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AEGON LTD. Interim / Quarterly Report 2017

Sep 29, 2017

30489_ir_2017-09-29_c0aaadb8-3a94-4221-9637-6d6fa0609988.pdf

Interim / Quarterly Report

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HALBJAHRESFINANZBERICHT PER 30.6.2017

KENNZAHLEN

Erfolgsrechnung
(in Mio. EUR)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Nettozinsertrag 198,8 191,0 4,1 395,5 376,3 5,1
Provisionsüberschuss 56,3 52,1 8,1 106,1 103,0 3,0
Operative Kernerträge 255,1 243,1 4,9 501,6 479,3 4,7
Gewinne und Verluste aus
Finanzinstrumenten inkl. sonstige
betriebliche Erträge und Aufwendungen
-15,8 11,6 2,8 25,8 -89,1
Operative Erträge 239,3 254,7 -6,0 504,4 505,1 -0,1
Operative Aufwendungen -108,5 -108,1 0,4 -213,0 -210,0 1,4
Regulatorische Aufwendungen -2,9 -17,5 -83,4 -28,1 -34,0 -17,4
Risikokosten -15,6 -7,2 >100 -26,7 -15,9 67,9
Periodengewinn vor Steuern 113,0 125,8 -10,2 238,4 249,6 -4,5
Steuern vom Einkommen -18,9 -27,3 -30,8 -47,1 -57,2 -17,7
Nettogewinn 94,1 98,4 -4,4 191,3 192,2 -0,5
Erfolgskennzahlen
(Werte auf Jahresbasis)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Return on Equity 12,6% 15,2% -2,6 13,0% 14,3% -1,3
Return on Equity (@12% CET1) 15,0% 17,1% -2,1 15,3% 15,5% -0,2
Return on Tangible Equity 13,2% 15,9% -2,7 13,7% 14,9% -1,2
Return on Tangible Equity (@12% CET1) 16,0% 17,9% -1,9 16,2% 16,2% 0,0
Nettozinsmarge 2,23% 2,44% -0,21 2,23% 2,38% -0,15
Cost/Income Ratio 45,3% 42,4% 2,9 42,2% 41,6% 0,6
Risikokosten / Kredite und Forderungen 0,19% 0,11% 0,08 0,17% 0,12% 0,05
Bilanz
(in Mio. EUR)
Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Bilanzsumme 39.435 39.456 -0,1 34.442 14,5
Finanzielle Vermögenswerte 6.050 6.403 -5,5 6.573 -8,0
Kredite und Forderungen an Kunden 27.885 28.500 -2,2 23.729 17,5
Kundeneinlagen 25.359 25.998 -2,5 22.131 14,6
Eigene Emissionen 5.967 6.015 -0,8 4.882 22,2
IFRS-Eigenkapital (nach Dividende) 3.048 2.846 7,1 2.629 15,9
IFRS-Eigenkapital abzgl. immaterieller Vermögenswerte
(nach Dividende)
2.895 2.705 7,0 2.517 15,0
Risikogewichtete Aktiva*) 17.858 18.978 -5,9 16.338 9,3
Bilanzkennzahlen Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Jun
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Common Equity Tier 1 Quote (fully loaded)*) 15,4% 13,5% 1,9 14,3% 1,1
Gesamtkapitalquote (fully loaded)*) 18,1% 16,1% 2,0 17,2% 0,9
Leverage Ratio (fully loaded) 6,8% 6,3% 0,5 6,2% 0,6
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 146% 138% 8 141% 5

*) 2016 angepasst.

Anmerkung: Definitionen und Details zur angewandten Berechnungsmethodik siehe Kapitel "Definitionen" auf den Seiten 70-72

NPL Ratio 1,9% 1,7% 0,2 2,0% -0,1

INHALT

4 BRIEF DES VORSTANDSVORSITZENDEN

6 KONZERN-HALBJAHRESLAGEBERICHT

  • 7 Ergebnis- und Bilanzanalyse
  • 12 Geschäftssegmente
  • 26 Risikomanagement
  • 26 Ausblick

27 KONZERN-HALBJAHRESABSCHLUSS

  • 28 Konzernrechnung
  • 33 Anhang (Notes)
  • 59 Risikobericht
  • 69 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter

70 DEFINITIONEN

Disclaimer:

Der Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2017 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen. Es kann keine Gewährleistung oder Garantie, weder ausdrücklich noch implizit, auf die Fairness, Genauigkeit, Vollständigkeit oder Richtigkeit der enthaltenen Inhalte oder Meinungen gegeben noch sollte darauf vertraut werden.

Bestimmte der in diesem Halbjahresfinanzbericht enthaltenen Aussagen können Darstellungen von oder Aussagen über zukünftige Annahmen oder Erwartungen sein, die auf gegenwärtigen Annahmen und der gegenwärtigen Sicht des Managements beruhen, und beinhalten bekannte und unbekannte Risiken und Ungewissheiten, die zu beträchtlichen Abweichungen von den tatsächlichen Ergebnissen, Leistungen oder Ereignissen führen können.

Zwischenergebnisse der BAWAG P.S.K. sind typischerweise nicht indikativ für die zu erwartenden Jahresergebnisse. Tatsächliche Ergebnisse können von den prognostizierten wesentlich abweichen und berichtete Ergebnisse sollten nicht als Hinweis auf zukünftige Entwicklungen betrachtet werden.

Weder die BAWAG P.S.K. selbst noch irgendeines ihrer verbundenen Unternehmen sowie deren Berater oder Vertreter haften in irgendeiner Art und Weise (fahrlässig oder anderweitig) für irgendwelche Schäden jeglicher

Art oder für Verluste, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Halbjahresfinanzberichts oder der enthaltenen Inhalte oder anderweitig in Zusammenhang mit diesem Dokument entstehen.

Dieser Halbjahresfinanzbericht stellt weder ein Angebot noch eine Einladung zum Kauf oder Verkauf oder zur Zeichnung irgendwelcher Wertpapiere dar und seine Inhalte oder Teile davon dürfen keine Grundlage oder Vertrauensbasis irgendeines Vertrags oder irgendeiner Verpflichtung bilden.

Abweichungen zu anderen veröffentlichten Finanzinformationen der BAWAG P.S.K. können sich aus unterschiedlichen Konsolidierungsebenen sowie zeitlichen Unterschieden bei der Aufstellung dieser Finanzinformationen ergeben.

Die in diesem Halbjahresfinanzbericht enthaltenen Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.

Soweit nicht anders angegeben, werden in diesem Halbjahresfinanzbericht alle Daten auf Ebene des BAWAG P.S.K. Konzerns dargestellt (in diesem Dokument als BAWAG P.S.K. bezeichnet).

BRIEF DES VORSTANDSVORSITZENDEN

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben im ersten Halbjahr 2017 einen Periodengewinn vor Steuern von 238 Mio. EUR erzielt. Die höheren operativen Aufwendungen stehen in Zusammenhang mit unseren im vierten Quartal 2016 abgeschlossenen Akquisitionen. Darüber hinaus mussten wir bereits im ersten Halbjahr 2017 regulatorische Aufwendungen vorziehen, die in etwa 90% der für das Gesamtjahr zu erwartenden regulatorischen Aufwendungen entsprechen. Wir erwarten, dass die Integration dieser Übernahmen im Jahresverlauf zu Synergieeffekten und damit zu einer Reduktion unserer operativen Aufwendungen führen wird.

Mit einem Return on Tangible Equity (@12% CET1) von 16,2%, einer Cost/Income Ratio von 42,2% und einer CET1 Quote von 15,4% (unter Vollanwendung der CRR) zählt die BAWAG P.S.K. zu den ertragsstärksten, effizientesten und am besten kapitalisierten Banken Europas. Wir haben unser konservatives Risikoprofil mit einer risikoadäquaten Kreditvergabe und niedrigem Leverage beibehalten und uns im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit auf Österreich und andere westeuropäische Staaten konzentriert. Dies spiegelt sich in einer Risikokostenquote von lediglich 17 Basispunkten und einer weitgehend stabilen NPL Ratio von 1,9% wider. Gleichzeitig konnten wir im ersten Halbjahr 2017 unsere Kapitalausstattung weiter stärken und gegenüber dem Jahresende die CET1 Quote um 190 Basispunkte auf 15,4% sowie die Gesamtkapitalquote um 200 Basispunkte auf 18,1% steigern (beide unter Vollanwendung der CRR).

Das erste Halbjahr war auch durch eine solide operative Entwicklung geprägt. Die Investitionen in unser Retailgeschäft machen sich weiterhin bezahlt. Das Segment BAWAG P.S.K. Retail verzeichnete im ersten Halbjahr 2017 ein Neugeschäftsvolumen von 698 Mio. EUR, was hauptsächlich auf Konsum- und Wohnbaukredite zurückzuführen ist. Wir konnten nicht nur unser Konsumkreditgeschäft steigern und unseren Produktmix optimieren, sondern auch weitere Fortschritte bei der digitalen Ausrichtung der Bank sowie der transaktionsbezogenen Produktivität erzielen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 sind die Zahl der Online-Zahlungstransaktionen um 7% und der Anteil der über

Mobile-Apps getätigten Transaktionen um 55% gestiegen. Im gleichen Zeitraum war der Anteil der Schaltertransaktionen

um 13% rückläufig, worin die in den letzten Jahren deutlich erkennbare und nach wie vor anhaltende Änderung des Kundenverhaltens im Zahlungsverkehr und die Migration der Kunden auf digitale Plattformen zum Ausdruck kommen. Mit unserem Gesamtangebot an digital verfügbaren Produkten sind wir auf dem Markt führend und arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Kundenzufriedenheit und der Personalisierung der Funktionalitäten auf diversen Vertriebsschienen. Die zunehmende Inanspruchnahme unseres Angebots durch unsere Kunden bestätigt den Erfolg unserer Anstrengungen. So erfolgen bereits 63% aller Kunden-Logins auf unserer eBanking-Plattform von mobilen Endgeräten; dies entspricht einer Steigerung um 8 Prozentpunkte gegenüber Juni 2016.

Das Segment easygroup, bestehend aus der easybank, einer der führenden Direktbanken in Österreich, unserem KFZ-und Mobilien-Leasinggeschäft sowie einem Portfolio an Wohnbaukrediten in Westeuropa, konnte seine Kundenbasis weiter ausbauen und eine Reihe strategischer Maßnahmen umsetzen. Die Integration des KFZ-Leasinggeschäfts ermöglicht der easygroup gemeinsam mit mehreren strategischen Partnern eine weitere Stärkung ihrer Marktpräsenz und Markenbekanntheit sowie die Ausweitung ihres erstklassigen Serviceangebots auf neue Kunden und Geschäftssparten. Im ersten Halbjahr 2017 erzielten wir im Bereich KFZ-Leasing ein Neugeschäftsvolumen von 200 Mio. EUR. Wir haben eine höchst effiziente und kundenfreundliche Organisation geschaffen, wobei wir mit der neuen Marke easyleasing auf dem österreichischen Leasingmarkt mit "einer Marke und einem Gesicht" auftreten. Im Februar 2017 haben wir zudem eine Vereinbarung zur Übernahme des Geschäftssegments Commercial Issuing von SIX Payment Services unterzeichnet. Der Erwerb dieser Geschäftssparte liefert nicht nur einen positiven Ergebnisbeitrag ab dem ersten Tag, wir werden außerdem bestehende Partnerschaften und Vertriebskanäle nutzen, um unser Geschäft im In- und Ausland weiter auszubauen. Zuletzt hat die easygroup im ersten Halbjahr 2017 von der Aufsichtsbehörde die Genehmigung für die Eröffnung einer Zweigniederlassung in Deutschland erhalten, wobei wir beabsichtigen, in der zweiten Jahreshälfte 2017 mit der Vergabe von Kreditprodukten zu beginnen. Insgesamt ist die easygroup damit gut positioniert, ihr aktivseitiges Geschäft sowohl national als auch international weiter auszubauen.

Der Schwerpunkt des Geschäftssegments DACH Corporates & Public Sector liegt weiterhin auf der Vertiefung bestehender und dem Aufbau neuer, nachhaltiger Kundenbeziehungen bei gleichzeitiger Verfolgung unserer strikten Preispolitik trotz des kompetitiven Umfelds. Das Segment International Business ist weiterhin auf internationale Unternehmens-, Immobilien- und Portfoliofinanzierungen außerhalb der DACH-Region ausgerichtet und wird von unserer Filiale in London betreut. Sowohl im Segment DACH Corporates & Public Sector als auch im Segment International Business wurde der disziplinierte, auf risikoadäquate Erträge ausgerichtete Ansatz beim Abschluss von Neugeschäft beibehalten. Insgesamt konnte im ersten Halbjahr in beiden Segmenten zusammen ein Neugeschäftsvolumen von 1,1 Mrd. EUR erzielt werden.

Zusätzlich zu den starken Halbjahresergebnissen konnten wir vor kurzem ein weiteres Highlight auf der M&A-Seite bekanntgeben. Mitte Juli haben wir erfolgreich eine Vereinbarung zur Übernahme der Südwestbank, einer deutschen Regionalbank mit über 7 Mrd. EUR Bilanzsumme und rund 100.000 Privat- und Unternehmenskunden mit Sitz in Stuttgart, unterzeichnet. Das Know-how und die langjährige Tradition der Südwestbank in Baden-Württemberg, einer volkswirtschaftlich starken Region, machen die Bank zu einem idealen Partner für die Erweiterung unserer Präsenz und den Ausbau unserer Kundenbasis in Deutschland. Diese Übernahme ist Teil unserer auf die DACH-Region ausgerichteten Strategie und eröffnet uns Zugang zu erstklassigen Kunden auf einem äußerst attraktiven Markt.

Darüber hinaus freuen wir uns sehr über die im April 2017 erfolgten Upgrades der BAWAG P.S.K.-Ratings durch Moody's, die dritten Upgrades innerhalb von zwei Jahren. Die langfristigen Ratings für vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten sowie das Emittenten- und Einlagenrating der Bank wurden um eine Stufe auf A2 angehoben, wobei der positive Ausblick dieser Ratings beibehalten wurde. Gleichzeitig wurden das Stand-alone-Rating (Baseline Credit Assessment) der Bank um eine Stufe auf baa1 sowie das Rating für nachrangige Verbindlichkeiten ebenfalls um eine Stufe auf Baa2 angehoben. Diese Upgrades machen die BAWAG P.S.K. zur Bank mit dem besten Rating in Österreich und spiegeln die anhaltend starken Finanzkennzahlen der Bank wider, insbesondere unsere Kapitalausstattung, die Qualität der Aktiva sowie die nachhaltige Profitabilität. Die Ratingagentur weist zudem auf ein weiteres Upside-Potenzial innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate hin. Gemeinsam mit ihrem "A-"-Rating von Fitch ist die BAWAG P.S.K. damit eine der wenigen Banken in Europa, die mit zwei Ratings in der Kategorie "single A" ausgestattet sind.

Zusätzlich zu den Moody's-Upgrades wurde die BAWAG P.S.K. im März 2017 von Global Finance, einem der führenden Magazine für Finanz- und Kapitalmarktthemen, zur "Besten Bank in Österreich 2017" gewählt. Nachdem wir bereits im Dezember 2016 durch das Magazin The Banker als "Bank des Jahres 2016" in Österreich ausgezeichnet wurden, fühlen wir uns erneut geehrt, für die erfolgreiche Entwicklung der Bank eine Anerkennung zu erhalten. Dies erfüllt nicht nur das Management, sondern insbesondere auch unsere Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Eigentümer mit Stolz.

Die europäische Bankenlandschaft befindet sich stark im Umbruch und ist mit großen Herausforderungen in Form von geringem Wirtschaftswachstum, niedrigen Zinssätzen, steigenden regulatorischen Kosten, strukturell ineffizienten Geschäftsmodellen und dem Markteintritt von Fintechs konfrontiert. Unsere anhaltend starken operativen Ergebnisse des ersten Halbjahres 2017 bestätigen erneut, dass die BAWAG P.S.K. gut aufgestellt ist, in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld erfolgreich zu bestehen. Wir werden unsere auf die DACH-Region ausgerichtete Strategie mit Österreich als unserem Heimmarkt, die sich durch ihr geringes Risiko auszeichnet, beibehalten und unseren Kundinnen und Kunden weiterhin einfach verständliche, transparente und erstklassige Produkte und Dienstleistungen anbieten.

Dieser Erfolg war nur dank des großen Einsatzes, des Vertrauens und des Respekts unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen und Kunden und unserer Eigentümer möglich. Ich möchte die Gelegenheit nützen, mich bei allen Genannten für ihre uneingeschränkte Unterstützung zu bedanken.

Anas Abuzaakouk CEO und Vorstandsvorsitzender der BAWAG P.S.K. AG

Konzern-Halbjahreslagebericht

ERGEBNIS- UND BILANZANALYSE

Die BAWAG P.S.K. hat im ersten Halbjahr 2017 die Umsetzung ihrer Businesspläne erfolgreich fortgesetzt und starke Ergebnisse erzielt.

Einige Highlights sind besonders hervorzuheben:

  • Der Periodengewinn vor Steuern betrug im ersten Halbjahr 2017 238,4 Mio. EUR.
  • Der Return on Tangible Equity (@12% CET1) belief sich im ersten Halbjahr 2017 auf 16,2%.
  • Der Nettozinsertrag stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 trotz des anhaltend niedrigen Zinsumfelds um 5,1% auf 395,5 Mio. EUR.
  • Die Nettozinsmarge blieb im zweiten Quartal 2017 stabil bei 2,23% im Vergleich zum ersten Quartal, was auf das verbesserte Risiko-/Ertrags-Profil der Bank und die Optimierung der Passivseite zurückzuführen ist.
  • Die im ersten Halbjahr 2017 ausgewiesenen höheren operativen Aufwendungen stehen in Zusammenhang mit den im vierten Quartal 2016 abgeschlossenen Akqui-

sitionen. Darüber hinaus mussten wir bereits im ersten Halbjahr 2017 regulatorische Aufwendungen vorziehen, die in etwa 90% der für das Gesamtjahr zu erwartenden regulatorischen Aufwendungen entsprechen.

  • Trotz höherer operativer Aufwendungen betrug die Cost/Income Ratio im ersten Halbjahr 2017 42,2%. Wir erwarten, dass die Integration der im vierten Quartal 2016 abgeschlossenen Übernahmen im Jahresverlauf zu Synergieeffekten und damit zu einer Reduktion unserer operativen Aufwendungen führen wird.
  • Wir haben unser konservatives Risikoprofil mit einer risikoadäquaten Kreditvergabe beibehalten und uns im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit auf Österreich und andere westeuropäische Staaten konzentriert. Dies spiegelt sich in einer Risikokostenquote von lediglich 17 Basispunkten und einer NPL Ratio von 1,9% wider.
  • Wir konnten im ersten Halbjahr 2017 unsere Kapitalausstattung weiter stärken und gegenüber dem Jahresende die CET1 Quote um 190 Basispunkte auf 15,4% sowie die Gesamtkapitalquote um 200 Basispunkte auf 18,1% steigern (beide unter Vollanwendung der CRR).

ERLÄUTERUNG DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND DER BILANZ

Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio. EUR Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Zinserträge 267,1 262,1 1,9 549,0 528,6 3,9
Zinsaufwendungen -75,1 -73,0 2,9 -160,3 -154,3 3,9
Dividendenerträge 6,8 1,9 >100 6,8 2,0 >100
Nettozinsertrag 198,8 191,0 4,1 395,5 376,3 5,1
Provisionserträge 71,0 67,2 5,7 142,8 140,8 1,4
Provisionsaufwendungen -14,7 -15,1 -2,6 -36,7 -37,8 -2,9
Provisionsüberschuss 56,3 52,1 8,1 106,1 103,0 3,0
Operative Kernerträge 255,1 243,1 4,9 501,6 479,3 4,7
Gewinne und Verluste aus
Finanzinstrumenten und sonstige
betriebliche Erträge und
Aufwendungen1)
-15,8 11,6 2,8 25,8 -89,1
Operative Erträge 239,3 254,7 -6,0 504,4 505,1 -0,1
Operative Aufwendungen1) -108,5 -108,1 0,4 -213,0 -210,0 1,4
Regulatorische Aufwendungen -2,9 -17,5 -83,4 -28,1 -34,0 -17,4
Operatives Ergebnis 127,9 129,1 -0,9 263,3 261,1 0,8
Rückstellungen und
Kreditrisikovorsorgen
-10,9 -5,6 94,6 -21,3 -12,7 67,7
Außerplanmäßige
Abschreibungen
-0,4 -0,8 -50,0 -0,4 -0,8 -50,0
Operationelles Risiko -4,3 -0,8 >100 -5,0 -2,4 >100
Ergebnis von at-equity bewerteten
Beteiligungen
0,7 3,9 -82,1 1,8 4,3 -58,1
Periodengewinn vor Steuern 113,0 125,8 -10,2 238,4 249,6 -4,5
Steuern vom Einkommen -18,9 -27,3 -30,8 -47,1 -57,2 -17,7
Periodengewinn nach Steuern 94,1 98,5 -4,5 191,3 192,4 -0,6
Nicht beherrschende Anteile 0,0 -0,1 -100 0,0 -0,2 -100
Nettogewinn 94,1 98,4 -4,4 191,3 192,2 -0,5

1) Gemäß IFRS umfasst die Position "Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen" auch regulatorische Aufwendungen in Höhe von 27,1 Mio. EUR für das erste Halbjahr 2017. Die Position "Operative Aufwendungen" enthält ebenfalls regulatorische Aufwendungen in Höhe von 1,0 Mio. EUR für das erste Halbjahr 2017. Das Management der Bank betrachtet regulatorische Aufwendungen jedoch als gesonderten Aufwandsposten. Dementsprechend werden diese im Konzern-Halbjahreslagebericht separat unter den Aufwendungen dargestellt.

Der Periodengewinn vor Steuern ging im ersten Halbjahr 2017 um 11,2 Mio. EUR bzw. 4,5% auf 238,4 Mio. EUR zurück. Der Anstieg der operativen Erträge wurde durch höhere Risikokosten und niedrigere Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten und sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen kompensiert.

Der Nettozinsertrag stieg im ersten Halbjahr 2017 um 19,2 Mio. EUR bzw. 5,1% auf 395,5 Mio. EUR. Im Vergleich zum ersten Quartal 2017 blieb die Nettozinsmarge stabil bei 2,23%.

Der Provisionsüberschuss stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um 3,1 Mio. EUR bzw. 3,0% und betrug 106,1 Mio. EUR.

Der Posten Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten und sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen ging im ersten Halbjahr 2017 um 23,0 Mio. EUR bzw. 89,1% auf 2,8 Mio. EUR zurück.

Die operativen Aufwendungen stiegen im ersten Halbjahr 2017 um 3,0 Mio. EUR bzw. 1,4% auf 213,0 Mio. EUR, was hauptsächlich auf Neuakquisitionen und Restrukturierungsaufwendungen zurückzuführen ist.

Die Cost/Income Ratio verbesserte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um 0,7 Prozentpunkte auf 40,9%.

Die Rückstellungen und Kreditrisikovorsorgen stiegen im ersten Halbjahr 2017 um 8,6 Mio. EUR auf 21,3 Mio. EUR.

Die Steuern vom Einkommen betrugen im ersten Halbjahr 2017 47,1 Mio. EUR.

Aktiva

in Mio. EUR Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Barreserve 887 1.020 -13,0 533 66,4
Finanzielle Vermögenswerte 6.050 6.403 -5,5 6.573 -8,0
Zur Veräußerung verfügbar 3.030 3.196 -5,2 2.977 1,8
Bis zur Endfälligkeit gehalten 2.319 2.353 -1,4 2.328 -0,4
Handelsbestand 510 652 -21,8 1.036 -50,8
Zum Zeitwert über die GuV geführt 191 202 -5,4 232 -17,7
Kredite und Forderungen 31.445 30.825 2,0 25.968 21,1
Kunden 27.885 28.500 -2,2 23.729 17,5
Schuldtitel 1.325 692 91,5 903 46,7
Kreditinstitute 2.235 1.633 36,9 1.336 67,3
Sicherungsderivate 590 677 -12,9 820 -28,0
Sachanlagen 53 56 -5,4 59 -10,2
Immaterielle Vermögenswerte 153 141 8,5 112 36,6
Steueransprüche für laufende Steuern 4 5 -20,0 4
Steueransprüche für latente Steuern 114 153 -25,5 185 -38,4
Sonstige Vermögenswerte 139 176 -21,0 189 -26,5
Summe Aktiva 39.435 39.456 -0,1 34.442 14,5

Die finanziellen Vermögenswerte gingen im Vergleich zum Jahresende um 353 Mio. EUR bzw. 5,5% zurück und betrugen zum 30. Juni 2017 6.050 Mio. EUR.

