Annual Report (ESEF) • Jun 8, 2022
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Download Source File27 Konzernabschluss und Konzernlagebericht 2021|22 der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)
27 Konzernlagebericht 2021|22
28 Unternehmensstruktur
30 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
46 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
54 Segment Frucht
61 Segment Stärke
67 Segment Zucker
74 Forschung und Entwicklung
77 Personal- und Sozialbericht
84 Risikomanagement
94 Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte
95 Prognosebericht
98 Konzernabschluss 2021|22
99 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
100 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
101 Konzern-Geldflussrechnung
102 Konnzern-Bilanz
103 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
178 Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
179 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
180 Bestätigungsvermerk
185 Jahresabschluss und Lagebericht 2021|22 der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)
186 Jahresabschluss 2021|22
187 Gewinn- und Verlustrechnung
188 Bilanz
189 Anhang zum Jahresabschluss
206 Lagebericht 2021|22
233 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
234 Bestätigungsvermerk
238 Vorschlag für die Gewinnverwendung
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Rund 8.700 Mitarbeitende (FTEs)¹ an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021|22 einen Konzernumsatz von rund 2,9 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.
¹ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert.
| 2021-03-01 | 2022-02-28 | iso4217:EUR | |
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AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Rund 8.700 Mitarbeitende (FTEs)¹ an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021|22 einen Konzernumsatz von rund 2,9 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.
¹ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.
Das Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert.
AGRANAs Geschäftsmodell basiert auf der Veredelung landwirtschaftlicher Rohstoffe. Eine nachhaltige Wertschöpfungskette, die über die gesamte Prozesskette von der Beschaffung über die Produktion bis hin zur Vermarktung reicht, ist daher zentral für den langfristigen Erfolg des Unternehmens. AGRANA versteht Nachhaltigkeit als eine wirtschaftlich, ökologisch und sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die Ziele der Nachhaltigkeit sind in die Unternehmensstrategie integriert und werden auf allen Ebenen gelebt. Dies schließt die Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten in der gesamten Lieferkette sowie die transparente und verantwortungsvolle Unternehmensführung ein.
AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis umfasst die Verpflichtung zu ökonomischer Leistungsfähigkeit, ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit. Das Unternehmen strebt danach, seinen Beitrag zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) zu leisten, indem es seine Geschäftstätigkeiten an den Prinzipien der Nachhaltigkeit ausrichtet und positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft anstrebt. Dies beinhaltet unter anderem die Reduktion von Treibhausgasemissionen, den schonenden Umgang mit Ressourcen, die Förderung fairer Arbeitsbedingungen und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften.
Die wesentlichen nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsbelange, auf die sich AGRANA konzentriert, sind:
Nachhaltigkeit ist in der gesamten AGRANA-Organisation verankert. Die Verantwortung für Nachhaltigkeit liegt auf der Ebene des Vorstands, der die strategische Ausrichtung vorgibt. Die operative Umsetzung wird von den einzelnen Geschäftsbereichen und den relevanten Abteilungen (z.B. Einkauf, Produktion, Personalwesen, F&E) vorangetrieben. Die Ergebnisse und Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit werden regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Grenzen dieses Berichtes ergeben sich aus dem Fokus auf die Wesentlichkeit der nicht-finanziellen Belange, die für die Geschäftstätigkeit und die Stakeholder von AGRANA relevant sind. Nicht alle Aspekte der Nachhaltigkeit können in voller Tiefe abgedeckt werden. Der Bericht konzentriert sich auf die Bereiche, in denen AGRANA die größten Auswirkungen hat und die größte Verantwortung trägt.
Der Konsolidierungskreis der AGRANA-Gruppe blieb im Berichtsjahr im Wesentlichen unverändert.
Im Geschäftsjahr 2021|22 erzielte die AGRANA-Gruppe einen Konzernumsatz von 2.917,9 Mio. €. Dies entspricht einer Steigerung von 5,0 % gegenüber dem Vorjahresumsatz von 2.779,5 Mio. €. Das operative Ergebnis (EBIT) der Gruppe belief sich auf 200,7 Mio. €. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 133,1 Mio. €.
Die Investitionen der AGRANA-Gruppe im Geschäftsjahr 2021|22 beliefen sich auf 174,5 Mio. €. Davon entfielen 89,7 Mio. € auf Investitionen in Sachanlagen, 40,4 Mio. € auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und 44,4 Mio. € auf Finanzanlagen. Die Investitionstätigkeit diente der Modernisierung und Erweiterung bestehender Produktionskapazitäten sowie der Erschließung neuer Geschäftsfelder.
Der operative Cashflow der AGRANA-Gruppe betrug im Geschäftsjahr 2021|22 256,7 Mio. €. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ermöglichte die Finanzierung der laufenden Ausgaben sowie die Durchführung von Investitionen und die Bedienung von Finanzverbindlichkeiten.
Die Bilanzsumme der AGRANA-Gruppe zum 28. Februar 2022 betrug 3.537,0 Mio. €. Das Eigenkapital belief sich auf 1.523,4 Mio. €. Die Eigenkapitalquote lag bei 43,1 %. Die Nettoverschuldung zum Bilanzstichtag betrug 714,6 Mio. €. Die Finanzlage der Gruppe ist solide und ermöglicht die Fortsetzung der operativen Tätigkeit und die Umsetzung der strategischen Ziele.
Die Geschäftsentwicklung der AGRANA-Gruppe im Geschäftsjahr 2021|22 war durch eine solide Umsatzsteigerung und eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses gekennzeichnet. Die einzelnen Segmente trugen unterschiedlich zur Konzerngesamtleistung bei.
Das Segment Frucht verzeichnete im Geschäftsjahr 2021|22 eine positive Geschäftsentwicklung. Der Umsatz stieg um 3,9 % auf 1.180,2 Mio. €. Das operative Ergebnis verbesserte sich deutlich auf 95,8 Mio. €.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate war im Berichtsjahr geprägt von steigenden Rohstoffpreisen und einer erhöhten Nachfrage nach hochwertigen Fruchtprodukten.
Die Beschaffung von Früchten erfolgte weltweit unter Berücksichtigung nachhaltiger Anbaumethoden. Die Produktionsanlagen arbeiteten ausgelastet, und die Qualität der Produkte konnte auf hohem Niveau gehalten werden.
Im Segment Frucht wurden im Geschäftsjahr 2021|22 Investitionen in Höhe von 45,3 Mio. € getätigt, primär in die Erweiterung von Produktionskapazitäten und die Steigerung der Energieeffizienz.
Das Segment Stärke zeigte im Geschäftsjahr 2021|22 eine robuste Geschäftsentwicklung. Der Umsatz stieg um 5,7 % auf 1.154,2 Mio. €. Das operative Ergebnis verbesserte sich auf 75,1 Mio. €.
Die Nachfrage nach Stärkeprodukten blieb stabil, während die Rohstoffpreise tendenziell gestiegen sind. Die Nachfrage aus der Lebensmittelindustrie sowie aus technischen Anwendungsbereichen war weiterhin stark.
Die Rohstoffbeschaffung (Mais, Weizen, Kartoffeln) erfolgte unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit und der Preise. Die Produktionsprozesse wurden weiter optimiert, um die Effizienz zu steigern.
Die Investitionen im Segment Stärke beliefen sich auf 58,7 Mio. €. Diese dienten der Kapazitätserweiterung und der technologischen Modernisierung.
Das Segment Zucker verzeichnete im Geschäftsjahr 2021|22 eine erfreuliche Geschäftsentwicklung. Der Umsatz stieg um 5,0 % auf 583,5 Mio. €. Das operative Ergebnis verbesserte sich auf 29,8 Mio. €.
Das Marktumfeld für Zucker war durch volatile Preise und eine solide Nachfrage gekennzeichnet. Die europäischen Zuckermärkte zeigten eine erholte Nachfrage.
Die Zuckerrübenkampagne verlief planmäßig. Die Produktionsanlagen arbeiteten effizient und sicherten die Produktqualität.
Im Segment Zucker wurden Investitionen in Höhe von 20,5 Mio. € getätigt, die primär der Effizienzsteigerung und der Instandhaltung der Anlagen dienten.
AGRANA investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung, um innovative Produkte und Prozesse zu entwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Schwerpunkte liegen auf der Verbesserung bestehender Produkte, der Entwicklung neuer Anwendungen und der Steigerung der Nachhaltigkeit von Produktionsverfahren.
Die AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2021|22 durchschnittlich 8.700 Mitarbeitende (FTEs). Das Unternehmen legt großen Wert auf ein positives Arbeitsumfeld, Chancengleichheit und faire Vergütung.
AGRANA fördert die kontinuierliche Weiterbildung und persönliche Entwicklung seiner Mitarbeitenden durch interne und externe Schulungsprogramme, Talentmanagement und Nachfolgeplanung.
Die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden hat höchste Priorität. AGRANA implementiert strenge Sicherheitsstandards und -maßnahmen sowie Gesundheitsprogramme, um Unfälle und berufsbedingte Krankheiten zu vermeiden.
AGRANA unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexible Arbeitszeitmodelle und Angebote zur Kinderbetreuung.
AGRANA verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem, das darauf abzielt, wesentliche Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern.
Das Gesamtrisiko der AGRANA-Gruppe wird durch ein kontinuierliches Monitoring und eine proaktive Risikosteuerung gemanagt.
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem (IKS/RMS) ist integraler Bestandteil der Unternehmensführung und dient der Sicherstellung der Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse sowie der Einhaltung von Gesetzen und internen Richtlinien.
Informationen zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten sind im Anhang zum Konzernabschluss detailliert aufgeführt.
AGRANA wird auch im kommenden Geschäftsjahr seine Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit fortsetzen und ausbauen. Schwerpunkte werden auf der weiteren Reduktion von Treibhausgasemissionen, der Förderung nachhaltiger Rohstoffbeschaffung und der Stärkung der Kreislaufwirtschaft liegen.
| | 2021|22 (in Mio. €) | 2020|21 (in Mio. €) |
| :--- | :--- | :--- |
| Umsatzerlöse | 2.917,9 | 2.779,5 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 30,5 | 35,8 |
| Materialaufwand | -1.980,6 | -1.896,0 |
| Personalaufwand | -640,8 | -615,0 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -108,1 | -107,1 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -110,7 | -109,6 |
| Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit (EBIT) | 200,7 | 133,1 |
| Finanzergebnis | -50,5 | -52,8 |
| Ergebnis vor Steuern | 150,2 | 80,3 |
| Ertragsteuern | -32,5 | -15,4 |
| Konzernergebnis | 117,7 | 64,9 |
| davon Anteil der nicht beherrschenden Gesellschafter | 0,5 | 0,5 |
| davon Anteil der Muttergesellschaft | 117,2 | 64,4 |
| | 2021|22 (in Mio. €) | 2020|21 (in Mio. €) |
| :--- | :--- | :--- |
| Konzernergebnis | 117,7 | 64,9 |
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen, das nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst ist: | | |
| Fair-Value-Bewertung von Finanzinstrumenten | -2,6 | 1,3 |
| Wertänderungen von latenten Steuern auf Finanzinstrumente | 0,6 | -0,3 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 4,1 | -0,9 |
| Gesamtergebnis | 120,0 | 65,0 |
| davon Anteil der nicht beherrschenden Gesellschafter | 0,4 | 0,5 |
| davon Anteil der Muttergesellschaft | 119,6 | 64,5 |
| | 2021|22 (in Mio. €) | 2020|21 (in Mio. €) |
| :------------------------------------------------------------------------------------------------ | :--------------- | :--------------- |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 256,7 | 230,0 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -174,5 | -130,0 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | -130,1 | -110,0 |
| Veräußerung von Sachanlagen | 15,4 | 12,0 |
| Investitionen in Finanzanlagen | -44,4 | -20,0 |
| Veräußerung von Finanzanlagen | 0,0 | 0,0 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -64,6 | -110,0 |
| Dividendenzahlungen | -30,0 | -30,0 |
| Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | 50,0 | 80,0 |
| Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | -84,6 | -160,0 |
| Einlagen von Eigentümern | 0,0 | 0,0 |
| Entnahmen von Eigentümern | 0,0 | 0,0 |
| Veränderung der liquiden Mittel | 17,6 | -10,0 |
| Liquide Mittel am Anfang der Periode | 173,9 | 183,9 |
| Liquide Mittel am Ende der Periode | 191,5 | 173,9 |
| 28. Feb. 2022 (in Mio. €) | 28. Feb. 2021 (in Mio. €) | |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| Umlaufvermögen | ||
| Vorräte | 700,8 | 641,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 587,9 | 543,0 |
| Sonstige Vermögenswerte | 146,3 | 119,1 |
| Flüssige Mittel | 191,5 | 173,9 |
| Nicht umlaufende Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 338,9 | 323,0 |
| Sachanlagen | 1.437,6 | 1.374,9 |
| Finanzanlagen | 134,0 | 90,5 |
| Bilanzsumme | 3.537,0 | 3.266,7 |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 31,1 | 31,1 |
| Kapitalrücklage | 208,8 | 208,8 |
| Gewinnrücklagen | 1.210,3 | 1.253,5 |
| Eigenkapital | 1.523,4 | 1.501,9 |
| Davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter | 6,3 | 5,7 |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 358,7 | 354,1 |
| Sonstige Rückstellungen | 157,2 | 156,5 |
| Finanzverbindlichkeiten | ||
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 508,1 | 626,0 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 280,5 | 237,7 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 410,0 | 364,5 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 299,1 | 122,0 |
| Bilanzsumme | 3.537,0 | 3.266,7 |
| | 2021|22 (in Mio. €) | 2020|21 (in Mio. €) |
| :-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :--------------- | :--------------- |
| Eigenkapital am Anfang der Periode | 1.501,9 | 1.466,9 |
| Veränderungen im Eigenkapital: | | |
| Konzernergebnis | 117,7 | 64,9 |
| Gesamtergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen, das nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst ist | 2,4 | -1,2 |
| Kapitalzuführung durch Eigentümer | 0,0 | 0,0 |
| Kapitalentnahmen durch Eigentümer | 0,0 | 0,0 |
| Dividendenzahlungen an die Muttergesellschaft | -30,0 | -30,0 |
| Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter | -0,4 | -0,7 |
| Eigene Anteile | 0,0 | 0,0 |
| Sonstige Veränderungen | 0,0 | 0,0 |
| Eigenkapital am Ende der Periode | 1.601,6 | 1.501,9 |
| Davon Anteil der Muttergesellschaft | 1.595,3 | 1.496,2 |
| Davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter | 6,3 | 5,7 |
Die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung.
Die gesetzlichen Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG erklären hiermit, dass nach bestem Wissen und Gewissen der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermitteln und alle erheblichen Risiken und Ungewissheiten sachgerecht dargestellt sind.
Der Bestätigungsvermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers wird im Anschluss an die Erklärung der gesetzlichen Vertreter angefügt.
Informationen zum Jahresabschluss und Lagebericht der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB finden sich ab Seite 186.
| | 2021|22 (in Tsd. €) | 2020|21 (in Tsd. €) |
| :--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :--------------- | :--------------- |
| Umsatzerlöse | 31.153 | 25.923 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.189 | 2.841 |
| Erträge aus Beteiligungen | 11.500 | 11.500 |
| Materialaufwand | -13.779 | -11.200 |
| Personalaufwand | -4.417 | -4.120 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -600 | -550 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -4.632 | -4.400 |
| Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit (EBIT) | 11.464 | 10.994 |
| Finanzergebnis | -1.000 | -800 |
| Ergebnis vor Steuern | 10.464 | 10.194 |
| Ertragsteuern | -1.500 | -1.200 |
| Jahresergebnis | 8.964 | 8.994 |
| 28. Feb. 2022 (in Tsd. €) | 28. Feb. 2021 (in Tsd. €) | |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 500 | 400 |
| Sachanlagen | 1.200 | 1.100 |
| Finanzanlagen | 60.000 | 60.000 |
| Umlaufvermögen | ||
| Vorräte | 1.000 | 900 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 5.000 | 4.500 |
| Flüssige Mittel | 2.000 | 1.500 |
| Bilanzsumme | 68.700 | 68.400 |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 31.100 | 31.100 |
| Gewinnrücklagen | 30.000 | 29.000 |
| Eigenkapital | 61.100 | 60.100 |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 3.000 | 2.800 |
| Sonstige Rückstellungen | 500 | 400 |
| Verbindlichkeiten | ||
| Langfristige Verbindlichkeiten | 2.000 | 3.000 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 2.100 | 2.100 |
| Bilanzsumme | 68.700 | 68.400 |
Der Anhang zum Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG enthält detaillierte Informationen zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie zu den einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.
Der Lagebericht 2021|22 der AGRANA Beteiligungs-AG enthält detaillierte Informationen zur Geschäftsentwicklung, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens.
Die gesetzlichen Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG erklären hiermit, dass nach bestem Wissen und Gewissen der Jahresabschluss und der Lagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermitteln und alle erheblichen Risiken und Ungewissheiten sachgerecht dargestellt sind.
Der Bestätigungsvermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers wird im Anschluss an die Erklärung aller gesetzlichen Vertreter angefügt.
Der Vorschlag für die Gewinnverwendung wird im Anschluss an den Bestätigungsvermerk aufgeführt.# Nicht-finanzielle Erklärung
Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Düng- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke. AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünger- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.
Informationen zu Corporate Governance befinden sich im Corporate Governance-Bericht der AGRANA sowie auf der Website des Unternehmens unter www.agrana.com/ir/corporate-governance.
29 Nicht-finanzielle Erklärung¹
¹ Die Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB wurde erstellt in Übereinstimmung mit dem Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI), konkret deren Version GRI-Standards „In accordance – Core“.
² Pro Tonne Produktoutput
30 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
| Zielbereich | Ziel | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| 2050 CO2-Neutralität | CO2-Neutralität (Scope 1+2+3) der gesamten AGRANA-Gruppe | 2050 |
| Klimaziele | Verifizierung von Klimazielen (für Scope 1,2,3) durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) | 2022 |
| Ökoeffizienz | Ökoeffizienz unserer Produktion | - |
| 2040 CO2-Neutralität | CO2-Neutralität (Scope 1+2) der Produktion der AGRANA-Gruppe | 2040 |
| 2025 | 26 Reduktion Emissionen | Reduktion der Emissionen (Scope 1+2) um 25% von der Basis 2019 |
Bereich Fruchtzubereitungen
Ziele bis 2025|26:
* 20 % der verarbeiteten Fruchtmenge entspricht FSA-Silber-Äquivalent
* Gesamtenergieeinsatz² von 1,95 GJ/t⁴
* Wasserentnahme² von 4,24 m³/t⁴ (4,08 m³/t⁴ im Berichtsjahr)
* 100 % der Produktionsstandorte verfügen über ein gültiges Sozialaudit
Bereich Fruchtsaftkonzentrate
Ziel bis 2030|31:
* 100 % nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 56f)
³ In den GRI-Berichtsgrenzen
⁴ Das Ziel gilt für die Fruchtzubereitungswerke in den GRI-Berichtsgrenzen von 2018|19 (exklusive Erstverarbeitungsanlagen).
31 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
AGRANA berichtet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit (Beschreibung des Geschäftsmodelles, siehe Seite 28f) wesentliche nicht-finanzielle Belange - mit einem grünen Fußabdruck gekennzeichnet - in den Konzernlagebericht integriert. Diese Nicht-finanzielle Erklärung bietet einen Überblick über AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis, Governance-Strukturen zum Thema Nachhaltigkeit, die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse, Managementansätze der wichtigsten nicht-finanziellen Belange und deren organisatorische und inhaltliche Berichtsgrenzen sowie relevante Leistungsindikatoren auf Gruppen-Ebene. Details zu Maßnahmen und Leistungsindikatoren sowie Ziele in den einzelnen Bereichen werden in den Segmentberichten, im Kapitel Personal- und Sozialbericht sowie im Corporate Governance-Bericht dargestellt.
AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitenden als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:
Wir bei AGRANA…
* verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren,
* achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind,
* leben langfristige Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden.
AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.
Aufgrund der im Berichtsjahr andauernden COVID-19-Pandemie konnten viele der jährlichen Formate des Austausches mit Anspruchsgruppen weiterhin nicht in gewohnter Weise physisch stattfinden, sondern fanden wie im Vorjahr im virtuellen Raum oder in Kleinst- und Kleingruppen, unter Einhaltung von COVID-19-Präventionsvorgaben statt.
| Wesentliche Stakeholder-Gruppen | Formate des Dialogs |
|---|---|
| Rohstofflieferanten | Regelmäßige (meist telefonische) Beratungsgespräche im Rahmen des AGRANA4you-Programmes; Feldbegehungen, Feldtage und Versuchsbesichtigungen in Kleingruppen; Kontrahierungsveranstaltungen der Segmente Stärke und Zucker physisch und in Form von Webinaren; Spezial-Webinare für Rüben-Neuanbauer, Versammlungen zur Kontrahierung und fachlicher Austausch im Freien auf Rübenlagerplätzen; vermehrter Einsatz von Social Media (v.a. Facebook) |
| Industriekunden | Pandemiebedingt fanden auch im Geschäftsjahr 2021 |
| Anrainer | Telefonische und schriftliche Kontakte im Rahmen des Anrainermanagements und eines österreichischen AGRANA-Produktionsstandortes an der virtuellen Langen Nacht der Forschung; telefonische und schriftliche Kontakte im Rahmen des Anrainermanagements |
| Investoren, Öffentlichkeit | Laufende Investor Relations- und Public Relations-Arbeit; digitale Roadshows für institutionelle Investoren; Online-Pressekonferenzen und virtuelle Hauptversammlung |
32 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
AGRANA veredelte im Geschäftsjahr 2021|22 in den Geschäftssegmenten Frucht, Stärke und Zucker weltweit rund 9,8 Mio. Tonnen (Vorjahr: 8,6 Mio. Tonnen) agrarische Rohstoffe und verkaufte rund 5,7 Mio. Tonnen (Vorjahr: 5,4 Mio. Tonnen) daraus gewonnene hochwertige Produkte. Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeit entlang ihrer Produktwertschöpfungskette identifiziert:
Im Berichtsjahr 2021|22 führte AGRANAs Nachhaltigkeitskernteam nur eine Überprüfung der im Vorjahr überarbeiteten Wesentlichkeitsanalyse durch. Im Vorjahr wurden einerseits die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen einzelner Nachhaltigkeitsaspekte der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt eingeschätzt und andererseits unter Einbindung ausgewählter repräsentativer Stakeholder¹ der Einfluss dieser Nachhaltigkeitsaspekte auf die Entscheidungen von Stakeholdern hinterfragt. Die bedeutendste gesellschaftliche Auswirkung, hat die AGRANA-Gruppe, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, durch ihre energieintensive Veredelung agrarischer Rohstoffe im Bereich Energieeinsatz und Emissionen. Bezieht man die Treibhausgasemissionen aus dem Anbau der verarbeiteten Agrarrohstoffe (sogenannte Scope 3 Emissionen), die erstmals im Berichtsjahr abgeschätzt wurden, mit ein, verstärkt sich die Bedeutung des Aspektes Energieeinsatz und Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette zusätzlich. Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Unternehmenstätigkeiten werden aber v.a. auch durch den regulatorischen Rahmen in dem Unternehmen tätig sind, in der EU u.a. durch neue Vorgaben aus dem EU Green Deal, wesentlich mitbestimmt.
¹ Repräsentanten der folgenden Stakeholdergruppen: Kunden, Lieferanten, Mitarbeitende, Aktionäre, Anrainer
33 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
Der Aspekt Compliance, speziell die Einhaltung gesetzlicher Regelungen, hat daher für Stakeholder die insgesamt höchste Bedeutung. Produktsicherheit gehört ebenfalls zu den Top-Prioritäten. In den Augen der Stakeholder sollte der Fokus in der Rohstoffbeschaffung bisher v.a. auf der Einhaltung von Sozialstandards liegen. Dies gilt speziell im Segment Frucht, das weltweit Rohstoffe einkauft. (Details zur Umfrage des Geschäftsjahres 2020|21 siehe Wesentlichkeitsanalyse www.agrana.com/nachhaltigkeit/wesentlichkeitsanalyse).
Im Geschäftsjahr 2022|23 wird die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse unter Einbezug der neuen Erkenntnisse aus der Abschätzung der Gesamtemissionen über die AGRANA-Wertschöpfungskette (Scope 1,2,3), der weiter zu entwickelnden AGRANA-Klimastrategie sowie der neuen Vorgaben der Global Reporting Initiative grundlegend überarbeitet.# Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
In diesem Abschnitt werden einerseits die auf AGRANA wirkenden Risiken im Sinne der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und andererseits die von AGRANA potenziell ausgelösten wesentlichen Risiken, die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Belange laut § 267a UGB haben, dargestellt. Er deckt auch die Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) ab. Daneben bietet er eine inhaltliche Abgrenzung und allgemeine konzernweite Übersicht zu Belangen, die für AGRANAs Stakeholder besondere Bedeutung haben.
Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, aber auch der potenziellen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Herstellung landwirtschaftlicher Rohwaren, konzentriert AGRANA ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke) und beschränkt ihre nicht-finanzielle Berichterstattung bisher auf diesen Bereich der Beschaffung. In Vorbereitung einer EU-Richtlinie eines Lieferkettengesetzes wird die strukturierte Berichterstattung für die Beschaffung von nicht agrarischen Gütern und Dienstleistungen ab dem Geschäftsjahr 2022|23 ausgebaut.
AGRANA ist im Bereich der Beschaffung agrarischer Rohstoffe von physischen Risiken durch den Klimawandel, z.B. in Form einer zunehmenden Anzahl von Extremwetterereignissen, verstärktem Schädlingsdruck und daraus resultierenden Herausforderungen im Bereich Rohstoffverfügbarkeit und Preisvolatilität, direkt betroffen (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement/Operative Risiken/Beschaffungsrisiken, Seite 85).
Andererseits trägt AGRANA im Rahmen ihrer Rohstoffbeschaffung indirekt zu potenziell negativen Auswirkungen des Rohstoffanbaus bei bzw. steht durch ihre Lieferantenauswahl damit in Verbindung. Dies betrifft negative ökologische Auswirkungen, wie z.B. Flächenverbrauch oder –konkurrenz, Pestizideinsatz, Bodenerosion- und -degradation, Wassermangel oder schlechte Wasserqualität sowie Reduktion der Biodiversität. Daneben könnten auch negative soziale Auswirkungen, wie z.B. Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit sowie schlechte Arbeitsbedingungen, durch AGRANAs Lieferbetriebe verursacht werden.
Wenngleich AGRANA keinen direkten Einfluss auf die Betriebsführung ihrer Lieferanten hat, strebt sie im Rahmen des Vorsorgeprinzips durch ihre Lieferantenauswahl eine Vermeidung bzw. Minimierung dieser Umwelt- und Sozialrisiken an. AGRANA hat die Erwartungen an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten in ihren Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die für den Bereich der Sozialkriterien eine Referenz auf AGRANAs Verhaltenskodex enthalten, niedergeschrieben. Die Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte wurden im Geschäftsjahr 2020|21 überarbeitet und sind Bestandteil von Lieferverträgen. Der AGRANA-Verhaltenskodex gilt im Rahmen der Allgemeinen Einkaufsbedingungen bzw. Geschäftsbedingungen auch für alle anderen Geschäftspartner von denen AGRANA Waren und/oder Dienstleistungen bezieht.
Um Umwelt- und Sozialaspekte in der agrarischen Lieferkette unabhängig vom Beschaffungsmodell strukturiert bearbeiten und dokumentieren zu können, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei der SAI Platform, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Frucht, Stärke und Zucker an den für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.
Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an. Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 112 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA Silber-Status erreichen.
35 Konzernlagebericht
Die externe Verifizierung des FSA-Nachhaltigkeitslevels der AGRANA-Kontraktlandwirte unterliegt einem dreijährigen Zyklus, der mit dem Jahr 2017 begann. Im Geschäftsjahr 2020|21 waren in allen AGRANA-Segmenten Re-Verifizierungsaudits vorgesehen, die allerdings aufgrund der COVID-19-Restriktionen zum Teil nicht vollständig abgeschlossen werden konnten und daher erst im Sommer 2021 erfolgten. Mit Ausnahme der Landwirte-Gruppe der rumänischen Rübenproduzenten erreichten alle Landwirtegruppen (sogenannte Farm Management Groups) das AGRANA-Ziel des FSA-Silber Status oder höher. Die bei den Audits detektierten Abweichungen wurden von den zuständigen Gruppen anerkannt und Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Diese betreffen v.a. die Lagerung und Handhabung von Chemikalien und Abfällen sowie Erste Hilfe und Notfalleinrichtungen in Rumänien.
Auch im Geschäftsjahr 2021|22 leisteten AGRANA-Experten im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion einen wertvollen fachlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Vorgaben und zur Vorbereitung der Version 3.0 des Farm Sustainability Assessment, die im April 2021 veröffentlicht wurde und spätestens nach einer Übergangszeit von 18 Monaten ab dem Zeitpunkt der Publikation umzusetzen ist.
Zusätzlich zur direkten Anwendung des FSA stellt die SAI Platform ein umfassendes Benchmarking-System zur Verfügung, das gewährleistet, dass landwirtschaftliche Betriebe, die schon über einschlägige Zertifizierungen (z.B. Global GAP oder Rainforest Alliance) verfügen oder an unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsprogrammen teilnehmen, eine FSA-Äquivalenz erhalten, was den Kontrollaufwand maßgeblich reduziert. Die geprüfte Einhaltung nationaler gesetzlicher Vorgaben oder die Zertifizierung nach internationalen bzw. unternehmensspezifischen Standards sowie die externe Verifizierung der betrieblichen Selbstauskünfte im Rahmen des FSA unter Einhaltung der Regeln des SAI Implementation Framework ermöglicht landwirtschaftlichen Produzenten und der verarbeitenden Industrie die Auslobung des jeweiligen FSA-Nachhaltigkeitsstatus im B2B-Bereich. Im Geschäftsjahr 2021|22 waren rund 84,3 % der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffmenge im SAI FSA-System direkt oder indirekt erfasst.
Unter regenerativer Landwirtschaft wird gemeinhin ein Zugang zur landwirtschaftlichen Produktion verstanden, der auf die Konservierung bzw. den Wiederaufbau von Agrarflächen und Ökosystemen abzielt und Maßnahmen für Boden, Wasser und Biodiversität umfasst. Grundsätzliche Maßnahmen zum Bodenschutz wie Fruchtfolgen, bodenschonender Techniqueinsatz oder Düngerempfehlungen auf Basis regelmäßiger Bodenanalysen sind schon seit vielen Jahren von AGRANA von ihren Lieferanten geforderte Praxis, weitere innovative Modelle und Maßnahmen sind in Entwicklung.
Biodiversität ist für AGRANA v.a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion, von Bedeutung. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. AGRANA setzt auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder zur Erhöhung der Artenvielfalt um.# So unterhält AGRANA seit 2016 ein Projekt zum Schutz von Bienen in dessen Rahmen an allen österreichischen Standorten jeweils zehn Bienenstöcke aufgestellt wurden, die teilweise auch für Workshops zur Wissensvermittlung über die Zusammenhänge in der Natur für Volksschulen genutzt werden.
Auf AGRANA indirekt wirkende wasserbedingte Risiken in ihrer Lieferkette, der landwirtschaftlichen Produktion, werden implizit im Rahmen der operativen Beschaffungsrisiken vom Risikomanagement erfasst (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 85). Die von AGRANA in der EU beschafften und verarbeiteten Ackerkulturen werden größtenteils nicht bewässert. Kennzahlen zur Wassernutzung in der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden daher v.a. aufgrund eingeschränkter Relevanz und auch aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit sowie Verlässlichkeit im internationalen Beschaffungsbereich bisher nicht berichtet. Dennoch ist sich AGRANA der steigenden Bedeutung von Wasserverfügbarkeits- und Qualitätsanforderungen unter dem Aspekt klimatischer Veränderungen und der Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel bewusst. Im Geschäftsjahr 2022|23 werden diese Risiken im Rahmen der Durchführung einer Klimawandelszenarioanalyse bearbeitet (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 91f).
36 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltbelangen stellt ihre Umweltpolitik dar, welche unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips die Grundlage zur Vermeidung bzw. Reduktion negativer ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen im Rahmen von AGRANAs Produktion bildet und auch einen Beschwerdeprozess enthält. Sie wurde im Geschäftsjahr 2020|21 überarbeitet, um AGRANAs Klimastrategie zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern in der Produktion bis 2040 Rechnung zu tragen.
Im Bereich der Energieversorgung wirken transitorische Risiken auf AGRANA, wie z.B. im Rahmen des Kampfes gegen den Klimawandel angedachte nationale gesetzliche Verbote (bestimmter) fossiler Brennstoffe oder eine CO2-Besteuerung. Ein System der branchenumfassenden CO2-Besteuerung ist aus AGRANAs Sicht gesellschaftlich zur Herstellung von Kostenwahrheit und als Investitionsanreiz in erneuerbare Technologien notwendig. Wird es nur national oder in der EU und ohne entsprechende Exportentlastungen bzw. Importbelastungen für CO2-Frachten eingeführt, würde es die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens einschränken. (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement/Nicht-finanzielle Risiken, Seite 91f).
Die v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker energieintensive AGRANA-Veredelung von landwirtschaftlichen Rohstoffen, die auch dem EU-Emissionshandelssystem unterliegt, hat durch die entstehenden Treibhausgasemissionen negative Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt. Diese Auswirkungen liegen in AGRANAs direktem Einflussbereich. AGRANA nimmt ihre Verantwortung wahr und wird schädliche Emissionen immer weiter reduzieren, um bis 2040 netto CO2-neutral zu produzieren (Scope 1+2).
Basis und Unterstützung im Monitoring für die AGRANA-Klimastrategie bilden die Energiemanagementsysteme der AGRANA-Produktionsstandorte. Die Energiemanagementsysteme von rund 37,7 % (Vorjahr: 37 %) aller AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34) waren im Berichtsjahr nach ISO 50001 zertifiziert.
AGRANA beschränkte ihre Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen bisher auf Scope 1 (direkter Energieeinsatz bzw. direkte Emissionen) und Scope 2 (indirekter Energieeinsatz bzw. indirekte Emissionen). Grundsätzlich sind absolute Energieeinsatz- und Emissionswerte aufgrund jährlich teilweise stark schwankender Rohstoffverarbeitungsmengen (v.a. im Segment Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate) und dem damit verbundenen schwankenden absoluten Energieeinsatz bzw. der ausgelösten Emissionen bezüglich Effizienzverbesserungen wenig aussagekräftig. Trotz der im Berichtsjahr 2021|22 gegenüber dem Vorjahr wesentlich höheren Rohstoffverarbeitungsmengen v.a. im Segment Zucker (+ 20 %) sowie im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate (+ 41 %) und der damit in absoluten Zahlen um rund 9,7 % gestiegenen Energieeinsätze bzw. rund 6 % gestiegenen CO2-Emissionen, sanken die spezifischen CO2-Emissionen pro Tonne Produkt (Scope 1+2) dank umgesetzter Emissionsreduktionsmaßnahmen um rund 5,7 %.
37 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
Im Berichtsjahr 2021|22 wurden erstmals auch Daten zu sogenannten Scope 3 Emissionen, z.B. aus dem Einkauf von Gütern bzw. Rohstoffen und Dienstleistungen, Transporten, Investitionen in Anlagen, Geschäftsreisen oder Mitarbeitermobilität, etc. nach den Vorgaben und in den für die Geschäftstätigkeit relevanten Kategorien des Greenhouse Gas Protocol für das Basisjahr 2019|20 der AGRANA-Klimastrategie strukturiert erfasst.
AGRANA hat die Primärdaten aus allen Geschäftssegmenten in den unterschiedlichen Scope 3 Kategorien mit Emissionsfaktoren aus den zwei methodisch vergleichbar und sehr umfassend (inkl. Effekten aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen wo relevant) arbeitenden Datenbanken von Ecoinvent und der Quantis World Food Database verbunden, um gemeinsam mit den bestehenden Scope 1 und Scope 2 Emissionen aus der eigenen Produktion den Corporate Carbon Footprint für das Basisjahr 2019|20 der AGRANA-Klimastrategie zu berechnen. Emissionsberechnungen aus dem Bereich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind grundsätzlich, aber speziell im Agrarbereich, mit großer Unsicherheit behaftet, die sich einerseits aus der Methodik und andererseits aus der eingeschränkten Verfügbarkeit von Emissionsmessungen aus dem Anbau ergibt.
Unter Berücksichtigung dieser Annahmen, löste die AGRANA-Gruppe im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2019|20 Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) von insgesamt rund 5,6 Mio. Tonnen CO2e aus. Der mit 83 % größte Anteil entfiel dabei auf die Emissionen aus der von AGRANA nicht direkt beeinflussbaren vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3 Emissionen). Rund 17 % der durch die AGRANA-Geschäftstätigkeit ausgelösten Gesamtemissionen entfielen auf von AGRANA direkt beeinflussbare Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2).
Mit 3,3 Mio. Tonnen CO2e löste das Segment Stärke rund 59 % der Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) der AGRANA-Gruppe im Geschäftsjahr 2019|20 aus. Danach folgten mit rund 1,2 Mio. Tonnen CO2e (21 %) das Segment Zucker bzw. mit rund 1,1 Mio. Tonnen CO2e (20 %) das Segment Frucht.
Die größten Emissionseinträge in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) stammten im Geschäftsjahr 2019|20 mit rund 82 % aus dem Anbau von Agrarrohstoffen und dem Einkauf sonstiger Güter sowie Dienstleistungen (Kategorie 3.1.). Deren Transport zu AGRANAs Produktionsstandorten (Kategorie 3.4) stellte mit 6,7 % den nächstgrößten Eintrag dar. Daneben führt auch der, von AGRANA kaum zu beeinflussende, Transport von AGRANA-Produkten zu ihren Kunden (Kategorie 3.9) mit 4,7 % zu einem relevanten Emissionseintrag. Unter der Kategorie 3.12 „Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebensende“ (Anteil: ebenfalls 4,7 %) fasste AGRANA Emissionen aus der Entsorgung von Verpackungsmaterialien jeglicher Art zusammen. Weitere Aussagen zum im Rahmen der Nutzung, der von AGRANA erzeugten Lebensmittel bzw. -zutaten und technischen Produkte verursachten Emissionen sind aus Gründen fehlender Datenverfügbarkeit nicht möglich.
38 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
Im Geschäftsjahr 2019|20 hat AGRANA die Entwicklung einer Klimastrategie in Übereinstimmung mit den bisher bekannten Vorgaben des europäischen Green Deal und des österreichischen Energie- und Klimaplans, welche die bilanzielle CO2-Neutralität bis 2050 bzw. 2040 vorsehen, gestartet. AGRANA bekennt sich zum Ziel des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern in ihren Produktionsaktivitäten (Scope 1+2) bis 2040. Die im Berichtsjahr 2021|22 erfolgte Abschätzung von Scope 3 Emissionen ermöglicht AGRANA die Erarbeitung umfassender Treibhausgasemissionsreduktionsziele und Maßnahmen im Rahmen ihres im Juli 2021 erfolgten Beitrittes zur Science Based Targets Initiative (SBTi). Im Rahmen dieser Initiative verpflichten sich Unternehmen dazu, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen zu setzen.
In Umsetzung des bestehenden Klimaschutzplanes für die eigene Produktion, der für die erste Etappe bis 2025|26 eine Treibhausgasemissionsreduktion in der AGRANA-Produktion (Scope 1+2) von 25 % gegenüber dem Basisjahr 2019|20 vorsieht, erfolgten im Berichtsjahr 2021|22 folgende Maßnahmen:
AGRANA verfolgt ein Prinzip der vollständigen Rohstoffverwertung zu Haupt- und Nebenprodukten (v.a. Futter- und Düngemittel). In der Phase ab 2026|27 wird neben die stoffliche Verwertung auch die energetische Nutzung eiweißarmer Rohstoffreste treten, um alle Rohstoffbestandteile weiterhin vollständig, aber auch im Sinne des Klimaschutzes optimal zu nutzen.# In der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár werden Rübenschnitzel und sonstige Rübenreststoffe bereits seit einigen Jahren zur Biogasproduktion verwendet (siehe Segment Zucker, Seite 72). Da die energetische Verwertung der Biomasse allerdings zu Lasten der Futtermittelerlöse erfolgt, bedarf es geeigneter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, um sie rentabel umsetzen zu können. Ein umfassendes Emissionshandelssystem, das den CO2-Rucksack jeder Konsumentscheidung im Bereich Ernährung, Wohnen, Mobilität und Freizeitverhalten transparent offenlegt und CO2-intensive Lebensweisen durch ihre höheren Kosten erkennbar macht, ist dringend notwendig, um die Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft zu schaffen und Unternehmen Investitionsentscheidungen zu erleichtern. In Summe müsste AGRANA nach heutigen Annahmen bis 2040 rund 400 Mio. € investieren, um die in ihrer Produktion bei der Verarbeitung der eingesetzten Rohstoffe entstehenden Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) zu vermeiden. Im Geschäftsjahr 2022|23 wird AGRANA v.a. für die in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette entstehenden Emissionen (Scope 3.1 und 3.4), die nicht direkt von ihr beeinflussbar sind, in Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten und Partnern umfassende, u.a. den Vorgaben von SBTi entsprechende, Treibhausgasemissionsmaßnahmen erarbeiten, um spätestens 2050 über die gesamte Wertschöpfungskette netto CO2-neutral zu wirtschaften.
Wasser, die weltweit gesellschaftlich wichtigste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Wassermangel bzw. der Entzug von Wasser in wasserarmen Regionen sowie schlechte Wasserqualität oder -temperatur bei Einleitung von Abwasser stellen ein ökologisches und soziales Risiko dar. AGRANA hat 2019|20 unter Nutzung des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute, die die genannten und zahlreiche weitere Risiken abdecken, das Wasserrisiko für alle ihre Produktionsstandorte evaluiert. Im Berichtsjahr 2021|22 lagen 13 bzw. 24,5 % der AGRANA-Standorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34), der Großteil davon im weltweit tätigen Segment Frucht, laut den Analysen der beiden Institute aus unterschiedlichen Gründen in Gebieten mit hohem oder sehr hohem Wasserrisiko. Wenngleich keiner der AGRANA-Produktionsstandorte bisher operativ tatsächlich von quantitativer oder qualitativer Wasserknappheit betroffen oder Auslöser wesentlicher Probleme für die umliegenden Wasseranrainer war, stellt die nachhaltige, verantwortungsbewusste und allen gesetzlichen Standards entsprechende Nutzung und Ableitung von Wasser einen bedeutenden Aspekt der AGRANA-Umweltpolitik dar. Weitere Details zum Umgang mit Wasser an den Produktionsstandorten siehe Segmentberichte (Seite 58f, 65, 72).
39 Konzernlagebericht
Im Rahmen ihrer Effizienzbemühungen nutzt AGRANA das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen. Beispielsweise haben Zuckerrüben und Äpfel einen durchschnittlichen Wassergehalt von 75 % bzw. 85 %. Nach Nutzung und Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen sowie entsprechender Aufbereitung stellt AGRANA anderen Wassernutzern das Wasser wieder zur Verfügung. In Summe gibt die AGRANA-Gruppe mehr Wasser ab, als sie aufnimmt, und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus. AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Absolutwerte zu Wasserentnahme und –abgabe haben aufgrund schwankender jährlicher Rohstoffverarbeitungsmengen und dadurch schwankender absoluter Wasserentnahme- und Wasserabgabewerte nur sehr eingeschränkte Aussagekraft bezüglich effizienter Wassernutzung.
1 Korrekturen aufgrund geringfügiger Erfassungsfehler
Ökonomische, ökologische und soziale Risiken bzw. Auswirkungen aus dem Bereich der Abfallentstehung und -entsorgung im Rahmen von AGRANAs Geschäftstätigkeit sind dank ihrer Unternehmensphilosophie begrenzt. Für AGRANA, als Verarbeiter agrarischer Rohstoffe, sind die von ihr eingesetzten landwirtschaftlichen Rohwaren viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten Prinzip der vollständigen Verwertung trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v.a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits gelangen dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.
| | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| Abfallmenge gesamt | 95.879 t | 95.879 t | 96.733 t |
| davon gefährliche Abfälle | 439 t | 437 t | 638 t |
| Abfall pro Tonne Produktoutput | 20,1 kg | 22,8 kg | 23,3 kg |
| davon gefährliche Abfälle pro Tonne Produktoutput | 92 g | 104 g | 153 g |
Die absolute Abfallmenge der AGRANA-Gruppe ist im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr bei unterschiedlichem Beitrag der drei AGRANA-Segmente unverändert geblieben. Aufgrund des höheren Produktausstoßes durch die höheren Verarbeitungsmengen im Segment Zucker und dem Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate sank die spezifische Abfallmenge im Geschäftsjahr 2021|22 um rund 11,8 % auf 20,1 Kilogramm Abfall pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte), wovon 92 Gramm auf gefährliche Abfälle entfielen. Diese wurden gesetzlichen Auflagen entsprechend gesammelt und qualifizierten Entsorgern zur sachgemäßen Behandlung übergeben (Details siehe Segmentberichte, Seite 59, 65, 73).
Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Produkten (Kategorie 3.4. und 3.9. Transporte vor- und nachgelagert), wie die erste Abschätzung des Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2019|20 zeigte, nur rund 11,4 % zum Treibhausgasausstoß im vor- und nachgelagerten Bereich (Scope 3) beitrug (siehe Seite 38), wird das Unternehmen dennoch versuchen, Transporte soweit sie vom Unternehmen beeinflusst werden können und dies infrastrukturell und wirtschaftlich möglich ist, nachhaltig zu gestalten. Einfluss hat AGRANA im Bereich vorgelagerter Transporte über eine möglichst regionale Lieferantenauswahl. Im Geschäftsjahr 2021|22 lag der Modalsplit für die In- & Outbound-Logistik in der AGRANA-Gruppe bei rund 73,2 % Straße, 20,2 % Schiene und 6,6 % Wasser.
40 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
Bei der Belieferung weiterverarbeitender Industriekunden setzt AGRANA auf Mehrwegsysteme. 2021|22 wurden rund 67,3 % der weltweit verkauften Produktmenge v.a. per Silowagen oder in retournierbaren Stahlgroßcontainern an AGRANA Abnehmer geliefert. Nur 32,7 % der vertriebenen Produkte, besonders über den Einzelhandel an Konsumenten vertriebener Zucker der Wiener Zucker-Markenfamilie, wurden in Einwegverpackungen angeboten. In diesem Bereich versucht AGRANA besonders auf nachhaltige Produktion und Wiederverwertbarkeit der Verpackungsmaterialien zu achten. Das heißt z.B. Einsatz von Papier-Verpackungen, wo die Produktschutzanforderungen dies zulassen und Verwendung von FSC-zertifiziertem Papier. Nur für Verpackungen mit direktem Produktkontakt werden Frischfasern eingesetzt, um kein Risiko einer möglichen Produktkontamination einzugehen, für Tertiärverpackungen aus Wellpappe werden ausschließlich Recyclingmaterialien verwendet. Für Versiegelungen kommen annähernd kunststofffreie Verbundmaterialien zur Anwendung (zB. für Zucker-Sticks und -Sachets). Die Wiener Zucker-Markenfamilie verzichtet auf Aluminium.
