (inklusive Ukraine), Mexiko und Russland verzeichnet. Einen signifikanten Umsatzrückgang gab es in Argentinien, welcher bei leicht gestiegenen Mengen aber ausschließlich auf die Währungsumrechnung zurückzuführen war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Verkaufsmengen im strategisch bedeutenden Geschäftsbereich „Beyond“ (Eiscreme und Food Service), während die Mengen im Kerngeschäftsbereich Produkte für die Molkereiindustrie (rund 80 % der verkauften Fruchtzubereitungsmengen) stabil blieben. Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag sehr deutlich über dem Vorjahresergebnis. Die Ergebnisverbesserung kam v.a. aus den Regionen Europa inklusive Ukraine (aus geringeren Rohstoff- und Energiekosten), Nordamerika (geringere Kosten, gute Margen) und Russland (gute Mengen und Margen). Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –20,8 Mio. €, primär aufgrund einer Wertminderung von Anlagevermögen in Asien, wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen aus. Dieses Impairment war auf die weiter angespannte Geschäftsentwicklung in Asien zurückzuführen. Im Vorjahr wurde eine vergleichsweise viel größere Wertminderung verbucht, als v.a. rasant gestiegene Kapitalkosten eine Werthaltigkeitsprüfung für die Cash Generating Unit Frucht im zweiten Quartal 2022|23 auslösten. Dabei wurden zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Goodwill (-88,3 Mio. €) und auf Assets (-2,8 Mio. €) verbucht. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate lagen mengenbedingt geringfügig unter dem Vorjahreswert. Aufgrund der Auslieferung der Apfelsaftkonzentrate aus der Ernte 2022 mit historisch hohen Deckungsbeiträgen konnte das bereits sehr hohe operative Ergebnis aus dem Vorjahr sogar leicht übertroffen werden. Auch der Added Value-Bereich (Getränkegrundstoffe, Aromen etc.) entwickelte sich sehr positiv. Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –3,9 Mio. € wirkte sich negativ auf das EBIT im Bereich Fruchtsaftkonzentrate aus. Einerseits löste die schwierige ökonomische Lage in China eine Wertminderung auf die Assets des dortigen Juice-Standortes aus (–3,2 Mio. €), andererseits wurde das Karottenverarbeitungswerk in Ungarn nach der Ernte 2023 stillgelegt und eine Teilabschreibung in Höhe von 1,4 Mio. € verbucht, nachdem sich die Rohwarensituation für Karottensaftkonzentrat massiv verschlechtert hatte. Positiv auf das Ergebnis aus Sondereinflüssen (+0,7 Mio. €) wirkte sich die Auflösung einer kriegsbedingten Wertberichtigung auf Umsatzsteuerforderungen aus, nachdem diese beglichen wurden.

Umwelt und Nachhaltigkeit

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

Unter Nachhaltigkeit versteht AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit. Folgende drei Leitsätze, die dem Management und allen Mitarbeitenden als praktische und leicht verständliche Anleitung für ein tägliches nachhaltiges Handeln dienen, fassen AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis zusammen:

  • Verwertung von annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und Nutzung emissionsarmer Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu vermindern oder zu vermeiden.
  • Achtung aller Stakeholder und der Gemeinschaften, in denen das Unternehmen direkt und indirekt tätig ist.
  • Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden in langfristigen Partnerschaften, um gemeinsam klimawandelresiliente Geschäftsmodelle zu fördern.

AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.

AGRANA Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2023|24 und Ziele

Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeit entlang ihrer Produktwertschöpfungskette identifiziert:

  • Rohstoffbeschaffung und die in der vorgelagerten Wertschöpfungskette ausgelösten Emissionen
  • Energieeinsatz innerhalb und außerhalb der Organisation und dadurch ausgelöste Emissionen
  • Unsere Mitarbeitenden
  • Weitere höchst relevante Aspekte umfassen Themen rund um Wasserentnahme (vor allem an Risikostandorten hinsichtlich Wasserstress), Biodiversität (Auswirkungen von Aktivitäten und Produkten auf die biologische Vielfalt) und Produktverantwortung

Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie AGRANA, mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an. Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar.Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 109 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten, wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz, besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA-Silber-Status erreichen sollen. Im Geschäftsjahr 2023|24 waren rund 86 % der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffmenge im SAI FSA-System direkt oder indirekt erfasst.

