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AEGON LTD. Interim / Quarterly Report 2022

Aug 26, 2022

30489_ir_2022-08-26_0aef1b3d-7e59-4ca3-ad90-6afb9c0d3dad.pdf

Interim / Quarterly Report

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HA

BAWAG

HALBJAHRESFINANZBERICHT PER
30.06.2022


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

INHALT

3 KONZERN-HALBJAHRESLAGEBERICHT

  • 4 Wirtschaftliche Entwicklungen
  • 6 Ergebnis- und Bilanzanalyse
  • 12 Geschäftssegmente
  • 16 Risikomanagement
  • 17 Ausblick und Ziele

19 KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

  • 20 Konzernrechnung
  • 27 Anhang (Notes)
  • 69 Risikobericht
  • 94 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

95 DEFINITIONEN

Disclaimer:

Bestimmte der in diesem Bericht enthaltenen Aussagen können Darstellungen von oder Aussagen über zukünftige Annahmen oder Erwartungen sein, die auf gegenwärtigen Annahmen und der gegenwärtigen Sicht des Managements beruhen, und bekannte und unbekannte Risiken und Ungewissheiten beinhalten, die zu beträchtlichen Abweichungen von den tatsächlichen Ergebnissen, Leistungen oder Ereignissen führen können.

Tatsächliche Ergebnisse können von den prognostizierten wesentlich abweichen und berichtete Ergebnisse sollten nicht als Hinweis auf zukünftige Entwicklungen betrachtet werden.

Weder die BAWAG P.S.K. selbst noch irgendeines ihrer verbundenen Unternehmen sowie deren Berater oder Vertreter haften in irgendeiner Art und Weise (fahrlässig oder anderweitig) für irgendwelche Schäden jeglicher Art oder für Verluste, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Berichts oder der enthaltenen Inhalte oder anderweitig in Zusammenhang mit diesem Dokument entstehen.

Dieser Bericht stellt weder ein Angebot noch eine Einladung zum Kauf oder Verkauf oder zur Zeichnung irgendwelcher Wertpapiere dar und seine Inhalte oder Teile davon dürfen keine Grundlage oder Vertrauensbasis irgendeines Vertrags oder irgendeiner Verpflichtung bilden.

Die Tabellen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen enthalten.

Sämtliche in diesem Bericht verwendeten personenbezogenen Bezeichnungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.


KONZERNLAGEBERICHT

KONZERN-HALBJAHRES-LAGEBERICHT

3


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

WIRTSCHAFTLICHE UND REGULATORISCHE ENTWICKLUNGEN

WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGEN

Makrotrends

Das erste Halbjahr 2022 war von dem jüngsten geopolitischen Konflikt, hoher Inflation, Volatilität am Energiemarkt und Veränderungen in der globalen Lieferkette geprägt.

Nach der schweren wirtschaftlichen Belastung durch die weltweite Pandemie im Jahr 2020 fand eine ausgeprägte wirtschaftliche Erholung im Jahr 2021 und im ersten Halbjahr 2022 statt. Im Q1 2022 verzeichnete das BIP im Vergleich zum vorherigen Quartal robuste Wachstumsraten von +1,5% in Österreich, +0,2% in Deutschland, +0,4% in den Niederlanden und +0,6% in der Eurozone. Die Arbeitslosenquote bleibt im Mai 2022 mit 4,8% in Österreich, 2,8% in Deutschland, 3,3% in den Niederlanden und 6,6% in der Eurozone weiterhin auf einem historischen Tiefstand.

Preissteigerungen auf breiter Basis haben zu einer erhöhten Verbraucherpreisinflation in Europa und in den USA geführt. Im Juni 2022 erreichte die Verbraucherpreisinflation (HVPI) in Österreich 8,7%, in Deutschland 8,2%, in den Niederlanden 9,9% und in der Eurozone 8,6%. Aber auch ohne die Komponenten mit den stärksten Preissteigerungen liegen die Kerninflationsraten (HVPI ohne Energie, Nahrungsmittel, Tabak und alkoholische Getränke) auf anhaltend hohen Niveaus von 3,4% in Österreich, 4,0% in Deutschland, 3,9% in den Niederlanden und 3,7% in der Eurozone im Mai 2022.

Angesichts der anhaltend hohen Inflation haben die meisten Zentralbanken in entwickelten Ländern die Leitzinsen im ersten Halbjahr 2022 erhöht, während die EZB ihren Zinserhöhungszyklus in ihrer Juli-Sitzung mit einer Erhöhung um 50 Basispunkte begonnen hat.

Marktentwicklungen in Österreich

Das sich verbessernde wirtschaftliche Umfeld führte zu einer stabilen Kreditnachfrage der österreichischen Konsumenten, wobei das ausstehende Kreditvolumen gegenüber 2021 um rund 2% (Anfang 2022) anstieg. Die Einlagen der österreichischen Haushalte nahmen gegenüber Jahresende 2021 um rund 1% (Anfang 2022) ab.

Ausblick

Die Überschneidung von geopolitischen Konflikten, Unterbrechungen der Lieferkette, steigende Lebensmittel- und Energiepreise, geldpolitische Straffungen und eine starke, aber nachlassende wirtschaftliche Dynamik führen zu Unsicherheit beim wirtschaftlichen Ausblick. Die EU-Kommission erwartet für 2022 eine stabile Entwicklung des BIP mit 3,7% in Österreich, 1,4% in Deutschland, 3,0% in den Niederlanden und 2,6% in der Eurozone. Für 2023 wird eine Verlangsamung des Wachstums auf +1,5% in Österreich, +1,3% in Deutschland, +1,0% in den Niederlanden und +1,4% in der Eurozone erwartet. Der Inflationsdruck hat sich als dauerhaftes Phänomen etabliert. Die EU-Kommission erwartet, dass die Verbraucherpreisinflation das EZB-Ziel von knapp, aber unter 2% in der Eurozone, bis mindestens 2023 deutlich überschreiten wird. Daher haben Zentralbanken begonnen, ihre ultraexpansiven geldpolitischen Maßnahmen zurückzufahren. Die US-Notenbank hat den Beginn eines Zinserhöhungszyklus bereits ab März 2022 eingeleitet, wobei für das Jahr 2022 weitere Zinsanhebungen erwartet werden. Die EZB hat ihre Anleihenkäufe verringert und die Zinsen ab Juli 2022 moderater erhöht. Wie in früheren Zyklen hinkt die Geldpolitik in Europa also jener in den USA hinterher, jedoch werden die Leitzinsen auch in der Eurozone deutlich über 0% steigen. Geldpolitische Fehler in beiden Richtungen bleiben ein Risiko, d.h. ein Überschießen der Inflation durch zu langsames Reagieren oder ein Wachstumshemmnis durch zu schnelles Reagieren. Dieses Risiko kann jedoch durch einen datenbasierten und wachsamen Entscheidungsprozess, den die Zentralbanken in ihrer öffentlichen Kommunikation immer wieder betonen, beherrscht werden.

1) Quelle: Österreichische Nationalbank


KONZERNLAGEBERICHT

REGULATORISCHE ENTWICKLUNGEN

In den ersten sechs Monaten 2022 gab es von Seiten der EZB keine regulatorischen Änderungen.

In der ersten Jahreshälfte 2022 hat die EZB einen Stresstest für Klimarisiken durchgeführt, um zu bewerten, ob Banken auf finanzielle und wirtschaftliche Schocks aufgrund von Klimarisiken vorbereitet sind. Der Klimawandel und die Umstellung auf „zero carbon emissions“ stellen Risiken für Haushalte und Unternehmen und damit auch für den Finanzsektor dar. Die EZB veröffentlichte die Gesamtergebnisse am 8. Juli 2022. Da das Management von Klima- und Umweltrisiken zu den Prioritäten der EZB gehört, führt diese neben dem Stresstest eine Reihe weiterer Maßnahmen durch, um den Vorbereitungsstand des angemessenen Managements von Klimarisiken zu bewerten.

Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hat eine Verordnung für Vergabestandards bei der Finanzierung von Wohnimmobilien erlassen, die mit 1. August 2022 in Kraft tritt. BAWAG P.S.K. wendet diese Standards bereits an.

Mehrere Länder haben den antizyklischen Puffer aufgrund des Ausbruchs von COVID-19 im Jahr 2020 aufgehoben. Einige Länder haben in der ersten Jahreshälfte 2022 angekündigt, dass sie im Laufe der nächsten Jahre wieder einen antizyklischen Kapitalpolster einführen werden, z. B. Deutschland ab 2023.

Wir werden die anstehenden regulatorischen Änderungen weiterhin proaktiv und regelmäßig beobachten und in unseren Geschäftsplänen entsprechend berücksichtigen. Die BAWAG P.S.K. sieht sich aufgrund ihrer starken Kapitalposition und ihres profitablen Geschäftsmodells gut auf die kommenden Anforderungen vorbereitet.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

ERGEBNIS- UND BILANZANALYSE

ERLÄUTERUNG DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND DER BILANZ

Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € Jan-Jun 2022 Jan-Jun 2021 Veränderung (%)
Nettozinsertrag 491,8 460,9 6,7
Provisionsüberschuss 159,3 137,8 15,6
Operative Kernerträge 651,1 598,7 8,8
Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten und sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen¹⁾ 6,3 4,5 40,0
Operative Erträge 657,4 603,2 9,0
Operative Aufwendungen¹⁾ -230,4 -238,9 -3,6
Ergebnis vor Risikokosten 427,0 364,3 17,2
Regulatorische Aufwendungen -45,5 -56,2 -19,0
Operatives Ergebnis 381,5 308,2 23,8
Risikokosten -50,6 -53,1 -4,7
Ergebnis von at-equity bewerteten Beteiligungen 0,9 1,4 -35,7
Periodengewinn vor Steuern 331,8 256,5 29,3
Steuern vom Einkommen -83,9 -68,5 22,5
Periodengewinn nach Steuern 247,9 188,0 31,9
Nicht beherrschende Anteile -0,1 0,0 >100
Nettogewinn 247,7 188,0 31,8

¹⁾ Gemäß IFRS umfasst die Position „Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen" auch regulatorische Aufwendungen in Höhe von 43,0 Mio. € für das erste Halbjahr 2022. Die Position „Operative Aufwendungen" enthält ebenfalls regulatorische Aufwendungen in Höhe von 2,5 Mio. € für das erste Halbjahr 2022. Das Management betrachtet regulatorische Aufwendungen jedoch als gesonderten Aufwandsposten. Dementsprechend werden diese im konsolidierten Zwischenlagebericht separat unter den Aufwendungen dargestellt.

Der Periodengewinn nach Steuern stieg im ersten Halbjahr 2022 um 59,9 Mio. € bzw. 31,9% auf 247,9 Mio. €. Die zugrunde liegende Entwicklung des operativen Geschäfts blieb im ersten Halbjahr 2022 stark, mit operativen Kernerträgen von 651,1 Mio. € und einem Ergebnis vor Risikokosten in Höhe von 427,0 Mio. €.

Der Nettozinsertrag stieg um 6,7% auf 491,8 Mio. €, was auf höhere durchschnittliche Kundenkredite zurückzuführen ist.

Der Provisionsüberschuss stieg um 15,6% auf 159,3 Mio. € an. gestärkt durch den Erwerb der Hello bank! Österreich im vierten Quartal 2021 sowie durch eine anhaltende Erholung der Kundenaktivitäten nach der Pandemie. Während unser Beratungs- und Maklergeschäft ein starkes erstes Quartal verzeichnete, wurde es durch die derzeitige Marktvolatilität im zweiten Quartal 2022 leicht gedämpft.

Die Position Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten und sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen stieg im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,8 Mio. € auf 6,3 Mio. €.

Die operativen Aufwendungen gingen als Folge der in den letzten zwei Jahren umgesetzten vielfältigen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung um 3,6% zurück bzw. kompensierten zusätzlich den derzeit hohen Inflationsdruck.

Die regulatorischen Aufwendungen betrugen im ersten Halbjahr 2022 45,5 Mio. €, was einem Rückgang von 19,0% zum Vorjahr entspricht und auf Rückflüsse aus Garantiefällen im Einlagensicherungssystem zurückzuführen ist. Die Beiträge zum Single Resolution Fund stiegen dagegen an. Die regulatorischen Aufwendungen des ersten Halbjahres entsprechen rund 85% der für das Gesamtjahr 2022 erwarteten Aufwendungen.


KONZERNLAGEBERICHT

Die Risikokosten reduzierten sich im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mio. € oder 4,7% auf 50,6 Mio. €. Trotz der anhaltend starken Qualität unseres Kreditportfolios während der ersten sechs Monate 2022, haben wir uns entschieden, angesichts des aktuellen Umfelds welches vom jüngsten geopolitischen Konflikt, signifikanter Inflation, Volatilität an den Energiemärkten sowie Veränderungen globaler Lieferketten geprägt ist, vorsichtig zu bleiben. Daher haben wir den ECL Management Overlay um 9 Mio. € auf 70 Mio. € erhöht.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Aktiva

in Mio. € Jun 2022 Dez 2021 Veränderung (%) Jun 2021 Veränderung (%)
Barreserve 735 1.894 -61,2 944 -22,1
Finanzielle Vermögenswerte
Handelsbestand 194 257 -24,5 284 -31,7
Zum Zeitwert über die GuV geführt 610 611 -0,2 559 9,1
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.851 3.754 -24,1 4.384 -35,0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 49.722 48.447 2,6 46.491 6,9
Kunden 37.176 34.963 6,3 32.487 14,4
Schuldtitel 2.653 2.319 14,4 1.960 35,4
Kreditinstitute 9.893 11.165 -11,4 12.043 -17,9
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien -461 -94 -100 -58 -100
Sicherungsderivate 95 178 -46,6 237 -59,9
Sachanlagen 377 394 -4,3 378 -0,3
Immaterielle Vermögenswerte 270 271 -0,4 272 -0,7
Steueransprüche für laufende Steuern 24 17 41,2 6 >100
Steueransprüche für latente Steuern 22 28 -21,4 11 100
Sonstige Vermögenswerte 334 326 2,5 311 7,4
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 0 0 0,0 73 -100
Bilanzsumme 54.773 56.083 -2,3 53.891 1,6

Die Position Barreserve verringerte sich deutlich von 1,9 Mrd. € per Jahresende 2021 auf 0,7 Mrd. € per Ende Juni 2022.

Der Posten zu fortgeführten Anschaffungskosten stieg um 1,3 Mrd. € bzw. 2,6% im Vergleich zum Jahresende 2021 und betrug per Ende Juni 2022 49,7 Mrd. €. Das Kundenvolumen stieg um 6,3% im selben Vergleichszeitraum aufgrund der starken Entwicklung im Bereich der privaten Wohnbaukredite.


KONZERNLAGEBERICHT

Passiva

in Mio. € Jun 2022 Dez 2021 Veränderung (%) Jun 2021 Veränderung (%)
Verbindlichkeiten 51.214 52.135 -1,8 50.017 2,4
Finanzielle Verbindlichkeiten
Zum Zeitwert über die GuV geführt 214 234 -8,5 191 12,0
Handelsbestand 611 301 >100 237 >100
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 49.025 49.985 -1,9 47.973 2,2
Kunden 34.680 36.075 -3,9 34.106 1,7
Eigene Emissionen 7.139 6.549 9,0 6.374 12,0
Kreditinstitute 7.206 7.361 -2,1 7.493 -3,8
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Vermögensübertragungen 391 0 >100 0 >100
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien -468 165 - 262 -
Sicherungsderivate 263 107 >100 90 >100
Rückstellungen 304 382 -20,4 397 -23,4
Steuerschulden für laufende Steuern 15 21 -28,6 25 -40,0
Steuerschulden für latente Steuern 34 58 -41,4 70 -51,4
Sonstige Verbindlichkeiten 826 882 -6,3 772 7,0
Gesamtkapital 3.559 3.947 -9,8 3.874 -8,1
Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar ist 3.084 3.472 -11,2 3.399 -9,3
AT1-Kapital 471 471 0,0 471 0,0
Nicht beherrschende Anteile 5 5 0,0 4 25,0
Summe Passiva 54.773 56.083 -2,3 53.891 1,6

Die finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten sanken zum 30. Juni 2022 im Vergleich zum Jahresende 2021 um 1,0 Mrd. € bzw. 1,9% auf 49,0 Mrd. €. Dies ist auf gesunkene Kundeneinlagen über mehrere Kundensegmente und -produkte hinweg zurückzuführen. Wir haben im ersten Halbjahr 2022 drei hypothekarisch besicherte Covered Bonds in einer Gesamthöhe von 2,0 Mrd. € begeben.

Das Gesamtkapital inklusive des Additional-Tier-1-Kapitals betrug zum 30. Juni 2022 3,6 Mrd. €.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

KAPITAL- UND LIQUIDITÄTSPOSITION

Die Beibehaltung einer starken Kapitalausstattung stellt für die BAWAG eine wichtige strategische Priorität dar. Die regulatorischen Meldungen erfolgen auf Ebene der BAWAG Group. Zum 30. Juni 2022 lagen die Kapitalquoten (unter Vollanwendung der CRR) auf Ebene der BAWAG Group bei 12,7% (CET1), 14,8% (Tier 1) bzw. 17,7% (Gesamtkapital). Dies berücksichtigt bereits den Abzug der abgegrenzten Dividende in Höhe von 135 Mio. € und des genehmigten Aktienrückkaufs in Höhe von 325 Mio. € auf Ebene der BAWAG Group.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 waren wir auf den internationalen Kapitalmärkten tätig und waren ein aktiver Emittent im Bereich der fundierten Bankschuldverschreibungen mit drei erfolgreichen Benchmark-Platzierungen von insgesamt 2 Mrd. €. Wir planen eine kontinuierliche Emissionstätigkeit von fundierten Bankschuldverschreibungen, je nach Marktbedingungen und die dem angestrebten Wachstum der Hypotheken entspricht.

Die BAWAG P.S.K. nimmt weiterhin am TLTRO III-Programm der EZB teil. Unter Ausnutzung der maximalen Zuteilung wurden 6,4 Mrd. € an Finanzierung aufgenommen.

MREL

Im ersten Quartal 2022 erhielt die BAWAG P.S.K. die neue MREL-Entscheidung vom Single Resolution Board („SRB“). Die Entscheidung basiert auf einer Single-Point-of-Entry-Strategie mit BAWAG P.S.K. AG als Abwicklungseinheit. Die MREL-Anforderung (inkl. Combined-Buffer-Erfordernis basierend auf Jahresendwerten 2021) wurde darin auf 25,7% der RWA auf konsolidierter Ebene der BAWAG P.S.K. AG festgelegt. Diese finale Anforderung ist per 1. Jänner 2024 zu erfüllen. Die MREL-Entscheidung sieht auch ein verbindliches Interimsziel von 22,0% der RWA (inkl. Combined-Buffer-Erfordernis¹⁾) vor, welches per 1. Jänner 2022 einzuhalten ist. Die derzeitige MREL-Entscheidung beinhaltet kein Nachrangigkeitserfordernis.

Per 30. Juni 2022 verfügte die BAWAG P.S.K. über MREL-fähige Instrumente von 24,0% der RWA und erfüllte damit das verbindliche Interimsziel, gültig ab 1. Jänner 2022.

Liquiditätsmanagement

Die BAWAG P.S.K. behält im Liquiditätsmanagement ihren konservativen Ansatz bei und übertrifft die regulatorischen LCR Anforderungen von 100%.


KONZERNLAGEBERICHT

WESENTLICHE QUARTALSKENNZAHLEN

in Mio. € Q2 2022 Q1 2022 Q4 2021 Q3 2021 Q2 2021
Nettozinsertrag 250,0 241,8 243,3 233,7 231,7
Provisionsüberschuss 77,9 81,4 72,7 71,7 70,1
Operative Kernerträge 327,9 323,2 315,9 305,5 301,8
Operative Erträge 332,1 325,2 317,9 307,3 302,5
Operative Aufwendungen -114,3 -116,1 -119,2 -118,0 -118,4
Ergebnis vor Risikokosten 217,8 209,1 198,7 189,3 184,1
Regulatorische Aufwendungen -7,2 -38,3 9,0 -4,3 -2,0
Risikokosten -30,3 -20,3 -20,3 -21,6 -23,8
Periodengewinn vor Steuern 181,2 150,5 189,1 164,1 159,0
Steuern vom Einkommen -41,8 -42,1 -24,7 -40,6 -41,6
Nettogewinn 139,4 108,3 164,5 123,2 117,2

Werte auf Jahresbasis)

Return on Common Equity 1) 19,1% 15,0% 21,7% 15,8% 15,4%
Return on Tangible Common Equity 1) 21,1% 16,5% 23,8% 17,3% 16,9%
Nettozinsmarge 2,25% 2,33% 2,26% 2,24% 2,28%
Cost/Income Ratio 34,4% 35,7% 37,5% 38,4% 39,1%
Risikokosten / zinstragende Aktiva 0,27% 0,19% 0,19% 0,21% 0,23%
Steuerquote 2) 23,1% 28,0% 13,1% 24,7% 26,2%

1) Exkl. AT1 Kapital und erwartende Dividende
2) Die niedrigere Steuerquote im Q4 2021 ist auf den Badwill im Zusammenhang mit der der DEPFA Group Akquisition zurückzuführen. Anmerkung: Definitionen und Details zur angewandten Berechnungsmethodik siehe Kapitel „Definitionen" auf Seite 95-97.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

GESCHÄFTSSEGMENTE

Das Management der BAWAG P.S.K. steuert den Konzern auf Basis der Geschäftssegmente der BAWAG Group. Weitere Details dazu finden sich im Kapitel „Segmentberichterstattung" im Anhang (Notes).

RETAIL & SME

Im ersten Halbjahr 2022 erwirtschaftete das Segment Retail & SME einen Periodengewinn vor Steuern von 275,7 Mio. € und einen Return on Tangible Common Equity von 31,8%; die Cost/Income Ratio lag bei 34,3%. Während die zinstragenden Aktiva im ersten Halbjahr 2022 weiter gestiegen sind, wurde unser Beratungs- und Brokeragegeschäft nach einem starken ersten Quartal im zweiten Quartal leicht von der aktuellen Marktvolatilität beeinflusst. Das erste Halbjahr 2022 beinhaltet den vollständigen Effekt der im vierten Quartal erworbenen Hello bank! Österreich (jetzt easybank), sowie das im Mai 2022 erworbene Verbraucherkreditportfolio der Sberbank Europe.

Finanzergebnisse

| Ertragszahlen
(in Mio. €) | Jan-Jun
2022 | Jan-Jun
2021 | Vdg.
(%) |
| --- | --- | --- | --- |
| Nettozinsertrag | 355,8 | 326,6 | 8,9 |
| Provisionsüberschuss | 144,1 | 122,1 | 18,0 |
| Operative Kernträge | 499,9 | 448,6 | 11,4 |
| Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten & sonstige betriebliche Erträge
und Aufwendungen | 1,4 | 3,5 | -60,0 |
| Operative Erträge | 501,5 | 452,1 | 10,9 |
| Operative Aufwendungen | -171,9 | -176,2 | -2,4 |
| Ergebnis vor Risikokosten | 329,6 | 276,0 | 19,4 |
| Regulatorische Aufwendungen | -18,5 | -31,4 | -41,1 |
| Risikokosten | -35,4 | -30,3 | 16,8 |
| Periodengewinn vor Steuern | 275,7 | 214,3 | 28,7 |
| Steuern vom Einkommen | -68,9 | -53,6 | 28,5 |
| Nettogewinn | 206,8 | 160,7 | 28,7 |
| Kennzahlen | Jan-Jun
2022 | Jan-Jun
2021 | Vdg.
(%) |
| --- | --- | --- | --- |
| Return on Tangible Common Equity 1) | 31,8% | 25,0% | 6,8 |
| Nettozinsmarge | 3,29% | 3,29% | 0,00 |
| Cost/Income Ratio | 34,3% | 39,0% | -4,7 |
| Risikokosten / zinstragende Aktiva | 0,33% | 0,31% | 0,02 |
| NPL Ratio | 1,9% | 2,0% | -0,1 |
| Geschäftsvolumina
(in Mio. €) | Jun 2022 | Dez 2021 | Vdg.
(%) | Jun 2021 | Vdg.
(%) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zinstragende Aktiva (Durchschnitt) | 21.971 | 20.870 | 5 | 19.899 | 10 |
| Risikogewichtete Aktiva | 9.452 | 8.105 | 17 | 8.075 | 17 |
| Kundeneinlagen (Durchschnitt) | 28.145 | 27.892 | 1 | 26.700 | 5 |
| Eigene Emissionen | 6.016 | 5.331 | 13 | 5.052 | 19 |

1) Exkl. AT1 Kapital und erwartende Dividende und unter Berücksichtigung des genehmigten Aktienrückkaufes iHv. 325 Mio € in 2022 auf BAWAG Group-Ebene


KONZERNLAGEBERICHT

Ausblick

Wir werden weiterhin unsere langfristige, auf unsere 2,2 Millionen Kunden ausgerichtete Strategie umsetzen, die sicherstellt, dass die besten Produkte und Services mit maximaler Effizienz reibungslos angeboten werden. Unser vereinfachtes Geschäftsmodell und unser Fokus auf Effizienz bedeuten für uns einen Kostenvorteil, der es uns ermöglicht, in Märkten mit niedrigem Risiko, aber starker Konkurrenz erfolgreich zu sein und laufend zum Nutzen unserer Kunden und Aktionäre zu investieren. Angesichts des aktuellen Umfelds werden wir über alle Geschäftsbereiche hinweg weiterhin vorsichtig und zurückhaltend sein und haben angesichts dessen unsere Kriterien für die Kreditvergabe bereits verschärft, um uns auf eine Zeit größerer Volatilität und stärkeren Gegenwinds vorzubereiten. Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir angesichts der vorsichtigen Verbraucherstimmung, der Auswirkungen der Inflation auf die täglichen Ausgaben und einer abwartenden Haltung gegenüber neuen Investitionen ein gedämpftes Kreditwachstum.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

CORPORATES, REAL ESTATE & PUBLIC SECTOR

Das Segment Corporates, Real Estate & Public Sector erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten 2022 einen Periodengewinn vor Steuern von 80,1 Mio. € und einen Return on Tangible Common Equity von 18,1% bei einer Cost/Income-Ratio von 22,1%. Unser Hauptaugenmerk galt nach wie vor der Kreditvergabe in ausgewählten, entwickelten Märkten. Der Schwerpunkt liegt auf risikoadäquaten Erträgen und disziplinierter und profitabler Kreditvergabe.

Finanzergebnisse

| Ertragszahlen
(in Mio. €) | Jan-Jun | Jan-Jun | Vdg.
(%) |
| --- | --- | --- | --- |
| | 2022 | 2021 | |
| Nettozinsertrag | 128,9 | 122,7 | 5,1 |
| Provisionsüberschuss | 15,9 | 17,2 | -7,6 |
| Operative Kernträge | 144,8 | 139,9 | 3,5 |
| Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten & sonstige betriebliche Erträge
und Aufwendungen | 20,2 | 9,5 | >100 |
| Operative Erträge | 165,0 | 149,4 | 10,4 |
| Operative Aufwendungen | -36,5 | -35,3 | 3,4 |
| Ergebnis vor Risikokosten | 128,4 | 114,0 | 12,6 |
| Regulatorische Aufwendungen | -10,0 | -8,1 | 23,5 |
| Risikokosten | -11,6 | -25,0 | -53,6 |
| Periodengewinn vor Steuern | 106,8 | 80,9 | 32,0 |
| Steuern vom Einkommen | -26,7 | -20,2 | 32,2 |
| Nettogewinn | 80,1 | 60,7 | 32,0 |
| Kennzahlen | Jan-Jun | Jan-Jun | Vdg.
(%) |
| --- | --- | --- | --- |
| | 2022 | 2021 | |
| Return on Tangible Common Equity 1) | 18,1% | 13,9% | 4,2 |
| Nettozinsmarge | 1,69% | 1,79% | -0,10 |
| Cost/Income Ratio | 22,1% | 23,6% | -1,5 |
| Risikokosten / zinstragende Aktiva | 0,15% | 0,37% | -0,22 |
| NPL Ratio | 0,7% | 1,1% | -0,4 |
| Geschäftsvolumina
(in Mio. €) | Jun 2022 | Dez 2021 | Vdg.
(%) | Jun 2021 | Vdg.
(%) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zinstragende Aktiva (Durchschnitt) | 14.600 | 14.059 | 4 | 12.473 | 17 |
| Risikogewichtete Aktiva | 8.309 | 7.894 | 5 | 7.291 | 14 |
| Kundeneinlagen (Durchschnitt) | 5.044 | 5.557 | -9 | 5.118 | -1 |

1) Exkl. AT1 Kapital und erwartende Dividende und unter Berücksichtigung des genehmigten Aktienrückkaufes iHv. 325 Mio. € in 2022 auf BAWAG Group-Ebene.