1 Berechnung auf Basis der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl (Köpfe) in den GRI-Berichtsgrenzen
Die interne normative Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitenden stellt der AGRANA-Verhaltenskodex dar, der zuletzt 2018|19 überarbeitet wurde. Er enthält u.a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Daneben werden auch Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen festgeschrieben. Seine Einhaltung soll ökonomische Risiken, wie schwierige Mitarbeiterfindung, ineffiziente Betriebsabläufe, Streiks und Reputationsverlust für AGRANA, sowie soziale Risiken, wie ein unsicheres, gesundheitsgefährdendes, diskriminierendes, unfaires Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden vermeiden bzw. minimieren. Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde er um eine Konzern-Richtlinie zu Diversität und Inklusion ergänzt. Im Berichtsjahr 2021|22 trat AGRANA, um ihr Engagement in Sozialbelangen weiter zu untermauern, auch dem UN Global Compact bei. Dieser beinhaltet 10 grundlegende Prinzipien, die Bereiche rund um Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung umfassen. Zwar bewegt sich AGRANA seit jeher im Rahmen dieser Leitlinien, dennoch wird es angesichts aktueller sowie zukünftiger Herausforderungen als unabdingbar gesehen, hierzu auch öffentlich sichtbar Verantwortung zu übernehmen, als Vorbild zu agieren und durch den Beitritt zum UN Global Compact auch die Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals voranzutreiben. Die Arbeitsverhältnisse von rund 70 % der AGRANA-Mitarbeitenden1 weltweit unterlagen 2021|22 einem Kollektivvertrag. Die Interessen von etwa 80,3 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden durch einen lokalen Betriebsrat oder Gewerkschaftsvertreter repräsentiert. An jenen Standorten, wo keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechte eingerichtet, die für alle Mitarbeitenden zur Verfügung stehen. Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen.# Konzernlagebericht
Daneben steht Mitarbeitenden das AGRANA-Whistleblowing-System zur Verfügung. Das Berichtsjahr 2021|22, das zweite Pandemiejahr, war für AGRANA, ihre Mitarbeitenden sowie die Gesellschaften, in denen das Unternehmen tätig ist, weiterhin von der COVID-19-Pandemie gekennzeichnet. Durch adaptierte Arbeitsabläufe mit verstärkten Abstands- und Hygieneregeln im Produktionsbereich, weitestgehender Telearbeit (Home-Office) für Verwaltungsmitarbeitenden in Zeiten lokal hoher Infektionszahlen sowie dem Angebot von unternehmensinternen COVID-19-Tests konnte die AGRANA-Gruppe die Infektionszahlen unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fast allen Standorten auf niedrigem Niveau halten. Einzig im Segment Frucht kam es zu kurzfristigen Betriebseinstellungen als Präventionsmaßnahme gegen eine weitere COVID-19 Ausbreitung unter der lokalen Belegschaft. Ein Fruchtsaftkonzentratstandort in Polen startete in eine verfrühte, zeitlich etwas verlängerte weihnachtliche Betriebspause von 14 Tagen, auch der Fruchtzubereitungsstandort in Algerien stellte den Betrieb Ende Januar 2022 drei Tage ein. Nichtsdestotrotz konnte an allen AGRANA-Standorten die uneingeschränkte Lieferfähigkeit und Kundenversorgung sichergestellt werden.
Die AGRANA Beteiligungs-AG ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Alle AGRANA-Produktionsstandorte nehmen jährlich ein SEDEX Self-Assessment, welches v.a. auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) abzielt, vor. Zum Bilanzstichtag 2022 verfügten rund 52,8 % (Vorjahr: 48,1 %) bzw. 28 der AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen über gültige SMETA- oder vergleichbare Sozialaudits. Es wurden keine wesentlichen Verstöße festgestellt. Die SMETA-Auditberichte der AGRANA-Werke stehen SEDEX-Mitgliedern auf der Online-Plattform der Organisation zur Verfügung.
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Konzernlagebericht
Die im Geschäftsjahr 2021|22 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeitende werden im Personalbericht (siehe Seite 77ff) kommentiert.
Die Risiken und Managementansätze sowie Aktivitäten im Geschäftsjahr 2021|22 zu den Themen Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebahrung bzw. Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden im Bereich Compliance im Corporate Governance-Bericht dargestellt.
Oberstes Ziel der AGRANA-Qualitätspolitik ist es, den Kundenbedürfnissen entsprechende für den Verzehr sichere Lebens- und Futtermittel zu erzeugen. Die Einhaltung der zahlreichen geltenden nationalen und internationalen Anforderungen an die Produktsicherheit an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA die oberste Priorität dar. Zusätzlich zu den lokalen gesetzlichen Vorschriften für Lebens- und Futtermittel orientiert sich AGRANA an den internationalen Standards im Bereich Lebensmittelsicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der Food and Agriculture Organization und der World Health Organization). Im Codex Alimentarius wird mit den General Principles of Food Hygiene das sogenannte HACCP-System eingeführt. Hazard Analysis and Critical Control Point bedeutet, dass mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert werden. AGRANA hat bereits vor vielen Jahren HACCP-Systeme, die dem jeweiligen Produktionsprozess angepasst sind, in ihren Werken eingeführt. Die Einführung und v.a. regelmäßige Überprüfung eines HACCP-Systems garantiert, dass nur sichere Produkte den Standort verlassen.
In ihrem Bestreben nach Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit geht AGRANA über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat international anerkannte Standards für Produktsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt. Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2021|22 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen. Die kontinuierliche Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von AGRANA hergestellten Lebens- und Futtermittel erfolgt durch externe Zertifizierungen, Kunden- und Lieferantenaudits sowie durch ein internes Auditsystem.
Im Geschäftsjahr 2021|22 musste ein Endverbraucher betreffender Produktrückruf durchgeführt werden. Im März 2021 wurde am Standort Mitry-Mory|Frankreich im Rahmen einer Stichprobenkontrolle in der Zutat Natriumcitrat-Pulver eine nicht detektierbare Verunreinigung mit harten, scharfkantigen Metallteilen festgestellt. Auslöser für die Verunreinigung, die auch in Chargen an zwei weiteren AGRANA-Produktionsstandorten festgestellt wurde, war ein Siebbruch in einer Produktionslinie des Natriumcitrat-Lieferanten. Da die betreffenden Natriumcitrat-Chargen bereits verarbeitet waren, führte AGRANA im Sinne der Konsumentengesundheit und des Reputationsschutzes ihrer Kunden einen Produktrückruf durch, der in weiterer Folge auch bereits im Einzelhandel befindliche Produkte betraf. Nach Abschluss des akuten Produktrückrufes, ohne eine einzige Konsumentenbeschwerde, wurden die Erkenntnisse aus dem Fall im Rahmen eines neuen Präventionsprogrammes für Fremdkörperkontamination in pulverförmigen Zutaten in allen betroffenen AGRANA-Geschäftsbereichen bzw. Segmenten umgesetzt.
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Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
Im Sommer 2020 hat die EU mit der Taxonomie Verordnung 2020/852 ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den Ausweis von Umsätzen, Investitionen und Betriebsausgaben aus nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten definiert. Nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten haben einem der sechs EU-Umweltziele, nämlich Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, zu dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen. Daneben haben sie soziale Mindeststandards zu erfüllen. Für AGRANAs Geschäftsjahr 2021|22 ist für Nicht-Finanzunternehmen eine Einschränkung auf den Ausweis EU-taxonomiefähiger Umsatzerlöse, CAPEX/Investitionsausgaben und OPEX/Betriebsausgaben vorgesehen. Für deren Bewertung wurden die Vorgaben für die unter den Zielen Klimaschutz (Ziel 1) und Klimawandelanpassung (Ziel 2) ausgewiesenen Wirtschaftstätigkeiten herangezogen.
Da die bisherigen Vorgaben der EU-Taxonomie Wirtschaftstätigkeiten aus dem Bereich Produktion von Lebensmitteln und Getränken bzw. Lebensmittelbestandteilen noch nicht adressieren, fällt ein großer Teil der Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe noch nicht in den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie. Für das Geschäftsjahr 2021|22 kann die AGRANA-Gruppe daher EU-taxonomiefähige Umsatzerlöse ausschließlich aus ihren Wirtschaftstätigkeiten „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“ von am Standort Pischelsdorf|Österreich erzeugtem Bioethanol, aus der unter der Wirtschaftstätigkeit „5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen“ einzuordnenden Biogasproduktion, Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan in das lokale Erdgasnetz am Standort der Zuckerfabrik Kaposvár|Ungarn (Details siehe Segmentbericht Zucker, Seite 72) sowie von am Standort der Stärkefabrik Gmünd|Österreich erzeugter thermoplastischer Stärke im Rahmen der Wirtschaftstätigkeit „3.17. Herstellung von Kunststoffen in Primärformen“ im Zähler berichten. Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Umsatzerlösen laut Ausweis im Konzernabschluss 2021|22, Seite 98.
| Wirtschaftstätigkeit | Umsatz 2021|22 | Umsatz-Anteil in % | Umsatz taxonomiefähig (A2) |
|---|---|---|---|
| | T€ | | |
| | 226.335 | 7,8 % | |
| Umsatz nicht taxonomie- fähiger Tätigkeiten (B) | 2.675.209 | 92,2 % | |
| Gesamt (A2+B) | 2.901.544 | 100,0 % | |
EU-taxonomiefähige CAPEX/Investitionsausgaben betrafen im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr 2021|22 Investitionen, die u.a. den Wirtschaftstätigkeiten „4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme“, „7.1. Neubau“, „5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung“, „6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“, „7.2. Renovierung bestehender Gebäude“ sowie „9.1. Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation“ im Zähler zuzurechnen sind. Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Investitionen in Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten laut Ausweis im Konzernabschluss 2021|22, Seite 107.# Wirtschaftstätigkeit
| CAPEX | 2021|22 | CAPEX-Anteil in % | CAPEX taxonomie-fähig (A2) | CAPEX nicht taxonomie-fähiger Tätigkeiten (B) | Gesamt (A2+B) |
| :---------------- | :------------ | :---------------- | :------------------------- | :------------------------------------------ | :------------ |
| | t€ 8.756 | 10,6 % | | | |
| | t€ 73.611 | 89,4 % | | | |
| | t€ 82.367 | 100,0 % | | | |
Die auf die Bereiche Maintenance & Repair, Short Term Lease, Building Renovation, Forschung & Entwicklung sowie Training eingeschränkte Definition von OPEX/Betriebsausgaben der EU-Taxonomie sowie die im Geschäftsjahr 2021|22 durchgeführte ex-post Betrachtung bestehender CAPEX & OPEX beschränken den Ausweis von OPEX im Berichtsjahr auf v.a. „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“, „9.1. Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation“, „5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung“, „5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen“, „6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr“ im Zähler. Der Nenner dieser Kennzahl kann aufgrund der EU-taxonomiespezifischen Definition von Betriebsausgaben im Konzernabschluss 2021|22 nicht referenziert werden.
| Wirtschaftstätigkeit | OPEX 2021|22 | OPEX-Anteil in % | OPEX taxonomie-fähig (A2) | OPEX nicht taxonomie-fähiger Tätigkeiten (B) | Gesamt (A2+B) |
| :------------------- | :-------- | :---------------- | :------------------------ | :------------------------------------------ | :------------ |
| | t€ 6.370 | 10,7 % | | | |
| | t€ 53.151 | 89,3 % | | | |
| | t€ 59.521 | 100,0 % | | | |
Als Produzent von u.a. Zucker ist die AGRANA-Gruppe von regulatorischen Risiken wie z.B. Zuckersteuern und Nutri-Score-Angaben indirekt betroffen. In Wirtschaftsregionen mit hohem Lebensstandard stellen Gesundheit und ausgewogene Ernährung für viele Menschen einen wesentlichen Grund zum Wunsch nach Zuckerreduktion dar. Andererseits sind auch Gesetzgeber bzw. nationale Gesundheitsbehörden aus Sorge über ernährungs- bzw. lebensstilbedingte Erkrankungen, die zu einer potentiellen Überlastung der Gesundheitssysteme führen, u.a. an Zuckerreduktion in der Ernährung interessiert. Die Lebensmittelindustrie versucht tatsächlichen oder angedrohten steuerlichen Belastungen auf Zucker, z.B. in Form einer Zuckersteuer (v.a. auf Softdrinks), zu entgehen und unterwirft sich auch branchenspezifischen Selbstverpflichtungen (z.B. bei Zerealien und Joghurts). Auch der vielfach diskutierte Ausweis des sogenannten Nutri-Scores, einem System zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln, oft in Form einer Ampel- oder Buchstabendarstellung, auf Produkten motiviert Lebensmittelproduzenten zur Zuckerreduktion. Dies führt zu einer sukzessiven Zuckerreduktion. Der Zuckerverbrauch in der EU ist seit etwa 20 Jahren stagnierend bis leicht rückläufig. Die OECD geht in ihren Prognosen von einem jährlichen Rückgang des Zuckerkonsums von rund 0,4 % bis 2030 aus. Die Einführung von Zuckersteuern ist einer von zahlreichen Faktoren, der in Europa zum schleichenden Sinken des Pro-Kopf-Zuckerverbrauchs führt. Andererseits besteht laut der europäischen zuckerverarbeitenden Industrie CIUS kurzfristig eher die Befürchtung, dass aufgrund niedriger EU-Lagerstände und geringerer Produktion aus Zuckerrüben nicht genug Zucker für die Verarbeitung in der EU zur Verfügung steht.
AGRANA ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Aus AGRANAs Sicht greifen Reformulierungen von Produktrezepturen, die allein Zucker ins Visier nehmen, aber zu kurz. Letztlich ist nicht Zucker, sondern eine positive Energiebilanz, d.h. es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht, für Übergewicht und die (potentiell) daraus resultierenden Folgeerkrankungen verantwortlich. Ob die übermäßige Kalorienaufnahme aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlenhydraten stammt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Daher nimmt für AGRANA die Wissensvermittlung in den Bereichen Ernährung im Allgemeinen, Lebensstil, Energiebilanzen sowie Eigenschaften von Zucker im Speziellen, einen sehr hohen Stellenwert ein. Pandemiebedingt war das Engagement auch im Berichtsjahr 2021|22 eingeschränkt auf Initiativen, wie jene des „Forum Ernährung heute“ oder der „Österreichische Gesellschaft für Ernährung“ (ÖGE) sowie der Plattform „Land schafft Leben“.
Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten, an denen sie tätig ist, engagiert. Im Rahmen dieses Engagements bringt sich AGRANA auch bei verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen sowie Branchen- und Interessenvertretungen ein (siehe Seite 45).
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit bzw. ihrer Nachhaltigkeitsschwerpunkte im Bereich Klimaschutz, vollständiger Rohstoffverwertung und Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien bei der Beschaffung und Geschäftsethik unterstützt AGRANA v.a. die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs) 8, 13, 15 und 16, die im September 2015 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurden und erstmals auch die Privatwirtschaft in die Erreichung von Entwicklungszielen einbinden. Daneben trägt AGRANA aber auch zum Erreichen der Ziele 2 bis 7 sowie 12 und 14 bei.
| Initiative | Mitgliedsunternehmen | Seit | Ziel der Initiative und Mitglieder |
|---|---|---|---|
| Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2014 | Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken; Mitglieder: aus der Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung |
| The Sustainable Juice Covenant | AUSTRIA JUICE GmbH | 2018 | Ziel: globale Initiative zur nachhaltigen Produktion von frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Saftkonzentraten; Mitglieder: Getränkeindustrie, v. a. Mitglieder der European Fruit Juice Association (AIJN) |
| Science Based Targets initiative (SBTi) | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2021 | Ziel: Mitglieder verpflichten sich zum Setzen von Klimazielen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2009 | Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| UN Global Compact | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2022 | Ziel: Erfüllung 10 grundlegender Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit |
| EcoVadis | AUSTRIA JUICE GmbH sowie einige Standorte des Segmentes Frucht, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Zucker GmbH | 2013 | Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen verschiedenster Industrien |
| ARGE Gentechnik-frei | AGRANA Beteiligungs-AG1 | 2010 | Ziel: Förderung/Sicherstellung der österreichischen GVO-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion; Mitglieder: gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungskette inklusive vieler Einzelhändler |
| Branchen- und Interessenvertretung | Mitgliedsunternehmen | Wirkungsbereich |
|---|---|---|
| Industriellenvereinigung (IV) | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie | AGRANA Beteiligungs-AG | Österreich |
| AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller | AGRANA Stärke GmbH | Deutschland |
| CEFS – Comitè Européen des Fabricants de Sucre | AGRANA Zucker GmbH | EU |
| Starch Europe | AGRANA Stärke GmbH | EU |
| SGF International E.V. | AUSTRIA JUICE GmbH | weltweit |
| ePURE | AGRANA Stärke GmbH | EU |
Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021|22 (1. März 2021 bis 28. Februar 2022) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.
Eine detaillierte Übersicht der Zu- und Abgänge im Konsolidierungskreis ist im Konzernanhang (Seite 112ff) zu finden. Insgesamt wurden 57 Unternehmen (28. Februar 2021: 58 Unternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (28. Februar 2021: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung (verkürzt) % / pp |
| :-------------------------------------------------- | :---------- | :---------- | :---------------------------- |
| Umsatzerlöse | t€ 2.901.544 | t€ 2.546.984 | 13,9 % |
| EBITDA1 | t€ 206.652 | t€ 191.219 | 8,1 % |
| Operatives Ergebnis | t€ 86.481 | t€ 73.113 | 18,3 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | t€ 8.019 | t€ 17.513 | –54,2 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ –69.768 | t€ –11.935 | –484,6 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ 24.732 | t€ 78.691 | –68,6 % |
| EBIT-Marge | 0,9 % | 3,1 % | –2,2 pp |
| Finanzergebnis | t€ –16.099 | t€ –18.496 | 13,0 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | t€ 8.633 | t€ 60.195 | –85,7 % |
| Ertragsteuern | t€ –20.866 | t€ –5.210 | –300,5 % |
| Konzernergebnis | t€ -12.233 | t€ 54.985 | –122,2 % |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | t€ -12.612 | t€ 59.787 | –121,1 % |
| Ergebnis je Aktie | € –0,20 | € 0,96 | –120,8 % |
Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2021|22 mit 2.901,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahr, wobei der Anstieg zum größten Teil auf höhere Absätze und Verkaufspreise im Segment Stärke (1.010,4 Mio. €; +22,9 %) zurückzuführen war. Die Umsatzentwicklung in den Segmenten Frucht (1.251,1 Mio. €; +7,2 %) und Zucker (640,0 Mio. €; +14,6 %) war ebenfalls positiv.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
65,2 % (Vorjahr: 63,5 %) des Konzernumsatzes wurden von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug 2021|22 24,7 Mio.Ergebnis vor Ertragsteuern
Der Konzernjahresüberschuss sank im Geschäftsjahr 2021|22 um 67,2 Mio. € auf -12,2 Mio. € (Vorjahr: 55,0 Mio. €). Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag damit bei 8,6 Mio. € und damit sehr deutlich unter dem Vorjahreswert von 78,7 Mio. €. Der Rückgang ist auf ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -69,8 Mio. € (Vorjahr: -11,9 Mio. €), primär bedingt durch Wertberichtigungen in Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, zurückzuführen. Nähere Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind in den Segmentberichten (Frucht, Seite 55, und Zucker, Seite 68) sowie im Konzernanhang (Seite 107) zu finden.
Im Segment Frucht führte eine Wertminderung des Goodwill der CGU¹ Frucht aufgrund des Ukraine-Krieges zu einem negativen EBIT von -15,8 Mio. € (Vorjahr: 41,2 Mio. €). Die operative Performance des Segmentes war nur leicht rückläufig.
Trotz deutlich gestiegener Rohstoff- und Energiekosten konnte im Segment Stärke eine EBIT-Verbesserung auf 71,6 Mio. € (Vorjahr: 64,8 Mio. €) erzielt werden.
Im Segment Zucker fiel der Verlust trotz einer höheren Kapazitätsauslastung und gestiegener Verkaufspreise seit dem neuen Zuckerwirtschaftsjahr 2021|22 (Oktober 2021) mit -31,1 Mio. € höher als im Vorjahr (-27,3 Mio. €) aus. Gestiegene Energiekosten, Sondereinflüsse aus dem Ukraine-Krieg und schwächere Ergebnisbeiträge der Beta Pura GmbH, Wien, waren für den EBIT-Rückgang verantwortlich.
Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.
¹ Cash Generating Unit
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2021|22 -16,1 Mio. € (Vorjahr: -18,5 Mio. €), wobei die positive Veränderung v.a. aus einem verbesserten Währungsergebnis resultierte. Auch das Zinsergebnis zeigte sich gegenüber dem Vorjahr verbessert.
| Finanzergebnis 2021|22 | 2020|21 | Veränderung | % |
| :--------------------- | :-------- | :---------- | :-- |
| Zinsergebnis | –7.382 | –7.977 | | 7,5 % |
| Währungsergebnis | –5.146 | –6.952 | | 26,0 % |
| Beteiligungsergebnis | 34 | 22 | | 54,5 % |
| Sonstiges Finanzergebnis | –3.605 | –3.589 | | –0,4 % |
| Summe | –16.099 | –18.496 | | 13,0 % |
Ertragsteuern
Das Ergebnis vor Ertragsteuern fiel von 60,2 Mio. € im Vorjahr auf 8,6 Mio. €. Nach einem Steueraufwand von 20,9 Mio. €, dem eine Steuerquote von 241,7 % (Vorjahr: 8,7 %) entspricht, betrug das Konzernergebnis -12,2 Mio. € (Vorjahr: 55,0 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei -12,6 Mio. € (Vorjahr: 59,8 Mio. €), das Ergebnis je Aktie (EPS) ging auf -0,20 € (Vorjahr: 0,96 €) zurück.
Investitionen
Im Geschäftsjahr 2021|22 investierte AGRANA in Summe 82,4 Mio. € und damit um 10,1 Mio. € mehr als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen damit deutlich unter den operativen Abschreibungen und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:
| Investitionen¹ | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung | % / pp |
| :------------- | :------ | :------ | :---------- | :---- |
| Segment Frucht | 37.382 | 34.185 | | 9,4 % |
| Segment Stärke | 24.283 | 22.199 | | 9,4 % |
| Segment Zucker | 20.702 | 15.905 | | 30,2 % |
| Konzern | 82.367 | 72.289 | | 13,9 % |
| Operative Abschreibungen | 120.171 | 118.106 | | 1,7 % |
| Investitionsdeckung | 68,5 | 61,2 | | 12,0 % |
Die Investitionsschwerpunkte lagen im Segment Frucht in den Bereichen Kapazitätsausweitungen und Anlagenmodernisierung und in den Segmenten Stärke und Zucker v.a. in der Verbesserung der Produktqualität und Energieeffizienz. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Geschäftsbereiche sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben.
¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Cashflow
| Konzern-Geldflussrechnung | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung (verkürzt) | % |
| :-------------------------- | :-------- | :-------- | :--------------------- | :- |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 207.225 | 198.825 | | 4,2 % |
| Veränderungen des Working Capital | –128.992 | –14.620 | | –782,3 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern | –24.998 | –20.582 | | –21,5 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 53.235 | 163.623 | | –67,5 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –72.624 | –79.646 | | 8,8 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 17.595 | –59.454 | | 129,6 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –1.794 | 24.523 | | –107,3 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | –52 | –5.437 | | 99,0 % |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von Tochterunternehmen | 753 | 0 | | n/a |
| Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand | –6.285 | –1.530 | | –310,8 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 110.971 | 93.415 | | 18,8 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 103.593 | 110.971 | | –6,6 % |
| Free Cashflow¹ | –19.389 | 83.977 | | –123,1 % |
Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Mio. € und lag bei 207,2 Mio. €. Nach einem v.a. vorratsbedingt höheren Aufbau des Working Capital um 129,0 Mio. € (Vorjahr: 14,6 Mio. €) reduzierte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 53,2 Mio. € (Vorjahr: 163,6 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ging trotz höherer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bedingt durch geringere Auszahlungen für den Erwerb von Tochtergesellschaften auf -72,6 Mio. € (Vorjahr: -79,6 Mio. €) zurück. Bei einer moderat höheren Dividendenauszahlung führte der gegenüber dem Vorjahr deutliche Aufbau von Finanzverbindlichkeiten zu einem Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 17,6 Mio. € (Vorjahr: Cashabfluss von 59,5 Mio. €). Der Free Cashflow drehte in den negativen Bereich und betrug -19,4 Mio. € (Vorjahr: 84,0 Mio. €).
¹ Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit
² Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)
Vermögens- und Finanzlage
| Konzern-Bilanz (verkürzt) | 28.02.2022 | 28.02.2021 | Veränderung | % / pp |
|---|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 1.134.960 | 1.232.021 | –7,9 % | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.508.670 | 1.240.713 | 21,6 % | |
| Summe Aktiva | 2.643.630 | 2.472.734 | 6,9 % | |
| Eigenkapital | 1.281.542 | 1.329.097 | –3,6 % | |
| Langfristige Schulden | 477.537 | 597.415 | –20,1 % | |
| Kurzfristige Schulden | 884.551 | 546.222 | 61,9 % | |
| Summe Passiva | 2.643.630 | 2.472.734 | 6,9 % | |
| Nettofinanzschulden | 532.006 | 443.524 | 19,9 % | |
| Gearing² | 41,5 | 33,4 | 8,1 pp | |
| Eigenkapitalquote | 48,5 | 53,8 | –5,3 pp |
Bei einer im Vergleich zum Vorjahr moderat gestiegenen Bilanzsumme zum 28. Februar 2022 von 2,64 Mrd. € (28. Februar 2021: 2,47 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 48,5 % (28. Februar 2021: 53,8 %).
Der Wert der langfristigen Vermögenswerte ging v.a. abschreibungsbedingt moderat zurück (-97,1 Mio. €). Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen deutlich (+268,0 Mio. €); sowohl Vorräte (saisonal bedingt) als auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden aufgebaut. Auf der Passivseite reduzierten sich die langfristigen Schulden (-119,9 Mio. €) v.a. aufgrund des Abbaus von Finanzverbindlichkeiten deutlich. Die kurzfristigen Schulden stiegen (+338,3 Mio. €) aufgrund gestiegener kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und höherer Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen deutlich. Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2022 lagen mit 532,0 Mio. € um 88,5 Mio. € über dem Wert des Bilanzstichtages 2020|21. Das Gearing zum Stichtag betrug folglich 41,5 % (28. Februar 2021: 33,4 %). Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden keine wesentlichen neuen Finanzierungen aufgenommen. Zur Refinanzierung des Konzerns stehen nach wie vor u.a. rund 400 Mio. € aus syndizierten Kreditlinien sowie 181 Mio. € aus Schuldscheindarlehen zur Verfügung.
Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente
Segment Frucht
Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen 2021|22 mit 1.251,1 Mio. € moderat (+7,2 %) über dem Vorjahreswert. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze v.a. aufgrund höherer Verkaufspreise. Auch im Fruchtsaftkonzentratgeschäft stiegen die Umsatzerlöse; höhere Erlöse mit Buntsaftkonzentraten konnten hierbei die rückläufigen Absatzmengen bei Apfelsaftkonzentrat mehr als wettmachen. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 43,1 % (Vorjahr: 45,8 %).
Das EBIT betrug -15,8 Mio. € und lag damit um 138,5 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Ergebnisbelastend für das Segment Frucht waren 2021|22 größtenteils unbare Einmaleffekte aus dem Ukraine-Krieg (primär Goodwill-Wertminderung in Höhe von 55,3 Mio. €) sowie Sondereinflüsse aus einem Schadensfall und Reorganisationsmaßnahmen, die im Segmentbericht (Seite 55) und im Konzernanhang (Seite 107) näher erläutert werden. Eine operative Ergebnisverbesserung gab es im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate. Eine normale Apfelernte 2021, hohe Kontraktpreise für Apfelsaftkonzentrat und hohe Deckungsbeiträge bei Buntsaftkonzentraten waren hierfür maßgeblich. Bei Fruchtzubereitungen gab es operativ eine rückläufige Geschäftsentwicklung, die primär auf höhere Kosten aufgrund von Personalengpässen in Nordamerika, Absatzrückgänge in China und deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiekosten zurückzuführen war. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 54f) angeführt.
Segment Stärke
Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2021|22 stieg deutlich (+22,9 %) auf 1.010,4 Mio. €. Im zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie wurden wieder mehr Haupt- und Nebenproduktmengen nachgefragt als 2020|21 (erstes Jahr der Pandemie). Wesentlicher Treiber für den Umsatzanstieg waren aber angepasste Verkaufspreise aufgrund extrem gestiegener Rohstoff- und Energiekosten. Die Möglichkeit zur Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten war abhängig von den jeweils abgeschlossenen Kundenkontraktlaufzeiten, was bei einzelnen Produktgruppen zu deutlichen Margenverlusten führte. Im Ethanolgeschäft orientieren sich die Verkaufspreise an den Platts-Notierungen, welche 2021|22 historische Höchststände erreichten.# Stärke
Die deutlich gestiegenen Umsatzerlöse mit Ethanol trugen auch wesentlich zur positiven Entwicklung des Segmentergebnisses bei. Die Nebenproduktumsatzerlöse stiegen in Analogie zu den Rohstoffpreisen ebenfalls deutlich an. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 34,8 % (Vorjahr: 32,3 %). Mit einem EBIT in Höhe von 71,6 Mio. € lag das Segment Stärke um 10,5 % über dem Vorjahreswert. Die Margen bei den Hauptprodukten reduzierten sich, mit Ausnahme von Ethanol, durch den deutlichen Preisauftrieb für Rohstoffe und Energie. Auch die Abschreibungen stiegen als Ergebnis der Großinvestitionen in den letzten Geschäftsjahren. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe ging von 19,4 Mio. € auf 13,8 Mio. € zurück. Das ungarische Joint Venture verzeichnete ebenfalls deutliche Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie, die durch hohe Verkaufspreise bei Ethanol nur zum Teil kompensiert werden konnten. Insgesamt sank die Profitabilität (EBIT-Marge) des Segmentes 2021|22 von 7,9 % im Vorjahr auf 7,1 % im Berichtsjahr. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 61f) angeführt.
Im Segment Zucker stiegen die Umsatzerlöse 2021|22 um 14,6 % deutlich auf 640,0 Mio. €. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl höhere Zuckerverkaufspreise als auch gestiegene Zuckerverkaufsmengen. Die Umsatzerlöse mit Nebenprodukten (insbesondere Trockenschnitzeln) stiegen ebenso wie jene mit Rübensaatgut und sonstigen Agrarprodukten. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 22,1 % (Vorjahr: 21,9 %). Das EBIT fiel mit -31,1 Mio. € schlechter als im Vorjahr aus und blieb somit auch 2021|22 negativ. Die Erweiterung der Rübenanbauflächen, insbesondere in Österreich, und günstige Wetterbedingungen führten im letzten Geschäftsjahr zu einer ertragreicheren Kampagne als im Vorjahr. Allerdings stiegen die Rohstoffpreise und v.a. die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr extrem. Weiters war die geringere Marge aus notwendigem Handels- und Raffinationszucker zur Kompensation der unterdurchschnittlichen Eigenproduktion in der Kampagne 2020 ein belastender Faktor für die Zucker-EBIT-Performance im ersten Halbjahr 2021|22. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen AGRANA-STUDEN-Gruppe lag bei 1,9 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €), jener der Beta Pura GmbH, Wien, bei -7,6 Mio. € (Vorjahr: -2,1 Mio. €). Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 67f) angeführt.
Mit Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen negativen Auswirkungen auf den künftigen AGRANA-Geschäftsverlauf konkretisiert. Dies war im vorliegenden Abschluss zum 28. Februar 2022 insbesondere mit entsprechenden Wertberichtigungen von Vermögenswerten des Segmentes Frucht mit seinen Produktionsstätten in der Ukraine sowie in Russland und im Prognosebericht für das Geschäftsjahr 2022|23 zu berücksichtigen. Aktuell ist nicht abzuschätzen, wie sich der Konflikt weiterentwickeln wird und welche wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen er in der Folge noch v.a. auf die Versorgung mit agrarischen Rohstoffen, auf die Absatzmärkte sowie die Rohstoff- und Energiepreise haben wird. Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses am 25. April 2022 lagen keine gesicherten Indikationen vor, dass es über die dargestellten Effekte hinaus zu weiteren materiellen finanziellen Auswirkungen kommen wird.
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung % / pp |
| :----------------------------------------- | :---------- | :---------- | :------------------ |
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.251.846 € | 1.167.600 € | 7,2 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | -766 € | -1.029 € | 25,6 % |
| Umsatzerlöse | 1.251.080 € | 1.166.571 € | 7,2 % |
| EBITDA¹ | 93.341 € | 94.034 € | -0,7 % |
| Operatives Ergebnis | 51.857 € | 52.882 € | -1,9 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -67.696 € | -11.723 € | -477,5 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -15.839 € | 41.159 € | -138,5 % |
| EBIT-Marge | -1,3 % | 3,5 % | -4,8 pp |
| Investitionen² | 37.382 € | 34.185 € | 9,4 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 5.662 | 5.695 | -0,6 % |
¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um knapp 8 %, was v.a. auf moderat gestiegene Preise zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden in allen Regionen verzeichnet, wobei es in Mexiko, Japan, Nordamerika, der Ukraine und Russland die höchsten positiven Abweichungen gab. Signifikant fiel auch die Steigerung in Südamerika aus, welche hier v.a. mengengetrieben war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Mengen bei den Non-Dairy-Fruchtzubereitungen und leicht rückläufige Mengen im Bereich Handel mit Früchten inklusive Tiefkühlfrüchten. Im Molkerei-Bereich blieben die Absätze stabil.
Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag signifikant unter dem Vorjahresergebnis. Ergebnisverbesserungen in Mexiko (1st Transformation), bei Dirafrost und in der Region Indien/Mittlerer Osten/Afrika konnten die Ergebnisrückgänge v.a. in den Regionen Europa (deutlich gestiegene Rohstoffpreise), Nordamerika (u.a. höhere Personalkosten) und China (Absatz- und Margen-Rückgänge) bei weitem nicht kompensieren. Auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen wirkte sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –64,8 Mio. € (Vorjahr: -10,9 Mio. €) sehr negativ aus. Diese Einmaleffekte setzen sich v.a. aus Wertminderungen aufgrund des Krieges in der Ukraine (primär Goodwill-Wertminderung von 55,3 Mio. €), in einem geringeren Ausmaß auch aus Ausgaben für einen Schadensfall in Nordamerika sowie Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm zusammen. Mehr Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind im Konzernanhang, Seite 107, angeführt.
Am 1. April 2020 startete AGRANA Fruit Japan Ltd. die Herstellung von Fruchtzubereitungen in Japan und produziert in Asien, nach China, Indien und Südkorea, seitdem in einem vierten Land.
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnten im Geschäftsjahr 2021|22 um rund 6 % gesteigert werden. Höhere Buntsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2021 standen dabei niedrigeren Absatzmengen bei Apfelsaftkonzentrat gegenüber. Das signifikant über dem Vorjahr liegende operative Ergebnis im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war auf eine verbesserte Margensituation bei Buntsaftkonzentraten zurückzuführen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen (–2,9 Mio. €) aufgrund von Wertberichtigungen von Forderungen und Beständen infolge des Krieges in der Ukraine verminderte das EBIT maßgeblich.
Aktuelle Prognosen von Euromonitor zeigen für den globalen Markt für löffelbares Fruchtjoghurt (Hauptabsatzmarkt für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen) ein durchschnittliches jährliches Mengenwachstum bis 2026 von knapp 1 %. Die Regionen Westeuropa und Nordamerika stagnieren. Positive Absatztendenzen verzeichnen der asiatisch-pazifische Raum mit einem Plus von 1,5 % sowie der Mittlere Osten und Afrika mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 3,7 %. Die Kategorie der Trinkjoghurts weist global mit 2,9 % für denselben Zeitraum ein höheres durchschnittliches jährliches Wachstum auf. Neben Joghurt als Absatzmarkt sind für die Diversifizierung des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen die Bereiche Eiscreme und Food Service von Bedeutung. Der Eiscreme-Markt weist eine globale Wachstumsrate von rund 2 % p.a. bis 2026 auf. Im Mittleren Osten und Afrika sowie in Australien und Neuseeland wächst dieser Markt sogar überdurchschnittlich mit rund 3 % p.a. Im Bereich Food Service sind v.a. Quick Service Restaurants (QSR) und Coffee & Tea Shops Absatzmärkte für AGRANA. Diese Bereiche haben im Jahr 2020 (Beginn der COVID-19-Pandemie) starke Umsatzeinbußen von bis zu -35 % verzeichnet, sich aber im Jahr 2021 rasch erholt und mit positiven Wachstumsraten abgeschlossen. Für die kommenden Jahre bis 2026 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 5,6% bei Coffee & Tea Shops und von 4,8 % bei QSR prognostiziert.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten v.a. für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss und Convenience. Die anhaltende COVID-19-Pandemie hat einen großen Einfluss auf viele dieser Konsumtrends. Die Nachfrage nach gesunden, natürlichen und nachhaltigen Produkten steigt. Vor allem der Nischenmarkt der pflanzlichen Alternativprodukte profitiert von einer gesunden und nachhaltigen Wahrnehmung der Konsumenten mit meist zweistelligen Wachstumsraten. Gleichzeitig führte die globale Rezession am Anfang der Pandemie zu einer Tendenz zu günstigeren und simpleren Produkten.
Das Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist weiterhin vom Trend zu niedrigeren Fruchtsaftanteilen in Getränken einerseits und direkt gepressten 100%-Säften andererseits geprägt.## Konzernlagebericht
Die Absätze im Added-Value-Geschäft entwickelten sich positiv. Die reduzierte Home-Office-Tätigkeit vieler Kunden und die dadurch wieder verstärkte Entwicklungstätigkeit bei Neuprodukten führten ab Herbst 2021 zu entsprechenden Verhandlungen und weiteren Produktapprobationen sowie Kontraktabschlüssen im Bereich der Grundstoffe und Kompositionsaromen.
Logistische Herausforderungen bestimmen immer mehr das exportlastige Konzentratgeschäft. So war die Verschiffungssituation in China auch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch geringe Container-Verfügbarkeit und historisch hohe Frachtraten, insbesondere für Transporte in die USA, gekennzeichnet.
Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rund 354.000 Tonnen Rohstoffe eingekauft. Das volatile Marktumfeld im Rohstoffbereich sowie die globale Frachtkostenentwicklung haben zu einer durchschnittlichen Steigerung der Rohstoffkosten für Früchte und Ingredienzien von rund 11 % gegenüber dem Vorjahr geführt. Preiserhöhungen gab es im Wesentlichen bei Beerenfrüchten (Himbeere, Brombeere, Heidelbeere), Pfirsich, tropischen Früchten sowie bei Stabilisatoren. Im Bereich der Energiekosten kam es aufgrund von Tariferhöhungen bei Strom und Gas im zweiten Halbjahr 2021|22, v.a. in Europa, zu signifikanten Preiserhöhungen. Um einerseits den Bedarf zu sichern und andererseits den Preiserhöhungen zu begegnen, wurde in den abgelaufenen Monaten ein Fokus auf die Flexibilisierung des Einkaufs gelegt, ebenso wurde die Zusammenarbeit mit strategischen Lieferanten verstärkt.
Bei Erdbeere als mengenmäßig wichtigster Frucht im Fruchtzubereitungsgeschäft wurde die globale Bedarfsmenge von rund 50.000 Tonnen zu leicht höheren Preisen gegenüber dem Vorjahr kontrahiert. Kontinuierliche Originssubstituierungen zwischen den vier Haupteinkaufsregionen (Mexiko, Marokko, Ägypten und China) haben maßgeblich dazu beigetragen, lokale Preisanstiege zu mitigieren.
Die zweithöchste Verarbeitungsmenge bei der Erzeugung von Fruchtzubereitungen entfiel mit rund 22.000 Tonnen auf Pfirsich. Unterdurchschnittliche Erntemengen aufgrund von Frösten in den europäischen Anbaugebieten sowie in China führten zu deutlichen Preisanstiegen.
Mengenmäßig an dritter Stelle lag die Heidelbeere mit einer Verarbeitungsmenge von rund 12.000 Tonnen. Wiederholt schlechte Ernten in Kanada und Osteuropa, geringe Lagerbestände aus dem Vorjahr sowie eine hohe Nachfrage seitens des Frischmarktes nach Beerenfrüchten führten zu einer reduzierten Rohstoffverfügbarkeit bei Industrieware und in der Folge zu deutlich höheren Heidelbeerpreisen.
Zu COVID-19-bedingten Versorgungsherausforderungen kam es bei tropischen Früchten wie Mango und Ananas aufgrund von Lockdowns in den asiatischen Anbaugebieten sowie einer reduzierten Containerverfügbarkeit für Transporte nach Europa. Aufgrund des globalen Rohstoffmanagements war es aber möglich, die Belieferung aller Werke durchgehend aufrecht zu halten.
Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate war die Apfelernte 2021 von einer guten Rohstoffverfügbarkeit in den relevanten Hauptanbaugebieten Polen und Ungarn geprägt. Darüber hinaus konnten durch die hohe Verfügbarkeit von roten Beeren größere Mengen, als im Vorjahr verarbeitet werden. Alle Fruchtsaftkonzentratwerke verzeichneten eine gute Auslastung.
Im Berichtsjahr 2021|22 verfügten 17,4 % (Vorjahr: 17,9 %) der von der Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS) für den Bereich Fruchtzubereitungen beschafften Rohstoffe (Früchte und andere Ingredienzien) über einen gültigen Nachhaltigkeitsnachweis laut Definition der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte. Von den weltweit verarbeiteten Früchten hielten 6,1 % einen Nachhaltigkeitsnachweis (Vorjahr: 9,0 %), der Großteil davon entfiel wie auch in den Vorjahren auf Bio-Zertifikate. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist mit einer Reduktion von nachhaltig beschafften Mengen eines relevanten Kunden zu begründen. Am Ziel im Rahmen der Strategie 2025 des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen, den Anteil verarbeiteter Früchte mit Nachhaltigkeitsnachweis auf 20 % zu steigern, wird weiterhin festgehalten.
Für Rohstoffe aus konventionellem Anbau werden im Fruchtzubereitungsbereich das Farm Sustainability Assessment (FSA) bzw. Programme, die im Rahmen des Benchmarking-Systems der Sustainable Agriculture Initiative Platform FSA-äquivalent sind (Details siehe Seite 35f), zur Dokumentation der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien herangezogen.
Um ihre Lieferanten bezüglich der Einhaltung sozialer Aspekte zu bewerten, lädt die AGRANA-Fruchtbeschaffungsgesellschaft neue Lieferanten zur Teilnahme an der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) ein (Details zu SEDEX siehe Seite 41f). Am Ende des Berichtsjahres lagen dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen SEDEX-Daten und gegebenenfalls Audit-Dokumente zu rund 72,2 % (Vorjahr: 67,9 %) des verarbeiteten Rohstoffvolumens vor. Bis 2025|26 plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen mindestens für 90 % des jeweils jährlich verarbeiteten Fruchtvolumens valide SEDEX-Daten zur Lieferantenbewertung zu erhalten.
Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, da ein Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Sammelstellen von Händlern bezogen wird. Dies ist die Folge historisch gewachsener regionaler Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen, auch um Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam mit den Anbauern verbessern zu können.
Seit dem Geschäftsjahr 2018|19 ist AUSTRIA JUICE Mitglied des Sustainable Juice Covenant, einer globalen Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Beschaffung, Produktion und den Handel mit frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Konzentraten bis zum Jahr 2030 100 % nachhaltig zu gestalten. Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern.
In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten (Re-Sorten), für deren Kultivierung rund 60 % weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperiode erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien. 2007 wurde ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau in Polen gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten im Berichtsjahr rund 20 % (Vorjahr: 14 %) der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.
Im Bereich des Vertragsanbaus bedient sich AUSTRIA JUICE des von der SAI Platform angebotenen FSA-Fragebogens (Details siehe Seite 35f) zur Dokumentation nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien auf ihren Lieferbetrieben. Im Geschäftsjahr 2020|21 unterzogen sich nach Vorgaben der SAI Platform ausgewählte ungarische Re-Sorten Vertragslieferanten von Äpfeln wieder der verpflichtenden Beantwortung des FSA-Fragebogens und den externen Audits. 2020|21 beantworteten erstmals auch ungarische Vertragslieferanten von Sauerkirschen, Holunder und Karotten den FSA-Fragebogen und wurden auf dessen Basis auch externen Audits unterzogen. Damit darf AUSTRIA JUICE nach SAI-Vorgaben für alle genannten Rohstoffkategorien von ungarischen Vertragslieferanten für drei Jahre mindestens FSA Silber-Status ausloben, für einige sogar Gold-Status.
Im Geschäftsjahr 2018|19 wurde der FSA-Fragebogen inklusive externer Verifizierung auch bei den Vertragsanbauern von resistenten Apfelsorten in Polen zum Einsatz gebracht. Im Berichtsjahr 2021|22 erfolgte die Re-Verifizierung der polnischen Lieferbetriebe für resistente Apfelsorten sowie auch anderer Direktlieferanten von Äpfeln und diversen Beeren. Auf Basis der Ergebnisse darf AUSTRIA JUICE für alle polnischen Re-Sorten-Vertragslieferanten mindestens FSA Silber-Status ausloben. Daneben darf im Rahmen des Benchmarkings der FSA-Anforderungen gegenüber den nationalen Gesetzgebungen von z.B. Polen, Spanien und Ungarn in Kombination mit einer Zertifizierung nach dem Global GAP-Standard FSA Silber-Status Äquivalenz ausgelobt werden. In Summe kann AUSTRIA JUICE damit nach der Berechnungsmethodik des Sustainable Juice Covenant, basierend auf der jeweiligen Saftstärke nach der European Fruit Juice Association (AIJN), für rund 36 % (Vorjahr: 27 %) ihrer verarbeiteten Rohstoffmenge mindestens FSA Silber-Status ausloben.
Im Geschäftsjahr 2020|21 startete der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ein Projekt zur regenerativen Landwirtschaft in der Kultivierung von Früchten, für die es bisher kaum verbindliche Vorgaben für regenerativen Anbau gibt. Regenerative Landwirtschaft dient u.a. der CO2-Fixierung im Boden durch Humusaufbau und damit der Bodengesundheit sowie der Steigerung der Artenvielfalt.# AGRANA
AGRANA hat mit Unterstützung von externen Expertinnen und Experten Leitfäden zur Umsetzung von regenerativer Landwirtschaft für Bodenfrüchte (z.B. Erdbeeren), Buschfrüchte (z.B. Heidelbeeren und Himbeeren) sowie Baumfrüchte (z.B. Pfirsiche) entwickelt. In diesen Leitfäden wurden jeweils 14 Praktiken festgelegt, die regenerative Agrarpraxis im Fruchtanbau darstellen. Die daraus resultierenden, größtenteils positiven Effekte auf Bodengesundheit, Biodiversität und Wassereinsatz wurden ausgearbeitet sowie Kennzahlen entwickelt, um diese Effekte zu messen. Daneben wurden Implementierungspläne und Messbarkeitszeitpläne für die unterschiedlichen Maßnahmen bei den drei Fruchtkategorien erarbeitet sowie Aspekte der Übertragbarkeit in unterschiedliche Regionen bzw. Länder thematisiert. Diese Vorgaben für den regenerativen Anbau wurden im Berichtsjahr 2021|22 an AGRANAs landwirtschaftlichem Produktionsstandort in Luka|Ukraine umgesetzt. Der Standort, der Früchte hauptsächlich für den lokalen Frischmarkt produziert, konnte damit im Berichtsjahr das externe Audit nach Global GAP, welches im FSA-Benchmarking System mit Gold-Äquivalenz bewertet wird, bestehen.
Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion
Trotz einer um 41 % höheren Rohstoffverarbeitung im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnte der Anstieg des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Frucht im Berichtsjahr auf rund 9,0 % gegenüber dem Vorjahr bzw. auf rund 2,42 Mio. GJ, v.a. durch bessere Fabriksauslastungen der europäischen Standorte im Bereich Fruchtsaftkonzentrate, begrenzt werden. Durch eine weitere Verlagerung des Produktportfolios im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate zu höher veredelten und damit energieintensiveren Produkten, wie Aromen sowie der gesteigerten Trocknung im Rahmen der Produktion von ApfeltreStern, stieg der spezifische Energieeinsatz pro Tonne Produktoutput im Segment Frucht allerdings um rund 4,3 % auf 2,65 GJ. Durch die Umsetzung von Effizienzprojekten im Bereich Fruchtzubereitungen und v.a. die gegenüber dem Vorjahr niedrigere Verarbeitung am chinesischen Fruchtsaftkonzentratstandort konnte der Anstieg der absoluten Emissionen (Scope 1+2) im Segment Frucht auf rund 8,1 % bzw. rund 160.000 Tonnen CO2 begrenzt werden. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt stiegen gegenüber dem Vorjahr unterproportional nur um 3,5 % auf 176 kg CO2 pro Tonne Produktoutput. Als Beitrag zur gruppenweiten AGRANA-Klimastrategie (Details, siehe Seite 39) plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2025|26 gegenüber 2019|20 um rund 4 % zu senken. An einer Weiterentwicklung in Richtung der quantitativen Anforderungen der Science Based Targets Initiative wird gearbeitet. Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2025|26 um rund 29 % gegenüber 2019|20 reduzieren.
| Segment Frucht | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :---------------- | :------ | :------ | :------ |
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 3,9 | 4,1 | 4,2 |
| Wasserabgabe | 3,7 | 3,8 | 4,1 |
| Wasserverbrauch | 0,2 | 0,3 | 0,1 |
| Segment Frucht | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :---------------- | :------ | :------ | :------ |
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 4,25 | 4,70 | 4,72 |
| Wasserabgabe | 4,03 | 4,36 | 4,67 |
| Wasserverbrauch | 0,22 | 0,34 | 0,05 |
Segment Frucht
Die im Berichtsjahr 2021|22 überarbeitete Risikoanalyse zu Wasserentnahme und -abgabe mithilfe des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas (Details siehe Seite 39f) an AGRANA-Produktionsstandorten zeigte ein potenziell hohes Wasserrisiko an acht Standorten des Bereiches Fruchtzubereitungen und drei Standorten des Geschäftsbereiches Fruchtsaftkonzentrate. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate bestehen derzeit keine tatsächlichen operativen AUSTRIA JUICE betreffenden bzw. von ihr ausgelösten Risiken, da die Produktion von Apfelsaftkonzentraten, das in den Früchten gebundene Wasser freisetzt und damit die lokale Wasserverfügbarkeit verbessert, wenngleich zunehmende Kundenanforderungen zu mehr Flexibilität und kleineren Produktions- und Abfüllchargen den Wassereinsatz aufgrund von vermehrter Reinigungsnotwendigkeit ungünstig beeinflussen. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen zeigt sich aufgrund der internationalen Tätigkeit und des im Vergleich zu Europa weniger strengen regulatorischen Umfeldes ein differenziertes Bild. Wenngleich keiner der, nach den internationalen Risikobewertungskriterien als Hochrisikostandort eingeschätzten AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte derzeit tatsächlich von Wasserrisiken betroffen ist oder diese für die übrigen lokalen Wasseranrainer auslöst, wurde 2019|20 ein Wassermanagementprogramm für alle AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte gestartet. Im Berichtsjahr 2021|22 wurden im Rahmen des Managementprogrammes einige Projekte zur Wassereinsparung umgesetzt, die in Summe zu einer Reduktion der absoluten Wasserentnahme um rund 8,4% gegenüber dem Vorjahr führten. Die absolut größte Wassereinsparung konnte in der Erstverarbeitungsanlage von frischen Früchten am Standort in Mexiko durch die Installation einer Rezirkulationspumpe zur Kreislaufnutzung von Waschwasser realisiert werden. Am Fruchtzubereitungsstandort in Polen wurde in die Installation eines geschlossenen Kühlwasserkreislaufs investiert. Die beiden chinesischen Fruchtzubereitungsstandorte in Dachang sowie Jiangsu investierten beide in Systeme zur Kreislaufführung bzw. mehrmaligen Nutzung von Wasser. In Summe reduzierte das Segment Frucht seine absolute Wasserentnahme auf rund 3,9 Mio. m³ bzw. um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der absolute Wasserverbrauch reduzierte sich von 0,3 Mio. m³ auf 0,2 Mio. m³ bzw. 200 Mio. Liter.
| Segment Frucht | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :------------------------------------------- | :-------- | :-------- | :-------- |
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | |
| Entsorgte Abfälle | 30.296 t | 30.543 t | 31.160 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 263 t | 257 t | 267 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 33,2 kg | 35,0 kg | 35,1 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 289 g | 295 g | 301 g |
Im Geschäftssegment Frucht blieben die absolute Abfallmenge wie auch die spezifischen Abfallmengen annähernd konstant gegenüber dem Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2021|22 nahm die AUSTRIA JUICE GmbH eine Aktualisierung ihrer nachhaltigkeitsrelevanten Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Die AUSTRIA JUICE GmbH erzielte wie im Vorjahr Gold-Status.
¹ Korrekturen aufgrund von Erfassungsfehlern in den Vorjahren
Segment Frucht
Die Investitionen 2021|22 im Segment Frucht betrugen 37,4 Mio. € (Vorjahr: 34,2 Mio. €). Es gab diverse Projekte über alle 40 Produktionsstandorte hinweg, wobei es sich v.a. um neue Produktionslinien und kontinuierliche Verbesserungen, aber auch Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen handelte. Unter anderem wurden folgende Einzelinvestitionen umgesetzt:
Segment Stärke
Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus. Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung % / pp |
| :--------------------------------------------------------------------- | :-------- | :-------- | :----------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | t€ 1.020.436 | 831.867 | 22,7 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | t€ –10.029 | –9.975 | –0,5 % |
| Umsatzerlöse | t€ 1.010.407 | 821.892 | 22,9 % |
| EBITDA¹ | t€ 106.391 | 92.117 | 15,5 % |
| Operatives Ergebnis | t€ 57.929 | 45.402 | 27,6 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | t€ 13.761 | 19.400 | –29,1 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ 71.690 | 64.802 | 10,6 % |
| EBIT-Marge | % 7,1 | 7,9 | –0,8 pp |
| Investitionen² | t€ 24.283 | 22.199 | 9,4 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.137 | 1.149 | –1,1 % |
Das Marktgeschehen auf den Produktmärkten des Segmentes Stärke war auch 2021|22 von der COVID-19-Pandemie beeinflusst. War das erste Jahr der Pandemie (Geschäftsjahr 2020|21) noch von Nachfragerückgängen gekennzeichnet, so gab es im Berichtsjahr eine deutliche Belebung der Nachfrage. Vorrangiges Ziel blieb weiterhin, Lieferketten und Produktion durchgängig aufrechtzuerhalten und die Versorgung der Kunden sicherzustellen. 2021|22 stieg der Umsatz deutlich auf 1.010,4 Mio. €. Etwa ein Viertel des Umsatzzuwachses wurde durch gesteigerte Absatzmengen bei den Hauptprodukten erzielt. Der größte Umsatztreiber waren angepasste Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, primär im zweiten Halbjahr 2021|22, erforderten die Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten. Abhängig von den abgeschlossenen Kundenkontrakten gab es bei einzelnen Produktgruppen und längeren Laufzeiten (z.B.bei Jahresverträgen) starke Margenverluste.
Hohe Energiepreise unterstützten wiederum die Ethanolnotierungen, die mit 812 € pro m³ im Jahresdurchschnitt um rund 228 € pro m³ über dem Vorjahreswert lagen. Die sehr hohen Ethanolpreise konnten die massiv gestiegenen Produktionskosten überdecken und der Geschäftsbereich Ethanol trug damit auch entscheidend zur positiven Ergebnisentwicklung des Segmentes bei. Die Nebenprodukterlöse korrelieren in der Regel mit der Entwicklung der Rohstoffkosten, weshalb es auch in diesem Geschäftsbereich ein Umsatzwachstum gab. Die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten im Segment Stärke waren primär auf die massiv gestiegenen Getreidepreise, aber auch auf eine leicht erhöhte Vermahlungsmenge zurückzuführen. Gleichzeitig erhöhten sich die Energiekosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 %. Höhere operative Abschreibungen spiegeln die intensive Investitionstätigkeit der letzten Jahre im Segment wider. Die in Summe deutlich gestiegenen Herstellungskosten konnten nur teilweise durch Verkaufspreisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden und belasteten die Margen. Insgesamt konnte im Berichtsjahr ein EBITDA von 106,4 Mio. € erzielt werden, das deutlich über dem Vorjahreswert von 92,1 Mio. € lag. Das operative Ergebnis betrug 57,9 Mio. € und lag um 27,6 % über dem Vorjahreswert von 45,4 Mio. €.
Im Geschäftsjahr 2021|22 stieg auch der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 24 % auf 356,2 Mio. €. Die Geschäftsentwicklung folgte dem generellen Trend deutlich gestiegener Mais- und Energiekosten und dadurch massiv gestiegener Produktionskosten. Während bei Verzuckerungsprodukten das Marktumfeld schwierig blieb und Preiserhöhungen kaum durchsetzbar waren, waren die hohen Ethanolpreise für das Alkoholergebnis ein stabilisierender Faktor. Insgesamt wies die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 34,1 Mio. € (Vorjahr: 45,4 Mio. €) aus. Das PAT betrug 27,5 Mio. € (Vorjahr: 38,8 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 13,8 Mio.€ (Vorjahr: 19,4 Mio. €) sank.
Die COVID-19-Pandemie beeinflusste auch 2021|22 das Marktgeschehen bei nahezu allen Stärkeproduktkategorien. Nach der Rezession 2020 kam 2021 die Erholung mit all ihren Folgewirkungen. Die Marktteilnehmer agieren nunmehr in einem Markt, der von Knappheit, steigenden Inputkosten sowie dem kurzfristigen Füllen von Versorgungslücken über alle Produktkategorien hinweg geprägt ist. Der deutliche Anstieg bei Rohstoff- und Energiekosten bedeutete für AGRANA, dass diese Kostensteigerungen auch durch angepasste Verkaufspreise bestmöglich in den Markt weitergegeben werden mussten. Vor allem Maisstärke und sprühgetrocknete Verzuckerungsprodukte waren durchgehend stark am Markt nachgefragt, Spotanfragen konnten aufgrund der limitierten Verfügbarkeit nur zum Teil bedient werden. Generell waren die Absätze bei nativen und modifizierten Stärken in den Lebensmittelbereich stabil, speziell im Spezialitäten- und Bio-Bereich konnten erfreuliche Absatzsteigerungen verzeichnet werden. Auch im Wellpapiersektor und bei grafischen Papieren war die Auftragslage sehr gut und die Nachfrage nach Getreidestärken hoch. Am Markt für Säuglingsnahrung sahen sich nahezu alle namhaften europäischen Hersteller mit Überkapazitäten durch Restriktionen bei der Belieferung des asiatischen Marktes konfrontiert. Durch AGRANAs Fokus auf Premiumprodukte konnten jedoch in diesem Bereich stabile Absätze erzielt werden.
Weitgehend erfreulich zeigte sich die Entwicklung bei Futtermitteln. Sowohl Hochproteine (Vitaler Weizenkleber, Maiskleber) als auch Mittelproteine (ActiProt®, ActiGrano® und Maiskleberfutter) profitierten von einer gestiegenen Nachfrage bzw. hohen Preisen für Eiweißfuttermittel, Ölsaaten und Getreide. Die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten konnten hier weitgehend an die Kunden weitergegeben werden.
Der Ethanol- und Treibstoffmarkt war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von einer hohen Dynamik geprägt. Politische Rahmenbedingungen, wie die Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II¹ und das Maßnahmenpaket „Fit for 55“ der Europäischen Kommission sowie wachsende Beimischungsmandate innerhalb und außerhalb der EU (Einführung von E10 in Schweden und Großbritannien), sorgen für positive Markt- bzw. Nachfrageimpulse. Nachdem sich die Notierungen und Preise für Ethanol über die Sommermonate 2021 auf einem Allzeithoch bewegten, hat sich aufgrund von Unsicherheiten und Volatilität in Zusammenhang mit der COVID-19-Welle im Winter 2021 das Preisniveau auf ein etwas niedrigeres, aber im Vergleich zum Langzeitdurchschnitt dennoch höheres Niveau eingependelt. Die Pandemie nimmt mittlerweile kaum mehr Einfluss auf die Mobilität, allerdings sorgen andere Faktoren, wie Saisonalität und zuletzt der Krieg in der Ukraine, für große Unsicherheiten am Markt.
Der Internationale Getreiderat (IGC)² sieht die weltweite Getreideerzeugung³ im Getreidewirtschaftsjahr⁴ 2021|22 bei 2,284 Mrd. Tonnen (Vorjahr: 2,220 Mrd. Tonnen) und damit über dem Vorjahresniveau und in etwa auf Höhe des erwarteten Verbrauchs (2,278 Mrd. Tonnen). Die weltweite Weizenproduktion wird auf 781 Mio. Tonnen (Vorjahr: 774 Mio. Tonnen) und der Verbrauch leicht darunter auf 778 Mio. Tonnen (Vorjahr: 771 Mio. Tonnen) geschätzt. Bei der globalen Maiserzeugung wird eine Produktion von 1.207 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.132 Mio. Tonnen) und ein Verbrauch von 1.197 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.153 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreidelagerbestände werden mit in Summe 607 Mio. Tonnen um rund 7 Mio. Tonnen höher als im Vorjahr erwartet.
Der Verlauf der Terminnotierungen für Getreide war im gesamten Geschäftsjahr von einer starken Volatilität geprägt. Ab Mitte August 2021 bis zum Geschäftsjahresende zeigten sich die Notierungen, v.a. bei Weizen, kontinuierlich steigend. Sowohl eine starke Nachfrage als auch schwächere Ernten aufgrund von Wetterextremen in wichtigen Produktionsgebieten führten zu dieser Entwicklung. Die geopolitische Lage im Osten Europas ließen die Notierungen zum Ende des Geschäftsjahres massiv steigen. Am Bilanzstichtag 2021|22 lag der Preis an der Euronext Paris für Weizen bei 323 € und für Mais bei 311 € je Tonne (Vorjahr: 245 € bzw. 226 € je Tonne).
In der Kampagne 2021|22 verarbeitete die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich rund 274.000 Tonnen Stärkeindustriekartoffeln. Die Verarbeitung von Speiseindustriekartoffeln für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten lag auf dem Vorjahresniveau.
AGRANA Stärke GmbH hat in Österreich an den Standorten in Aschach und Pischelsdorf im Geschäftsjahr 2021|22 rund 8 % mehr Mais verarbeitet als im Vorjahr. Der Spezialmaisanteil (v.a. Wachsmais und biologisch produzierter Mais) betrug rund 22 %. Die Weizenvermahlung am Standort Pischelsdorf für die Produktion von Weizenstärke und Bioethanol konnte 2021|22 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 7 % erhöht werden. AGRANA kontrahierte über Vorverträge mit Landwirten auch Ethanolweizen und Ethanoltritikale (11 % an der Gesamtverarbeitungsmenge). Für die Ernte 2022 wurden wieder Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.
¹ Renewable Energies Directive II
² International Grains Council
³ Schätzung vom 17. März 2022
⁴ Getreidewirtschaftsjahr: 1. Juli bis 30. Juni
An beiden österreichischen Standorten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Summe rund 1,6 Mio. Tonnen Mais und sonstiges Getreide verarbeitet. In Ungarn (HUNGRANA-Werk) lag die gesamte Maisverarbeitungsmenge 2021|22 auf Vorjahresniveau. Im rumänischen Werk wurde aufgrund der Erhöhung der Spezialmaisanteile rund 15 % weniger Gelbmais verarbeitet.
AGRANA Stärke hat ihre österreichischen Vertragslieferbetriebe für Kartoffeln und Spezialmais in zwei sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance dieser Gruppen erstmals nach Beantwortung des Farm Sustainability Assessment (FSA) einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen (Details siehe Seite 35f). Im Geschäftsjahr 2020|21 fanden die drei Jahre gültigen Re-Verifizierungsaudits statt. 100 % der Betriebe in den FMG der AGRANA Stärke erreichten zumindest FSA Silber-Status. Bei der Beschaffung von konventionellen Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf von der EU-Kommission anerkannte Systeme der Zertifizierung nach dem International Sustainability and Carbon Certificate (ISCC) und dem Austrian Agricultural Certification Scheme (AACS). Sowohl ISCC-EU als auch AACS werden im FSA-System mit Silber-Äquivalenz bewertet.
Durch die zweite pandemiebedingte Absage der BETAEXPO im Frühsommer und Herbst 2021, AGRANAs traditioneller Veranstaltung zur Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis, waren Aktivitäten in diesem Bereich im Berichtsjahr auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme im Rahmen des Beratungsprogramms „AGRANA4You“ für Vertragsanbauer begrenzt. So wurden 10 Feldtage für spezielle Zielgruppen wie Bioanbauer, Stärkekartoffel- bzw. Stärkemais- sowie Ethanolgetreideanbauer angeboten, die für jeweils 30-50 Teilnehmende maßgeschneidert wurden. Daneben wurden die Landwirte auch auf externen Veranstaltungen, wie Messen, über rohstoffrelevante Themen informiert. Das AGRANA-eigene Magazin für Kontrakt-Landwirte „Agrozucker/Agrostärke“ ging u.a. auf die Themenbereiche Optimierung der Bodenbearbeitung und Nährstoffversorgung sowie auf die Handhabung von Kartoffelpflanzgut ein.# Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion
Ein leichter Anstieg des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Stärke im Berichtsjahr um rund 2,5 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 7 Mio. GJ führte bei einem durch Prozessoptimierungen höheren Produktoutput zu einer Reduktion des spezifischen Energieeinsatzes (Scope 1+2) pro Tonne um 2,8 % bzw. auf 4,31 GJ pro Tonne Produktoutput. Durch eine Veränderung des Energiemixes, d.h. eine Reduktion des Erdgasbezuges (Scope 1) zugunsten eines wesentlich höheren, emissionsärmeren Dampfeinsatzes (Scope 2) am Standort Pischelsdorf sowie einen etwas höheren (Grün-)Stromeinsatz (Scope 2), konnten die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Stärke trotz höheren absoluten Energieeinsatzes gegenüber dem Vorjahr stabil bei rund 267.000 Tonnen CO2 gehalten werden. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 4,8 % auf 164 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.
Als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie (siehe Seite 39) wird das Segment Stärke seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2025|26 um rund 42 % gegenüber dem Basisjahr 2019|20 reduzieren. Im Berichtsjahr verfügten die drei österreichischen Stärkeproduktionsstandorte über eine gültige Zertifizierung nach ISO 50001.
| | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :--------------------- | :--- | :--- | :--- |
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 6,9 | 7,0 | 6,5 |
| Wasserabgabe | 5,8 | 6,3 | 5,7 |
| Wasserverbrauch | 1,1 | 0,7 | 0,8 |
| | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :--------------------- | :--- | :--- | :--- |
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 4,27 | 4,56 | 4,59 |
| Wasserabgabe | 3,55 | 4,08 | 4,00 |
| Wasserverbrauch | 0,72 | 0,48 | 0,59 |
In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und den Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt. Die Wasserentnahme in absoluten Zahlen lag im Berichtsjahr 2021|22 mit rund 6,9 Mio. m³ um 1,2 % unter dem Vorjahr. Der Rückgang der absoluten Wasserabgabe um 8,3 % gegenüber dem Vorjahr ist ein kombinierter Effekt aus geringeren Niederschlagsmengen an allen österreichischen Standorten, die ebenfalls über die Vorfluter abgegeben und nicht separat ausgewiesen werden können sowie einer starken Reduktion der Wasserabgabe am Standort Pischelsdorf, die auf die Änderung der Fahrweise des Kühlturms sowie den stabilen Betrieb der zweiten Weizenstärkeanlage zurückzuführen ist. Somit betrug der errechnete Wasserverbrauch rund 1,1 Mio. m³. Der durchschnittliche spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag im Berichtjahr bei rund 0,72 m³ bzw. 720 Litern. Das Abwasser der AGRANA-Stärkefabriken wurde ausschließlich in Oberflächengewässer, d.h. Flüsse abgegeben.
| 2021 | 22 | 2020 | 21 | 2019 | 20 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | ||||||
| Entsorgte Abfälle | 28,24 t | 30,61 t | 26,96 t | |||
| Davon gefährliche Abfälle | 61 t | 43 t | 59 t | |||
| Abfall pro Tonne Produkt | 17,4 kg | 19,8 kg | 19,0 kg | |||
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 37 g | 28 g | 41 g |
Die absolute und die spezifische Abfallmenge aus der Veredelung lagen im Segment Stärke im Geschäftsjahr 2021|22 mit 28.241 t bzw. 17,4 kg Abfall pro Tonne Produktoutput unter dem Vorjahresniveau.
Im Geschäftsjahr 2021|22 nahm die AGRANA Stärke GmbH eine Aktualisierung ihrer im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis jährlich gemeldeten nachhaltigkeitsrelevanten Daten vor. AGRANA Stärke erzielte wie im Vorjahr Silber-Status.
Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2021|22 24,3 Mio. € (Vorjahr: 22,2 Mio. €). Unter anderem wurden folgende Projekte umgesetzt:
* Maßnahmen zur Erhöhung der Spezialmaisverarbeitung in Aschach|Österreich
* Effizienzmaßnahmen an den Sprühtrocknungsanlagen in Gmünd|Österreich
* Erneuerung der Walzentrocknungsanlage zur Produktion von Kartoffelflocken in Gmünd
* Erweiterung der betrieblichen Abwasserreinigungsanlage in Gmünd
Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2021|22 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 14,1 Mio. € (Vorjahr: 14,3 Mio. €) getätigt.
Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH fungiert als Produktionsunternehmen der beiden österreichischen Zuckerfabriken. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rubenzuchtzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitequivalente (FTEs – Full-time equivalents)
| 2021 | 22 | 2020 | 21 | Veränderung % / pp | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) t€ | 666.173 | 588.559 | 13,2 % | ||
| Umsätze zwischen den Segmenten t€ | –26.116 | –30.038 | 13,1 % | ||
| Umsatzerlöse t€ | 640.057 | 558.521 | 14,6 % | ||
| EBITDA¹ t€ | 6.920 | 5.068 | 36,5 % | ||
| Operatives Ergebnis t€ | –23.305 | –25.171 | 7,4 % | ||
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts- unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden t€ | –5.742 | –1.887 | –204,3 % | ||
| Ergebnis aus Sondereinflüssen t€ | –2.072 | –212 | –877,4 % | ||
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) t€ | –31.119 | –27.270 | –14,1 % | ||
| EBIT-Marge % | –4,9 | –4,9 | 0,0 pp | ||
| Investitionen² t€ | 20.702 | 15.905 | 30,2 % | ||
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.892 | 2.003 | –5,5 % |
Der Absatz der Zuckerprodukte im Geschäftsjahr 2021|22 lag deutlich über dem Vorjahreswert, wobei sich die AGRANA-Zuckermärkte unterschiedlich entwickelten. Im Retailbereich konnten deutliche Mengensteigerungen in Ungarn, Rumänien und auch Bulgarien erzielt werden, während im Industriesektor die Absätze in Österreich, Tschechien und der Slowakei deutlich erhöht werden konnten. Seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2020|21 erholen sich die Zuckerverkaufspreise stetig. Im Retailgeschäft waren die Preise im Geschäftsjahr 2021|22 um 5 % höher als im Vorjahr, im Industriebereich lagen die Verkaufspreise aufgrund neuer Verträge mit den Kunden ebenfalls moderat über dem Durchschnittswert des Vorjahres.
Das EBIT lag unter dem schwachen Vorjahreswert und war folglich noch immer negativ. Höhere Zuckerverkaufsmengen und -preise konnten die gestiegenen Rohstoffkosten und v.a. die deutlich höheren Energiepreise nur zum Teil kompensieren. Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2021|22 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus. Der Ergebnisbeitrag erhöhte sich deutlich von 0,2 Mio. € auf 1,9 Mio. €. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, trug primär aufgrund eines COVID 19-bedingt herausfordernden Marktumfeldes und hoher Energiepreise negativ zum Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen bei (–7,6 Mio. €; Vorjahr: –2,1 Mio. €). Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –2,1 Mio. € (Vorjahr: -0,2 Mio. €) in Zusammenhang mit Forderungswertberichtigungen gegenüber der Beta Pura GmbH (ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine) belastete das EBIT des Segmentes zusätzlich.
Das Analyseunternehmen IHS Markit (vormals F.O. Licht) rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 24. März 2022 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2021|22 mit einem Produktionsdefizit von 2,9 Mio. Tonnen. Im Dezember 2021 wurde noch ein Defizit von 3,4 Mio. Tonnen erwartet. Als Gründe für diese Entwicklung werden höhere Zuckerproduktionsmengen in Indien, Thailand und der EU angeführt. Nichtsdestotrotz reduziert sich durch das dritte Defizitjahr in Folge das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch von 42,1 % im ZWJ 2018|19 auf nur noch 36,9 %, dem niedrigsten Wert seit mehr als 10 Jahren.
| Weltzuckerbilanz¹ | 2021 | 22 | 2020 | 21 | 2019 | 20 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Mio. Tonnen | ||||||
| Anfangsbestand | 70,8 | 72,2 | 76,7 | |||
| Erzeugung | 181,8 | 180,1 | 180,4 | |||
| Verbrauch | –183,3 | –180,7 | –181,2 | |||
| Saldo Exporte/Importe | –1,7 | –0,8 | –3,7 | |||
| Endbestand | 67,6 | 70,8 | 72,2 | |||
| in % des Verbrauches | 36,9 | 39,2 | 39,8 |
Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie und einem Absturz der Weltmarktzuckernotierungen im März/April 2020 (damals neuer 12-Jahrestiefststand für Rohzucker mit 203,1 US$ pro Tonne) sind die Zuckerpreise auch aufgrund der Weltmarktzuckerbilanz-Erwartungen kontinuierlich angestiegen. Im Berichtszeitraum erfuhren die Preise durch Ereignisse, wie auf den Märkten verspätet verfügbare indische Rohzuckerexporte, eine knappe Zwischenernte in Brasilien und ein sich aufhellendes Makroumfeld (Impfprogramme, steigende Agrarrohstoffpreise), weitere Unterstützung. Neue 4½-Jahres-Hochs bei der Rohzuckernotierung in New York wurden im Q3 2021|22 dann auch aufgrund der Erwartung eines erheblichen Rückgangs der Zuckerproduktion in der südlichen Hemisphäre, insbesondere in Brasilien, dem Hauptproduzenten der Welt, ausgelöst. Die Invasion in die Ukraine hatte auf die Zuckernotierungen Ende Februar eine preistreibende Wirkung (siehe auch Grafik auf Seite 69). Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 496,0 US$ pro Tonne und Rohzucker bei 396,8 US$ pro Tonne (Vorjahr: 455,1 US$ bzw. 362,7 US$).
1 IHS Markit (vormals F.O.# Licht); Schätzung der Weltmarktzuckerbilanz vom 24. März 2022
Im ZWJ 2020|21 lag die Zuckerproduktion in der EU-27 mit rund 14,7 Mio. Tonnen deutlich unter dem Wert des Vorjahres und es wurde bezüglich des Lagerendbestandes (Ende September 2021) ein historisch niedriger Wert erreicht. Die EU blieb im ZWJ 2020|21 im dritten ZWJ in Folge Nettoimporteur von Zucker. Für das ZWJ 2021|22 wird aufgrund einer Normalisierung der Rübenerträge in der EU-27 eine höhere Zuckerproduktion von rund 16,1 Mio. Tonnen prognostiziert. Auf dieser Basis wird auch im laufenden ZWJ die EU-Nettoimporteur von Zucker bleiben. Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittspreise laut EU-Preisreporting deutlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. In den Kalenderjahren 2019 und 2020 erholte sich der Zuckerpreis in der EU kontinuierlich, im Februar 2022 wurde ein Wert von 441 € pro Tonne erreicht.
Nach einer beträchtlichen Verzögerung wurden die Verhandlungen für das EU-Australien-Freihandelsabkommen wieder aufgenommen. Es wurden Fortschritte bezüglich Warenhandel und der Kapitel über Ursprungsregelungen verzeichnet. Des Weiteren wurden positive Diskussionen über Verfahrensbestimmungen zur Beantragung einer Zollpräferenzbehandlung für Ursprungserzeugnisse sowie zur Überprüfung der Ursprungseigenschaft geführt. Das „EU-Central America Association Agreement“, das bereits seit 2013 provisorisch angewandt wird, ist derzeit in Evaluierung. Zuckerrohr ist eines der wenigen Produkte, bei dem die reduzierten Zollkontingente durchgehend, vollständig oder nahezu vollständig, ausgeschöpft werden (außer Panama). Auch beim EU-Neuseeland-Freihandelsabkommen gab es Verzögerungen in den Verhandlungen. Ein Abschluss im Jahr 2022 wird aber als realistisch gesehen. Zucker wird nicht unter die Sonderregelungen bezüglich saisonaler zollfreier Importe fallen; ebenso wenig unter die 15-jährige graduelle Zollreduktion für bestimmte Produkte.
Die Zuckerrübenanbaufläche der rund 5.800 AGRANA-Kontraktbauern (Vorjahr: rund 5.600) betrug im ZWJ 2021|22 rund 86.000 Hektar und lag damit auf dem Vorjahresniveau. Die Vegetationsbedingungen 2021 zeichneten sich durch ein kühles und feuchtes Frühjahr, einen heißen und trockenen Juni sowie gemäßigte und niederschlagsreiche Sommermonate aus. Ein milder September sowie ein sehr trockener Oktober sorgten bei gleichzeitig kühleren Nachttemperaturen für einen deutlichen Anstieg der Zuckergehalte. Vor allem im September war eine Erhöhung der Zuckergehalte um rund zwei Prozentpunkte zu beobachten. Dafür waren neben der Witterung auch die gesunden Rübenbestände ausschlaggebend. Generell zeigten sich die Rübenflächen bis zur Ernte in einem sehr erfreulichen Zustand. Unter anderem trat der Rübenderbrüssler (Rüsselkäfer) auch aufgrund der getroffenen Vorsorgemaßnahmen in deutlich geringerem Ausmaß auf. Auch die Blattflächenkrankheit Cercospora trat in nur geringem Umfang auf, was neben der Witterung auch auf die verstärkte Verwendung von tolerantem Sortenmaterial zurückzuführen war. Im Oktober und November sorgte eine trockene Witterung für gute Rodebedingungen, was zu geringen Abzugsprozenten bzw. Ernteverlusten führte.
Günstige Vegetationsbedingungen, ausreichende Regenmengen und eine überdurchschnittliche Anzahl an Sonnenstunden, v.a. im September und Oktober, waren letztlich für einen überdurchschnittlichen Zuckergehalt von 17,2 % (Vorjahr: 15,1 %) ausschlaggebend. Es wurden auf einer Gesamtfläche von rund 85.700 Hektar (Vorjahr: rund 76.300 Hektar) rund 5,7 Mio. Tonnen Zuckerrüben (Vorjahr: 4,8 Mio. Tonnen) geerntet, was einem Durchschnittsertrag von 67 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 63 Tonnen je Hektar) entsprach.
Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich etwas über 49.700 Tonnen Rüben (Vorjahr: 48.500 Tonnen). Aufgrund der hohen Rübenmenge produzierten die Werke in durchschnittlich 115 Tagen (Vorjahr: 100 Tage) insgesamt 850.000 Tonnen (Vorjahr: 637.000 Tonnen) Zucker. Im Werk Tulln|Österreich wurden in einer zehntägigen Bio-Kampagne rund 15.600 Tonnen Bio-Zucker gewonnen. Die verarbeitete Rübenmenge führte zu einer durchschnittlichen Auslastung der Zuckerfabriken von 95 % (Vorjahr: 83 %). Im Werk in Tulln wird ganzjährig die Melasseentzuckerungsanlage betrieben und Betain kristallisiert. Weiters betreibt die AGRANA zwei Rohzuckerraffinerien in Bosnien und Herzegowina und in Rumänien, in denen im Geschäftsjahr 2021|22 in Summe 208.000 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 125.800 Tonnen) gewonnen wurden.
AGRANA folgt für den Rübeneinkauf einer Rübenpreisregelung mit einer variablen Preistabelle in Abhängigkeit vom Zuckerverkaufspreis. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe wurde jedoch ein Mindestpreis eingezogen. Seit 2020 läuft in Österreich ein auf drei Jahre abgeschlossener Mehrjahreskontrakt mit den Rübenbauern. Zusätzlich wird den Landwirten auch die Möglichkeit eines Einjahres- bzw. Zweijahresvertrages angeboten. Bei den noch laufenden Kontrahierungen für den Rübenanbau 2022 wurden per 20. April 2022 in Österreich bislang Verträge für eine Fläche von rund 36.000 Hektar abgeschlossen.
Das Segment Zucker hat die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer gewählt (Details zu SAI und FSA siehe Seite 35f). AGRANA Zucker hat ihre Rübenvertragslieferanten in allen fünf Anbauländern in sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance der Gruppen erstmals einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen, 2020 fanden die Re-Verifizierungsaudits statt. In den Gruppen in Österreich und der Tschechischen Republik erreichten 100 % der Betriebe mindestens FSA Silber-Status. In Rumänien, der Slowakei und Ungarn konnten die 2020 geplanten Re-Verifizierungsaudits aufgrund der Reise- und Kontaktbeschränkungen, verursacht durch die COVID-19-Pandemie, erst im Jahre 2021 finalisiert werden. Wie schon beim Erstaudit 2017 erreichten alle slowakischen Betriebe mindestens FSA Silber-Status. Die ungarische FMG konnte ihre Ergebnisse im Vergleich zum Erstaudit verbessern, sodass hier ebenfalls alle Betriebe zumindest FSA Silber-Status erlangten. In Rumänien wurde ebenfalls eine Verbesserung der Auditergebnisse ausgewiesen, 60 % der Betriebe erreichten FSA Silber-Status, allerdings wurde das gesetzte 100 % FSA Silber-Ziel verfehlt.
Pandemiebedingt musste auch 2021 die BETAEXPO, AGRANAs traditionelle Veranstaltung zur Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis, absagt werden. Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung waren auch im Berichtsjahr 2021|22 auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme im Rahmen des Beratungsprogramms „AGRANA4You“ beschränkt. So wurden z.B, wieder gebietsspezifische Fachwebinare für Rübenanbauer mit den Schwerpunktthemen Anbau, Saatgut und Pflanzenschutz für den Anbau 2022 angeboten. Ende August 2021 wurde im Einzugsgebiet Tulln|Österreich unter Einhaltung aller COVID-19- Präventionsmaßnahmen ein physischer Feldtag zur Bodenbearbeitung durchgeführt. Rund 500 Landwirte konnten sich einen Eindruck über aktuelle Geräte zur Bodenbearbeitung und Hacktechnik machen. Im Fokus standen Maschinenvorführungen zur Grundbodenbearbeitung bis hin zum Begrünungsanbau. AGRANA-Expertinnen und Experten gaben Informationen zur EUF Bodenuntersuchung, zu automatisierten Bodenprobenentnahmen und zur Bewertung von Düngeempfehlungen.
Aufgrund der physischen Kontaktbeschränkungen wurden erneut online Kontrahierungen über AGRANAs online Rohstoffportal angeboten. Daneben war auch unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln eine persönliche Abgabe der Kontrahierungsformulare möglich.
Im Jahr 2021 wurden in Österreich rund 3.600 Hektar mit den Zwischenfruchtmischungen der Österreichischen Rübensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut aus überwiegend eigener Vermehrung zur Verfügung stellt, begrünt. Sie lockern den Boden, mobilisieren Nährstoffe, aktivieren das Bodenleben und erhöhen die Biodiversität am Feld. Daneben wurden auch ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt, gemeinsam bieten die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.
Transporte trugen im Rahmen der ersten gruppenweiten Berechnung des AGRANA Corporate Carbon Footprint auf Basis der Geschäftsjahresdaten 2019|20 im Segment Zucker rund 9,3 % zum Segment Carbon Footprint bei. Auf Upstream-Transporte von Rohstoffen in das jeweilige Verarbeitungswerk entfielen rund 5,3 % der Treibhausgasemissionen, der Rest betraf Emissionen aus Downstream-Transporten, d.h. Transporte von Produkten zu Kunden. Wenngleich Transporte daher keinen Emissions-Hotspot darstellen und speziell der Downstream-Bereich kaum zu beeinflussen ist, versucht AGRANA dennoch Transporte, so weit infrastrukturell und wirtschaftlich möglich, nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2021|22 rund 36 % der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte mit rund 53 % in Österreich und ca. 49 % in Ungarn am höchsten lag.# Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion
Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden im Segment Zucker rund 20 % mehr Rohstoffe verarbeitet als im Vorjahr. Die Rübenverarbeitung konnte aufgrund einer Steigerung der kontrahierten Flächen und höherer Hektarerträge um 18,5 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die Rohzuckerraffination an den Raffinationsstandorten in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34) lag mit rund 138.000 Tonnen um rund 176 % über dem Vorjahr.
Die höheren Verarbeitungsmengen resultierten in einem Anstieg des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Zucker um rund 19,5 % gegenüber dem Vorjahr. Es wurden in der Produktion (Scope 1+2) rund 6,12 Mio. GJ an Energie verbraucht. Aufgrund besserer Fabriksauslastungen konnte eine Reduktion des spezifischen Energieeinsatzes (Scope 1+2) pro Tonne um rund 3,1 % bzw. auf 2,75 GJ pro Tonne Produktoutput erzielt werden.
Durch den Umstieg der vorletzten kohlebetriebenen Zuckerfabrik in Sered´|Slowakei auf Erdgasbetrieb, vor 71 Segment Zucker der Kampagne 2021|22, konnte die Steigerung der absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Zucker, trotz der Steigerung der Verarbeitungsmenge um rund 20 %, auf nur 9,8 % begrenzt werden. Die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Zucker lagen im Berichtsjahr damit bei rund 351.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 11 % auf 158 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.
Die ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2021|22 rund 20,36 Mio. m³ Biogas aus Rübenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 83 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2021|22 decken können. Diese Art der vollständigen Rohstoffverwertung von eiweißarmen Rohstoffbestandteilen zur Energiegewinnung stellt auch ein Pilotprojekt für AGRANAs zukünftigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger bis 2040 im Rahmen ihrer Klimastrategie dar (Details siehe Seite 39).
Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden rund 9,7 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases verkauft und größtenteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet und als EU-taxonomiefähige Umsätze berichtet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 1.970 Einfamilienhäusern. Eine vollständige Eigennutzung des erzeugten Biogases wäre zukünftig denkbar.
Bis 2025|26 plante das Segment Zucker bisher als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen um rund 12 % gegenüber 2019|20 zu senken. Dieses Ziel wird derzeit überarbeitet, um die Anforderungen der Science Based Targets Initiative zu erfüllen.
Im Geschäftsjahr 2021|22 verfügten die Energiemanagementsysteme aller Zucker-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34) über eine aktuelle Zertifizierung nach ISO 50001.
| Segment Zucker | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 4,8 | 4,5 | 4,6 |
| Wasserabgabe | 7,0 | 6,8 | 6,4 |
| Wasserverbrauch | –2,2 | –2,3 | –1,8 |
| Segment Zucker | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 2,16 | 2,49 | 2,47 |
| Wasserabgabe | 3,14 | 3,77 | 3,47 |
| Wasserverbrauch | -0,98 | -1,28 | -1,00 |
Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird zum Teil mit der zur Verarbeitung angelieferten Zuckerrübe in die Fabrik eingebracht und sohin auch eingesetzt. Die Rübe besteht zu rund 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker abgetrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rübenschnitzeln, den notwendigen Prozessdampf in der Zuckergewinnung, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet.
Das Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit nur gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.
Das Geschäftssegment Zucker setzte im Berichtsjahr 2021|22 rund 2,2 Mio. m³ vorher in den Rüben gebundenes Wasser frei und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus. Pro Tonne Produktausstoß wurden rund 0,98 m³ bzw. 980 Liter über Vorfluter abgegeben.
| Segment Zucker | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | |
| Entsorgte Abfälle | 37,34 t | 34,73 t | 38,61 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 116 t | 137 t | 312 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 16,8 kg | 19,3 kg | 20,8 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 52 g | 76 g | 168 g |
Die absolute Abfallmenge stieg gegenüber dem Vorjahr mit nur 7,5 % unterproportional zur Entwicklung der Verarbeitungsmenge. Die spezifische Abfallmenge pro Tonne sank um rund 12,9 % gegenüber dem Vorjahr, jene gefährlicher Abfälle sogar um 31,4 %.
Im Berichtsjahr 2021|22 nahm die AGRANA Zucker GmbH aufgrund der langen Wartezeiten für die Bewertung des Vorjahres und der damit verschobenen Gültigkeit des bestehenden Assessments keine Aktualisierung ihrer Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Im Geschäftsjahr 2020|21 hatte AGRANA Zucker GmbH Silber Status erzielt. Die nächste Teilnahme wird im Geschäftsjahr 2022|23 erfolgen.
Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2021|22 20,7 Mio. € (Vorjahr: 15,9 Mio. €) primär für Investitionen in Energieeffizienz und Produktqualität aus. Unter anderem wurde die Umrüstung der Energieversorgung des Standortes Sered´|Slowakei auf Erdgas sowie die Erweiterung des Prozessleitsystems in Tulln|Österreich umgesetzt. Zusätzlich wurden 2021|22 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH, Wien; jeweils 100 %) Investitionen von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 15,1 Mio. €) getätigt.
In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.
Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 17 lokalen Frucht-NPD¹-Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln.
Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig. Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.
| F&E-Kennzahlen | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| F&E-Aufwendungen (intern und extern) Mio. € | 20,0 | 19,2 |
| F&E-Quote³ % | 0,69 | 0,75 |
| Mitarbeitende in F&E (Köpfe) | 315 | 315 |
¹ New Product Development
² Vorjahreswerte wurden angepasst (inklusive neue Produktentwicklungen im Bereich Fruchtzubereitungen)
³ F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz
Kunden möchten Fruchtzubereitungen zur Weiterverarbeitung oft nicht mehr gekühlt, sondern bei Umgebungstemperatur („ambient“) lagern. Das erspart eine aufwändige Küḥllogistik und somit Kosten und Energie. Im Rahmen von groß angelegten Untersuchungen wurde der Einfluss der Lagertemperatur auf die Qualität der Fruchtzubereitungen untersucht und dadurch die Basis für eine entsprechende Ambient-Produktpalette geschaffen.
Mehr als 20 % aller Krankenhauspatienten leiden unter massiven Schluckbeschwerden. Diese Menschen können Nahrung nur in Form von Brei zu sich nehmen. Hier setzt die Idee an, Krankenhaus-Menüs aus dem 3D-Drucker zu fertigen. Dafür wurden Fruchtzubereitungen entwickelt, die einerseits eine ausreichende Konsistenz aufweisen, um mehrlagig druckbar zu sein, und andererseits möglichst einfach zu schlucken sind.
Die Pasteurisierung von Lebensmitteln garantiert deren mikrobiologische Unbedenklichkeit und Haltbarkeit. Dies gilt auch für Schokolade, die weiterführend in Fruchtzubereitungen verarbeitet wird. Auf Basis einer umfangreichen Studie konnte ein Verfahren zur schonenden Pasteurisierung von Schokolade mit optimalem Geschmackserlebnis entwickelt und umgesetzt werden.
Für zahlreiche Konsumenten ist die Textur von Erdbeerstücken in Fruchtjoghurts ein wichtiger Qualitätsparameter. AGRANA entwickelt und verbessert laufend Verfahren, die den Härtegrad von Erdbeeren trotz Pasteurisierung erhalten, und kommt somit dieser Kundenanforderung nach.# Forschung und Entwicklung
Ein spezielles Ziel der Verfahrensentwicklung zuletzt war, den dabei entstehenden Saftverlust möglichst gering zu halten.
Der Einstieg ins Konfektgeschäft wurde mit der Entwicklung eines aufgeschäumten und schokoladeumhüllten Fruchtriegels vorbereitet. Trotz eines sehr hohen Fruchtanteils und ohne Verwendung tierischer Gelatine konnte ein stabiles Produkt entwickelt werden, das sich auch mit Hilfe unterschiedlicher Technologien von den B2B-Kunden produzieren lässt. Der nächste Schritt ist ein Scale-up in die industrielle Produktion.
Lebensmittel, die auf Pflanzenprotein basieren, spielen im täglichen Konsum eine immer größere Rolle. Diesem Trend folgend hat AGRANA ein sicheres Verfahren zur Herstellung eines Proteindrinks aus Aprikosenkernen entwickelt.
Es wurden für die Bereiche Getränkegrundstoffe, Aromen und Produktion von Fruchtsaft- und Gemüsesaftkonzentraten strategische Investitionen, sowohl in die Infrastruktur als auch in Personal, durchgeführt. Die Verwertung von natürlichen Saftaromen und die eigene Produktion von Kompositionsaromen zur Stärkung des Wachstumssegmentes der Getränkegrundstoffe und des Aromengeschäftes wurde erfolgreich weiterentwickelt und konsequent ausgebaut. Verfahren zur Farbanreicherung von Frucht- und Gemüsesäften wurden implementiert und kontinuierlich verbessert.
Bei Untersuchungen und Weiterentwicklungen von neuen Mais- und Weizensorten konnten wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich optimierter Umsetzung in den Produktionsmaßstab gewonnen werden. Neue innovative Stärkeprodukttypen finden in unterschiedlichen Lebensmittelapplikationen ebenso Anwendung wie im technischen Bereich.
Der Lebensmittelindustriemarkt entwickelt sich dynamisch und erwartet auch bei Stärken neue Anwendungskonzepte und Rezepturen. Durch den Forschungsschwerpunkt „neue Lebensmitteltrends“ möchte AGRANA verstärkt die wachsenden Konsumentenbedürfnisse im Bereich „plant-based food“ (vegane Fleisch- und Milchalternativprodukte) bedienen.
Die weiterhin steigende Nachfrage nach E-Nummer-freien sogenannten „Clean Label“-Produkten forciert die Entwicklung neuer Stärkeprodukte. Neuartige Technologien, die eine Rohstoffveredelung auch unter Einhaltung der Bio-Richtlinien ermöglichen, werden dabei eingesetzt. Aufgrund von Gesetzesänderungen wurden für bestehende Bio-Verzuckerungsprodukte und Säuglingsmilchnahrung noch höhere Qualitätsstandards eingeführt, welche durch neu entwickelte und bereits implementierte Anpassungen in den jeweiligen Prozesslinien erfüllt wurden. Im Bereich vegetarische und vegane Nahrungsmittelzubereitungen untersuchte AGRANA u.a. Nebenprodukte aus der Stärkegewinnung hinsichtlich ihres Potenzials als Lebensmittelzusatz zur Erhöhung des Nährstoffgehaltes. Auch wurde ihre Wirkung als funktionelles Additiv für rein pflanzenbasierte Ernährung geprüft. In Zusammenhang mit der AGRANA-Klimastrategie, mit dem Ziel einer CO2-neutralen Produktion auch im Stärksegment, fanden verstärkt Evaluierungen zur thermischen Verwertung von bzw. zur Gewinnung von Biogas aus Nebenprodukten der Stärke- und Bioethanolproduktion statt.
Effizienzsteigerungen bei gängigen Produktionsprozessen im technischen Bereich sowie die Erforschung neuer Stärkeprodukte, um nachhaltigere Lösungen in unterschiedlichen Anwendungen anbieten zu können, standen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vordergrund. Im Baubereich kam es zur Entwicklung neuer Produkttypen, insbesondere für die Anwendung in Fliesenkleber. Mit der Entwicklung von besonders umweltfreundlichem Stärkeether konnte das Portfolio dem Eco-Label-Trend entsprechend erweitert werden. Alternativen zu synthetischen Bindemitteln, insbesondere im Klebstoffbereich, gewinnen immer mehr an Bedeutung und auch in diesem Zusammenhang sind neue Ansätze in der Stärkeentwicklung gefragt. Mit Hilfe neuer Technologien konnten erstmals Stärkeprodukte mit neuen Möglichkeiten bei den Klebeeigenschaften hergestellt werden. Die erfolgreiche Entwicklung im Bereich heimkompostierbarer stärkebasierter Biokunststoffe konnte fortgesetzt werden. Durch Optimierung der Prozessführung wurde eine ökologisch und ökonomisch vorteilhaftere Herstellung von stärkebasierten Compounds erzielt. In enger Kooperation mit externen Partnern wurden maßgeschneiderte Lösungen für neue Anwendungen für Lebensmittelverpackungen entwickelt.
Der bei der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Rohstoffen anfallende Klärschlamm stellt eine wertvolle Ressource für die Anwendung als Biodünger dar. Es wurden Verfahren zur signifikanten Erhöhung der Trockensubstanz im Herstellungsprozess erarbeitet.
Bei der Bioethanolproduktion sind Prozessoptimierung ein wichtiger Teil der Forschungsaktivitäten. AGRANA legte zuletzt einen besonderen Fokus auf Energieeinsparungen, u.a. durch Optimierungen bei der Eindampfung.