Externe Zertifizierungen im Lebensmittel- und Futtermittelbereich

Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Koscher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2023|24 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.

Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Das SEDEX-Assessment und Audit zielt vor allem auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) ab, enthält aber auch einige Fragen zu Umweltaspekten.

Seit 2010 ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Mitglied des Vereins ARGE Gentechnik-frei, welcher das Ziel hat, verlässliche Rahmenbedingungen für Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Gentechnik-freien Lebensmitteln zu schaffen.

Forschung und Entwicklung

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 18 lokalen Frucht-NPD¹-Centern (NPD: New Product Development) der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100 %-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln. Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig.

Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.

F&E-Kennzahlen

| | 2023|24 | 2022|23 |
|---------------|-------|-------|
| F&E-Aufwendungen (Intern und extern) Mio. € | 26,0 | 23,1 |
| F&E-Quote² % | 0,69 | 0,64 |
| Mitarbeiter in F&E (Köpfe) | 333 | 324 |

² F&E Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

Personal- und Sozialbericht

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 9.047 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.932 Mitarbeitende), davon 2.558 (Vorjahr: 2.486) in Österreich und 6.489 (Vorjahr: 6.446) international. Im Geschäftsjahr 2023|24 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.876 FTEs (Vorjahr: 8.730 FTEs) beschäftigt.

Im Segment Frucht erhöhte sich die Personalanzahl aufgrund neuer strategischer Zielsetzungen, einer längeren Saison und der Übernahme von Leiharbeitskräften. Der Personalanstieg im Segment Stärke ist auf eine geschäftsbedingte Erhöhung der FTEs v.a. für die Umsetzung von strategischen Initiativen & Projekten zurückzuführen. Ebenfalls zeigten die verstärkten Recruiting-Aktivitäten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr Wirkung. Im Segment Zucker haben ein erhöhtes Produktionsvolumen zusammen mit einer längeren Kampagne sowie die Besetzung von vakanten Stellen und neuen Positionen zu einem Personalzuwachs geführt.

Im Geschäftsjahr 2023|24 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und stabilisiert sowie neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem werden die Effizienz der Personalprozesse professionalisiert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.

Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der AGRANA-Personalstrategie und stellt einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Ein Projekt zur Evaluierung eines potenziellen Gender Pay Gaps soll zukünftig eine faire Bezahlung von Mitarbeiterinnen sicherstellen. Die AGRANA-Vergütungspolitik orientiert sich an den jeweiligen Rollen und Marktgegebenheiten und soll AGRANA als interessanten Arbeitgeber positionieren. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2023|24 unterlagen 10,4 % (Vorjahr: 10,7 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.

Ein wichtiger Hebel in jeglicher Organisationsentwicklung sind Führungskräfte. Ein wichtiger Schritt ist es daher, Führungskräften die nötige Unterstützung zu bieten und Werkzeuge an die Hand zu geben, um die erste Ansprechperson im Thema Personalentwicklung der Mitarbeitenden zu sein. Die AGRANA-Geschäftsbereiche legten daher dieses Geschäftsjahr umso mehr Fokus auf Leadership Development Initiativen.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2023|24 durchschnittlich 103 Lehrlinge (davon weiblich: 23 bzw. 22,3 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 75 Lehrlinge (davon weiblich: 11 bzw. 14,7 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien, Brasilien, Tschechien und der Slowakei, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 28 Lehrlinge (davon weiblich: 12 bzw. 42,9 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Chemieverfahrenstechnik, Elektrotechnik, Industrielehre, Informationstechnologie, Labortechnik (Chemie), Lebensmitteltechnik, Logistik, Maschinenbautechnik, Mechatronik, Metalltechnik, Technisches Zeichnen, Einkauf, Personaldienstleistung sowie Bürokaufmann/-frau.

Um die Attraktivität, unter anderem von Lehrberufen, zu steigern und um Schülerinnen und Schülern sowie jungen Menschen allgemeine Berufschancen in technischen und kaufmännischen Berufen aufzuzeigen, wurden an diversen Standorten zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um durch die Kooperation mit Ausbildungsinstituten näher mit potenziellen Lehrlingen und jungen Mitarbeitenden in Kontakt zu treten. Daneben nahmen Standorte sowohl digital als auch vermehrt in Präsenz an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von (Lehr)-Berufen teil, zusätzlich wurden bestimmte Werke von Besuchern und Besucherinnen aus Bildungseinrichtungen besichtigt. Zudem wurden Lehrlingen Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Weiters wurde die Präsenz in den sozialen Medien und auch in den klassischen Print-Medien intensiviert.

Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2023|24 auf rund 3,5 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €), was 1,1 % (Vorjahr: 0,7 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Die Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für die Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheits-maßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungs-maßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheits-schulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen und Beinaheunfällen.

In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine – wenn auch unterschiedlich ausgestaltete – gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw.anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeitende sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk „Unternehmen für Familien“ beigetreten. Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeitenden wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien) sowie variable Arbeitszeiten.

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Risikomanagement und Internes Kontrollsystem

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • Ein konzernweites operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und das folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • Das Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die Risiken über den finanziellen Planungshorizont von fünf Jahren in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der „Monte-Carlo-Simulation“, ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnten. Darüber hinaus dienen die Ergebnisse aus der „Monte-Carlo-Simulation“ als Basis einer liquiditätsbasierten Analyse der Risikotragfähigkeit. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet. Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung wird ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.

Risikopolitik
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor. Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten. Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

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Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch aus nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. Der Vorstand bezieht bei der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie Aspekte der Nachhaltigkeit und der damit verbundenen Chancen und Risiken in Bezug auf Klimawandel, Umwelt, soziale Belange und Corporate Governance mit ein.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Produktqualität und -sicherheit
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten können die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken. AGRANA ist bestrebt, sich kontinuierlich an die Marktentwicklungen anzupassen und eine führende Position in Bezug auf relative Wettbewerbsfähigkeit einzunehmen. Mittelfristige Strategien im Rahmen der strategischen Ziele zielen auf die Stärkung der Marktposition und das Streben nach operativer Exzellenz ab. AGRANA verfolgt zur Stärkung ihres Kerngeschäfts und dem Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Maßnahmen, um die bestehenden Volatilitäten abzufangen und eine stabile Ertragslage zu erzielen.

IT-Risiken
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.

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Die gemeinsame Agrarpolitik für den Zeitraum 2023-2027 trat am 1. Januar 2023 in Kraft und beinhaltet einen ehrgeizigen „grünen Ansatz“ für die EU-Landwirtschaft, eine kurze Lieferkette „vom Feld bis auf den Tisch" und die Einführung neuer und strenger Regeln für den Umweltschutz sowie die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks. Die Unterstützung für die EU-Landwirtschaft durch die Politik ist immer noch hoch, doch die Inflation könnte die Effizienz dieser Ausgaben untergraben und zusätzliche Unterstützung erforderlich machen.# Die von der Lebensmittelindustrie und den Endverbrauchern so sehr geforderte nachhaltige Bewirtschaftung und Verarbeitung ist mit viel höheren Kosten verbunden als ursprünglich geplant und birgt die Gefahr, dass die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten verloren geht. Im Jahr 2024 steht der EU ein Wahljahr bevor, sodass das Jahr 2024 zu einer entscheidenden Änderung der politischen Agenda des Parlamentes und des Rates führen könnte. Politische Veränderungen könnten wiederum dazu führen, dass die Prioritäten beispielhaft beim Green Deal neu gesetzt werden.

Freihandelsabkommen: Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse. Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) erzielten im Juni 2019 eine grundsätzliche, politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen. Derzeit laufen jedoch weiterführende Gespräche zur Stärkung von Nachhaltigkeitsaspekten. Nach einer Einigung ist die Vorlage zur Zustimmung an den Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament vorgesehen. Die entsprechende Zustimmung ist die Basis für den nachfolgenden Prozess der Ratifizierung und Befürwortung der nationalen Parlamente. Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.

EU Green Deal: Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um 55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990. Aufgrund derzeit vieler noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal, können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien Am 31. Oktober 2023 wurde die Änderung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Renewable Energy Directive III oder RED III) im Amtsblatt veröffentlicht. Die EU gibt damit vor, wie die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden sollen. RED III nimmt bei der Verwirklichung der Ziele des Green Deal, Klimaneutralität bis 2050 und Verringerung der Nettotreibhausgasemissionen bis 2030 eine wesentliche Rolle ein. Mit RED III werden nicht nur die EU-Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien angehoben. Außerdem sollen Genehmigungsverfahren für den Ausbau von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen, Netzen und Energiespeichern verkürzt werden. Damit werden zum Teil auch die Ende 2022 mit der EU-Notfallverordnung temporär beschlossenen Beschleunigungsvorgaben für Genehmigungsverfahren dauerhaft ins europäische Recht übergeführt. RED III trat am 20. November 2023 in Kraft. Die Mitgliedstaaten müssen die meisten Vorgaben der Richtlinie bis 21. Mai 2025 national in den Bereichen Verkehr, Industrie, Gebäude sowie Wärme- und Kälteversorgung umsetzen. Im Jahr 2023 wurde in Österreich E10 schrittweise eingeführt, um einen wesentlichen Beitrag zum THG-Minderungsziel zu leisten.

