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adidas AG Annual Report (ESEF) 2023

Apr 26, 2024

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KONZERN- LAGEBERICHT

UNSER UNTERNEHMEN

Wertschöpfung

In der folgenden Übersicht werden die wichtigsten Input- und Outputfaktoren sowie die Auswirkungen unserer wirtschaftlichen Aktivitäten dargestellt. Ausführlichere Informationen zu allen aufgeführten Aspekten sind in den jeweiligen Abschnitten dieses Geschäftsberichts zu finden. Eine interaktive Version dieser Grafik findet sich online.
► report.adidas-group.com

Fokusbereiche

2023 war ein Übergangsjahr für adidas. Mit der Ernennung von Bjørn Gulden zum neuen adidas Vorstandsvorsitzenden zum 1. Januar haben wir den Weg für einen erfolgreichen Neustart geebnet. Wir haben das Jahr 2023 genutzt, um unsere Lagerbestände deutlich zu reduzieren, bestehende Produktfamilien wirksam zu nutzen, an zukünftigen Produkten zu arbeiten, unsere Arbeitsweise zu verbessern, engere Partnerschaften aufzubauen und die Grundlagen für ein besseres Jahr 2024 und erfolgreiche Jahre 2025 und 2026 zu legen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir begonnen, unser Geschäftsmodell zu optimieren:

Geschwindigkeit und Agilität: Schnell wechselnde Trends und Konsumentenwünsche erfordern Flexibilität und Agilität. Wir haben unsere Mitarbeitenden ermutigt, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, und komplizierte Prozesse abgeschafft, um schnell reagieren zu können. Die schnelle Skalierung unserer Terrace-Reihe ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Wir werden weiterhin auf Geschwindigkeit und Agilität setzen, um schneller auf die Bedürfnisse unserer Konsument*innen und das Feedback unserer Einzelhandelspartner reagieren zu können.

DTC und Großhandel: Wir haben uns weg von einem engen Fokus auf unser DTC-Geschäft hin zu einem serviceorientierten Modell für unsere Einzelhandelspartner entwickelt. Wir wollen uns ihr Feedback genau anhören und entsprechend darauf reagieren, um für sie ein vertrauenswürdiger Partner zu sein. Die Optimierung des Durchverkaufs unserer Produkte wird entscheidend sein, um Regalfläche zurückzugewinnen. Und obwohl der Großhandel für unseren zukünftigen Erfolg entscheidend ist, werden wir natürlich weiterhin in unseren eigenen Einzelhandel und in unsere E‑Commerce-Präsenz investieren. Es geht darum, ein gesundes Gleichgewicht zwischen unseren Vertriebskanälen zu halten, um mit den Konsument*innen erfolgreich zu sein.

Global, regional, lokal: Wir müssen dort sein, wo unsere Konsumentinnen sind. Angesichts immer mehr lokaler Trends wird lokale Relevanz immer wichtiger. Anstelle eines zentral definierten, einheitlichen Ansatzes geben wir unseren Märkten die Möglichkeit, die Produkte, das Storytelling und die Geschäftsmodelle zu entwickeln, die sie für ihren Erfolg benötigen. Nur wenn wir unseren Märkten Eigenständigkeit bei ihren Entscheidungen gewähren, können wir die Erwartungen unserer Kunden und die Bedürfnisse der Konsumentinnen erfüllen.

,Brand Heat‘: Wir sind stolz darauf, bahnbrechende Innovationen im Sport und einige der begehrtesten Produkte im Lifestyle-Bereich hervorzubringen. Diese herausragenden Produkte werden durch die Begehrlichkeit unserer Marke verstärkt – und umgekehrt. ‚Brand Heat‘ – die Attraktivität unserer Marke – ist die Summe all dessen, was wir tun. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Athletinnen, Teams, Verbänden, Prominenten, Trendsettern in der Straßenkultur und vieles mehr. Um die Markenattraktivität zu steigern, müssen wir in den Märkten so nah wie möglich an den Konsumentinnen sein und sicherstellen, dass wir dort investieren, wo wir am meisten Brand Heat erzeugen. Im Jahr 2023 hat adidas neue Markenbotschaften entwickelt und wird diese im Jahr 2024 und darüber hinaus weiterführen. Indem wir die Freude am Sport und dessen verbindende Kraft in den Mittelpunkt stellen, wollen wir einer Atmosphäre von Druck und Stress entgegenwirken, insbesondere bei unseren jüngeren Konsument*innen.

