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AGRANA Beteiligungs-AG

Annual Report (ESEF) Jun 8, 2022

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JAHRESFINANZBERICHT 2021|22

Inhaltsverzeichnis

27 Konzernabschluss und Konzernlagebericht 2021|22 der AGRANA-Gruppe (nach IFRS)
27 Konzernlagebericht 2021|22
28 Unternehmensstruktur
30 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB
46 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
54 Segment Frucht
61 Segment Stärke
67 Segment Zucker
74 Forschung und Entwicklung
77 Personal- und Sozialbericht
84 Risikomanagement
94 Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte
95 Prognosebericht
98 Konzernabschluss 2021|22
99 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
100 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
101 Konzern-Geldflussrechnung
102 Konzern-Bilanz
106 Konzern-Eigenkapital-Entwicklung
178 Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)
179 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
180 Bestätigungsvermerk
185 Jahresabschluss und Lagebericht 2021|22 der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)
186 Jahresabschluss 2021|22
187 Gewinn- und Verlustrechnung
188 Bilanz
189 Anhang zum Jahresabschluss
206 Lagebericht 2021|22
233 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
234 Bestätigungsvermerk
238 Vorschlag für die Gewinnverwendung


JAHRES- FINANZBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. MÄRZ 2021 BIS ZUM 28. FEBRUAR 2022 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG

KONZERN- LAGEBERICHT 2021|22

28 Unternehmensstruktur

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Rund 8.700 Mitarbeitende (FTEs)¹ an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021|22 einen Konzernumsatz von rund 2,9 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

¹ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

28 Geschäftsfelder und Beschaffungsmodelle

Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen. In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.

29 Corporate Governance

30 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

30 Die nachhaltige AGRANA-Wertschöpfungskette
32 AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis
33 Wesentliche nicht-finanzielle bzw. Nachhaltigkeitsbelange
34 Organisatorische Einbindung von Nachhaltigkeit bei AGRANA und Grenzen dieses Berichtes
35 Managementansätze wesentlicher nicht-finanzieller Belange
46 Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage
46 Änderungen im Konsolidierungskreis
46 Umsatz- und Ertragslage
48 Investitionen
49 Cashflow
49 Vermögens- und Finanzlage
51 Geschäftsentwicklung
53 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

54 Segment Frucht

54 Geschäftsentwicklung
55 Marktumfeld
56 Rohstoff und Produktion
60 Investitionen

61 Segment Stärke

61 Geschäftsentwicklung
62 Marktumfeld
63 Rohstoff und Produktion
66 Investitionen

67 Segment Zucker

67 Geschäftsentwicklung
68 Marktumfeld
69 Rohstoff und Produktion
73 Investitionen

74 Forschung und Entwicklung

74 Segment Frucht

75 Segment Stärke

76 Segment Zucker

77 Personal- und Sozialbericht

77 Personalmanagement
78 Personalentwicklung und Weiterbildung
80 Arbeitssicherheit und Gesundheit
83 Vereinbarkeit von Beruf und Familie

84 Risikomanagement

84 Risikopolitik
85 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
85 Operative Risiken
87 Regulatorische Risiken
88 Rechtliche Risiken
89 Finanzielle Risiken der einzelnen Segmente
90 COVID-19 und Krieg in der Ukraine
91 Nicht-finanzielle Risiken
92 Gesamtrisiko
93 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

94 Kapital-, Anteils-, Stimmund Kontrollrechte

95 Prognosebericht

96 Nachhaltigkeitsausblick 2022|23

Konzernabschluss 2021|22

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Unternehmen 2021-03-01 2020-03-01 2021-02-28 2020-02-28
AGRANA Beteiligungs-AG EUR EUR EUR EUR
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Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Unternehmen 2021-03-01 2020-03-01 2021-02-28 2020-02-28
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Konzern-Geldflussrechnung

Konzern-Bilanz

Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

Unternehmen 2021-03-01 2020-03-01 2021-02-28 2020-02-28
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Konzernanhang

Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Bestätigungsvermerk


Jahresabschluss und Lagebericht 2021|22 der AGRANA Beteiligungs-AG (nach UGB)

Jahresabschluss 2021|22

Gewinn- und Verlustrechnung

Bilanz

Anhang zum Jahresabschluss

Lagebericht 2021|22

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Bestätigungsvermerk

Vorschlag für die Gewinnverwendung# Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke. AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

Corporate Governance

Informationen zu Corporate Governance befinden sich im Corporate Governance-Bericht der AGRANA sowie auf der Website des Unternehmens unter www.agrana.com/ir/corporate-governance.

29

Nicht-finanzielle Erklärung

Die nachhaltige AGRANA-Wertschöpfungskette 2021|22

¹ Die Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB wurde erstellt in Übereinstimmung mit dem Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI), konkret deren Version GRI-Standards „In Accordance – Core“.

² Pro Tonne Produktoutput

30

Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

Nachhaltigkeitsziele der AGRANA-Gruppe

  • 2050 CO2-Neutralität (Scope 1+2+3) der gesamten AGRANA-Gruppe
  • §2022 Verifizierung von Klimazielen (für Scope 1,2,3) durch die Science Based Targets Initiative (SBTi)
  • Ökoeffizienz unserer Produktion
  • §2040 CO2-Neutralität (Scope 1+2) der Produktion der AGRANA-Gruppe
  • §2025|26 Reduktion der Emissionen (Scope 1+2) um 25% von der Basis 2019|20

Zusätzliche Ziele des Segmentes Frucht

Bereich Fruchtzubereitungen

Ziele bis 2025|26:

  • § 20 % der verarbeiteten Fruchtmenge entspricht FSA-Silber-Äquivalent
  • Gesamtenergieeinsatz² von 1,95 GJ/t⁴
  • Wasserentnahme² von 4,24 m³/t⁴ (4,08 m³/t⁴ im Berichtsjahr)
  • § 100 % der Produktionsstandorte verfügen über ein gültiges Sozialaudit

Bereich Fruchtsaftkonzentrate

Ziel bis 2030|31:

  • § 100 % nachhaltige Beschaffung gemäß Definition des Sustainable Juice Covenant (siehe Seite 56f)

Arbeitssicherheitsziele der AGRANA-Segmente

  • § Ziele bis 2026|27: siehe Personalbericht, Seite 81

³ In den GRI-Berichtsgrenzen
⁴ Das Ziel gilt für die Fruchtzubereitungswerke in den GRI-Berichtsgrenzen von 2018|19 (exklusive Erstverarbeitungsanlagen).

31

Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

AGRANA berichtet im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit (Beschreibung des Geschäftsmodelles, siehe Seite 28f) wesentliche nicht-finanzielle Belange - mit einem grünen Fußabdruck gekennzeichnet - in den Konzernlagebericht integriert. Diese Nicht-finanzielle Erklärung bietet einen Überblick über AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis, Governance-Strukturen zum Thema Nachhaltigkeit, die AGRANA-Wesentlichkeitsanalyse, Managementansätze der wichtigsten nicht-finanziellen Belange und deren organisatorische und inhaltliche Berichtsgrenzen sowie relevante Leistungsindikatoren auf Gruppen-Ebene. Details zu Maßnahmen und Leistungsindikatoren sowie Ziele in den einzelnen Bereichen werden in den Segmentberichten, im Kapitel Personal- und Sozialbericht sowie im Corporate Governance-Bericht dargestellt.

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitenden als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst:

Wir bei AGRANA …

  • verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren,
  • achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind,
  • leben langfristige Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden.

AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.

Formate des AGRANA-Stakeholder-Engagements im Geschäftsjahr 2021|22

Aufgrund der im Berichtsjahr andauernden COVID-19-Pandemie konnten viele der jährlichen Formate des Austausches mit Anspruchsgruppen weiterhin nicht in gewohnter Weise physisch stattfinden, sondern fanden wie im Vorjahr im virtuellen Raum oder in Kleinst- und Kleingruppen, unter Einhaltung von COVID-19-Präventionsvorgaben statt.

| Wesentliche Stakeholder-Gruppen | Formate des Dialogs # Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

In diesen Bericht wurden alle Belange aufgenommen, die wesentliche gesellschaftliche Auswirkungen haben oder von hoher Bedeutung für AGRANAs Stakeholder sind (siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2021|22, Seite 196ff).

Organisatorische Einbindung von Nachhaltigkeit bei AGRANA und Grenzen dieses Berichtes

Führungsverantwortung für Nachhaltigkeitsbelange

Nachhaltigkeitsaufgaben sind integraler Bestandteil vieler bzw. aller Unternehmensfunktionen, die Darstellung gibt daher nur die für das Thema bedeutendsten Konzernfunktionen wieder. Diese funktionale Integration von Nachhaltigkeitsbelangen spiegelt sich auch in der Steuerungsverantwortung im Vorstand und Aufsichtsrat wider, die durch alle Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglieder gemeinschaftlich wahrgenommen wird.

Organisatorische Berichtsgrenzen 2021|22

Die organisatorischen Berichtsgrenzen für die in diesen Geschäftsbericht 2021|22 integrierten nicht-finanziellen bzw. Nachhaltigkeitsbelange (GRI-Berichtsgrenzen) umfassen alle AGRANA-Konzernunternehmen weltweit und entsprechen dem finanziellen Konsolidierungskreis. Daher sind in den nicht-finanziellen Daten die Joint Venture-Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die HUNGRANA-Gruppe (Segment Stärke) sowie die AGRANA-STUDEN-Gruppe und die Beta Pura GmbH (Segment Zucker) nicht enthalten (außer wo explizit gekennzeichnet). In Summe deckt die GRI- bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung damit 53 von insgesamt 55 Produktionsstandorten weltweit ab. Aufgrund der Invasion russischer Streitkräfte in der Ukraine am 24. Februar 2022 wurden nicht-finanzielle Daten für die ukrainischen Produktionsstandorte des Segmentes Frucht teilweise abgeschätzt.

Managementansätze wesentlicher nicht-finanzieller Belange

In diesem Abschnitt werden einerseits die auf AGRANA wirkenden Risiken im Sinne der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und andererseits die von AGRANA potenziell ausgelösten wesentlichen Risiken, die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Belange laut § 267a UGB haben, dargestellt. Er deckt auch die Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) ab. Daneben bietet er eine inhaltliche Abgrenzung und allgemeine konzernweite Übersicht zu Belangen, die für AGRANAs Stakeholder besondere Bedeutung haben.

Belange der Lieferkette – Rohstoffbeschaffung

Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit, der Veredelung agrarischer Rohstoffe und der damit verbundenen wesentlichen Beschaffungsvolumina und -kosten, aber auch der potenziellen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Herstellung landwirtschaftlicher Rohwaren, konzentriert AGRANA ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Lieferkette auf Lieferanten agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte (z.B. tiefgefrorene Fruchtstücke) und beschränkt ihre nicht-finanzielle Berichterstattung bisher auf diesen Bereich der Beschaffung. In Vorbereitung einer EU-Richtlinie eines Lieferkettengesetzes wird die strukturierte Berichterstattung für die Beschaffung von nicht agrarischen Gütern und Dienstleistungen ab dem Geschäftsjahr 2022|23 ausgebaut.

AGRANA ist im Bereich der Beschaffung agrarischer Rohstoffe von physischen Risiken durch den Klimawandel, z.B. in Form einer zunehmenden Anzahl von Extremwetterereignissen, verstärktem Schädlingsdruck und daraus resultierenden Herausforderungen im Bereich Rohstoffverfügbarkeit und Preisvolatilität, direkt betroffen (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement/Operative Risiken/Beschaffungsrisiken, Seite 85). Andererseits trägt AGRANA im Rahmen ihrer Rohstoffbeschaffung indirekt zu potenziell negativen Auswirkungen des Rohstoffanbaus bei bzw. steht durch ihre Lieferantenauswahl damit in Verbindung. Dies betrifft negative ökologische Auswirkungen, wie z.B. Flächenverbrauch oder –konkurrenz, Pestizideinsatz, Bodenerosion- und -degradation, Wassermangel oder schlechte Wasserqualität sowie Reduktion der Biodiversität. Daneben könnten auch negative soziale Auswirkungen, wie z.B. Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit sowie schlechte Arbeitsbedingungen, durch AGRANAs Lieferbetriebe verursacht werden.

Wenngleich AGRANA keinen direkten Einfluss auf die Betriebsführung ihrer Lieferanten hat, strebt sie im Rahmen des Vorsorgeprinzips durch ihre Lieferantenauswahl eine Vermeidung bzw. Minimierung dieser Umwelt- und Sozialrisiken an. AGRANA hat die Erwartungen an ihre landwirtschaftlichen Lieferanten in ihren Grundsätzen für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte, die für den Bereich der Sozialkriterien eine Referenz auf AGRANAs Verhaltenskodex enthalten, niedergeschrieben. Die Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte wurden im Geschäftsjahr 2020|21 überarbeitet und sind Bestandteil von Lieferverträgen. Der AGRANA-Verhaltenskodex gilt im Rahmen der Allgemeinen Einkaufsbedingungen bzw. Geschäftsbedingungen auch für alle anderen Geschäftspartner von denen AGRANA Waren und/oder Dienstleistungen bezieht.

Dokumentation im Rahmen der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI)

Um Umwelt- und Sozialaspekte in der agrarischen Lieferkette unabhängig vom Beschaffungsmodell strukturiert bearbeiten und dokumentieren zu können, ist die AGRANA Beteiligungs-AG bereits seit Juli 2014 aktives Mitglied bei der SAI Platform, einer im Jahr 2002 gegründeten Brancheninitiative der Lebensmittelindustrie, und nimmt mit ihren Segmenten Frucht, Stärke und Zucker an den für ihre Rohstoffe relevanten Arbeitsgruppen und Komitees teil.

Die SAI Platform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an. Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI Platform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 112 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA Silber-Status erreichen.

Die externe Verifizierung des FSA-Nachhaltigkeitslevels der AGRANA-Kontraktlandwirte unterliegt einem dreijährigen Zyklus, der mit dem Jahr 2017 begann. Im Geschäftsjahr 2020|21 waren in allen AGRANA-Segmenten Re-Verifizierungsaudits vorgesehen, die allerdings aufgrund der COVID-19-Restriktionen zum Teil nicht vollständig abgeschlossen werden konnten und daher erst im Sommer 2021 erfolgten. Mit Ausnahme der Landwirte-Gruppe der rumänischen Rübenproduzenten erreichten alle Landwirtegruppen (sogenannte Farm Management Groups) das AGRANA-Ziel des FSA-Silber Status oder höher. Die bei den Audits detektierten Abweichungen wurden von den zuständigen Gruppen anerkannt und Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Diese betreffen v.a. die Lagerung und Handhabung von Chemikalien und Abfällen sowie Erste Hilfe und Notfalleinrichtungen in Rumänien. Auch im Geschäftsjahr 2021|22 leisteten AGRANA-Experten im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion einen wertvollen fachlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Vorgaben und zur Vorbereitung der Version 3.0 des Farm Sustainability Assessment, die im April 2021 veröffentlicht wurde und spätestens nach einer Übergangszeit von 18 Monaten ab dem Zeitpunkt der Publikation umzusetzen ist.

Zusätzlich zur direkten Anwendung des FSA stellt die SAI Platform ein umfassendes Benchmarking-System zur Verfügung, das gewährleistet, dass landwirtschaftliche Betriebe, die schon über einschlägige Zertifizierungen (z.B. Global GAP oder Rainforest Alliance) verfügen oder an unternehmensspezifischen Nachhaltigkeitsprogrammen teilnehmen, eine FSA-Äquivalenz erhalten, was den Kontrollaufwand maßgeblich reduziert. Die geprüfte Einhaltung nationaler gesetzlicher Vorgaben oder die Zertifizierung nach internationalen bzw. unternehmensspezifischen Standards sowie die externe Verifizierung der betrieblichen Selbstauskünfte im Rahmen des FSA unter Einhaltung der Regeln des SAI Implementation Framework ermöglicht landwirtschaftlichen Produzenten und der verarbeitenden Industrie die Auslobung des jeweiligen FSA-Nachhaltigkeitsstatus im B2B-Bereich. Im Geschäftsjahr 2021|22 waren rund 84,3 % der von AGRANA verarbeiteten Rohstoffmenge im SAI FSA-System direkt oder indirekt erfasst.

Regenerative Landwirtschaft und Biodiversität

Unter regenerativer Landwirtschaft wird gemeinhin ein Zugang zur landwirtschaftlichen Produktion verstanden, der auf die Konservierung bzw. den Wiederaufbau von Agrarflächen und Ökosystemen abzielt und Maßnahmen für Boden, Wasser und Biodiversität umfasst. Grundsätzliche Maßnahmen zum Bodenschutz wie Fruchtfolgen, bodenschonender Technikeinsatz oder Düngerempfehlungen auf Basis regelmäßiger Bodenanalysen sind schon seit vielen Jahren von AGRANA von ihren Lieferanten geforderte Praxis, weitere innovative Modelle und Maßnahmen sind in Entwicklung. Biodiversität ist für AGRANA v.a. in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette, d.h. der agrarischen Produktion, von Bedeutung. AGRANA berichtet Biodiversitätsaspekte soweit möglich im Rahmen des Bezuges von Rohstoffen über Vertragsanbauer im jeweiligen Segmentbericht. AGRANA setzt auch an ihren Unternehmensstandorten einzelne Projekte zum Erhalt oder zur Erhöhung der Artenvielfalt um.# Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

So unterhält AGRANA seit 2016 ein Projekt zum Schutz von Bienen in dessen Rahmen an allen österreichischen Standorten jeweils zehn Bienenstöcke aufgestellt wurden, die teilweise auch für Workshops zur Wissensvermittlung über die Zusammenhänge in der Natur für Volksschulen genutzt werden.

Wasser in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Auf AGRANA indirekt wirkende wasserbedingte Risiken in ihrer Lieferkette, der landwirtschaftlichen Produktion, werden implizit im Rahmen der operativen Beschaffungsrisiken vom Risikomanagement erfasst (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 85). Die von AGRANA in der EU beschafften und verarbeiteten Ackerkulturen werden größtenteils nicht bewässert. Kennzahlen zur Wassernutzung in der Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe werden daher v.a. aufgrund eingeschränkter Relevanz und auch aufgrund eingeschränkter Datenverfügbarkeit sowie Verlässlichkeit im internationalen Beschaffungsbereich bisher nicht berichtet. Dennoch ist sich AGRANA der steigenden Bedeutung von Wasserverfügbarkeits- und Qualitätsanforderungen unter dem Aspekt klimatischer Veränderungen und der Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel bewusst. Im Geschäftsjahr 2022|23 werden diese Risiken im Rahmen der Durchführung einer Klimawandelszenarioanalyse bearbeitet (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 91f).

Umweltbelange – Ökoeffizienz unserer Produktion

Basis für AGRANAs Management von Energie- und Umweltbelangen stellt ihre Umweltpolitik dar, welche unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips die Grundlage zur Vermeidung bzw. Reduktion negativer ökonomischer, ökologischer und sozialer Auswirkungen im Rahmen von AGRANAs Produktion bildet und auch einen Beschwerdeprozess enthält. Sie wurde im Geschäftsjahr 2020|21 überarbeitet, um AGRANAs Klimastrategie zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern in der Produktion bis 2040 Rechnung zu tragen.

Energieeinsatz und Emissionen in der AGRANA-Produktion

Im Bereich der Energieversorgung wirken transitorische Risiken auf AGRANA, wie z.B. im Rahmen des Kampfes gegen den Klimawandel angedachte nationale gesetzliche Verbote (bestimmter) fossiler Brennstoffe oder eine CO2-Besteuerung. Ein System der branchenumfassenden CO2-Besteuerung ist aus AGRANAs Sicht gesellschaftlich zur Herstellung von Kostenwahrheit und als Investitionsanreiz in erneuerbare Technologien notwendig. Wird es nur national oder in der EU und ohne entsprechende Exportentlastungen bzw. Importbelastungen für CO2-Frachten eingeführt, würde es die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens einschränken. (Details zum Umgang mit diesen Risiken siehe Kapitel Risikomanagement/Nicht-finanzielle Risiken, Seite 91f).

Die v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker energieintensive AGRANA-Veredelung von landwirtschaftlichen Rohstoffen, die auch dem EU-Emissionshandelssystem unterliegt, hat durch die entstehenden Treibhausgasemissionen negative Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt. Diese Auswirkungen liegen in AGRANAs direktem Einflussbereich. AGRANA nimmt ihre Verantwortung wahr und wird schädliche Emissionen immer weiter reduzieren, um bis 2040 netto CO2-neutral zu produzieren (Scope 1+2).

Basis und Unterstützung im Monitoring für die AGRANA-Klimastrategie bilden die Energiemanagementsysteme der AGRANA-Produktionsstandorte. Die Energiemanagementsysteme von rund 37,7 % (Vorjahr: 37 %) aller AGRANA-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34) waren im Berichtsjahr nach ISO 50001 zertifiziert.

AGRANA beschränkte ihre Berichterstattung von Energieeinsatz und Emissionen bisher auf Scope 1 (direkter Energieeinsatz bzw. direkte Emissionen) und Scope 2 (indirekter Energieeinsatz bzw. indirekte Emissionen). Grundsätzlich sind absolute Energieeinsatz- und Emissionswerte aufgrund jährlich teilweise stark schwankender Rohstoffverarbeitungsmengen (v.a. im Segment Zucker und im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate) und dem damit verbundenen schwankenden absoluten Energieeinsatz bzw. der ausgelösten Emissionen bezüglich Effizienzverbesserungen wenig aussagekräftig. Trotz der im Berichtsjahr 2021|22 gegenüber dem Vorjahr wesentlich höheren Rohstoffverarbeitungsmengen v.a. im Segment Zucker (+ 20 %) sowie im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate (+ 41 %) und der damit in absoluten Zahlen um rund 9,7 % gestiegenen Energieeinsätze bzw. rund 6 % gestiegenen CO2-Emissionen, sanken die spezifischen CO2-Emissionen pro Tonne Produkt (Scope 1+2) dank umgesetzter Emissionsreduktionsmaßnahmen um rund 5,7 %.

Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe im Basisjahr 2019|20

Im Berichtsjahr 2021|22 wurden erstmals auch Daten zu sogenannten Scope 3 Emissionen, z.B. aus dem Einkauf von Gütern bzw. Rohstoffen und Dienstleistungen, Transporten, Investitionen in Anlagen, Geschäftsreisen oder Mitarbeitermobilität, etc. nach den Vorgaben und in den für die Geschäftstätigkeit relevanten Kategorien des Greenhouse Gas Protocol für das Basisjahr 2019|20 der AGRANA-Klimastrategie strukturiert erfasst.

AGRANA hat die Primärdaten aus allen Geschäftssegmenten in den unterschiedlichen Scope 3 Kategorien mit Emissionsfaktoren aus den zwei methodisch vergleichbar und sehr umfassend (inkl. Effekten aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen wo relevant) arbeitenden Datenbanken von Ecoinvent und der Quantis World Food Database verbunden, um gemeinsam mit den bestehenden Scope 1 und Scope 2 Emissionen aus der eigenen Produktion den Corporate Carbon Footprint für das Basisjahr 2019|20 der AGRANA-Klimastrategie zu berechnen.

Emissionsberechnungen aus dem Bereich der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette sind grundsätzlich, aber speziell im Agrarbereich, mit großer Unsicherheit behaftet, die sich einerseits aus der Methodik und andererseits aus der eingeschränkten Verfügbarkeit von Emissionsmessungen aus dem Anbau ergibt. Unter Berücksichtigung dieser Annahmen, löste die AGRANA-Gruppe im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2019|20 Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) von insgesamt rund 5,6 Mio. Tonnen CO2e aus.

Der mit 83 % größte Anteil entfiel dabei auf die Emissionen aus der von AGRANA nicht direkt beeinflussbaren vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3 Emissionen). Rund 17 % der durch die AGRANA-Geschäftstätigkeit ausgelösten Gesamtemissionen entfielen auf von AGRANA direkt beeinflussbare Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1+2).

Mit 3,3 Mio. Tonnen CO2e löste das Segment Stärke rund 59 % der Gesamtemissionen (Scope 1,2,3) der AGRANA-Gruppe im Geschäftsjahr 2019|20 aus. Danach folgten mit rund 1,2 Mio. Tonnen CO2e (21 %) das Segment Zucker bzw. mit rund 1,1 Mio. Tonnen CO2e (20 %) das Segment Frucht.

Die größten Emissionseinträge in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (Scope 3) stammten im Geschäftsjahr 2019|20 mit rund 82 % aus dem Anbau von Agrarrohstoffen und dem Einkauf sonstiger Güter sowie Dienstleistungen (Kategorie 3.1.). Deren Transport zu AGRANAs Produktionsstandorten (Kategorie 3.4) stellte mit 6,7 % den nächstgrößten Eintrag dar. Daneben führt auch der, von AGRANA kaum zu beeinflussende, Transport von AGRANA-Produkten zu ihren Kunden (Kategorie 3.9) mit 4,7 % zu einem relevanten Emissionseintrag. Unter der Kategorie 3.12 „Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebensende“ (Anteil: ebenfalls 4,7 %) fasste AGRANA Emissionen aus der Entsorgung von Verpackungsmaterialien jeglicher Art zusammen. Weitere Aussagen zum im Rahmen der Nutzung, der von AGRANA erzeugten Lebensmittel bzw. -zutaten und technischen Produkte verursachten Emissionen sind aus Gründen fehlender Datenverfügbarkeit nicht möglich.

AGRANA-Klimastrategie

Im Geschäftsjahr 2019|20 hat AGRANA die Entwicklung einer Klimastrategie in Übereinstimmung mit den bisher bekannten Vorgaben des europäischen Green Deal und des österreichischen Energie- und Klimaplans, welche die bilanzielle CO2-Neutralität bis 2050 bzw. 2040 vorsehen, gestartet. AGRANA bekennt sich zum Ziel des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern in ihren Produktionsaktivitäten (Scope 1+2) bis 2040.

Die im Berichtsjahr 2021|22 erfolgte Abschätzung von Scope 3 Emissionen ermöglicht AGRANA die Erarbeitung umfassender Treibhausgasemissionsreduktionsziele und Maßnahmen im Rahmen ihres im Juli 2021 erfolgten Beitrittes zur Science Based Targets Initiative (SBTi). Im Rahmen dieser Initiative verpflichten sich Unternehmen dazu, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen zu setzen.

In Umsetzung des bestehenden Klimaschutzplanes für die eigene Produktion, der für die erste Etappe bis 2025|26 eine Treibhausgasemissionsreduktion in der AGRANA-Produktion (Scope 1+2) von 25 % gegenüber dem Basisjahr 2019|20 vorsieht, erfolgten im Berichtsjahr 2021|22 folgende Maßnahmen:

  • das Paket zum Umstieg auf Strom aus erneuerbaren Quellen, welches mit dem Bezug von externem Grünstrom in Österreich im Geschäftsjahr 2020|21 startete, wurde durch die Installation von Photovoltaikanlagen auf eigenen Produktionsgebäuden in Österreich ergänzt,
  • Ausstieg aus dem Energieträger Kohle am vorletzten kohlebetriebenen Produktionsstandort der AGRANA-Gruppe, der Zuckerfabrik in Sered‘|Slowakei, der letzte Standort Opava|Tschechien wird spätestens 2025|26 folgen,
  • sowie laufende Energieeffizienzsteigerungsmaßnahmen in allen Geschäftssegmenten

AGRANA verfolgt ein Prinzip der vollständigen Rohstoffverwertung zu Haupt- und Nebenprodukten (v.a. Futter- und Düngemittel). In der Phase ab 2026|27 wird neben die stoffliche Verwertung auch die energetische Nutzung eiweißarmer Rohstoffreste treten, um alle Rohstoffbestandteile weiterhin vollständig, aber auch im Sinne des Klimaschutzes optimal zu nutzen.In der ungarischen AGRANA-Zuckerfabrik in Kaposvár werden Rübenschnitzel und sonstige Rübenreststoffe bereits seit einigen Jahren zur Biogasproduktion verwendet (siehe Segment Zucker, Seite 72). Da die energetische Verwertung der Biomasse allerdings zu Lasten der Futtermittelerlöse erfolgt, bedarf es geeigneter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, um sie rentabel umsetzen zu können. Ein umfassendes Emissionshandelssystem, das den CO2-Rucksack jeder Konsumentscheidung im Bereich Ernährung, Wohnen, Mobilität und Freizeitverhalten transparent offenlegt und CO2-intensive Lebensweisen durch ihre höheren Kosten erkennbar macht, ist dringend notwendig, um die Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft zu schaffen und Unternehmen Investitionsentscheidungen zu erleichtern. In Summe müsste AGRANA nach heutigen Annahmen bis 2040 rund 400 Mio. € investieren, um die in ihrer Produktion bei der Verarbeitung der eingesetzten Rohstoffe entstehenden Treibhausgasemissionen (Scope 1+2) zu vermeiden. Im Geschäftsjahr 2022|23 wird AGRANA v.a. für die in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette entstehenden Emissionen (Scope 3.1 und 3.4), die nicht direkt von ihr beeinflussbar sind, in Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten und Partnern umfassende, u.a. den Vorgaben von SBTi entsprechende, Treibhausgasemissionsmaßnahmen erarbeiten, um spätestens 2050 über die gesamte Wertschöpfungskette netto CO2-neutral zu wirtschaften.

Wasser und Abwasser

Wasser, die weltweit gesellschaftlich wichtigste Ressource, ist einer von vielen Inputfaktoren in den Produktionsprozessen der AGRANA-Gruppe. Wassermangel bzw. der Entzug von Wasser in wasserarmen Regionen sowie schlechte Wasserqualität oder -temperatur bei Einleitung von Abwasser stellen ein ökologisches und soziales Risiko dar. AGRANA hat 2019|20 unter Nutzung des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas des World Resources Institute, die die genannten und zahlreiche weitere Risiken abdecken, das Wasserrisiko für alle ihre Produktionsstandorte evaluiert. Im Berichtsjahr 2021|22 lagen 13 bzw. 24,5 % der AGRANA-Standorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34), der Großteil davon im weltweit tätigen Segment Frucht, laut den Analysen der beiden Institute aus unterschiedlichen Gründen in Gebieten mit hohem oder sehr hohem Wasserrisiko. Wenngleich keiner der AGRANA-Produktionsstandorte bisher operativ tatsächlich von quantitativer oder qualitativer Wasserknappheit betroffen oder Auslöser wesentlicher Probleme für die umliegenden Wasseranrainer war, stellt die nachhaltige, verantwortungsbewusste und allen gesetzlichen Standards entsprechende Nutzung und Ableitung von Wasser einen bedeutenden Aspekt der AGRANA-Umweltpolitik dar. Weitere Details zum Umgang mit Wasser an den Produktionsstandorten siehe Segmentberichte (Seite 58f, 65, 72).

39 Konzernlagebericht

Im Rahmen ihrer Effizienz bemühungen nutzt AGRANA das in den agrarischen Rohstoffen gebundene Wasser in ihren Prozessen. Beispielsweise haben Zuckerrüben und Äpfel einen durchschnittlichen Wassergehalt von 75 % bzw. 85 %. Nach Nutzung und Erfüllung aller gesetzlichen Auflagen sowie entsprechender Aufbereitung stellt AGRANA anderen Wassernutzern das Wasser wieder zur Verfügung. In Summe gibt die AGRANA-Gruppe mehr Wasser ab, als sie aufnimmt, und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus. AGRANA berichtet Wasser- und Abwasserkennzahlen ausschließlich für ihr Kerngeschäft, die Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in ihren Produktionswerken. Absolutwerte zu Wasserentnahme und –abgabe haben aufgrund schwankender jährlicher Rohstoffverarbeitungsmengen und dadurch schwankender absoluter Wasserentnahme- und Wasserabgabewerte nur sehr eingeschränkte Aussagekraft bezüglich effizienter Wassernutzung.

Abfall

1 Korrekturen aufgrund geringfügiger Erfassungsfehler

Ökonomische, ökologische und soziale Risiken bzw. Auswirkungen aus dem Bereich der Abfallentstehung und -entsorgung im Rahmen von AGRANAs Geschäftstätigkeit sind dank ihrer Unternehmensphilosophie begrenzt. Für AGRANA, als Verarbeiter agrarischer Rohstoffe, sind die von ihr eingesetzten landwirtschaftlichen Rohwaren viel zu wertvoll, um nicht vollständig genutzt zu werden. Diesem in ihrer Umweltpolitik verankerten konzernweiten Prinzip der vollständigen Verwertung trägt AGRANA neben der Erzeugung einer breiten Palette hochqualitativer Lebensmittel bzw. Vorprodukte für weiterverarbeitende Industrien v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker durch die Herstellung eines sehr großen Portfolios an Nebenprodukten, v.a. Futter- und Düngemitteln, Rechnung. Diese leisten einerseits einen bedeutenden Beitrag zum ökonomischen Erfolg des Unternehmens, andererseits gelangen dadurch wichtige Mineral- und Nährstoffe in den natürlichen Kreislauf zurück.

| Abfälle in der AGRANA-Gruppe | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :---------------------------- | :------ | :------ | :------ |
| Abfallmenge gesamt | 95.879 t | 95.879 t | 96.733 t |
| davon gefährliche Abfälle | 439 t | 437 t | 638 t |
| Abfall pro Tonne Produktoutput | 20,1 kg | 22,8 kg | 23,3 kg |
| davon gefährliche Abfälle pro Tonne Produktoutput | 92 g | 104 g | 153 g |

Die absolute Abfallmenge der AGRANA-Gruppe ist im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr bei unterschiedlichem Beitrag der drei AGRANA-Segmente unverändert geblieben. Aufgrund des höheren Produktausstoßes durch die höheren Verarbeitungsmengen im Segment Zucker und dem Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate sank die spezifische Abfallmenge im Geschäftsjahr 2021|22 um rund 11,8 % auf 20,1 Kilogramm Abfall pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte), wovon 92 Gramm auf gefährliche Abfälle entfielen. Diese wurden gesetzlichen Auflagen entsprechend gesammelt und qualifizierten Entsorgern zur sachgemäßen Behandlung übergeben (Details siehe Segmentberichte, Seite 59, 65, 73).

Transport

Wenngleich der Transport von Rohstoffen und Produkten (Kategorie 3.4. und 3.9. Transporte vor- und nachgelagert), wie die erste Abschätzung des Corporate Carbon Footprint der AGRANA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2019|20 zeigte, nur rund 11,4 % zum Treibhausgasausstoß im vor- und nachgelagerten Bereich (Scope 3) beitrug (siehe Seite 38), wird das Unternehmen dennoch versuchen, Transporte soweit sie vom Unternehmen beeinflusst werden können und dies infrastrukturell und wirtschaftlich möglich ist, nachhaltig zu gestalten. Einfluss hat AGRANA im Bereich vorgelagerter Transporte über eine möglichst regionale Lieferantenauswahl. Im Geschäftsjahr 2021|22 lag der Modalsplit für die In- & Outbound-Logistik in der AGRANA-Gruppe bei rund 73,2 % Straße, 20,2 % Schiene und 6,6 % Wasser.

Verpackung

40 Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

Bei der Belieferung weiterverarbeitender Industriekunden setzt AGRANA auf Mehrwegsysteme. 2021|22 wurden rund 67,3 % der weltweit verkauften Produktmenge v.a. per Silowagen oder in retournierbaren Stahlgroßcontainern an AGRANA Abnehmer geliefert. Nur 32,7 % der vertriebenen Produkte, besonders über den Einzelhandel an Konsumenten vertriebener Zucker der Wiener Zucker-Markenfamilie, wurden in Einwegverpackungen angeboten. In diesem Bereich versucht AGRANA besonders auf nachhaltige Produktion und Wiederverwertbarkeit der Verpackungsmaterialien zu achten. Das heißt z.B. Einsatz von Papier-Verpackungen, wo die Produktschutzanforderungen dies zulassen und Verwendung von FSC-zertifiziertem Papier. Nur für Verpackungen mit direktem Produktkontakt werden Frischfasern eingesetzt, um kein Risiko einer möglichen Produktkontamination einzugehen, für Tertiärverpackungen aus Wellpappe werden ausschließlich Recyclingmaterialien verwendet. Für Versiegelungen kommen annähernd kunststofffreie Verbundmaterialien zur Anwendung (zB. für Zucker-Sticks und -Sachets). Die Wiener Zucker-Markenfamilie verzichtet auf Aluminium.

1 Berechnung auf Basis der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl (Köpfe) in den GRI-Berichtsgrenzen

Arbeitnehmerbelange – Mitarbeitende

Die interne normative Grundlage für AGRANAs Umgang mit ihren Mitarbeitenden stellt der AGRANA-Verhaltenskodex dar, der zuletzt 2018|19 überarbeitet wurde. Er enthält u.a. ein Verbot von Diskriminierung und Belästigung, von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Aspekte zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Daneben werden auch Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen festgeschrieben. Seine Einhaltung soll ökonomische Risiken, wie schwierige Mitarbeiterfindung, ineffiziente Betriebs abläufe, Streiks und Reputationsverlust für AGRANA, sowie soziale Risiken, wie ein unsicheres, gesundheitsgefährdendes, diskriminierendes, unfaires Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden vermeiden bzw. minimieren. Im Geschäftsjahr 2019|20 wurde er um eine Konzern-Richtlinie zu Diversität und Inklusion ergänzt. Im Berichtsjahr 2021|22 trat AGRANA, um ihr Engagement in Sozialbelangen weiter zu untermauern, auch dem UN Global Compact bei. Dieser beinhaltet 10 grundlegende Prinzipien, die Bereiche rund um Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung umfassen. Zwar bewegt sich AGRANA seit jeher im Rahmen dieser Leitlinien, dennoch wird es angesichts aktueller sowie zukünftiger Herausforderungen als unabdingbar gesehen, hierzu auch öffentlich sichtbar Verantwortung zu übernehmen, als Vorbild zu agieren und durch den Beitritt zum UN Global Compact auch die Umsetzung der 17 Sustainable Development Goals voranzutreiben. Die Arbeitsverhältnisse von rund 70 % der AGRANA-Mitarbeitenden1 weltweit unterlagen 2021|22 einem Kollektivvertrag. Die Interessen von etwa 80,3 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden durch einen lokalen Betriebsrat oder Gewerkschaftsvertreter repräsentiert. An jenen Standorten, wo keine dieser Varianten der Vertretung besteht, hat AGRANA formale Beschwerdestellen bezüglich Arbeitspraktiken und Menschenrechte eingerichtet, die für alle Mitarbeitenden zur Verfügung stehen. Ein dahinterliegender Prozess soll eine zeitnahe und faire Bearbeitung der Beschwerden sicherstellen.# Konzernlagebericht

Die im Geschäftsjahr 2021|22 aktuellen Schwerpunkte zum Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeitende werden im Personalbericht (siehe Seite 77ff) kommentiert.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung – Compliance

Die Risiken und Managementansätze sowie Aktivitäten im Geschäftsjahr 2021|22 zu den Themen Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung bzw. Bekämpfung von Korruption und Bestechung werden im Bereich Compliance im Corporate Governance-Bericht dargestellt.

Sozialbelange

Produktverantwortung und nachhaltige Produkte

Produktsicherheit und -qualität

Oberstes Ziel der AGRANA-Qualitätspolitik ist es, den Kundenbedürfnissen entsprechende für den Verzehr sichere Lebens- und Futtermittel zu erzeugen. Die Einhaltung der zahlreichen geltenden nationalen und internationalen Anforderungen an die Produktsicherheit an allen Produktionsstätten weltweit stellt für AGRANA die oberste Priorität dar. Zusätzlich zu den lokalen gesetzlichen Vorschriften für Lebens- und Futtermittel orientiert sich AGRANA an den internationalen Standards im Bereich Lebensmittelsicherheit, wie dem Codex Alimentarius (Lebensmittelkodex der Food and Agriculture Organization und der World Health Organization). Im Codex Alimentarius wird mit den General Principles of Food Hygiene das sogenannte HACCP-System eingeführt. Hazard Analysis and Critical Control Point bedeutet, dass mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von chemischer, physikalischer oder mikrobiologischer Natur sein können, analysiert werden. AGRANA hat bereits vor vielen Jahren HACCP-Systeme, die dem jeweiligen Produktionsprozess angepasst sind, in ihren Werken eingeführt. Die Einführung und v.a. regelmäßige Überprüfung eines HACCP-Systems garantiert, dass nur sichere Produkte den Standort verlassen.

In ihrem Bestreben nach Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit geht AGRANA über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat international anerkannte Standards für Produktsicherheit im Zuge von externen Zertifizierungen eingeführt. Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebens- und Futtermittelsicherheit und Produktschutz. Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2021|22 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.

Die kontinuierliche Anhebung der Hygiene- und Qualitätsstandards der von AGRANA hergestellten Lebens- und Futtermittel erfolgt durch externe Zertifizierungen, Kunden- und Lieferantenaudits sowie durch ein internes Auditsystem. Im Geschäftsjahr 2021|22 musste ein Endverbraucher betreffender Produktrückruf durchgeführt werden. Im März 2021 wurde am Standort Mitry-Mory|Frankreich im Rahmen einer Stichprobenkontrolle in der Zutat Natriumcitrat-Pulver eine nicht detektierbare Verunreinigung mit harten, scharfkantigen Metallteilen festgestellt. Auslöser für die Verunreinigung, die auch in Chargen an zwei weiteren AGRANA-Produktionsstandorten festgestellt wurde, war ein Siebbruch in einer Produktionslinie des Natriumcitrat-Lieferanten. Da die betreffenden Natriumcitrat-Chargen bereits verarbeitet waren, führte AGRANA im Sinne der Konsumentengesundheit und des Reputationsschutzes ihrer Kunden einen Produktrückruf durch, der in weiterer Folge auch bereits im Einzelhandel befindliche Produkte betraf. Nach Abschluss des akuten Produktrückrufes, ohne eine einzige Konsumentenbeschwerde, wurden die Erkenntnisse aus dem Fall im Rahmen eines neuen Präventionsprogrammes für Fremdkörperkontamination in pulverförmigen Zutaten in allen betroffenen AGRANA-Geschäftsbereichen bzw. Segmenten umgesetzt.

EU-taxonomiefähige Umsätze, Investitionen & Betriebsausgaben

Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

Im Sommer 2020 hat die EU mit der Taxonomie Verordnung 2020/852 ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den Ausweis von Umsätzen, Investitionen und Betriebsausgaben aus nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten definiert. Nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten haben einem der sechs EU-Umweltziele, nämlich Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, zu dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen. Daneben haben sie soziale Mindeststandards zu erfüllen. Für AGRANAs Geschäftsjahr 2021|22 ist für Nicht-Finanzunternehmen eine Einschränkung auf den Ausweis EU-taxonomiefähiger Umsatzerlöse, CAPEX/Investitionsausgaben und OPEX/Betriebsausgaben vorgesehen. Für deren Bewertung wurden die Vorgaben für die unter den Zielen Klimaschutz (Ziel 1) und Klimawandelanpassung (Ziel 2) ausgewiesenen Wirtschaftstätigkeiten herangezogen.

EU-taxonomiefähige Umsatzerlöse 2021|22

Da die bisherigen Vorgaben der EU-Taxonomie Wirtschaftstätigkeiten aus dem Bereich Produktion von Lebensmitteln und Getränken bzw. Lebensmittelbestandteilen noch nicht adressieren, fällt ein großer Teil der Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe noch nicht in den Anwendungsbereich der EU-Taxonomie. Für das Geschäftsjahr 2021|22 kann die AGRANA-Gruppe daher EU-taxonomiefähige Umsatzerlöse ausschließlich aus ihren Wirtschaftstätigkeiten „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“ von am Standort Pischelsdorf|Österreich erzeugtem Bioethanol, aus der unter der Wirtschaftstätigkeit „5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen“ einzuordnenden Biogasproduktion, Aufbereitung und Einspeisung von Biomethan in das lokale Erdgasnetz am Standort der Zuckerfabrik Kaposvár|Ungarn (Details siehe Segmentbericht Zucker, Seite 72) sowie von am Standort der Stärkefabrik Gmünd|Österreich erzeugter thermoplastischer Stärke im Rahmen der Wirtschaftstätigkeit „3.17. Herstellung von Kunststoffen in Primärformen“ im Zähler berichten. Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Umsatzerlösen laut Ausweis im Konzernabschluss 2021|22, Seite 98.

| Wirtschaftstätigkeit | Umsatz 2021|22 | Umsatz-Anteil in % | Umsatz taxonomiefähig (A2) |
| :--------------------------------------------------------------------------------------------------------- | :------------ | :----------------- | :------------------------- |
| Umsatz nicht taxonomie- fähiger Tätigkeiten (B) | € 2.675.209 | 92,2 % | |
| Gesamt (A2+B) | € 2.901.544 | 100,0 % | |
| € 226.335 | | 7,8 % | |

EU-taxonomiefähige CAPEX/Investitionsausgaben 2021|22

EU-taxonomiefähige CAPEX/Investitionsausgaben betrafen im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr 2021|22 Investitionen, die u.a. den Wirtschaftstätigkeiten „4.25. Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme“, „7.1. Neubau“, „5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung“, „6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“, „7.2. Renovierung bestehender Gebäude“ sowie „9.1. Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation“ im Zähler zuzurechnen sind. Der Nenner dieser Kennzahl entspricht den Investitionen in Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten laut Ausweis im Konzernabschluss 2021|22, Seite 107.# Wirtschaftstätigkeit CAPEX

| CAPEX 2021|22 | CAPEX-Anteil in % | CAPEX taxonomiefähig (A2) |
|---|---|---|
| t€ 8.756 | 10,6 % | |
| CAPEX nicht taxonomie-fähiger Tätigkeiten (B) | | t€ 73.611 |
| Gesamt (A2+B) | 89,4 % | t€ 82.367 |
| | 100,0 % | |

EU-taxonomiefähige OPEX/Betriebsausgaben 2021|22

Die auf die Bereiche Maintenance & Repair, Short Term Lease, Building Renovation, Forschung & Entwicklung sowie Training eingeschränkte Definition von OPEX/Betriebsausgaben der EU-Taxonomie sowie die im Geschäftsjahr 2021|22 durchgeführte ex-post Betrachtung bestehender CAPEX & OPEX beschränken den Ausweis von OPEX im Berichtsjahr auf v.a. „4.13. Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen für den Verkehr und von flüssigen Biobrennstoffen“, „9.1. Marktnahe Forschung, Entwicklung und Innovation“, „5.1. Bau, Erweiterung und Betrieb von Systemen der Wassergewinnung, -behandlung und -versorgung“, „5.7. Anaerobe Vergärung von Bioabfällen“, „6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr“ im Zähler. Der Nenner dieser Kennzahl kann aufgrund der EU-taxonomiespezifischen Definition von Betriebsausgaben im Konzernabschluss 2021|22 nicht referenziert werden.

Wirtschaftstätigkeit OPEX

| OPEX 2021|22 | OPEX-Anteil in % | OPEX taxonomiefähig (A2) |
|---|---|---|
| | | t€ 6.370 |
| | 10,7 % | |
| OPEX nicht taxonomie-fähiger Tätigkeiten (B) | | 89,3 % |
| Gesamt (A2+B) | | t€ 53.151 |
| | 100,0 % | t€ 59.521 |

Zucker als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung

Als Produzent von u.a. Zucker ist die AGRANA-Gruppe von regulatorischen Risiken wie z.B. Zuckersteuern und Nutri-Score-Angaben indirekt betroffen. In Wirtschaftsregionen mit hohem Lebensstandard stellen Gesundheit und ausgewogene Ernährung für viele Menschen einen wesentlichen Grund zum Wunsch nach Zuckerreduktion dar. Andererseits sind auch Gesetzgeber bzw. nationale Gesundheitsbehörden aus Sorge über ernährungs- bzw. lebensstilbedingte Erkrankungen, die zu einer potentiellen Überlastung der Gesundheitssysteme führen, u.a. an Zuckerreduktion in der Ernährung interessiert. Die Lebensmittelindustrie versucht tatsächlichen oder angedrohten steuerlichen Belastungen auf Zucker, z.B. in Form einer Zuckersteuer (v.a. auf Softdrinks), zu entgehen und unterwirft sich auch branchenspezifischen Selbstverpflichtungen (z.B. bei Zerealien und Joghurts). Auch der vielfach diskutierte Ausweis des sogenannten Nutri-Scores, einem System zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln, oft in Form einer Ampel- oder Buchstabendarstellung, auf Produkten motiviert Lebensmittelproduzenten zur Zuckerreduktion. Dies führt zu einer sukzessiven Zuckerreduktion.

Der Zuckerverbrauch in der EU ist seit etwa 20 Jahren stagnierend bis leicht rückläufig. Die OECD geht in ihren Prognosen von einem jährlichen Rückgang des Zuckerkonsums von rund 0,4 % bis 2030 aus. Die Einführung von Zuckersteuern ist einer von zahlreichen Faktoren, der in Europa zum schleichenden Sinken des Pro-Kopf-Zuckerverbrauchs führt. Andererseits besteht laut der europäischen zuckerverarbeitenden Industrie CIUS kurzfristig eher die Befürchtung, dass aufgrund niedriger EU-Lagerstände und geringerer Produktion aus Zuckerrüben nicht genug Zucker für die Verarbeitung in der EU zur Verfügung steht.

AGRANA ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Aus AGRANAs Sicht greifen Reformulierungen von Produktrezepturen, die allein Zucker ins Visier nehmen, aber zu kurz. Letztlich ist nicht Zucker, sondern eine positive Energiebilanz, d.h. es werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht, für Übergewicht und die (potenziell) daraus resultierenden Folgeerkrankungen verantwortlich. Ob die übermäßige Kalorienaufnahme aus Fett, Eiweiß, Zucker oder anderen Kohlenhydraten stammt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Daher nimmt für AGRANA die Wissensvermittlung in den Bereichen Ernährung im Allgemeinen, Lebensstil, Energiebilanzen sowie Eigenschaften von Zucker im Speziellen, einen sehr hohen Stellenwert ein. Pandemiebedingt war das Engagement auch im Berichtsjahr 2021|22 eingeschränkt auf Initiativen, wie jene des „Forum Ernährung heute“ oder der „Österreichische Gesellschaft für Ernährung“ (ÖGE) sowie der Plattform „Land schafft Leben“.

Gesellschaftliches Engagement

Neben der möglichst umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung ihrer Kerngeschäftsaktivitäten ist AGRANA auch als verantwortungsbewusster Corporate Citizen, d.h. als Teil der Gesellschaft, an den Orten, an denen sie tätig ist, engagiert. Im Rahmen dieses Engagements bringt sich AGRANA auch bei verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen sowie Branchen- und Interessenvertretungen ein (siehe Seite 45).

AGRANAs Beitrag zu den UN Sustainable Development Goals

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit bzw. ihrer Nachhaltigkeitsschwerpunkte im Bereich Klimaschutz, vollständiger Rohstoffverwertung und Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialkriterien bei der Beschaffung und Geschäftsethik unterstützt AGRANA v.a. die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs) 8, 13, 15 und 16, die im September 2015 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurden und erstmals auch die Privatwirtschaft in die Erreichung von Entwicklungszielen einbinden. Daneben trägt AGRANA aber auch zum Erreichen der Ziele 2 bis 7 sowie 12 und 14 bei.

Nicht-finanzielle Erklärung nach § 267a UGB

Mitgliedschaften bei wesentlichen nachhaltigkeitsrelevanten Initiativen

Initiative Mitgliedsunternehmen Seit Ziel der Initiative und Mitglieder
Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2014 Ziel: Entwicklung von Richtlinien und Umsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken; Mitglieder: aus der Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung
The Sustainable Juice Covenant AUSTRIA JUICE GmbH 2018 Ziel: globale Initiative zur nachhaltigen Produktion von frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Saftkonzentraten; Mitglieder: Getränkeindustrie, v. a. Mitglieder der European Fruit Juice Association (AIJN)
Science Based Targets initiative (SBTi) AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2021 Ziel: Mitglieder verpflichten sich zum Setzen von Klimazielen im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit
Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2009 Ziel: Förderung nachhaltiger Sozial- und Umweltpraktiken entlang der Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit
UN Global Compact AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2022 Ziel: Erfüllung 10 grundlegender Prinzipien aus den Bereichen Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt & Klima sowie Korruptionsbekämpfung; Mitglieder: Unternehmen unterschiedlicher Branchen weltweit
EcoVadis AUSTRIA JUICE GmbH sowie einige Standorte des Segmentes Frucht, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Zucker GmbH 2013 Ziel: Lieferantenbewertung nach Umwelt- und Sozialkriterien entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette; Mitglieder: Unternehmen verschiedenster Industrien
ARGE Gentechnik-frei AGRANA Beteiligungs-AG¹ 2010 Ziel: Förderung/Sicherstellung der österreichischen GVO-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion; Mitglieder: gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungskette inklusive vieler Einzelhändler

Mitgliedschaften bei Branchen- und Interessensvertretungen

Branchen- und Interessenvertretung Mitgliedsunternehmen Wirkungsbereich
Industriellenvereinigung (IV) AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie AGRANA Beteiligungs-AG Österreich
AÖL – Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller AGRANA Stärke GmbH Deutschland
CEFS – Comitè Européen des Fabricants de Sucre AGRANA Zucker GmbH EU
Starch Europe AGRANA Stärke GmbH EU
SGF International E.V. AUSTRIA JUICE GmbH weltweit
ePURE AGRANA Stärke GmbH EU

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021|22 (1. März 2021 bis 28. Februar 2022) wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt.

Änderungen im Konsolidierungskreis

Eine detaillierte Übersicht der Zu- und Abgänge im Konsolidierungskreis ist im Konzernanhang (Seite 112ff) zu finden. Insgesamt wurden 57 Unternehmen (28. Februar 2021: 58 Unternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung und 13 Unternehmen (28. Februar 2021: 13 Unternehmen) nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Umsatz- und Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2021|22

| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung (verkürzt) % / pp |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | t€ 2.901.544 | 2.546.984 | 13,9 % |
| EBITDA¹ | t€ 206.652 | 191.219 | 8,1 % |
| Operatives Ergebnis | t€ 86.481 | 73.113 | 18,3 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | t€ 8.019 | 17.513 | –54,2 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | t€ –69.768 | –11.935 | –484,6 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | t€ 24.732 | 78.691 | –68,6 % |
| EBIT-Marge | % 0,9 | 3,1 | –2,2 pp |
| Finanzergebnis | t€ –16.099 | –18.496 | 13,0 % |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | t€ 8.633 | 60.195 | –85,7 % |
| Ertragsteuern | t€ –20.866 | –5.210 | –300,5 % |
| Konzernergebnis | t€ -12.233 | 54.985 | –122,2 % |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | t€ -12.612 | 59.787 | –121,1 % |
| Ergebnis je Aktie | € –0,20 | 0,96 | –120,8 % |

Die Umsatzerlöse der AGRANA-Gruppe lagen im Geschäftsjahr 2021|22 mit 2.901,5 Mio. € deutlich über dem Vorjahr, wobei der Anstieg zum größten Teil auf höhere Absätze und Verkaufspreise im Segment Stärke (1.010,4 Mio. €; +22,9 %) zurückzuführen war. Die Umsatzentwicklung in den Segmenten Frucht (1.251,1 Mio. €; +7,2 %) und Zucker (640,0 Mio. €; +14,6 %) war ebenfalls positiv.

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen

65,2 % (Vorjahr: 63,5 %) des Konzernumsatzes wurden von Tochtergesellschaften mit Sitz in Österreich erwirtschaftet. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) betrug 2021|22 24,7 Mio.## Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2021|22 gegenüber dem Vorjahr um 10,2 % auf 2.898,1 Mio. €. Dies wurde durch die Segmente Stärke (+22,9 %) und Zucker (+5,8 %) getragen, während das Segment Frucht mit 1.251,1 Mio. € moderat (+7,2 %) wuchs. Das EBIT sank auf 8,6 Mio. € und lag damit sehr deutlich unter dem Vorjahreswert von 78,7 Mio. €. Der Rückgang ist auf ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von -69,8 Mio. € (Vorjahr: -11,9 Mio. €), primär bedingt durch Wertberichtigungen in Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, zurückzuführen. Nähere Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind in den Segmentberichten (Frucht, Seite 55, und Zucker, Seite 68) sowie im Konzernanhang (Seite 107) zu finden. Im Segment Frucht führte eine Wertminderung des Goodwill der CGU1 Frucht aufgrund der Ukraine-Krieges zu einem negativen EBIT von -15,8 Mio. € (Vorjahr: 41,2 Mio. €). Die operative Performance des Segmentes war nur leicht rückläufig. Trotz deutlich gestiegener Rohstoff- und Energiekosten konnte im Segment Stärke eine EBIT-Verbesserung auf 71,6 Mio. € (Vorjahr: 64,8 Mio. €) erzielt werden. Im Segment Zucker fiel der Verlust trotz einer höheren Kapazitätsauslastung und gestiegener Verkaufspreise seit dem neuen Zuckerwirtschaftsjahr 2021|22 (Oktober 2021) mit -31,1 Mio. € höher als im Vorjahr (-27,3 Mio. €) aus. Gestiegene Energiekosten, Sondereinflüsse aus dem Ukraine-Krieg und schwächere Ergebnisbeiträge der Beta Pura GmbH, Wien, waren für den EBIT-Rückgang verantwortlich. Nähere Details zum Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sind in den Segmentberichten sowie im Konzernanhang zu finden.

1 Cash Generating Unit

Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2021|22 -16,1 Mio. € (Vorjahr: -18,5 Mio. €), wobei die positive Veränderung v.a. aus einem verbesserten Währungsergebnis resultierte. Auch das Zinsergebnis zeigte sich gegenüber dem Vorjahr verbessert.

| Finanzergebnis 2021|22 | 2020|21 | Veränderung % |
|---|---|---|
| Zinsergebnis t€ | –7.382 | –7.977 | 7,5 % |
| Währungsergebnis t€ | –5.146 | –6.952 | 26,0 % |
| Beteiligungsergebnis t€ | 34 | 22 | 54,5 % |
| Sonstiges Finanzergebnis t€ | –3.605 | –3.589 | –0,4 % |
| Summe t€ | –16.099 | –18.496 | 13,0 % |

47 Konzernlagebericht

Das Ergebnis vor Ertragsteuern fiel von 60,2 Mio. € im Vorjahr auf 8,6 Mio. €. Nach einem Steueraufwand von 20,9 Mio. €, dem eine Steuerquote von 241,7 % (Vorjahr: 8,7 %) entspricht, betrug das Konzernergebnis -12,2 Mio. € (Vorjahr: 55,0 Mio. €). Das den Aktionären der AGRANA zurechenbare Konzernergebnis lag bei -12,6 Mio. € (Vorjahr: 59,8 Mio. €), das Ergebnis je Aktie (EPS) ging auf -0,20 € (Vorjahr: 0,96 €) zurück.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2021|22 investierte AGRANA in Summe 82,4 Mio. € und damit um 10,1 Mio. € mehr als im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen damit deutlich unter den operativen Abschreibungen und verteilten sich wie folgt auf die Segmente:

| Investitionen1 | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung % / pp |
|---|---|---|---|
| Segment Frucht t€ | 37.382 | 34.185 | 9,4 % |
| Segment Stärke t€ | 24.283 | 22.199 | 9,4 % |
| Segment Zucker t€ | 20.702 | 15.905 | 30,2 % |
| Konzern t€ | 82.367 | 72.289 | 13,9 % |
| Operative Abschreibungen t€ | 120.171 | 118.106 | 1,7 % |
| Investitionsdeckung % | 68,5 | 61,2 | 12,0 % |

Die Investitionsschwerpunkte lagen im Segment Frucht in den Bereichen Kapazitätsausweitungen und Anlagenmodernisierung und in den Segmenten Stärke und Zucker v.a. in der Verbesserung der Produktqualität und Energieeffizienz. Die wichtigsten Projekte der einzelnen Geschäftsbereiche sind im Detail in den Segmentberichten beschrieben. ¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

48 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Cashflow

| Konzern-Geldflussrechnung | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung (verkürzt) % |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus dem Ergebnis t€ | 207.225 | 198.825 | 4,2 % |
| Veränderungen des Working Capital t€ | –128.992 | –14.620 | –782,3 % |
| Saldo erhaltene/gezahlte Zinsen und gezahlte Ertragsteuern t€ | –24.998 | –20.582 | –21,5 % |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit t€ | 53.235 | 163.623 | –67,5 % |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit t€ | –72.624 | –79.646 | 8,8 % |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit t€ | 17.595 | –59.454 | 129,6 % |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes t€ | –1.794 | 24.523 | –107,3 % |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand t€ | –52 | –5.437 | 99,0 % |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von Tochterunternehmen t€ | 753 | 0 | n/a |
| Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand t€ | –6.285 | –1.530 | –310,8 % |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode t€ | 110.971 | 93.415 | 18,8 % |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode t€ | 103.593 | 110.971 | –6,6 % |
| Free Cashflow¹ t€ | –19.389 | 83.977 | –123,1 % |

Der Cashflow aus dem Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Mio. € und lag bei 207,2 Mio. €. Nach einem v.a. vorratsbedingt höheren Aufbau des Working Capital um 129,0 Mio. € (Vorjahr: 14,6 Mio. €) reduzierte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit auf 53,2 Mio. € (Vorjahr: 163,6 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ging trotz höherer Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bedingt durch geringere Auszahlungen für den Erwerb von Tochtergesellschaften auf -72,6 Mio. € (Vorjahr: -79,6 Mio. €) zurück. Bei einer moderat höheren Dividendenauszahlung führte der gegenüber dem Vorjahr deutliche Aufbau von Finanzverbindlichkeiten zu einem Cashzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 17,6 Mio. € (Vorjahr: Cashabfluss von 59,5 Mio. €). Der Free Cashflow drehte in den negativen Bereich und betrug -19,4 Mio. € (Vorjahr: 84,0 Mio. €).