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Die EU-Entscheidung vom Oktober 2022 über das Ende von Verbrennungsmotoren in neu zugelassenen Fahrzeugen ab 2035 wurde von AGRANA verfolgt, stellt nach aktueller Einschätzung aber kein relevantes Risiko für die Bioethanolproduktion dar. Einerseits ist Bioethanol nur ein Produkt im Rahmen des Kreislaufwirtschaftskonzeptes der Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich, andererseits wird Bioethanol im Rahmen des Ausstiegs aus fossilen Produkten Verwendungsmöglichkeiten abseits des Einsatzes in Treibstoffen finden.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort. Es bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet. Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des Marktzinssateils ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des „Cash Flow at Risk“ bzw. der „Modified Duration“ ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert. Das Währungsrisiko wird durch den „Value at Risk“-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

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Liquiditätsrisiken

Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Kontrahenten- und Bankenrisiken

Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen global verteilt bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Krieg in der Ukraine

AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch kurzfristig stillgelegt. Nach kurzer Zeit konnte der Betrieb wieder aufgenommen und wurde mit Anpassungen an die aktuelle Sicherheitslage weitergeführt. Rund 5 % der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen. Die Produktion von Fruchtzubereitungen in der Ukraine war im Geschäftsjahr 2022|23 auf ein Niveau von rund 50 % vor Kriegsausbruch gesunken. Der Rückgang war v.a.# auf den Wegfall der Exportmärkte sowie einen Rückgang des Binnenkonsums zurückzuführen. Im Berichtsjahr 2023|24 wuchs das Geschäft auf ca. 70 % des Vorkrisenniveaus – hauptsächlich durch die Wiederaufnahme des Food Service-Geschäftes, aber auch durch erhöhte Nachfrage bei den ukrainischen Molkereikunden. Die Verarbeitung von frischen Früchten lag nach einer sehr guten Ernte 2022 im Jahr 2023 etwas unter dem Vorkriegsniveau, was weniger auf den Krieg als auf allgemeine Schwankungen des Marktes zurückzuführen war. Das Geschäft der landwirtschaftlichen Farm in Luka lief in ähnlichem Ausmaß wie vor dem Krieg weiter. Auf der Kundenseite bleibt das Risiko von Zahlungsausfällen weiterhin erhöht und ist auch über entsprechende Rückstellungen abgebildet. Bisher gab es nur kleinere Zahlungsausfälle. Die Produktion von Fruchtsaftkonzentraten in der Ukraine verlief trotz schwieriger Rahmenbedingungen erfreulich und die produzierten Mengen des Vorjahres sowie die geplanten Mengen konnten übertroffen werden. Die gesamte Produktion aus der Ernte 2023|24 wurde intern an die AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich, verkauft und in der Folge von Österreich aus vermarktet und ausgeliefert. In Russland bewirkt der Ukraine-Krieg maßgebliche Verschiebungen des Marktumfeldes. Während globale Marken Absatzrückgänge verzeichnen bzw. westliche Unternehmen das Land verlassen haben, profitieren lokale Unternehmen von dieser Entwicklung, weil sie dieses Geschäft, z.B. als neue Eigentümer, übernehmen. Auch bei AGRANAs größten Kunden waren in dieser Hinsicht im letzten Geschäftsjahr massive Veränderungen zu beobachten. Aufgrund der implementierten Sanktionen gestaltet sich die Belieferung des russischen Werkes mit Importgütern zunehmend herausfordernd. Die Warenströme haben sich einkaufsseitig weg von Europa hin Richtung Asien bewegt. Davon betroffen waren neben Früchten auch Stabilisatoren, Verpackungsmaterialien und maschinelle Ersatzteile. Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen. Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko durch Cyber- und Sabotageattacken mit sich.