Darüber hinaus haben wir uns auf fünf Säulen konzentriert, die die Grundlagen für ein stärkeres adidas darstellen:

Mitarbeitende: Wir glauben, dass unsere Mitarbeitenden der Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens sind. Wir konzentrieren uns darauf, eine Kultur zu schaffen, die ihre Leistung, ihr Wohlbefinden und ihre persönliche Entwicklung stärkt, da dies einen erheblichen Einfluss auf die Markenattraktivität, die Konsumenten- und Kundenzufriedenheit und letztlich auf die Finanzergebnisse hat.

Produkte: Unsere Produkte sind zentral für unseren Erfolg.# adidas AG

adidas verfügt über ein Archiv an Performance- und Lifestyle-Produkten, das seinesgleichen sucht. Wir entwickeln neue Materialien, Designs und Technologien, um ständig neue attraktive Produkte und bahnbrechende Innovationen auf den Markt zu bringen. Auf diese Weise können wir Trends setzen und bestehende Trends schnell aufgreifen. Dabei setzen wir auf unsere Partnerschaften mit Athlet*innen, Designer*innen und Prominenten.

Konsument*innen

Unsere Konsument*innen stehen im Mittelpunkt unseres gesamten Handelns. Wir konzentrieren uns auf das, was für sie wichtig ist. Wir stellen das Produkt her, das sie sich wünschen, bieten den Service an, den sie erwarten, und das Erlebnis, das sie brauchen.

Einzelhandelspartner

Wir müssen der beste Servicepartner für den Einzelhandel sein. Multimarken-Umgebungen erreichen die Konsument*innen in großem Umfang. In diesem Umfeld können wir unsere starke Produktpipeline durch einen effizienten Vertrieb wirksam einsetzen.

Athlet*innen

Wir sind für unsere Athlet*innen da und nicht umgekehrt. Seit fast 75 Jahren entwickeln wir Innovationen für den Sport und streben danach, nur das Beste für die Athlet*innen zu schaffen. Das ist unsere DNA und unser Vermächtnis. Da kommen wir her und da gehören wir hin. Ganz gleich, ob ein großes oder kleines Publikum zusieht, wir sind für alle Sportler*innen da. Wir haben das Jahr 2023 genutzt, um die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Unsere fünf Säulen für 2023 sind von Dauer und werden uns auch in Zukunft leiten.

Global Brands

Der Bereich Global Brands ist für Innovation, Design, Entwicklung und Marketing unserer verschiedenen Sport- und Lifestyle-Angebote zuständig. Indem wir stets attraktive Produkte und inspirierende Erlebnisse kreieren, wollen wir das Image unseres Unternehmens sowie das Konsumentenvertrauen und die Markentreue stärken. Damit wollen wir die Wachstumschancen nutzen, die uns die Sportartikelbranche bietet.

Die Marke adidas

Die Marke adidas blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist seit jeher tief im Sport verwurzelt. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch Sport Leben verändern können. Dies ist unser Unternehmenszweck, den wir Tag für Tag mit Leben füllen. Um das zu erreichen, wollen wir die Grenzen des Menschenmöglichen verschieben, Menschen für den Sport begeistern und sie im Sport vereinen sowie eine nachhaltigere Welt schaffen.