1 Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit
2 Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital)

Vermögens- und Finanzlage

Konzern-Bilanz (verkürzt) 28.02.2022 28.02.2021 Veränderung % / pp
Langfristige Vermögenswerte t€ 1.134.960 1.232.021 –7,9 %
Kurzfristige Vermögenswerte t€ 1.508.670 1.240.713 21,6 %
Summe Aktiva t€ 2.643.630 2.472.734 6,9 %
Eigenkapital t€ 1.281.542 1.329.097 –3,6 %
Langfristige Schulden t€ 477.537 597.415 –20,1 %
Kurzfristige Schulden t€ 884.551 546.222 61,9 %
Summe Passiva t€ 2.643.630 2.472.734 6,9 %
Nettofinanzschulden t€ 532.006 443.524 19,9 %
Gearing² % 41,5 33,4 8,1 pp
Eigenkapitalquote % 48,5 53,8 –5,3 pp

Bei einer im Vergleich zum Vorjahr moderat gestiegenen Bilanzsumme zum 28. Februar 2022 von 2,64 Mrd. € (28. Februar 2021: 2,47 Mrd. €) lag die Eigenkapitalquote bei 48,5 % (28. Februar 2021: 53,8 %).

49 Konzernlagebericht

Der Wert der langfristigen Vermögenswerte ging v.a. abschreibungsbedingt moderat zurück (-97,1 Mio. €). Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen deutlich (+268,0 Mio. €); sowohl Vorräte (saisonal bedingt) als auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden aufgebaut. Auf der Passivseite reduzierten sich die langfristigen Schulden (-119,9 Mio. €) v.a. aufgrund des Abbaus von Finanzverbindlichkeiten deutlich. Die kurzfristigen Schulden stiegen (+338,3 Mio. €) aufgrund gestiegener kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und höherer Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen deutlich. Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2022 lagen mit 532,0 Mio. € um 88,5 Mio. € über dem Wert des Bilanzstichtages 2020|21. Das Gearing zum Stichtag betrug folglich 41,5 % (28. Februar 2021: 33,4 %). Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden keine wesentlichen neuen Finanzierungen aufgenommen. Zur Refinanzierung des Konzerns stehen nach wie vor u.a. rund 400 Mio. € aus syndizierten Kreditlinien sowie 181 Mio. € aus Schuldscheindarlehen zur Verfügung.

50 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Geschäftsentwicklung der einzelnen Segmente

Die Umsatzerlöse im Segment Frucht lagen 2021|22 mit 1.251,1 Mio. € moderat (+7,2 %) über dem Vorjahreswert. Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen stiegen die Umsätze v.a. aufgrund höherer Verkaufspreise. Auch im Fruchtsaftkonzentratgeschäft stiegen die Umsatzerlöse; höhere Erlöse mit Buntsaftkonzentraten konnten hierbei die rückläufigen Absatzmengen bei Apfelsaftkonzentrat mehr als wettmachen. Der Anteil des Segmentes Frucht am Konzernumsatz betrug 43,1 % (Vorjahr: 45,8 %). Das EBIT betrug -15,8 Mio. € und lag damit um 138,5 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Ergebnisbelastend für das Segment Frucht waren 2021|22 großteils unbare Einmaleffekte aus dem Ukraine-Krieg (primär Goodwill-Wertminderung in Höhe von 55,3 Mio. €) sowie Sondereinflüsse aus einem Schadensfall und Reorganisationsmaßnahmen, die im Segmentbericht (Seite 55) und im Konzernanhang (Seite 107) näher erläutert werden. Eine operative Ergebnisverbesserung gab es im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate. Eine normale Apfelernte 2021, hohe Kontraktpreise für Apfelsaftkonzentrat und hohe Deckungsbeiträge bei Buntsaftkonzentraten waren hierfür maßgeblich. Bei Fruchtzubereitungen gab es operativ eine rückläufige Geschäftsentwicklung, die primär auf höhere Kosten aufgrund von Personalengpässen in Nordamerika, Absatzrückgänge in China und deutlich gestiegene Rohstoff- und Energiekosten zurückzuführen war. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Frucht sind im Segmentbericht (Seite 54f) angeführt.

51

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2021|22 stieg deutlich (+22,9 %) auf 1.010,4 Mio. €. Im zweiten Jahr der COVID-19-Pandemie wurden wieder mehr Haupt- und Nebenproduktmengen nachgefragt als 2020|21 (erstes Jahr der Pandemie). Wesentlicher Treiber für den Umsatzanstieg waren aber angepasste Verkaufspreise aufgrund extrem gestiegener Rohstoff- und Energiekosten. Die Möglichkeit zur Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten war abhängig von den jeweils abgeschlossenen Kundenkontraktlaufzeiten, was bei einzelnen Produktgruppen zu deutlichen Margenverlusten führte. Im Ethanolgeschäft orientieren sich die Verkaufspreise an den Platts-Notierungen, welche 2021|22 historische Höchststände erreichten.# Stärke
Die deutlich gestiegenen Umsatzerlöse mit Ethanol trugen auch wesentlich zur positiven Entwicklung des Segmentergebnisses bei. Die Nebenproduktumsatzerlöse stiegen in Analogie zu den Rohstoffpreisen ebenfalls deutlich an. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 34,8 % (Vorjahr: 32,3 %). Mit einem EBIT in Höhe von 71,6 Mio. € lag das Segment Stärke um 10,5 % über dem Vorjahreswert. Die Margen bei den Hauptprodukten reduzierten sich, mit Ausnahme von Ethanol, durch den deutlichen Preisauftrieb für Rohstoffe und Energie. Auch die Abschreibungen stiegen als Ergebnis der Großinvestitionen in den letzten Geschäftsjahren. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe ging von 19,4 Mio. € auf 13,8 Mio. € zurück. Das ungarische Joint Venture verzeichnete ebenfalls deutliche Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie, die durch hohe Verkaufspreise bei Ethanol nur zum Teil kompensiert werden konnten. Insgesamt sank die Profitabilität (EBIT-Marge) des Segmentes 2021|22 von 7,9 % im Vorjahr auf 7,1 % im Berichtsjahr. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Stärke sind im Segmentbericht (Seite 61f) angeführt.

Zucker

Im Segment Zucker stiegen die Umsatzerlöse 2021|22 um 14,6 % deutlich auf 640,0 Mio. €. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl höhere Zuckerverkaufspreise als auch gestiegene Zuckerverkaufsmengen. Die Umsatzerlöse mit Nebenprodukten (insbesondere Trockenschnitzeln) stiegen ebenso wie jene mit Rübensaatgut und sonstigen Agrarprodukten. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 22,1 % (Vorjahr: 21,9 %). Das EBIT fiel mit -31,1 Mio. € schlechter als im Vorjahr aus und blieb somit auch 2021|22 negativ. Die Erweiterung der Rübenanbauflächen, insbesondere in Österreich, und günstige Wetterbedingungen führten im letzten Geschäftsjahr zu einer ertragreicheren Kampagne als im Vorjahr. Allerdings stiegen die Rohstoffpreise und v.a. die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr extrem. Weiters war die geringere Marge aus notwendigem Handels- und Raffinationszucker zur Kompensation der unterdurchschnittlichen Eigenproduktion in der Kampagne 2020 ein belastender Faktor für die Zucker-EBIT-Performance im ersten Halbjahr 2021|22. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen AGRANA-STUDEN-Gruppe lag bei 1,9 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €), jener der Beta Pura GmbH, Wien, bei -7,6 Mio. € (Vorjahr: -2,1 Mio. €). Weitere Details zur Geschäftsentwicklung Zucker sind im Segmentbericht (Seite 67f) angeführt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen negativen Auswirkungen auf den künftigen AGRANA-Geschäftsverlauf konkretisiert. Dies war im vorliegenden Abschluss zum 28. Februar 2022 insbesondere mit entsprechenden Wertberichtigungen von Vermögenswerten des Segmentes Frucht mit seinen Produktionsstätten in der Ukraine sowie in Russland und im Prognosebericht für das Geschäftsjahr 2022|23 zu berücksichtigen. Aktuell ist nicht abzuschätzen, wie sich der Konflikt weiter entwickeln wird und welche wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen er in der Folge noch v.a. auf die Versorgung mit agrarischen Rohstoffen, auf die Absatzmärkte sowie die Rohstoff- und Energiepreise haben wird. Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses am 25. April 2022 lagen keine gesicherten Indikationen vor, dass es über die dargestellten Effekte hinaus zu weiteren materiellen finanziellen Auswirkungen kommen wird.

Segment Frucht

Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 20 Ländern für Fruchtzubereitungen und 14 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.

Geschäftsentwicklung Segment Frucht 2021|22

| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung % / pp |
| :----------------------------------- | :---------- | :---------- | :----------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.251.846 € | 1.167.600 € | 7,2 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | –766 € | –1.029 € | 25,6 % |
| Umsatzerlöse | 1.251.080 € | 1.166.571 € | 7,2 % |
| EBITDA¹ | 93.341 € | 94.034 € | –0,7 % |
| Operatives Ergebnis | 51.857 € | 52.882 € | –1,9 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –67.696 € | –11.723 € | –477,5 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | –15.839 € | 41.159 € | –138,5 % |
| EBIT-Marge | –1,3 % | 3,5 % | –4,8 pp |
| Investitionen² | 37.382 € | 34.185 € | 9,4 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 5.662 | 5.695 | –0,6 % |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um knapp 8 %, was v.a. auf moderat gestiegene Preise zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden in allen Regionen verzeichnet, wobei es in Mexiko, Japan, Nordamerika, der Ukraine und Russland die höchsten positiven Abweichungen gab. Signifikant fiel auch die Steigerung in Südamerika aus, welche hier v.a. mengengetrieben war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Mengen bei den Non-Dairy-Fruchtzubereitungen und leicht rückläufige Mengen im Bereich Handel mit Früchten inklusive Tiefkühlfrüchten. Im Molkerei-Bereich blieben die Absätze stabil.

Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag signifikant unter dem Vorjahresergebnis. Ergebnisverbesserungen in Mexiko (1st Transformation), bei Dirafrost und in der Region Indien/Mittlerer Osten/Afrika konnten die Ergebnisrückgänge v.a. in den Regionen Europa (deutlich gestiegene Rohstoffpreise), Nordamerika (u.a. höhere Personalkosten) und China (Absatz- und Margen-Rückgänge) bei weitem nicht kompensieren. Auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen wirkte sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –64,8 Mio. € (Vorjahr: -10,9 Mio. €) sehr negativ aus. Diese Einmaleffekte setzen sich v.a. aus Wertminderungen aufgrund des Krieges in der Ukraine (primär Goodwill-Wertminderung von 55,3 Mio. €), in einem geringeren Ausmaß auch aus Ausgaben für einen Schadensfall in Nordamerika sowie Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm zusammen. Mehr Details zum Ergebnis aus Sondereinflüssen sind im Konzernanhang, Seite 107, angeführt. Am 1. April 2020 startete AGRANA Fruit Japan Ltd. die Herstellung von Fruchtzubereitungen in Japan und produziert in Asien, nach China, Indien und Südkorea, seitdem in einem vierten Land.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnten im Geschäftsjahr 2021|22 um rund 6 % gesteigert werden. Höhere Buntsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2021 standen dabei niedrigeren Absatzmengen bei Apfelsaftkonzentrat gegenüber. Das signifikant über dem Vorjahr liegende operative Ergebnis im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war auf eine verbesserte Margensituation bei Buntsaftkonzentraten zurückzuführen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen (–2,9 Mio. €) aufgrund von Wertberichtigungen von Forderungen und Beständen infolge des Krieges in der Ukraine verminderte das EBIT maßgeblich.

Marktumfeld

Aktuelle Prognosen von Euromonitor zeigen für den globalen Markt für löffelbares Fruchtjoghurt (Hauptabsatzmarkt für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen) ein durchschnittliches jährliches Mengenwachstum bis 2026 von knapp 1 %. Die Regionen Westeuropa und Nordamerika stagnieren. Positive Absatztendenzen verzeichnen der asiatisch-pazifische Raum mit einem Plus von 1,5 % sowie der Mittlere Osten und Afrika mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 3,7 %. Die Kategorie der Trinkjoghurts weist global mit 2,9 % für denselben Zeitraum ein höheres durchschnittliches jährliches Wachstum auf. Neben Joghurt als Absatzmarkt sind für die Diversifizierung des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen die Bereiche Eiscreme und Food Service von Bedeutung. Der Eiscreme-Markt weist eine globale Wachstumsrate von rund 2 % p.a. bis 2026 auf. Im Mittleren Osten und Afrika sowie in Australien und Neuseeland wächst dieser Markt sogar überdurchschnittlich mit rund 3 % p.a. Im Bereich Food Service sind v.a. Quick Service Restaurants (QSR) und Coffee & Tea Shops Absatzmärkte für AGRANA. Diese Bereiche haben im Jahr 2020 (Beginn der COVID-19-Pandemie) starke Umsatzeinbußen von bis zu -35 % verzeichnet, sich aber im Jahr 2021 rasch erholt und mit positiven Wachstumsraten abgeschlossen. Für die kommenden Jahre bis 2026 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 5,6% bei Coffee & Tea Shops und von 4,8 % bei QSR prognostiziert.

Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch die Konsumtrends an den globalen Absatzmärkten v.a. für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service bestimmt. Die Haupttrends drehen sich weiterhin um die Themen Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Gesundheit, Genuss und Convenience. Die anhaltende COVID-19-Pandemie hat einen großen Einfluss auf viele dieser Konsumtrends. Die Nachfrage nach gesunden, natürlichen und nachhaltigen Produkten steigt. Vor allem der Nischenmarkt der pflanzlichen Alternativprodukte profitiert von einer gesunden und nachhaltigen Wahrnehmung der Konsumenten mit meist zweistelligen Wachstumsraten. Gleichzeitig führte die globale Rezession am Anfang der Pandemie zu einer Tendenz zu günstigeren und simpleren Produkten. Das Fruchtsaftkonzentratgeschäft ist weiterhin vom Trend zu niedrigeren Fruchtsaftanteilen in Getränken einerseits und direkt gepressten 100%-Säften andererseits geprägt.# Konzernlagebericht

Die Absätze im Added-Value-Geschäft entwickelten sich positiv. Die reduzierte Home-Office-Tätigkeit vieler Kunden und die dadurch wieder verstärkte Entwicklungstätigkeit bei Neuprodukten führten ab Herbst 2021 zu entsprechenden Verhandlungen und weiteren Produktapprobation en sowie Kontraktabschlüssen im Bereich der Grundstoffe und Kompositionsaromen. Logistische Herausforderungen bestimmen immer mehr das exportlastige Konzentratgeschäft. So war die Verschiffungssituation in China auch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch geringe Container-Verfügbarkeit und historisch hohe Frachtraten, insbesondere für Transporte in die USA, gekennzeichnet.

Rohstoff und Produktion

Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rund 354.000 Tonnen Rohstoffe eingekauft. Das volatile Marktumfeld im Rohstoffbereich sowie die globale Frachtkostenentwicklung haben zu einer durchschnittlichen Steigerung der Rohstoffkosten für Früchte und Ingredienzien von rund 11 % gegenüber dem Vorjahr geführt. Preiserhöhungen gab es im Wesentlichen bei Beerenfrüchten (Himbeere, Brombeere, Heidelbeere), Pfirsich, tropischen Früchten sowie bei Stabilisatoren. Im Bereich der Energiekosten kam es aufgrund von Tariferhöhungen bei Strom und Gas im zweiten Halbjahr 2021|22, v.a. in Europa, zu signifikanten Preiserhöhungen. Um einerseits den Bedarf zu sichern und andererseits den Preiserhöhungen zu begegnen, wurde in den abgelaufenen Monaten ein Fokus auf die Flexibilisierung des Einkaufs gelegt, ebenso wurde die Zusammenarbeit mit strategischen Lieferanten verstärkt.

Bei Erdbeere als mengenmäßig wichtigster Frucht im Fruchtzubereitungsgeschäft wurde die globale Bedarfsmenge von rund 50.000 Tonnen zu leicht höheren Preisen gegenüber dem Vorjahr kontrahiert. Kontinuierliche Origin sub stitutionen zwischen den vier Haupteinkaufsregionen (Mexiko, Marokko, Ägypten und China) haben maßgeblich dazu beigetragen, lokale Preisanstiege zu mitigieren.

Die zweithöchste Verarbeitungsmenge bei der Erzeugung von Fruchtzubereitungen entfiel mit rund 22.000 Tonnen auf Pfirsich. Unterdurchschnittliche Erntemengen aufgrund von Frösten in den europäischen Anbaugebieten sowie in China führten zu deutlichen Preisanstiegen.

Mengenmäßig an dritter Stelle lag die Heidelbeere mit einer Verarbeitungsmenge von rund 12.000 Tonnen. Wiederholt schlechte Ernten in Kanada und Osteuropa, geringe Lagerbestände aus dem Vorjahr sowie eine hohe Nachfrage seitens des Frischmarktes nach Beerenfrüchten führten zu einer reduzierten Rohstoffverfügbarkeit bei Industrieware und in der Folge zu deutlich höheren Heidelbeerpreisen.

Zu COVID-19-bedingten Versorgungsherausforderungen kam es bei tropischen Früchten wie Mango und Ananas aufgrund von Lockdowns in den asiatischen Anbaugebieten sowie einer reduzierten Containerverfügbarkeit für Transporte nach Europa. Aufgrund des globalen Rohstoffmanagements war es aber möglich, die Belieferung aller Werke durchgehend aufrecht zu erhalten.

Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate war die Apfelernte 2021 von einer guten Rohstoffverfügbarkeit in den relevanten Hauptanbaugebieten Polen und Ungarn geprägt. Darüber hinaus konnten durch die hohe Verfügbarkeit von roten Beeren größere Mengen, als im Vorjahr verarbeitet werden. Alle Fruchtsaftkonzentratwerke verzeichneten eine gute Auslastung.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

Im Berichtsjahr 2021|22 verfügten 17,4 % (Vorjahr: 17,9 %) der von der Einkaufsorganisation AGRANA Fruit Services GmbH (AFS) für den Bereich Fruchtzubereitungen beschafften Rohstoffe (Früchte und andere Ingredienzien) über einen gültigen Nachhaltigkeitsnachweis laut Definition der AGRANA-Grundsätze für die Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte.

Von den weltweit verarbeiteten Früchten hielten 6,1 % einen Nachhaltigkeitsnachweis (Vorjahr: 9,0 %), der Großteil davon entfiel wie auch in den Vorjahren auf Bio-Zertifikate. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist mit einer Reduktion von nachhaltig beschafften Mengen eines relevanten Kunden zu begründen. Am Ziel im Rahmen der Strategie 2025 des Geschäftsbereiches Fruchtzubereitungen, den Anteil verarbeiteter Früchte mit Nachhaltigkeitsnachweis auf 20 % zu steigern, wird weiterhin festgehalten.

Für Rohstoffe aus konventionellem Anbau werden im Fruchtzubereitungsbereich das Farm Sustainability Assessment (FSA) bzw. Programme, die im Rahmen des Benchmarking-Systems der Sustainable Agriculture Initiative Platform FSA-äquivalent sind (Details siehe Seite 35f), zur Dokumentation der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien herangezogen.

Um ihre Lieferanten bezüglich der Einhaltung sozialer Aspekte zu bewerten, lädt die AGRANA-Fruchtbeschaffungsgesellschaft neue Lieferanten zur Teilnahme an der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX) ein (Details zu SEDEX siehe Seite 41f). Am Ende des Berichtsjahres lagen dem Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen SEDEX-Daten und gegebenenfalls Audit-Dokumente zu rund 72,2 % (Vorjahr: 67,9 %) des verarbeiteten Rohstoffvolumens vor. Bis 2025|26 plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen mindestens für 90 % des jeweils jährlich verarbeiteten Fruchtvolumens valide SEDEX-Daten zur Lieferantenbewertung zu erhalten.

Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate steht aufgrund seiner Beschaffungsstrukturen vor einer besonders großen Herausforderung im Lieferketten-Management, da ein Großteil der verarbeiteten Rohstoffe über Sammelstellen von Händlern bezogen wird. Dies ist die Folge historisch gewachsener regionaler Strukturen, welche überwiegend auf den Frischmarkt bzw. den Einzelhandel und den Export von Obst ausgerichtet sind. Grundsätzlich besteht das Bestreben, Rohstoffe künftig vermehrt direkt von den Landwirten zu kaufen, auch um Nachhaltigkeitsaspekte gemeinsam mit den Anbauern verbessern zu können.

Seit dem Geschäftsjahr 2018|19 ist AUSTRIA JUICE Mitglied des Sustainable Juice Covenant, einer globalen Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Beschaffung, Produktion und den Handel mit frucht- und gemüsebasierten Säften, Pürees und Konzentraten bis zum Jahr 2030 100 % nachhaltig zu gestalten.

Derzeit unterhält AUSTRIA JUICE zwei Projekte direkter Abnahme von Anbauern. In Ungarn unterstützt AUSTRIA JUICE seit dem Jahr 2000 lokale Landwirte beim Anbau resistenter Apfelsorten (Re-Sorten), für deren Kultivierung rund 60 % weniger Pestizide notwendig sind als beim Anbau konventioneller Sorten. Neben finanzieller Unterstützung für die Neupflanzung der Bäume sowie laufender Beratung über die Vegetationsperiode erhalten die Bauern auch Abnahmegarantien.

2007 wurde ein weiteres Projekt mit Vertragsanbau in Polen gestartet. Aus diesen beiden Projekten stammten im Berichtsjahr rund 20 % (Vorjahr: 14 %) der weltweit von AUSTRIA JUICE verarbeiteten Äpfel für die Produktion von Apfelsaftkonzentrat.

Im Bereich des Vertragsanbaus bedient sich AUSTRIA JUICE des von der SAI Platform angebotenen FSA-Fragebogens (Details siehe Seite 35f) zur Dokumentation nachhaltiger Umwelt- und Sozialkriterien auf ihren Lieferbetrieben.

Im Geschäftsjahr 2020|21 unterzogen sich nach Vorgaben der SAI Platform ausgewählte ungarische Re-Sorten Vertragslieferanten von Äpfeln wieder der verpflichtenden Beantwortung des FSA-Fragebogens und den externen Audits. 2020|21 beantworteten erstmals auch ungarische Vertragslieferanten von Sauerkirschen, Holunder und Karotten den FSA-Fragebogen und wurden auf dessen Basis auch externen Audits unterzogen. Damit darf AUSTRIA JUICE nach SAI-Vorgaben für alle genannten Rohstoffkategorien von ungarischen Vertragslieferanten für drei Jahre mindestens FSA Silber-Status ausloben, für einige sogar Gold-Status.

Im Geschäftsjahr 2018|19 wurde der FSA-Fragebogen inklusive externer Verifizierung auch bei den Vertragsanbauern von resistenten Apfelsorten in Polen zum Einsatz gebracht. Im Berichtsjahr 2021|22 erfolgte die Re-Verifizierung der polnischen Lieferbetriebe für resistente Apfelsorten sowie auch anderer Direktlieferanten von Äpfeln und diversen Beeren. Auf Basis der Ergebnisse darf AUSTRIA JUICE für alle polnischen Re-Sorten-Vertragslieferanten mindestens FSA Silber-Status ausloben. Daneben darf im Rahmen des Benchmarkings der FSA-Anforderungen gegenüber den nationalen Gesetzgebungen von z.B. Polen, Spanien und Ungarn in Kombination mit einer Zertifizierung nach dem Global GAP-Standard FSA Silber-Status Äquivalenz ausgelobt werden.

In Summe kann AUSTRIA JUICE damit nach der Berechnungsmethodik des Sustainable Juice Covenant, basierend auf der jeweiligen Saftstärke nach der European Fruit Juice Association (AIJN), für rund 36 % (Vorjahr: 27 %) ihrer verarbeiteten Rohstoffmenge mindestens FSA Silber-Status ausloben.

Regenerative Landwirtschaft im Fruchtanbau

Im Geschäftsjahr 2020|21 startete der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ein Projekt zur regenerativen Landwirtschaft in der Kultivierung von Früchten, für die es bisher kaum verbindliche Vorgaben für regenerativen Anbau gibt. Regenerative Landwirtschaft dient u.a. der CO2-Fixierung im Boden durch Humusaufbau und damit der Bodengesundheit sowie der Steigerung der Artenvielfalt.# AGRANA Konzernlagebericht

57 Konzernlagebericht

Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Trotz einer um 41 % höheren Rohstoffverarbeitung im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnte der Anstieg des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Frucht im Berichtsjahr auf rund 9,0 % gegenüber dem Vorjahr bzw. auf rund 2,42 Mio. GJ, v.a. durch bessere Fabriksauslastungen der europäischen Standorte im Bereich Fruchtsaftkonzentrate, begrenzt werden. Durch eine weitere Verlagerung des Produktportfolios im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate zu höher veredelten und damit energieintensiveren Produkten, wie Aromen sowie der gesteigerten Trocknung im Rahmen der Produktion von Apfeltrestern, stieg der spezifische Energieeinsatz pro Tonne Produktoutput im Segment Frucht allerdings um rund 4,3 % auf 2,65 GJ.

Durch die Umsetzung von Effizienzprojekten im Bereich Fruchtzubereitungen und v.a. die gegenüber dem Vorjahr niedrigere Verarbeitung am chinesischen Fruchtsaftkonzentratstandort konnte der Anstieg der absoluten Emissionen (Scope 1+2) im Segment Frucht auf rund 8,1 % bzw. rund 160.000 Tonnen CO2 begrenzt werden. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt stiegen gegenüber dem Vorjahr unterproportional nur um 3,5 % auf 176 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Als Beitrag zur gruppenweiten AGRANA-Klimastrategie (Details, siehe Seite 39) plant der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2025|26 gegenüber 2019|20 um rund 4 % zu senken. An einer Weiterentwicklung in Richtung der quantitativen Anforderungen der Science Based Targets Initiative wird gearbeitet. Der Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2025|26 um rund 29 % gegenüber 2019|20 reduzieren.

Wasserverbrauch in der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

| Segment Frucht | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :----------------------- | :------ | :------ | :------ |
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 3,9 | 4,1 | 4,2 |
| Wasserabgabe | 3,7 | 3,8 | 4,1 |
| Wasserverbrauch | 0,2 | 0,3 | 0,1 |

| Segment Frucht | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :--------------------------- | :------ | :------ | :------ |
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 4,25 | 4,70 | 4,72 |
| Wasserabgabe | 4,03 | 4,36 | 4,67 |
| Wasserverbrauch | 0,22 | 0,34 | 0,05 |

Die im Berichtsjahr 2021|22 überarbeitete Risikoanalyse zu Wasserentnahme und -abgabe mithilfe des WWF Water Risk Filters und des Aqueduct Water Risk Atlas (Details siehe Seite 39f) an AGRANA-Produktionsstandorten zeigte ein potenziell hohes Wasserrisiko an acht Standorten des Bereiches Fruchtzubereitungen und drei Standorten des Geschäftsbereiches Fruchtsaftkonzentrate. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate bestehen derzeit keine tatsächlichen operativen AUSTRIA JUICE betreffenden bzw. von ihr ausgelösten Risiken, da die Produktion von Apfelsaftkonzentraten, das in den Früchten gebundene Wasser freisetzt und damit die lokale Wasserverfügbarkeit verbessert, wenngleich zunehmende Kundenanforderungen zu mehr Flexibilität und kleineren Produktions- und Abfüllchargen den Wassereinsatz aufgrund von vermehrter Reinigungsnotwendigkeit ungünstig beeinflussen.

Im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen zeigt sich aufgrund der internationalen Tätigkeit und des im Vergleich zu Europa weniger strengen regulatorischen Umfeldes ein differenziertes Bild. Wenngleich keiner der, nach den internationalen Risikobewertungskriterien als Hochrisikostandort eingeschätzten AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte derzeit tatsächlich von Wasserrisiken betroffen ist oder diese für die übrigen lokalen Wasseranrainer auslöst, wurde 2019|20 ein Wassermanagementprogramm für alle AGRANA-Fruchtzubereitungsstandorte gestartet. Im Berichtsjahr 2021|22 wurden im Rahmen des Managementprogrammes einige Projekte zur Wassereinsparung umgesetzt, die in Summe zu einer Reduktion der absoluten Wasserentnahme um rund 8,4% gegenüber dem Vorjahr führten. Die absolut größte Wassereinsparung konnte in der Erstverarbeitungsanlage von frischen Früchten am Standort in Mexiko durch die Installation einer Rezirkulationspumpe zur Kreislaufnutzung von Waschwasser realisiert werden. Am Fruchtzubereitungsstandort in Polen wurde in die Installation eines geschlossenen Kühlwasserkreislaufs investiert. Die beiden chinesischen Fruchtzubereitungsstandorte in Dachang sowie Jiangsu investierten beide in Systeme zur Kreislaufführung bzw. mehrmaligen Nutzung von Wasser.

In Summe reduzierte das Segment Frucht seine absolute Wasserentnahme auf rund 3,9 Mio. m³ bzw. um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der absolute Wasserverbrauch reduzierte sich von 0,3 Mio. m³ auf 0,2 Mio. m³ bzw. 200 Mio. Liter.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Fruchtwerken

| Segment Frucht | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :------------------------------------------- | :------- | :------- | :------- |
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | |
| Entsorgte Abfälle | 30.296 t | 30.543 t | 31.160 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 263 t | 257 t | 267 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 33,2 kg | 35,0 kg | 35,1 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 289 g | 295 g | 301 g |

Im Geschäftssegment Frucht blieben die absolute Abfallmenge wie auch die spezifischen Abfallmengen annähernd konstant gegenüber dem Vorjahr.

EcoVadis

Im Geschäftsjahr 2021|22 nahm die AUSTRIA JUICE GmbH eine Aktualisierung ihrer nachhaltigkeitsrelevanten Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Die AUSTRIA JUICE GmbH erzielte wie im Vorjahr Gold-Status.

¹ Korrekturen aufgrund von Erfassungsfehlern in den Vorjahren

Investitionen

Die Investitionen 2021|22 im Segment Frucht betrugen 37,4 Mio. € (Vorjahr: 34,2 Mio. €). Es gab diverse Projekte über alle 40 Produktionsstandorte hinweg, wobei es sich v.a. um neue Produktionslinien und kontinuierliche Verbesserungen, aber auch Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen handelte. Unter anderem wurden folgende Einzelinvestitionen umgesetzt:

  • Neue Abfüllanlage in Mitry-Mory|Frankreich
  • Aufrüstung und Kapazitätserweiterung des aktuellen Kühlsystems in Kombination mit einer Wärmerückgewinnung aus den Kompressoren in Mitry-Mory
  • Neubau eines Applikationslabors in Dachang|China
  • Neubau des US-Headquarters in Brecksville|USA (Grundstück wurde im Februar 2022 erworben)

Segment Stärke

Das Segment Stärke umfasst die vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage), die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung) sowie die Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|USA, ein auf Bio-Produkte spezialisiertes Handelshaus. Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH, gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (mit einem Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Geschäftsentwicklung Segment Stärke

| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung % / pp |
| :------------------------------------------------------------- | :----------- | :----------- | :----------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.020.436 t€ | 831.867 t€ | 22,7 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | –10.029 t€ | –9.975 t€ | –0,5 % |
| Umsatzerlöse | 1.010.407 t€ | 821.892 t€ | 22,9 % |
| EBITDA¹ | 106.391 t€ | 92.117 t€ | 15,5 % |
| Operatives Ergebnis | 57.929 t€ | 45.402 t€ | 27,6 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts-unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 13.761 t€ | 19.400 t€ | –29,1 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 71.690 t€ | 64.802 t€ | 10,6 % |
| EBIT-Marge | 7,1 % | 7,9 % | –0,8 pp |
| Investitionen² | 24.283 t€ | 22.199 t€ | 9,4 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.137 | 1.149 | –1,1 % |

Das Marktgeschehen auf den Produktmärkten des Segmentes Stärke war auch 2021|22 von der COVID-19-Pandemie beeinflusst. War das erste Jahr der Pandemie (Geschäftsjahr 2020|21) noch von Nachfragerückgängen gekennzeichnet, so gab es im Berichtsjahr eine deutliche Belebung der Nachfrage. Vorrangiges Ziel blieb weiterhin, Lieferketten und Produktion durchgängig aufrechtzuerhalten und die Versorgung der Kunden sicherzustellen. 2021|22 stieg der Umsatz deutlich auf 1.010,4 Mio. €. Etwa ein Viertel des Umsatzzuwachses wurde durch gesteigerte Absatzmengen bei den Hauptprodukten erzielt. Der größte Umsatztreiber waren angepasste Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, primär im zweiten Halbjahr 2021|22, erforderten die Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten. Abhängig von den abgeschlossenen Kundenkontrakten gab es bei einzelnen Produktgruppen und längeren Laufzeiten (z.B.bei Jahresverträgen) starke Margenverluste.

Konzernlagebericht

Hohe Energiepreise unterstützten wiederum die Ethanolnotierungen, die mit 812 € pro m³ im Jahresdurchschnitt um rund 228 € pro m³ über dem Vorjahreswert lagen. Die sehr hohen Ethanolpreise konnten die massiv gestiegenen Produktionskosten überdecken und der Geschäftsbereich Ethanol trug damit auch entscheidend zur positiven Ergebnisentwicklung des Segmentes bei. Die Nebenprodukterlöse korrelieren in der Regel mit der Entwicklung der Rohstoffkosten, weshalb es auch in diesem Geschäftsbereich ein Umsatzwachstum gab.

Die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten im Segment Stärke waren primär auf die massiv gestiegenen Getreidepreise, aber auch auf eine leicht erhöhte Vermahlungsmenge zurückzuführen. Gleichzeitig erhöhten sich die Energiekosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 %. Höhere operative Abschreibungen spiegeln die intensive Investitionstätigkeit der letzten Jahre im Segment wider. Die in Summe deutlich gestiegenen Herstellungskosten konnten nur teilweise durch Verkaufspreisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden und belasteten die Margen.

Insgesamt konnte im Berichtsjahr ein EBITDA von 106,4 Mio. € erzielt werden, das deutlich über dem Vorjahreswert von 92,1 Mio. € lag. Das operative Ergebnis betrug 57,9 Mio. € und lag um 27,6 % über dem Vorjahreswert von 45,4 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2021|22 stieg auch der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 24 % auf 356,2 Mio. €. Die Geschäftsentwicklung folgte dem generellen Trend deutlich gestiegener Mais- und Energiekosten und dadurch massiv gestiegener Produktionskosten. Während bei Verzuckerungsprodukten das Marktumfeld schwierig blieb und Preiserhöhungen kaum durchsetzbar waren, waren die hohen Ethanolpreise für das Alkoholergebnis ein stabilisierender Faktor. Insgesamt wies die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 34,1 Mio. € (Vorjahr: 45,4 Mio. €) aus. Das PAT betrug 27,5 Mio. € (Vorjahr: 38,8 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 13,8 Mio.€ (Vorjahr: 19,4 Mio. €) sank.

Marktumfeld

Die COVID-19-Pandemie beeinflusste auch 2021|22 das Marktgeschehen bei nahezu allen Stärkeproduktkategorien. Nach der Rezession 2020 kam 2021 die Erholung mit all ihren Folgewirkungen. Die Marktteilnehmer agieren nunmehr in einem Markt, der von Knappheit, steigenden Inputkosten sowie dem kurzfristigen Füllen von Versorgungslücken über alle Produktkategorien hinweg geprägt ist. Der deutliche Anstieg bei Rohstoff- und Energiekosten bedeutete für AGRANA, dass diese Kostensteigerungen auch durch angepasste Verkaufspreise bestmöglich in den Markt weitergegeben werden mussten.

Vor allem Maisstärke und sprühgetrocknete Verzuckerungsprodukte waren durchgehend stark am Markt nachgefragt, Spotanfragen konnten aufgrund der limitierten Verfügbarkeit nur zum Teil bedient werden. Generell waren die Absätze bei nativen und modifizierten Stärken in den Lebensmittelbereich stabil, speziell im Spezialitäten- und Bio-Bereich konnten erfreuliche Absatzsteigerungen verzeichnet werden. Auch im Wellpapiersektor und bei grafischen Papieren war die Auftragslage sehr gut und die Nachfrage nach Getreidestärken hoch.

Am Markt für Säuglingsnahrung sahen sich nahezu alle namhaften europäischen Hersteller mit Überkapazitäten durch Restriktionen bei der Belieferung des asiatischen Marktes konfrontiert. Durch AGRANAs Fokus auf Premiumprodukte konnten jedoch in diesem Bereich stabile Absätze erzielt werden.

Segment Stärke

Weitgehend erfreulich zeigte sich die Entwicklung bei Futtermitteln. Sowohl Hochproteine (Vitaler Weizenkleber, Maiskleber) als auch Mittelproteine (ActiProt®, ActiGrano® und Maiskleberfutter) profitierten von einer gestiegenen Nachfrage bzw. hohen Preisen für Eiweißfuttermittel, Ölsaaten und Getreide. Die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten konnten hier weitgehend an die Kunden weitergegeben werden.

Der Ethanol- und Treibstoffmarkt war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von einer hohen Dynamik geprägt. Politische Rahmenbedingungen, wie die Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II¹ und das Maßnahmenpaket „Fit for 55“ der Europäischen Kommission sowie wachsende Beimischungsmandate innerhalb und außerhalb der EU (Einführung von E10 in Schweden und Großbritannien), sorgen für positive Markt- bzw. Nachfrageimpulse. Nachdem sich die Notierungen und Preise für Ethanol über die Sommermonate 2021 auf einem Allzeit-Hoch bewegten, hat sich aufgrund von Unsicherheiten und Volatilität in Zusammenhang mit der COVID-19-Welle im Winter 2021 das Preisniveau auf ein etwas niedrigeres, aber im Vergleich zum Langzeitdurchschnitt dennoch höheres Niveau eingependelt. Die Pandemie nimmt mittlerweile kaum mehr Einfluss auf die Mobilität, allerdings sorgen andere Faktoren, wie Saisonalität und zuletzt der Krieg in der Ukraine, für große Unsicherheiten am Markt.

Rohstoff und Produktion

Der Internationale Getreiderat (IGC)² sieht die weltweite Getreideerzeugung³ im Getreidewirtschaftsjahr⁴ 2021|22 bei 2,284 Mrd. Tonnen (Vorjahr: 2,220 Mrd. Tonnen) und damit über dem Vorjahresniveau und in etwa auf Höhe des erwarteten Verbrauchs (2,278 Mrd. Tonnen). Die weltweite Weizenproduktion wird auf 781 Mio. Tonnen (Vorjahr: 774 Mio. Tonnen) und der Verbrauch leicht darunter auf 778 Mio. Tonnen (Vorjahr: 771 Mio. Tonnen) geschätzt. Bei der globalen Maiserzeugung wird eine Produktion von 1.207 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.132 Mio. Tonnen) und ein Verbrauch von 1.197 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.153 Mio. Tonnen) erwartet. Die gesamten Getreidelagerbestände werden mit in Summe 607 Mio. Tonnen um rund 7 Mio. Tonnen höher als im Vorjahr erwartet.

Der Verlauf der Terminnotierungen für Getreide war im gesamten Geschäftsjahr von einer starken Volatilität geprägt. Ab Mitte August 2021 bis zum Geschäftsjahresende zeigten sich die Notierungen, v.a. bei Weizen, kontinuierlich steigend. Sowohl eine starke Nachfrage als auch schwächere Ernten aufgrund von Wetterextremen in wichtigen Produktionsgebieten führten zu dieser Entwicklung. Die geopolitische Lage im Osten Europas ließ die Notierungen zum Ende des Geschäftsjahres massiv steigen. Am Bilanzstichtag 2021|22 lag der Preis an der Euronext Paris für Weizen bei 323 € und für Mais bei 311 € je Tonne (Vorjahr: 245 € bzw. 226 € je Tonne).

Kartoffeln

In der Kampagne 2021|22 verarbeitete die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich rund 274.000 Tonnen Stärkeindustriekartoffeln. Die Verarbeitung von Speiseindustriekartoffeln für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten lag auf dem Vorjahresniveau.

Mais und Weizen

AGRANA Stärke GmbH hat in Österreich an den Standorten in Aschach und Pischelsdorf im Geschäftsjahr 2021|22 rund 8 % mehr Mais verarbeitet als im Vorjahr. Der Spezialmaisanteil (v.a. Wachsmais und biologisch produzierter Mais) betrug rund 22 %. Die Weizenvermahlung am Standort Pischelsdorf für die Produktion von Weizenstärke und Bioethanol konnte 2021|22 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 7 % erhöht werden. AGRANA kontrahierte über Vorverträge mit Landwirten auch Ethanolweizen und Ethanoltriticale (11 % an der Gesamtverarbeitungsmenge). Für die Ernte 2022 wurden wieder Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

¹ Renewable Energies Directive II
² International Grains Council
³ Schätzung vom 17. März 2022
⁴ Getreidewirtschaftsjahr: 1. Juli bis 30. Juni

An beiden österreichischen Standorten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Summe rund 1,6 Mio. Tonnen Mais und sonstiges Getreide verarbeitet. In Ungarn (HUNGRANA-Werk) lag die gesamte Maisverarbeitungsmenge 2021|22 auf Vorjahresniveau. Im rumänischen Werk wurde aufgrund der Erhöhung der Spezialmaisanteile rund 15 % weniger Gelbmais verarbeitet.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

AGRANA Stärke hat ihre österreichischen Vertragslieferbetriebe für Kartoffeln und Spezialmais in zwei sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance dieser Gruppen erstmals nach Beantwortung des Farm Sustainability Assessment (FSA) einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen (Details siehe Seite 35f). Im Geschäftsjahr 2020|21 fanden die drei Jahre gültigen Re-Verifizierungsaudits statt. 100 % der Betriebe in den FMG der AGRANA Stärke erreichten zumindest FSA Silber-Status.

Bei der Beschaffung von konventionellen Rohstoffen für die Weizenstärke- und Bioethanolproduktion vertraut AGRANA seit Jahren auf von der EU-Kommission anerkannte Systeme der Zertifizierung nach dem International Sustainability and Carbon Certificate (ISCC) und dem Austrian Agricultural Certification Scheme (AACS). Sowohl ISCC-EU als auch AACS werden im FSA-System mit Silber-Äquivalenz bewertet.

Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis

Durch die zweite pandemiebedingte Absage der BETAEXPO im Frühsommer und Herbst 2021, AGRANAs traditioneller Veranstaltung zur Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis, waren Aktivitäten in diesem Bereich im Berichtsjahr auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme im Rahmen des Beratungsprogramms „AGRANA4You“ für Vertragsanbauer begrenzt. So wurden 10 Feldtage für spezielle Zielgruppen wie Bioanbauer, Stärkekartoffel- bzw. Stärkemais- sowie Ethanolgetreideanbauer angeboten, die für jeweils 30-50 Teilnehmende maßgeschneidert wurden. Daneben wurden die Landwirte auch auf externen Veranstaltungen, wie Messen, über rohstoffrelevante Themen informiert.

Das AGRANA-eigene Magazin für Kontrakt-Landwirte „Agrozucker/Agrostärke“ ging u.a. auf die Themenbereiche Optimierung der Bodenbearbeitung und Nährstoffversorgung sowie auf die Handhabung von Kartoffelpflanzgut ein.# Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Ein leichter Anstieg des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Stärke im Berichtsjahr um rund 2,5 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 7 Mio. GJ führte bei einem durch Prozessoptimierungen höheren Produktoutput zu einer Reduktion des spezifischen Energieeinsatzes (Scope 1+2) pro Tonne um 2,8 % bzw. auf 4,31 GJ pro Tonne Produktoutput.

Durch eine Veränderung des Energiemixes, d.h. eine Reduktion des Erdgasbezuges (Scope 1) zugunsten eines wesentlich höheren, emissionsärmeren Dampfeinsatzes (Scope 2) am Standort Pischelsdorf sowie einen etwas höheren (Grün-)Stromeinsatz (Scope 2), konnten die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Stärke trotz höheren absoluten Energieeinsatzes gegenüber dem Vorjahr stabil bei rund 267.000 Tonnen CO2 gehalten werden. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 4,8 % auf 164 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie (siehe Seite 39) wird das Segment Stärke seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen bis 2025|26 um rund 42 % gegenüber dem Basisjahr 2019|20 reduzieren. Im Berichtsjahr verfügten die drei österreichischen Stärkeproduktionsstandorte über eine gültige Zertifizierung nach ISO 50001.

Wasserverbrauch in der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

| Segment Stärke | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 6,9 | 7,0 | 6,5 |
| Wasserabgabe | 5,8 | 6,3 | 5,7 |
| Wasserverbrauch | 1,1 | 0,7 | 0,8 |

| Segment Stärke | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 4,27 | 4,56 | 4,59 |
| Wasserabgabe | 3,55 | 4,08 | 4,00 |
| Wasserverbrauch | 0,72 | 0,48 | 0,59 |

In den AGRANA-Stärkefabriken wird gemäß der AGRANA-Umweltpolitik ein nachhaltiger Umgang mit dem eingesetzten Wasser und den Abwässern gepflegt. Auch im Stärkebereich wird Wasser in Kreisläufen mit Wiederaufbereitung geführt.

Die Wasserentnahme in absoluten Zahlen lag im Berichtsjahr 2021|22 mit rund 6,9 Mio. m³ um 1,2 % unter dem Vorjahr. Der Rückgang der absoluten Wasserabgabe um 8,3 % gegenüber dem Vorjahr ist ein kombinierter Effekt aus geringeren Niederschlagsmengen an allen österreichischen Standorten, die ebenfalls über die Vorfluter abgegeben und nicht separat ausgewiesen werden können sowie einer starken Reduktion der Wasserabgabe am Standort Pischelsdorf, die auf die Änderung der Fahrweise des Kühlturms sowie den stabilen Betrieb der zweiten Weizenstärkeanlage zurückzuführen ist. Somit betrug der errechnete Wasserverbrauch rund 1,1 Mio. m³.

Der durchschnittliche spezifische Wasserverbrauch pro Tonne Produkt (Haupt- und Nebenprodukte) im Segment Stärke lag im Berichtjahr bei rund 0,72 m³ bzw. 720 Litern. Das Abwasser der AGRANA-Stärkefabriken wurde ausschließlich in Oberflächengewässer, d.h. Flüsse abgegeben.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Stärkefabriken

| Segment Stärke | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | |
| Entsorgte Abfälle | 28,24 t | 30,61 t | 26,96 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 61 t | 43 t | 59 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 17,4 kg | 19,8 kg | 19,0 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 37 g | 28 g | 41 g |

Die absolute und die spezifische Abfallmenge aus der Veredelung lagen im Segment Stärke im Geschäftsjahr 2021|22 mit 28.241 t bzw. 17,4 kg Abfall pro Tonne Produktoutput unter dem Vorjahresniveau.

EcoVadis

Im Geschäftsjahr 2021|22 nahm die AGRANA Stärke GmbH eine Aktualisierung ihrer im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis jährlich gemeldeten nachhaltigkeitsrelevanten Daten vor. AGRANA Stärke erzielte wie im Vorjahr Silber-Status.

Konzernlagebericht

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2021|22 24,3 Mio. € (Vorjahr: 22,2 Mio. €). Unter anderem wurden folgende Projekte umgesetzt:
* Maßnahmen zur Erhöhung der Spezialmaisverarbeitung in Aschach|Österreich
* Effizienzmaßnahmen an den Sprühtrocknungsanlagen in Gmünd|Österreich
* Erneuerung der Walzentrocknungsanlage zur Produktion von Kartoffelflocken in Gmünd
* Erweiterung der betrieblichen Abwasserreinigungsanlage in Gmünd

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2021|22 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesellschaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 14,1 Mio. € (Vorjahr: 14,3 Mio. €) getätigt.

Segment Zucker

Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH fungiert als Produktionsunternehmen der beiden österreichischen Zuckerfabriken. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rubenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-AG, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH, Wien, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitaquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Geschäftsentwicklung Segment Zucker

| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung % / pp |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (brutto) | 666.173 T€ | 588.559 T€ | 13,2 % |
| Umsätze zwischen den Segmenten | –26.116 T€ | –30.038 T€ | 13,1 % |
| Umsatzerlöse | 640.057 T€ | 558.521 T€ | 14,6 % |
| EBITDA¹ | 6.920 T€ | 5.068 T€ | 36,5 % |
| Operatives Ergebnis | –23.305 T€ | –25.171 T€ | 7,4 % |
| Ergebnisanteil von Gemeinschafts- unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –5.742 T€ | –1.887 T€ | –204,3 % |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | –2.072 T€ | –212 T€ | –877,4 % |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | –31.119 T€ | –27.270 T€ | –14,1 % |
| EBIT-Marge % | –4,9 % | –4,9 % | 0,0 pp |
| Investitionen² | 20.702 T€ | 15.905 T€ | 30,2 % |
| Mitarbeitende (FTEs)³ | 1.892 | 2.003 | –5,5 % |

Der Absatz der Zuckerprodukte im Geschäftsjahr 2021|22 lag deutlich über dem Vorjahreswert, wobei sich die AGRANA-Zuckermärkte unterschiedlich entwickelten. Im Retailbereich konnten deutliche Mengensteigerungen in Ungarn, Rumänien und auch Bulgarien erzielt werden, während im Industriesektor die Absätze in Österreich, Tschechien und der Slowakei deutlich erhöht werden konnten.

Seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2020|21 erholen sich die Zuckerverkaufspreise stetig. Im Retailgeschäft waren die Preise im Geschäftsjahr 2021|22 um 5 % höher als im Vorjahr, im Industriebereich lagen die Verkaufspreise aufgrund neuer Verträge mit den Kunden ebenfalls moderat über dem Durchschnittswert des Vorjahres.

Das EBIT lag unter dem schwachen Vorjahreswert und war folglich noch immer negativ. Höhere Zuckerverkaufsmengen und -preise konnten die gestiegenen Rohstoffkosten und v.a. die deutlich höheren Energiepreise nur zum Teil kompensieren.

Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2021|22 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus. Der Ergebnisbeitrag erhöhte sich deutlich von 0,2 Mio. € auf 1,9 Mio. €. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, Wien, trug primär aufgrund eines COVID 19-bedingt herausfordernden Marktumfeldes und hoher Energiepreise negativ zum Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen bei (–7,6 Mio. €; Vorjahr: –2,1 Mio. €).

Ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –2,1 Mio. € (Vorjahr: -0,2 Mio. €) in Zusammenhang mit Forderungswertberichtigungen gegenüber der Beta Pura GmbH (ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine) belastete das EBIT des Segmentes zusätzlich.

Marktumfeld Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen IHS Markit (vormals F.O. Licht) rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 24. März 2022 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2021|22 mit einem Produktionsdefizit von 2,9 Mio. Tonnen. Im Dezember 2021 wurde noch ein Defizit von 3,4 Mio. Tonnen erwartet. Als Gründe für diese Entwicklung werden höhere Zuckerproduktionsmengen in Indien, Thailand und der EU angeführt. Nichtsdestotrotz reduziert sich durch das dritte Defizitjahr in Folge das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch von 42,1 % im ZWJ 2018|19 auf nur noch 36,9 %, dem niedrigsten Wert seit mehr als 10 Jahren.

Weltzuckerbilanz¹

| | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
|---|---|---|---|
| Mio. Tonnen | | | |
| Anfangsbestand | 70,8 | 72,2 | 76,7 |
| Erzeugung | 181,8 | 180,1 | 180,4 |
| Verbrauch | –183,3 | –180,7 | –181,2 |
| Saldo Exporte/Importe | –1,7 | –0,8 | –3,7 |
| Endbestand | 67,6 | 70,8 | 72,2 |
| in % des Verbrauches | 36,9 | 39,2 | 39,8 |

1 IHS Markit (vormals F.O.

Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie und einem Absturz der Weltmarktzuckernotierungen im März/April 2020 (damals neuer 12-Jahrestiefststand für Rohzucker mit 203,1 US$ pro Tonne) sind die Zuckerpreise auch aufgrund der Weltmarktzuckerbilanz-Erwartungen kontinuierlich angestiegen. Im Berichtszeitraum erfuhren die Preise durch Ereignisse, wie auf den Märkten verspätet verfügbare indische Rohzuckerexporte, eine knappe Zwischenernte in Brasilien und ein sich aufhellendes Makroumfeld (Impfprogramme, steigende Agrarrohstoffpreise), weitere Unterstützung.

Neue 4½-Jahres-Hochs bei der Rohzuckernotierung in New York wurden im Q3 2021|22 dann auch aufgrund der Erwartung eines erheblichen Rückgangs der Zuckerproduktion in der südlichen Hemisphäre, insbesondere in Brasilien, dem Hauptproduzenten der Welt, ausgelöst. Die Invasion in die Ukraine hatte auf die Zuckernotierungen Ende Februar eine preistreibende Wirkung (siehe auch Grafik auf Seite 69). Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 496,0 US$ pro Tonne und Rohzucker bei 396,8 US$ pro Tonne (Vorjahr: 455,1 US$ bzw. 362,7 US$).# EU-Zuckermarkt

Im ZWJ 2020|21 lag die Zuckerproduktion in der EU-27 mit rund 14,7 Mio. Tonnen deutlich unter dem Wert des Vorjahres und es wurde bezüglich des Lagerendbestandes (Ende September 2021) ein historisch niedriger Wert erreicht. Die EU blieb im ZWJ 2020|21 im dritten ZWJ in Folge Nettoimporteur von Zucker. Für das ZWJ 2021|22 wird aufgrund einer Normalisierung der Rübenerträge in der EU-27 eine höhere Zuckerproduktion von rund 16,1 Mio. Tonnen prognostiziert. Auf dieser Basis wird auch im laufenden ZWJ die EU-Nettoimporteur von Zucker bleiben. Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittspreise laut EU-Preisreporting deutlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. In den Kalenderjahren 2019 und 2020 erholte sich der Zuckerpreis in der EU kontinuierlich, im Februar 2022 wurde ein Wert von 441 € pro Tonne erreicht.

Freihandelsabkommen

Nach einer beträchtlichen Verzögerung wurden die Verhandlungen für das EU-Australien-Freihandelsabkommen wieder aufgenommen. Es wurden Fortschritte bezüglich Warenhandel und der Kapitel über Ursprungsregelungen verzeichnet. Des Weiteren wurden positive Diskussionen über Verfahrensbestimmungen zur Beantragung einer Zollpräferenzbehandlung für Ursprungserzeugnisse sowie zur Überprüfung der Ursprungseigenschaft geführt. Das „EU-Central America Association Agreement“, das bereits seit 2013 provisorisch angewandt wird, ist derzeit in Evaluierung. Zuckerrohr ist eines der wenigen Produkte, bei dem die reduzierten Zollkontingente durchgehend, vollständig oder nahezu vollständig, ausgeschöpft werden (außer Panama). Auch beim EU-Neuseeland-Freihandelsabkommen gab es Verzögerungen in den Verhandlungen. Ein Abschluss im Jahr 2022 wird aber als realistisch gesehen. Zucker wird nicht unter die Sonderregelungen bezüglich saisonaler zollfreier Importe fallen; ebenso wenig unter die 15-jährige graduelle Zollreduktion für bestimmte Produkte.

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenanbaufläche der rund 5.800 AGRANA-Kontraktbauern (Vorjahr: rund 5.600) betrug im ZWJ 2021|22 rund 86.000 Hektar und lag damit auf dem Vorjahresniveau. Die Vegetationsbedingungen 2021 zeichneten sich durch ein kühles und feuchtes Frühjahr, einen heißen und trockenen Juni sowie gemäßigte und niederschlagsreiche Sommermonate aus. Ein milder September sowie ein sehr trockener Oktober sorgten bei gleichzeitig kühleren Nachttemperaturen für einen deutlichen Anstieg der Zuckergehalte. Vor allem im September war eine Erhöhung der Zuckergehalte um rund zwei Prozentpunkte zu beobachten. Dafür waren neben der Witterung auch die gesunden Rübenbestände ausschlaggebend. Generell zeigten sich die Rübenflächen bis zur Ernte in einem sehr erfreulichen Zustand. Unter anderem trat der Rüben-derbrüssler (Rüsselkäfer) auch aufgrund der getroffenen Vorsorgemaßnahmen in deutlich geringerem Ausmaß auf. Auch die Blattflächenkrankheit Cercospora trat in nur geringem Umfang auf, was neben der Witterung auch auf die verstärkte Verwendung von tolerantem Sortenmaterial zurückzuführen war. Im Oktober und November sorgte eine trockene Witterung für gute Rodebedingungen, was zu geringen Abzugsprozenten bzw. Ernteverlusten führte.

Segment Zucker

Günstige Vegetationsbedingungen, ausreichende Regenmengen und eine überdurchschnittliche Anzahl an Sonnenstunden, v.a. im September und Oktober, waren letztlich für einen überdurchschnittlichen Zuckergehalt von 17,2 % (Vorjahr: 15,1 %) ausschlaggebend. Es wurden auf einer Gesamtfläche von rund 85.700 Hektar (Vorjahr: rund 76.300 Hektar) rund 5,7 Mio. Tonnen Zuckerrüben (Vorjahr: 4,8 Mio. Tonnen) geerntet, was einem Durchschnittsertrag von 67 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 63 Tonnen je Hektar) entsprach. Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich etwas über 49.700 Tonnen Rüben (Vorjahr: 48.500 Tonnen). Aufgrund der hohen Rübenmenge produzierten die Werke in durchschnittlich 115 Tagen (Vorjahr: 100 Tage) insgesamt 850.000 Tonnen (Vorjahr: 637.000 Tonnen) Zucker. Im Werk Tulln|Österreich wurden in einer zehntägigen Bio-Kampagne rund 15.600 Tonnen Bio-Zucker gewonnen. Die verarbeitete Rübenmenge führte zu einer durchschnittlichen Auslastung der Zuckerfabriken von 95 % (Vorjahr: 83 %). Im Werk in Tulln wird ganzjährig die Melasseentzuckerungsanlage betrieben und Betain kristallisiert. Weiters betreibt die AGRANA zwei Rohzuckerraffinerien in Bosnien und Herzegowina und in Rumänien, in denen im Geschäftsjahr 2021|22 in Summe 208.000 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 125.800 Tonnen) gewonnen wurden. AGRANA folgt für den Rübeneinkauf einer Rübenpreisregelung mit einer variablen Preistabelle in Abhängigkeit vom Zuckerverkaufspreis. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe wurde jedoch ein Mindestpreis eingezogen. Seit 2020 läuft in Österreich ein auf drei Jahre abgeschlossener Mehrjahreskontrakt mit den Rübenbauern. Zusätzlich wird den Landwirten auch die Möglichkeit eines Einjahres- bzw. Zweijahresvertrages angeboten. Bei den noch laufenden Kontrahierungen für den Rübenanbau 2022 wurden per 20. April 2022 in Österreich bislang Verträge für eine Fläche von rund 36.000 Hektar abgeschlossen.