248 Klimawandelrisiken und andere ESG-Risiken

Im Geschäftsjahr 2023|24 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen. Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, verpflichtet die EU-Taxonomie und die ab dem nächsten Geschäftsjahr anzuwendende CSR-D analog zu den Empfehlungen der TCFD zur verstärkten Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken. Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v.a. operative Risiken im Rahmen der Rohstoffbeschaffung) ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und des konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystems fünf Jahre. Die gemäß den Anforderungen der EU-Taxonomie im Geschäftsjahr 2022|23 durchgeführte Klimawandelszenarioanalyse für 53 Produktionsstandorte wurde im Berichtsjahr 2023|24 einer näheren Detailanalyse unterzogen. Für die AGRANA-Gruppe wurden folgende akute „climate hazards“ als relevant eingestuft: Hitzewellen, Tornados/Stürme, Wald- und Flächenbrände, Dürren sowie Überflutungen. Zudem wurden Wasserknappheit und der Anstieg des Meeresspiegels als relevante „chronische“ Gefährdungen definiert. Zur Anwendung kamen die vom Weltklimarat, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5, betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2040 und 2060. Gemäß den Ergebnissen stellen vor allem Wasserknappheit (Die Ergebnisse im Klimawandelszenario für Wasserknappheit wurden auf Grundlage der Datenbank „Aqueduct Global Maps 3.0 Data“ ermittelt. Auf Empfehlung von Experten sowie entsprechend dem aktuellen Entwurf der CSR-D berichtet AGRANA-Risikostandorte hinsichtlich Wasserstress weiterhin nach den öffentlich, kostenfrei zugänglichen Bewertungsinstrumenten Aqueduct Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter.) und/oder Dürre und/oder Hitzewellen potenziell relevante Risiken für die Produktionsstandorte dar. Die Ergebnisse der nachgelagerten Detailanalyse zeigten, dass sich die überwiegende Anzahl an Standorten im mittleren Risikobereich befinden, auch hier sind die Faktoren Dürre und oder Hitzewellen wie auch Wasserknappheit die häufigsten Risikoursachen. Nach der Detailanalyse blieb nur ein Risikostandort mit hoher Einstufung erhalten, wobei die Detailanalyse in den drei kriegsbetroffenen ukrainischen Standorten 2023|24 nicht durchgeführt wurde. Auf dieser Basis werden nun Adaptionsmaßnahmen geplant. Als Ergänzung zur Klimawandel-Szenarioanalyse für die Produktionsstandorte der AGRANA-Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2023|24 mit der Analyse von Klimarisiken entlang der agrarischen Wertschöpfungsketten begonnen. Dazu wurde ein spezifisches Risikomodell für die Gruppe entwickelt, mit dem sich Klimarisiken systematisch bestimmen und im nächsten Schritt auch quantifizieren lassen. Im ersten Schritt wurde zunächst das physische Klimarisiko für die Zuckerrübe anhand ausgewählter Indikatoren ermittelt und es wurden erste mögliche Auswirkungen auf die Erträge untersucht. Zudem wurden potenzielle Resilienzmaßnahmen erarbeitet. Zur Anwendung kamen die vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem so genannten Weltklimarat, empfohlenen Szenarien SSP1-2.6 und SSP5-8.5. Betrachtet wurden die aktuellen Verhältnisse und jeweils ein optimistisches sowie ein pessimistisches Szenario bis 2029 sowie 2040 und 2060. Die Analyse orientiert sich an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) in den relevanten Bereichen. Auf dieser Grundlage werden die nächsten Schritte abgeleitet. Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem. Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und den darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen (siehe dazu Abschnitt Regulatorische Risiken).

249

AGRANA übt ihre Geschäftstätigkeit auf ökologisch und ethisch nachhaltige und legale Art und Weise aus. Soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung stehen bei AGRANA im Mittelpunkt. AGRANA ist der Initiative UN Global Compact beigetreten und ist somit verpflichtet, deren Anforderungen umzusetzen. Die grundlegenden Werte wie die Achtung der Menschenrechte sind in AGRANAs Verhaltenskodex verankert. Die Einhaltung des Verhaltenskodex ist für Mitarbeitende, Führungskräfte und Geschäftspartner verpflichtend. Der AGRANA-Konzern führt laufend Risikobewertungen und Due Diligence-Prozesse, auch hinsichtlich sozialer Aspekte, durch. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist weiterhin durch hohe Volatilitäten in den Einkaufs- und Verkaufsmärkten und durch konjunkturbedingte Nachfrageschwächen gekennzeichnet. Weiters können sich die geopolitische Situation und mögliche Eskalationen besonders für Europa negativ auswirken. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert. Der Zustrom von landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine, besonders Zucker und Getreide, übersteigt die als Unterstützung der Ukraine gedachten, zugelassenen Mengen. Die Auswirkung auf die Märkte sind sinkende Preise insbesondere in den an die Ukraine angrenzenden Ländern. Aufgrund der volatilen Rahmenbedingungen liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren. Für die AGRANA-Gruppe bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.