Damit adidas auch in Zukunft sowohl im Sport als auch außerhalb des Spielfelds und über alle Genres hinweg, eine der bekanntesten und profiliertesten Marken der Welt bleibt, müssen wir unsere Glaubwürdigkeit im Sport stärken und aufrechterhalten. Das bedeutet, dass wir wegweisende Innovationen hervorbringen, um stets das Beste für Athlet*innen zu bieten, und gleichzeitig eine breitere Kultur schaffen, die sich aus diesen Innovationen heraus entwickelt. Daher schärfen wir die Profile von adidas ‚Performance‘ und ‚Lifestyle‘ weiter.

Seit fast 75 Jahren entwickeln wir Innovationen für den Sport. Performance steht daher für Produkte, die für unsere Athlet*innen entwickelt werden, um ihnen zu helfen, auf dem Spielfeld Höchstleistungen zu erbringen. Performance-Produkte haben ihren Ursprung im Sport und werden zum Sport getragen. Auf der Lifestyle-Seite hingegen hat sich adidas Originals aus dem kollektiven Gedächtnis des Sports entwickelt und steht sowohl für Markenklassiker als auch für neue visionäre Designs. Das ikonische Dreiblatt (,Trefoil‘) von adidas Originals steht für Produkte, die eine Verbindung zur Kultur herstellen. Wir greifen dazu auf unser Archiv zurück und expandieren in neue Premium- und Luxussegmente.

Unsere neueste Produktkategorie ,Sportswear‘ ist als Erweiterung von auf dem Spielfeld getragenen Outfits konzipiert. Die Produkte in dieser Kategorie finden ihren Ursprung im Sport, werden aber für Mode- und Lifestyle-Zwecke getragen. Sportswear bietet Produkte für den Alltag, die Komfort, Vielseitigkeit und Ästhetik neu definieren. Die erste Kapselkollektion ist 2022 auf den Markt gekommen, gefolgt von einer vollständigen Produktlinie mit Schuhen, Bekleidung und Zubehör im Februar 2023.

Produktfamilien als Flaggschiff unserer Marke

Schuhe haben das Potenzial, die Konsumentennachfrage auch nach anderen Produktkategorien zu steigern – der wichtigste Hebel für Marktanteilswachstum. Unser Produktarchiv, das in der Branche seinesgleichen sucht, sowie modernste technologische Innovationen und der Zugang zu grundlegendem Athleteninput bieten zahlreiche Möglichkeiten, innovative Schuhe zu entwickeln und neue Maßstäbe in der Branche zu setzen.

Wir legen den Schwerpunkt auf Produktfamilien (‚Franchises‘) im Bereich Schuhe. Franchises sind unsere Sport- und Kultursymbole mit Kultcharakter, sozusagen die Flaggschiffe unserer Marke. Sie repräsentieren das Beste von adidas und nehmen nicht nur Einfluss auf den Sport, sondern auch auf die daraus entstehende Kultur. Sie interpretieren die Auffassung von Performance- und Lifestyle-Schuhen neu und tragen gleichzeitig dazu bei, unseren Markenwert zu steigern. Durch kompromisslose Funktionalität, unverwechselbares Design und einzigartige Storys sprechen sie unsere Konsument*innen direkt an und haben das Potenzial, im Laufe der Zeit wieder aufgegriffen und erweitert zu werden, um so ihre Attraktivität zu erhalten. Ihre Lebenszyklen werden sorgfältig gesteuert, um die Relevanz für Konsument*innen und die kommerzielle Langlebigkeit sicherzustellen.

Zu unseren Franchises im Bereich Schuhe gehören dauerhafte Bestseller wie Samba, Gazelle, Campus, Superstar und Stan Smith. Im Bekleidungsbereich verfügt adidas ebenfalls über ein Portfolio von Produktfamilien, darunter die Tiro Hose, die MyShelter Jacke und der Z.N.E. Hoodie.

2023 war vor allem auch das Jahr unserer ‚Terrace-Reihe‘ (Gazelle, Samba und Spezial). Der Samba wurde von ,Footwear News‘, einem der führenden Fachmagazine für Schuhe, zum ‚Schuh des Jahres 2023‘ gewählt. Zusammen mit unserer jüngsten Originals Kampagne hat der Halo-Effekt dieser und anderer Klassiker, wie des Campus, unsere Markenattraktivität weltweit deutlich gesteigert.