Engagement in der vorgelagerten Wertschöpfungskette

Lieferantenbewertung bezüglich ökologischer und sozialer Aspekte

Das Segment Zucker hat die Umsetzung des Farm Sustainability Assessment (FSA) der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) zur Dokumentation nachhaltigen Wirtschaftens für Zuckerrübenvertragsanbauer gewählt (Details zu SAI und FSA siehe Seite 35f). AGRANA Zucker hat ihre Rübenvertragslieferanten in allen fünf Anbauländern in sogenannten Farm Management Gruppen (FMG) gebündelt. 2017 wurde die Nachhaltigkeitsperformance der Gruppen erstmals einem externen Audit nach FSA-Vorgaben unterzogen, 2020 fanden die Re-Verifizierungsaudits statt. In den Gruppen in Österreich und der Tschechischen Republik erreichten 100 % der Betriebe mindestens FSA Silber-Status. In Rumänien, der Slowakei und Ungarn konnten die 2020 geplanten Re-Verifizierungsaudits aufgrund der Reise- und Kontaktbeschränkungen, verursacht durch die COVID-19-Pandemie, erst im Jahre 2021 finalisiert werden. Wie schon beim Erstaudit 2017 erreichten alle slowakischen Betriebe mindestens FSA Silber-Status. Die ungarische FMG konnte ihre Ergebnisse im Vergleich zum Erstaudit verbessern, sodass hier ebenfalls alle Betriebe zumindest FSA Silber-Status erlangten. In Rumänien wurde ebenfalls eine Verbesserung der Auditergebnisse ausgewiesen, 60 % der Betriebe erreichten FSA Silber-Status, allerdings wurde das gesetzte 100 % FSA Silber-Ziel verfehlt.

Bewusstseinsbildung zu guter landwirtschaftlicher Praxis (GLP)

Pandemiebedingt musste auch 2021 die BETAEXPO, AGRANAs traditionelle Veranstaltung zur Bewusstseinsbildung zu guter agrarischer Praxis, abgesagt werden. Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung waren auch im Berichtsjahr 2021|22 auf Veranstaltungen in Kleingruppen oder virtuelle Programme im Rahmen des Beratungsprogramms „AGRANA4You“ beschränkt. So wurden z.B. wieder gebietsspezifische Fachwebinare für Rübenanbauer mit den Schwerpunktthemen Anbau, Saatgut und Pflanzenschutz für den Anbau 2022 angeboten. Ende August 2021 wurde im Einzugsgebiet Tulln|Österreich unter Einhaltung aller COVID-19-Präventionsmaßnahmen ein physischer Feldtag zur Bodenbearbeitung durchgeführt. Rund 500 Landwirte konnten sich einen Eindruck über aktuelle Geräte zur Bodenbearbeitung und Hacktechnik machen. Im Fokus standen Maschinenvorfuhrungen zur Grundbodenbearbeitung bis hin zum Begrünungsanbau. AGRANA-Expertinnen und Experten gaben Informationen zur EUF Bodenuntersuchung, zu automatisierten Bodenprobenentnahmen und zur Bewertung von Düngeempfehlungen.

Aufgrund der physischen Kontaktbeschränkungen wurden erneut online Kontrahierungen über AGRANAs online Rohstoffportal angeboten. Daneben war auch unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln eine persönliche Abgabe der Kontrahierungsformulare möglich.

Biodiversität in der Lieferkette

Im Jahr 2021 wurden in Österreich rund 3.600 Hektar mit den Zwischenfruchtmischungen der Österreichischen Rubensamenzucht GmbH, einem nicht gewinnorientierten Tochterunternehmen der AGRANA Zucker GmbH, das den Vertragsanbauern gentechnikfreies Saatgut aus überwiegend eigener Vermehrung zur Verfügung stellt, begrünt. Sie lockern den Boden, mobilisieren Nährstoffe, aktivieren das Bodenleben und erhöhen die Biodiversität am Feld. Daneben wurden auch ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt, gemeinsam bieten die blühenden Felder eine ideale Wildtieräsung und Bienenweide und tragen zur Attraktivität des Landschaftsbildes bei.

Transport

Transporte trugen im Rahmen der ersten gruppenweiten Berechnung des AGRANA Corporate Carbon Footprint auf Basis der Geschäftsjahresdaten 2019|20 im Segment Zucker rund 9,3 % zum Segment Carbon Footprint bei. Auf Upstream-Transporte von Rohstoffen in das jeweilige Verarbeitungswerk entfielen rund 5,3 % der Treibhausgasemissionen, der Rest betraf Emissionen aus Downstream-Transporten, d.h. Transporte von Produkten zu Kunden. Wenngleich Transporte daher keinen Emissions-Hotspot darstellen und speziell der Downstream-Bereich kaum zu beeinflussen ist, versucht AGRANA dennoch Transporte, so weit infrastrukturell und wirtschaftlich möglich, nachhaltig zu gestalten. Über alle Produktionsländer betrachtet, wurden in der Verarbeitungssaison 2021|22 rund 36 % der Rüben per Bahn an die Zuckerfabriken geliefert, wobei der Anteil der Bahntransporte mit rund 53 % in Österreich und ca. 49 % in Ungarn am höchsten lag.# Energie- und Umweltaspekte der AGRANA-Produktion

Energieeinsatz und Emissionen in der Veredelung

Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden im Segment Zucker rund 20 % mehr Rohstoffe verarbeitet als im Vorjahr. Die Rübenverarbeitung konnte aufgrund einer Steigerung der kontrahierten Flächen und höherer Hektarerträge um 18,5 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die Rohzuckerraffination an den Raffinationsstandorten in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34) lag mit rund 138.000 Tonnen um rund 176 % über dem Vorjahr.

Die höheren Verarbeitungsmengen resultierten in einem Anstieg des absoluten Energieeinsatzes (Scope 1+2) im Segment Zucker um rund 19,5 % gegenüber dem Vorjahr. Es wurden in der Produktion (Scope 1+2) rund 6,12 Mio. GJ an Energie verbraucht. Aufgrund besserer Fabriksauslastungen konnte eine Reduktion des spezifischen Energieeinsatzes (Scope 1+2) pro Tonne um rund 3,1 % bzw. auf 2,75 GJ pro Tonne Produktoutput erzielt werden.

Durch den Umstieg der vorletzten kohlebetriebenen Zuckerfabrik in Sered´|Slowakei auf Erdgasbetrieb, vor 71 Segment Zucker der Kampagne 2021|22, konnte die Steigerung der absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Zucker, trotz der Steigerung der Verarbeitungsmenge um rund 20 %, auf nur 9,8 % begrenzt werden. Die absoluten Emissionen (Scope 1+2) des Segmentes Zucker lagen im Berichtsjahr damit bei rund 351.000 Tonnen CO2. Die durchschnittlichen spezifischen Emissionen aus direktem und indirektem Energieverbrauch (Scope 1+2) pro Tonne Produkt sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 11 % auf 158 kg CO2 pro Tonne Produktoutput.

Die ungarische Zuckerfabrik Kaposvár erzeugte im Geschäftsjahr 2021|22 rund 20,36 Mio. m³ Biogas aus Rubenschnitzeln. Mit dieser Menge hätte der Standort rund 83 % des Primärenergiebedarfs in der Rübenkampagne 2021|22 decken können. Diese Art der vollständigen Rohstoffverwertung von eiweißarmen Rohstoffbestandteilen zur Energiegewinnung stellt auch ein Pilotprojekt für AGRANAs zukünftigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger bis 2040 im Rahmen ihrer Klimastrategie dar (Details siehe Seite 39).

Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden rund 9,7 Mio. m³ des in der Fabrik erzeugten Biogases verkauft und größtenteils über die im Herbst 2015 installierte Biogasaufbereitungsanlage zu Biomethan zur Einspeisung in das lokale Erdgasnetz aufbereitet und als EU-taxonomiefähige Umsätze berichtet. Die ins Erdgasnetz eingespeiste Biomethanmenge entsprach dem Jahresheizbedarf von etwa 1.970 Einfamilienhäusern. Eine vollständige Eigennutzung des erzeugten Biogases wäre zukünftig denkbar.

Bis 2025|26 plante das Segment Zucker bisher als Beitrag zur AGRANA-Klimastrategie seine Emissionen (Scope 1+2) in absoluten Zahlen um rund 12 % gegenüber 2019|20 zu senken. Dieses Ziel wird derzeit überarbeitet, um die Anforderungen der Science Based Targets Initiative zu erfüllen.

Im Geschäftsjahr 2021|22 verfügten die Energiemanagementsysteme aller Zucker-Produktionsstandorte in den GRI-Berichtsgrenzen (siehe Seite 34) über eine aktuelle Zertifizierung nach ISO 50001.

Wasserverbrauch in der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

| Segment Zucker | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :----------------------- | :------ | :------ | :------ |
| Gesamt in Mio. m³ | | | |
| Wasserentnahme | 4,8 | 4,5 | 4,6 |
| Wasserabgabe | 7,0 | 6,8 | 6,4 |
| Wasserverbrauch | –2,2 | –2,3 | –1,8 |

| Segment Zucker | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :----------------------- | :------ | :------ | :------ |
| m³ pro Tonne Haupt- und Nebenprodukte | | | |
| Wasserentnahme | 2,16 | 2,49 | 2,47 |
| Wasserabgabe | 3,14 | 3,77 | 3,47 |
| Wasserverbrauch | -0,98 | -1,28 | -1,00 |

Das Wasser, das eine Zuckerfabrik benötigt, wird zum Teil mit der zur Verarbeitung angelieferten Zuckerrübe in die Fabrik eingebracht und sohin auch eingesetzt. Die Rübe besteht zu rund 75 % aus Wasser, das während des Produktionsprozesses vom Zucker abgetrennt werden muss. Dieses Wasser wird sowohl für die Auslaugung des Zuckers aus den Rubenschnitzeln, den notwendigen Prozessdampf in der Zuckergewinnung, als auch für den Transport und die Reinigung der Rüben verwendet. Das Wasser wird immer wieder gereinigt und im Kreislauf geführt. Werkseigene oder kommunale Kläranlagen an allen Standorten sorgen für eine umweltgerechte und lokalen behördlichen Grenzwerten entsprechende Aufbereitung der entstehenden Abwässer. Es werden somit nur gereinigte und den jeweils geltenden Umweltstandards entsprechende Wässer in die Vorfluter abgegeben.

Das Geschäftssegment Zucker setzte im Berichtsjahr 2021|22 rund 2,2 Mio. m³ vorher in den Rüben gebundenes Wasser frei und weist daher einen negativen Wasserverbrauchssaldo aus. Pro Tonne Produktausstoß wurden rund 0,98 m³ bzw. 980 Liter über Vorfluter abgegeben.

Abfall aus der Veredelung in AGRANA-Zuckerfabriken

| Segment Zucker | 2021|22 | 2020|21 | 2019|20 |
| :-------------------------------------------- | :---------- | :---------- | :---------- |
| Tonnen bzw. explizit angeführte Angaben | | | |
| Entsorgte Abfälle | 37,34 t | 34,73 t | 38,61 t |
| Davon gefährliche Abfälle | 116 t | 137 t | 312 t |
| Abfall pro Tonne Produkt | 16,8 kg | 19,3 kg | 20,8 kg |
| Gefährliche Abfälle pro Tonne Produkt | 52 g | 76 g | 168 g |

Die absolute Abfallmenge stieg gegenüber dem Vorjahr mit nur 7,5 % unterproportional zur Entwicklung der Verarbeitungsmenge. Die spezifische Abfallmenge pro Tonne sank um rund 12,9 % gegenüber dem Vorjahr, jene gefährlicher Abfälle sogar um 31,4 %.

EcoVadis

Im Berichtsjahr 2021|22 nahm die AGRANA Zucker GmbH aufgrund der langen Wartezeiten für die Bewertung des Vorjahres und der damit verschobenen Gültigkeit des bestehenden Assessments keine Aktualisierung ihrer Daten im Rahmen der internationalen Lieferantenbewertungsplattform EcoVadis vor. Im Geschäftsjahr 2020|21 hatte AGRANA Zucker GmbH Silber Status erzielt. Die nächste Teilnahme wird im Geschäftsjahr 2022|23 erfolgen.

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2021|22 20,7 Mio. € (Vorjahr: 15,9 Mio. €) primär für Investitionen in Energieeffizienz und Produktqualität aus. Unter anderem wurde die Umrüstung der Energieversorgung des Standortes Sered´|Slowakei auf Erdgas sowie die Erweiterung des Prozessleitsystems in Tulln|Österreich umgesetzt. Zusätzlich wurden 2021|22 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH, Wien; jeweils 100 %) Investitionen von 2,2 Mio. € (Vorjahr: 15,1 Mio. €) getätigt.

Forschung und Entwicklung

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 17 lokalen Frucht-NPD¹-Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus diversen Früchten zu entwickeln.

Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketechnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig. Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.

F&E-Kennzahlen

| | 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------ | :------ | :------ |
| F&E-Aufwendungen (intern und extern) Mio. € | 20,0 | 19,2 |
| F&E-Quote³ % | 0,69 | 0,75 |
| Mitarbeitende in F&E (Köpfe) | 315 | 315 |

¹ New Product Development
² Vorjahreswerte wurden angepasst (inklusive neue Produktentwicklungen im Bereich Fruchtzubereitungen)
³ F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

Segment Frucht

Technologie

Kunden möchten Fruchtzubereitungen zur Weiterverarbeitung oft nicht mehr gekühlt, sondern bei Umgebungstemperatur („ambient“) lagern. Das erspart eine aufwändige Kühllogistik und somit Kosten und Energie. Im Rahmen von groß angelegten Untersuchungen wurde der Einfluss der Lagertemperatur auf die Qualität der Fruchtzubereitungen untersucht und dadurch die Basis für eine entsprechende Ambient-Produktpalette geschaffen.

Mehr als 20 % aller Krankenhauspatienten leiden unter massiven Schluckbeschwerden. Diese Menschen können Nahrung nur in Form von Brei zu sich nehmen. Hier setzt die Idee an, Krankenhaus-Menüs aus dem 3D-Drucker zu fertigen. Dafür wurden Fruchtzubereitungen entwickelt, die einerseits eine ausreichende Konsistenz aufweisen, um mehrlagig druckbar zu sein, und andererseits möglichst einfach zu schlucken sind.

Die Pasteurisierung von Lebensmitteln garantiert deren mikrobiologische Unbedenklichkeit und Haltbarkeit. Dies gilt auch für Schokolade, die weiterführend in Fruchtzubereitungen verarbeitet wird. Auf Basis einer umfangreichen Studie konnte ein Verfahren zur schonenden Pasteurisierung von Schokolade mit optimalem Geschmackserlebnis entwickelt und umgesetzt werden.

Für zahlreiche Konsumenten ist die Textur von Erdbeerstücken in Fruchtjoghurts ein wichtiger Qualitätsparameter. AGRANA entwickelt und verbessert laufend Verfahren, die den Härtegrad von Erdbeeren trotz Pasteurisierung erhalten, und kommt somit dieser Kundenanforderung nach.# Ein spezielles Ziel der Verfahrensentwicklung zuletzt war, den dabei entstehenden Saftverlust möglichst gering zu halten.

Produktentwicklung

Der Einstieg ins Konfektgeschäft wurde mit der Entwicklung eines aufgeschäumten und schokoladeumhüllten Fruchtriegels vorbereitet. Trotz eines sehr hohen Fruchtanteils und ohne Verwendung tierischer Gelatine konnte ein stabiles Produkt entwickelt werden, das sich auch mit Hilfe unterschiedlicher Technologien von den B2B-Kunden produzieren lässt. Der nächste Schritt ist ein Scale-up in die industrielle Produktion.

Forschung und Entwicklung

Lebensmittel, die auf Pflanzenprotein basieren, spielen im täglichen Konsum eine immer größere Rolle. Diesem Trend folgend hat AGRANA ein sicheres Verfahren zur Herstellung eines Proteindrinks aus Aprikosenkernen entwickelt.

Fruchtsaftkonzentrate

Es wurden für die Bereiche Getränkegrundstoffe, Aromen und Produktion von Fruchtsaft- und Gemüsesaftkonzentraten strategische Investitionen, sowohl in die Infrastruktur als auch in Personal, durchgeführt. Die Verwertung von natürlichen Saftaromen und die eigene Produktion von Kompositionsaromen zur Stärkung des Wachstumssegmentes der Getränkegrundstoffe und des Aromengeschäftes wurde erfolgreich weiterentwickelt und konsequent ausgebaut. Verfahren zur Farbanreicherung von Frucht- und Gemüsesäften wurden implementiert und kontinuierlich verbessert.

Segment Stärke

Rohstoff

Bei Untersuchungen und Weiterentwicklungen von neuen Mais- und Weizensorten konnten wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich optimierter Umsetzung in den Produktionsmaßstab gewonnen werden. Neue innovative Stärkeprodukttypen finden in unterschiedlichen Lebensmittelapplikationen ebenso Anwendung wie im technischen Bereich.

Food

Der Lebensmittelindustriemarkt entwickelt sich dynamisch und erwartet auch bei Stärken neue Anwendungskonzepte und Rezepturen. Durch den Forschungsschwerpunkt „neue Lebensmitteltrends“ möchte AGRANA verstärkt die wachsenden Konsumentenbedürfnisse im Bereich „plant-based food“ (vegane Fleisch- und Milchalternativprodukte) bedienen.

Neue Produkte und Technologien

Die weiterhin steigende Nachfrage nach E-Nummer-freien sogenannten „Clean Label“-Produkten forciert die Entwicklung neuer Stärkeprodukte. Neuartige Technologien, die eine Rohstoffveredelung auch unter Einhaltung der Bio-Richtlinien ermöglichen, werden dabei eingesetzt. Aufgrund von Gesetzesänderungen wurden für bestehende Bio-Verzuckerungsprodukte und Säuglingsmilchnahrung noch höhere Qualitätsstandards eingeführt, welche durch neu entwickelte und bereits implementierte Anpassungen in den jeweiligen Prozesslinien erfüllt wurden. Im Bereich vegetarische und vegane Nahrungsmittelzubereitungen untersuchte AGRANA u.a. Nebenprodukte aus der Stärkegewinnung hinsichtlich ihres Potenzials als Lebensmittelzusatz zur Erhöhung des Nährstoffgehaltes. Auch wurde ihre Wirkung als funktionelles Additiv für rein pflanzenbasierte Ernährung geprüft. In Zusammenhang mit der AGRANA-Klimastrategie, mit dem Ziel einer CO2-neutralen Produktion auch im Stärkesegment, fanden verstärkt Evaluierungen zur thermischen Verwertung von bzw. zur Gewinnung von Biogas aus Nebenprodukten der Stärke- und Bioethanolproduktion statt.

Non-Food

Effizienzsteigerungen bei gängigen Produktionsprozessen im technischen Bereich sowie die Erforschung neuer Stärkeprodukte, um nachhaltigere Lösungen in unterschiedlichen Anwendungen anbieten zu können, standen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vordergrund. Im Baubereich kam es zur Entwicklung neuer Produkttypen, insbesondere für die Anwendung in Fliesenkleber. Mit der Entwicklung von besonders umweltfreundlichem Stärkeether konnte das Portfolio dem Eco-Label-Trend entsprechend erweitert werden. Alternativen zu synthetischen Bindemitteln, insbesondere im Klebstoffbereich, gewinnen immer mehr an Bedeutung und auch in diesem Zusammenhang sind neue Ansätze in der Stärkeentwicklung gefragt. Mit Hilfe neuer Technologien konnten erstmals Stärkeprodukte mit neuen Möglichkeiten bei den Klebeeigenschaften hergestellt werden. Die erfolgreiche Entwicklung im Bereich heimkompostierbarer stärkebasierter Biokunststoffe konnte fortgesetzt werden. Durch Optimierung der Prozessführung wurde eine ökologisch und ökonomisch vorteilhaftere Herstellung von stärkebasierten Compounds erzielt. In enger Kooperation mit externen Partnern wurden maßgeschneiderte Lösungen für neue Anwendungen für Lebensmittelverpackungen entwickelt.

Biotechnologie

Der bei der Verarbeitung von landwirtschaftlichen Rohstoffen anfallende Klärschlamm stellt eine wertvolle Ressource für die Anwendung als Biodünger dar. Es wurden Verfahren zur signifikanten Erhöhung der Trockensubstanz im Herstellungsprozess erarbeitet.

Bei der Bioethanolproduktion sind Prozessoptimierung ein wichtiger Teil der Forschungsaktivitäten. AGRANA legte zuletzt einen besonderen Fokus auf Energieeinsparungen, u.a. durch Optimierungen bei der Eindampfung.

Segment Zucker

Rohstoff/Landwirtschaft

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Rohstoffes Zuckerrübe weiter zu gewährleisten bzw. zu erhöhen, wird an Lösungen zur Steigerung der Zuckererträge gearbeitet. Vor allem klimatische Veränderungen führen zu einem verstärkten Befallsdruck durch Schädlinge und einer stärkeren Verbreitung von Blattkrankheiten im Zuckerrübenbestand. Da Wirkstoffe wie Neonicotinoide zum Schutz der Zuckerrüben vor Schädlingen wie dem Rübenderbrüssler (Rüsselkäfer) zunehmend in der Kritik stehen, arbeitet AGRANA gemeinsam mit den Rübenbauern an neuen Lösungsansätzen. Umfassende Monitorings zum Auftreten der Schädlinge sind Basis des Aufbaus und der Bedienung von Warndiensten, welche rechtzeitige Maßnahmen zur Regulierung dieser Schadinsekten erlauben. Einen speziellen Schwerpunkt stellen Arbeiten zur Populationskontrolle des Rübenderbrüsslers dar, welche mechanische, insektizide und v.a. biologische Maßnahmen auf Zuckerrübenflächen umfassen. Generell gibt es im Rübenanbau verstärkte Restriktionen im Boden- und Düngemanagement und es gilt in der landwirtschaftlichen Forschung mit diesen neuen Rahmenbedingungen umzugehen. Die Entwicklung neuer Rübensorten mit hoher Toleranz gegenüber der Blattfleckenkrankheit der Zuckerrübe (Cercospora beticola) ist ein Weg von AGRANA, um der rückläufigen Zahl an anwendbaren fungiziden Wirkstoffen entgegenzuwirken. Weiterentwicklungen von Bodenbearbeitungskonzepten und gezieltes Sorten- und Düngemanagement sollen helfen, um unproduktive Verluste an Wasser zu vermeiden. Auch im Fokus der Entwicklungsarbeiten stehen Verbesserungen bei Zwischenfruchtmischungen. Ihr Anbau schützt die Böden vor Erosion und Auswaschungserscheinungen. Die Bodenfruchtbarkeit wird durch den hohen Anfall an organischer Substanz erhöht.

Technologie

Klimatische Einflüsse, wie Trockenheit und Hitze, aber auch Rübenkrankheiten, können die Qualität der Zuckerrüben beeinträchtigen und beeinflussen somit auch die Verarbeitung in den Werken. Daher arbeitet AGRANA kontinuierlich an der Optimierung des Verarbeitungsprozesses und des Hilfsstoffeinsatzes. Der Schwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde auf Prozessoptimierungen im Zuckerhaus gelegt, um eine höhere Zuckerausbeute bei geringerer Melassereinheit, und damit auch geringerem Energieeinsatz, zu erreichen. Vor dem Hintergrund des EU Green Deal wurde zu diesem Zweck ein gefördertes Projekt gestartet, in welchem verschiedene innovative Verfahren und Technologien zur Optimierung der Qualität von Zuckersirupen untersucht werden. Ziel ist es, die Kristallisation von Weißzucker mit minimalem Einsatz an fossilen Energieträgern zu ermöglichen. Bei den Zuckerprodukten im Retailbereich wurden neue Verpackungsmaterialien geprüft, welche bei gleichem Produktschutz wie bisher ohne Verbundmaterialien auskommen und damit Plastik reduzieren sollen.

Nebenprodukte

Aufgrund der in der EU geführten Diskussion zu Richtwerten für Nitrat und Nitrit in Futtermittelausgangserzeugnissen der Zuckerindustrie wurde ein mehrjähriges gefördertes Forschungsprojekt in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien durchgeführt und im Geschäftsjahr 2021|22 abgeschlossen. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes stellen nunmehr die Produktion von Melasse mit geringem Nitrat- und Nitritgehalt in den Zuckerfabriken sicher.

Personal- und Sozialbericht

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2021|22 durchschnittlich 8.877 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.920 Mitarbeitende), davon 2.476 (Vorjahr: 2.519) in Österreich und 6.401 (Vorjahr: 6.401) international. Auf die einzelnen Segmente verteilte sich die Beschäftigtenzahl wie folgt:

Durchschnittliche Mitarbeiter- anzahl (Köpfe) Durchschnittliche Anzahl an FTEs¹ Mitarbeiter (Köpfe) zum Bilanzstichtag
Segment 2021 22
Frucht 5.772 5.703
Stärke 1.171 1.178
Zucker 1.934 2.039
Konzern 8.877 8.920

Im Geschäftsjahr 2021|22 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.691 FTEs (Vorjahr: 8.847 FTEs) beschäftigt. Im Segment Frucht sank die Personalanzahl hauptsächlich durch einen geringeren Bedarf an temporären Mitarbeitenden aufgrund von niedrigen Erntevolumina. Die Reduktion im Segment Stärke war primär auf die Arbeitsmarktsituation sowie auf das geringere Auftragsvolumen zurückzuführen. Im Segment Zucker haben die organisatorischen Veränderungen zu einem Personalrückgang geführt. Das Durchschnittsalter der Stammbelegschaft² betrug per 28. Februar 2022 42 Jahre (Details zur Altersstruktur siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2021|22, Seite 200). 29,8 % (Vorjahr: 29,5 %) der Beschäftigten waren Frauen, die Akademikerquote lag im Angestelltenbereich bei 64,5 % (Vorjahr: 66,2 %).# Personal- und Sozialbericht

Die Fluktuation3 im Bereich der Stammbelegschaft betrug im Geschäftsjahr 2021|22 16,9 % (Vorjahr: 14,9 %). Der Anteil der Beschäftigten mit einem Teilzeitvertrag4 lag bei 4,0 %. Der Anteil der Leiharbeitskräfte5 lag bei 5,7 %.

1 Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalentes)
2 Mitarbeitende in unbefristeten Dienstverhältnissen in AGRANA-Konzerngesellschaften
3 Fluktuation = Summe im Geschäftsjahr gemeldeter Austritte von unbefristeten AGRANA-Mitarbeitern ÷ durchschnittliche Anzahl (Köpfe) unbefristeter AGRANA-Mitarbeiter
4 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen per 28. Februar 2022
5 Anteil an der Gesamtbelegschaft nach Köpfen im Geschäftsjahresdurchschnitt
6 Siehe GRI-Berichtsgrenzen
7 Vorjahr siehe GRI-Index im Geschäftsbericht 2021|22, Seite 196
8 Bei den befristeten Dienstverhältnissen handelt es sich fast ausschließlich um saisonale, lokale Mitarbeitende
9 Managementfunktionen der 2. und 3. Berichtsebene
10 1. Berichtsebene (d.h. Berichtsebene direkt unter dem Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG und regionale Geschäftsführer)
11 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeitenden der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Personalmanagement

Im Fokus der Personalstrategie von AGRANA stehen nachhaltiges sowie unternehmerisches Denken und Handeln. Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und soziales Bewusstsein bilden einen unverzichtbaren Teil der Unternehmenskultur, was aufgrund des internationalen und von kultureller Diversität geprägten Umfeldes von großer Bedeutung ist.

AGRANA-Mitarbeitende im Rahmen der GRI-Berichtsgrenzen6 zum Bilanzstichtag 28. Februar 20227

Segment Befristete Dienstverhältnisse8 Gesamt Befristete Dienstverhältnisse8 Frauen Unbefristete Dienstverhältnisse Gesamt Unbefristete Dienstverhältnisse Frauen Angestellte im Management9 Gesamt Angestellte im Management9 Frauen Davon Executive Leadership10 Gesamt Davon Executive Leadership10 Frauen
Frucht 1.340 56,9 % 2.500 22,4 % 1.594 47,2 % 4.094 32,1 %
Stärke 51 15,7 % 720 12,6 % 391 47,1 % 1.111 24,8 %
Zucker11 150 33,3 % 939 17,3 % 690 41,2 % 1.629 27,4 %
Konzern 1.541 53,2 % 4.159 19,5 % 2.675 45,6 % 6.834 29,8 %

Diversität und Inklusion ist als fester Bestandteil in AGRANAs Grundprinzipien, dem Verhaltenskodex und einer ergänzenden Diversity & Inclusion (D&I)-Richtlinie verankert, um den Erhalt und die Förderung der Vielfalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren gleichberechtigte Teilnahme im Unternehmen auszubauen und weiter zu verstärken. Mit der D&I-Initiative setzt sich AGRANA für eine vielfältige und inklusive Unternehmenskultur für ihre Mitarbeitenden weltweit ein und trägt täglich dazu bei, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Einschränkung und Diskriminierung ist.

Der international tätige Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen geht in der Umsetzung von Maßnahmen voran. Er verfügt bereits über ein flächendeckendes Netz von D&I Beauftragten, die sich um das Ausrollen lokaler und standortübergreifender D&I-Initiativen, die Einhaltung der D&I-Richtlinie und Kernprinzipien sowie die Betreuung der lokalen Beschäftigten kümmern. Im Geschäftsjahr 2021|22 wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein in der D&I-Initiative erreicht, indem im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen weltweit Schulungen zu unbewussten Vorurteilen durchgeführt wurden, um das Bewusstsein dafür zu schärfen.

Leistungsbereitschaft, Integrität und Kooperation sind weitere feste Bestandteile im Wertekatalog der Personalstrategie von AGRANA. Besonderes Augenmerk wird auf die Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelegt, um deren Potenziale zu erkennen und zu fördern und die fortwährende Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem sollen die Effizienz der Personalprozesse verbessert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht werden. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.

Variable Vergütung

Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2021|22 unterlagen 10,5 % (Vorjahr: 10,8 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.

AGRANA-Human Resources-Team mehrfach ausgezeichnet

Die AGRANA Beteiligungs-AG belegte im Geschäftsjahr 2021|22 im Rahmen der BEST RECRUITERS Studie den dritten Platz im österreichischen Branchenranking der Nahrungsmittel- bzw. Konsumgüterherstellung und wurde mit dem BEST RECRUITERS-Gütesiegel 2021/22 ausgezeichnet. BEST RECRUITERS ist die größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum und untersucht jährlich die Qualität der Recruiting-Maßnahmen der Top-Arbeitgeber in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Die Studie umfasst dabei über 200 wissenschaftliche Kriterien aus den Bereichen Recruiting-Präsenz, Stellenanzeigen und Umgang mit Bewerberinnen und Bewerbern. Die Verleihung des BEST RECRUITERS-Gütesiegels bekräftigt, dass ein wertschätzender und freundlicher Umgang mit potenziellen neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für AGRANA ein großes Anliegen ist. AGRANA sieht die Auszeichnung als Bestätigung ihrer Bestrebungen, die Qualitätsmaßstäbe bei der Suche nach neuen Talenten kontinuierlich weiterzuentwickeln sowie auch als Motivation, neuen Recruiting-Trends zu folgen.

Die Tochtergesellschaft Moravskoslezské Cukrovary A.S. in Tschechien wurde im Geschäftsjahr 2021|22 mit dem dritten Platz als „Employer of the Year 2021“ in der Region Südmähren ausgezeichnet.

Personalentwicklung und Weiterbildung

Bei AGRANA stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten im Mittelpunkt. Deshalb ist es für AGRANA umso wichtiger, die Potenziale der Mitarbeitenden zu erkennen, zu fördern und in diese zu investieren. Mit einer Vielzahl an fachlichen Schulungen, Sprachkursen, Trainings im Bereich der Persönlichkeitsbildung und gezielten konzernübergreifenden Programmen fördert AGRANA den stetigen Ausbau und Transfer von Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Personalentwicklungsmaßnahmen verbessern nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, sie tragen auch zur Motivation und zum Engagement der Mitarbeitenden bei.

AGRANA bietet laufend konzernweite On-Boarding-Programme und Welcome Days an, um neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Überblick über die gesamte AGRANA-Gruppe und auch über den eigenen Arbeitsbereich zu geben. Diese wurden im letzten Jahr vielfach auf den Online-Modus umgestellt, um den derzeitigen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Schwerpunkte im Aus- und Weiterbildungsbereich lagen im Geschäftsjahr 2021|22 in der Entwicklung von Führungskräften und in der Setzung von Impulsen zu aktuellen Themen wie z.B. Resilienz oder Kooperation im hybriden Arbeiten. Ein besonderer Fokus wurde auf die neuen Wege der Zusammenarbeit im Team als auch zwischen den Teams gelegt, um die neuen Anforderungen an die flexible Arbeitswelt bestmöglich bewältigen zu können.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2021|22 durchschnittlich 93 Lehrlinge (davon weiblich: 19 bzw. 20,4 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 68 Lehrlinge (davon weiblich: sieben bzw. 10,3 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien und Brasilien, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 25 Lehrlinge (davon weiblich: zwölf bzw. 48 %).

Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbautechnik, Metalltechnik, Labortechnik (Chemie), Chemieverfahrenstechnik, Lebensmitteltechnik, Mechatronik, Industrielehre, Technisches Zeichnen sowie Logistik. Um die Attraktivität von Lehrberufen zu steigern und um Schülerinnen und Schülern Berufschancen in technischen Berufen aufzuzeigen, wurden an einzelnen Standorten Informationsbroschüren für Lehrlinge aufgelegt. Daneben nahmen Standorte an spezifischen Veranstaltungen zur Vorstellung von Lehrberufen teil, die im Berichtsjahr 2021|22 teilweise virtuell und teilweise auch physisch stattfanden. Zudem wurden Lehrlingen Workshops und Trainings zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Weiters wurde die Online-Präsenz in den sozialen Medien fortgeführt.

1 Mitarbeitende in einem unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
2 Im Segment Zucker werden auch die Mitarbeiter der AGRANA Beteiligungs-AG gezählt.

Trainingsstunden der AGRANA-Mitarbeitenden1 in den Geschäftsjahren 2021|22 und 2020|21

| Segment | | 2021|22 Trainingsstunden pro Mitarbeiter (Durchschnitt) | 2021|22 Anteil der Mitarbeiter, die ein Training absolvierten | 2020|21 Trainingsstunden pro Mitarbeiter (Durchschnitt) | 2020|21 Anteil der Mitarbeiter, die ein Training absolvierten |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| | | Gesamt | Männner | Frauen | | Gesamt | Männner | Frauen | |
| Frucht | | 19,6 | 19,3 | 20,3 | 90,7 % | 18,3 | 17,3 | 20,1 | 83,4 % |
| | Arbeiter | 17,1 | 17,5 | 15,9 | 92,3 % | 16,5 | 15,6 | 19,5 | 83,1 % |
| | Angestellte | 23,6 | 23,5 | 23,7 | 88,3 % | 21,0 | 21,3 | 20,7 | 83,7 % |
| Stärke | | 7,6 | 6,7 | 10,2 | 67,7 % | 11,2 | 10,6 | 12,8 | 94,0 % |
| | Arbeiter | 7,2 | 6,7 | 10,4 | 51,7 % | 9,2 | 8,6 | 13,4 | 92,3 % |
| | Angestellte | 8,3 | 6,6 | 10,2 | 97,4 % | 14,8 | 16,7 | 12,5 | 97,1 % |
| Zucker2 | | 16,1 | 16,7 | 14,4 | 97,8 % | 16,9 | 17,5 | 15,1 | 95,0 % |
| | Arbeiter | 17,5 | 18,7 | 12,4 | 98,9 % | 20,6 | 21,4 | 17,3 | 96,1 % |
| | Angestellte | 14,1 | 13,1 | 15,6 | 96,3 % | 11,8 | 10,5 | 13,9 | 93,6 % |# Personal- und Sozialbericht

Konzern 16,8 16,5 17,6 88,7 % 16,8 16,2 18,1 87,9 %
Arbeiter 15,5 15,7 14,6 86,8 % 16,3 15,7 18,4 87,7 %
Angestellte 18,9 18,1 19,8 91,7 % 17,6 17,4 17,8 88,3 %

Der Anteil der verpflichtenden Trainingsstunden (inklusive Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Compliance-Schulungen etc.) betrug im Geschäftsjahr 2021|22 60,2 %. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2021|22 auf rund 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €), was 0,6 % (Vorjahr: 0,6 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.

In der Zeit während der COVID-19-Pandemie wurden neue Formen der Zusammenarbeit gelebt. Vor allem die hybride Form der Zusammenarbeit nahm im Geschäftsjahr 2021|22 eine immer wichtigere Rolle ein. Bei AGRANA werden diese Erfahrungen nun dauerhaft im Unternehmen etabliert. Dazu benötigt es gut abgestimmte Spielregeln, die eine Kultur des Vertrauens und der Ergebnisorientierung voraussetzen. Aus diesem Grund wurde für die österreichischen AGRANA-Standorte die „Home Office-Richtlinie“ erarbeitet, welche den notwendigen Rahmen für das neue hybride Modell bildet. Mit begleitenden Maßnahmen wurden die Teams unterstützt, die für sich passende Form des hybriden Zusammenarbeitens zu finden und somit die Entwicklung zu Hybrid High-Performance Teams zu ermöglichen.

79 Personal- und Sozialbericht

Ein zusätzliches Augenmerk im Geschäftsjahr 2021|22 lag auf der weiteren Digitalisierung von Personalentwicklungsmaßnahmen. Schon bestehende und etablierte Formate wurden in einem digitalen Format angeboten. Ein gutes Beispiel dafür ist das sogenannte INCA-Meeting (Information and Communication @ AGRANA), das einen starken Fokus auf Vernetzung innerhalb bzw. Kennenlernen der gesamten AGRANA-Gruppe legt. 32 Teilnehmende aus aller Welt hatten die Möglichkeit, mit der Geschäftsführung in Kontakt zu treten und spannende Fragen direkt an diese zu adressieren. Die fünf Einheiten im Zeitverlauf von drei Wochen waren gefüllt mit Vorträgen von Expertinnen und Experten sowie der Geschäftsführung, einer Impuls-Session zum Thema digitales Arbeiten und einem Hackathon. Das Gewinnerprojekt des Hackthons wurde anschließend divisionsübergreifend weiterverfolgt. Auf diese Weise wurde jungen, ambitionierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Plattform geboten, um segmentübergreifende Kontakte zu knüpfen und beim Topmanagement auf sich aufmerksam zu machen.

Für AGRANA ist Feedback ein wichtiges Instrument, um persönlich und beruflich wachsen zu können. Daher haben Mitarbeitende bei AGRANA die Möglichkeit, an einem 360° Feedback teilzunehmen. Ziel des AGRANA 360° Feedbacks ist es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, als teilnehmende Feedback-Empfänger, einen individualisierten Impuls für die eigene Kompetenzentwicklung entlang der AGRANA-Kompetenzen zu geben. Dabei erhalten sie ganzheitliches, strukturiertes, anonymes Feedback aus dem eigenen Arbeitsumfeld entlang eines Fragebogens. Die Auswertung zeigt individuelle Stärkenfelder, Lernfelder und blinde Flecken. Insgesamt haben im Geschäftsjahr 2021|22 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am AGRANA 360° Feedback-Prozess teilgenommen und somit wertvolles Feedback für ihren weiteren Weg erhalten.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt.

Arbeitssicherheitskennzahlen der AGRANA-Gruppe¹ in den Geschäftsjahren 2021|22, 2020|21 und 2019|20

Verletzungsrate² Rate schwerer Verletzungen³ Rate der Todesfälle aufgrund schwerer Verletzungen
Segment Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer
**2021 22**
Frucht 1,1 1,5 0,5 0,1 0,1 0,0 0,0 0,0
Stärke 2,3 2,7 0,8 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zucker 1,9 2,4 0,8 0,1 0,1 0,0 0,1 0,1
Konzern 1,4 1,9 0,6 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0
**2020 21**
Frucht 1,1 1,5 0,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stärke 2,4 2,8 1,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zucker 2,7 3,1 1,7 0,1 0,1 0,0 0,0 0,0
Konzern 1,6 2,1 0,7 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
**2019 20**
Frucht 1,1 1,4 0,6 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0
Stärke 2,8 3,4 0,4 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Zucker 2,6 2,8 1,9 0,1 0,1 0,0 0,0 0,0
Konzern 1,6 2,1 0,8 0,0 0,1 0,0 0,0 0,0

Im Geschäftsjahr 2021|22 ereigneten sich zwei tödliche Arbeitsunfälle (Vorjahr: 0 Todesfälle). Im Berichtsjahr 2021|22 ereigneten sich 127 Arbeitsunfälle (Vorjahr: 146) in der AGRANA-Gruppe¹. Weiters ereigneten sich 5 Unfälle von Kontraktoren (Vorjahr: 5 Unfälle), die aus organisatorischen Gründen nicht in den Arbeitssicherheitskennzahlen enthalten sind.

¹ Mitarbeitende im befristeten und unbefristeten Dienstverhältnis in den GRI-Berichtsgrenzen
² Verletzungsrate = (Gesamtanzahl zu dokumentierender Unfälle⁵ ÷ Gesamtarbeitszeit⁶) x 200.000⁷
³ Rate schwerer Verletzungen = (Gesamtanzahl schwerer Verletzungsfälle⁴ ÷ Gesamtarbeitszeit⁶) x 200.000⁷
⁴ Eine Verletzung ist als schwer zu betrachten, wenn keine vollständige Erholung bzw. Genesung innerhalb von sechs Monaten nach dem Unfall erfolgt.
⁵ In den AGRANA-Arbeitssicherheitskennzahlen zählen Vorfälle ab dem ersten geplanten Arbeitstag, an dem der/die Mitarbeitende aufgrund des Vorfalls dem Arbeitsplatz fernbleibt, als Unfall (ohne Wegunfälle).
⁶ Als Gesamtarbeitszeit versteht AGRANA die Vertragsarbeitszeit in Stunden plus die bezahlten Überstunden.
⁷ Erklärung Faktor 200.000: Der Faktor 200.000 soll der Vergleichbarkeit unternehmensinterner Arbeitssicherheitsdaten über Unternehmensgrenzen Hinweg dienen. Dieser entstand unter der Annahme von 40 Arbeitsstunden pro Woche, 50 Arbeitswochen pro Jahr für 100 Mitarbeiter (40 x 50 x 100). Damit versucht man die durchschnittliche unternehmensspezifische Anzahl von Unfällen, Ausfallstagen bzw. Abwesenheitsstunden (aufgrund von Unfall und Krankheit) pro im Unternehmen geleisteter Arbeitsstunde auf einen jährlichen Wert pro 100 Mitarbeitende umzurechnen.

Art und Anzahl der Arbeitsunfälle 2021|22
Prellungen, Quetschungen, Schürfwunden (46), Rutschen/Stürzen/Fallen mit Folgeverletzungen (28), Schnitt- und Stichverletzungen (19), Verbrennungen und Verbrühungen (10), Verletzungen durch falsches Heben, Tragen oder Lagern (13), Dienstliche Wegeunfälle (3), Augenverletzungen (3), Sonstige (5)

80 Personal- und Sozialbericht

Arbeitssicherheitsziele der AGRANA-Gruppe¹ im Geschäftsjahr 2021|22 und Ziele der Folgejahre

¹ Mitarbeitende in den GRI-Berichtsgrenzen
² Begriffsdefinition siehe Seite 80
³ Ausfallstagequote = (Gesamtanzahl der Ausfallstage⁴ ÷ Gesamtarbeitszeit)2 + 200.000²
⁴ Der Arbeitstag wird mit acht Stunden angenommen

81 Personal- und Sozialbericht

Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen.

In allen 25 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine - wenn auch unterschiedlich ausgestaltete - gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beraterinnen und Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeitenden zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.

Die AGRANA-Gruppe erhebt neben den gesetzlich vorgeschriebenen lokalen Arbeitssicherheitsmaßnahmen und Berichtspflichten (z.B. an Versicherungsträger) seit vielen Jahren monatlich, weltweit einheitlich definierte Kennzahlen zur Arbeitssicherheit und Gesundheit. Damit wird eine bessere konzernweite Vergleichbarkeit und Analyse von Arbeitsunfällen gewährleistet und die Basis für die Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen und Zielen im Rahmen der Programme in den Geschäftssegmenten bzw. -bereichen geschaffen.

Der jährlich einberufene zentrale Arbeitsschutzausschuss dient den Arbeitssicherheitsbeauftragten der europäischen Standorte, den verantwortlichen Geschäftsführern, Personalverantwortlichen und Mitarbeitervertretern zum überregionalen und funktionsübergreifenden Austausch zu Sicherheits- und Gesundheitsthemen, wie z.B. der Analyse ausgewählter Unfälle bzw. Unfallarten (auch an außereuropäischen Standorten) und der Diskussion weiterer Maßnahmen zur Unfallvermeidung.

Im international tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen bestehen ebenfalls funktional divers zusammengesetzte Arbeitsgruppen und Beratungsgremien, die das Arbeitssicherheitsprogramm „Safety First“ des Bereiches zum Vorreiterprogramm in Sachen Arbeitssicherheit in der AGRANA-Gruppe gemacht haben.

Leider hat AGRANA trotz aller Sicherheitsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2021|22 zwei tödliche Arbeitsunfälle am Standort der AGRANA Zuckerfabrik Buzau|Rumänien zu berichten. Diese betrafen Mitarbeiter, die im Rahmen sogenannter „Goodwill Actions“, Kollegen bzw. einem Transporteur Hilfestellungen außerhalb ihres eigentlichen Aufgabengebietes bzw. Arbeitsauftrages leisten wollten.# Konzernlagebericht

Einerseits im Rahmen der Reinigung einer verstopften Transportschnecke bzw. andererseits beim Einweisen eines Produkte abholenden LKWs an die Laderampe. Die tragischen Todesfälle wurden im Rahmen der Weiterentwicklung des Unfallpräventionskonzeptes und der Verstärkung segmentübergreifender wechselseitiger interner Sicherheitsaudits adressiert.

Die COVID-19-Pandemie prägte auch im zweiten Pandemiejahr 2021|22 weiterhin die AGRANA-Geschäftstätigkeit, wenngleich sich aufgrund der Lerneffekte aus dem ersten Pandemiejahr eine gewisse „Pandemie-Routine“ entwickelte. Mit einem durchdachten Präventionskonzept gelang es in der AGRANA-Gruppe, die COVID-19-Fälle auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau zu halten. Alle AGRANA-Produktionsstandorte setzen entsprechende Präventionsmaßnahmen wie z.B. kontaktlose Schichtübergabe, Abstandsregeln, Nutzung persönlicher Schutzausrüstung und verschärfte Hygieneregeln, die den jeweiligen Notwendigkeiten im Rahmen des lokalen Infektionsgeschehens angepasst wurden, um. Auch kurzfristige Betriebseinstellungen wurden an zwei Standorten als Präventionsmaßnahme gegen eine weitere COVID-19-Ausbreitung unter der lokalen Belegschaft umgesetzt. Ein Fruchtsaftkonzentratstandort in Polen startete in eine verfrühte, zeitlich etwas verlängerte weihnachtliche Betriebspause von 14 Tagen und der Fruchtzubereitungsstandort in Algerien stellte den Betrieb Ende Januar 2022 drei Tage ein. Weitere Präventivmaßnahmen umfassten regelmäßige kostenlose COVID-19-Antigen-Schnelltests und Impfungen gegen COVID-19 an vielen Standorten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung arbeiteten in den Phasen hoher lokaler Infektionszahlen, wo es möglich war, aus dem Home-Office. Durch virtuelle Meetings und Abstimmungen konnte der regelmäßige Austausch gewährleistet werden. Durch die gesetzten Maßnahmen ist AGRANA seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in der Lage, die Versorgung ihrer Kunden mit ihren Produkten trotz der zusätzlichen Herausforderungen zu gewährleisten. AGRANA hat für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich seit Ausbruch der Pandemie keine staatlich geförderten Kurzarbeitsmodelle in Anspruch genommen.

82 Konzernlagebericht

Bezüglich Sicherheitsmaßnahmen für die Mitarbeitenden in der Ukraine aufgrund des Krieges wird auf das Unterkapitel Krieg in der Ukraine im Kapitel Risikomanagement, Seite 91, verwiesen.

Gesundheitsprogramme

Im Rahmen der laufenden arbeitsmedizinischen Betreuung bietet AGRANA unter dem Begriff „AGRANA Fit“ an vielen Standorten Gesundenuntersuchungen und/oder Impfungen (Grippeschutz, FSME, COVID-19, Titer-Bestimmungen etc.) an. Diese sollen zum Ziel der Erhaltung bzw. Verbesserung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Mitarbeitenden beitragen. Zusätzlich bestehen an einigen Standorten individuelle Kooperationen mit lokalen Gesundheitsorganisationen und Fitnesseinrichtungen. AGRANA bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zahlreiche sportliche Angebote, wie z.B. Laufgruppen, Deep Work, Zumba Toning, High-Intensity-Intervall-Training (HIIT), Afterwork Bodyweight sowie Vinyasa Flow Yoga-, Pilates- und Bootcamp-Kurse an. Die Kurse wurden im Geschäftsjahr 2021|22 in einem digitalen Format angeboten, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch eine Teilnahme aus dem Home-Office zu ermöglichen. Neben der großen Vielfalt an Gesundheits- und Sportangeboten wurden auch zahlreiche Workshops zur Information, Sensibilisierung und Weiterbildung in den Bereichen Work-Life-Balance-Management, Ernährung, Stress- und Burnout-Prävention sowie Workshops für richtige Ergonomie am Arbeitsplatz angeboten. Da gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil für das persönliche Wohlbefinden ist, macht AGRANA die Mitarbeitenden mit Workshops und lokalen Aktionen, wie z.B. frischem Obst zur freien Entnahme, auf die Wichtigkeit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung aufmerksam. Neben diesen Angeboten zur Verbesserung der physischen Gesundheit wurde im Geschäftsjahr 2021|22 an allen österreichischen Standorten eine Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden mittels Fragebogen und freiwilligen vertiefenden Gruppeninterviews zu verschiedenen Aspekten ihres Arbeitsalltages befragt. Die Rücklaufquote war sehr hoch und es wurden über alle österreichischen Standorte hinweg durchwegs gute Ergebnisse erzielt. Nach erfolgter Analyse wurden einige Themenbereiche in Arbeitsgruppen aufgearbeitet und die Ergebnisse anschließend den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Management und dem Betriebsrat präsentiert. Das Projekt wurde durch eine segmentübergreifende Arbeitsgruppe gesteuert, die weiterführende Maßnahmendefinition und Umsetzung erfolgte dann durch diverseste Interessensgruppen innerhalb der Gesellschaften.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk „Unternehmen für Familien“ beigetreten (siehe auch Corporate Governance-Bericht). Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien), variable Arbeitszeit und auch ein Eltern-Kind-Büro am Standort in Wien.

83 Risikomanagement (inklusive Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem)

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • Ein konzernweites operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • Das Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der „Monte-Carlo-Simulation“, ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnten. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet. Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor. Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten. Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe, erlaubt.# Risikomanagement

Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. In weiterer Folge werden zukünftig die Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten (siehe dazu auch Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 30ff), die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Im Bereich der Energiebeschaffung war das Geschäftsjahr 2021|22 von historisch massiven Preissteigerungen gekennzeichnet. Die zukünftige Preisentwicklung der Energieträger kann einen bedeutenden Einfluss auf die Profitabilität von AGRANA haben. Zur Fixierung von Energiepreisen werden Gas- und Stromvolumina in einem bestimmten Ausmaß über einen mittelfristigen Zeithorizont gesichert.

Im Segment Frucht können sich durch nachteilige Witterungsverhältnisse sowie durch Pflanzenkrankheiten verursachte Ernteausfälle negativ auf Verfügbarkeit und Einstandspreis der Rohstoffe auswirken. AGRANA ist es durch ihre weltweite Präsenz und die Kenntnis der Beschaffungsmärkte möglich, im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen regionale Versorgungsengpässe und Preisvolatilitäten frühzeitig zu erkennen und diesen entsprechend entgegenzuwirken. Wo möglich werden beschaffungsseitig Jahresverträge abgeschlossen.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate werden Rohstoff-, Produktions- und Vertriebsrisiken zentral gesteuert. Sowohl Rohstoffeinkäufe als auch Verkaufskontrakte in Fremdwährung werden über Derivatgeschäfte abgesichert. In diesem Zusammenhang werden keine Short- bzw. Long-Positionen über den Zweck der Absicherung des Kerngeschäftes hinaus eingegangen. Dem Risiko schwankender Energiepreise wird anhand von frühzeitiger Absicherung im Energieeinkauf entgegengewirkt. Besondere Herausforderungen im Geschäftsjahr 2021|22 waren die Weitergabe erhöhter Rohstoffpreise bei Buntsäften, die Bewältigung der globalen Transportkrise und das Management der Energie- und Verpackungskosten.

Im Segment Stärke sind Mais und Weizen die Hauptrohstoffe. Daneben sind auch die Energiekosten wesentlicher Teil der Herstellkosten. Die Möglichkeit, Beschaffungspreisschwankungen den Kunden weiterzugeben ist vom Produkt bzw. der Branche abhängig. Bei Stärken und Nebenprodukten führen Beschaffungspreisveränderungen zu einer gleichgerichteten Preisanpassung im Markt, wodurch Rohstoff- und Energiepreisrisiken teilweise kompensiert werden („Natural Hedge“). Bei Bioethanol leiten sich in Europa die Verkaufspreise im Wesentlichen von den Notierungen der Informationsplattform „Platts“ ab, die nicht von Rohstoffpreisen, sondern von Marktschwankungen beeinflusst werden. Entsprechend ist eine hohe Volatilität bei den Bioethanolpreisen feststellbar. Bei Verzuckerungsprodukten orientiert sich der Preis am europäischen Zuckerpreisniveau und ist zu einem großen Teil unbeeinflusst von Rohstoffpreisschwankungen.

Die Versorgung mit Rohstoffen kann durch Beschaffung auf nationalen und internationalen Beschaffungsmärkten weitgehend als gesichert betrachtet werden. Die Versorgung mit Spezialrohstoffen wird durch Kontraktanbau und Lieferverträge in adäquatem Ausmaß sichergestellt. Wenn wirtschaftlich sinnvoll, kann die Absicherung auch durch intern genehmigungspflichtige Termingeschäfte (Future-Kontrakte und OTC-Derivate) erfolgen. Umfang und Ergebnisse dieser Sicherungsgeschäfte sind Bestandteil des regelmäßigen Reportings und werden an den AGRANA-Vorstand berichtet.

Im Segment Zucker werden Zuckerrüben und Rohr-Rohzucker als Rohstoffe verwendet. Neben witterungsbedingten Einflussfaktoren spielt für die Verfügbarkeit des Rohstoffes Zuckerrübe auch die Wirtschaftlichkeit des Rübenanbaus - im Vergleich mit der Kultivierung anderer Feldfrüchte - für die zuliefernden Bauern eine wichtige Rolle. Die Verfügbarkeit von Zuckerrüben gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die finalen Rübenpreise teilweise vom Zuckerverkaufspreis abhängen.

AGRANA intensivierte zur Aufrechterhaltung beider Zuckerfabriken in Österreich ihre Bemühungen in Kooperation mit den Rübenbauern bzw. Rübenbauernverbänden zur Kontrahierung der dafür erforderlichen Rübenmenge. Hierzu werden ausverhandelte Mindestpreise für Zuckerrüben gezahlt, sodass die Landwirte mit planbaren und damit stabileren Rahmenbedingungen kalkulieren können. Mögliche zukünftige Streichungen von nationalen gekoppelten Prämien für den Anbau von Rüben an Landwirte in den Anbauregionen von Ungarn, Rumänien, Tschechien und der Slowakei werden sich negativ auf das Einkommen der lokalen Landwirte auswirken und können ein Preis- und/oder Mengenrisiko für AGRANA darstellen.

Für die Raffinationsstandorte in Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien stellt die Möglichkeit der Wertschöpfung aus der Verarbeitung des bezogenen Rohzuckers unter Berücksichtigung der erzielbaren Marktpreise für Weißzucker den grundlegenden Rentabilitätsfaktor dar. Neben dem Risiko aus den Einstandspreisen für Rohzucker stellen auch die Bestimmungen für den Import von Weiß- und Rohzucker in die EU und die CEFTA-Länder ein Beschaffungsrisiko dar. Der Rohzuckerbedarf wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit durch Warentermingeschäfte abgesichert. Darüber hinaus werden auch im Falle von Exporten von Weißzucker diese bzw. Industriekontrakte mittels Warentermingeschäften abgesichert. Die Absicherungsgeschäfte werden gemäß den internen Richtlinien ausgeführt und unterliegen der Berichtspflicht gegenüber dem Vorstand.

Die Produktionsvorgänge, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, sind energieintensiv. Daher investiert AGRANA fortlaufend in die Steigerung der Energieeffizienz ihrer Produktionsanlagen sowie den Umstieg auf emissionsärmere bzw. erneuerbare Energieträger. Für die eingesetzten Energieträger werden teilweise kurz- und mittelfristige Mengen- und Preissicherungen vorgenommen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken.

Nach mehreren Jahren des kontinuierlichen Preisrückgangs war im Geschäftsjahr 2021|22 ein Aufwärtstrend bei den durchschnittlichen Zuckerpreisen in der EU zu beobachten. Der europäische Zuckermarkt steht weiterhin vor zahlreichen Herausforderungen: Die COVID-19-Pandemie beeinflusst den Verbrauch und den Handel immer noch erheblich und führte u.a. auch zu einem Anstieg der Energie- und Transportkosten. Die Zuckerrübe in der EU steht darüber hinaus in starkem Wettbewerb mit anderen landwirtschaftlichen Kulturen wie z.B. Mais oder Weizen. Die weitere Entwicklung der Zuckerpreise auf den europäischen Märkten sowie auf den Märkten außerhalb der EU wird auch zukünftig die Ergebnissituation im Segment Zucker wesentlich beeinflussen.

Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können. AGRANA tätigt zur Stärkung bzw. zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Investitionen in allen Segmenten. Darüber hinaus werden Investitionen in neue Märkte evaluiert und vorgenommen.

Die politisch instabile Situation in Weißrussland und die Unruhen in Kasachstan können sich negativ auf das Marktumfeld im Segment Frucht auswirken. Aus derzeitiger Sicht verzeichnet die Region jedoch nach wie vor eine stabile Ertragslage, die Entwicklungen werden laufend und engmaschig beobachtet (zum Krieg in der Ukraine siehe Risikomanagement, Seite 91). Des Weiteren steht speziell in Argentinien, China und der Türkei das volkswirtschaftliche Umfeld und dessen Auswirkung auf die Marktgegebenheiten unter ständiger Beobachtung.# IT-Risiken

AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Expertinnen und Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet. Über die aktuellen Entwicklungen und ihre Konsequenzen wird auch auf Seite 68f im Segment Zucker berichtet.

Zuckermarktordnung: Seit dem 1. Oktober 2017 gelten für die europäische Zuckerindustrie neue Rahmenbedingungen. Teil dieser neuen Rahmenbedingung ist die Verbesserung der Markttransparenz in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Die EU-Kommission hat mit den Durchführungsverordnungen (EU) 2017/1185 und (EU) 2019/1746 neue Regulierungsmaßnahmen in Form von verschiedenen Meldepflichten beschlossen. Damit soll die Transparenz in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor verbessert werden, um die Wirtschaftsbeteiligten und die Behörden zu befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen und um das Verständnis der Marktteilnehmer für Marktentwicklungen zu verbessern. Dadurch entsteht erstmals die Notwendigkeit Preise auf Stufen der Wertschöpfungskette, die zwischen den Erzeugern der Rohstoffe und den Endverbrauchern liegen, zu erheben. Dies betrifft sowohl den Lebensmitteleinzelhandel als auch die Lebensmittelverarbeitungsbetriebe.

Freihandelsabkommen

Angesichts zu befürchtender Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen hat sich die früher zurückhaltende Position der EU zu bilateralen Freihandelsabkommen geändert. Die EU verhandelt mit zahlreichen Staaten über Freihandelsabkommen. Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse. Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben im Juni 2019 eine politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen erzielt. Der Antrag ging in jedem Mitgliedsland in einen Ratifizierungsprozess. Die EU-Kommission verhandelt derzeit mit Australien und Neuseeland über die Ausgestaltung eines Freihandelsabkommens. Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.

EU Green Deal

Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten 30 Jahre die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um -55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990. Abgesehen von den Klimaambitionen werden unter dem Green Deal alle legislativen Bereiche auf ihren Einklang mit dem Ziel der Klimaneutralität überprüft. Dadurch können sich Änderungen ergeben, wie z.B. in der Industrieemissions-Richtlinie oder der Emissionshandels-Richtlinie. Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch die Diskussionen rund um ein CO2-Grenzausgleichssystem sowie die Einführung eines CO2-Preises. Neben den Überlegungen zu einem CO2-Grenzausgleichssystem werden derzeit auch weitere Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung weiterer Umweltkriterien für definierte Güter im Rahmen von Importen aus Drittstaaten, wie z.B. der Verordnungsvorschlag über entwaldungsfreie Lieferketten, diskutiert.