250 Berichterstattung gemäß § 243a Abs.## UGB

Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl die Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP-System (ERP: Enterprise-Resource-Planning). Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in der die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Eine interne Risikoanalyse ist auch Bestandteil des AGRANA Compliance-Managementsystems. Sie basiert auf allgemein anerkannten Indizes, die die Compliance-Risiken länder- und unternehmensspezifisch bewerten. Zusätzlich werden konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen. Die Risikoanalyse wird zwischen dem Konzern-Risikomanagement und dem Compliance-Office abgestimmt. Das Compliance Management System der AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2022 nach ISO 37301 und ISO 37001 zertifiziert.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

251 Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte (Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 29. Februar 2024 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2023: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2023: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die „ALMARA“ Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.

Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So war zum Bilanzstichtag Mag. Stephan Büttner von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Dkfm. Thomas Kölbl seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien („Syndicated Loans“) sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

252 Corporate Governance-Bericht

AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des ÖCGK. Im Geschäftsjahr 2023|24 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2023 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 8. November 2023 und 15. Februar 2024 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig der Erklärung über die Einhaltung des Kodex zugestimmt.

Gemäß Regel 62 des ÖCGK ist die Umsetzung und die Einhaltung der einzelnen Regeln des Kodex regelmäßig, zumindest alle drei Jahre, einer externen Evaluierung zu unterziehen. Diese erfolgte für das Geschäftsjahr 2023|24 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien, auf Basis des Fragebogens zur Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance (Fassung Jänner 2023). Der Bericht über diese externe Evaluierung ist unter www.agrana.com/ir/corporate-governance abrufbar. Im Geschäftsjahr 2026|27 wird eine neuerliche externe Evaluierung zur Einhaltung der Regeln des Kodex erfolgen.

253 Zweigniederlassungen

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte 2023|24 keine Zweigniederlassungen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 29. Februar 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

Prognosebericht

AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt. Der seit dem Geschäftsjahresbeginn 2022|23 bis heute andauernde Ukraine-Krieg führte zu einer grundsätzlichen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere in den Bereichen Rohstoffe und Energie. Darüber hinaus können sich in der EU durch den gewährten bevorzugten Zugang von Agrarimporten aus der Ukraine weitere Marktverwerfungen ergeben. Trotz der momentan reduzierten Volatilität sind die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen, die Versorgungssicherheit sowie die Dauer dieser temporären Ausnahmesituation – mit Blick auf das Geschäftsjahr 2024|25 – nur schwer abschätzbar.

Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2024|25 mit einem deutlichen Rückgang beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem leichten Rückgang ausgegangen. Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 120 Mio. € moderat unter dem Wert von 2023|24 und somit nur noch auf Abschreibungsniveau (rund 120 Mio. €) liegen.Etwa 12 % davon werden auf Emissionsreduktionsmaßnahmen in der eigenen Produktion im Rahmen der AGRANA-Klimastrategie entfallen.

Nachhaltigkeitsausblick 2024|25

Nach Validierung von AGRANAs wissenschaftsbasierten Klimazielen durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) im September 2023 wird das Geschäftsjahr 2024|25 im Zeichen der konkreten Umsetzungsplanung von Emissionsreduktionsprojekten im Bereich der eigenen Produktion (Scope 1+2) und – nach Veröffentlichung des überarbeiteten Greenhousegas Protocols sowie der für den landwirtschaftlichen Sektor relevanten Land Sector and Removals Guidance – im Bereich der vorgelagerten Lieferkette (Scope 3) stehen. Basis für die Reduktionsmaßnahmenerarbeitung im Bereich Agrarprodukte wird die schrittweise Einführung einer Primärdatenerfassung für die Berechnung von Emissionsfaktoren bei den Lieferanten sein. Daneben wird sich AGRANA im Geschäftsjahr 2024|25 intensiv auf die steigenden Reportinganforderungen durch die Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive für das Berichtsjahr 2024|25 sowie weitere gesetzliche Anforderungen aus dem Umfeld des EU Green Deals vorbereiten.

Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird für das kommende Geschäftsjahr 2024|25 mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis vor Steuern auf aktuellem Niveau gerechnet.

Wien, am 26. April 2024

Der Vorstand:

Mag. Stephan Büttner
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
Dr. Stephan Meeder

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

  • dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Abschluss des Mutterunternehmens AGRANA Beteiligungs-AG zum 29. Februar 2024 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt;
  • dass der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023|24 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der AGRANA Beteiligungs-AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

Wien, am 26. April 2024

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Mag. Stephan Büttner
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
Dr. Stephan Meeder

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Jahresabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 29. Februar 2024, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 29. Februar 2024 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Das Risiko für den Abschluss Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden im Jahresabschluss zum 29. Februar 2024 mit einem Buchwert von 417,0 Mio EUR unter dem Bilanzposten III Finanzanlagen ausgewiesen und stellen mit 31,2% der Bilanzsumme einen wesentlichen Teil des Vermögens der Gesellschaft dar. Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen unter Punkt 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Seite 7 des Anhangs. Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder im Fall von voraussichtlich dauernder Wertminderung zum geringeren beizulegenden Wert erfasst. Bei Wegfall der dauernden Wertminderungen werden Zuschreibungen auf den beizulegenden Wert bis maximal zur Höher der Anschaffungskosten vorgenommen.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:

  • Wir haben die Prozesse zur Identifizierung von Anhaltspunkten für eine signifikante Änderung des beizulegenden Wertes dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Hinweise für das Vorliegen von Wertminderungen bzw. Gründe für Zuschreibungen zeitgerecht zu erkennen.
  • Wir haben die Buchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen jeweils mit dem anteiligen Eigenkapital des Tochterunternehmens verglichen, um festzustellen, ob es Hinweise auf eine möglicherweise dauerhafte Wertminderung oder Zuschreibungserfordernisse gibt.
  • Wir haben die Planungsrechnungen der verbundenen Unternehmen dahingehend durchgesehen, ob die innerhalb des Planungszeitraums jeweils erwarteten Ergebnisse zu einem Absinken des anteiligen Eigenkapitals unter den Buchwert der Anteile führen.
  • Wir haben die Übereinstimmung der angewendeten Bewertungsmethoden mit den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches und deren konsistente Anwendung gewürdigt.

Sonstiger Sachverhalt

Der Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft für das am 28. Februar 2023 endende Geschäftsjahr wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 28. April 2023 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil zu diesem Abschluss abgegeben hat.

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen. Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.## Bestätigungsvermerk

Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juli 2023 als Abschlussprüfer gewählt und am 7. Juli 2023 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 29. Februar 2024 endende Geschäftsjahr beauftragt. Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 29. Februar 2024 Abschlussprüfer der Gesellschaft. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Wilhelm Kovsca.

Wien, am 26. April 2024

KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Wilhelm Kovsca
Wirtschaftsprüfer

Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Vorschlag für die Gewinnverwendung der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB 2023|24

Das Geschäftsjahr vom 1. März 2023 bis 29. Februar 2024 schließt mit einem Bilanzgewinn von 85.888.398
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Auf 62.488.976 Stück dividendenberechtigte Stammaktien Zahlung einer Dividende von 0,90 € pro Stammaktie (nennbetragslose Stückaktie), das sind 56.240.078
Vortrag auf neue Rechnung 29.648.320
85.888.398

Impressum

Eigentümer, Herausgeber und Verleger
AGRANA Beteiligungs-AG
A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1

Investor Relations
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Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926
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Sustainability
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E-Mail: [email protected]

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Support Grafiken und Reinzeichnung: marchesani_kreativstudio GmbH

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik. Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Betreffend der Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:

Wertaussage Visualisierung Wertmäßige Veränderung in Zahlen
Stabil 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 %
Leicht ä oder æ Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 %
Moderat á oder â Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 %
Deutlich áá oder ââ Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 %
Sehr deutlich ááá oder âââ Mehr als +50 % oder mehr als –50 %

Bezüglich Definitionen zu Finanzkennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2023|24 auf Seite 224 verwiesen.

AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in diesem integrierten Geschäftsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten. Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

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