Ausblick

Für den weiteren Verlauf von 2022 rechnen wir mit einer soliden Pipeline vielfältiger Möglichkeiten. Wir werden weiterhin diszipliniert und konservativ bei der Kreditvergabe bleiben und auf risikoadäquate Erträge achten, anstatt Geschäft nur für das Volumenwachstum zu machen. Da die Märkte das Kreditrisiko neu bewerten, was unserer Meinung nach schon lange überfällig war, haben wir unsere Kreditvergabekriterien weiter verschärft und unsere Risiko-Rendite-Kriterien angesichts der Unsicherheiten angepasst, was unseren disziplinierten Ansatz bei der Kreditvergabe widerspiegelt.


KONZERNLAGEBERICHT

CORPORATE CENTER AND TREASURY

Mit 30. Juni 2022 belief sich das Portfolio auf 4,5 Mrd. € und die Liquiditätsreserve auf 8,2 Mrd. €. Die durchschnittliche Laufzeit des Anlageportfolios betrug vier Jahre und umfasste 99% der Wertpapiere mit Investment-Grade-Rating, von denen 71% in der Kategorie A oder höher geratet waren. Zum 30. Juni 2022 hatte das Portfolio kein direktes Engagement in China, Russland, Ukraine oder Südosteuropa. Das Engagement in Südeuropa ist nach wie vor moderat und umfasst kürzer laufende, liquide Anleihen bekannter Emittenten.

Finanzergebnisse

| Ertragszahlen
(in Mio. €) | Jan-Jun 2022 | Jan-Jun 2021 | Vdg. (%) |
| --- | --- | --- | --- |
| Nettozinsertrag | 6,7 | 11,9 | -43,7 |
| Provisionsüberschuss | -0,8 | -1,4 | 42,9 |
| Operative Kernträge | 5,9 | 10,4 | -43,3 |
| Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten & sonstige betriebliche Erträge
und Aufwendungen | -15,5 | -8,5 | -82,4 |
| Operative Erträge | -9,6 | 2,0 | - |
| Operative Aufwendungen | -30,3 | -31,5 | -3,8 |
| Ergebnis vor Risikokosten | -39,9 | -29,5 | -35,3 |
| Regulatorische Aufwendungen | -17,1 | -16,6 | 3,0 |
| Risikokosten | -3,5 | 2,2 | - |
| Periodengewinn vor Steuern | -59,7 | -42,5 | -40,5 |
| Steuern vom Einkommen | 17,5 | 13,8 | 26,8 |
| Nettogewinn | -42,3 | -28,7 | -47,4 |
| Geschäftsvolumina
(in Mio. €) | Jun 2022 | Dez 2021 | Vdg. (%) | Jun 2021 | Vdg. (%) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | 16.760 | 20.297 | -17 | 20.656 | -19 |
| Risikogewichtete Aktiva | 3.566 | 4.137 | -14 | 4.776 | -25 |
| Eigenkapital | 4.147 | 4.106 | 1 | 3.975 | 4 |
| Eigene Emissionen und sonstige
Verbindlichkeiten | 4.334 | 4.637 | -7 | 5.070 | -15 |

Ausblick

Treasury wird sich weiterhin auf die Beibehaltung schlanker Prozesse und einfacher Produkte zur Unterstützung der operativen Kernaktivitäten und Kundenbedürfnisse der BAWAG Group konzentrieren. Wir sind jedoch bestrebt, eine hohe Kreditqualität und hoch liquide Anlagen mit einer soliden Diversifizierung aufrechtzuerhalten.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

RISIKOMANAGEMENT

Hinsichtlich der Erläuterungen der finanziellen und rechtlichen Risiken in der BAWAG P.S.K. sowie der Ziele und Methoden im Risikomanagement verweisen wir auf die Angaben im Anhang zum Konzern-Halbjahresabschluss (Notes). Die Richtlinien zu unseren Anlagestandards im Lichte von ESG finden Sie auf der Website der BAWAG Groupg: https://www.bawaggroup.com/BAWAGGROUP/IR/DE/ESG.

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KONZERNLAGEBERICHT

AUSBLICK UND ZIELE

Seit dem vierten Quartal 2021 haben wir eine erhöhte Marktvolatilität erlebt, einen Anstieg der Inflation, den jüngsten geopolitischen Konflikt und eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums gesehen. Die Marktvolatilität wird sehr wahrscheinlich aufgrund des anhaltenden geopolitischen Konflikts sowie Problemen in der globalen Lieferkette, stark steigenden Energiepreisen und Zentralbanken, die auf der ganzen Welt die Zinssätze erhöhen und ihre Bilanzen abbauen, um dem erheblichen Inflationsdruck zu begegnen, eine Konstante bleiben. Kein Unternehmen wird gegen diese Entwicklungen immun sein. Obwohl wir kein direktes Exposure zu Russland oder der Ukraine haben, verlangt das aktuelle Umfeld von uns eine größere Wachsamkeit beim Umgang mit diesen Risiken. Die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells besteht jedoch darin, dass wir über alle Zyklen hinweg Ergebnisse liefern können, da wir für alle Saisonen gerüstet sind. Die Vorteile der Schaffung einer skalierbaren und effizienten Bankplattform, die einen positiven operativen Leverage erzielen kann, sind heute deutlicher denn je. In der Vergangenheit konnten wir dadurch in einem Negativzinsumfeld, das durch gedämpftes Wachstum und ein günstiges Kreditumfeld gekennzeichnet war, Renditen im Bereich von 15% erzielen. Wir glauben, dass eine skalierbare und effiziente Bankplattform in einem Umfeld von steigenden Zinsen, erheblichem inflationärem Gegenwind und der Neubewertung von Risiken ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal darstellen wird. Auch in Zukunft werden wir in der Lage sein, anhaltend einen positiven operativen Hebel zu erzielen, da wir zusätzliche Möglichkeiten für Umsatzwachstum sehen und gleichzeitig diszipliniert im Hinblick auf unsere Kosten bleiben. Unser Ansatz ist konsequent: Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die wir kontrollieren können, sind diszipliniert bei der Kreditvergabe, behalten eine konservative Risikobereitschaft bei und verfolgen ausschließlich profitables Wachstum.

Unser Ausblick für das Gesamtjahr 2022 auf Ebene der BAWAG Group (konsolidiert) basiert auf einem Wachstum der Kern erträge um mehr als 7% und einem Rückgang der operativen Aufwendungen von rund 2%. Wir erwarten regulatorische Aufwendungen von rund 55 Mio. € und eine zugrundeliegende Risikokostenquote von rund 20 Basispunkten. Zusätzlich werden wir den Management Overlay weiter aufstocken. Wir streben ein Ergebnis vor Steuern von über 675 Mio. € an. Im Hinblick auf Ertragsziele haben wir uns einen RoTCE von über 17% und eine CIR unter 38% in 2022 zum Ziel gesetzt.

Unsere Ziele (BAWAG Group, konsolidiert) lauten wie folgt:

Finanzziele 2022 Ausblick (angepasst) 2022 Ausblick (bisher) 2021
Operative Kern erträge >7% >4% 1.220 Mio. €
Operative Aufwendungen ~ -2% ~ -2% 485 Mio. €
Regulatorische Aufwendungen ~55 Mio. € < 50 Mio. € 52 Mio. €
Risikokosten / zinstragende Aktiva (zugrundeliegend) ~20 Basispunkte ~20 Basispunkte 23 Basispunkte
Ergebnis vor Steuern >675 Mio. € >675 Mio. € 600 Mio. €
Ertragsziele 2022 Ausblick 2022 Ausblick 2021
Return on Tangible Common Equity >17% >17% 16,1%
Cost/Income Ratio <38% <38% 39,5%

Hinweis: Finanz- und Ertragsziele berücksichtigen Effekte aus dem Stadt Linz Verfahren nicht. Die Dividendenausschüttung wird auf Basis des Nettogewinns exklusive von Effekten aus dem Stadt Linz Verfahren erfolgen.

Unsere 2025 Ziele auf Ebene der BAWAG Group (konsolidiert) blieben unverändert.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

  1. August 2022

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Anas Abuzaakouk
CEO und Vorsitzender des Vorstands

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Sat Shah
Mitglied des Vorstands

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Andrew Wise
Mitglied des Vorstands

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Enver Sirucic
Mitglied des Vorstands

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David O'Leary
Mitglied des Vorstands

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Guido Jestädt
Mitglied des Vorstands


KONZERNLAGEBERICHT

KONZERN-HALBJAHRES-ABSCHLUSS

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

KONZERNRECHNUNG

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

in Mio. € [Notes] Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Zinserträge 609,2 564,1
davon mittels Effektivzinsmethode ermittelt 452,8 417,7
Zinsaufwendungen -132,4 -106,6
Dividendenerträge 14,9 3,4
Nettozinsertrag 491,8 460,9
Provisionserträge 200,7 172,0
Provisionsaufwendungen -41,4 -34,2
Provisionsüberschuss [1] 159,3 137,8
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden [2] -2,2 10,4
davon Gewinne aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 0,0 0,0
davon Verluste aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden -1,0 -11,7
Sonstige betriebliche Erträge 40,7 41,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen -75,2 -101,1
Operative Aufwendungen [3] -232,9 -241,6
davon Verwaltungsaufwand -204,3 -209,4
davon planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -28,6 -32,2
Risikokosten [4] -50,6 -53,1
davon gemäß IFRS 9 -45,4 -39,3
Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0,9 1,4
Periodengewinn vor Steuern 331,8 256,5
Steuern vom Einkommen -83,9 -68,5
Periodengewinn nach Steuern 247,9 188,0
davon den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbar 0,1 0,0
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar 247,7 188,0

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

SONSTIGES ERGEBNIS

in Mio. € [Notes] Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Periodengewinn nach Steuern 247,9 188,0
Sonstiges Ergebnis
Posten, bei denen keine Umgliederung in den Gewinn/Verlust möglich ist
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus leistungsorientierten Plänen 51,0 12,9
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene Wertänderungen von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Aktien und anderen Eigenkapitalinstrumenten -51,6 18,5
Änderung des Credit Spreads von finanziellen Verbindlichkeiten 5,9 0,0
Latente Steuern auf Posten, welche nicht umgegliedert werden können -3,5 -8,0
Summe der Posten, bei denen keine Umgliederung in den Gewinn/Verlust möglich ist 1,8 23,4
Posten, bei denen eine Umgliederung in den Gewinn/Verlust möglich ist
Währungsumrechnung 13,3 4,5
Absicherung einer Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe -11,0 -2,9
Cashflow-Hedge-Rücklage 13,7 -19,2
davon in den Gewinn (-) oder Verlust (+) umgegliedert¹) 4,0 -1,0
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene Wertänderungen von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Schuldinstrumenten -124,8 -11,8
davon in den Gewinn (-) oder Verlust (+) umgegliedert 8,8 -26,7
Anteil der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen von assoziierten Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0,3 0,0
Latente Steuern auf Posten, welche umgegliedert werden können 28,2 8,0
Summe der Posten, bei denen eine Umgliederung in den Gewinn/Verlust möglich ist -80,3 -21,4
Sonstiges Ergebnis -78,5 2,0
Gesamtergebnis nach Steuern 169,4 190,0
davon den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbar 0,1 -0,1
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar 169,3 190,1

¹) In den Nettozinsertrag.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

BILANZ

Aktiva

in Mio. € [Notes] 30.06.2022 31.12.2021
Barreserve 735 1.894
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte [5] 610 611
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte [6] 2.851 3.754
Handelsaktiva [7] 194 257
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte [8] 49.722 48.447
Kunden 37.176 34.963
Kreditinstitute 9.893 11.165
Wertpapiere 2.653 2.319
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien -461 -94
Sicherungsderivate 95 178
Sachanlagen 283 290
Vermietete Grundstücke und Gebäude 94 104
Geschäfts- und Firmenwerte 41 40
Markennamen und Kundenstücke 45 46
Software und andere immaterielle Vermögenswerte 184 185
Steueransprüche für laufende Steuern 24 17
Steueransprüche für latente Steuern [9] 22 28
At-equity bewertete Beteiligungen 41 41
Sonstige Vermögenswerte 293 285
Summe Aktiva 54.773 56.083

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Passiva

in Mio. € [Notes] 30.06.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten 51.214 52.135
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten [10] 214 234
Handelspassiva [11] 611 301
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten [12] 49.025 49.985
Kunden 34.680 36.075
Begebene Schuldschreibungen, Nachrang- und Ergänzungskapital 7.139 6.549
Kreditinstitute 7.206 7.361
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Vermögensübertragungen 391
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien -468 165
Sicherungsderivate 263 107
Rückstellungen [13] 304 382
Steuerschulden für laufende Steuern 15 21
Steuerschulden für latente Steuern [9] 34 58
Sonstige Verbindlichkeiten 826 882
Gesamtkapital 3.559 3.948
Eigenkapital, den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar (ex AT1-Kapital) 3.084 3.472
AT1-Kapital 471 471
Nicht beherrschende Anteile 5 5
Summe Passiva 54.773 56.083

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS

Gezeichnetes Kapital Kapital-rücklagen Andere begebene Eigenkapital-instrumente Gewinnrücklagen Cashflow-Hedge-Rücklage nach Steuern Versicherungsmathematische Gewinne/ Verluste nach Steuern Im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesene Schuldinstrumenten nach Steuern ohne At-equity-Gesellschaften
in Mio. €
Stand 01.01.2021 veröffentlicht 250 1.661 471 1.379 -1 -114 121
Fehlerkorrekturen 0 -4
Stand 01.01.2021 angepasst 250 1.661 471 1.379 -1 -114 117
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis -2
Transaktionen mit Eigentümern 0
Anteilsbasierte Vergütungen 0
Dividenden
AT1-Kupon -13
Gesamtergebnis 188 -15¹⁾ 10 -9²⁾
Stand 30.06.2021 250 1.661 471 1.552 -16 -104 108
Stand 01.01.2022 250 1.661 471 1.598 -22 -103 93
Umgliederung aus dem sonstigen Ergebnis 16
Transaktionen mit Eigentümern 4 -565
Anteilsbasierte Vergütungen 4
Dividenden -565
AT1-Kupon -12
Gesamtergebnis 248 10¹⁾ 35 -93²⁾
Stand 30.06.2022 250 1.665 471 1.285 -12 -68 0

1) Davon in den Gewinn oder Verlust umgegliedert: +3,0 Mio. € (H1 2021: -0,7 Mio. €).
2) Davon in den Gewinn oder Verlust umgegliedert: +6,6 Mio. € (H1 2021: -20,0 Mio. €).


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesene Schuldinstrumente nach Steuern aus At-equity-Gesellschaften Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete Aktien und andere Eigenkapitalinstrumente nach Steuern Änderung des Credit Spreads von finanziellen Verbindlichkeiten nach Steuern Absicherung einer Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe nach Steuern Währungs-umrechnung Eigenkapital, den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar Nicht Eigenkapital inkl. beherrschende Anteile Eigenkapital inkl. nicht beherrschende Anteile
5 -15 -54 18 -21 3.699 4 3.703
-4 -4
5 -15 -54 18 -21 3.695 4 3.699
-2 -2
0 0
0 0
-13 -13
14 0 -3 5 190 0 190
5 -1 -54 15 -16 3.870 4 3.874
2 48 -54 7 -9 3.943 5 3.947
16 16
-561 -561
4 4
-565 -565
-12 -12
-38 4 -11 14 169 0 169
2 10 -50 -4 5 3.554 5 3.559

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

VERKÜRZTE KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Jahresüberschuss (nach Steuern, vor nicht beherrschenden Anteilen) 248 188
Im Jahresüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit -421 -223
Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile -948 -1.219
Erhaltene Zinsen 603 558
Gezahlte Zinsen -127 -113
Erhaltene Dividenden 18 6
Ertragsteuerzahlungen -131 -8
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit -758 -811
Einzahlungen aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen 0 0
Einzahlungen aus der Veräußerung von Finanzanlagen 1.030 1.165
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 6 149
Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen -827 -435
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -31 -15
Erwerb von Tochterunternehmen (abzüglich erworbener Zahlungsmittel) 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit 178 864
Dividendenzahlungen -565 0
AT1-Kupon -12 -13
Auszahlungen aus Leasingverbindlichkeiten -2 -12
Auszahlungen aus nachrangigen Verbindlichkeiten (inklusive erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteter Verbindlichkeiten) 0 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -579 -25
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode 1.894 1.032
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit -758 -811
Cashflow aus Investitionstätigkeit 178 864
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -579 -25
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode 735 1.060

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

ANHANG (NOTES)

Der verkürzte Konzern-Halbjahresabschluss der BAWAG P.S.K. per 30. Juni 2022 wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC/SIC) erstellt, soweit diese von der EU übernommen wurden.

Der vorliegende Konzern-Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2022 steht im Einklang mit IAS 34 („Zwischenberichte“).

Die bei der Erstellung des Konzern-Halbjahresabschlusses angewandten Bilanzierungsmethoden stimmen mit jenen des Konzern-Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2021 überein.

Der Halbjahresfinanzbericht per 30. Juni 2022 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen.

Die Berichtswährung ist Euro. Sofern nicht anders angegeben, werden die Zahlen auf Millionen Euro gerundet dargestellt. Die nachstehend angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.

Auf Fremdwährung lautende monetäre Bilanzwerte wurden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Bezüglich Details zu den Auswirkungen der Russland-Ukraine-Krise verweisen wir auf Note 18 im Risikobericht.

Ermessensausübung und Schätzunsicherheiten

Der Konzern-Halbjahressabschluss enthält Werte, die zulässigerweise unter Verwendung von Schätzungen und Annahmen ermittelt wurden. Die verwendeten Schätzungen und Annahmen basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen, Erwartungen und Prognosen zukünftiger Ereignisse auf Basis des derzeitigen Wissensstandes. Die Schätzungen und Beurteilungen selbst sowie die zugrunde liegenden Beurteilungsfaktoren und Schätzverfahren werden regelmäßig überprüft und mit den tatsächlich eingetretenen Ereignissen abgeglichen. In Bezug auf COVID-19 verweisen wir auf den Aufzählungspunkt zu IFRS 9.

Einen wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse haben die Bewertung von Finanzinstrumenten und die damit verbundenen Einschätzungen der Bewertungsparameter, vor allem zur zukünftigen Zinsentwicklung. Die von der Bank verwendeten Parameter leiten sich im Wesentlichen aus den aktuellen Marktkonditionen zum Stichtag ab.

Für die Ermittlung von Fair Values für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden, werden Bewertungsmodelle herangezogen. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die selten gehandelt werden, sind Schätzungen in unterschiedlichem Maß erforderlich, abhängig von der Liquidität, der Unsicherheit der Marktfaktoren, Preisannahmen und sonstigen geschäftsspezifischen Risiken. Details zu den Bewertungsmodellen und Schätzunsicherheiten bei nicht beobachtbaren Inputfaktoren befinden sich in Note 15 Fair Value.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Zahlungsmittel generierenden Einheiten (CGUs) basiert auf Planungsrechnungen. Diese spiegeln naturgemäß eine Einschätzung des Managements wider, die einer gewissen Schätzunsicherheit unterworfen ist.

Der Konzern verwendet für die Bestimmung der auszuweisenden Beträge latenter Steuerforderungen historische Erkenntnisse zu Verwertungsmöglichkeiten von steuerlichen Verlustvorträgen und prognostizierte Geschäftsergebnisse auf Basis der vom Management der Tochtergesellschaften erstellten Mehrjahresplanung und des genehmigten Budgets für die Folgeperiode einschließlich Steuerplanung. Regelmäßig werden die Einschätzungen hinsichtlich der latenten Steuerforderungen einschließlich der Annahmen des Konzerns über die zukünftige Ertragskraft einer Neubewertung unterzogen. Details zu den latenten Steuern befinden sich in Note 9 Saldierter aktiver/passiver Bilanzansatz latenter Steuern.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen beruht auf dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Bei der Bewertung dieser Verpflichtungen sind insbesondere Annahmen über den langfristigen Gehalts- und Pensionsentwicklungstrend sowie die zukünftigen Sterberaten zu treffen. Veränderungen der Schätzannahmen von Jahr zu Jahr sowie Abweichungen von den tatsächlichen Jahreseffekten sind in den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten abgebildet.

Des Weiteren unterliegen folgende Sachverhalte der Beurteilung durch das Management:

  • Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten
  • die Bildung von Rückstellungen für ungewisse Verpflichtungen,
  • die Beurteilung von rechtlichen Risiken und Ausgang von Gerichtsverhandlungen, höchsterichtlichen Entscheidungen und aufsichtsbehördlichen Überprüfungen sowie die Bildung diesbezüglicher Rückstellungen,
  • die Beurteilung der Laufzeit bei der Anwendung des IFRS-16-Leasing-Standards,
  • die Beurteilung, bei welchen Unternehmen es sich um strukturierte Unternehmen handelt und welches Engagement bei solchen Unternehmen auch tatsächlich einen Anteil darstellt
  • IFRS 9: Die Beurteilung des SPPI-Kriteriums kann Ermessensentscheidungen erfordern, um sicherzustellen, dass finanzielle Vermögenswerte in die entsprechende Bewertungskategorie eingeordnet werden. Die Beurteilung der Einbringlichkeit von langfristigen Krediten und damit die Einschätzungen über die zukünftigen Cashflows des Kreditnehmers, mögliche Wertminderungen von Krediten und die Bildung von Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Kreditgeschäft. Im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie und den Russland-Ukraine Konflikt sind Einschätzungen hinsichtlich der Bewertung einzelner finanzieller Vermögenswerte, der Festlegung der Transferlogik von Finanzinstrumenten von Stage 1 zu Stage 2, makroökonomischer Annahmen zur Festlegung der zukunftsgerichteten Informationen im Zuge der Kalkulation der erwarteten Kreditverluste sowie der Annahmen über die erwarteten Cashflows für ausfallsgefährdete Kredite basierend auf den aktuellsten uns vorliegenden Beobachtungen. Die langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Entwicklung des Arbeitsmarktes und anderer branchenspezifischer Märkte sowie die innerhalb und außerhalb staatlicher oder branchenspezifischer Moratorien gewährten Zahlungsbefreiungen können sich im Nachhinein als über- oder unterschätzt erweisen. Bezüglich Details zu quantitativen Effekten von COVID-19 und dem Russland-Ukraine Konflikt zum 30. Juni 2022 verweisen wir auf die Angaben im Risikobericht.
  • die Ermittlung der Fair Values von nicht börsenotierten Finanzinstrumenten, bei denen einige für das Bewertungsmodell benötigte Parameter nicht am Markt beobachtbar sind (Level 3). Bezüglich Details zu Effekten von COVID-19 und dem Russland-Ukraine Konflikt zum 30. Juni 2022 verweisen wir auf die Angaben in Note 15 Fair Value.

Ermessensausübung und Schätzunsicherheiten – Stadt Linz

Schätzunsicherheiten betreffen ebenso die Ansprüche der BAWAG P.S.K. gegenüber der Stadt Linz. Die Stadt Linz und die BAWAG P.S.K. haben am 12. Februar 2007 eine Swap-Vereinbarung abgeschlossen. Diese Transaktion sollte bei der Stadt Linz zur Optimierung einer in Schweizer Franken denominierten Anleihe dienen.

Aufgrund der Entwicklung des Kurses des Schweizer Frankens seit Herbst 2009 musste die Stadt Linz vertragsgemäß höhere Zahlungen an die BAWAG P.S.K. leisten. Am 13. Oktober 2011 hat der Gemeinderat der Stadt Linz beschlossen, keine weiteren Zahlungen mehr im Zusammenhang mit der Swap-Vereinbarung zu leisten. In weiterer Folge hat die BAWAG P.S.K. von ihrem Recht Gebrauch gemacht, das Geschäft zu schließen.

Anfang November 2011 hat die Stadt Linz beim Handelsgericht Wien (Gericht erster Instanz) Klage gegen die BAWAG P.S.K. auf Zahlung von 30,6 Mio. CHF (zum damaligen Kurs umgerechnet 24,2 Mio. €) eingebracht. Dies entspricht den Netto-Barzahlungen, die die Stadt Linz im Rahmen der Swap-Vereinbarung geleistet hat. Die BAWAG P.S.K. brachte ihrerseits eine (Wider-)Klage gegen die Stadt Linz zur Durchsetzung ihrer vertraglichen Ansprüche aus demselben Geschäft in der Höhe von 417,7 Mio. € ein, die hauptsächlich die der BAWAG P.S.K. entstandenen Schließungskosten umfassen. Das Gericht verband beide Verfahren. Die ersten mündlichen Verhandlungen fanden im Frühjahr 2013 statt und ein vom Gericht beauftragtes Gutachten sowie ein Ergänzungsgutachten wurden im August 2016 bzw. im Dezember 2017 übermittelt.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Am 8. April 2019 hat die Stadt Linz einen Antrag auf ein Zwischenurteil in Bezug auf die von der Stadt Linz geltend gemachte Forderung von 30,6 Mio. CHF eingebracht, um festzustellen, ob die Swap-Vereinbarung gültig ist. Das Gericht reagierte auf den Antrag mit Trennung der beiden vorher verbundenen Verfahren und hat die (Wider)Klage der BAWAG P.S.K. bis zum Ergebnis des Zwischenurteils ruhend gestellt. Am 7. Jänner 2020 erließ das Gericht erster Instanz ein Zwischenurteil, in dem es die Swap-Vereinbarung für nichtig erklärte. Das Berufungsgericht bestätigte das Zwischenurteil des Gerichts erster Instanz am 31. März 2021 und erlaubte eine ordentliche Revision an den Obersten Gerichtshof. Die BAWAG P.S.K. legte am 4. Mai 2021 eine Revision an den Obersten Gerichtshof ein und die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes ist noch offen.

Das Zwischenurteil bezieht sich nur auf die Gültigkeit der Swap-Vereinbarung und ist keine Entscheidung über die gegenseitigen Zahlungsansprüche der BAWAG P.S.K. und der Stadt Linz. Daher werden die gegenseitigen Zahlungsansprüche, ungeachtet des finalen Urteils des Obersten Gerichtshofes über die Gültigkeit der Swap-Vereinbarung, letztlich vom Gericht erster Instanz oder potentiell (wieder) vom Berufungsgericht und vom Obersten Gerichtshof entschieden. Die BAWAG P.S.K. ist daher der Ansicht, dass ihre starke Rechtsposition unverändert bleibt, und ist auf das weitere Gerichtsverfahren gut vorbereitet. Es ist schwer abschätzbar, wie lange das Verfahren noch dauern wird. Basierend auf Erfahrungswerten wird jedoch die weitere Verfahrensdauer, bis ein abschließendes, vollstreckbares Urteil vorliegt, mit mehreren Jahren angenommen.

Zukünftige Gerichtsentscheidungen über die Gültigkeit der Swap-Vereinbarung können den bilanziellen Ansatz für die geltend gemachte Forderung beeinflussen. Sollte die Swap-Vereinbarung vom Obersten Gerichtshof für ungültig erklärt werden, müsste die BAWAG P.S.K. die Forderung gegenüber der Stadt Linz ausbuchen. Ein daraus resultierender möglicher Schadenersatz wäre nur zu berücksichtigen, nachdem ein endgültiges Urteil der BAWAG P.S.K. den entsprechenden Betrag zusprechen würde. Selbst wenn die Gerichte die Swap-Vereinbarung für gültig erklären sollten, kann es sein, dass der BAWAG P.S.K. die eingeklagte Forderung ganz oder teilweise nicht zugesprochen wird, und sie wäre in diesem Fall auch zu einer weiteren Abschreibung ihrer Forderung verpflichtet.