Schuh des Jahres 2023 Samba

Steigerung der Markenattraktivität durch Innovation und Kooperationen mit Athletinnen und Athleten

Innovation ist ein zentraler Hebel für Erfolg in unserer Industrie und wir sind entschlossen, in diesen Bereich zu investieren. Wir wenden eine innovative Denkweise auf alle Aspekte unseres Geschäfts an, um konkrete Anhaltspunkte für unsere Glaubwürdigkeit zu schaffen, die Markenerfahrung zu verbessern und die Grenzen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu verschieben. Neben unseren Franchises setzen wir auf die Entwicklung innovativer Konzepte, um den Ansprüchen von Sportler*innen und Konsument*innen gerecht zu werden, unsere Marktposition zu stärken und so das weltweit beste Sportartikelunternehmen zu sein. Wir halten an unserem Ziel fest, auch in Zukunft innovative Produkte und Konzepte hervorzubringen, um unsere Glaubwürdigkeit im Bereich Performance zu steigern und das Beste für unsere Athlet*innen zu erreichen. Wir wollen neue, wegweisende Technologien und Prozesse zum Leben erwecken. Unsere wichtigsten Technologieplattformen Boost, Lightstrike und Strung sind Belege für unseren breiter gefassten Innovationsansatz und die Grundlage für neue, erfolgreiche Geschichten von Athlet*innen durch erstklassige Produktausführung.

Wir arbeiten mit Athlet*innen, Konsument*innen, Hochschulen und innovativen Unternehmen sowie nationalen und internationalen Regierungs- und Forschungseinrichtungen zusammen. adidas investiert gezielt in Fertigungstechniken und neue Technologien, die das Ziel haben, die Herausforderungen von Athlet*innen zu verstehen und zu lösen. Die Einführung des Adizero Adios Pro Evo 1 ist ein Beleg für diesen Ansatz. Während des gesamten Entwicklungsprozesses haben wir Erkenntnisse von Spitzenathlet*innen wie Peres Jepchirchir, Benson Kipruto, Tigist Assefa und Amanal Petros gesammelt. Als Ergebnis konnten wir im September 2023 den bisher leichtesten Wettkampflaufschuh in unserem Laufschuhsortiment präsentieren: Der Adizero Adios Pro Evo 1 ist 40 % leichter als jeder andere Wettkampflaufschuh von adidas. Der bisher größte Erfolg mit dem Schuh war der Sieg beim Berlin-Marathon 2023, bei dem Tigist Assefa den Weltrekord um über zwei Minuten unterbot und Amanal Petros einen neuen deutschen Rekord aufstellte.

Innovative Technologien und Produkte

Um führend im Bereich Innovation zu sein, kommt es darauf an, branchenführende Technologien, Materialien und Konsumentenerlebnisse zu entwickeln. Im Bereich Innovation blicken wir auf eine lange Tradition zurück und streben danach, Athlet*innen die besten hochfunktionalen und wettbewerbsfähigen Produkte zu bieten. Auch im Jahr 2023 haben wir für unsere Konsument*innen innovative Technologien und Materialien sowie nachhaltige Konzepte in unsere Produkte integriert:

  • Adizero Adios Pro Evo 1: Mit nur 138 Gramm ist der revolutionäre Straßenlaufschuh um 40 % leichter als jeder andere Wettkampflaufschuh, den adidas entwickelt hat. Der Schuh basiert auf derselben Technologie wie der Adizero Adios Pro 3, mit dem bereits Rennen gewonnen wurden, und verfügt über eine neue, laborgetestete Vorfuß-,Wippe‘, die die Laufökonomie verbessert. Mit zwei großen Marathonsiegen und diversen Rekorden, die seit seiner Einführung mit dem Schuh erlaufen wurden, ist der Adizero Adios Pro Evo 1 nicht nur der leichteste, sondern auch der bisher schnellste Laufschuh von adidas.
  • Adizero Prime x Strung: der erste Adizero Laufschuh, der mit ‚Strung‘ Obermaterial ausgestattet ist. Strung ist eine Textilinnovation, die Daten von Athlet*innen in ein dynamisches, auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Material überträgt. Sie ermöglicht es, verschiedene Fasereigenschaften Faden für Faden abzubilden und zu programmieren. Mit einer flexiblen und leichten, nahtlosen Passform, die den Fuß schützend umfasst, optimiert Strung den Tragekomfort und unterstützt die Athlet*innen bei Langstreckenläufen.# 4DFWD 2: Die in der Branche neuartige, schmetterlingsförmige Zwischensohle mit Gitterstruktur wandelt vertikalen Druck in horizontale Kraft um. Bei jedem Schritt komprimiert die neue adidas 4DFWD 2 Zwischensohle Energie und leitet sie nach vorne, reduziert Bremskraft und wandelt Aufprallenergie in Vorwärtsbewegung um. Das Ergebnis ist ein geschmeidiges Lauferlebnis mit weniger Stop-and-go-Bewegungen. Der 4DFWD 2 wurde mit einer neuen Continental Außensohle versehen, die zusätzlichen Grip für sicheres Laufen bei jedem Wetter bietet. Der Schuh besteht aus einem neuen Primeknit+ und Mesh-Obermaterial, das zusätzlichen Halt und einen passgenauen Sitz bietet. Ergänzt um eine integrierte Fersenkappe sorgt Primeknit+ für eine sockenähnliche Passform, während Mesh-Elemente genau dort Halt geben, wo Läufer*innen ihn am meisten brauchen.

Agravic Speed Ultra: Der Agravic Speed Ultra demonstriert, wie wir in der schnell wachsenden, community-zentrierten Sportart Trailrunning Grenzen verschieben. Die mit Innovationen vollgepackte Silhouette wurde in Zusammenarbeit mit professionellen adidas Trail-Läuferinnen über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt und bietet ultimative Geschwindigkeit bei Ultra-Distanzrennen. Ein Prototyp des Agravic Speed Ultra hat es bereits auf das Siegerpodest geschafft: Der jüngste Rekord wurde 2023 beim Western States 100-Meilen-Langstreckenlauf aufgestellt, bei dem Tom Evans in 14 Stunden und 40 Minuten gewann. Für Konsumentinnen wird der Schuh ab Frühjahr 2024 erhältlich sein.

Auswärtstrikots der Verbände für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023: Als Partner von zehn an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien & Neuseeland 2023 teilnehmenden Mannschaften, darunter die spanischen Weltmeisterinnen, hat adidas von der Natur inspirierte Auswärtstrikots vorgestellt. Die Designs würdigten die Landschaft und Vielfalt der Natur eines jeden Landes. Zudem sind die Trikots aus recyceltem Polyester hergestellt und enthalten die neuesten adidas Gewebeinnovationen, darunter HEAT.RDY und AEROREADY.

adidas by Stella McCartney x Arsenal Collection: adidas und der F.C. Arsenal sind mit der Enthüllung des ersten Auswärtstrikots und der Arsenal-Women-Reisekollektion den nächsten Schritt in der Zusammenarbeit mit Stella McCartney gegangen. Die limitierte Kollektion besteht aus einem geschlechtsneutralen Trikot für den Spieltag sowie aus Outfits, die vor und nach dem Spiel auf der Reise getragen werden können. Die Auswärts-Outfits der Frauenmannschaft unterscheiden sich erstmals von jenen der Herrenmannschaft, die wiederum das geschlechtsneutrale Trikot beim Aufwärmen vor dem Spiel tragen.