Die Steueransprüche für latente Steuern gingen aufgrund des Verbrauchs aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge um 39 Mio. EUR bzw. 25,5% auf 114 Mio. EUR zurück.

Die Kredite und Forderungen an Kunden gingen um 615 Mio. EUR bzw. 2,2% zurück und betrugen zum 30. Juni 2017 27.885 Mio. EUR.

Passiva

Jun Dez Vdg. Jun Vdg.
in Mio. EUR 2017 2016 (%) 2016 (%)
Verbindlichkeiten 36.386 36.608 -0,6 31.505 15,5
Finanzielle Verbindlichkeiten 35.068 34.694 1,1 29.981 17,0
Zum Zeitwert über die GuV geführt 847 1.115 -24,0 1.141 -25,8
Handelsbestand 405 617 -34,4 965 -58,0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 33.816 32.962 2,6 27.875 21,3
Kunden 25.359 25.998 -2,5 22.131 14,6
Eigene Emissionen 5.120 4.900 4,5 3.741 36,9
Kreditinstitute 3.337 2.064 61,7 2.003 66,6
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken
abgesicherte Portfolien
135 223 -39,5 314 -57,0
Sicherungsderivate 140 260 -46,2 214 -34,6
Rückstellungen 383 404 -5,2 431 -11,1
Steuerschulden für laufende Steuern 21 17 23,5 5 >100
Steuerschulden für latente Steuern 35 29 20,7 3 >100
Sonstige Verbindlichkeiten 604 681 -11,3 558 8,2
Gesamtkapital 3.049 2.848 7,1 2.937 3,8
Eigenkapital, das den Eigentümern des
Mutterunternehmens zurechenbar ist
3.048 2.846 7,1 2.935 3,9
Nicht beherrschende Anteile 1 2 -50,0 2 -50,0
Summe Passiva 39.435 39.456 -0,1 34.442 14,5

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gingen zum 30. Juni 2017 um 639 Mio. EUR bzw. 2,5% auf 25.359 Mio. EUR zurück, wohingegen im Vergleich zum 30. Juni 2016 ein Anstieg um 3.228 Mio. EUR bzw. 14,6% zu verzeichnen war.

Das Gesamtkapital wies zum 30. Juni 2017 einen Anstieg um 201 Mio. EUR bzw. 7,1% auf 3.049 Mio. EUR auf. Die Veränderung ist hauptsächlich auf den im ersten Halbjahr 2017 erzielten Nettogewinn zurückzuführen.

Die eigenen Emissionen zu fortgeführten Anschaffungskosten stiegen zum 30. Juni 2017 um 220 Mio. EUR bzw. 4,5% auf 5.120 Mio. EUR.

KAPITAL- UND LIQUIDITÄTSAUSSTATTUNG

Das Management steuert die Bank weiterhin auf Basis der Vollanwendung der CRR. Die Kapitalquoten der Bank ohne Anwendung der Übergangsbestimmungen verbesserten sich per 30. Juni 2017 im Vergleich zum 31. Dezember 2016 weiter, wobei die CET1 Quote um 190 Basispunkte von 13,5%1) auf 15,4% sowie die Gesamtkapitalquote um 200 Basispunkte von 16,1%1) auf 18,1% stiegen. Zudem behielten wir eine im Vergleich zu unseren europäischen Mitbewerbern konservative RWA Density von 45% bei.

Unsere Refinanzierungsstrategie basiert weiterhin auf unseren stabilen Kundeneinlagen, welche zwei Drittel unserer

gesamten Refinanzierung ausmachen. Zusätzlich zu unserem starken Einlagenvolumen wurde im ersten Quartal 2017 eine fundierte Bankschuldverschreibung in Höhe von 500 Mio. EUR begeben. Im März 2017 nahm die Bank außerdem am gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäft (GLRG II) der EZB teil, das eine Finanzierung mit 4-jähriger Laufzeit zu attraktiven Konditionen bietet.

Die Bank behält im Liquiditätsmanagement ihren konservativen Ansatz bei, was sich in einer starken Liquidity Coverage Ratio (LCR) von 146% zum Ende des ersten Halbjahres 2017 widerspiegelt.

WESENTLICHE KENNZAHLEN

in Mio. EUR Q2
2017
Q1
2017
Q4
2016
Q3
2016
Q2
2016
Nettozinsertrag 198,8 196,8 177,6 176,1 191,0
Provisionsüberschuss 56,3 49,8 46,9 43,1 52,1
Operative Kernerträge 255,1 246,6 224,5 219,2 243,1
Operative Erträge 239,3 265,1 247,4 238,1 254,7
Operative Aufwendungen -108,5 -104,5 -124,8 -100,9 -108,1
Risikokosten -15,6 -11,2 -17,8 -9,0 -7,2
Periodengewinn vor Steuern 113,0 125,4 100,4 124,2 125,8
Nettogewinn 94,1 97,2 104,2 94,3 98,4
(Werte auf Jahresbasis)
Return on Equity 12,6% 13,4% 14,9% 14,1% 15,2%
Return on Equity (@12% CET1) 15,0% 15,2% 17,3% 16,8% 17,1%
Return on Tangible Equity 13,2% 14,1% 15,6% 14,7% 15,9%
Return on Tangible Equity (@12% CET1) 16,0% 16,1% 18,3% 17,7% 17,9%
Nettozinsmarge 2,23% 2,23% 2,20% 2,30% 2,44%
Cost/Income Ratio 45,3% 39,4% 50,4% 42,4% 42,4%
Risikokosten / Kredite und Forderungen 0,19% 0,14% 0,25% 0,14% 0,11%

Anmerkung: Definitionen und Details zur angewandten Berechnungsmethodik siehe Kapitel "Definitionen" auf den Seiten 70-72.

GESCHÄFTSSEGMENTE

Das Management der BAWAG P.S.K. steuert den Konzern auf Basis der Geschäftssegmente der BAWAG Holding

(künftig: BAWAG Group). Weitere Details dazu finden sich im Kapitel "Segmentberichterstattung" im Anhang (Notes).

BAWAG P.S.K. RETAIL

Strategie

Das Segment BAWAG P.S.K. Retail betreut 1,8 Millionen Privatkunden und KMUs über unser zentral gesteuertes, gemeinsam mit der Österreichischen Post betriebenes Filialnetz sowie über unsere Online- und Mobile-Vertriebsschienen, die von unserem Customer Care Center ergänzt werden. Auf Basis einer starken und landesweit bekannten Marke bieten wir als eine der führenden Omnikanal-Banken in Österreich über unsere physischen und digitalen Vertriebswege leicht verständliche, faire und transparente Produkte und Dienstleistungen an.

Im ersten Halbjahr 2017 wurde weiter in die Entwicklung unseres Retail-Geschäftsmodells investiert, um die hohe Qualität unseres Kundenservice und unserer Beratungsleistungen zu gewährleisten. Durch eine stärkere Ausdifferenzierung unseres Filialnetzes und den Einsatz spezialisierter Beraterteams gelang es uns, die Qualität des Kundenservice in unseren Filialen zu verbessern und die Produktivität im Vertrieb zu steigern. Gleichzeitig wurde weiter in das digitale Kundenerlebnis investiert und wurden neue eBanking-Funktionalitäten eingeführt. Ein Beispiel dafür ist die Video-Legitimierung für unseren Online-Kredit. Damit kann der Kreditvergabeprozess vollständig online abgeschlossen werden, was eine Ergänzung unseres digitalen Angebots an Bankprodukten und Dienstleistungen darstellt, auf das die Kunden einfach, jederzeit und von überall zugreifen können.

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2017

Die Ergebnisse dieses Segments spiegeln unseren Erfolg bei der Fokussierung auf die folgenden Werttreiber wider:

  • Wachstum im Kundenkreditgeschäft
  • Optimierung des Produktmix
  • Produktivitätssteigerungen und Wachstum durch Akquisitionen
  • Umstieg auf digitale Plattformen

Wachstum im Kundenkreditgeschäft

Im ersten Halbjahr 2017 konnten wir unser Konsumkreditgeschäft weiter ausbauen. Das Neugeschäftsvolumen lag bei 269 Mio. EUR, die Nettobestandsveränderung betrug gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres 6%. Diese Ergebnisse wurden unter Einhaltung disziplinierter Kreditvergabekriterien erzielt.

Wir unterscheiden uns von unseren Mitbewerbern durch sofortige Kreditentscheidungen in der Filiale, automatisierte Bearbeitungsabläufe sowie durch die Qualität unserer Beratungs- und Vertriebsprozesse. Dank kontinuierlicher Investitionen im Bereich Datenanalytik können wir unseren Vertriebsmitarbeitern laufend gezielte Informationen zur Unterstützung der Cross-Selling-Aktivitäten bei Bestandskunden sowie zur Gewinnung von Neukunden bereitstellen. Wir arbeiten laufend daran, unser digitales Angebot an Online-Krediten zu verbessern, was im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung des durchschnittlichen Kreditbetrages pro Vertrag um mehr als 20% zur Folge hatte.

Das Kundeninteresse an Wohnbaufinanzierungen ist anhaltend hoch, entsprechend investieren wir auch in unser diesbezügliches Produktangebot. Der Markt für Wohneigentum und -finanzierung in Österreich wächst weiterhin, und wir konnten auf Basis eines umfassenden Produktangebots und erhöhter Absatzleistung unseren Marktanteil in dieser für die Kundenbindung so wichtigen Sparte weiter ausbauen. Im ersten Halbjahr 2017 wurde in diesem Bereich ein Neugeschäftsvolumen von 324 Mio. EUR erzielt, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 32% entspricht. Die Übernahme der start:bausparkasse im Jahr 2016 hat unsere Position in diesem Markt weiter gestärkt.

Entwicklung der Aktiva (in Mrd. EUR)

Ende des ersten Halbjahres 2017 betrugen die Aktiva des Segments BAWAG P.S.K. Retail insgesamt 11,6 Mrd. EUR; das Neugeschäftsvolumen lag bei 698 Mio. EUR. Einschließlich der Übernahme der start:bausparkasse und der IMMO-BANK im Dezember 2016 entspricht dies gegenüber Juni 2016 einer Nettobestandszunahme von 26%.

Optimierung des Produktmix

Auf der Einlagenseite konnten wir durch weitere Umschichtungen von fest verzinslichen Einlagen zu Girokonten und täglich fälligen Sparkonten die Refinanzierungskosten senken, Beratungskapazitäten im Vertrieb freispielen und unseren Kunden Produkte mit erweiterten Funktionalitäten anbieten. Die durchschnittliche Verzinsung der Retaileinlagen lag Ende des ersten Halbjahres 2017 bei 0,21%. Die Erhöhung des Einlagenbestandes im Vergleich zu Juni 2016 resultierte aus der Übernahme der start:bausparkasse und der IMMO-BANK.

Wir konnten weiterhin von einem wesentlichen, bereits im Jahr 2016 gesetzten Schritt für das Provisionsgeschäft profitieren. Die neuen KontoBoxen (Girokonten) wurden von unseren Kunden sehr gut angenommen. Im ersten Halbjahr 2017 haben sich 63% der Kunden für unsere Premium-Angebote entschieden.

Entwicklung der Kundeneinlagen (in Mrd. EUR)

Wir arbeiten kontinuierlich an neuen Services, die für unsere KontoBox-Kunden einen Mehrwert bieten. Beispielsweise gewinnen wir regelmäßig neue Partner für unser Kundenbindungsprogramm DANKESCHÖN, bei dem unsere Kunden für die Nutzung unserer Produkte und Kontokarten belohnt werden. Diese Zusatzleistungen haben eine intensivere Nutzung durch Kunden zur Folge und führen zu einem verstärkten Interesse an höherwertigen Girokonten mit erweiterten Funktionalitäten und einem verbesserten Kundenerlebnis. Auch unser Online-Angebot an Girokonten wurde von unseren Kunden gut angenommen.

Produktivitätssteigerungen und Wachstum durch Akquisitionen

Unsere starken Ergebnisse im Segment BAWAG P.S.K. Retail werden von zwei Säulen getragen:

Effizienzsteigerung im Kerngeschäft

Wir haben in unserem Filialnetz eine differenzierte Struktur geschaffen, in der wir umfangreiche Beratungsleistungen an Standorten mit sehr hoher Kundenfrequenz konzentrieren, aber gleichzeitig wie bisher unsere Serviceleistungen allen Kunden über ein Netz von Selbstbedienungsgeräten und Transaktionspunkten anbieten. Diese Differenzierung führt zu einer Steigerung der Kosteneffizienz infolge des verbesserten Einsatzes unserer Ressourcen und höherer Vertriebsproduktivität. Zudem wurde unseren Kundenberatern mehr lokale Verantwortung übertragen und Maßnahmen zur Erweiterung ihres Produktwissens sowie ihrer Vertriebsqualifikationen

gesetzt. Dies führte zu einer Verbesserung der Cost/Income Ratio des Segments um 7,6 Prozentpunkte auf 47,7%.

Die verstärkte Konzentration unserer Filialmitarbeiter auf Beratung und Vertrieb wird auch durch die laufende Verlagerung von Schaltertransaktionen auf digitale Schienen und Selbstbedienungsplattformen unterstützt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 stiegen die Zahl der Online-Zahlungstransaktionen um 7% und der Anteil der über Mobile-Apps getätigten Transaktionen um 55%. Im gleichen Zeitraum war der Anteil der Schaltertransaktionen um 13% rückläufig, worin das insgesamt veränderte Kundenverhalten im Zahlungsverkehr und die Migration der Kunden auf digitale Plattformen zum Ausdruck kommen.

Unsere Ausrichtung auf Effizienz, Ausbildung und Prozessgestaltung im Vertrieb hat zu einer deutlichen Steigerung der Vertriebsproduktivität geführt. Im ersten Halbjahr 2017 erhöhte sich der Produktabsatz pro Kundenberater gegenüber dem Vorjahr um 11%.

Nutzung von Wachstumschancen durch Akquisitionen

Wir prüfen laufend Möglichkeiten zum Wachstum durch Akquisitionen. Im ersten Halbjahr 2017 arbeiteten wir an der Integration sowie am Onboarding von Kunden der start:bausparkasse und der IMMO-BANK, die im vierten Quartal 2016 übernommen wurden. Die Marke und das Vertriebsnetz der start:bausparkasse erweitern unser Produktangebot im Bereich Wohnbaufinanzierung, womit wir einen besseren Zugang zu diesem profitablen Marktsegment erhalten.

Umstieg auf digitale Plattformen

Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Umsetzung einer Finanzdienstleistungsplattform, die unseren Kunden die Abwicklung ihrer Finanzangelegenheiten erleichtert. Durch die laufende Verbesserung unserer Online- und Mobile-Produkte und Services wollen wir die Kundenzufriedenheit erhöhen und unsere Kunden bei allen ihren Bankangelegenheiten noch besser unterstützen. Unsere bisherigen erfolgreichen Kooperationen werden wir auch auf digitale Plattformen ausweiten, wobei wir künftig die Angebote unserer Partner allen unseren Kunden zur Verfügung stellen werden.

Im April 2017 wurde die Video-Legitimation (d.h. Identitätsprüfung über Video-Chat) für unsere neuen Online-Kreditkunden eingeführt. Dieses praktische Service ermöglicht jederzeit und überall einen komplett durchgängigen Online-Kreditabschluss in weniger als 15 Minuten.

Darüber hinaus wurde im Februar unser digitales Angebot um den voll automatisierten Online-Eröffnungsprozess für Wertpapierdepots über unsere eBanking-Plattform erweitert. Damit können unsere Kunden innerhalb weniger Minuten ein Wertpapierdepot eröffnen und sofort mit dem Kauf und Verkauf von Fonds, Anleihen und Aktien beginnen. Dieses neue Service wurde von unseren Kunden gut angenommen. Im ersten Halbjahr 2017 wurden bereits 7% der neuen Wertpapierdepots über unsere Online-Banking-Plattform eröffnet.

Mit unserem Gesamtangebot an digital verfügbaren Produkten sind wir auf dem Markt führend. Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Kundenzufriedenheit und der Personalisierung der Funktionalitäten auf allen Vertriebsschienen. Die zunehmende Nutzung unseres Angebots durch unsere Kunden bestätigt den Erfolg unserer Bemühungen. So erfolgen bereits 63% aller Kunden-Logins auf unserer eBanking-Plattform über mobile Endgeräte; dies entspricht einer Steigerung um 8 Prozentpunkte gegenüber Juni 2016. Auch die Login-Funktionalität für unsere Mobile-Banking-App mittels Touch ID (Fingerprint), die wir im Dezember 2016 bzw. Anfang 2017 ausgerollt haben, wurde mit rund 1,7 Mio. Logins seit Einführung gut angenommen. Die Interaktion mit unseren Kunden ermöglicht eine bessere Antizipation ihrer Bedürfnisse und die Bereitstellung von Produkt- und Serviceangeboten zum passenden Zeitpunkt.

Um die Kunden in unserer digitalen Welt zu unterstützen, kommen in unseren Filialen "Digitale Botschafter" zum Einsatz und laden interessierte Kunden ein, im Rahmen eines virtuellen Rundgangs unsere Online- und Mobile-Angebote kennenzulernen. Zur Unterstützung der regionalen Fintech-Community, aber auch, um gleichzeitig ausgezeichnete digitale Lösungen und Talente zu entdecken, nahmen wir kürzlich am "Bankathon" in Wien teil, einem speziell auf Bankprodukte und -dienstleistungen ausgerichteten Programmierwettbewerb, bei dem hochmotivierte Teams innovative Prototyplösungen entwickelten.

Ausblick

Im Laufe der nächsten Quartale werden wir die Effizienz in der Kundenbetreuung weiter erhöhen und gleichzeitig unsere Beratungsqualität sowie die Kundenzufriedenheit steigern. Zu diesem Zweck arbeiten wir weiterhin an der Ausdifferenzierung unserer Filialstruktur, investieren in und vereinheitlichen unser Front-End-Tool und unsere führende digitale Serviceplattform und setzen dabei einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Mobile-Banking.

Finanzergebnisse

Ertragszahlen
(in Mio. EUR)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Nettozinsertrag 99,0 86,5 14,5 197,5 169,4 16,6
Provisionsüberschuss 44,6 39,0 14,4 82,3 74,6 10,3
Operative Kernerträge 143,6 125,5 14,4 279,8 244,0 14,7
Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten 0,0 0,0 0,8 0,8
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 0,6 0,3 100 1,1 1,0 10,0
Operative Erträge 144,2 125,8 14,6 281,7 245,8 14,6
Operative Aufwendungen -64,2 -67,1 -4,3 -134,4 -136,0 -1,2
Regulatorische Aufwendungen -0,9 -8,3 -89,2 -14,3 -12,4 15,3
Risikokosten -5,6 -9,4 -40,4 -16,5 -17,3 -4,6
Periodengewinn vor Steuern 73,5 41,0 79,3 116,5 80,1 45,4
Kennzahlen Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Return on Equity (vor Steuern) 29,5% 20,0% 9,5 23,7% 19,3% 4,4
Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) 34,9% 22,3% 12,6 27,7% 20,9% 6,8
Nettozinsmarge 3,41% 3,75% -0,34 3,38% 3,67% -0,29
Cost/Income Ratio 44,5% 53,3% -8,8 47,7% 55,3% -7,6
Risikokosten / Kredite und Forderungen 0,19% 0,41% -0,22 0,28% 0,38% -0,10
NPL Ratio 2,1% 2,4% -0,3 2,1% 2,4% -0,3
Geschäftsvolumina
(in Mio. EUR)
Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Aktiva 11.632 11.659 -0,2 9.256 25,7
Risikogewichtete Aktiva 4.471 4.432 0,9 3.785 18,1
Kundeneinlagen 17.932 18.058 0,9 15.597 18,1
Eigene Emissionen 2.924 2.990 -2,2 2.561 14,2

Das Segment erzielte im ersten Halbjahr 2017 einen Periodengewinn vor Steuern in Höhe von 116,5 Mio. EUR, was einer Steigerung von 45,4% im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht. Somit wurden ein Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) von 27,7% und eine Cost/Income Ratio von 47,7% erzielt. Die Steigerung der operativen Kernerträge um 14,7% ist im Wesentlichen auf die Akquisition der start:bausparkasse und der IMMO-BANK im Dezember 2016 zurückzuführen. Der Anstieg der regulatorischen Aufwendungen im ersten Halbjahr resultiert aus Rückstellungen für die Beiträge zum Einlagensicherungsfonds, die für das gesamte Jahr bereits im ersten Quartal erfasst wurden.

KONZERN-HALBJAHRESLAGEBERICHT

Die Risikokennzahlen spiegeln mit einer Risikokostenquote von 28 Basispunkten (Rückgang um 10 Basispunkte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016) und einer NPL Ratio von 2,1% (Rückgang um 30 Basispunkte im Vergleich zu Juni 2016) die hohe Kreditqualität des Retailgeschäfts wider.

EASYGROUP

Strategie

easygroup ist die erste Direktbankgruppe Österreichs mit dem Leistungsangebot einer Vollbank – von Girokonten und Sparprodukten über Kreditkarten, Konsum- und Wohnbaukredite bis zu KFZ- und Mobilien-Leasing sowie Anlageprodukten.

Im Gegensatz zu traditionellen Banken mit physischem Vertriebsnetz arbeitet die easygroup mit einer schlanken Struktur und vertreibt ihre Produkte auf digitalem Weg sowie über die Distributionsnetze ihrer Partner. Wir sind Marktführer bei Innovationen und können uns rasch an neue Markt- und Kundentrends anpassen. Wir verfolgen laufend die Entwicklung neuer Technologien im Bankbereich und integrieren die besten Funktionalitäten in unsere Produktangebote. Unser Ziel ist es, unseren Kunden benutzerfreundliche und innovative Finanzdienstleistungen aus einer Hand anzubieten.

Im Kundenverhalten ist ein Trend zu verständlichen und einfacheren Bankprodukten festzustellen, die jederzeit und überall verfügbar sind. Kunden der easygroup können auf alle Produkte rund um die Uhr von Smartphones, Tablets oder PCs aus zugreifen. Für jene Kunden, die lieber ein "menschliches Gegenüber" haben wollen, stehen wir an sechs Tagen der Woche über unsere Call Center zur Verfügung.

Während wir unseren Kunden die neueste Technologie und ein herausragendes Service bieten, müssen wir gleichzeitig bei allen Produkten auf eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung achten. Im gegenwärtigen Marktumfeld steht der permanente Fokus auf Effizienz an oberster Stelle. Unserer Meinung nach darf sich eine Organisation nie mit dem erreichten Ausmaß an Kosteneffizienz zufriedengeben, sondern muss sich ständig weiter verbessern. Nur so können wir unseren Kunden weiterhin die kostengünstigsten Produkte anbieten.

Die easygroup erreicht ihre Kunden über verschiedene Vertriebsschienen, von Direktbanking bis zu KFZ-Händlern und Vermittlern, sowie durch starke Partnerschaften mit führenden österreichischen Unternehmen. Die easygroup umfasst

  • die easybank als eine der führenden Direktbanken in Österreich;
  • den drittgrößten KFZ-Leasing-Anbieter in Österreich, easyleasing; und
  • unser internationales Retailgeschäft, bestehend aus qualitativ hochwertigen Wohnbaukrediten in Westeuropa.

Die easygroup stellt einen Eckpfeiler der gesamten Wachstumsstrategie der BAWAG P.S.K. Gruppe dar. Unser Ziel ist es, unsere Position als führende Direktbank Österreichs zu festigen und gleichzeitig in größere westeuropäische Märkte mit Fokus auf die DACH-Region zu expandieren.