Die BAWAG P.S.K. hat im Zeitraum des aufrechten Geschäfts dieses gemäß den allgemeinen Regeln bewertet (siehe dazu Note 1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerngeschäftsberichts 2021) und die in der Swap-Vereinbarung enthaltenen Risiken berücksichtigt. Insbesondere musste das Management im Rahmen der laufenden Bewertung die mit dem Geschäft verbundenen Risiken, wie etwa Non-Payment-, Rechts-, Prozess- und sonstige operationelle Risiken, schätzen und Annahmen treffen; daraus resultierte eine entsprechende Bewertungsanpassung.

Bei Beendigung des Geschäfts wurde der Swap ausgebucht und eine Forderung in die Position Forderungen an Kunden (in der Kategorie Zu fortgeführten Anschaffungskosten) eingestellt. 2011, als der Swap ausgebucht wurde, wurde ein Credit Value Adjustment in Höhe von 164 Mio. € (entspricht ca. 40% von 417,7 Mio. €) mit der Bruttoforderung aufgerechnet und eine neue Forderung in Höhe von ca. 254 Mio. € eingebucht.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Sonstiges

Der Konsolidierungskreis umfasst alle wesentlichen – direkten und indirekten – Tochterunternehmen der BAWAG P.S.K..

Der Konzern umfasst zum 30. Juni 2022 insgesamt 41 (31. Dezember 2021: 47) vollkonsolidierte Unternehmen und 2 (31. Dezember 2021: 2) Unternehmen, die at-equity einbezogen werden, im In- und Ausland.

Im ersten Quartal 2022 wurden die Leasing-west GmbH und die SWBI Stuttgart 1 GmbH wegen Unwesentlichheit entkonsolidiert. Die MF BAWAG Blocker LLC, Wilmington wurde liquidiert und am 1. März 2022 aus dem Firmenbuch gelöscht.

Im zweiten Quartal 2022 wurde die Austwest Anstalt wegen Unwesentlichheit entkonsolidiert.

Mit Beschluss vom 22. November 2021 hat die Hauptversammlung der BAWAG P.S.K. AG die grenzüberschreitende Verschmelzung der DEPFA BANK plc als übertragender Gesellschaft mit der BAWAG P.S.K. AG als übernehmender Gesellschaft gemäß den Bestimmungen des gemeinsamen Verschmelzungsplans vom 22. November 2021 genehmigt.

Durch die Verschmelzung der BAWAG P.S.K. AG mit der DEPFA BANK plc wurde die BAWAG P.S.K. AG alleinige Eigentümerin der DEPFA ACS Bank DAC. Daher hat die Hauptversammlung der BAWAG P.S.K. AG mit Beschluss vom 22. November 2021 die grenzüberschreitende Verschmelzung der DEPFA ACS Bank DAC als übertragende Gesellschaft mit der BAWAG P.S.K. AG als übernehmende Gesellschaft gemäß den Bestimmungen des gemeinsamen Verschmelzungsplans vom 22. November 2021 genehmigt.

Die grenzüberschreitenden Verschmelzungen erfolgen unter Anwendung des österreichischen EU-Verschmelzungsgesetzes und wurden beim Firmenbuchgericht angemeldet. Die Eintragung der Verschmelzung erfolgte am 8. und 9. Juli 2022.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es gab keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

DETAILS ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1 | Provisionsüberschuss

Der Provisionsüberschuss gliedert sich wie folgt auf die einzelnen Segmente der BAWAG P.S.K.:

| Jan-Jun 2022
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real Estate & Public Sector | Treasury | Corporate Center | BAWAG P.S.K. |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Provisionserträge | 182,9 | 17,7 | - | 0,1 | 200,7 |
| Zahlungsverkehr | 90,5 | 17,7 | - | - | 108,2 |
| Beratungsdienstleistungen | 61,7 | - | - | 0,7 | 62,4 |
| Wertpapier- und Depotgeschäft | 54,4 | - | - | 0,7 | 55,1 |
| Versicherung | 7,3 | - | - | - | 7,3 |
| Kreditgeschäft und sonstige Dienstleistungen | 30,7 | - | - | -0,6 | 30,1 |
| Kreditgeschäft | 19,2 | - | - | - | 19,2 |
| Factoring | 8,6 | - | - | - | 8,6 |
| Sonstige | 2,9 | - | - | -0,6 | 2,3 |
| Provisionsaufwendungen | -38,8 | -1,8 | -0,4 | -0,4 | -41,4 |
| Zahlungsverkehr | -28,4 | -1,8 | - | - | -30,2 |
| Beratungsdienstleistungen | -7,0 | - | - | -0,1 | -7,1 |
| Wertpapier- und Depotgeschäft | -7,0 | - | - | -0,1 | -7,1 |
| Kreditgeschäft und sonstige Dienstleistungen | -3,4 | - | -0,4 | -0,3 | -4,1 |
| Kreditgeschäft | -1,9 | - | - | - | -1,9 |
| Factoring | -1,1 | - | - | - | -1,1 |
| Sonstige | -0,4 | - | -0,4 | -0,3 | -1,1 |
| Provisionsüberschuss | 144,1 | 15,9 | -0,4 | -0,3 | 159,3 |


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

| Jan–Jun 2021
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real
Estate & Public
Sector | Treasury | Corporate Center | BAWAG P.S.K. |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Provisionserträge | 151,5 | 20,4 | - | 0,1 | 172,0 |
| Zahlungsverkehr | 87,7 | 20,4 | - | - | 108,1 |
| Beratungsdienstleistungen | 36,5 | - | - | 0,7 | 37,2 |
| Wertpapier- und
Depotgeschäft | 30,9 | - | - | 0,7 | 31,6 |
| Versicherung | 5,6 | - | - | - | 5,6 |
| Kreditgeschäft und
sonstige Dienstleistungen | 27,3 | - | - | -0,6 | 26,7 |
| Kreditgeschäft | 13,7 | - | - | - | 13,7 |
| Factoring | 8,1 | - | - | - | 8,1 |
| Sonstige | 5,5 | - | - | -0,6 | 4,9 |
| Provisionsaufwendungen | -29,4 | -3,2 | - | -1,6 | -34,2 |
| Zahlungsverkehr | -24,2 | -3,2 | - | - | -27,4 |
| Beratungsdienstleistungen | -0,1 | - | - | -1,3 | -1,4 |
| Wertpapier- und
Depotgeschäft | -0,1 | - | - | -1,3 | -1,4 |
| Kreditgeschäft und
sonstige Dienstleistungen | -5,1 | - | - | -0,3 | -5,4 |
| Kreditgeschäft | -2,0 | - | - | - | -2,0 |
| Factoring | -0,9 | - | - | - | -0,9 |
| Sonstige | -2,2 | - | - | -0,3 | -2,5 |
| Provisionsüberschuss | 122,1 | 17,2 | - | -1,5 | 137,8 |

Im Provisionsüberschuss ist ein Betrag aus Treuhandgeschäften in Höhe von 1,0 Mio. € (H1 2021: 1,4 Mio. €) enthalten. Erträge aus dem Zahlungsverkehr und aus dem Wertpapier- und Depotgeschäft werden hauptsächlich zeitpunktbezogen erfasst. Erträge aus dem Kreditgeschäft werden hauptsächlich zeitraumbezogen erfasst. Sonstige Erträge werden unter Verwendung einer Mischung aus zeitpunktbezogen und zeitraumbezogen erfasst.

2 | Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden

in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Realisierte Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren 38,5 14,5
Verluste aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert -12,9 -1,5
Verluste aus der Bilanzierung von Fair-Value-Hedges -23,0 -5,8
Sonstige -4,8 3,2
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden -2,2 10,4

Die Position Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden wird wesentlich von der Bewertung und den Verkäufen der Veranlagungen, der Bewertung von eigenen Emissionen und Derivaten beeinflusst.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

3 | Operative Aufwendungen

in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Personalaufwand -140,6 -149,2
Sonstiger Verwaltungsaufwand -63,7 -60,2
Verwaltungsaufwand -204,3 -209,4
Planmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -28,6 -32,2
Operative Aufwendungen -232,9 -241,6

4 | Risikokosten

in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Wertberichtigungen und Veränderungen von Rückstellungen für Kreditrisiken -45,4 -39,3
Rückstellungen und Aufwendungen für operationelles Risiko -1,0 -13,8
Wertberichtigungen von nichtfinanziellen Vermögenswerten
CDS Prämien -4,2
Risikokosten -50,6 -53,1

Wertberichtigungen von nicht finanziellen Vermögenswerten

in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Software und andere immaterielle Vermögenswerte
davon Markenname
davon Software und andere immaterielle Vermögensgegenstände
Zu- und Abschreibungen von langfristigen Vermögenswerten

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

DETAILS ZUR KONZERNBILANZ

5 | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Erfolgswirksam freiwillig zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 66 77
Forderungen an Kunden 66 77
Erfolgswirksam verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 544 534
Schuldverschreibungen und andere festverzinste Wertpapiere 352 328
Forderungen an Kunden 93 108
Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente 99 98
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 610 611

In der Kategorie „Erfolgswirksam freiwillig zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ werden jene Finanzinstrumente ausgewiesen, die aufgrund der Ausübung der Fair-Value-Option gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert angesetzt werden.

Das maximale Ausfallsrisiko der Forderungen an Kunden entspricht dem Buchwert.

6 | Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Schuldtitel 2.677 3.395
Schuldverschreibungen und andere festverzinste Wertpapiere 2.677 3.395
Schuldverschreibungen anderer Emittenten 2.563 3.327
Schuldtitel öffentlicher Stellen 114 68
Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente 174 359
AT1-Kapital 17 20
Anteile an nicht konsolidierten beherrschten Unternehmen 17 17
Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis 0 0
Sonstige Anteile 140 322
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.851 3.754

7 | Handelsaktiva

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Derivate des Bankbuchs 194 257
Währungsbezogene Derivate 56 39
Zinsbezogene Derivate 138 218
Handelsaktiva 194 257

BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

8 | Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die folgende Aufstellung zeigt die Zusammensetzung der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte“ des Konzerns.

| 30.06.2022
in Mio. € | Buchwert vor
Abzug der
Wertberichtigungen | Wertberichtigungen Stage 1 | Wertberichtigungen Stage 2 | Wertberichtigungen Stage 3 | Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der
Wertberichtigungen) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen an Kunden | 37.615 | -37 | -103 | -299 | 37.176 |
| Wertpapiere | 2.654 | -1 | 0 | 0 | 2.653 |
| Schuldtitel öffentlicher Stellen | 113 | 0 | – | – | 113 |
| Schuldtitel anderer Emittenten | 2.541 | -1 | – | – | 2.540 |
| Forderungen an Kreditinstitute | 9.893 | 0 | 0 | – | 9.893 |
| Summe | 50.162 | -38 | -103 | -299 | 49.722 |
| 31.12.2021
in Mio. € | Buchwert vor
Abzug der
Wertberichtigungen | Wertberichtigungen Stage 1 | Wertberichtigungen Stage 2 | Wertberichtigungen Stage 3 | Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der
Wertberichtigungen) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen an Kunden | 35.361 | -29 | -100 | -269 | 34.963 |
| Wertpapiere | 2.320 | -1 | – | – | 2.319 |
| Schuldtitel öffentlicher Stellen | 123 | 0 | – | – | 123 |
| Schuldtitel anderer Emittenten | 2.197 | -1 | – | – | 2.196 |
| Forderungen an Kreditinstitute | 11.165 | 0 | 0 | – | 11.165 |
| Summe | 48.846 | -30 | -100 | -269 | 48.447 |

In der folgenden Tabelle wird die Verteilung der zum Stichtag bestehenden Forderungen an Kunden nach Kreditarten dargestellt:

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Kredite 33.281 31.444
Girobereich 1.816 1.230
Finanzierungsleasing 1.601 1.636
Barvorlagen 200 150
Geldmarktgeschäfte 278 503
Forderungen an Kunden 37.176 34.963

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Die folgende Aufstellung zeigt die Zusammensetzung der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“ nach den Segmenten des Konzerns:

| 30.06.2022
in Mio. € | Buchwert vor
Abzug der
Wertberichtigungen | Wertberichtigungen Stage 1 | Wertberichtigungen Stage 2 | Wertberichtigungen Stage 3 | Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der
Wertberichtigungen) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Retail & SME | 22.278 | -25 | -56 | -247 | 21.950 |
| Corporates, Real Estate &
Public Sector | 15.465 | -13 | -47 | -51 | 15.354 |
| Treasury | 11.869 | 0 | 0 | – | 11.869 |
| Corporate Center | 550 | 0 | – | 0 | 550 |
| Summe | 50.162 | -38 | -103 | -299 | 49.722 |
| 31.12.2021
in Mio. € | Buchwert vor
Abzug der
Wertberichtigungen | Wertberichtigungen Stage 1 | Wertberichtigungen Stage 2 | Wertberichtigungen Stage 3 | Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der
Wertberichtigungen) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Retail & SME | 20.974 | -21 | -52 | -229 | 20.672 |
| Corporates, Real Estate &
Public Sector | 14.443 | -9 | -47 | -39 | 14.348 |
| Treasury | 13.029 | 0 | 0 | – | 13.029 |
| Corporate Center | 400 | 0 | – | -2 | 398 |
| Summe | 48.846 | -30 | -100 | -269 | 48.447 |


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

9 | Saldierter aktiver/passiver Bilanzansatz latenter Steuern

Die in der Bilanz ausgewiesenen latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten ergeben sich aufgrund von temporären Differenzen zwischen dem Buchwert nach IFRS und dem steuerrechtlichen Ansatz folgender Bilanzposten:

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 50 25
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 46
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 104 104
Handelsaktiva 48
Sicherungsderivate 8
Rückstellungen 43 67
Verlustvorträge 2 1
Sonstige 2
Latente Steueransprüche 303 197
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 14 25
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 18
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 272 36
Handelsaktiva 16
Sicherungsderivate 104
Selbsterstellte immaterielle Wirtschaftsgüter 18 17
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 10 11
Sachanlagen 1
Latente Steuerverpflichtungen 315 227
Saldierter aktiver/passiver Bilanzansatz latenter Steuern -12 -30
Aktive latente Steuern in der Bilanz ausgewiesen1) 22 28
Passive latente Steuern in der Bilanz ausgewiesen 34 58

1) Entspricht den aktiven latenten Steuern von Unternehmen, die nicht Teil der Steuergruppe waren.

Pro Konzerngesellschaft wurden aktive und passive Steuerlatenzen gegenüber derselben lokalen Steuerbehörde saldiert und unter Steuerforderungen oder Steuerverbindlichkeiten ausgewiesen.

Sowohl latente Steueransprüche als auch latente Steuerverpflichtungen haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

Per 30. Juni 2022 belaufen sich latente Steuerforderungen auf Verlustvorträge der BAWAG P.S.K. auf 2 Mio. € (31. Dezember 2021: 1 Mio.). Das Risiko, dass COVID-19 und der Russland-Ukraine Konflikt Auswirkungen auf die Verwertbarkeit von noch nicht verbrauchten Verlustvorträgen haben, ist daher als gering anzusehen. Wie in obiger Tabelle ersichtlich, zeigt die Bilanz eine Nettoverbindlichkeit für latente Steuern in Höhe von 12 Mio. € (31. Dezember 2021: 30 Mio. €). Ein erhöhtes Risiko, dass zukünftige steuerliche Gewinne nicht ausreichen, um latente Steuerforderungen zu verwerten, ist daher nicht gegeben.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

10 | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Begebene Schuldverschreibungen, Nachrang- und Ergänzungskapital 206 222
Begebene Schuldverschreibungen und andere verbriefte Verbindlichkeiten 67 73
Nachrangkapital 96 103
Kassenobligationen und nicht börsenotierte Private Placements 43 46
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 8 12
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten 214 234

11 | Handelspassiva

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Derivate des Bankbuchs 611 301
Währungsbezogene Derivate 143 122
Zinsbezogene Derivate 466 171
Kreditderivate 2 8
Handelspassiva 611 301

BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

12 | Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.206 7.361
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 34.680 36.075
Spareinlagen – fix verzinst 559 572
Spareinlagen – variabel verzinst 5.095 5.453
Anlagekonten 6.662 6.794
Giroeinlagen – Retailkunden 14.477 14.920
Giroeinlagen – Firmenkunden 3.740 4.638
Sonstige Einlagen^{1)} 4.147 3.698
Begebene Schuldverschreibungen, Nachrang- und Ergänzungskapital 7.139 6.549
Begebene Schuldverschreibungen 6.887 6.280
Nachrangkapital 45 44
Ergänzungskapital 1 35
Andere verbriefte Verbindlichkeiten 206 190
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 49.025 49.985

1) Primär Termineinlagen.

Zum 30. Juni 2022 beträgt der ausstehende Betrag unter der TLTRO-III-Fazilität 6,4 Mrd. € (31. Dezember 2021: 6,4 Mrd. €). Die BAWAG P.S.K. hat sich entschieden, trotz ihrer bereits starken Liquiditätsposition an der TLTRO-III-Fazilität als wirtschaftlich attraktiver Maßnahme zur Vorhaltung von Liquidität und zur Unterstützung der Kreditvergabe an die Realwirtschaft teilzunehmen.

Der negative Zinsaufwand aus dem TLTRO-III-Programm in Höhe von 31,5 Mio. € (H1 2021: 30,8 Mio. €) wird im Posten Zinsertrag ausgewiesen.

Die TLTRO-III-Finanzierung hat eine Laufzeit von drei Jahren mit einer vorzeitigen Rückzahlungsoption nach einem Jahr. Die Verzinsung des TLTRO III ist abhängig von den vergebenen Kreditvolumina an nichtfinanzielle Unternehmen und private Haushalte (ohne Wohnungsbaukredite).

Für Banken, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2021 ein ausreichendes Kreditvolumen erreichen konnten, liegt der Zinssatz für alle ausstehenden TLTRO-III-Geschäfte im Zeitraum zwischen dem 24. Juni 2020 und dem 23. Juni 2021 50 Basispunkte unter dem durchschnittlichen Zinssatz für die Einlagefazilität der EZB im selben Zeitraum, in jedem Fall aber nicht höher als -1%. BAWAG P.S.K. konnte die erforderlichen Kreditvergabekriterien erfüllen, um von dem günstigsten Zinssatz von -1% im Zeitraum zwischen dem 24. Juni 2020 und dem 23. Juni 2021 zu profitieren.

Im Dezember 2020 entschied die EZB, für Banken, die in der zusätzlichen Referenzperiode zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 31. Dezember 2021 ein ausreichendes Kreditvolumen erreichen, die Sonderzinskonditionen für den Zeitraum zwischen 24. Juni 2021 und 23. Juni 2022 zu verlängern. BAWAG P.S.K. konnte die erforderlichen Kreditvergabekriterien erfüllen, um für diesen weiteren Zeitraum ebenfalls von den günstigsten TLTRO-III-Zinssätzen zu profitieren.

Für den Zeitraum ab dem 24. Juni 2022 bis zum Laufzeitende wird die Verzinsung des TLTRO III als durchschnittlicher Zinssatz für die Einlagefazilität der EZB über den Gesamtzeitraum der ausstehenden TLTRO-III-Geschäfte berechnet.

Die ausstehende TLTRO-Fazilität wird zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert und unter Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die BAWAG P.S.K. verwendet den konkret anwendbaren Zinssatz, der für die jeweilige einzelne Zinsperiode des TLTRO III erwartet wird.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Es gab keine Neueinschätzung der Zahlungsströme auf Grund geänderter Kriterien im Berichtszeitraum. Eine Neueinschätzung würde nach den Bestimmungen des IFRS 9B.5.4.5 bilanziert werden.

Auf Basis einer Analyse der für die BAWAG P.S.K. am Markt für vergleichbare besicherte Refinanzierungen beobachtbaren Konditionen ist die Bank zu der Auffassung gelangt, dass die Konditionen des TLTRO-III-Programmes für sie keinen wesentlichen Vorteil im Vergleich zum Markt bieten. Die Verbindlichkeiten wurden daher als Finanzinstrument gemäß IFRS 9 erfasst.

13 | Rückstellungen

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Sozialkapitalrückstellungen 270 334
hievon für Abfertigungen 67 84
hievon für Pensionen 178 221
hievon für Jubiläumsgeld 25 29
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 12 15
Kreditzusagen, Bürgschaften, Garantien 12 15
Andere Rückstellungen inklusive Rechtsrisiken 22 33
Rückstellungen 304 382

Rückstellungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder werden gemäß IAS 19 nach der Projected Unit Credit Method (dem Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt. Es wurde ein Rechenzinssatz von 3,10% verwendet (31. Dezember 2021: 1,00%). Darüber hinaus wurden auch die Bezugserhöhungen angepasst: Rentendynamik von 1,0%–2,0% p.a., Gehaltsdynamik Abfertigungen von 3,3% p.a. und Gehaltsdynamik Jubiläumsgeld von 2,0%–3,0% p.a. (31. Dezember 2021: Rentendynamik von 1,0%–2,0% p.a., Gehaltsdynamik Abfertigungen von 3,1% p.a. und Gehaltsdynamik Jubiläumsgeld von 2,0%–2,8% p.a.). Versicherungsmathematische Anpassungen führten zu einem Nettoertrag in Höhe von 35 Mio. € im sonstigen Ergebnis und einem Nettoertrag von 4 Mio. € im Periodengewinn.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

14 | Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Geschäftsbezehungen mit nahestehenden Unternehmen

Im Folgenden werden die Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen dargestellt:

Mutterunternehmen Unternehmen, unter deren gemeinschaftlicher Führung oder maßgeblichem Einfluss das Unternehmen steht Verbundene, nicht konsolidierte Unternehmen Assoziierte Unternehmen Joint Ventures Sonstige Beteiligungen
30.06.2022 in Mio. €
Forderungen an Kunden 0 66 0 89
Nicht ausgenützte Kreditrahmen 10 13 14 5
Wertpapiere und Beteiligungen 23
Sonstige Aktiva (inkl. Derivaten) 4 4
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.156 8 86 0
AT1-Kapital 471
Sonstige Passiva (inkl. Derivaten) 27
Gegebene Garantien 1
Zinserträge¹) 0 0 0 0
Zinsaufwendungen 7 0 1
Provisionsüberschuss 0 0 6 0

¹) Bruttoerträge; Absicherungskosten nicht gegengerechnet.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

| 31.12.2021
in Mio. € | Mutterunternehmen | Unternehmen, unter deren gemeinschaftlicher Führung oder maßgeblichem Einfluss das Unternehmen steht | Verbundene, nicht konsolidierte Unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Joint Ventures | Sonstige Beteiligungen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen an Kunden | 0 | – | 80 | 1 | 40 | – |
| Nicht ausgenützte Kreditrahmen | 10 | – | 12 | 0 | 5 | 0 |
| Wertpapiere und Beteiligungen | – | – | – | 25 | – | – |
| Sonstige Aktiva (inkl. Derivaten) | 8 | – | 6 | – | – | – |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 927 | – | 8 | 87 | – | 0 |
| AT1-Kapital | 471 | – | – | – | – | – |
| Sonstige Passiva (inkl. Derivaten) | 592 | – | – | – | – | – |
| Gegebene Garantien | – | – | 1 | – | – | – |
| Zinserträge¹) | – | – | 0,6 | 0,2 | 0,2 | – |
| Zinsaufwendungen | 13,8 | – | 0,0 | 1,0 | – | 0,0 |
| Provisionsüberschuss | 0,0 | – | 0,0 | 8,6 | 0,0 | 0,0 |

¹) Bruttoerträge; Absicherungskosten nicht gegengerechnet.

| 30.06.2021
in Mio. € | Mutterunternehmen | Unternehmen, unter deren gemeinschaftlicher Führung oder maßgeblichem Einfluss das Unternehmen steht | Verbundene, nicht konsolidierte Unternehmen | Assoziierte Unternehmen | Joint Ventures | Sonstige Beteiligungen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen an Kunden | 0 | – | 37 | 2 | 65 | 0 |
| Nicht ausgenützte Kreditrahmen | 10 | – | 8 | 22 | 20 | – |
| Wertpapiere und Beteiligungen | – | – | – | 25 | – | – |
| Sonstige Aktiva (inkl. Derivaten) | 24 | – | 6 | – | – | – |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | 1.092 | – | 4 | 89 | 0 | 0 |
| AT1-Kapital | 471 | – | – | – | – | – |
| Sonstige Passiva (inkl. Derivaten) | 241 | – | – | – | – | – |
| Gegebene Garantien | – | – | 0 | – | 1 | – |
| Zinserträge¹) | – | – | 0,3 | 0,2 | 0,1 | – |
| Zinsaufwendungen | 7,0 | – | 0,0 | 0,5 | 0,0 | 0,0 |
| Provisionsüberschuss | 0,0 | – | 0,0 | 4,8 | 0,0 | 0,0 |

¹) Bruttoerträge; Absicherungskosten nicht gegengerechnet.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Angaben zu natürlichen Personen

Nachstehend werden die Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und deren Familienangehörigen dargestellt, wobei es sich bei den Konditionen um branchen- und konzernübliche Mitarbeiterkonditionen beziehungsweise fremdübliche Marktkonditionen handelt.

Key Management des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens Sonstige nahestehende Personen2) Key Management des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens Sonstige nahestehende Personen2)
in Mio. € 30.06.2022 30.06.2022 31.12.2021 31.12.2021
Giroeinlagen 11 0 7 0
Spareinlagen 1 0 0 0
Ausleihungen 8 0 10 0
Bauspareinlagen 0 0
Leasing 0 0
Wertpapiere1) 3 0 2 0
Zinserträge 0,0 0,0 0,1 0,0
Zinsaufwendungen 0,0 0,0 0,0 0,0

1) Key Management umfasst nahestehende Trusts.
2) Bezogen auf das Key Management.

Key Management des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens Sonstige nahestehende Personen2) Summe Key Management des Unternehmens oder dessen Mutterunternehmens Sonstige nahestehende Personen2) Summe
Anzahl der Aktien 30.06.2022 30.06.2022 30.06.2022 31.12.2021 31.12.2021 31.12.2021
Aktien der BAWAG Group AG1) 2.595.936 55.223 2.651.159 2.337.644 55.023 2.392.667

1) Key Management umfasst nahestehende Trusts.
2) Bezogen auf das Key Management.

Langfristiges Incentivierungsprogramm (Long Term Incentive Program – LTIP)

LTIP 2025

Im Jänner 2022 hat der Nominierungs- und Vergütungsausschuss der BAWAG ein neues langfristiges Incentivierungsprogramm ("BAWAG LTIP 2025") aufgelegt. Der Zweck des BAWAG LTIP 2025 ist es, Schlüsselpersonen an das Unternehmen zu binden (Bindungsaspekt) und die Interessen der Teilnehmer effektiv an die langfristige Performance der BAWAG Gruppe anzupassen, indem die extern kommunizierten mehrjährigen Performanceziele der BAWAG bis 2025 berücksichtigt werden (Interessensausgleichsaspekt). Die Awards im Rahmen des BAWAG LTIP 2025 werden, vorbehaltlich bestimmter Bedingungen, wie nachstehend beschrieben, in den Jahren 2026 und 2027 in Form von Stammaktien der BAWAG Group AG (keine Phantomaktien) geliefert.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Das Programm umfasst folgende Ausübungsbedingungen:

  • Servicebedingung: Im Hinblick auf den Bindungsaspekt des BAWAG LTIP 2025 müssen die Teilnehmer zu Beginn des Jahres 2026 in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen.
  • Leistungsbedingung: Jene extern kommunizierten Ziele der BAWAG Gruppe bis 2025, die unten angeführt sind.
  • Regulatorische Unverfallbarkeitsbedingung: Regulatorische Vesting-Anforderungen in Übereinstimmung mit den geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen (z.B. kein Malus für den einzelnen oder alle Teilnehmer des BAWAG LTIP 2025, nachhaltiges Vesting in Abhängigkeit von der Finanz- und Risikosituation der BAWAG Gruppe).