87 Konzernlagebericht

Weitere für AGRANA v.a. im Bereich ihrer Lieferkette wichtige Arbeitspakete des Green Deals sind u.a. die „Vom Hof auf den Tisch“-Initiative, die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft sowie die Biodiversitätsstrategie. Daneben stellt die Sicherstellung sozialer Mindeststandards in der Lieferkette, die Deutschland im Rahmen des ab 2023 national anzuwendenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes bereits verabschiedet hat, auch für die EU-Kommission einen zukünftigen Arbeitsschwerpunkt dar. Ein weiteres wichtiges Kernelement des EU Green Deal zur Transformation in Richtung emissionsarmer Gesellschaft ist die Umlenkung von Finanzströmen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, die einen Beitrag zum Erreichen der sechs EU-Umweltziele, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Umweltverschmutzung sowie Schutz von Ökosystemen und Biodiversität, leisten. Im Sommer 2020 hat die EU mit der EU-Taxonomie ein Regelwerk verabschiedet, das Kriterien für den Ausweis nachhaltiger bzw. „grüner“ Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben definiert, die insbesondere einem der vorgenannten Umweltziele dienen, ohne dabei eines der anderen fünf Umweltziele erheblich zu beeinträchtigen. Im Juli 2021 wurden im Rahmen eines delegierten Rechtsaktes Vorgaben für einzelne Wirtschaftsaktivitäten und deren Beitrag zu den Umweltzielen eins und zwei veröffentlicht. Bisher bestehen nur für einen sehr geringen Teil der AGRANA-Geschäftstätigkeiten bzw. Produkte Vorgaben, der Großteil ist in der EU-Taxonomie bisher noch nicht abgedeckt (siehe Nicht-finanzielle Erklärung, Seite 30ff). Mit einer Ausweitung von Vorgaben auf die für AGRANA wesentliche Produktion von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelbestandteilen ist 2022 zu rechnen. Generell wird davon ausgegangen, dass sich mit steigendem Anteil „grüner“ Umsätze, Investitionen oder Betriebsausgaben Vorteile bei der Finanzierung und staatlichen Förderungen ergeben könnten. Aufgrund derzeit noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal, können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien

Am 21. Dezember 2018 wurde die Erneuerbare Energie Richtlinie der EU (RED II) verabschiedet, die eine wesentliche Bedeutung für die Geschäftstätigkeit im Segment Stärke hat. Aufgrund noch fehlender Klarstellungen und Definitionen seitens der EU-Kommission wird weiterhin an der nationalen Umsetzung dieser Richtlinie gearbeitet. Die diesbezügliche Umsetzungsfrist lief am 30. Juni 2021 aus. Diese Richtlinie sieht eine Untergrenze von 14 % erneuerbare Energie im Transportbereich bis zum Jahr 2030 vor. Der auf die Zielerreichung anrechenbare Anteil der getreidebasierten Biotreibstoffe wurde mit dem nationalen Beitrag im Jahr 2020, maximal jedoch 7 %, begrenzt. Weiters wurde ein Unterziel für sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe („2. Generation“) in Höhe von mindestens 3,5 % bis zum Jahr 2030 festgelegt. Die Rohstoffliste für die fortschrittlichen Biokraftstoffe wird in Anhang IX der Richtlinie festgelegt und kann durch die EU-Kommission ergänzt werden. In Österreich beträgt das Substitutionsziel von Biotreibstoffen gemäß derzeit gültiger Kraftstoffverordnung 5,75 % (basierend auf RED I) und davon 3,4 % aus Bioethanol (jeweils bezogen auf den Energiegehalt). Die Einführung von E10 würde den Biotreibstoffanteil unmittelbar mit den vorhandenen Produktionskapazitäten auf das 7%-Ziel anheben. Auf nationaler Ebene würde damit nicht nur der RED II-Richtlinie entsprochen, sondern auch die nachweisbare Verringerung von Partikel-Emissionen könnte erreicht werden.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeitende betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeitenden regelmäßig fort.

88 Risikomanagement

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. Die BWB begründet dies v.a. damit, dass das Bundeskartellamt in seiner Entscheidung nur den Unwertgehalt des Verhaltens von Südzucker in Bezug auf Deutschland berücksichtigt habe, und dass die Verhängung einer "Zusatzstrafe" in Bezug auf Österreich sowohl zulässig als auch geboten sei. Mit Beschluss vom 27. März 2020 hat der OGH das Rekursverfahren unterbrochen und den EuGH um eine Vorabentscheidung zur Reichweite des Grundsatzes „ne bis in idem“ bei EU-Wettbewerbsverfahren gebeten. Der EuGH hat am 22.März 2022 entschieden, dass die Südzucker kein Bußgeld zu zahlen hat (also Verbot der Doppelbestrafung), wenn die in Österreich untersuchten Sachverhalte beim deutschen Settlement vor dem deutschen Kartellamt enthalten waren. Der Antrag wurde daher an die erste Instanz zurückgewiesen. Für das weitere Verfahren wird eine Dauer von zwei Jahren geschätzt.

Weiters ist die AGRANA Stärke GmbH in einem Verfahren vor dem Handelsgericht Wien beklagte Partei. Die klagende Partei behauptet, einen Schaden aus einer Nichtlieferung von zugesagten Produktmengen erlitten zu haben. Das Verfahren befindet sich in der ersten Instanz, im Stadium der gerichtlichen Beweisaufnahme. Mit einem erstinstanzlichen Urteil ist im Geschäftsjahr 2022|23 zu rechnen. AGRANA hält die Ansprüche der klagenden Partei mangels wirksamer Vereinbarung der Abnahmemengen für unbegründet.

Darüber hinaus bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Aufgrund des seit einigen Jahren, insbesondere im Euro-Raum, bestehenden negativen Zinsumfeldes im Geldmarktbereich kommt es auch bei variabel verzinsten Finanzanlagen und Finanzierungen für die AGRANA-Gruppe zu nachteiligen Auswirkungen. Bei Bankguthaben besteht das Risiko von weiterverrechneten Negativzinsen, wohingegen bei einigen Finanzierungen der negative Zinssatz nicht an AGRANA weitergegeben wird.

Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des „Cash Flow at Risk“ bzw. der „Modified Duration“ ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.

89

Konzernlagebericht

Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert. Das Währungsrisiko wird durch den „Value at Risk“-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken

Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Kontrahenten- und Bankenrisiken

Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen, global verteilt, bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt (siehe dazu auch nächstes Unterkapitel Coronavirus (COVID-19)). Die finanziellen Risiken werden im Konzernanhang im Kapitel Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Seite 157ff) im Detail erläutert.

Coronavirus (COVID-19)

1 Einzig im Segment Frucht kam es an Standorten in Polen und Algerien zu tageweisen Betriebseinstellungen als Präventionsmaßnahme um eine weitere COVID-19-Ausbreitung unter der Belegschaft zu verhindern. Die globale Verbreitung des Coronavirus und diverser Mutationen führt trotz der bereits durchgeführten Impfungen in vielen Ländern der Welt weiterhin zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. AGRANA ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen. Bereits unmittelbar nach Ausrufung der Pandemie-Erklärung der WHO wurde zur Sicherheit der Mitarbeitenden sowie für die Aufrechterhaltung der Produktion eine konzernweite Pandemie-Richtlinie erlassen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Krisenteams aktiviert, jeweils lokale Business Continuity-Pläne implementiert, verstärkte Kommunikationsmaßnahmen sowie erhöhte Hygienemaßnahmen ergriffen wurden und ein hohes Augenmerk auf die Einhaltung der behördlichen Empfehlungen und Anordnungen gelegt wird. Kurz nachdem Impfstoffe verfügbar waren, hat AGRANA aktiv die Impfung der Mitarbeitenden unterstützt. Nach wie vor bestehen restriktive Maßnahmen in Bezug auf Dienstreisen. Darüber hinaus wurde, basierend auf den guten Erfahrungen der temporären Heimarbeit und aufgrund der Wünsche aus der Belegschaft, in Österreich die Einführung einer Home-Office-Regelung ermöglicht, die auch über die Pandemie hinaus Bestand haben wird. Sämtliche gesetzten Maßnahmen haben in der Gruppe ihre positive Wirkung gezeigt und es ist gelungen, in weltweit 55 Produktionsstandorten den vollen Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten1. Darüber hinaus konnte das Funktionieren der Transportketten gesichert werden, sodass es zu keinen nennenswerten Verzögerungen in der Belieferung der Kunden kam. AGRANA gehört als Teil der kritischen Infrastruktur und Nahrungsmittelproduzent zu den weniger wirtschaftlich betroffenen Branchen. Dennoch wird COVID-19 und deren Mutationen, trotz Impfungen, auch weiterhin Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft haben und es kann weiterhin zu Beeinträchtigungen in der Beschaffung, Produktion und auf den Absatzmärkten kommen.

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Risikomanagement

Auf den Finanzmärkten sowie im Interbankenhandel ist es unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie temporär zu massiven Verwerfungen gekommen, die sich aber im AGRANA Geschäftsjahr 2021|22 nicht wiederholt haben und an den Finanzmärkten eine Beruhigung und Stabilisierung eingetreten ist. Dennoch bleibt die künftige ökonomische Entwicklung von gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit, auch beeinflusst durch Lockdown-Phasen, geprägt. Im Geschäftsjahr 2020|21 war AGRANA mit einer Reduzierung der Versicherungsdeckung aus Warenkreditversicherungen, in Einzelfällen auch eine gesamte Aufhebung des Deckungsumfangs bzw. eine erschwerte Erstversicherung von Neukunden, betroffen. Diese Situation hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021|22 etwas entspannt. Dennoch führten diese Erfahrungen zu einem engmaschigeren Monitoring der Kundenforderungen und Zahlungsziele sowie alternativen Risikoevaluierungsmaßnahmen und -sicherstellungen. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen sind derzeit keine zusätzlichen nennenswerten Forderungsausfälle zu beobachten. AGRANA steht in engem Austausch mit ihren Hausbanken und überprüft laufend die Verfügbarkeit der vorhandenen Kreditrahmen. Ebenso wird die Liquidität auf den weltweit unterhaltenen Bankkonten und das Rating der Bankpartner laufend kritisch überprüft und bei Bedarf werden notwendige Umschichtungen vorgenommen.# Krieg in der Ukraine

AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch stillgelegt und wird zum Berichtszeitpunkt1 nur eingeschränkt und temporär, je nach aktueller Sicherheitslage, weitergeführt. Rund 3 %1 der ukrainischen Mitarbeitenden sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen oder wurden zum Militärdienst einberufen. AGRANA hat einen Krisenstab eingerichtet, um die negativen Auswirkungen, insbesondere auch auf die Mitarbeitenden, so gut wie möglich zu begrenzen. In Russland ist die Produktion weiterhin aufrecht, jedoch kann sich die äußerst instabile wirtschaftliche Situation negativ auf das Marktumfeld und das Konsumverhalten auswirken. Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen (siehe dazu auch Konzernanhang, Seite 126ff).

Die kriegerische Auseinandersetzung hat auch negative Auswirkungen auf die Einkaufspreise und die Volatilität für Roh- und Hilfsstoffe der AGRANA-Gruppe. Insbesondere sind die Getreidepreise massiven Erhöhungen ausgesetzt. Des Weiteren sind auch die Preise für Energie nach Ausbruch des Krieges weiter stark angestiegen. Die mittelfristige Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise ist aufgrund der Unsicherheiten auf den internationalen Beschaffungsmärkten schwer abschätzbar. Aufgrund des derzeit hohen Preisniveaus im Einkaufsbereich überprüft AGRANA laufend Preiserhöhungen im Absatzbereich als wesentliche Gegenmaßnahme zu den aktuellen Kostenentwicklungen. Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko aus Cyber- und Sabotageattacken mit sich.

1 Zum Testatsstichtag am 25. April 2022

Nicht-finanzielle Risiken

Im Geschäftsjahr 2021|22 hat sich AGRANA weiter mit der Analyse der nicht-finanziellen bzw. nicht primär finanziellen Risiken beschäftigt. Für die Betrachtungen wurden einerseits die Vorgaben des österreichischen Nachhaltigkeits- und Diversitätsgesetzes bzw. des § 267a UGB und der Global Reporting Initiative (GRI) sowie andererseits auch die Reporting-Empfehlungen zu klimabezogenen Risiken und Chancen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) herangezogen. Während die gesetzlichen und GRI-Anforderungen ihren Fokus auf die von Unternehmen ausgelösten nicht-finanziellen Risiken bzw. tatsächlichen Auswirkungen richten, empfiehlt die TCFD die verstärkte Darstellung der durch den Klimawandel auf Unternehmen wirkenden Risiken. Das AGRANA-Risikomanagement beschäftigt sich mit den auf AGRANA wirkenden Risiken und deckt die im Rahmen der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf die Gruppe wirkenden physischen Risiken (v.a. Rohstoffbeschaffungsrisiken, aber auch akute physische Risiken) ab. Der Betrachtungszeitraum für die genannten Risiken entspricht im Rahmen des AGRANA-Risikomanagementsystems und dem konzernweit einheitlich implementierten Planungs- und Berichtssystem fünf Jahren (Beschreibung siehe Kapitel Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, Seite 93).

Im Geschäftsjahr 2022|23 wird AGRANA im Rahmen der weiteren Entwicklung ihrer Geschäftsstrategie eine umfassende Klimawandel-Szenarioanalyse nach TCFD-Vorgaben durchführen. In diesem Projekt sollen speziell die langfristig auf AGRANA wirkenden Risiken der Erderwärmung und ihrer Folgen, d.h. Risiken mit einem Betrachtungshorizont von mehr als fünf bis maximal 30 Jahren, betrachtet werden. Unter Zuhilfenahme von drei unterschiedlichen, von internationalen Experten entwickelten, Klimawandelszenarien und ihren potenziellen regionalen Auswirkungen sollen akute und chronische physische sowie transitorische Risiken, die auf die AGRANA-Produktionsaktivitäten sowie ihre vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten in den drei Geschäftssegmenten wirken erfasst und quantifiziert werden. Darauf basierend sind entsprechende bestandssichernde Klimawandel Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln. Die Klimawandel-Szenarioanalyse soll aber auch Chancen für die Weiterentwicklung der bestehenden Geschäftsmodelle bzw. das Erschließen neuer Geschäftsfelder aufzeigen.

91 Konzernlagebericht

Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem (ETS1). Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und dem darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen. (siehe dazu Abschnitt „Regulatorische Risiken“)

Sowohl die in diesem Risikobericht beschriebenen auf AGRANA wirkenden als auch die durch AGRANAs Geschäftstätigkeit ausgelösten Risiken und tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die ergriffenen Maßnahmen, wie z.B. die Entwicklung einer AGRANA-Klimastrategie, werden im Kapitel Nicht-finanzielle Erklärung (Seite 39) genauer beschrieben. AGRANA hat sowohl im Bereich der auf sie wirkenden als auch im Bereich der von ihr ausgelösten Risiken angemessene Maßnahmen gesetzt, um nachteiligen Effekten aus nicht-finanziellen Risiken aus der strategischen und operativen Geschäftsgebarung entgegenzuwirken. Die Maßnahmen betreffen Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange und stehen im Einklang mit nationalen und internationalen Standards zur Wahrung der Qualitäts- und Reputationsansprüche im Interesse der AGRANA-Gruppe.

1 Emission Trading System (ETS)

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs-, Energie- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Im Segment Zucker ist der Einfluss der Weltmarktpreise auf das europäische Preisniveau von gestiegener Bedeutung. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert. Trotz der sich nach oben bewegenden EU-Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns aufgrund der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der im letzten Geschäftsjahr deutlich gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Hilfs- und Betriebsstoffe sowie aufgrund der nach wie vor gegebenen Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer des Krieges in der Ukraine sowie der Coronavirus-Krise deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereichen risikoausgleichend agieren. Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.

92 Risikomanagement

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB

Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP1-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschaurechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen.# Risikobericht

Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird. Ein konzernweites Risikomanagementsystem (siehe Kapitel Risikomanagement, Seite 84ff), sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

1 Enterprise-Resource-Planning

Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte¹

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2022 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2021: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2021: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt.

An der ZBG halten die „ALMARA“ Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.

Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dkfm. Markus Mühleisen, MBA von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Ingrid-Helen Arnold, MBA seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

Es gibt keine Inhaberinnen und Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Aktionärinnen und Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien („Syndicated Loans“) sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Mitarbeitenden im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.


¹ Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB

Prognosebericht

AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt. Der seit Ende Februar 2022 andauernde Krieg in der Ukraine führte zu einer nochmaligen Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf den Absatzmärkten und weiteren Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten. Die sich hieraus ergebenden wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie die Dauer dieser zusätzlichen temporären Ausnahmesituation sind nur schwer abschätzbar. Daneben bestehen auch weiterhin Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass der Krieg in der Ukraine temporär und regional begrenzt bleibt, die physische Versorgung mit Energie und Rohstoffen gewährleistet ist und sich innerhalb des Geschäftsjahres 2022|23 die Absatz- und Beschaffungsmärkte wieder teilweise normalisieren können. AGRANA erwartet auch, die insbesondere im Rohstoff- und Energiebereich deutlich gestiegenen Preise in neuen Kundenkontrakten weitergeben zu können.

AGRANA-Gruppe

| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :-------------------- | :---- | :---------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 2.901,5 | deutlicher Anstieg áá |
| EBIT Mio. € | 24,7 | sehr deutlicher Anstieg ááá |
| Investitionen¹ Mio. € | 82,4 | 115 |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Auf Gruppenebene wird für das Geschäftsjahr 2022|23 mit einem sehr deutlichen Anstieg beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) gerechnet. Beim Konzernumsatz wird von einem deutlichen Anstieg ausgegangen. Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 115 Mio. € zwar über dem Wert von 2021|22, jedoch unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von rund 120 Mio. € liegen.

Segment Frucht

| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :-------------------- | :---- | :---------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 1.251,1 | moderater Anstieg á |
| EBIT Mio. € | –15,8 | sehr deutliche Verbesserung ááá |
| Investitionen¹ Mio. € | 37,4 | 54 |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2022|23 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung. Das EBIT soll sehr deutlich verbessert werden, weil 2021|22 die außerordentlichen Belastungen durch den Ukraine-Krieg (v.a. Goodwill-Wertminderung) gab. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird 2022|23 von einem moderaten Umsatzanstieg bei einer sich weiter verbessernden Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen. Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 54 Mio. € geplant, das um rund 23 % über dem erwarteten Abschreibungsniveau liegt. Schwerpunktmäßig sind Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen sowie Produktionsoptimierungen vorgesehen.

Segment Stärke

| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :-------------------- | :---- | :---------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 1.010,4 | deutlicher Anstieg áá |
| EBIT Mio. € | 71,6 | moderater Rückgang â |
| Investitionen¹ Mio. € | 24,3 | 32 |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2022|23 einen deutlichen Umsatzanstieg, primär bedingt durch höhere Verkaufspreise. Gleichzeitig werden höhere Rohstoff- und Energiepreise die Geschäftstätigkeit belasten. Aus aktueller Sicht wird mit einem moderat unter dem Vorjahr liegenden Stärke-EBIT gerechnet, was auch auf die Erwartung schwächerer Ethanolergebnisse zurückzuführen ist. Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 32 Mio. € und wird damit nach den Großprojekten der vergangenen Jahre deutlich unter dem Abschreibungsniveau liegen.

Segment Zucker

| | 2021|22 IST | 2022|23 Prognose |
| :-------------------- | :---- | :---------- |
| Umsatzerlöse Mio. € | 640,0 | deutlicher Anstieg áá |
| EBIT Mio. € | –31,1 | deutliche Verbesserung áá |
| Investitionen¹ Mio. € | 20,7 | 29 |

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Im Segment Zucker rechnet AGRANA 2022|23 mit v.a. preisbedingt höheren Umsatzerlösen. AGRANA geht davon aus, dass die Auslastung speziell der beiden österreichischen Zuckerrübenfabriken auf höherem Niveau stabilisiert werden kann. Trotz höherer Energiekosten und Rübenpreise wird im Falle eines stabilen EU-Zuckermarktumfeldes aufgrund eines konsequenten Kostenmanagements ein deutlich verbessertes Ergebnis erwartet. Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben liegen auf dem Abschreibungsniveau belaufen sich auf rund 29 Mio. €. Es werden v.a. Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen getätigt.


Betreffend Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:

Wertaussage Visualisierung Wertmäßige Veränderung in Zahlen
Stabil 0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 %
Leicht à oder æ Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 %
Moderat á oder â Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 %
Deutlich áá oder ââ Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 %
Sehr deutlich ááá oder âââ Mehr als +50 % oder mehr als –50 %

¹ In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Nachhaltigkeitsausblick 2022|23

Im Geschäftsjahr 2021|22 hat AGRANA mit der ersten Erfassung ihres Corporate Carbon Footprints einen wichtigen Grundstein für die Entwicklung einer umfassenden AGRANA-Klimastrategie gelegt.# Konzern-Abschluss 2021|22

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021|22 vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022

| Note | € | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|---|
| (1) | Umsatzerlöse | 2.901.544 | 2.546.984 |
| (2) | Bestandsveränderungen | 99.051 | –14.529 |
| (2) | Andere aktivierte Eigenleistungen | 2.069 | 2.820 |
| (3) | Sonstige betriebliche Erträge | 35.742 | 42.964 |
| (4) | Materialaufwand | –2.169.319 | –1.759.232 |
| (5) | Personalaufwand | –347.226 | –345.294 |
| (6) | Abschreibungen | –176.999 | –120.148 |
| (7) | Sonstige betriebliche Aufwendungen | –328.149 | –292.387 |
| (8) | Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 8.019 | 17.513 |
| | Ergebnis der.); •Betriebstätigkeit | 24.732 | 78.691 |
| (9) | Finanzerträge | 28.564 | 24.896 |
| (10) | Finanzaufwendungen | –44.663 | –43.392 |
| | Finanzergebnis | –16.099 | –18.496 |
| | Ergebnis vor Ertragsteuern | 8.633 | 60.195 |
| (11) | Ertragsteuern | –20.866 | –5.210 |
| | Konzernergebnis | –12.233 | 54.985 |
| | davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | –12.612 | 59.787 |
| | davon nicht beherrschende Anteile | 379 | –4.802 |
| (12) | Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | –0,20 € | 0,96 € |

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2021|22 vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022

| € | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | –12.233 | 54.985 |
| Sonstiges Ergebnis aus Währungdifferenzen und Hochinflationsanpassung | 14.094 | –43.031 |
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) nach latenten Steuern | 427 | 356 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –1.686 | –3.391 |
| Zukünftig in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 12.835 | –46.066 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen nach latenten Steuern | 3.743 | 502 |
| Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten nach latenten Steuern | –7 | 0 |
| Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 1 | 4 |
| Zukünftig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen | 3.737 | 506 |
| Sonstiges Ergebnis | 16.572 | –45.560 |
| Gesamtergebnis | 4.339 | 9.425 |
| davon Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG | 4.586 | 17.666 |
| davon nicht beherrschende Anteile | –247 | –8.241 |

Konzern-Geldflussrechnung

Konzern-Geldflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021|22 vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022

| € | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | –12.233 | 54.985 |
| Abschreibungen auf das Anlagevermögen | 177.372 | 120.453 |
| Zuschreibungen auf das Anlagevermögen | –283 | –199 |
| Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen | –5.251 | –339 |
| Veränderungen langfristiger Rückstellungen | –4.580 | –3.619 |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –8.019 | –17.513 |
| Dividenden von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 12.500 | 21.000 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.038 | 823 |
| Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge und sonstige Anpassungen | 46.681 | 23.234 |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 207.225 | 198.825 |
| Veränderungen der Vorräte | –162.853 | –13.503 |
| Veränderungen der Forderungen und sonstigen Vermögenswerten | –122.344 | –37.477 |
| Veränderungen kurzfristiger Rückstellungen | 997 | –7.434 |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) | 155.208 | 43.794 |
| Veränderungen des Working Capital | –128.992 | –14.620 |
| Erhaltene Zinsen | 742 | 802 |
| Gezahlte Zinsen | –7.617 | –7.930 |
| Gezahlte Ertragsteuern | –18.123 | –13.454 |
| (13) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 53.235 | 163.623 |
| Erhaltene Dividenden | 33 | 22 |
| Einzahlungen aus Anlagenabgängen | 7.897 | 2.829 |
| Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte abzüglich Zuschüsse | –77.018 | –70.509 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren | 94 | 468 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | 0 | –3.345 |
| Auszahlungen für den Erwerb eines Geschäftsbetriebes/ einer Tochtergesellschaft abzüglich übernommener liquider Mittel | –3.630 | –9.111 |
| (14) Cashflow aus Investitionstätigkeit | –72.624 | –79.646 |
| Rückführung/Aufnahme von Schuldscheindarlehen | 0 | –26.000 |
| Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten | –5.808 | –7.266 |
| Rückführung Investitionskredit der Europäischen Investitionsbank | –4.882 | –4.882 |
| Rückführung/Aufnahme von syndizierten Krediten | 0 | –70.000 |
| Einzahlungen/Auszahlungen von Kontokorrentkrediten und Barvorlagen | 84.043 | 97.520 |
| Kapitalerhöhung einer Tochtergesellschaft durch nicht beherrschende Anteile | 1.800 | 0 |
| Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen | –4.201 | 0 |
| Gezahlte Dividenden | –53.357 | –48.826 |
| (15) Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 17.595 | –59.454 |
| Veränderungen des Finanzmittelbestandes | –1.794 | 24.523 |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelbestand | –52 | –5.437 |
| Übernommene Finanzmittel aus erstmaliger Einbeziehung von Tochterunternehmen | 753 | 0 |
| Einfluss von IAS 29 auf den Finanzmittelbestand | –6.285 | –1.530 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 110.971 | 93.415 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 103.593 | 110.971 |

Konzern-Bilanz

Konzern-Bilanz zum 28. Februar 2022

Stand 28.02.2022 Stand 28.02.2021
AKTIVA
A. Langfristige Vermögengswerte
(16) Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte 204.554 254.599
(17) Sachanlagen 828.168 859.659
(18) Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen 65.952 72.118
(18) Wertpapiere 18.772 19.416
(18) Beteiligungen 280 1.683
(19) Sonstige Vermögenswerte 3.500 8.106
(20) Aktive latente Steuern 13.734 16.440
1.134.960 1.232.021
B. Kurzfristige Vermögenswerte
(21) Vorräte 864.067 700.613
(19) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 398.509 323.055
(19) Sonstige Vermögenswerte 132.757 96.069
Laufende Ertragsteuerforderungen 9.744 10.005
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 103.593 110.971
1.508.670 1.240.713
Summe Aktiva 2.643.630 2.472.734
PASSIVA
A. Eigenkapital
Grundkapital 113.531 113.531
Kapitalrücklagen 540.760 540.760
Gewinnrücklagen 570.269 619.493
Anteil der Aktionäre am Eigenkapital 1.224.560 1.273.784
Nicht beherrschende Anteile 56.982 55.313
1.281.542 1.329.097
B. Langfristige Schulden
(23a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 58.848 67.786
(23b) Übrige Rückstellungen 29.364 29.396
(24) Finanzverbindlichkeiten 377.744 493.637
(25) Sonstige Verbindlichkeiten 5.363 1.094
(26) Passive latente Steuern 6.218 5.502
477.537 597.415
C. Kurzfristige Schulden
(23b) Übrige Rückstellungen 19.028 17.478
(24) Finanzverbindlichkeiten 276.627 80.274
(25) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 440.130 311.524
(25) Sonstige Verbindlichkeiten 143.780 130.800
Steuerschulden 4.986 6.146
884.551 546.222
Summe Passiva 2.643.630 2.472.734

Konzern-Eigenkapital-Entwicklung

Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das Geschäftsjahr 2021|22 vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022

Grundkapital Kapitalrücklagen Rücklage für Eigenkapitalinstrumente Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) Rücklage für versicherungsmathem. Gewinne/Verluste Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen¹
**Geschäftsjahr 2021 22**
Stand 01.03.2021 113.531 540.760 3.110 –263 –38.551 –33.938
Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten 0 0 –117 0 0 0
Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) 0 0 0 656 0 –692
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 0 0 4.612 1
Steuereffekte 0 0 110 –131 –890 173
Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung 0 0 0 0 0 –996
Sonstiges Ergebnis 0 0 –7 525 3.722 –1.514
Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Gesamtergebnis 0 0 –7 525 3.722 –1.514
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 0 0
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Zuzahlungen anderer Gesellschafter 0 0 0 0 0 0
Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Stand 28.02.2022 113.531 540.760 3.103 262 –34.829 –35.452
Summe 570.269

Übriges kumuliertes Eigenkapital Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung Jahresergebnis Eigenkapital der AGRANA-Aktionäre Nicht beherrschende Anteile Summe
**Geschäftsjahr 2021 22**
Stand 01.03.2021 767.030 –137.682 59.787 1.273.784 55.313 1.329.097
Marktwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten 0 0 –117 –117 0 –117
Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) 0 0 –36 –357 0 –357
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen 0 0 4.613 4.613 46 4.659
Steuereffekte 0 0 –738 –738 62 –676
Gewinn aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung 0 14.472 0 14.472 –377 14.095
Sonstiges Ergebnis 0 14.472 13.476 17.198 –626 16.572
Konzernergebnis 0 0 –12.612 –12.612 379 –12.233
Gesamtergebnis 0 14.472 –12.612 4.586 –247 4.339
Dividendenausschüttung 0 0 –53.116 –53.116 0 –53.116
Zuweisung Rücklagen 0 0 0 0 0 0
Zuzahlungen anderer Gesellschafter 0 0 0 0 0 0
Anteils- und Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 0 0
Stand 28.02.2022 767.030 7.842 –3.150 1.224.560 56.982 1.281.542
¹ Nach der Equity-Methode bilanziert

Den Aktionären der AGRANA

| Gewinnrücklagen | Grundkapital | Kapitalrücklagen | Rücklage für Eigenkapitalinstrumente | Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow- Hedges) | Rücklage für versicherung mathemat. Gewinne/ Verluste | Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen¹ | Geschäftsjahr 2020|21 | Stand 01.03.2020 | 113.531 | 540.760 | 3.110 | –619 | –38.988 | –30.413 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Marktwertänderungen von Sicherungsinstrumenten (Cashflow-Hedges) | 0 | 0 | 0 | 501 | 0 | 562 | | | | | | | | |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.857 | 4 | | | | | | | | |
| Steuereffekte | 0 | 0 | 0 | –145 | –1.420 | –141 | | | | | | | | |
| Verlust aus Währungsumrechnung und Hochinflationsanpassung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | –3.950 | | | | | | | | |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 0 | 356 | 437 | –3.525 | | | | | | | | |
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | | | | | | | | |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 0 | 356 | 437 | –3.525 | | | | | | | | |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | | | | | | | | |
| Zuweisung Rücklagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | | | | | | | | |
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | | | | | | | | |
| Stand 28.02.2021 | 113.531 | 540.760 | 3.110 | –263 | –38.551 | –33.938 | | | | | | | | |

¹ Nach der Equity-Methode bilanziert

Übriges kumuliertes Eigenkapital Unterschiedsbetrag Währungsumrechnung Jahresergebnis Eigenkapital der AGRANA-Aktionäre Nicht beherrschende Anteile Summe
619.493 786.447 –98.293 28.051 1.303.586 63.435
0 0 0 1.063 187 1.250
0 0 0 1.861 88 1.949
0 0 0 –1.706 –69 –1.775
0 –39.389 0 –43.339 –3.645 –46.984
0 –39.389 0 –42.121 –3.439 –45.560
0 0 59.787 59.787 –4.802 54.985
0 –39.389 59.787 17.666 –8.241 9.425
0 0 –48.117 –48.117 –710 –48.827
–20.066 0 20.066 0 0 0
0 649 0 0 649
829 1.478 767.030 –137.682 59.787 1.273.784

Konzernanhang der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz: AGRANA Beteiligungs-AG) als Muttergesellschaft mit Sitz am Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien|Österreich, bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften einen internationalen Konzern, der weltweit in der industriellen Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe tätig ist. Der Konzernabschluss 2021|22 der AGRANA-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Bestimmungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB erstellt.

1. Informationen zu Geschäftssegmenten

Die Informationen zu den Geschäftssegmenten entsprechend IFRS 8 folgen mit den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker der internen Berichterstattung der AGRANA-Gruppe. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend der strategischen Ausrichtung die drei berichtspflichtigen Segmente Frucht, Stärke und Zucker. Die Segmente unterscheiden sich in Hinblick auf Produktportfolios, Produktionstechnologien, Rohstoffbeschaffung sowie Absatzstrategien und werden getrennt geführt. Die AGRANA Beteiligungs-AG als Holding ist dem Segment Zucker zugeordnet. Die interne Berichterstattung für jedes Segment erfolgt monatlich an den CODM (Chief Operating Decisionmaker). CODM ist der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG. Informationen zu den Ergebnissen der berichtspflichtigen Segmente finden sich in den nachstehenden Übersichten. Die Beurteilung der Ertragskraft der Segmente erfolgt v. a. auf Basis des operativen Ergebnisses, welches eine wesentliche Kennzahl in jedem internen Managementbericht darstellt. AGRANA verwendet in der Berichterstattung der berichtspflichtigen Segmente an den CODM die Kennzahl „Operatives Ergebnis“. Das operative Ergebnis unterscheidet sich vom Ergebnis der Betriebstätigkeit in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch Ergebnisanteile von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und dem Ergebnis aus Sondereinflüssen. Sondereinflüsse stellen außergewöhnliche bzw. einmalige Sachverhalte dar, die einen definierten Wert übersteigen und nicht im Rahmen der laufenden Geschäftstätigkeit anfallen.

1.1. Segmentierung nach Geschäftsbereichen

¹ Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Frucht Stärke Zucker Konsolidierung Konzern
**Geschäftsjahr 2021 22**
Umsatzerlöse (brutto) 1.251.846 1.020.436 666.173 –36.911 2.901.544
Umsätze zwischen Segmenten –766 –10.029 –26.116 36.911 0
Umsatzerlöse 1.251.080 1.010.407 640.057 0 2.901.544
EBITDA 93.341 106.391 6.920 0 206.652
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ –41.484 –48.462 –30.225 0 –120.171
Operatives Ergebnis 51.857 57.929 –23.305 0 86.481
Ergebnis aus Sondereinflüssen –67.696 0 –2.072 0 –69.768
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 13.761 –5.742 0 8.019
Ergebnis der Betriebstätigkeit –15.839 71.690 –31.119 0 24.732
Segmentvermögen 1.230.632 718.822 1.791.412 –1.097.236 2.643.630
Segmenteigenkapital 389.414 384.376 859.394 –351.642 1.281.542
Segmentschulden 841.218 334.446 932.018 –745.594 1.362.088
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ 37.382 24.283 20.702 0 82.367
Investitionen in Finanzanlagen 0 0 0 0 0
Investitionen gesamt 37.382 24.283 20.702 0 82.367
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 53.155 12.797 0 65.952
Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeit-Äquivalente) 5.662 1.137 1.892 0 8.691
**Geschäftsjahr 2020 21**
Umsatzerlöse (brutto) 1.167.600 831.867 588.559 –41.042 2.546.984
Umsätze zwischen Segmenten –1.029 –9.975 –30.038 41.042 0
Umsatzerlöse 1.166.571 821.892 558.521 0 2.546.984
EBITDA 94.034 92.117 5.068 0 191.219
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ –41.152 –46.715 –30.239 0 –118.106
Operatives Ergebnis 52.882 45.402 –25.171 0 73.113
Ergebnis aus Sondereinflüssen –11.723 0 –212 0 –11.935
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 19.400 –1.887 0 17.513
Ergebnis der Betriebstätigkeit 41.159 64.802 –27.270 0 78.691
Segmentvermögen 1.160.672 709.699 1.676.687 –1.074.324 2.472.734
Segmenteigenkapital 416.679 373.461 890.599 –351.642 1.329.097
Segmentschulden 743.993 336.238 786.088 –722.682 1.143.637
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte¹ 34.185 22.199 15.905 0 72.289
Investitionen in Finanzanlagen 1.273 0 2.072 0 3.345
Investitionen gesamt 35.458 22.199 17.977 0 75.634
Buchwert von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 52.893 19.225 0 72.118
Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeit-Äquivalente) 5.695 1.149 2.003 0 8.847

Bei Umsätzen und Vermögen werden die konsolidierten Werte angegeben. Die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt auf Basis vergleichbarer marktüblicher Bedingungen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –69.768 T€ (Vorjahr: –11.935 T€) steht mit 67.494 T€ im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Der wesentlichste Effekt im Segment Frucht resultierte aus der Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 55.283 T€. Weiters wurden im Segment Frucht Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Kunden in Kriegsgebieten oder kriegsnahen Gebieten sowie Umsatzsteuerforderungen von 6.021 T€, Forderungen gegenüber Mitarbeitern von 103 T€ und Halb- und Fertigprodukten von 1.118 T€, Sachanlagenabwertungen von 1.545 T€ sowie Wertberichtigungen von Rohstoffen von 379 T€ vorgenommen (davon in der Ukraine 9.011 T€, Österreich 136 T€ und China 19 T€). In Russland wurden Fremdwährungsverluste durch die Abwertung des russischen Rubels in Höhe von 973 T€ im Sonderergebnis dargestellt. Weitere Einmaleffekte resultierten aus einem Schadensfall in Nordamerika sowie Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm (Vorjahr: im Wesentlichen Kosteneinsparungsprogramm, Sachanlagenabwertung, Werksschließungen sowie ein Reklamationsfall in Europa). Das Sonderergebnis im Segment Zucker beinhaltet Forderungswertberichtigungen gegenüber dem in finanziellen Schwierigkeiten befindlichen (ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine) Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH, Wien|Österreich.

¹ Ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Die Positionen Segmentvermögen und -schulden entsprechen der im internen Berichtswesen verwendeten Aufteilung. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten betrifft die Schulden- und Dividendenkonsolidierung mit –745.594 T€ (Vorjahr: –722.682 T€) und die Kapitalkonsolidierung mit –351.642 T€ (Vorjahr: –351.642 T€).

1.2. Segmentierung nach Regionen

Die Aufteilung nach Regionen erfolgt nach dem Sitz der Gesellschaft.

| Umsatz T€ | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| Österreich | 1.890.363 | 1.616.931 |
| Ungarn | 8.856 | 7.580 |
| Rumänien | 32.496 | 27.792 |
| Restliche EU | 281.794 | 262.856 |
| EU-27 | 2.213.509 | 1.915.159 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 109.197 | 97.454 |
| Übriges Ausland | 578.838 | 534.371 |
| Summe | 2.901.544 | 2.546.984 |

Der Umsatz der osteuropäischen Gesellschaften betrug 199.561 T€ (Vorjahr: 173.616 T€), was einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 6,9 % (Vorjahr: 6,8 %) darstellt. Als osteuropäische Länder sind Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Russland, Ukraine und Türkei definiert. Der Umsatz in Russland belief sich auf 60.040 T€ (Vorjahr: 52.585 T€) und in der Ukraine auf 40.463 T€ (Vorjahr: 34.972 T€).# 104 Konzernanhang

2. Allgemeine Grundlagen

Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, sofern nicht anders angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen, vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.

Im Geschäftsjahr 2021|22 waren die nachstehenden Standards und Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:

Standard Verabschiedung durch IASB Übernommen durch EU
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (Änderung) 27.08.2020 13.01.2021
IFRS 4 Versicherungsverträge (Änderung) 25.06.2020 15.12.2020
IFRS 4 Versicherungsverträge (Änderung) 27.08.2020 13.01.2021
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben (Änderung) 27.08.2020 13.01.2021
IFRS 9 Finanzinstrumente (Änderung) 27.08.2020 13.01.2021
IFRS 16 Leasingverhältnisse (Änderung) 27.08.2020 13.01.2021
IFRS 16 Leasingverhältnisse (Änderung) 28.05.2020 31.03.2021
09.10.2020

Die Änderungen der oben dargestellten Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von AGRANA.

Nachfolgend ist eine Übersicht über die Standards dargestellt, die ab dem Geschäftsjahr 2022|23 oder später anzuwenden sind. Bei den noch nicht von der EU übernommenen Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. AGRANA hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für AGRANA von Relevanz sind. Sofern künftig geltende Vorschriften für AGRANA nicht zutreffend sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.

| Standard | Inhalt # Verbundene Unternehmen

Beteiligungen des Vollkonsolidierungskreises

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital 28.02.2022 (unmittelbar) Anteil am Kapital 28.02.2022 (mittelbar¹) Anteil am Kapital 28.02.2021 (unmittelbar) Anteil am Kapital 28.02.2021 (mittelbar¹)
AGRANA AGRO S.r.l. Roman Rumänien 100,00 % 100,00 %
AGRANA BIH Holding GmbH Wien Österreich 75,00 % 75,00 %
AGRANA BUZAU S.r.l.² Buzău Rumänien 100,00 %
AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH Wien Österreich 55,00 % 55,00 %
AGRANA Fruit Argentina S.A. Buenos Aires Argentinien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd. Sydney Australien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Austria GmbH Gleisdorf Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importação e Exportação Ltda. São Paulo Brasilien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd. Dachang China 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit France S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Germany GmbH Konstanz Deutschland 100,00 % 100,00 %
AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED Pune Indien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S. Istanbul Türkei 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. Tokio Japan 100,00 %
AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited Changzhou China 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd. Seoul Südkorea 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L. de C.V. Zamora Mexiko 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Luka TOV Winniza Ukraine 99,97 % 99,97 %
AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd. Sydney Australien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit México, S.A. de C.V. Zamora Mexiko 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o Ostrołęka Polen 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Services GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Services S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd. Johannesburg Südafrika 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Ukraine TOV Winniza Ukraine 99,80 % 99,80 %
AGRANA Fruit US, Inc. Brecksville USA 100,00 % 100,00 %
AGRANA Group-Services GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 % 98,91 % 1,09 %
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO., LTD Xianyang City China 50,01 % 50,01 %
AGRANA Magyarország Értékesítési Kft. Budapest Ungarn 88,03 % 87,65 %
Agrana Nile Fruits Processing SAE Qalyoubia Ägypten 51,00 % 51,00 %
AGRANA Research & Innovation Center GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Romania S.R.L. Bukarest Rumänien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Sales & Marketing GmbH Wien Österreich 100,00 % 100,00 %
AGRANA Stärke GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 % 98,91 % 1,09 %
AGRANA Trading EOOD Sofia Bulgarien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Zucker GmbH Wien Österreich 98,91 % 1,09 % 98,91 % 1,09 %
AUSTRIA JUICE Germany GmbH Bingen Deutschland 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE GmbH Kröllendorf/ Allhartsberg Österreich 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Hungary Kft. Vásárosnamény Ungarn 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Poland Sp. z.o.o Chełm Polen 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Romania S.r.l. Vaslui Rumänien 50,01 % 50,01 %
AUSTRIA JUICE Ukraine TOV Winniza Ukraine 50,01 % 50,01 %
Biogáz Fejleszto Kft. Kaposvár Ungarn 88,03 % 87,65 %
Dirafrost FFI N. V. Lummen Belgien 100,00 % 100,00 %
Dirafrost Maroc SARL Larache Marokko 100,00 % 100,00 %
Financiére Atys S.A.S. Mitry-Mory Frankreich 100,00 % 100,00 %
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. Wien Österreich 66,67 % 66,67 %
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelősségű Társaság Budapest Ungarn 87,61 % 87,61 %
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt. Budapest Ungarn 87,61 % 87,61 %
Moravskoslezské Cukrovary s.r.o. Hrušovany Tschechien 100,00 % 100,00 %
Marroquin Organic International, Inc. Santa Cruz USA 100,00 %
Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H. Wien Österreich 86,00 % 86,00 %
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region Serpuchov Russland 100,00 % 100,00 %
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l. Țăndărei Rumänien 100,00 % 100,00 %
Slovenskė Cukrovary s.r.o. Sereď Slowakei 100,00 % 100,00 %
SPA AGRANA Fruit Algeria Akbou Algerien 55,02 % 26,93 %
„YUBE“ doo – u likvidaciji³ Požega Serbien 100,00 %

Nicht einbezogene Tochterunternehmen

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital 28.02.2022 (unmittelbar) Anteil am Kapital 28.02.2022 (mittelbar¹) Anteil am Kapital 28.02.2021 (unmittelbar) Anteil am Kapital 28.02.2021 (mittelbar¹)
AGRANA Amidi srl Sterzing Italien 100,00 % 100,00 %
AGRANA Fruit Japan Co., Ltd. Tokio Japan 100,00 %

Abschlussstichtag: 28.02.2022 | Eigenkapital: 52,3 T€ | Jahresüberschuss: 8,7 T€

113

II. Gemeinschaftsunternehmen

Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert wurden

Name der Gesellschaft Sitz Land Anteil am Kapital 28.02.2022 (unmittelbar) Anteil am Kapital 28.02.2022 (mittelbar¹) Anteil am Kapital 28.02.2021 (unmittelbar) Anteil am Kapital 28.02.2021 (mittelbar¹)
Beta Pura GmbH Wien Österreich 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN-Gruppe: „AGRAGOLD" d.o.o. Brčko Bosnien und Herzegowina 50,00 % 50,00 %
AGRAGOLD d.o.o. Zagreb Kroatien 50,00 % 50,00 %
AGRAGOLD dooel Skopje Skopje Nordmazedonien 50,00 % 50,00 %
AGRAGOLD trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN Albania sh.p.k. Tirana Albanien 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH Wien Österreich 50,00 % 50,00 %
AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C. Pristina Kosovo 50,00 % 50,00 %
AGRANA Studen Sugar Trading GmbH Wien Österreich 50,00 % 50,00 %
Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd Serbien 50,00 % 50,00 %
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o. Brčko Bosnien und Herzegowina 50,00 % 50,00 %
HUNGRANA-Gruppe: GreenPower Services Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 % 50,00 %
HUNGRANA Keményítő- és Iszocorgyártó és Forgalmazó Kft. Szabadegyháza Ungarn 50,00 % 50,00 %

¹ Durchgerechnete Anteile (Konzernquote)
² Liquidation in 2021|22
³ Verschmelzung in 2021|22

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich im Geschäftsjahr 2021|22 wie folgt verändert:

Vollkonsolidierung Equity-Methode
Stand 01.03.2021 58 13
Erstmalige Einbeziehung 1 0
Abgang –2 0
Stand 28.02.2022 57 13

Im 1. Halbjahr 2021|22 wurde die vollkonsolidierte Gesellschaft „YUBE“ doo – u likvidaciji, Požega|Serbien, liquidiert. Der Abgang des Nettovermögens der Gesellschaft hatte keinen wesentlichen Einfluss auf die Konzern-Bilanz und auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Die vollkonsolidierte Gesellschaft AGRANA BUZAU S.r.l., Buzău|Rumänien, wurde mit AGRANA Romania S.R.L., Bukarest|Rumänien, im 4. Quartal verschmolzen. Mit Wirkung zum 1. April 2021 wurde ein Geschäftsbetrieb in Form einzelner Vermögenswerte und Schulden vom japanischen Nahrungsmittelhersteller Taiyo Kagaku Co. Ltd., Yokkaichi|Japan, erworben. AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokio|Japan, als erwerbende Gesellschaft wurde im zweiten Quartal 2021|22 erstmalig mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Mit dem japanischen Fruchtzubereitungswerk werden neben Molkereien und Speiseeisherstellern auch Kunden aus der Backwarenindustrie beliefert. AGRANA setzt damit einen wichtigen Schritt im Rahmen der Expansion in Asien und der Präsenz am wachsenden Markt in Japan.

114

Konzernanhang

Die erstmalige Einbeziehung hatte folgende Auswirkungen auf den AGRANA-Konzern:

T€
Buchwerte zum Erwerbs-zeitpunkt
Langfristiges Vermögen 5.429
Vorräte 2.706
Summe Vermögen 8.135
Abzüglich langfristige Schulden –1.143
Abzüglich kurzfristige Schulden –294
Nettovermögen (Eigenkapital) 6.698
Geschäfts-/Firmenwert 471
Anschaffungskosten 7.169
davon zahlungswirksam 3.630

Gemeinschaftsunternehmen

Die nachfolgenden Angaben stellen die zusammengefasste Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gemeinschaftsunternehmen dar. Die Gemeinschaftsunternehmen sind auf Seite 114 115

T€ AGRANA- STUDEN- Gruppe HUNGRANA- Gruppe Beta Pura GmbH Summe 28.02.2022
Langfristige Vermögenswerte 32.731 105.213 34.372 172.316
Vorräte 34.931 71.172 2.713 108.816
Forderungen und andere Vermögenswerte 23.885 54.901 2.883 81.669
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.475 7.744 0 13.219
Kurzfristige Vermögenswerte 64.291 133.817 5.596 203.704
Summe Aktiva 97.022 239.030 39.968 376.020
Eigenkapital 26.497 105.342 6.369 138.208
Externe Finanzschulden 341 122 18.521 18.984
Sonstige Schulden 22.789 1.766 4.400 28.955
Langfristige Schulden 23.130 1.888 22.921 47.939
Externe Finanzschulden 43.240 88.595 4.566 136.401
Sonstige Schulden 4.155 43.205 6.112 53.472
Kurzfristige Schulden 47.395 131.800 10.678 189.873
Summe Passiva 97.022 239.030 39.968 376.020
Umsatzerlöse 172.027 356.238 10.580 538.845
Abschreibungen –2.513 –13.693 –2.966 –19.172
Sonstige Aufwendungen/Erträge –164.477 –308.463 –14.184 –487.124
Ergebnis der Betriebstätigkeit 5.037 34.082 –6.570 32.549
Zinsertrag 61 5 0 66
Zinsaufwand –496 –889 –467 –1.852
Sonstige Finanzaufwendungen/-erträge –582 –1.641 –15 –2.238
Ergebnis vor Ertragsteuern 4.020 31.557 –7.052 28.525
Ertragsteuern –211 –4.035 –1.871 –6.117
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 3.809 27.522 –8.923 22.408
Sonstiges Ergebnis –1.374 –1.998 0 –3.372
Gesamtergebnis 2.435 25.524 –8.923 19.036
T€ AGRANA- STUDEN- Gruppe HUNGRANA- Gruppe Beta Pura GmbH Summe 28.02.2021
Langfristige Vermögenswerte 34.189 107.272 38.126 179.587
Vorräte 23.724 53.493 5.152 82.369
Forderungen und andere Vermögenswerte 19.564 32.571 2.027 54.162
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.819 969 0 5.788
Kurzfristige Vermögenswerte 48.107 87.033 7.179 142.319
Summe Aktiva 82.296 194.305 45.305 321.906
Eigenkapital 24.061 104.817 15.293 144.171
Externe Finanzschulden 594 299 18.636 19.529
Sonstige# Konzernanhang

116

Die Ableitung der Buchwerte an nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen ist nachfolgend dargestellt:

t€ AGRANA-Gruppe STUDEN-Gruppe HUNGRANA-Gruppe Beta Pura GmbH Summe
28.02.2022
Eigenkapital 26.497 105.342 6.369 138.208 138.208
Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 13.249 52.671 3.185 69.105 69.105
Wertminderung 0 0 –3.185 –3.185 –3.185
Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode –452 484 0 32 32
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 12.797 53.155 0 65.952 65.952
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 12.500 0 12.500 12.500
t€ AGRANA-Gruppe STUDEN-Gruppe HUNGRANA-Gruppe Beta Pura GmbH Summe
28.02.2021
Eigenkapital 24.061 104.817 15.293 144.171 144.171
Davon Anteil von AGRANA am Eigenkapital 12.030 52.409 7.647 72.086 72.086
Wertänderung zum Zeitpunkt des Überganges von Quotenkonsolidierung auf Equity-Methode –452 484 0 32 32
Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Buchwert) 11.578 52.893 7.647 72.118 72.118
AGRANA zuzuordnende Dividende 0 21.000 0 21.000 21.000

Bedingt durch die Sanktionen gegen Russland ist der Großteil des benötigten Rohstoffes Betain Melasse für Beta Pura GmbH derzeit nicht verfügbar. Dadurch und aufgrund der damit einhergehenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens wurde der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH um –3.185 t€ wertberichtigt. Im Falle der Einforderung der Besicherung eines Kredites dienen die Geschäftsanteile an der Beta Pura GmbH, die von der AGRANA Sales & Marketing GmbH gehalten werden, als Sicherstellung.

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 56.982 t€ (Vorjahr: 55.313 t€) betreffen im Wesentlichen mit 37.382 t€ (Vorjahr: 38.987 t€) die Miteigentümer der AUSTRIA JUICE-Gruppe. Der durchgerechnete Konzernanteil der AGRANA an der AUSTRIA JUICE-Gruppe beträgt 50,01 %. Somit ist in Höhe von 49,99 % das Eigenkapital der AUSTRIA JUICE-Gruppe als nicht beherrschender Anteil im AGRANA-Konzernabschluss auszuweisen.

117

Die nachstehende Tabelle zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUSTRIA JUICE-Gruppe:

t€ 28.02.2022 28.02.2021
AUSTRIA JUICE-Gruppe
Langfristige Vermögenswerte 129.875
Kurzfristige Vermögenswerte 205.132
Summe Vermögenswerte 335.007
Langfristige Schulden 5.612
Kurzfristige Schulden 247.334
Summe Schulden 252.946
Nettovermögen 82.061
Umsatzerlöse 229.587
Ergebnis der Betriebstätigkeit 2.581
Ergebnis vor Ertragsteuern –3.100
Ertragsteuern 701
Jahresfehlbetrag/-überschuss –2.399
Sonstiges Ergebnis –811
Gesamtergebnis –3.210
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 8.622
Cashflow aus Investitionstätigkeit –7.410
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –156
Veränderung des Finanzmittelbestandes 1.056

In der folgenden Tabelle werden die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter an der AUSTRIA JUICE-Gruppe dargestellt:

t€ 28.02.2022 28.02.2021
AUSTRIA JUICE-Gruppe
Anteiliger Jahresfehlbetrag/-überschuss –1.199
Anteiliges Nettovermögen 41.021
Bewertungseffekt aus Unternehmenszusammenschluss –3.639
Nicht beherrschende Anteile am Nettovermögen 37.382

3.2. Bilanzstichtag

Stichtag des Konzernabschlusses ist der letzte Tag des Monats Februar. Tochtergesellschaften mit abweichenden Bilanzstichtagen stellen zum Konzernbilanzstichtag Zwischenabschlüsse auf.

118

Konzernanhang

4. Konsolidierungsmethoden

  • Die Kapitalkonsolidierung bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3. Werden bei einem Unternehmenszusammenschluss auch immaterielle Vermögenswerte angesetzt, die bisher nicht im Einzelabschluss des erworbenen Unternehmens erfasst wurden, wie beispielsweise Kundenbeziehungen, so werden diese nur dann angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IFRS 3 für eine Aktivierung vorliegen. Für Unternehmenserwerbe, bei denen die mehrheitlichen Anteile jedoch nicht 100 % erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht für die Erfassung der entstehenden nicht beherrschenden Anteile vor. Diese können wahlweise mit dem anteiligen Zeitwert des Nettovermögens (Purchased-Goodwill-Methode) oder mit dem Anteil des Geschäfts-/Firmenwertes, der auf die nicht beherrschenden Anteile entfällt, berücksichtigt werden (Full-Goodwill-Methode). Dieses Wahlrecht ist je Unternehmenserwerb frei auszuüben. Die Full-Goodwill-Methode ist im AGRANA-Konzern bisher nicht zur Anwendung gekommen.
  • Die Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen sind nach der Equity-Methode bilanziert und zum Zeitpunkt des Erwerbes bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinsame Vereinbarungen) in den Konzernabschluss einbezogen. Soweit der AGRANA-Konzern Transaktionen mit einem Gemeinschaftsunternehmen durchführt, werden daraus resultierende Gewinne oder Verluste entsprechend dem Anteil des Konzerns eliminiert.
  • Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

5. Währungsumrechnung

  • Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet. Bei allen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitig bekannt gegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet. Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Die Aufwendungen und Erträge werden mit Ausnahme wesentlicher stichtagsnaher Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung zum Jahresdurchschnittskurs (Mittelwert der tagesaktuellen Kurse von EZB bzw. Nationalbanken) umgerechnet. Aufwendungen und Erträge von Tochtergesellschaften in Hochinflationsländern werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
  • Differenzen, die sich aus der Umrechnung der Bilanzposten zu aktuellen Stichtagskursen im Vergleich zu jenen des Vorjahres bzw. aus der Anwendung von Durchschnittskursen auf Aufwendungen und Erträge im Verhältnis zu aktuellen Stichtagskursen ergeben, werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses als konsolidierungsbedingte Währungdifferenzen ausgewiesen.
  • Für die Umrechnung der Abschlüsse der Gesellschaften wurden folgende Kurse verwendet:

119

| Währungs- einheit | Stichtagskurs 28.02.2022 | Stichtagskurs 28.02.2021 | Durchschnittskurs 2021|22 | Durchschnittskurs 2020|21 |
|---|---|---|---|---|
| Ägypten EGP | 17,54 | 19,13 | 18,35 | 18,31 |
| Albanien ALL | 121,32 | 123,67 | 122,10 | 124,01 |
| Algerien DZD | 158,03 | 161,57 | 159,37 | 149,54 |
| Argentinien ARS | 120,81 | 108,45 | 120,81 | 108,45 |
| Australien AUD | 1,55 | 1,56 | 1,58 | 1,65 |
| Bosnien und Herzegowina BAM | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 |
| Brasilien BRL | 5,78 | 6,66 | 6,31 | 6,20 |
| Bulgarien BGN | 1,96 | 1,96 | 1,96 | 1,96 |
| China CNY | 7,07 | 7,84 | 7,53 | 7,90 |
| Indien INR | 84,55 | 89,58 | 86,84 | 86,24 |
| Japan JPY | 129,31 | – | 130,43 | – |
| Kroatien HRK | 7,57 | 7,58 | 7,52 | 7,56 |
| Marokko MAD | 10,72 | 10,83 | 10,59 | 10,85 |
| Mexiko MXN | 22,90 | 25,29 | 23,79 | 25,13 |
| Nordmazedonien MKD | 61,70 | 61,69 | 61,64 | 61,69 |
| Polen PLN | 4,69 | 4,52 | 4,57 | 4,48 |
| Rumänien RON | 4,95 | 4,88 | 4,93 | 4,85 |
| Russland RUB | 115,48 | 90,67 | 86,81 | 86,13 |
| Serbien CSD | 117,66 | 117,58 | 117,58 | 117,58 |
| Südafrika ZAR | 17,29 | 18,10 | 17,35 | 19,10 |
| Südkorea KRW | 1.347,62 | 1.367,10 | 1.356,32 | 1.352,11 |
| Tschechien CZK | 25,00 | 26,20 | 25,39 | 26,60 |
| Türkei TRY | 15,45 | 9,02 | 11,57 | 8,41 |
| Ukraine UAH | 33,17 | 34,15 | 31,96 | 32,00 |
| Ungarn HUF | 369,72 | 361,43 | 358,32 | 355,02 |
| USA USD | 1,12 | 1,21 | 1,17 | 1,16 |

6. Rechnungslegung in Hochinflationsländern

  • Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen in Hochinflationsländern – derzeit ein Tochterunternehmen mit Sitz in Argentinien – werden gemäß IAS 29 angepasst. Nicht monetäre Posten der Bilanz, die zu Anschaffungs- bzw. fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vor der Umrechnung in die Konzernwährung Euro anhand eines geeigneten Preisindex zur Messung der Kaufkraft an die im Geschäftsjahr eingetretenen Preisänderungen angepasst. Monetäre Posten der Bilanz werden nicht angepasst. Alle Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie alle Bestandteile des Eigenkapitals werden ebenfalls anhand geeigneter Preisindizes angepasst. Gewinne oder Verluste aus der Nettoposition monetärer Posten werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als separater Posten ausgewiesen.
  • Der Jahresabschluss des argentinischen Tochterunternehmens wurde auf Basis des Konzeptes historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt.Seit dem Geschäftsjahr 2018|19 muss dieser aufgrund von Änderungen der allgemeinen Kaufkraft der funktionalen Währung (argentinischer Peso) angepasst werden und ist daher in der am Abschlussstichtag geltenden Maßeinheit angegeben. Die vom argentinischen „Instituto Nacional de Estadística y Censos“, dem nationalen Institut für Statistik und Zensus, veröffentlichten Verbraucherpreise werden herangezogen. Der Preisindex zum 28. Februar 2022 lag bei 628,63 (28. Februar 2021: 416,36). Die Veränderung des Index kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

| Indexveränderung | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| März | 4,8 % | 3,3 % |
| April | 4,1 % | 1,5 % |
| Mai | 3,3 % | 1,5 % |
| Juni | 3,2 % | 2,2 % |
| Juli | 3,0 % | 1,9 % |
| August | 2,5 % | 2,7 % |
| September | 3,5 % | 2,8 % |
| Oktober | 3,5 % | 3,8 % |
| November | 2,5 % | 3,2 % |
| Dezember | 3,8 % | 4,0 % |
| Jänner | 3,9 % | 4,0 % |
| Februar | 3,9 % | 3,7 % |

120 Konzernanhang

7. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

7.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte sowie Sachanlagen

  • Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von fünf bis 15 Jahren abgeschrieben.
  • Geschäfts-/Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung hin geprüft. Die Überprüfung findet regelmäßig zum 31. August und zusätzlich bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung (Triggering Events) statt. Einzelheiten zu dieser Werthaltigkeitsprüfung sind in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.
  • Erworbene Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. In die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen werden neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Gemeinkosten einbezogen. Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden gemäß IAS 23 aktiviert. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.
  • Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechtes am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten). Auf immaterielle Vermögenswerte wird der Standard von AGRANA nicht angewendet. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt AGRANA das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch und die Aufwendungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
  • Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
    • Gebäude: 15 bis 50 Jahre
    • Technische Anlagen und Maschinen: 10 bis 15 Jahre
    • Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 10 Jahre
      Diese Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.