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2017

Die easygroup konnte ihre Kundenbasis im Vergleich zu Juni 2016 um 8% auf 426.000 Kunden mit 714.000 Konten ausbauen. Der Bestand an Kundeneinlagen betrug zum Ende des ersten Halbjahres 2017 3,8 Mrd. EUR, was im Jahresvergleich einer Steigerung um 2% entspricht. Diese starken Ergebnisse beruhen auf vier Kernelementen:

  • Erweiterung der Kundenbasis und Steigerung des Marktanteils in Österreich
  • Ausbau und Erhalt der Kundenbindung
  • Effizienzsteigerungen in der gesamten Organisation
  • Internationale Expansion nach Westeuropa

Erweiterung der Kundenbasis und Steigerung des Marktanteils in Österreich

Die easygroup verzeichnete in Österreich im Vergleich zu Juni 2016 einen Anstieg der Kundenzahl um 3% bzw. eine Steigerung der Konten um 4%. Dieses Wachstum ist überwiegend auf unser Online-Angebot sowie unsere erfolgreichen Kooperationen zurückzuführen. Durch Partnerschaften wie etwa mit dem ÖAMTC sowie mit Shell und Energie Steiermark erhalten wir indirekt Zugang zu etwa der Hälfte der österreichischen Bevölkerung. In Zukunft wollen wir diese Beziehungen für einen weiteren Ausbau unserer Kundenbasis nutzen.

Insgesamt erzielten wir im ersten Halbjahr 2017 ein Neugeschäftsvolumen von 222 Mio. EUR, das im Wesentlichen KFZ-Leasingprodukte sowie Konsum- und Wohnbaukredite umfasst. Dieser Erfolg beruht auf unserem einzigartigen Produktangebot, einem erstklassigen Vertriebsteam, starken Händlerbeziehungen und schlanken Prozessen. Wir arbeiten mit etwa 1.000 Autohändlern, ca. 50% aller Autohändler in Österreich, zusammen.

Die Aktiva des Segments betrugen Ende des ersten Halbjahres 2017 4,1 Mrd. EUR, was einer Steigerung um 26% gegenüber Juni 2016 entspricht. Sowohl das heimische als auch das internationale Geschäft verzeichneten ein anhaltend starkes Wachstum.

Im Februar 2017 haben wir eine Vereinbarung zur Übernahme des Geschäftssegments Commercial Issuing (Herausgabe von Kredit- und Prepaidkarten) von SIX Payment Services, besser bekannt als "PayLife", unterzeichnet. Seit der Unterzeichnung wurden bereits wichtige Schritte in Richtung Closing der Transaktion gesetzt, einschließlich der bereits erhaltenen Genehmigung der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde. Wir beabsichtigen, das Geschäft in der zweiten Jahreshälfte in die easybank zu integrieren.

Ausbau und Erhalt der Kundenbindung

Die easybank war seit jeher bestrebt, ihren Kunden höchsten Komfort zu bieten. Wir sind überzeugt, dass dies zur Kundenbindung beiträgt. Seit Juni 2016 konnte die easybank die Anzahl ihrer Giro- und Sparkonten um 5% steigern. Angesichts der aktuellen Zinslandschaft hat die easybank den Zinssatz auf Kundeneinlagen gesenkt und damit unsere durchschnittlichen Kosten auf der Einlagenseite von 44 Basispunkten im Juni 2016 auf 7 Basispunkte im Juni 2017 verringert.

Unser Engagement für eine hohe Kundenzufriedenheit wurde im Juni zum siebten Mal in Folge durch eine vom Finanz-Marketing Verband Österreich (FMVÖ) vergebene Auszeichnung belohnt. Der FMVÖ führt jedes Jahr eine Umfrage zum Thema Kundenzufriedenheit durch, bei der die easybank mit einem Net Promoter Score von 52% unter allen Banken und Versicherungen am besten abschnitt.

Effizienzsteigerungen in der gesamten Organisation

Im ersten Halbjahr 2017 haben wir weiterhin verstärkt in die digitale Infrastruktur der easybank investiert, mit dem Ziel, die erste Bank in Österreich zu sein, die vollständig digital ist. Die Investitionen in die vollständige Digitalisierung der Bank generieren nicht nur einen Mehrwert für uns, sondern liefern auch einen spürbaren Mehrwert für unsere Kunden. Unsere Investments zielen alle darauf ab, unseren Kunden die Abwicklung ihrer Finanztransaktionen so einfach wie möglich zu gestalten und durch kürzere Bearbeitungszeiten den Kundenkomfort zu steigern.

Internationale Expansion nach Westeuropa

Im ersten Halbjahr 2017 haben wir von der Aufsichtsbehörde die Genehmigung für die Eröffnung einer Zweigniederlassung in Deutschland erhalten. Dies ist ein weiterer Meilenstein im Rahmen unserer organischen, internationalen Wachstumspläne. Es bieten sich dort für die easygroup interessante Wachstumsperspektiven, durch die Nutzung ihrer schlanken Infrastruktur und der digitalen Kultur in den wesentlich größeren, weiterhin wachsenden Onlinemarkt in Deutschland zu expandieren. Im Anschluss an die nun erteilte aufsichtsbehördliche Genehmigung beabsichtigen wir dort in der zweiten Jahreshälfte 2017 mit der Vergabe von Kreditprodukten zu beginnen.

Ausblick

Die easygroup wird weiterhin an der Verbesserung des Kundenkomforts arbeiten und damit ihren Kunden das Leben so einfach wie möglich machen. Wir werden unsere bestehende Kundenbasis und unsere Partnerschaften in Österreich nutzen und gleichzeitig nach Westeuropa expandieren.

Die angekündigte Übernahme von "PayLife" mit ihrem Card-Issuing-Geschäft bringt diesem Segment deutliche Vorteile: mehr als eine halbe Million zusätzliche Kunden, ein erstklassiges Kreditkartenteam und wichtige Vertriebspartnerschaften. Im Jahr 2017 und auch darüber hinaus wird unser Hauptfokus auf Integration und Ausbau dieses Geschäfts liegen.

Finanzergebnisse

Ertragszahlen
(in Mio. EUR)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Nettozinsertrag 43,0 29,6 45,3 78,3 60,2 30,1
Provisionsüberschuss 2,7 2,4 12,5 5,4 4,6 17,4
Operative Kernerträge 45,7 32,0 42,8 83,7 64,8 29,2
Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen -0,4 0,2 -0,5 0,1
Operative Erträge 45,3 32,2 40,7 83,2 64,9 28,2
Operative Aufwendungen -7,9 -7,6 3,9 -15,8 -15,7 0,6
Regulatorische Aufwendungen -1,2 -1,7 -29,4 -2,4 -2,5 -4,0
Risikokosten 3,7 -1,6 5,7 -2,1
Periodengewinn vor Steuern 39,9 21,3 87,3 70,7 44,6 58,5
Kennzahlen Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Return on Equity (vor Steuern) 28,9% 21,8% 7,1 25,7% 22,1% 3,6
Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) 34,2% 24,3% 9,9 29,9% 23,9% 6,0
Nettozinsmarge 4,10% 3,54% 0,56 3,67% 3,54% 0,13
Cost/Income Ratio 17,4% 23,6% -6,2 19,0% 24,2% -5,2
Risikokosten / Kredite und Forderungen -0,35% 0,19% -0,54 -0,27% 0,12% -0,39
NPL Ratio 2,9% 3,0% -0,1 2,9% 3,0% -0,1
Geschäftsvolumina
(in Mio. EUR)
Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Aktiva 4.102 4.458 -8,0 3.247 26,3
Risikogewichtete Aktiva1) 3.399 4.249 -20,0 2.594 31,0
Kundeneinlagen 3.761 3.893 -3,4 3.673 2,4
Eigene Emissionen 496 585 -15,2 0 100

1) Risikogewichtete Aktiva für 2016 angepasst gemäß IAS 8. Siehe Note 15 im verkürzten Halbjahreskonzernabschluss.

Das Segment erzielte im ersten Halbjahr 2017 einen Periodengewinn vor Steuern in Höhe von 70,7 Mio. EUR (+58,5% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016) mit einem Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) von 29,9% und einer Cost/Income Ratio von 19,0%. Das Ergebnis spiegelt die Akquisition eines qualitativ hochwertigen Portfolios von Wohnbaukrediten in Westeuropa im Dezember 2016 sowie einen positiven Effekt in den Risikokosten wider. Der Vergleich der aktuellen Kennzahlen sowie Geschäftsvolumina mit früheren Perioden ist daher nur eingeschränkt möglich.

DACH CORPORATES & PUBLIC SECTOR

Strategie

Das Segment DACH Corporates & Public Sector umfasst die Finanzierungen unserer Firmenkunden und der öffentlichen Hand sowie provisionsgenerierende Dienstleistungen für überwiegend österreichische Kunden. Ausgewählte Kunden unterstützen wir auch bei Finanzierungen in Nachbarländern (v.a. Deutschland und Schweiz).

Wir bieten unseren österreichischen Firmenkunden und Kunden der öffentlichen Hand die gesamte Produktpalette im Bereich der Finanzierung, der Veranlagung und des Zahlungsverkehrs. Kunden außerhalb Österreichs werden gänzlich aus Wien oder bei syndizierten Krediten mit Unterstützung durch unsere Filiale in London betreut.

In Österreich liegt unser Schwerpunkt weiterhin in der Vertiefung bestehender und dem Aufbau neuer, nachhaltiger Kundenbeziehungen bei gleichzeitiger Verfolgung einer strikten Preispolitik trotz des kompetitiven Umfelds. Vor kurzem sind wir eine Vertriebskooperation mit einem Versicherungsunternehmen eingegangen, an das wir im Juni die ersten Kreditverträge erfolgreich übertragen haben.

Im Jahr 2017 liegt der Schwerpunkt auf der Bündelung unserer Aktivitäten im nationalen und internationalen Kreditgeschäft zur Nutzung von Ertragssynergien und Erschließung neuer Märkte. Dabei steht der Ausbau einer Plattform für Unternehmensfinanzierungen in der DACH-Region im Fokus. Um sicherzustellen, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden jederzeit erfüllen können und bereits bestehende Lösungen weiter verbessern, wurde eine neue Abteilung geschaffen, die das operative Tagesgeschäft sowie die Produktentwicklung steuert.

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2017

Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnten wir im ersten Halbjahr zusätzlich zu den jährlichen Prolongationen ein Neugeschäftsvolumen in Höhe von EUR 381 Mio. erzielen und lagen damit in einer ähnlichen Größenordnung wie im ersten Halbjahr 2016. Unsere Kundenbetreuer in Österreich waren bei der Stärkung unserer Kundenbeziehungen in den

Bereichen Finanzierung, Zahlungsverkehr und Cash-Management und der Erhaltung bzw. Verbesserung des Risiko-/Ertrags-Profils der Bank dennoch erfolgreich. Der leichte Marktanteilsrückgang ist auf die vorzeitige Rückführung einzelner Kredite zurückzuführen.

Entwicklung der Aktiva (in Mrd. EUR)

Die Aktiva des Segments stiegen im Vergleich zum Jahresende 2016 um 0,2 Mrd. EUR auf 8,0 Mrd. EUR. Der Rückgang des Kreditbestandes durch vorzeitige Rückführungen wurde durch die kurzfristigen Ausleihungen an die öffentliche Hand und Sozialversicherungen mehr als kompensiert.

Der Provisionsüberschuss, der zum überwiegenden Teil aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs für unsere Kunden resultiert, konnte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 auf einem stabilen Niveau gehalten werden.

Ausblick

Wir gehen von einem weiterhin sehr wettbewerbsintensiven Markt mit leichtem Wachstum aus. Wir verfügen jedoch über ausreichend Flexibilität und Dynamik, die bei strategischen Transaktionen unserer Kunden notwendig sind. Durch die Akquisition der IMMO-BANK schaffen wir im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierung eine stärkere Kundenbasis.

Finanzergebnisse

Ertragszahlen
(in Mio. EUR)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Nettozinsertrag 11,2 20,4 -45,1 31,9 40,3 -20,8
Provisionsüberschuss 9,8 10,3 -4,9 19,8 20,1 -1,5
Operative Kernerträge 21,0 30,7 -31,6 51,7 60,4 -14,4
Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten 1,2 0,4 >100 1,7 -0,1
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Operative Erträge 22,2 31,1 -28,6 53,4 60,3 -11,4
Operative Aufwendungen -9,1 -13,0 -30,0 -20,9 -25,7 -18,7
Risikokosten 3,8 1,7 >100 5,5 1,4 >100
Periodengewinn vor Steuern 16,9 19,8 -14,6 38,0 36,0 5,6
Q2 Q2 Vdg. Jan–Jun Jan–Jun Vdg.
Kennzahlen 2017 2016 (%Pkt.) 2017 2016 (%Pkt.)
Return on Equity (vor Steuern) 12,8% 15,9% -3,1 14,7% 13,9% 0,8
Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) 15,1% 17,7% -2,6 17,2% 15,1% 2,1
Nettozinsmarge 0,56% 1,07% -0,51 0,81% 1,05% -0,24
Cost/Income Ratio 41,0% 41,8% -0,8 39,1% 42,6% -3,5
Risikokosten / Kredite und Forderungen -0,20% -0,09% -0,11 -0,14% -0,04% -0,10
NPL Ratio 0,9% 1,3% -0,4 0,9% 1,3% -0,4
Geschäftsvolumina
(in Mio. EUR)
Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Aktiva 7.958 7.812 1,9 7.437 7,0
Risikogewichtete Aktiva 2.649 2.916 -9,2 2.893 -8,4
Kundeneinlagen (inkl. sonstiger Refinanzierung) 6.115 5.284 15,7 3.759 62,7
Eigene Emissionen 697 202 >100 200 >100

Das Segment trug im ersten Halbjahr 2017 38,0 Mio. EUR zum Periodengewinn vor Steuern der Bank bei, was einer Steigerung von 5,6% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 und einem Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) von 17,2% entspricht. Die operativen Kernerträge sanken im Jahresvergleich, bedingt durch das wettbewerbsintensive Marktumfeld und den weiter bestehenden Margendruck, um 14,4%. Die Qualität des Portfolios verbesserte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 weiter, was sich in positiven Risikokosten sowie einer NPL Ratio von lediglich 0,9% (-40 Basispunkte) zeigt. Dies spiegelt den erfolgreichen Risikoabbau der vergangenen Jahre sowie die insgesamt hohe Qualität der Aktiva wider.

INTERNATIONAL BUSINESS

Strategie

Das Segment International Business beinhaltet die Kredite im Kommerzkunden-, Immobilien- und Portfoliofinanzierungsbereich jener Kunden, die außerhalb der DACH-Region angesiedelt sind. Der Schwerpunkt liegt hier auf gut entwickelten westeuropäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten.

Das Portfolio internationaler Kommerzkredite besteht zum überwiegenden Teil aus Krediten an Firmen, die einen Free Cashflow generieren und ihren Umsatz mit einem defensiven Geschäftsmodell und entsprechenden Kapitalstrukturen in konjunkturunabhängigen Wirtschaftszweigen erzielen. Das Portfolio internationaler gewerblicher Immobilienkredite legt den Schwerpunkt auf vorrangige Kredite für Cashflow generierende Objekte. Unser Exposure bei Grundstücken, Entwicklungs- oder Bauprojekten ist nur gering.

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2017

Wir konzentrierten uns weiterhin auf die Kreditvergabe vorwiegend in ausgewählten westlichen Ländern und verzeichneten im ersten Halbjahr 2017 ein Neugeschäftsvolumen von 758 Mio. EUR. Daraus resultiert ein Anstieg der Aktiva um 0,1 Mrd. EUR im Vergleich zu Juni letzten Jahres.

Das internationale Firmenkundengeschäft war aufgrund des wettbewerbsstarken Umfelds im aktuellen Niedrigzinsumfeld weiterhin mit vorzeitigen Rückzahlungen konfrontiert. Dies führte gegenüber Ende Juni 2016 zu einem Rückgang des Finanzierungsvolumens um 15% auf 2,5 Mrd. EUR per Ende Juni 2017. Unser Neugeschäftsvolumen besteht überwiegend aus Krediten im Investment-Grade-Bereich mit Fokus auf konservative Branchen. Der Net Leverage über alle Firmen in unserem Portfolio betrug etwa 5,1x und in den Tranchen, in welche die BAWAG P.S.K. investiert ist, etwa 4,0x.

Unser internationales Immobiliengeschäft verzeichnete ebenso, allerdings in einem geringeren Ausmaß, ein erhöhtes Volumen an vorzeitigen Rückzahlungen und wurde durch Wechselkursänderungen beeinträchtigt. Diese Effekte konnten im Jahresvergleich jedoch durch eine erfolgreiche Realisierung von Neugeschäften mehr als kompensiert werden. Das Finanzierungsvolumen stieg daher im Jahresvergleich um 26% auf 2,6 Mrd. EUR per Ende Juni 2017. Wir setzen weiterhin auf eine breite Streuung der Transaktionen in Bezug auf Länder, finanzierte Objekte und Branchen. Der Produktfokus liegt primär auf klassischen Immobilienfinanzierungen, die sich durch attraktive LTVs, starke Cashflows, kürzere gewichtete erwartete Laufzeiten und solide Covenants auszeichnen. Das Gesamtportfolio entwickelte sich solide, wobei die Rückführungen leicht über unseren ursprünglichen Erwartungen lagen, was die durchschnittlichen Laufzeiten etwas verkürzt. Wir sind auch im Bereich Portfoliofinanzierungen aktiv, wo wir in Positionen mit niedrigem Loan-to-Value (LTV)- und Loan-to-Cost (LTC)-Verhältnis investiert haben, hinter denen ein diversifizierteres Portfolio von Cash generierenden Immobilienfinanzierungen steht. Das Portfolio hat sehr gute Besicherungen (durchschnittlicher LTV unter 60%), generiert starke Cashflows, hat kürzere Laufzeiten und ist so strukturiert, dass es unter Stressbedingungen am Markt erfolgreich bleibt.

Ausblick

Wir gehen von ähnlichen Marktbedingungen wie im letzten Jahr aus und erwarten daher per Ende 2017 ein im Vergleich zum Halbjahr stabiles Finanzierungsvolumen.

Finanzergebnisse

Ertragszahlen
(in Mio. EUR)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Nettozinsertrag 32,0 34,5 -7,2 65,4 67,8 -3,5
Provisionsüberschuss 0,0 0,0 0,0 0,0
Operative Kernerträge 32,0 34,5 -7,2 65,4 67,8 -3,5
Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten -0,8 -0,7 -14,3 -0,5 -1,7 70,6
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Operative Erträge 31,2 33,8 -7,7 64,9 66,1 -1,8
Operative Aufwendungen -6,5 -6,4 1,6 -15,0 -13,3 12,8
Risikokosten -12,5 3,0 -15,5 3,0
Periodengewinn vor Steuern 12,2 30,4 -59,9 34,4 55,8 -38,4
Kennzahlen Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Return on Equity (vor Steuern) 9,0% 23,5% -14,5 12,8% 20,3% -7,5
Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) 10,7% 26,2% -15,5 14,9% 21,9% -7,0
Nettozinsmarge 2,45% 2,66% -0,21 2,45% 2,52% -0,07
Cost/Income Ratio 20,8% 18,9% 1,9 23,1% 20,1% 3,0
Risikokosten / Kredite und Forderungen 1,00% -0,24% 1,24 0,60% -0,12% 0,72
NPL Ratio 0,9% 0,0% 0,9 0,9% 0,0% 0,9
Geschäftsvolumina
(in Mio. EUR)
Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Aktiva 5.130 5.634 -8,9 5.040 1,8
Risikogewichtete Aktiva 4.099 4.169 -1,7 3.890 5,4

Das Segment trug im ersten Halbjahr 2017 34,4 Mio. EUR zum Periodengewinn vor Steuern der Bank bei, was einem Rückgang von 38,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht und auf höhere operative Aufwendungen und Risikokosten zurückzuführen ist. Dennoch konnte ein Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) von 14,9% erzielt werden. Trotz höher als erwartet ausgefallener vorzeitiger Rückzahlungen und des generellen Margendrucks blieben

die operativen Kernerträge weitgehend stabil. Die höheren Risikokosten im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich aus als Vorsichtsmaßnahme gebildeten Rückstellungen für zwei Exposures im Öl- und Gassektor. Ähnlich wie das Kreditgeschäft im DACH-Segment zeichnet sich International Business durch qualitativ hochwertige Aktiva und eine niedrige NPL Ratio von 0,9% aus.

TREASURY SERVICES & MARKETS

Strategie

Treasury Services & Markets ist als Service Center für unsere Kunden, Tochterunternehmen und Partner für die Durchführung von Treasury-Aufgaben wie ALM, Funding, Marktexekution sowie für selektive Investmentaktivitäten der Bank zuständig.

Zu den Hauptaufgaben zählt die Verwaltung der Liquidität aus dem Kerngeschäft der Bank in Available-for-Sale- und Held-to-Maturity-Portfolios inklusive der Liquiditätsreserve sowie bestimmter Hedging-Positionen. Der Fokus der Veranlagungsstrategie liegt weiterhin auf besicherten und unbesicherten Anleihen von Banken in Westeuropa und den USA mit Investment-Grade-Rating sowie auf ausgewählten Staatsanleihen und hochqualitativen CLOs zu Diversifikationszwecken.

Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2017

Im ersten Halbjahr 2017 setzten wir unsere Portfoliostrategie dahingehend fort, sowohl langfristig in Positionen hoher Qualität zu veranlagen als auch unsere Available-for-Sale-Portfolios weiterzuführen, um für Umschichtungen in Kundenkredite oder für andere Bilanzstrategien flexibel zu sein.

Zum 30. Juni 2017 belief sich das gesamte Investmentportfolio auf 6,0 Mrd. EUR und die Liquiditätsreserve auf 1,8 Mrd. EUR. Die durchschnittliche Laufzeit des Investmentportfolios betrug fünf Jahre. Das Portfolio enthielt 97% Investment-Grade-Wertpapiere, 86% davon waren in der Ratingkategorie A oder höher eingestuft. Das CEE-Exposure machte weniger als 2% des Gesamtportfolios aus und beschränkte sich auf ausgewählte Anleihen, von denen 100% in der Ratingkategorie A oder besser eingestuft waren. Zum 30. Juni 2017 hatte Treasury Services & Markets im Wertpapierportfolio kein direktes Exposure gegenüber China, Russland, Ungarn oder Südosteuropa. Das direkte Exposure gegenüber Großbritannien ist gering und konzentriert sich auf international breit aufgestellte Emittenten mit solider Kreditqualität. Das Exposure gegenüber Südeuropa bleibt weiterhin moderat und beschränkt sich auf liquide Anleihen bekannter Emittenten mit kürzeren Laufzeiten. Die Zusammensetzung des Gesamtportfolios reflektiert unsere Strategie, bei hoher Qualität der Veranlagung mit kurzer Laufzeit und hoher Liquidität der Wertpapiere zusätzlichen Nettozinsertrag zu erzielen und dabei die Fair-Value-Volatilität gering zu halten.

Ausblick

Treasury Services & Markets wird sich weiterhin auf einfache Prozesse und Produkte konzentrieren, die das Kerngeschäft der Bank unterstützen und die den Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Die Entwicklung des Liquiditätsangebots und der Wertpapierkäufe der EZB sowie erhöhte politische Risiken werden an den Finanzmärkten wichtige Faktoren bleiben. Wir werden daher im Wertpapierportfolio weiterhin auf hohe Kreditqualität und äußerst liquide Investments mit einer soliden Diversifizierung setzen.

Finanzergebnisse

Ertragszahlen
(in Mio. EUR)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Nettozinsertrag 12,3 13,9 -11,5 24,9 28,2 -11,7
Provisionsüberschuss 0,0 0,0 0,0 0,0
Operative Kernerträge 12,3 13,9 -11,5 24,9 28,2 -11,7
Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten 4,8 1,6 >100 9,8 0,7 >100
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Operative Erträge 17,1 15,5 10,3 34,7 28,9 20,1
Operative Aufwendungen -4,0 -3,8 5,3 -8,0 -8,0
Risikokosten 0,0 0,0 0,0 0,0
Periodengewinn vor Steuern 13,1 11,7 12,0 26,7 20,9 27,8
Kennzahlen Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%Pkt.)
Return on Equity (vor Steuern) 13,4% 13,8% -0,4 14,2% 12,2% 2,0
Return on Equity (@12% CET1, vor Steuern) 15,9% 15,5% 0,4 16,6% 13,2% 3,4
Nettozinsmarge 0,80% 0,98% -0,18 0,84% 0,98% -0,14
Cost/Income Ratio 23,4% 24,5% -1,1 23,1% 27,7% -4,6
Geschäftsvolumina
(in Mio. EUR)
Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Aktiva und Liquiditätsreserve 7.799 6.691 16,6 6.302 23,8

Risikogewichtete Aktiva 2.100 2.031 3,4 1.842 14,0

Eigene Emissionen und sonstige Verbindlichkeiten 2.404 2.847 -15,6 2.860 -15,9

Das Segment trug im ersten Halbjahr 2017 26,7 Mio. EUR zum Periodengewinn vor Steuern der Bank bei, was einer Steigerung von 27,8% gegenüber der Vergleichsperiode 2016 entspricht. Es wurde ein Return on Equity (@12% CET1, vor

Steuern) von 16,6% erzielt. Insgesamt stiegen die operativen Erträge um 20,1% auf 34,7 Mio. EUR, was auf höhere Gewinne aus Finanzinstrumenten zurückzuführen ist.