Details zu den Leistungsbedingungen

Um die Interessen der Teilnehmer des BAWAG LTIP 2025 effektiv an der langfristigen Entwicklung der BAWAG Gruppe auszurichten, sind die Leistungsbedingungen an die extern kommunizierten mehrjährigen Leistungsziele bis 2025 gebunden. Sie bestehen aus finanziellen und nichtfinanziellen/ESG-Zielen, die sich wie folgt aufteilen:

Finanzielle Ziele 70% Nichtfinanzielle /ESG Ziele 30%
Gewinn vor Steuern Ziel ("PBT") >€750 mn 30% CO₂ Emissionsziel >50% Reduktion 10%
Earnings per share Ziel ("EPS") >€7,25 20% Frauenzielquote 10%
Dividende pro Aktie Ziel ("DPS") >€4,00 20% Aufsichtsrat (33%) 5%
Senior Leadership Team (33%) 5%
Green lending business Ziel 10%

Weitere Bedingungen (bedingte Lieferung von Aktien (Vesting des Awards) / Sperrfrist)

Vorbehaltlich der oben angeführten Ausübungsbedingungen werden 88 % des BAWAG LTIP 2025 Anfang 2026 und 12 % des BAWAG LTIP 2025 Anfang 2027 geliefert. Nach Auslieferung der Aktien unterliegen die Aktien einer Sperrfrist gemäß den geltenden regulatorischen Anforderungen, die derzeit ein Jahr beträgt (einjährige Sperrfrist).

Die finanziellen bzw. nichtfinanziellen/ESG-Ziele gelten als erfüllt, wenn alle finanziellen Ziele bzw. alle nichtfinanziellen/ESG-Ziele zu einem beliebigen Geschäftsjahresende (d.h. Jahresende 2022/23/24) erreicht werden. Die Beurteilung, ob und in welchem Ausmaß die Ausübungsbedingungen (einschließlich der Leistungsziele) im Rahmen des BAWAG LTIP 2025 erfüllt sind, wird vom Nominierungs- und Vergütungsausschuss der BAWAG vorgenommen.

Bilanzierung

LTIP 2025 stellt eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten dar und wird in Übereinstimmung mit IFRS 2 bilanziert.

Die folgenden Aktien wurden im Rahmen des LTIP 2025 Programms zugeteilt:


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Anzahl der Aktien Beizulegender Zeitwert in Millionen € zum Gewährungsstichtag Beizulegender Zeitwert je Aktie zum Gewährungsstichtag^{1)}
Gewährt zum Stichtag 30.06.2022 268.821 9,8 36,47

1) Durchschnittlicher beizulegender Zeitwert der 2025 und 2026 zu übertragenden Aktien.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Die folgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der zugeteilten Aktien je Gruppe von Begünstigten:

Anzahl der Aktien, die gewährt wurden Maximale Anzahl an Aktien, die tatsächlich zugeteilt werden Minimale Anzahl an Aktien, die tatsächlich zugeteilt werden Anzahl der Aktien, die zum Zeitpunkt der Gewährung tatsächlich zugeteilt werden
Begünstigte
Leitende Angestellte 268.821 268.821
Summe 268.821 268.821

Bewertung

Die BAWAG P.S.K. verwendet den beizulegenden Zeitwert der gewährten Eigenkapitalinstrumente, um den Wert der von den Mitarbeitern erhaltenen Leistungen zu bestimmen.

Der beizulegende Zeitwert der Eigenkapitalinstrumente zum Gewährungszeitpunkt basiert auf beobachtbaren Marktpreisen der BAWAG Group AG-Aktie am 24. Jänner 2022. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wurden Anpassungen für erwartete Dividenden vorgenommen.

Für das LTIP 2025 Programm wurden keine Markt- und Nichtausübungsbedingungen vereinbart.

Nicht marktbezogene Leistungsbedingungen (einschließlich Dienstbedingungen und nicht marktbezogene finanzielle Leistungsbedingungen) werden bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum Gewährungszeitpunkt nicht berücksichtigt. Diese werden durch Anpassung der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die in die Bewertung der Transaktion einfließen, berücksichtigt.

Bilanzierung von Annulierungen

Wird ein durch Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten zu erfüllender Anspruch während des Erdienungszeitraums annuliert oder abgerechnet, wird die Annulierung oder Abrechnung als vorgezogene Ausübungsmöglichkeit bilanziert. Der Betrag, der andernfalls für den verbleibenden Erdienungszeitraum erfasst worden wäre, wird sofort erfolgswirksam erfasst. Jede Zahlung, die an den Mitarbeiter bei der Annullierung oder Abrechnung der Ansprüche geleistet wird, wird als Abzug vom Eigenkapital verbucht. Übersteigt die Zahlung den zum Beendigungszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwert der gewährten Eigenkapitalinstrumente, wird der übersteigende Betrag als Aufwand erfasst.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Im Konzernabschluss erfasste Beträge

Die Leistungen, die für eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten erbracht werden, werden im Zeitraum der Leistungserbringung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zeitgleich kommt es zu einer Erhöhung im Eigenkapital.

Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung der jeweiligen Periode erfasst:

in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten 1,2
Davon betreffend
Leitende Angestellte 1,2

LTIP 2018–2020

Aktien für das LTIP 2018–2020 Programm wurden Anfang 2018 von der BAWAG Group AG gewährt. Zum Bilanzstichtag sind alle Leistungsbedingungen erfüllt und die Dienstzeit ist abgelaufen.

Betreffend Details verweisen wir auf die Angaben im Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021.

Im Konzernabschluss erfasste Beträge

Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung der jeweiligen Periode erfasst:

in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten 0,1
Davon betreffend
Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft 0,0
Ehemalige Mitglieder des Vorstands 0,0
Leitende Angestellte 0,1
in Mio. € Jan–Jun 2022 Jan–Jun 2021
--- --- ---
Aufwendungen/Erträge aus anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich 0,1
Davon betreffend
Mitglieder des Vorstands 0,0
Ehemalige Mitglieder des Vorstands 0,0
Leitende Angestellte 0,1

Aufgrund des LTIP-Programms bestanden per 30. Juni 2022 Verbindlichkeiten aus aktienbasierten Vergütungen mit Barausgleich in Höhe von 0,3 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,6 Mio. €).


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Mitarbeiterbeteiligung

Im 2. Quartal 2022 wurde ein Mitarbeiterbeteiligungprogramm beschlossen. Im Rahmen dieses Programms erhalten alle anspruchsberechtigten Mitarbeiter der BAWAG Gruppe 25 Aktien der BAWAG Group AG. Insgesamt wurden 64.675 Aktien mit einem Wert von 2,5 Mio. € an die Mitarbeiter der BAWAG Group übertragen.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Grundlage für die Segmentierung ist die am 30. Juni 2022 gültige Konzernstruktur. Die Bankengruppe wird vom Management ausschließlich auf Ebene der BAWAG Group gesteuert.

In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Resultate der in die BAWAG Group eingebundenen operativen Geschäftsegmente wider. Als Grundlage für die nachfolgenden Segmentinformationen dient IFRS 8 „Operating Segments“, der dem „Management-Ansatz“ folgt. Die Segmentinformationen werden auf Basis des internen Berichtswesens bestimmt, das dem Vorstand dazu dient, die Leistung der Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen.

Die Aufspaltung des Zinsüberschusses und dessen Allokation auf die Segmente in der Managementberichterstattung beruhen auf den Grundsätzen der Marktzinsmethode unter zusätzlicher Berücksichtigung verrechneter Liquiditätskosten und -prämien. Dieser Methodik folgend wird unterstellt, dass Aktiv- und Passivpositionen über entsprechend fristenkongruenter Geschäfte am Geld- und Kapitalmarkt refinanziert und demgemäß zinsrisikolos gestellt werden. Die aktive Steuerung des Zinsrisikos erfolgt im Aktiv-/Passiv-Management und wird erfolgsmäßig im Corporate Center dargestellt. Die restlichen Erlöskomponenten und die direkt zurechenbaren Kosten werden verursachungsgerecht den jeweiligen Unternehmensbereichen zugerechnet. Die Overheadkosten werden mittels Verteilungsschlüssel auf die einzelnen Segmente verteilt. Regulatorische Aufwendungen werden ebenso auf Basis verschiedener Inputparameter auf die Segmente verteilt.

Die BAWAG Group wird im Rahmen der folgenden vier Geschäfts- und Berichtssegmente gesteuert:

  • Retail & SME – hierunter fallen Spar-, Zahlungsverkehrs-, Karten- und Finanzierungsprodukte, Anlage- und Versicherungsprodukte für unsere Privatkunden, KMU-Finanzierungen, das Factoring- & Leasinggeschäft sowie unserer Aktivitäten im Bereich des sozialen Wohnbaus sowie Wohnbaubankanleihen und eigene Emissionen, die mit Retailkrediten besichert sind. Das Segment bedient inländische und internationale Privat- und KMU Kunden über ein zentral organisiertes Filialnetz, welches hohe qualitative Beratung und persönliche Betreuung bietet. Das Filialnetz wird durch Online-, Mobile- und Plattform- (Broker, Dealer) Kanäle und strategische Partnerschaften ergänzt. Die ausgebauten Kanäle fördern Neugeschäft und bietet unseren KundInnen gleichzeitig rund-um-die-Uhr Zugang zu unseren Dienstleistungen. Unsere online Produktpalette bietet unter anderem Sparen, Zahlungsverkehr, Wertpapiergeschäft, Karten- und Kreditgeschäft für Privatkunden und KMUs während unser Plattformgeschäft KFZ-, Mobilien- und Immobilienleasing sowie Konsum- und Hypothekarkredite anbietet. Weiters fällt darunter das Kreditgeschäft mit internationalen privaten Kreditnehmern in Westeuropa und den USA. Wir verfolgen unsere grenzüberschreitenden Aktivitäten mit einem Multikanal- und Mehrmarkenansatz und stets auf der Basis einer konservativen und sicheren Kreditvergabepolitik, was durch unser Plattformgeschäft in der DACH/NL Region, das primär auf die Vergabe besicherter Hypothekarkredite ausgerichtet ist, unterstützt wird.

  • Corporates, Real Estate & Public Sector – beinhaltet unser Kreditgeschäft mit internationalen Kommerzkunden sowie das internationale Immobilienfinanzierungsgeschäft. Weiters umfasst das Segment die Unternehmensfinanzierung und sonstige Provisionsdienstleistungen mit Kommerzkunden und der öffentlichen Hand vorwiegend in Österreich. Eigenemissionen, die mit Kommerzkrediten oder Krediten der öffentlichen Hand besichert sind, bzw. direkte Refinanzierungen sind diesem Segment ebenso zugeordnet.

  • Treasury – umfasst unsere Aktivitäten im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Handels- und Investitionsdienstleistungen und Aktiv-Passiv-Transaktionen (inklusive besicherter und unbesicherter Refinanzierung) und die Anlageergebnisse des Wertpapierportfolios der BAWAG Group.

  • Corporate Center – stellt zentrale Funktionen für die gesamte Gruppe sicher wie Rechtsberatung, Risikomanagement und Aktiv-Passiv-Management sowie alle anderswo nicht zugehörigen Posten im Zusammenhang mit diesen Konzern-Support-Funktionen, Bilanzpositionen wie z.B. Marktwerte der Derivate, das Eigenkapital der Bank, Immobilien und


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Sachanlagen, nicht-zinstragende Aktiva und Passiva sowie bestimmte Aktivitäten und Ergebnisse von Tochterunternehmen, Beteiligungen und Überleitungspositionen.

Unsere Segmente sind auf unsere Geschäftsstrategie hin ausgerichtet und orientieren sich am Ziel, die Ergebnisse unserer Geschäftseinheiten und der gesamten Bank transparent auszuweisen. Dazu gehört auch die Minimierung finanzieller Auswirkungen und Aktivitäten im Corporate Center.

Darstellung der Segmente:

| Jan-Jun 2022
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real Estate & Public Sector | Treasury | Corporate Center | BAWAG Group | Anpassung Konsolidierungskreis | BAWAG P.S.K 1) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Nettozinsertrag | 355,8 | 128,9 | 21,1 | -14,3 | 491,5 | 0,3 | 491,8 |
| Provisionsüberschuss | 144,1 | 15,9 | -0,4 | -0,4 | 159,2 | 0,1 | 159,3 |
| Operative Kernrträge | 499,9 | 144,8 | 20,6 | -14,6 | 650,7 | 0,4 | 651,1 |
| Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten & sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | 1,4 | 20,2 | 17,3 | -32,8 | 6,1 | | 6,3 |
| Operative Erträge | 501,5 | 165,0 | 37,9 | -47,6 | 656,8 | 0,6 | 657,4 |
| Operative Aufwendungen | -171,9 | -36,5 | -19,6 | -10,7 | -238,7 | 8,3 | -230,4 |
| Ergebnis vor Risikokosten | 329,6 | 128,4 | 18,4 | -58,3 | 418,1 | 8,9 | 427,0 |
| Regulatorische Aufwendungen | -18,5 | -10,0 | -6,4 | -10,7 | -45,6 | 0,1 | -45,5 |
| Risikokosten | -35,4 | -11,6 | -2,7 | -0,9 | -50,6 | 0,0 | -50,6 |
| Ergebnis von at-equity bewerteten Beteiligungen | - | - | - | 0,9 | 0,9 | 0,0 | 0,9 |
| Periodengewinn vor Steuern | 275,7 | 106,8 | 9,3 | -69,0 | 322,8 | 8,9 | 331,8 |
| Steuern vom Einkommen | -68,9 | -26,7 | -2,3 | 19,8 | -78,1 | -5,8 | -83,9 |
| Periodengewinn nach Steuern | 206,8 | 80,1 | 7,0 | -49,2 | 244,7 | 3,2 | 247,9 |
| Nicht beherrschende Anteile | - | - | - | -0,1 | -0,1 | 0,0 | -0,1 |
| Nettogewinn | 206,8 | 80,1 | 7,0 | -49,3 | 244,6 | 3,1 | 247,7 |
| Geschäftsvolumina | | | | | | | |
| Aktiva | 22.353 | 15.916 | 15.149 | 1.611 | 55.029 | -256 | 54.773 |
| Verbindlichkeiten | 34.062 | 12.486 | 3.099 | 5.382 | 55.029 | -256 | 54.773 |
| Risikogewichtete Aktiva | 9.452 | 8.309 | 1.616 | 1.949 | 21.326 | 0 | 21.326 |

1) Die Bankengruppe wird vom Management ausschließlich auf Ebene der BAWAG Group gesteuert.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

| Jan-Jun 2021
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real Estate & Public Sector | Treasury | Corporate Center | BAWAG Group | Anpassung Konsolidierungskreis | BAWAG P.S.K 1) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Nettozinsertrag | 326,6 | 122,7 | 27,3 | -15,4 | 461,2 | -0,3 | 460,9 |
| Provisionsüberschuss | 122,1 | 17,2 | 0,0 | -1,5 | 137,8 | 0,0 | 137,8 |
| Operative Kernträge | 448,6 | 139,9 | 27,3 | -16,8 | 599,0 | -0,3 | 598,7 |
| Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten & sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | 3,5 | 9,5 | 15,9 | -24,3 | 4,6 | -0,1 | 4,5 |
| Operative Erträge | 452,1 | 149,4 | 43,2 | -41,1 | 603,6 | -0,4 | 603,2 |
| Operative Aufwendungen | -176,2 | -35,3 | -17,5 | -14,0 | -243,0 | 4,1 | -238,9 |
| Ergebnis vor Risikokosten | 276,0 | 114,0 | 25,7 | -55,1 | 360,6 | 3,7 | 364,3 |
| Regulatorische Aufwendungen | -31,4 | -8,1 | -6,2 | -10,5 | -56,2 | 0,0 | -56,2 |
| Risikokosten | -30,3 | -25,0 | 3,5 | -1,3 | -53,1 | 0,0 | -53,1 |
| Ergebnis von at-equity bewerteten Beteiligungen | - | - | - | 1,4 | 1,4 | 0,0 | 1,4 |
| Periodengewinn vor Steuern | 214,3 | 80,9 | 23,0 | -65,5 | 252,7 | 3,8 | 256,5 |
| Steuern vom Einkommen | -53,6 | -20,2 | -5,8 | 19,6 | -60,0 | -8,5 | -68,5 |
| Periodengewinn nach Steuern | 160,7 | 60,7 | 17,2 | -45,9 | 192,7 | -4,7 | 188,0 |
| Nicht beherrschende Anteile | - | - | - | 0,1 | 0,1 | -0,1 | 0,0 |
| Nettogewinn | 160,7 | 60,7 | 17,2 | -45,8 | 192,8 | -4,8 | 188,0 |
| Geschäftsvolumina | | | | | | | |
| Aktiva | 20.250 | 13.226 | 18.565 | 2.091 | 54.132 | -241 | 53.891 |
| Verbindlichkeiten | 32.293 | 12.793 | 3.014 | 6.032 | 54.132 | -241 | 53.891 |
| Risikogewichtete Aktiva | 8.075 | 7.291 | 2.670 | 2.106 | 20.142 | 0 | 20.142 |

1) Die Bankengruppe wird vom Management ausschließlich auf Ebene der BAWAG Group gesteuert.

Da die interne Berichterstattung und Steuerung auf Ebene der BAWAG Group erfolgt, ergibt die Summe der Gewinne und Verluste der berichtspflichtigen Segmente nicht den Gewinn oder Verlust der BAWAG P.S.K. Gruppe. Aus diesem Grund wird in der Segmentabelle eine separate Spalte mit einer Überleitungsrechnung dargestellt.

Geographische Verteilung

Die unten angeführten Tabellen stellen die Geschäftsssgmente in einer geografischen Verteilung, basierend auf der risikomäßigen Zuordnung der Einzelkunden zu einem Land, dar. Kundengruppen werden nicht aggregiert und einem einzelnen Land zugeordnet (z.B. dem Land der Muttergesellschaft), sondern auf Einzelgesellschaftsebene den jeweiligen Ländern zugeteilt.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Die folgenden Tabellen zeigen die operativen Kernerträge pro Segment und Geografie:

| Jan-Jun 2022
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real Estate & Public Sector | Treasury | Corporate Center | BAWAG Group | Anpassung Konsolidierungskreis | BAWAG P.S.K 1) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| DACH / NL | 473,7 | 52,8 | 3,8 | -28,2 | 502,1 | 0,3 | 502,4 |
| davon Österreich | 395,5 | 37,5 | -0,2 | -24,6 | 408,2 | 0,3 | 408,5 |
| davon Deutschland | 57,3 | 13,9 | 2,2 | -3,7 | 69,7 | 0,0 | 69,7 |
| Westeuropa/USA | 26,2 | 92,0 | 16,8 | 13,6 | 148,6 | 0,0 | 148,6 |
| Summe | 499,9 | 144,8 | 20,6 | -14,6 | 650,7 | 0,3 | 651,0 |

1) Die Bankengruppe wird vom Management ausschließlich auf Ebene der BAWAG Group gesteuert.

| Jan-Jun 2021
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real Estate & Public Sector | Treasury | Corporate Center | BAWAG Group | Anpassung Konsolidierungskreis | BAWAG P.S.K 1) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| DACH / NL | 426,8 | 52,3 | 6,4 | -18,9 | 466,6 | -0,3 | 466,3 |
| davon Österreich | 354,2 | 37,3 | 2,2 | -17,8 | 375,9 | -0,3 | 375,6 |
| davon Deutschland | 55,6 | 13,6 | 1,4 | -1,2 | 69,4 | 0,0 | 69,4 |
| Westeuropa/USA | 21,8 | 87,6 | 20,9 | 2,1 | 132,4 | 0,0 | 132,4 |
| Summe | 448,6 | 139,9 | 27,3 | -16,8 | 599,0 | -0,3 | 598,7 |

1) Die Bankengruppe wird vom Management ausschließlich auf Ebene der BAWAG Group gesteuert.

Das Segmentergebnis kann wie folgt auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übergeleitet werden:

in Mio. € Jan-Jun 2022 Jan-Jun 2021
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen gemäß Segmentbericht 8,5 -6,0
Regulatorische Aufwendungen -43,0 -53,5
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -34,5 -59,4
in Mio. € Jan-Jun 2022 Jan-Jun 2021
--- --- ---
Operative Aufwendungen gemäß Segmentbericht -230,4 -238,9
Regulatorische Aufwendungen -2,5 -2,7
Operative Aufwendungen gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -232,9 -241,6

BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

KAPITALMANAGEMENT

Die regulatorischen Meldungen erfolgen auf Ebene der BAWAG Group. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der BAWAG Group inklusive Übergangsregelungen und deren Eigenmittelerfordernis zum 30. Juni 2022 und zum 31. Dezember 2021 gemäß CRR mit IFRS-Werten und auf Basis des CRR-Konsolidierungskreises.

in Mio. € BAWAG Group
30.06.2022 31.12.2021
Grundkapital und Rücklagen (inklusive Fonds für allgemeine Bankrisiken) 3.762 3.694
Abzug immaterielle Vermögenswerte -419 -414
Sonstiges Ergebnis -124 -55
Fehlbetrag IRB-Risikovorsorge - -4
Prudent valuation, aus der Zeitwertbilanzierung resultierende nicht realisierte Gewinne, Gewinne aus zum Zeitwert bilanzierten Verbindlichkeiten, die aus Veränderungen der eigenen Bonität resultieren, Cashflow-Hedge-Reserve 3 17
Von der künftigen Rentabilität abhängige latente Steueransprüche, ausgenommen diejenigen, die aus temporären Differenzen resultieren -0 -
Abzugsposten für Instrumente des harten Kernkapitals von Unternehmen der Finanzbranche, an denen das Institut keine wesentliche Beteiligung hält - -4
Zusätzliche, aufgrund von Artikel 3 CRR vorzunehmende Abzüge vom harten Kernkapital -240 -222
Hartes Kernkapital 2.982 3.012
Als zusätzliches Kernkapital anrechenbare Kapitalinstrumente 475 475
Abzug wesentliche Beteiligungen -24 -
Abzugsposten, die das zusätzliche Kernkapital überschreiten - 0
Zusätzliches Kernkapital 451 475
Tier I 3.433 3.487
Ergänzungs- und Nachrangkapital 610 620
Ergänzungskapital mit Übergangsbestimmungen 14 19
Überschuss IRB-Risikovorsorge 41 28
Abzug wesentliche Beteiligungen -23 -25
Ergänzungskapital – Tier II 641 642
Anrechenbare Eigenmittel (Gesamtkapital) 4.074 4.129

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Eigenmittelanforderung (risikogewichtete Aktiva) mit Übergangsbestimmungen

in Mio. € BAWAG Group
30.06.2022 31.12.2021
Kreditrisiko 19.304 18.117
Operationelles Risiko 2.022 2.018
Eigenmittelanforderung (risikogewichtete Aktiva) 21.326 20.135

Zusätzliche Informationen ohne Übergangsbestimmungen nach CRR

BAWAG Group
30.06.2022^{1)} 30.06.2022^{2)} 31.12.2021
Common Equity Tier 1 Quote, bezogen auf das Gesamtrisiko 12,7% 14,2% 15,0%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko 17,7% 19,2% 20,4%

1) Kapitalquoten nach Berücksichtigung des genehmigten Aktienrückkaufes iHv. 325 Mio. € in 2022.
2) Kapitalquoten vor Berücksichtigung des genehmigten Aktienrückkaufes iHv. 325 Mio. € in 2022.

Kennzahlen gemäß CRR inklusive Übergangsbestimmungen

BAWAG Group
30.06.2022 31.12.2021
Common Equity Tier 1 Quote, bezogen auf das Gesamtrisiko 14,0% 15,0%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko 19,1% 20,5%

BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

15 | Fair Value

Die folgenden Tabellen zeigen einen Vergleich der Buchwerte und Fair Values (beizulegende Zeitwerte) der einzelnen Bilanzposten:

in Mio. € Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
30.06.2022 30.06.2022 31.12.2021 31.12.2021
Aktiva
Barreserve 735 735 1.894 1.894
Erfolgswirksam freiwillig zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 66 66 77 77
Forderungen an Kunden 66 66 77 77
Erfolgswirksam verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 544 544 534 534
Wertpapiere 352 352 328 328
Forderungen an Kunden 93 93 108 108
Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente 99 99 98 98
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.851 2.851 3.754 3.754
Schuldtitel 2.677 2.677 3.395 3.395
Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente 174 174 359 359
Handelsaktiva 194 194 257 257
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 49.722 48.868 48.447 48.770
Kunden 37.176 36.392 34.963 35.237
Kreditinstitute 9.893 9.884 11.165 11.160
Wertpapiere 2.653 2.592 2.319 2.373
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien -461 -461 -94 -94
Sicherungsderivate 95 95 178 178
Sachanlagen 283 n/a 290 n/a
Vermietete Grundstücke und Gebäude 94 94 104 104
Immaterielle Vermögenswerte 270 n/a 271 n/a
Sonstige Vermögenswerte 380 n/a 371 n/a
Summe Aktiva 54.773 56.083

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

in Mio. € Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
30.06.2022 30.06.2022 31.12.2021 31.12.2021
Passiva
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 214 214 234 234
Begebene Schuldverschreibungen und andere verbriefte Verbindlichkeiten 110 110 119 119
Nachrang- und Ergänzungskapital 96 96 103 103
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 8 8 12 12
Handelspassiva 611 611 301 301
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 49.025 48.684 49.985 50.074
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.206 7.202 7.361 7.360
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 34.680 34.561 36.075 36.101
Begebene Schuldverschreibungen, Nachrang- und Ergänzungskapital 7.139 6.921 6.549 6.613
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Vermögensübertragungen 391 391
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien -468 -468 165 165
Sicherungsderivate 263 263 107 107
Rückstellungen 304 n/a 382 n/a
Sonstige Verbindlichkeiten 875 n/a 961 n/a
Eigenkapital 3.555 n/a 3.943 n/a
Nicht beherrschende Anteile 5 n/a 5 n/a
Summe Passiva 54.773 56.083

Der beizulegende Zeitwert von wesentlichen vermieteten Grundstücken und Gebäuden basiert auf externen und internen Bewertungen. Bei den sonstigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Auf eine Angabe zum beizulegenden Zeitwert wurde daher verzichtet.

Zur Bestimmung des Fair Value von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden marktübliche Bewertungsmethoden verwendet. In Bezug auf Level-3-Aktiva und -Passiva, für die nicht beobachtbare Bewertungsparameter zur Bewertung verwendet werden, führen die aktuelle COVID-19-Situation und der Russland-Ukraine Konflikt zu einer erhöhten Unsicherheit in Bezug auf die Messung des Fair Value dieser Positionen.

Buchwertanpassungen von Grundgeschäften in einem Portfolio Fair Value Hedge werden gemäß IFRS 9 in einem eigenen Bilanzposten (Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien) dargestellt. Um einen direkten Vergleich mit den Bilanzposten zu ermöglichen werden, Fair Value Änderungen, die sich auf das hier abgesicherte Zinsrisiko beziehen, ebenfalls in einer eigenen Zeile dargestellt.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Fair-Value-Hierarchie

Die folgende Tabelle zeigt eine Analyse der Fair Values der bilanzierten Finanzinstrumente und der vermieteten Grundstücke und Gebäude auf Basis der im IFRS 13 definierten Fair-Value-Hierarchie. Die Aufgliederung umfasst die folgenden Gruppen:

  • Level 1: Finanzinstrumente werden unter Verwendung eines öffentlich zugänglichen Kurses ohne jegliche Kursmodifikation bewertet. Hierunter fallen Staatsanleihen und Schuldverschreibungen mit einem öffentlich zugänglichen Kurs sowie börsengehandelte Derivate.
  • Level 2: Falls keine aktuellen, liquiden Marktwerte zur Verfügung stehen, werden anerkannte und marktübliche „State of the Art“-Bewertungsmethoden angewendet. Dies gilt für die Kategorie „Verbriefte Verbindlichkeiten (eigene Emissionen)“ und vereinzelt für das Sonstige Finanzumlaufvermögen im Nostroportfolio; bei „Plain Vanilla“-Wertpapieren erfolgt die Bewertung über die Zinskurve unter Berücksichtigung des aktuellen Credit Spreads. Die Bewertung basiert auf Inputfaktoren (Ausfallsquoten, Kosten, Liquidität, Volatilität, Zinssätze etc.), die aus beobachtbaren Marktpreisen (Level 1) abgeleitet sind. Das betrifft Kurse, die mittels eines internen Modells bzw. anhand von Bewertungsverfahren errechnet werden, sowie externe Quotierungen von Wertpapieren, die auf Märkten mit eingeschränkter Liquidität handeln, die nachweislich auf beobachtbaren Marktpreisen beruhen.