7.2. Zuwendungen der öffentlichen Hand

  • Zuwendungen der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zuschuss hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.
  • Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Investitionsförderung werden ab dem Zeitpunkt der verbindlichen Zusage von den Anschaffungs- und Herstellungskosten der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen passivisch abgegrenzt und entsprechend der Nutzungsdauer des zugeordneten Vermögenswertes linear ergebniswirksam aufgelöst. Details dazu finden sich auf Seite 121.

7.3. Finanzinstrumente

  • Die AGRANA-Gruppe unterscheidet folgende Klassen von Finanzinstrumenten:
    • Finanzielle Vermögenswerte
      • Wertpapiere und Beteiligungen
      • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
      • Sonstige finanzielle Vermögenswerte
      • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
    • Finanzielle Schulden
      • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
      • Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der SÜDZUCKER-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen
      • Leasingverbindlichkeiten
      • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
      • Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
    • Derivative Finanzinstrumente
      • Zinsderivate
      • Währungsderivate
      • Rohstoffderivate
  • Anteile an Investmentfonds sowie Wertrechte (Genossenschaftsanteile) in der Bilanzposition Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ zugeordnet und werden bei Ersterfassung zum Zeitwert angesetzt. Eigenkapitalinstrumente mit der Absicht diese langfristig zu halten, sind der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ zugeordnet. Die Ersterfassung erfolgt zum Zeitwert inklusive allfälliger Transaktionskosten. Bewertungsänderungen werden bei Eigenkapitalinstrumenten unter Berücksichtigung von Ertragsteuern erfolgsneutral in eine gesonderte Rücklage im Eigenkapital eingestellt. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten im Zeitpunkt des Zugangs erfasst und der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ zugeordnet. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für sonstige Beteiligungen wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows vorgenommen. Für Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Tochterunternehmen wurde die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes aufgrund des für den AGRANA-Konzern unwesentlichen Betrages nicht vorgenommen.
  • Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.
  • Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, die zum Zeitpunkt der Veranlagung eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden am Abschlussstichtag mit den Stichtagskursen bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

122 Konzernanhang

  • Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung von Risiken aus der Veränderung von Zinsen, Wechselkursen und Güterpreisen eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswert oder Verbindlichkeit bilanziert und – unabhängig von ihrem Zweck – mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen dieses Wertes werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen/Aufwendungen (Rohstoffderivate und Währungsderivate in Zusammenhang mit Einkaufs- und Verkaufstransaktionen) oder im Finanzergebnis (Zinsderivate, Währungsderivate bei Finanzierungen) erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft (Cashflow-Hedges) und erfüllen die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften gemäß IFRS 9. In diesen Fällen werden die noch nicht realisierten und effektiven Bewertungsunterschiede erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Führt die abgesicherte erwartete Transaktion zum späteren Ansatz eines nicht-finanziellen Postens (z. B. Vorräte), wird der kumulierte Betrag in der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) direkt in die Anschaffungskosten des nicht-finanziellen Postens zum Zeitpunkt dessen Bilanzierung einbezogen. In allen anderen Fällen wird der kumulierte Betrag in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird. Ineffektive Teile der Bewertungsunterschiede von Cashflow-Hedges werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Derivative Finanzinstrumente sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ zugeordnet, es sei denn, es handelt sich um Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft. Diese werden der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Sicherungsinstrumente)“ zugeordnet. Weitere Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten finden sich auf Seite.

Forderungen

  • Die ausgewiesenen Forderungen werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem beizulegenden Zeitwert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinsste Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode mit ihrem Barwert bilanziert. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen oder portfoliobasierte Wertberichtigungen gebildet. Die portfoliobasierten Wertberichtigungen werden anhand des in IFRS 9 vorgesehenen vereinfachten Modelles ermittelt. Hierfür werden mittels Analyse historischer Ausfallraten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderung erwartete Verluste während der Gesamtlaufzeit berücksichtigt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Die Wertberichtigungen werden auf separaten Wertminderungskonten erfasst.# Konzernanhang

7.4. Vorräte

  • Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoverkaufswerten bewertet. Dabei kommt das Durchschnittspreisverfahren zur Anwendung. Die Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse beinhalten gemäß IAS 2 neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen unter Annahme einer Normalauslastung sowie produktionsbezogene Verwaltungskosten. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Sofern sich Bestandsrisiken aus längerer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird ein Bewertungsabschlag vorgenommen.

7.5. Emissionszertifikate

  • Die Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte umfasst die im EU-Handelssystem ausgegebenen Emissionsrechte (EU Allowances – kurz EUA) und erfolgt nach den Vorschriften in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen EUA sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten EUA, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

7.6. Wertminderung

  • Bei Vermögenswerten (außer Vorräten und aktiven latenten Steuern) wird jeweils zu jedem Abschlussstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, wird die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte überprüft. Bei Geschäfts-/Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt eine Werthaltigkeitsprüfung auch ohne Anhaltspunkt jährlich zum 31. August.
  • Bei der Werthaltigkeitsprüfung wird der für den Vermögenswert erzielbare Betrag ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten. Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswertes, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe dieses Differenzbetrages.
  • Der Nutzungswert des Vermögenswertes entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows aus seiner fortgesetzten Nutzung und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes vor Steuern. Können keine weitestgehend unabhängigen Mittelzuflüsse festgestellt werden, erfolgt die Ermittlung des Nutzungswertes für die nächste größere Einheit, zu der dieser Vermögenswert gehört und für die weitestgehend unabhängige Mittelzuflüsse ermittelt werden können (Cash Generating Unit).
  • Ein späterer Wegfall der Wertminderung führt – außer bei Geschäfts-/Firmenwerten – zu einer erfolgswirksamen Wertaufholung bis zum geringeren Wert aus fortgeschriebenen ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nutzungswert.

7.7. Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern

  • Im AGRANA-Konzern gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Pensions- und Abfertigungsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungszusagen trifft AGRANA nach Zahlung der vereinbarten Prämie keine Verpflichtung mehr. Zahlungen für beitragsorientierte Vorsorgepläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Vorsorgepläne werden wie die von beitragsorientierten Vorsorgeplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen, eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.
  • Die Rückstellungen für leistungsorientierte Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden nach der Projected-Unit-Credit-Methode entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer), basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten, bewertet. Dabei wird der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation – DBO) ermittelt und dem beizulegenden Zeitwert des am Bilanzstichtag bestehenden Planvermögens gegenübergestellt. Bei Unterdeckung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung. Die Ermittlung der DBO erfolgt nach dem Verfahren wiederkehrender Einmalprämien. Bei diesem Verfahren werden die auf Basis realistischer Annahmen ermittelten künftigen Zahlungen über jenen Zeitraum angesammelt, in dem die jeweiligen Anspruchsberechtigten diese Ansprüche erwerben.
  • Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand ausgewiesen und umfasst neben dem laufenden Dienstzeitaufwand aus der jährlichen Erdienung von Ansprüchen gegebenenfalls auch einen nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand aufgrund von Plankürzungen oder -änderungen, der sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst wird. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelte Abzinsungssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettopensionsverpflichtung – unter Berücksichtigung der erwarteten Auszahlungen – angewandt wird. Der Ausweis des Nettozinsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis.
  • Die Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, erfolgt unter Berücksichtigung latenter Steuern – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldverpflichtungen – erfolgsneutral im Eigenkapital in der Periode ihrer Entstehung. Entsprechend wird in der Bilanz der volle Verpflichtungsumfang ausgewiesen. Die in der jeweiligen Periode erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Eine erfolgswirksame Erfassung der zuvor erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in nachfolgenden Perioden ist nicht zulässig. Die Erfassung im sonstigen Ergebnis schließt auch die Differenzen zwischen dem am Beginn der Periode ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen, der auf dem Abzinsungssatz basiert und im Nettozinsaufwand enthalten ist, und dem am Ende der Periode festgestellten tatsächlichen Ertrag aus Planvermögen ein.
  • Der Berechnung liegen Trendableitungen für die Gehalts- und Rentenentwicklung, für die Fluktuation sowie ein Abzinsungssatz von überwiegend 1,65 % (Vorjahr: 0,75 %) zugrunde.
  • Pensionszusagen wurden teilweise an eine Pensionskasse übertragen. Die zu entrichtenden Pensionsbeiträge werden so bemessen, dass die vereinbarte Alterspension bei Pensionsantritt ausfinanziert ist. Bei Auftreten von kapitalmäßigen Deckungslücken besteht eine Verpflichtung zum Nachschuss der erforderlichen Beträge. Des Weiteren bestehen Rückdeckungsversicherungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen. Das individuell in der Pensionskasse zugeordnete Vermögen wird mit dem Barwert der Pensionsverpflichtung saldiert, ebenso wie die vorhandenen Rückdeckungsversicherungen den Barwert der jeweiligen Pensions- bzw. Abfertigungsverpflichtung kürzen.

7.8. Sonstige Rückstellungen

  • Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn für die AGRANA-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses besteht, es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist.
  • Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlichen Ausgabe darstellt. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
  • Die Risiken aus Haftungsverbindlichkeiten sind durch angemessene Rückstellungen gedeckt.# 7.8. Sonstige Angaben

  • Rückstellungen für Rekultivierung beinhalten Rekultivierungsmaßnahmen von Grundstücken, Entleerung und Entsorgung von Deponien, Sanierung bzw. Wiederherstellung von Gebäudesubstanz sowie Altlastsanierung und Abraumbeseitigung.

  • Rückstellungen für Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgelder beinhalten des Weiteren Rückstellungen für Altersteilzeit, Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen, Rückstellungen für Bonifikationen und Prämien sowie sonstige personalbezogene Rückstellungen. Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als langfristige Leistungen an Arbeitnehmer einzustufen. Diese werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der laufenden Periode im Personalaufwand ausgewiesen. Jubiläumsgelder stellen einmalige vom Entgelt und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängige Zahlungen dar, die aufgrund von Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Vorschriften bestehen. Vor allem in Österreich bestehen Verpflichtungen für Jubiläumsgeldzahlungen. Rückstellungen für Altersteilzeit sind in Österreich aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern zu bilden. Die gesetzliche Regelung der Altersteilzeit erleichtert es Betrieben, ältere Arbeitnehmer unter weitestgehend finanzieller Absicherung mit einer verringerten Arbeitszeit bis zum Pensionsantritt zu beschäftigen. Rückstellungen aus Sozialplänen im Rahmen von Restrukturierungen werden nur dann angesetzt, wenn ein formaler, detaillierter Restrukturierungsplan erstellt und kommuniziert wurde.
  • Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten u. a. Rückstellungen für Prozessrisiken, Rückstellungen für Drohverluste, Rückstellungen für Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung sowie Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten. Rückstellungen für Drohverluste aus ungünstigen Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidbaren Kosten.

7.9. Steuerabgrenzungen

  • Steuerabgrenzungen werden auf temporäre Unterschiede der Wertansätze von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS- und Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge und auf voraussichtlich realisierbare Verlustvorträge angesetzt. Wesentliche Unterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz bestehen bei den Sachanlagen, Vorräten und Rückstellungen. Aktive latente Steuern werden für Verlustvorträge angesetzt, sofern eine Nutzung innerhalb von fünf Jahren zu erwarten ist.
  • Die Berechnung der latenten Steuern wird nach der Liability Method (IAS 12) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen. Dies bedeutet, dass mit Ausnahme der Geschäfts-/Firmenwerte aus der Konsolidierung für sämtliche zeitliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen IFRS- und Steuerbilanz latente Steuern gebildet werden, soweit die Realisierung latenter Steueransprüche wahrscheinlich ist.
  • Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern, die aus zeitlichen Unterschieden und Verlustvorträgen resultieren, unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn die entsprechenden Steuervorteile bei zugrunde liegender Planungsperiode von fünf Jahren realisiert werden können. Dies ist gegeben, wenn ausreichend Gewinne erwirtschaftet werden bzw. zu versteuerndes Ergebnis aus der Umkehrung von passiven Differenzen vorhanden ist.
  • Aktive Steuerabgrenzungen sind unter den langfristigen Vermögenswerten angeführt, passive Steuerabgrenzungen sind als langfristige Schulden ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.
  • Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen.

7.10. Gewinnrealisierung

  • Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Die Erlösrealisierung erfolgt im AGRANA-Konzern anhand des 5-Schritte-Modelles gemäß IFRS 15 und grundsätzlich zeitpunktbezogen. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Kontrolle über ein Produkt oder über eine Dienstleistung auf einen Käufer übertragen wird. Die Übertragung der Kontrolle auf den Käufer wird üblicherweise gemäß den INCOTERMS (International Commercial Terms) bestimmt, die den Übergang der mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken regeln. Erträge aus Dienstleistungen werden im Ausmaß der bis zum Bilanzstichtag erbrachten Leistungen erfasst. Bei variablen Preisvereinbarungen wird eine vertragsindividuelle Schätzung der zu erwartenden Endpreise für die Umsatzrealisierung vorgenommen. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen sowie ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Kosten der Umsatzanbahnung haben ganz überwiegend einen kurzfristigen Umsatzbezug und werden unmittelbar aufwandswirksam erfasst. Im Rahmen der industrieüblichen Zahlungskonditionen bestehen bei der Umsatzerfassung keine Finanzierungskomponenten.
  • Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.
  • Der Finanzierungsaufwand umfasst die für die aufgenommenen Fremdfinanzierungen und Leasingverbindlichkeiten anfallenden Zinsen, zinsenähnliche Aufwendungen und Spesen sowie mit der Finanzierung zusammenhängende Währungskursgewinne/-verluste und Ergebnisse von Sicherungsgeschäften.
  • Die Erträge aus Finanzinvestitionen beinhalten die aus der Veranlagung von Finanzmitteln und der Investition in Finanzvermögen realisierten Zinsen, Dividenden und ähnliche Erträge, Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Finanzvermögen sowie Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungserträge.
  • Die Zinsen werden auf Basis des Zeitablaufes nach der Effektivzinsmethode abgegrenzt. Die Realisierung der Dividenden erfolgt zum Zeitpunkt des Beschlusses der Dividendenausschüttung.

7.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen

  • Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen und die Festlegung von Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung, die den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.
  • Bei den folgenden Annahmen besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung von Vermögenswerten und Schulden im nächsten Geschäftsjahr führen können:
  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten (Buchwert 28.02.2022: 186.971 T€; Buchwert 28.02.2021: 241.781 T€), sonstigen immateriellen Vermögenswerten (Buchwert 28.02.2022: 17.583 T€; Buchwert 28.02.2021: 12.818 T€) und Sachanlagen (erworben und geleast) (Buchwert 28.02.2022: 828.168 T€; Buchwert 28.02.2021: 859.659 T€) basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge im Zuge der Wertminderungstests werden mehrere Annahmen, beispielsweise über die künftigen Mittelüberschüsse und den Abzinsungssatz, zugrunde gelegt. Die Mittelüberschüsse entsprechen den Werten der zum Zeitpunkt des regelmäßigen Wertminderungstest-Stichtages zum 31. August aktuellsten Prognoserechnung für die Cashflows der Cash Generating Units (CGUs) der nächsten fünf Jahre. Der Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 mit betroffenen Tochterunternehmen in der Ukraine und Russland war ein Auslöser (Triggering Event) für die Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts-/Firmenwerte per 28. Februar 2022 für die CGU Frucht. Sowohl für Russland als auch die Ukraine wird bei den Tochterunternehmen von einem Fortbestand (Going Concern) ausgegangen. Die Sanktionen werden auf Russland für 2022|23 starke Auswirkungen auf das Ergebnis haben. AGRANA geht davon aus, dass sich Russland langfristig wieder erholen wird. Das russische Tochterunternehmen produziert Nahrungsmittel, die nicht direkt von den Sanktionsbestimmungen umfasst sind, jedoch werden indirekte Auswirkungen (z.B. weniger Inlandskonsum) erwartet. Für die ukrainischen Tochterunternehmen, die nicht im unmittelbaren Kriegsgebiet liegen, wird durch die Kriegshandlungen in 2022|23 von einer reduzierten Produktion und einem niedrigeren Inlandsabsatz ausgegangen, jedoch wird langfristig die Rückkehr auf das Vorkriegsniveau angenommen. Als Basis für die Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts-/Firmenwertes der CGU Frucht wurden die aktuellsten vorliegenden Planungsrechnungen vom Februar 2022 herangezogen. Corona-Effekte wurden im Planungsprozess nicht gesondert behandelt. Diese Planungsrechnungen wurden vom Vorstand im Februar 2022 genehmigt. Das Segment Frucht beinhaltet drei Tochterunternehmen in der Ukraine und ein Tochterunternehmen in Russland. Für diese Gesellschaften wurden Effekte aus der Kriegssituation ermittelt.Aufgrund der hohen Unsicherheit im Aufstellungszeitpunkt wurden auf Basis der dargestellten Grundannahmen zu den Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes vier mögliche Varianten der künftigen Entwicklung in diesen beiden Ländern vom Management entwickelt und mit ihrer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet. Die aufgrund der Ukraine-Krise erwarteten Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen wurden in den Szenarien ebenfalls berücksichtigt. Die um die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine angepasste Planungsrechnung wurde dem Aufsichtsrat am 19. April 2022 in einer außerordentlichen Sitzung vorgelegt. Zum 28. Februar 2022 wurde der Buchwert der CGU Frucht dem unter Anwendung des auf diesen Stichtag aktualisierten WACC¹ ermittelten Nutzungswert gegenübergestellt. Den Prognoseunsicherheiten, die aufgrund der Volatilität der Märkte verursacht sind, wird durch Berücksichtigung alternativer Planungsszenarien begegnet. Die Planungsszenarien unterscheiden sich im Wesentlichen in den Annahmen zum Umsatzwachstum und zur Entwicklung der EBIT-Marge bis zur Rentenphase. Ohne die Anpassungen aus den Effekten des Ukraine-Krieges zeigen die Szenarien folgendes Bild und es wäre zu keiner Wertminderung des Geschäfts-/Firmenwertes gekommen:

¹ Weighted Average Cost of Capital: gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz

CGU Frucht zum 28.02.2022

| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2021|22) | EBIT-Marge in 2026|27 |
|---|---|---|
| Base Case 60 % | 5,9 % | 5,2 % |
| Downside Case gemässigt 25 % | 5,5 % | 4,6 % |
| Downside Case progressiv 15 % | 5,1 % | 4,3 % |

CGU Frucht zum 28.02.2021

| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2020|21) | EBIT-Marge in 2025|26 |
|---|---|---|
| Base Case 65 % | 4,8 % | 5,7 % |
| Downside Case gemässigt 25 % | 4,5 % | 5,5 % |
| Downside Case progressiv 10 % | 4,2 % | 5,2 % |

Im Geschäftsjahr wurde die Gewichtung aufgrund der Kriegssituation in der Ukraine und der Schwierigkeiten bei der Einschätzung der Auswirkungen der weiteren Wirtschaftsentwicklung konservativer gewählt, in dem der „Base Case“ zugunsten des „Downside Case progressiv“ weniger stark gewichtet wurde.

Zusätzlich zu den oben dargestellten Szenarien wurden für die Länder Ukraine und Russland vier mögliche Varianten der künftigen Entwicklung in diesen beiden Ländern vom Management entwickelt und gemäß einer Wahrscheinlichkeit gewichtet. Für beide Länder wird von Going Concern ausgegangen:

  • Die beste Variante 1 (gewichtet mit 25 %) geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine drei Monate dauert und die Geschäftsaktivitäten unmittelbar danach wieder aufgenommen werden können sowie die Sanktionen gegenüber Russland bis 2024|25 andauern.
  • Die wahrscheinlichste Variante 2 (gewichtet mit 50 %) geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine drei Monate dauert und die Geschäftsaktivitäten innerhalb von sechs Monaten wieder aufgenommen werden, jedoch die Sanktionen gegenüber Russland länger als bis 2024|25 andauern.
  • Die schlechte Variante 3 (gewichtet mit 23 %) geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine sechs Monate dauert und die Sanktionen gegenüber Russland länger als bis 2024|25 andauern.
  • Die Variante 4 (gewichtet mit 2 %) geht von einer Schließung der Geschäftsaktivitäten in beiden Ländern aus.

Die Szenarien inklusive den Effekten der Ukraine-Krise stellen sich wie folgt dar:

CGU Frucht zum 28.02.2022

| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2021|22) | EBIT-Marge in 2026|27 |
|---|---|---|
| Base Case 60 % | 6,2 % | 4,7 % |
| Downside Case gemässigt 25 % | 5,8 % | 4,1 % |
| Downside Case progressiv 15 % | 5,4 % | 3,8 % |

Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt bei 7,25 % (Vorjahr: 7,56 %).

Inklusive den Anpassungen aus den Effekten des Ukraine-Krieges ergibt sich in der CGU Frucht eine Wertminderung des Buchwertes des Geschäfts-/Firmenwertes in Höhe von 55.283 T€. In Abhängigkeit von den weiteren Kriegshandlungen bzw. Sanktionen können sich negative Einflüsse auf das Geschäftsjahr 2022|23 oder folgende Geschäftsjahre, beispielsweise im Bereich der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten sowie Sachanlagen, ergeben.

Basierend auf dem Wertminderungstest des Geschäfts-/Firmenwertes zum 28. Februar 2022 wurden Sensitivitäten gerechnet. Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde in der CGU Frucht einen zusätzlichen Wertminderungsbedarf von 79.165 T€ zur Folge haben. Weiters wurden die Sensitivitäten auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 65 % / 25 % / 10 % zu einem um 9.667 T€ geringeren Wertminderungsbedarf führen. Andererseits hätte eine Gewichtung von 55 % / 25 % / 20 % eine um 9.667 T€ höhere Wertminderung zur Folge.

CGU Stärke zum 28.02.2022

| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2021|22) | EBIT-Marge in 2026|27 |
|---|---|---|
| Base Case 65 % | 1,7 % | 5,0 % |
| Downside Case 35 % | -3,5 % | 5,5 % |

CGU Stärke zum 28.02.2021

| Gewichtung | CAGR Umsatz p.a. (Basis 2020|21) | EBIT-Marge in 2025|26 |
|---|---|---|
| Base Case 65 % | 2,9 % | 6,2 % |
| Downside Case 35 % | -4,4 % | 6,1 % |

Der Abzinsungssatz vor Steuer orientiert sich an der Branche, am Unternehmensrisiko sowie am jeweiligen Marktumfeld und liegt bei 7,09 % (Vorjahr: 6,80 %). Basierend auf den Erfahrungen des Wertminderungstests der Geschäfts-/Firmenwerte zum 31. August 2021 wurde eine Sensitivität per 28. Februar 2022 gerechnet. Unter der Voraussetzung eines gleichbleibenden WACC wäre bei einer Reduktion des operativen Ergebnisses 2026|27 in Höhe von rund 40 % keine Gefährdung der Überdeckung der CGU Stärke gegeben. Ein Anstieg des WACC um 0,5 Prozentpunkte würde keinen Wertminderungsbedarf zur Folge haben. Weiters wurde eine Sensitivität auf die Gewichtung der Szenarien ermittelt. Unter der Voraussetzung eines Gleichbleibens aller anderen Parameter würde eine Gewichtung auf 55 % / 45 % zu eine um 8.320 T€ geringere Überdeckung zur Folge haben.

  • Basierend auf den oben beschriebenen Planannahmen wurde ein Wertminderungstest der Sachanlagen der CGU Ukraine durchgeführt und eine Wertminderung für das Sachanlagevermögen des landwirtschaftlichen Betriebes der AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza|Ukraine und für im Kriegsgebiet befindliche Sachanlagen bei Kunden von 1.545 T€ identifiziert.
  • Als relevante Werttreiber für die CGU Zucker Verkauf & Produktion wurden neben den Rübenanbauflächen, die Zuckerverkaufspreise sowie Produktionskosten in Verbindung mit Gas-/Energiepreisen identifiziert. Eine signifikante Verminderung der Rübenanbauflächen sowie ein Zuckerpreisniveau, bei dem steigende Gas-/Energiepreise nicht an Kunden weitergegeben werden können, könnte zu einem Wertminderungsbedarf führen.
  • AGRANA geht davon aus, dass Kostensteigerungen aufgrund steigender Rohstoff- unter Energiepreise zumindest zeitversetzt an Kunden weitergegeben werden können und hat daher kein Triggering Event für die CGUs Stärke und Zucker Verkauf & Produktion identifiziert.
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden alternative finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Buchwert 28.02.2022: 58.848 T€; Buchwert 28.02.2021: 67.786 T€) werden Annahmen für Zinssatz, Pensionsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen verwendet.

Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, sodass mögliche Korrelationseffekte zwischen den Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die Sensitivitäten haben folgende Auswirkungen auf die Höhe der unter Note (23a) angeführten Barwerte der Verpflichtungen:

Pensionen Abfertigungen
28.02.2022 28.02.2021
Veränderung versicherungs-mathematischer Annahmen
Rechnungszinssatz +0,5 Prozentpunkte –2.092 –2.537
–0,5 Prozentpunkte 2.289 2.790
Lohn-/Gehaltssteigerung +0,25 Prozentpunkte 33 54
–0,25 Prozentpunkte –32 –53
Rentensteigerung +0,25 Prozentpunkte 1.075 1.267
–0,25 Prozentpunkte –1.033 –1.215
Lebenserwartung Zunahme um 1 Jahr 3.629 4.594
Abnahme um 1 Jahr –3.791 –4.885
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern (Buchwert 28.02.2022: 13.734 T€; Buchwert 28.02.2021: 16.440 T€) liegt die Annahme zugrunde, dass innerhalb des Planungszeitraumes von fünf Jahren ausreichend steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um diese zu verwerten.
  • Zu den in der Bilanz nicht erfassten Verpflichtungen und Wertminderungen aufgrund von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungsverhältnissen werden regelmäßig Einschätzungen vorgenommen, ob eine bilanzielle Erfassung im Abschluss zu erfolgen hat.
  • Bei der Ermittlung der übrigen Rückstellungen (Buchwert 28.02.2022: 48.392 T€; Buchwert 28.02.2021: 46.874 T€) beurteilt das Management, ob eine Inanspruchnahme der AGRANA wahrscheinlich ist und ob die voraussichtliche Höhe der Rückstellung zuverlässig geschätzt werden kann.
  • Die HUNGRANA-Gruppe, die AGRANA-STUDEN-Gruppe und die Beta Pura GmbH wurden gemäß IFRS 11 und den derzeit bestehenden Vereinbarungen als Gemeinschaftsunternehmen qualifiziert. Der Konzern hält 50 % der Anteile an den Gemeinschaftsunternehmen.
  • Die AGRANA-Gruppe hält 50,01 % an der AUSTRIA JUICE GmbH und deren Tochtergesellschaften.# Konzernanhang

8. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Note (1)

8.1. Umsatzerlöse

AGRANA ist ein weltweit tätiger Veredler agrarischer Rohstoffe zu hochwertigen Lebensmitteln und einer Vielzahl von Vorprodukten für die weiterverarbeitende Nahrungsmittelindustrie sowie für technische Anwendungen in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker. Umsatzerlöse des Segmentes Frucht umfassen Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme-, und Food-Service-Industrie und Fruchtsaftkonzentrate, wie Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen. Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA primär Mais, Weizen und Kartoffeln zu hochwertigen Stärkeprodukten für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige. Weiters werden im Rahmen der Stärkegewinnung Dünger- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke. Das Segment Zucker verarbeitet Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z. B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem wird auch eine breite Palette an Zucker- und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel an Endkonsumenten vertrieben. Daneben produziert das Segment Zucker – zur optimalen Verwertung der agrarischen Rohstoffe – eine Vielzahl an Dünger- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt in allen drei Segmenten nach Übergang der Kontrolle am jeweiligen Produkt auf den Kunden und erfolgt nahezu ausschließlich zeitpunktbezogen. Sämtliche Lieferverträge enthalten Incoterms, wie DDP, DAP und EXW, die den Übergang der Kontrolle auf den Kunden regeln und somit den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung begründen. Das Zahlungsziel beträgt in der Regel bis zu 90 Tage.

AGRANA erzielt mit 95,44 % (Vorjahr: 94,85 %) hauptsächlich Umsatzerlöse aus Eigenerzeugnissen. AGRANA erbringt Dienstleistungen von 0,30 % (Vorjahr: 0,24 %) sowie Handelswarenerlöse von 4,26 % (Vorjahr: 4,91 %) der Gesamtumsatzerlöse von untergeordneter Bedeutung.

Die Aufteilung nach geografischen Gebieten je Segment erfolgt auf Basis des Sitzes der Gesellschaft.

| | t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------- | :-------- | :---- | :---- | :---- |
| Segment Frucht | | | | |
| EU-27 | | 585.598 | 554.441 |
| Europa nicht EU | | 109.197 | 97.454 |
| Nordamerika | | 337.420 | 309.785 |
| Südamerika | | 32.661 | 24.179 |
| Asien | | 115.664 | 118.821 |
| Afrika | | 31.208 | 24.639 |
| Australien & Ozeanien | | 39.332 | 37.252 |
| | | 1.251.080 | 1.166.571 |
| Segment Stärke | | | | |
| EU-27 | | 987.854 | 802.197 |
| Nordamerika | | 22.553 | 19.695 |
| | | 1.010.407 | 821.892 |
| Segment Zucker | | | | |
| EU-27 | | 640.057 | 558.521 |
| | | 640.057 | 558.521 |
| Summe | | 2.901.544 | 2.546.984 |

29,8 % (Vorjahr: 30,1 %) des Konzernumsatzes wurden mit den Top-10-Kunden der Gruppe erzielt. Ein AGRANA-Kunde trug mit 10,9 % (Vorjahr: 12,4 %) zum Konzernumsatz bei. Kein weiterer Kunde erreicht einen Umsatzbeitrag von mehr als 10 %.

Note (2)

8.2. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

| | t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------------------------------------------- | :---- | :---- | :---- | :---- |
| Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | | 99.051 | –14.529 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | | 2.069 | 2.820 |

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen von 99.051 € (Vorjahr: –14.529 €) resultierte aus dem Segment Zucker mit 90.205 € (Vorjahr: –17.985 €), aus dem Segment Frucht mit 19.945 € (Vorjahr: –8.130 €) und dem Segment Stärke mit –11.099 € (Vorjahr: 11.586 €). In den Bestandsveränderungen ist ein Ergebnis aus Sondereinflüssen im Segment Frucht in Höhe von 1.118 € aus Wertberichtigungen von Halb- und Fertigprodukten aufgrund des Krieges in der Ukraine (Vorjahr: 859 € Reklamationsfall in Europa) enthalten.

Note (3)

8.3. Sonstige betriebliche Erträge

| | t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------------------------------------------------- | :---- | :---- | :---- | :---- |
| Erträge aus Kursgewinnen | | 7.705 | 11.537 |
| dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahmen der Finanzanlagen | | 5.842 | 515 |
| Versicherungs- und Schadensersatzleistungen | | 1.650 | 2.967 |
| Derivaten | | 1.298 | 1.817 |
| Forschungsprämien | | 1.268 | 1.400 |
| der Auflösung von Forderungswertberichtigungen | | 1.027 | 644 |
| Miet- und Pachtverträgen | | 578 | 513 |
| Rüben-/Schnitzelreinigung, -transport, -manipulation | | 525 | 367 |
| Leistungen an Dritte | | 108 | 103 |
| Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen | | 0 | 5.951 |
| Sondereinflüssen | | 0 | 1.617 |
| der erfolgswirksamen Erfassung eines passiven Unterschiedsbetrages aus Unternehmenszusammenschlüssen | | 0 | 140 |
| Übrige | | 15.741 | 15.393 |
| Summe | | 35.742 | 42.964 |

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge umfassen u. a. Erträge aus der Weiterverrechnung von Betriebsstoffen und Rohmaterial sowie Dienstleistungen.

Note (4)

8.4. Materialaufwand

| | t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :----------------------------------------- | :---- | :---- | :---- | :---- |
| Aufwendungen für Rohstoffe | | 1.409.546 | 1.158.798 |
| Hilfs-/Betriebsstoffe und bezogene Waren | | 685.405 | 535.260 |
| bezogene Leistungen | | 74.368 | 65.174 |
| Summe | | 2.169.319 | 1.759.232 |

Aufgrund des Krieges in der Ukraine führten Wertberichtigungen von Rohstoffen zu einem Ergebnis aus Sondereinflüssen im Materialaufwand in Höhe von 379 € im Segment Frucht.

Note (5)

8.5. Personalaufwand

| | t€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :--------------------------------------------------------------- | :---- | :---- | :---- | :---- |
| Löhne und Gehälter | | 274.678 | 274.844 |
| Soziale Abgaben, Aufwendungen für Altersversorgung und sonstiger Personalaufwand | | 72.548 | 70.450 |
| Summe | | 347.226 | 345.294 |

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren neu erworbenen Ansprüche aus Pensionen und Abfertigungen abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Zinsanteil ist mit 540 € (Vorjahr: 641 €) im Finanzergebnis enthalten. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche sowie nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand ist im Personalaufwand enthalten. Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden 20.345 € (Vorjahr: 19.591 €) als Aufwand für den Beitrag zur staatlichen Altersvorsorge erfasst. Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen wurden aufwandswirksam in Höhe von 1.555 € (Vorjahr: 1.501 €) im Geschäftsjahr 2021|22 erfasst. Im Personalaufwand sind Aufwendungen aus Sondereinflüssen enthalten, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm im Segment Frucht stehen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen belief sich auf 1.001 € (Vorjahr: 4.602 €).

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente):

Aufgliederung nach Personengruppen

| | 2021|22 | 2020|21 |
| :------- | :---- | :---- | :---- |
| Arbeiter | 5.863 | 5.972 |
| Angestellte | 2.736 | 2.779 |
| Lehrlinge | 92 | 96 |
| Summe | 8.691 | 8.847 |

Aufgliederung nach Regionen

| | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------------------- | :---- | :---- | :---- |
| Österreich | 2.356 | 2.414 |
| Ungarn | 417 | 424 |
| Rumänien | 491 | 537 |
| Restliche EU | 1.456 | 1.520 |
| EU-27 | 4.720 | 4.895 |
| Sonstiges Europa (Russland, Türkei, Ukraine) | 1.150 | 1.157 |
| Übriges Ausland | 2.821 | 2.795 |
| Summe | 8.691 | 8.847 |

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (durchschnittliche Vollzeitäquivalente) von Gemeinschaftsunternehmen stellt sich wie folgt dar (100 %):

Aufgliederung nach Personengruppen

| | 2021|22 | 2020|21 |
| :------- | :---- | :---- | :---- |
| Arbeiter | 336 | 341 |
| Angestellte | 206 | 205 |
| Summe | 542 | 546 |

Note (6)

8.6. Abschreibungen

t€ Gesamt Abschrei- bungen Wert- minderungen Wert- auf- holungen
**Geschäftsjahr 2021 22**
Immaterielle Vermögenswerte 3.691 3.691 0 0
Sachanlagen – erworben 110.647 110.747 183 –283
Sachanlagen – geleast 5.833 5.833 0 0
Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis 120.171 120.271 183 –283
Sondereinfluss 56.828 0 56.828 0
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 176.999 120.271 57.011 –283
**Geschäftsjahr 2020 21**
Immaterielle Vermögenswerte 3.761 3.761 0 0
Sachanlagen – erworben 108.719 108.784 134 –199
Sachanlagen – geleast 5.626 5.626 0 0
Zu-/Abschreibungen im operativen Ergebnis 118.106 118.171 134 –199
Sondereinfluss 2.042 0 2.042 0
Zu-/Abschreibungen im Ergebnis der Betriebstätigkeit 120.148 118.171 2.176 –199

Die Wertberichtigungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

t€ Wert- minderungen Wert- auf- holungen
**Geschäftsjahr 2021 22**
Segment Frucht 56.828 –37
Segment Stärke 27 –111
Segment Zucker 156 –135
Konzern 57.011 –283
**Geschäftsjahr 2020 21**
Segment Frucht 2.042 0
Segment Stärke 0 0
Segment Zucker 134 –199
Konzern 2.176 –199

Wertminderungen im operativen Ergebnis in den Segmenten Zucker und Stärke betrafen im Wesentlichen Aufwendungen für stillgelegte Vermögenswerte (Vorjahr: Stilllegung einer Produktionslinie in Rumänien im Segment Zucker). Durch den Krieg in der Ukraine als Triggering Event wurden Wertminderungstests für den Geschäfts-/Firmenwert und für Sachanlagen in der Ukraine der CGU Frucht durchgeführt. Eine Wertminderung von 55.283 € des Geschäfts-/Firmenwertes und Wertminderungen von Sachanlagen des landwirtschaftlichen Betriebes der AGRANA Fruit Luka, Winniza|Ukraine und für bei Kunden in Kriegsgebieten befindlichen Behältern für Fertigprodukte von 1.545 € wurden als Sondereinfluss (Vorjahr: 2.042 € Wertminderung von Anlagen im Compound-Geschäft in Ägypten) im Segment Frucht erfasst.# Konzernanhang

Note (7) 8.7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :----------------------------------------------------- | :---------- | :------- |
| Vertriebs- und Frachtaufwendungen | 173.668 | 154.054 |
| Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung | 97.122 | 88.025 |
| Sondereinflüsse | 10.442 | 6.048 |
| Kursverluste | 7.776 | 11.114 |
| Werbeaufwendungen | 7.547 | 7.324 |
| Sonstige Steuern | 6.368 | 6.334 |
| Drohende Verluste aus Verkaufskontrakten | 5.938 | 0 |
| Miete, Leasing- und Pachtaufwand | 5.777 | 6.017 |
| Derivate | 1.809 | 2.264 |
| Schadensfälle | 1.632 | 1.661 |
| Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 591 | 174 |
| Forschung und Entwicklung (extern) | 581 | 832 |
| Übrige | 8.898 | 8.540 |
| Summe | 328.149 | 292.387 |

Die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich insgesamt auf 19.974 € (Vorjahr: 19.118 €). In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren beispielsweise Risikovorsorgen sowie sonstige bezogene Dienstleistungen enthalten. Sondereinflüsse im sonstigen betrieblichen Aufwand betrafen im Wesentlichen Wertberichtigungen von Forderungen von Kunden in Kriegsgebieten oder kriegsnahen Gebieten in der Ukraine, Fremdwährungsverluste durch die Abwertung des russischen Rubels sowie einen Schadensfall in Nordamerika und beliefen sich im Segment Frucht auf 8.370 € (Vorjahr: 6.048 € Werksschließungen in Polen und Ungarn sowie einen Reklamationsfall in Europa). Das Ergebnis aus Sondereinflüssen von 2.072 € im Segment Zucker beinhaltet Forderungswertberichtigungen gegenüber dem in finanziellen Schwierigkeiten (ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine) befindlichen Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH. Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer PwC Wirtschaftsprüfung GmbH betrugen 545 € (Vorjahr: 467 €). Die Aufwendungen betrafen die Prüfung des Konzernabschlusses (einschließlich der Prüfung von Abschlüssen einzelner verbundener Unternehmen) in Höhe von 485 € (Vorjahr: 465 €), sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 2 € (Vorjahr: 2 €) sowie sonstige Leistungen von 58 € (Vorjahr: 0 €).

Note (8) 8.8. Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Der Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, von 8.019 € (Vorjahr: 17.513 €) beinhaltet das anteilige Ergebnis der Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe, der AGRANA-STUDEN-Gruppe sowie der Beta Pura GmbH von 11.204 € sowie eine Wertminderung des an der Beta Pura GmbH gehaltenen Anteils von –3.185 €.

Note (9) 8.9. Finanzerträge

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :-------------------- | :---------- | :------- |
| Zinserträge | 742 | 802 |
| Währungsgewinne | 14.838 | 6.537 |
| Erträge aus Beteiligungen | 34 | 22 |
| Gewinn aus Derivaten | 12.522 | 17.225 |
| Übrige finanzielle Erträge | 428 | 310 |
| Summe | 28.564 | 24.896 |

Die Zinserträge nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :--------- | :---------- | :------- |
| Segment Frucht | 322 | 534 |
| Segment Stärke | 26 | 27 |
| Segment Zucker | 394 | 241 |
| Summe | 742 | 802 |

Note (10) 8.10. Finanzaufwendungen

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------------------------------------------------- | :---------- | :------- |
| Zinsaufwendungen | 7.584 | 8.138 |
| Nettozinsaufwand aus Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen | 540 | 641 |
| Währungsverluste | 7.875 | 16.571 |
| Verlust aus Derivaten | 23.597 | 13.306 |
| Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 1.034 | 837 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | 4.033 | 3.899 |
| Summe | 44.663 | 43.392 |

Die Zinsaufwendungen nach Segmenten stellen sich wie folgt dar:

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :------ | :---------- | :------- |
| Segment Frucht | 1.554 | 2.139 |
| Segment Stärke | 235 | 231 |
| Segment Zucker | 5.795 | 5.768 |
| Konzern | 7.584 | 8.138 |

Der Posten Zinsaufwendungen enthält Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.008 € (Vorjahr: 1.025 €) sowie den Zinsanteil aus der Abzinsung der langfristigen Verpflichtung für Jubiläumsgelder von 76 € (Vorjahr: 84 €). Das Währungsergebnis aus der Finanzierungstätigkeit ergab einen Nettogewinn in Höhe von 6.963 € (Vorjahr: Nettoverlust –10.034 €). Dieser setzte sich aus einem realisierten Gewinn von 5.127 € (Vorjahr: realisierter Verlust –7.840 €) und einem nicht realisierten Gewinn in Höhe von 1.836 € (Vorjahr: nicht realisierter Verlust –2.194 €) zusammen. Der Gewinn ist v. a. auf Fremdfinanzierungen in US-Dollar, mexikanischem Peso und tschechischer Krone zurückzuführen.

Note (11) 8.11. Ertragsteuern

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :----------------------------------------------------------------- | :---------- | :------- |
| Effektive Steuern | 17.618 | 9.326 |
| davon Inland | 3.020 | –3.259 |
| davon Ausland | 14.598 | 12.585 |
| Latente Steuern | 3.248 | –4.116 |
| davon Inland | –2.599 | 256 |
| davon Ausland | 5.847 | –4.372 |
| Steueraufwand | 20.866 | 5.210 |
| davon Inland | 421 | –3.003 |
| davon Ausland | 20.445 | 8.213 |

Die Überleitung der latenten Steuerpositionen in der Bilanz zu den latenten Steuern im Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :---------------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :------- |
| Erhöhung (+)/Verminderung (–) aktiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | –2.706 | 2.266 |
| Erhöhung (–)/Verminderung (+) passiver latenter Steuern gemäß Konzern-Bilanz | –716 | 2 |
| Gesamte Veränderung aus latenter Steuer | –3.422 | 2.268 |
| davon erfolgswirksame Veränderungen | –3.248 | 4.116 |
| davon im sonstigen Ergebnis erfasst | –909 | –1.587 |
| davon aus Währungsumrechnung/Hochinflationsanpassung/Sonstige | 325 | –273 |
| davon Konsolidierungskreisänderung, erfolgsneutral | 410 | 12 |

Um den Betrag im sonstigen Ergebnis auf den Wert der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung überleiten zu können, müssen die Steuereffekte von Anteilen am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen sowie deren anteiliger nicht beherrschender Anteile von in Summe 233 € vom sonstigen Ergebnis von 909 € gemäß obiger Tabelle abgezogen werden.

Überleitung vom Ergebnis vor Ertragsteuern auf den Ertragsteueraufwand:

| | t€ 2021|22 | 2020|21 |
| :----------------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :------- |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 8.633 | 60.195 |
| Österreichischer Steuersatz in % | 25 % | 25 % |
| Theoretischer Steueraufwand | 2.158 | 15.049 |
| Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund abweichender Steuersätze | –1.091 | –2.790 |
| Steuerminderung durch steuerfreie Erträge und steuerliche Abzugsposten inklusive Ergebnisse von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | –3.579 | –7.206 |
| nicht temporärer Differenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen | 10.871 | –1.126 |
| Steuererhöhung aufgrund nicht absetzfähiger Aufwendungen und steuerlicher Zurechnungen | 3.868 | 4.472 |
| Effekten aus sonstigen Steuern | 3.031 | 2.770 |
| Effekten aus Verlustvorträgen | 739 | –2.551 |
| aperiodischer Steuererträge/-aufwendungen | 4.869 | –3.408 |
| Ertragsteuern | 20.866 | 5.210 |
| Effektive Steuerquote | 241,7 % | 8,7 % |

Der theoretische Steueraufwand ergibt sich bei Anwendung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes in Höhe von 25 %. Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend diesen Bestimmungen eine Unternehmensgruppe aus AGRANA Beteiligungs-AG als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. und AUSTRIA JUICE GmbH als Gruppenmitglieder gebildet. Die Abgrenzung latenter Steuern beruht auf Unterschieden zwischen der Bewertung im Konzernabschluss und in den der individuellen Besteuerung der einzelnen Länder zugrunde gelegten Steuerbilanzen sowie auf der Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen. Aufgrund vorsichtiger Planung sind Verlustvorträge in die Steuerabgrenzung nur insoweit einbezogen worden, als in den nächsten fünf Jahren ein steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten Steuern ausreicht. Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 13.344 € (Vorjahr: 13.820 €) nicht aktiviert, diese betreffen noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 52.487 € (Vorjahr: 50.059 €). Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 47.845 € (Vorjahr: 44.732 €) unbegrenzt vortragsfähig, 1.670 € (Vorjahr: 1.069 €) verfallen zwischen zwei und vier Jahren und 2.972 € (Vorjahr: 4.258 €) verfallen zwischen fünf und sieben Jahren. Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten aktiven und passiven latenten Steuern beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 6.335 € (Vorjahr: 7.011 €). Für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen wurden latente Steuerschulden in Höhe von 176.910 € (Vorjahr: 191.933 €) nicht angesetzt, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen und somit eine Umkehrung dieser Unterschiede nicht absehbar ist.

Note (12) 8.12. Ergebnis je Aktie

| | 2021|22 | 2020|21 |
| :----------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :------- |
| Konzernjahresergebnis, das den Aktionären der AGRANA Beteiligungs-AG zuzurechnen ist | t€ –12.612 | 59.787 |
| Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war | Stück 62.488.976 | 62.488.976 |
| Ergebnis je Aktie nach IFRS (unverwässert und verwässert) | € –0,20 | 0,96 |
| Dividende je Aktie | € 0,751 | 0,85 |

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung die vorgeschlagene Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 2021|22 beschließt, werden von der AGRANA Beteiligungs-AG 46.867 € (Vorjahr: 53.116 €) ausgeschüttet.

¹ Vorschlag an die Hauptversammlung

9. Erläuterungen zur Geldflussrechnung

Die Geldflussrechnung, die unter Anwendung der indirekten Methode nach den Vorschriften des IAS 7 erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestandes der AGRANA-Gruppe aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Der Finanzmittelfonds enthält Kassa und Bankguthaben. Es bestanden aufgrund von devisenrechtlichen Bestimmungen Einschränkungen im Zugriff auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von Tochterunternehmen in der Ukraine, in Russland und in Argentinien.## 9. Cashflow-Statement

9.1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus dem Ergebnis beträgt 207.225 € (Vorjahr: 198.825 €), das entspricht 7,14 % (Vorjahr: 7,81 %) des Umsatzes. Die zahlungsunwirksamen Aufwendungen/Erträge umfassen im Wesentlichen die nicht realisierten Währungsgewinne des Finanzergebnisses von –1.836 € (Vorjahr: nicht realisierte Währungsverluste 2.194 €), die zahlungsunwirksame Veränderung der Wertberichtigungen zu Forderungen 280 € (Vorjahr: 675 €), zahlungsunwirksame Wertberichtigungen von Vorräten von 6.914 € (Vorjahr: 5.519 €) sowie zahlungsunwirksame Sondereinflüsse von 11.158 € (Vorjahr: 8.221 €). Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen Korrekturen des im Konzernergebnis enthaltenen Steueraufwandes und Zinsergebnisses aufgrund der separaten Darstellung der zahlungswirksamen Zinsen und Ertragsteuern. Die Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capitals sowie zahlungswirksame Zinsen und Steuern führten zu einem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 53.235 € (Vorjahr: 163.623 €).

9.2. Cashflow aus Investitionstätigkeit

Bei stabilem Investitionsniveau in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von –77.018 € (Vorjahr: –70.509 €), Auszahlungen für den Erwerb des Tochterunternehmens AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokio|Japan, von –3.631 € (Vorjahr: –9.111 € für 100 % der Anteile an Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz|USA) sowie Einzahlungen aus Anlagenabgängen von 7.897 € (Vorjahr: 2.829 €) belief sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit auf –72.624 € (Vorjahr: –79.646 €).

9.3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Gezahlte Dividenden von –53.357 € (Vorjahr: –48.826 €), die überwiegend die auf die Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG entfallende Dividende betreffen, Kapitalerhöhungen einer Tochtergesellschaft durch nicht beherrschende Anteile von 1.800 € (Vorjahr: 0 €), Auszahlungen für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen von –4.201 € (Vorjahr: 0 €) sowie die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Mittelzu-/abflüsse der Finanzverbindlichkeiten führten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021|22 zu einem positiven Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 17.595 € (Vorjahr: negativen Cashflow –59.454 €).

139

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit:

Buchwert 01.03.2021 € Fristigkeiten- änderung Mittelfluss (+)/ Mittelabfluss (–) Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver- änderungen Buchwert 28.02.2022 €
**Geschäftsjahr 2021 22**
Schuldscheindarlehen 181.000 –7.000 0 0
Kredit Europäische Investitionsbank 26.854 –4.882 0 0
Darlehen 262.383 –100.000 –3.543 233
Leasingverbindlichkeiten 23.400 –6.558 0 5.857
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 493.637 –118.440 –3.543 6.090
Schuldscheindarlehen 0 7.000 0 0
Kredit Europäische Investitionsbank 4.882 4.882 –4.882 0
Syndizierte Kredite 15.000 0 0 0
Kontokorrentkredite und Barvorlagen 55.617 100.000 87.586 939
Leasingverbindlichkeiten 4.775 6.558 –5.808 78
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 80.274 118.440 76.896 1.017
Buchwert 01.03.2020 € Fristigkeiten- änderung Mittelfluss (+)/ Mittelabfluss (–) Währungs- differenzen und sonstige unbare Ver- änderungen Buchwert 28.02.2021 €
**Geschäftsjahr 2020 21**
Schuldscheindarlehen 207.000 0 –26.000 0
Kredit Europäische Investitionsbank 31.736 –4.882 0 0
Darlehen 189.604 0 73.117 –338
Leasingverbindlichkeiten 21.872 –5.928 0 7.456
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 450.212 –10.810 47.117 7.118
Kredit Europäische Investitionsbank 4.882 4.882 –4.882 0
Syndizierte Kredite 85.000 0 –70.000 0
Kontokorrentkredite und Barvorlagen 31.980 0 24.403 –766
Leasingverbindlichkeiten 4.952 5.928 –7.266 1.161
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 126.814 10.810 –57.745 395

140

Konzernanhang

10. Erläuterungen zur Bilanz

10.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts-/Firmenwerte

Geschäfts-/ Firmenwerte Konzessionen, Lizenzen und ähnliche Rechte Summe
**Geschäftsjahr 2021 22**
Anschaffungskosten Stand 01.03.2021 261.892 104.628 366.520
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen 2 3.052 3.054
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 471 3.731 4.202
Zugänge 0 2.527 2.527
Umbuchungen 0 768 768
Abgänge 0 –1.969 –1.969
Stand 28.02.2022 262.365 112.737 375.102
Abschreibungen Stand 01.03.2021 20.111 91.810 111.921
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen 0 1.584 1.584
Laufende Abschreibungen 0 3.691 3.691
Wertminderungen 55.283 0 55.283
Umbuchungen 0 38 38
Abgänge 0 –1.969 –1.969
Stand 28.02.2022 75.394 95.154 170.548
Buchwert 28.02.2022 186.971 17.583 204.554
**Geschäftsjahr 2020 21**
Anschaffungskosten Stand 01.03.2020 261.892 102.493 364.385
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen 0 –2.439 –2.439
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 3.335 3.335
Zugänge 0 1.083 1.083
Umbuchungen 0 172 172
Abgänge 0 –16 –16
Stand 28.02.2021 261.892 104.628 366.520
Abschreibungen Stand 01.03.2020 20.111 89.277 109.388
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen 0 –1.215 –1.215
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 –1 –1
Laufende Abschreibungen 0 3.761 3.761
Umbuchungen 0 4 4
Abgänge 0 –16 –16
Stand 28.02.2021 20.111 91.810 111.921
Buchwert 28.02.2021 241.781 12.818 254.599
  • Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte sowie ähnliche Rechte.
  • Die Zugänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 2.527 € (Vorjahr: 1.083 €) betrafen im Wesentlichen Software.
    141
  • Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges betrafen im Wesentlichen erworbene Software und Kundenbeziehungen im Zuge der erstmaligen Einbeziehung der AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokyo|Japan.
  • Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Frucht 185.365 € (Vorjahr: 240.175 €) und auf das Segment Stärke 1.606 € (Vorjahr: 1.606 €).
  • Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, definiert AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units; kurz: CGUs) als die jeweils kleinste Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte sind. Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts-/Firmenwerten aggregiert AGRANA die CGUs auf die nächst höhere Ebene, auf der die Geschäfts-/Firmenwerte gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess gesteuert werden. Im AGRANA-Konzern sind zum 28. Februar 2022 als zahlungsmittelgenerierende Einheiten zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten das Segment Frucht und das Segment Stärke definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten diesen beiden Einheiten zugeordnet werden.
  • Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst, wenn der erzielbare Betrag (Nutzungswert) einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist.
  • AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (Discounted Cashflow) auf den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten abgestellt. Die Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen von den Gremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleichbleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 1,5 % p.a. (Vorjahr: 1,5 % p.a.) angenommen. Die Kapitalkosten (WACC) sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten je CGU berechnet.
  • Die Eigenkapitalkosten basieren auf einem risikolosen Basiszinssatz, einem Renditezuschlag für das Geschäftsrisiko sowie einem Länderrisiko- als auch Inflationsdifferenzzuschlag. Als risikoloser Zinssatz wurde die Rendite einer 30-jährigen Spot-Rate-Nullkuponanleihe auf Basis der Daten der Deutschen Bundesbank herangezogen. Das Geschäftsrisiko ergibt sich aus dem Produkt der allgemeinen Marktrisikoprämie von 8,0 % (Vorjahr: 8,0 %) und einem Beta-Faktor, der sich aus einer segmentspezifischen Peer-Group ableitet, die jeweils acht Unternehmen (Vorjahr: acht Unternehmen) umfasst. Sowohl das Länderrisiko als auch die Inflationsdifferenz wird einem Volatilitätsfaktor von 1,16 (Vorjahr: 1,10 ) unterworfen.
  • Die Fremdkapitalkosten werden mit dem Basiszinssatz, Inflationsdifferenzzuschlag und dem aus dem Kapitalmarkt abgeleiteten Bonit därförschlag (Credit Spread) angesetzt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäfts-/Firmenwerte und den jeweiligen Abzinsungssatz (WACC):

| | Buchwert 28.02.2022 | Buchwert 28.02.2021 | WACC vor Steuer 2021|22 | WACC vor Steuer 2020|21 |
|---|---|---|---|---|
| Mio. € | Mio. € | % | % |
| CGU Frucht | 185 | 240 | 7,25 | 7,56 |
| CGU Stärke | 2 | 2 | 7,09 | 6,80 |
| Konzern | 187 | 242 | – | – |

  • Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplanes berücksichtigt.# Konzernanhang

Ein wesentlicher Faktor für den Nutzungswert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzungswertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungswerte der Vergangenheit zugrunde.

1 Weighted Average Cost of Capital: gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz

§ Die Werthaltigkeitstests werden regelmäßig zum Bilanzstichtag 31. August vorgenommen. Der Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar 2022 wurde als Triggering Event für den Wertminderungstest der CGU Frucht zum 28. Februar 2022 eingestuft. Demzufolge wurde eine Aktualisierung der Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts-/Firmenwertes zum Bilanzstichtag am 28. Februar 2022 mit den aktuellsten vorliegenden Planungsrechnungen vom Februar 2022 vorgenommen. In diesen Planungsrechnungen (vom Vorstand freigegeben, vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen vor Genehmigung) waren Effekte aufgrund der Kriegssituation enthalten. In der CGU Frucht ergab sich daraus eine Wertminderung in Höhe von 55.283 T€. Weitere Details finden sich in Kapitel 7.11. Unsicherheiten bei Ermessensbeurteilungen und Schätzungen.

§ Die Nutzungswerte wurden einer Sensitivitätsanalyse unterzogen. Die Ergebnisse finden sich auf Seite

§ Der Geschäfts-/Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig.

§ Am Bilanzstichtag waren andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von untergeordneter Bedeutung für den AGRANA-Konzern enthalten.

Note (17) 10.2. Sachanlagen

T€ Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
**Geschäftsjahr 2021 22**
Sachanlagen – erworben
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2021 648.800 1.471.310 242.039 27.826 2.389.975
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen 6.413 9.370 929 –132 16.580
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 –1.579 211 663 –705
Zugänge 4.889 33.602 13.104 24.228 75.823
Umbuchungen 4.543 10.327 1.684 –17.438 –884
Abgänge –3.238 –9.933 –5.869 –102 –19.142
Zuschüsse –222 –1.127 –237 0 –1.586
Stand 28.02.2022 661.185 1.511.970 251.861 35.045 2.460.061
Abschreibungen
Stand 01.03.2021 360.135 1.014.076 191.372 280 1.565.863
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen 1.560 5.084 745 –4 7.385
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 –1.089 –100 0 –1.189
Laufende Abschreibungen 17.254 78.102 15.391 0 110.747
Wertminderungen 1.398 35 154 141 1.728
Umbuchungen 28 5 –71 0 –38
Abgänge –1.852 –9.295 –5.458 0 –16.605
Zuschreibungen –21 –215 0 0 –283
Stand 28.02.2022 378.502 1.086.703 202.033 370 1.667.608
Buchwert 28.02.2022 282.683 425.267 49.828 34.675 792.453
T€ Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
**Geschäftsjahr 2021 22**
Sachanlagen – geleast
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2021 31.568 9.638 2.054 2.306 45.566
Währungsdifferenzen 479 140 17 0 636
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 1.536 0 0 0 1.536
Zugänge 2.246 1.635 136 0 4.017
Umbuchungen 20 2.402 0 –2.306 116
Abgänge –923 –293 –183 0 –1.399
Stand 28.02.2022 34.926 13.522 2.024 0 50.472
Abschreibungen
Stand 01.03.2021 6.863 2.364 792 0 10.019
Währungsdifferenzen 141 51 4 0 196
Laufende Abschreibungen 3.940 1.446 447 0 5.833
Abgänge –829 –279 –183 0 –1.291
Stand 28.02.2022 10.115 3.582 1.060 0 14.757
Buchwert 28.02.2022 24.811 9.940 964 0 35.715
Buchwert Sachanlagen 28.02.2022 307.494 435.207 50.792 34.675 828.168
T€ Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
**Geschäftsjahr 2020 21**
Sachanlagen – erworben
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2020 640.170 1.370.340 242.372 153.630 2.406.512
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen –20.401 –32.235 –5.683 –1.532 –59.851
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 –65 –50 127 12
Zugänge 5.860 26.447 8.735 19.989 61.031
Umbuchungen 25.634 116.473 1.941 –144.220 –172
Abgänge –2.286 –7.970 –5.215 –168 –15.639
Zuschüsse –177 –1.680 –61 0 –1.918
Stand 28.02.2021 648.800 1.471.310 242.039 27.826 2.389.975
Abschreibungen
Stand 01.03.2020 354.178 966.944 184.785 240 1.506.147
Währungsdifferenzen und Hochinflationsanpassungen –9.224 –23.852 –4.092 –8 –37.176
Konsolidierungskreisänderungen/Sonstiges 0 –27 –92 0 –119
Laufende Abschreibungen 17.208 75.925 15.651 0 108.784
Wertminderungen 0 2.119 9 48 2.176
Umbuchungen 0 9 –13 0 –4
Abgänge –1.880 –6.990 –4.876 0 –13.746
Stand 28.02.2021 360.135 1.014.076 191.372 280 1.565.863
Buchwert 28.02.2021 288.665 457.234 50.667 27.546 824.112
T€ Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Anlagen in Bau Summe
**Geschäftsjahr 2020 21**
Sachanlagen – geleast
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.03.2020 27.363 8.985 1.609 276 38.233
Währungsdifferenzen –908 –161 –72 0 –1.141
Zugänge 6.083 1.295 767 2.030 10.175
Abgänge –970 –481 –250 0 –1.701
Stand 28.02.2021 31.568 9.638 2.054 2.306 45.566
Abschreibungen
Stand 01.03.2020 3.801 1.481 521 0 5.803
Währungsdifferenzen –197 –58 –50 0 –305
Laufende Abschreibungen 3.765 1.331 530 0 5.626
Abgänge –506 –390 –209 0 –1.105
Stand 28.02.2021 6.863 2.364 792 0 10.019
Buchwert 28.02.2021 24.705 7.274 1.262 2.306 35.547
Buchwert Sachanlagen 28.02.2021 313.370 464.508 51.929 29.852 859.659

§ Die Zugänge von Sachanlagen je Segment stellten sich wie folgt dar:

| T€ | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------- | :-- | :-- |
| Segment Frucht | 35.607 | 33.853 |
| Segment Stärke | 23.998 | 21.725 |
| Segment Zucker | 20.235 | 15.628 |
| Konzern | 79.840 | 71.206 |

§ Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesellschaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben. Weiters sind in dieser Position die Effekte aus der Anwendung von IAS 29 (Hochinflation) enthalten.