XCrazyfast Strung: der erste Fußballschuh mit Strung, einer Technologie aus dem Laufsport, die für den Fußball neu definiert wurde. Jeder Faden wird einzeln ausgewählt und mit Data-Mapping verarbeitet, um einen nahtlosen, leichten Kokon um den Fuß zu bilden. Das Strung Obermaterial wird mit dem Speedframe und der Aeroplate Einlage des X Crazyfast kombiniert, um dynamische Bewegungen und Ballkontakt bei Höchstgeschwindigkeit zu ermöglichen.

Fussballliebe: Der im November 2023 enthüllte offizielle Spielball der UEFA EURO 2024 trägt den Namen ‚Fussballliebe‘. Er steht für ‚Liebe zum Fußball‘ und bringt erstmals die ‚Connected Ball Technology‘ mit in das Turnier. Der Ball hat eine 20-teilige ‚Precisionshell‘-Ummantelung, Prägerillen auf der Außenhülle sowie einen sogenannten ‚CTR-Core‘ im Inneren, der für Genauigkeit und ein schnelles, präzises Spiel bei maximaler Form- und Lufterhaltung sorgt.

Neben innovativen Technologien gehörten zu den wichtigsten Produkten und Kooperationen im Geschäftsjahr 2023:

Fear of God Athletics: In Zusammenarbeit mit Jerry Lorenzo und Fear of God haben wir Ende 2023 offiziell ‚Fear of God Athletics‘ auf den Markt gebracht. Die Kollektion liefert kompromisslose Inspiration, die authentisch in Leistung und Sportkultur verwurzelt ist. Sie bietet eine neue Perspektive auf Luxus-Sportbekleidung mit starken Einflüssen aus der Basketballkultur – eine moderne Garderobe für Athlet*innen von heute.

adidas x Bugatti: Bugatti und adidas haben sich zusammengetan, um einen Fußballschuh in limitierter Auflage zu kreieren: den adidas x Crazyfast Bugatti. Der Fußballschuh, der in einer Auflage von nur 99 Paaren produziert wurde, ist auf Schnelligkeit und Leichtigkeit ausgelegt und mit speziellen Bugatti Designelementen versehen. Die Kollektion basiert auf den Eigenschaften, die Bugatti auszeichnen: Sie ist nicht nur auf Geschwindigkeit ausgerichtet, sondern folgt auch der Designphilosophie ‚Aussehen folgt Funktion‘ (,Form follows Performance‘).

adidas x Moncler: Bei der Kollektion von Originals x Moncler dreht sich alles um das Erforschen: eine Reise, bei der die Vergangenheit zur Zukunft wird und die Gipfel der Berge in die Straßen der Stadt gebracht werden, in einem Mix aus leuchtenden Farben, die von Ampeln inspiriert sind – knalliges Gelb, Grün, Orange, Rot und andere Töne. Die auf der Londoner Fashion Week im Februar vorgestellte Kollektion umfasst Stücke, die die DNA beider Marken teilen, von Outerwear aus lackiertem Nylon bis hin zu ikonischen adidas Campus und NMD S1 Silhouetten im Moncler-Style.

adidas x Wales Bonner: 2023 haben wir unsere Zusammenarbeit mit der britischen Designerin Grace Wales Bonner fortgesetzt. Mit einer Mischung aus europäischen und afrikanischen Einflüssen verbindet die Kollaboration nahtlos das reiche Erbe von adidas und Wales Bonner und bringt Kollektionen hervor, die die Annäherung von Sportbekleidung und Schneiderhandwerk feiern. Die Zusammenarbeit war besonders in der Entstehungs- und Aktivierungsphase der Samba Produktfamilie von großer Bedeutung.

adidas x Les Mills: Im Februar 2023 gaben adidas und Les Mills, ein weltweit führendes Unternehmen für Fitnessinhalte und -training, ihre Partnerschaft bekannt. In allen Inhalten von Les Mills sind adidas Trainingsprodukte zu sehen, und die neuesten Trainingsoutfits, -schuhe und -accessoires werden vom weltweiten Les Mills Athletennetzwerk getragen. Die Partnerschaft verbindet zudem adiClub und Les Mills, indem sie adiClub-Mitglieder*innen immersive, individuelle Lösungen bietet. Da Frauen die Mehrheit der Trainerinnen und Mitglieder weltweit ausmachen, soll uns diese Partnerschaft auch dabei helfen, unsere Glaubwürdigkeit bei Frauen zu stärken.