Diese Kategorie beinhaltet die Mehrzahl der OTC-Derivatkontrakte, Unternehmensanleihen und Schuldverschreibungen, bei denen kein öffentlich zugänglicher Kurs vorliegt, sowie einen Großteil der emittierten, zum Fair Value klassifizierten Schuldtitel des Konzerns.

Zur Bewertung von zum Fair Value bewerteten Kundenforderungen kommen marktübliche Bewertungsmodelle zum Einsatz, z.B. Discounted-Cashflow- und Standardoptionspreismodelle. Marktparameter wie Zinssätze, Wechselkurse oder Volatilitäten werden als Input für das Bewertungsmodell zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendet. Die zur Bestimmung des reinen Zeitwerts verwendeten Diskontierungskurven enthalten nur Instrumente, die kein oder nur ein geringes Ausfallrisiko, wie zum Beispiel Swapsätze, aufweisen. Spread-Kurven, die die Refinanzierungskosten des zugrundeliegenden Schuldners widerspiegeln, werden entweder von ausstehenden Refinanzierungsinstrumenten, unterschieden nach Seniorität (besicherte, unbesicherte oder nachrangige Refinanzierungen), oder Benchmark-Zinskurven (z.B. Indizes) abgeleitet.

Bei linearen, derivativen Finanzinstrumenten, die keine optionalen Komponenten beinhalten (wie z.B. Interest Rate Swaps, Devisentermingeschäfte), wird ebenso die Barwertmethode angewandt (Abzinsung zukünftiger Cashflows mit der entsprechenden Swapkurve, wobei bei Derivaten, mit deren Counterparty ein Credit Support Annex (CSA) besteht, die entsprechende RFR-Swapkurve (Risk Free Rate wie z.B. €STR) Basis der Diskontierung ist).

Für optionale Instrumente werden marktübliche Optionspreismodelle wie Black Scholes (Swaptions, Caps, Floors), Bachelor (Caps, Floors und Swaptions in Währungen mit negativen Zinsen), Garman-Kohlhagen (Währungsoptionen) sowie das Hull-White-Modell (Swaps mit mehrfachen Kündigungsrechten) verwendet, die in den Front-Office-Systemen konsistent implementiert und angewandt werden.

Die den Modellen zugrunde liegenden Parameter (Zinskurven, Volatilitäten, FX-Kurse) werden unabhängig von den Treasury-Abteilungen vom Bereich Marktrisiko in die Front-Office-Systeme übertragen, wodurch eine Trennung von Markt und Marktfolge sichergestellt ist.

Bei komplexeren Derivaten, die zu Hedge-Zwecken abgeschlossen wurden und back to back geschlossen sind, wird auf eine externe Bewertung zurückgegriffen, die vom Bereich Marktrisiko eingeholt und zur korrekten Weiterverarbeitung in die Systeme übertragen wird.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Zur Evaluierung der Spreads der Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert gewidmeten eigenen Emissionen werden marktübliche Anbieter wie Bloomberg und Markit herangezogen. Auf Basis der Termstructure der österreichischen Bankensektorkurve sowie der Quotes der internationalen BAWAG P.S.K.-Emissionen werden eine Senior-unsecured- sowie eine LT2-Spreadkurve ermittelt. Für fundierte Bankschuldverschreibungen wird die Spreadkurve direkt aus den Quotes mehrerer BAWAG P.S.K.-Benchmark-Anleihen ermittelt. Die Wertpapierkurse der BAWAG P.S.K.-Emissionen errechnen sich dann durch Diskontierung der um den Spread adaptierten Swapkurve.

Zum 30. Juni 2022 betrug der Anteil der Fair-Value-Änderung der eigenen Emissionen des BAWAG P.S.K.-Konzerns, der sich nur aufgrund von Bonitätsveränderungen ergeben hat, +6,2 Mio. € (31. Dezember 2021: +0,5 Mio. €). Diese ist definiert als das Produkt des Creditspreadbasispunktwertes mit der jeweiligen Spreadveränderung, ergänzt um den Pull-to-Par-Effekt. Zum 30. Juni 2022 betrug die kumulierte Fair-Value-Änderung, die auf Bonitätsveränderungen zurückzuführen ist, +4,3 Mio. € (31. Dezember 2021: -1,9 Mio. €).

Bei einer Verengung des Credit Spreads um einen Basispunkt würde sich eine Bewertungsveränderung von -0,05 Mio. € (31. Dezember 2021: -0,06 Mio. €) ergeben.

Der Anteil der kumulierten Fair-Value-Änderung von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen, der sich nur aufgrund von Bonitätsveränderungen ergeben hat, betrug zum 30. Juni 2022 0,2 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,0 Mio. €) und wird als Änderung des Spreads zwischen AT-Bund-Kurve und €-Swapkurve in der beobachteten Periode definiert. Der Anteil der entsprechenden jährlichen Fair-Value-Änderung beträgt 0,2 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,0 Mio. €).

Bei einer Verengung des Credit Spreads um einen Basispunkt würde sich eine Bewertungsveränderung von +0,03 Mio. € ergeben (31. Dezember 2021: +0,04 Mio. €).

Level 3: Im Rahmen der Bewertung werden nicht extern beobachtbare Inputfaktoren verwendet, die einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe des Marktwerts haben. Dies betrifft vorwiegend illiquide Fonds sowie Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank. Kredite und Forderungen und finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten werden mittels Discounted-Cashflow-Methode mit einer um den Credit Spread angepassten Swapkurve bewertet. Außerdem betrifft dies auch die Anteile an nicht konsolidierten Beteiligungen, die entweder erfolgswirksam verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert oder im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und Kundenverbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Der beizulegende Zeitwert von wesentlichen vermieteten Grundstücken und Gebäuden basiert auf externen und internen Bewertungen.

Für die Bestimmung des Credit Value Adjustment (CVA) für Bonitätsrisiken von OTC-Derivaten werden Nettingeffekte auf Kundenebene innerhalb von Geschäften selbst Typ und selbst Währung berücksichtigt.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

| 30.06.2022
in Mio. € | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | | | | |
| Erfolgswirksam freiwillig zum beizulegenden
Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | – | 66 | – | 66 |
| Erfolgswirksam verpflichtend zum
beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte | 2 | 46 | 496 | 544 |
| Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum
beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte | 2.587 | 107 | 157 | 2.851 |
| Schuldtitel | 2.587 | 90 | – | 2.677 |
| Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und
andere Eigenkapitalinstrumente | – | 17 | 157 | 174 |
| Handelsaktiva | – | 194 | – | 194 |
| Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken
abgesicherte Portfolien | – | -461 | – | -461 |
| Sicherungsderivate | – | 95 | – | 95 |
| Vermietete Grundstücke und Gebäude | – | – | 94 | 94 |
| Summe Aktiva | 2.589 | 47 | 747 | 3.383 |
| Passiva | | | | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | – | 179 | 35 | 214 |
| Begebene Schuldschreibungen und
andere verbriefte Verbindlichkeiten | – | 78 | 32 | 110 |
| Nachrang- und Ergänzungskapital | – | 96 | – | 96 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | – | 5 | 3 | 8 |
| Handelspassiva | – | 611 | – | 611 |
| Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken
abgesicherte Portfolien | – | -468 | – | -468 |
| Sicherungsderivate | – | 263 | – | 263 |
| Verbindlichkeiten | – | 585 | 35 | 620 |


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

| 31.12.2021
in Mio. € | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Summe |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | | | | |
| Erfolgswirksam freiwillig zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | – | 77 | – | 77 |
| Erfolgswirksam verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 2 | 72 | 460 | 534 |
| Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 3.427 | 180 | 147 | 3.754 |
| Schuldtitel | 3.235 | 160 | 0 | 3.395 |
| Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente | 192 | 20 | 147 | 359 |
| Handelsaktiva | – | 257 | – | 257 |
| Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien | – | -94 | – | -94 |
| Sicherungsderivate | – | 178 | – | 178 |
| Vermietete Grundstücke und Gebäude | – | – | 104 | 104 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | – | – | – | – |
| Summe Aktiva | 3.429 | 670 | 711 | 4.810 |
| Passiva | | | | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | – | 194 | 40 | 234 |
| Begebene Schuldschreibungen und andere verbriefte Verbindlichkeiten | – | 86 | 33 | 119 |
| Nachrang- und Ergänzungskapital | – | 103 | – | 103 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | – | 5 | 7 | 12 |
| Handelspassiva | – | 301 | – | 301 |
| Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte Portfolien | – | 165 | – | 165 |
| Sicherungsderivate | – | 107 | – | 107 |
| Verbindlichkeiten | – | 767 | 40 | 807 |

Die BAWAG P.S.K. erfasst Transfers zwischen den einzelnen Levels mit Ende der Berichtsperiode, in der die Transfers stattgefunden haben.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Bewegungen zwischen Level 1 und Level 2

Im ersten Halbjahr 2022 wurden aufgrund von nachträglich entstandenen illiquiden Kursen im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete Wertpapiere mit einem Buchwert von 19 Mio. € (31. Dezember 2021: 0 Mio. €) von Level 1 in Level 2 umgegliedert. Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete Wertpapiere mit einem Buchwert von 65 Mio. € (31. Dezember 2021: 63 Mio. €) wurden aufgrund eines liquideren Marktes von Level 2 auf Level 1 umgegliedert.

Bewegungen nach und aus Level 3

Die dem Level 3 zugeordneten zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente haben sich wie folgt entwickelt:

in Mio. € Erfolgswirksam verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Verbindlichkeiten
Schuldtitel Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente
Stand 01.01.2022 460 - 0 147 40
Bewertungsgewinne (Verluste) im Konzernüberschuss
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode gehalten werden 9 - - - 1
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode nicht mehr gehalten werden -1 - - - -
Bewertungsgewinne/-verluste im Sonstigen Ergebnis
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode gehalten werden 0 - - 4 -1
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode nicht mehr gehalten werden 0 - - - -
Käufe/Zugänge 32 - - 3 -
Tilgungen -11 - - - -5
Verkäufe -1 - - 0 -
Währungsumrechnung 9 - - 0 -
Änderung Konsolidierungskreis -1 - - 3 -
Stand 30.06.2022 496 - - 157 35

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

in Mio. € Erfolgswirksam verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Verbindlichkeiten
Schuldtitel Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente
Stand 01.01.2021 513 0 41 320
Bewertungsgewinne (Verluste) im Konzernüberschuss
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode gehalten werden 52 0 -1
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode nicht mehr gehalten werden 0 0
Bewertungsgewinne/-verluste im Sonstigen Ergebnis
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode gehalten werden 0 39 1
Von Vermögenswerten, die zum Ende der Periode nicht mehr gehalten werden 0
Käufe/Zugänge 6 61
Tilgungen -65 -1 -280
Verkäufe -58 0
Währungsumrechnung 13 6
Änderung Konsolidierungskreis -1 1
Stand 31.12.2021 460 0 147 40

Die Bewertungen (inklusive der Parametrisierungen der beobachtbaren Parameter) erfolgen durch einen vom Markt unabhängigen Marktfolgebereich innerhalb des Risikoressorts auf monatlicher Basis. Aufgetretene Änderungen werden, soweit möglich, mit am Markt beobachtbaren Referenzen verglichen und plausibilisiert.

Quantitative und qualitative Informationen zur Bewertung von Level-3-Finanzinstrumenten

Der wesentliche, nicht direkt beobachtbare Inputfaktor bei den Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank und der ehemaligen IMMO-BANK ist der Spread-Aufschlag auf die Swapkurve, der zur Bestimmung der Risk-Adjusted Discount Curve herangezogen wird. Der Fair Value ermittelt sich in weiterer Folge durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows mit der


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Risk-Adjusted Discount Curve. Der Brutto-Spread-Aufschlag für Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank ist laufzeitabhängig und beträgt aktuell für 5 Jahre 117 Basispunkte (Mid) (31. Dezember 2021: 117 Basispunkte). Für Emissionen der ehemaligen IMMO-BANK hängen die Spreads vom Rang und der Fälligkeit ab.

Grundsätzlich ist der angeführte Inputparameter von der generellen Marktentwicklung der Credit Spreads innerhalb des Bankensektors bzw. im Detail von der Bonitätsentwicklung der Wohnbaubanken abhängig, wobei eine Ausweitung der Spreads eine positive Auswirkung hat.

Fair-Value-Kredite werden grundsätzlich über die Discounted-Cashflow-Methode (DCF) bewertet. Sind Ober- oder Untergrenzen oder einfache Kündigungsoptionen vorhanden, werden diese mittels Bachelier-Modell abgebildet. Der Discountfaktor, welcher in der DCF verwendet wird, setzt sich aus mehreren Parametern zusammen: der Funding-Kurve (abgeleitet aus einer Peergroup europäischer Banken mit demselben Rating wie die BAWAG P.S.K.) und einer kundenspezifischen Credit-Spread-Kurve (abgeleitet je nach Verfügbarkeit aus CDS- oder CDS-Markit-Sektor-Kurve; bei Retail und KMU aus intern abgeleiteter Ausfallswahrscheinlichkeit), welche um den jeweiligen Besicherungsgrad angepasst wird.

Bei den illiquiden Fonds, die nicht zeitnah zu den veröffentlichten Net Asset Values veräußert werden konnten, kommt als nicht direkt beobachtbarer Inputfaktor ein Abschlag zur Anwendung, der dem zu erwartenden Verkaufskurs Rechnung trägt. Der Fair Value ermittelt sich in weiterer Folge als Differenz des Net Asset Values und dieses Liquiditätsabschlags. Der Ausweis erfolgt unter Erfolgswirksam verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte.

Der beizulegende Zeitwert von zwei nicht gehandelten Investmentfonds basiert auf den vom Fondsmanager bereitgestellten Marktpreisnotierungen.

Bei Immobilienfonds werden die zugrundeliegenden Investitionen mindestens jährlich von einem unabhängigen, vom Fondsmanager beauftragten Gutachter bewertet, der Net Asset Value (NAV) wird mindestens vierteljährlich ermittelt. Der Net Asset Value des Investmentfonds entspricht dem Überschuss des Wertes der Vermögenswerte des Investmentfonds über den Wert seiner Verbindlichkeiten.

Fonds, die in Kreditportfolios investieren, werden von einem unabhängigen externen Experten auf der Grundlage einer DCF-Methode bewertet, die eigene Ausfall- und Vorauszahlungsmodelle verwendet, um die erwarteten Cashflows abzuleiten, die zu einem Marktzinssatz diskontiert werden. Das Modell verwendet Kredit- und Leistungsindikatoren sowie makroökonomische Indikatoren, um die Cashflows für jeden Kreditpool, segmentiert nach Herkunft, Alter, Unterklasse und Laufzeit, zu prognostizieren. Der Fondswert wird auf monatlicher Basis berechnet.

Die Jahresabschlüsse des Fonds werden nach lokalen Vorschriften erstellt. Es erfolgt eine jährliche Prüfung der Fonds durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer, um die Richtigkeit der oben genannten Angaben zu gewährleisten.

Für die Bewertung eines signifikanten Teils der Eigenkapitalinstrumente werden die Dividend-Discount-Methode sowie die Discounted-Earnings-Methode verwendet. Ein kleinerer Teil wird auf Basis externer Preisangaben oder des anteiligen Eigenkapitals bewertet.

Erwartete Dividenden und Erträge sowie externe Preisindikationen berücksichtigen die aktuellsten Forecasts, einschließlich der beobachteten und erwarteten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und des Russland-Ukraine Konflikts auf die Rentabilität der betreffenden Unternehmen.

Die Ermittlung der Fair Values von Kundenverbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, erfolgt analog zu den Forderungen nach der Discounted-Cashflow-Methode und dem Bachelier-Modell.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Sensitivitätsanalyse der Fair-Value-Bewertung bei Änderungen der nicht beobachtbaren Parameter

Wenn der Wert eines Finanzinstruments von nicht beobachtbaren Parametern abhängt, können diese Parameter aus einer Bandbreite von alternativen Parametrisierungen gewählt werden. Die aktuelle COVID-19-Situation und der Russland-Ukraine Konflikt führen zu einer erhöhten Unsicherheit in Bezug auf nicht beobachtbare Parameter und die Messung des Fair Value dieser Positionen. Verbindlichkeiten in Level 3, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betreffen Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank und der ehemaligen IMMO-BANK und Kundenverbindlichkeiten der start:bausparkasse.

Wenn man den Kreditrisikoaufschlag bei der Bewertung der Eigenen Emissionen um 20 Basispunkte erhöht, hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2022 um 0,1 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,1 Mio. €) verbessert. Wenn man den Kreditrisikoaufschlag bei der Bewertung der eigenen Emissionen um 20 Basispunkte vermindert, hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2022 um 0,1 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,1 Mio. €) verschlechtert.

Der Anteil der kumulierten Fair-Value-Änderung von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Forderungen, der sich nur aufgrund von Bonitätsveränderungen ergeben hat, beträgt zum 30. Juni 2022 +2,1 Mio. € (31. Dezember 2021: +2,0 Mio. €) und wird als Änderung des Spreads zwischen AT-Bund-Kurve und €-Swapkurve in der beobachteten Periode definiert. Der Anteil der entsprechenden jährlichen Fair-Value-Änderung beträgt +0,1 Mio. € (zum 31. Dezember 2021: +0,8 Mio. €).

Bei einer Verengung des Credit Spreads um einen Basispunkt würde sich eine Bewertungsveränderung von +0,05 Mio. € ergeben (31. Dezember 2021: +0,07 Mio. €).

Wenn man den Kreditrisikoaufschlag bei der Bewertung der Kredite um 100 Basispunkte erhöht, hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2022 um 2,7 Mio. € (31. Dezember 2021: 5,8 Mio. €) verschlechtert. Wenn man den Kreditrisikoaufschlag bei der Bewertung der Kredite um 100 Basispunkte vermindert, hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2022 um 2,9 Mio. € (31. Dezember 2021: 6,6 Mio. €) verbessert.

Wenn man den Liquiditätsabschlag der illiquiden Fonds um 10 Prozentpunkte erhöht, hätte sich das Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2022 um 0,6 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,9 Mio. €) verschlechtert. Wenn man den Liquiditätsabschlag der illiquiden Fonds um 10 Prozentpunkte vermindert, hätte sich das Bewertungsergebnis zum 31. Dezember 2021 um 0,6 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,9 Mio. €) verbessert.

Für die Bewertung eines Teils der Eigenkapitalinstrumente sind die wesentlichen Inputparameter der Diskontierungsfaktor, Dividendenerträge bzw. Erträge und auch (möglicherweise) notwendige Kapitalmaßnahmen. Wenn der Diskontierungsfaktor um 100 Basispunkte sinkt, würde der beizulegende Zeitwert um 9,6 Mio. € steigen (davon 7,4 Mio. € FVTOCI und Mio. € 2,2 FVTPL) (31. Dezember 2021: um 20,0 Mio. €; davon 16,1 Mio. € FVTOCI und 3,9 Mio. € FVTPL); steigt der Diskontierungsfaktor um 100 Basispunkte, würde der beizulegende Zeitwert um 26,0 Mio. € sinken (davon 21,6 Mio. € FVTOCI und 4,4 Mio. € FVTPL) (31. Dezember 2021: um 15,8 Mio. €; davon 12,7 Mio. € FVTOCI und 3,1 Mio. € FVTPL). Wenn die Veränderung der Dividendenerträge bzw. Nettogewinne dort wo anwendbar um 20% steigt, würde der beizulegende Zeitwert dieses Finanzvermögens um 41,2 Mio. € steigen (davon 35,3 Mio. € FVTOCI und 5,9 Mio. € FVTPL) (31. Dezember 2021: um 39,1 Mio. €; davon 32,6 Mio. € FVTOCI und 6,5 Mio. € FVTPL); wenn die Veränderung der Dividendenerträge bzw. Nettogewinne dort wo anwendbar um 20% fällt, würde der beizulegende Zeitwert um 40,2 Mio. € fallen (davon 34,4 Mio. € FVTOCI und 5,8 Mio. € FVTPL) (31. Dezember 2021: um 37,8 Mio. €; davon 31,8 Mio. € FVTOCI und 6,0 Mio. € FVTPL).

Ein Teil der Eigenkapitalinstrumente wird auf Basis externer Preisangaben bewertet. Wenn diese Indikationen um 10% niedriger wären, würde der beizulegende Zeitwert dieses Teils um 6,5 Mio. € fallen (1,2 Mio. € FVTOCI und 5,3 Mio. € FVTPL) (31. Dezember 2021: um 7,9 Mio. €; davon 0,9 Mio. € FVTOCI und 7,0 Mio. € FVTPL). Wären diese Indikationen um 10% höher, würde sich der beizulegende Zeitwert dieses Teils um 6,5 Mio. € erhöhen (davon 1,2 Mio. € FVTOCI und 5,3 Mio. € FVTPL) (31. Dezember 2021: um 7,9 Mio. €; davon 0,9 Mio. € FVTOCI und 7,0 Mio. € FVTPL).

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Der kleinste Teil wird auf Basis des anteiligen Eigenkapitals bewertet. Wäre das Eigenkapital um 10% niedriger, würde dies zu einem Rückgang um 2,2 Mio. € (davon 1,3 Mio. € FVTOCI und 0,9 Mio. € FVTPL) (31. Dezember 2021: um 2,1 Mio. €; davon 2,1 Mio. € FVTOCI und 0,0 Mio. € FVTPL) bzw. bei einem um 10% höheren Eigenkapital zu einem Anstieg um 2,2 Mio. € führen (davon 1,3 Mio. € FVTOCI und 0,9 Mio. € FVTPL) (31. Dezember 2021: um 2,1 Mio. €; davon 2,1 Mio. € FVTOCI und 0,0 Mio. € FVTPL).

Der beizulegende Zeitwert von zwei nicht gehandelten Investmentfonds basiert auf den vom Fondsmanager bereitgestellten Marktpreisnotierungen. Der eine Fonds hat, basierend auf der aktuellen Portfolioallokation, eine erwartete Zinssensitivität von etwa -0,9 Mio. € (31. Dezember 2021: -0,8 Mio. €) bei einem Anstieg der Zinssätze um 100 Basispunkte und eine Credit-Spread-Sensitivität von -0,9 Mio. € (31. Dezember 2021: -0,8 Mio. €) bei einer Ausweitung der Credit Spreads um 100 Basispunkte (und umgekehrt).

Für den anderen Fonds gilt: wenn der angegebene Marktwert um 10% steigen würde, würde der Konzern einen Gewinn von 19,1 Mio. € in der Gewinn- und Verlustrechnung ausweisen (31. Dezember 2021: 17,3 Mio. €). Wenn der angegebene Marktwert um 10% sinken würde, würde der Konzern einen Verlust von 19,1 Mio. € in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchen (31. Dezember 2021: 17,3 Mio. €).

Wenn man die Zinskurve bei der Bewertung der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Kundeneinlagen um 100 Basispunkte erhöht, hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2022 um 0,0 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,0 Mio. €) verbessert. Wenn man die Zinskurve um 100 Basispunkte vermindert, hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2022 um 0,0 Mio. € (31. Dezember 2021: 0,0 Mio. €) verschlechtert.

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KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

16 | Behandlung eines Day 1 gain

IFRS 9.B5.1.2A besagt, dass der beizulegende Zeitwert beim erstmaligen Ansatz normalerweise dem Transaktionspreis entspricht. Stellt das Unternehmen fest, dass zwischen dem beizulegenden Zeitwert beim erstmaligen Ansatz und dem Transaktionspreis eine Differenz besteht und der beizulegende Zeitwert nicht auf einer Bewertungstechnik basiert, die nur Daten aus beobachtbaren Märkten verwendet, so wird der Buchwert des Finanzinstruments beim erstmaligen Ansatz angepasst. Wenn der beizulegende Zeitwert eines Kreditportfolios nicht dem Transaktionspreis entspricht, so muss der erstmalige Ansatz zum beizulegenden Zeitwert erfolgen, allerdings angepasst um einen etwaigen Day 1 gain oder loss. Dies führt somit zu einem Buchwert des Kreditportfolios, der dem Transaktionspreis entspricht.

Im Fall des Kaufes von vier Kreditportfolien waren die Marktzinsätze zum Transaktionsdatum niedriger als zum Zeitpunkt der Preisverhandlungen. In allen Fällen wollte sich der Verkäufer aus dem entsprechenden Geschäftsfeld zurückziehen. Der Erstansatz der übernommenen Kredite und Forderungen erfolgte zum beizulegenden Zeitwert mittels DCF-Methode unter Berücksichtigung aktueller Marktbedingungen zum Erwerbszeitpunkt. Da der beizulegende Zeitwert und daher auch der Day 1 gain weder auf einer Marktpreisnotierung noch auf der Grundlage einer Bewertungstechnik basieren, die nur Daten aus beobachtbaren Märkten verwendet, darf der Day 1 gain nicht sofort realisiert, sondern muss abgegrenzt werden. Diese abgegrenzte Differenz darf nur in dem Umfang als Gewinn oder Verlust angesetzt werden, in dem sie aus einer Veränderung eines Faktors (einschließlich des Faktors Zeit) entsteht, den Marktteilnehmer bei einer Preisfestlegung beachten würden. In IFRS 9 finden sich keine Angaben darüber, wie diese Differenz nachfolgend zu bemessen ist.

Die IFRS liefern keine Hinweise hinsichtlich der Darstellung der Amortisierung von Day 1 profits. Die BAWAG P.S.K. weist die systematische Amortisation der Day 1 profits von nicht notleidenden Krediten unter dem Posten Zinserträge und jene von POCI-Krediten unter dem Posten Risikokosten aus.

Die folgenden Differenzen werden in den nächsten Jahren in den Erträgen erfasst:

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Stand zu Beginn der Periode 14 25
Neue Transaktionen 77 0
Beträge, die in der Periode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden -9 -11
Währungseffekte 0 0
Stand am Ende der Periode 82 14

BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

17 | Eventualforderungen, Eventualverbindlichkeiten und nicht ausgenützte Kreditrahmen

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Eventualverbindlichkeiten 218 229
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 218 229
Von Kunden nicht ausgenützte Kreditrahmen 9.301 9.295
hievon jederzeit fristlos kündbar 7.280 7.427
hievon nicht fristlos kündbar 2.021 1.868

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KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

RISIKOBERICHT

Die BAWAG P.S.K. ist eine Bank, die auf ein risikoarmes, einfaches und transparentes Geschäftsmodell fokussiert ist. Wir konzentrieren uns auf entwickelte Märkte mit starkem makroökonomischem Hintergrund sowie stabilen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, insbesondere in der DACH/NL-Region sowie in Westeuropa und den Vereinigten Staaten. Wir sind auf das Geschäft mit Privat- und KMU-Kunden spezialisiert und bieten unsere Kunden ein umfassendes Angebot von Spar-, Kredit-, Anlage- und Versicherungsprodukten. Unsere Liquidität wird hauptsächlich durch stabile Einlagen von Privatkunden bereitgestellt. Eine transparente und einfache Gestaltung unserer Produkte sowie operative Effizienz sind die Grundlage unserer Geschäftstätigkeit, bei der wir Prozesse durchgehend optimieren, um unseren Kunden attraktive und bedarfsgerechte Produkte zu bieten.

Neben unserem risikoarmen Geschäftsmodell sind das Risikomanagement und die aktive Steuerung von Risiken ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsstrategie des Konzerns. Die Aufrechterhaltung eines sicheren und soliden Risikoprofils ist ein zentraler Pfeiler unserer Strategie und es besteht die Verpflichtung in der gesamten Organisation, die Bank mit einem niedrigen Risikoprofil zu führen. Wir sind davon überzeugt, dass unser Risikomanagement-Ansatz ein Unterscheidungsmerkmal in unserem Markt darstellt und der Schlüssel zum Erreichen unserer strategischen und finanziellen Ziele sowie zur Schaffung von Mehrwert für unsere Aktionäre sowie zum Schutz unserer Kunden ist.