§ Die Zuschüsse betrafen im Wesentlichen COVID-19 Investitionsprämien in Österreich, eine Förderung der Stärkefabrik in Rumänien sowie eine Förderung des Landes Niederösterreich für den Bau einer Aromalagerhalle der AUSTRIA Juice GmbH, Kröllendorf.

§ Durch den Krieg in der Ukraine als Triggering Event wurde ein Wertminderungstest für Sachanlagen in der Ukraine durchgeführt. Wertminderungen von Sachanlagen des landwirtschaftlichen Betriebes der AGRANA Fruit Luka, Winniza|Ukraine und Wertminderungen von bei Kunden in Kriegsgebieten befindlichen Behältern für Fertigprodukte von in Summe 1.545 T€ wurden als Sondereinfluss im Segment Frucht erfasst.

§ AGRANA setzt Leasing im Wesentlichen für langfristige Grund- und Gebäudemietverträge in Verwaltung und Produktion ein.

§ Zum 28. Februar 2022 betrug der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz für den Ansatz von Leasingverpflichtungen 3,6 % (Vorjahr: 3,6 %).

T€ 2021 22 2020 21
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 2.017 2.264
Aufwendungen für Leasingverhältnisse von geringem Wert 156 182
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 1.008 1.025

Note (18) 10.3. Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschaftsunternehmen, Wertpapiere und Beteiligungen

T€ Nach der Equity-Methode bilanzierte Gemeinschafts- unternehmen Wertpapiere (langfristige Vermögens- werte) Beteiligungen Summe
**Geschäftsjahr 2021 22**
Stand 01.03.2021 72.118 19.416 1.683 93.217
Währungsdifferenzen –994 2 0 –992
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 –1.273 –1.273
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen 11.204 0 0 11.204
Wertminderungen –3.185 –475 –90 –3.750
Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge –12.500 –54 –40 –12.594
Sonstiges Ergebnis –691 –117 0 –808
Stand 28.02.2022 65.952 18.772 280 85.004
**Geschäftsjahr 2020 21**
Stand 01.03.2020 76.919 19.599 919 97.437
Währungsdifferenzen –3.952 –10 0 –3.962
Kapitalerhöhung bei Gemeinschaftsunternehmen/Zugänge 2.072 0 1.273 3.345
Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen 17.513 0 0 17.513
Wertminderungen 0 –109 –106 –215
Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen/Abgänge –21.000 –64 –403 –21.467
Sonstiges Ergebnis 566 0 0 566
Stand 28.02.2021 72.118 19.416 1.683 93.217

§ Abgänge in Höhe von –1.273 T€ bei den Beteiligungen betrafen das im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmalig mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokyo|Japan.

§ Bedingt durch die Sanktionen gegen Russland ist der Großteil des benötigten Rohstoffes Betain Melasse für Beta Pura GmbH derzeit nicht verfügbar. Dadurch und aufgrund der damit einhergehenden kurz- und mittelfristigen finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens wurde der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Beta Pura GmbH um –3.185 T€ wertberichtigt.# Konzernanhang

Note (19)

10.4. Forderungen und sonstige Vermögenswerte

€ 28.02.2022 € 28.02.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 398.509 323.055
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 18.117 14.621
Positiver Marktwert Derivate 8.032 4.961
Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen der Südzucker-Gruppe 284 661
Forderungen aus Zuschüssen 1.369 1.536
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 34.532 26.537
Zwischensumme Finanzinstrumente 460.843 371.371
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 61.217 47.575
Rechnungsabgrenzungsposten 7.241 6.858
Geleistete Anzahlungen 5.465 1.426
Summe 534.766 427.230

davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr: 3.500 (Vorjahr: 8.106)

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen, mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen sowie Gemeinschaftsunternehmen.

Note (20)

10.5. Aktive latente Steuern

€ 28.02.2022 € 28.02.2021
Aktive latente Steuern
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 3.748 5.083
Finanzanlagen (v.a. „Siebentel-Abschreibung“ auf Beteiligungen) 3.408 2.407
Vorräte 4.447 3.416
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 1.340 1.615
Verlustvorträge 3.378 7.720
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder 4.248 5.162
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 14.847 13.684
Summe aktive latente Steuern 35.416 39.087
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde –21.682 –22.647
Saldierte aktive Steuerabgrenzung 13.734 16.440

Die passiven latenten Steuern sind unter Note (26) erläutert.

Note (21)

10.6. Vorräte

€ 28.02.2022 € 28.02.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 296.906 223.806
Fertige und unfertige Erzeugnisse 546.207 443.888
Waren 20.954 32.919
Summe 864.067 700.613

Auf die Vorratsbestände wurden Wertminderungen in Höhe von 6.913 € (Vorjahr: 5.518 €) vorgenommen, welche aus den Segmenten Frucht mit 1.681 € (Vorjahr: 4.041 €), Stärke mit 2.617 € (Vorjahr: 142 €) und Zucker mit 2.615 € (Vorjahr: 1.335 €) resultierten. Die Wertminderungen waren auf gesunkene Nettoveräußerungswerte zum Bilanzstichtag zurückzuführen. Zusätzlich sind im Ergebnis aus Sondereinflüssen Wertminderungen von Vorräten im Segment Frucht in Höhe von 1.497 € enthalten. Diese resultieren aus Wertberichtigungen von Halb- und Fertigprodukten in Höhe von 1.118 € sowie Wertberichtigungen von Rohstoffen in Höhe von 379 € aufgrund des Krieges in der Ukraine.

Note (22)

10.7. Eigenkapital

  • Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 113.531.275 € (Vorjahr: 113.531.275 €) und ist in 62.488.976 Stück (Vorjahr: 62.488.976 Stück) auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze einbezahlt.
  • Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist auf den Seiten 102ff
  • Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen betragen am Bilanzstichtag 540.759.998 € (Vorjahr: 540.759.998 €).
  • Die Gewinnrücklagen umfassen die Rücklage für Eigenkapitalinstrumente, die Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges), die Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, Rücklagen für Anteile am sonstigen Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung, Hochinflationsanpassungen sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

Angaben zum Kapitalmanagement:
Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamtkapital zeigt folgendes Bild:

€ 28.02.2022 € 28.02.2021
Eigenkapital 1.281.542 1.329.097
Bilanzsumme 2.643.630 2.472.734
Eigenkapitalquote 48,5 % 53,8 %
Nettofinanzschulden 532.006 443.524
Gearing 41,5 % 33,4 %

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Nettofinanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird v. a. auch die Kennzahl Gearing (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht. Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung. Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

Note (23)

10.8. Rückstellungen

€ 28.02.2022 € 28.02.2021
Rückstellungen für Pensionen 25.404 30.124
Abfertigungen 33.444 37.662
Übrige 48.392 46.874
Summe 107.240 114.660

Note (23a)

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan. Für die Ermittlung der Barwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt:

% 28.02.2022 % 28.02.2021
Lohn-/Gehaltstrend Inland/Europa 3,36 2,74
Mexiko/Südkorea 6,0 / 4,0 6,0 / 4,0
Rententrend Inland/Europa 1,9 1,8
Mexiko 6,0 6,0
Zinssatz Inland/Europa 1,65 0,75
Mexiko/Südkorea 8,25 / 2,7 7,5 / 2,1

Zur Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen wurde ein Zinssatz von überwiegend 1,65 % (Vorjahr: 0,75 %) zugrunde gelegt. Der Zinssatz basiert auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtungen entspricht. Daneben werden auch andere unternehmensspezifische versicherungsmathematische Annahmen, wie die Mitarbeiterfluktuation, in die Berechnung einbezogen. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden jeweils die länderspezifisch anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln – im Inland die Richttafeln „AVÖ 2018-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte – verwendet.

Leistungsorientierte Vorsorgepläne:
Vorsorgepläne für Pensionen im AGRANA-Konzern beruhen im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Zusagen. Die Höhe der Pensionen bemisst sich in der Regel an der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und an den versorgungsrelevanten Bezügen. Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen hauptsächlich aufgrund gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Verpflichtungen und stellen Einmalzahlungen dar. Die Höhe der Abfertigungen ist in den meisten Fällen letztbezugs- und dienstzeitabhängig.

Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen und Abfertigungen (Nettoschuld) in der AGRANA-Gruppe setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

€ 28.02.2022 € 28.02.2021
Pensionspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 41.813 46.405
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –16.409 –16.281
Rückstellung für Pensionen (Nettoschuld) 25.404 30.124
Abfertigungspläne
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 35.542 39.606
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –2.098 –1.944
Rückstellung für Abfertigungen (Nettoschuld) 33.444 37.662

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionszusagen im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne:
In der AGRANA Beteiligungs-AG bestehen für Mitglieder des Vorstandes direkte Leistungszusagen auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines fixen Prozentsatzes einer Pensionsbemessungsgrundlage. Die Pensionsansprüche sind zur Gänze in eine überbetriebliche Pensionskasse ausgegliedert. Dem Barwert der Verpflichtung von 25.721 € (Vorjahr: 28.207 €) steht ein Planvermögen von 16.056 € (Vorjahr: 15.918 €) gegenüber. Für weitere Details wird auf den Abschnitt Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen dieses Anhangs verwiesen. Des Weiteren bestehen direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter bei der AGRANA Zucker GmbH in Höhe von 12.508 € (Vorjahr: 14.392 €), Österreichische Rubensamenzucht Gesellschaft m.b.H. in Höhe von 620 € (Vorjahr: 697 €), AGRANA Stärke GmbH in Höhe von 1.473 € (Vorjahr: 1.679 €) und AUSTRIA JUICE GmbH in Höhe von 184 € (Vorjahr: 212 €). Dem Barwert der Verpflichtung der AUSTRIA JUICE GmbH steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 139 € (Vorjahr: 143 €) gegenüber. Bei der AGRANA Fruit Austria GmbH bestehen Pensionszusagen für aktive Mitarbeiter mit direkter Leistungszusage auf Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenvorsorge mit einer vertraglich vereinbarten – teilweise dienstzeitabhängigen – Fixpensionshöhe und direkte Leistungszusagen mit Hinterbliebenenvorsorge für ehemalige, bereits im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Dem Barwert der Verpflichtung von 470 € (Vorjahr: 503 €) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 155 € (Vorjahr: 142 €) gegenüber.In Mexiko besteht eine vertragliche Verpflichtung, einem definierten Empfängerkreis im Falle des Übertrittes in den Ruhestand bzw. vorzeitigen Ruhestandes einen fixen Prozentsatz einer festgelegten Bemessungsgrundlage in monatlichen Raten auf einen Zeitraum von zehn Jahren auszuzahlen. Eine Einmalprämie kann optional gewählt werden. Dem Barwert der Verpflichtung von 837 € (Vorjahr: 715 €) steht ein Planvermögen in Form einer Rückdeckungsversicherung von 59 € (Vorjahr: 79 €) gegenüber.

150 Konzernanhang

Die Rückstellung für Pensionen entwickelte sich wie folgt:

t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Rückstellung für Pensionen
**Geschäftsjahr 2021 22**
Stand 01.03.2021 46.405 –16.281 30.124
Dienstzeitaufwand 216 0 216
Zinsaufwand/-ertrag 385 –125 260
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 20 20
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Pensionsaufwand netto) 601 –105 496
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 –526 –526
der Änderung demographischer Annahmen 17 0 17
der Änderung finanzieller Annahmen –3.004 0 –3.004
erfahrungsbedingten Anpassungen 631 0 631
Währungdifferenzen 86 –8 78
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –2.270 –534 –2.804
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.923 885 –2.038
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –374 –374
Sonstige Veränderungen –2.923 511 –2.412
Stand 28.02.2022 41.813 –16.409 25.404
t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Rückstellung für Pensionen
**Geschäftsjahr 2020 21**
Stand 01.03.2020 47.574 –16.550 31.024
Dienstzeitaufwand 628 0 628
Zinsaufwand/-ertrag 429 –137 292
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 17 17
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Pensionsaufwand netto) 1.057 –120 937
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 214 214
der Änderung demographischer Annahmen –42 0 –42
der Änderung finanzieller Annahmen –512 0 –512
erfahrungsbedingten Anpassungen 981 0 981
Währungdifferenzen –151 12 –139
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis 276 226 502
Gezahlte Versorgungsleistungen –2.502 489 –2.013
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –326 –326
Sonstige Veränderungen –2.502 163 –2.339
Stand 28.02.2021 46.405 –16.281 30.124

151

Im AGRANA-Konzern bestehen im Wesentlichen folgende Vorsorgepläne für Abfertigungen:

Die betragsmäßig größten Vorsorgepläne für Abfertigungen bestehen in Österreich und Frankreich. Sie stellen gesetzliche Versorgungszusagen auf Einmalzahlung im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst), im Falle des Pensionsantrittes und im Todesfall dar. Die Höhe der Abfertigung ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Abfertigungsvorsorgen in Österreich und Frankreich sind ausschließlich rückstellungsfinanziert in Höhe von 32.333 € (Vorjahr: 36.440 €).

In Russland und der Ukraine bestehen gesetzliche bzw. auf Betriebsvereinbarungen beruhende Versorgungszusagen von betragsmäßig untergeordneter Bedeutung. Diese werden als Einmalzahlung bei Auflösung des Dienstverhältnisses (außer durch den Dienstnehmer selbst) bzw. im Falle des Pensionsantrittes fällig. Die Höhe ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Die Versorgungszusagen sind in Höhe von 218 € (Vorjahr: 200 €) ausschließlich rückstellungsfinanziert.

In Rumänien bestehen Abfertigungsverpflichtungen im Falle des Pensionsantrittes in Höhe von drei Monatsbezügen. Der Rückstellungswert beläuft sich auf 176 € (Vorjahr: 233 €).

In Mexiko bestehen gesetzliche Verpflichtungen für alle Vollzeitangestellten. Die Abfertigung gelangt in Mexiko im Falle der Auflösung des Dienstverhältnisses (nach mindestens fünfzehnjähriger Beschäftigung), im Falle des Pensionsantrittes, Berufsunfähigkeit und im Todesfall in Form einer Einmalzahlung zur Auszahlung und ist letztbezugs- und dienstzeitabhängig. Planvermögen in Höhe von 2 € (Vorjahr: 3 €) kürzt in Mexiko den Barwert der Verpflichtung von 265 € (Vorjahr: 211 €).

Der Abfertigungsplan von Südkorea weist einen Barwert der Verpflichtung von 2.550 € (Vorjahr: 2.522 €) bei einem Planvermögen von 2.096 € (Vorjahr: 1.941 €) aus.

Die Rückstellung für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt:

t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Rückstellung für Abfertigungen
**Geschäftsjahr 2021 22**
Stand 01.03.2021 39.606 –1.944 37.662
Dienstzeitaufwand 1.711 0 1.711
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –247 0 0
Zinsaufwand/-ertrag 320 –40 280
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 5 5
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Abfertigungsaufwand netto) 1.784 –35 1.749
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 27 27
der Änderung demographischer Annahmen –18 0 –18
der Änderung finanzieller Annahmen –1.338 0 –1.338
erfahrungsbedingten Anpassungen –587 0 –587
Währungdifferenzen 66 –29 37
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –1.877 –2 –1.879
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.971 180 –3.791
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –297 –297
Sonstige Veränderungen –3.971 –117 –4.088
Stand 28.02.2022 35.542 –2.098 33.444

152 Konzernanhang

t€ Barwert der Verpflichtung Marktwert Planvermögen Rückstellung für Abfertigungen
**Geschäftsjahr 2020 21**
Stand 01.03.2020 44.160 –1.783 42.377
Dienstzeitaufwand 1.925 0 1.925
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand –136 0 –136
Zinsaufwand/-ertrag 387 –38 349
Steuern und Verwaltungsaufwand 0 5 5
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag (Abfertigungsaufwand netto) 2.176 –33 2.143
Gewinne (–) und Verluste (+) aus tatsächlicher Rendite des Planvermögens 0 9 9
der Änderung demographischer Annahmen 112 0 112
der Änderung finanzieller Annahmen –1.145 0 –1.145
erfahrungsbedingten Anpassungen –1.299 0 –1.299
Währungdifferenzen –179 56 –123
Gesamter Neubewertungsgewinn/-verlust ausgewiesen im sonstigen Ergebnis –2.511 65 –2.446
Gezahlte Versorgungsleistungen –4.219 63 –4.156
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 0 –256 –256
Sonstige Veränderungen –4.219 –193 –4.412
Stand 28.02.2021 39.606 –1.944 37.662

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche abzüglich der Verzinsung des Planvermögens sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzu erworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten.

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen belief sich auf 4.659 € (Vorjahr: Gewinne 1.949 €). Die Veränderung resultierte v. a. aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes, erfahrungsbedingter Berichtigungen, Veränderungen der Steigerungsannahmen für Pensionsbemessungsgrundlage und künftige Gehälter, Veränderung des kalkulatorischen Pensionsalters und Fluktuationsannahmen.

Bis zum 28. Februar 2022 wurden kumulierte versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – ohne Berücksichtigung von latenten Steuern – in Höhe von –42.745 € (Vorjahr: –47.404 €) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahres unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung der Lohn- und Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Fluktuation der Mitarbeiter sowie biometrischer Daten wie Invaliditäts- oder Todesfälle.

Zusammensetzung des Planvermögens

Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskasse sowie Rückdeckungsversicherungen. Das prinzipielle Ziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Vorsorgezusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbst genutzte Immobilien.

153

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in folgende Vermögenskategorien investiert:

% 28.02.2022 % 28.02.2021
Festverzinsliche Wertpapiere 35,93 % 43,35 %
Eigenkapitaltitel 39,13 % 30,53 %
Immobilien 4,86 % 4,85 %
Sonstige 20,08 % 21,27 %

Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die AGRANA-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko und dem Langlebigkeitsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen, wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter und Fluktuation (vorzeitige Austritte). Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Veranlagungsrisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Fremdwährungsschwankungen und Änderungen von Inflationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungszinssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungszinssatzes liegt, erhöht sich die jeweilige Nettoverpflichtung. Die Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungszinssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein weiterer Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch die positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden kann.Möglicherweise Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.

Duration und künftige Zahlungen

Die durchschnittlich gewichtete Duration des Anwartschaftsbarwertes der Pensionsverpflichtungen beträgt zum 28.02.2022 10,88 Jahre (Vorjahr: 10,50 Jahre), jene der Abfertigungsverpflichtungen 8,39 Jahre (Vorjahr: 8,76 Jahre).

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 1.146 T€ (Vorjahr: 1.022 T€) betragen.

In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Abfertigungszahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

Geschäftsjahr Pension Abfertigung
2022 23 2.993
2023 24 2.833
2024 25 2.689
2025 26 2.553
2026 27 2.429
2027 28 bis 2031 32
Summe 24.351 33.732

154

Konzernanhang

Note (23b)

b) Übrige Rückstellungen

T€ Rekultivierung Personalaufwendungen inklusive Jubiläumsgeld Ungewisse Verbindlichkeiten Summe
**Geschäftsjahr 2021 22**
Stand 01.03.2021 11.502 18.233 17.139 46.874
Währung Differenzen 118 –42 131 207
Verbrauch –394 –2.037 –7.711 –10.142
Auflösungen –37 –1.631 –5.164 –6.832
Umbuchungen 0 0 0 0
Zuführungen 858 2.025 15.402 18.285
Stand 28.02.2022 12.047 16.548 19.797 48.392
davon innerhalb von 1 Jahr 206 1.270 17.552 19.028

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten beispielsweise Rückstellungen für Drohverluste mit 8.015 T€ (Vorjahr: 3.631 T€), Prozessrisiken mit 2.523 T€ (Vorjahr: 2.156 T€) und Stationskosten für Zuckerrübenübernahme, -verladung und -lagerung mit 1.153 T€ (Vorjahr: 776 T€).

Einen großen Teil der langfristigen übrigen Rückstellungen in Höhe von 29.364 T€ (Vorjahr: 29.396 T€) stellen Rückstellungen für Jubiläumsgelder von 12.244 T€ (Vorjahr: 13.014 T€) dar. Diese sind gemäß Betriebsvereinbarungen oder kollektivvertraglichen Bestimmungen in Abhängigkeit zur Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlungswirksam.

Für Rückstellungen für Altersteilzeit von 445 T€ (Vorjahr: 353 T€) wird innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre mit einem Mittelabfluss gerechnet.

Für langfristige Rückstellungen für Rekultivierung in Höhe von 11.841 T€ (Vorjahr: 11.345 T€) ist mit einem Mittelabfluss in einem Zeitraum von über fünf Jahren für den überwiegenden Teil der Rückstellungen zu rechnen.

Note (24)

10.9. Finanzverbindlichkeiten

T€ 28.02.2022 28.02.2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 626.069 545.736
Leasingverbindlichkeiten 28.302 28.175
Finanzverbindlichkeiten 654.371 573.911
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 377.744 493.637

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 11.1 bis 11.4.

Die zum Bilanzstichtag bestehenden Leasingverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeit:

T€ 28.02.2022 28.02.2021
Leasingverbindlichkeiten langfristig 22.699 23.400
Leasingverbindlichkeiten kurzfristig 5.603 4.775

Zum Bilanzstichtag wurden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit Pfandrechten besichert. Die Pfandrechte betreffen die Besicherung eines Exportförderungskredites mit Exportforderungen in Österreich und Darlehen in Algerien mit Betriebsvermögen (z. B. Maschinen). Die zugrunde liegenden Buchwerte belaufen sich auf 9.082 T€ (Vorjahr: 8.893 T€).

155

Konzernanhang

Note (25)

10.10. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

T€ 28.02.2022 28.02.2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 440.130 311.524
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen 33.180 26.308
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Tochterunternehmen 4.060 4.706
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 11.326 4.637
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 72.160 69.094
Zwischensumme Finanzinstrumente 560.856 416.269
Rechnungsabgrenzungsposten 3.729 3.604
Erhaltene Vorauszahlungen 1.480 921
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 13.652 13.194
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 9.556 9.430
Summe 589.273 443.418
davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 5.363 1.094

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 63.884 T€ (Vorjahr: 32.112 T€) ausgewiesen.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten u. a. Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.

Note (26)

10.11. Passive latente Steuern

T€ 28.02.2022 28.02.2021
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 19.807 19.852
Vorräte 147 1.398
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 3.625 2.076
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 1.341 1.686
Rückstellungen und sonstige Schulden 2.980 3.137
Summe passive latente Steuern 27.900 28.149
Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen gegenüber derselben Steuerbehörde –21.682 –22.647
Saldierte passive Steuerabgrenzung 6.218 5.502

Die aktiven latenten Steuern sind unter Note (20) erläutert.

156

Konzernanhang

  1. Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

11.1. Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung. Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher Effektiv- Zinssatz Stand Bilanz- stichtag davon Restlaufzeit Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
28.02.2022 % T€ T€ T€ T€
Fixer Zinssatz
CNY 4,69 4.105 3.412 693 0
DZD 7,18 3.307 2.957 350 0
EUR 1,20 355.550 62.648 263.060 29.842
1,23 362.962 69.017 264.103 29.842
Variabler Zinssatz
CNY 4,59 5.133 5.133 0 0
EGP 7,50 758 758 0 0
EUR 0,23 253.916 192.816 42.000 19.100
KRW 2,83 2.987 2.987 0 0
TRY 23,25 215 215 0 0
USD 2,25 97 97 0 0
ZAR 9,00 1 1 0 0
0,39 263.107 202.007 42.000 19.100
Summe 0,91 626.069 271.024 306.103 48.942

157

Durch- schnittlicher Effektiv- zinssatz Stand Bilanz- stichtag davon Restlaufzeit Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
28.02.2021 % T€ T€ T€
Fixer Zinssatz
CNY 4,89 5.625 2.500 3.125
DZD 4,06 1.092 644 448
EUR 1,17 411.213 55.649 254.340
1,23 417.930 58.793 257.913
Variabler Zinssatz
CNY 4,50 6.002 6.002 0
EGP 8,00 427 427 0
EUR 0,52 118.960 7.860 76.000
HUF 2,00 64 64 0
KRW 2,17 1.829 1.829 0
TRY 9,00 333 333 0
USD 2,25 77 77 0
ZAR 7,00 114 114 0
0,79 127.806 16.706 76.000
Summe 1,13 545.736 75.499 333.913

Finanzverbindlichkeiten ohne Leasingverbindlichkeiten betreffen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 626.069 T€ (Vorjahr: 545.736 T€). Der durchschnittliche gewichtete Zinssatz beträgt 0,91 % (Vorjahr: 1,13 %) bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 2,2 Jahren (Vorjahr: 3,4 Jahren).

Die Refinanzierung der AGRANA-Gruppe setzt sich im Wesentlichen aus zwei syndizierten Kreditlinien über insgesamt 400.000 T€ (Vorjahr: 400.000 T€) und einem Schuldscheindarlehen über 181.000 T€ (Vorjahr: 181.000 T€) zusammen. Die übrigen Refinanzierungen betreffen bilaterale Kreditlinien.

Fest verzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 362.962 T€ (Vorjahr: 417.930 T€). Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten.

Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 9.082 T€ (Vorjahr: 8.893 T€) durch sonstige Pfandrechte gesichert, siehe Note (24).

Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einen Rückgang um –7.378 T€ auf 103.593 T€.

11.2. Derivative Finanzinstrumente

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • Zinsänderungsrisiken, die sich aus Kreditaufnahmen mit variabler Verzinsung ergeben können.
  • Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • Marktpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen der Rohstoffpreise für Weltmarktzucker, Getreidepreise sowie aus Verkaufspreisen für Zucker und Ethanol.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäfts orientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln.

158## 11.3 Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft. Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

28.02.2022

Kauf Verkauf Nominale Positive Marktwerte Negative Marktwerte Netto- marktwerte
AUD EUR 2.837 60 0 60
CZK EUR 15.957 0 –335 –335
EUR AUD 3.723 0 –46 –46
EUR CZK 45.157 231 –684 –453
EUR GBP 552 0 –3 –3
EUR HUF 14.534 244 –27 217
EUR INR 1.234 0 –28 –28
EUR JPY 1.349 0 –3 –3
EUR MXN 18.497 0 –1.088 –1.088
EUR PLN 13.610 247 0 247
EUR RON 108.741 0 –1.396 –1.396
EUR RUB 320 110 0 110
EUR USD 124.264 2 –1.688 –1.686
EUR ZAR 2.456 0 –119 –119
HUF EUR 2.169 0 –14 –14
MXN EUR 10.978 137 0 137
PLN EUR 32.100 175 –244 –69
RON EUR 53.864 686 0 686
USD EUR 40.323 1.888 0 1.888
USD RON 9.104 102 0 102
Zwischensumme Devisentermingeschäfte 501.769 3.882 –5.675 –1.793
Zinsswaps 76.000 382 –272 110
Zuckerfutures 12.196 257 0 257
Weizen- und Maistermingeschäfte 132.619 3.511 0 3.511
Ethanol-Termingeschäfte 16.687 0 –5.379 –5.379
Summe 739.271 8.032 –11.326 –3.294

28.02.2021

Kauf Verkauf Nominale Positive Marktwerte Negative Marktwerte Netto- marktwerte
AUD EUR 5.572 135 –2 133
CZK EUR 20.977 0 –27 –27
EUR AUD 5.120 0 –195 –195
EUR CZK 42.807 30 –126 –96
EUR GBP 495 2 –6 –4
EUR HUF 40.004 257 –31 226
EUR INR 1.520 0 –4 –4
EUR JPY 202 8 0 8
EUR MXN 18.268 758 0 758
EUR PLN 8.946 92 –4 88
EUR RON 125.359 0 –1.225 –1.225
EUR USD 97.569 1.250 –82 1.168
EUR ZAR 2.425 0 –38 –38
HUF EUR 42.705 11 –413 –402
MXN EUR 8.723 0 –237 –237
PLN EUR 21.517 27 –114 –87
RON EUR 43.750 414 0 414
USD EUR 64.293 392 –391 1
Zwischensumme Devisentermingeschäfte 550.252 3.376 –2.895 481
Zinsswaps 76.000 42 –686 –644
Zuckerfutures 9.605 67 –259 –192
Weizen- und Maistermingeschäfte 101.004 1.476 –153 1.323
Ethanol-Termingeschäfte 13.732 0 –644 –644
Summe 750.593 4.961 –4.637 324

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren ab. Als Nominale der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro. Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäftes zu bezahlen oder zu erhalten hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt. Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden und in einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms in den Umsatzerlösen (Verkaufstransaktionen) bzw. Materialaufwand (Einkaufstransaktionen) sowie im Finanzergebnis (Zinsswaps) erfolgswirksam zu erfassen.

160 Konzernanhang

Die Buchwerte entsprechen den Marktwerten. Die im Rahmen einer Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft bilanzierten Derivate werden in der folgenden Tabelle angegeben:

28.02.2022 28.02.2021
Marktwert Marktwert
Positiv Negativ Positiv Negativ
Devisentermingeschäfte 1.743 –560 62 –105
Zinsswaps 382 –272 42 –686
Zuckerfutures 257 0 67 –259
Weizen- und Maistermingeschäfte 3.486 0 1.476 0
Ethanol-Termingeschäfte 0 –5.379 0 –644
Summe 5.868 –6.211 1.647 –1.694

Die Sicherungsbeziehungen betreffen die Absicherung des Preisrisikos beim Rohzuckereinkauf, Zuckerverkauf, Weizen- und Maiseinkauf, Verkauf von Mais betreffend Wachsmais-Derivate sowie Verkauf von Ethanol. Im Rahmen der Risikomanagementstrategie sollen Absicherungen durch den Abschluss von Futures derart erfolgen, dass ein bestimmter Prozentsatz der geplanten Mengen abgesichert wird. Ziel der Risikomanagementstrategie ist es, den Preis von zukünftigen Ein- bzw. Verkäufen durch den Abschluss von entsprechenden Future-Kontrakten frühzeitig zu fixieren. Im Zuge von Absicherungen des Preisrisikos werden Transaktionen in US-Dollar gegen Veränderungen der Wechselkurse mittels Devisentermingeschäften abgesichert. Zur Absicherung des Zinsrisikos bestehen Zinsswaps, die in einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft stehen. Als Grundgeschäft gelten die künftigen Zahlungsströme von Finanzverbindlichkeiten, die variabel zum 3-Monats-EURIBOR verzinst werden. Die Absicherung der variablen künftigen Zinszahlungen aus der Finanzverbindlichkeit führt zur Reduktion volatiler Bewertungsbestandteile in der Gewinn- und Verlustrechnung und steigert die Planungs- und Prognosequalität. Risikomanagementziel ist daher die Absicherung gegen das Risiko von Schwankungen von variablen Zahlungsströmen.

Für das Geschäftsjahr 2021|22 wurden 656 € (Vorjahr: 501 €) vor Steuern und –131 € (Vorjahr: –145 €) Steuern für Wertänderungen von Derivaten mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft im sonstigen Ergebnis erfasst. Es waren sowohl im abgelaufenen Geschäftsjahr als auch im Vorjahr keine Ineffektivitäten zu erfassen. Derivatergebnisse bereits realisierter Grundgeschäfte von 551 € wurden von der Rücklage für Sicherungsinstrumente (Cashflow-Hedges) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Die Marktwerte der Derivate verblieben in der Bilanz bis zu deren Realisierung.

161

In der folgenden Tabelle sind die Derivate mit einer Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft mit dem Nominalvolumen und den durchschnittlichen Preisen und Zinssätzen gemäß ihrer Fälligkeit dargestellt.

28.02.2022 28.02.2021
Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Devisentermingeschäfte (USD)
Nominalbetrag € 46.242 0 0 18.382 0 0
Durchschnittlich abgesicherter Preis USD 1,167 0 0 1,213 0 0
Devisentermingeschäfte (RON)
Nominalbetrag € 13.059 0 0 0 0 0
Durchschnittlich abgesicherter Preis RON 1,587 0 0 0 0 0
Devisentermingeschäfte (HUF)
Nominalbetrag € 7.045 0 0 16.665 0 0
Durchschnittlich abgesicherter Preis HUF 365,354 0 0 361,367 0 0
Devisentermingeschäfte (CZK)
Nominalbetrag € 7.332 0 0 14.797 0 0
Durchschnittlich abgesicherter Preis CZK 25,880 0 0 26,287 0 0
Zinsswaps
Nominalbetrag € 50.000 26.000 0 76.000 76.000 0
Durchschnittlicher Zinssatz % 0,245 –0,460 0 0,004 0,004 0
Zuckerfutures
Volumen Tonnen 35.003 0 0 31.548 0 0
Durchschnittlich abgesicherter Preis € je Tonne 17,330 0 0 15,624 0 0
Weizen- und Maistermingeschäfte
Volumen Tonnen 21.800 0 0 8.950 0 0
Durchschnittlich abgesicherter Preis € je Tonne 158,558 0 0 57,547 0 0
Ethanol-Termingeschäfte
Volumen Tonnen 17.100 0 0 22.600 0 0
Durchschnittlich abgesicherter Preis € je Tonne 661,289 0 0 578,933 0 0

Die Wertänderungen jener derivativen Finanzinstrumente, die in keiner Sicherungsbeziehung zu einem Grundgeschäft stehen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen als auch von Materialaufwendungen.

162 Konzernanhang

Die folgende Tabelle stellt die Perioden dar, in denen die Zahlungsabflüsse voraussichtlich eintreten werden, sowie die Buchwerte der zugehörigen Sicherungsinstrumente:

28.02.2022 28.02.2021
Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse Buch- wert Summe
28.02.2022
Devisentermingeschäfte
Positive Marktwerte 3.882 3.882
Negative Marktwerte –5.675 –5.675
Zinsderivate
Positive Marktwerte 382 382
Negative Marktwerte –272 –272
Rohstoffderivate
Positive Marktwerte 3.768 3.768
Negative Marktwerte –5.379 –5.379
Summe –3.294 –3.294

Der Marktwert der am 28. Februar 2022 bestehenden Derivate würde sich bei einer Reduzierung bzw. Erhöhung des Marktzinssatzes um einen halben Prozentpunkt sowie einer Auf- bzw. Abwertung der betrachteten Währungen gegenüber dem Euro um 10 %, und einer Reduzierung bzw. Erhöhung der Weizen-, Mais- bzw. Zuckerpreise um jeweils 10 % wie folgt entwickeln (Sensitivität):

Nominale Sensitivität (+) Sensitivität (–)
€ 28.02.2022 28.02.2021 28.02.2022 28.02.2021
Devisentermingeschäfte 501.769 550.252 –25.980 –14.834 21.257 12.137
Zinsswaps 76.000 76.000 546 1.043 –546 –1.043
Rohstoffderivate 161.502 124.341 –1.335 –830 –1.843 –164

Die positiven bzw. negativen Veränderungen der Nettomarktwerte hätten das Eigenkapital inklusive Steuereffekt um –6.347 € (Vorjahr: 1.301 €) bzw. um 2.788 € (Vorjahr: –2.009 €) und das Ergebnis vor Ertragsteuern um –18.528 € (Vorjahr: –16.316 €) bzw. um 15.248 € (Vorjahr: 13.609 €) verändert.

163

11.3 Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einzeln und je Bewertungskategorie dar.Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstrumentes ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird. Die nachfolgende Aufstellung zeigt des Weiteren, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt. Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

  • In Level 1 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung) ermittelt wird.
  • In Level 2 werden die beizulegenden Zeitwerte anhand von Börsen- oder Marktpreisen auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, ermittelt.
  • In Level 3 werden jene Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden, ermittelt wird.

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten Level 2 erfolgt auf Basis des Währungskurses zum Stichtag sowie der für die Restlaufzeit relevanten Zinsdifferenz der zugrunde liegenden Währungen. Es wird der Mark-to-Market-Kurs ermittelt und mit dem Kurs des Grundgeschäftes verglichen. Die Inputfaktoren hierfür sind einerseits das Fixing der Europäischen Zentralbank (im Folgenden kurz: EZB) bzw. ausgewählter Nationalbanken und andererseits die täglich veröffentlichten EURIBOR- und (L)IBOR-Zinssätze. Bei Zinsderivaten Level 2 wird zur Bemessung des Zeitwertes der fixe Zinssatz mit den zum Stichtag gültigen Swap-Sätzen bzw. der laufzeitrelevanten Zinsstrukturkurve verglichen. Der Zeitwert wird einer gesonderten Berechnung von Bankinstituten entnommen. Bei der Bemessung der beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Level 2 werden die in den bestehenden Finanzierungsverträgen vereinbarten Konditionen, wie Restlaufzeit und Zinssatz, mit den am Bilanzstichtag verfügbaren aktuellen Marktkonditionen für neue Finanzierungen bei gleicher Restlaufzeit verglichen. Die Zinsdifferenz aus dem Vergleich führt zu dem Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert.

Die nachfolgende Tabelle enthält keine Angaben zu den beizulegenden Zeitwerten von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Dies trifft insbesondere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten aufgrund der kurzen Laufzeit zu.

Konzernanhang

28.02.2022

Buchwert Beizulegender Zeitwert t€ Erfolgs- wirksam zum beizulegen- den Zeit- wert über die Gewinn- und Verlust- rechnung Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs- instrumente) Zu fortge- führten An- schaffungs- kosten bewertet Summe Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (langfristig gehalten) 12.630 6.142 – – 18.772 11.739 – 7.033 – 18.772
Beteiligungen (langfristig gehalten) – 280 – – 280 – – – 280 280
Derivative finanzielle Vermögenswerte 2.164 – 5.868 – – – 8.032 3.767 4.265 – 8.032
14.794 6.422 5.868 – 19.052 11.739 27.084 11.739 11.300 280 27.084
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – – – – 398.509 398.509 – – – 398.509
Sonstige finanzielle Forderungen1 – – – – 54.302 54.302 – – – 54.302
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – – – – 103.593 103.593 – – – 103.593
– – – – 556.404 556.404 – – – 556.404
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 5.115 – 6.211 – – – 11.326 5.379 5.947 – 11.326
5.115 – 6.211 – – – 11.326 5.379 5.947 – 11.326
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – – – – 626.069 626.069 – – – 626.069
Leasingverbindlichkeiten2 – – – – 28.302 28.302 – – – 28.302
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – – – – 440.130 440.130 – – – 440.130
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten3 – – – – 109.400 109.400 – – – 109.400
– – – – 1.203.901 1.203.901 – – – 1.203.901

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungsfluss führen
2 Die Angabe des beizulegenden Zeitwertes entfällt gemäß IFRS 7.29d
3 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen

28.02.2021

Buchwert Beizulegender Zeitwert t€ Erfolgs- wirksam zum beizulegen- den Zeit- wert über die Gewinn- und Verlust- rechnung Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling) Erfolgs- neutral zum beizulegen- den Zeit- wert im sonstigen Ergebnis (Sicherungs- instrumente) Zu fortge- führten An- schaffungs- kosten bewertet Summe Level 1 Level 2 Level 3 Summe
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere (langfristig gehalten) 13.157 6.259 – – 19.416 12.266 – 7.150 – 19.416
Beteiligungen (langfristig gehalten) – 1.683 – – 1.683 – – – 1.683 1.683
Derivative finanzielle Vermögenswerte 3.314 – 1.647 – – – 4.961 1.543 3.418 – 4.961
16.471 7.942 1.647 – 21.099 12.266 26.060 12.266 10.568 1.683 26.060
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – – – – 323.055 323.055 – – – 323.055
Sonstige finanzielle Forderungen1 – – – – 43.355 43.355 – – – 43.355
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – – – – 110.971 110.971 – – – 110.971
– – – – 477.381 477.381 – – – 477.381
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 2.943 – 1.694 – – – 4.637 1.056 3.581 – 4.637
2.943 – 1.694 – – – 4.637 1.056 3.581 – 4.637
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – – – – 545.736 545.736 – – – 545.736
Leasingverbindlichkeiten2 – – – – 28.175 28.175 – – – 28.175
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – – – – 311.524 311.524 – – – 311.524
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten3 – – – – 100.108 100.108 – – – 100.108
– – – – 985.543 985.543 – – – 985.543

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Wertpapiere

Level 1 der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ enthalten Investmentfondsanteile in Höhe von 11.739 t€ (Vorjahr: 12.266 t€) und werden zu aktuellen Börsenwerten gemäß Depotauszug bewertet.

Wertpapiere Level 3 der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ stellen zum überwiegenden Teil Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 5.874 t€ (Vorjahr: 5.991 t€) dar, für die der Marktwert anhand eines Unternehmenswertgutachtens des Emittenten ermittelt wird. Für sonstige Wertpapiere des Level 3 der Kategorien „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung“ (Wertrechte) in Höhe von 891 t€ (Vorjahr: 891 t€) entspricht deren Nominale dem beizulegenden Zeitwert. Bei „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ klassifizierten Aktien von nicht börsennotierten Gesellschaften in Höhe von 268 t€ (Vorjahr: 268 t€) und Beteiligungen (nicht konsolidierte Tochterunternehmen) in Höhe von 10 t€ (Vorjahr: 1.283 t€) wurde auf eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet, da diese Position von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist. Der beizulegende Zeitwert von sonstigen Beteiligungen in Höhe von 270 t€ (Vorjahr: 400 t€) wurde mittels Abzinsung künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Wertpapiere, Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen und sonstige Beteiligungen, die als „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ klassifiziert wurden, werden aufgrund strategischer Überlegungen langfristig gehalten. Die folgende Tabelle zeigt deren beizulegende Zeitwerte und die Dividendenausschüttungen.

Beizu- legender Zeitwert Dividende Beizu- legender Zeitwert Dividende
t€ t€ t€ t€
28.02.2022 2021 22 28.02.2021
RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH 5.874 109 5.991 0
Übrige 548 33 1.951 22
Summe 6.422 142 7.942 22

Änderungen im beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren Level 3 wurden mit –117 t€ (Vorjahr: 0 t€) vor Steuern und 110 t€ (Vorjahr: 0 t€) Steuern erfolgsneutral in der Rücklage für Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2021|22 gab es in der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (ohne Recycling)“ Level 3 einen Abgang eines nicht konsolidierten Tochterunternehmens in Höhe von –1.273 t€, aufgrund der erstmaligen Einbeziehung des Tochterunternehmens im Geschäftsjahr 2021|22.Es gab keine weiteren Veränderungen von Level 3 Finanzinstrumenten. Die positiven und negativen Marktwerte aus Rohstoffderivaten betreffen zum Teil Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, zukünftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zinsderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Diese entsprechen den Barwerten der zukünftigen Zinszahlungen auf Basis der unterlegten Zinsstrukturkurven. Bei Rohstoffderivaten basiert der Marktwert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Marktwerte von Währungsderivaten basieren auf den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward-Rates und den gesicherten Wechselkursen. Den zur Ermittlung der Forward-Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse. Bei variabel verzinsten Verbindlichkeiten entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten.

167

Die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten werden in folgender Tabelle je Bewertungskategorie dargestellt:

| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert – | –475 | –109 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert – Derivate | –2.093 | 1.691 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Vermögenswerte | –351 | –251 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten – finanzielle Verbindlichkeiten | 1.836 | –2.194 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente in der Gewinn- und Verlustrechnung | –1.083 | –863 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) – | –117 | 0 |
| Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert – Sicherungsinstrumente | 656 | 501 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente im sonstigen Ergebnis | 539 | 501 |
| Nettoergebnis Finanzinstrumente gesamt | –544 | –362 |

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, stellen sich wie folgt dar:

| t€ | 2021|22 | 2020|21 |
|---|---|---|
| Gesamtzinserträge | 742 | 802 |
| Gesamtzinsaufwendungen | –6.077 | –6.580 |
| Nettozinsergebnis | –5.335 | –5.778 |

11.4.Risikomanagement in der AGRANA-Gruppe

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Wertpapierkursen. Auf der Beschaffungsseite resultieren Preisrisiken im Wesentlichen aus Energiekosten, dem Einkauf von Weltmarktzucker sowie von Weizen und Mais im Rahmen der Bioethanolproduktion und auf der Verkaufsseite aus den auf Ethanol und Weltmarktzucker basierenden Verkaufspreisen. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen. AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben.

Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab. Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird. Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

168

Konzernanhang

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Groß- und Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. Folgende Grundsätze des Kreditrisikomanagements werden in der AGRANA-Gruppe verfolgt:

  • Bonitätsprüfung von potenziellen Neukunden sowie laufende Bonitätsprüfung bereits bestehender Kunden
  • Abschluss von Warenkreditversicherungen gemäß konzerninterner Regeln und Vorgaben sowie gegebenenfalls Ergänzung um zusätzliche Sicherheiten wie Bankgarantien, Akkreditive oder Vorauszahlungen
  • Systemgestützte Kreditlimit-Prüfungen
  • Standardisiertes Mahnwesen

Jede operative Einheit ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung der entsprechenden Prozesse. Daneben wird von den operativen Einheiten monatlich ein Kreditrisikobericht erstellt und auf Konzernebene verdichtet. Dabei wird die Entwicklung einheitlicher Kennzahlen wie Day Sales Outstanding (DSO), Altersstruktur der Forderungen oder Art und Umfang der Kreditbesicherung im Rahmen des Kreditrisikomonitorings verfolgt.

Bei der Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs wird gemäß internen Richtlinien und IFRS 9 bei 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von einer Uneinbringlichkeit ausgegangen, es sei denn, die operative Einheit verfügt über angemessene und belastbare Informationen, dass eine längere Überfälligkeit gerechtfertigt ist. Sollte jedoch ein Wertberichtigungsbedarf im Rahmen des Kreditrisikomonitorings festgestellt werden, so wird mit einer Einzelwertberichtigung vorgesorgt. Dies trifft auch auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu, welche weniger als 90 Tage überfällig sind.

Bedingt durch den Krieg in der Ukraine wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Kunden in Kriegsgebieten und kriegsnahen Gebieten in Höhe von 4.378 t€ einzelwertberichtigt. Erst wenn von einem tatsächlichen Ausfall ausgegangen werden kann, werden die Forderungen ausgebucht.

AGRANA wendet zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste den vereinfachten Ansatz gemäß IFRS 9 an. Über die Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen hinaus wurden die Ausfälle der letzten zehn Jahre evaluiert. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden Loss Rates gemäß Überfälligkeiten und den Zahlungsprofilen der zugrunde liegenden Umsatzerlöse festgelegt. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Projektionen für notleidende Kredite (Non-Performing-Loans) wurden für das Ermittlungsmodell als relevantester Faktor für die Anpassung der historischen Verlustquoten definiert. Credit Spreads stellen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine – wie auch im Vorjahr bedingt durch die Coronavirus-Krise – derzeit keine geeigneten Anpassungsfaktoren dar. Seit Kriegsbeginn zeigten Credit Spreads nur im kurzfristigen Bereich Anstiege, jedoch mittelfristig rückläufige Tendenzen, was auf eine Unterbewertung des Kreditrisikos hindeuten würde. Der ermittelte Faktor wurde basierend auf Wachstumsraten der Bruttoinlandsprodukte, veröffentlicht von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), und einer Managementeinschätzung gewichtet.

169

Aufgrund von extremen wirtschaftlichen Bedingungen durch die russische Invasion in der Ukraine und die Verhängung internationaler Sanktionen – gepaart mit der Ungewissheit über die Dauer des Ukraine-Krieges – sind zukunftsgerichtete Beurteilungen aktuell höchst ungewiss und schwierig zu treffen. Vergleichbare wirtschaftliche Bedingungen haben in der Vergangenheit noch nicht vorgelegen. Demzufolge wurden die Effekte des Ukraine-Krieges in die Auswirkungen auf die makroökonomischen Indikatoren und letztlich auf die Ausfallraten mittels Post-Model-Adjustments bzw. Overlays berücksichtigt, da es aktuell nicht möglich ist, die verwendeten Modelle kurzfristig anzupassen, um Risiken und Unsicherheiten ausreichend zu berücksichtigen.

Da zum aktuellen Zeitpunkt noch keine publizierten Erwartungen über Insolvenzentwicklungen oder Projektionen für notleidende Kredite (Non-Performing-Loans) verfügbar waren, wurden Einschätzungen und Erwartungen von Ratingagenturen (Downgrading von Unternehmen in den betroffenen Gebieten) im Zusammenhang mit dem Beginn des Krieges in der Ukraine bei der Ermittlung der Skalarfaktoren berücksichtigt. Zusätzlich wurde – um den bestehenden Unsicherheiten darüber hinaus Rechnung zu tragen – auf die Skalarfaktoren der Ukraine und Russland ein Multiplikator von 2 und den Rest der Welt mit 1,5 angewandt. Dadurch stieg die Risikovorsorge um 194 t€ und blieb insgesamt für den Konzern unwesentlich.Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Loss Rates und die gebildeten Wertberichtigungen stellen sich wie folgt dar:

Loss Rate % Brutto- buchwert Wert- berichti- gung Netto- buchwert
28.02.2022
Noch nicht fällige Forderungen 0,0653 370.607 –243 370.364
Überfällige Forderungen
Bis 30 Tage 0,6201 23.580 –146 23.434
31 bis 90 Tage 2,7697 3.220 –89 3.131
91 Tage und älter 1.580 0 1.580
Einzelwertberichtigungen 10.982 –10.982 0
Summe 409.969 –11.460 398.509
28.02.2021
Noch nicht fällige Forderungen 0,0510 300.390 –153 300.237
Überfällige Forderungen
Bis 30 Tage 0,4138 17.536 –73 17.463
31 bis 90 Tage 1,7124 4.257 –73 4.184
91 Tage und älter 1.171 0 1.171
Einzelwertberichtigungen 6.855 –6.855 0
Summe 330.209 –7.154 323.055

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

28.02.2022 28.02.2021
Wertberichtigungen zum 01.03. 7.154 7.383
Währungsänderungen/Sonstige Veränderungen –89 –128
Zuführungen 5.685 1.319
Verbrauch –263 –776
Auflösungen –1.027 –644
Wertberichtigungen zum 28.02. 11.460 7.154

Die Auflösung der Wertberichtigungen enthält Zinserträge von 15 € (Vorjahr: 10 €).

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann. Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten. Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

170 Konzernanhang

Zum Bilanzstichtag bestehen Kreditrahmen in Höhe von 1.085.955 € (Vorjahr: 999.910 €). Die gewichtete Restlaufzeit der Kreditrahmen zum Bilanzstichtag beträgt 1,8 Jahre (Vorjahr: 2,8 Jahre).

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2022 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse

Buchwert Summe 0 bis 3 M 4 bis 6 M 7 bis 12 M 1 bis 2 J 2 bis 3 J 3 bis 4 J 4 bis 5 J Über 5 J
28.02.2022
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 626.069 641.373 111.813 4.123 159.845 60.275 120.140 47.534 88.429 49.214
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 440.130 440.130 380.477 59.236 417 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Süzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen 33.180 33.180 32.856 0 324 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 28.302 40.243 1.846 1.617 3.037 5.584 2.819 2.469 2.126 20.745
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 76.220 76.220 57.602 7.238 6.017 2.408 1.208 943 786 18
Summe 1.203.901 1.231.146 584.594 72.214 169.640 68.267 124.167 50.946 91.341 69.977
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsderivate 272 331 103 103 125 0 0 0 0 0
Devisentermingeschäfte 5.675 5.675 5.301 257 117 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 5.379 5.379 5.379 0 0 0 0 0 0 0
Summe 11.326 11.385 10.783 360 242 0 0 0 0 0
28.02.2021
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 545.736 565.997 71.282 3.690 5.762 20.657 160.179 119.566 47.299 137.562
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 311.524 311.524 281.136 26.698 3.690 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Süzucker-Gruppe und Gemeinschaftsunternehmen 26.308 26.308 25.754 537 17 0 0 0 0 0
Leasingverbindlichkeiten 28.175 38.711 1.491 1.461 2.677 5.068 4.375 2.226 1.865 19.548
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 73.800 73.800 58.581 7.377 6.748 806 225 15 15 33
Summe 985.543 1.016.340 438.244 39.763 18.894 26.531 164.779 121.807 49.179 157.143
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsderivate 686 711 97 98 199 317 0 0 0 0
Devisentermingeschäfte 2.895 2.895 2.576 301 18 0 0 0 0 0
Rohstoffderivate 1.056 1.056 693 248 115 0 0 0 0 0
Summe 4.637 4.662 3.366 647 332 317 0 0 0 0

171

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken

Der AGRANA-Konzern ist aufgrund seines internationalen Geschäftsumfanges von Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen und Geldanlagen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Einkaufs- und Liefertransaktionen sowie aus zukünftigen Fremdwährung-Cashflows aus Ein- und Verkaufskontrakten betroffen. Zur Messung und Steuerung dieser Risiken ermittelt der AGRANA-Konzern den Value at Risk nach dem Varianz-Kovarianz-Ansatz mit einem Konfidenzintervall von 95 %. Dabei werden alle Positionen der verschiedenen Währungspaare mit den vorhandenen Volatilitäten bewertet und der untereinander bestehenden Korrelation unterzogen. Das hieraus resultierende Ergebnis wird als diversifizierter Value at Risk angegeben:

Value at Risk (€) 28.02.2022 28.02.2021
Summe 4.882 6.680
Nettopositionen (absolut) der Währungspaare 145.696 128.809

Die folgende Tabelle zeigt die Fremdwährungsposition je Währungspaar der Value at Risk-Berechnung. Die einzelnen Werte beinhalten sowohl den Finanzierungsbereich als auch den operativen Bereich. Die kombinierte Darstellung ermöglicht somit die wechselseitigen Beziehungen aus beiden Bereichen je Währungspaar zu quantifizieren („Natural Hedge“).

Fremdwährungspositionen (€) 28.02.2022 28.02.2021
EUR/CNY 1.954 3.863
EUR/CZK 6.444 6.613
EUR/EGP 1.641 317
EUR/HUF 5.680 20.282
EUR/MAD 2.743 3.708
EUR/PLN 4.195 1.673
EUR/RON 76.572 54.294
EUR/RUB 5.688 3.229
EUR/UAH 4.056 3.329
EUR/USD 7.249 6.107
USD/ARS 2.258 2.546
USD/AUD 8.013 3.623
USD/BRL 653 1.712
USD/CNY 2.927 6.904
USD/MXN 7.581 5.399
Übrige 8.042 5.210
Summe 145.696 128.809

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse und Einkaufsaktivitäten in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen. Das Währungsrisiko aus Finanzierungen besteht im AGRANA-Konzern aus Finanzierungen und Geldanlagen, die nicht in der Landeswährung der Gesellschaft bestehen.

172 Konzernanhang

Die Fremdwährungspositionen von gesamt 145.696 € (Vorjahr: 128.809 €) teilen sich im Wesentlichen auf die Länder Rumänien, China, Tschechien, Ungarn, USA und Mexiko auf und daraus resultiert ein Value at Risk von 4.882 € (Vorjahr: 6.680 €). Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne zum Teil in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Ungarn unterliegen Währungsrisiken durch Rohzuckereinkauf in US-Dollar, dem Zukauf von Weißzucker in Euro und einzelne Gesellschaften unterliegen einem Währungsrisiko aus Exporten von Zucker in US-Dollar. Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden. Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf die jeweiligen Landeswährungen lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zinsrisiken

Der AGRANA-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone. Die Risiken aus möglichen Zinsänderungen werden als „at Risk-Ansatz“ ausgewiesen. Die AGRANA unterscheidet hierbei zwischen dem Cashflow at Risk (kurz: CfaR) für variabel verzinste Finanzverbindlichkeiten und dem Value at Risk (kurz: VaR) aus Marktzinsänderungen bei fix verzinsten Finanzverbindlichkeiten.

  • CfaR: Die Erhöhung des Zinsniveaus würde zu einer Verteuerung der Refinanzierungskosten bei variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten führen. Der CfaR-Betrachtung liegen die Volatilitäten der einzelnen Finanzierungswährungen und deren Korrelation untereinander zugrunde.
  • VaR: Hier wird das implizierte Risiko aus einer Senkung des Zinsniveaus betrachtet, da bestehende fix verzinste Finanzverbindlichkeiten konstant bleiben und nicht dem Markt folgen würden. Die unterschiedlichen Laufzeiten fix verzinster Finanzverbindlichkeiten werden durch gewichtete Barwerte und eine potenzielle Veränderung der variablen Zinsen nach dem „Modified-Duration-Ansatz“ berücksichtigt.

Der CfaR und VaR aus Finanzierungen stellen sich wie folgt dar:

28.02.2022 28.02.2021
Nettoposition variabel verzinst 263.107 127.806
Cashflow at Risk diversifiziert 183 369
Nettoposition fix verzinst 293.944 359.137
Value at Risk bei Zinssatzänderung 9.404 13.642

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht.

Commodity-Preis-Risiken

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen sowie dem Verkauf von Fertigerzeugnissen (Ethanol) ausgesetzt.Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend. 173 Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Erwerb von Rohzucker über 35.003 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 31.548 Tonnen), den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 21.800 Tonnen (Vorjahr: Kauf von 8.950 Tonnen), für den Kauf von Wachsmaisderivaten von 1.150 Tonnen (Vorjahr: Verkauf von 2.300 Tonnen) sowie für den Verkauf von Ethanol von 17.100 Tonnen (Vorjahr: Verkauf von 22.600 Tonnen). Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 2.786 T€ (Vorjahr: 3.474 T€) und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen negativen Marktwert von 1.611 T€ (Vorjahr: positiven Marktwert 487 T€).

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeiter regelmäßig fort.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. Die BWB begründet dies vor allem damit, dass das Bundeskartellamt in seiner Entscheidung nur den Unwertgehalt des Verhaltens von Südzucker in Bezug auf Deutschland berücksichtigt habe, und dass die Verhängung einer "Zusatzstrafe" in Bezug auf Österreich sowohl zulässig als auch geboten sei. Mit Beschluss vom 27. März 2020 hat der OGH das Rekursverfahren unterbrochen und den EuGH um eine Vorabentscheidung zur Reichweite des Grundsatzes „ne bis in idem“ bei EU-Wettbewerbsverfahren gebeten. Der EuGH hat am 22. März 2022 entschieden, dass Südzucker nur dann kein Bußgeld zu zahlen hat (Verbot der Doppelbestrafung), wenn die in Österreich untersuchten Sachverhalte vom deutschen Settlement vor dem deutschen Kartellamt enthalten gewesen sind. Es wurde daher an die erste Instanz zurück verwiesen. Die weitere geschätzte Verfahrensdauer liegt bei zwei Jahren.