Wirkungsstarke und effektive Marketinginvestitionen Marketinginvestitionen sind ein weiterer wichtiger Baustein dafür, unsere Markenattraktivität zu steigern und die Konsumentinnen für uns zu gewinnen. adidas konzentriert sich auf die Entwicklung inspirierender und innovativer Konzepte, um die Konsumententreue zu fördern, den Markenwert zu stärken und die Nachfrage nach unseren Produkten zu erhöhen. Das Unternehmen wendet traditionell nahezu die Hälfte der Marketinginvestitionen für Partnerkooperationen auf, die restlichen Investitionen fließen in Brand-Marketingaktivitäten. Dazu zählen Aktivitäten im Bereich Digital und Werbung sowie Point-of-Sale- und Grassroots-Aktivierungen. Darüber hinaus werden wir auch weiterhin Ressourcen bündeln, um starke Markenbotschaften zu schaffen, die mehrere Kategorien in einheitlicher Erzählweise zusammenfassen. Verstärkt und gesteuert wird dies durch eine übergreifende Medienstrategie mit klaren Rollen für die verschiedenen Aktivierungsebenen von Storys und Inhalten. Das Ziel besteht darin, über einen vollständig vernetzten ‚Marketingtrichter‘ zu verfügen. Dieser beginnt dort, wo die Aufmerksamkeit der Konsumentinnen geweckt wird, führt über die Mitte des Trichters, wo Konsument*innen in ihrer Kaufüberlegung unterstützt werden, bis hin zur Konversion am Point-of-Sale. Um ganzheitlich an diesen Marketingtrichter heranzugehen, ist adidas in vier Dimensionen aktiv:

Markenkampagnen: die stärkste Ausdrucksweise der Marke, die Sichtbarkeit, Attraktivität und kommerzielle Nachfrage fördert, indem sie die Haltung unserer Marke mit kühnem, relevantem, aktuellem und konsumentenzentriertem Storytelling untermauert.

Markenmomente: durch gezielte Sport- und Kulturmomente eine starke Markenperspektive vermitteln, um die Haltung unserer Marke zu unterstreichen und unseren Unternehmenszweck zu bekräftigen.

Aktivierung von Kategorien: Stärkung der Sport- und Kulturglaubwürdigkeit durch Schärfung des Label- und Kategorie-Angebots über Produktgeschichten, Sport-/Kulturmomente, Partneraktivierungen, Hype-Produkte und kommerzielle Aktivierung.

Kommerzielle Konversion: Förderung der Konversion und Konsistenz am Point-of-Sale (im Geschäft und online) zur Unterstützung kategorieübergreifender kommerzieller Partnerschaften und wichtiger ‚Evergreen‘-Produkte durch die Bereitstellung saisonaler, modularer Toolkits.

Von der Steigerung des Bekanntheitsgrads und der Attraktivität der Marke bis hin zu durchdachten Erlebnissen am Point-of-Sale umfasste der Brand-Marketingplan 2023 eine Vielzahl von Aktivierungen auf allen Ebenen des Marketingtrichters:

Originals Markenkampagne: Seit seiner Einführung vor über 50 Jahren hat das ,Trefoil‘ von adidas Originals jeden begleitet – Athlet*innen genauso wie Vorreiterinnen und Vorreiter im kulturellen Bereich. Im Jahr 2023 feierte adidas Originals diejenigen, die die Marke an die Spitze der Kultur brachten, mit einer neuen Kampagne: ‚We Gave the World an Original. You Gave Us a Thousand Back.‘ Mit drei Filmen und einer Auswahl an Fotografien, die jeweils eine der drei zeitlosen Silhouetten aus unseren Archiven – Superstar, Gazelle und Samba – in den Mittelpunkt stellen, erzählt die Kampagne die Geschichte der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Dreiblatts. Die Kampagne wurde weltweit durch eine umfangreiche Medienstrategie verstärkt und war die größte Einzelinvestition für adidas Originals im Jahr 2023.