Die Beibehaltung eines sicheren und soliden Risikoprofils ist Eckpfeiler unserer Konzernstrategie und unserer Risikopolitik. Sie basieren auf den folgenden Grundsätzen:

  • Beibehaltung einer starken Kapitalposition, stabiler Privatkundeneinlagen und eines niedrigen Risikoprofils
  • Fokus auf etablierte und entwickelte Märkte
  • Anwendung einer konservativen und disziplinierten Kreditvergabe in Märkten, die wir verstehen, mit dem Focus auf besichertes Geschäft
  • Aufrechterhaltung einer soliden Bilanz
  • Proaktives Management und Reduzierung von nichtfinanziellen Risiken

Zusammenfassung und wesentliche Entwicklungen im Halbjahr 2022

  • Das makroökonomische Umfeld des 1. Halbjahres 2022 war durch die anhaltende Unsicherheit nach dem Auslaufen der COVID-19-Maßnahmen der Regierung und den Ausbruch des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine gekennzeichnet.
  • Wir haben kein direktes Engagement in Russland oder der Ukraine und nur ein minimales Engagement in Osteuropa, was unsere strategische Ausrichtung auf die DACH/NL-Region, Westeuropa und die Vereinigten Staaten in den letzten zehn Jahren widerspiegelt. Auch wenn unsere sekundären Engagements minimal sind, werden wir weiterhin vorsichtig und umsichtig bleiben.
  • Begrenzte Engagements (<1% des Gesamtvermögens) in sehr energieintensiven Industrien, kein Investment in der Handelsfinanzierung, Abschwächung der Auswirkungen der energiebedingten Inflation und Risiken in der Lieferkette.
  • Die ECL-Reserven wurden um 8% auf 150 Mio. € (31.12.2021: 139 Mio. €) erhöht; die aktuellen wirtschaftlichen Aussichten wurden dabei berücksichtigt und in der Erhöhung des Management-Overlays reflektiert.
  • Der über die modellbasierten Reserven hinausgehende Management-Overlay erhöhte sich auf 70 Mio. € (31.12.2021: 61 Mio. €). Die BAWAG P.S.K. wird die potenzielle wirtschaftliche Entwicklung angesichts der anhaltenden Unsicherheit weiterhin beobachten und die Annahmen und den Bedarf des Management-Overlays regelmäßig überprüfen.
  • Stabile Entwicklung der NPL-Quote (ohne Stadt Linz) bei 1,0% (31.12.2021: 1,0%), mit einer verbesserten NPL-Besicherungsquote von 51% (31.12.2021: 46%).

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

$\triangleright$ Unter Berücksichtigung der Forderung an die Stadt Linz sowie freiwilliger Vorsorgen im Eigenkapital beläuft sich die NPL-Quote auf 1,4% (31.12.2021: 1,4%), und die NPL-Besicherungsquote verbesserte sich auf 61% (31.12.2021: 56%).

$\triangleright$ Die hohe Qualität der Aktiva zeigt sich in der stabilen Verteilung der Aktiva: 94% der Kundenforderungen sind in Stufe 1 (31.12.2021: 94%), 4% in Stufe 2 (31.12.2021: 4%) und 2% in Stufe 3 (31.12.2021: 2%).

$\triangleright$ Halbjahres-Risikokosten in Höhe von 50,6 Mio. € (2021: 53,1 Mio. €) entsprechen einem Rückgang von 5% ohne nennenswerte Auflösungen

$\triangleright$ Robuste Liquiditätsposition zum Halbjahr mit einer LCR-Quote in Höhe von 184% (31.12.2021: 239%). Die Quote weist einen erheblichen Puffer zu den regulatorischen Anforderungen auf.

$\triangleright$ Das Engagement in Branchen mit mäßigem bis hohem ESG-Risiko bleibt aufgrund einer starken ESG-Risikogovernance gering. ESG-Risiken werden im Risiko-Steuerungsrahmens in die Risikostrategie und in die interne Kapitalallokation über alle Risikoarten und Risikomanagementrichtlinien hinweg einbezogen.

Entwicklung der wichtigsten Risikokennzahlen

in Mio. € Gesamtportfolio
30.06.2022 31.12.2021 vvP
NPL Ratio 1,4% 1,4% 0pp
NPL-Wertberichtigung-Besicherungsquote 60,7% 56,5% 4,2pp
NPL-Besicherungsquote 81,2% 79,2% 2,0pp
Wertberichtigungen Stufe 1 und 2 150 139 11
davon Management-Overlay 70 61 9
Wertberichtigungen Stufe 3 302 276 26
Prudential Filter 229 211 18
LCR 184% 239% -55pp
NSFR 127% 139% -9pp

Risikopolitik und -strategie

Die Geschäftstätigkeit der BAWAG P.S.K. konzentriert sich vorwiegend auf das Privatkundengeschäft sowie auf das Firmenkundengeschäft und gewerbliche Immobilien in selektiven Märkten mit laufender Bewertung entsprechender Risiko-Ertrags-Profile. Dabei geht die Bank die branchenspezifischen Risiken sowie jene der Wirtschaft im Allgemeinen ein. Die BAWAG P.S.K. überwacht und steuert diese Risiken innerhalb eines strikten und umfassenden Risikomanagementregelwerks, mit der Absicht, solche Risiken zu vermindern und für deren Abdeckung angemessene Kapital- und Liquiditätsausstattung sicherzustellen.

Die BAWAG P.S.K. hat ein umfassendes und vorausschauendes Risikomanagementsystem entwickelt, das die Art, den Umfang und die Komplexität der Geschäftsaktivitäten des Konzerns und die daraus resultierenden Risiken berücksichtigt. Die Steuerung und Überwachung des Risikomanagements der Gruppe basiert auf dem Verständnis der Risikotreiber, der Risikotypen und der Auswirkungen der Risiken. Die Grundsätze des Risikomanagements, des Risikoappetits und des Governance-Rahmenwerks blieben unverändert.

Die folgenden Bereiche überwachen die Umsetzung und Durchführung der risikobezogenen Richtlinien (Stand 30.06.2022):


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

  • Risk Modelling
  • Validation
  • Commercial Risk Management
  • Retail Risk Management
  • Group Data Warehouse (gemeinsame Berichtslinie an Risiko und Finanzen)

18 | Russland-Ukraine-Konflikt – Auswirkungen auf das Risikomanagement

Der wirtschaftliche Aufschwung in unseren Märkten nach der Pandemie – mit Aufhebung der Beschränkungen in unseren Kernmärkten im 2. Quartal 2022 – wurde durch den Ausbruch des Russland-Ukraine-Konflikts im Februar 2022 unterbrochen. Dies eröffnete eine neue Front beispielloser Ereignisse mit ungewissen wirtschaftlichen Folgen und erfordert die Fortsetzung eines Krisenmanagements sowie eines äußerst umsichtigen Risikomanagements. Das aktuelle Umfeld ist von folgenden Merkmalen gekennzeichnet:

  • Die Inflation befindet sich auf einem 40-Jahres-Hoch mit Auswirkungen auf das Realeinkommen durch gestiegene Lebenshaltungskosten, z.B. deutlich höhere Energiekosten
  • Ukraine-Krieg: mangelnde Transparenz über die wirtschaftlichen Auswirkungen, die mögliche Ausbreitung und ein absehbares Ende
  • Gegenwind im Industriesektor und Produktionsrückgänge aufgrund von Lieferkettenproblemen und der Inflation
  • Negative Auswirkungen durch das Auslaufen der Pandemie-Finanzhilfen, die zur Vermeidung von Insolvenzen und zur Bewältigung der Arbeitslosigkeit beitrugen
  • Straffung der Geldpolitik durch Beendigung der Ankäufe von Vermögenswerten durch die Zentralbanken und die Erhöhung der Leitzinsen

Governance

Das Risikomanagement der BAWAG P.S.K. hat im Rahmen der COVID-Krise bewiesen, sich bei der Evaluierung und Messung von Risiken schnell und effektiv auf die neuen und sich ständig ändernden Rahmenbedingungen einstellen zu können. Dabei konnte stets auf die etablierte Risiko-Infrastruktur (IT, Reporting, Analytik) und die etablierten Entscheidungsprozesse zurückgegriffen werden.

Das Management hat einen äußerst proaktiven Ansatz für das Risikomanagement und einen detaillierten Fokus auf die Steuerung des Betriebs geschaffen. Es wurden verstärkte Governance-Schritte eingeführt und die Frequenzen erhöht, um die Unmittelbarkeit von Leistung und Stressbereichen, einheitliche Reaktionen in allen Geschäftsbereichen und datengesteuerte Entscheidungen zu gewährleisten. Dieser Aufbau und diese Erfahrung sind entscheidend für die wirksame Bewältigung der aktuellen Krise in all unseren Märkten und Kanälen:

  • Wiederkehrende Steuerungsmeetings unter Einbeziehung des Vorstands und der relevanten Bereiche und Märkte, um eine gezielte Risikoanalyse, zeitnahe Entscheidungsfindung und Priorisierung für eine umgehende operative Umsetzung von Maßnahmen sicherzustellen
  • Regelmäßige Überwachung des Kundenverhaltens und damit verbundener Risikokennzahlen, die den gesamten Kreditrisikolebenszyklus abdecken (Neugeschäftsanträge, Auslastung von revolvierenden Linien, Betreibung von ausgefallenen Engagements)

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

  • Pflichtbewusstes Kreditrisikoreporting und dementsprechende Preisgestaltung mit Überprüfungen bestimmter Portfolios im Segment Corporate & Public und intensivierter Austausch mit den jeweiligen Unternehmen, um die aktuelle finanzielle Position einschätzen zu können
  • Erweitertes Risikoreporting, um die Entwicklung bestimmter Portfolios, Kundengruppen und Produkte, die von der aktuellen Krise betroffen sind, gezielt zu überwachen.
  • Laufende Überprüfung der IFRS 9-Risikovorsorgen unter Berücksichtigung verschiedener makroökonomischer Szenarien

Kreditvergabe

Die Bank verfolgt bei der Kreditvergabe einen konservativen Ansatz mit klar definierten Vergaberichtlinien und dem Fokus auf ein hohes Maß an verfügbaren Kreditsicherheiten, ein angemessenes Verhältnis von laufendem Schuldendienst zum Einkommen und auf risikoadjustierte Renditen. Die Kreditvergabeentscheidungen werden durch quantitative Risikoanalysen unterstützt, die eine gezielte Risikobeurteilung unter Berücksichtigung des erwartet ungünstigen makroökonomischen Umfelds und die Durchführung entsprechender Maßnahmen während der Krise sicherstellen. Die gesamte Palette an Kreditprodukten wird weiterhin angeboten, wobei die bereits 2019 eingeschlagene Strategie, das Neugeschäft vermehrt in Richtung besicherter Produkte zu verlagern, konsequent weiterverfolgt wurde.

Analyse der Auswirkungen der aktuellen Krise

Die BAWAG P.S.K. berichtet:

  • Kein direktes Exposure gegenüber russischen oder ukrainischen Unternehmen (ultimative Risikobetrachtung)
  • Kein Exposure gegenüber sanktionierten Personen/Unternehmen
  • Strenge Überwachung der Entwicklungen und Sanktionen, um eine vollständige und unmittelbare Umsetzung in die Risikopolitik/Kreditvergabe-Richtlinien sicherzustellen
  • Keine Handelsfinanzierung an Russland oder CEE-Länder
  • Weder Führung noch Pflege einer Wertpapiermakler-, Verwahrungs-, Abwicklungs- und Clearingbeziehung mit russischen/ukrainischen Counterparties oder entsprechenden Tochtergesellschaften
  • Gesamtengagement gegenüber Osteuropa (ultimative Risikobetrachtung) unter 1% der Bilanzsumme
  • Ein kleiner Anteil von Unternehmen mit einem Gesamtengagement von weniger als 1% der Bilanzsumme, die von russischen Märkten abhängig sind (Automobil, Holz, Gas), sei es mit lokalen Tochtergesellschaften, Kunden oder Lieferanten, die streng überwacht werden, aber derzeit keine Anzeichen für ein erhöhtes/nicht eindämmbares Risiko aufweisen
  • Die Firmenkunden sind in der Lage, die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise an ihre Kunden weiterzugeben, wobei insgesamt weniger als 1% der gesamten Aktiva auf energieintensive Industrien (z.B. Stahl, Zement, Chemikalien, Baustoffe) entfallen – mit Sitz in Österreich und den USA
  • Anpassungen der Kreditbox für Privatkunden und Hypothekarkredite, um die steigenden Wohnkosten sowie die allgemeinen Auswirkungen von Inflation, Lieferkette und Zinssatz zu berücksichtigen
  • Die Kommerz-Kreditvergabe-Richtlinien wurden angepasst und spiegeln den Bedarf an zusätzlichen Informationen und Analysen wider, um die Auswirkungen der aktuellen Krise bei der Übernahme von Einzelgeschäften zu bewerten

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

  • ECL-Overlay in Höhe von 70 Mio. € – wobei bereits aktualisierte Basis- und pessimistische makroökonomische Szenarien in das Modell einbezogen wurden – von dem die Bank erwartet, dass er die Auswirkungen eines Stagflationsszenarios mit hoher Inflation und einer aufkommenden Rezession abdeckt
  • Stresstest aller Geschäfte auf Zinserhöhungen angesichts der Marktvolatilität
  • Mehrheit der Kunden wurde vertraglich verpflichtet, das Zinsrisiko abzusichern

Risikovorsorge

Die BAWAG P.S.K. hat vor dem Hintergrund der Unruhen eine Reihe von Maßnahmen getroffen, um eine rechtzeitige Identifizierung notleidender Schuldner und die Sicherstellung angemessener Risikovorsorgen unter Berücksichtigung der aktuell vorherrschenden Unsicherheit zu gewährleisten.

Die Bank verfügt über umfassende Methoden zur Ermittlung des erwarteten Kreditverlusts (ECL) nach IFRS 9, um zukünftige, noch nicht eingetretene Verluste unter Berücksichtigung makroökonomischer Faktoren, Kunden mit höherem Risikoprofil und letztlich Kunden mit erhöhter Ausfallswahrscheinlichkeit zu identifizieren. Die Kernkonzepte zur Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos wurden dabei auch in diesem Umfeld beibehalten (für eine detailliertere Beschreibung wird auf den ECL-Abschnitt im Kreditrisikoteil des Halbjahresfinanzberichts verwiesen). In Anbetracht der aktuellen Unsicherheit hat die Bank zusätzlich Anpassungen in Form eines Management-Overlays vorgenommen, um ein angemessenes Niveau an Risikovorsorgen sicherzustellen. Zum 30. Juni 2022 hatte die BAWAG P.S.K. die ECL-Vorsorgen um 8% auf 150 Mio. € erhöht (31.12.2021: 139 Mio. €, 31.12.2020: 130 Mio. €) einschließlich eines Management-Overlays von 70 Mio. €, der über die ECL-Berechnungsmodelle hinausgeht, um angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit eine angemessene Risikovorsorge sicherzustellen. Die BAWAG P.S.K. beobachtet die weitere makroökonomische Entwicklung der für sie relevanten Märkte genau. Eine Reduzierung des Management-Overlays wird geprüft, sobald eine nachhaltige Verbesserung des makroökonomischen Umfelds zu beobachten ist.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

19 | Kreditrisiko

Als Kreditrisiko wird die Gefahr verstanden, dass ein Vertragspartner einer Finanztransaktion seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Governance: Im Rahmen des Kreditrisikomanagements besteht eine funktionale Spezialisierung für die Kundensegmente Kommerz- und Institutionelle Kunden (Commercial Credit Risk Management) sowie Privat- und Geschäftskunden (Retail Risk Management). Das Credit Approval Committee (CAC), ein spezielles Gremium auf Vorstandsebene, ist für die Bewilligung von Kreditanträgen im Rahmen der Befugnisse, die in der Kompetenz- und Pouvoirordnung festgelegt sind, verantwortlich. Die Berechnung und Aggregation der einzelnen Risikoindikatoren für das monatliche Reporting erfolgt in einem einheitlichen Prozess in der Verantwortung des Bereichs Risikocontrolling.

Risikosteuerung: Kernziele des Kreditrisikomanagements sind:

  • Gezielte Übernahme von Kreditrisiken in Übereinstimmung mit dem genehmigten Risikoappetit
  • Überwachung von Kreditrisiken über den gesamten Lebenszyklus
  • Zeitnahe Identifizierung, Bewertung und Messung von Kreditrisiken

Diese Ziele und Prinzipen des Kreditrisikomanagements werden operativ wie folgt umgesetzt:

  • Disziplinierte Kreditvergabe in gut etablierten Märkten mit Schwerpunkt auf
  • besicherte Kredite und/oder
  • Kunden, die über den gesamten Kreditzyklus hinweg über eine sehr gute Bonität verfügen.
  • Kreditrisiken werden in Abhängigkeit vom zugrundeliegenden Risikoprofil in unterschiedlichen Organisationseinheiten gemanagt. Unternehmenskredite werden auf Einzelgeschäftsebene durch Experten, die umfangreiches Know-how über die jeweils zugrundeliegende Branche haben, evaluiert, während Privatkundenkredite unter Zuhilfenahme quantitativer Analysen und Ratingmodelle auf Segmentebene gesteuert werden.
  • Ein entsprechendes Frühwarn-, Betreibungs- und Abwicklungssystem stellt sicher, dass Kreditrisiken auf Einzelschuldnerebene so früh wie möglich identifiziert und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen werden.

Bonitätsbeurteilung

Die Kreditwürdigkeit von Privat- und Geschäftskunden wird zusätzlich zu den klar definierten Kreditvergaberichtlinien über automatisierte Scoringverfahren bewertet. Diese bestehen aus einem Antragsscoring, das auf statistischen Modellen beruht, sowie einem Verhaltensscoring, dem die Kontogestion des Kunden zugrunde liegt. Zusätzlich werden externe Informationen (wie z.B. Wirtschaftsauskunftei) berücksichtigt. Auf dieser Basis wird eine monatlich aktualisierte Bonitätseinschätzung der Kunden erstellt.

Neben der Bonitätsbeurteilung werden auch der erwartete Verlust bei Ausfall (LGD) sowie die erwartete Ausnutzung des Off-Balance-Exposures zum Ausfallszeitpunkt (Credit Conversion Factor, CCF) für Privat- und Geschäftskunden geschätzt. Die Schätzung, welche auf historischen Daten des beobachteten Kundenverhaltens basiert, wird anhand qualifizierter statistischer Methoden und Modelle berechnet.

Vor Übernahme neuer kommerzieller Risiken bzw. der Ausweitung bestehender Positionen erfolgt eine Bonitätsanalyse der Kreditnehmer auf Basis eines dem Kundensegment entsprechenden internen Ratingverfahrens. Dabei stützen sich die Ratingverfahren grundsätzlich auf ein breites Spektrum quantitativer und qualitativer Faktoren. Die auf diese Weise ermittelte Risikoeinstufung wird auf einer einheitlichen Masterskala abgebildet und jedem Kunden als individuell geschätzte Ausfallswahrscheinlichkeit zugeordnet.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Um Risikokonzentrationen auf Kunden- und Kundengruppenebene aufzuzeigen, werden Limite für die Forderungshöhen definiert, überwacht und regelmäßig an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.

Basierend auf der zentralen Struktur und Ausrichtung der Risikomanagementprozesse der BAWAG P.S.K. können neue regulatorische Risikovorschriften oder eine veränderte Marktsituation in den Risikomanagementstrategien kurzfristig abgebildet werden.

Kreditrisikomessung

Die BAWAG P.S.K. hat als IRB-Bankengruppe hohe Standards in Bezug auf Kreditrisikoprozesse und -methoden definiert. Das Augenmerk der Risikoorganisation liegt vor allem auf der ständigen Weiterentwicklung der Risikoquantifizierungsmethoden. Für alle Subportfolien gelten spezifische Standards, die regelmäßig modelliert, überwacht, statistisch kalibriert und validiert werden.

Die nachfolgenden Abschnitte geben einen Überblick über die Struktur und die Portfolioqualität in den einzelnen Segmenten.

| 30.06.2022
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real
Estate & Public
Sector | Treasury | Corporate Center | Gesamtportfolio |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zu fortgeführten
Anschaffungskosten | 21.950 | 15.354 | 11.869 | 549 | 49.722 |
| Vermögenswerte FVPL/FVOCI | 75 | 451 | 2.546 | 139 | 3.211 |
| Bilanzielle Geschäfte | 22.025 | 15.805 | 14.415 | 688 | 52.933 |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 4.614 | 1.859 | 1.080 | 569 | 8.121 |
| Summe | 26.639 | 17.664 | 15.494 | 1.257 | 61.054 |
| davon besichert | 17.254 | 8.354 | 1.576 | 193 | 27.377 |
| davon NPL (Bruttosicht) | 494 | 127 | – | 254 | 875 |
| Wertberichtigungen Stufe 1 | 29 | 15 | 1 | 0 | 45 |
| Wertberichtigungen Stufe 2 | 56 | 47 | 0 | – | 104 |
| Wertberichtigungen Stufe 3 | 248 | 54 | – | 0 | 302 |
| Summe der
Wertberichtigungen | 308 | 104 | 1 | 2 | 415 |
| Prudential Filter | 6 | 7 | – | 216 | 229 |


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

| 31.12.2021
in Mio. € | Retail & SME | Corporates, Real
Estate & Public
Sector | Treasury | Corporate Center | Gesamtportfolio |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Zu fortgeführten
Anschaffungskosten | 20.672 | 14.348 | 13.029 | 398 | 48.447 |
| Vermögenswerte FVPL/FVOCI | 155 | 456 | 3.291 | – | 3.902 |
| Bilanzielle Geschäfte | 20.827 | 14.804 | 16.320 | 398 | 52.349 |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 3.929 | 1.330 | 1.267 | 1.196 | 7.722 |
| Summe | 24.756 | 16.134 | 17.587 | 1.594 | 60.071 |
| davon besichert | 16.761 | 5.947 | 667 | 385 | 23.760 |
| davon NPL (Bruttosicht) | 476 | 132 | – | 254 | 862 |
| Wertberichtigungen Stufe 1 | 24 | 11 | 1 | 0 | 37 |
| Wertberichtigungen Stufe 2 | 54 | 47 | 0 | – | 102 |
| Wertberichtigungen Stufe 3 | 230 | 44 | – | 2 | 276 |
| Summe der
Wertberichtigungen | 308 | 104 | 1 | 2 | 415 |
| Prudential Filter | 3 | 5 | – | 203 | 211 |

Geografische Verteilung des Kredit- und des Wertpapierportfolios

Gemäß der Strategie der BAWAG P.S.K., sich auf stabile Regionen und Währungen zu konzentrieren, verteilen sich 97% (31.12.2021: 97%) des Kreditportfolios und 92% (31.12.2021: 93%) des Wertpapierportfolios auf Westeuropa und Nordamerika.

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Geografische Verteilung des Kreditportfolios

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KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

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Geografische Verteilung der Wertpapiere

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Kreditportfolio und Wertpapiere nach Währungen

Konsistent mit der strategischen Ausrichtung der BAWAG P.S.K. ist der überwiegende Anteil der Finanzierungen in EUR. Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung des Kreditportfolios und der Wertpapiere.

Buchwert in %
in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021 30.06.2022 31.12.2021
EUR 44.207 44.614 83,5% 85,2%
USD 5.969 5.104 11,3% 9,8%
GBP 1.237 1.320 2,3% 2,5%
CHF 963 1.027 1,8% 2,0%
Sonstige 557 284 1,1% 0,5%
Summe 52.933 52.349 100,0% 100,0%

Übersicht der Kreditqualität: Kredite, Wertberichtigungen, überfälligige Forderungen und Sicherheiten

Die folgende Tabelle zeigt die NPL Ratio und die Besicherung des Kreditportfolios. Das niedrige Risikoprofil spiegelt sich in der niedrigen NPL Ratio, im niedrigen Volumen an überfälligen Forderungen und der guten Wertberichtigungs- und Besicherungsquote über das gesamte Portfolio wider. Mehr als $83\%$ (31.12.2021: $83\%$ ) des Exposures konnen einem Investment-Grade-Rating zugeordnet werden, dies entspricht einem externen Rating zwischen AAA und BBB.


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

in Mio. € Buchwert1) in %
30.06.2022 31.12.2021 30.06.2022 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten (brutto) 50.161 48.846 100,0% 100,0%
Wertberichtigungen 439 399 0,9% 0,8%
davon Stufe 1 38 30 0,0% 0,0%
davon Stufe 2 103 100 0,2% 0,2%
davon Stufe 3 299 269 0,6% 0,6%
Zu fortgeführten Anschaffungskosten (netto) 49.722 48.447 99,1% 99,2%
NPL Ratio - - 1,4% 1,4%
NPL-Wertberichtigung-Besicherungsquote - - 60,7% 56,5%
NPL-Besicherungsquote - - 81,2% 79,2%

1) Wertpapiere sind nicht enthalten, da das Wertpapierportfolio weder Verzugstage noch Zeichen, die auf einen Ausfall hindeuten, aufweist.

Die folgende Tabelle zeigt die NPL Ratio aufgegliedert in die Segmente Retail & SME und Corporates, Real Estate & Public Sector.

Retail & SME Corporates, Real Estate & Public Sector
in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021 30.06.2022 31.12.2021
Summe 22.025 20.827 15.805 14.804
NPL Ratio 1,9% 1,9% 0,7% 0,8%
NPL-Wertberichtigung-Besicherungsquote 51,4% 48,8% 48,2% 37,7%
NPL-Besicherungsquote 77,2% 77,7% 89,3% 81,7%

KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

In der folgenden Tabelle findet sich die Verteilung der Ratings für das Portfolio, welches weder in Verzug noch wertberichtigt ist. Das Risikoprofil ist stabil.

in % Gesamtportfolio Retail & SME Corporates, Real Estate & Public Sector
Moody's Rating Äquivalent 30.06.2022 31.12.2021 30.06.2022 31.12.2021 30.06.2022 31.12.2021
Ratingklasse 1 Aaa-Aa2 27,1% 30,7% 0,2% 0,3% 18,3% 18,1%
Ratingklasse 2 Aa3-A1 10,5% 11,2% 9,6% 10,5% 13,0% 13,8%
Ratingklasse 3 A2-A3 8,1% 9,1% 10,4% 15,5% 4,7% 4,3%
Ratingklasse 4 Baa1-Baa3 37,5% 34,5% 51,5% 50,1% 47,5% 46,5%
Ratingklasse 5 Ba1-B1 14,5% 12,1% 23,8% 19,6% 14,9% 14,9%
Ratingklasse 6 B2-Caa2 1,6% 1,7% 2,9% 2,6% 1,4% 2,1%
Ratingklasse 7 Caa3 0,7% 0,7% 1,6% 1,4% 0,2% 0,3%

Erhaltene Sicherheiten für das NPL-Portfolio

Die folgenden Zahlen beziehen sich auf das Brutto-NPL-Exposure (Stufe 3).

| 30.06.2022
in Mio. € | NPL Exposure | Pfandrechtliche Kredit-sicherheiten | Sonstige Kredit-sicherheiten | Finanzgarantien | Kredit-verbesserungen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kreditportfolio | 863 | 199 | 34 | 17 | 23 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 12 | 1 | 2 | 0 | 0 |
| Summe | 875 | 200 | 36 | 17 | 23 |

Die dargestellten Sicherheiten sind Marktwerte.

| 31.12.2021
in Mio. € | NPL Exposure | Pfandrechtliche Kredit-sicherheiten | Sonstige Kredit-sicherheiten | Finanzgarantien | Kredit-verbesserungen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kreditportfolio | 850 | 212 | 30 | 16 | 25 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 12 | 1 | 7 | 0 | 0 |
| Summe | 862 | 213 | 37 | 16 | 25 |

Die dargestellten Sicherheiten sind Marktwerte.

Impairment

Entsprechend den Vorgaben von IFRS 9 muss eine Bank den erwarteten Kreditverlust (Expected Credit Loss, ECL) als Differenz zwischen den vertraglichen Zahlungsströmen eines Finanzinstruments und den Zahlungsströmen, die eine Bank erwartet, ermitteln. Dabei handelt es sich um wahrscheinlichkeitsgewichtete zukünftige Ergebnisse über mehrere Szenarien.