Weiters ist die AGRANA Stärke GmbH in einem Verfahren vor dem Handelsgericht Wien beklagte Partei. Die klagende Partei behauptet, einen Schaden aus einer Nichtlieferung von zugesagten Produktmengen erlitten zu haben. Das Verfahren befindet sich in der ersten Instanz, im Stadium der gerichtlichen Beweisaufnahme. Mit einem erstinstanzlichen Urteil ist im Geschäftsjahr 2022|23 zu rechnen. AGRANA hält die Ansprüche der klagenden Partei mangels wirksamer Vereinbarung der Abnahmemengen für unbegründet. Darüber hinaus bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

11.5. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Bürgschaften betreffen v. a. Bankkredite der Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Zucker.

28.02.2022 28.02.2021
Bürgschaften 43.982 43.304
Gewährleistungsverpflichtungen, genossenschaftliche Haftungen 1.373 1.365

Es wird von keiner Inanspruchnahme der Bürgschaften ausgegangen. Eine weitere Eventualschuld von 5.409 T€ (Vorjahr: 5.534 T€) besteht im Zusammenhang mit der Rückforderung einer EU-Förderung in Ungarn. Das Management der Gesellschaft schätzt die Rückerstattung als wenig wahrscheinlich ein. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Form von Bestellobligo für Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 12.246 T€ (Vorjahr: 15.742 T€).

174 Konzernanhang

12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen negativen Auswirkungen auf den künftigen AGRANA-Geschäftsverlauf konkretisiert. Dies war im vorliegenden Abschluss zum 28. Februar 2022 insbesondere mit entsprechenden Wertberichtigungen von Vermögenswerten des Segmentes Frucht mit seinen Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland sowie im Prognosebericht für das Geschäftsjahr 2022|23 zu berücksichtigen. Aktuell ist nicht abzuschätzen, wie sich der Konflikt weiterentwickeln wird und welche wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen er in der Folge noch v.a. auf die Versorgung mit agrarischen Rohstoffen, auf die Absatzmärkte sowie die Rohstoff- und Energiepreise haben wird. Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses am 25. April 2022 lagen keine gesicherten Indikationen vor, dass es über die dargestellten Effekte hinaus zu weiteren materiellen finanziellen Auswirkungen kommen wird.

13. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien, hält 78,34 % der Stammaktien der AGRANA Beteiligungs-AG. Diese Holdinggesellschaft ist von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit, da die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Süzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen ist. Das oberste Mutterunternehmen der Unternehmensgruppe ist die Süzdeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart|Deutschland. Nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24 sind die Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, als Aktionäre der AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien. Der AGRANA-Konzernabschluss wird in den Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, einbezogen. Neben der Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und deren Tochtergesellschaften („Südzucker-Gruppe“) zählen die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN regGenmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaften („Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss“) zu den nahestehenden Unternehmen. Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden und unter gemeinschaftlicher Kontrolle stehen, sowie nicht einbezogene Tochterunternehmen gelten ebenfalls als nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24.

Zum Bilanzstichtag sind gegenüber nahestehenden Unternehmen folgende Geschäftsbeziehungen ausgewiesen:

T€ Südzucker- Gruppe Unternehmen mit maß- geblichem Einfluss Gemeinschafts- unter- nehmen Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen Summe
**Geschäftsjahr 2021 22**
Umsatz 76.892 16.851 29.123 0 122.866
Operative Aufwendungen –91.278 –1.548 –76.107 –327 –169.260
Kreditbeziehungen –324 –40.016 0 0 –40.340
Partizipationskapital 0 5.968 0 0 5.968
Bankguthaben und kurzfristige Forderungen 0 10.620 2 0 10.622
Langfristige Finanzforderungen 0 0 1.000 0 1.000
Forderungen/Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen –5.760 1.068 –9.611 –85 –14.388
Zinsergebnis –1 –660 59 0 –602
Garantien gegeben 0 0 46.000 0 46.000
Garantien ausgenutzt 0 0 41.684 0 41.684
**Geschäftsjahr 2020 21**
Umsatz 59.026 15.915 23.732 0 98.673
Operative Aufwendungen –112.685 –400 –53.322 –316 –166.723
Kreditbeziehungen –323 –43.060 0 0 –43.383
Partizipationskapital 0 5.991 0 0 5.991
Bankguthaben und kurzfristige Forderungen 0 20.577 5 196 20.778
Langfristige Finanzforderungen 0 0 3.945 0 3.945
Forderungen/Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen –10.048 724 –4.727 –73 –14.124
Zinsergebnis –1 –1.708 92 3 –1.614
Garantien gegeben 0 0 46.000 0 46.000
Garantien ausgenutzt 0 0 41.220 0 41.220

Zum Bilanzstichtag waren Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 40.340 T€ (Vorjahr: 43.383 T€) ausgewiesen. Für vollkonsolidierte Tochterunternehmen werden bei Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss Garantien in Höhe von 5.000 T€ (Vorjahr: 5.000 T€) gegeben, von denen keine (Vorjahr: keine) ausgenutzt waren.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG betrugen 3.900 T€ (Vorjahr: 3.935 T€) und bestanden aus einem fixen Anteil von 1.622 T€ (Vorjahr: 1.869 T€) sowie einem erfolgsabhängigen Anteil von 2.278 T€ (Vorjahr: 2.066 T€). Die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile sind an die Höhe der für die letzten drei Geschäftsjahre auszuschüttenden Dividende geknüpft. Da Herr Dipl.-Ing. Johann Marihart sowie Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer ihre Vorstandsfunktion mit 31. Mai 2021 beendeten, fielen in diesem Zusammenhang zusätzliche Zahlungen in Höhe von 3.644 T€ an (im Wesentlichen Jubiläumsgeld, Abfertigung, Urlaubsersatzleistung). Das aufgrund des Syndikatsvertrages zwischen Südzucker AG, Mannheim|Deutschland, und Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien, nominierte Mitglied des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG erhielt für die Ausübung dieser Vorstandsfunktion keine Bezüge.

Die Hauptversammlung hat am 29. Juni 2021 eine jährliche Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates in Höhe von 313 T€ (Vorjahr: 325 T€) beschlossen und die Verteilung dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates übertragen. Der den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern vergütete Betrag orientiert sich der Höhe nach an der funktionalen Stellung im Aufsichtsrat. Sitzungsgelder wurden nicht gezahlt.Zur betrieblichen Altersversorgung sind für die Vorstandsmitglieder Dipl.-Ing. Johann Marihart, Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz Gattermayer sowie das ehemalige Vorstandsmitglied Mag. Walter Grausam Ruhebezüge, eine Berufsunfähigkeitsversorgung sowie eine Witwen- und Waisenversorgung vereinbart. Der Ruhebezug fällt bei Erreichen der Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension nach ASVG an. Die Pensionshöhe errechnet sich aus einem Prozentsatz einer vertraglich festgelegten Bemessungsgrundlage. Bei einem früheren Pensionsanfall entsprechend den im ASVG vorgesehenen Regelungen reduziert sich der Pensionsanspruch. Für Dkfm. Markus Mühleisen, MBA, Mag. Stephan Büttner und Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer besteht eine beitragsorientierte Pensionszusage, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres unter der Voraussetzung, dass das Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber beendet wurde, in Anspruch genommen werden kann. Für das Geschäftsjahr 2021|22 erfolgten Vorschreibungen für Pensionskassenbeiträge von 286 T€ (Vorjahr: 440 T€). Es gab einen Nachschuss für den per 31. Mai 2021 ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Johann Marihart in Höhe von 28 T€ (Vorjahr: Mag. Walter Grausam 78 T€). Die Pensionsverpflichtungen gegenüber dem Vorstand sind in eine externe Pensionskasse ausgegliedert. In der Bilanz zum 28. Februar 2022 wird für Pensionsverpflichtungen ein Wert von 9.665 T€ (Vorjahr: 12.289 T€) und für Abfertigungsverpflichtungen ein Wert von 0 T€ (Vorjahr: 1.551 T€) unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen.

176

Konzernanhang

Für den Fall der Beendigung der Vorstandsfunktion bestehen Abfertigungsansprüche entsprechend den Regelungen des Angestelltengesetzes bzw. Abfertigungsansprüche entsprechend den Bestimmungen des BMSVG. Die Angaben zu den Organen befinden sich auf Seite Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG hat den Konzernabschluss am 25. April 2022 zur Prüfung durch den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Wien, am 25. April 2022

Der Vorstand der AGRANA Beteiligungs-AG

Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied

177

Organe der Gesellschaft (Kurzdarstellung)

Vorstand

  • Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
  • Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
  • Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
  • Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied

Aufsichtsrat

  • Obmann Mag. Erwin Hameseder Aufsichtsratsvorsitzender
  • Dr. Hans-Jörg Gebhard Erster Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
  • Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner, MBA Zweiter Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden
  • Dipl.-Ing. Helmut Friedl Aufsichtsratsmitglied
  • Dr. Andrea Gritsch Aufsichtsratsmitglied
  • Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger Aufsichtsratsmitglied
  • Dr. Thomas Kirchberg Aufsichtsratsmitglied
  • Dipl.-Ing. Josef Pröll Aufsichtsratsmitglied

Arbeitnehmervertreter

  • Thomas Buder Sprecher der Konzernvertretung und Zentralbetriebsratsvorsitzender
  • Dipl. Ing. Daniela Bogner
  • Andreas Klamler
  • René Schmid

178

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

Gemäß § 124 Abs. 1 Börsegesetz erklären die unterzeichnenden Vorstandsmitglieder als gesetzliche Vertreter der AGRANA Beteiligungs-AG nach bestem Wissen,

  • dass der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellte Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-AG zum 28. Februar 2022 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des AGRANA-Konzerns vermittelt;
  • dass der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021|22 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des AGRANA-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.

Wien, am 25. April 2022

Dkfm. Markus Mühleisen, MBA Vorstandsvorsitzender
Ingrid-Helen Arnold, MBA Vorstandsmitglied
Mag. Stephan Büttner Vorstandsmitglied
Dipl. Ing. Dr. Norbert Harringer Vorstandsmitglied

179

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Prüfungsurteil

Wir haben den Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der gesonderten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Geldflussrechnung, der Konzernbilanz zum 28. Februar 2022 und der Konzern-Eigenkapital-Entwicklung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft. Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir wie folgt strukturiert:

  • Sachverhalt
  • Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
  • Verweis auf weitergehende Informationen

Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten

Sachverhalt

Der Buchwert der Geschäfts-/Firmenwerte beträgt TEUR 186.971 (Buchwert zum 28. Februar 2021: TEUR 241.781). Der Vorstand überprüft mindestens einmal jährlich, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/Firmenwerte vorliegt. Diese Überprüfung erfolgt regelmäßig am 31. August sowie zusätzlich immer dann, wenn es Hinweise auf eine mögliche Wertminderung gibt (auslösendes Ereignis). Aufgrund der russischen Militäroffensive in der Ukraine ab 24. Februar 2022 hat der Vorstand im Zuge der Abschlusserstellung im März/April 2022 eine zusätzliche Überprüfung dahingehend durchgeführt, ob ein auslösendes Ereignis vorliegt, das eine Aktualisierung des Werthaltigkeitstests zum 28. Februar 2022 erfordern würde. Die vom Vorstand durchgeführte Überprüfung ergab, dass aufgrund der russischen Militäroffensive in der Ukraine ein auslösendes Ereignis vorlag, welches eine Aktualisierung des Werthaltigkeitstests im CGU Frucht zum 28. Februar 2022 erfordert.

180

Bestätigungsvermerk

Bei den jährlichen Überprüfungen, ob eine Wertminderung der Geschäfts-/Firmenwerte vorliegt, bestimmt die Gesellschaft den Nutzungswert für die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten („CGUs“): Frucht und Stärke. Die Gesellschaft verwendet für die Berechnung der Nutzungswerte das „Discounted Cashflow Verfahren (DCF)“. Diese Bewertungsmethode beruht in erheblichem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftigen Zahlungsströme. Diese künftigen Zahlungsströme basieren auf von den entsprechenden Organen genehmigten Planzahlen, zu denen erforderlichenfalls Änderungen vorgenommen werden. Der bei dem „Discounted Cashflow Verfahren (DCF)“ verwendete Diskontierungszinssatz kann darüber hinaus von zukünftig sich ändernden marktbezogenen, wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Basierend auf den oben beschriebenen Tatsachen, dass die Festlegung des Nutzungswertes ermessensbehaftet und mit Schätzungsunsicherheiten verbunden ist, wurde im Zuge der Abschlussprüfung die Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts-/Firmenwerten als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt definiert.# Bestätigungsvermerk

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben:
ï‚§ das interne Überwachungssystem beurteilt, um sicherzustellen, dass es geeignet ist, mögliche Hinweise auf eine Wertminderung zu erkennen, und wir haben untersucht, wie die Gesellschaft intern objektive Hinweise auf eine Wertminderung überprüft,
ï‚§ unsere Bewertungsspezialisten konsultiert,
 auf der Basis unserer Erfahrung die Bewertungsmethode und Annahmen im Hinblick auf Prognosen und angewandte Bewertungsparameter mit angemessenen Bezugsgrößen und den Bilanzierungsvorschriften von IAS 36 verglichen,
 die verwendete Bewertungsmethode überprüft, indem wir das Modell nachvollzogen und beurteilt haben, ob es für die Bestimmung des Nutzungswerts geeignet ist,
 den Diskontierungszinssatz kritisch überprüft, indem wir die herangezogenen Zinssatzparameter durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf deren Angemessenheit hin beurteilt haben,
 mittels Backtesting der zugrunde liegenden Planzahlen die von der Gesellschaft angewandte Prognosegenauigkeit überprüft,
 überprüft, ob die Auswirkungen der russischen Militäroffensive in der Ukraine (das auslösende Ereignis) im Wertminderungstest 2022 berücksichtigt wurden, und
 die Pflichtangaben in Bezug auf den Wertminderungstest gemäß IAS 36 im Konzernanhang 2022 nachvollzogen und auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden stehen in Einklang mit den IFRS. Wir erachten die Annahmen und Parameter als transparent und angemessen.

Verweis auf weitergehende Informationen
Vgl. Angabe 7.6. zu den vom Vorstand angewandten Verfahren bei der Durchführung von Wertminderungstests sowie Angabe 10.1. im Konzernanhang.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt. Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.

181

Bestätigungsvermerk

Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu. Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.

Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

 Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
 Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
 Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.

182

Bestätigungsvermerk

 Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
 Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
 Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben.

Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil. Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.# Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.

183

Bestätigungsvermerk

Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 1. September 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019|20, endend mit Stichtag 29. Februar 2020, Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.

Wien, am 25. April 2022

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
gezeichnet:
Mag. (FH) Werner Stockreiter
Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

184

JAHRES- ABSCHLUSS UND LAGEBERICHT 2021|22 DER AGRANA BETEILIGUNGS-AG (NACH UGB)

186 Jahresabschluss
187 Gewinn- und Verlustrechnung
188 Bilanz
189 Anhang zum Jahresabschluss
204 Entwicklung des Anlagevermögens
206 Lagebericht
233 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
234 Bestätigungsvermerk
238 Vorschlag für die Gewinnverwendung

185

Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021|22 vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022

INHALTSVERZEICHNIS

  • 187 Gewinn- und Verlustrechnung
  • 188 Bilanz
  • 189 Anhang zum Jahresabschluss
  • 204 Entwicklung des Anlagevermögens

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021|22 vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022

(in Tausend EUR)

| | 2021|22 | 2020|21 |
| :------------------------------------------------------------------------------------------- | :--- | :--- |
| 1. Umsatzerlöse | 39.222 | 36.666 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 133 | 122 |
| 3. Personalaufwand | –18.247 | –23.357 |
| 4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | –841 | –1.189 |
| 5. Sonstige betriebliche Aufwendungen | –24.803 | –24.661 |
| 6. Operatives Ergebnis (Z1 bis 5) | –4.536 | –12.419 |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | 51.226 | 50.235 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 51.193 | 50.213 |
| 8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 4.063 | 4.218 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 4.063 | 4.218 |
| 9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 3.723 | 3.276 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 3.723 | 3.263 |
| 10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | –3.228 | –3.351 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | –3.066 | –3.233 |
| 11. Finanzerfolg (Z7 bis 10) | 55.784 | 54.378 |
| 12. Ergebnis vor Steuern (Z1 bis 11) | 51.248 | 41.959 |
| 13. Steuern vom Einkommen | –3.549 | 4.942 |
| 14. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss | 47.699 | 46.901 |
| 15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 15.827 | 22.041 |
| 16. Bilanzgewinn | 63.526 | 68.942 |

187

Bilanz zum 28. Februar 2022

(in Tausend EUR)

Stand 28.02.2022 Stand 28.02.2021
AKTIVA
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 337 393
II. Sachanlagen 947 1.190
III. Finanzanlagen 638.283 639.567
639.866 641.150
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 409.527 369.923
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 13.400 19.633
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 15 22
409.542 369.945
C. Rechnungsabgrenzungsposten 88 61
D. Aktive latente Steuern 618 2.438
Summe Aktiva 1.049.815 1.012.310
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Grundkapital 113.531 113.531
II. Kapitalrücklagen 550.689 550.689
III. Gewinnrücklagen 13.928 13.928
IV. Bilanzgewinn 63.526 68.942
davon Gewinnvortrag 15.827 22.041
741.674 747.090
B. Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen 11.574 15.707
II. Rückstellung für Steuern und sonstige Rückstellungen 4.152 3.845
15.726 19.552
C. Verbindlichkeiten
I. Finanzverbindlichkeiten 271.000 221.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr 57.000 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 214.000 221.000
II. Übrige Verbindlichkeiten 21.415 24.668
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr 16.438 11.932
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 4.977 12.736
292.415 245.668
Summe Passiva 1.049.815 1.012.310

188

Anhang zum Jahresabschluss

1. Allgemeines

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (§ 189 ff UGB) in der geltenden Fassung. Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen. Die Gliederungsvorschriften der §§ 224 und 231 Abs 2 UGB wurden eingehalten, wobei für den Ausweis des Anlagevermögens das Wahlrecht gemäß § 223 Abs 6 UGB zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung in Anspruch genommen wurde. Die zusammengefassten Posten sind im Anhang aufgegliedert. Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in EURO (EUR) mit gerundeten Werten, jene der Vorjahresbeträge in tausend EURO (TEUR) mit gerundeten Werten. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Allgemeine Grundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, wurde dies bei Schätzungen berücksichtigt. Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird beim Firmenbuch des Handelsgerichtes Wien eingereicht. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, wird in den Konzernabschluss der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim, Deutschland, aufgenommen und dieser beim Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim hinterlegt. Der Konzernabschluss der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft wird beim Handelsgericht Wien hinterlegt.

189

Anhang zum Jahresabschluss

2.2. Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauer wird der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Markenrechte 10 10,00%
EDV-Software 3 33,33%

Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen. Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:

Jahre Prozent
Gebäude 40-50 2,5-2%
Geschäftsausstattung 5-10 20-10%
EDV-Ausstattung 3 33,33%
Gebrauchte Geschäftsausstattung und EDV 1-5 100-20%

Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 ergibt sich eine steuerliche Abschreibungsdauer für Personenkraftfahrzeuge von 8 Jahren. Unternehmensrechtlich wird eine Nutzungsdauer von 5 Jahren zugrunde gelegt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.

Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren Wert, der ihnen gemäß § 204 (2) UGB beizulegen ist, bewertet. Gemäß Strukturanpassungsgesetz 1996 werden Abschreibungen bzw. Verluste aus Beteiligungen steuerrechtlich auf 7 Jahre verteilt angesetzt.## 2.3. Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt, soweit nicht im Fall erkennbarer Einzelrisken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird. Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschreibung weggefallen sind.

Latente Steuern

Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungen, die sich in späteren Geschäftsjahren abbauen, wird in Höhe der sich insgesamt ergebenden Steuerbelastung eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Führen diese Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung werden aktive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Für steuerliche Verlustvorträge wurde eine aktive latente Steuer gebildet. Latente Steuern werden auf Basis des aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25 % gebildet. Der gemäß § 198 (10) UGB aktivierbare Betrag in der Höhe von 618.379 € (im Vorjahr 2.438 Tsd. € ) wurde in die Bilanz aufgenommen.

2.4. Rückstellungen

Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen

Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläen wurden im Einklang mit der „AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz von 1,65 % (im Vorjahr 0,75 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen wurden mit 3,36 % (im Vorjahr 2,74 %) und Fluktuationsabschläge je nach Dienstangehörigkeit von 0-1,65 % (im Vorjahr 0-1,68 %) für Abfertigungen und von 0-12,33 % (im Vorjahr 0-12,76 %) für Jubiläen angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Als Fluktuation wurden neben Invalidisierungs- und Sterberaten und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters jährliche dienstzeitabhängige Raten für vorzeitige Beendigungen des Dienstverhältnisses angesetzt. Das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer wurde mit 65 Jahren gemäß Übergangsregel der Pensionsreform ermittelt.

Rückstellung für Pensionen

Die Rückstellungen für Pensionen wurden im Einklang mit der „AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) (Dezember 2020)“ nach versicherungsmathematischen Grundsätzen bewertet. Diese werden gemäß den International Accounting Standards IAS 19 mit der versicherungsmathematischen Bewertungsmethode der laufenden Einmalprämien ermittelt. Als Rechnungszinssatz wurde der Stichtagszinssatz 1,65 % (im Vorjahr 0,75 %) herangezogen, die künftigen Gehaltssteigerungen für Aktive wurden mit 1,86 % (im Vorjahr 1,78 %) angesetzt. Als Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters wurden keine weiteren Ausscheideursachen wie Fluktuation berücksichtigt. Die Pensionsverpflichtungen sind seit 2002 leistungsorientiert an eine Pensionskasse ausgelagert. Es wurde der Gesamtbetrag der rückgestellten Pensionsansprüche an die Kasse übertragen. Die bilanzierte Rückstellung für Pensionen setzt sich aus dem Barwert abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen:

Pensionspläne Stand 28.02.2022 Stand 28.02.2021
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 25.720.692 28.207.355
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –16.056.269 –15.917.737
Rückstellungen für Pensionen 9.664.423 12.289.618

Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der bestmöglich geschätzt wurde. Die Rückstellungen für nicht verbrauchte Urlaube wurden in voller erforderlicher Höhe passiviert. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten auch Verpflichtungen betreffend kollektivvertragliche Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern. Diese Rückstellungen werden nach den für Abfertigungsrückstellungen angewandten Berechnungsmethoden (IAS19) ermittelt.

2.5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem höheren Devisenbriefkurs am Bilanzstichtag bewertet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Beilage zum Anhang) dargestellt. Der Anteilsbesitz gemäß § 238 Abs 1 Z 4 UGB (mindestens 20 % Kapitalanteil) stellt sich wie folgt dar:

Beteiligungsunternehmen Höhe des Anteils (%) Eigenkapital gem. § 229 UGB (EUR) Geschäftsjahr Jahresüberschuss/ fehlbetrag (EUR)
Anteile an verbundenen Unternehmen:
AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien 100,00 44.693.671 2021 22
AGRANA Int.Verw.u.Asset Managem. GmbH, Wien*) 98,91 302.519.999 2021 22
AGRANA Zucker GmbH., Wien*) 98,91 142.641.161 2021 22
AGRANA Stärke GmbH., Wien*) 98,91 345.282.348 2021 22
AGRANA Group-Service GmbH, Wien 100,00 3.077.168 2021 22
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions- Gesellschaft m.b.H, Wien 66,67 7.939.883 2021 22
AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Tulln 100,00 6.258.232 2021 22

*) Die restlichen Anteile auf 100 % werden von Tochtergesellschaften gehalten.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die AGRANA Group-Services GmbH, Wien. Davon haben 57.000.000 € eine Restlaufzeit von bis zum einem Jahr, 85.000.000 € eine Restlaufzeit von 1 bis 5 Jahren und 129.000.000 € eine Restlaufzeit von über 5 Jahren.

3.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Restlaufzeit bis 1 Jahr (EUR) Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr (EUR) Bilanzwert (EUR)
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 396.091.854 8.346.410 404.438.264
(28.2.2021) 350.279 13.239 363.518
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 35.411 5.053.111 5.088.522
(28.2.2021) 11 6.394 6.405
Summe 396.127.265 13.399.521 409.526.786
(28.2.2021) 350.290 19.633 369.923

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von 400.271.874 € (im Vorjahr 359.931 Tsd. €) sonstige Forderungen und in Höhe von 4.166.390 € (im Vorjahr 3.586 Tsd. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Salden der debitorischen Kreditoren 27.478 € (im Vorjahr 9 Tsd. €), Forderungen aus Kapitalertragsteuer in Höhe von 13.738 € (im Vorjahr 16 Tsd. €) sowie Forderungen betreffend Verlustrücktrag für die Jahre 2019 und 2020 in Höhe von 4.746.011 € (im Vorjahr 5.866 Tsd. €) gegenüber dem Finanzamt Wien 1/23, welche mit der Position Steuerrückstellungen saldiert sind und andere kurzfristige Forderungen. In den sonstigen Forderungen sind keine wesentlichen Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden, enthalten.

3.3. Grundkapital

In der 31. ordentlichen Hauptversammlung der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, am 6. Juli 2018 wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:4 beschlossen. Dadurch stieg die Anzahl der Aktien mit Wirksamkeit am 24. Juli 2018 von bisher 15.622.244 auf 62.488.976 auf Inhaber lautende Stückaktien. Das Grundkapital von 113.531.275 € blieb unverändert.

3.4. Kapitalrücklagen

Stand 01.03.2021 (EUR) Veränderung (EUR) Stand 28.02.2022 (EUR)
Gebundene Kapitalrücklage 505.122.086 0 505.122.086
Nicht gebundene Kapitalrücklage 45.566.884 0 45.566.884
Summe 550.688.970 0 550.688.970

3.5. Gewinnrücklagen

Stand 01.03.2021 (EUR) Veränderung (EUR) Stand 28.02.2022 (EUR)
Gesetzliche Gewinnrücklage 47.964 0 47.964
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 13.880.000 0 13.880.000
Summe 13.927.964 0 13.927.964

3.6. Rückstellungen

Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und der sonstigen Rückstellungen wird unter den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erläutert. Die Effekte aus Personalrückstellungsänderungen werden im Personalaufwand erfasst.Die Abfertigungs-, Pensions- und sonstigen Rückstellungen gliedern sich wie folgt:

Stand 01.03.2021 Verbrauch Auflösung Zuweisung Stand 28.02.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
Abfertigung 3.416.757 1.592.418 0 84.990
Pensionsansprüche 12.289.618 2.261.655 363.541 0
Jubiläumsgelder 460.978 0 0 27.072
Altersteilzeit 25.073 0 0 26.007
Nicht konsumierte Urlaube 1.853.413 322.346 0 0
Sonderzahlungen 381.538 17.044 0 27.303
Prüfungsaufwand 164.400 163.385 1.015 167.720
Veröffentlichungsaufwand 161.000 143.978 17.021 165.000
Kosten der Hauptversammlung 75.000 75.000 0 75.000
Kosten Bilanzpressekonferenz 2.000 1.474 526 2.000
Manipulationsgeb. div. Banken 0 0 0 2.190
Aufsichtsratsvergütungen 325.000 312.500 12.500 325.000
Sonstige ausstehende Eingangsrechnungen 396.700 395.957 743 952.730
Summe 19.551.478 5.285.758 395.346 1.855.012

Die Rückstellung für ausstehende Eingangsrechnungen betrifft im Wesentlichen offene Leistungen für IT-Projekte und Abrechnungen.

3.7. Verbindlichkeiten

28.02.2022 28.02.2021
EUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 271.000.000 221.000
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 57.000.000 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 85.000.000 92.000
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 129.000.000 129.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.197.417 1.356
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 1.197.417 1.356
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0 0
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.100.385 14.930
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 9.123.245 2.194
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 4.977.140 12.736
Sonstige Verbindlichkeiten 6.117.998 8.383
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 6.117.998 8.383
Summe 292.415.800 245.668
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 16.438.660 11.932
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 89.977.140 104.736
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren 129.000.000 129.000

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten ein Schuldscheindarlehen über 271.000.000 €, welches zur Gänze konzernintern mit gleicher Kondition und Laufzeit an die für Finanzierungen zuständige AGRANA Group-Services GmbH weitergereicht wurde. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Abgrenzungen für erfolgsabhängige Personalprämien in Höhe von 3.632.509 € (im Vorjahr 5.771 Tsd. €) und Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 930.022 € (im Vorjahr 1.063 Tsd. €) enthalten. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 14.100.385 € (im Vorjahr 14.930 Tsd. €) enthalten, welche fast ausschließlich die Verrechnungen aus der Gruppenbesteuerung betreffen. Die Miete im Raiffeisenhaus für das Geschäftsjahr 2021|22 beträgt 1.708.702 € (im Vorjahr 1.646 Tsd. €). Für fünf Jahre beträgt die Miete aus heutiger Sicht insgesamt 8.543.508 €.

3.8. Haftungsverhältnisse, sonstige Verpflichtungen (§ 237 Abs 1 Z 2)

28.02.2022 28.02.2021
EUR TEUR TEUR
Haftungen aus Wechselobligo 7.800.000 7.800
Haftungen aus Zahlungsgarantien 307.819.411 342.761
Summe 315.619.411 350.561
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 266.135.743 301.541

Im Rahmen des Jahresabschlusses wurden drei Konzerngesellschaften1 in der Ukraine zum Zwecke der Erlangung einer Bestätigung über das Fortbestehen („Going Concern“) jeweils mit einer Patronatserklärung der AGRANA Beteiligungs- AG ausgestattet. Die Patronatserklärungen beinhalten keinen konkreten Wertumfang.
1 AUSTRIA Juice Ukraine TOV, AGRANA Fruit Ukraine TOV, AGRANA Fruit Luka TOV

4. Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung umfasst im Berichtsjahr den Zeitraum vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022, im Vorjahr jenen vom 1. März 2020 bis 28. Februar 2021.

4.1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von 39.221.764 € (im Vorjahr 36.666 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Konzernverrechnung und Erträge für die Nutzung der Lizenzen für Markenrechte (Royalties).

4.2. Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen

Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen belaufen sich auf 45.599 € (im Vorjahr 68 Tsd. €).

4.3. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von 31.807 € (im Vorjahr 52 Tsd. €) beinhalten im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffend IT-Leistungen, Pensionskasse und Konzernkommunikation.

4.4. Übrigen sonstigen betrieblichen Erträge

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge von 55.346 € (im Vorjahr 3 Tsd. €) enthalten Erträge aus realisierten Gewinnen aus Kursdifferenzen und Erträge aus Versicherungsansprüchen.

4.5. Personalaufwand

2021 22 2020 21
EUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Gehälter 16.485.705 18.468
Aufwendungen für Abfertigung 84.990 -46
Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) 206.085 194
Aufwendungen für Altersversorgung -1.948.840 1.340
Sozialabgaben und Personalnebenkosten 3.247.525 3.157
Sonstige Sozialaufwendungen 171.470 243
Summe 18.246.935 23.357

davon entfallen Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen

| Pensionen (Rückstellungen) | 2021|22 | 2020|21 | 2021|22 | 2020|21 |
| -------------------------- | ----- | ----- | ----- | ----- |
| EUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR |
| Vorstand u. Personen lt. § 80 AktG | 47.673 | -11.931 | -1.975.855 | 1.315.528 |
| andere Arbeitnehmer | 243.402 | 160.553 | 27.015 | 24.725 |
| Summe | 291.075 | 148.622 | -1.948.840 | 1.340.253 |

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (Headcount, ohne Vorstandsmitglieder) während des Geschäftsjahres betrug 161 Angestellte, dies entspricht 147,8 FTE (im Vorjahr 163 Headcount entspricht 151,7 FTE). Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder betrugen im Berichtsjahr 7.544.470 € (im Vorjahr 4.121 Tsd. €). An die Pensionskasse wurden an laufenden Beiträgen 278.524 € (im Vorjahr 439 Tsd. €) für die Vorstandsmitglieder bezahlt. Weiters wurde bei der Vorsorge für künftige Pensionsansprüche ein Betrag in Höhe von 363.541 € (im Vorjahr 317 Tsd.€) zugeführt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021|22 eine Vergütung von EUR 312.500 € (im Vorjahr 325 Tsd. €).

In den Löhnen und Gehältern sind Dotierungen der Rückstellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von EUR 25.532 € (im Vorjahr –178 €) enthalten. Im Posten „Sonstige Verbindlichkeiten“ sind Aufwendungen in Höhe von EUR 3.962.372 € (im Vorjahr 6.377 Tsd. €) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden.

4.6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die übrigen sonstigen betriebliche Aufwendungen betragen 24.802.177 € (im Vorjahr 24.660 Tsd. €) und umfassen im Wesentlichen EDV-Aufwand inkl. EDV Beratung von 11.854.620 € (im Vorjahr 12.727 Tsd. €), Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen von 2.459.054 € (im Vorjahr 2.007 Tsd. €), Leasing, Mieten und Pachten von 2.268.438 € (im Vorjahr 2.367 Tsd. €), Werbeaufwendungen von 1.312.510 € (im Vorjahr 1.072 Tsd. €), Bankgebühren 97.314 € (im Vorjahr 106 Tsd. €) sowie andere Aufwendungen in Höhe von 6.810.241 € (im Vorjahr 6.380 Tsd. €).

4.7. Erträge aus Beteiligungen

2021 22 2020 21
EUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Erträge von verbundenen Unternehmen 51.193.080 50.213
Erträge von sonstigen Beteiligungen 33.350 22
Summe 51.226.430 50.235

4.8. Steuern vom Einkommen

2021 22 2020 21
EUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Körperschaftsteuer -583.285 5.863
Körperschaftsteuer Vorperioden -1.939.354 253
Steuerumlagen 900.274 -2.881
Lat. Ertragsst. a. Bewertungsdiff. 0 0
Lat. Ertragsst. auf Verlustvort. -1.819.310 1.819
nicht abzugsfähige Quellensteuer -107.496 -112
Summe -3.549.172 4.942

Mit dem Steuerreformgesetz 2005 wurde ein neues Konzept der Besteuerung von Unternehmensgruppen eingeführt. Die AGRANA-Gruppe hat entsprechend dieser Bestimmungen eine Unternehmensgruppe bestehend aus AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft als Gruppenträger und AGRANA Zucker GmbH, AGRANA Stärke GmbH, AGRANA Sales & Marketing GmbH, AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, AUSTRIA Juice GmbH, AGRANA Group-Services GmbH, INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H. als Gruppenmitglieder gebildet. Zwischen den Gruppenmitgliedern und dem Gruppenträger erfolgt eine Steuerumlagenverrechnung.

5. Sonstige Angaben

5.1. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (§ 238 Abs. 1 Z 20 UGB)

AGRANA AGRO SRL, Roman, Rumänien
AGRANA BiH Holding GmbH, Wien, Österreich
AGRANA BUZAU SRL, Buzau, Rumänien
AGRANA Fruit Algeria Holding GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Fruit Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien
AGRANA Fruit Australia Pty Ltd, Central Mangrove, Australien
AGRANA Fruit Austria GmbH, Gleisdorf, Österreich
AGRANA Fruit Brasil Indústria, Comércio, Importacao e Exportacao Ltda., São Paulo, Brasilien
AGRANA Fruit Dachang Co., Ltd, Dachang, China
AGRANA Fruit France S.A.S, Mitry-Mory, Frankreich
AGRANA Fruit Germany GmbH, Konstanz, Deutschland
AGRANA FRUIT INDIA PRIVATE LIMITED, Pune, Indien
AGRANA Fruit Istanbul Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei
AGRANA Fruit Japan Co., Ltd., Tokyo, Japan
AGRANA Fruit (Jiangsu) Company Limited, Jiangsu, China
AGRANA Fruit Korea Co. Ltd, Seoul, Südkorea
AGRANA Fruit Latinoamerica S. de R.L de C.V, Zamora, Mexiko
AGRANA Fruit Luka TOV, Winniza, Ukraine
AGRANA Fruit Management Australia Pty Ltd., Sydney, Australien
`AGRANA Fruit México, S.A.````markdown
de C.V., Zamora, Mexiko
AGRANA Fruit Polska SP z.o.o., Ostrołęka, Polen
AGRANA Fruit S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich
AGRANA Fruit Services GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Fruit Services S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich
AGRANA Fruit South Africa (Proprietary) Ltd, Johannesburg, Südafrika
AGRANA Fruit Ukraine TOV, Winniza, Ukraine
198
AGRANA Fruit US, Inc, Brecksville, USA
AGRANA Group-Services GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, Österreich
AGRANA JUICE (XIANYANG) CO.,LTD, Xianyang City, China
AGRANA Magyarország Értékesítési Kft., Budapest, Ungarn
AGRANA Nile Fruits Processing (SAE), Qalyoubia, Ägypten
AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Romania S.R.L., Bukarest, Rumänien
AGRANA Sales & Marketing GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Stärke GmbH, Wien, Österreich
AGRANA Trading EOOD, Sofia, Bulgarien
AGRANA Zucker GmbH, Wien, Österreich
AUSTRIA JUICE GmbH, Kröllendorf/Allhartsberg, Österreich
AUSTRIA JUICE Germany GmbH, Bingen, Deutschland
AUSTRIA JUICE Hungary Kft., Vásárosnamény, Ungarn
AUSTRIA JUICE Poland Sp.z.o.o., Chelm, Polen
AUSTRIA JUICE Romania SRL, Vaslui, Rumänien
AUSTRIA JUICE Ukraine TOV, Winniza, Ukraine
Biogáz Fejlesztő Kft., Kaposvár, Ungarn
Dirafrost FFI N.V., Lummen, Belgien
Dirafrost Maroc SARL, Larache, Marokko
Financière Atys S.A.S., Mitry-Mory, Frankreich
INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktionsgesellschaft m.b.H., Wien, Österreich
Koronás Irodaház Szolgáltató Korlátolt Felelősségű Társaság, Budapest, Ungarn
Magyar Cukorgyártó és Forgalmazó Zrt., Budapest, Ungarn
Moravskoslezské Cukrovary A.S., Hrušovany, Tschechien
Marroquin Organic International, Inc., Santa Cruz, USA
o.o.o. AGRANA Fruit Moscow Region, Serpuchov, Russland
AGRANA Amidi srl, Sterzing, Italien
199
Anhang zum Jahresabschluss
Österreichische
Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, Österreich
S.C. A.G.F.D. Tandarei s.r.l., Èšândärei, Rumänien
Slovenskés Cukrovary s.r.o., Sered, Slowakei
SPA AGRANA Fruit Algeria, Akbou, Algerien
Yube d.o.o. – u likvidaciji, Požega, Serbien
SÜDZUCKER Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim, Deutschland
mit ihren Tochtergesellschaften
5.2.Beziehungen zu assoziierten Unternehmen
„AGRAGOLD“ d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina
AGRAGOLD d.o.o., Zagreb, Kroatien
AGRAGOLD dooel, Skopje, Nordmazedonien
AGRAGOLD trgovina d.o.o., Ljubljana, Slowenien
AGRANA STUDEN Albania sh.p.k., Tirana, Albanien
AGRANA-STUDEN Beteiligungs GmbH, Wien, Österreich
AGRANA-STUDEN Kosovo L.L.C., Pristina, Kosovo
AGRANA-STUDEN Sugar Trading GmbH, Wien, Österreich
Beta Pura GmbH, Wien, Österreich
Company for trade and services AGRANA-STUDEN Serbia d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien
GreenPower Services Kft, Szabadegyháza, Ungarn
HUNGRANA Keményítő- és Iszocukorgyártó és Forgalmazó Kft., Szabadegyháza, Ungarn
STUDEN-AGRANA Rafinerija Secera d.o.o., Brčko, Bosnien und Herzegowina
Zu den angeführten Unternehmen bestehen fremdübliche Dienstleistungsbeziehungen.
200
6.Aufwendungen für den Abschlussprüfer (§ 238 ABS 1 Z18 UGB)

Jahresabschluss Andere Bestätigungsleistungen Gesamt Jahresabschluss Andere Bestätigungsleistungen Gesamt
2021 22 2020 21
EUR EUR EUR TEUR TEUR TEUR
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH 10.353 269.178 279.531 10.150 263.900 274.050
Summe 10.353 269.178 279.531 10.150 263.900 274.050

7.Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Bei den Auswirkungen des russischen Angriffkriegs in der Ukraine handelt es sich um ein Ereignis, welches vor dem Bilanzstichtag eingetreten ist. Daher wurden mögliche bilanzielle Konsequenzen bereits für den vorliegenden Jahresabschluss untersucht. Für die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft kommt es damit einhergehend zu keinen Auswirkungen auf den Jahresabschluss.
8.Ergebnisverwendung
Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 63.525.582 € eine Dividende von EUR 0,75 je Aktie, das sind in Summe 46.866.732 € auszuschütten und den Restbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.
201
Anhang zum Jahresabschluss
9.Organe und Arbeitnehmer (§ 239 UGB)

Aufsichtsrat:
Mag. Erwin HAMESEDER, Mühldorf Vorsitzender
Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA, Wien Stellvertreter des Vorsitzenden
Dr. Hans-Jörg GEBHARD, Eppingen Stellvertreter des Vorsitzenden
Dipl.-Ing. Josef PRÖLL, Wien
Dipl.-Ing. Ernst KARPFINGER, Oberweiden
Dr. Thomas KIRCHBERG, Ochsenfurt
Dipl.-Ing. Helmut FRIEDL, Egling a.d.Paar
MMag. Dr. Andrea GRITSCH, Wien
Vom Betriebsrat delegiert:
Dipl.-Ing. Daniela BOGNER, Wien (seit 23.04.2021)
Dipl.-Ing. Stephan SAVIC, Wien (bis 22.04.2021)
Andreas KLAMLER, Gleisdorf
Thomas BUDER, Katzelsdorf
René SCHMID, Wien (seit 23.04.2021)
Gerhard KOTTBAUER, Aschach (bis 22.04.2021)

Vorstand:
Dkfm. Markus MÜHLEISEN, MBA, Wien (seit 01.06.2021) Vorsitzender
Dipl.-Ing. Johann MARIHART, Limberg (bis 31.05.2021)
Mag. Dipl.-Ing. Dr. Fritz GATTERMAYER, Klosterneuburg (bis 31.05.2021)
Mag. Stephan BÜTTNER, Wien
Dipl.-Ing. Dr. Norbert HARRINGER, Wien
Ingrid Helen ARNOLD, MBA, Wien (seit 01.06.2021)
Dkfm. Thomas KÖLBL, Speyer (bis 31.05.2021)

202
Wien, am 25. April 2022
Der Vorstand:
Dkfm. Markus Mühleisen, MBA
Mag. Stephan Bültner
Dipl.-Ing. Dr. Norbert Harringer
Ingrid Helen Arnold, MBA

203
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021|22

ANLAGEVERMÖGEN Anschaffungskosten Stand 01.03.2021 Zugang Umbuchung Abgang Stand 28.02.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Markenrechte 611.301 0 0 0 611.301
2. EDV-Software 11.353.696 303.533 0 1.207.075 10.450.154
11.964.997 303.533 0 1.207.075 11.061.455
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.166.388 327.083 0 1.042.059 4.451.412
2. Geringwertige Vermögensgegenstände 0 29.827 0 29.827 0
5.166.388 356.911 0 1.071.886 4.451.412
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 424.145.490 0 0 0 424.145.490
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 221.000.000 0 0 0 221.000.000
3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 258.620 0 0 0 258.620
645.404.110 0 0 0 645.404.110
Gesamtsumme 662.535.495 660.444 0 2.278.961 660.916.977

204
Entwicklung des Anlagevermögens

Abschreibungen Stand 01.03.2021 Jahresabschreibung Zugang Abgang Stand 28.02.2022 Buchwerte 28.02.2022 Buchwerte 28.02.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 611.301 0 0 0 611.301 611.301 0
1. Markenrechte 10.960.397 359.336 0 1.207.075 10.112.658 10.112.658 337.496
2. EDV-Software 11.571.698 359.336 0 1.207.075 10.723.959 10.723.959 337.496
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.976.753 452.297 0 924.489 3.504.561 3.504.561 946.851
2. Geringwertige Vermögensgegenstände 0 29.827 0 29.827 0 0 0
3.976.753 482.124 0 954.316 3.504.561 3.504.561 946.851
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 7.120.724 0 0 0 7.120.724 417.024.766 417.024.766
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0 221.000.000 221.000.000
3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 0 0 0 0 0 258.620 258.620
7.120.724 0 0 0 7.120.724 638.283.386 638.283.386
Gesamtsumme 22.669.176 841.460 0 2.161.391 21.349.244 639.567.733 639.866.319

205
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021|22 vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022

Inhaltsverzeichnis
Überblick 209
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft 212
Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft 217
Umwelt und Nachhaltigkeit 218
Forschung und Entwicklung 219
Personal- und Sozialbericht 221
Risikomanagement und internes Kontrollsystem 228
Berichterstattung gemäß § 243a Abs 2 UGB 229
Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte 230
Corporate Governance Bericht 231
Zweigniederlassungen 231
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 231
Prognosebericht 206