CORPORATE CENTER

Entwicklung im 1. Halbjahr 2017

Das Corporate Center beinhaltet alle zentral für die gesamte Bank durchgeführten Funktionen. Marktwerte von Derivaten stellen den größten Teil der Aktiva und Passiva dar. Das Eigenkapital der Bank wird ebenfalls hier ausgewiesen.

Um die optimale Bewertung der einzelnen Geschäftssegmente zu ermöglichen, sind beispielsweise Restrukturierungskosten, Beiträge zum einheitlichen Bankenabwicklungsfonds, die Bankenabgabe sowie Unternehmenssteuern dem Corporate Center zugeordnet.

Ein im ersten Halbjahr 2016 erfasster positiver steuerlicher Einmaleffekt hat sich im ersten Halbjahr 2017 nicht wiederholt, was den deutlichen Unterschied im Nettogewinn des Segments erklärt. Zusätzlich wurde der Periodengewinn vor Steuern durch höhere operative Aufwendungen (inkl. Restrukturierungskosten in Höhe von 11,4 Mio. EUR) und niedrigere Erträge aus der Position Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten beeinflusst. Darüber hinaus erhöhten sich die Risikokosten um 5,1 Mio. EUR, hauptsächlich aufgrund einer Bevorsorgung von potenziellen operationellen Risiken und zukünftigen Kosten durch Vergleiche aus Rechtsstreitigkeiten.

Der Rückgang der sonstigen Aktiva und sonstigen Verbindlichkeiten ist vor allem auf geringere Marktwerte von Derivaten zurückzuführen, während die risikogewichteten Aktiva in der Berichtsperiode leicht anstiegen.

Ertragszahlen
(in Mio. EUR)
Q2
2017
Q2
2016
Vdg.
(%)
Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Vdg.
(%)
Nettozinsertrag 1,1 6,1 -82,0 -2,6 10,4
Provisionsüberschuss -0,9 0,4 -1,4 3,7
Operative Kernerträge 0,2 6,5 -96,9 -4,0 14,1
Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten -5,9 8,0 5,5 22,9 -76,0
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 1,8 2,0 -10,0 1,8 2,1 -14,3
Operative Erträge -3,9 16,5 3,3 39,1 -91,6
Operative Aufwendungen -18,6 -13,5 37,8 -23,5 -16,5 42,4
Regulatorische Aufwendungen -0,7 -7,6 -90,8 -11,4 -19,1 -40,3
Risikokosten -4,9 -0,9 >100 -5,9 -0,8 >100
Ergebnis von at-equity bewerteten Beteiligungen 0,7 3,9 -82,1 1,8 4,3 -58,1
Periodengewinn vor Steuern -27,4 -1,6 >-100 -35,7 7,0
Steuern vom Einkommen -20,6 -21,4 3,7 -47,1 39,3
Nicht beherrschende Anteile 0,0 -0,1 100 0,0 -0,2 100
Nettogewinn -48,0 -23,1 >-100 -82,8 46,1
Volumina
(in Mio. EUR)
Jun
2017
Dez
2016
Vdg.
(%)
Jun
2016
Vdg.
(%)
Sonstige Aktiva 3.095 3.489 -11,3 3.447 -10,2
Risikogewichtete Aktiva 1.320 1.246 5,9 1.404 -6,0
Eigenkapital 3.348 3.134 6,8 3.224 3,8
Sonstige Verbindlichkeiten 2.039 2.748 -25,8 2.854 -28,6

Finanzergebnisse

RISIKOMANAGEMENT

Hinsichtlich der Erläuterungen der finanziellen und rechtlichen Risiken in der BAWAG P.S.K. sowie der Ziele und

Methoden im Risikomanagement verweisen wir auf die Angaben im Anhang (Notes).

AUSBLICK

Die BAWAG P.S.K. hat im ersten Halbjahr 2017 starke Ergebnisse erzielt. Wir gehen davon aus, dass sich unsere starke Performance im weiteren Jahresverlauf fortsetzen

wird. Der Ausblick auf Segmentebene wird im Konzern-Halbjahreslagebericht in den jeweiligen Kapiteln zu den Geschäftssegmenten dargestellt.

Konzern-Halbjahresabschluss

KONZERNRECHNUNG

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

in Mio. EUR [Notes] Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Q2
2017
Q2
2016
Zinserträge*) 549,0 528,6 267,1 262,1
Zinsaufwendungen -160,3 -154,3 -75,1 -73,0
Dividendenerträge 6,8 2,0 6,8 1,9
Nettozinsertrag [1] 395,5 376,3 198,8 191,0
Provisionserträge 142,8 140,8 71,0 67,2
Provisionsaufwendungen -36,7 -37,8 -14,7 -15,1
Provisionsüberschuss [2] 106,1 103,0 56,3 52,1
Gewinne und Verluste aus finanziellen
Vermögenswerten und Schulden*)
[3] 17,3 22,6 -0,8 9,1
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen -41,6 -29,9 -17,4 -14,5
Operative Aufwendungen [4] -214,0 -211,0 -109,0 -108,7
Rückstellungen und Wertberichtigungen [5] -26,7 -15,9 -15,6 -7,2
Ergebnis von at-equity bewerteten Beteiligungen 1,8 4,3 0,7 3,9
Periodengewinn vor Steuern 238,4 249,6 113,0 125,8
Steuern vom Einkommen -47,1 -57,2 -19,0 -27,3
Periodengewinn nach Steuern 191,3 192,4 94,1 98,5
davon den nicht beherrschenden Anteilen
zurechenbar
0,0 0,2 0,0 0,1
davon den Eigentümern des
Mutterunternehmens zurechenbar
191,3 192,2 94,1 98,4

*) 2016 angepasst. Siehe Note 3.

Die Position "Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen" umfasst nach IFRS auch regulatorische Aufwendungen (Bankenabgabe und die Aufwendungen für das Einlagensicherungssystem und den Einheitlichen Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund)) in Höhe von 27,1 Mio. EUR (Jan–Jun 2016: 33,1 Mio. EUR). Die Aufwendungen für das Einlagensicherungssystem und den Einheitlichen Abwicklungsfonds beinhalten die gesamten für das Jahr 2017 erwarteten Aufwendungen. Die in dieser Position enthaltene Bankenabgabe beträgt im ersten Halbjahr 2017

2,3 Mio. EUR. Im ersten Halbjahr 2016 belief sich diese gemäß dem alten Bankenabgabesystem auf 10,9 Mio. EUR.

Die Position "Operative Aufwendungen" enthält ebenfalls regulatorische Aufwendungen (FMA- und EZB-Aufsichtsgebühren) in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Jan–Jun 2016: 0,9 Mio. EUR). Das Management der Bank betrachtet regulatorische Aufwendungen jedoch als gesonderten Aufwandsposten. Dementsprechend werden diese im Konzern-Halbjahreslagebericht separat unter den Aufwendungen dargestellt.

GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in Mio. EUR [Notes] Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Q2
2017
Q2
2016
Periodengewinn nach Steuern 191,3 192,4 94,1 98,5
Sonstiges Ergebnis
Posten, bei denen keine Umgliederung in den
Gewinn/Verlust möglich ist
Versicherungsmathematische
Gewinne/Verluste aus leistungsorientierten
Plänen
[12] 3,9 -15,6 3,9 -10,1
Latente Steuern auf Posten, welche nicht
umgegliedert werden können
-1,0 3,9 -1,0 2,5
Summe der Posten, bei denen keine
Umgliederung in den Gewinn/Verlust möglich
ist
2,9 -11,7 2,9 -7,6
Posten, bei denen eine Umgliederung in den
Gewinn/Verlust möglich ist
Cashflow-Hedge-Rücklage -6,0 10,4 6,5 3,3
Davon in den Gewinn (-) oder Verlust (+)
umgegliedert
-2,6 -0,8 -1,6 -0,5
Available-for-Sale-Rücklage 16,3 -9,8 8,2 -3,7
Davon in den Gewinn (-) oder Verlust (+)
umgegliedert
-11,6 -14,1 -12,6 -2,7
Anteil der direkt im Eigenkapital erfassten
Erträge und Aufwendungen von at-equity
bewerteten Beteiligungen
-2,9 -2,9
Latente Steuern auf Posten, welche
umgegliedert werden können
-2,6 -1,8 -3,7 0,1
Summe der Posten, bei denen eine
Umgliederung in den Gewinn/Verlust möglich
ist
7,7 -4,1 11,0 -3,2
Sonstiges Ergebnis 10,6 -15,8 13,9 -10,8
Gesamtergebnis nach Steuern 201,9 176,6 108,0 87,7
davon den nicht beherrschenden Anteilen
zurechenbar
0,1 0,2 0,1 0,1
davon den Eigentümern des
Mutterunternehmens zurechenbar
201,8 176,4 107,9 87,6

BILANZ

Aktiva

in Mio. EUR [Notes] Jun 2017 Dez 2016
Barreserve 887 1.020
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Vermögenswerte
191 202
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte [6] 3.030 3.196
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 2.319 2.353
Handelsaktiva [7] 510 652
Kredite und Forderungen [8] 31.445 30.825
Kunden 27.885 28.500
Kreditinstitute 2.235 1.633
Wertpapiere 1.325 692
Sicherungsderivate 590 677
Sachanlagen 49 53
Vermietete Grundstücke und Gebäude 4 3
Geschäfts- und Firmenwerte 1 1
Markenname und Kundenstock 12 12
Software und andere immaterielle Vermögenswerte 140 128
Steueransprüche für laufende Steuern 4 5
Steueransprüche für latente Steuern 114 153
At-equity bewertete Beteiligungen 40 44
Sonstige Vermögenswerte 99 132
Summe Aktiva 39.435 39.456

Die Posten "Geschäfts- und Firmenwerte", "Markenname und Kundenstock" und "Software und andere immaterielle Vermögenswerte" werden in Note 16 dieses Halbjahresfinanzberichts in dem Posten "Immaterielle Vermögenswerte" zusammengefasst. Die Bank hat Ende März 2017 eine Tranche in Höhe von 2,0 Mrd. EUR aus den GLRG II (Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte) aufgenommen. Das Finanzierungsgeschäft wird in der Bilanz in der Position "Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten

Anschaffungskosten – Kreditinstitute" ausgewiesen. Dies hatte in der Folge auf der Aktivseite Einfluss auf die Position "Kredite und Forderungen – Kunden" und die Position "Kredite und Forderungen – Kreditinstitute", da der Überschuss temporär bei der OeNB angelegt wurde. Der Anstieg der Position "Kredite und Forderungen –

Wertpapiere" ist im Wesentlichen auf Investitionen in CLOs zurückzuführen.

Passiva

in Mio. EUR [Notes] Jun 2017 Dez 2016
Verbindlichkeiten 36.369 36.608
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
[9] 847 1.115
Handelspassiva [10] 405 617
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten [11] 33.816 32.962
Kunden 25.359 25.998
Begebene Schuldverschreibungen, Nachrang- und
Ergänzungskapital
5.120 4.900
Kreditinstitute 3.337 2.064
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Vermögensübertragungen 300
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken abgesicherte
Portfolien
135 223
Sicherungsderivate 140 260
Rückstellungen [12] 383 404
Steuerschulden für laufende Steuern 21 17
Steuerschulden für latente Steuern 35 29
Sonstige Verbindlichkeiten 604 681
Gesamtkapital 3.049 2.848
Eigenkapital, den Eigentümern des Mutterunternehmens
zurechenbar
3.048 2.846
Nicht beherrschende Anteile 1 2
Summe Passiva 39.435 39.456

ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS

in Mio. EUR Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklagen
Gewinnrück
lagen1)
AFS-Rücklage
nach Steuern
Cashflow
Hedge
Rücklage
nach Steuern
Versiche
rungsma
thematische
Gewinne/
Verluste nach
Steuern
Eigenkapital,
den
Eigentümern
des Mutter
unternehmens
zurechenbar
Nicht beherr
schende
Anteile
Eigenkapital
inkl. nicht
beherr
schender
Anteile
Stand 01.01.2016 250 1.644 895 41 -72 2.759 1 2.760
Gesamtergebnis 192 -12 8 -12 176 1 177
Stand 30.06.2016 250 1.644 1.087 29 8 -84 2.935 2 2.937
Stand 01.01.2017 250 1.644 980 39 6 -73 2.846 2 2.848
Gesamtergebnis 191 12 -4 3 202 -1 201
Stand 30.06.2017 250 1.644 1.171 51 2 -70 3.048 1 3.049

1) Retained earnings reserve.

VERKÜRZTE KAPITALFLUSSRECHNUNG

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode 1.020 809
Jahresüberschuss (nach Steuern, vor nicht beherrschenden Anteilen) 204 192
Im Jahresüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf
den Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit
-406 -352
Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer
Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile
-535 -314
Erhaltene Zinsen 578 547
Gezahlte Zinsen -112 -109
Erhaltene Dividenden 7 2
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit -264 -34
Einzahlung aus der Veräußerung von Tochterunternehmen 91
Einzahlungen aus der Veräußerung von
Finanzanlagen 968 794
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 1
Auszahlungen für den Erwerb von
Finanzanlagen -798 -1.101
Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -25 -20
Cashflow aus Investitionstätigkeit 145 -235
Dividendenzahlungen
Sonstige -14 -7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -14 -7
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode 887 533

ANHANG (NOTES)

Der verkürzte Halbjahresabschluss des BAWAG P.S.K. Konzerns (im Bericht als BAWAG P.S.K. bezeichnet, soweit nicht anders angegeben) per 30. Juni 2017 wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC/SIC) erstellt, soweit diese von der EU übernommen wurden.

Der vorliegende Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2017 steht im Einklang mit IAS 34 ("Zwischenberichte").

Die bei der Erstellung des Konzern-Halbjahresabschlusses angewandten Bilanzierungsmethoden stimmen mit jenen des Konzern-Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2016 überein.

Der verkürzte Halbjahresabschluss enthält Werte, die zulässigerweise unter Verwendung von Schätzungen und Annahmen ermittelt wurden. Die verwendeten Schätzungen und Annahmen basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen, Erwartungen und Prognosen zukünftiger Ereignisse auf Basis des derzeitigen Wissensstandes. Die Schätzungen und Beurteilungen selbst sowie die zu-grunde liegenden Beurteilungsfaktoren und Schätzverfahren werden regelmäßig überprüft und mit den tatsächlich eingetretenen Ereignissen abgeglichen.

Des Weiteren unterliegen folgende Sachverhalte der Beurteilung durch das Management:

  • die Beurteilung der Einbringlichkeit von langfristigen Krediten und damit die Einschätzungen über die zukünftigen Cashflows des Kreditnehmers, mögliche Wertminderungen von Krediten und die Bildung von Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Kreditgeschäft
  • die Bildung von Rückstellungen für ungewisse Verpflichtungen
  • die Beurteilung von rechtlichen Risiken und Ausgang von Gerichtsverhandlungen, höchstgerichtlichen Entscheidungen und behördlichen Überprüfungen sowie die Bildung diesbezüglicher Rückstellungen

Seit Jänner 2016 wendet die BAWAG P.S.K. die Vorschriften zur Bilanzierung der Absicherung von Zahlungsströmen ("Cashflow Hedge") nach IAS 39 für mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende zukünftige Zahlungsströme aus bestimmten Fremdwährungsportfolien an.

Die Bank hat zukünftige Margeneinkünfte aus GBP- und USD-Vermögenswerten als Grundgeschäfte identifiziert, welche gegen das Risiko schwankender Zahlungsströme aus der Veränderung von Fremdwährungskursen abzusichern sind.

IAS 39 erlaubt Teile von hochwahrscheinlichen Zahlungsströmen als Grundgeschäft zu designieren. Die BAWAG P.S.K. widmet jeweils die ersten Zahlungsströme für eine definierte Zeitperiode als Grundgeschäft.

Die Veränderungen aus dem beizulegenden Zeitwert der Sicherungsinstrumente werden in der Gesamtergebnisrechnung unter "Cashflow-Hedge-Rücklage" gezeigt. Hätte die BAWAG P.S.K. im ersten Halbjahr 2017 die Bestimmungen des Cashflow Hedge nicht angewandt, wäre ein Verlust von 6,0 Mio. EUR in der Gewinn- und Verlustrechnung unter "Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden" ausgewiesen worden.

Per 30. Juni 2017 existieren keine neuen Standards, Interpretationen bzw. Änderungen zu bestehenden Standards, die für Geschäftsjahre beginnend mit 1. Jänner 2017 anzuwenden sind.

Bereits im Juli 2014 hat das IASB die endgültige Fassung von IFRS 9 Finanzinstrumente herausgegeben. IFRS 9 legt drei Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte fest: Fortgeführte Anschaffungskosten (amortized cost), Beizulegender Zeitwert (fair value) und Beizulegender Zeitwert über das sonstige Ergebnis (fair value through other comprehensive income).

Die Vorschriften des IFRS 9 sind für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Jänner 2018 verpflichtend anzuwenden. Die Anforderungen des IFRS 9 stellen eine wesentliche Veränderung zu IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung dar. Der neue Standard bringt grundlegende Änderungen zur Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten und zu einem gewissen Grad auch zur Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten mit sich.

Gemäß IFRS 7 werden die Anhangsangaben der BAWAG P.S.K. Gruppe 2018 Tabellen enthalten, die die finanziellen Vermögenswerte und die Risikovorsorge von IAS 39 auf IFRS 9 überleiten. Es ist nicht geplant, Vorjahreszahlen basierend auf IFRS 9 zu veröffentlichen.

Die für den Konzern wesentlichen Veränderungen, die aufgrund der Anwendung des IFRS 9 entstehen, sind hier zusammengefasst.

Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte

Gemäß IFRS 9 werden finanzielle Vermögenswerte nach drei Kategorien klassifiziert: Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortised Cost, AC), Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Ergebnis (Fair Value through Other Comprehensive Income, FVOCI) oder Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn- und Verlustrechnung (Fair Value through Profit or Loss, FVTPL).

In welche Kategorie ein Finanzinstrument eingeordnet wird, ist einerseits abhängig vom Geschäftsmodell des Unternehmens und andererseits von den vertraglich vereinbarten Zahlungsflüssen des finanziellen Vermögenswertes.

Ein finanzieller Vermögenswert wird nur dann zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn das Geschäftsmodell des Unternehmens darauf abzielt, die finanziellen Vermögenswerte zu halten, und die vertraglich vereinbarten Zahlungsflüsse ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Teil des Nominales darstellen (simple loan feature). Ein finanzieller Vermögenswert wird dann zum beizulegenden Zeitwert über das Sonstige Ergebnis bewertet, wenn das Geschäftsmodell des Unternehmens darauf abzielt, die finanziellen Vermögenswerte sowohl zu halten als auch zu verkaufen, und die vertraglich vereinbarten Zahlungsflüsse ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Teil des Nominales darstellen. Alle finanziellen Vermögenswerte, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Weiters wird es keine Trennungspflicht für eingebettete Derivate geben, sondern es wird das Finanzinstrument in seiner Gesamtheit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Beurteilung des Geschäftsmodells

Die Bank führte eine Beurteilung der Geschäftsmodelle aller Segmente durch und erstellt derzeit Dokumentationen zu:

  • den Richtlinien und der Zielsetzung des Portfolios;
  • der Evaluierung der Performance des Portfolios und der Berichterstattung an das Management;
  • den Risiken, die die Performance des Geschäftsmodells beeinflussen, und wie diese Risiken gesteuert werden.

Beurteilung, ob vertragliche Cashflows ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Teil des Nominales darstellen (Solely Payments of Principal and Interest, SPPI)

Die Bank analysierte das bestehende Kreditportfolio und erstellte eine Checklist für SPPI-Kriterien. Derzeit werden Systeme implementiert bzw. adaptiert, welche für die Bewertung nach IFRS 9 relevant sind. Interne Prozesse werden definiert und die betroffenen Bereiche werden geschult.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Die Klassifizierung und die Bewertungsmethoden für Finanzverbindlichkeiten wurden im Vergleich zu IAS 39 nur leicht geändert. Allerdings werden gemäß IFRS 9 Fair Value Änderungen bei Verbindlichkeiten der Fair-Value-Option folgendermaßen ausgewiesen:

  • der Betrag der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der aus dem Ausfallsrisiko der Verbindlichkeit resultiert, wird im sonstigen Ergebnis dargestellt; und
  • die restliche Veränderung des beizulegenden Zeitwerts wird erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

Reklassifizierungen

Finanzielle Vermögenswerte werden nach erstmaligem Ansatz nicht reklassifiziert, außer in der Periode, in welcher der Konzern das Geschäftsmodell der Finanzinstrumente ändert.

Modifikationen

Wenn es zu Vertragsänderungen kommt, beurteilt der Konzern, ob sich die Cashflows des modifizierten Vermögensgegenstands wesentlich verändert haben. Wenn die Cashflows wesentlich abweichen, werden die vertraglichen Rechte auf die Cashflows des ursprünglichen finanziellen Vermögenswertes als verfallen erachtet. In diesem Fall wird der ursprüngliche finanzielle Vermögenswert ausgebucht und ein neuer finanzieller Vermögenswert wird zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Wenn sich die Cashflows des modifizierten Vermögensgegenstands nicht wesentlich unterscheiden, führt die Modifikation nicht zu einer Ausbuchung. In diesem Fall berechnet die Bank den Bruttobuchwert des Finanzinstruments neu und setzt den Modifizierungsgewinn oder -verlust durch die Buchwertanpassung erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung an.

Der Konzern hat verschiedene Systemlösungen bewertet und sich dazu entschlossen, die derzeit verwendeten Systeme zur Implementierung einer automatisierten Behandlung von Modifikationen zu verwenden.

Hedge Accounting

IFRS 9 enthält auch ein neues allgemeines Modell für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Dieses Modell richtet Hedge Accounting stärker am betrieblichen Risikomanagement aus und erlaubt Hedging-Strategien, welche im Rahmen des Risikomanagements angewandt werden. Der Effektivitätstest als Voraussetzung für die Anwendung von Hedge Accounting wurde überarbeitet: Anstelle des quantitativen Kriteriums (80 bis 125 Prozent Bandbreite) wurden qualitative und quantitative Kriterien für eine prospektive Effektivitätsmessung eingeführt. Außerdem ist die freiwillige Beendigung von Sicherungsbeziehungen nicht mehr allgemein zulässig, sondern nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen. Für Sicherungsbeziehungen, bei denen das gesicherte Risiko und das durch die Sicherungsinstrumente gedeckte Risiko nicht identisch sind, wurden Regelungen zum Re-Balancing eingeführt. Diese sehen vor, dass bei Änderungen der Korrelation die Sicherungsquote entsprechend angepasst wird, ohne dass die Sicherungsbeziehung beendet werden muss.

Das Macro-Hedge-Accounting-Projekt wurde noch nicht abgeschlossen, daher dürfen IFRS 9 Anwender als Wahlmöglichkeit weiterhin das Macro Fair Value Hedge Accounting Model für Zinsrisiken nach IAS 39 anwenden.

Der Konzern erwartet zurzeit keinen bedeutenden Einfluss auf den Konzernabschluss aufgrund von IFRS 9 Hedge Accounting und wird gegen Zinsänderungsrisiken gemäß IAS 39 weiterhin Macro Fair Value Hedge Accounting anwenden. Die neuen Regelungen zu IFRS 9 Macro Hedge Accounting werden final evaluiert, sobald der IASB die entsprechenden endgültigen Bestimmungen herausgegeben hat.