Die Hauptfaktoren für die ECL-Berechnung sind die Zuordnung zu den jeweiligen Stufen und die Anwendung der Lifetime-Risikoparameter, die die Erwartung der Bank in Bezug auf Verluste aus den finanziellen Vermögenswerten widerspiegeln. Während Lifetime die verbleibende Laufzeit eines finanziellen Vermögenswerts bezeichnet, handelt es sich bei den Parame


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

tern für das Lifetime-Risiko um die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), die Lifetime-Verlustquote (LGD) und das Lifetime-Exposure bei Ausfall (EAD), die monatlich auf Grundlage der intern abgeleiteten Schätzungen der für IFRS 9 ECL entwickelten Modelle berechnet werden. Die ECL-Modelle in der BAWAG P.S.K. werden angewendet für

  • Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
  • Leasingforderungen,
  • unwiderrufliche Kreditzusagen und Finanzgarantien, sofern diese nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
  • Contract Assets gemäß IFRS 15

und unverändert zum Geschäftsbericht per 31.12.2021.

Lifetime-Risikoparameter

Die Lifetime-Risikoparameter nach IFRS 9 bestehen aus einer Through-the-Cycle- und einer Point-in-Time-Komponente. Die Through-the-Cycle-Komponente erfasst das idiosynkratische Risiko der Finanzinstrumente, das im Zeitablauf eher stabil ist und durch den langfristigen Durchschnitt der Risikoparameter gemessen wird. Die Point-in-Time-Komponente misst die systematischen Risiken, die typischerweise durch makroökonomische Prognosen und den Portfolio-Kreditrisikozyklus repräsentiert werden.

Stufenkriterien und signifikanter Anstieg des Kreditrisikos (SICR)

Ein wesentliches Merkmal der ECL-Schätzung nach IFRS 9 ist die Stufenzuordnung der Vermögenswerte. Wenn ein finanzieller Vermögenswert eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos (SICR) seit der erstmaligen Erfassung aufweist oder als ausfallsgefährdet eingestuft wird, entspricht die ECL-Schätzung des Vermögenswerts dem erwarteten Kreditverlust über die gesamte Laufzeit (Stufe 2 oder Stufe 3), ansonsten dem erwarteten Kreditverlust über 12 Monate (Stufe 1).

Stufe 1: 12-Monats-ECLs

Die 12-Monats-Berechnung gilt generell für alle Finanzinstrumente bei erstmaliger Erfassung und für solche, die weder einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung aufweisen noch ausfallgefährdet sind.

Stufe 2 und 3: Lifetime-ECLs

Finanzinstrumente, bei denen ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos seit der erstmaligen Erfassung festgestellt wird, werden in Stufe 2 transferiert. Erhöht sich das Kreditrisiko des Instruments weiter bis zu dem Punkt, dass es ausfallsgefährdet ist, wird das Instrument in Stufe 3 transferiert. Die Bemessung der Risikovorsorge für Stufe 2 und Stufe 3 erfolgt auf Basis der erwarteten Zahlungsausfälle über die gesamte Restlaufzeit (lifetime expected credit loss), die mit Hilfe von Lifetime-Risikoparametern geschätzt wird.

Die BAWAG P.S.K. prüft die Stufenzuordnung der Vermögenswerte zu jedem Stichtag. Die Transferkriterien von Stufe 1 auf Stufe 2 basieren auf drei Kriterien:

  • quantitatives Kriterium
  • qualitatives Kriterium
  • Backstop-Kriterium

Stufe 3: Lifetime-ECLs

An jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, inwiefern objektive Hinweise auf eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte gelten als wertgemindert und ein Wertminderungsverlust als entstanden, wenn:

  • objektive Hinweise auf eine Wertminderung infolge eines Verlustereignisses vorliegen, das nach der erstmaligen Erfassung des Finanzinstruments und bis zum Bilanzstichtag eingetreten ist („Verlustereignis“),
  • das Verlustereignis einen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cashflows des finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe finanzieller Vermögenswerte hatte und
  • eine verlässliche Schätzung des Betrags vorgenommen werden kann.

Damit das Management beurteilen kann, ob auf individueller Ebene ein Verlustereignis eingetreten ist, werden alle bedeutsamen Kreditbeziehungen in regelmäßigen Zeitabständen überprüft. Dabei werden aktuelle kundenrelevante Informationen und Ereignisse, wie erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Kunden oder Vertragsverletzungen, die sich beispielsweise im Ausfall oder Verzug von Zins- und Kapitalzahlungen äußern, berücksichtigt.

Die Kreditrisikovorsorge für signifikante individuelle Kunden basiert auf erwarteten zukünftigen Rückflüssen gemäß den Schätzungen der Risikoanalysten. Für Kunden, die nicht individuell signifikant sind, basieren die für Retail- und KMU-Portfolios verwendeten Schätzungen der Verlustraten auf historisch beobachteten Informationen zu Ausfällen und Rückflüssen, der Ausfallsdauer der Kunden und LTV-Informationen (für Hypothekendarlehen), um die angemessene Höhe der Kreditrisikovorsorge zu berechnen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick für die Entwicklung der IFRS-Buchwerte (netto, abzüglich Wertberichtigungen) über die jeweiligen Stufen.

81


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Überleitungsrechnung der Buchwerte je Stufe

| 30.06.2022
in Mio. € | Eröffnungs-bilanz | Erhöhungen aufgrund von Originierung und Erwerb | Rückgänge aufgrund von Ausbuchung | Änderungen aufgrund eines veränderten Ausfallrisikos (netto) | Schlussbilanz |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 1
(ohne POCI) | 49.009 | 16.528 | -16.012 | -546 | 48.979 |
| Kreditportfolio | 43.281 | 15.767 | -15.157 | -256 | 43.635 |
| Wertpapiere | 5.728 | 761 | -855 | -290 | 5.344 |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 2
(ohne POCI) | 1.334 | 136 | -156 | -101 | 1.213 |
| Kreditportfolio | 1.334 | 136 | -156 | -101 | 1.213 |
| Wertpapiere | 0 | - | - | -0 | 0 |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 3
(ohne POCI) | 578 | 108 | -46 | -121 | 519 |
| Kreditportfolio | 578 | 108 | -46 | -121 | 519 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - |
| Summe POCI | 4 | 45 | -1 | 4 | 52 |
| Kreditportfolio | 4 | 45 | -1 | 4 | 52 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - |
| Summe | 50.925 | 16.818 | -16.214 | -764 | 50.763 |

Nur IFRS-9-relevante Buchwerte werden gezeigt.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Überleitungsrechnung der Wertberichtigungen je Stufe

| 30.06.2022
in Mio. € | Eröffnungsbilanz | Erhöhungen aufgrund von Originierung und Erwerb | Rückgänge aufgrund von Ausbuchung | Änderungen an existierenden Buchwerten | Schlussbilanz |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Wertberichtigungen Stufe 1 (ohne POCI) | 37 | 21 | -14 | 1 | 45 |
| Kreditportfolio | 30 | 18 | -11 | 0 | 37 |
| Wertpapiere | 1 | 1 | -1 | 1 | 2 |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 6 | 2 | -2 | 0 | 6 |
| Wertberichtigungen Stufe 2 (ohne POCI) | 102 | 54 | -58 | 6 | 104 |
| Kreditportfolio | 100 | 54 | -57 | 6 | 103 |
| Wertpapiere | – | – | – | 0 | 0 |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 2 | 0 | -1 | -0 | 1 |
| Wertberichtigungen Stufe 3 (ohne POCI) | 267 | 55 | -36 | 6 | 292 |
| Kreditportfolio | 261 | 52 | -32 | 7 | 288 |
| Wertpapiere | – | – | – | – | – |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 6 | 3 | -4 | -1 | 4 |
| Summe POCI | 2 | – | – | 8 | 10 |
| Kreditportfolio | 2 | – | – | 8 | 10 |
| Wertpapiere | – | – | – | – | – |
| Außerbilanzielle Geschäfte | – | – | – | – | – |
| Summe | 416 | 131 | -108 | 21 | 451 |

Veränderung der Wertberichtigungen nach Finanzinstrumenten

| 30.06.2022
in Mio. € | Von Stufe 1 auf Stufe 2 | Von Stufe 1 auf Stufe 3 | Von Stufe 2 auf Stufe 1 | Von Stufe 2 auf Stufe 3 | Von Stufe 3 auf Stufe 1 | Von Stufe 3 auf Stufe 2 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kreditportfolio | 16 | -0 | -10 | -6 | 0 | 2 |
| Wertpapiere | – | – | – | – | – | – |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 0 | -0 | -1 | -0 | 0 | 0 |
| Summe | 16 | -0 | -10 | -7 | 0 | 2 |
| 31.12.2021
in Mio. € | Von Stufe 1 auf Stufe 2 | Von Stufe 1 auf Stufe 3 | Von Stufe 2 auf Stufe 1 | Von Stufe 2 auf Stufe 3 | Von Stufe 3 auf Stufe 1 | Von Stufe 3 auf Stufe 2 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kreditportfolio | 19 | -1 | -15 | -13 | 0 | 11 |
| Wertpapiere | – | – | – | – | – | – |
| Außerbilanzielle Geschäfte | 0 | -0 | -1 | -0 | 0 | 0 |
| Summe | 19 | -1 | -16 | -13 | 0 | 11 |


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Verteilung der Buchwerte je Wertberichtigungsstufe und Rating

Die folgenden Zahlen beziehen sich auf IFRS-Buchwerte (abzüglich der Vorsorgen für die Stufen 1 bis 3).

| 30.06.2022
in Mio. € | Rating-klasse 1 | Rating-klasse 2 | Rating-klasse 3 | Rating-klasse 4 | Rating-klasse 5 | Rating-klasse 6 | Rating-klasse 7 | Rating-klasse 8 | Gesamt-portfolio |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 1
(ohne POCI) | 12.659 | 5.315 | 3.958 | 18.773 | 7.062 | 454 | 758 | - | 48.979 |
| Kreditportfolio | 11.240 | 3.765 | 3.057 | 18.070 | 7.012 | 454 | 37 | - | 43.635 |
| Wertpapiere | 1.419 | 1.550 | 901 | 703 | 50 | - | 721 | - | 5.344 |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 2
(ohne POCI) | 0 | 4 | 10 | 75 | 397 | 387 | 340 | - | 1.213 |
| Kreditportfolio | 0 | 4 | 10 | 75 | 397 | 387 | 340 | - | 1.213 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - | - | 0 | - | 0 |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 3
(ohne POCI) | - | - | - | - | - | - | - | 519 | 519 |
| Kreditportfolio | - | - | - | - | - | - | - | 519 | 519 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Summe POCI | - | - | - | - | 5 | 9 | 32 | 1 | 52 |
| Kreditportfolio | - | - | - | - | 5 | 9 | 32 | 1 | 52 |
| Wertpapiere | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Summe | 12.659 | 5.319 | 3.968 | 18.847 | 7.464 | 850 | 1.131 | 571 | 50.763 |

Nur IFRS-9-relevante Buchwerte werden gezeigt.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

| 31.12.2021
in Mio. € | Rating-klasse 1 | Rating-klasse 2 | Rating-klasse 3 | Rating-klasse 4 | Rating-klasse 5 | Rating-klasse 6 | Rating-klasse 7 | Rating-klasse 8 | Gesamt-portfolio |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 1
(ohne POCI) | 15.447 | 5.703 | 4.507 | 17.234 | 5.652 | 425 | 41 | – | 49.009 |
| Kreditportfolio | 13.132 | 4.006 | 3.566 | 16.502 | 5.609 | 425 | 41 | – | 43.281 |
| Wertpapiere | 2.315 | 1.697 | 941 | 732 | 43 | – | – | – | 5.728 |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 2
(ohne POCI) | 3 | 6 | 13 | 79 | 498 | 429 | 306 | – | 1.334 |
| Kreditportfolio | 3 | 6 | 13 | 79 | 498 | 429 | 306 | – | 1.334 |
| Wertpapiere | – | – | – | – | – | 0 | – | – | 0 |
| Buchwerte für Wertberichtigungen der Stufe 3
(ohne POCI) | – | – | – | – | – | – | – | 578 | 578 |
| Kreditportfolio | – | – | – | – | – | – | – | 578 | 578 |
| Wertpapiere | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| Summe POCI | – | – | – | – | – | – | – | 4 | 4 |
| Kreditportfolio | – | – | – | – | – | – | – | 4 | 4 |
| Wertpapiere | – | – | – | – | – | – | – | – | – |
| Summe | 15.450 | 5.709 | 4.520 | 17.313 | 6.150 | 854 | 347 | 582 | 50.925 |

Nur IFRS-9-relevante Buchwerte werden gezeigt.

Erwarteter Kreditverlust

Die erwarteten Kreditverluste der BAWAG P.S.K. basieren entsprechend den IFRS-9-Vorgaben auf wahrscheinlichkeitsgewichteten Verlusten: Die ECL-Schätzung erfolgt unter Anwendung von drei verschiedenen Szenarien, die auf Basis von Szenariogewichten aggregiert werden, um eine endgültige ECL-Schätzung zu bilden. Die makroökonomischen Szenarien setzten sich aus den Prognosen der wichtigsten makroökonomischen Parameter zusammen. Die Ableitung der zukunftsgerichteten Informationen, die in den ECL-Schätzungen der BAWAG P.S.K. berücksichtigt werden, erfolgt hauptsächlich auf Basis der Entwicklung des Bruttoinlandprodukts, wobei zusätzliche Variablen, wie Inflation, Arbeitslosenquote oder Immobilienpreise, eine ergänzende Rolle spielen.

Die Aufteilung auf drei Szenarien (Basisszenario 40%, pessimistisches Szenario 30% und optimistisches Szenario 30%) ermöglicht es der Bank, den breiten Bereich der Zukunftserwartungen abzudecken, und wurde innerhalb des Industriestandards als am besten geeignet gewählt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die BIP-Wachstumsannahmen und die Gewichtung der Szenarien, die zur Bestimmung des ECL verwendet werden. Für die Berechnung der Halbjahres-ECL wurden die EZB-Prognosen vom Juni 2022 für die Auswahl der Szenarien herangezogen. Um die Unsicherheit durch den Russland-Ukraine-Konflikt einzubeziehen, werden die Prognosen für 2023 stärker gewichtet, falls die negativen Folgen des Konflikts noch stärker zum Tragen kommen werden.

Makroökonomische Annahmen für die Eurozone, die bei der ECL-Berechnung berücksichtigt wurden:


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

BIP-Wachstum 30.06.2022
in % 2021 2022 2023 2024
Optimistisch (30% Gewichtung) 5,4 2,7 2,1 2,3
Basislinie (40% Gewichtung) 5,4 2,3 0,5 3,0
Pessimistisch (30% Gewichtung) 5,4 1,5 -3,1 3,1
BIP-Wachstum 31.12.2021
--- --- --- --- ---
in % 2021 2022 2023 2024
Optimistisch (30% Gewichtung) 5,0 5,6 3,5 1,9
Basislinie (40% Gewichtung) 5,0 3,8 2,7 2,1
Pessimistisch (30% Gewichtung) 5,0 -0,4 1,4 2,9

Sensitivitätsanalyse

Die folgende Tabelle veranschaulicht den gewichteten erwarteten Kreditverlust sowie die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse, bei der die ECLs unter jedem Szenario mit einer Gewichtung von 100% gemessen werden. Die Sensitivitätsanalyse basiert auf dem Baseline-ECL ohne Anwendung des im COVID-19-Abschnitt des Risikoberichts beschriebenen Management-Overlays. Zum Halbjahr 2022 wird ein zusätzlicher ECL-Management-Overlay in Höhe von 70 Mio. € gehalten, um die Unsicherheiten der weiteren Entwicklung der aktuellen Krise zu adressieren. Dieser Overlay würde den zusätzlichen Vorsorgebedarf im Falle des Eintretens des pessimistischen Szenarios vollständig abdecken.

30.06.2022
in Mio. € ECL Szenario Änderungen
ECL inkl. Management Overlay ECL exkl. Management Overlay 100% Optimistisch 100% Basislinie 100% Pessimistisch
Stufe 1 & Stufe 2 150 80 -4 -0 4
Wertberichtigungen
31.12.2021
--- --- --- --- --- ---
in Mio. € ECL Szenario Änderungen
ECL inkl. Management Overlay ECL exkl. Management Overlay 100% Optimistisch 100% Basislinie 100% Pessimistisch
Stufe 1 & Stufe 2 139 78 -8 2 5
Wertberichtigungen

„Forbearance“-Maßnahmen

Forbearance-Maßnahmen können zur Anwendung kommen, wenn Kunden aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht in der Lage sind, den vereinbarten Vertragsbedingungen nachzukommen. Die BAWAG P.S.K. verfügt hierbei über klar festgelegte und transparente Prozesse, in deren Rahmen Vertragsanpassungen vorgenommen werden können. In Abhängigkeit vom Kundensegment umfasst der Maßnahmenkatalog die zeitlich befristete Stundung oder Reduzierung von Zinszahlungen oder Kapitalraten, die Restrukturierung von Kapitalfazilitäten oder sonstige Forbearance-Maßnahmen. In Ausnahmefällen werden zeitlich begrenzte oder permanente Reduzierungen des Zinssatzes gewährt.

Stundungs- und Refinanzierungsmaßnahmen dienen zur effektiven Risikoreduzierung und Ausfallvermeidung bei ausfallgefährdeten Krediten, sofern erwartet wird, dass damit ein Ausfall verhindert werden kann. Jedoch werden diese Maßnahmen


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

keinesfalls dafür benutzt, einen unausweichlichen Ausfall zu verschieben oder das Ausmaß des Kreditrisikos aus gestundeten Forderungen zu verschleiern.

Durch zeitlich und im Umfang abgestimmte Zugeständnisse in Form von Vertragsanpassungen unterstützt die BAWAG P.S.K. Kunden in Zahlungsschwierigkeiten. Sofern diese unterstützenden Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, werden Forderungen an Kunden in Übereinstimmung mit aufsichts- und bilanzrechtlichen Standards als ausgefallen klassifiziert.

Für Reportingzwecke sowie für die interne Risikosteuierung verfügt die BAWAG P.S.K. über Prozesse und Methoden in Anwendung regulatorischer Standards¹⁾ zur Identifikation von Forderungen, für die Stundungs- bzw. sonstige Forbearance-Maßnahmen gewährt wurden. Diese Forderungen werden als „Forborne“ gekennzeichnet.

Für Kunden, die im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie von einem Zahlungsaufschub Gebrauch gemacht haben, der unter die EBA-Definition eines legislativen oder nichtlegislativen Moratoriums fällt, hat die Bank davon abgesehen, diese Forderungen als forborne einzustufen.

Sicherheiten und Bewertung von Wohn- und Gewerbeimmobilien

Die Wertermittlung für inländische Wohnimmobilien erfolgt zentral durch Experten für die Bewertung von Immobilien unter Anwendung standardisierter Methoden und unter Zuhilfenahme eines Bewertungstools. Die Schätzung von Immobilien in anderen Ländern erfolgt ebenfalls von unabhängigen Fachleuten nach internationalen Standards. Die turnusmäßige Überprüfung bzw. Aktualisierung der Wohnimmobilienwerte erfolgt automationsgestützt auf Basis des Immobilienpreisindex des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich für österreichische Objekte, mittels Marktschwankungsmethode bei in Deutschland gelegenen Immobilien, auf der Basis des Halifax-House-Price-Index für Wohnimmobilien in Großbritannien sowie durch MAC (MeilleursAgents.com) für die französischen Wohnimmobilien. Die Überprüfung für Wohnimmobilien in den Niederlanden basiert auf dem CBS-Index (Centraal Bureau voor de Statistik) und die in Deutschland gelegenen Immobilien werden mit Hilfe des Marktvolatilitätskonzepts periodisch überprüft.

Gewerbeimmobilien werden von Sachverständigen für die Bewertung von Gewerbeimmobilien oder von ausgewählten externen Gutachtern im Auftrag des Konzerns bzw. eines Konsortialpartners individuell nach erfolgter Vor-Ort-Besichtigung und voller Befundaufnahme bewertet.

Im Konzern-Sicherheitenkatalog sind alle akzeptierten Sicherheiten aufgelistet. Für jede Sicherheitenart sind angemessene Haircuts definiert.

Sondergestion und Betreibung

Die Organisationseinheiten für Sondergestion und Betreibung (Retail/Non-Retail) verantworten die umfassende Gestion und Restrukturierung oder Abwicklung von ausfallsgefährdeten und ausgefallenen Kreditengagements. Vorrangige Ziele sind die Minimierung von Verlusten sowie die Realisierung eines maximalen Betreibungserlöses.

Früherkennung

Kunden, die aus unterschiedlichen Gründen (z.B. durch Bonitätsverschlechterung, signifikanten Rückgang des Aktienkurses, Anstieg des CDS-Spreads, negative Pressemeldungen/Ad-hoc-Publizität, unübliche Risikokonzentration etc.) definierte Frühwarnsignale auslösen, werden auf die Watch List genommen und in weiterer Folge im Watch Loan Committee, welches durch Mitglieder der relevanten Markt- und Marktfolgeorganisation besetzt ist, besprochen. Dieses Gremium arbeitet Maßnahmen zur Risikominderung auf Einzelfallebene aus und sorgt für eine konsequente Überwachung aller Exposures mit erhöhter Ausfallwahrscheinlichkeit.

1) Commission Implementing Regulation (EU) 2015/227, Annex V. Art. 145 – 183


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

20 | Marktrisiko

Das Marktrisiko ist definiert als Risiko eines Verlustes infolge offener Risikopositionen am Markt und einer ungünstigen Entwicklung der Marktrisikofaktoren (Zinssätze, Wechselkurse, Aktienkurse, Volatilitäten, Credit Spreads). Ein Marktrisiko kann im Zusammenhang mit Trading- und Nicht-Trading-Aktivitäten auftreten.

Die Hauptkomponenten des Marktrisikos der BAWAG P.S.K. sind Zinsrisiko und Credit-Spread-Risiko. Beide Risikoarten werden auf Basis eines Sensitivitäts- und eines Value-at-Risk-Ansatzes (VaR) sowie von Szenarienrechnungen gemessen und überwacht. Die bilanzielle Behandlung der Positionen wird zusätzlich in den Risikoreports berücksichtigt.

Marktrisiko im Bankbuch

Die wesentlichen Komponenten des Marktrisikos der BAWAG P.S.K. resultieren aus Zinsrisiko und Credit-Spread-Risiko.

Zinsrisiko im Bankbuch

Das Zinsrisiko im Bankbuch ist der potenzielle Verlust, der sich aus Nettoveränderungen der Vermögenswerte und der künftigen Entwicklung des Nettozinsertrags infolge von ungünstigen Zinsentwicklung ergebt.

Das Strategische Asset Liability Committee (SALCO) hat dem Bereich Treasury & Markets Zinsrisiko-Limite zugeteilt, um das Zinsänderungsrisiko im Sinne eines optimalen Risk/Return-Verhältnisses auf Konzernebene zu steuern. Risiko-Controlling berichtet in Teilen täglich bzw. auf Konzernebene monatlich an das SALCO über die Limitausnutzung und die Verteilung der Risiken.

Die durch das SALCO vorgegebene Zielzinsrisikostruktur wird durch den Bereich Treasury & Markets implementiert. Die BAWAG P.S.K. verwendet Zinssteuerungsderivate zur:

  • Umsetzung der Zinsrisikostrategie im Rahmen der durch das SALCO definierten Vorgaben und Limite
  • Steuerung der Sensitivität des Bewertungsergebnisses und der Neubewertungsrücklage
  • Absicherung der ökonomischen Risikoposition unter Berücksichtigung der bilanziellen Abbildung

Die BAWAG P.S.K. wendet Hedge Accounting gemäß IAS 39 an. Derzeit werden folgende Fair-Value-Hedge-Accounting-Methoden zur Absicherung von Marktrisiken angewendet:

  • Micro Fair Value Hedge: Absicherung von finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen Verbindlichkeiten gegen Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts.
  • Portfolio Fair Value Hedge („EU-Carve-out“): Die BAWAG P.S.K. hat Sichteinlagen in Euro als ein Portfolio identifiziert, das gegen Zinsrisiken abgesichert werden soll. Diese Einlagen sind entsprechend den erwarteten Rückzahlungs- und Zinsanpassungsterminen in Laufzeitbänder unterteilt. Per 30.06.2022 waren fast 38% (31.12.2021: 29%) des Gesamtvolumens der Sichteinlagen dem Portfolio-Fair-Value-Hedge gewidmet.

Darüber hinaus werden vertraglich vereinbarte Zinssober- und/oder -untergrenzen, die in finanzielle Vermögenswerte (z.B. Darlehensforderungen oder Wertpapiere) und/oder Verbindlichkeiten (z.B. Spareinlagen) eingebettet sind, in eine Portfolio-Fair-Value-Hedge-Beziehung gewidmet, um diese Instrumente gegen Änderungen des beizulegenden Zeitwerts aufgrund von Zinsänderungen abzusichern. Die Entscheidung über den Betrag, der in die Bilanzierung der Fair-Value-Hedge-Beziehung einbezogen werden soll, wird unter Anwendung eines Bottom-Layer-Ansatzes und im Kontext der Steuerung der Zinsrisikoposition unter Einhaltung der definierten Limite getroffen.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Das Zinsrisiko wird anhand von Sensitivitäten basierend auf dem PVBP-Konzept gemessen. Der PVBP, der aus der Duration zinstragender Finanzinstrumente abgeleitet ist, gibt die Veränderung des Nettobarwerts infolge einer parallelen Verschiebung der Zinskurven um einen Basispunkt nach oben (0,01%) an. Die folgende Tabelle stellt die Zinsrisikosensitivitäten des Konzerns zum 30. Juni 2022 anhand des PVBP-Konzepts dar:

Zinssensitivität

| 30.06.2022
in Tsd. € | <1J | 1J-3J | 3J-5J | 5J-7J | 7J-10J | >10J | Summe |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | 70 | -152 | -128 | 13 | -283 | -323 | -803 |
| USD | 7 | -9 | -8 | 2 | 59 | -10 | 41 |
| CHF | -14 | 11 | 5 | 3 | -1 | -2 | 3 |
| GBP | 5 | 14 | 6 | 5 | 3 | 1 | 36 |
| Sonstige
Währungen | -5 | -6 | 6 | -1 | 0 | 0 | -6 |
| Summe | 64 | -142 | -119 | 22 | -222 | -333 | -730 |
| 31.12.2021
in Tsd. € | <1J | 1J-3J | 3J-5J | 5J-7J | 7J-10J | >10J | Summe |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| EUR | -173 | -27 | -89 | -56 | 517 | -198 | -26 |
| USD | 23 | -29 | -23 | -9 | 24 | -8 | -22 |
| CHF | -3 | 4 | -2 | 1 | -5 | 0 | -4 |
| GBP | 15 | 14 | 0 | -1 | 0 | 7 | 36 |
| Sonstige
Währungen | -4 | -5 | 0 | 0 | 0 | 0 | -10 |
| Summe | -141 | -43 | -114 | -66 | 535 | -198 | -27 |

Credit-Spread-Risiko im Bankbuch

Unter Credit-Spread-Risiko im Bankbuch wird das Risiko von fallenden Barwerten von Wertpapieren und Derivaten aufgrund einer Veränderung der Credit Spreads verstanden. Die Risikomanagement-Modelle in diesem Risikofaktor werden kontinuierlich weiterentwickelt. Das Credit-Spread-Risiko wird anhand von Sensitivitäten (PVBP-Konzept) gemessen. Der Credit-Spread-PVBP gibt die Veränderung des Nettobarwertes infolge einer parallelen Verschiebung der Credit Spreads um einen Basispunkt (0,01%) nach oben an. Die folgende Tabelle zeigt die gesamte Credit-Spread-Sensitivität der BAWAG P.S.K. sowie die Aufteilung nach den für die Gewinn- und Verlustrechnung und das sonstige Gesamtergebnis relevanten Bilanzkategorien:

Credit-Spread-Sensitivität

in Tsd. € 30.06.2022 31.12.2021
Gesamtportfolio -2.331 -2.541
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 3 -3
Im sonstigen Ergebnis ausgewiesene zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte -1.000 -1.380
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte -1.334 -1.159

BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Marktrisiko im Handelsbuch

Die BAWAG P.S.K. führt kein aktives Handelsbuch. Derzeit sind keine Handelsaktivitäten für die gesamte Gruppe geplant.