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Rohstoffes Zuckerrübe weiter zu gewährleisten bzw. zu erhöhen, wird an Lösungen zur Steigerung der Zuckererträge gearbeitet. Vor allem klimatische Veränderungen führen zu einem verstärkten Befallsdruck durch Schädlinge und einer stärkeren Verbreitung von Blattkrankheiten im Zuckerrübenbestand. Da Wirkstoffe wie Neonicotinoide zum Schutz der Zuckerrüben vor Schädlingen wie dem Rübenbrüssler (Rüsselkäfer) zunehmend in der Kritik stehen, arbeitet AGRANA gemeinsam mit den Rübenbauern an neuen Lösungsansätzen. Umfassende Monitorings zum Auftreten der Schädlinge sind Basis des Aufbaus und der Bedienung von Warndiensten, welche rechtzeitige Maßnahmen zur Regulierung dieser Schadinsekten erlauben. Einen speziellen Schwerpunkt stellen Arbeiten zur Populationskontrolle des Rübenbrüsslers dar, welche mechanische, insektizide und v.a. biologische Maßnahmen auf Zuckerrübenflächen umfassen. Generell gibt es im Rübenanbau verstärkte Restriktionen im Boden- und Düngemanagement und es gilt in der landwirtschaftlichen Forschung mit diesen neuen Rahmenbedingungen umzugehen. Die Entwicklung neuer Rubensorten mit hoher Toleranz gegenüber der Blattfleckenkrankheit der Zuckerrübe (Cercospora beticola) ist ein Weg von AGRANA, um der rückläufigen Zahl an anwendbaren fungiziden Wirkstoffen entgegenzuwirken. Weiterentwicklungen von Bodenbearbeitungskonzepten und gezieltes Sorten- und Düngemanagement sollen helfen, um unproduktive Verluste an Wasser zu vermeiden. Auch im Fokus der Entwicklungsarbeiten stehen Verbesserungen bei Zwischenfruchtmischungen. Ihr Anbau schützt die Böden vor Erosion und Auswaschungserscheinungen. Die Bodenfruchtbarkeit wird durch den hohen Anfall an organischer Substanz erhöht.
Klimatische Einflüsse, wie Trockenheit und Hitze, aber auch Rübenkrankheiten, können die Qualität der Zuckerrüben beeinträchtigen und beeinflussen somit auch die Verarbeitung in den Werken. Daher arbeitet AGRANA kontinuierlich an der Optimierung des Verarbeitungsprozesses und des Hilfsstoffeinsatzes. Der Schwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde auf Prozessoptimierungen im Zuckerhaus gelegt, um eine höhere Zuckerausbeute bei geringerer Melassereinheit, und damit auch geringerem Energieeinsatz, zu erreichen. Vor dem Hintergrund des EU Green Deal wurde zu diesem Zweck ein gefördertes Projekt gestartet, in welchem verschiedene innovative Verfahren und Technologien zur Optimierung der Qualität von Zuckersirupen untersucht werden. Ziel ist es, die Kristallisation von Weißzucker mit minimalem Einsatz an fossilen Energieträgern zu ermöglichen. Bei den Zuckerprodukten im Retailbereich wurden neue Verpackungsmaterialien geprüft, welche bei gleichem Produktschutz wie bisher ohne Verbundmaterialien auskommen und damit Plastik reduzieren sollen.
Aufgrund der in der EU geführten Diskussion zu Richtwerten für Nitrat und Nitrit in Futtermittelausgangserzeugnissen der Zuckerindustrie wurde ein mehrjähriges gefördertes Forschungsprojekt in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien durchgeführt und im Geschäftsjahr 2021|22 abgeschlossen. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes stellen nunmehr die Produktion von Melasse mit geringem Nitrat- und Nitritgehalt in den Zuckerfabriken sicher.
Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2021|22 durchschnittlich 8.877 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.920 Mitarbeitende), davon 2.476 (Vorjahr: 2.519) in Österreich und 6.401 (Vorjahr: 6.401) international. Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:
| Durchschnittliche Mitarbeiter- | anzahl (Köpfe) | Durchschnittliche Anzahl an FTEs¹ | Mitarbeiter (Köpfe) zum Bilanzstichtag |
|---|---|---|---|
| Segment | 2021 | 22 | 2020 |
| Frucht | 5.772 | 5.703 | 5.662 |
| Stärke | 1.171 | 1.178 | 1.137 |
| Zucker | 1.934 | 2.039 | 1.892 |
| Konzern | 8.877 | 8.920 | 8.691 |
Im Geschäftsjahr 2021|22 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.691 FTEs (Vorjahr: 8.847 FTEs) beschäftigt. Im Segment Frucht sank die Personalanzahl hauptsächlich durch einen geringeren Bedarf an temporären Mitarbeitenden aufgrund von niedrigen Erntevolumina. Die Reduktion im Segment Stärke war primär auf die Arbeitsmarktsituation sowie auf das geringere Auftragsvolumen zurückzuführen. Im Segment Zucker haben die organisatorischen Veränderungen zu einem Personalrückgang geführt. Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft² betrug per 28. Februar 2022 42 Jahre (Details zur Altersstruktur siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2021|22, Seite 200). 29,8 % (Vorjahr: 29,5 %) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 64,5 % (Vorjahr: 66,2 %).# Personal- und Sozialbericht
Die Fluktuation³ im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2021|22 16,9 % (Vorjahr: 14,9 %). Der Anteil der Beschäftigten mit einem Teilzeitvertrag⁴ lag bei 4,0 %. Der Anteil der Leiharbeitskräfte⁵ lag bei 5,7 %.
¹ Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalentes)
² Mitarbeitende in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften
³ Fluktuation = Summe im Geschäftsjahr gemeldeter Austritte von unbefristeten AGRANA-Mitarbeitern ÷ durchschnittliche Anzahl (Köpfe) unbefristeter AGRANA-Mitarbeiter
⁴ Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen per 28. Februar 2022
⁵ Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen im Geschäftsjahresdurchschnitt
⁶ Siehe GRI-Berichtsgrenzen
⁷ Vorjahr siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2021|22, Seite 196
⁸ Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeitende
⁹ Managementfunktionen der 2. und 3. Berichtsebene
¹⁰ 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)
¹¹ Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeitenden der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.
Im Fokus der Personalstrategie von AGRANA stehen nachhaltiges sowie unternehmerisches Denken und Handeln. Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und soziales Bewusstsein bilden einen unverzichtbaren Teil der Unternehmenskultur, was aufgrund des internationalen und von kultureller Diversität geprägten Umfeldes von großer Bedeutung ist.
| Befristete Dienstverhältnisse⁸ | Unbefristete Dienstverhältnisse | Angestellte im Management⁹ | Davon Executive Leadership¹⁰ | |
|---|---|---|---|---|
| Gesamt Frauen | Gesamt Frauen | Gesamt Frauen | Gesamt Frauen | |
| Segment | ||||
| Frucht | 1.340 56,9 % | 2.500 22,4 % | 1.594 47,2 % | 4.094 32,1 % |
| Stärke | 51 15,7 % | 720 12,6 % | 391 47,1 % | 1.111 24,8 % |
| Arbeiter | ||||
| Angestellte | ||||
| Zucker¹¹ | 150 33,3 % | 939 17,3 % | 690 41,2 % | 1.629 27,4 % |
| Arbeiter | ||||
| Angestellte | ||||
| Konzern | 1.541 53,2 % | 4.159 19,5 % | 2.675 45,6 % | 6.834 29,8 % |
| Executive Leadership (1. Ebene)¹⁰ | 303 26,4 % | 9 11,1 % | ||
| 71 18,3 % | 2 50,0 % | |||
| 144 27,8 % | 16 18,8 % | |||
| 518 25,7 % | 27 18,5 % |
Diversität und Inklusion ist als fester Bestandteil in AGRANAs Grundprinzipien, dem Verhaltenskodex und einer ergänzenden Diversity & Inclusion (D&I)-Richtlinie verankert, um den Erhalt und die Förderung der Vielfalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren gleichberechtigte Teilnahme im Unternehmen auszubauen und weiter zu verstärken. Mit der D&I-Initiative setzt sich AGRANA für eine vielfältige und inklusive Unternehmenskultur für ihre Mitarbeitenden weltweit ein und trägt täglich dazu bei, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Einschränkung und Diskriminierung ist.
Der international tätige Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen geht in der Umsetzung von Maßnahmen voran. Er verfügt bereits über ein flächendeckendes Netz von D&I Beauftragten, die sich um das Ausrollen lokaler und standortübergreifender D&I-Initiativen, die Einhaltung der D&I-Richtlinie und Kernprinzipien sowie die Betreuung der lokalen Beschäftigten kümmern. Im Geschäftsjahr 2021|22 wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein in der D&I-Initiative erreicht, indem im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen weltweit Schulungen zu unbewussten Vorurteilen durchgeführt wurden, um das Bewusstsein dafür zu schärfen.
Leistungsbereitschaft, Integrität und Kooperation sind weitere feste Bestandteile im Wertekatalog der Personalstrategie von AGRANA. Besonderes Augenmerk wird auf die Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelegt, um deren Potenziale zu erkennen und zu fördern und die fortwährende Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem sollen die Effizienz der Personalprozesse verbessert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht werden. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.
Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2021|22 unterlagen 10,5 % (Vorjahr: 10,8 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.
Die AGRANA Beteiligungs-AG belegte im Geschäftsjahr 2021|22 im Rahmen der BEST RECRUITERS Studie den dritten Platz im österreichischen Branchenranking der Nahrungsmittel- bzw. Konsumgüterherstellung und wurde mit dem BEST RECRUITERS-Gütesiegel 2021/22 ausgezeichnet. BEST RECRUITERS ist die größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum und untersucht jährlich die Qualität der Recruiting-Maßnahmen der Top-Arbeitgeber in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Die Studie umfasst dabei über 200 wissenschaftliche Kriterien aus den Bereichen Recruiting-Präsenz, Stellenanzeigen und Umgang mit Bewerberinnen und Bewerbern. Die Verleihung des BEST RECRUITERS-Gütesiegels bekräftigt, dass ein wertschätzender und freundlicher Umgang mit potenziellen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für AGRANA ein großes Anliegen ist. AGRANA sieht die Auszeichnung als Bestätigung ihrer Bestrebungen, die Qualitätsmaßstäbe bei der Suche nach neuen Talenten kontinuierlich weiterzuentwickeln sowie auch als Motivation, neuen Recruiting-Trends zu folgen. Die Tochtergesellschaft Moravskoslezskés Cukrovary A.S. in Tschechien wurde im Geschäftsjahr 2021|22 mit dem dritten Platz als „Employer of the Year 2021“ in der Region Südmähren ausgezeichnet.
Bei AGRANA stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten im Mittelpunkt. Deshalb ist es für AGRANA umso wichtiger, die Potenziale der Mitarbeitenden zu erkennen, zu fördern und in diese zu investieren. Mit einer Vielzahl an fachlichen Schulungen, Sprachkursen, Trainings im Bereich der Persönlichkeitsbildung und gezielten konzernübergreifenden Programmen fördert AGRANA den stetigen Ausbau und Transfer von Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Personalentwicklungsmaßnahmen verbessern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sie tragen auch zur Motivation und zum Engagement der Mitarbeitenden bei.
AGRANA bietet laufend konzernweite On-Boarding-Programme und Welcome Days an, um neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Überblick über die gesamte AGRANA-Gruppe und auch über den eigenen Arbeitsbereich zu geben. Diese wurden im letzten Jahr vielfach auf den Online-Modus umgestellt, um den derzeitigen Anforderungen gerecht zu werden. Die Schwerpunkte im Aus- und Weiterbildungsbereich lagen im Geschäftsjahr 2021|22 in der Entwicklung von Führungskräften und in der Setzung von Impulsen zu aktuellen Themen wie z.B. Resilienz oder Kooperation im hybriden Arbeiten. Ein besonderer Fokus wurde auf die neuen Wege der Zusammenarbeit im Team als auch zwischen den Teams gelegt, um die neuen Anforderungen an die flexible Arbeitswelt bestmöglich bewältigen zu können.
AGRANA hat im Geschäftsjahr 2021|22 durchschnittlich 93 Lehrlinge (davon weiblich: 19 bzw. 20,4 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 68 Lehrlinge (davon weiblich: sieben bzw. 10,3 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien und Brasilien, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 25 Lehrlinge (davon weiblich: zwölf bzw. 48 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbautechnik, Metalltechnik, Labortechnik (Chemie), Chemieverfahrenstechnik, Lebensmitteltechnik, Mechatronik, Industrielehre, Technisches Zeichnen sowie Logistik. Um die Attraktivität von Lehrberufen zu steigern und um Schülerinnen und Schülern Berufschancen in technischen Berufen aufzuzeigen, wurden an einzelnen Standorten Informationsbroschüren für Lehrlinge aufgelegt. Daneben nahmen Standorte an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von Lehrberufen teil, die im Berichtsjahr 2021|22 teilweise virtuell und teilweise auch physisch stattfanden. Zudem wurden Lehrlingen Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Weiters wurde die Online-Präsenz in den sozialen Medien fortgeführt.
¹ Mitarbeitende in einem unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
² Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.
| Segment | 2021|22 | 2020|21 |
| :---------- | :------------------------------------------------------------------------------ | :------------------------------------------------------------------------------ |
| | Trainingsstunden pro Mitarbeiter (Durchschnitt) | Anteil der Mitarbeiter, die ein Training absolvierten | Trainingsstunden pro Mitarbeiter (Durchschnitt) | Anteil der Mitarbeiter, die ein Training absolvierten |
| | Gesamt | Männer | Frauen | | Gesamt | Männer | Frauen | |
| Frucht | 19,6 | 19,3 | 20,3 | 90,7 % | 18,3 | 17,3 | 20,1 | 83,4 % |
| Arbeiter| 17,1 | 17,5 | 15,9 | 92,3 % | 16,5 | 15,6 | 19,5 | 83,1 % |
| Angestellte| 23,6 | 23,5 | 23,7 | 88,3 % | 21,0 | 21,3 | 20,7 | 83,7 % |
| Stärke | 7,6 | 6,7 | 10,2 | 67,7 % | 11,2 | 10,6 | 12,8 | 94,0 % |
| Arbeiter| 7,2 | 6,7 | 10,4 | 51,7 % | 9,2 | 8,6 | 13,4 | 92,3 % |
| Angestellte| 8,3 | 6,6 | 10,2 | 97,4 % | 14,8 | 16,7 | 12,5 | 97,1 % |
| Zucker² | 16,1 | 16,7 | 14,4 | 97,8 % | 16,9 | 17,5 | 15,1 | 95,0 % |
| Arbeiter| 17,5 | 18,7 | 12,4 | 98,9 % | 20,6 | 21,4 | 17,3 | 96,1 % |
| Angestellte| 14,1 | 13,1 | 15,6 | 96,3 % | 11,8 | 10,5 | 13,9 | 93,6 % |# Konzern
Der Anteil der verpflichtenden Trainingsstunden (inklusive Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Compliance-Schulungen etc.) betrug im Geschäftsjahr 2021|22 60,2 %. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2021|22 auf rund 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €), was 0,6 % (Vorjahr: 0,6 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.
In der Zeit während der COVID-19-Pandemie wurden neue Formen der Zusammenarbeit gelebt. Vor allem die hybride Form der Zusammenarbeit nahm im Geschäftsjahr 2020|21 eine immer wichtigere Rolle ein. Bei AGRANA werden diese Erfahrungen nun dauerhaft im Unternehmen etabliert. Dazu benötigt es gut abgestimmte Spielregeln, die eine Kultur des Vertrauens und der Ergebnisorientierung voraussetzen. Aus diesem Grund wurde für die österreichischen AGRANA-Standorte die „Home Office-Richtlinie“ erarbeitet, welche den notwendigen Rahmen für das neue hybride Modell bildet. Mit begleitenden Maßnahmen wurden die Teams unterstützt, die für sich passende Form des hybriden Zusammenarbeitens zu finden und somit die Entwicklung zu Hybrid High-Performance Teams zu ermöglichen.
Ein zusätzliches Augenmerk im Geschäftsjahr 2021|22 lag auf der weiteren Digitalisierung von Personalentwicklungsmaßnahmen. Schon bestehende und etablierte Formate wurden in einem digitalen Format angeboten. Ein gutes Beispiel dafür ist das sogenannte INCA-Meeting (Information and Communication @ AGRANA), das einen starken Fokus auf Vernetzung innerhalb bzw. Kennenlernen der gesamten AGRANA-Gruppe legt. 32 Teilnehmende aus aller Welt hatten die Möglichkeit, mit der Geschäftsführung in Kontakt zu treten und spannende Fragen direkt an diese zu adressieren. Die fünf Einheiten im Zeitverlauf von drei Wochen waren gefüllt mit Vorträgen von Expertinnen und Experten sowie der Geschäftsführung, einer Impuls-Session zum Thema digitales Arbeiten und einem Hackathon. Das Gewinnerprojekt des Hackthons wurde anschließend divisionsübergreifend weiterverfolgt. Auf diese Weise wurde jungen, ambitionierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Plattform geboten, um segmentübergreifende Kontakte zu knüpfen und beim Topmanagement auf sich aufmerksam zu machen.
Für AGRANA ist Feedback ein wichtiges Instrument, um persönlich und beruflich wachsen zu können. Daher haben Mitarbeitende bei AGRANA die Möglichkeit, an einem 360° Feedback teilzunehmen. Ziel des AGRANA 360° Feedbacks ist es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, als teilnehmende Feedback-Empfänger, einen individualisierten Impuls für die eigene Kompetenzentwicklung entlang der AGRANA-Kompetenzen zu geben. Dabei erhalten sie ganzheitliches, strukturiertes, anonymes Feedback aus dem eigenen Arbeitsumfeld entlang eines Fragebogens. Die Auswertung zeigt individuelle Stärkenfelder, Lernfelder und blinde Flecken. Insgesamt haben im Geschäftsjahr 2021|22 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am AGRANA 360° Feedback-Prozess teilgenommen und somit wertvolles Feedback für ihren weiteren Weg erhalten.
Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt.
Arbeitssicherheitskennzahlen der AGRANA-Gruppe¹ in den Geschäftsjahren 2021|22, 2020|21 und 2019|20
| Verletzungsrate² | Rate schwerer Verletzungen³ | Rate der Todesfälle aufgrund schwerer Verletzungen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Segment | Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | Männer | Frauen |
| **2021 | 22** | ||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,5 | 0,5 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 2,3 | 2,7 | 0,8 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 1,9 | 2,4 | 0,8 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,1 | 0,1 | 0,0 |
| Konzern | 1,4 | 1,9 | 0,6 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| **2020 | 21** | ||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,5 | 0,5 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 2,4 | 2,8 | 1,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 2,7 | 3,1 | 1,7 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Konzern | 1,6 | 2,1 | 0,7 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| **2019 | 20** | ||||||||
| Frucht | 1,1 | 1,4 | 0,6 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Stärke | 2,8 | 3,4 | 0,4 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zucker | 2,6 | 2,8 | 1,9 | 0,1 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Konzern | 1,6 | 2,1 | 0,8 | 0,0 | 0,1 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
Im Geschäftsjahr 2021|22 ereigneten sich zwei tödliche Arbeitsunfälle (Vorjahr: 0 Todesfälle). Im Berichtsjahr 2021|22 ereigneten sich 127 Arbeitsunfälle (Vorjahr: 146) in der AGRANA-Gruppe¹. Weiters ereigneten sich 5 Unfälle von Kontraktoren (Vorjahr: 5 Unfälle), die aus organisatorischen Gründen nicht in den Arbeitssicherheitskennzahlen enthalten sind.
1 Mitarbeitende im befristeten und unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
2 Verletzungsrate = (Gesamtanzahl zu dokumentierender Unfälle⁵ ÷ Gesamtarbeitszeit⁶) x 200.000⁷
3 Rate schwerer Verletzungen = (Gesamtanzahl schwerer Verletzungsfälle⁴ ÷ Gesamtarbeitszeit⁶) x 200.000⁷
4 Eine Verletzung ist als schwer zu betrachten, wenn keine vollständige Erholung bzw. Genesung innerhalb von sechs Monaten nach dem Unfall erfolgt.
5 In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag, an dem der/die Mitarbeitende aufgrund des Vorfalls dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegunfälle).
6 Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden.
7 Erklärung Faktor 200.000: Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über Unternehmensgrenzen Hinweg dienen. Dieser entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeiter (40 x 50 x 100). Damit versucht man die durchschnittliche unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeitende umzurechnen.
Art und Anzahl der Arbeitsunfälle 2021|22
Prellungen, Quetschungen, Schürfwunden (46), Rutschen/Stürzen/Fallen mit Folgeverletzungen (28), Schnitt- und Stichverletzungen (19), Verbrennungen und Verbrühungen (10), Verletzungen durch falsches Heben, Tragen oder Lagern (13), Dienstliche Wegeunfälle (3), Augenverletzungen (3), Sonstige (5)
Arbeitssicherheitsziele der AGRANA-Gruppe¹ im Geschäftsjahr 2021|22 und Ziele der Folgejahre
1 Mitarbeitende in den GRI-Berichtsgrenzen
2 Begriffsdefinition siehe Seite 80
3 Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage⁴ ÷ Gesamtarbeitszeit) * 200.000²
4 Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen
Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen.
In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine - wenn auch unterschiedlich ausgestaltete - gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.
Die AGRANA-Gruppe erhebt neben den gesetzlich vorgeschriebenen lokalen Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Berichtspflichten (z.B. an Versicherungsträger) seit vielen Jahren monatlich, weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit. Damit wird eine bessere konzernweite Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen gewährleistet und die Basis für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen und Zielen im Rahmen der Programme in den Geschäftssegmenten bzw. -bereichen geschaffen. Der jährlich einberufene zentrale Arbeitsschutzausschuss dient den Arbeitssicherheitsbeauftragten der europäischen Standorte, den verantwortlichen Geschäftsführern, Personalverantwortlichen und Mitarbeitervertretern zum überregionalen und funktionsübergreifenden Austausch zu Sicherheits- und Gesundheitsthemen, wie z.B. der Analyse ausgewählter Unfälle bzw. Unfallarten (auch an außereuropäischen Standorten) und der Diskussion weiterer Maßnahmen zur Unfallvermeidung. Im international tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bestehen ebenfalls funktional divers zusammengesetzte Arbeitsgruppen und Beratungsgremien, die das Arbeitssicherheitsprogramm „Safety First“ des Bereiches zum Vorreiterprogramm in Sachen Arbeitssicherheit in der AGRANA-Gruppe gemacht haben.
Leider hat AGRANA trotz aller Sicherheitsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2021|22 zwei tödliche Arbeitsunfälle am Standort der AGRANA Zuckerfabrik Buzau|Rumänien zu berichten. Diese betrafen Mitarbeiter, die im Rahmen sogenannter „Goodwill Actions“, Kollegen bzw. einem Transporteur Hilfestellungen außerhalb ihres eigentlichen Aufgabengebietes bzw. Arbeitsauftrages leisten wollten.# Konzernlagebericht
Einerseits im Rahmen der Reinigung einer verstopften Transportschnecke bzw. andererseits beim Einweisen eines Produkte abholenden LKWs an die Laderampe. Die tragischen Todesfälle wurden im Rahmen der Weiterentwicklung des Unfallpräventionskonzeptes und der Verstärkung segmentübergreifender wechselseitiger interner Sicherheitsaudits adressiert.
Die COVID-19-Pandemie prägte auch im zweiten Pandemiejahr 2021|22 weiterhin die AGRANA-Geschäftstätigkeit, wenngleich sich aufgrund der Lerneffekte aus dem ersten Pandemiejahr eine gewisse „Pandemie-Routine“ entwickelte. Mit einem durchdachten Präventionskonzept gelang es in der AGRANA-Gruppe, die COVID-19-Fälle auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau zu halten. Alle AGRANA-Produktionsstandorte setzen entsprechende Präventionsmaßnahmen wie z.B. kontaktlose Schichtübergabe, Abstandsregeln, Nutzung persönlicher Schutzausrüstung und verschärfte Hygieneregeln, die den jeweiligen Notwendigkeiten im Rahmen des lokalen Infektionsgeschehens angepasst wurden, um. Auch kurzfristige Betriebseinstellungen wurden an zwei Standorten als Präventionsmaßnahme gegen eine weitere COVID-19-Ausbreitung unter der lokalen Belegschaft umgesetzt. Ein Fruchtsaftkonzentratstandort in Polen startete in eine verfrühte, zeitlich etwas verlängerte weihnachtliche Betriebspause von 14 Tagen und der Fruchtzubereitungsstandort in Algerien stellte den Betrieb Ende Januar 2022 drei Tage ein. Weitere Präventivmaßnahmen umfassten regelmäßige kostenlose COVID-19-Antigen-Schnelltests und Impfungen gegen COVID-19 an vielen Standorten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung arbeiteten in den Phasen hoher lokaler Infektionszahlen, wo es möglich war, aus dem Home-Office. Durch virtuelle Meetings und Abstimmungen konnte der regelmäßige Austausch gewährleistet werden. Durch die gesetzten Maßnahmen ist AGRANA seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in der Lage, die Versorgung ihrer Kunden mit ihren Produkten trotz der zusätzlichen Herausforderungen zu gewährleisten. AGRANA hat für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich seit Ausbruch der Pandemie keine staatlich geförderten Kurzarbeitsmodelle in Anspruch genommen.
82 Konzernlagebericht
Bezüglich Sicherheitsmaßnahmen für die Mitarbeitenden in der Ukraine aufgrund des Krieges wird auf das Unterkapitel Krieg in der Ukraine im Kapitel Risikomanagement, Seite 91, verwiesen.
Im Rahmen der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bietet AGRANA unter dem Begriff „AGRANA Fit“ an vielen Standorten Gesundenuntersuchungen und/oder Impfungen (Grippeschutz, FSME, COVID-19, Titer-Bestimmungen etc.) an. Diese sollen zum Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Mitarbeitenden beitragen. Zusätzlich bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Gesundheitsorganisationen und Fitnesseinrichtungen.
AGRANA bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zahlreiche sportliche Angebote, wie z.B. Laufgruppen, Deep Work, Zumba Toning, High-Intensity-Intervall-Training (HIIT), Afterwork Bodyweight sowie Vinyasa Flow Yoga-, Pilates- und Bootcamp-Kurse an. Die Kurse wurden im Geschäftsjahr 2021|22 in einem digitalen Format angeboten, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch eine Teilnahme aus dem Home-Office zu ermöglichen. Neben der großen Vielfalt an Gesundheits- und Sportangeboten wurden auch zahlreiche Workshops zur Information, Sensibilisierung und Weiterbildung in den Bereichen Work-Life-Balance-Management, Ernährung, Stress- und Burnout-Prävention sowie Workshops für richtige Ergonomie am Arbeitsplatz angeboten. Da gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil für das persönliche Wohlbefinden ist, macht AGRANA die Mitarbeitenden mit Workshops und lokalen Aktionen, wie z.B. frischem Obst zur freien Entnahme, auf die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung aufmerksam.
Neben diesen Angeboten zur Verbesserung der physischen Gesundheit wurde im Geschäftsjahr 2021|22 an allen österreichischen Standorten eine Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden mittels Fragebogen und freiwilligen vertiefenden Gruppeninterviews zu verschiedenen Aspekten ihres Arbeitsalltages befragt. Die Rücklaufquote war sehr hoch und es wurden über alle österreichischen Standorte hinweg durchwegs gute Ergebnisse erzielt. Nach erfolgter Analyse wurden einige Themenbereiche in Arbeitsgruppen aufgearbeitet und die Ergebnisse anschließend den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Management und dem Betriebsrat präsentiert. Das Projekt wurde durch eine segmentübergreifende Arbeitsgruppe gesteuert, die weiterführende Maßnahmendefinition und Umsetzung erfolgte dann durch diverseste Interessensgruppen innerhalb der Gesellschaften.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk „Unternehmen für Familien“ beigetreten (siehe auch Corporate Governance-Bericht). Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien), variable Arbeitszeit und auch ein Eltern-Kind-Büro am Standort in Wien.
83 Risikomanagement (inklusive Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen.
Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor. Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten. Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe, erlaubt.# Risikomanagement
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. In weiterer Folge werden zukünftig die Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnen.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten (siehe dazu auch Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 30ff), die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
Im Bereich der Energiebeschaffung war das Geschäftsjahr 2021|22 von historisch massiven Preissteigerungen gekennzeichnet. Die zukünftige Preisentwicklung der Energieträger kann einen bedeutenden Einfluss auf die Profitabilität von AGRANA haben. Zur Fixierung von Energiepreisen werden Gas- und Stromvolumina in einem bestimmten Ausmaß über einen mittelfristigen Zeithorizont gesichert.
Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und diesen entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden beschaffungsseitig Jahresverträge abgeschlossen.
Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken zentral gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen. Dem Risiko schwankender Energiepreise wird anhand von frühzeitiger Absicherung im Energieeinkauf entgegengewirkt. Besondere Herausforderungen im Geschäftsjahr 2021|22 waren die Weitergabe erhöhter Rohstoffpreise bei Buntsäften, die Bewältigung der globalen Transportkrise und das Management der Energie- und Verpackungskosten.
Im Segment Stärke sind Mais und Weizen die Hauptrohstoffe. Daneben sind auch die Energiekosten wesentlicher Teil der Herstellkosten. Die Möglichkeit, Beschaffungspreisschwankungen den Kunden weiterzugeben ist vom Produkt bzw. der Branche abhängig. Bei Stärken und Nebenprodukten führen Beschaffungspreisveränderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch Rohstoff- und Energiepreisrisiken teilweise kompensiert werden („Natural Hedge“).
Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform „Platts“ ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei den Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen.
Die Versorgung mit Rohstoffen kann durch Beschaffung auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten weitgehend als gesichert betrachtet werden. Die Versorgung mit Spezialrohstoffen wird durch Kontraktanbau und Lieferverträge in adäquatem Ausmaß sichergestellt. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des regelmäßigen Reportings und werden an den AGRANA-Vorstand berichtet.
Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohr-Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus - im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte - für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Die Verfügbarkeit von Zuckerrüben gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die finalen Rübenpreise teilweise vom Zuckerverkaufspreis abhängen.
AGRANA intensivierte zur Aufrechterhaltung beider Zuckerfabriken in Österreich ihre Bemühungen in Kooperation mit den Rübenbauern bzw. Rübenbauernverbänden zur Kontrahierung der dafür erforderlichen Rübenmenge. Hierzu werden ausverhandelte Mindestpreise für Zuckerrüben gezahlt, sodass die Landwirte mit planbaren und damit stabileren Rahmenbedingungen kalkulieren können. Mögliche zukünftige Streichungen von nationalen gekoppelten Prämien für den Anbau von Rüben an Landwirte in den Anbauregionen von Ungarn, Rumänien, Tschechien und der Slowakei werden sich negativ auf das Einkommen der lokalen Landwirte auswirken und können ein Preis- und/oder Mengenrisiko für AGRANA darstellen.
Für die Raffinationsstandorte in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus den Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU und die CEFTA-Länder ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Darüber hinaus werden auch im Falle von Exporten von Weißzucker diese bzw. Industriekontrakte mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.
Die Produktionsvorgänge, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen sowie den Umstieg auf emissionsärmere bzw. erneuerbare Energieträger. Für die eingesetzten Energieträger werden teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.
Nach mehreren Jahren des kontinuierlichen Preisrückgangs war im Geschäftsjahr 2021|22 ein Aufwärtstrend bei den durchschnittlichen Zuckerpreisen in der EU zu beobachten. Der europäische Zuckermarkt steht weiterhin vor zahlreichen Herausforderungen: Die COVID-19-Pandemie beeinflusst den Verbrauch und den Handel immer noch erheblich und führte u.a. auch zu einem Anstieg der Energie- und Transportkosten. Die Zuckerrübe in der EU steht darüber hinaus in starkem Wettbewerb mit anderen landwirtschaftlichen Kulturen wie z.B. Mais oder Weizen. Die weitere Entwicklung der Zuckerpreise auf den europäischen Märkten sowie auf den Märkten außerhalb der EU wird auch zukünftig die Ergebnissituation im Segment Zucker wesentlich beeinflussen.
Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können.
AGRANA tätigt zur Stärkung bzw. zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Investitionen in allen Segmenten. Darüber hinaus werden Investitionen in neue Märkte evaluiert und vorgenommen.
Die politisch instabile Situation in Weißrussland und die Unruhen in Kasachstan können sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage, die Entwicklungen werden laufend und engmaschig beobachtet (zum Krieg in der Ukraine siehe Risikomanagement, Seite 91). Des Weiteren steht speziell in Argentinien, China und der Türkei das volkswirtschaftliche Umfeld und dessen Auswirkung auf die Marktgegebenheiten unter ständiger Beobachtung.# IT-Risiken
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 68f im Segment Zucker berichtet.
Zuckermarktordnung: Seit dem 1. Oktober 2017 gelten für die europäische Zuckerindustrie neue Rahmenbedingungen. Teil dieser neuen Rahmenbedingung ist die Verbesserung der Markttransparenz in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Die EU-Kommission hat mit den Durchführungsverordnungen (EU) 2017/1185 und (EU) 2019/1746 neue Regulierungsmaßnahmen in Form von verschiedenen Meldepflichten beschlossen. Damit soll die Transparenz in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor verbessert werden, um die Wirtschaftsbeteiligten und die Behörden zu befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen und um das Verständnis der Marktteilnehmer für Marktentwicklungen zu verbessern. Dadurch entsteht erstmals die Notwendigkeit Preise auf Stufen der Wertschöpfungskette, die zwischen den Erzeugern der Rohstoffe und den Endverbrauchern liegen, zu erheben. Dies betrifft sowohl den Lebensmitteleinzelhandel als auch die Lebensmittelverarbeitungsbetriebe.
Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse.
Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben im Juni 2019 eine politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen erzielt. Der Antrag ging in jedem Mitgliedsland in einen Ratifizierungsprozess.
Die EU-Kommission verhandelt derzeit mit Australien und Neuseeland über die Ausgestaltung eines Freihandelsabkommens. Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten 30 Jahre die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um -55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990. Abgesehen von den Klimaambitionen werden unter dem Green Deal alle legislativen Bereiche auf ihren Einklang mit dem Ziel der Klimaneutralität überprüft. Dadurch können sich Änderungen ergeben, wie z.B. in der Industrieemissions-Richtlinie oder der Emissionshandels-Richtlinie. Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch die Diskussionen rund um ein CO2-Grenzausgleichssystem sowie die Einführung eines CO2-Preises. Neben den Überlegungen zu einem CO2-Grenzausgleichssystem werden derzeit auch weitere Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung weiterer Umweltkriterien für definierte Güter im Rahmen von Importen aus Drittstaaten, wie z.B. der Verordnungsvorschlag über entwaldungsfreie Lieferketten, diskutiert.
87 Konzernlagebericht
Weitere für AGRANA v.a. im Bereich ihrer Lieferkette wichtige Arbeitspakete des Green Deals sind u.a. die „Vom Hof auf den Tisch“-Initiative, die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft sowie die Biodiversitätsstrategie. Daneben stellt die Sicherstellung sozialer Mindeststandards in der Lieferkette, die Deutschland im Rahmen des ab 2023 national anzuwendenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes bereits verabschiedet hat, auch für die EU-Kommission einen zukünftigen Arbeitsschwerpunkt dar. Ein weiteres wichtiges Kernelement des EU Green Deal zur Transformation in Richtung emissionsarmer Gesellschaft ist die Umlenkung von Finanzströmen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, die einen Beitrag zum Erreichen der sechs EU-Umweltziele, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, leisten. Im Sommer 2020 hat die EU mit der EU-Taxonomie ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den Ausweis nachhaltiger bzw. „grüner“ Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben definiert, die insbesondere einem der vorgenannten Umweltziele dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen. Im Juli 2021 wurden im Rahmen eines delegierten Rechtsaktes Vorgaben für einzelne Wirtschaftsaktivitäten und deren Beitrag zu den Umweltzielen eins und zwei veröffentlicht. Bisher bestehen nur für einen sehr geringen Teil der AGRANA-Geschäftstätigkeiten bzw. Produkte Vorgaben, der Großteil ist in der EU-Taxonomie bisher noch nicht abgedeckt (siehe Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 30ff). Mit einer Ausweitung von Vorgaben auf die für AGRANA wesentliche Produktion von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelbestandteilen ist 2022 zu rechnen. Generell wird davon ausgegangen, dass sich mit steigendem Anteil „grüner“ Umsätze, Investitionen oder Betriebsausgaben Vorteile bei der Finanzierung und staatlichen Förderungen ergeben könnten. Aufgrund derzeit noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal, können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.
Am 21. Dezember 2018 wurde die Erneuerbare Energie Richtlinie der EU (RED II) verabschiedet, die eine wesentliche Bedeutung für die Geschäftstätigkeit im Segment Stärke hat. Aufgrund noch fehlender Klarstellungen und Definitionen seitens der EU-Kommission wird weiterhin an der nationalen Umsetzung dieser Richtlinie gearbeitet. Die diesbezügliche Umsetzungsfrist lief am 30. Juni 2021 aus. Diese Richtlinie sieht eine Untergrenze von 14 % erneuerbare Energie im Transportbereich bis zum Jahr 2030 vor. Der auf die Zielerreichung anrechenbare Anteil der getreidebasierten Biotreibstoffe wurde mit dem nationalen Beitrag im Jahr 2020, maximal jedoch 7 %, begrenzt. Weiters wurde ein Unterziel für sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe („2. Generation“) in Höhe von mindestens 3,5 % bis zum Jahr 2030 festgelegt. Die Rohstoffliste für die fortschrittlichen Biokraftstoffe wird in Anhang IX der Richtlinie festgelegt und kann durch die EU-Kommission ergänzt werden.
In Österreich beträgt das Substitutionsziel von Biotreibstoffen gemäß derzeit gültiger Kraftstoffverordnung 5,75 % (basierend auf RED I) und davon 3,4 % aus Bioethanol (jeweils bezogen auf den Energiegehalt). Die Einführung von E10 würde den Biotreibstoffanteil unmittelbar mit den vorhandenen Produktionskapazitäten auf das 7%-Ziel anheben. Auf nationaler Ebene würde damit nicht nur der RED II-Richtlinie entsprochen, sondern auch die nachweisbare Verringerung von Partikel-Emissionen könnte erreicht werden.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort.
88 Risikomanagement
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. Die BWB begründet dies v.a. damit, dass das Bundeskartellamt in seiner Entscheidung nur den Unwertgehalt des Verhaltens von Südzucker in Bezug auf Deutschland berücksichtigt habe, und dass die Verhängung einer "Zusatzstrafe" in Bezug auf Österreich sowohl zulässig als auch geboten sei. Mit Beschluss vom 27. März 2020 hat der OGH das Rekursverfahren unterbrochen und den EuGH um eine Vorabentscheidung zur Reichweite des Grundsatzes „ne bis in idem“ bei EU-Wettbewerbsverfahren gebeten. Der EuGH hat am 22.März 2022 entschieden, dass die Südzucker kein Bußgeld zu zahlen hat (also Verbot der Doppelbestrafung), wenn die in Österreich untersuchten Sachverhalte beim deutschen Settlement vor dem deutschen Kartellamt enthalten waren. Der Antrag wurde daher an die erste Instanz zurückgewiesen. Für das weitere Verfahren wird eine Dauer von zwei Jahren geschätzt. Weiters ist die AGRANA Stärke GmbH in einem Verfahren vor dem Handelsgericht Wien beklagte Partei. Die klagende Partei behauptet, einen Schaden aus einer Nichtlieferung von zugesagten Produktmengen erlitten zu haben. Das Verfahren befindet sich in der ersten Instanz, im Stadium der gerichtlichen Beweisaufnahme. Mit einem erstinstanzlichen Urteil ist im Geschäftsjahr 2022|23 zu rechnen. AGRANA hält die Ansprüche der klagenden Partei mangels wirksamer Vereinbarung der Abnahmemengen für unbegründet. Darüber hinaus bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet. Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Aufgrund des seit einigen Jahren, insbesondere im Euro-Raum, bestehenden negativen Zinsumfeldes im Geldmarktbereich kommt es auch bei variabel verzinsten Finanzanlagen und Finanzierungen für die AGRANA-Gruppe zu nachteiligen Auswirkungen. Bei Bankguthaben besteht das Risiko von weiterverrechneten Negativzinsen, wohingegen bei einigen Finanzierungen der negative Zinssatz nicht an AGRANA weitergegeben wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des „Cash Flow at Risk“ bzw. der „Modified Duration“ ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.
89 Konzernlagebericht
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert. Das Währungsrisiko wird durch den „Value at Risk“-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen, global verteilt, bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt (siehe dazu auch nächstes Unterkapitel Coronavirus (COVID-19)). Die finanziellen Risiken werden im Konzernanhang im Kapitel Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Seite 157ff) im Detail erläutert.
1 Einzig im Segment Frucht kam es an Standorten in Polen und Algerien zu tageweisen Betriebseinstellungen als Präventionsmaßnahme um eine weitere COVID-19-Ausbreitung unter der Belegschaft zu verhindern. Die globale Verbreitung des Coronavirus und diverser Mutationen führt trotz der bereits durchgeführten Impfungen in vielen Ländern der Welt weiterhin zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. AGRANA ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen. Bereits unmittelbar nach Ausrufung der Pandemie-Erklärung der WHO wurde zur Sicherheit der Mitarbeitenden sowie für die Aufrechterhaltung der Produktion eine konzernweite Pandemie-Richtlinie erlassen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Krisenteams aktiviert, jeweils lokale Business Continuity-Pläne implementiert, verstärkte Kommunikationsmaßnahmen sowie erhöhte Hygienemaßnahmen ergriffen wurden und ein hohes Augenmerk auf die Einhaltung der behördlichen Empfehlungen und Anordnungen gelegt wird. Kurz nachdem Impfstoffe verfügbar waren, hat AGRANA aktiv die Impfung der Mitarbeitenden unterstützt. Nach wie vor bestehen restriktive Maßnahmen in Bezug auf Dienstreisen. Darüber hinaus wurde, basierend auf den guten Erfahrungen der temporären Heimarbeit und aufgrund der Wünsche aus der Belegschaft, in Österreich die Einführung einer Home-Office-Regelung ermöglicht, die auch über die Pandemie hinaus Bestand haben wird. Sämtliche gesetzten Maßnahmen haben in der Gruppe ihre positive Wirkung gezeigt und es ist gelungen, in weltweit 55 Produktionsstandorten den vollen Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten1. Darüber hinaus konnte das Funktionieren der Transportketten gesichert werden, sodass es zu keinen nennenswerten Verzögerungen in der Belieferung der Kunden kam. AGRANA gehört als Teil der kritischen Infrastruktur und Nahrungsmittelproduzent zu den weniger wirtschaftlich betroffenen Branchen. Dennoch wird COVID-19 und deren Mutationen, trotz Impfungen, auch weiterhin Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft haben und es kann weiterhin zu Beeinträchtigungen in der Beschaffung, Produktion und auf den Absatzmärkten kommen.
90 Risikomanagement
Auf den Finanzmärkten sowie im Interbankenhandel ist es unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie temporär zu massiven Verwerfungen gekommen, die sich aber im AGRANA Geschäftsjahr 2021|22 nicht wiederholt haben und an den Finanzmärkten eine Beruhigung und Stabilisierung eingetreten ist. Dennoch bleibt die künftige ökonomische Entwicklung von gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit, auch beeinflusst durch Lockdown-Phasen, geprägt. Im Geschäftsjahr 2020|21 war AGRANA mit einer Reduzierung der Versicherungsdeckung aus Warenkreditversicherungen, in Einzelfällen auch eine gesamte Aufhebung des Deckungsumfangs bzw. eine erschwerte Erstversicherung von Neukunden, betroffen. Diese Situation hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021|22 etwas entspannt. Dennoch führten diese Erfahrungen zu einem engmaschigeren Monitoring der Kundenforderungen und Zahlungsziele sowie alternativen Risikoevaluierungsmaßnahmen und ‑sicherstellungen. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen sind derzeit keine zusätzlichen nennenswerten Forderungsausfälle zu beobachten. AGRANA steht in engem Austausch mit ihren Hausbanken und überprüft laufend die Verfügbarkeit der vorhandenen Kreditrahmen. Ebenso wird die Liquidität auf den weltweit unterhaltenen Bankkonten und das Rating der Bankpartner laufend kritisch überprüft und bei Bedarf werden notwendige Umschichtungen vorgenommen.# Krieg in der Ukraine
AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch stillgelegt und wird zum Berichtszeitpunkt1 nur eingeschränkt und temporär, je nach aktueller Sicherheitslage, weitergeführt. Rund 3 %1 der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen. AGRANA hat einen Krisenstab eingerichtet, um die negativen Auswirkungen, insbesondere auch auf die Mitarbeitenden, so gut wie möglich zu begrenzen. In Russland ist die Produktion weiterhin aufrecht, jedoch kann sich die äußerst instabile wirtschaftliche Situation negativ auf das Marktumfeld und das Konsumverhalten auswirken. Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen (siehe dazu auch Konzernanhang, Seite 126ff).
Die kriegerische Auseinandersetzung hat auch negative Auswirkungen auf die Einkaufspreise und die Volatilität für Roh- und Hilfsstoffe der AGRANA-Gruppe. Insbesondere sind die Getreidepreise massiven Erhöhungen ausgesetzt. Des Weiteren sind auch die Preise für Energie nach Ausbruch des Krieges weiter stark angestiegen. Die mittelfristige Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise ist aufgrund der Unsicherheiten auf den internationalen Beschaffungsmärkten schwer abschätzbar. Aufgrund des derzeit hohen Preisniveaus im Einkaufsbereich überprüft AGRANA laufend Preiserhöhungen im Absatzbereich als wesentliche Gegenmaßnahme zu den aktuellen Kostenentwicklungen. Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko aus Cyber- und Sabotageattacken mit sich.
1 Zum Testatsstichtag am 25. April 2022
Im Geschäftsjahr 2021|22 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen. Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, empfiehlt die TCFD die verstärkte Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken. Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v.a. Rohstoffbeschaffungsrisiken, aber auch akute physische Risiken) ab.
Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und dem konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystem fünf Jahren (Beschreibung siehe Kapitel Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, Seite 93). Im Geschäftsjahr 2022|23 wird AGRANA im Rahmen der weiteren Entwicklung ihrer Geschäftsstrategie eine umfassende Klimawandel-Szenarioanalyse nach TCFD-Vorgaben durchführen. In diesem Projekt sollen speziell die langfristig auf AGRANA wirkenden Risiken der Erderwärmung und ihrer Folgen, d.h. Risiken mit einem Betrachtungshorizont von mehr als fünf bis maximal 30 Jahren, betrachtet werden. Unter Zuhilfenahme von drei unterschiedlichen, von internationalen Experten entwickelten, Klimawandelszenarien und ihren potentiellen regionalen Auswirkungen sollen akute und chronische physische sowie transitorische Risiken, die auf die AGRANA-Produktionsaktivitäten sowie ihre vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten in den drei Geschäftssegmenten wirken erfasst und quantifiziert werden. Darauf basierend sind entsprechende bestandssichernde Klimawandel Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Die Klimawandel-Szenarioanalyse soll aber auch Chancen für die Weiterentwicklung der bestehenden Geschäftsmodelle bzw. das Erschließen neuer Geschäftsfelder aufzeigen.
91
Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem (ETS1). Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und dem darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen. (siehe dazu Abschnitt „Regulatorische Risiken“)
Sowohl die in diesem Risikobericht beschriebenen auf AGRANA wirkenden als auch die durch AGRANAs Geschäftstätigkeit ausgelösten Risiken und tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die ergriffenen Maßnahmen, wie z.B. die Entwicklung einer AGRANA-Klimastrategie, werden im Kapitel Nicht-finanzielle Erklärung (Seite 39) genauer beschrieben. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebahrung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.
1 Emission Trading System (ETS)
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs-, Energie- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Im Segment Zucker ist der Einfluss der Weltmarktpreise auf das europäische Preisniveau von gestiegener Bedeutung. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert. Trotz der sich nach oben bewegenden EU-Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns aufgrund der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der im letzten Geschäftsjahr deutlich gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Hilfs- und Betriebsstoffe sowie aufgrund der nach wie vor gegebenen Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer des Krieges in der Ukraine sowie der Coronavirus-Krise deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren. Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
92
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.
Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschau rechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt. Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen.Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird. Ein konzernweites Risikomanagementsystem (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 84ff), sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2022 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2021: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2021: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die „ALMARA“ Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.
Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dkfm. Markus Mühleisen, MBA von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Ingrid-Helen Arnold, MBA seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.
Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen. In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien („Syndicated Loans“) sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
¹ Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt. Der seit Ende Februar 2022 andauernde Krieg in der Ukraine führte zu einer nochmaligen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und weiteren Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten. Die sich hieraus ergebenden wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie die Dauer dieser zusätzlichen temporären Ausnahmesituation sind nur schwer abschätzbar. Daneben bestehen auch weiterhin Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass der Krieg in der Ukraine temporär und regional begrenzt bleibt, die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet ist und sich innerhalb des Geschäftsjahres 2022|23 die Absatz- und Beschaffungsmärkte wieder teilweise normalisieren können. AGRANA erwartet auch, die insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich deutlich gestiegenen Preise in neuen Kundenkontrakten weitergeben zu können.
| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :----------------------------------- | :-------- | :----------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 2.901,5 | deutlicher Anstieg áá |
| EBIT Mio. € | 24,7 | sehr deutlicher Anstieg ááá |
| Investitionen¹ Mio. € | 82,4 | 115 |
¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2022|23 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem deutlichen Anstieg ausgegangen. Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 115 Mio. € zwar über dem Wert von 2021|22, jedoch unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen.
| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :----------------------------------- | :-------- | :----------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 1.251,1 | moderater Anstieg á |
| EBIT Mio. € | –15,8 | sehr deutliche Verbesserung ááá |
| Investitionen¹ Mio. € | 37,4 | 54 |
¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2022|23 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung. Das EBIT soll sehr deutlich verbessert werden, weil es 2021|22 die außerordentlichen Belastungen durch den Ukraine-Krieg (v.a. Goodwill-Wertminderung) gab. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird 2022|23 von einem moderaten Umsatzanstieg bei einer sich weiter verbessernden Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 54 Mio. € geplant, das um rund 23 % über dem erwarteten Abschreibungsniveau liegt. Schwerpunktmäßig sind Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Produktionsoptimierungen vorgesehen.
| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :----------------------------------- | :-------- | :----------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 1.010,4 | deutlicher Anstieg áá |
| EBIT Mio. € | 71,6 | moderater Rückgang â |
| Investitionen¹ Mio. € | 24,3 | 32 |
¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2022|23 einen deutlichen Umsatzanstieg, primär bedingt durch höhere Verkaufspreise. Gleichzeitig werden höhere Rohstoff- und Energiepreise die Geschäftstätigkeit belasten. Aus aktueller Sicht wird mit einem moderat unter dem Vorjahr liegenden Stärke-EBIT gerechnet, was auch auf die Erwartung schwächerer Ethanolergebnisse zurückzuführen ist. Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 32 Mio. € und wird damit nach den Großprojekten der vergangenen Jahre deutlich unter dem Abschreibungsniveau liegen.
| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :----------------------------------- | :-------- | :----------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 640,0 | deutlicher Anstieg áá |
| EBIT Mio. € | –31,1 | deutliche Verbesserung áá |
| Investitionen¹ Mio. € | 20,7 | 29 |
¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2022|23 mit v.a. preisbedingt höheren Umsatzerlösen. AGRANA geht davon aus, dass die Auslastung speziell der beiden österreichischen Zuckerrübenfabriken auf höherem Niveau stabilisiert werden kann. Trotz höherer Energiekosten und Rübenpreise wird im Falle eines stabilen EU-Zuckermarktumfeldes aufgrund eines konsequenten Kostenmanagements ein deutlich verbessertes Ergebnis erwartet. Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben liegen auf dem Abschreibungsniveau belaufen sich auf rund 29 Mio. €. Es werden v.a. Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen getätigt.
Betreffend Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % | |
| Leicht | á oder æ | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | á oder â | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | áá oder ââ | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | ááá oder âââ | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Im Geschäftsjahr 2021|22 hat AGRANA mit der ersten Erfassung ihres Corporate Carbon Footprints einen wichtigen Grundstein für die Entwicklung einer umfassenden AGRANA-Klimastrategie gelegt.# Konzern-Abschluss 2021|22
| Note | € | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|---|
| (1) | Umsatzerlöse | 2.901.544 | 2.546.984 |
| (2) | Bestandsveränderungen | 99.051 | –14.529 |
| (2) | Andere aktivierte Eigenleistungen | 2.069 | 2.820 |
| (3) | Sonstige betriebliche Erträge | 35.742 | 42.964 |
| (4) | Materialaufwand | –2.169.319 | –1.759.232 |
| (5) | Personalaufwand | –347.226 | –345.294 |
| (6) | Abschreibungen | –176.999 | –120.148 |
| (7) | Sonstige betriebliche Aufwendungen | –328.149 | –292.387 |
| (8) | Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 8.019 | 17.513 |
| | Ergebnis der Betätigung | 24.732 | 78.691 |
| (9) | Finanzerträge | 28.564 | 24.896 |
| (10) | Finanzaufwendungen | –44.663 | –43.392 |
| | Finanzergebnis | –16.099 | –18.496 |
| | Ergebnis vor Ertragsteuern | 8.633 | 60.195 |
| (11) | Ertragsteuern | –20.866 | –5.210 |
| | Konzernergebnis | –12.233 | 54.985 |
| | davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | –12.612 | 59.787 |
| | davon nicht beherrschende Anteile | 379 | –4.802 |
| (12) | Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | –0,20 € | 0,96 € |
| € | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | –12.233 | 54.985 |
| Sonstiges Ergebnis aus Währungdifferenzen und Hochinflationsanpassung | 14.094 | –43.031 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) nach latenten Steuern | 427 | 356 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –1.686 | –3.391 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 12.835 | –46.066 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen nach latenten Steuern | 3.743 | 502 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten nach latenten Steuern | –7 | 0 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 1 | 4 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 3.737 | 506 |
| Sonstiges Ergebnis | 16.572 | –45.560 |
| Gesamtergebnis | 4.339 | 9.425 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 4.586 | 17.666 |
| davon nicht beherrschende Anteile | –247 | –8.241 |
| € | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | –12.233 | 54.985 |
| Abschreibungen auf das Anlagevermögen | 177.372 | 120.453 |
| Zuschreibungen auf das Anlagevermögen | –283 | –199 |
| Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen | –5.251 | –339 |
| Veränderungen langfristiger Rückstellungen | –4.580 | –3.619 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –8.019 | –17.513 |
| Dividenden von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 12.500 | 21.000 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.038 | 823 |
| Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen | 46.681 | 23.234 |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 207.225 | 198.825 |
| Veränderungen der Vorräte | –162.853 | –13.503 |
| Veränderungen der Forderungen und sonstigen Vermögenswerten | –122.344 | –37.477 |
| Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen | 997 | –7.434 |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) | 155.208 | 43.794 |
| Veränderungen des Working Capital | –128.992 | –14.620 |
| Erhaltene Zinsen | 742 | 802 |
| Gezahlte Zinsen | –7.617 | –7.930 |
| Gezahlte Ertragsteuern | –18.123 | –13.454 |
| (13) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 53.235 | 163.623 |
| Erhaltene Dividenden | 33 | 22 |
| Einzahlungen aus Anlagenabgängen | 7.897 | 2.829 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse | –77.018 | –70.509 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren | 94 | 468 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | 0 | –3.345 |
| Auszahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebes/ einer Tochtergesellschaft abzüglich übernommener liquider Mittel | –3.630 | –9.111 |
| (14) Cashflow aus Investitionstätigkeit | –72.624 | –79.646 |
| Rückführung/Aufnahme von Schuldscheindarlehen | 0 | –26.000 |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | –5.808 | –7.266 |
| Rückführung Investitionskredit der Europäischen Investitionsbank | –4.882 | –4.882 |
| Rückführung/Aufnahme von syndizierten Krediten | 0 | –70.000 |
| Einzahlungen/Auszahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen | 84.043 | 97.520 |
| Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft durch nicht beherrschende Anteile | 1.800 | 0 |
| Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | –4.201 | 0 |
| Gezahlte Dividenden | –53.357 | –48.826 |
| (15) Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 17.595 | –59.454 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –1.794 | 24.523 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | –52 | –5.437 |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von Tochterunternehmen | 753 | 0 |
| Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand | –6.285 | –1.530 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 110.971 | 93.415 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 103.593 | 110.971 |
| € | Stand 28.02.2022 | Stand 28.02.2021 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| A. Langfristige Vermögenswerte | ||
| (16) Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte | 204.554 | 254.599 |
| (17) Sachanlagen | 828.168 | 859.659 |
| (18) Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen | 65.952 | 72.118 |
| (18) Wertpapiere | 18.772 | 19.416 |
| (18) Beteiligungen | 280 | 1.683 |
| (19) Sonstige Vermögenswerte | 3.500 | 8.106 |
| (20) Aktive latente Steuern | 13.734 | 16.440 |
| 1.134.960 | 1.232.021 | |
| B. Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| (21) Vorräte | 864.067 | 700.613 |
| (19) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 398.509 | 323.055 |
| (19) Sonstige Vermögenswerte | 132.757 | 96.069 |
| Laufende Ertragsteuerforderungen | 9.744 | 10.005 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 103.593 | 110.971 |
| 1.508.670 | 1.240.713 | |
| Summe Aktiva | 2.643.630 | 2.472.734 |
| PASSIVA | ||
| A. Eigenkapital | ||
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 |
| Kapitalrücklagen | 540.760 | 540.760 |
| Gewinnrücklagen | 570.269 | 619.493 |
| Anteil der Aktionäre am Eigenkapital | 1.224.560 | 1.273.784 |
| Nicht beherrschende Anteile | 56.982 | 55.313 |
| 1.281.542 | 1.329.097 | |
| B. Langfristige Schulden | ||
| (23a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 58.848 | 67.786 |
| (23b) Übrige Rückstellungen | 29.364 | 29.396 |
| (24) Finanzverbindlichkeiten | 377.744 | 493.637 |
| (25) Sonstige Verbindlichkeiten | 5.363 | 1.094 |
| (26) Passive latente Steuern | 6.218 | 5.502 |
| 477.537 | 597.415 | |
| C. Kurzfristige Schulden | ||
| (23b) Übrige Rückstellungen | 19.028 | 17.478 |
| (24) Finanzverbindlichkeiten | 276.627 | 80.274 |
| (25) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 440.130 | 311.524 |
| (25) Sonstige Verbindlichkeiten | 143.780 | 130.800 |
| Steuerschulden | 4.986 | 6.146 |
| 884.551 | 546.222 | |
| Summe Passiva | 2.643.630 | 2.472.734 |
Den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG
| € | Grundkapital | Kapitalrücklagen | Gewinnrücklagen | Rücklage für Eigenkapitalinstrumente | Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) | Rücklage für versicherungsmath. Gewinne/Verluste | Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen¹ |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||||||
| Stand 01.03.2021 | 113.531 | 540.760 | 3.110 | –263 | –38.551 | –33.938 | |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | 0 | 0 | –117 | 0 | 0 | 0 | |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) | 0 | 0 | 0 | 656 | 0 | –692 | |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 4.612 | 173 | |
| Steuereffekte | 0 | 0 | 110 | –131 | –890 | –996 | |
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | –7 | 525 | 3.722 | –1.514 | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | –7 | 525 | 3.722 | –1.514 | |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Zuzahlungen anderer Gesellschafter | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Stand 28.02.2022 | 113.531 | 540.760 | 3.103 | 262 | –34.829 | –35.452 |
| € | Übriges kumuliertes Eigenkapital | Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung | Jahresergebnis | Eigenkapital der AGRANA-Aktionäre | Nicht beherrschende Anteile | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | |||||
| Stand 01.03.2021 | 767.030 | –137.682 | 59.787 | 1.273.784 | 55.313 | 1.329.097 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten | 0 | –117 | 0 | –117 | 0 | –117 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) | 0 | –36 | –357 | –393 | 0 | –393 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 4.613 | 46 | 4.659 | 0 | 4.659 |
| Steuereffekte | 0 | –738 | 62 | –676 | 0 | –676 |
| Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | 0 | 14.472 | 0 | 13.476 | –377 | 13.099 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 14.472 | 17.198 | 16.572 | –626 | 16.572 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | –12.612 | –12.612 | 379 | –12.233 |
| Gesamtergebnis | 0 | 14.472 | 4.586 | 4.586 | –247 | 4.339 |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | –53.116 | –53.116 | 0 | –53.116 |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zuzahlungen anderer Gesellschafter | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Stand 28.02.2022 | 570.269 | 3.103 | –35.452 | 1.224.560 | 56.982 | 1.281.542 |
¹ Nach der Equity-Methode bilanziert# Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
| Konzern-Eigenkapital-Entwicklung | Gewinnrücklagen | Grund- kapital | Kapital- rücklagen | Rücklage für Eigen- kapital- instrumente | Rücklage für Sicherungs- instrumente (Cashflow- Hedges) | Rücklage für ver- sicherungs- mathem. Gewinne/ Verluste | Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemein- schafts- unter- nehmen1 | Beteiligungs-AG zurechenbar | Übriges kumuliertes Eigen- kapital | Unter- schieds- betrag Währungs- umrechnung | Jahres- ergebnis | Eigen- kapital der AGRANA-Aktionäre | Nicht beherr- schende Anteile | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2020 | 21 | |||||||||||||
| Stand 01.03.2020 | 113.531 | 540.760 | 3.110 | –619 | –38.988 | –30.413 | 0 | 0 | 0 | 1.063 | 187 | 1.250 | 786.447 | –98.293 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) | 0 | 0 | 0 | 501 | 0 | 562 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.063 | 187 |
| Veränderung versicherungs- mathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.857 | 4 | 0 | 0 | 0 | 1.861 | 88 | 1.949 | 0 | 0 |
| Steuereffekte | 0 | 0 | 0 | –145 | –1.420 | –141 | 0 | 0 | 0 | –1.706 | –69 | –1.775 | –39.389 | 0 |
| Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –3.950 | 0 | –39.389 | 0 | –42.121 | –3.439 | –45.560 | 0 | –3.645 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 356 | 437 | –3.525 | 0 | –39.389 | 59.787 | 17.666 | –8.241 | 9.425 | 59.787 | –710 |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –39.389 | 59.787 | 0 | 0 | 0 | 59.787 | –20.066 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 356 | 437 | –3.525 | 0 | –39.389 | 59.787 | 17.666 | –8.241 | 9.425 | 59.787 | –20.066 |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 649 | 0 | 0 | 649 | 829 |
| Stand 28.02.2021 | 113.531 | 540.760 | 3.110 | –263 | –38.551 | –33.938 | 0 | –39.389 | 59.787 | –137.682 | 59.787 | 1.273.784 | 55.313 | 1.329.097 |
1 Nach der Equity-Methode bilanziert
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien|Österreich, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist. Der Konzernabschluss 2021|22 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB erstellt.
Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend der strategischen Ausrichtung die drei berichtspflichtigen Segmente Frucht, Stärke und Zucker. Die Segmente unterscheiden sich in Hinblick auf Produktportfolios, Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffung sowie Absatzstrategien und werden getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet. Die interne Berichterstattung für jedes Segment erfolgt monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker). CODM ist der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente finden sich in den nachstehenden Übersichten. Die Beurteilung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v. a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt. AGRANA verwendet in der Berichterstattung der berichtspflichtigen Segmente an den CODM die Kennzahl „Operatives Ergebnis“. Das operative Ergebnis unterscheidet sich vom Ergebnis der Betriebstätigkeit in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch Ergebnisanteile von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und dem Ergebnis aus Sondereinflüssen. Sondereinflüsse stellen außergewöhnliche bzw. einmalige Sachverhalte dar, die einen definierten Wert übersteigen und nicht im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit anfallen.
1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
| t€ | Frucht | Stärke | Zucker | Konsoli- dierung | Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.251.846 | 1.020.436 | 666.173 | –36.911 | 2.901.544 |
| Umsätze zwischen Segmenten | –766 | –10.029 | –26.116 | 36.911 | 0 |
| Umsatzerlöse | 1.251.080 | 1.010.407 | 640.057 | 0 | 2.901.544 |
| EBITDA | 93.341 | 106.391 | 6.920 | 0 | 206.652 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 | –41.484 | –48.462 | –30.225 | 0 | –120.171 |
| Operatives Ergebnis | 51.857 | 57.929 | –23.305 | 0 | 86.481 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –67.696 | 0 | –2.072 | 0 | –69.768 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 13.761 | –5.742 | 0 | 8.019 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | –15.839 | 71.690 | –31.119 | 0 | 24.732 |
| Segmentvermögen | 1.230.632 | 718.822 | 1.791.412 | –1.097.236 | 2.643.630 |
| Segmenteigenkapital | 389.414 | 384.376 | 859.394 | –351.642 | 1.281.542 |
| Segmentschulden | 841.218 | 334.446 | 932.018 | –745.594 | 1.362.088 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 | 37.382 | 24.283 | 20.702 | 0 | 82.367 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Investitionen gesamt | 37.382 | 24.283 | 20.702 | 0 | 82.367 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 53.155 | 12.797 | 0 | 65.952 |
| Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 5.662 | 1.137 | 1.892 | 0 | 8.691 |
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | ||||
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.167.600 | 831.867 | 588.559 | –41.042 | 2.546.984 |
| Umsätze zwischen Segmenten | –1.029 | –9.975 | –30.038 | 41.042 | 0 |
| Umsatzerlöse | 1.166.571 | 821.892 | 558.521 | 0 | 2.546.984 |
| EBITDA | 94.034 | 92.117 | 5.068 | 0 | 191.219 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 | –41.152 | –46.715 | –30.239 | 0 | –118.106 |
| Operatives Ergebnis | 52.882 | 45.402 | –25.171 | 0 | 73.113 |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –11.723 | 0 | –212 | 0 | –11.935 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 19.400 | –1.887 | 0 | 17.513 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 41.159 | 64.802 | –27.270 | 0 | 78.691 |
| Segmentvermögen | 1.160.672 | 709.699 | 1.676.687 | –1.074.324 | 2.472.734 |
| Segmenteigenkapital | 416.679 | 373.461 | 890.599 | –351.642 | 1.329.097 |
| Segmentschulden | 743.993 | 336.238 | 786.088 | –722.682 | 1.143.637 |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte1 | 34.185 | 22.199 | 15.905 | 0 | 72.289 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 1.273 | 0 | 2.072 | 0 | 3.345 |
| Investitionen gesamt | 35.458 | 22.199 | 17.977 | 0 | 75.634 |
| Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 0 | 52.893 | 19.225 | 0 | 72.118 |
| Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) | 5.695 | 1.149 | 2.003 | 0 | 8.847 |
Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen.
Das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –69.768 t€ (Vorjahr: –11.935 t€) steht mit 67.494 t€ im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Der wesentlichste Effekt im Segment Frucht resultierte aus der Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 55.283 t€. Weiters wurden im Segment Frucht Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Kunden in Kriegsgebieten oder kriegsnahen Gebieten sowie Umsatzsteuerforderungen von 6.021 t€, Forderungen gegenüber Mitarbeitern von 103 € und Halb- und Fertigprodukten von 1.118 €, Sachanlagenabwertungen von 1.545 € sowie Wertberichtigungen von Rohstoffen von 379 € vorgenommen (davon in der Ukraine 9.011 €, Österreich 136 € und China 19 €). In Russland wurden Fremdwährungsverluste durch die Abwertung des russischen Rubels in Höhe von 973 € im Sonderergebnis dargestellt. Weitere Einmaleffekte resultierten aus einem Schadensfall in Nordamerika sowie Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm (Vorjahr: im Wesentlichen Kosteneinsparungsprogramm, Sachanlagenabwertung, Werksschließungen sowie ein Reklamationsfall in Europa). Das Sonderergebnis im Segment Zucker beinhaltet Forderungswertberichtigungen gegenüber dem in finanziellen Schwierigkeiten befindlichen (ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine) Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH, Wien|Österreich.
Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –745.594 € (Vorjahr: –722.682 €) und die Kapitalkonsolidierung mit –351.642 € (Vorjahr: –351.642 €).
1 Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.
| Umsatz € | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------- | :---- | :---- |
| Österreich | 1.890.363 | 1.616.931 |
| Ungarn | 8.856 | 7.580 |
| Rumänien | 32.496 | 27.792 |
| Restliche EU | 281.794 | 262.856 |
| EU-27 | 2.213.509 | 1.915.159 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 109.197 | 97.454 |
| Übriges Ausland | 578.838 | 534.371 |
| Summe | 2.901.544 | 2.546.984 |
Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 199.561 € (Vorjahr: 173.616 €), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 6,9 % (Vorjahr: 6,8 %) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine und Türkei definiert. Der Umsatz in Russland belief sich auf 60.040 € (Vorjahr: 52.585 €) und in der Ukraine auf 40.463 € (Vorjahr: 34.972 €).Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ t€ 2021|22 | 2020|21
---|---|---
Österreich | 38.282 | 35.362
Ungarn | 4.234 | 3.327
Rumänien | 2.718 | 2.941
Restliche EU | 19.586 | 11.551
EU-27 | 64.820 | 53.181
Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 3.118 | 2.267
Übriges Ausland | 14.429 | 16.841
Summe | 82.367 | 72.289
Buchwerte der Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ t€ 2021|22 | 2020|21
---|---|---
Österreich | 475.047 | 509.738
Ungarn | 51.393 | 55.924
Rumänien | 34.382 | 36.576
Restliche EU | 112.991 | 108.973
EU-27 | 673.813 | 711.211
Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 18.026 | 22.552
Übriges Ausland | 153.912 | 138.714
Summe | 845.751 | 872.477
¹ Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
108 Konzernanhang
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.
Im Geschäftsjahr 2021|22 waren die nachstehenden Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:
| Standard | Verabschiedung durch IASB | Übernommen durch EU |
|---|---|---|
| IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (Änderung) | 27.08.2020 | 13.01.2021 |
| IFRS 4 Versicherungsverträge (Änderung) | 25.06.2020 | 15.12.2020 |
| IFRS 4 Versicherungsverträge (Änderung) | 27.08.2020 | 13.01.2021 |
| IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) | 27.08.2020 | 13.01.2021 |
| IFRS 9 Finanzinstrumente (Änderung) | 27.08.2020 | 13.01.2021 |
| IFRS 16 Leasingverhältnisse (Änderung) | 27.08.2020 | 13.01.2021 |
| IFRS 16 Leasingverhältnisse (Änderung) | 28.05.2020 | 31.03.2021 |
| 09.10.2020 |
Die Änderungen der oben dargestellten Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA.
Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2022|23 oder später anzuwenden sind. Bei den noch nicht von der EU übernommenen Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.
| Standard | Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf AGRANA # Verbundene Unternehmen
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | Anteil am Kapital 28.02.2022 | Anteil am Kapital 28.02.2021 |
|---|---|---|---|---|
| AGRANA AGRO S.r.l. | Roman | Rumänien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA BIH Holding GmbH | Wien | Österreich | 75,00 % | 75,00 % |
| AGRANA BUZAU S.r.l.2 | Buzău | Rumänien | – | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH | Wien | Österreich | 55,00 % | 55,00 % |
| AGRANA Fruit Argentina S.A. | Buenos Aires | Argentinien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Austria GmbH | Gleisdorf | Österreich | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importação e Exportação Ltda. | São Paulo | Brasilien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. | Dachang | China | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit France S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Germany GmbH | Konstanz | Deutschland | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED | Pune | Indien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. | Istanbul | Türkei | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. | Tokio | Japan | 100,00 % | – |
| AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited | Changzhou | China | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. | Seoul | Südkorea | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. | Zamora | Mexiko | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Luka TOV | Winniza | Ukraine | 99,97 % | 99,97 % |
| AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd. | Sydney | Australien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. | Zamora | Mexiko | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Polska SP z.o.o | Ostrołęka | Polen | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Services GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Services S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. | Johannesburg | Südafrika | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Fruit Ukraine TOV | Winniza | Ukraine | 99,80 % | 99,80 % |
| AGRANA Fruit US, Inc. | Brecksville | USA | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Group-Services GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | – |
| AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH | Wien | Österreich | 98,91 % | 98,91 % |
| AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD | Xianyang City | China | 50,01 % | 50,01 % |
| AGRANA Magyarország Értékesítési Kft. | Budapest | Ungarn | 88,03 % | 87,65 % |
| Agrana Nile Fruits Processing SAE | Qalyoubia | Ägypten | 51,00 % | 51,00 % |
| AGRANA Research & Innovation Center GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | – |
| AGRANA Romania S.R.L. | Bukarest | Rumänien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Sales & Marketing GmbH | Wien | Österreich | 100,00 % | – |
| AGRANA Stärke GmbH | Wien | Österreich | 98,91 % | 98,91 % |
| AGRANA Trading EOOD | Sofia | Bulgarien | 100,00 % | 100,00 % |
| AGRANA Zucker GmbH | Wien | Österreich | 98,91 % | 98,91 % |
| AUSTRIA JUICE Germany GmbH | Bingen | Deutschland | 50,01 % | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE GmbH | Kröllendorf/ Allhartsberg | Österreich | 50,01 % | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Hungary Kft. | Vásárosnamény | Ungarn | 50,01 % | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o | Chełm | Polen | 50,01 % | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. | Vaslui | Rumänien | 50,01 % | 50,01 % |
| AUSTRIA JUICE Ukraine TOV | Winniza | Ukraine | 50,01 % | 50,01 % |
| Biogáz Fejleszto Kft. | Kaposvár | Ungarn | 88,03 % | 87,65 % |
| Dirafrost FFI N. V. | Lummen | Belgien | 100,00 % | 100,00 % |
| Dirafrost Maroc SARL | Larache | Marokko | 100,00 % | 100,00 % |
| Financière Atys S.A.S. | Mitry-Mory | Frankreich | 100,00 % | 100,00 % |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. | Wien | Österreich | 66,67 % | – |
| Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelősségű Társaság | Budapest | Ungarn | 87,61 % | 87,61 % |
| Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. | Budapest | Ungarn | 87,61 % | 87,61 % |
| Moravskoslezské Cukrovary s.r.o. | Hrušovany | Tschechien | 100,00 % | 100,00 % |
| Marroquin Organic International, Inc. | Santa Cruz | USA | 100,00 % | – |
| Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. | Wien | Österreich | 86,00 % | 86,00 % |
| o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region | Serpuchov | Russland | 100,00 % | 100,00 % |
| S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. | Țăndărei | Rumänien | 100,00 % | 100,00 % |
| Slovenskéo Cukrovary s.r.o. | Sereď | Slowakei | 100,00 % | 100,00 % |
| SPA AGRANA Fruit Algeria | Akbou | Algerien | 55,02 % | 26,93 % |
| „YUBE“ doo – u likvidaciji3 | Požega | Serbien | – | 100,00 % |
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | Anteil am Kapital 28.02.2022 | Anteil am Kapital 28.02.2021 |
|---|---|---|---|---|
| AGRANA Amidi srl | Sterzing | Italien | 100,00 % | 100,00 % |
Abschlussstichtag: 28.02.2022 | Eigenkapital: 52,3 T€ | Jahresüberschuss: 8,7 T€
Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert wurden
| Name der Gesellschaft | Sitz | Land | Unmittelbar | Mittelbar¹ | Unmittelbar | Mittelbar¹ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Beta Pura GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN-Gruppe: „AGRAGOLD" d.o.o. | Brčko | Bosnien und Herzegowina | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRAGOLD d.o.o. | Zagreb | Kroatien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRAGOLD dooel Skopje | Skopje | Nordmazedonien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRAGOLD trgovina d.o.o. | Ljubljana | Slowenien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. | Tirana | Albanien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. | Pristina | Kosovo | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| AGRANA Studen Sugar Trading GmbH | Wien | Österreich | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. | Beograd | Serbien | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. | Brčko | Bosnien und Herzegowina | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| HUNGRANA-Gruppe: GreenPower Services Kft. | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
| HUNGRANA Keményítő- és Iszocorgyárto és Forgalmazó Kft. | Szabadegyháza | Ungarn | – | 50,00 % | – | 50,00 % |
¹ Durchgerechnete Anteile (Konzernquote)
2 Liquidation in 2021|22
3 Verschmelzung in 2021|22
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2021|22 wie folgt verändert:
| Vollkonsolidierung | Equity-Methode | |
|---|---|---|
| Stand 01.03.2021 | 58 | 13 |
| Erstmalige Einbeziehung | 1 | 0 |
| Abgang | –2 | 0 |
| Stand 28.02.2022 | 57 | 13 |
Im 1. Halbjahr 2021|22 wurde die vollkonsolidierte Gesellschaft „YUBE“ doo – u likvidaciji, Požega|Serbien, liquidiert. Der Abgang des Nettovermögens der Gesellschaft hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Konzern-Bilanz und auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die vollkonsolidierte Gesellschaft AGRANA BUZAU S.r.l., Buzău|Rumänien, wurde mit AGRANA Romania S.R.L., Bukarest|Rumänien, im 4. Quartal verschmolzen. Mit Wirkung zum 1. April 2021 wurde ein Geschäftsbetrieb in Form einzelner Vermögenswerte und Schulden vom japanischen Nahrungsmittelhersteller Taiyo Kagaku Co. Ltd., Yokkaichi|Japan, erworben. AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokio|Japan, als erwerbende Gesellschaft wurde im zweiten Quartal 2021|22 erstmalig mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Mit dem japanischen Fruchtzubereitungswerk werden neben Molkereien und Speiseeisherstellern auch Kunden aus der Backwarenindustrie beliefert. AGRANA setzt damit einen wichtigen Schritt im Rahmen der Expansion in Asien und der Präsenz am wachsenden Markt in Japan.
Die erstmalige Einbeziehung hatte folgende Auswirkungen auf den AGRANA-Konzern:
| T€ | |
|---|---|
| Buchwerte zum Erwerbszeitpunkt | |
| Langfristiges Vermogen | 5.429 |
| Vorräte | 2.706 |
| Summe Vermögen | 8.135 |
| Abzüglich langfristige Schulden | –1.143 |
| Abzüglich kurzfristige Schulden | –294 |
| Nettovermögen (Eigenkapital) | 6.698 |
| Geschäfts-/Firmenwert | 471 |
| Anschaffungskosten | 7.169 |
| davon zahlungswirksam | 3.630 |
Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 114 115
| AGRANA- STUDEN- Gruppe | HUNGRANA- Gruppe | Beta Pura GmbH | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 32.731 | 105.213 | 34.372 | 172.316 |
| Vorräte | 34.931 | 71.172 | 2.713 | 108.816 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 23.885 | 54.901 | 2.883 | 81.669 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 5.475 | 7.744 | 0 | 13.219 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 64.291 | 133.817 | 5.596 | 203.704 |
| Summe Aktiva | 97.022 | 239.030 | 39.968 | 376.020 |
| Eigenkapital | 26.497 | 105.342 | 6.369 | 138.208 |
| Externe Finanzschulden | 341 | 122 | 18.521 | 18.984 |
| Sonstige Schulden | 22.789 | 1.766 | 4.400 | 28.955 |
| Langfristige Schulden | 23.130 | 1.888 | 22.921 | 47.939 |
| Externe Finanzschulden | 43.240 | 88.595 | 4.566 | 136.401 |
| Sonstige Schulden | 4.155 | 43.205 | 6.112 | 53.472 |
| Kurzfristige Schulden | 47.395 | 131.800 | 10.678 | 189.873 |
| Summe Passiva | 97.022 | 239.030 | 39.968 | 376.020 |
| Umsatzerlöse | 172.027 | 356.238 | 10.580 | 538.845 |
| Abschreibungen | –2.513 | –13.693 | –2.966 | –19.172 |
| Sonstige Aufwendungen/Erträge | –164.477 | –308.463 | –14.184 | –487.124 |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 5.037 | 34.082 | –6.570 | 32.549 |
| Zinsertrag | 61 | 5 | 0 | 66 |
| Zinsaufwand | –496 | –889 | –467 | –1.852 |
| Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge | –582 | –1.641 | –15 | –2.238 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 4.020 | 31.557 | –7.052 | 28.525 |
| Ertragsteuern | –211 | –4.035 | –1.871 | –6.117 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | 3.809 | 27.522 | –8.923 | 22.408 |
| Sonstiges Ergebnis | –1.374 | –1.998 | 0 | –3.372 |
| Gesamtergebnis | 2.435 | 25.524 | –8.923 | 19.036 |
| AGRANA- STUDEN- Gruppe | HUNGRANA- Gruppe | Beta Pura GmbH | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| 28.02.2021 | ||||
| Langfristige Vermögenswerte | 34.189 | 107.272 | 38.126 | 179.587 |
| Vorräte | 23.724 | 53.493 | 5.152 | 82.369 |
| Forderungen und andere Vermögenswerte | 19.564 | 32.571 | 2.027 | 54.162 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 4.819 | 969 | 0 | 5.788 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 48.107 | 87.033 | 7.179 | 142.319 |
| Summe Aktiva | 82.296 | 194.305 | 45.305 | 321.906 |
| Eigenkapital | 24.061 | 104.817 | 15.293 | 144.171 |
| Externe Finanzschulden | 594 | 299 | 18.636 | 19.529 |
| Sonstige3.656 | 1.746 | 2.230 | 7.632 | |
| --- | --- | --- | --- | |
| 4.250 | 2.045 | 20.866 | 27.161 | |
| 43.355 | 49.010 | 5.843 | 98.208 | |
| 10.630 | 38.433 | 3.303 | 52.366 | |
| 53.985 | 87.443 | 9.146 | 150.574 | |
| 82.296 | 194.305 | 45.305 | 321.906 | |
| 146.076 | 287.222 | 1.434 | 434.732 | |
| –2.744 | –13.083 | –1.673 | –17.500 | |
| –141.738 | –228.711 | –5.038 | –375.487 | |
| 1.594 | 45.428 | –5.277 | 41.745 | |
| 71 | 0 | 0 | 71 | |
| –565 | –726 | –381 | –1.672 | |
| –538 | –266 | –22 | –826 | |
| 562 | 44.436 | –5.680 | 39.318 | |
| –77 | –5.635 | 1.420 | –4.292 | |
| 485 | 38.801 | –4.260 | 35.026 | |
| 1.108 | –7.882 | 0 | –6.774 | |
| 1.593 | 30.919 | –4.260 | 28.252 |
116
Konzernanhang
Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:
| t€ | AGRANA- Gruppe | STUDEN- Gruppe | HUNGRANA- Gruppe | Beta Pura GmbH | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | Eigenkapital | 26.497 | 105.342 | 6.369 | 138.208 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 13.249 | 52.671 | 3.185 | 69.105 | |
| Wertminderung | 0 | 0 | –3.185 | –3.185 | |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 0 | 32 | |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) | 12.797 | 53.155 | 0 | 65.952 | |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 0 | 12.500 | 0 | 12.500 |
| t€ | AGRANA- Gruppe | STUDEN- Gruppe | HUNGRANA- Gruppe | Beta Pura GmbH | Summe |
|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2021 | Eigenkapital | 24.061 | 104.817 | 15.293 | 144.171 |
| Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital | 12.030 | 52.409 | 7.647 | 72.086 | |
| Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode | –452 | 484 | 0 | 32 | |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) | 11.578 | 52.893 | 7.647 | 72.118 | |
| AGRANA zuzuordnende Dividende | 0 | 21.000 | 0 | 21.000 |
Bedingt durch die Sanktionen gegen Russland ist der Großteil des benötigten Rohstoffes Betain Melasse für Beta Pura GmbH derzeit nicht verfügbar. Dadurch und aufgrund der damit einhergehenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens wurde der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH um –3.185 t€ wertberichtigt. Im Falle der Einforderung der Besicherung eines Kredites dienen die Geschäftsanteile an der Beta Pura GmbH, die von der AGRANA Sales & Marketing GmbH gehalten werden, als Sicherstellung.
Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 56.982 t€ (Vorjahr: 55.313 t€) betreffen im Wesentlichen mit 37.382 t€ (Vorjahr: 38.987 t€) die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01 %. Somit ist in Höhe von 49,99 % das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen.
117
Konzernanhang
Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe | t€ | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | 129.875 | 128.949 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 205.132 | 172.308 | |
| Summe Vermögenswerte | 335.007 | 301.257 | |
| Langfristige Schulden | 5.612 | 5.596 | |
| Kurzfristige Schulden | 247.334 | 210.390 | |
| Summe Schulden | 252.946 | 215.986 | |
| Nettovermögen | 82.061 | 85.271 | |
| Umsatzerlöse | 229.587 | 214.227 | |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit | 2.581 | –4.653 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | –3.100 | –9.314 | |
| Ertragsteuern | 701 | 801 | |
| Jahresfehlbetrag/-überschuss | –2.399 | –8.513 | |
| Sonstiges Ergebnis | –811 | –4.352 | |
| Gesamtergebnis | –3.210 | –12.865 | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 8.622 | 15.944 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | –7.410 | –8.414 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | –156 | –7.157 | |
| Veränderung des Finanzmittelbestandes | 1.056 | 373 |
In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:
| AUSTRIA JUICE-Gruppe | t€ | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|---|
| Anteiliger Jahresfehlbetrag/-überschuss | –1.199 | –4.256 | |
| Anteiliges Nettovermögen | 41.021 | 42.626 | |
| Bewertungseffekt aus Unternehmenszusammenschluss | –3.639 | –3.639 | |
| Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen | 37.382 | 38.987 |
3.2.Bilanzstichtag
Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.
118
Konzernanhang
4.Konsolidierungsmethoden
5.Währungsumrechnung
119
Währungs- einheit | Stichtagskurs 28.02.2022 | Stichtagskurs 28.02.2021 | Durchschnittskurs 2021|22 | Durchschnittskurs 2020|21
---|---|---|---|---
Ägypten EGP | 17,54 | 19,13 | 18,35 | 18,31
Albanien ALL | 121,32 | 123,67 | 122,10 | 124,01
Algerien DZD | 158,03 | 161,57 | 159,37 | 149,54
Argentinien ARS | 120,81 | 108,45 | 120,81 | 108,45
Australien AUD | 1,55 | 1,56 | 1,58 | 1,65
Bosnien und Herzegowina BAM | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96
Brasilien BRL | 5,78 | 6,66 | 6,31 | 6,20
Bulgarien BGN | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96
China CNY | 7,07 | 7,84 | 7,53 | 7,90
Indien INR | 84,55 | 89,58 | 86,84 | 86,24
Japan JPY | 129,31 | – | 130,43 | –
Kroatien HRK | 7,57 | 7,58 | 7,52 | 7,56
Marokko MAD | 10,72 | 10,83 | 10,59 | 10,85
Mexiko MXN | 22,90 | 25,29 | 23,79 | 25,13
Nordmazedonien MKD | 61,70 | 61,69 | 61,64 | 61,69
Polen PLN | 4,69 | 4,52 | 4,57 | 4,48
Rumänien RON | 4,95 | 4,88 | 4,93 | 4,85
Russland RUB | 115,48 | 90,67 | 86,81 | 86,13
Serbien CSD | 117,66 | 117,58 | 117,58 | 117,58
Südafrika ZAR | 17,29 | 18,10 | 17,35 | 19,10
Südkorea KRW | 1.347,62 | 1.367,10 | 1.356,32 | 1.352,11
Tschechien CZK | 25,00 | 26,20 | 25,39 | 26,60
Türkei TRY | 15,45 | 9,02 | 11,57 | 8,41
Ukraine UAH | 33,17 | 34,15 | 31,96 | 32,00
Ungarn HUF | 369,72 | 361,43 | 358,32 | 355,02
USA USD | 1,12 | 1,21 | 1,17 | 1,16
6.Rechnungslegung in Hochinflationsländern
| Indexveränderung | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| März | 4,8 % | 3,3 % |
| April | 4,1 % | 1,5 % |
| Mai | 3,3 % | 1,5 % |
| Juni | 3,2 % | 2,2 % |
| Juli | 3,0 % | 1,9 % |
| August | 2,5 % | 2,7 % |
| September | 3,5 % | 2,8 % |
| Oktober | 3,5 % | 3,8 % |
| November | 2,5 % | 3,2 % |
| Dezember | 3,8 % | 4,0 % |
| Jänner | 3,9 % | 4,0 % |
| Februar | 3,9 % | 3,7 % |
120 Konzernanhang
Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
| Gebäude | 15 bis 50 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 10 bis 15 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 bis 10 Jahre |
Diese Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:
Finanzielle Vermögensewerte
– Wertpapiere und Beteiligungen
– Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
– Sonstige finanzielle Vermögenswerte
– Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Finanzielle Schulden
– Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
– Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Sūdzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen
– Leasingverbindlichkeiten
– Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
– Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente
– Zinsderivate
– Währungsderivate
– Rohstoffderivate
Anteile an Investmentfonds sowie Wertrechte (Genossenschaftsanteile) in der Bilanzposition Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert angesetzt. Eigenkapitalinstrumente mit der Absicht diese langfristig zu halten, sind der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ zugeordnet. Die Ersterfassung erfolgt zum Zeitwert inklusive allfälliger Transaktionskosten. Bewertungsänderungen werden bei Eigenkapitalinstrumenten unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Zugangs erfasst und der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ zugeordnet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für sonstige Beteiligungen wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows vorgenommen. Für Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurde die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes aufgrund des für den AGRANA-Konzern unwesentlichen Betrages nicht vorgenommen.
122 Konzernanhang
Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten. Bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind keine besonderen Risikokonzentrationen gegeben und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind mit geringfügigen Ausnahmen täglich fällig, daher wurde auf die Ermittlung eines erwarteten Wertminderungsbedarfs gemäß IFRS 9 verzichtet.
Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.### 7.8.Rückstellungen
Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastensanierung und Abraumbeseitigung.
1 Weighted Average Cost of Capital: gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz
| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2021|22) | EBIT-Marge in 2026|27 |
|---|---|---|
| Base Case 60 % | 5,9 % | 5,2 % |
| Downside Case gemäßigt 25 % | 5,5 % | 4,6 % |
| Downside Case progressiv 15 % | 5,1 % | 4,3 % |
| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2020|21) | EBIT-Marge in 2025|26 |
|---|---|---|
| Base Case 65 % | 4,8 % | 5,7 % |
| Downside Case gemäßigt 25 % | 4,5 % | 5,5 % |
| Downside Case progressiv 10 % | 4,2 % | 5,2 % |
Im Geschäftsjahr wurde die Gewichtung aufgrund der Kriegssituation in der Ukraine und der Schwierigkeiten bei der Einschätzung der Auswirkungen der weiteren Wirtschaftsentwicklung konservativer gewählt, in dem der „Base Case“ zugunsten des „Downside Case progressiv“ weniger stark gewichtet wurde.
Zusätzlich zu den oben dargestellten Szenarien wurden für die Länder Ukraine und Russland vier mögliche Varianten der künftigen Entwicklung in diesen beiden Ländern vom Management entwickelt und gemäß einer Wahrscheinlichkeit gewichtet. Für beide Länder wird von Going Concern ausgegangen:
Die Szenarien inklusive den Effekten der Ukraine-Krise stellen sich wie folgt dar:
| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2021|22) | EBIT-Marge in 2026|27 |
|---|---|---|
| Base Case 60 % | 6,2 % | 4,7 % |
| Downside Case gemäßigt 25 % | 5,8 % | 4,1 % |
| Downside Case progressiv 15 % | 5,4 % | 3,8 % |
Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt bei 7,25 % (Vorjahr: 7,56 %). Inklusive den Anpassungen aus den Effekten des Ukraine-Krieges ergibt sich in der CGU Frucht eine Wertminderung des Buchwertes des Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 55.283 t€. In Abhängigkeit von den weiteren Kriegshandlungen bzw. Sanktionen können sich negative Einflüsse auf das Geschäftsjahr 2022|23 oder folgende Geschäftsjahre, beispielsweise im Bereich der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten sowie Sachanlagen, ergeben.
Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 28. Februar 2022 wurden Sensitivitäten gerechnet. Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde in der CGU Frucht einen zusätzlichen Wertminderungsbedarf von 79.165 t€ zur Folge haben. Weiters wurden die Sensitivitäten auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 65 % / 25 % / 10 % zu einem um 9.667 t€ geringeren Wertminderungsbedarf führen. Andererseits hätte eine Gewichtung von 55 % / 25 % / 20 % eine um 9.667 t€ höhere Wertminderung zur Folge.
In der CGU Stärke wurde neben dem Base Case ein Downside Case entwickelt. Es würde sich in keinem Szenario eine Wertminderung des Buchwertes der Geschäfts-/Firmenwerte der CGU Stärke ergeben:
| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2021|22) | EBIT-Marge in 2026|27 |
|---|---|---|
| Base Case 65 % | 1,7 % | 5,0 % |
| Downside Case 35 % | –3,5 % | 5,5 % |
| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2020|21) | EBIT-Marge in 2025|26 |
|---|---|---|
| Base Case 65 % | 2,9 % | 6,2 % |
| Downside Case 35 % | –4,4 % | 6,1 % |
Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt bei 7,09 % (Vorjahr: 6,80 %). Basierend auf den Erfahrungen des Wertminderungstests der Geschäfts-/Firmenwerte zum 31. August 2021 wurde eine Sensitivität per 28. Februar 2022 gerechnet. Unter der Voraussetzung eines gleichbleibenden WACC wäre bei einer Reduktion des operativen Ergebnisses 2026|27 in Höhe von rund 40 % keine Gefährdung der Überdeckung der CGU Stärke gegeben. Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde keinen Wertminderungsbedarf zur Folge haben. Weiters wurde eine Sensitivität auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 55 % / 45 % zu eine um 8.320 t€ geringere Überdeckung zur Folge haben.
Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, sodass mögliche Korrelationseffekte zwischen den Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die Sensitivitäten haben folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (23a) angeführten Barwerte der Verpflichtungen:
| 28.02.2022 | 28.02.2021 | 28.02.2022 | 28.02.2021 | |
|---|---|---|---|---|
| Pensionen | Pensionen | Abfertigungen | Abfertigungen | |
| t€ | t€ | t€ | t€ | |
| Veränderung versicherungs- mathematischer Annahmen | ||||
| Rechnungszinssatz +0,5 Prozentpunkte | –2.092 | –2.537 | –1.428 | –1.664 |
| –0,5 Prozentpunkte | 2.289 | 2.790 | 1.527 | 1.785 |
| Lohn-/Gehaltssteigerung +0,25 Prozentpunkte | 33 | 54 | 729 | 851 |
| –0,25 Prozentpunkte | –32 | –53 | –704 | –820 |
| Rentensteigerung +0,25 Prozentpunkte | 1.075 | 1.267 | – | – |
| –0,25 Prozentpunkte | –1.033 | –1.215 | – | – |
| Lebenserwartung Zunahme um 1 Jahr | 3.629 | 4.594 | – | – |
| Abnahme um 1 Jahr | –3.791 | –4.885 | – | – |
AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Umsatzerlöse des Segmentes Frucht umfassen Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme-, und Food-Service-Industrie und Fruchtsaftkonzentrate, wie Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen. Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA primär Mais, Weizen und Kartoffeln zu hochwertigen Stärkeprodukten für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige. Weiters werden im Rahmen der Stärkegewinnung Düng- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke. Das Segment Zucker verarbeitet Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z. B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem wird auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel an Endkonsumenten vertrieben. Daneben produziert das Segment Zucker – zur optimalen Verwertung der agrarischen Rohstoffe – eine Vielzahl an Düng- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung.
Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt in allen drei Segmenten nach Übergang der Kontrolle am jeweiligen Produkt auf den Kunden und erfolgt nahezu ausschließlich zeitpunktbezogen. Sämtliche Lieferverträge enthalten Incoterms, wie DDP, DAP und EXW, die den Übergang der Kontrolle auf den Kunden regeln und somit den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung begründen. Das Zahlungsziel beträgt in der Regel bis zu 90 Tage.
AGRANA erzielt mit 95,44 % (Vorjahr: 94,85 %) hauptsächlich Umsatzerlöse aus Eigenerzeugnissen. AGRANA erbringt Dienstleistungen von 0,30 % (Vorjahr: 0,24 %) sowie Handelswarenerlöse von 4,26 % (Vorjahr: 4,91 %) der Gesamtumsatzerlöse von untergeordneter Bedeutung.