206
Lagebericht
Überblick
Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist als international ausgerichtetes österreichisches Industrieunternehmen in ihrer Konzerntätigkeit in den Segmenten Zucker und Stärke hauptsächlich in Europa und im Segment Frucht weltweit tätig und strebt in diesen Märkten eine führende Position in der industriellen Veredelung von agrarischen Rohstoffen an. Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft bildet die Holding-Gesellschaft der AGRANA-Gruppe („AGRANA“). Der Konzern verfolgt einen an den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten ausgerichteten Wachstumskurs. Langfristige und stabile Kunden- und Lieferantenbeziehungen, respektvolles Verhalten gegenüber den Stakeholdern sowie die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes sind wichtige Eckpfeiler, die an den Grundsätzen nachhaltigen Wirtschaftens ausgerichteten Unternehmensstrategie. Ziel von AGRANA ist es, sowohl global agierenden als auch regional tätigen Kunden weltweit hohe Produktqualität, optimalen Service sowie innovative Ideen und Know-how in der Produktentwicklung zu bieten. Die strategischen Ziele der Konzernsegmente, die sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft in den Beteiligungsverhältnissen widerspiegeln, stehen in einer synergetischen Wechselwirkung: AGRANA kontrolliert und steuert die produktbezogene Wertschöpfungskette vom Einkauf der agrarischen Rohstoffe bis zu den daraus gewonnenen industriellen Vorprodukten, im Segment Zucker auch bis zum Endprodukt für den Konsumenten. Das Unternehmen nutzt das konzerneigene strategische Know-how über die Segmente hinweg. Dies betrifft v.a. die landwirtschaftliche Kontraktwirtschaft und Rohstoffbeschaffung, Kenntnisse von Kundenbedürfnissen und Märkten, die Möglichkeiten segmentübergreifender Produktentwicklungen sowie Synergien in der Logistik, im Einkauf, Verkauf und im Finanzbereich. Damit wird die Basis für eine solide Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern in allen Produktgruppen sowie die nötige Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit von AGRANA geschaffen.
207
Das Segment Frucht umfasst für Kunden individuell konzipierte und produzierte Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentrate. AGRANA ist der weltweit führende Hersteller von Fruchtzubereitungen für die Molkerei-, Backwaren-, Eiscreme- und Food Service-Industrie. Die in Zubereitungen verarbeiteten Früchte werden größtenteils in tiefgefrorener oder aseptischer Form von Erstverarbeitern bezogen.
```In einigen Ländern betreibt AGRANA auch eigene Anlagen der ersten Verarbeitungsstufe, in denen frische Früchte teilweise von Vertragsanbauern übernommen und für die Verarbeitung in Fruchtzubereitungen vorbereitet werden. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate werden v.a. an europäischen Produktionsstandorten Apfel- und Beerensaftkonzentrate ebenso wie Direktsäfte und Fruchtweine sowie Getränkegrundstoffe und Aromen hergestellt. AGRANA legt Wert auf eine möglichst nachhaltige, vollständige Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe. Während in der Herstellung von Fruchtzubereitungen kaum Reststoffe anfallen, werden die bei der Produktion von Apfelsaftkonzentrat verbleibenden Presskuchen, sogenannte (Apfel-)Trester, von der Pektinindustrie und als Futtermittel genutzt.

Im Segment Stärke verarbeitet und veredelt AGRANA sowohl aus Vertragslandwirtschaft stammende als auch über den Handel bezogene Rohstoffe (primär Mais, Weizen und Kartoffeln) zu hochwertigen Stärkeprodukten. Die erzeugten Produkte werden an die Nahrungs- und Genussmittelindustrie und auch an die Papier-, Textil-, Kosmetik-, Baustoffindustrie sowie andere technische Industriezweige geliefert. Im Rahmen der Stärkegewinnung werden auch Dünge- und hochwertige Futtermittel erzeugt. Die Produktion von Bioethanol, das als klimaschonende Komponente Benzin beigemischt wird, ist ebenfalls Teil des Segmentes Stärke.

AGRANA verarbeitet im Segment Zucker Zuckerrüben aus Vertragslandwirtschaft und raffiniert weltweit bezogenen Rohr-Rohzucker. Die Produkte werden an weiterverarbeitende Industrien z.B. für Süßwaren, alkoholfreie Getränke und Pharmaanwendungen geliefert. Zudem vertreibt AGRANA unter länderspezifischen Marken auch eine breite Palette an Kristallzucker und Zuckerspezialprodukten über den Lebensmittelhandel an Endkonsumenten. Daneben produziert AGRANA im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung der eingesetzten agrarischen Rohstoffe eine Vielzahl an Dünge- und Futtermitteln zum Einsatz in der Landwirtschaft und Nutztierhaltung. Diese leisten nicht nur einen Beitrag zum ökonomischen Erfolg, sondern schließen durch die Rückführung von Nähr- und Mineralstoffen in die Natur auch den ökologischen Kreislauf.

Rund 8.700 Mitarbeiter (FTEs) an 55 Produktionsstandorten auf allen Kontinenten erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2021|22 einen Konzernumsatz von rund 2,9 Mrd. €. AGRANA wurde 1988 gegründet und notiert seit 1991 an der Wiener Börse.

1 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full time equivalents)

208 Lagebericht

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft basierend auf dem Jahresabschluss nach UGB zum 28. Februar 2022

Geschäftsentwicklung 2021|22

| | 2021|21 TEUR | 2020|21 TEUR | Veränderung % |
| :------------------------------------------------------------------------------------------- | :---------- | :---------- | :-------------- |
| Umsatzerlöse | 39.222 | 36.666 | 7,0% |
| Sonstige betriebliche Erträge | 133 | 122 | 8,7% |
| Betriebsleistung | 39.355 | 36.788 | 7,0% |
| Operatives Ergebnis (Betriebserfolg) | -4.536 | -12.418 | 63,5% |
| Operative Marge1 | -11,5% | -33,8% | |
| Beteiligungserträge | 51.226 | 50.235 | 2,0% |
| Finanzerfolg | 55.784 | 54.377 | 2,6% |
| Ergebnis vor Steuern | 51.248 | 41.959 | 22,1% |
| Jahresüberschuss | 47.699 | 46.901 | 1,7% |
| Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 660 | 782 | -15,5% |

1 Operative Marge = Operatives Ergebnis / Betriebsleistung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse der AGRANA lagen im Geschäftsjahr 2021|22 mit 39.222 Tsd. € insgesamt über dem Vorjahresniveau (+2.556 Tsd. € bzw +7,0%). Bei den Erträgen aus Lizenzeinnahmen verzeichnete man einen Anstieg (+1.925 Tsd. € bzw +12,6%). Eine ebenfalls positive Entwicklung zeigten die Erträge aus Konzernverrechnungen (+601 Tsd. € bzw +2,9%).

Ertragslage

Der Betriebserfolg (operatives Ergebnis) war zwar negativ, lag aber mit –4.536 Tsd. € um +7.882 Tsd. € bzw +63,5 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Diese Veränderung resultiert aus einem Anstieg der Umsatzerlöse (+2.556 Tsd. € bzw +7,0%), und einem Rückgang der Personalaufwendungen (-5.110 Tsd. € bzw. -21,9%). Die sonstigen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 142 Tsd. € bzw +0,6% leicht erhöht. Die Zunahme ist auf gestiegene Rechts- und Beratungskosten sowie auf höhere Versicherungsaufwendungen zurückzuführen. Die Beteiligungserträge haben sich im Geschäftsjahr 2021|22 um +991 Tsd. € bzw +2,0% erhöht. Dies ist bedingt durch die Dividendenausschüttung der AGRANA Research & Innovation Center GmbH.

209 Vermögens- und Finanzlage

Bilanzkennzahlen 2021|22

| | 2021|22 TEUR | 2020|21 TEUR | Veränderung % |
| :------------------------------------------------------------- | :---------- | :---------- | :-------------- |
| Bilanzsumme | 1.049.815 | 1.012.310 | 3,7% |
| Grundkapital | 113.531 | 113.531 | 0,0% |
| Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen | 1.284 | 1.583 | -18,9% |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 417.025 | 417.025 | 0,0% |
| Andere Finanzanlagen | 221.259 | 221.259 | 0,0% |
| Eigenkapital | 741.674 | 747.091 | -0,7% |
| Eigenkapitalquote1 | 71,0% | 74,0% | -3,2 pp |
| Haftungsverhältnisse | 315.619 | 350.561 | -10,0% |

1 Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen reduzieren sich im Vergleich zum Vorjahr um -299 Tsd. €. Den Investitionen in Höhe von 660 Tsd. € stehen Abschreibungen in Höhe von 841 Tsd. € gegenüber. Die wesentliche Veränderung betrifft den Buchwertrückgang bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Andere Finanzanlagen blieben im Geschäftsjahr 2021|22 unverändert. Die Eigenkapitalquote von 71,0 % ist im Vergleich zum Vorjahr (74,0 %) leicht gesunken, und zeigt eine stabile und solide Eigenkapitalausstattung und Bilanzstruktur der Gesellschaft.

210 Lagebericht

Cashflow 2021|22

| | 2021|22 TEUR | 2020|21 TEUR | Veränderung % |
| :-------------------------------------- | :---------- | :---------- | :-------------- |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 48.428 | 90.193 | -46,3% |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -497 | 25.330 | -102,0% |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -1.060 | -74.117 | -98,6% |
| Cashflow aus flüssigen Mitteln | 46.871 | 41.406 | 13,2% |
| Bestand an flüssigen Mitteln1 | 337.373 | 290.502 | 16,1% |

1 einschließlich Forderungen gegenüber dem Konzern-Cash-Pooling mit AGRANA Group-Services GmbH

28.02.2022: 337.358 Tsd. €; 28.02.2021: 290.480 Tsd. €.

Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit veränderte sich um -25.827 Tsd. € auf –497 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2021|22 ist der negative Cashflow durch Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen bedingt. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultiert aus der Dividendenauszahlung von rd. -53.116 Tsd. € (im Vorjahr: -48.117 Tsd. €) und der Aufnahme von kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 50.000 Tsd. €.

211 Beteiligungen der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Die Segmente der AGRANA-Gruppe spiegeln sich in der AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft im Finanzanlagevermögen unter den Beteiligungen wider. Die weiteren Beteiligungen der AGRANA-Beteiligungs-Aktiengesellschaft werden bis auf die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. zu 100 % gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % (33,33 %) der INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H werden von der KRÜGER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG, Deutschland gehalten. Die restlichen Anteile auf 100 % der „Segment-Gesellschaften“ Stärke und Frucht werden von der Tochtergesellschaft AGRANA Sales & Marketing GmbH (ehem. AGRANA Marketing- und Vertriebsservice Gesellschaft m.b.H.) gehalten.

212 Lagebericht

AGRANA Zucker GmbH

Die AGRANA Sales & Marketing GmbH ist die Dachgesellschaft für die Zuckerverkaufsaktivitäten des Konzerns und fungiert gleichzeitig als Holding für die Zucker-Beteiligungen in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina. Die AGRANA Zucker GmbH fungiert als Produktionsunternehmen der beiden österreichischen Zuckerfabriken. Dem Segment Zucker werden weiters die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H., Wien, die AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien, die Österreichische Rübensamenzucht Gesellschaft m.b.H., Wien, sowie die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien, als Gruppen-Holding zugerechnet. Die Gemeinschaftsunternehmen der AGRANA-STUDEN-Gruppe und der Beta Pura GmbH werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Geschäftsentwicklung Segment Zucker 2021|22

| | 2021|22 Tsd. € | 2020|21 Tsd. € | Veränderung %/pp |
| :--------------------------------------------------------------------------------------------- | :------------ | :------------ | :---------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 666.173 | 588.559 | 13,2% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | -26.116 | -30.038 | 13,1% |
| Umsatzerlösen | 640.057 | 558.521 | 14,6% |
| EBITDA1 | 6.920 | 5.068 | 36,5% |
| Operatives Ergebnis | -23.305 | -25.171 | 7,4% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | -5.742 | -1.887 | -204,3% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -2.072 | -212 | -877,4% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -31.119 | -27.270 | -14,1% |
| EBIT-Marge % | -4,9 | -4,9 | 0,0 pp |
| Investitionen2 | 20.702 | 15.905 | 30,2% |
| Mitarbeiter (FTEs)3 | 1.892 | 2.003 | -5,5% |

1 Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
3 Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Der Absatz der Zuckerprodukte im Geschäftsjahr 2021|22 lag deutlich über dem Vorjahreswert, wobei sich die AGRANA-Zuckermärkte unterschiedlich entwickelten. Im Retailbereich konnten deutliche Mengensteigerungen in Ungarn, Rumänien und auch Bulgarien erzielt werden, während im Industriesektor die Absätze in Österreich, Tschechien und der Slowakei deutlich erhöht werden konnten. Seit Beginn des Zuckerwirtschaftsjahres 2020|21 erholen sich die Zuckerverkaufspreise stetig. Im Retailgeschäft waren die Preise im Geschäftsjahr 2021|22 um 5 % höher als im Vorjahr, im Industriebereich lagen die Verkaufspreise aufgrund neuer Verträge mit den Kunden ebenfalls moderat über dem Durchschnittswert des Vorjahres.# Das Segment Zucker

Das EBIT lag unter dem schwachen Vorjahreswert und war folglich noch immer negativ. Höhere Zuckerverkaufsmengen und -preise konnten die gestiegenen Rohstoffkosten und v.a. die deutlich höheren Energiepreise nur zum Teil kompensieren. Das Ergebnis der AGRANA-STUDEN-Gruppe wirkte sich auch 2021|22 positiv auf das EBIT des Segmentes Zucker aus. Der Ergebnisbeitrag erhöhte sich deutlich von 0,2 Mio. € auf 2,0 Mio. €. Das zweite Zucker-Joint Venture, die Beta Pura GmbH, trug aufgrund eines COVID 19-bedingt herausfordernden Marktumfeldes und hoher Energiepreise negativ zum Ergebnis von Gemeinschaftsunternehmen bei (-7,7 Mio. €; Vorjahr: -2,1 Mio. €).

AGRANA Stärke GmbH

Das Segment Stärke umfasst die beiden vollkonsolidierten Gesellschaften AGRANA Stärke GmbH, Wien, mit den drei österreichischen Fabriken in Aschach (Maisstärke), Gmünd (Kartoffelstärke) und Pischelsdorf (integrierte Weizenstärke- und Bioethanolanlage) sowie die AGRANA TANDAREI S.r.l. mit einem Werk in Rumänien (Maisverarbeitung). Zudem führt und koordiniert die AGRANA Stärke GmbH gemeinsam mit dem Joint Venture-Partner Archer Daniels Midland Company, Chicago|USA, die Gemeinschaftsunternehmen der HUNGRANA-Gruppe (ein Werk in Ungarn; Herstellung von Stärke-, Verzuckerungsprodukten und Bioethanol), die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Geschäftsentwicklung Segment Stärke 2021|22

| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung %/pp |
| :----------------------------------------------------------------- | :-------- | :-------- | :--------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.020.436 | 831.867 | 22,7% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | -10.029 | -9.975 | -0,5% |
| Umsatzerlösen | 1.010.407 | 821.892 | 22,9% |
| EBITDA¹ | 106.391 | 92.117 | 15,5% |
| Operatives Ergebnis | 57.929 | 45.402 | 27,6% |
| Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden | 13.761 | 19.400 | -29,1% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | 71.690 | 64.802 | 10,6% |
| EBIT-Marge % | 7,1 | 7,9 | -0,8 pp |
| Investitionen² | 24.283 | 22.199 | 9,4% |
| Mitarbeiter (FTEs)³ | 1.137 | 1.149 | -1,1% |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Das Marktgeschehen auf den Produktmärkten des Segmentes Stärke war auch 2021|22 von der COVID-19-Pandemie beeinflusst. War das erste Jahr der Pandemie (Geschäftsjahr 2020|21) noch von Nachfragerückgängen gekennzeichnet, so gab es im Berichtsjahr eine deutliche Belebung der Nachfrage. Vorrangiges Ziel blieb weiterhin, Lieferketten und Produktion durchgängig aufrechtzuerhalten und die Versorgung der Kunden sicherzustellen.

2021|22 stieg der Umsatz deutlich auf 1.010,4 Mio. €. Etwa ein Viertel des Umsatzzuwachses wurde durch gesteigerte Absatzmengen bei den Hauptprodukten erzielt. Der größte Umsatztreiber waren angepasste Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio. Extrem gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, primär ab dem zweiten Halbjahr 2021|22, erforderten die Weitergabe der gestiegenen Herstellungskosten. Abhängig von den abgeschlossenen Kundenkontrakten gab es bei einzelnen Produktgruppen und längeren Laufzeiten (z.B. bei Jahresverträgen) starke Margenverluste.

Die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten im Segment Stärke waren primär auf die massiv gestiegenen Getreidepreise, aber auch auf eine leicht erhöhte Vermahlungsmenge zurückzuführen. Gleichzeitig erhöhten sich die Energiekosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 %. Höhere operative Abschreibungen spiegeln die intensive Investitionstätigkeit der letzten Jahre im Segment wider. Die in Summe deutlich gestiegenen Herstellungskosten konnten nur teilweise durch Verkaufspreisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden und belasteten die Margen.

Insgesamt konnte im Berichtsjahr ein EBITDA von 106,4 Mio. € erzielt werden, das deutlich über dem Vorjahreswert von 92,1 Mio. € lag. Das operative Ergebnis betrug 57,9 Mio. € und lag um 27,6 % über dem Vorjahreswert von 45,4 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2021|22 stieg auch der Umsatz der ungarischen HUNGRANA-Gruppe um rund 24 % auf 356,2 Mio. €. Die Geschäftsentwicklung folgte dem generellen Trend deutlich gestiegener Mais- und Energiekosten und dadurch massiv gestiegener Produktionskosten. Während bei Verzuckerungsprodukten das Marktumfeld schwierig blieb und Preiserhöhungen kaum durchsetzbar waren, waren die hohen Ethanolpreise für das Alkohohlergebnis ein stabilisierender Faktor. Insgesamt wies die HUNGRANA-Gruppe ein EBIT von 34,1 Mio. € (Vorjahr: 45,4 Mio. €) aus. Das PAT betrug 27,6 Mio. € (Vorjahr: 38,8 Mio. €), womit der Ergebnisbeitrag für das Segment Stärke auf 13,8 Mio.€ (Vorjahr: 19,4 Mio. €) sank.

AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH

Die AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien, ist die Dachgesellschaft für das Segment Frucht. Die Koordination und operative Führung für den Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen erfolgt durch die Holdinggesellschaft AGRANA Fruit S.A.S. mit Firmensitz in Mitry-Mory|Frankreich. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate operiert die AUSTRIA JUICE GmbH mit Sitz in Kröllendorf/Allhartsberg|Österreich als operative Holding. Insgesamt sind dem Segment zum Bilanzstichtag 26 Produktionsstandorte in 19 Ländern für Fruchtzubereitungen und 15 Werke in sieben Ländern für die Herstellung von Apfel- und Beerensaftkonzentraten zuzurechnen.

Geschäftsentwicklung Segment Frucht 2021|22

| | 2021|22 | 2020|21 | Veränderung %/pp |
| :----------------------------------------------------------------- | :-------- | :-------- | :--------------- |
| Umsatzerlöse (brutto) | 1.251.846 | 1.167.600 | 7,2% |
| Umsätze zwischen den Segmenten | -766 | -1.029 | 25,6% |
| Umsatzerlösen | 1.251.080 | 1.166.571 | 7,2% |
| EBITDA¹ | 93.341 | 94.034 | -0,7% |
| Operatives Ergebnis | 51.857 | 52.882 | -1,9% |
| Ergebnis aus Sondereinflüssen | -67.696 | -11.723 | -477,5% |
| Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) | -15.839 | 41.159 | -138,5% |
| EBIT-Marge % | -1,3 | 3,5 | -4,8 pp |
| Investitionen² | 37.382 | 34.185 | 9,4% |
| Mitarbeiter (FTEs)³ | 5.662 | 5.695 | -0,6% |

¹ Operatives Ergebnis vor operativen Abschreibungen
² In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte
³ Durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigte Vollzeitäquivalente (FTEs – Full-time equivalents)

Der Umsatz im Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen wuchs um knapp 8 %, was v.a. auf moderat gestiegene Preise zurückzuführen war. Umsatzsteigerungen wurden in allen Regionen verzeichnet, wobei es in Mexiko, Japan, Nordamerika, der Ukraine und Russland die höchsten positiven Abweichungen gab. Signifikant fiel auch die Steigerung in Südamerika aus, welche hier v.a. mengengetrieben war. Eine Analyse der Absatzentwicklung nach Produktkategorien zeigte gestiegene Mengen bei den Non-Dairy-Fruchtzubereitungen und leicht rückläufige Mengen im Bereich Handel mit Früchten inklusive Tiefkühlfrüchte. Im Molkerei-Bereich blieben die Absätze stabil.

Das operative Ergebnis im Bereich Fruchtzubereitungen lag signifikant unter dem Vorjahresergebnis. Ergebnisverbesserungen in Mexiko (1st Transformation), bei Dirafrost und in der Region Indien/Mittlerer Osten/Afrika konnten die Ergebnisrückgänge v.a. in den Regionen Europa (deutlich gestiegene Rohstoffpreise), Nordamerika (u.a. höhere Personalkosten) und China (Absatz- und Margen-Rückgänge) bei weitem nicht kompensieren. Auf das EBIT im Bereich Fruchtzubereitungen wirkte sich das Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –64,8 Mio. € (Vorjahr: -10,9 Mio. €) sehr negativ aus. Diese Einmaleffekte setzen sich v.a. aus Wertminderungen aufgrund des Krieges in der Ukraine (primär Goodwill-Wertminderung von 55,3 Mio. €), in einem geringeren Ausmaß auch aus Ausgaben für einen Schadensfall in Nordamerika sowie Folgeaufwendungen aus dem letztjährigen Kosteneinsparungsprogramm zusammen.

Am 1. April 2020 startete AGRANA Fruit Japan Ltd. die Herstellung von Fruchtzubereitungen in Japan und produziert in Asien, nach China, Indien und Südkorea, seitdem in einem vierten Land.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate konnten im Geschäftsjahr 2021|22 um rund 6 % gesteigert werden. Höhere Buntsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2021 standen dabei niedrigeren Absatzmengen bei Apfelsaftkonzentrat gegenüber.

Das signifikant über dem Vorjahr liegende operative Ergebnis im Fruchtsaftkonzentratgeschäft war auf eine verbesserte Margensituation bei Buntsaftkonzentraten zurückzuführen. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen (-2,9 Mio. €) aufgrund von Wertberichtigungen von Forderungen und Beständen infolge des Krieges in der Ukraine verminderte das EBIT maßgeblich.

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Die INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H. ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert und ist dem Segment Zucker zugeordnet.

AGRANA Research & Innovation Center GmbH

Bei der AGRANA Research & Innovation Center GmbH, Wien werden schwerpunktmäßig die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Zucker und Stärke der AGRANA-Gruppe gebündelt.

AGRANA Group-Services GmbH

Die AGRANA Group-Services GmbH erfüllt im Konzern die Finanzierungsfunktion und betreibt das Cash-Pooling. Sie ist, wie die Holding, dem Segment Zucker zugeordnet.

Umwelt und Nachhaltigkeit

AGRANAs Nachhaltigkeitsverständnis

AGRANA, als industrieller Veredler agrarischer Rohstoffe, versteht im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit ist im Rahmen von drei Leitsätzen, die dem Management und allen Mitarbeitern als praktische und leicht verständliche Anleitung zu täglich nachhaltigem Handeln dienen, zusammengefasst.# AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft

Wir bei AGRANA...
* verwerten annähernd 100 % der eingesetzten Rohstoffe und nutzen emissionsarme Technologien, um Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren,
* achten alle unsere Stakeholder und die Gesellschaften, in denen wir tätig sind,
* leben langfristige Partnerschaften mit Lieferanten und Kunden.

AGRANA entwickelte ihr Nachhaltigkeitsverständnis auf Basis der regelmäßigen Interaktion mit ihren Stakeholder-Gruppen.

AGRANA Nachhaltigkeitsaktivitäten im Geschäftsjahr 2021|22 und Ziele

Auf Basis ihrer Geschäftstätigkeit hat AGRANA fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeit entlang ihrer Produktwertschöpfungskette identifiziert:

  • Rohstoffbeschaffung - Umwelt- und Sozialkriterien (d.h. Arbeitspraktiken und Menschenrechte) in der Beschaffung agrarischer Rohstoffe und Vorprodukte
  • Ökoeffizienz unserer Produktion - Umwelt- und Energieaspekte in der AGRANA-Produktion
  • Unsere Mitarbeiter - Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in Bezug auf AGRANA-Mitarbeiter
  • Produktverantwortung - Produktverantwortung und nachhaltige Produkte
  • Compliance - Gesetzes- und Regelkonformität sowie Geschäftsgebarung

Die SAI-Plattform bietet industriellen Veredlern landwirtschaftlicher Rohstoffe wie AGRANA mehrere hilfreiche Instrumente v.a. zur Evaluierung und Dokumentation der Einhaltung guter Umwelt- und Sozialkriterien in der agrarischen Lieferkette bzw. zum Vergleich der Wertigkeit unterschiedlicher Nachweise bzw. internationaler Zertifizierungen an. Das Basisinstrument stellt dabei immer das von der SAI-Plattform erstellte Farm Sustainability Assessment (FSA) dar. Dieses wird mithilfe eines Fragebogens, welcher aus 112 Fragen zu allen für die Nachhaltigkeit relevanten Themenschwerpunkten wie Betriebsführung, Arbeitsbedingungen (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit), Boden- und Nährstoffmanagement oder Pflanzenschutz besteht, durchgeführt. Je nach Erfüllung der unterschiedlichen Kriterien erhält der Anbaubetrieb eine Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. AGRANA hat sich zum Ziel gesetzt, dass jene Kontraktlandwirte, welche die FSA-Systematik anwenden, zumindest FSA-Silber Status erreichen.

¹ Repräsentanten der folgenden Stakeholder Gruppen: Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Aktionäre, Anrainer
² 217

Im Berichtsjahr 2021|22 führte AGRANAs Nachhaltigkeitskernteam nur eine Überprüfung der im Vorjahr überarbeiteten Wesentlichkeitsanalyse durch. Im Vorjahr wurden einerseits die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen einzelner Nachhaltigkeitsaspekte der AGRANA-Geschäftstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt eingeschätzt und andererseits unter Einbindung ausgewählter repräsentativer Stakeholder¹ der Einfluss dieser Nachhaltigkeitsaspekte auf die Entscheidungen von Stakeholdern hinterfragt. Die bedeutendste gesellschaftliche Auswirkung hat die AGRANA-Gruppe, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, durch ihre energieintensive Veredelung agrarischer Rohstoffe im Bereich Energieeinsatz und Emissionen. Bezieht man die Treibhausgasemissionen aus dem Anbau der verarbeiteten Agrarrohstoffe (sogenannte Scope 3 Emissionen), die erstmals im Berichtsjahr abgeschätzt wurden, mit ein, verstärkt sich die Bedeutung des Aspektes Energieeinsatz und Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette zusätzlich. Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Unternehmenstätigkeiten werden aber v.a. auch durch den regulatorischen Rahmen, in dem Unternehmen tätig sind, in der EU u.a. durch neue Vorgaben aus dem EU Green Deal, wesentlich mitbestimmt.

Externe Zertifizierungen im Lebensmittel- und Futtermittelbereich

Die Prinzipien der internationalen Norm für Qualitätsmanagementsysteme ISO 9001 bilden die Basis des AGRANA-Qualitätsmanagementsystems. Ergänzt wird das System durch zahlreiche Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit und Produktschutz. Die weltweit wichtigsten Standards in diesem Bereich bei AGRANA sind FSSC 22000 (Food Safety System Certification), ISO 22000 und IFS (International Food Standard). Je nach Land oder Region sowie Kundennachfrage werden noch zusätzliche Zertifizierungen wie Bio, gentechnikfrei, Kosher (nach jüdischen Speisegesetzen) und Halal (nach islamischen Speisegesetzen) angeboten. Die wesentlichen Standards für Futtermittelsicherheit sind der GMP+- und der EFISC Feed-Standard. Insgesamt verfügten im Geschäftsjahr 2020|21 100 % der Produktionsstandorte über mindestens eine dieser bzw. der jeweils lokal relevanten internationalen Zertifizierungen.

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft ist seit 2009 Mitglied bei der Supplier Ethical Data Exchange (SEDEX). Alle AGRANA-Produktionsstandorte nehmen jährlich ein SEDEX Self-Assessment, welches v.a. auf Arbeitsbedingungen, -sicherheit und Menschenrechte (inklusive Fragen zu Kinder- und Zwangsarbeit) abzielt, vor. Seit 2010 ist die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft Mitglied des Vereins ARGE Gentechnik-frei, welcher das Ziel hat, verlässliche Rahmenbedingungen für Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Gentechnik-freien Lebensmitteln zu schaffen.

Forschung und Entwicklung

In einem hochkompetitiven Marktumfeld ist es für AGRANA von zentraler Bedeutung, Markttrends frühzeitig zu erkennen, durch Produktinnovationen die Bedürfnisse der Märkte zu erfüllen und maßgeschneiderte Kundenlösungen zu entwickeln. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden arbeitet AGRANAs Forschung und Entwicklung (F&E) laufend an neuen Technologien, Spezialprodukten und innovativen Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte und unterstützt somit die auf langfristigen Erfolg ausgelegte Konzernstrategie.

Das AGRANA Research & Innovation Center (ARIC) in Tulln|Österreich ist neben 17 lokalen Frucht-NPD¹-Centern der zentrale Forschungs- und Entwicklungs-Hub des Konzerns für die Bereiche Frucht, Stärke und Zucker. Das ARIC ist als eigenständiges Unternehmen in der AGRANA-Gruppe organisiert und eine 100%-Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, deren Ziel es ist, innovative Produkte aus den Rohstoffen Zuckerrübe, Kartoffel, Mais, Wachsmais, Weizen und aus Früchten zu entwickeln.

Das ARIC ist national und international als Inhouse-F&E-Dienstleister und -Serviceanbieter in den Bereichen Zuckertechnologie, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Stärketchnologie, Mikrobiologie, Biotechnologie und Fruchtzubereitungen tätig. Die Zusammenarbeit von F&E-Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen (Frucht, Stärke und Zucker) unter einem Dach ermöglicht nicht nur verwaltungstechnische Synergieeffekte, sondern fördert v.a. den Austausch unterschiedlicher Forschergruppen und Disziplinen, insbesondere zu bereichsübergreifenden Themen. Durch die sich ergänzenden Erfahrungen ergeben sich Vorteile bei segmentübergreifenden Forschungsschwerpunkten, z.B. bei Technologien, Verdickungs- und Süßungslösungen sowie Aromen, Mikrobiologie, Produktqualität und -sicherheit sowie Bio-Produkten.

F&E-Kennzahlen

| | 2021|22 | 2020|21 |
| :-------------------------------- | :---- | :---- |
| F&E-Aufwendungen (Intern und extern) | 20,0 | 19,2 |
| F&E-Quote² | 0,69 | 0,75 |
| Mitarbeiter in F&E (Köpfe) | 315 | 315 |

¹ New Product Development
² F&E-Aufwendungen gemessen am Konzernumsatz

218

Lagebericht

Personal- und Sozialbericht

Die gesamte AGRANA-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr 2021|22 durchschnittlich 8.877 Mitarbeitende (Köpfe) (Vorjahr: 8.920 Mitarbeitende), davon 2.476 (Vorjahr: 2.519) in Österreich und 6.401 (Vorjahr: 6.401) international. Im Geschäftsjahr 2021|22 waren in der AGRANA-Gruppe durchschnittlich 8.691 FTEs (Vorjahr: 8.847 FTEs) beschäftigt.

Im Segment Frucht sank die Personalanzahl hauptsächlich durch einen geringeren Bedarf an temporären Mitarbeitenden aufgrund von niedrigen Erntevolumina. Die Reduktion im Segment Stärke war primär auf die Arbeitsmarktsituation sowie auf das geringere Auftragsvolumen zurückzuführen. Im Segment Zucker haben die organisatorischen Veränderungen zu einem Personalrückgang geführt.

Im Geschäftsjahr 2021|22 wurden die Funktionalitäten des globalen Personalmanagementsystems weiter ausgebaut und neue Module erfolgreich implementiert. Durch das Personalmanagementsystem soll die Effizienz der Personalprozesse verbessert, die Qualitätssicherheit unterstützt, Transparenz geschaffen sowie die Datensicherheit erhöht werden. In den folgenden Jahren ist geplant, die Funktionalitäten des Systems sukzessive weiterzuentwickeln und an die sich laufend ändernden Anforderungen anzupassen.

Die Förderung und Anerkennung von Leistung ist ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie und stellt einen Beitrag zum Unternehmenserfolg dar. Um die strategischen und operativen Ziele des Unternehmens zu erreichen, kommt bei AGRANA für das Management ein konzernweit implementiertes Performance-Management-System zum Einsatz. Neben Finanz- und Ertragszielen umfasst die variable Vergütung auch individuelle Zielvereinbarungen, um herausragende individuelle Leistungen zu honorieren und zu fördern. Im Geschäftsjahr 2021|22 unterlagen 10,5 % (Vorjahr: 10,8 %) aller Beschäftigten diesem erfolgsorientierten Entlohnungssystem.

Die Schwerpunkte im Aus- und Weiterbildungsbereich lagen im Geschäftsjahr 2021|22 in der Entwicklung von Führungskräften und in der Setzung von Impulsen zu aktuellen Themen wie z.B. Resilienz oder Kooperation im hybriden Arbeiten. Ein besonderer Fokus wurde auf die neuen Wege der Zusammenarbeit im Team als auch zwischen den Teams gelegt, um die neuen Anforderungen an die flexible Arbeitswelt bestmöglich bewältigen zu können.

AGRANA hat im Geschäftsjahr 2021|22 durchschnittlich 93 Lehrlinge (davon weiblich: 19 bzw. 20,4 %) ausgebildet. In Österreich waren durchschnittlich 68 Lehrlinge (davon weiblich: sieben bzw.10,3 %) beschäftigt, in Deutschland, Frankreich, Algerien und Brasilien, welche ein mit Österreich vergleichbares duales System haben, waren es durchschnittlich 25 Lehrlinge (davon weiblich: zwölf bzw. 48 %). Die Ausbildung erfolgte u.a. in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbautechnik, Metalltechnik, Labortechnik (Chemie), Chemieverfahrenstechnik, Lebensmitteltechnik, Mechatronik, Industrielehre, Technisches Zeichnen sowie Logistik. In der Zeit während der COVID-19 Pandemie wurden neue Formen der Zusammenarbeit gelebt. Vor allem die hybride Form der Zusammenarbeit nahm im Geschäftsjahr 2021|22 eine immer wichtigere Rolle ein. Bei AGRANA werden diese Erfahrungen nun dauerhaft im Unternehmen etabliert. Dazu benötigt es gut abgestimmte Spielregeln, die eine Kultur des Vertrauens und der Ergebnisorientierung voraussetzen. Aus diesem Grund wurde für die österreichischen AGRANA Standorte die „Home Office-Richtlinie“ erarbeitet, welche den notwendigen Rahmen für das neue hybride Modell bildet. Mit begleitenden Maßnahmen wurden die Teams unterstützt, die für sich passende Form des hybriden Zusammenarbeitens zu finden und somit die Entwicklung zu Hybrid High-Performance Teams zu ermöglichen. Die konzernweiten externen Aus- und Weiterbildungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2021|22 auf rund 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €), was 0,6 % (Vorjahr: 0,6 %) der Lohn- und Gehaltssumme entsprach.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Das Arbeitssicherheitsmanagement von AGRANA ist organisatorisch bei den für Produktion verantwortlichen Geschäftsführern der AGRANA-Segmente bzw. Geschäftsbereiche, den Werksleitern der AGRANA-Produktionsstandorte sowie den Arbeitssicherheitsbeauftragten der Standorte angesiedelt. Die Arbeitssicherheitsbeauftragten bzw. Sicherheitsfachkräfte tragen die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen bzw. vom Unternehmen veranlassten Arbeitssicherheitsmaßnahmen. Dies sind z.B. die regelmäßige und anlassbezogene Gefahrenidentifikation und Risikobewertung, die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen, die Organisation von Arbeitssicherheitsschulungen sowie die Analyse, Dokumentation (gemeinsam mit Human Resources) und Kommunikation von tatsächlichen Arbeitsunfällen. In allen 24 Ländern, in denen AGRANA über Produktionsstandorte verfügt, besteht eine - wenn auch unterschiedlich ausgestaltete - gesetzliche Verpflichtung der Arbeitsplatzevaluierung durch den Arbeitgeber. Diese wird durch die Sicherheitsfachkräfte, teilweise in Zusammenarbeit mit externen Beratern, durchgeführt und ist arbeitsplatzbezogen für die Mitarbeiter zugänglich zu dokumentieren. Sie ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen bzw. anlassbezogen bei Anlagen- oder Verfahrensänderungen oder nach Unfällen zu überarbeiten. Mitarbeiter sind verpflichtet, festgestellte Gefahrenquellen z.B. über die Dokumentation im Schichtbuch, im betrieblichen Vorschlagswesen oder im Rahmen von periodischen Sicherheitsrundgängen zu melden. Im global tätigen Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ist diese Meldeverpflichtung aus kulturellen Gründen an manchen Standorten auch anonym möglich.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist im Hinblick auf das soziale Bewusstsein ein bedeutender Bestandteil der Personalstrategie von AGRANA. Aus diesem Grund ist AGRANA bereits im Frühjahr 2016 dem vom Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend initiierten österreichischen Netzwerk „Unternehmen für Familien“ beigetreten. Konzernweit spiegelt sich dies in zahlreichen Initiativen und Angeboten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wider. Dazu zählen beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, die Förderung bzw. auch das Angebot von Kinderbetreuung an einzelnen Standorten (inklusive spezieller Angebote in den Ferien), variable Arbeitszeit und auch ein Eltern-Kind-Büro am Standort in Wien.

Lagebericht

Risikomanagement und Internes Kontrollsystem

Der Vorstand der AGRANA-Gruppe ist sich der Bedeutung eines aktiven und funktionsfähigen Risikomanagements bewusst. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Die AGRANA-Gruppe bedient sich integrierter Kontroll- und Berichtssysteme, die eine regelmäßige, konzernweite Einschätzung der Risikosituation ermöglichen. Im Rahmen der Früherkennung und Überwachung von konzernrelevanten Risiken wurden zwei einander ergänzende Steuerungsinstrumente implementiert:

  • Ein konzernweites operatives Planungs- und Berichtssystem bildet die Basis für die monatliche Berichterstattung an die zuständigen Entscheidungsträger. Im Rahmen dieses Reporting-Prozesses wird für die Gruppe und für jedes Segment ein separater Risikobericht erstellt. Der Fokus liegt dabei auf der Ermittlung von Sensitivitäten in Bezug auf sich verändernde Marktpreise für das gegenwärtige und folgende Geschäftsjahr. Die einzelnen Risikoparameter werden laufend der aktuellen Planung bzw. dem aktuellen Forecast gegenübergestellt, um die Auswirkungen auf das operative Ergebnis berechnen zu können. Neben der laufenden Berichterstattung diskutieren die Verantwortlichen aus den Geschäftsbereichen regelmäßig direkt mit dem Vorstand über die wirtschaftliche Situation sowie den Einsatz risikoreduzierender Maßnahmen.
  • Das Risikomanagement verfolgt die Zielsetzung, wesentliche Einzelrisiken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Chancen- und Risikopotenzial zu identifizieren und zu bewerten. Zweimal jährlich werden die mittel- bis langfristigen Risiken in den einzelnen Geschäftsbereichen durch ein definiertes Risikomanagement-Team in Kooperation mit dem zentralen Risikomanagement analysiert. Der Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichem Risiko-/Chancenpotenzial, die Definition von Frühwarnindikatoren sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung. Zudem wird für das laufende Geschäftsjahr die aggregierte Risikoposition der AGRANA-Gruppe mittels einer im Risikomanagement üblichen Berechnung, der „Monte-Carlo-Simulation“, ermittelt. So kann beurteilt werden, ob ein Zusammenwirken oder die Kumulation von Einzelrisiken ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen könnten. Die Ergebnisse werden an den Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates berichtet. Für die Segmente der AGRANA-Gruppe wurden Risikomanagement-Verantwortliche definiert, die in Abstimmung mit dem Vorstand im Bedarfsfall Maßnahmen zur Schadensminimierung einleiten sollen. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements gemäß Regel 83 des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) wird jährlich vom Wirtschaftsprüfer geprüft und als Ergebnis der Beurteilung ein abschließender Bericht über die Funktionsfähigkeit des unternehmensweiten Risikomanagements erstellt.

Risikopolitik

AGRANA sieht im verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken eine wesentliche Grundlage für eine ziel- und wertorientierte sowie nachhaltige Unternehmensführung. Die Risikopolitik der Unternehmensgruppe zielt auf risikobewusstes Verhalten ab und sieht klare Verantwortlichkeiten, eine Unabhängigkeit im Risikomanagement und die Durchführung interner Kontrollen vor. Risiken dürfen konzernweit nur dann eingegangen werden, wenn sie sich aus dem Kerngeschäft der AGRANA-Gruppe ergeben und nicht ökonomisch sinnvoll vermieden oder abgesichert werden können. Sie sind möglichst zu minimieren, wobei auf ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Chance Bedacht zu nehmen ist. Das Eingehen von Risiken außerhalb des operativen Geschäftes ist ohne Ausnahmen verboten. Die AGRANA Beteiligungs-AG ist für die konzernweite Koordinierung und Umsetzung der vom Vorstand festgelegten Maßnahmen zum Risikomanagement verantwortlich. Der Einsatz von Hedge-Instrumenten ist nur zur Absicherung von operativen Grundgeschäften und Finanzierungstätigkeiten, nicht jedoch zu Spekulationszwecken außerhalb der Kerngeschäftstätigkeit der AGRANA-Gruppe, erlaubt. Über den Bestand und die Werthaltigkeit von Hedge-Kontrakten wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Unternehmensgruppe ist Risiken ausgesetzt, die sich sowohl aus dem operativen Geschäft als auch von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ableiten. In weiterer Folge werden zukünftig die Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiken

AGRANA ist auf ausreichende Verfügbarkeit agrarischer Rohmaterialien in der benötigten Qualität angewiesen. Neben einer möglichen Unterversorgung mit geeigneten Rohstoffen stellen deren Preisschwankungen, wenn sie nicht oder nicht ausreichend an die Abnehmer weitergegeben werden können, ein Risiko dar. Wesentliche Treiber für Verfügbarkeit, Qualität und Preis sind wetterbedingte Gegebenheiten in den Anbaugebieten, die Wettbewerbssituation, regulatorische und gesetzliche Regelungen sowie die Veränderung der Wechselkurse relevanter Währungen.

Produktqualität und -sicherheit

AGRANA sieht in der Produktion und im Vertrieb von qualitativ hochwertigen und sicheren Produkten eine Grundvoraussetzung für langfristig wirtschaftlichen Erfolg. Das Unternehmen verfügt über ein streng ausgelegtes und laufend weiterentwickeltes Qualitätsmanagement, das den Anforderungen der relevanten lebensmittelrechtlichen Standards und den kundenseitig festgelegten Kriterien entspricht und den gesamten Prozess, von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung der gefertigten Waren, umfasst. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird regelmäßig durch interne und externe Audits verifiziert. Darüber hinaus sollen abgeschlossene Produkthaftpflichtversicherungen allfällige Restrisiken abdecken.# Markt- und Wettbewerbsrisiken

AGRANA steht im Rahmen ihrer globalen Tätigkeit im intensiven Wettbewerb mit regionalen wie auch überregionalen Mitbewerbern. Der Eintritt neuer Mitbewerber bzw. die Schaffung zusätzlicher Produktionskapazitäten bestehender Konkurrenten kann die Wettbewerbsintensität in Zukunft verstärken. Die eigene Marktposition wird laufend beobachtet, sodass etwaig notwendige korrigierende Maßnahmen schnell eingeleitet werden können. Entsprechend der Nachfrage und auch aufgrund anderer Einflussfaktoren werden die Kapazitäten und die Kostenstrukturen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf den Kernmärkten stetig angepasst. Das frühzeitige Erkennen von Änderungen des Nachfrage- und Konsumverhaltens basiert auf stetigen Analysen von Planabweichungen. In diesem Zusammenhang stehen auch neue technologische Entwicklungen und Produktionsprozesse am Markt unter Beobachtung, die in Zukunft zu einer teilweisen Rückwärtsintegration von Kunden in Kernbereiche einzelner Segmente der AGRANA-Gruppe führen können. AGRANA tätigt zur Stärkung bzw. zum Ausbau bestehender Marktpositionen umfangreiche Investitionen in allen Segmenten. Darüber hinaus werden Investitionen in neue Märkte evaluiert und vorgenommen.

IT-Risiken

AGRANA ist auf die Funktionstüchtigkeit einer komplexen IT-Technologie angewiesen. Die Nichtverfügbarkeit, Datenverlust oder Datenmanipulation und die Verletzung der Vertraulichkeit bei kritischen IT-Systemen können beträchtliche Auswirkungen auf betriebliche Teilbereiche haben. Die allgemeine Entwicklung in Bezug auf externe Angriffe auf IT-Systeme verdeutlicht das Risiko, dass die AGRANA-Gruppe in Zukunft auch zunehmend solchen Risiken ausgesetzt ist/sein kann. Die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit wird durch qualifizierte interne und externe Experten sowie durch entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen gewährleistet. Dazu zählen redundant ausgelegte IT-Systeme und Security Tools, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Zusammen mit externen Partnern wurden Vorkehrungen getroffen, um möglichen Bedrohungen zu begegnen und potenziellen Schaden abzuwenden.

Regulatorische Risiken

Marktordnungsrisiken für Zucker

Im Rahmen des Risikomanagements werden bereits im Vorfeld mögliche Szenarien und ihre Auswirkungen analysiert und bewertet.

Zuckermarktordnung:

Seit dem 1. Oktober 2017 gelten für die europäische Zuckerindustrie neue Rahmenbedingungen. Teil dieser neuen Rahmenbedingung ist die Verbesserung der Markttransparenz in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Die EU-Kommission hat mit den Durchführungsverordnungen (EU) 2017/1185 und (EU) 2019/1746 neue Regulierungsmaßnahmen in Form von verschiedenen Meldepflichten beschlossen. Damit soll die Transparenz in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor verbessert werden, um die Wirtschaftsbeteiligten und die Behörden zu befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen und um das Verständnis der Marktteilnehmer für Marktentwicklungen zu verbessern. Dadurch entsteht erstmals die Notwendigkeit Preise auf Stufen der Wertschöpfungskette, die zwischen den Erzeugern der Rohstoffe und den Endverbrauchern liegen, zu erheben. Dies betrifft sowohl den Lebensmitteleinzelhandel als auch die Lebensmittelverarbeitungsbetriebe.

Freihandelsabkommen:

Zukünftige Abkommen der EU könnten wirtschaftliche Auswirkungen auf AGRANA haben. AGRANA verfolgt die oft Jahre andauernden Verhandlungen bzw. Abschlüsse und analysiert und bewertet die einzelnen Ergebnisse. Die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben im Juni 2019 eine politische Einigung über ein umfassendes Handelsabkommen erzielt. Der Antrag ging in jedem Mitgliedsland in einen Ratifizierungsprozess. Die EU-Kommission verhandelt derzeit mit Australien und Neuseeland über die Ausgestaltung eines Freihandelsabkommens. Des Weiteren können nationale Steuer- und Zollvorschriften sowie deren Auslegung durch die lokalen Behörden zu weiteren Risiken im regulatorischen Umfeld führen.

EU Green Deal:

Im Dezember 2019 hat die EU-Kommission ihren Fahrplan zum Klimaschutz, den Green Deal, vorgelegt. Um die klima- und umweltbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sollen innerhalb der nächsten 30 Jahre die Industriesektoren und alle Wertschöpfungsketten umgestaltet werden. Maßgebend ist das Ziel innerhalb der EU bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen (THG) mehr freizusetzen. Ein im Dezember 2020 beschlossenes EU-Zwischenziel ist die Reduktion von THG-Emissionen um -55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990. Aufgrund derzeit noch nicht finalisierter Definitionen der regulatorischen Bestimmungen aus dem EU Green Deal, können momentan noch keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen getroffen werden. Die Entwicklungen werden laufend verfolgt und evaluiert.

EU-Richtlinie für erneuerbare Energien

Am 21. Dezember 2018 wurde die Erneuerbare-Energie-Richtlinie der EU (RED II) verabschiedet. Aktuell wird an der nationalen Umsetzung dieser Richtlinie gearbeitet, welche bis zum 30. Juni 2021 in Kraft treten soll. Diese Richtlinie sieht eine Untergrenze von 14 % erneuerbare Energie im Transportbereich bis zum Jahr 2030 vor. Der Anteil der getreidebasierten Biotreibstoffe wurde mit dem nationalen Beitrag im Jahr 2020, maximal jedoch 7 %, begrenzt. Weiters wurde ein Unterziel für sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe („2. Generation“) in Höhe von mindestens 3,5 % bis zum Jahr 2030 festgelegt. Die Rohstoffliste für die fortschrittlichen Biokraftstoffe wird in Anhang IX der Richtlinie festgelegt und kann durch die EU-Kommission ergänzt werden. In Österreich beträgt das Substitutionsziel von Biotreibstoffen gemäß derzeit gültiger Kraftstoffverordnung 5,75 % (basierend auf RED I) und davon 3,4 % aus Bioethanol (jeweils bezogen auf den Energiegehalt). Die Einführung von E10 würde den Biotreibstoffanteil unmittelbar mit den vorhandenen Produktionskapazitäten auf das 7%-Ziel anheben. Auf nationaler Ebene würde damit nicht nur der RED II-Richtlinie entsprochen, sondern auch die nachweisbare Verringerung von Partikel-Emissionen könnte erreicht werden.

Rechtliche Risiken

AGRANA verfolgt Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die eines ihrer Geschäftsfelder oder deren Mitarbeiter betreffen und allenfalls zu einer Risikosituation führen könnten, kontinuierlich und trifft gegebenenfalls notwendige Maßnahmen. Die unter besonderer Aufmerksamkeit stehenden Rechtsbereiche sind Kartell-, Lebensmittel- und Umweltrecht, neben Datenschutz, Geldwäschebestimmungen und Terrorismusfinanzierung. AGRANA hat für die Bereiche Compliance, Personalrecht und allgemeine Rechtsbereiche eigene Stabsstellen eingerichtet und bildet die betroffenen Mitarbeiter regelmäßig fort.

Wie in den Vorjahresberichten dargestellt, beantragte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2010 ein Bußgeld im Rahmen eines Kartellverfahrens wegen des Verdachtes wettbewerbsbeschränkender Absprachen in Bezug auf Österreich gegen die AGRANA Zucker GmbH, Wien, und die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim| Deutschland. Das Oberlandesgericht Wien hat am 19. Mai 2019 den Bußgeldantrag der BWB abgewiesen; dagegen hat die BWB Revision an den Obersten Gerichtshof erhoben. Die BWB begründet dies vor allem damit, dass das Bundeskartellamt in seiner Entscheidung nur den Unwertgehalt des Verhaltens von Südzucker in Bezug auf Deutschland berücksichtigt habe, und dass die Verhängung einer "Zusatzstrafe" in Bezug auf Österreich sowohl zulässig als auch geboten sei. Mit Beschluss vom 27. März 2020 hat der OGH das Rekursverfahren unterbrochen und den EuGH um eine Vorabentscheidung zur Reichweite des Grundsatzes „ne bis in idem“ bei EU-Wettbewerbsverfahren gebeten. Dieses Zwischenverfahren ist noch anhängig. Mit der Entscheidung des EuGH ist im ersten Kalenderquartal 2022 zu rechnen. AGRANA hält die Beschuldigung sowie das beantragte Bußgeld weiterhin für unbegründet.

Weiters ist die AGRANA Stärke GmbH in einem Verfahren vor dem Handelsgericht Wien beklagte Partei. Die klagende Partei behauptet, einen Schaden aus einer Nichtlieferung von zugesagten Produktmengen erlitten zu haben. Das Verfahren befindet sich in der ersten Instanz, im Stadium der gerichtlichen Beweisaufnahme. Mit einem erstinstanzlichen Urteil ist im Geschäftsjahr 2022|23 zu rechnen. AGRANA hält die Ansprüche der klagenden Partei mangels wirksamer Vereinbarung der Abnahmemengen für unbegründet.

Darüber hinaus bestehen keine gerichtsanhängigen oder angedrohten zivilrechtlichen Klagen gegen Unternehmen der AGRANA-Gruppe, die eine materielle Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Finanzielle Risiken

AGRANA ist Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Darüber hinaus bestehen Risiken, die für den Konzern notwendigen Refinanzierungen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Finanzierungssteuerung der Unternehmensgruppe erfolgt zentral durch die Treasury-Abteilung, die dem Vorstand laufend über die Entwicklung und Struktur der zur Verfügung stehenden Kreditrahmen, die Nettofinanzschulden des Konzerns, die finanziellen Risiken und über den Umfang und das Ergebnis der getätigten Sicherungsgeschäfte berichtet.

Die AGRANA-Gruppe ist weltweit tätig und hat unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Abgabenregularien sowie devisenrechtliche Bestimmungen zu beachten. Veränderungen dieser Bestimmungen durch die gesetzgebenden Instanzen und die Auslegung durch lokale Behörden können einen Einfluss auf den finanziellen Erfolg einzelner Konzerngesellschaften und in weiterer Folge auch auf den Konzern haben.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken ergeben sich durch Wertschwankungen von fix verzinsten Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes (zinsbedingtes Kursrisiko).Variabel verzinsliche Anlagen oder Kreditaufnahmen unterliegen dagegen keinem Wertrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Aufgrund des seit einigen Jahren, insbesondere im Euro-Raum, bestehenden negativen Zinsumfeldes im Geldmarktbereich kommt es auch bei variabel verzinsten Finanzanlagen und Finanzierungen für die AGRANA-Gruppe zu nachteiligen Auswirkungen. Bei Bankguthaben besteht das Risiko von weiterverrechneten Negativzinsen, wohingegen bei einigen Finanzierungen der negative Zinssatz nicht an AGRANA weitergegeben wird. Durch die Schwankung des Marktzinsniveaus ergibt sich außerdem ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlungen (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Dabei versucht AGRANA, Zinssicherungsinstrumente dem Finanzierungsbedarf und der Fristigkeit entsprechend einzusetzen. Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 werden die bestehenden Zinsrisiken durch Berechnung des „Cash Flow at Risk“ bzw. der „Modified Duration“ ermittelt und im Konzernanhang detailliert dargestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken können aus dem Einkauf von Waren und Verkauf von Produkten in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen, die nicht in der lokalen Währung erfolgen, entstehen. Für AGRANA sind v.a. die Kursrelationen von Euro zu US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Złoty, rumänischem Leu, ukrainischer Griwna, russischem Rubel, brasilianischem Real, mexikanischem Peso, argentinischem Peso und chinesischem Yuan von Relevanz.

Im Rahmen des Währungsmanagements ermittelt AGRANA monatlich pro Konzerngesellschaft das Netto-Fremdwährungsexposure, welches sich aus den Einkaufs-, Verkaufs- und Finanzmittelpositionen inklusive der im Bestand befindlichen Sicherungsgeschäfte ergibt. Zudem werden bereits kontrahierte, jedoch noch nicht erfüllte Einkaufs- und Verkaufskontrakte in Fremdwährungen berücksichtigt. Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. In Ländern mit volatilen Währungen werden diese Risiken zusätzlich durch eine Verkürzung von Zahlungsfristen, eine Indizierung der Verkaufspreise zum Euro oder US-Dollar und analoge Sicherungsmechanismen weiter reduziert. Das Währungsrisiko wird durch den „Value at Risk“-Ansatz ermittelt und im Konzernanhang dargestellt.

Liquiditätsrisiken

Das Bestreben der AGRANA-Gruppe ist darauf ausgerichtet, über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um jederzeit den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken auf Einzelgesellschafts- oder Länderebene werden durch das einheitliche Berichtswesen frühzeitig erkannt, wodurch Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Die Liquidität der AGRANA-Gruppe ist durch bilaterale und syndizierte Kreditlinien langfristig und ausreichend abgesichert.

Kontrahenten- und Bankenrisiken

Aufgrund der internationalen Aufstellung der AGRANA-Gruppe bestehen Bankguthaben und Finanzanlagen, global verteilt, bei verschiedenen Bankpartnern. Das hierbei bestehende Risiko von Zahlungsausfällen wird in der AGRANA-Gruppe genau und regelmäßig überwacht. Im Rahmen der internen Richtlinien dürfen nur Geschäftsbeziehungen zu erstklassigen Banken mit einem definierten Mindestrating eingegangen werden. In Fällen, in denen das Mindestrating nicht erfüllt werden kann, sind Obergrenzen für Guthaben vorgegeben und strikt einzuhalten.

Risiken aus Forderungsausfällen

Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die bestehenden Warenkreditversicherungen, durch strikte Kreditlimits und laufende Überprüfungen der Kundenbonität minimiert. Das verbleibende Risiko wird durch Vorsorgen in angemessener Höhe abgedeckt.

Nicht-finanzielle Risiken

Als energieintensiver industrieller Veredler, v.a. in den Segmenten Stärke und Zucker, unterliegt AGRANA mit dem Großteil ihrer Produktionsstandorte dieser Segmente dem EU-Emissionshandelssystem (ETS¹). Daher beschäftigt sich das Unternehmen seit jeher auch intensiv mit potenziellen regulatorischen (transitorischen) Risiken im Bereich der Energiegesetzgebung. Politische Lenkungsmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden durch das Pariser Klimaabkommen 2015 und dem darauf basierenden EU Green Deal in den nächsten Jahren vermehrte regulatorische Risiken im Rahmen der Transformation zu einer emissionsarmen Gesellschaft für AGRANA begründen.

Coronavirus (COVID-19)

Die globale Verbreitung des Coronavirus und diverser Mutationen führt trotz der bereits durchgeführten Impfungen in vielen Ländern der Welt weiterhin zu massiven Einschränkungen des öffentlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. AGRANA ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten auf allen Kontinenten vertreten und daher in unterschiedlichen Regionen innerhalb und außerhalb Europas betroffen. Bereits unmittelbar nach Ausrufung der Pandemie-Erklärung der WHO wurde zur Sicherheit der Mitarbeiter sowie für die Aufrechterhaltung der Produktion eine konzernweite Pandemie-Richtlinie erlassen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Krisenteams aktiviert, jeweils lokale Business Continuity-Pläne implementiert, verstärkte Kommunikationsmaßnahmen sowie erhöhte Hygienemaßnahmen ergriffen wurden und ein hohes Augenmerk auf die Einhaltung der behördlichen Empfehlungen und Anordnungen gelegt wird. Kurz nachdem Impfstoffe verfügbar waren, hat AGRANA aktiv die Impfung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt. Nach wie vor bestehen restriktive Maßnahmen in Bezug auf Dienstreisen. Darüber hinaus wurde, basierend auf den guten Erfahrungen der temporären Heimarbeit und aufgrund der Wünsche aus der Belegschaft, in Österreich die Einführung einer Home-Office Regelung ermöglicht, die auch über die Pandemie hinaus Bestand haben wird.

¹ Emission Trading System (ETS)
² Bis auf allgemeine, behördlich angeordnete, regionale Schließungen im März 2020 am indischen und im Juni 2020 am ägyptischen Produktionsstandort von jeweils sechs Werktagen

Sämtliche gesetzten Maßnahmen haben in der Gruppe ihre positive Wirkung gezeigt und es ist gelungen, in weltweit 56 Produktionsstandorten den vollen Produktionsbetrieb aufrechtzuerhalten². Darüber hinaus konnte das Funktionieren der Transportketten gesichert werden, sodass es zu keinen nennenswerten Verzögerungen in der Belieferung der Kunden kam. AGRANA gehört als Teil der kritischen Infrastruktur und Nahrungsmittelproduzent zu den weniger wirtschaftlich betroffenen Branchen. Dennoch wird COVID-19 und deren Mutationen, trotz Impfungen, auch weiterhin Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft haben und es kann weiterhin zu Beeinträchtigungen in der Beschaffung, Produktion und auf den Absatzmärkten kommen. Auf den Finanzmärkten sowie im Interbankenhandel ist es unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie temporär zu massiven Verwerfungen gekommen, die sich aber im AGRANA Geschäftsjahr 2021|22 nicht wiederholt haben und an den Finanzmärkten eine Beruhigung und Stabilisierung eingetreten ist. Dennoch bleibt die künftige ökonomische Entwicklung von gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit, auch beeinflusst durch Lockdown-Phasen, geprägt. Im Geschäftsjahr 2020|21 war AGRANA mit einer Reduzierung der Versicherungsdeckung aus Warenkreditversicherungen, in Einzelfällen auch eine gesamte Aufhebung des Deckungsumfangs bzw. eine erschwerte Erstversicherung von Neukunden, betroffen. Diese Situation hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021|22 etwas entspannt. Dennoch führten diese Erfahrungen zu einem engmaschigeren Monitoring der Kundenforderungen und Zahlungsziele sowie alternativen Risikoevaluierungsmaßnahmen und -sicherstellungen. Aufgrund der getroffenen Maßnahmen sind derzeit keine zusätzlichen nennenswerten Forderungsausfälle zu beobachten. AGRANA steht in engem Austausch mit ihren Hausbanken und überprüft laufend die Verfügbarkeit der vorhandenen Kreditrahmen. Ebenso wird die Liquidität auf den weltweit unterhaltenen Bankkonten und das Rating der Bankpartner laufend kritisch überprüft und bei Bedarf werden notwendige Umschichtungen vorgenommen.

Krieg in der Ukraine

AGRANA ist mit Produktionsstätten in der Ukraine und in Russland vertreten. Der kriegerische Konflikt erforderte eine Anpassung des Produktionsbetriebes in der Ukraine. Aus Sicherheitsgründen wurde die Produktion nach Kriegsausbruch stillgelegt und wird zum Berichtszeitpunkt nur eingeschränkt und temporär, je nach aktueller Sicherheitslage, weitergeführt. Rund 10 % der ukrainischen Mitarbeiter sind in der Zwischenzeit aus der Kriegsregion geflohen beziehungsweise wurden zum Militärdienst einberufen. AGRANA hat einen Krisenstab eingerichtet, um die negativen Auswirkungen, insbesondere auch auf die Mitarbeiter, so gut wie möglich zu begrenzen. In Russland ist die Produktion weiterhin aufrecht, jedoch kann sich die äußerst instabile wirtschaftliche Situation negativ auf das Marktumfeld und das Konsumverhalten auswirken. Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob in Zukunft weitere Bewertungsmaßnahmen für Vermögenswerte in der Ukraine und in Russland vorgenommen werden müssen. Die kriegerische Auseinandersetzung hat auch negative Auswirkungen auf die Einkaufspreise und die Volatilität für Roh- und Hilfsstoffe der AGRANA-Gruppe. Insbesondere sind die Getreidepreise massiven Erhöhungen ausgesetzt. Des Weiteren sind auch die Preise für Energie nach Ausbruch des Krieger weiter stark angestiegen. Die mittelfristige Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise ist aufgrund der Unsicherheiten auf den internationalen Beschaffungsmärkten schwer abschätzbar. Aufgrund des derzeit hohen Preisniveaus im Einkaufsbereich überprüft AGRANA laufend Preiserhöhungen im Absatzbereich als wesentliche Gegenmaßnahme zu den aktuellen Kostenteinwicklungen.# Lagebericht

Der Krieg in der Ukraine bringt auch im Bereich der IT-Sicherheit ein erhöhtes Risiko aus Cyber- und Sabotageattacken mit sich.

Gesamtrisiko

Die derzeitige Gesamtrisikoposition des Konzerns ist durch hohe Volatilitäten von Verkaufs-, Energie- und Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Im Segment Zucker ist der Einfluss der Weltmarktpreise auf das europäische Preisniveau von gestiegener Bedeutung. Im Bereich Bioethanol ist der wirtschaftliche Erfolg wesentlich durch die zukünftige Entwicklung der Absatzpreise bestimmt. Da sich die Preise für die verwendeten Rohstoffe Mais und Weizen unabhängig von den Ethanolpreisen entwickeln können, wird die Einschätzung der Ergebnisentwicklung bei Bioethanol zusätzlich erschwert.

Trotz der sich nach oben bewegenden EU-Verkaufspreise für Zucker und Isoglukose liegt die Gesamtrisikoposition des Konzerns aufgrund der volatilen Preisentwicklung bei Bioethanol und der im letzten Geschäftsjahr deutlich gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Hilfs- und Betriebsstoffe sowie aufgrund der nach wie vor gegebenen Unsicherheiten in Bezug auf Ausmaß und Dauer des Krieges in der Ukraine sowie der Coronavirus-Krise deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Sie ist jedoch durch eine hohe bilanzielle Eigenkapitalausstattung gedeckt und die AGRANA-Gruppe kann durch die Diversifikation in drei Geschäftsbereiche risikoausgleichend agieren. Es bestehen nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken für die AGRANA-Gruppe bzw. sind solche auch gegenwärtig nicht erkennbar.

Berichterstattung gemäß § 243a Abs. 2 UGB

Der Vorstand der AGRANA verantwortet die Einrichtung und Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften. Das IKS, konzernweit geltende Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie die Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) sichern sowohl Einheitlichkeit der Rechnungslegung als auch die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung und der extern publizierten Abschlüsse.

Der überwiegende Anteil der Konzerngesellschaften verwendet SAP als führendes ERP¹-System. Sämtliche AGRANA-Gesellschaften übergeben die Werte der Einzelabschlüsse in das zentrale SAP-Konsolidierungsmodul. Es kann somit sichergestellt werden, dass das Berichtswesen auf einer einheitlichen Datenbasis beruht. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen. Es zeichnet für die Betreuung der Meldedatenübernahme der lokalen Gesellschaften, die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen und für die analytische Aufbereitung und Erstellung von Finanzberichten verantwortlich. Die Kontrolle und Abstimmung des internen und externen Berichtswesens werden monatlich durch das Controlling und Konzernrechnungswesen durchgeführt.

Das wesentliche Steuerungsinstrument für das Management von AGRANA ist das konzernweit implementierte einheitliche Planungs- und Berichtssystem. Es umfasst eine Mittelfristplanung mit einem Planungshorizont von fünf Jahren, eine Budgetplanung (für das folgende Geschäftsjahr), Monatsberichte inklusive eines eigenen Risikoberichtes sowie dreimal bis viermal jährlich eine Vorschau-rechnung des laufenden Geschäftsjahres, in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Im Falle von wesentlichen Änderungen der Planungsprämissen wird dieses System durch Ad-hoc-Planungen ergänzt.

Die vom Controlling erstellte monatliche Finanzberichterstattung zeigt die Entwicklung aller Konzerngesellschaften. Der Inhalt dieses Berichtes ist konzernweit vereinheitlicht und umfasst neben detaillierten Verkaufsdaten, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, die daraus ableitbaren Kennzahlen und auch eine Analyse der wesentlichen Abweichungen. Teil dieses Monatsberichtes ist auch ein eigener Risikobericht, sowohl für jedes Segment als auch für die gesamte AGRANA-Gruppe, in dem unter Annahme von aktuellen Marktpreisen noch nicht fixierter Mengen bei wesentlichen Ergebnisfaktoren im Vergleich zu geplanten Preisen das Risikopotenzial für das laufende und das nachfolgende Geschäftsjahr errechnet wird.

Ein konzernweites Risikomanagementsystem, sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene, in dessen Rahmen alle für das Unternehmen relevanten Risikofelder wie regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen, Rohstoffbeschaffung, Wettbewerbs- und Marktrisiken sowie Finanzierung auf Chancen und Risiken analysiert werden, ermöglicht es dem Management, frühzeitig Veränderungen im Unternehmensumfeld zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Interne Revision überwacht sämtliche Betriebs- und Geschäftsabläufe in der Gruppe im Hinblick auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien sowie auf Wirksamkeit des Risikomanagements und der internen Kontrollsysteme. Grundlage der Prüfungshandlungen ist ein vom Vorstand beschlossener jährlicher Revisionsplan auf Basis einer konzernweiten Risikobewertung. Auf Veranlassung des Managements werden Ad-hoc-Prüfungen durchgeführt, die auf aktuelle und zukünftige Risiken abzielen. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden regelmäßig an den AGRANA-Vorstand und an das verantwortliche Management sowie an den Aufsichtsrat (Prüfungsausschuss) berichtet. Die Umsetzung der von der Revision vorgeschlagenen Maßnahmen wird durch Folgekontrollen überprüft.

Im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt der Wirtschaftsprüfer jährlich das Interne Kontrollsystem des Rechnungslegungsprozesses und der IT-Systeme. Die Ergebnisse der Prüfungshandlungen werden dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat berichtet.

¹ Enterprise-Resource-Planning

Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechte (Angaben gemäß § 243a Abs. 1 UGB)

Das Grundkapital der AGRANA Beteiligungs-AG zum Stichtag 28. Februar 2022 betrug 113,5 Mio. € (28. Februar 2021: 113,5 Mio. €) und war in 62.488.976 (28. Februar 2021: 62.488.976) auf Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien mit Stimmrecht) geteilt. Weitere Aktiengattungen bestehen nicht.

Die AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG (AZSF) mit Sitz in Wien hält als Mehrheitsaktionär direkt 78,34 % des Grundkapitals der AGRANA Beteiligungs-AG. An der AZSF sind die Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (ZBG), Wien, mit 50 % abzüglich einer Aktie, die von der AGRANA Zucker GmbH, einer Tochter der AGRANA Beteiligungs-AG, gehalten wird, sowie die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim|Deutschland, mit 50 % beteiligt. An der ZBG halten die „ALMARA“ Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, die Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., die Rübenproduzenten Beteiligungs GesmbH und die Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG, jeweils Wien, Beteiligungen.

Aufgrund eines zwischen der Südzucker und der ZBG abgeschlossenen Syndikatsvertrages sind die Stimmrechte der Syndikatspartner in der AZSF gebündelt und es bestehen u.a. Übertragungsbeschränkungen der Aktien und bestimmte Nominierungsrechte der Syndikatspartner für die Organe der AGRANA Beteiligungs-AG und der Südzucker. So ist Dkfm. Markus Mühleisen, MBA von der ZBG als Vorstandsmitglied der Südzucker AG und Ingrid-Helen Arnold, MBA seitens Südzucker als Vorstandsmitglied der AGRANA Beteiligungs-AG nominiert und bestellt.

Es gibt keine Inhaber von Aktien, die über besondere Kontrollrechte verfügen. Mitarbeiter, die auch Aktionäre der AGRANA Beteiligungs-AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus. Der Vorstand verfügt über keine über die unmittelbaren gesetzlichen Regelungen hinausgehenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

In den Verträgen betreffend Schuldscheindarlehen und Kreditlinien („Syndicated Loans“) sind Change of Control-Klauseln enthalten, die den Darlehensgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen. Darüber hinaus bestehen keine bedeutenden Vereinbarungen, die bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebotes wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden. Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Organen oder Arbeitnehmern im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebotes bestehen nicht.

Corporate Governance-Bericht

AGRANA bekennt sich zu den Regelungen des ÖCGK. Im Geschäftsjahr 2021|22 hat AGRANA den ÖCGK in der Fassung vom Jänner 2021 zur Anwendung gebracht. Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat sich in seinen Sitzungen am 18. November 2021 und 17. Februar 2022 mit Fragen der Corporate Governance befasst und einstimmig der Erklärung über die Einhaltung des Kodex zugestimmt.

Die Umsetzung und die Einhaltung der einzelnen Regeln des Kodex wurde im Geschäftsjahr 2021|22 durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft evaluiert. Die Überprüfung erfolgte auf Basis des Fragebogens zur Evaluierung der Einhaltung des ÖCGK, herausgegeben vom Österreichischen Arbeitskreis für Corporate Governance (Fassung Jänner). Der Bericht über die externe Evaluierung gemäß Regel 62 des ÖCGK ist unter www.agrana.com/ir/corporate-governance abrufbar.

Zweigniederlassungen

Die AGRANA Beteiligungs-Aktiengesellschaft hatte 2021|22 keine Zweigniederlassungen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag am 28. Februar 2022 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der AGRANA hatten.

Prognosebericht

AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanzstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.# Der Vorstand:

Dkfm. Markus Mühleisen, MBA
Ingrid-Helen Arnold, MBA
Mag. Stephan# Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.

Bestätigungsvermerk

Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus gilt:

  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfhandlung als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfhandlung zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.

Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus. Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken. Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Bericht zum Lagebericht

Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.

Urteil

Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.

Erklärung

Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. Juni 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 01. September 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019|20, endend mit Stichtag 29. Februar 2020, Abschlussprüfer. Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht. Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.

Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Werner Stockreiter.

Wien, am 25. April 2022

PwC Wirtschaftsprüfung GmbH

gezeichnet: Mag. (FH) Werner Stockreiter Wirtschaftsprüfer

Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

Vorschlag für die Gewinnverwendung der AGRANA Beteiligungs-AG nach UGB 2021|22

Das Geschäftsjahr vom 1. März 2021 bis 28. Februar 2022 schließt mit einem Bilanzgewinn von 63.525.582 €. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

Auf 62.488.976 Stück dividendenberechtigte Stammaktien Zahlung einer Dividende von 0,75 € pro Stammaktie (nennbetragslose Stückaktie), das sind 46.866.732
Vortrag auf neue Rechnung 16.658.850
Gesamt 63.525.582

Impressum

Eigentümer, Herausgeber und Verleger

AGRANA Beteiligungs-AG

A-1020 Wien, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1

Investor Relations

Mag. (FH) Hannes Haider

Telefon: +43-1-211 37-12905, Fax: -12926

E-Mail: [email protected]

Konzernkommunikation|Sustainability

Mag. Ulrike Middelhoff

Telefon: +43-1-211 37-12971, Fax: -12926

E-Mail: [email protected]

Support Kreativ-/Imagekonzept: Rebell Creative GmbH

Support Grafiken und Reinzeichnung: marchesani_kreativstudio GmbH

Zukunftsgerichtete Aussagen/Prognosen

Der Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstandes der AGRANA Beteiligungs-AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der festen Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise die Verhandlungen über Welthandelsabkommen, Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage, insbesondere die Entwicklung makroökonomischer Größen wie Wechselkurse, Inflation und Zinsen, EU-Zuckerpolitik, Konsumentenverhalten sowie staatliche Ernährungs- und Energiepolitik.Die AGRANA Beteiligungs-AG übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden. Betreffend der Aussagen im Prognosebericht gelten folgende schriftliche und bildliche Wertaussagen:

Wertaussage Visualisierung Wertmäßige Veränderung in Zahlen
Stabil à   0 % bis +1 % oder 0 % bis –1 %
Leicht à ¦ oder à ¦ Mehr als +1 % bis +5 % oder mehr als –1 % bis –5 %
Moderat à ¡ oder à ¢ Mehr als +5 % bis +10 % oder mehr als –5 % bis –10 %
Deutlich à ¡Ã ¡ oder à ¢Ã ¢ Mehr als +10 % bis +50 % oder mehr als –10 % bis –50 %
Sehr deutlich à ¡Ã ¡Ã ¡ oder à ¢Ã ¢Ã ¢ Mehr als +50 % oder mehr als –50 %

Bezüglich Definitionen zu Finanzkennzahlen wird, sofern diese nicht in einer Fußnote angeführt sind, auf die Erläuterungen im Geschäftsbericht 2021|22 auf Seite 204 verwiesen. AGRANA ist in allen ihren internen und externen Schriftstücken um sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter bemüht, so auch in diesem integrierten Geschäftsbericht. Soweit jedoch im Interesse der besseren Lesbarkeit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf alle Geschlechter in gleicher Weise. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in diesem Bericht kann es zu geringfügigen Rechen differenzen kommen. Druck- und Satzfehler vorbehalten. Dieser Geschäftsbericht ist in deutscher und englischer Version erhältlich.

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