21 | Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko ist das Risiko, Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt ihrer Fälligkeit nicht nachkommen (dispositives Liquiditätsrisiko) oder diese Verpflichtungen nur mit höheren Refinanzierungskosten (strukturelles Liquiditätsrisiko) erfüllen zu können. Zum Liquiditätsrisiko gehört ferner das Risiko, dass Transaktionen nicht geschlossen oder verkauft werden können oder dies aufgrund unzureichender Markttiefe oder aufgrund von Marktunterbrechungen (Marktliquiditätsrisiko) nur mit Verlust möglich ist. Das Ziel des Liquiditätsrisikomanagements der BAWAG P.S.K. besteht darin, sicherzustellen, dass der Konzern seinen Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann, und das Liquiditätsrisiko innerhalb des Risikoappetits zu steuern.

Einlagen von Retail- und Firmenkunden bilden seit Jahren den Kern der Refinanzierungsstrategie der BAWAG P.S.K. und werden auch in Zukunft die wichtigste Refinanzierungsquelle der Bilanz darstellen. Ergänzt wird die Einlagenbasis durch diversifizierte Kapitalmarktrefinanzierungen. Die BAWAG P.S.K. hat dabei unbesicherte Anleihen und fundierte Bankschuldverschreibungen, die mit Hypotheken besichert sind, emittiert.

Die BAWAG P.S.K. hält einen Liquiditätspuffer, um unerwartete Liquiditätsabflüsse in einem Stressszenario abzudecken. Der Liquiditätspuffer stellt daher eine vorbeugende Maßnahme gegen das Liquiditätsrisiko dar. Der Liquiditätspuffer besteht aus einem Portfolio liquider Aktiva, mit dem in Stresssituationen liquide Mittel generiert werden können, um die Illiquidität der Bank zu verhindern. Der Liquiditätspuffer der BAWAG P.S.K. beinhaltet nur Vermögenswerte, die innerhalb von 30 Tagen mit niedrigem Ausführungsrisiko liquidiert werden können. Die Marktliquidität des Liquiditätspuffers wird regelmäßig überprüft.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Liquiditätspuffers auf Basis von Marktwerten unbelasteter Aktiva nach Berücksichtigung eines komponentenspezifischen Haircuts.

Zusammensetzung des Liquiditätspuffers

in Mio. € 30.06.2022 31.12.2021
Bei der Notenbank eingelieferte Kreditforderungen 8.224 12.000
Für Kreditgeschäfte des Eurosystems zugelassene Wertpapiere 527 371
Sonstige für Kreditgeschäfte des Eurosystems zugelassene Aktiva 56 53
Kurzfristiger Liquiditätspuffer 8.808 12.424
Sonstige marktfähige Wertpapiere 1.852 2.867
Summe 10.660 15.291

Die BAWAG P.S.K. behält im Liquiditätsmanagement ihren konservativen Ansatz bei, was sich in einer Liquidity Coverage Ratio (LCR) von 184% zum 30. Juni 2022 (31.12.2021: 239%) widerspiegelt. Die BAWAG P.S.K. übertrifft damit signifikant die regulatorischen LCR-Anforderungen.

Das erste Halbjahr 2022 war durch eine solide Liquiditätsausstattung sowie stabile Kernrefinanzierungsquellen und eine ausgewogene Finanzierungsstruktur geprägt. Angesichts der Stabilität von Privatkundeneinlagen, die sich während der COVID-19-Krise und des Ausbruchs der Russland-Ukraine-Krise erwiesen hat, konzentriert sich die Finanzierungsstrategie weiterhin auf diese Finanzierungsquelle.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Zum 30. Juni 2022 beträgt der ausstehende Betrag unter der TLTRO-III-Fazilität 6,4 Mrd. € (bleibt im Vergleich-zum 31. Dezember 2021 unverändert). Neben der stabilen Einlagenbasis hat die BAWAG P.S.K. im Laufe des Jahres 2022 erfolgreich hypothekarisch besicherte Wertpapiere im Wert von 2 Mrd. € (Jänner 500 Mio. €; je 750 Mio. € im April und Juni) platziert, was erneut den guten Kapitalmarktzugang der BAWAG P.S.K. und die positive Wahrnehmung bei den Investoren unter Beweis stellte.

22 | Operationelles Risiko

Operationelles Risiko existiert in nahezu allen Transaktionen und Tätigkeiten eines Unternehmens und wird definiert als die Gefahr von Verlusten, die durch Unangemessenheit und Versagen von internen Prozessen, Menschen, Systemen oder durch externe Ereignisse entsteht. Die Definition des operationellen Risikos umfasst explizit Rechtsrisiken, Compliance-Risiken, Modellrisiken, Betrugsrisiken, Verhaltensrisiken sowie Third-Party-Risiken, Outsourcing-Risiken und Informations- und Kommunikationsrisiken.

Governance:

Das Management von operationellen Risiken erfolgt durch etablierte konzernweite Prozesse zur Verlustdatensammlung über OpRisk Monitor (ORM), ein jährliches Risk-Assessment für alle Bereiche und Tochtergesellschaften, eine einheitliche Wesentlichkeits- und Risikobewertung von Outsourcing-Aktivitäten, einen fundierten Produkt-Implementierungsprozess (PIP) sowie monatliche Key-Risk-Indikatoren. Bei Überschreitung definierter Schwellenwerte, z.B. roter KRI, Identifizierung von hohen Risiken, werden verpflichtende Maßnahmen zur Risikominderung vereinbart und überwacht. Darüber hinaus arbeitet die BAWAG P.S.K. kontinuierlich an der Verstärkung der Abwehr von Cyberattacken. Der gewählte Sicherheitsansatz orientiert sich an den regulatorischen Anforderungen und der festgelegten Sicherheitspolitik.

Risikoidentifikation, -bewertung und -minderung:

Die aus dem operationellen Risiko resultierenden Verluste werden in einer zentral verwalteten webbasierten Datenbank innerhalb klar definierter Regeln und Prozesse gesammelt und analysiert, um Muster/Cluster und fehlerhafte Prozesse zu identifizieren.

Mittels RCSA-Framework identifizieren und bewerten alle Bereiche und Tochterunternehmen innerhalb eines einheitlichen Rahmens jährlich ihre wesentlichen Prozesse, operationellen Risiken, die Risiken einer etwaigen Missachtung von regulatorischen Vorschriften und die Wirksamkeit der Kontrollen.

Key-Risk-Indikatoren (KRI) sind als zusätzliches Steuerungsinstrument implementiert, um negative Entwicklungen bzw. Änderungen des Risikoprofils in Unternehmensprozessen bzw. Unternehmensbereichen identifizieren und zeitgerecht prognostizieren zu können. Jeder KRI wird mittels eines Ampelsystems bewertet (Rot/Gelb/Grün).

§ 39 Abs. 6 BWG verpflichtet Kreditinstitute im Hinblick auf Compliance-Prozesse zur schriftlichen Festlegung von angemessenen Grundsätzen und Verfahren, die darauf ausgelegt sind, Risiken einer etwaigen Missachtung von Vorschriften aufzudecken und auf ein Mindestmaß zu beschränken („BWG Compliance“).

Die Identifikation und Bewertung der potentiellen Risiken und Maßnahmen bei Ad-hoc-Themen erfolgt durch klar definierte Prozesse insbesondere für Auslagerungen und Produkteinführungen.

Die BAWAG P.S.K. investiert weiterhin in die Sensibilisierung der Mitarbeiter sowie in die Belastbarkeit und Sicherheit der Systeme, um sicherzustellen, dass Kundendaten trotz des rasanten Wandels der technologischen Trends sicher bleiben.

Der Vorstand erhält regelmäßig Berichte über aktuelle OpRisk-Entwicklungen sowie Aktivitäten zum Schutz und zur Bewertung der Cybersecurity im Non-Financial Risk and ESG Committee (NFR & ESGC).


BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Risikoquantifizierung:

Die BAWAG P.S.K. verwendet zur Berechnung der regulatorischen Eigenmittelanforderungen für operationelle Risiken auf Konzernebene den Standardansatz gemäß Artikel 317 CRR. Die tatsächlich realisierten Verluste des operationellen Risikos sind jedoch signifikant niedriger als die gemäß Standardansatz berechneten regulatorischen Eigenmittel. Die RWAs des operationellen Risikos werden auf Basis der jeweiligen Erträge den Segmenten zugeordnet.

Für ICAAP-Zwecke wird mittels eines standardisierten Modells die normative und ökonomische Perspektive für operationelle Risiken berechnet. Die Quantifizierung in der ökonomischen Perspektive basiert auf dem Standardansatz für OpRisk (SMA), gemäß der Definition in Basel III „Finalisierung der Post-Krisen-Reformen“.

Die normative Sichtweise basiert auf den GuV-Auswirkungen und qualitativen Szenarien auf der Grundlage der historischen OpRisk-Verluste und der Berücksichtigung der Geschäftsstrategie.

23 | ESG-Risiko

Das Zusammenspiel von ESG-Risiken und anderen wesentlichen Risikoarten wird im Rahmen des bereichsübergreifenden Risk Self Assessment (RSA) bewertet. Innerhalb des Portfoliosteuerungsrahmens der BAWAG P.S.K. werden Sektoren und Länder mit hohem ESG-Risiko entsprechend begrenzt, da die Risikobereitschaft für Branchen mit hohem Transitionsrisiko (zB Öl- und Gasindustrie, für die es ein geringes Risiko auf den Büchern gibt und für diese geringe politische oder soziale Risiken bestehen). Aufgrund des derzeit geringen Exposures gegenüber hohen ESG-Risiken sind die Auswirkungen auf die Ergebnisse für das Halbjahr 2022 nicht signifikant.

Insbesondere die Verwaltung eingeschränkter und unzulässiger Branchen als Teil des Kreditvergabeprozesses ist in dieser Hinsicht von wesentlicher Bedeutung. Als Teil unseres stabilen Governance-Rahmens ist das ESG-Risikomanagement in unseren wichtigsten Richtlinien und Prozessen verankert und gewährleistet eine angemessene Berücksichtigung von ESG-Risiken im Rahmen des Outsourcing-Managements, bei Produkteinführungen usw. Zahlreiche Aufklärungsmaßnahmen wie Großveranstaltungen, Newsletter, Selbstlernprogramme und vieles mehr stellen sicher, dass die Strategie für das ESG-Risikomanagement in der gesamten Organisation anerkannt und praktiziert wird.

In den letzten Monaten haben sich zahlreiche Anforderungen im Zusammenhang mit ESG entwickelt. Die regulatorischen Rahmenbedingungen in Bezug auf ESG sind umfangreich und es wird erwartet, dass ESG die umfassenden regulatorischen Anforderungen erfüllt. Die BAWAG P.S.K. ist bestrebt, die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit nicht nur so gering wie möglich zu halten, sondern auch einen positiven Beitrag dazu zu leisten. Während ESG die Strategie der BAWAG P.S.K. unterstützt, verantwortungsbewusstes, nachhaltiges und profitables Wachstum voranzutreiben, gibt es bestimmte entscheidende Ergebnisse in Bezug auf den übergeordneten Rahmen, wobei die größte Herausforderung die Datenverfügbarkeit ist. Die aktuelle ESG-Position lässt sich wie folgt beschreiben:

  • ESG-Integration in der Organisation: Eine definierte Organisationseinheit, die für ESG-Risiken verantwortlich ist, wird von nominierten ESG-SPoCs in relevanten Bereichen und allen Tochtergesellschaften unterstützt. Gremienstrukturen auf Aufsichtsrats- und Vorstandsebene sowie auf operativer Arbeitsebene wurden implementiert und im Jahr 2021 gestartet. Als Teil unseres stabilen Governance-Rahmens ist das ESG-Risikomanagement in unseren wichtigsten Richtlinien und Prozessen verankert und gewährleistet eine angemessene Berücksichtigung von ESG-Risiken im Rahmen des Outsourcing-Managements, bei Produkteinführungen usw. Die BAWAG P.S.K. stellt sicher, dass die erforderlichen Fähigkeiten und eine gute Unternehmensführung vorhanden sind.

  • Sensibilisierung und Schulung: Zahlreiche Aufklärungsmaßnahmen wie Großveranstaltungen, Newsletter, Selbstlernprogramme und vieles mehr stellen sicher, dass die Strategie für das ESG-Risikomanagement in der gesamten Organisation anerkannt und praktiziert wird.


KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

Definition einer allgemeinen ESG-Strategie mit konkreten Zielen für 2025: ESG-Ziele wurden in die Geschäfts- und Risikostrategie integriert. Ein separates ESG-Rahmenwerk und eine separate Richtlinie wurden beschlossen, und ESG-bezogene Überlegungen waren Teil der Geschäftsplanung. Eine weiter verbesserte ESG-Strategie wird bis Jahresende 2022 definiert.

  • Internes Reporting: Funktion und Infrastruktur zur Datenerfassung wurden 2021 eingerichtet. Spezielle ESG-Berichte sind regelmäßiger Bestandteil des Non-Financial Risk & ESG-Committee, zusätzlich wird der Risikobericht durch ESG-Informationen erweitert.

  • Risikomessung: Das Zusammenspiel von ESG-Risiken und anderen wesentlichen Risikoarten wird im Rahmen des übergreifenden Risk Self Assessment (RSA) bewertet. Internes Kapital wird dem ESG-Risiko in der ICAAP-Bewertung und im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung zugewiesen. Ein spezielles ESG-Risikoszenario mit makroökonomischen Parametern und portfoliospezifischen idiosynkratischen Schocks wird bei den internen Stresstests berücksichtigt. Innerhalb des Portfoliosteuerungsrahmens der BAWAG P.S.K. werden Sektoren und Länder mit hohem ESG-Risiko entsprechend begrenzt, wobei ein sehr geringes Engagement in ESG-Branchen mit hohem Risiko und ein geringes Engagement in der Öl- und Gasindustrie aufrechterhalten wird.

  • Corporates, Real Estate & Public Sector: Branchenbezogenes ESG-Risiko getrieben hauptsächlich durch Übergangsrisiken, z.B. Branchen, die vor Herausforderungen stehen, sich an die Null-Emissions-Ziele anzupassen. Insgesamt ist das ESG-Branchenrisiko gering bis moderat, mit geringen risikoreichen Engagements. Die Engagements in eingeschränkten (E) und unzulässigen (U) Branchen sind sehr gering. Insbesondere die Bearbeitung eingeschränkter und unzulässiger Branchen als Teil des Kreditvergabeprozesses ist in dieser Hinsicht von wesentlicher Bedeutung. Unsere Risikobereitschaft für Branchen mit hohem Übergangsrisiko ist gering, was zu konstant niedrigen Engagements im Laufe der Jahre geführt hat (einschließlich des geringen Engagements im Energiekomplex).

Branchen unzulässig (U) / eingeschränkt (E) Exposure
Mio. € %
Glücksspiel E 202 0,33%
Ölgewinnung/Ölsande E 153 0,25%
Tierversuche (für nicht medizinische Zwecke) E 22 0,04%
Sonstiges U/E 0 0,00%
Gesamt 376 0,61%
  • Retail & SME: Die BAWAG P.S.K. ist in entwickelten Märkten mit hohen gesetzlichen und ökologischen Standards tätig und wird nach der Veröffentlichung des ersten Green Benchmark Bonds im Jahr 2021 auch im Jahr 2022 Neugeschäft mit „grünen Hypotheken“ ausweisen. Die Erlöse dienen der Finanzierung von energieeffizientem Wohnbau gemäß den in dem delegierten Rechtsakt zur EU-Taxonomie definierten Standards.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

„Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzern-Halbjahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, und dass der Konzern-Halbjahreslagebericht ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzern-Halbjahresabschluss und bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres vermittelt.“

  1. August 2022

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Anas Abuzaakouk
CEO und Vorsitzender des Vorstands

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Enver Sirucic
Mitglied des Vorstands

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Sat Shah
Mitglied des Vorstands

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David O'Leary
Mitglied des Vorstands

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Andrew Wise
Mitglied des Vorstands

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Guido Jestädt
Mitglied des Vorstands


DEFINITIONEN

DEFINITIONEN

Key Performance Indicator Definition / Berechnung Erläuterung
Außerbilanzielle Geschäfte CCF-gewichtete außerbilanzielle Geschäfte Die außerbilanziellen Geschäfte beziehen sich auf Aktiva oder Passiva, die nicht in der Bilanz des Konzerns enthalten sind, wie z.B Kreditzusagen, Garantien. Das außerbilanzielle Geschäft wird im Risikobericht mit einem Credit Conversion Faktor (CCF) gewichtet.
Common Equity Tier 1 (CET1) Kapital Basierend auf regulatorischen Werten nach IFRS CRR (BAWAG Group), exkl. in den Übergangsphasen anrechenbarer Kapitalbestandteile (fully loaded) Die Definition und Berechnung des Common Equity Tier 1 Kapitals erfolgt gemäß CRR. Es weist die höchste Kapitalqualität auf und umfasst daher nur jene Kapitalinstrumente, die der Bank uneingeschränkt und unmittelbar zur sofortigen Deckung von Risiken oder Verlusten zur Verfügung stehen. Je höher das CET1 Kapital der Bank, desto höher ist die Belastbarkeit der Bank gegen Risiken und Verluste.
Common Equity Tier 1 (CET1) Quote Common Equity Tier 1 (CET1) Kapital / risikogewichtete Aktiva Die CET1 Quote ist eine der wichtigsten regulatorischen Kennzahlen und zeigt die Kapitalstärke einer Bank, als Maßstab, finanziellem Stress standzuhalten. Die Kennzahl wird vom Management laufend überwacht, um die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Mindesterfordernisse zu gewährleisten. Vor der Nutzung neuer Geschäftsmöglichkeiten wird deren Auswirkung auf die CET1 Quote bemessen.
Cost/Income Ratio (CIR) Operative Aufwendungen / operative Erträge Die Cost/Income Ratio zeigt die operativen Aufwendungen im Verhältnis zu den operativen Erträgen und vermittelt ein klares Bild über die operative Effizienz der Bank. Die BAWAG Group verwendet diese Kennzahl als Effizienzmaßstab zur Steuerung der Bank und zur einfachen Vergleichbarkeit der Effizienz mit anderen Finanzinstituten.
Durchschnittliche zinstragende Aktiva Zinstragende Aktiva per Monatsende / Anzahl der Monate Durchschnitt der zinstragenden Aktiva per Monatsende innerhalb eines Quartals bzw. am Jahresende; wird verwendet zur Berechnung von Nettozinsmarge und Risikokostenquote (siehe Kennzahlen)
Eigenkapital Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar ist Eigenkapital wie im Konzernabschluss dargestellt
Eigenkapital abzgl. immaterieller Vermögenswerte Eigenkapital, vermindert um den Buchwert der immateriellen Vermögenswerte Das Eigenkapital abzgl. immaterieller Vermögenswerte ist ein weiterer Indikator für die Tragfähigkeit von Banken und ermöglicht die Vergleichbarkeit der Banken in Bezug auf das Eigenkapital ohne immaterielle Vermögenswerte. Es wird bei der Berechnung des Return on Tangible Common Equity im Nenner verwendet (siehe Kennzahl).
Ergebnis vor Risikokosten Operative Erträge, vermindert um operative Aufwendungen Wie im jeweiligen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt

BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

Gesamtkapital Basierend auf regulatorischen Werten nach IFRS CRR (BAWAG Group), exkl. in den Übergangsphasen anrechenbarer Kapitalbestandteile (fully loaded) Das Gesamtkapital und die Gesamtkapitalquote sind regulatorische Kennzahlen, welche auf dem CET1 Kapital, erweitert um weitere Instrumente (z.B. Additional Tier 1 und Tier 2), die nicht unter die enge Definition von Common Equity Tier 1 fallen, basieren. Die Gesamtkapitalquote wird vom Management laufend überwacht, um die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Mindesterfordernisse zu gewährleisten. Allerdings ist das CET1 Kapital von größerer Bedeutung, da es auch Basis für aufsichtsrechtliche Mindesterfordernisse wie z.B. die SREP-Anforderung darstellt. Daher orientiert sich die BAWAG Group stärker am CET1 Kapital und der CET1 Quote.
Gesamtkapital-quote Gesamtkapital / risikogewichtete Aktiva
Kundenkredite Kundenkredite zu fortgeführten Anschaffungskosten Der Buchwert der Kundenkredite, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.
Leverage Ratio Tier 1 Kapital / Gesamtexposure (Berechnung nach CRR) Die Leverage Ratio ist eine aufsichtsrechtliche Kenngröße und drückt das Verhältnis zwischen dem Tier 1 Kapital und dem Gesamtexposure aus. Das Gesamtexposure beinhaltet sowohl bilanzielle als auch bestimmte außerbilanzielle Posten; hierbei erfolgt keine Risikogewichtung. Sie zeigt den Verschuldungsgrad der Bank. Je höher die Kennzahl, desto geringer der Verschuldungsgrad und desto höher die Wahrscheinlichkeit für der Bank, negativen Schocks standhalten zu können.
Liquidity Coverage Ratio (LCR) Liquide Aktiva / Netto-Liquiditäts-abflüsse (Berechnung nach CRR) Die Liquidity Coverage Ratio ist eine aufsichtsrechtliche Kennzahl, die vorsieht, dass Banken angemessene Liquiditätspuffer im Sinne von ausreichend hochliquiden Aktiva halten, um kurzfristige Schwankungen unter Stressbedingungen abdecken zu können. Dabei muss die Bank einem möglichen Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen während 30 Tagen standhalten können. Die Kennzahl wird vom Management der Bank laufend überwacht, um die aufsichtsrechtlichen Mindesterfordernisse und kurzfristigen Liquiditätsanforderungen zu erfüllen.
Nettogewinn Periodengewinn nach Steuern, der den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar ist Diese Kenngröße für Rentabilität zeigt den Periodengewinn nach Steuern in absoluten Zahlen für die jeweilige Periode gemäß dem Konzernabschluss, der zur Gewinnverteilung an die Eigentümer verfügbar ist.
Nettozinsmarge Nettozinsertrag / durchschnittliche zinstragende Aktiva Die Nettozinsmarge ist eine Erfolgskennzahl, bei welcher der Zinsertrag aus Krediten und anderen Aktiva in einer Periode abzgl. des Zinsaufwandes für Einlagen und sonstige Verbindlichkeiten durch die durchschnittlichen zinstragenden Aktiva dividiert wird. Die Kennzahl wird zum externen Vergleich mit anderen Banken sowie als internes Maß zur Rentabilität von Produkten und Segmenten verwendet.
Non-performing loans (NPL)-Quote Non-Performing Loans (NPLs) / Exposure Die NPL-Quote ist eine Kennzahl zur Darstellung des als notleidend klassifizierten Kreditengagements im Verhältnis zum Gesamtkreditrisikoxposure (bilanzielle und außerbilanzielle Forderungen). Die Kennzahl spiegelt die Qualität des Kreditportfolios und des Kreditrisikomanagements der Gruppe wider.
Non-performing loans (NPL)-Deckungsquote Wertberichtigungen Stufe 3 inkl. Prudential Filter und Sicherheiten / ökonomisches NPL Exposure Die NPL-Deckungsquote zeigt die Relation der Wertberichtigungen der Stufe 3 inkl. Prudential Filter und Sicherheiten zum ökonomischen NPL Exposure.
Non-performing loans (NPL)-Wertberichtigungs-deckungssquote Wertberichtigungen Stufe 3 inkl. Prudential Filter / ökonomisches NPL Exposure Die NPL-Wertberichtigungsdeckungsquote zeigt die Relation der Wertberichtigungen der Stufe 3 inkl. Prudential Filter zum ökonomischen NPL Exposure.
Operatives Ergebnis Operative Erträge, vermindert um operative Aufwendungen und die regulatorischen Aufwendungen Wie im jeweiligen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt

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DEFINITIONEN

Operative Erträge Summe aus operativen Kernerträgen, Gewinnen und Verlusten aus Finanzinstrumenten und den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen Wie im jeweiligen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt
Operative Kernerträge Summe aus Nettozinsertrag und Provisionsüberschuss Die operativen Kernerträge setzen sich aus den Einzelposten Nettozinsertrag und Provisionsüberschuss zusammen und zeigen den Erfolg der Bank in ihren Kernaktivitäten.
Return on Common Equity (RoCE) Nettogewinn / durchschnittliches Eigenkapital abzgl. AT1-Kapital und abzgl. Dividende Diese Kennzahlen stellen Messgrößen für die Ertragskraft der Bank für das Management und Investoren dar. Es wird der Nettogewinn aus der Gewinn- und Verlustrechnung entweder zu Eigenkapital oder zu Aktiva in Beziehung gesetzt. Der Return on Common Equity bzw. Return on Tangible Common Equity zeigt die Effizienz der Bank in Bezug auf das von den Eigentümern investierte Kapital und dementsprechend den Erfolg ihres Investments. Die „Return on...“-Kennzahlen vereinfachen die Vergleichbarkeit der Rentabilität zwischen Banken. Die Zuteilung des Eigenkapitals auf die Segmente basiert auf einem internen Modell unter Berücksichtigung der risikogewichteten Aktiva und der Bilanzsumme.
Return on Tangible Common Equity (RoTCE) Nettogewinn / durchschnittliches Eigenkapital abzgl. immaterieller Vermögenswerte, abzgl. AT1-Kapital und abzgl. Dividende
Risikogewichtete Aktiva Basierend auf regulatorischen Werten nach IFRS CRR (BAWAG Group, fully loaded) Die Berechnung der risikogewichteten Aktiva ist in der CRR definiert. Der Wert beschreibt den absoluten Betrag des Risikos einer Bank und beinhaltet sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Positionen. Bei der Berechnung kann die Bank risikomindernde Elemente (z.B. Sicherheiten) berücksichtigen und muss die aufsichtsrechtliche Risikogewichtung für jede Position in Abhängigkeit vom (externen) Rating der Gegenpartei bzw. des Kunden festlegen. Risikogewichtete Aktiva stehen im Nenner der Formel für die Berechnung der CET1 Quote (siehe oben). „Fully Loaded“ bedeutet die Vollanwendung der CRR ohne Übergangsbestimmungen.
Risikokosten / Zinstragende Aktiva; (Risikokostenquote) Risikokosten (Rückstellungen und Kreditrisikovorsorgen, außerplanmäßige Abschreibungen sowie operationelles Risiko) / durchschnittliche zinstragende Aktiva) Diese Quote ist eine Kennzahl für die Qualität des Kreditrisikomanagements und des Kreditportfolios. Sie zeigt die Risikokosten in einer Periode im Verhältnis zu den durchschnittlichen zinstragenden Aktiva und ermöglicht ein Benchmarking mit anderen Banken. Gründe für geringe Risikokosten können hohe Sicherheiten und/oder eine laufende Überwachung der Ratings der Kunden sein. Daraus ergibt sich, dass es nur zu geringen Kreditausfällen kommt und nur ein geringer Bedarf für Wertberichtigungen besteht.
RWA Density Risikogewichtete Aktiva / Bilanzsumme Die RWA Density ist eine Kennzahl für die durchschnittliche „Risikogewichtung“ der Bilanz einer Bank, also die gesamten risikogewichteten Aktiva (siehe oben) im Verhältnis zur Bilanzsumme. Die Kennzahl zeigt die durchschnittliche Risikogewichtung der Aktiva basierend auf den aufsichtsrechtlichen Risikogewichtungen, welche durch die Qualität der Aktiva, das Besicherungsniveau bzw. die angewandten Methoden zur Einschätzung der Risikogewichte beeinflusst werden.
Zinstragende Aktiva Finanzielle Vermögenswerte + Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten – Vermögenswerte bei Zentralbanken Die zinstragenden Aktiva ergeben sich aus der Summe der finanziellen Vermögenswerte und der Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten vermindert um Vermögenswerte bei Zentralbanken.

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BAWAG P.S.K. HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.06.2022

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