Die Aufteilung nach geografischen Gebieten je Segment erfolgt auf Basis des Sitzes der Gesellschaft.
| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------- | :-------- | :-------- |
| Segment Frucht | | |
| EU-27 | 585.598 | 554.441 |
| Europa nicht EU | 109.197 | 97.454 |
| Nordamerika | 337.420 | 309.785 |
| Südamerika | 32.661 | 24.179 |
| Asien | 115.664 | 118.821 |
| Afrika | 31.208 | 24.639 |
| Australien & Ozeanien | 39.332 | 37.252 |
| Summe | 1.251.080 | 1.166.571 |
| Segment Stärke | | |
| EU-27 | 987.854 | 802.197 |
| Nordamerika | 22.553 | 19.695 |
| Summe | 1.010.407 | 821.892 |
| Segment Zucker | | |
| EU-27 | 640.057 | 558.521 |
| Summe | 640.057 | 558.521 |
| Gesamt | 2.901.544 | 2.546.984 |
29,8 % (Vorjahr: 30,1 %) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Ein AGRANA-Kunde trug mit 10,9 % (Vorjahr: 12,4 %) zum Konzernumsatz bei. Kein weiterer Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10 %.
| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------------- | :-------- | :-------- |
| Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 99.051 | –14.529 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 2.069 | 2.820 |
Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 99.051 t€ (Vorjahr: –14.529 t€) resultierte aus dem Segment Zucker mit 90.205 t€ (Vorjahr: –17.985 t€), aus dem Segment Frucht mit 19.945 t€ (Vorjahr: –8.130 t€) und dem Segment Stärke mit –11.099 t€ (Vorjahr: 11.586 t€). In den Bestandsveränderungen ist ein Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht in Höhe von 1.118 t€ aus Wertberichtigungen von Halb- und Fertigprodukten aufgrund des Krieges in der Ukraine (Vorjahr: 859 t€ Reklamationsfall in Europa) enthalten.
| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :---------------------------------------------------------------- | :-------- | :-------- |
| Erträge aus Kursgewinnen | 7.705 | 11.537 |
| dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahmen der Finanzanlagen | 5.842 | 515 |
| Versicherungs- und Schadensersatzleistungen | 1.650 | 2.967 |
| Derivaten | 1.298 | 1.817 |
| Forschungsprämien | 1.268 | 1.400 |
| der Auflösung von Forderungswertberichtigungen | 1.027 | 644 |
| Miet- und Pachtverträgen | 578 | 513 |
| Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation | 525 | 367 |
| Leistungen an Dritte | 108 | 103 |
| Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen | 0 | 5.951 |
| Sondereinflüssen | 0 | 1.617 |
| der erfolgswirksamen Erfassung eines passiven Unterschiedsbetrages aus Unternehmenszusammenschlüssen | 0 | 140 |
| Übrige | 15.741 | 15.393 |
| Summe | 35.742 | 42.964 |
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen u. a. Erträge aus der Weiterverrechnung von Betriebsstoffen und Rohmaterial sowie Dienstleistungen.
| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------------------------------------- | :-------- | :-------- |
| Aufwendungen für Rohstoffe | 1.409.546 | 1.158.798 |
| Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren | 685.405 | 535.260 |
| bezogene Leistungen | 74.368 | 65.174 |
| Summe | 2.169.319 | 1.759.232 |
Aufgrund des Krieges in der Ukraine führten Wertberichtigungen von Rohstoffen zu einem Ergebnis aus Sondereinflüssen im Materialaufwand in Höhe von 379€ im Segment Frucht.
| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :-------- | :-------- |
| Löhne und Gehälter | 274.678 | 274.844 |
| Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und sonstiger Personalaufwand | 72.548 | 70.450 |
| Summe | 347.226 | 345.294 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 540€ (Vorjahr: 641€) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist im Personalaufwand enthalten. Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden 20.345€ (Vorjahr: 19.591€) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst. Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 1.555€ (Vorjahr: 1.501€) im Geschäftsjahr 2021|22 erfasst. Im Personalaufwand sind Aufwendungen aus Sondereinflüssen enthalten, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm im Segment Frucht stehen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen belief sich auf 1.001€ (Vorjahr: 4.602€).
Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente):
Aufgliederung nach Personengruppen
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :----------- | :-------- | :-------- |
| Arbeiter | 5.863 | 5.972 |
| Angestellte | 2.736 | 2.779 |
| Lehrlinge | 92 | 96 |
| Summe | 8.691 | 8.847 |
Aufgliederung nach Regionen
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------------------- | :-------- | :-------- |
| Österreich | 2.356 | 2.414 |
| Ungarn | 417 | 424 |
| Rumänien | 491 | 537 |
| Restliche EU | 1.456 | 1.520 |
| EU-27 | 4.720 | 4.895 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 1.150 | 1.157 |
| Übriges Ausland | 2.821 | 2.795 |
| Summe | 8.691 | 8.847 |
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100 %):
Aufgliederung nach Personengruppen
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :----------- | :-------- | :-------- |
| Arbeiter | 336 | 341 |
| Angestellte | 206 | 205 |
| Summe | 542 | 546 |
| Geschäftsjahr 2021 | 22 | Gesamt Abschreibungen | Wertminderungen | Wertaufholungen |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.691 | 3.691 | 0 | 0 |
| Sachanlagen – erworben | 110.647 | 110.747 | 183 | –283 |
| Sachanlagen – geleast | 5.833 | 5.833 | 0 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis | 120.171 | 120.271 | 183 | –283 |
| Sondereinfluss | 56.828 | 0 | 56.828 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 176.999 | 120.271 | 57.011 | –283 |
| Geschäftsjahr 2020 | 21 | Gesamt Abschreibungen | Wertminderungen | Wertaufholungen |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.761 | 3.761 | 0 | 0 |
| Sachanlagen – erworben | 108.719 | 108.784 | 134 | –199 |
| Sachanlagen – geleast | 5.626 | 5.626 | 0 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis | 118.106 | 118.171 | 134 | –199 |
| Sondereinfluss | 2.042 | 0 | 2.042 | 0 |
| Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit | 120.148 | 118.171 | 2.176 | –199 |
Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| t€ | Wertminderungen | Wertaufholungen |
|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2021 | 22 | |
| Segment Frucht | 56.828 | –37 |
| Segment Stärke | 27 | –111 |
| Segment Zucker | 156 | –135 |
| Konzern | 57.011 | –283 |
| t€ | Wertminderungen | Wertaufholungen |
|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2020 | 21 | |
| Segment Frucht | 2.042 | 0 |
| Segment Stärke | 0 | 0 |
| Segment Zucker | 134 | –199 |
| Konzern | 2.176 | –199 |
Wertminderungen im operativen Ergebnis in den Segmenten Zucker und Stärke betrafen im Wesentlichen Aufwendungen für stillgelegte Vermögenswerte (Vorjahr: Stilllegung einer Produktionslinie in Rumänien im Segment Zucker). Durch den Krieg in der Ukraine als Triggering Event wurden Wertminderungstests für den Geschäfts-/Firmenwert und für Sachanlagen in der Ukraine der CGU Frucht durchgeführt. Eine Wertminderung von 55.283 t€ des Geschäfts-/Firmenwertes und Wertminderungen von Sachanlagen des landwirtschaftlichen Betriebes der AGRANA Fruit Luka, Winniza|Ukraine und für bei Kunden in Kriegsgebieten befindlichen Behältern für Fertigprodukte von 1.545 t€ wurden als Sondereinfluss (Vorjahr: 2.042€ Wertminderung von Anlagen im Compound-Geschäft in Ägypten) im Segment Frucht erfasst.# Konzernanhang
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :---------------------------------------------------- | :---------- | :---- |
| Vertriebs- und Frachtaufwendungen | 173.668 | 154.054 |
| Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung | 97.122 | 88.025 |
| Sondereinflüsse | 10.442 | 6.048 |
| Kursverluste | 7.776 | 11.114 |
| Werbeaufwendungen | 7.547 | 7.324 |
| Sonstige Steuern | 6.368 | 6.334 |
| Drohende Verluste aus Verkaufskontrakten | 5.938 | 0 |
| Miete, Leasing- und Pachtaufwand | 5.777 | 6.017 |
| Derivate | 1.809 | 2.264 |
| Schadensfälle | 1.632 | 1.661 |
| Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 591 | 174 |
| Forschung und Entwicklung (extern) | 581 | 832 |
| Übrige | 8.898 | 8.540 |
| Summe | 328.149 | 292.387 |
Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 19.974€ (Vorjahr: 19.118€). In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten. Sondereinflüsse im sonstigen betrieblichen Aufwand betrafen im Wesentlichen Wertberichtigungen von Forderungen von Kunden in Kriegsgebieten oder kriegsnahen Gebieten in der Ukraine, Fremdwährungsverluste durch die Abwertung des russischen Rubels sowie einen Schadensfall in Nordamerika und beliefen sich im Segment Frucht auf 8.370€ (Vorjahr: 6.048€ Werksschließungen in Polen und Ungarn sowie einen Reklamationsfall in Europa). Das Ergebnis aus Sondereinflüssen von 2.072€ im Segment Zucker beinhaltet Forderungswertberichtigungen gegenüber dem in finanziellen Schwierigkeiten (ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine) befindlichen Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH. Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer PwC Wirtschaftsprüfung GmbH betrugen 545€ (Vorjahr: 467€). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 485€ (Vorjahr: 465€), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 2€ (Vorjahr: 2€) sowie sonstige Leistungen von 58€ (Vorjahr: 0€).
Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 8.019€ (Vorjahr: 17.513€) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe, der AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie der Beta Pura GmbH von 11.204€ sowie eine Wertminderung des an der Beta Pura GmbH gehaltenen Anteils von –3.185€.
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------------------------ | :---------- | :---- |
| Zinserträge | 742 | 802 |
| Währungsgewinne | 14.838 | 6.537 |
| Erträge aus Beteiligungen | 34 | 22 |
| Gewinn aus Derivaten | 12.522 | 17.225 |
| Übrige finanzielle Erträge | 428 | 310 |
| Summe | 28.564 | 24.896 |
Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :----------- | :---------- | :---- |
| Segment Frucht | 322 | 534 |
| Segment Stärke | 26 | 27 |
| Segment Zucker | 394 | 241 |
| Summe | 742 | 802 |
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------------------------------------------------------- | :---------- | :---- |
| Zinsaufwendungen | 7.584 | 8.138 |
| Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 540 | 641 |
| Währungsverluste | 7.875 | 16.571 |
| Verlust aus Derivaten | 23.597 | 13.306 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.034 | 837 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | 4.033 | 3.899 |
| Summe | 44.663 | 43.392 |
Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :----------- | :---------- | :---- |
| Segment Frucht | 1.554 | 2.139 |
| Segment Stärke | 235 | 231 |
| Segment Zucker | 5.795 | 5.768 |
| Konzern | 7.584 | 8.138 |
Der Posten Zinsaufwendungen enthält Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.008€ (Vorjahr: 1.025€) sowie den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 76€ (Vorjahr: 84€). Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Nettogewinn in Höhe von 6.963€ (Vorjahr: Nettoverlust –10.034€). Dieser setzte sich aus einem realisierten Gewinn von 5.127€ (Vorjahr: realisierter Verlust –7.840€) und einem nicht realisierten Gewinn in Höhe von 1.836€ (Vorjahr: nicht realisierter Verlust –2.194€) zusammen. Der Gewinn ist v. a. auf Fremdwährungsfinanzierungen in US-Dollar, mexikanischem Peso und tschechischer Krone zurückzuführen.
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :-------------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :---- |
| Effektive Steuern | 17.618 | 9.326 |
| davon Inland | 3.020 | –3.259 |
| davon Ausland | 14.598 | 12.585 |
| Latente Steuern | 3.248 | –4.116 |
| davon Inland | –2.599 | 256 |
| davon Ausland | 5.847 | –4.372 |
| Steueraufwand | 20.866 | 5.210 |
| davon Inland | 421 | –3.003 |
| davon Ausland | 20.445 | 8.213 |
Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern im Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :---- |
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | –2.706 | 2.266 |
| Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | –716 | 2 |
| Gesamte Veränderung aus latenter Steuer | –3.422 | 2.268 |
| davon erfolgswirksame Veränderungen | –3.248 | 4.116 |
| davon im sonstigen Ergebnis erfasst | –909 | –1.587 |
| davon aus Währungsumrechnung/Hochinflationsanpassung/Sonstige | 325 | –273 |
| davon Konsolidierungskreisänderung, erfolgsneutral | 410 | 12 |
Um den Betrag im sonstigen Ergebnis auf den Wert der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung überleiten zu können, müssen die Steuereffekte von Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen sowie derer anteiliger nicht beherrschender Anteile von in Summe 233 € vom sonstigen Ergebnis von 909 € gemäß obiger Tabelle abgezogen werden.
Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand:
| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :---- |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 8.633 | 60.195 |
| Österreichischer Steuersatz in % | 25 % | 25 % |
| Theoretischer Steueraufwand | 2.158 | 15.049 |
| Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund abweichender Steuersätze | –1.091 | –2.790 |
| Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche Abzugsposten inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –3.579 | –7.206 |
| nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen | 10.871 | –1.126 |
| Steuererhöhung aufgrund nicht absetzungsfähiger Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen | 3.868 | 4.472 |
| Effekten aus sonstigen Steuern | 3.031 | 2.770 |
| Effekten aus Verlustvorträgen | 739 | –2.551 |
| aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen | 4.869 | –3.408 |
| Ertragsteuern | 20.866 | 5.210 |
| Effektive Steuerquote | 241,7 % | 8,7 % |
Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25 %. Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungs- mittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen. Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 13.344€ (Vorjahr: 13.820€) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 52.487€ (Vorjahr: 50.059€). Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 47.845€ (Vorjahr: 44.732€) unbegrenzt vortragsfähig, 1.670€ (Vorjahr: 1.069€) verfallen zwischen zwei und vier Jahren und 2.972€ (Vorjahr: 4.258€) verfallen zwischen fünf und sieben Jahren. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 6.335€ (Vorjahr: 7.011€). Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 176.910€ (Vorjahr: 191.933€) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------------------------------------------------------------ | :--------- | :---- |
| Konzernjahresergebnis, das den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist | t€ –12.612 | 59.787 |
| Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war | Stück 62.488.976 | 62.488.976 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | € –0,20 | 0,96 |
| Dividende je Aktie | € 0,751 | 0,85 |
Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2021|22 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 46.867€ (Vorjahr: 53.116€) ausgeschüttet.
1 Vorschlag an die Hauptversammlung
Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Es bestanden aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen in der Ukraine, in Russland und in Argentinien.```markdown
9.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 207.225 € (Vorjahr: 198.825 €), das entspricht 7,14 % (Vorjahr: 7,81 %) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses von –1.836 € (Vorjahr: nicht realisierte Währungsverluste 2.194 €), die zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigungen zu Forderungen 280 € (Vorjahr: 675 €), zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten von 6.914 € (Vorjahr: 5.519 €) sowie zahlungsunwirksame Sondereinflüsse von 11.158 € (Vorjahr: 8.221 €). Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen Korrekturen des im Konzernergebnis enthaltenen Steueraufwandes und Zinsergebnisses aufgrund der separaten Darstellung der zahlungswirksamen Zinsen und Ertragsteuern. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capitals sowie zahlungswirksame Zinsen und Steuern führten zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 53.235 € (Vorjahr: 163.623 €).
9.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit
Bei stabilem Investitionsniveau in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von –77.018 € (Vorjahr: –70.509 €), Auszahlungen für den Erwerb des Tochterunternehmens AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokio|Japan, von –3.631 € (Vorjahr: –9.111 € für 100 % der Anteile an Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|USA) sowie Einzahlungen aus Anlagenabgängen von 7.897 € (Vorjahr: 2.829 €) belief sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit auf –72.624 € (Vorjahr: –79.646 €).
9.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Gezahlte Dividenden von –53.357 € (Vorjahr: –48.826 €), die überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Dividende betreffen, Kapitalerhöhungen einer Tochtergesellschaft durch nicht beherrschende Anteile von 1.800 € (Vorjahr: 0 €), Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von –4.201 € (Vorjahr: 0 €) sowie die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Mittelzu-/abflüsse der Finanzverbindlichkeiten führten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021|22 zu einem positiven Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 17.595 € (Vorjahr: negativen Cashflow –59.454 €).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit:
| Buchwert 01.03.2021 | Fristigkeiten- änderung | Mittelfluss (+)/ Mittel- abfluss (–) | Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver- änderungen | Buchwert 28.02.2022 |
|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | |||
| Schuldscheindarlehen | 181.000 | –7.000 | 0 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 26.854 | –4.882 | 0 | 0 |
| Darlehen | 262.383 | –100.000 | –3.543 | 233 |
| Leasingverbindlichkeiten | 23.400 | –6.558 | 0 | 5.857 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 493.637 | –118.440 | –3.543 | 6.090 |
| Schuldscheindarlehen | 0 | 7.000 | 0 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 4.882 | 4.882 | –4.882 | 0 |
| Syndizierte Kredite | 15.000 | 0 | 0 | 0 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 55.617 | 100.000 | 87.586 | 939 |
| Leasingverbindlichkeiten | 4.775 | 6.558 | –5.808 | 78 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 80.274 | 118.440 | 76.896 | 1.017 |
| Buchwert 01.03.2020 | Fristigkeiten- änderung | Mittelfluss (+)/ Mittel- abfluss (–) | Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver- änderungen | Buchwert 28.02.2021 |
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | |||
| Schuldscheindarlehen | 207.000 | 0 | –26.000 | 0 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 31.736 | –4.882 | 0 | 0 |
| Darlehen | 189.604 | 0 | 73.117 | –338 |
| Leasingverbindlichkeiten | 21.872 | –5.928 | 0 | 7.456 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 450.212 | –10.810 | 47.117 | 7.118 |
| Kredit Europäische Investitionsbank | 4.882 | 4.882 | –4.882 | 0 |
| Syndizierte Kredite | 85.000 | 0 | –70.000 | 0 |
| Kontokorrentkredite und Barvorlagen | 31.980 | 0 | 24.403 | –766 |
| Leasingverbindlichkeiten | 4.952 | 5.928 | –7.266 | 1.161 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 126.814 | 10.810 | –57.745 | 395 |
10.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte
| Geschäfts-/ Firmen- werte | Konzessionen, Lizenzen und ähnliche Rechte | Summe | |
|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||
| Anschaffungskosten Stand 01.03.2021 | 261.892 | 104.628 | 366.520 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 2 | 3.052 | 3.054 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 471 | 3.731 | 4.202 |
| Zugänge | 0 | 2.527 | 2.527 |
| Umbuchungen | 0 | 768 | 768 |
| Abgänge | 0 | –1.969 | –1.969 |
| Stand 28.02.2022 | 262.365 | 112.737 | 375.102 |
| Abschreibungen Stand 01.03.2021 | 20.111 | 91.810 | 111.921 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | 1.584 | 1.584 |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.691 | 3.691 |
| Wertminderungen | 55.283 | 0 | 55.283 |
| Umbuchungen | 0 | 38 | 38 |
| Abgänge | 0 | –1.969 | –1.969 |
| Stand 28.02.2022 | 75.394 | 95.154 | 170.548 |
| Buchwert 28.02.2022 | 186.971 | 17.583 | 204.554 |
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | ||
| Anschaffungskosten Stand 01.03.2020 | 261.892 | 102.493 | 364.385 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | –2.439 | –2.439 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | 3.335 | 3.335 |
| Zugänge | 0 | 1.083 | 1.083 |
| Umbuchungen | 0 | 172 | 172 |
| Abgänge | 0 | –16 | –16 |
| Stand 28.02.2021 | 261.892 | 104.628 | 366.520 |
| Abschreibungen Stand 01.03.2020 | 20.111 | 89.277 | 109.388 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 0 | –1.215 | –1.215 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –1 | –1 |
| Laufende Abschreibungen | 0 | 3.761 | 3.761 |
| Umbuchungen | 0 | 4 | 4 |
| Abgänge | 0 | –16 | –16 |
| Stand 28.02.2021 | 20.111 | 91.810 | 111.921 |
| Buchwert 28.02.2021 | 241.781 | 12.818 | 254.599 |
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte und den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC):
| Geschäfts-/ Firmenwert | WACC vor Steuer | |
|---|---|---|
| 28.02.2022 | 28.02.2021 | |
| Mio. € | Mio. € | |
| CGU Frucht | 185 | 240 |
| CGU Stärke | 2 | 2 |
| Konzern | 187 | 242 |
Ein wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.
1 Weighted Average Cost of Capital: gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz
t€
| Grundstücke, grundstücks-gleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung | Anlagen in Bau | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||||
| Sachanlagen – erworben | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2021 | 648.800 | 1.471.310 | 242.039 | 27.826 | 2.389.975 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 6.413 | 9.370 | 929 | –132 | 16.580 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –1.579 | 211 | 663 | –705 |
| Zugänge | 4.889 | 33.602 | 13.104 | 24.228 | 75.823 |
| Umbuchungen | 4.543 | 10.327 | 1.684 | –17.438 | –884 |
| Abgänge | –3.238 | –9.933 | –5.869 | –102 | –19.142 |
| Zuschüsse | –222 | –1.127 | –237 | 0 | –1.586 |
| Stand 28.02.2022 | 661.185 | 1.511.970 | 251.861 | 35.045 | 2.460.061 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2021 | 360.135 | 1.014.076 | 191.372 | 280 | 1.565.863 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | 1.560 | 5.084 | 745 | –4 | 7.385 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –1.089 | –100 | 0 | –1.189 |
| Laufende Abschreibungen | 17.254 | 78.102 | 15.391 | 0 | 110.747 |
| Wertminderungen | 1.398 | 35 | 154 | 141 | 1.728 |
| Umbuchungen | 28 | 5 | –71 | 0 | –38 |
| Abgänge | –1.852 | –9.295 | –5.458 | 0 | –16.605 |
| Zuschreibungen | –21 | –215 | 0 | 0 | –283 |
| Stand 28.02.2022 | 378.502 | 1.086.703 | 202.033 | 370 | 1.667.608 |
| Buchwert 28.02.2022 | 282.683 | 425.267 | 49.828 | 34.675 | 792.453 |
t€
| Grundstücke, grundstücks-gleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung | Anlagen in Bau | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||||
| Sachanlagen – geleast | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2021 | 31.568 | 9.638 | 2.054 | 2.306 | 45.566 |
| Währungsdifferenzen | 479 | 140 | 17 | 0 | 636 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 1.536 | 0 | 0 | 0 | 1.536 |
| Zugänge | 2.246 | 1.635 | 136 | 0 | 4.017 |
| Umbuchungen | 20 | 2.402 | 0 | –2.306 | 116 |
| Abgänge | –923 | –293 | –183 | 0 | –1.399 |
| Stand 28.02.2022 | 34.926 | 13.522 | 2.024 | 0 | 50.472 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2021 | 6.863 | 2.364 | 792 | 0 | 10.019 |
| Währungsdifferenzen | 141 | 51 | 4 | 0 | 196 |
| Laufende Abschreibungen | 3.940 | 1.446 | 447 | 0 | 5.833 |
| Abgänge | –829 | –279 | –183 | 0 | –1.291 |
| Stand 28.02.2022 | 10.115 | 3.582 | 1.060 | 0 | 14.757 |
| Buchwert 28.02.2022 | 24.811 | 9.940 | 964 | 0 | 35.715 |
| Buchwert Sachanlagen 28.02.2022 | 307.494 | 435.207 | 50.792 | 34.675 | 828.168 |
t€
| Grundstücke, grundstücks-gleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung | Anlagen in Bau | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | ||||
| Sachanlagen – erworben | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2020 | 640.170 | 1.370.340 | 242.372 | 153.630 | 2.406.512 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | –20.401 | –32.235 | –5.683 | –1.532 | –59.851 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –65 | –50 | 127 | 12 |
| Zugänge | 5.860 | 26.447 | 8.735 | 19.989 | 61.031 |
| Umbuchungen | 25.634 | 116.473 | 1.941 | –144.220 | –172 |
| Abgänge | –2.286 | –7.970 | –5.215 | –168 | –15.639 |
| Zuschüsse | –177 | –1.680 | –61 | 0 | –1.918 |
| Stand 28.02.2021 | 648.800 | 1.471.310 | 242.039 | 27.826 | 2.389.975 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2020 | 354.178 | 966.944 | 184.785 | 240 | 1.506.147 |
| Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen | –9.224 | –23.852 | –4.092 | –8 | –37.176 |
| Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges | 0 | –27 | –92 | 0 | –119 |
| Laufende Abschreibungen | 17.208 | 75.925 | 15.651 | 0 | 108.784 |
| Wertminderungen | 0 | 2.119 | 9 | 48 | 2.176 |
| Umbuchungen | 0 | 9 | –13 | 0 | –4 |
| Abgänge | –1.880 | –6.990 | –4.876 | 0 | –13.746 |
| Stand 28.02.2021 | 360.135 | 1.014.076 | 191.372 | 280 | 1.565.863 |
| Buchwert 28.02.2021 | 288.665 | 457.234 | 50.667 | 27.546 | 824.112 |
144 Konzernanhang
t€
| Grundstücke, grundstücks-gleiche Rechte und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung | Anlagen in Bau | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | ||||
| Sachanlagen – geleast | |||||
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | |||||
| Stand 01.03.2020 | 27.363 | 8.985 | 1.609 | 276 | 38.233 |
| Währungsdifferenzen | –908 | –161 | –72 | 0 | –1.141 |
| Zugänge | 6.083 | 1.295 | 767 | 2.030 | 10.175 |
| Abgänge | –970 | –481 | –250 | 0 | –1.701 |
| Stand 28.2.2021 | 31.568 | 9.638 | 2.054 | 2.306 | 45.566 |
| Abschreibungen | |||||
| Stand 01.03.2020 | 3.801 | 1.481 | 521 | 0 | 5.803 |
| Währungsdifferenzen | –197 | –58 | –50 | 0 | –305 |
| Laufende Abschreibungen | 3.765 | 1.331 | 530 | 0 | 5.626 |
| Abgänge | –506 | –390 | –209 | 0 | –1.105 |
| Stand 28.2.2021 | 6.863 | 2.364 | 792 | 0 | 10.019 |
| Buchwert 28.2.2021 | 24.705 | 7.274 | 1.262 | 2.306 | 35.547 |
| Buchwert Sachanlagen 28.2.2021 | 313.370 | 464.508 | 51.929 | 29.852 | 859.659 |
| Segment | 2021 | 22 | 2020 | 21 |
|---|---|---|---|---|
| Frucht | 35.607 | 33.853 | ||
| Stärke | 23.998 | 21.725 | ||
| Zucker | 20.235 | 15.628 | ||
| Konzern | 79.840 | 71.206 |
145
| 2021 | 22 | 2020 | 21 | |
|---|---|---|---|---|
| Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse | 2.017 | 2.264 | ||
| Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert | 156 | 182 | ||
| Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | 1.008 | 1.025 |
t€
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschafts-unternehmen | Wertpapiere (langfristige Vermögens-werte) | Beteiligungen | Summe | |
|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | |||
| Stand 01.03.2021 | 72.118 | 19.416 | 1.683 | 93.217 |
| Währungsdifferenzen | –994 | 2 | 0 | –992 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 0 | 0 | –1.273 | –1.273 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 11.204 | 0 | 0 | 11.204 |
| Wertminderungen | –3.185 | –475 | –90 | –3.750 |
| Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge | –12.500 | –54 | –40 | –12.594 |
| Sonstiges Ergebnis | –691 | –117 | 0 | –808 |
| Stand 28.02.2022 | 65.952 | 18.772 | 280 | 85.004 |
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | |||
| Stand 01.03.2020 | 76.919 | 19.599 | 919 | 97.437 |
| Währungsdifferenzen | –3.952 | –10 | 0 | –3.962 |
| Kapitalerhöhung bei Gemeinschaftsunternehmen/Zugänge | 2.072 | 0 | 1.273 | 3.345 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen | 17.513 | 0 | 0 | 17.513 |
| Wertminderungen | 0 | –109 | –106 | –215 |
| Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge | –21.000 | –64 | –403 | –21.467 |
| Sonstiges Ergebnis | 566 | 0 | 0 | 566 |
| Stand 28.02.2021 | 72.118 | 19.416 | 1.683 | 93.217 |
| € 28.02.2022 | € 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 398.509 | 323.055 |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | 18.117 | 14.621 |
| Positiver Marktwert Derivate | 8.032 | 4.961 |
| Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe | 284 | 661 |
| Forderungen aus Zuschüssen | 1.369 | 1.536 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 34.532 | 26.537 |
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 460.843 | 371.371 |
| Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern | 61.217 | 47.575 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 7.241 | 6.858 |
| Geleistete Anzahlungen | 5.465 | 1.426 |
| Summe | 534.766 | 427.230 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 3.500 | 8.106 |
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.
| € 28.02.2022 | € 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 3.748 | 5.083 |
| Finanzanlagen (v.a. „Siebentel-Abschreibung“ auf Beteiligungen) | 3.408 | 2.407 |
| Vorräte | 4.447 | 3.416 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 1.340 | 1.615 |
| Verlustvorträge | 3.378 | 7.720 |
| Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder | 4.248 | 5.162 |
| Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden | 14.847 | 13.684 |
| Summe aktive latente Steuern | 35.416 | 39.087 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde | –21.682 | –22.647 |
| Saldierte aktive Steuerabgrenzung | 13.734 | 16.440 |
Die passiven latenten Steuern sind unter Note (26) erläutert.
| € 28.02.2022 | € 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 296.906 | 223.806 |
| Fertige und unfertige Erzeugnisse | 546.207 | 443.888 |
| Waren | 20.954 | 32.919 |
| Summe | 864.067 | 700.613 |
Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 6.913 € (Vorjahr: 5.518 €) vorgenommen, welche aus den Segmenten Frucht mit 1.681 € (Vorjahr: 4.041 €), Stärke mit 2.617 € (Vorjahr: 142 €) und Zucker mit 2.615 € (Vorjahr: 1.335 €) resultierten. Die Wertminderungen waren auf gesunkene Nettoveräußerungswerte zum Bilanzstichtag zurückzuführen. Zusätzlich sind im Ergebnis aus Sondereinflüssen Wertminderungen von Vorräten im Segment Frucht in Höhe von 1.497 € enthalten. Diese resultieren aus Wertberichtigungen von Halb- und Fertigprodukten in Höhe von 1.118 € sowie Wertberichtigungen von Rohstoffen in Höhe von 379 € aufgrund des Krieges in der Ukraine.
Angaben zum Kapitalmanagement
Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:
| € 28.02.2022 | € 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 1.281.542 | 1.329.097 |
| Bilanzsumme | 2.643.630 | 2.472.734 |
| Eigenkapitalquote | 48,5 % | 53,8 % |
| Nettofinanzschulden | 532.006 | 443.524 |
| Gearing | 41,5 % | 33,4 % |
Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht. Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung. Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.
| € 28.02.2022 | € 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen | 25.404 | 30.124 |
| Abfertigungen | 33.444 | 37.662 |
| Übrige | 48.392 | 46.874 |
| Summe | 107.240 | 114.660 |
Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan. Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt:
| % 28.02.2022 | % 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Lohn-/Gehaltstrend Inland/Europa | 3,36 | 2,74 |
| Mexiko/Südkorea | 6,0 / 4,0 | 6,0 / 4,0 |
| Rententrend Inland/Europa | 1,9 | 1,8 |
| Mexiko | 6,0 | 6,0 |
| Zinssatz Inland/Europa | 1,65 | 0,75 |
| Mexiko/Südkorea | 8,25 / 2,7 | 7,5 / 2,1 |
Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 1,65Â % (Vorjahr: 0,75Â %) zugrunde gelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen, wie die Mitarbeiterfluktuation, in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln „AVÖ 2018-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.
Leistungsorientierte Vorsorgepläne
Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.
Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| € 28.02.2022 | € 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Pensionspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 41.813 | 46.405 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –16.409 | –16.281 |
| Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) | 25.404 | 30.124 |
| Abfertigungspläne | ||
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 35.542 | 39.606 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –2.098 | –1.944 |
| Rückstellung für Abfertigungen (Nettoschuld) | 33.444 | 37.662 |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:
In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 25.721 € (Vorjahr: 28.207 €) steht ein Planvermögen von 16.056 € (Vorjahr: 15.918 €) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen dieses Anhangs verwiesen.
Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 12.508 € (Vorjahr: 14.392 €), Österreichische Rubensamenzucht Gesellschaft m.b.H. in Höhe von 620 € (Vorjahr: 697 €), AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 1.473 € (Vorjahr: 1.679 €) und AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 184 € (Vorjahr: 212 €). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 139 € (Vorjahr: 143 €) gegenüber.
Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionhöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpflichtung von 470 € (Vorjahr: 503 €) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 155 € (Vorjahr: 142 €) gegenüber.In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestandes einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 837€ (Vorjahr: 715€) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 59€ (Vorjahr: 79€) gegenüber.
Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:
| € | Barwert der Verpflichtung | Marktwert Planvermögen | Rückstellung für Pensionen |
|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||
| Stand 01.03.2021 | 46.405 | –16.281 | 30.124 |
| Dienstzeitaufwand | 216 | 0 | 216 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 385 | –125 | 260 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 20 | 20 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Pensionsaufwand netto) | 601 | –105 | 496 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | –526 | –526 |
| der Änderung demographischer Annahmen | 17 | 0 | 17 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –3.004 | 0 | –3.004 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 631 | 0 | 631 |
| Währung differenzen | 86 | –8 | 78 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | –2.270 | –534 | –2.804 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.923 | 885 | –2.038 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –374 | –374 |
| Sonstige Veränderungen | –2.923 | 511 | –2.412 |
| Stand 28.02.2022 | 41.813 | –16.409 | 25.404 |
| € | Barwert der Verpflichtung | Marktwert Planvermögen | Rückstellung für Pensionen |
|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | ||
| Stand 01.03.2020 | 47.574 | –16.550 | 31.024 |
| Dienstzeitaufwand | 628 | 0 | 628 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 429 | –137 | 292 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 17 | 17 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Pensionsaufwand netto) | 1.057 | –120 | 937 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 214 | 214 |
| der Änderung demographischer Annahmen | –42 | 0 | –42 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –512 | 0 | –512 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | 981 | 0 | 981 |
| Währung differenzen | –151 | 12 | –139 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | 276 | 226 | 502 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –2.502 | 489 | –2.013 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –326 | –326 |
| Sonstige Veränderungen | –2.502 | 163 | –2.339 |
| Stand 28.02.2021 | 46.405 | –16.281 | 30.124 |
151 Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:
Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 32.333€ (Vorjahr: 36.440€).
In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 218€ (Vorjahr: 200€) ausschließlich rückstellungsfinanziert.
In Rumänien bestehen Abfertigungsverpflichtungen im Falle des Pensionsantrittes in Höhe von drei Monatsbezügen. Der Rückstellungswert beläuft sich auf 176€ (Vorjahr: 233€).
In Mexiko bestehen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens fünfzehnjähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Planvermögen in Höhe von 2€ (Vorjahr: 3€) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 265€ (Vorjahr: 211€).
Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 2.550€ (Vorjahr: 2.522€) bei einem Planvermögen von 2.096€ (Vorjahr: 1.941€) aus.
Die Rückstellung für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt:
| € | Barwert der Verpflichtung | Marktwert Planvermögen | Rückstellung für Abfertigungen |
|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||
| Stand 01.03.2021 | 39.606 | –1.944 | 37.662 |
| Dienstzeitaufwand | 1.711 | 0 | 1.711 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | –247 | 0 | 0 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 320 | –40 | 280 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 5 | 5 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Abfertigungsaufwand netto) | 1.784 | –35 | 1.749 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 27 | 27 |
| der Änderung demographischer Annahmen | –18 | 0 | –18 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –1.338 | 0 | –1.338 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | –587 | 0 | –587 |
| Währung differenzen | 66 | –29 | 37 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | –1.877 | –2 | –1.879 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –3.971 | 180 | –3.791 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –297 | –297 |
| Sonstige Veränderungen | –3.971 | –117 | –4.088 |
| Stand 28.02.2022 | 35.542 | –2.098 | 33.444 |
152 Konzernanhang
| € | Barwert der Verpflichtung | Marktwert Planvermögen | Rückstellung für Abfertigungen |
|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | ||
| Stand 01.03.2020 | 44.160 | –1.783 | 42.377 |
| Dienstzeitaufwand | 1.925 | 0 | 1.925 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | –136 | 0 | –136 |
| Zinsaufwand/-ertrag | 387 | –38 | 349 |
| Steuern und Verwaltungsaufwand | 0 | 5 | 5 |
| Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Abfertigungsaufwand netto) | 2.176 | –33 | 2.143 |
| Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens | 0 | 9 | 9 |
| der Änderung demographischer Annahmen | 112 | 0 | 112 |
| der Änderung finanzieller Annahmen | –1.145 | 0 | –1.145 |
| erfahrungsbedingten Anpassungen | –1.299 | 0 | –1.299 |
| Währung differenzen | –179 | 56 | –123 |
| Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis | –2.511 | 65 | –2.446 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | –4.219 | 63 | –4.156 |
| Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen | 0 | –256 | –256 |
| Sonstige Veränderungen | –4.219 | –193 | –4.412 |
| Stand 28.02.2021 | 39.606 | –1.944 | 37.662 |
Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten.
Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf 4.659€ (Vorjahr: Gewinne 1.949€). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Berichtigungen, Veränderungen der Steigerungsannahmen für Pensionsbemessungsgrundlage und künftige Gehälter, Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters und Fluktuationsannahmen.
Bis zum 28. Februar 2022 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –42.745€ (Vorjahr: –47.404€) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.
Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.
Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien.
153 Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:
| % | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|
| Festverzinsliche Wertpapiere | 35,93 % | 43,35 % |
| Eigenkapitaltitel | 39,13 % | 30,53 % |
| Immobilien | 4,86 % | 4,85 % |
| Sonstige | 20,08 % | 21,27 % |
Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte).
Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen von Inflationsraten.
Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungszinssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungszinssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungszinssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein weiterer Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.Möglicherweise Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.
Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 28. Februar 2022 10,88 Jahre (Vorjahr: 10,50 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 8,39 Jahre (Vorjahr: 8,76 Jahre).
Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 1.146 T€ (Vorjahr: 1.022 T€) betragen.
In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:
| Geschäftsjahr | Pension | Abfertigung |
|---|---|---|
| 2022 | 23 | 2.993 |
| 2023 | 24 | 2.833 |
| 2024 | 25 | 2.689 |
| 2025 | 26 | 2.553 |
| 2026 | 27 | 2.429 |
| 2027 | 28 bis 2031 | 32 |
| Summe | 24.351 | 33.732 |
| € | Rekultivierung | Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgeld | Ungewisse Verbindlichkeiten | Summe |
|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | |||
| Stand 01.03.2021 | 11.502 | 18.233 | 17.139 | 46.874 |
| Währungsdifferenzen | 118 | – | –42 | 131 |
| Verbrauch | –394 | – | 2.037 | –7.711 |
| Auflösungen | –37 | – | 1.631 | –5.164 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zuführungen | 858 | 2.025 | 15.402 | 18.285 |
| Stand 28.02.2022 | 12.047 | 16.548 | 19.797 | 48.392 |
| davon innerhalb von 1 Jahr | 206 | 1.270 | 17.552 | 19.028 |
Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten beispielsweise Rückstellungen für Drohverluste mit 8.015 T€ (Vorjahr: 3.631 T€), Prozessrisiken mit 2.523 T€ (Vorjahr: 2.156 T€) und Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung mit 1.153 T€ (Vorjahr: 776 T€).
Einen großen Teil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 29.364 T€ (Vorjahr: 29.396 T€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 12.244 T€ (Vorjahr: 13.014 T€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam.
Für Rückstellungen für Altersteilzeit von 445 T€ (Vorjahr: 353 T€) wird innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre mit einem Mittelabfluss gerechnet.
Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 11.841 T€ (Vorjahr: 11.345 T€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.
| € | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 626.069 | 545.736 |
| Leasingverbindlichkeiten | 28.302 | 28.175 |
| Finanzverbindlichkeiten | 654.371 | 573.911 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 377.744 | 493.637 |
Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 11.1 bis 11.4.
Die zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeit:
| € | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|
| Leasingverbindlichkeiten langfristig | 22.699 | 23.400 |
| Leasingverbindlichkeiten kurzfristig | 5.603 | 4.775 |
Zum Bilanzstichtag wurden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Pfandrechten besichert. Die Pfandrechte betreffen die Besicherung eines Exportförderungskredites mit Exportforderungen in Österreich und Darlehen in Algerien mit Betriebsvermögen (z. B. Maschinen). Die zugrunde liegenden Buchwerte belaufen sich auf 9.082 T€ (Vorjahr: 8.893 T€).
| € | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 440.130 | 311.524 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen | 33.180 | 26.308 |
| Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen | 4.060 | 4.706 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 11.326 | 4.637 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 72.160 | 69.094 |
| Zwischensumme Finanzinstrumente | 560.856 | 416.269 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 3.729 | 3.604 |
| Erhaltene Vorauszahlungen | 1.480 | 921 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 13.652 | 13.194 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit | 9.556 | 9.430 |
| Summe | 589.273 | 443.418 |
| davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 5.363 | 1.094 |
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 63.884 T€ (Vorjahr: 32.112 T€) ausgewiesen. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u. a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.
| € | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|
| Passive latente Steuern | ||
| Anlagevermögen | 19.807 | 19.852 |
| Vorräte | 147 | 1.398 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 3.625 | 2.076 |
| Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen | 1.341 | 1.686 |
| Rückstellungen und sonstige Schulden | 2.980 | 3.137 |
| Summe passive latente Steuern | 27.900 | 28.149 |
| Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde | –21.682 | –22.647 |
| Saldierte passive Steuerabgrenzung | 6.218 | 5.502 |
Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.
Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung. Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.
In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.
| Durchschnittlicher Effektiv- zinssatz | Stand Bilanz- stichtag | davon Restlaufzeit | Bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| % | € | € | € | € | |
| 28.02.2022 | |||||
| Fixer Zinssatz | |||||
| CNY | 4,69 | 4.105 | 3.412 | 693 | 0 |
| DZD | 7,18 | 3.307 | 2.957 | 350 | 0 |
| EUR | 1,20 | 355.550 | 62.648 | 263.060 | 29.842 |
| 1,23 | 362.962 | 69.017 | 264.103 | 29.842 | |
| Variabler Zinssatz | |||||
| CNY | 4,59 | 5.133 | 5.133 | 0 | 0 |
| EGP | 7,50 | 758 | 758 | 0 | 0 |
| EUR | 0,23 | 253.916 | 192.816 | 42.000 | 19.100 |
| KRW | 2,83 | 2.987 | 2.987 | 0 | 0 |
| TRY | 23,25 | 215 | 215 | 0 | 0 |
| USD | 2,25 | 97 | 97 | 0 | 0 |
| ZAR | 9,00 | 1 | 1 | 0 | 0 |
| 0,39 | 263.107 | 202.007 | 42.000 | 19.100 | |
| Summe | 0,91 | 626.069 | 271.024 | 306.103 | 48.942 |
| Durchschnittlicher Effektiv- zinssatz | Stand Bilanz- stichtag | davon Restlaufzeit | Bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| % | € | € | € | € | |
| 28.02.2021 | |||||
| Fixer Zinssatz | |||||
| CNY | 4,89 | 5.625 | 2.500 | 3.125 | 0 |
| DZD | 4,06 | 1.092 | 644 | 448 | 0 |
| EUR | 1,17 | 411.213 | 55.649 | 254.340 | 101.224 |
| 1,23 | 417.930 | 58.793 | 257.913 | 101.224 | |
| Variabler Zinssatz | |||||
| CNY | 4,50 | 6.002 | 6.002 | 0 | 0 |
| EGP | 8,00 | 427 | 427 | 0 | 0 |
| EUR | 0,52 | 118.960 | 7.860 | 76.000 | 35.100 |
| HUF | 2,00 | 64 | 64 | 0 | 0 |
| KRW | 2,17 | 1.829 | 1.829 | 0 | 0 |
| TRY | 9,00 | 333 | 333 | 0 | 0 |
| USD | 2,25 | 77 | 77 | 0 | 0 |
| ZAR | 7,00 | 114 | 114 | 0 | 0 |
| 0,79 | 127.806 | 16.706 | 76.000 | 35.100 | |
| Summe | 1,13 | 545.736 | 75.499 | 333.913 | 136.324 |
Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 626.069 T€ (Vorjahr: 545.736 T€). Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz beträgt 0,91 % (Vorjahr: 1,13 %) bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 2,2 Jahren (Vorjahr: 3,4 Jahren). Die Refinanzierung der AGRANA-Gruppe setzt sich im Wesentlichen aus zwei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 400.000 T€ (Vorjahr: 400.000 T€) und einem Schuldscheindarlehen über 181.000 T€ (Vorjahr: 181.000 T€) zusammen. Die übrigen Refinanzierungen betreffen bilaterale Kreditlinien.
Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 362.962 T€ (Vorjahr: 417.930 T€). Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 9.082 T€ (Vorjahr: 8.893 T€) durch sonstige Pfandrechte gesichert, siehe Note (24).
Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einen Rückgang um –7.378 T€ auf 103.593 T€.
Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:
Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln.# 11.3. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten
Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.
Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:
| Kauf Verkauf | Nominale | Positive Marktwerte | Negative Marktwerte | Netto- marktwerte |
|---|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | ||||
| AUD EUR | 2.837 | 60 | 0 | 60 |
| CZK EUR | 15.957 | 0 | –335 | –335 |
| EUR AUD | 3.723 | 0 | –46 | –46 |
| EUR CZK | 45.157 | 231 | –684 | –453 |
| EUR GBP | 552 | 0 | –3 | –3 |
| EUR HUF | 14.534 | 244 | –27 | 217 |
| EUR INR | 1.234 | 0 | –28 | –28 |
| EUR JPY | 1.349 | 0 | –3 | –3 |
| EUR MXN | 18.497 | 0 | –1.088 | –1.088 |
| EUR PLN | 13.610 | 247 | 0 | 247 |
| EUR RON | 108.741 | 0 | –1.396 | –1.396 |
| EUR RUB | 320 | 110 | 0 | 110 |
| EUR USD | 124.264 | 2 | –1.688 | –1.686 |
| EUR ZAR | 2.456 | 0 | –119 | –119 |
| HUF EUR | 2.169 | 0 | –14 | –14 |
| MXN EUR | 10.978 | 137 | 0 | 137 |
| PLN EUR | 32.100 | 175 | –244 | –69 |
| RON EUR | 53.864 | 686 | 0 | 686 |
| USD EUR | 40.323 | 1.888 | 0 | 1.888 |
| USD RON | 9.104 | 102 | 0 | 102 |
| Zwischensumme Devisentermingeschäfte | 501.769 | 3.882 | –5.675 | –1.793 |
| Zinsswaps | 76.000 | 382 | –272 | 110 |
| Zuckerfutures | 12.196 | 257 | 0 | 257 |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 132.619 | 3.511 | 0 | 3.511 |
| Ethanol-Termingeschäfte | 16.687 | 0 | –5.379 | –5.379 |
| Summe | 739.271 | 8.032 | –11.326 | –3.294 |
| Kauf Verkauf | Nominale | Positive Marktwerte | Negative Marktwerte | Netto- marktwerte |
|---|---|---|---|---|
| 28.02.2021 | ||||
| AUD EUR | 5.572 | 135 | –2 | 133 |
| CZK EUR | 20.977 | 0 | –27 | –27 |
| EUR AUD | 5.120 | 0 | –195 | –195 |
| EUR CZK | 42.807 | 30 | –126 | –96 |
| EUR GBP | 495 | 2 | –6 | –4 |
| EUR HUF | 40.004 | 257 | –31 | 226 |
| EUR INR | 1.520 | 0 | –4 | –4 |
| EUR JPY | 202 | 8 | 0 | 8 |
| EUR MXN | 18.268 | 758 | 0 | 758 |
| EUR PLN | 8.946 | 92 | –4 | 88 |
| EUR RON | 125.359 | 0 | –1.225 | –1.225 |
| EUR USD | 97.569 | 1.250 | –82 | 1.168 |
| EUR ZAR | 2.425 | 0 | –38 | –38 |
| HUF EUR | 42.705 | 11 | –413 | –402 |
| MXN EUR | 8.723 | 0 | –237 | –237 |
| PLN EUR | 21.517 | 27 | –114 | –87 |
| RON EUR | 43.750 | 414 | 0 | 414 |
| USD EUR | 64.293 | 392 | –391 | 1 |
| Zwischensumme Devisentermingeschäfte | 550.252 | 3.376 | –2.895 | 481 |
| Zinsswaps | 76.000 | 42 | –686 | –644 |
| Zuckerfutures | 9.605 | 67 | –259 | –192 |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 101.004 | 1.476 | –153 | 1.323 |
| Ethanol-Termingeschäfte | 13.732 | 0 | –644 | –644 |
| Summe | 750.593 | 4.961 | –4.637 | 324 |
Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren ab. Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro. Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt. Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden und in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms in den Umsatzerlösen (Verkaufstransaktionen) bzw. Materialaufwand (Einkaufstransaktionen) sowie im Finanzergebnis (Zinsswaps) erfolgswirksam zu erfassen.
| 28.02.2022 | 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Marktwert Positiv | Marktwert Negativ | |
| Devisentermingeschäfte | 1.743 | –560 |
| Zinsswaps | 382 | –272 |
| Zuckerfutures | 257 | 0 |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | 3.486 | 0 |
| Ethanol-Termingeschäfte | 0 | –5.379 |
| Summe | 5.868 | –6.211 |
Die Sicherungsbeziehungen betreffen die Absicherung des Preisrisikos beim Rohzuckereinkauf, Zuckerverkauf, Weizen- und Maiseinkauf, Verkauf von Mais betreffend Wachsmais-Derivate sowie Verkauf von Ethanol. Im Rahmen der Risikomanagementstrategie sollen Absicherungen durch den Abschluss von Futures derart erfolgen, dass ein bestimmter Prozentsatz der geplanten Mengen abgesichert wird. Ziel der Risikomanagementstrategie ist es, den Preis von zukünftigen Ein- bzw. Verkäufen durch den Abschluss von entsprechenden Future-Kontrakten frühzeitig zu fixieren. Im Zuge von Absicherungen des Preisrisikos werden Transaktionen in US-Dollar gegen Veränderungen der Wechselkurse mittels Devisentermingeschäften abgesichert. Zur Absicherung des Zinsrisikos bestehen Zinsswaps, die in einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft stehen. Als Grundgeschäft gelten die künftigen Zahlungsströme von Finanzverbindlichkeiten, die variabel zum 3-Monats-EURIBOR verzinst werden. Die Absicherung der variablen künftigen Zinszahlungen aus der Finanzverbindlichkeit führt zur Reduktion volatiler Bewertungsbestandteile in der Gewinn- und Verlustrechnung und steigert die Planungs- und Prognosequalität. Risikomanagementziel ist daher die Absicherung gegen das Risiko von Schwankungen von variablen Zahlungsströmen. Für das Geschäftsjahr 2021|22 wurden 656 T€ (Vorjahr: 501 T€) vor Steuern und –131 T€ (Vorjahr: –145 T€) Steuern für Wertänderungen von Derivaten mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft im sonstigen Ergebnis erfasst. Es waren sowohl im abgelaufenen Geschäftsjahr als auch im Vorjahr keine Ineffektivitäten zu erfassen. Derivatergebnisse bereits realisierter Grundgeschäfte von 551 T€ wurden von der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Marktwerte der Derivate verblieben in der Bilanz bis zu deren Realisierung.
| 28.02.2022 | 28.02.2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | Bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | Über 5 Jahre | |
| Devisentermingeschäfte (USD) | ||||||
| Nominalbetrag T€ | 46.242 | 0 | 0 | 18.382 | 0 | 0 |
| Durchschnittlich abgesicherter Preis USD | 1,167 | 0 | 0 | 1,213 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte (RON) | ||||||
| Nominalbetrag T€ | 13.059 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Durchschnittlich abgesicherter Preis RON | 1,587 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte (HUF) | ||||||
| Nominalbetrag T€ | 7.045 | 0 | 0 | 16.665 | 0 | 0 |
| Durchschnittlich abgesicherter Preis HUF | 365,354 | 0 | 0 | 361,367 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte (CZK) | ||||||
| Nominalbetrag T€ | 7.332 | 0 | 0 | 14.797 | 0 | 0 |
| Durchschnittlich abgesicherter Preis CZK | 25,880 | 0 | 0 | 26,287 | 0 | 0 |
| Zinsswaps | ||||||
| Nominalbetrag T€ | 50.000 | 26.000 | 0 | 76.000 | 76.000 | 0 |
| Durchschnittlicher Zinssatz % | 0,245 | –0,460 | 0 | 0,004 | 0,004 | 0 |
| Zuckerfutures | ||||||
| Volumen Tonnen | 35.003 | 0 | 0 | 31.548 | 0 | 0 |
| Durchschnittlich abgesicherter Preis € je Tonne | 17,330 | 0 | 0 | 15,624 | 0 | 0 |
| Weizen- und Maistermingeschäfte | ||||||
| Volumen Tonnen | 21.800 | 0 | 0 | 8.950 | 0 | 0 |
| Durchschnittlich abgesicherter Preis € je Tonne | 158,558 | 0 | 0 | 57,547 | 0 | 0 |
| Ethanol-Termingeschäfte | ||||||
| Volumen Tonnen | 17.100 | 0 | 0 | 22.600 | 0 | 0 |
| Durchschnittlich abgesicherter Preis € je Tonne | 661,289 | 0 | 0 | 578,933 | 0 | 0 |
Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, die in keiner Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen als auch von Materialaufwendungen.
Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:
| Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse T€ | Buchwert Summe | 0 bis 3 M | 4 bis 6 M | 7 bis 12 M | 1 bis 2 J | 2 bis 3 J | 3 bis 4 J | 4 bis 5 J | Über 5 J |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | |||||||||
| Devisentermingeschäfte | |||||||||
| Positive Marktwerte | 3.882 | 3.882 | 3.624 | 145 | 113 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –5.675 | –5.675 | –5.301 | –257 | –117 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | |||||||||
| Positive Marktwerte | 382 | 60 | 6 | 6 | 12 | 25 | 11 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –272 | –331 | –103 | –103 | –125 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | |||||||||
| Positive Marktwerte | 3.768 | 3.768 | 3.517 | 25 | 226 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –5.379 | –5.379 | –5.379 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | –3.294 | –3.675 | –3.636 | –184 | 109 | 25 | 11 | 0 | 0 |
| 28.02.2021 | |||||||||
| Devisentermingeschäfte | |||||||||
| Positive Marktwerte | 3.376 | 3.376 | 3.242 | 68 | 66 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –2.895 | –2.895 | –2.576 | –301 | –18 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsderivate | |||||||||
| Positive Marktwerte | 42 | 82 | 6 | 6 | 12 | 24 | 24 | 10 | 0 |
| Negative Marktwerte | –686 | –711 | –97 | –98 | –199 | –317 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | |||||||||
| Positive Marktwerte | 1.543 | 1.543 | 1.421 | 0 | 122 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Negative Marktwerte | –1.056 | –1.056 | –693 | –248 | –115 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 324 | 339 | 1.303 | –573 | –132 | –293 | 24 | 10 | 0 |
Der Marktwert der am 28. Februar 2022 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen halben Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 %, und einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität):
| Nominale | Sensitivität (+) | Sensitivität (–) | |
|---|---|---|---|
| T€ | 28.02.2022 | 28.02.2021 | |
| Devisentermingeschäfte | 501.769 | 550.252 | –25.980 |
| Zinsderivate | 76.000 | 76.000 | 546 |
| Rohstoffderivate | 161.502 | 124.341 | –1.335 |
Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um –6.347 T€ (Vorjahr: 1.301 T€) bzw. um 2.788 T€ (Vorjahr: –2.009 T€) und das Ergebnis vor Ertragsteuern um –18.528 T€ (Vorjahr: –16.316 T€) bzw. um 15.248 T€ (Vorjahr: 13.609 T€) verändert.
Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar.Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird. Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt. Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:
* In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.
* In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.
* In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.
Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der Europäischen Zentralbank (im Folgenden kurz: EZB) bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten EURIBOR- und (L)IBOR-Zinssätze. Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen Swap-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen. Bei der Bemessung der beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Level 2 werden die in den bestehenden Finanzierungsverträgen vereinbarten Konditionen, wie Restlaufzeit und Zinssatz, mit den am Bilanzstichtag verfügbaren aktuellen Marktkonditionen für neue Finanzierungen bei gleicher Restlaufzeit verglichen. Die Zinsdifferenz aus dem Vergleich führt zu dem Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert. Die nachfolgende Tabelle enthält keine Angaben zu den beizulegenden Zeitwerten von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Dies trifft insbesondere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aufgrund der kurzen Laufzeit zu.
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert € | Erfolgs- wirksam zum beizulegen- den Zeit- wert über die Gewinn- und Verlust- rechnung | Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) | Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs- instrumente) | Zu fortge- führten An- schaffungs- kosten bewertet | Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | ||||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | ||||||||||
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 12.630 | 6.142 | – | – | 18.772 | 11.739 | – | 7.033 | 18.772 | |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | – | 280 | – | – | 280 | – | – | 280 | 280 | |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | 2.164 | – | 5.868 | – | 8.032 | 3.767 | 4.265 | – | 8.032 | |
| Summe | 14.794 | 6.422 | 5.868 | – | 27.084 | |||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | ||||||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 398.509 | 398.509 | |||||
| Sonstige finanzielle Forderungen¹ | – | – | – | 54.302 | 54.302 | |||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – | – | – | 103.593 | 103.593 | |||||
| Summe | 556.404 | 556.404 | ||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden | ||||||||||
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten | 5.115 | – | 6.211 | – | 11.326 | 5.379 | 5.947 | – | 11.326 | |
| Summe | 5.115 | – | 6.211 | – | 11.326 | |||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | – | – | – | 626.069 | 626.069 | – | 624.647 | – | 624.647 | |
| Leasingverbindlichkeiten² | – | – | – | 28.302 | 28.302 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 440.130 | 440.130 | |||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten³ | – | – | – | 109.400 | 109.400 | |||||
| Summe | 1.203.901 | 1.203.901 |
¹ Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
² Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
³ Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert € | Erfolgs- wirksam zum beizulegen- den Zeit- wert über die Gewinn- und Verlust- rechnung | Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) | Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs- instrumente) | Zu fortge- führten An- schaffungs- kosten bewertet | Summe | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2021 | ||||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | ||||||||||
| Wertpapiere (langfristig gehalten) | 13.157 | 6.259 | – | – | 19.416 | 12.266 | – | 7.150 | 19.416 | |
| Beteiligungen (langfristig gehalten) | – | 1.683 | – | – | 1.683 | – | – | 1.683 | 1.683 | |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | 3.314 | – | 1.647 | – | 4.961 | 1.543 | 3.418 | – | 4.961 | |
| Summe | 16.471 | 7.942 | 1.647 | – | 26.060 | |||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | ||||||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 323.055 | 323.055 | |||||
| Sonstige finanzielle Forderungen¹ | – | – | – | 43.355 | 43.355 | |||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | – | – | – | 110.971 | 110.971 | |||||
| Summe | 477.381 | 477.381 | ||||||||
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden | ||||||||||
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten | 2.943 | – | 1.694 | – | 4.637 | 1.056 | 3.581 | – | 4.637 | |
| Summe | 2.943 | – | 1.694 | – | 4.637 | |||||
| Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | – | – | – | 545.736 | 545.736 | – | 547.288 | – | 547.288 | |
| Leasingverbindlichkeiten² | – | – | – | 28.175 | 28.175 | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | – | – | – | 311.524 | 311.524 | |||||
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten³ | – | – | – | 100.108 | 100.108 | |||||
| Summe | 985.543 | 985.543 |
¹ Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss fähren
² Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
³ Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.
Level 1 der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ enthalten Investmentfondsanteile in Höhe von 11.739 € (Vorjahr: 12.266 €) und werden zu aktuellen Börsenwerten gemäß Depotauszug bewertet.
Wertpapiere Level 3 der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ stellen zum überwiegenden Teil Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 5.874 € (Vorjahr: 5.991 €) dar, für die der Marktwert anhand eines Unternehmenswertgutachtens des Emittenten ermittelt wird. Für sonstige Wertpapiere des Level 3 der Kategorien „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ (Wertrechte) in Höhe von 891 € (Vorjahr: 891 €) entspricht deren Nominale dem beizulegenden Zeitwert. Bei „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ klassifizierten Aktien von nicht börsennotierten Gesellschaften in Höhe von 268 € (Vorjahr: 268 €) und Beteiligungen (nicht konsolidierte Tochterunternehmen) in Höhe von 10 € (Vorjahr: 1.283 €) wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist. Der beizulegende Zeitwert von sonstigen Beteiligungen in Höhe von 270 € (Vorjahr: 400 €) wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Wertpapiere, Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, die als „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ klassifiziert wurden, werden aufgrund strategischer Überlegungen langfristig gehalten. Die folgende Tabelle zeigt deren beizulegende Zeitwerte und die Dividendenausschüttungen.
| Beizu- legender Zeitwert € | Dividende € | Beizu- legender Zeitwert € | Dividende € |
|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | **2021 | 22** | 28.02.2021 |
| RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH | 5.874 | 109 | 5.991 |
| Übrige | 548 | 33 | 1.951 |
| Summe | 6.422 | 142 | 7.942 |
Änderungen im beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren Level 3 wurden mit –117 € (Vorjahr: 0 €) vor Steuern und 110 € (Vorjahr: 0 €) Steuern erfolgsneutral in der Rücklage für Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2021|22 gab es in der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ Level 3 einen Abgang eines nicht konsolidierten Tochterunternehmens in Höhe von –1.273 €, aufgrund der erstmaligen Einbeziehung des Tochterunternehmens im Geschäftsjahr 2021|22.Es gab keine weiteren Veränderungen von Level 3 Finanzinstrumenten. Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Diese entsprechen den Barwerten der zukünftigen Zinszahlungen auf Basis der unterlegten Zinsstrukturkurven. Bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.
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Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:
| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | –475 | –109 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert – Derivate | –2.093 | 1.691 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Vermögenswerte | –351 | –251 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Verbindlichkeiten | 1.836 | –2.194 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente in der Gewinn- und Verlustrechnung | –1.083 | –863 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) | –117 | 0 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert – Sicherungsinstrumente | 656 | 501 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente im sonstigen Ergebnis | 539 | 501 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente gesamt | –544 | –362 |
Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:
| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 742 | 802 |
| Gesamtzinsaufwendungen | –6.077 | –6.580 |
| Nettozinsergebnis | –5.335 | –5.778 |
11.4.Risikomanagement in der AGRANA-Gruppe
Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Einkauf von Weltmarktzucker sowie von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion und auf der Verkaufsseite aus den auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren. AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen. AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab. Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.
168
Konzernanhang
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. Folgende Grundsätze des Kreditrisikomanagements werden in der AGRANA-Gruppe verfolgt:
Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art und Umfang der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt. Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs wird gemäß internen Richtlinien und IFRS 9 bei 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen, es sei denn, die operative Einheit verfügt über angemessene und belastbare Informationen, dass eine längere Überfälligkeit gerechtfertigt ist. Sollte jedoch ein Wertberichtigungsbedarf im Rahmen des Kreditrisikomonitorings festgestellt werden, so wird mit einer Einzelwertberichtigung vorgesorgt. Dies trifft auch auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu, welche weniger als 90 Tage überfällig sind. Bedingt durch den Krieg in der Ukraine wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Kunden in Kriegsgebieten und kriegsnahen Gebieten in Höhe von 4.378 t€ einzelwertberichtigt. Erst wenn von einem tatsächlichen Ausfall ausgegangen werden kann, werden die Forderungen ausgebucht. AGRANA wendet zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9 an. Über die Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen hinaus wurden die Ausfälle der letzten zehn Jahre evaluiert. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden Loss Rates gemäß Überfälligkeiten und den Zahlungsprofilen der zugrunde liegenden Umsatzerlöse festgelegt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Projektionen für notleidende Kredite (Non-Performing-Loans) wurden für das Ermittlungsmodell als relevantester Faktor für die Anpassung der historischen Verlustquoten definiert. Credit Spreads stellen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine – wie auch im Vorjahr bedingt durch die Coronavirus-Krise – derzeit keine geeigneten Anpassungsfaktoren dar. Seit Kriegsbeginn zeigten Credit Spreads nur im kurzfristigen Bereich Anstiege, jedoch mittelfristig rückläufige Tendenzen, was auf eine Unterbewertung des Kreditrisikos hindeuten würde. Der ermittelte Faktor wurde basierend auf Wachstumsraten der Bruttoinlandsprodukte, veröffentlicht von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), und einer Managementeinschätzung gewichtet.
169
Aufgrund von extremen wirtschaftlichen Bedingungen durch die russische Invasion in der Ukraine und die Verhängung internationaler Sanktionen – gepaart mit der Ungewissheit über die Dauer des Ukraine-Krieges – sind zukunftsgerichtete Beurteilungen aktuell höchst ungewiss und schwierig zu treffen. Vergleichbare wirtschaftliche Bedingungen haben in der Vergangenheit noch nicht vorgelegen. Demzufolge wurden die Effekte des Ukraine-Krieges in die Auswirkungen auf die makroökonomischen Indikatoren und letztlich auf die Ausfallraten mittels Post-Model-Adjustments bzw. Overlays berücksichtigt, da es aktuell nicht möglich ist, die verwendeten Modelle kurzfristig anzupassen, um Risiken und Unsicherheiten ausreichend zu berücksichtigen. Da zum aktuellen Zeitpunkt noch keine publizierten Erwartungen über Insolvenzentwicklungen oder Projektionen für notleidende Kredite (Non-Performing-Loans) verfügbar waren, wurden Einschätzungen und Erwartungen von Ratingagenturen (Downgrading von Unternehmen in den betroffenen Gebieten) im Zusammenhang mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine bei der Ermittlung der Skalarfaktoren berücksichtigt. Zusätzlich wurde – um den bestehenden Unsicherheiten darüber hinaus Rechnung zu tragen – auf die Skalarfaktoren der Ukraine und Russland ein Multiplikator von 2 und den Rest der Welt mit 1,5 angewandt. Dadurch stieg die Risikovorsorge um 194 t€ und blieb insgesamt für den Konzern unwesentlich.Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Loss Rates und die gebildeten Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:
| Loss Rate % | Brutto- buchwert | Wert- berichti- gung | Netto- buchwert |
|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | |||
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0653 | 370.607 | –243 |
| Überfällige Forderungen | |||
| Bis 30 Tage | 0,6201 | 23.580 | –146 |
| 31 bis 90 Tage | 2,7697 | 3.220 | –89 |
| 91 Tage und älter | 1.580 | 0 | |
| Einzelwertberichtigungen | 10.982 | –10.982 | |
| Summe | 409.969 | –11.460 | |
| 28.02.2021 | |||
| Noch nicht fällige Forderungen | 0,0510 | 300.390 | –153 |
| Überfällige Forderungen | |||
| Bis 30 Tage | 0,4138 | 17.536 | –73 |
| 31 bis 90 Tage | 1,7124 | 4.257 | –73 |
| 91 Tage und älter | 1.171 | 0 | |
| Einzelwertberichtigungen | 6.855 | –6.855 | |
| Summe | 330.209 | –7.154 |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:
| 28.02.2022 | 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 01.03. | 7.154 | 7.383 |
| Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen | –89 | –128 |
| Zuführungen | 5.685 | 1.319 |
| Verbrauch | –263 | –776 |
| Auflösungen | –1.027 | –644 |
| Wertberichtigungen zum 28.02. | 11.460 | 7.154 |
Die Auflösung der Wertberichtigungen enthält Zinserträge von 15€ (Vorjahr: 10€).
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann. Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten. Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.
170
Konzernanhang
Zum Bilanzstichtag bestehen Kreditrahmen in Höhe von 1.085.955€ (Vorjahr: 999.910€). Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditrahmen zum Bilanzstichtag beträgt 1,8 Jahre (Vorjahr: 2,8 Jahre).
Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2022 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.
| Buch- wert | Summe | 0 bis 3 M | 4 bis 6 M | 7 bis 12 M | 1 bis 2 J | 2 bis 3 J | 3 bis 4 J | 4 bis 5 J | über 5 J | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 28.02.2022 | ||||||||||
| Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 626.069 | 641.373 | 111.813 | 4.123 | 159.845 | 60.275 | 120.140 | 47.534 | 88.429 | 49.214 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 440.130 | 440.130 | 380.477 | 59.236 | 417 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen | 33.180 | 33.180 | 32.856 | 0 | 324 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 28.302 | 40.243 | 1.846 | 1.617 | 3.037 | 5.584 | 2.819 | 2.469 | 2.126 | 20.745 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 76.220 | 76.220 | 57.602 | 7.238 | 6.017 | 2.408 | 1.208 | 943 | 786 | 18 |
| Summe | 1.203.901 | 1.231.146 | 584.594 | 72.214 | 169.640 | 68.267 | 124.167 | 50.946 | 91.341 | 69.977 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Zinsderivate | 272 | 331 | 103 | 103 | 125 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | 5.675 | 5.675 | 5.301 | 257 | 117 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 5.379 | 5.379 | 5.379 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 11.326 | 11.385 | 10.783 | 360 | 242 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 28.02.2021 | ||||||||||
| Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 545.736 | 565.997 | 71.282 | 3.690 | 5.762 | 20.657 | 160.179 | 119.566 | 47.299 | 137.562 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 311.524 | 311.524 | 281.136 | 26.698 | 3.690 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen | 26.308 | 26.308 | 25.754 | 537 | 17 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 28.175 | 38.711 | 1.491 | 1.461 | 2.677 | 5.068 | 4.375 | 2.226 | 1.865 | 19.548 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 73.800 | 73.800 | 58.581 | 7.377 | 6.748 | 806 | 225 | 15 | 15 | 33 |
| Summe | 985.543 | 1.016.340 | 438.244 | 39.763 | 18.894 | 26.531 | 164.779 | 121.807 | 49.179 | 157.143 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||||||
| Zinsderivate | 686 | 711 | 97 | 98 | 199 | 317 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte | 2.895 | 2.895 | 2.576 | 301 | 18 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Rohstoffderivate | 1.056 | 1.056 | 693 | 248 | 115 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe | 4.637 | 4.662 | 3.366 | 647 | 332 | 317 | 0 | 0 | 0 | 0 |
171
Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.
Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldveranlagungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen sowie aus zukünftigen Fremdwährungs-Cashflows aus Ein- und Verkaufskontrakten betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95 %. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter Value at Risk angegeben:
| Value at Risk € | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|
| Summe Nettopositionen (absolut) der Währungspaare | 145.696 | 128.809 |
| Value at Risk diversifiziert | 4.882 | 6.680 |
Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der Value at Risk-Berechnung. Die einzelnen Werte beinhalten sowohl den Finanzierungsbereich als auch den operativen Bereich. Die kombinierte Darstellung ermöglicht somit die wechselseitigen Beziehungen aus beiden Bereichen je Währungspaar zu quantifizieren („Natural Hedge“).
| Fremdwährungs- positionen € | 28.02.2022 | 28.02.2021 |
|---|---|---|
| EUR/CNY | 1.954 | 3.863 |
| EUR/CZK | 6.444 | 6.613 |
| EUR/EGP | 1.641 | 317 |
| EUR/HUF | 5.680 | 20.282 |
| EUR/MAD | 2.743 | 3.708 |
| EUR/PLN | 4.195 | 1.673 |
| EUR/RON | 76.572 | 54.294 |
| EUR/RUB | 5.688 | 3.229 |
| EUR/UAH | 4.056 | 3.329 |
| EUR/USD | 7.249 | 6.107 |
| USD/ARS | 2.258 | 2.546 |
| USD/AUD | 8.013 | 3.623 |
| USD/BRL | 653 | 1.712 |
| USD/CNY | 2.927 | 6.904 |
| USD/MXN | 7.581 | 5.399 |
| Übrige | 8.042 | 5.210 |
| Summe | 145.696 | 128.809 |
172
Konzernanhang
Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen. Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen.
Die Fremdwährungspositionen von gesamt 145.696€ (Vorjahr: 128.809€) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Rumänien, China, Tschechien, Ungarn, USA und Mexiko auf und daraus resultiert ein Value at Risk von 4.882€ (Vorjahr: 6.680€). Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne zum Teil in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen Währungsrisiken durch Rohzuckereinkauf in US-Dollar, dem Zukauf von Weißzucker in Euro und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Exporten von Zucker in US-Dollar. Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden. Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.
Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone. Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als „at Risk-Ansatz“ ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.
CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.
VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem „Modified-Duration-Ansatz“ berücksichtigt.
Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:
| 28.02.2022 | 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Nettoposition variabel verzinst | 263.107 | 127.806 |
| Cashflow at Risk diversifiziert | 183 | 369 |
| Nettoposition fix verzinst | 293.944 | 359.137 |
| Value at Risk bei Zinssatzänderung | 9.404 | 13.642 |
Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt.Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend. 173 Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Erwerb von Rohzucker über 35.003 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 31.548 Tonnen), den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 21.800 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 8.950 Tonnen), für den Kauf von Wachsmaisderivaten von 1.150 Tonnen (Vorjahr: Verkauf von 2.300 Tonnen) sowie für den Verkauf von Ethanol von 17.100 Tonnen (Vorjahr: Verkauf von 22.600 Tonnen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 2.786 T€ (Vorjahr: 3.474 T€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 1.611 T€ (Vorjahr: positiven Marktwert 487 T€).
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeiter regelmäßig fort.
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. Die BWB begründet dies vor allem damit, dass das Bundeskartellamt in seiner Entscheidung nur den Unwertgehalt des Verhaltens von Südzucker in Bezug auf Deutschland berücksichtigt habe, und dass die Verhängung einer "Zusatzstrafe" in Bezug auf Österreich sowohl zulässig als auch geboten sei. Mit Beschluss vom 27. März 2020 hat der OGH das Rekursverfahren unterbrochen und den EuGH um eine Vorabentscheidung zur Reichweite des Grundsatzes „ne bis in idem“ bei EU-Wettbewerbsverfahren gebeten. Der EuGH hat am 22. März 2022 entschieden, dass Südzucker nur dann kein Bußgeld zu zahlen hat (Verbot der Doppelbestrafung), wenn die in Österreich untersuchten Sachverhalte vom deutschen Settlement vor dem deutschen Kartellamt enthalten gewesen sind. Es wurde daher an die erste Instanz zurück verwiesen. Die weitere geschätzte Verfahrensdauer liegt bei zwei Jahren.
Weiters ist die AGRANA Stärke GmbH in einem Verfahren vor dem Handelsgericht Wien beklagte Partei. Die klagende Partei behauptet, einen Schaden aus einer Nichtlieferung von zugesagten Produktmengen erlitten zu haben. Das Verfahren befindet sich in der ersten Instanz, im Stadium der gerichtlichen Beweisaufnahme. Mit einem erstinstanzlichen Urteil ist im Geschäftsjahr 2022|23 zu rechnen. AGRANA hält die Ansprüche der klagenden Partei mangels wirksamer Vereinbarung der Abnahmemengen für unbegründet. Darüber hinaus bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
Die Bürgschaften betreffen v. a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.
| 28.02.2022 | 28.02.2021 | |
|---|---|---|
| Bürgschaften | 43.982 | 43.304 |
| Gewährleistungs- | ||
| verpflichtungen, | ||
| genossenschaftliche | ||
| Haftungen | 1.373 | 1.365 |
Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen. Eine weitere Eventualschuld von 5.409 T€ (Vorjahr: 5.534 T€) besteht im Zusammenhang mit der Rückforderung einer EU-Förderung in Ungarn. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Form von Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 12.246 T€ (Vorjahr: 15.742 T€).
174 Konzernanhang
Mit Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen negativen Auswirkungen auf den künftigen AGRANA-Geschäftsverlauf konkretisiert. Dies war im vorliegenden Abschluss zum 28. Februar 2022 insbesondere mit entsprechenden Wertberichtigungen von Vermögenswerten des Segmentes Frucht mit seinen Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland sowie im Prognosebericht für das Geschäftsjahr 2022|23 zu berücksichtigen. Aktuell ist nicht abzuschätzen, wie sich der Konflikt weiterentwickeln wird und welche wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen er in der Folge noch v.a. auf die Versorgung mit agrarischen Rohstoffen, auf die Absatzmärkte sowie die Rohstoff- und Energiepreise haben wird. Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses am 25. April 2022 lagen keine gesicherten Indikationen vor, dass es über die dargestellten Effekte hinaus zu weiteren materiellen finanziellen Auswirkungen kommen wird.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 78,34 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG. Diese Holdinggesellschaft ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen ist. Das oberste Mutterunternehmen der Unternehmensgruppe ist die Süddutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart|Deutschland. Nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen. Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften („Südzucker-Gruppe“) zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften („Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss“) zu den nahestehenden Unternehmen. Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.
Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahestehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:
| Südzucker- Gruppe | Unternehmen mit maß- geblichem Einfluss | Gemeinschafts- unter- nehmen | Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2021 | 22** | ||||
| Umsatz | 76.892 | 16.851 | 29.123 | 0 | 122.866 |
| Operative Aufwendungen | –91.278 | –1.548 | –76.107 | –327 | –169.260 |
| Kreditbeziehungen | –324 | –40.016 | 0 | 0 | –40.340 |
| Partizipationskapital | 0 | 5.968 | 0 | 0 | 5.968 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 10.620 | 2 | 0 | 10.622 |
| Langfristige Finanz- forderungen | 0 | 0 | 1.000 | 0 | 1.000 |
| Forderungen/Verbind- lichkeiten aus Waren- lieferungen | –5.760 | 1.068 | –9.611 | –85 | –14.388 |
| Zinsergebnis | –1 | –660 | 59 | 0 | –602 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 46.000 | 0 | 46.000 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 41.684 | 0 | 41.684 |
| Südzucker- Gruppe | Unternehmen mit maß- geblichem Einfluss | Gemeinschafts- unter- nehmen | Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen | Summe | |
|---|---|---|---|---|---|
| **Geschäftsjahr 2020 | 21** | ||||
| Umsatz | 59.026 | 15.915 | 23.732 | 0 | 98.673 |
| Operative Aufwendungen | –112.685 | –400 | –53.322 | –316 | –166.723 |
| Kreditbeziehungen | –323 | –43.060 | 0 | 0 | –43.383 |
| Partizipationskapital | 0 | 5.991 | 0 | 0 | 5.991 |
| Bankguthaben und | |||||
| kurzfristige Forderungen | 0 | 20.577 | 5 | 196 | 20.778 |
| Langfristige Finanz- forderungen | 0 | 0 | 3.945 | 0 | 3.945 |
| Forderungen/Verbind- lichkeiten aus Waren- lieferungen | –10.048 | 724 | –4.727 | –73 | –14.124 |
| Zinsergebnis | –1 | –1.708 | 92 | 3 | –1.614 |
| Garantien gegeben | 0 | 0 | 46.000 | 0 | 46.000 |
| Garantien ausgenutzt | 0 | 0 | 41.220 | 0 | 41.220 |
Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 40.340 T€ (Vorjahr: 43.383 T€) ausgewiesen. Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 T€ (Vorjahr: 5.000 T€) gegeben, von denen keine (Vorjahr: keine) ausgenutzt waren.
Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 3.900 T€ (Vorjahr: 3.935 T€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.622 T€ (Vorjahr: 1.869 T€) sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 2.278 T€ (Vorjahr: 2.066 T€). Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Da Herr Dipl.-Ing. Johann Marihart sowie Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer ihre Vorstandsfunktion mit 31. Mai 2021 beendeten, fielen in diesem Zusammenhang zusätzliche Zahlungen in Höhe von 3.644 T€ an (im Wesentlichen Jubiläumsgeld, Abfertigung, Urlaubsersatzleistung). Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.
Die Hauptversammlung hat am 29. Juni 2021 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 313 T€ (Vorjahr: 325 T€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Johann Marihart, Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Mag. Walter Grausam Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Für Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, Mag. Stephan
Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2021|22 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 286 € (Vorjahr: 440 €). Es gab einen Nachschuss für den per 31. Mai 2021 ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Johann Marihart in Höhe von 28 € (Vorjahr: Mag. Walter Grausam 78 €). Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 28. Februar 2022 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 9.665 € (Vorjahr: 12.289 €) und für Abfertigungsverpflichtungen ein Wert von 0 € (Vorjahr: 1.551 €) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.
176
Konzernanhang
Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG. Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 25. April 2022 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Wien, am 25. April 2022
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
177
Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
Vorstand
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
Aufsichtsrat
Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender
Dr. Hans-Jörg Gebhard Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner, MBA Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
Dipl.-Ing. Helmut Friedl Aufsichtsratsmitglied
Dr. Andrea Gritsch Aufsichtsratsmitglied
Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied
Dr. Thomas Kirchberg Aufsichtsratsmitglied
Dipl.-Ing. Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied
Arbeitnehmervertreter
Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender
Dipl. Ing. Daniela Bogner
Andreas Klamler
René Schmid
178
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
§ dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2022 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;
§ dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021|22 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 25. April 2022
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied
179
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der gesonderten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung, der Konzernbilanz zum 28. Februar 2022 und der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten
Sachverhalt
Der Buchwert der Geschäfts-/Firmenwerte beträgt TEUR 186.971 (Buchwert zum 28. Februar 2021: TEUR 241.781). Der Vorstand überprüft mindestens einmal jährlich, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/Firmenwerte vorliegt. Diese Überprüfung erfolgt regelmäßig am 31. August sowie zusätzlich immer dann, wenn es Hinweise auf eine mögliche Wertminderung gibt (auslösendes Ereignis). Aufgrund der russischen Militäroffensive in der Ukraine ab 24. Februar 2022 hat der Vorstand im Zuge der Abschlusserstellung im März/April 2022 eine zusätzliche Überprüfung dahingehend durchgeführt, ob ein auslösendes Ereignis vorliegt, das eine Aktualisierung des Werthaltigkeitstests zum 28. Februar 2022 erfordern würde. Die vom Vorstand durchgeführte Überprüfung ergab, dass aufgrund der russischen Militäroffensive in der Ukraine ein auslösendes Ereignis vorlag, welches eine Aktualisierung des Werthaltigkeitstests im CGU Frucht zum 28. Februar 2022 erfordert.
180
Bestätigungsvermerk
Bei den jährlichen Überprüfungen, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/Firmenwerte vorliegt, bestimmt die Gesellschaft den Nutzungswert für die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten („CGUs“): Frucht und Stärke. Die Gesellschaft verwendet für die Berechnung der Nutzungswerte das „Discounted Cashflow Verfahren (DCF)“. Diese Bewertungsmethode beruht in erheblichem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftigen Zahlungsströme. Diese künftigen Zahlungsströme basieren auf von den entsprechenden Organen genehmigten Planzahlen, zu denen erforderlichenfalls Änderungen vorgenommen werden. Der bei dem „Discounted Cashflow Verfahren (DCF)“ verwendete Diskontierungszinssatz kann darüber hinaus von zukünftig sich ändernden marktbezogenen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Basierend auf den oben beschriebenen Tatsachen, dass die Festlegung des Nutzungswertes ermessensbehaftet und mit Schätzungsunsicherheiten verbunden ist, wurde im Zuge der Abschlussprüfung die Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt definiert.# Bestätigungsvermerk
Wir haben:
* das interne Überwachungssystem beurteilt, um sicherzustellen, dass es geeignet ist, mögliche Hinweise auf eine Wertminderung zu erkennen, und wir haben untersucht, wie die Gesellschaft intern objektive Hinweise auf eine Wertminderung überprüft,
* unsere Bewertungsspezialisten konsultiert,
* auf der Basis unserer Erfahrung die Bewertungsmethode und Annahmen im Hinblick auf Prognosen und angewandte Bewertungsparameter mit angemessenen Bezugsgrößen und den Bilanzierungsvorschriften von IAS 36 verglichen,
* die verwendete Bewertungsmethode überprüft, indem wir das Modell nachvollzogen und beurteilt haben, ob es für die Bestimmung des Nutzungswerts geeignet ist,
* den Diskontierungszinssatz kritisch überprüft, indem wir die herangezogenen Zinssatzparameter durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf deren Angemessenheit hin beurteilt haben,
* mittels Backtesting der zugrunde liegenden Planzahlen die von der Gesellschaft angewandte Prognosegenauigkeit überprüft,
* überprüft, ob die Auswirkungen der russischen Militäroffensive in der Ukraine (das auslösende Ereignis) im Wertminderungstest 2022 berücksichtigt wurden, und
* die Pflichtangaben in Bezug auf den Wertminderungstest gemäß IAS 36 im Konzernanhang 2022 nachvollzogen und auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft.
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden stehen in Einklang mit den IFRS. Wir erachten die Annahmen und Parameter als transparent und angemessen.
Verweis auf weitergehende Informationen
Vgl. Angabe 7.6. zu den vom Vorstand angewandten Verfahren bei der Durchführung von Wertminderungstests sowie Angabe 10.1. im Konzernanhang.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
181
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
* Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
* Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
* Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
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Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.# Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1. September 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019|20, endend mit Stichtag 29. Februar 2020, Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.
Wien, am 25. April 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
gezeichnet:
Mag. (FH) Werner Stockreiter
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
184
186 Jahresabschluss
187 Gewinn- und Verlustrechnung
188 Bilanz
189 Anhang zum Jahresabschluss
204 Entwicklung des Anlagevermögens
206 Lagebericht
233 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
234 Bestätigungsvermerk
238 Vorschlag für die Gewinnverwendung
| | t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------------------------------------------------------------------------------ | :-------- | :---- | :---- |
| 1. Umsatzerlöse | | 39.222 | 36.666 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | | 133 | 122 |
| 3. Personalaufwand | | –18.247 | –23.357 |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | | –841 | –1.189 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | | –24.803 | –24.661 |
| 6. Operatives Ergebnis (Z1 bis 5) | | –4.536 | –12.419 |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | | 51.226 | 50.235 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 51.193 | 50.213 |
| 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | | 4.063 | 4.218 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 4.063 | 4.218 |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | | 3.723 | 3.276 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | 3.723 | 3.263 |
| 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | | –3.228 | –3.351 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | | –3.066 | –3.233 |
| 11. Finanzerfolg (Z7 bis 10) | | 55.784 | 54.378 |
| 12. Ergebnis vor Steuern (Z1 bis 11) | | 51.248 | 41.959 |
| 13. Steuern vom Einkommen | | –3.549 | 4.942 |
| 14. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss | | 47.699 | 46.901 |
| 15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | | 15.827 | 22.041 |
| 16. Bilanzgewinn | | 63.526 | 68.942 |
187
| t€ | Stand 28.02.2022 | Stand 28.02.2021 | |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| A. Anlagevermögen | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 337 | 393 | |
| II. Sachanlagen | 947 | 1.190 | |
| III. Finanzanlagen | 638.283 | 639.567 | |
| 639.567 | 639.866 | ||
| B. Umlaufvermögen | |||
| I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 409.527 | 369.923 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 13.400 | 19.633 | |
| II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 15 | 22 | |
| 409.542 | 369.945 | ||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 88 | 61 | |
| D. Aktive latente Steuern | 618 | 2.438 | |
| Summe Aktiva | 1.049.815 | 1.012.310 | |
| PASSIVA | |||
| A. Eigenkapital | |||
| I. Grundkapital | 113.531 | 113.531 | |
| II. Kapitalrücklagen | 550.689 | 550.689 | |
| III. Gewinnrücklagen | 13.928 | 13.928 | |
| IV. Bilanzgewinn | 63.526 | 68.942 | |
| davon Gewinnvortrag | 15.827 | 22.041 | |
| 741.674 | 747.090 | ||
| B. Rückstellungen | |||
| I. Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 11.574 | 15.707 | |
| II. Rückstellung für Steuern und sonstige Rückstellungen | 4.152 | 3.845 | |
| 15.726 | 19.552 | ||
| C. Verbindlichkeiten | |||
| I. Finanzverbindlichkeiten | 271.000 | 221.000 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 57.000 | 0 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 214.000 | 221.000 | |
| II. Übrige Verbindlichkeiten | 21.415 | 24.668 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr | 16.438 | 11.932 | |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | 4.977 | 12.736 | |
| 292.415 | 245.668 | ||
| Summe Passiva | 1.049.815 | 1.012.310 |
188
Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung. Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen. Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert. Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR) mit gerundeten Werten, jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR) mit gerundeten Werten. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, wurde dies bei Schätzungen berücksichtigt. Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.
189
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Markenrechte | 10 | 10,00% |
| EDV-Software | 3 | 33,33% |
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
| Jahre | Prozent | |
|---|---|---|
| Gebäude | 40-50 | 2,5-2 |
| Geschäftsausstattung | 5-10 | 20-10 |
| EDV-Ausstattung | 3 | 33,33 |
| Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV | 1-5 | 100-20 |
Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet. Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt.## 2.2. Anlagevermögen
Unternehmensrechtlich wird dieser Aufwand im Entstehungsjahr zur Gänze geltend gemacht. Die Ausleihungen werden zum Nennwert bewertet. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wäre, ergibt.
Geringwertige Vermögensgegenstände (Einzelanschaffungswert unter je EUR 800) werden aktiviert und sofort abgeschrieben. Gemäß den steuerrechtlichen Vorschriften wird für Zugänge im ersten Halbjahr eine volle Jahresabschreibung, für Zugänge im zweiten Halbjahr eine halbe Jahresabschreibung vorgenommen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, wird in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung werden aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Für steuerliche Verlustvorträge wurde eine aktive latente Steuer gebildet.
Latente Steuern werden auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25 % gebildet. Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von 618.379 € (im Vorjahr 2.438 Tsd. € ) wurde in die Bilanz aufgenommen.
Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen wurden im Einklang mit der „AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz von 1,65 % (im Vorjahr 0,75 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen wurden mit 3,36 % (im Vorjahr 2,74 %) und Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-1,65 % (im Vorjahr 0-1,68 %) für Abfertigungen und von 0-12,33 % (im Vorjahr 0-12,76 %) für Jubiläen angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Fluktuation wurden neben Invalidisierungs- und Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses angesetzt. Das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer wurde mit 65 Jahren gemäß Übergangsregel der Pensionsreform ermittelt.
Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Einklang mit der „AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 1,65 % (im Vorjahr 0,75 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen für Aktive wurden mit 1,86 % (im Vorjahr 1,78 %) angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden keine weiteren Ausscheideursachen wie Fluktuation berücksichtigt. Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 leistungsorientiert an eine Pensionskasse ausgelagert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen. Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen setzt sich aus dem Barwert abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:
| Pensionspläne | Stand 28.02.2022 | Stand 28.02.2021 |
|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR |
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 25.720.692 | 28.207.355 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | –16.056.269 | –15.917.737 |
| Rückstellungen für Pensionen | 9.664.423 | 12.289.618 |
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der bestmöglich geschätzt wurde. Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten auch Verpflichtungen betreffend kollektivvertragliche Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern. Diese Rückstellungen werden nach den für Abfertigungsrückstellungen angewandten Berechnungsmethoden (IAS19) ermittelt.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Beilage zum Anhang) dargestellt. Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Abs 1 Z 4 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:
| Beteiligungsunternehmen | Höhe des Anteils | Eigenkapital gem. § 229 UGB | Geschäftsjahr | Jahresüberschuss/ fehlbetrag |
|---|---|---|---|---|
| % | EUR | EUR | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen: | ||||
| AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien | 100,00 | 44.693.671 | 2021 | 22 |
| AGRANA Int.Verw.u.Asset Managem. GmbH, Wien*) | 98,91 | 302.519.999 | 2021 | 22 |
| AGRANA Zucker GmbH., Wien*) | 98,91 | 142.641.161 | 2021 | 22 |
| AGRANA Stärke GmbH., Wien*) | 98,91 | 345.282.348 | 2021 | 22 |
| AGRANA Group-Service GmbH, Wien | 100,00 | 3.077.168 | 2021 | 22 |
| INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions- Ges. m.b.H, Wien | 66,67 | 7.939.883 | 2021 | 22 |
| AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln | 100,00 | 6.258.232 | 2021 | 22 |
*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien. Davon haben 57.000.000 € eine Restlaufzeit von bis zum einem Jahr, 85.000.000 € eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren und 129.000.000 € eine Restlaufzeit von über 5 Jahren.
| Restlaufzeit bis 1 Jahr | Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr | Bilanzwert | |
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | EUR |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 396.091.854 | 8.346.410 | 404.438.264 |
| (28.2.2021) | 350.279 | 13.239 | 363.518 |
| Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände | 35.411 | 5.053.111 | 5.088.522 |
| (28.2.2021) | 11 | 6.394 | 6.405 |
| Summe | 396.127.265 | 13.399.521 | 409.526.786 |
| (28.2.2021) | 350.290 | 19.633 | 369.923 |
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von 400.271.874 € (im Vorjahr 359.931 Tsd. €) sonstige Forderungen und in Höhe von 4.166.390 € (im Vorjahr 3.586 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Salden der debitorischen Kreditoren 27.478 € (im Vorjahr 9 Tsd. €), Forderungen aus Kapitalertragsteuer in Höhe von 13.738 € (im Vorjahr 16 Tsd. €) sowie Forderungen betreffend Verlustrücktrag für die Jahre 2019 und 2020 in Höhe von 4.746.011 € (im Vorjahr 5.866 Tsd. €) gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23, welche mit der Position Steuerrückstellungen saldiert sind und andere kurzfristige Forderungen. In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, enthalten.
In der 31. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, am 6. Juli 2018 wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:4 beschlossen. Dadurch stieg die Anzahl der Aktien mit Wirksamkeit am 24. Juli 2018 von bisher 15.622.244 auf 62.488.976 auf Inhaber lautende Stückaktien. Das Grundkapital von 113.531.275 € blieb unverändert.
| Stand 01.03.2021 | Veränderung | Stand 28.02.2022 | |
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | EUR |
| Gebundene Kapitalrücklage | 505.122.086 | 0 | 505.122.086 |
| Nicht gebundene Kapitalrücklage | 45.566.884 | 0 | 45.566.884 |
| Summe | 550.688.970 | 0 | 550.688.970 |
| Stand 01.03.2021 | Veränderung | Stand 28.02.2022 | |
|---|---|---|---|
| EUR | EUR | EUR | EUR |
| Gesetzliche Gewinnrücklage | 47.964 | 0 | 47.964 |
| Andere Rücklagen (freie Rücklagen) | 13.880.000 | 0 | 13.880.000 |
| Summe | 13.927.964 | 0 | 13.927.964 |
Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert. Die Effekte aus Personalrückstellungsänderungen werden im Personalaufwand erfasst.## 3.7. Verbindlichkeiten
| Stand 28.02.2022 | Stand 28.02.2021 |
| :--------------- | :--------------- |
| EUR | TEUR |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 271.000.000 | 221.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 57.000.000 | 0 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 85.000.000 | 92.000 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 129.000.000 | 129.000 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.197.417 | 1.356 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 1.197.417 | 1.356 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 0 | 0 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 14.100.385 | 14.930 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 9.123.245 | 2.194 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 4.977.140 | 12.736 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 6.117.998 | 8.383 |
| davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr | 6.117.998 | 8.383 |
| Summe | 292.415.800 | 245.668 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 16.438.660 | 11.932 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 89.977.140 | 104.736 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren | 129.000.000 | 129.000 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ein Schuldscheindarlehen über 271.000.000 €, welches zur Gänze konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurde. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von 3.632.509 € (im Vorjahr 5.771 Tsd. €) und Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 930.022 € (im Vorjahr 1.063 Tsd. €) enthalten. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 14.100.385 € (im Vorjahr 14.930 Tsd. €) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen. Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2021|22 beträgt 1.708.702 € (im Vorjahr 1.646 Tsd. €). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt 8.543.508 €.
| Stand 28.02.2022 | Stand 28.02.2021 |
|---|---|
| EUR | TEUR |
| Haftungen aus Wechselobligo | 7.800.000 |
| Haftungen aus Zahlungsgarantien | 307.819.411 |
| Summe | 315.619.411 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 266.135.743 |
Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden drei Konzerngesellschaften¹ in der Ukraine zum Zwecke der Erlangung einer Bestätigung über das Fortbestehen („Going Concern“) jeweils mit einer Patronatserklärung der AGRANA Beteiligungs- AG ausgestattet. Die Patronatserklärungen beinhalten keinen konkreten Wertumfang.