Impairment

Bei der Bestimmung des zu erwartenden Kreditverlustes ("Expected Credit Loss" – ECL) fordert IFRS 9 die Berücksichtigung von Wahrscheinlichkeitsabschätzungen zukünftiger Zahlungsflüsse und Verluste. Der ECL ist definiert als die Differenz zwischen den der Bank zustehenden vertraglich vereinbarten Zahlungsflüssen eines Finanzinstruments und den von der Bank effektiv zu erwartenden Zahlungsflüssen (unter Berücksichtigung von Ausfallswahrscheinlichkeiten und Realisierungsquoten). Die angewandte Methodologie basiert auf "IFRS 9 Financial Instruments (Juli 2014)"1). Aufgrund der dem Dokument zugrunde liegenden allgemein gehaltenen Formulierung bezüglich der Modellanforderungen werden zudem noch folgende Dokumente berücksichtigt:

  • Global Public Policy Committee (Juni 2016): "Implementierung der IFRS 9 Impairment-Anforderungen für Banken"
  • Basel Committee on Banking Supervision (Dezember 2015): "Richtlinien für Kreditrisiko und Buchhaltung für ECL"
  • European Banking Authority (Juli 2016): "Richtlinien für Kreditrisikomanagement und Buchhaltung für ECL für Kreditinstitute"

Haupttreiber in der Berechnung des ECL sind die Ausfallswahrscheinlichkeit ("Lifetime Probability of Default" – PD), die zu erwartende Verlustquote ("Lifetime Loss given Default" – LGD) und die Kredithöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls ("Lifetime Exposure at Default" – EAD).

Die "Lifetime PD" besteht aus zwei Komponenten: "Through-the-Cycle" (TTC) – konjunkturunabhängig und "Point-in-Time" (PIT) – konjunkturabhängig. Für die TTC-Komponente werden – neben anderen – der homogene sowie der inhomogene stetige Markov-Ansatz verwendet. Für die PIT-Komponente werden ein "Shift-Faktor" und ein auf Firmenwert ("Peridery-Ansatz") basierender Ansatz verwendet. Für jedes relevante Geschäftssegment wurde ein eigenes Modell entwickelt, um die "Lifetime"-PDs – unter Berücksichtigung makroökonomischer Vorausagen – zu prognostizieren. Um die Hauptauswirkungen des "Lifetime"-ECLs zu quantifizieren, wurde eine Validierung ("Back-Testing") für Modelle der wesentlichsten Geschäftssegmente durchgeführt. Weiters ist ein kompletter Validierungsprozess für 2017 geplant.

Die Entscheidung, ob ein Finanzinstrument Stufe 1 ("gleichbleibende Kreditwürdigkeit") oder Stufe 2 ("signifikante Verschlechterung der Kreditwürdigkeit") zugeordnet wird, basiert auf quantitativen Transferkriterien sowie auf qualitativen Faktoren. Als quantitative Kriterien werden sowohl relative Kriterien (Verhältnis relevanter "Lifetime"-PDs) als auch absolute Kriterien (Differenz zwischen relevanten "Lifetime"-PDs) berücksichtigt. Für Ratings der Kategorie "Investment Grade" wird das absolute Transferkriterium angewandt. Dies erlaubt mehr Flexibilität, da Übergänge von Stufe 1 in Stufe 2 auch für "Investment Grade"-Positionen grundsätzlich möglich sind. Sobald die relevanten Kriterien definierte Schwellenwerte übersteigen, wird das Finanzinstrument der Stufe 2 – Berücksichtigung von "Lifetime"- ECL-Daten anstatt 12-monatiger ECL Daten – zugeordnet.

Qualitative Faktoren inkludieren folgende binäre Tests: 1) Ist das Finanzinstrument 30 Tage im Verzug?, 2) Ist das Finanzinstrument auf der sogenannten Watchlist?, 3) Hat das Finanzinstrument ein sogenanntes Warnsignal? Sobald einer dieser qualitativen Tests ein positives Ergebnis liefert, wird das entsprechende Finanzinstrument der Stufe 2 zugeordnet.

Status des Umsetzungsprojektes

Das Umsetzungsprojekt der BAWAG P.S.K. befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium, wobei noch einzelne IFRS 9 relevante Parameter und Modelle zu finalisieren sind. Für das Projekt wurden signifikante interne und externe Ressourcen gebündelt, um eine zeitgerechte Umsetzung zu gewährleisten. Die Governance-Struktur ist durch die Einbindung des CFO und des CRO in das Steering Comittee gewährleistet und soll die zeitgerechte Umsetzung des Projektes sicherstellen. Auf Aufsichtsratsebene erfolgen IFRS 9 Statusupdates an den Risiko- und Kreditausschuss.

Im Juni 2017 wurde mit einer Parallel Calculation begonnen, die dazu dient, die Auswirkungen und die Prozessabläufe im Echtbetrieb zu testen und IFRS 9 in die Gesamtbanksteuerung zu integrieren.

Auf Basis des Portfolios per 30. Juni 2017 und des aktuellen Projektfortschrittes erwartet die BAWAG P.S.K. aus der Erstanwendung von IFRS 9 folgende Auswirkungen auf den Konzernabschluss: Wir gehen derzeit aufgrund der neuen IFRS 9 Klassifizierung und Bewertung als auch aufgrund der neuen Impairment-Bestimmungen von einem leicht negativen Effekt auf das IFRS Eigenkapital aus. In Bezug auf die Common Equity Tier 1 Quote erwarten wir eine negative Auswirkung von <40 Basispunkten.

Die angegebenen Effekte basieren auf der derzeitigen Einschätzung der BAWAG P.S.K. und können sich bei Erstanwendung von IFRS 9 aufgrund von Änderungen in der Portfoliozusammensetzung oder geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern.

IFRS 15 ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Jänner 2018 beginnen, und wird aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der BAWAG P.S.K. haben.

Der Standard IFRS 16 wird mit 1. Jänner 2019 wirksam, ersetzt den bisherigen Standard IAS 17 Leasing und die damit verbundenen Interpretationen und ist für den Konzernabschluss der BAWAG P.S.K. anwendbar. Die BAWAG P.S.K. beurteilt derzeit die potenziellen Auswirkungen von IFRS 16 auf den Konzernabschluss. Bisher wurde als wesentliche Auswirkung identifiziert, dass Vermögenswerte für Nutzungsrechte und Schulden für die operativen Leasing-verhältnisse zu Beginn des Leasingverhältnisses zu erfassen sein werden. Darüber hinaus wird der bisher linear erfasste Leasingaufwand durch eine Abschreibung des Nutzungsrechts und des Zinsaufwands der Leasingverbindlichkeit ersetzt.

Die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs der start:bausparkasse AG und der IMMO-BANK AG nach IFRS 3 beruht weiterhin auf vorläufigen Ergebnissen. Die BAWAG P.S.K. rechnet mit einer Finalisierung innerhalb des Bewertungszeitraums gemäß IFRS 3.45. Derzeit erwartet die BAWAG P.S.K. keine wesentlichen Effekte auf das Konzerneigenkapital.

Die zum 31. Dezember 2016 angewandten Bewertungsmethoden blieben unverändert.

Der Konzern umfasst zum 30. Juni 2017 insgesamt 35 (31. Dezember 2016: 34) vollkonsolidierte Unternehmen und 2 (31. Dezember 2016: 2) Unternehmen, die at-equity einbezogen werden, im In- und Ausland. Im zweiten Quartal 2017 wurde die BV Vermögensverwaltung GmbH wegen Wesentlichkeit in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Der Halbjahresfinanzbericht 2017 wurde weder einer vollständigen Prüfung noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Die nachstehend angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.

ANSPRÜCHE GEGENÜBER DER STADT LINZ

Aufgrund des Umstands, dass seit Ende 2016 keine berichtenswerten Veränderungen eingetreten sind, verweisen wir auf die diesbezüglichen Angaben im Anhang (Notes) des Konzern-Geschäftsberichts 2016.

WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Übernahme der Südwestbank AG

Am 14. Juli 2017 hat die BAWAG P.S.K. eine Vereinbarung zur Übernahme der Südwestbank AG, einer regionalen Privatbank mit über 7 Mrd. EUR Bilanzsumme und rund 100.000 Privat- und Unternehmenskunden mit Sitz in Stuttgart, unterzeichnet. Das Closing der Transaktion wird für 2017 erwartet und unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen und aufsichtsbehördlichen Bewilligungen.

Verkauf der media.at Gruppe

Am 18. Juli 2017 wurde der Verkauf der media.at GmbH (und ihrer Tochterunternehmen) mit dem Closing abgeschlossen. Die P.S.K. Beteiligungsverwaltung GmbH hat, zusammen mit allen anderen Anteilsinhabern, ihren 26,3% Anteil zur Gänze an einen Dritten verkauft.

Hinsichtlich wesentlicher Ereignisse nach dem Bilanzstichtag möchten wir auf Note 15 verweisen.

DETAILS ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1 | Nettozinsertrag

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Zinserträge*) 549,0 528,6
Zinsaufwendungen -160,3 -154,3
Dividendenerträge 6,8 2,0
Nettozinsertrag 395,5 376,3

*) 2016 angepasst.

2 | Provisionsüberschuss

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Provisionserträge 142,8 140,8
Zahlungsverkehr 86,2 84,1
Kreditgeschäft 15,2 15,2
Wertpapier- und Depotgeschäft 21,4 18,7
Sonstige 20,0 22,8
Provisionsaufwendungen -36,7 -37,8
Zahlungsverkehr -18,4 -19,1
Sonstige -18,3 -18,7
Provisionsüberschuss 106,1 103,0

3 | Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Realisierte Gewinne aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und Wertpapieren 17,8 22,9
Gewinne aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert -4,6 4,1
Gewinne aus der Bilanzierung von Fair-Value-Hedges 4,0 0,6
Sonstige*) 0,1 -5,0
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden 17,3 22,6

*) 2016 angepasst.

Anpassung der Darstellung der Amortisation von Day 1 profits

Die IFRS enthalten keine Regelungen hinsichtlich des Ausweises der Amortisierung von Day 1 profits. Mangels Vorgabe kann dieser somit entweder im Zinsertrag oder in den Gewinnen und Verlusten aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden ausgewiesen werden. Bis zum dritten Quartal 2016 erfolgte der Ausweis in den Gewinnen und Verlusten aus finanziellen Vermögenswerten und Schulden. Da Day 1 profits planmäßig amortisiert werden, ist die

BAWAG P.S.K. der Ansicht, dass diese planmäßige Amortisation ähnlich einem Zinsertrag ist. Daher wird die Amortisierung seit dem vierten Quartal 2016 zwecks einer transtransparenteren Darstellung im Zinsertrag ausgewiesen. Die Vergleichsbeträge der Vorperiode wurden dementsprechend geändert. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auswirkungen der Umgliederung auf die einzelnen Posten im ersten Halbjahr 2017 und im ersten Halbjahr 2016:

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Verminderung der sonstigen Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten
und Schulden
-3,9 -5,9
Erhöhung der Zinserträge +3,9 +5,9

4 | Operative Aufwendungen

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Personalaufwand -123,2 -111,0
Sonstiger Verwaltungsaufwand -66,1 -71,5
Planmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -16,4 -15,9
Restrukturierungs- und sonstige einmalige Aufwendungen -8,3 -12,6
Operative Aufwendungen -214,0 -211,0

Der Posten "Restrukturierungs- und sonstige einmalige Aufwendungen" beinhaltet im Wesentlichen Restrukturierungsaufwendungen.

5 | Rückstellungen und Wertberichtigungen

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Wertberichtigungen und Veränderungen von Rückstellungen für Kreditrisiken -21,4 -12,7
Rückstellungen und Aufwendungen für operationelles Risiko -4,9 -2,4
Abschreibungen von finanziellen Vermögenswerten 0,0 -0,8
Wertberichtigungen von nicht finanziellen Vermögenswerten -0,4 0,0
Rückstellungen und Wertberichtigungen -26,7 -15,9

DETAILS ZUR BILANZ

6 | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.969 3.129
Schuldverschreibungen anderer Emittenten 2.779 2.619
Schuldtitel öffentlicher Stellen 190 510
Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis und andere Eigenkapitalinstrumente 61 67
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 3.030 3.196

7 | Handelsaktiva

in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016
Derivate des Handelsbuchs 169 230
Derivate des Bankbuchs 341 422
Handelsaktiva 510 652

8 | Kredite und Forderungen

Jun 2017
in Mio. EUR
Nicht
wertberichtigte
Aktiva
Wertberichtigte
Aktiva (Buchwert
vor Abzug der Wert
berichtigungen)
Einzelwert
berichtigungen
Pauschale
Einzelwert
berichtigungen
Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der Wert
berichtigungen)
Forderungen an Kunden 27.489 621 -160 -65 27.885
davon IBNR
Portfoliowertberichtigung1)
-37 -37
Wertpapiere 1.325 1.325
Forderungen an
Kreditinstitute
2.235 2.235
Summe 31.049 621 -160 -65 31.445

1) Vorsorge für eingetretene und noch nicht erkannte Verluste.

Dez 2016
in Mio. EUR
Nicht
wertberichtigte
Aktiva
Wertberichtigte
Aktiva (Buchwert
vor Abzug der Wert
berichtigungen)
Einzelwert
berichtigungen
Pauschale
Einzelwert
berichtigungen
Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der Wert
berichtigungen)
Forderungen an Kunden 28.158 547 -129 -76 28.500
davon IBNR
Portfoliowertberichtigung1)
-54 -54
Wertpapiere 692 692
Forderungen an
Kreditinstitute
1.633 1.633
Summe 30.483 547 -129 -76 30.825

1) Vorsorge für eingetretene und noch nicht erkannte Verluste.

Der Anstieg in der Position "Forderungen an Kreditinstitute" ist auf die Aufnahme einer Tranche aus den GLRG II in der Höhe von 2,0 Mrd. EUR zurückzuführen, da der Überschuss temporär bei der OeNB angelegt wurde. Des Weiteren wurde die Position "Forderungen an Kunden" ebenfalls durch den GLRG II beeinflusst. Details sind den Erläuterungen zur Bilanz zu entnehmen.

Die folgende Aufstellung zeigt die Zusammensetzung der Kategorie Kredite und Forderungen nach den Segmenten des Konzerns:

Jun 2017
in Mio. EUR
Nicht
wertberichtigte
Aktiva
Wertberichtigte
Aktiva (Buchwert
vor Abzug der
Wert
berichtigungen)
Einzelwert
berichtigungen
Pauschale
Einzelwert
berichtigungen
Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der Wert
berichtigungen)
BAWAG P.S.K. Retail 11.446 183 -99 -25 11.505
easygroup 4.063 38 -16 -3 4.082
DACH Corporates & Public
Sector
7.739 34 -23 7.750
International Business 4.888 50 -17 4.921
Treasury Services & Markets 2.726 2.726
Corporate Center 187 316 -5 -37 461
Summe 31.049 621 -160 -65 31.445
Dez 2016
in Mio. EUR
Nicht
wertberichtigte
Aktiva
Wertberichtigte
Aktiva (Buchwert
vor Abzug der
Wert
berichtigungen)
Einzelwert
berichtigungen
Pauschale
Einzelwert
berichtigungen
Gesamtnetto
(Buchwert nach
Abzug der Wert
berichtigungen)
BAWAG P.S.K. Retail 11.499 160 -84 -19 11.556
easygroup 4.426 32 -20 -3 4.435
DACH Corporates & Public
Sector
7.568 34 -21 0 7.581
International Business 5.392 5.392
Treasury Services & Markets 1.496 1.496
Corporate Center 103 321 -5 -54 365
Summe 30.483 547 -129 -76 30.825

In der folgenden Tabelle wird die Verteilung der zum Stichtag bestehenden Forderungen an Kunden nach Kreditarten dargestellt:

Forderungen an Kunden – Gliederung nach Kreditarten

in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016
Kredite 24.200 25.300
Girobereich 1.279 1.331
Finanzierungsleasing 1.178 1.202
Barvorlagen 1.228 667
Forderungen an Kunden 27.885 28.500

9 | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016
Begebene Schuldverschreibungen und andere verbriefte Verbindlichkeiten 737 1.006
Nachrang- und Ergänzungskapital 110 109
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten 847 1.115

10 | Handelspassiva

in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016
Derivate des Handelsbuchs 78 143
Derivate des Bankbuchs 327 474
Handelspassiva 405 617

11 | Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten

in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.337 2.064
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 25.359 25.998
Spareinlagen – fix verzinst 1.124 1.928
Spareinlagen – variabel verzinst 6.809 6.372
Anlagekonten 5.721 6.074
Giroeinlagen – Retailkunden 7.911 7.341
Giroeinlagen – Firmenkunden 2.773 2.505
Sonstige Einlagen1) 1.021 1.778
Begebene Schuldverschreibungen, Nachrang- und Ergänzungskapital 5.120 4.900
Begebene Schuldverschreibungen und andere verbriefte Verbindlichkeiten 4.657 4.436
Nachrang- und Ergänzungskapital 463 464
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 33.816 32.962

1) Primär Termineinlagen.

Zum 30. Juni 2017 ist in der Position "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" eine Tranche aus den GLRG II in der Höhe von 2,0 Mrd. EUR enthalten. Details sind den Erläuterungen zur Bilanz zu entnehmen.

12 | Rückstellungen

in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016
Sozialkapitalrückstellungen 353 386
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 7 8
Andere Rückstellungen inklusive Rechtsrisiken 23 10
hievon für Rückzahlung von Negativzinsen in Tochterunternehmen 1 1
Rückstellungen 383 404

Die Position "Andere Rückstellungen inklusive Rechtsrisiken" beinhaltet eine Rückstellung für mögliche Aufwendungen aus Prüfungen durch die Aufsichtsbehörde.

Rückstellungen für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen sowie für Jubiläumsgelder werden gemäß IAS 19 nach der Projected Unit Credit Method (dem Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt. Die Änderung des verwendeten Rechenzinssatzes von 1,75% auf 1,80% führte zu einem Nettoertrag in Höhe von 2,3 Mio. EUR im Sonstigen Ergebnis und 0,1 Mio. EUR im Periodengewinn. Die Position "Andere Rückstellungen inklusive Rechtsrisiken" enthält zum 30. Juni 2017 und zum 31. Dezember 2016 Rückstellungen für erwartete Rückzahlungen von Negativzinsen in Tochterunternehmen infolge höchstgerichtlicher Judikatur zum Umgang mit negativen Referenzzinssätzen in Österreich in Höhe von 1 Mio. EUR.

13 | Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen

Im Folgenden werden die Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen dargestellt:

Jun 2017
in Mio. EUR
Mutterunternehmen Unternehmen, unter
deren ge
meinschaftlicher
Führung oder
maßgeblichem
Einfluss das
Unternehmen steht
Verbundene, nicht
konsolidierte
Unternehmen
At-equity bewertete
Beteiligungen
Sonstige
Beteiligungen
Forderungen an Kunden 119 631 48 91
Wertpapiere und
Beteiligungen
93 21
Sonstige Aktiva (inkl.
Derivaten)
5 0 5
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
0 11 118 4
Sonstige Passiva (inkl.
Derivaten)
1
Gegebene Garantien 1
Zinserträge 0,5 14,9 0,5 0,1 1,0
Zinsaufwendungen 4,8 0,0 0,7 0,0
Provisionsüberschuss 0,0 0,0 7,8 0,2

Zum 30. Juni 2017 besteht eine Kreditforderung der BAWAG P.S.K. AG gegenüber der BAWAG Holding GmbH (künftig: BAWAG Group AG) in Höhe von 117,5 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis 30. Juni 2018. Die Verzinsung erfolgt zu fremdüblichen Marktkonditionen.

Dez 2016
in Mio. EUR
Mutterunternehmen Unternehmen, unter
deren ge
meinschaftlicher
Führung oder
maßgeblichem
Einfluss das
Unternehmen steht
Verbundene, nicht
konsolidierte
Unternehmen
At-equity bewertete
Beteiligungen
Sonstige
Beteiligungen
Forderungen an Kunden 6 808 48 0 139
Wertpapiere und
Beteiligungen
43 20
Sonstige Aktiva (inkl.
Derivaten)
29 0 6
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
0 11 113 10
Sonstige Passiva (inkl.
Derivaten)
0 1
Gegebene Garantien 1
Zinserträge 0,1 31,6 1,7 0,3 2,6
Zinsaufwendungen 0,0 0,8 0,0 1,5 0,0
Provisionsüberschuss 0,0 0,0 18,0 0,6
Jun 2016
in Mio. EUR
Mutterunternehmen Unternehmen, unter
deren ge
meinschaftlicher
Führung oder
maßgeblichem
Einfluss das
Unternehmen steht
Verbundene, nicht
konsolidierte
Unternehmen
At-equity bewertete
Beteiligungen
Sonstige
Beteiligungen
Forderungen an Kunden 1 766 51 0 147
Wertpapiere und
Beteiligungen
20
Sonstige Aktiva (inkl.
Derivaten)
28 1 6
Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden
0 14 96 10
Sonstige Passiva (inkl.
Derivaten)
0 2
Gegebene Garantien 1
Zinserträge 16,9 0,9 0,1 1,3
Zinsaufwendungen 0,0 0,0 0,8 0,0
Provisionsüberschuss 0,0 10,8 0,3

Angaben zu natürlichen Personen

Nachstehend werden die Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und deren Familienangehörigen dargestellt, wobei es sich bei den Konditionen um branchenund konzernübliche Mitarbeiterkonditionen bzw. fremdübliche Marktkonditionen handelt.

Key-Management des
Unternehmens oder
von dessen
Mutterunternehmen
Sonstige nahe
stehende Personen
Key-Management des
Unternehmens oder
von dessen
Mutterunternehmen
Sonstige nahe
stehende Personen
in Mio. EUR Jun 2017 Jun 2017 Dez 2016 Dez 2016
Giroeinlagen 10 2 10 3
Spareinlagen 1 3 0 3
Ausleihungen 0 4 1 3

14 | Segmentberichterstattung

Grundlage für die Segmentierung ist die am 30. Juni 2017 gültige Konzernstruktur.

In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Resultate der in die BAWAG Holding Gruppe (künftig: BAWAG Gruppe) eingebundenen operativen Geschäftssegmente wider. Als Grundlage für die nachfolgenden Segmentinformationen dient IFRS 8 "Operating Segments", der dem "Management-Ansatz" folgt. Die Segmentinformationen werden auf Basis des internen Berichtswesens bestimmt, das dem Vorstand dazu dient, die Leistung der Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen.

Die Aufspaltung des Zinsüberschusses und dessen Allokation auf die Segmente in der Managementberichterstattung beruhen auf den Grundsätzen der Marktzinsmethode unter zusätzlicher Berücksichtigung verrechneter Liquiditätskosten und -prämien. Dieser Methodik folgend wird unterstellt, dass Aktiv- und Passivpositionen über entsprechend fristenkongruente Geschäfte am Geld- und Kapitalmarkt refinanziert und demgemäß zinsrisikolos gestellt werden. Die aktive Steuerung des Zinsrisikos erfolgt im Aktiv-/ Passiv-Management und wird erfolgsmäßig im Corporate Center dargestellt. Die restlichen Erlöskomponenten und die direkt zurechenbaren Kosten werden verursachungsgerecht den jeweiligen Unternehmensbereichen zugerechnet. Die Overheadkosten und planmäßige Abschreibungen werden einem Verteilungsschlüssel entsprechend auf die einzelnen Segmente verteilt.

Die BAWAG Holding Gruppe wird im Rahmen der folgenden sechs Geschäfts- und Berichtssegmente gesteuert:

  • BAWAG P.S.K. Retail – hierunter fallen Spar-, Zahlungsverkehrs-, Karten- und Finanzierungsprodukte, Anlage- und Versicherungsprodukte für unsere inländischen Privatkunden, KMU-Finanzierungen einschließlich unserer Aktivitäten im Bereich des sozialen Wohnbaus, Bausparens sowie des Immobilienleasings. Eigenemissionen mit Retailaktiva besichert bzw. Wohnbaubankemissionen sind dem Segment zugeordnet.
  • easygroup umfasst unsere Direktbanktochter easybank mit einer vollständigen Online-Produktpalette, z.B.

Sparen, Zahlungsverkehr, Karten- und Kreditgeschäft für Privatkunden und KMUs. Weiters fallen unser KFZund Mobilien-Leasinggeschäft sowie das Kreditgeschäft mit internationalen Privatkunden darunter.

  • DACH Corporates & Public Sector – dazu gehören die Unternehmensfinanzierung und sonstige Provisionsdienstleistungen mit Kommerzkunden und der öffentlichen Hand vorwiegend in Österreich. Da wir unsere Kunden auch grenzüberschreitend unterstützen, sind in diesem Segment auch ausgewählte Kundenbeziehungen in Nachbarländern enthalten. Eigenemissionen, die mit Kommerzkrediten oder Krediten der öffentlichen Hand besichert sind, bzw. direkte Refinanzierungen sind ebenso zugeordnet.
  • International Business beinhaltet unser Kreditgeschäft mit internationalen Kommerzkunden sowie das internationale Immobilienfinanzierungsgeschäft außerhalb der DACH-Region und wird von unserer Filiale in London betreut.
  • Treasury Services & Markets – umfasst unsere Aktivitäten in Zusammenhang mit der Bereitstellung von Handels- und Investitionsdienstleistungen und Aktiv-Passiv-Transaktionen (inklusive besicherter und unbesicherter Refinanzierung) und die Anlageergebnisse unseres Wertpapierportfolios.
  • Corporate Center – alle sonst nicht zugehörigen Posten in Zusammenhang mit Konzern-Supportfunktionen für die gesamte Bank, Bilanzpositionen wie z.B. Marktwerte der Derivate, Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte sowie bestimmte Aktivitäten und Ergebnisse von Tochterunternehmen und Beteiligungen. Regulatorische Aufwendungen (mit Ausnahme der Beiträge zur Einlagensicherung) und Unternehmenssteuern sind dem Corporate Center zugeordnet.

Unsere Segmente sind auf unsere Geschäftsstrategie ausgerichtet und orientieren sich am Ziel, die Ergebnisse unserer Geschäftseinheiten und der gesamten Bank transparent auszuweisen. Dazu gehört auch die Minimierung finanzieller Auswirkungen und Aktivitäten im Corporate Center.

Darstellung der Segmente:

Jan–Jun 2017
in Mio. EUR
BAWAG
P.S.K.
Retail
easygroup DACH
Corporates
& Public
Sector
Inter
national
Business
Treasury
Services &
Markets
Corporate
Center
BAWAG
Holding
Gruppe
Anpassung
Konsolidie
rungskreis
BAWAG
P.S.K.
Gruppe1)
Nettozinsertrag 197,5 78,3 31,9 65,4 24,9 -2,6 395,4 0,1 395,5
Provisions
überschuss
82,3 5,4 19,8 0,0 0,0 -1,4 106,1 0,0 106,1
Operative
Kernerträge
279,8 83,7 51,7 65,4 24,9 -4,0 501,5 0,1 501,6
Gewinne und
Verluste aus
Finanzinstru
menten
0,8 0,0 1,7 -0,5 9,8 5,5 17,3 0,0 17,3
Sonstige
betriebliche
Erträge und
Aufwendungen
1,1 -0,5 0,0 0,0 0,0 1,8 2,4 -16,9 -14,5
Operative
Erträge
281,7 83,2 53,4 64,9 34,7 3,3 521,2 -16,8 504,4
Operative
Aufwendungen
-134,4 -15,8 -20,9 -15,0 -8,0 -23,5 -217,6 4,6 -213,0
Regulatorische
Aufwendungen
-14,3 -2,4 -11,4 -28,1 0,0 -28,1
Risikokosten -16,5 5,7 5,5 -15,5 0,0 -5,9 -26,7 0,0 -26,7
Ergebnis von
at-equity
bewerteten
Beteiligungen
1,8 1,8 0,0 1,8
Periodengewinn
vor Steuern
116,5 70,7 38,0 34,4 26,7 -35,7 250,6 -12,2 238,4
Steuern vom
Einkommen
-47,1 -47,1 0,0 -47,1
Periodengewinn
nach Steuern
116,5 70,7 38,0 34,4 26,7 -82,8 203,5 -12,2 191,3
Nicht
beherrschende
Anteile
0,0 0,0 0,0 0,0
Nettogewinn 116,5 70,7 38,0 34,4 26,7 -82,8 203,5 -12,2 191,3
Geschäfts
volumina
Aktiva 11.632 4.102 7.958 5.130 7.799 3.095 39.716 -281 39.435
Verbindlich
keiten
20.856 4.257 6.811 1 2.404 5.387 39.716 -281 39.435
Risikogewichtete
Aktiva
4.471 3.399 2.649 4.099 2.100 1.320 18.038 -180 17.858

1) Die Bankengruppe wird vom Management ausschließlich auf Ebene der BAWAG Holding Gruppe gesteuert.

DACH

BAWAG
P.S.K.
easygroup Corporates Inter
national
Treasury
Services &
Corporate BAWAG
Holding
Anpassung
Konsolidie
BAWAG
P.S.K.
Jan–Jun 2016
in Mio. EUR
Retail & Public
Sector
Business Markets Center Gruppe rungskreis Gruppe1)
Nettozinsertrag 169,4 60,2 40,3 67,8 28,2 10,4 376,3 0,0 376,3
Provisions
überschuss
74,6 4,6 20,1 0,0 0,0 3,7 103,0 0,0 103,0
Operative
Kernerträge
244,0 64,8 60,4 67,8 28,2 14,1 479,3 0,0 479,3
Gewinne und
Verluste aus
Finanzinstru
menten
0,8 0,0 -0,1 -1,7 0,7 22,9 22,6 0,0 22,6
Sonstige
betriebliche
Erträge und
Aufwendungen
1,0 0,1 0,0 0,0 0,0 2,1 3,2 0,0 3,2
Operative
Erträge
245,8 64,9 60,3 66,1 28,9 39,1 505,1 0,0 505,1
Operative
Aufwendungen
-136,0 -15,7 -25,7 -13,3 -8,0 -16,5 -215,2 5,2 -210,0
Regulatorische
Aufwendungen
-12,4 -2,5 -19,1 -34,0 0,0 -34,0
Risikokosten -17,3 -2,1 1,4 3,0 0,0 -0,8 -15,8 -0,1 -15,9
Ergebnis von
at-equity
bewerteten
Beteiligungen
4,3 4,3 0,0 4,3
Periodengewinn
vor Steuern
80,1 44,6 36,0 55,8 20,9 7,0 244,4 5,3 249,6
Steuern vom
Einkommen
39,3 39,3 -96,5 -57,2
Periodengewinn
nach Steuern
80,1 44,6 36,0 55,8 20,9 46,3 283,7 -91,3 192,4
Nicht
beherrschende
Anteile
-0,2 -0,2 0,0 -0,2
Nettogewinn 80,1 44,6 36,0 55,8 20,9 46,1 283,5 -91,3 192,2
Geschäfts
volumina
Aktiva 9.256 3.247 7.437 5.040 6.302 3.447 34.729 -287 34.442
Verbindlich
keiten
18.158 3.673 3.959 1 2.860 6.078 34.729 -287 34.442
Risikogewichtete
Aktiva2)
3.785 2.594 2.893 3.890 1.842 1.404 16.408 -70 16.338

1) Die Bankengruppe wird vom Management ausschließlich auf Ebene der BAWAG Holding Gruppe gesteuert.

2) Risikogewichtete Aktiva für das Segment easygroup und gesamte risikogewichtete Aktiva angepasst gemäß IAS 8. Siehe Note 15 im verkürzten

Halbjahreskonzernabschluss.

Da die interne Berichterstattung und Steuerung auf Ebene der BAWAG Holding Gruppe erfolgt, ergibt die Summe der Gewinne oder Verluste der berichtspflichtigen Segmente

nicht den Gewinn oder Verlust der BAWAG P.S.K. Gruppe. Aus diesem Grund wird in der Segmenttabelle eine separate Spalte mit einer Überleitungsrechnung dargestellt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen und die operativen Aufwendungen können wie folgt auf die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung übergeleitet werden:

in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen gemäß Segmentbericht -14,5 3,2
Regulatorische Aufwendungen -27,1 -33,1
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen gemäß konsolidierter Gewinn
und Verlustrechnung
-41,6 -29,9
in Mio. EUR Jan–Jun
2017
Jan–Jun
2016
Operative Aufwendungen gemäß Segmentbericht -213,0 -210,0
Regulatorische Aufwendungen -1,0 -0,9
Operative Aufwendungen gemäß konsolidierter Gewinn- und Verlustrechnung -214,0 -211,0

15 | Kapitalmanagement

Die regulatorischen Meldungen erfolgen auf Ebene der BAWAG Holding- und der Promontoria Sacher Holding N.V. Gruppe (künftig: Promontoria Sacher Holding B.V. Gruppe) als EWR-Mutterfinanzholdinggesellschaft der Kreditinstitutsgruppe. Die Ergebnisse aus der Vor-Ort-Prüfung der Europäischen Zentralbank wurden in den Vergleichsangaben des vorliegenden Abschlusses berücksichtigt. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Eigenmittel der Promontoria Sacher Holding N.V. Gruppe inklusive Übergangsregelungen und deren Eigenmittelerfordernis zum 30. Juni 2017 und zum 31. Dezember 2016 gemäß CRR mit IFRS-Werten und auf Basis des CRR-Konsolidierungskreises.

Promontoria
in Mio. EUR Jun 20173) Dez 2016
Stammkapital und Rücklagen (inklusive Fonds für allgemeine Bankrisiken) 3.122 3.121
Noch nicht ausbezahlte Dividende für 20151) -25 -25
Abzug immaterielle Vermögenswerte -260 -190
Sonstiges Ergebnis -35 -30
Fehlbetrag IRB-Risikovorsorge2) -40 -19
Prudent valuation, aus der Zeitwertbilanzierung resultierende nicht realisierte
Gewinne, Gewinne aus zum Zeitwert bilanzierten Verbindlichkeiten, die aus
Veränderungen der eigenen Bonität resultieren, Cashflow-Hedge-Rücklage
-34 -47
Von der künftigen Rentabilität abhängige latente Steueransprüche, ausgenommen
diejenigen, die aus temporären Differenzen resultieren
-120 -100
Abzugsposten, die das zusätzliche Kernkapital überschreiten -70 -133
Hartes Kernkapital 2.538 2.577
Fehlbetrag IRB-Risikovorsorge2) -5 -6
Abzug immaterielle Vermögenswerte -65 -127
Abzugsposten, die das zusätzliche Kernkapital überschreiten 70 133
Zusätzliches Kernkapital
Tier I 2.538 2.577
Ergänzungs- und Nachrangkapital 478 484
Überschuss IRB-Risikovorsorge 24
Abzug wesentliche Beteiligungen, Fehlbetrag IRB-Risikovorsorge2) -26 -26
Ergänzungskapital – Tier II 452 482
Anrechenbare Eigenmittel (Total Capital) 2.990 3.059

1) Dividenden für 2015: Im dritten Quartal 2016 wurde von der BAWAG Holding eine Dividende in Höhe von 309 Mio. EUR an den alleinigen Eigentümer der BAWAG Holding GmbH, die Promontoria Sacher Holding N.V. (künftig: Promontoria Sacher Holding B.V.), gezahlt. Die Promontoria zahlte eine Dividende in Höhe von 265 Mio. EUR an ihre Eigentümer. Weitere 25 Mio. EUR wurden noch nicht ausbezahlt, aber im harten Kernkapital als geplante Dividende abgezogen.

2) Juni 2017: Gemäß CRR-Wertberichtigungen per 31. Dezember 2016 unter Berücksichtigung von Abgängen bis 30. Juni 2017.

3) Die Kapitalzahlen per 30. Juni 2017 weichen von jenen per 31. Dezember 2016 u.a. aufgrund von unterschiedlichen CRR-Übergangsregelungen für 2017 und 2016 für die Anrechenbarkeit von Kapitalien bzw. für diverse Abzugsposten ab.

Eigenmittelerfordernis (risikogewichtete Aktiva) mit Übergangsbestimmungen

Promontoria
in Mio. EUR Jun 2017 Dez 20161)
Kreditrisiko 16.324 17.327
Marktrisiko 45 59
Operationelles Risiko 1.580 1.633
Eigenmittelanforderung (risikogewichtete Aktiva) 17.950 19.019

1) angepasst

Zusätzliche Informationen ohne Übergangsbestimmungen nach CRR (jeweils inklusive Zwischengewinn)

Promontoria BAWAG P.S.K.1)
Jun 2017 Dez 20162) Jun 2017 Dez 20162)
Common Equity Tier I Quote, bezogen auf das
Gesamtrisiko
15,0% 13,3% 15,4% 13,5%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko 17,7% 15,9% 18,1% 16,1%

1) Nur zu Informationszwecken. Keine regulatorische Relevanz.

2) angepasst

Kennzahlen gemäß CRR inklusive Übergangsbestimmungen

Promontoria BAWAG P.S.K.1)
Jun 2017 Dez 20162) Jun 2017 Dez 20162)
Common Equity Tier I Quote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (exkl. Zwischengewinn)
14,1% n.a. 14,4% n.a.
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(exkl. Zwischengewinn)
16,7% n.a. 16,9% n.a.
Common Equity Tier I Quote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (inkl. Zwischengewinn)
15,2% 13,6% 15,6% 13,7%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(inkl. Zwischengewinn)
17,9% 16,1% 18,2% 16,3%

1) Nur zu Informationszwecken. Keine regulatorische Relevanz. 2) angepasst

Anpassung der Vorjahresvergleichswerte gemäß IAS 8

Die Europäische Zentralbank führte eine Vor-Ort-Prüfung mit Fokus auf das Kreditrisiko in Bezug auf das International-Business-Portfolio der BAWAG P.S.K. durch. Als Ergebnis dieser Vor-Ort-Prüfung wurde die inkorrekte Anwendung bestimmter Anforderungen der CRR, insbesondere im Zusammenhang mit der Anwendung begünstigter regulatorischer Risikogewichte für internationale hypothekarisch

besicherte Wohnbaukredite, festgestellt. Infolgedessen mussten die betreffenden Kunden vom International-Business-Portfolio in die korrekte Risikoklasse gegliedert werden, was zu einer Erhöhung der risikogewichteten Aktiva im Konzern geführt hat. Die folgende Tabelle stellt die Anpassungen der betroffenen Angaben dar:

Angaben zum Kapital der Promontoria Sacher Holding N.V. Gruppe:

Dez 2016 Jun 2016
angepasst veröffentlicht angepasst veröffentlicht
Kreditrisiko-RWAs mit Übergangsbestimmungen 17.326 15.423 14.734 13.989
Kapitalerfordernis (risikogewichtete Aktiva) mit
Übergangsbestimmungen
19.019 17.115 16.447 15.702
Harte Kernkapitalquote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (inkl. Zwischengewinn) ohne
Übergangsbestimmungen
13,3% 14,8% 13,6% 14,3%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(inkl. Zwischengewinn) ohne Übergangsbestimmungen
15,9% 17,6% 16,5% 17,3%
Harte Kernkapitalquote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (ohne Zwischengewinn) mit
Übergangsbestimmungen
n/a n/a 12,4% 13,0%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(ohne Zwischengewinn) mit Übergangsbestimmungen
n/a n/a 15,1% 15,8%
Harte Kernkapitalquote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (inkl. Zwischengewinn) mit
Übergangsbestimmungen
13,6% 15,1% 14,1% 14,8%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(inkl. Zwischengewinn) mit Übergangsbestimmungen
16,1% 17,9% 16,9% 17,7%

Angaben zum Kapital der BAWAG P.S.K. Gruppe:

Dez 2016 Jun 2016
angepasst veröffentlicht angepasst veröffentlicht
Harte Kernkapitalquote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (inkl. Zwischengewinn) ohne
Übergangsbestimmungen
13,5% 15,0% 14,3% 15,0%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(inkl. Zwischengewinn) ohne
Übergangsbestimmungen
16,1% 17,8% 17,2% 18,0%
Harte Kernkapitalquote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (ohne Zwischengewinn) mit
Übergangsbestimmungen
n/a n/a 13,6% 14,2%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(ohne Zwischengewinn) mit Übergangsbestimmungen
n/a n/a 16,3% 17,0%
Harte Kernkapitalquote, bezogen auf das
Gesamtrisiko (inkl. Zwischengewinn) mit
Übergangsbestimmungen
13,7% 15,2% 14,7% 15,4%
Gesamtkapitalquote, bezogen auf das Gesamtrisiko
(inkl. Zwischengewinn) mit Übergangsbestimmungen
16,3% 18,1% 17,5% 18,4%

Angaben zu den Segmenten:

Dez 2016 Jun 2016
angepasst veröffentlicht angepasst veröffentlicht
Risikogewichtete Aktiva easygroup 4.249 2.346 2.594 1.849
Total risk-weighted assets BAWAG P.S.K. Group 18.978 17.075 16.338 15.593

16 | Fair Value

Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der Buchwerte und Fair Values (beizulegende Zeitwerte) der einzelnen Bilanzposten:

Buchwert Fair Value Buchwert Fair Value
in Mio. EUR Jun 2017 Jun 2017 Dez 2016 Dez 2016
Aktiva
Barreserve 887 887 1.020 1.020
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
191 191 202 202
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet 2.970 2.970 3.129 3.129
Zu Anschaffungskosten bewertet 60 n.a. 67 n.a.
Bis zur Endfälligkeit gehaltene
Finanzinvestitionen
2.319 2.392 2.353 2.448
Handelsaktiva 510 510 652 652
Kredite und Forderungen 31.445 31.709 30.825 31.302
Sicherungsderivate 590 590 677 677
Sachanlagen 49 n.a. 53 n.a.
Vermietete Grundstücke und Gebäude 4 5 3 5
Immaterielle Vermögenswerte 153 n.a. 141 n.a.
Sonstige Vermögenswerte 257 n.a. 334 n.a.
Summe Aktiva 39.435 39.456
Passiva
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
847 847 1.115 1.115
Handelspassiva 405 405 617 617
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten
Anschaffungskosten
33.816 34.024 32.962 33.261
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Vermögensübertragungen
300 300
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken
abgesicherte Portfolien
135 135 223 223
Sicherungsderivate 140 140 260 260
Rückstellungen 383 n.a. 404 n.a.
Sonstige Verbindlichkeiten 660 n.a. 727 n.a.
Eigenkapital 3.048 n.a. 2.846 n.a.
Nicht beherrschende Anteile 1 n.a. 2 n.a.
Summe Passiva 39.435 39.456

Der beizulegende Zeitwert von Investment Properties wurde von externen, unabhängigen Immobiliengutachtern bestimmt, die über eine einschlägige berufliche Qualifikation und aktuelle Erfahrung mit der Lage und der Art der zu bewertenden Immobilien verfügen. Bei den sonstigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten stellt der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar. Auf eine Angabe zum beizulegenden Zeitwert wurde daher verzichtet.

In den als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifizierten Finanzinstrumenten sind in Höhe von 60 Mio. EUR Anteile an Personen- und Kapitalgesellschaften enthalten. Für diese Finanzinstrumente können keine Angaben zum beizulegenden Zeitwert gemacht werden, da er nicht verlässlich bestimmt werden kann. Für diese Finanzinstrumente besteht kein aktiver Markt und zukünftige Cashflows können nicht zuverlässig ermittelt werden. Es ist nicht geplant, wesentliche Anteile von den zum 30. Juni 2017 ausgewiesenen Investitionen in Eigenkapitalinstrumente in naher Zukunft zu veräußern oder auszubuchen.

Wertpapiere der Kategorien Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unrealisierte Gewinne in Höhe von 105 Mio. EUR sind daher nicht im Buchwert enthalten. Die unrealisierten Verluste der eigenen Emissionen aus der Kategorie Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten betragen 189 Mio. EUR.

Fair-Value-Hierarchie

Die folgende Tabelle zeigt eine Analyse der zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente auf Basis der im IFRS 13 definierten Fair-Value-Hierarchie. Die Aufgliederung umfasst die folgenden Gruppen:

  • Level 1: Finanzinstrumente werden unter Verwendung eines öffentlich zugänglichen Kurses ohne jegliche Kursmodifikation bewertet. Hierunter fallen Staatsanleihen und Anleihen mit einem öffentlich zugänglichen Kurs sowie börsengehandelte Derivate.
  • Level 2: Die Bewertung basiert auf Inputfaktoren (Ausfallsquoten, Kosten, Liquidität, Volatilität, Zinssätze etc.), die aus beobachtbaren Marktpreisen (Level 1) abgeleitet

sind. Das betrifft Kurse, die mittels eines internen Modells bzw. anhand von Bewertungsverfahren errechnet werden, sowie externe Quotierungen von Wertpapieren, die auf Märkten mit eingeschränkter Liquidität handeln, die nachweislich auf beobachtbaren Marktpreisen beruhen. Diese Kategorie beinhaltet die Mehrzahl der OTC-Derivatkontrakte, Unternehmensanleihen und Anleihen, bei denen kein öffentlich zugänglicher Kurs vorliegt, sowie einen Großteil der emittierten, zum Fair Value klassifizierten Schuldtitel des Konzerns.

  • Level 3: Im Rahmen der Bewertung werden nicht extern beobachtbare Inputfaktoren verwendet, die einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe des Marktwerts haben. Dies betrifft vorwiegend illiquide strukturierte Ver-briefungen, deren Wert von nicht beobachtbaren Annahmen (Verfahrensausgänge, Investorenentschei-dungen, Trigger-Brüche) abhängt, bestimmte Eigen-kapitalinstrumente sowie Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank und der IMMO-BANK. Kredite und For-derungen und finanzielle Verbindlichkeiten zu fortge-führten Anschaffungskosten werden mittels Discounted-Cashflow-Methode mit einer um den Credit Spread an-gepassten Swapkurve bewertet.
  • Sonstige: Hier werden die Anteile an nicht konsolidierten Beteiligungen der Kategorie "Available for Sale" ausgewiesen.

Für die Bestimmung des Credit Value Adjustment (CVA) für Bonitätsrisiken von OTC-Derivaten werden Nettingeffekte auf Kundenebene innerhalb von Geschäften selben Typs und selber Währung berücksichtigt.

Jun 2017
in Mio. EUR
Level 1 Level 2 Level 3 Sonstige1) Summe
Aktiva
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
2 188 1 191
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
2.878 91 1 60 3.030
Handelsaktiva 0 510 510
Sicherungsderivate 590 590
Summe Fair-Value-Aktiva 2.880 1.379 2 60 4.321
Passiva
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
437 410 847
Handelspassiva 405 405
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken
abgesicherte Portfolien
135 135
Sicherungsderivate 140 140
Summe Fair-Value-Passiva 1.117 410 1.527

1) Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden kann und die in Einklang mit IAS 39.AG80-81 zu Anschaffungskosten bewertet werden.

Dez 2016
in Mio. EUR
Level 1 Level 2 Level 3 Sonstige1) Summe
Aktiva
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
2 199 1 202
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
2.949 179 1 67 3.196
Handelsaktiva 652 652
Sicherungsderivate 677 677
Summe Fair-Value-Aktiva 2.951 1.707 2 67 4.727
Passiva
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
638 477 1.115
Handelspassiva 617 617
Bewertungsanpassungen für gegen Zinsrisiken
abgesicherte Portfolien
223 223
Sicherungsderivate 260 260
Summe Fair-Value-Passiva 1.738 477 2.215

1) Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden kann und die in Einklang mit IAS 39.AG80-81 zu Anschaffungskosten bewertet werden.

Die BAWAG P.S.K. erfasst Transfers zwischen den einzelnen Levels mit Ende der Berichtsperiode, in der die Transfers stattgefunden haben.

Bewegungen zwischen Level 1 und Level 2

Im ersten Halbjahr 2017 wurde aufgrund von nachträglich entstandenen illiquiden Kursen ein als zur Veräußerung verfügbar klassifiziertes Wertpapier (2016: sieben) von Level 1 in Level 2 umgegliedert. Vier als zur Veräußerung verfügbar klassifizierte Wertpapiere (2016: fünf) wurden aufgrund eines liquideren Marktes von Level 2 auf Level 1 umgegliedert.

Bewegungen nach und aus Level 3

Die dem Level 3 zugeordneten, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente haben sich wie folgt entwickelt:

in Mio. EUR Erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle
Vermögenswerte
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
Finanzielle
Verbindlichkeiten
Stand 01.01.2017 1 1 477
Bewertungsgewinne (Verluste) im
Konzernüberschuss
von Vermögenswerten, die zum Ende der
Periode gehalten werden
-7
von Vermögenswerten, die zum Ende der
Periode nicht mehr gehalten werden
Bewertungsgewinne/-verluste im Sonstigen
Ergebnis
von Vermögenswerten, die zum Ende der
Periode gehalten werden
von Vermögenswerten, die zum Ende der
Periode nicht mehr gehalten werden
Käufe
Tilgungen -60
Verkäufe
Währungsumrechnung
Übertragungen zu/aus anderen Levels
Stand 30.06.2017 1 1 410
2
4
468
-12
1
-1 -4 -40
61
1 477
1

Die Bewertungen (inklusive der Parametrisierungen der beobachtbaren Parameter) erfolgen durch einen vom Markt unabhängigen Marktfolgebereich innerhalb des Risikoressorts auf monatlicher Basis. Aufgetretene Änderungen werden, soweit möglich, mit am Markt beobachtbaren Referenzen verglichen und plausibilisiert.