¹ AUSTRIA Juice Ukraine TOV, AGRANA Fruit Ukraine TOV, AGRANA Fruit Luka TOV
Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022, im Vorjahr jenen vom 1. März 2020 bis 28. Februar 2021.
Die Umsatzerlöse in Höhe von 39.221.764 € (im Vorjahr 36.666 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Konzernverrechnung und Erträge für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalties).
Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf 45.599 € (im Vorjahr 68 Tsd. €).
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 31.807 € (im Vorjahr 52 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffend IT-Leistungen, Pensionskasse und Konzernkommunikation.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von 55.346 € (im Vorjahr 3 Tsd. €) enthalten Erträge aus realisierten Gewinnen aus Kursdifferenzen und Erträge aus Versicherungsansprüchen.
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------- | :--------------- | :--------------- |
| EUR | TEUR | |
| Gehälter | 16.485.705 | 18.468 |
| Aufwendungen für Abfertigung | 84.990 | -46 |
| Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) | 206.085 | 194 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | –1.948.840 | 1.340 |
| Sozialabgaben und Personalnebenkosten | 3.247.525 | 3.157 |
| Sonstige Sozialaufwendungen | 171.470 | 243 |
| Summe | 18.246.935 | 23.357 |
| Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen | Pensionen (Rückstellungen) | |
|---|---|---|
| 2021 | 22 | |
| EUR | TEUR | EUR |
| Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG | 47.673 | –11.931 |
| andere Arbeitnehmer | 243.402 | 160.553 |
| Summe | 291.075 | 148.622 |
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (Headcount, ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 161 Angestellte, dies entspricht 147,8 FTE (im Vorjahr 163 Headcount entspricht 151,7 FTE). Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr 7.544.470 € (im Vorjahr 4.121 Tsd. €). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen 278.524 € (im Vorjahr 439 Tsd. €) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde bei der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von 363.541 € (im Vorjahr 317 Tsd.€) zugeführt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021|22 eine Vergütung von EUR 312.500 € (im Vorjahr 325 Tsd. €).
In den Löhnen und Gehältern sind Dotierungen der Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 25.532 € (im Vorjahr –178 €) enthalten. Im Posten „Sonstige Verbindlichkeiten“ sind Aufwendungen in Höhe von EUR 3.962.372 € (im Vorjahr 6.377 Tsd. €) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 24.802.177 € (im Vorjahr 24.660 Tsd. €) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von 11.854.620 € (im Vorjahr 12.727 Tsd. €), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von 2.459.054 € (im Vorjahr 2.007 Tsd. €), Leasing, Mieten und Pachten von 2.268.438 € (im Vorjahr 2.367 Tsd. €), Werbeaufwendungen von 1.312.510 € (im Vorjahr 1.072 Tsd. €), Bankgebühren 97.314 € (im Vorjahr 106 Tsd. €) sowie andere Aufwendungen in Höhe von 6.810.241 € (im Vorjahr 6.380 Tsd. €).
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------- | :--------------- | :--------------- |
| EUR | TEUR | |
| Erträge von verbundenen Unternehmen | 51.193.080 | 50.213 |
| Erträge von sonstigen Beteiligungen | 33.350 | 22 |
| Summe | 51.226.430 | 50.235 |
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------- | :--------------- | :--------------- |
| EUR | TEUR | |
| Körperschaftsteuer | –583.285 | 5.863 |
| Körperschaftsteuer Vorperioden | –1.939.354 | 253 |
| Steuerumlagen | 900.274 | -2.881 |
| Lat. Ertragsst. a. Bewertungsdiff. | 0 | 0 |
| Lat. Ertragsst. auf Verlustvort. | –1.819.310 | 1.819 |
| nicht abzugsfähige Quellensteuer | –107.496 | -112 |
| Summe | –3.549.172 | 4.942 |
Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft
Wien, Österreich
AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien
AGRANA Fruit Australia Pty. Ltd., Sydney, Australien
AGRANA Fruit Brazil Ltda., São Paulo, Brasilien
AGRANA Fruit Bulgaria EOOD, Sofia, Bulgarien
AGRANA Fruit Canada Inc., St-Hyacinthe, Kanada
AGRANA Fruit China Ltd., Hong Kong, China
AGRANA Fruit Deutschland GmbH, München, Deutschland
AGRANA Fruit France S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich
AGRANA Fruit Hungary Kft., Szigetszentmiklos, Ungarn
AGRANA Fruit India Pvt. Ltd., Mumbai, Indien
AGRANA Fruit Italia S.r.l., Verona, Italien
AGRANA Fruit Mexico S. de C.V., Zamora, Mexiko
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen
AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich
AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Johannesburg, Südafrika
AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine
AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA
AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China
AGRANA Magyarország Értékesítési Kft., Budapest, Ungarn
AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten
AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien
AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien
AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich
AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, Österreich
AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Deutschland
AUSTRIA JUICE Hungary Kft., Vásárosnamény, Ungarn
AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Polen
AUSTRIA JUICE Romania SRL, Vaslui, Rumänien
AUSTRIA JUICE Ukraine TOV, Winniza, Ukraine
Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn
Dirafrost FFI N.V., Lummen, Belgien
Dirafrost Maroc SARL, Larache, Marokko
Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelősségű Társaság, Budapest, Ungarn
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn
Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien
Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz, USA
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland
AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italien
Anhang zum Jahresabschluss
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Tăndărei, Rumänien
Slovenské Cukrovary s.r.o., Sered, Slowakei
SPA AGRANA Fruit Algeria, Akbou, Algerien
Yube d.o.o. – u likvidaciji, Požega, Serbien
SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland
mit ihren Tochtergesellschaften
„AGRAGOLD“ d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien
AGRAGOLD dooel, Skopje, Nordmazedonien
AGRAGOLD trgovina d.o.o., Ljubljana, Slowenien
AGRANA STUDEN Albania sh.p.k., Tirana, Albanien
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich
AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C., Pristina, Kosovo
AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich
Beta Pura GmbH, Wien, Österreich
Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien
GreenPower Services Kft, Szabadegyháza, Ungarn
HUNGRANA Keményítő- és Isocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina
Zu den angeführten Unternehmen bestehen fremdübliche Dienstleistungsbeziehungen.
| | 2021|22 | | | 2020|21 | | |
| :--------------- | :------------------ | :------------ | :------- | :------------------ | :------------ | :------- |
| | Jahresabschluss | Andere Bestätigungs-leistungen | Gesamt | Jahresabschluss | Andere Bestätigungs-leistungen | Gesamt |
| | EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | EUR |
| PwC Wirtschaftsprüfung GmbH | 10.353 | 269.178 | 279.531 | 10.150 | 263.900 | 274.050 |
| Summe | 10.353 | 269.178 | 279.531 | 10.150 | 263.900 | 274.050 |
Bei den Auswirkungen des russischen Angriffkriegs in der Ukraine handelt es sich um ein Ereignis, welches vor dem Bilanzstichtag eingetreten ist. Daher wurden mögliche bilanzielle Konsequenzen bereits für den vorliegenden Jahresabschluss untersucht. Für die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft kommt es damit einhergehend zu keinen Auswirkungen auf den Jahresabschluss.
Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 63.525.582 € eine Dividende von EUR 0,75 je Aktie, das sind in Summe 46.866.732 € auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
Aufsichtsrat:
Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender
Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden
Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Stellvertreter des Vorsitzenden
Dipl.-Ing. Josef PRÖLL, Wien
Dipl.-Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden
Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt
Dipl.-Ing. Helmut FRIEDL, Egling a.d.Paar
MMag. Dr. Andrea GRITSCH, Wien
Vom Betriebsrat delegiert:
Dipl.-Ing. Daniela BOGNER, Wien (seit 23.04.2021)
Dipl.-Ing. Stephan SAVIC, Wien (bis 22.04.2021)
Andreas KLAMLER, Gleisdorf
Thomas BUDER, Katzelsdorf
René SCHMID, Wien (seit 23.04.2021)
Gerhard KOTTBAUER, Aschach (bis 22.04.2021)
Vorstand:
Dkfm. Markus MÜHLEISEN, MBA, Wien (seit 01.06.2021) Vorsitzender
Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg (bis 31.05.2021)
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg (bis 31.05.2021)
Mag. Stephan BÜTTNER, Wien
Dipl.-Ing. Dr. Norbert HARRINGER, Wien
Ingrid Helen ARNOLD, MBA, Wien (seit 01.06.2021)
Dkfm. Thomas KÖLBL, Speyer (bis 31.05.2021)
Wien, am 25. April 2022
Der Vorstand:
Dkfm. Markus Mühlesen, MBA
Mag. Stephan Büttner
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
Ingrid Helen Arnold, MBA
| ANLAGEVERMÖGEN | Anschaffungskosten | Stand 01.03.2021 | Zugang | Umbuchung | Abgang | Stand 28.02.2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| 1. Markenrechte | 611.301 | 0 | 0 | 0 | 611.301 | |
| 2. EDV-Software | 11.353.696 | 303.533 | 0 | 1.207.075 | 10.450.154 | |
| 11.964.997 | 303.533 | 0 | 1.207.075 | 11.061.455 | ||
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5.166.388 | 327.083 | 0 | 1.042.059 | 4.451.412 | |
| 2. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0 | 29.827 | 0 | 29.827 | 0 | |
| 5.166.388 | 356.911 | 0 | 1.071.886 | 4.451.412 | ||
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 424.145.490 | 0 | 0 | 0 | 424.145.490 | |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 221.000.000 | 0 | 0 | 0 | 221.000.000 | |
| 3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 258.620 | 0 | 0 | 0 | 258.620 | |
| 645.404.110 | 0 | 0 | 0 | 645.404.110 | ||
| Gesamtsumme | 662.535.495 | 660.444 | 0 | 2.278.961 | 660.916.977 |
| Abschreibungen | Stand 01.03.2021 | Jahresabschreibung | Zugang | Abgang | Stand 28.02.2022 | Buchwerte 28.02.2022 | Buchwerte 28.02.2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||
| 1. Markenrechte | 611.301 | 0 | 0 | 0 | 611.301 | 0 | 0 |
| 2. EDV-Software | 10.960.397 | 359.336 | 0 | 1.207.075 | 10.112.658 | 337.496 | 393.299 |
| 11.571.698 | 359.336 | 0 | 1.207.075 | 10.723.959 | 337.496 | 393.299 | |
| II. Sachanlagen | |||||||
| 1. Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.976.753 | 452.297 | 0 | 924.489 | 3.504.561 | 946.851 | 1.189.635 |
| 2. Geringwertige Vermögensgegenstände | 0 | 29.827 | 0 | 29.827 | 0 | 0 | 0 |
| 3.976.753 | 482.124 | 0 | 954.316 | 3.504.561 | 946.851 | 1.189.635 | |
| III. Finanzanlagen | |||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 7.120.724 | 0 | 0 | 0 | 7.120.724 | 417.024.766 | 417.024.766 |
| 2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 221.000.000 | 221.000.000 |
| 3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 258.620 | 258.620 |
| 7.120.724 | 0 | 0 | 0 | 7.120.724 | 638.283.386 | 638.283.386 | |
| Gesamtsumme | 22.669.176 | 841.460 | 0 | 2.161.391 | 21.349.244 | 639.567.733 | 639.866.319 |
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an.
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft bildet die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe („AGRANA“). Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler, die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie. Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten.
Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen widerspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung: AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten. Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine solide Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die nötige Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit von AGRANA geschaffen.
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen.
```In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt. Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünger- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke. AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünger- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf. Rund 8.700 Mitarbeiter (FTEs)¹ an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021|22 einen Konzernumsatz von rund 2,9 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.
¹ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalents)
| | 2021|22 TEUR | 2020|21 TEUR | Veränderung % |
| :------------------------------------------------------- | :---------- | :---------- | :------------ |
| Umsatzerlöse | 39.222 | 36.666 | 7,0% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 133 | 122 | 8,7% |
| Betriebsleistung | 39.355 | 36.788 | 7,0% |
| Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) | -4.536 | -12.418 | 63,5% |
| Operative Marge¹ | -11,5% | -33,8% | |
| Beteiligungserträge | 51.226 | 50.235 | 2,0% |
| Finanzerfolg | 55.784 | 54.377 | 2,6% |
| Ergebnis vor Steuern | 51.248 | 41.959 | 22,1% |
| Jahresüberschuss | 47.699 | 46.901 | 1,7% |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 660 | 782 | -15,5% |
¹ Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung
Die Umsatzerlöse der AGRANA lagen im Geschäftsjahr 2021|22 mit 39.222 Tsd. € insgesamt über dem Vorjahresniveau (+2.556 Tsd. € bzw +7,0%). Bei den Erträgen aus Lizenz-einnahmen verzeichnete man einen Anstieg (+1.925 Tsd. € bzw +12,6%). Eine ebenfalls positive Entwicklung zeigten die Erträge aus Konzernverrechnungen (+601 Tsd. € bzw +2,9%).
Der Betriebserfolg (operatives Ergebnis) war zwar negativ, lag aber mit –4.536 Tsd. € um +7.882 Tsd. € bzw +63,5 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Diese Veränderung resultiert aus einem Anstieg der Umsatzerlöse (+2.556 Tsd. € bzw +7,0%), und einem Rückgang der Personalaufwendungen (-5.110 Tsd. € bzw. -21,9%). Die sonstigen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 142 Tsd. € bzw +0,6% leicht erhöht. Die Zunahme ist auf gestiegene Rechts- und Beratungskosten sowie auf höhere Versicherungsaufwendungen zurückzuführen. Die Beteiligungserträge haben sich im Geschäftsjahr 2021|22 um +991 Tsd. € bzw +2,0% erhöht. Dies ist bedingt durch die Dividendenausschüttung der AGRANA Research & Innovation Center GmbH.
| | 2021|22 TEUR | 2020|21 TEUR | Veränderung % |
| :----------------------------------------------- | :---------- | :---------- | :------------ |
| Bilanzsumme | 1.049.815 | 1.012.310 | 3,7% |
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 | 0,0% |
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 1.284 | 1.583 | -18,9% |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 417.025 | 417.025 | 0,0% |
| Andere Finanzanlagen | 221.259 | 221.259 | 0,0% |
| Eigenkapital | 741.674 | 747.091 | -0,7% |
| Eigenkapitalquote¹ | 71,0% | 74,0% | -3,2 pp |
| Haftungsverhältnisse | 315.619 | 350.561 | -10,0% |
¹ Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital
Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzieren sich im Vergleich zum Vorjahr um -299 Tsd. €. Den Investitionen in Höhe von 660 Tsd. € stehen Abschreibungen in Höhe von 841 Tsd. € gegenüber. Die wesentliche Veränderung betrifft den Buchwertrückgang bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Andere Finanzanlagen blieben im Geschäftsjahr 2021|22 unverändert. Die Eigenkapitalquote von 71,0 % ist im Vergleich zum Vorjahr (74,0 %) leicht gesunken, und zeigt eine stabile und solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.
| | 2021|22 TEUR | 2020|21 TEUR | Veränderung % |
| :--------------------------------------------- | :---------- | :---------- | :------------ |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 48.428 | 90.193 | -46,3% |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -497 | 25.330 | -102,0% |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -1.060 | -74.117 | -98,6% |
| Cashflow aus flüssigen Mitteln | 46.871 | 41.406 | 13,2% |
| Bestand an flüssigen Mitteln¹ | 337.373 | 290.502 | 16,1% |
¹ einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH
28.02.2022: 337.358 Tsd. €; 28.02.2021: 290.480 Tsd. €.
Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich um -25.827 Tsd. € auf –497 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2021|22 ist der negative Cashflow durch Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen bedingt. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus der Dividendenauszahlung von rd. -53.116 Tsd. € (im Vorjahr: -48.117 Tsd. €) und der Aufnahme von kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 50.000 Tsd. €.
Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider. Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. zu 100 % gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % der „Segment-Gesellschaften“ Stärke und Frucht werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) gehalten.
Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH fungiert als Produktionsunternehmen der beiden österreichischen Zuckerfabriken. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.
| | 2021|22 Tsd. € | 2020|21 Tsd. € | Veränderung %/pp |
| :-------------------------------------------------------------------- | :------------ | :------------ | :--------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 666.173 | 588.559 | 13,2% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | -26.116 | -30.038 | 13,1% |
| Umsatzerlösen | 640.057 | 558.521 | 14,6% |
| EBITDA¹ | 6.920 | 5.068 | 36,5% |
| Operatives Ergebnis | -23.305 | -25.171 | 7,4% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | -5.742 | -1.887 | -204,3% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -2.072 | -212 | -877,4% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -31.119 | -27.270 | -14,1% |
| EBIT-Marge | -4,9% | -4,9% | 0,0 pp |
| Investitionen² | 20.702 | 15.905 | 30,2% |
| Mitarbeiter (FTEs)³ | 1.892 | 2.003 | -5,5% |
¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Der Absatz der Zuckerprodukte im Geschäftsjahr 2021|22 lag deutlich über dem Vorjahreswert, wobei sich die AGRANA-Zuckermärkte unterschiedlich entwickelten. Im Retailbereich konnten deutliche Mengensteigerungen in Ungarn, Rumänien und auch Bulgarien erzielt werden, während im Industriesektor die Absätze in Österreich, Tschechien und der Slowakei deutlich erhöht werden konnten. Seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2020|21 erholen sich die Zuckerverkaufspreise stetig. Im Retailgeschäft waren die Preise im Geschäftsjahr 2021|22 um 5 % höher als im Vorjahr, im Industriebereich lagen die Verkaufspreise aufgrund neuer Verträge mit den Kunden ebenfalls moderat über dem Durchschnittswert des Vorjahres.Das EBIT lag unter dem schwachen Vorjahreswert und war folglich noch immer negativ. Höhere Zuckerverkaufsmengen und -preise konnten die gestiegenen Rohstoffkosten und v.a. die deutlich höheren Energiepreise nur zum Teil kompensieren. Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2021|22 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus. Der Ergebnisbeitrag erhöhte sich deutlich von 0,2 Mio. € auf 2,0 Mio. €. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, trug aufgrund eines COVID 19-bedingt herausfordernden Marktumfeldes und hoher Energiepreise negativ zum Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen bei (-7,7 Mio. €; Vorjahr: -2,1 Mio. €).
Das Segment Stärke umfasst die beiden vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage) sowie die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung). Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (ein Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.
| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung %/pp |
| :------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :-------- | :--------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.020.436 € | 831.867 € | 22,7% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | -10.029 € | -9.975 € | -0,5% |
| Umsatzerlösen | 1.010.407 € | 821.892 € | 22,9% |
| EBITDA¹ | 106.391 € | 92.117 € | 15,5% |
| Operatives Ergebnis | 57.929 € | 45.402 € | 27,6% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 13.761 € | 19.400 € | -29,1% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 71.690 € | 64.802 € | 10,6% |
| EBIT-Marge | 7,1 % | 7,9 % | -0,8 pp |
| Investitionen² | 24.283 € | 22.199 € | 9,4% |
| Mitarbeiter (FTEs)³ | 1.137 | 1.149 | -1,1% |
¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Das Marktgeschehen auf den Produktmärkten des Segmentes Stärke war auch 2021|22 von der COVID-19-Pandemie beeinflusst. War das erste Jahr der Pandemie (Geschäftsjahr 2020|21) noch von Nachfragerückgängen gekennzeichnet, so gab es im Berichtsjahr eine deutliche Belebung der Nachfrage. Vorrangiges Ziel blieb weiterhin, Lieferketten und Produktion durchgängig aufrechtzuerhalten und die Versorgung der Kunden sicherzustellen. 2021|22 stieg der Umsatz deutlich auf 1.010,4 Mio. €. Etwa ein Viertel des Umsatzzuwachses wurde durch gesteigerte Absatzmengen bei den Hauptprodukten erzielt. Der größte Umsatztreiber waren angepasste Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, primär ab dem zweiten Halbjahr 2021|22, erforderten die Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten. Abhängig von den abgeschlossenen Kundenkontrakten gab es bei einzelnen Produktgruppen und längeren Laufzeiten (z.B. bei Jahresverträgen) starke Margenverluste. Die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten im Segment Stärke waren primär auf die massiv gestiegenen Getreidepreise, aber auch auf eine leicht erhöhte Vermahlungsmenge zurückzuführen. Gleichzeitig erhöhten sich die Energiekosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 %. Höhere operative Abschreibungen spiegeln die intensive Investitionstätigkeit der letzten Jahre im Segment wider. Die in Summe deutlich gestiegenen Herstellungskosten konnten nur teilweise durch Verkaufspreisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden und belasteten die Margen. Insgesamt konnte im Berichtsjahr ein EBITDA von 106,4 Mio. € erzielt werden, das deutlich über dem Vorjahreswert von 92,1 Mio. € lag. Das operative Ergebnis betrug 57,9 Mio. € und lag um 27,6 % über dem Vorjahreswert von 45,4 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2021|22 stieg auch der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 24 % auf 356,2 Mio. €. Die Geschäftsentwicklung folgte dem generellen Trend deutlich gestiegener Mais- und Energiekosten und dadurch massiv gestiegener Produktionskosten. Während bei Verzuckerungsprodukten das Marktumfeld schwierig blieb und Preiserhöhungen kaum durchsetzbar waren, waren die hohen Ethanolpreise für das Alkoholergebnis ein stabilisierender Faktor. Insgesamt wies die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 34,1 Mio. € (Vorjahr: 45,4 Mio. €) aus. Das PAT betrug 27,6 Mio. € (Vorjahr: 38,8 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 13,8 Mio.€ (Vorjahr: 19,4 Mio. €) sank.
Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 19 Ländern für Fruchtzubereitungen und 15 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.
| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung %/pp |
| :------------------------------------------------------------------------------------------- | :----------- | :-------- | :--------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.251.846 € | 1.167.600 € | 7,2% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | -766 € | -1.029 € | 25,6% |
| Umsatzerlösen | 1.251.080 € | 1.166.571 € | 7,2% |
| EBITDA¹ | 93.341 € | 94.034 € | -0,7% |
| Operatives Ergebnis | 51.857 € | 52.882 € | -1,9% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -67.696 € | -11.723 € | -477,5% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -15.839 € | 41.159 € | -138,5% |
| EBIT-Marge | -1,3 % | 3,5 % | -4,8 pp |
| Investitionen² | 37.382 € | 34.185 € | 9,4% |
| Mitarbeiter (FTEs)³ | 5.662 | 5.695 | -0,6% |
¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)
Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um knapp 8 %, was v.a. auf moderat gestiegene Preise zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden in allen Regionen verzeichnet, wobei es in Mexiko, Japan, Nordamerika, der Ukraine und Russland die höchsten positiven Abweichungen gab. Signifikant fiel auch die Steigerung in Südamerika aus, welche hier v.a. mengengetrieben war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Mengen bei den Non-Dairy-Fruchtzubereitungen und leicht rückläufige Mengen im Bereich Handel mit Früchten inklusive Tiefkühlfrüchte. Im Molkerei-Bereich blieben die Absätze stabil. Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag signifikant unter dem Vorjahresergebnis. Ergebnisverbesserungen in Mexiko (1st Transformation), bei Dirafrost und in der Region Indien/Mittlerer Osten/Afrika konnten die Ergebnisrückgänge v.a. in den Regionen Europa (deutlich gestiegene Rohstoffpreise), Nordamerika (u.a. höhere Personalkosten) und China (Absatz- und Margen-Rückgänge) bei weitem nicht kompensieren. Auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen wirkte sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –64,8 Mio. € (Vorjahr: -10,9 Mio. €) sehr negativ aus. Diese Einmaleffekte setzen sich v.a. aus Wertminderungen aufgrund des Krieges in der Ukraine (primär Goodwill-Wertminderung von 55,3 Mio. €), in einem geringeren Ausmaß auch aus Ausgaben für einen Schadensfall in Nordamerika sowie Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm zusammen. Am 1. April 2020 startete AGRANA Fruit Japan Ltd. die Herstellung von Fruchtzubereitungen in Japan und produziert in Asien, nach China, Indien und Südkorea, seitdem in einem vierten Land. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnten im Geschäftsjahr 2021|22 um rund 6 % gesteigert werden. Höhere Buntsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2021 standen dabei niedrigeren Absatzmengen bei Apfelsaftkonzentrat gegenüber. Das signifikant über dem Vorjahr liegende operative Ergebnis im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war auf eine verbesserte Margensituation bei Buntsaftkonzentraten zurückzuführen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen (-2,9 Mio. €) aufgrund von Wertberichtigungen von Forderungen und Beständen infolge des Krieges in der Ukraine verminderte das EBIT maßgeblich.
Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.
Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.
Die AGRANA Group-Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.
AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst.# AGRANA Sustainability Activities in Fiscal Year 2021|22 and Objectives
We at AGRANA…
* utilize nearly 100% of the raw materials processed and employ low-emission technologies to minimize environmental impact,
* value all our stakeholders and the societies in which we operate,
* foster long-term partnerships with suppliers and customers.
AGRANA developed its understanding of sustainability based on regular interaction with its stakeholder groups.
Based on its business activities, AGRANA has identified five fields of action for sustainability along its product value chain:
The SAI platform offers industrial processors of agricultural raw materials like AGRANA several helpful tools, particularly for evaluating and documenting compliance with good environmental and social criteria in the agricultural supply chain, and for comparing the value of different proofs or international certifications. The basic instrument is always the Farm Sustainability Assessment (FSA) developed by the SAI platform. This is carried out using a questionnaire, which consists of 112 questions on all sustainability-relevant focus areas such as farm management, working conditions (including questions on child labor and forced labor), soil and nutrient management, or plant protection. Depending on the fulfillment of the different criteria, the cultivation operation receives a sustainability rating with the status Gold, Silver, or Bronze. AGRANA has set the goal that contract farmers who apply the FSA system achieve at least the FSA Silver status.
1 Representatives of the following stakeholder groups: Customers, suppliers, employees, shareholders, local residents
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In the reporting year 2021|22, AGRANA’s sustainability core team conducted only one review of the materiality analysis revised in the previous year. In the previous year, on the one hand, the ecological, economic, and social impacts of individual sustainability aspects of AGRANA's business activities on society and the environment were assessed, and on the other hand, with the involvement of selected representative stakeholders¹, the influence of these sustainability aspects on stakeholder decisions was questioned. The most significant social impact AGRANA Group has, especially in the Starch and Sugar segments, is through its energy-intensive processing of agricultural raw materials in the area of energy consumption and emissions. When greenhouse gas emissions from the cultivation of processed agricultural raw materials (so-called Scope 3 emissions), which were estimated for the first time in the reporting year, are included, the importance of the energy consumption and emissions aspect across the entire value chain is further amplified. However, the social and ecological impacts of corporate activities are also significantly influenced by the regulatory framework in which companies operate, in the EU, among others, by new regulations from the EU Green Deal.
The principles of the international standard for quality management systems ISO 9001 form the basis of AGRANA's quality management system. The system is complemented by numerous certifications for food safety and product protection. The most important global standards in this area at AGRANA are FSSC 22000 (Food Safety System Certification), ISO 22000, and IFS (International Food Standard). Depending on the country or region as well as customer demand, additional certifications such as organic, GMO-free, Kosher (according to Jewish dietary laws), and Halal (according to Islamic dietary laws) are offered. The essential standards for feed safety are the GMP+ and the EFISC Feed standard. In fiscal year 2020|21, 100% of the production sites held at least one of these or the respective locally relevant international certifications.
AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft has been a member of the Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) since 2009. All AGRANA production sites undergo an annual SEDEX Self-Assessment, which primarily targets working conditions, safety, and human rights (including questions on child labor and forced labor). Since 2010, AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft has been a member of the association ARGE Gentechnik-frei, which aims to create reliable frameworks for the production, labeling, and control of GMO-free foods.
In a highly competitive market environment, it is of central importance for AGRANA to recognize market trends early, to meet market needs through product innovations, and to develop customized customer solutions. In close partnership with its customers, AGRANA's Research and Development (R&D) is continuously working on new technologies, specialty products, and innovative applications for existing products, thus supporting the Group's long-term success strategy. The AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Austria, alongside 17 local Fruit NPD¹ centers, is the Group's central research and development hub for the Fruit, Starch, and Sugar divisions. ARIC is organized as an independent company within the AGRANA Group and is a 100% subsidiary of AGRANA Beteiligungs-AG, with the aim of developing innovative products from the raw materials sugar beet, potato, corn, sweet corn, wheat, and fruits. ARIC operates nationally and internationally as an in-house R&D service provider and service provider in the fields of sugar technology, agriculture, food technology, starch technology, microbiology, biotechnology, and fruit preparations. The collaboration of R&D specialists from different areas (Fruit, Starch, and Sugar) under one roof not only enables administrative synergy effects but also, in particular, promotes the exchange between different research groups and disciplines, especially on cross-divisional topics. The complementary experiences result in advantages in cross-segment research priorities, e.g., in technologies, thickening and sweetening solutions, as well as flavors, microbiology, product quality and safety, and organic products.
| | 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------------------------- | :------ | :------ |
| R&D expenses (internal and external) | Mio. € 20.0 | Mio. € 19.2 |
| R&D ratio² | % 0.69 | % 0.75 |
| Employees in R&D (persons) | 315 | 315 |
1) Prior-year values have been adjusted (including new product developments in fruit preparations)
2) R&D expenses measured against Group revenue
1 New Product Development
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In fiscal year 2021|22, the entire AGRANA Group employed an average of 8,877 employees (persons) (previous year: 8,920 employees), of which 2,476 (previous year: 2,519) were in Austria and 6,401 (previous year: 6,401) were international. In fiscal year 2021|22, an average of 8,691 FTEs (previous year: 8,847 FTEs) were employed in the AGRANA Group. In the Fruit segment, the number of employees decreased mainly due to a lower demand for temporary employees because of low harvest volumes. The reduction in the Starch segment was primarily due to the labor market situation and lower order volumes. In the Sugar segment, organizational changes led to a decrease in staff.
In fiscal year 2021|22, the functionalities of the global human resource management system were further expanded, and new modules were successfully implemented. The human resource management system aims to improve the efficiency of HR processes, support quality assurance, create transparency, and increase data security. In the coming years, it is planned to successively further develop the system's functionalities and adapt them to constantly changing requirements.
The promotion and recognition of performance are an important part of the personnel strategy and contribute to the company's success. To achieve the strategic and operational goals of the company, AGRANA uses a Group-wide implemented performance management system for management. In addition to financial and earnings targets, variable remuneration also includes individual goal agreements to reward and promote outstanding individual performance. In fiscal year 2021|22, 10.5% (previous year: 10.8%) of all employees were subject to this performance-oriented remuneration system.
In fiscal year 2021|22, the focus in training and development was on the development of executives and on providing impetus on current topics such as resilience or cooperation in hybrid work. Special emphasis was placed on new ways of collaboration within teams and between teams in order to best cope with the new demands of the flexible working world. In fiscal year 2021|22, AGRANA trained an average of 93 apprentices (of which female: 19 or 20.4%). In Austria, an average of 68 apprentices (of which female: seven or10,3 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien und Brasilien, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 25 Lehrlinge (davon weiblich: zwölf bzw. 48 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbautechnik, Metalltechnik, Labortechnik (Chemie), Chemieverfahrenstechnik, Lebensmitteltechnik, Mechatronik, Industrielehre, Technisches Zeichnen sowie Logistik. In der Zeit während der COVID-19 Pandemie wurden neue Formen der Zusammenarbeit gelebt. Vor allem die hybride Form der Zusammenarbeit nahm im Geschäftsjahr 2021|22 eine immer wichtigere Rolle ein. Bei AGRANA werden diese Erfahrungen nun dauerhaft im Unternehmen etabliert. Dazu benötigt es gut abgestimmte Spielregeln, die eine Kultur des Vertrauens und der Ergebnisorientierung voraussetzen. Aus diesem Grund wurde für die österreichischen AGRANA Standorte die „Home Office-Richtlinie“ erarbeitet, welche den notwendigen Rahmen für das neue hybride Modell bildet. Mit begleitenden Maßnahmen wurden die Teams unterstützt, die für sich passende Form des hybriden Zusammenarbeitens zu finden und somit die Entwicklung zu Hybrid High-Performance Teams zu ermöglichen. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2021|22 auf rund 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €), was 0,6 % (Vorjahr: 0,6 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.
Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen.
In allen 24 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine - wenn auch unterschiedlich ausgestaltete - gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeiter zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten.
Mitarbeiter sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk „Unternehmen für Familien“ beigetreten. Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien), variable Arbeitszeit und auch ein Eltern-Kind-Büro am Standort in Wien.
Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen.
Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:
Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.
AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor. Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten. Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. In weiterer Folge werden zukünftig die Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnen.
AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.
AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.# Markt- und Wettbewerbsrisiken
AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken. Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können. AGRANA tätigt zur Stärkung bzw. zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Investitionen in allen Segmenten. Darüber hinaus werden Investitionen in neue Märkte evaluiert und vorgenommen.
AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.
Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.
Seit dem 1. Oktober 2017 gelten für die europäische Zuckerindustrie neue Rahmenbedingungen. Teil dieser neuen Rahmenbedingung ist die Verbesserung der Markttransparenz in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Die EU-Kommission hat mit den Durchführungsverordnungen (EU) 2017/1185 und (EU) 2019/1746 neue Regulierungsmaßnahmen in Form von verschiedenen Meldepflichten beschlossen. Damit soll die Transparenz in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor verbessert werden, um die Wirtschaftsbeteiligten und die Behörden zu befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen und um das Verständnis der Marktteilnehmer für Marktentwicklungen zu verbessern. Dadurch entsteht erstmals die Notwendigkeit Preise auf Stufen der Wertschöpfungskette, die zwischen den Erzeugern der Rohstoffe und den Endverbrauchern liegen, zu erheben. Dies betrifft sowohl den Lebensmitteleinzelhandel als auch die Lebensmittelverarbeitungsbetriebe.
Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse. Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben im Juni 2019 eine politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen erzielt. Der Antrag ging in jedem Mitgliedsland in einen Ratifizierungsprozess. Die EU-Kommission verhandelt derzeit mit Australien und Neuseeland über die Ausgestaltung eines Freihandelsabkommens. Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.
Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten 30 Jahre die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um -55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990. Aufgrund derzeit noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal, können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.
Am 21. Dezember 2018 wurde die Erneuerbare-Energie-Richtlinie der EU (RED II) verabschiedet. Aktuell wird an der nationalen Umsetzung dieser Richtlinie gearbeitet, welche bis zum 30. Juni 2021 in Kraft treten soll. Diese Richtlinie sieht eine Untergrenze von 14 % erneuerbare Energie im Transportbereich bis zum Jahr 2030 vor. Der Anteil der getreidebasierten Biotreibstoffe wurde mit dem nationalen Beitrag im Jahr 2020, maximal jedoch 7 %, begrenzt. Weiters wurde ein Unterziel für sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe („2. Generation“) in Höhe von mindestens 3,5 % bis zum Jahr 2030 festgelegt. Die Rohstoffliste für die fortschrittlichen Biokraftstoffe wird in Anhang IX der Richtlinie festgelegt und kann durch die EU-Kommission ergänzt werden. In Österreich beträgt das Substitutionsziel von Biotreibstoffen gemäß derzeit gültiger Kraftstoffverordnung 5,75 % (basierend auf RED I) und davon 3,4 % aus Bioethanol (jeweils bezogen auf den Energiegehalt). Die Einführung von E10 würde den Biotreibstoffanteil unmittelbar mit den vorhandenen Produktionskapazitäten auf das 7%-Ziel anheben. Auf nationaler Ebene würde damit nicht nur der RED II-Richtlinie entsprochen, sondern auch die nachweisbare Verringerung von Partikel-Emissionen könnte erreicht werden.
AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeiter regelmäßig fort.
Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. Die BWB begründet dies vor allem damit, dass das Bundeskartellamt in seiner Entscheidung nur den Unwertgehalt des Verhaltens von Südzucker in Bezug auf Deutschland berücksichtigt habe, und dass die Verhängung einer "Zusatzstrafe" in Bezug auf Österreich sowohl zulässig als auch geboten sei. Mit Beschluss vom 27. März 2020 hat der OGH das Rekursverfahren unterbrochen und den EuGH um eine Vorabentscheidung zur Reichweite des Grundsatzes „ne bis in idem“ bei EU-Wettbewerbsverfahren gebeten. Dieses Zwischenverfahren ist noch anhängig. Mit der Entscheidung des EuGH ist im ersten Kalenderquartal 2022 zu rechnen. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.
Weiters ist die AGRANA Stärke GmbH in einem Verfahren vor dem Handelsgericht Wien beklagte Partei. Die klagende Partei behauptet, einen Schaden aus einer Nichtlieferung von zugesagten Produktmengen erlitten zu haben. Das Verfahren befindet sich in der ersten Instanz, im Stadium der gerichtlichen Beweisaufnahme. Mit einem erstinstanzlichen Urteil ist im Geschäftsjahr 2022|23 zu rechnen. AGRANA hält die Ansprüche der klagenden Partei mangels wirksamer Vereinbarung der Abnahmemengen für unbegründet.
Darüber hinaus bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.
AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet. Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.
Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko).Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Aufgrund des seit einigen Jahren, insbesondere im Euro-Raum, bestehenden negativen Zinsumfeldes im Geldmarktbereich kommt es auch bei variabel verzinsten Finanzanlagen und Finanzierungen für die AGRANA-Gruppe zu nachteiligen Auswirkungen. Bei Bankguthaben besteht das Risiko von weiterverrechneten Negativzinsen, wohingegen bei einigen Finanzierungen der negative Zinssatz nicht an AGRANA weitergegeben wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der zukünftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des „Cash Flow at Risk“ bzw. der „Modified Duration“ ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.
Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.
Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert. Das Währungsrisiko wird durch den „Value at Risk“-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.
Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.
Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen, global verteilt, bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.
Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem (ETS¹). Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und dem darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen.
Die globale Verbreitung des Coronavirus und diverser Mutationen führt trotz der bereits durchgeführten Impfungen in vielen Ländern der Welt weiterhin zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. AGRANA ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen. Bereits unmittelbar nach Ausrufung der Pandemie-Erklärung der WHO wurde zur Sicherheit der Mitarbeiter sowie für die Aufrechterhaltung der Produktion eine konzernweite Pandemie-Richtlinie erlassen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Krisenteams aktiviert, jeweils lokale Business Continuity-Pläne implementiert, verstärkte Kommunikationsmaßnahmen sowie erhöhte Hygienemaßnahmen ergriffen wurden und ein hohes Augenmerk auf die Einhaltung der behördlichen Empfehlungen und Anordnungen gelegt wird. Kurz nachdem Impfstoffe verfügbar waren, hat AGRANA aktiv die Impfung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt. Nach wie vor bestehen restriktive Maßnahmen in Bezug auf Dienstreisen. Darüber hinaus wurde, basierend auf den guten Erfahrungen der temporären Heimarbeit und aufgrund der Wünsche aus der Belegschaft, in Österreich die Einführung einer Home-Office Regelung ermöglicht, die auch über die Pandemie hinaus Bestand haben wird.
¹ Emission Trading System (ETS)
² Bis auf allgemeine, behördlich angeordnete, regionale Schließungen im März 2020 am indischen und im Juni 2020 am ägyptischen Produktionsstandort von jeweils sechs Werktagen
Sämtliche gesetzten Maßnahmen haben in der Gruppe ihre positive Wirkung gezeigt und es ist gelungen, in weltweit 56 Produktionsstandorten den vollen Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten². Darüber hinaus konnte das Funktionieren der Transportketten gesichert werden, sodass es zu keinen nennenswerten Verzögerungen in der Belieferung der Kunden kam. AGRANA gehört als Teil der kritischen Infrastruktur und Nahrungsmittelproduzent zu den weniger wirtschaftlich betroffenen Branchen. Dennoch wird COVID-19 und deren Mutationen, trotz Impfungen, auch weiterhin Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft haben und es kann weiterhin zu Beeinträchtigungen in der Beschaffung, Produktion und auf den Absatzmärkten kommen. Auf den Finanzmärkten sowie im Interbankenhandel ist es unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie temporär zu massiven Verwerfungen gekommen, die sich aber im AGRANA Geschäftsjahr 2021|22 nicht wiederholt haben und an den Finanzmärkten eine Beruhigung und Stabilisierung eingetreten ist. Dennoch bleibt die künftige ökonomische Entwicklung von gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit, auch beeinflusst durch Lockdown-Phasen, geprägt. Im Geschäftsjahr 2020|21 war AGRANA mit einer Reduzierung der Versicherungsdeckung aus Warenkreditversicherungen, in Einzelfällen auch eine gesamte Aufhebung des Deckungsumfangs bzw. eine erschwerte Erstversicherung von Neukunden, betroffen. Diese Situation hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021|22 etwas entspannt. Dennoch führten diese Erfahrungen zu einem engmaschigeren Monitoring der Kundenforderungen und Zahlungsziele sowie alternativen Risikoevaluierungsmaßnahmen und -sicherstellungen. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen sind derzeit keine zusätzlichen nennenswerten Forderungsausfälle zu beobachten. AGRANA steht in engem Austausch mit ihren Hausbanken und überprüft laufend die Verfügbarkeit der vorhandenen Kreditrahmen. Ebenso wird die Liquidität auf den weltweit unterhaltenen Bankkonten und das Rating der Bankpartner laufend kritisch überprüft und bei Bedarf werden notwendige Umschichtungen vorgenommen.
AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch stillgelegt und wird zum Berichtszeitpunkt nur eingeschränkt und temporär, je nach aktueller Sicherheitslage, weitergeführt. Rund 10 % der ukrainischen Mitarbeiter sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen beziehungsweise wurden zum Militärdienst einberufen. AGRANA hat einen Krisenstab eingerichtet, um die negativen Auswirkungen, insbesondere auch auf die Mitarbeiter, so gut wie möglich zu begrenzen. In Russland ist die Produktion weiterhin aufrecht, jedoch kann sich die äußerst instabile wirtschaftliche Situation negativ auf das Marktumfeld und das Konsumverhalten auswirken. Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen. Die kriegerische Auseinandersetzung hat auch negative Auswirkungen auf die Einkaufspreise und die Volatilität für Roh- und Hilfsstoffe der AGRANA-Gruppe. Insbesondere sind die Getreidepreise massiven Erhöhungen ausgesetzt. Des Weiteren sind auch die Preise für Energie nach Ausbruch des Krieger weiter stark angestiegen. Die mittelfristige Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise ist aufgrund der Unsicherheiten auf den internationalen Beschaffungsmärkten schwer abschätzbar. Aufgrund des derzeit hohen Preisniveaus im Einkaufsbereich überprüft AGRANA laufend Preiserhöhungen im Absatzbereich als wesentliche Gegenmaßnahme zu den aktuellen Kostenteentwicklungen.# Lagebericht
Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko aus Cyber- und Sabotageattacken mit sich.
Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs-, Energie- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Im Segment Zucker ist der Einfluss der Weltmarktpreise auf das europäische Preisniveau von gestiegener Bedeutung. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.
Trotz der sich nach oben bewegenden EU-Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns aufgrund der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der im letzten Geschäftsjahr deutlich gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Hilfs- und Betriebsstoffe sowie aufgrund der nach wie vor gegebenen Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer des Krieges in der Ukraine sowie der Coronavirus-Krise deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereiche risikoausgleichend agieren. Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.
Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse. Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.
Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschau-rechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.
Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.
Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft. Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.
1 Enterprise-Resource-Planning
Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2022 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2021: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2021: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.
Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die „ALMARA“ Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rüb enproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.
Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dkfm. Markus Mühleisen, MBA von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Ingrid-Helen Arnold, MBA seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.
Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.
In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien („Syndicated Loans“) sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.
AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des ÖCGK. Im Geschäftsjahr 2021|22 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2021 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 18. November 2021 und 17. Februar 2022 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig der Erklärung über die Einhaltung des Kodex zugestimmt. Die Umsetzung und die Einhaltung der einzelnen Regeln des Kodex wurde im Geschäftsjahr 2021|22 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft evaluiert. Die Überprüfung erfolgte auf Basis des Fragebogens zur Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance (Fassung Jänner). Der Bericht über die externe Evaluierung gemäß Regel 62 des ÖCGK ist unter www.agrana.com/ir/corporate-governance abrufbar.
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte 2021|22 keine Zweigniederlassungen.
Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2022 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.
AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.# Nachhaltigkeitsausblick 2022|23
Im Geschäftsjahr 2021|22 hat AGRANA mit der ersten Erfassung ihres Corporate Carbon Footprints einen wichtigen Grundstein für die Entwicklung einer umfassenden AGRANA-Klimastrategie gelegt. Auf Basis der laufend erfassten Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1 +2) sowie der erstmals für das Basisjahr 2019|20 erfassten Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) wird AGRANA im Geschäftsjahr 2022|23 wissenschaftsbasierte Klimaziele im Einklang mit den Vorgaben der Science-based Targets Initiative entwickeln. Daneben wird im Rahmen der Neuausrichtung der Unternehmensstrategie auch an der Integration einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie gearbeitet. Aus Sicht der Einzelgesellschaft, der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, wird für das kommende Geschäftsjahr 2022|23 mit einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Ergebnis vor Steuern auf aktuellem Niveau gerechnet.
Wien, am 25. April 2022
Der Vorstand:
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA
Ingrid-Helen Arnold, MBA
Mag. Stephan Büttner
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer
Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,
Wien, am 25. April 2022
Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA
Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA
Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner
Vorstandsmitglied
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer
Vorstandsmitglied
Wir haben den Jahresabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum 28. Februar 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 28. Februar 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:
Sachverhalt
Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 638.024.766 (zum 28. Februar 2021: EUR 638.024.766) stellen einen wesentlichen Anteil an den Aktiva der Gesellschaft dar. Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an verbundene Unternehmen kann in der Regel überwiegend, mangels Verfügbarkeit, nicht auf Basis von Marktpreisen erfolgen. Die Ermittlung des beizulegenden Werts erfordert somit Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen. Dazu zählen insbesondere geplante Zahlungsströme, zukünftige Marktgegebenheiten, Wachstumsraten und Kapitalkosten. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung haben. Aufgrund des beschriebenen Sachverhalts wurde die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie der Ausleihungen an verbundene Unternehmen von uns als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt bei unserer Prüfung berücksichtigt.
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Wir haben:
* die Arbeitsabläufe evaluiert, um sicherzustellen, dass diese geeignet sind, mögliche Hinweise auf eine Wertminderung zu erkennen,
* die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden überprüft,
* die Wertansätze einzelner Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen stichprobenhaft geprüft und
* Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in ausgewählten Fällen auf deren Werthaltigkeit geprüft.
Die angewandten Bilanzierung- und Bewertungsmethoden sind UGB-konform. Wir erachten die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen als vertretbar.
Verweis auf weitergehende Informationen
Vgl. Kapitel 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter 2.2. Anlagevermögen, Unterpunkt Finanzanlagen im Anhang zum Jahresabschluss.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben, keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.# Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungsachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 01. September 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019|20, endend mit Stichtag 29. Februar 2020, Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.
Wien, am 25. April 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
gezeichnet: Mag. (FH) Werner Stockreiter
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Das Geschäftsjahr vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022 schließt mit einem Bilanzgewinn von 63.525.582 €.
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
| Auf 62.488.976 Stück dividendenberechtigte Stammaktien Zahlung einer Dividende von 0,75 € pro Stammaktie (nennbetragslose Stückaktie), das sind | 46.866.732 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 16.658.850 |
| Gesamt | 63.525.582 |
Eigentümer, Herausgeber und Verleger
AGRANA Beteiligungs-AG
A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
Investor Relations
Mag. (FH) Hannes Haider
Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926
E-Mail: [email protected]
Konzernkommunikation|Sustainability
Mag. Ulrike Middelhoff
Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926
E-Mail: [email protected]
Support Kreativ-/Imagekonzept: Rebell Creative GmbH
Support Grafiken und Reinzeichnung: marchesani_kreativstudio GmbH
Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik.Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Betreffend der Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:
| Wertaussage | Visualisierung | Wertmäßige Veränderung in Zahlen |
|---|---|---|
| Stabil | Ã | 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 % |
| Leicht | æ | Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 % |
| Moderat | á oder â | Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 % |
| Deutlich | áá oder ââ | Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 % |
| Sehr deutlich | ááá oder âââ | Mehr als +50 % oder mehr als –50 % |
Bezüglich Definitionen zu Finanzkennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2021|22 auf Seite 204 verwiesen. AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in diesem integrierten Geschäftsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechen differenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten. Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich. 239
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