Die 2016 unter Level 3 ausgewiesenen finanziellen Verbindlichkeiten sind im ersten Halbjahr 2017 im Wesentlichen aufgrund von Tilgungen um 67 Mio. EUR zurückgegangen.

Quantitative und qualitative Informationen zur Bewertung von Level-3-Finanzinstrumenten

Der wesentliche, nicht direkt beobachtbare Inputfaktor bei den Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank und der IMMO-BANK ist der Spread-Aufschlag auf die Swapkurve, der zur Bestimmung der Risk-Adjusted Discount Curve herangezogen wird. Der Fair Value ermittelt sich in weiterer Folge durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows mit der Risk-Adjusted Discount Curve. Der Brutto-Spread-Aufschlag für Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank beträgt aktuell für alle Laufzeiten 100 Basispunkte (Mid) (31. Dezember 2016: 100 Basispunkte). Für Emissionen der IMMO-BANK hängen die Spreads vom Rang und der Fälligkeit ab.

Grundsätzlich ist der angeführte Inputparameter von der generellen Marktentwicklung der Credit Spreads innerhalb des Bankensektors bzw. im Detail von der Bonitätsentwicklung der Wohnbaubanken abhängig, wobei eine Ausweitung der Spreads eine positive Auswirkung hat.

Sensitivitätsanalyse der nicht beobachtbaren Parameter

Wenn der Wert eines Finanzinstruments von nicht beobachtbaren Parametern abhängt, können diese Parameter aus einer Bandbreite von alternativen Parametrisierungen gewählt werden. Verbindlichkeiten in Level 3, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betreffen Emissionen der BAWAG P.S.K. Wohnbaubank; zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte in Level 3 hatte die BAWAG P.S.K. zum 30. Juni 2017 in Höhe von 2 Mio. EUR im Bestand. Wenn man den Kreditrisikoaufschlag bei der Bewertung der Eigenen Emissionen um 20 Basispunkte erhöht, hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2017 um 1,6 Mio. EUR (31. Dezember 2016: 2,0 Mio. EUR) verbessert. Bei einer Verringerung des beizulegenden Zeitwerts der finanziellen Vermögenswerte um 30% hätte sich das kumulierte Bewertungsergebnis zum 30. Juni 2017 um -0,6 Mio. EUR (31. Dezember 2016: -0,6 Mio. EUR) verschlechtert.

RISIKOBERICHT

Die Funktionen des operativen und strategischen Risikomanagements und die relevanten Gremien der BAWAG P.S.K. sind verantwortlich für die Identifikation, Quantifizierung, Limitierung, Überwachung und Steuerung jener Risiken, denen die Bank ausgesetzt ist. Hierbei besteht auf allen organisatorischen Ebenen eine strikte Trennung in Markt und Marktfolge.

Die Risikostrategie und der Risikoappetit werden vom Gesamtvorstand jährlich festgelegt. Alle Grundsätze des Risikomanagements, die definierten Limite für alle materiellen Risiken sowie die etablierten Verfahren für deren Überwachung sind in Risikohandbüchern und Arbeitsrichtlinien festgehalten. Der Gesamtvorstand wird laufend und proaktiv über die Gesamtrisikosituation informiert. Das monatliche Risikoreporting basiert auf klar definierten Risikokennzahlen. Es umfasst alle für die Säulen I und II relevanten Themen sowie operationelle und zusätzlich relevante, spezifische Risikothemen. Vierteljährlich werden die Risikoberichte an die Kontroll- und Leitungsgremien des Aufsichtsrats übermittelt.

Die risikopolitischen Vorgaben werden regelmäßig im Hinblick auf geänderte regulatorische Anforderungen, geänderte Marktbedingungen wie auch Veränderungen im Angebot von Produkten und Dienstleistungen überprüft.

Die Umsetzung der risikopolitischen Vorgaben erfolgt durch folgende Bereiche:

  • Strategisches Risiko
  • Markt- & Liquiditätsrisikocontrolling
  • Enterprise Risk Management
  • Kreditrisikomanagement
  • European Retail Risk Management
  • Non-Financial Risk Management und Regulatory Compliance

Die folgenden Risiken inklusive deren Subrisiken werden in der BAWAG P.S.K. als wesentlich eingestuft:

  • Kreditrisiko
  • Marktrisiko
  • Liquiditätsrisiko
  • Operationelles Risiko

Darüber hinaus werden auf jährlicher Basis im Rahmen eines Risk Self Assessment (RSA) die Risikosituation der Bank sowie das Risikomanagement der einzelnen Risikokategorien quantitativ und qualitativ bewertet, d.h. dass alle in Zusammenhang mit der Umsetzung der Geschäftsstrategie stehenden Risiken im Rahmen des RSAs hinsichtlich ihres Ausmaßes und Einflusses auf die Bank sowie der Abdeckung durch bestehende Risikomanagementverfahren evaluiert werden. Die Quantifizierung dieser Risiken fließt in die ökonomische Risikotragfähigkeitsrechnung ein.

Die wesentlichen Risiken der BAWAG P.S.K. werden im Folgenden beschrieben.

17 | Internes Kapitaladäquanzverfahren (ICAAP) und Stress Testing

Die ökonomische Risikotragfähigkeit der Bank, welche die quantifizierten Risiken der verfügbaren Deckungsmasse gegenüberstellt, wird monatlich beurteilt. Die Risikoquantifizierung erfolgt auf Basis eines Konfidenzniveaus von 99,9%, welches die Wahrscheinlichkeit angibt, mit der potenzielle Verluste das Ausmaß der Risikoquantifizierung nicht überschreiten werden. Für alle definierten Limitkategorien und Steuerungsportfolios werden im Rahmen der Risikostrategie Limite festgelegt, deren Einhaltung monatlich gemäß den etablierten Monitoringprozessen überwacht wird. Bei Erreichen definierter "Warnschwellen" bzw. der Überschreitung von Limiten werden unverzüglich Eskalationsprozesse angestoßen.

In Zusammenhang mit der Beurteilung der Risikotragfähigkeit werden zunächst alle materiellen Risikoarten quantifiziert, zum Gesamtbankrisiko aggregiert und in einem

weiteren Schritt der Deckungsmasse der Bank gegenübergestellt. Dabei werden folgende Risikoarten berücksichtigt:

  • Kreditrisiko: Die Quantifizierung erfolgt durch Anwendung des IRB-Ansatzes für alle Portfolio-Segmente. Zusätzliche Kapitalpositionen werden für Kreditrisikokonzentrationen in Zusammenhang mit Krediten an große Kunden bzw. an Gruppen verbundener Kunden, für das fremdwährungsinduzierte Kreditrisiko sowie das Risiko aus regulatorisch nicht unterlegungspflichtigen Kreditlinien vorgehalten.
  • Marktrisiko: Als relevante Marktrisiken der Bank wurden das Zinsrisiko im Bankbuch sowie das Credit-Spread-Risiko identifiziert. Die Zinsänderungsrisiken werden mit Value-at-Risk-Modellen gemessen. Für Credit-Spread-Risiken kommt ein szenariobasierter Ansatz zur Anwen-

dung. Die Aggregation des Zinsrisikos im Bankbuch und des Credit-Spread-Risikos erfolgt unter Berücksichtigung von konservativen Korrelationsannahmen.

  • Liquiditätsrisiko: Strukturelle Liquiditätsrisiken werden auf der Grundlage aktueller Liquiditätslücken über Anwendung angenommener potenzieller Spreadverschlechterungen in Zusammenhang mit einer fiktiven Spreadausweitung am Markt quantifiziert. Dispositive Liquiditätsrisiken werden genauso wie das Markt- und Liquiditätsrisiko im Bereich Markt- & Liquiditätsrisikocontrolling quantifiziert und operativ in der Abteilung Liquidity & Funding Management gesteuert.
  • Operationelles Risiko: Das operationelle Risiko wird über ein Value-at-Risk-Modell quantifiziert.
  • Sonstige Risiken: Dazu zählen das Beteiligungsrisiko, makroökonomische Risiko, strategische Risiko, Reputationsrisiko, Eigenkapitalrisiko und das Compliance-Risiko (inkludiert das Risiko aus Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung). Während für die Quantifizierung des Beteiligungsrisikos ein PD/LGD-Ansatz, basierend auf IFRS-Buchwerten, zur Anwendung gelangt, wird für das makroökonomische Risiko Kapital in Höhe eines auf Expertenbasis quantifizierten Wertes gehalten. Für alle anderen sonstigen Risiken wird das erforderliche ökonomische Kapital mittels vereinfachter Bewertungsmodelle quantifiziert.

18 | Kreditrisiko

Als Kreditrisiko wird die Gefahr verstanden, dass ein Vertragspartner einer Finanztransaktion seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Im Bereich Kreditrisikomanagement besteht eine funktionale Spezialisierung für die Kundensegmente Kommerz- & Institutionelle Kunden sowie Privat- & Geschäftskunden. Die Berechnung und Aggregation der einzelnen Risikoindikatoren für das laufende monatliche Reporting erfolgt in einem einheitlichen Prozess in der Verantwortung des Bereichs Strategisches Risiko.

Im Kundensegment Privat- & Geschäftskunden sowie in der easygroup erfolgt die Bonitätseinschätzung über automatisierte Scoringverfahren. Diese bestehen aus einem Antragsscoring, das auf statistischen Modellen beruht, sowie einem Verhaltensscoring, dem die Kontogestion des Kunden zuDie ökonomische Risikotragfähigkeitsrechnung wird dem Vorstand der Bank im Enterprise Risk Meeting (ERM) auf monatlicher Basis zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Der ICAAP-Stresstest ist vollständig im gruppenweiten strategischen Risikomanagement, Kapitalmanagement und in die Planungsprozesse der BAWAG P.S.K. integriert.

Die Abhängigkeiten zwischen den internen Stresstests und der Kapitalsteuerung sind formal im Rahmen der internen Risiko- und Kapital-Governance definiert.

Die im Rahmen der Eigenkapitalplanung festgelegten und vom Capital Management Meeting überwachten Kapitalquoten dienen als Vergleichsgröße für die Stresstests. Der Kapitalnotfallplan wird in extremen Stressszenarien zur Ableitung von Maßnahmen herangezogen. Im Rahmen der internen Stresstests bewertet das Senior Management, ob die Kapitalquoten unter Stress über den Recovery Levels bleiben. Ein Verstoß gegen die Einhaltung der Recovery Levels muss entweder fundiert begründet werden oder es sind Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalausstattung zu treffen, um die Kapitalquoten auch in einem Stressszenario über den Recovery Levels zu halten.

Darüber hinaus werden die Ergebnisse des ICAAP-Stresstests direkt an das ERM berichtet. Das ERM ist für die Bewertung der Ergebnisse zuständig, um, falls notwendig, Korrekturmaßnahmen bezüglich des Risikoappetits oder der Geschäftsstrategie zu definieren.

grunde liegt. Zusätzlich werden externe Informationen (wie z.B. Wirtschaftsauskunftei) berücksichtigt. Auf dieser Basis wird eine monatlich aktualisierte Bonitätseinschätzung der Kunden erstellt.

Neben der Bonitätsbeurteilung werden auch der erwartete Verlust bei Ausfall (LGD) sowie die erwartete Ausnutzung des Off-Balance-Exposures zum Ausfallszeitpunkt (Credit Conversion Factor, CCF) für Privat- und Geschäftskunden geschätzt. Die Schätzung, welche auf historischen Daten des beobachteten Kundenverhaltens basiert, wird anhand qualifizierter statistischer Methoden und Modelle berechnet.

Vor Übernahme neuer Risiken bzw. der Ausweitung bestehender Positionen erfolgt eine Bonitätsanalyse der Kreditnehmer auf Basis eines dem Kundensegment entsprechenden internen Ratingverfahrens. Dabei stützen sich die Ratingverfahren grundsätzlich auf ein breites Spektrum quantitativer und qualitativer Faktoren. Die auf diese Weise ermittelte Risikoeinstufung wird auf einer einheitlichen Masterskala abgebildet und jedem Kunden als individuell geschätzte Ausfallswahrscheinlichkeit zugeordnet.

Um Risikokonzentrationen auf Kunden- und Kundengruppenebene aufzuzeigen, werden Limite für die Forderungshöhen definiert, überwacht und regelmäßig an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.

Entwicklung der Geschäftssegmente im ersten Halbjahr 2017

Die Geschäfts- und Risikostrategie der Gruppe konzentriert sich auf den Erhalt eines niedrigen Risikoprofils mit Fokus auf stabile Wirtschaftsregionen, starke Kapitalausstattung, niedrigem Verschuldungsgrad sowie ein nachhaltiges Wachstum, welches auf risikoadäquaten Renditen beruht.

Im ersten Halbjahr 2017 konnte im Segment Retail der BAWAG P.S.K. ein weiteres Wachstum im Bereich der Kernprodukte erzielt werden. Ein wichtiger Schwerpunkt wurde dabei auf die Verbesserung von Vergaberichtlinien durch automatisierte und ständig weiterentwickelte Modelle und Prozesse gesetzt. Die Hypothekarkredite der Bank verfügen über einen durchschnittlichen LTV von 74% für Neukreditvergaben und 65% für das gesamte Portfolio.

Das Segment easygroup beinhaltet die Direktbanktochter easybank, unser KFZ- und Mobilien-Leasinggeschäft sowie unsere Portfolios westeuropäischer Wohnbaukredite. Diese Portfolios beinhalten ein britisches und französisches Portfolio (Saldo per 30. Juni 2017: 1,4 Mrd. GBP bzw. 1,2 Mrd. EUR).

Die Risikopolitik der easygroup ist ebenso wie die der BA-WAG P.S.K. weiterhin durch einen konservativen bzw. niedrigen Risikoappetit mit Schwerpunkt auf risikoadjustierte

Erträge gekennzeichnet. Das Leasinggeschäft ist auf KFZ-Leasing sowie verwandte Bereiche fokussiert und dem Segment easygroup zugeordnet. Die Risikopolitik der Leasinggesellschaften orientiert sich eng an den Vorgaben der BAWAG P.S.K. Die Risikosysteme, angepasst an spezielle Gegebenheiten des Leasinggeschäfts, sind Teil der Risikoarchitektur der Bank.

Die Segmente DACH Corporates & Public Sector sowie International Business sind durch proaktives Risikomanagement, disziplinierte Kreditvergabe in entwickelten Märkten und die Beibehaltung eines disziplinierten, risikoadjustierten Pricings charakterisiert. Dementsprechend werden Positionen mit nachteiligem Risikoprofil (sogenannte "Watch Loans") im Rahmen des Frühwarnprozesses aktiv bearbeitet und reduziert. Dies gilt u.a. auch für den Ölsektor, welcher aufgrund des niedrigen Ölpreises bereits seit 2015 unter verstärkter Beobachtung steht und zum überwiegenden Teil auf der Watch List geführt wird. In der Konsequenz wurde der Gesamtbestand des Öl-Exposures in Höhe von 324 Mio. EUR zum 31.12.2015 um 26% auf 239 Mio. EUR zum 30.06.2017 gesenkt, was gegenwärtig weniger als 2% des gesamten Corporate Portfolios entspricht.

Das Geschäftssegment Treasury Services & Markets umfasst Zins- und Währungsrisikopositionen, Kapitalmarktgeschäft und das Anleiheportfolio der Bank. Der Fokus der Veranlagungsstrategie liegt weiterhin auf besicherten und unbesicherten Anleihen von Banken in Westeuropa und den Vereinigten Staaten mit Investment-Grade-Rating und auf ausgewählten Staatsanleihen. Ergänzend investiert die Bank auch selektiv in strukturierte Kreditprodukte (CLOs) der Bonitäten AAA und AA, welche einen hohen Grad an Diversifikation in Bezug auf Länder und Industrien aufweisen.

Im Corporate Center sind in erster Linie positive Marktwerte aus Derivaten und Nicht-Kernbeteiligungen enthalten.

Kreditportfolio und Wertpapiere je Geschäftssegment

Jun 2017
in Mio. EUR
BAWAG
P.S.K. Retail easygroup
DACH
Corporates &
Public
Sector
International
Business
Treasury
Services &
Markets
Corporate
Center
Gesamt
portfolio
Buchwert 11.504 4.083 7.576 4.780 1.848 463 30.254
Wertpapiere 3 0 360 333 5.951 19 6.666
Außerbilanzielle Geschäfte 1.199 644 725 281 265 877 3.991
Summe 12.707 4.727 8.661 5.394 8.064 1.359 40.911
davon besichert1) 6.039 3.602 2.416 2.018 105 0 14.181
davon NPL (inkl. EWB,
Bruttosicht)
266 138 80 50 0 255 789

1) Regulatorisch anrechenbare Sicherheiten beinhalten private und gewerbliche Immobilien, Garantien, Lebensversicherungen etc.

Dez 2016
in Mio. EUR
BAWAG
P.S.K. Retail easygroup
DACH
Corporates &
Public
Sector
International
Business
Treasury
Services &
Markets
Corporate
Center
Gesamt
portfolio
Buchwert 11.558 4.436 7.344 5.242 1.326 373 30.279
Wertpapiere 0 0 446 392 5.366 23 6.227
Außerbilanzielle Geschäfte 1.108 498 1.123 303 314 714 4.060
Summe 12.666 4.934 8.913 5.937 7.006 1.110 40.566
davon besichert1) 6.016 3.897 2.403 2.167 193 1 14.677
davon NPL (inkl. EWB,
Bruttosicht)
214 92 50 0 0 255 611

1) Regulatorisch anrechenbare Sicherheiten beinhalten private und gewerbliche Immobilien, Garantien, Lebensversicherungen etc.

Die unten stehende Tabelle zeigt die Überleitung der Buchwerte aus Krediten und Forderungen zum Risikobericht und zum Segmentbericht.

Note 8 Segmentbericht
Jun 2017
in Mio. EUR
Kredite und
Forderungen
(K&F)
Kredite und
Wertpapiere
(nicht Teil der
K&F)1)
Summe Kredite
und Wertpapiere
Sonstige Aktiva Summe Aktiva
BAWAG P.S.K. Retail 11.504 3 11.508 124 11.632
easygroup 4.083 0 4.083 19 4.102
DACH Corporates & Public
Sector
7.750 185 7.935 23 7.958
International Business 4.921 192 5.114 17 5.130
Treasury Services & Markets 2.726 5.073 7.799 0 7.799
Corporate Center 460 22 482 2.613 3.095
Summe 31.445 5.476 36.920 2.795 39.716
Anpassung
Konsolidierungskreis
0 0 0 -285 -285
BAWAG P.S.K. Gruppe 31.445 5.476 36.920 2.511 39.431

1) Ohne Aktien und andere nicht festverzinste Wertpapiere (Juni 2017: 4,2 Mio. EUR, Dez 2016: 4,4 Mio. EUR).

BAWAG P.S.K. Gruppe 30.825 5.680 36.505 2.950 39.456
Anpassung
Konsolidierungskreis
5 0 5 -292 -287
Summe 30.821 5.680 36.501 3.242 39.743
Corporate Center 359 32 392 3.098 3.489
Treasury Services & Markets 1.496 5.195 6.691 0 6.691
International Business 5.392 242 5.634 0 5.634
DACH Corporates & Public
Sector
7.580 210 7.790 22 7.812
easygroup 4.436 0 4.436 22 4.458
BAWAG P.S.K. Retail 11.558 0 11.558 101 11.659
Dez 2016
in Mio. EUR
Kredite und
Forderungen
(K&F)
Kredite und
Wertpapiere
(nicht Teil der
K&F)1)
Summe Kredite
und Wertpapiere
Sonstige Aktiva Summe Aktiva
Note 8 Risikosicht

1) Ohne Aktien und andere nicht festverzinste Wertpapiere (Juni 2017: 4,2 Mio. EUR, Dez 2016: 4,4 Mio. EUR).

Geografische Verteilung des Kredit- und Wertpapierportfolios

Gemäß der Strategie, sich auf stabile Regionen und Währungen zu konzentrieren, verteilen sich 98% (31.12.2016: 98%) des Kreditportfolios1) und 84% (31.12.2016: 84%) des Anleiheportfolios2) auf Westeuropa und Nordamerika.

1) Dies beinhaltet u.a. Österreich mit 70% (Dez 2016: 67%), Großbritannien mit 10% (Dez 2016: 10%), die Vereinigten Staaten mit 6% (Dez 2016: 8%), Frankreich mit 5% (Dez. 2016: 6%) und Deutschland mit 3% (Dez 2016: 3%).

2) Dies beinhaltet u.a. Großbritannien mit 14% (Dez 2016: 14%), die Vereinigten Staaten mit 12% (Dez 2016: 13%), Frankreich mit 8% (Dez 2016: 8%), Österreich mit 7% (Dez 2016: 11%) und Deutschland mit 2% (Dez 2016: 3%).

Geografische Verteilung der Wertpapiere

Kreditportfolio und Wertpapiere nach Währungen

Buchwert Relativer Wert
in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016 Jun 2017 Dez 2016
EUR 30.022 28.703 81,3% 78,6%
GBP 2.735 2.970 7,4% 8,1%
USD 2.236 2.705 6,1% 7,4%
CHF 1.709 1.863 4,6% 5,1%
Sonstige 218 265 0,6% 0,7%
Summe 36.920 36.505 100,0% 100,0%

Wertberichtigte Kredite

Für Kredite, bei denen anzunehmen ist, dass die bestehenden Ansprüche nicht vollständig rückgeführt werden können, werden Vorsorgen für Wertminderungsverluste gebildet. Die Hauptkomponenten im Rahmen der Wertberichtigung werden im Folgenden dargestellt. Die als NPL ausgewiesenen Volumina umfassen alle Forderungen gegenüber als ausgefallen klassifizierten Kunden bzw. gegenüber solchen Kunden, für die spezifische Risikovorsorgen1) gebildet wurden.

Manuelle Einzelwertberichtigungen

Für ausfallgefährdete Forderungen, die auch gestundete Forderungen beinhalten können, ist immer ein sogenannter Impairment-Test zur Bestimmung eines möglichen Wertberichtigungsbedarfs durchzuführen. Über eine Ausbuchung wird nach eingehender Analyse auf individueller Basis entschieden und Wertberichtigungen werden manuell gebildet.

Automatische Einzelwertberichtigungen

Wertberichtigungen werden automatisch im Kernbankensystem auf Basis definierter Standards für überfällige Forderungen gebildet. Dies tritt bei fortdauernden Girokonto-Limitüberziehungen, Zahlungsverzug bei Kreditraten sowie bei Klagseröffnung ein.

Portfoliowertberichtigung

Für zum Bilanzstichtag bereits eingetretene, aber noch nicht erkannte Verluste wird eine Wertberichtigung auf Portfoliobasis ermittelt (IBNR, "incurred but not reported" losses). Die Portfoliowertberichtigung wird für bilanzielle und außerbilanzielle Forderungen des Konzernkreditportfolios inklusive Wertpapieren gebildet, ausgenommen Fair-Value-bewertete Positionen. Zum 30. Juni 2017 betrug die Portfoliowertberichtigung 42,1 Mio. EUR (per 31. Dezember 2016: 59,0 Mio. EUR).

Ausgefallene Forderungen (NPLs)

Als ausgefallene Forderungen (non-performing loans – NPLs) sind in Übereinstimmung mit Artikel 178 CRR sämtliche ausgefallene Kundenexposures definiert (interne Risikoklasse 8).

Gestundete Forderungen und "Forbearance"-Maßnahmen

Stundungsmaßnahmen kommen zur Anwendung, wenn Kunden aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht in der Lage sind, den vereinbarten Vertragsbedingungen nachzukommen. Die Bank verfügt hierbei über klar festgelegte und transparente Prozesse, in deren Rahmen Vertragsanpassungen vorgenommen werden. In Abhängigkeit vom Kundensegment umfasst der Maßnahmenkatalog die Aufteilung von Kreditgeschäften in Zinszahlung und Kapitalrückführung sowie die Eröffnung von Refinanzierungsfazilitäten. Als zeitlich streng begrenzte Maßnahmen sind die Reduzierung, Verschiebung bzw. Aussetzung monatlicher Rückzahlungsraten sowie Vertragsumstellungen auf ausschließliche Zinszahlung vorgesehen. In Ausnahmefällen werden zeitlich begrenzte oder permanente Reduzierungen des Zinssatzes gewährt.

Stundungs- und Refinanzierungsmaßnahmen dienen zur effektiven Risikoreduzierung bei ausfallgefährdeten Krediten. Jedoch werden diese Maßnahmen keinesfalls dafür benutzt, einen Ausfall zu verschieben oder das Ausmaß des Kreditrisikos aus gestundeten Forderungen zu verschleiern. Eine adäquate und rechtzeitige Wertberichtigung ist bei Bedarf durch stringente Prozesse sichergestellt.

Durch zeitlich und im Umfang begrenzte Zugeständnisse in Form von Vertragsanpassungen oder die Gewährung von Refinanzierungsmöglichkeiten unterstützt die Bank Kunden in Zahlungsschwierigkeiten. Sofern diese unterstützenden Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, werden Forderungen an Kunden in Übereinstimmung mit aufsichts- und bilanzrechtlichen Standards als notleidend klassifiziert. Für Kunden bzw. für eine Gruppe verbundener Kunden, für die ein Verlust identifiziert wird, werden entsprechend den bankinternen Prozessen Wertberichtigungen gebucht.

Für Reportingzwecke sowie für die bankinterne Risikosteuerung verfügt die Bank über Prozesse und Methoden in Anwendung regulatorischer Standards2) zur Identifikation von Exposures, für die Stundungs- bzw. Refinanzierungsmaßnahmen gewährt wurden.

2) Commission Implementing Regulation (EU) 2015/227, Annex V, Art. 145–183.

Risikokonzentrationen nach Branchen (aggregiert die Segmente DACH Corporates & Public Sector sowie International Business)

Buchwert Relativer Wert
in Mio. EUR Jun 2017 Dez 2016 Jun 2017 Dez 2016
Nationalstaaten 2.953 2.839 22,6% 21,1%
Immobilien 2.490 1.969 19,1% 14,7%
Öffentlicher Sektor 1.818 1.876 13,9% 14,0%
Portfoliofinanzierungen 1.240 1.443 9,5% 10,8%
Services 781 801 6,0% 6,0%
B-2-C-Produkte 448 578 3,4% 4,3%
Pharmazie & Gesundheitsvorsorge 380 486 2,9% 3,6%
Casinos & Freizeiteinrichtungen 343 386 2,6% 2,9%
Automobilindustrie 291 362 2,2% 2,7%
Investmentfonds 272 210 2,1% 1,6%
Einzelhandel – Lebensmittel 259 303 2,0% 2,3%
Transport 217 278 1,7% 2,1%
Hotels 201 220 1,5% 1,6%
Rohstoffe 192 223 1,5% 1,7%
Engineering und B-2-B 176 268 1,4% 2,0%
Holz & Papier 174 226 1,3% 1,7%
Sozialer Wohnbau 132 146 1,0% 1,1%
Telekommunikation 114 188 0,9% 1,4%
Chemische Industrie 103 107 0,8% 0,8%
Bauwirtschaft & Materialien 88 91 0,7% 0,7%
Getränke, Lebensmittel & Tabakwaren 73 76 0,6% 0,6%
Leasing 67 58 0,5% 0,4%
Finanzunternehmen 64 135 0,5% 1,0%
Medien 49 57 0,4% 0,4%
Versorgung 47 49 0,4% 0,4%
NGO 46 49 0,4% 0,4%
Versicherungen 29 0 0,2% 0,0%
Bergbau & Metall 0 1 0,0% 0,0%
Summe 13.049 13.424 100,0% 100,0%

19 | Marktrisiko

Das Marktrisiko ist definiert als Risiko eines Verlustes infolge offener Risikopositionen am Markt und einer ungünstigen Entwicklung der Marktrisikofaktoren (Zinssätze, Wechselkurse, Aktienkurse, Volatilitäten, Credit Spreads). Ein Marktrisiko kann in Zusammenhang mit Trading- und Nicht-Trading-Aktivitäten auftreten. Die Hauptkomponenten des Marktrisikos der BAWAG P.S.K. sind das Zinsrisiko und das Credit-Spread-Risiko.

Beide Risikoarten werden auf Basis eines Sensitivitäts- und eines Value-at-Risk-Ansatzes (VaR) sowie über Szenarienrechnungen gemessen und überwacht und sind in das

ICAAP-Framework der Bank integriert. Die bilanzielle Behandlung der Positionen wird zusätzlich in den Reportingkonzepten berücksichtigt.

Im Handelsbuch werden nur anlassbezogen risikomindernde Maßnahmen durchgeführt. Die Quantifizierung, Limitierung und Überwachung im Rahmen des ICAAP erfolgt mittels VaR auf Basis des parametrischen Ansatzes. Im ersten Halbjahr 2017 betrug der VaR des Handelsbuches durchschnittlich -0,56 Mio. EUR (Jan–Jun 2016: durchschnittlich -0,55 Mio. EUR) und der VaR zum 30. Juni 2017 -0,38 Mio. EUR (30. Dezember 2016: -0,74 Mio. EUR) auf Basis eines

Konfidenzintervalls von 99% und einer Haltefrist von einem Tag. Für die regulatorische Eigenmittelunterlegung wird der

Standardansatz herangezogen.

20 | Liquiditätsrisiko

Neben dem Risiko, den Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt ihrer Fälligkeit nicht nachkommen zu können, (dispositives Liquiditätsrisiko) umfasst das Liquiditätsrisiko auch das Risiko erhöhter Refinanzierungskosten, welche die Ertragssituation der Bank beeinflussen können (strukturelles Liquiditätsrisiko). Ebenfalls unter das Liquiditätsrisiko fällt die Gefahr, infolge unzureichender Markttiefe oder infolge von Marktstörungen Geschäfte nicht oder nur unter Verlusten auflösen bzw. glattstellen zu können (Marktliquiditätsrisiko). Die Risikomessung erfolgt durch den Bereich Markt- & Liquiditätsrisikocontrolling.

Das Liquiditätsmanagement, welches das untertägige und kurzfristige operative Liquiditätsmanagement, die Liquiditätsplanung und -prognose, das strukturelle Liquiditätsmanagement sowie das Management des Liquiditätspuffers umfasst, wird durch die Abteilung Liquidity & Funding durchgeführt, welche Teil des Bereichs Treasury & Markets ist. Das kurzfristige operative Liquiditätsmanagement wird auf Grundlage einer rollierenden, täglich aktualisierten 30- Tage-Vorschau durchgeführt. Dies erlaubt eine genaue Verfolgung und das Management der kurzfristigen Liquiditätsposition. Alle Maßnahmen werden eng mit Markt- und Liquiditätsrisikocontrolling abgestimmt. Die Abteilung Funding & Liquidity verantwortet die Planung und Steuerung der mittel- und langfristigen Fundingpositionen. Wesentliche Entscheidungen zum Thema Liquiditätsrisiko werden im

Strategischen Asset Liability Committee gefällt, in welchem sämtliche Vorstandsmitglieder vertreten sind.

Das Funding & Liquidity Management stellt sicher, dass die Bank über ein ausreichend diversifiziertes Portfolio an hochwertigen liquiden Aktiva verfügt und, dass der in Stresstests ermittelte Liquiditätspuffer für den zukünftigen Refinanzierungsbedarf der Bank und die Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen ausreichend ist. Die zentrale Steuerung des mittel- und langfristigen Liquiditätsrisikos erfolgt über die rollierende 15-Monats-Liquiditätsvorschaurechnung und die Free-Available-Cash-Equivalent-Kennzahl (FACE), welche regulatorische Liquiditätserfordernisse und Limite berücksichtigt.

Das erste Halbjahr 2017 war von einer soliden Liquiditätsausstattung durch stabile Kernrefinanzierungsquellen und einer ausgewogenen Finanzierungsstruktur geprägt, wobei die Retailkunden weiterhin den Großteil der Refinanzierung zur Verfügung stellen. Zusätzlich hat die Bank ein weiteres Mal ihre Kapitalmarktfähigkeit unterstrichen, indem sie eine internationale fundierte Bankschuldverschreibung in Höhe von 500 Mio. EUR erfolgreich platzierte – die erste österreichische fundierte Bankschuldverschreibung auf einen öffentlichen Deckungsstock aus Österreich seit 2014. Weiters hat die BAWAG P.S.K. an der finalen GLRG-Ziehung der EZB in der Höhe von 2 Mrd. EUR teilgenommen.

21 | Operationelles Risiko

Die Bank verwendet zur Berechnung der regulatorischen Eigenmittelanforderungen für operationelle Risiken auf Konzernebene weiterhin den Standardansatz. Die tatsächlich realisierten Verluste des operationellen Risikos sind jedoch signifikant niedriger als die gemäß Standardansatz berechneten regulatorischen Eigenmittel. Die RWAs des operationellen Risikos werden auf Basis der jeweiligen Erträge den Segmenten zugeordnet.

Für die Zwecke der internen ökonomischen Kapitalsteuerung (ICAAP) wird mittels eines statistischen Modells, basierend auf den Verlusten und Risikopotentialen anhand der

durchgeführten RCSAs aus operationellen Risiken, der VaR berechnet.

Die Verluste aus operationellen Risiken werden in einer zentral verwalteten, webbasierten Datenbank innerhalb eindeutig definierter Regeln und Prozesse gesammelt.

Key-Risk-Indikatoren (KRI) wurden als zusätzliches Steuerungsinstrument implementiert, um negative Entwicklungen bzw. Änderungen des Risikoprofils in Unternehmensprozessen bzw. Unternehmensbereichen identifizieren und zeitgerecht prognostizieren zu können. Jeder KRI wird mittels eines Ampelsystems bewertet (Rot/Gelb/Grün). Für KRIs mit Status Rot ist die Umsetzung geeigneter Maßnahmen verpflichtend.

Ein weiteres Instrument für das Management operationeller Risiken, neben einem empfängerorientierten Berichtswesen, stellt das Risk Control Self Assessment (RCSA) dar. Innerhalb eines einheitlichen Rahmens identifizieren und bewerten alle Bereiche und Tochterunternehmen jährlich ihre wesentlichen operationellen Risiken und die Wirksamkeit der Kontrollen. Dies beinhaltet die Bewertung individueller Kontrollen sowie

die Schätzung der Wahrscheinlichkeit und des Ausmaßes von Verlusten aus den einzelnen Risiken. Übersteigt das Risikopotenzial ein definiertes Ausmaß, ist die Umsetzung geeigneter Maßnahmen verpflichtend vorgesehen.

Eine klare Organisationsstruktur und Kompetenzregelungen bilden die Basis zur Verringerung von Risiken. Zudem tragen ein konsistentes Regelwerk und ein risikoadäquates internes Kontrollsystem, einschließlich automatisierter Kontrollen, zum Ziel einer kontrollierten Risikosituation der Bank bei.

ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER

"Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte verkürzte Konzern-Halbjahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, und dass der Konzern-Halbjahreslagebericht ein möglichst getreues Bild der

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bezüglich der wichtigen Ereignisse während der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres und ihrer Auswirkungen auf den verkürzten Konzern-Halbjahresabschluss und bezüglich der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten in den restlichen sechs Monaten des Geschäftsjahres vermittelt."

Wien, am 27. September 2017

Anas Abuzaakouk CEO und Vorsitzender des Vorstands

Enver Sirucic Mitglied des Vorstands

Stefan Barth Mitglied des Vorstands

David O'Leary Mitglied des Vorstands

Andrew Wise Mitglied des Vorstands

Sat Shah Mitglied des Vorstands

DEFINITIONEN

Key Performance Indicator Definition / Berechnung Erläuterung
Common Equity Tier 1
(CET1) Kapital
Basierend auf regulatorischen
Werten nach IFRS CRR
(BAWAG P.S.K. Gruppe) inkl.
Zwischengewinn und unter
Berücksichtigung der
unterjährigen Veränderung der
Kreditrisikovorsorgen, exkl. in
den Übergangsphasen
anrechenbarer Kapital
bestandteile (fully loaded)
Die Definition und Berechnung des Common Equity Tier 1
Kapitals erfolgt gemäß CRR.Es weist die höchste
Kapitalqualität auf und umfasst daher nur jene
Kapitalinstrumente, die der Bank uneingeschränkt und
unmittelbar zur sofortigen Deckung von Risiken oder
Verlusten zur Verfügung stehen. Je höher das CET1 Kapital
der Bank, desto höher ist die Belastbarkeit der Bank gegen
Risiken und Verluste.
Common Equity Tier 1
(CET1) Quote
Common Equity Tier 1 (CET1)
Kapital / risikogewichtete
Aktiva
Die CET1 Quote ist eine der wichtigsten regulatorischen
Kennzahlen und zeigt die Kapitalstärke einer Bank, als
Maßstab, finanziellem Stress standzuhalten. Die Kennzahl wird
vom Management laufend überwacht, um die Einhaltung der
aufsichtsrechtlichen Mindesterfordernisse zu gewährleisten.
Vor dem Eingehen von neuen Geschäftsmöglichkeiten wird
deren Auswirkung auf die CET1 Quote bemessen.
Cost/Income Ratio Operative Aufwendungen /
operative Erträge
Die Cost/Income Ratio zeigt die operativen Aufwendungen im
Verhältnis zu den operativen Erträgen und vermittelt ein klares
Bild über die operative Effizienz der Bank. Die BAWAG P.S.K.
verwendet diese Kennzahl als Effizienzmaßstab zur Steuerung
der Bank und zur einfachen Vergleichbarkeit der Effizienz mit
anderen Finanzinstituten.
Gesamtkapital Basierend auf regulatorischen
Werten nach IFRS CRR
(BAWAG P.S.K. Gruppe) inkl.
Zwischengewinn und unter
Berücksichtigung der
unterjährigen Veränderung der
Kreditrisikovorsorgen, exkl. in
den Übergangsphasen
anrechenbarer Kapital
bestandteile (fully loaded)
Das Gesamtkapital und die Gesamtkapitalquote sind
regulatorische Kennzahlen, welche auf dem CET1 Kapital,
erweitert um weitere Instrumente (z.B. Additional Tier 1 und
Tier 2), die nicht unter die enge Definition von Common
Equity Tier 1 fallen, basieren. Die Gesamtkapitalquote wird
vom Management laufend überwacht, um die Einhaltung der
aufsichtsrechtlichen Mindesterfordernisse zu gewährleisten.
Allerdings ist das CET1 Kapital von größerer Bedeutung, da es
auch die Basis für aufsichtsrechtliche Mindesterfordernisse,
wie z.B. die SREP-Quote, darstellt. Daher orientiert sich die
Gesamtkapitalquote Gesamtkapital /
risikogewichtete Aktiva
BAWAG P.S.K. stärker am CET1 Kapital und der CET1 Quote.
IFRS-Eigenkapital Eigenkapital, das den
Eigentümern des
Mutterunternehmens
zurechenbar ist; exkl. nicht
beherrschender Anteile
IFRS Eigenkapital wie im Konzernabschluss dargestellt
IFRS-Eigenkapital abzgl.
immaterieller
Vermögenswerte
IFRS-Eigenkapital, vermindert
um den Buchwert der
immateriellen Vermögenswerte
Das IFRS Eigenkapital abzgl. immaterieller Vermögenswerte ist
ein weiterer Indikator für die Tragfähigkeit von Banken und
ermöglicht die Vergleichbarkeit zwischen Banken in Bezug auf
das IFRS-Eigenkapital ohne immaterielle Vermögenswerte. Es
wird bei der Berechnung des Return on Tangible Equity im
Nenner verwendet (siehe unten).
Leverage Ratio Common Equity Tier 1 (CET1)
Kapital / Gesamtexposure
(Berechnung nach CRR,
basierend auf der Promontoria
Sacher Holding N.V. Gruppe);
mit September 2016 wurde die
Berechnung des Gesamt
exposures von einer
Die Leverage Ratio ist eine aufsichtsrechtliche Kenngröße und
drückt – ähnlich der CET1 Quote – das Verhältnis zwischen
dem CET1 Kapital und dem Gesamtexposure aus. Das
Gesamtexposure beinhaltet sowohl bilanzielle als auch
bestimmte außerbilanzielle Posten; hierbei erfolgt keine
Risikogewichtung. Sie zeigt den Verschuldungsgrad der Bank.
Je höher die Kennzahl, desto geringer der Verschuldungsgrad
und desto höher die Wahrscheinlichkeit der Bank, negativen
dreimonatigen Durchschnitts
berechnung auf eine
Stichtagsbetrachtung zum
Periodenende umgestellt, um
den geänderten regulatorischen
Anforderungen zu entsprechen
Schocks standhalten zu können.
Liquidity Coverage Ratio
(LCR)
Liquide Aktiva / Netto
Liquiditätsabflüsse
(Berechnung nach CRR,
basierend auf der Promontoria
Sacher Holding N.V. Gruppe)
Die Liquidity Coverage Ratio ist eine aufsichtsrechtliche
Kennzahl, die vorsieht, dass Banken angemessene
Liquiditätspuffer im Sinne von ausreichend hochliquiden
Aktiva halten, um kurzfristige Schwankungen unter
Stressbedingungen abdecken zu können. Dabei muss die
Bank einem möglichen Ungleichgewicht zwischen
Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen
während 30 Tagen standhalten können. Die Kennzahl wird
vom Management der Bank laufend überwacht, um die
aufsichtsrechtlichen Mindesterfordernisse und kurzfristigen
Liquiditätsanforderungen zu erfüllen.
Nettogewinn Periodengewinn nach Steuern,
der den Eigentümern des
Mutterunternehmens
zurechenbar ist
Diese Kenngröße für Rentabilität zeigt den Periodengewinn
nach Steuern in absoluten Zahlen für die jeweilige Periode
gemäß dem Konzernabschluss.
Nettozinsmarge Nettozinsertrag / durch
schnittliche zinstragende
Aktiva; zum Jahresende 2016
wurde der Nenner dieser
Kennzahl von durch
schnittlicher Bilanzsumme auf
durchschnittliche zinstragende
Aktiva geändert und
rückwirkend angepasst
Die Nettozinsmarge ist eine Erfolgskennzahl, bei welcher der
Zinsertrag aus Krediten und anderen Aktiva in einer Periode
abzgl. des Zinsaufwandes für Einlagen und sonstige
Verbindlichkeiten durch die durchschnittlichen zinstragenden
Aktiva dividiert wird. Die Kennzahl wird zum externen
Vergleich mit anderen Banken sowie als internes Maß zur
Rentabilität von Produkten und Segmenten verwendet.
NPL Ratio Non-Performing Loans (NPLs)
/ Exposure; mit Juni 2017
wurde der Nenner der Ratio
von Kredite und Forderungen
vor Abzug von Wertbe
richtigungen auf Exposure
umgestellt und rückwirkend
angepasst, um den geänderten
regulatorischen Anforderungen
zu entsprechen
Die NPL Ratio ist eine ökonomische Kennzahl zur Darstellung
der als "notleidende Kredite" (Non-Performing Loans)
klassifizierten Kredite in Relation zum Exposure. Die Definition
der notleidenden Kredite wurde von aufsichtsrechtlichen
Standards und Leitlinien abgeleitet und umfasst grundsätzlich
jene Kunden, bei denen eine Rückzahlung zweifelhaft ist, die
Verwertung von Sicherheiten erwartet wird und daher in das
Ratingsegment "ausgefallen" klassifiziert wurden. Die Kennzahl
spiegelt die Qualität des Kreditportfolios und des
Kreditrisikomanagements der Bank wider.
Operative Erträge Summe aus operativen Kerner
trägen, Gewinnen und Verlusten
aus Finanzinstrumenten und
den sonstigen betrieblichen
Erträgen und Aufwendungen
Wie im jeweiligen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung
in der Periode dargestellt
Operative Kernerträge Summe aus Nettozinsertrag
und Provisionsüberschuss
Die operativen Kernerträge setzen sich aus den Einzelposten
Nettozinsertrag und Provisionsüberschuss zusammen und
zeigen den Erfolg der Bank in ihren Kernaktivitäten.
Operatives Ergebnis Operative Erträge, vermindert
um operative Aufwendungen
und die regulatorischen
Aufwendungen
Wie im jeweiligen Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung
in der Periode dargestellt
Return on Equity Nettogewinn /
durchschnittliches IFRS
Eigenkapital (nach Abzug von
Diese Kennzahlen stellen Messgrößen für die Ertragskraft der
Bank für das Management und Investoren dar. Es wird der
Nettogewinn der Periode aus der Gewinn- und
Dividenden) Verlustrechnung zu entweder Eigenkapital oder Aktiva in
Relation gesetzt. Der Return on Equity bzw. Return on
Tangible Equity zeigt die Effizienz der Bank in Bezug auf das
von den Eigentümern investierte Kapital und
dementsprechend den Erfolg ihres Investments. Der Return
Return on Equity
(@12% CET1)
Return on Equity, berechnet
auf Basis einer CET1 Quote
(fully loaded) von 12%
Return on Risk-Weighted
Assets
Nettogewinn / durchschnitt
liche risikogewichtete Aktiva
on Risk-Weighted Assets ist ein Maß für den wirtschaftlichen
Erfolg der Geschäftstätigkeit des Managements. Die "Return
on…"-Kennzahlen vereinfachen die Vergleichbarkeit der
Return on Tangible Equity Nettogewinn /
durchschnittliches IFRS
Eigenkapital abzgl.
immaterieller Vermögenswerte
(nach Abzug von Dividenden)
Rentabilität zwischen Finanzinstituten.
Return on Tangible Equity
(@12% CET1)
Return on Tangible Equity,
berechnet auf Basis einer CET1
Quote (fully loaded) von 12%
Risikogewichtete Aktiva Basierend auf regulatorischen
Werten nach IFRS CRR
(BAWAG P.S.K. Gruppe,
fully loaded)
Die Berechnung der risikogewichteten Aktiva ist in der CRR
definiert. Der Wert beschreibt den absoluten Betrag des
Risikos einer Bank und beinhaltet sowohl bilanzielle als auch
außerbilanzielle Positionen. Bei der Berechnung kann die
Bank risikomindernde Elemente (z.B. Sicherheiten)
berücksichtigen und muss die aufsichtsrechtliche
Risikogewichtung für jede Position in Abhängigkeit des
(externen) Ratings der Gegenpartei bzw. des Kunden
festlegen. Risikogewichtete Aktiva stehen im Nenner der
Formel für die Berechnung der CET1 Quote (siehe oben).
"Fully Loaded" bedeutet die Vollanwendung der CRR ohne
Übergangsbestimmungen.
Risikokosten / Kredite und
Forderungen
Risikokosten (Rückstellungen
und Kreditrisikovorsorgen,
außerplanmäßige Ab
schreibungen sowie
operationelles Risiko) /
durchschnittliche Kredite und
Forderungen (vor Abzug von
Wertberichtigungen)
Diese Quote ist eine Kennzahl für die Qualität des
Kreditrisikomanagements und des Kreditportfolios. Die
Kennzahl zeigt die Risikokosten in einer Periode im Verhältnis
zum durchschnittlichen Kreditportfolio und ermöglicht ein
Benchmarking mit anderen Banken. Gründe für geringe
Risikokosten können hohe Sicherheiten und/oder eine
laufende Überwachung der Ratings der Kunden sein. Daraus
ergibt sich, dass es nur zu geringen Kreditausfällen kommt
und nur ein geringer Bedarf für Wertberichtigungen besteht.
RWA Density Risikogewichtete Aktiva /
Bilanzsumme
Die RWA Density ist eine Kennzahl für die durchschnittliche
"Risikogewichtung" der Bilanz einer Bank, also die gesamten
risikogewichteten Aktiva (siehe oben) in Relation zur
Bilanzsumme. Die Kennzahl zeigt die durchschnittliche
Risikogewichtung der Aktiva basierend auf den
aufsichtsrechtlichen Risikogewichtungen, welche durch die
Qualität der Aktiva, das Besicherungsniveau bzw. die
angewandten Methoden zur Einschätzung der Risikogewichte
beeinflusst werden.

IMPRESSUM

IMPRESSUM

BAWAG P.S.K.

Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft Georg-Coch-Platz 2, 1018 Wien FN: 205340x DVR: 1075217 UID: ATU51286308 Telefon: +43 (0)5 99 05-0 Internet: www.bawagpsk.com

Investor Relations: [email protected]

Konzernpressestelle: [email protected]

Satz: Inhouse produziert mit firesys

www.bawagpsk.com