FIFA Frauen-Weltmeisterschaftskampagne: Mit der meist diskutierten Frauen-WM-Kampagne, die adidas je durchgeführt hat, hat die Marke ihre globale Familie an Fußballlegenden und Verfechtern des Frauenfußballs, wie z.B.# H1

‚Move for the Planet‘ (MFTP)

‚Move for the Planet‘ baut auf dem Fundament auf, das adidas mit ‚Run for the Oceans‘ geschaffen hat, und ist die bisher inklusivste und effektivste Nachhaltigkeitsinitiative des Unternehmens. Das Ziel der Initiative ist, die weltweite Sportgemeinschaft dazu zu ermutigen, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen, indem sie durch ihren Sport und ihr Training greifbare Ergebnisse für bedürftige Communitys erzielt. Insgesamt wurden länderübergreifend über 173 Millionen Minuten Aktivität in der adidas Running App getrackt. adidas hat sich verpflichtet, für jede aufgezeichnete zehnminütige Aktivität 1 € an die Partnerorganisation ‚Common Goal‘ zu spenden, bis zu einem Höchstbetrag von 1,5 Mio. €.

‚Running Needs Nothing But You‘

Unsere erste Markenkampagne im Jahr 2023 zelebrierte den persönlichen Charakter des Laufens. Sie zeigte, dass Athletinnen aus den unterschiedlichsten Motivationen heraus laufen und auf ihrem Weg mit verschiedenen Herausforderungen und Hindernissen konfrontiert werden. Ganz gleich, ob sie erfahrene Wettkampfläuferinnen sind oder nur etwas Ermutigung zum ersten Laufschritt brauchen – adidas wollte Läufer*innen daran erinnern, dass es nicht darum geht, den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Im Rahmen der Kampagne hat adidas auch ‚The Ridiculous Run‘ ins Leben gerufen, eine Kampagne, die auf die Realität aufmerksam macht, mit der viele Läuferinnen konfrontiert sind. So hebt die Kampagne Sicherheitsbedenken für Frauen beim Laufen hervor und weist auf die Notwendigkeit hin, Männer aufzuklären und sie als Verbündete zu gewinnen.

adidas Sportswear

Im Jahr 2023 hat adidas die Kategorie ‚Sportswear‘ eingeführt. Die neue Linie soll den Alltags-Look mit einer Reihe von Outfits aufwerten, die neuesten Performance-Technologien nutzen, um den gleichen Komfort und das gleiche Selbstvertrauen in den Alltag zu bringen wie die Performance-Kollektionen.

Was unsere Partner und Athlet*innen betrifft, so werden wir unsere Produkte weiterhin auf den größten Bühnen der Welt präsentieren, während wir die Gesamtausgaben für Marketing im Blick behalten:

─Events von globaler Bedeutung

FIFA Fußball-Weltmeisterschaft (Männer und Frauen), UEFA Champions League (Männer und Frauen). Große Marathons wie Berlin, Boston, Mexiko-Stadt, Peking und Seoul.

─Herausragende Teams

  • Fußball: die Fußballnationalmannschaften von Algerien, Argentinien, Belgien, Costa Rica, Deutschland, Kolumbien, Mexiko, Italien, Jamaika, Japan, Peru, Saudi-Arabien, Schweden und Spanien. Erstklassige Fußballvereine wie Arsenal F.C., F.C. Bayern München, Juventus Turin, Manchester United, Real Madrid und A.S. Rom. 2023 haben wir auch unsere Partnerschaft mit der Major League Soccer (MLS) verlängert.
  • Basketball: amerikanische Universitäten wie die Indiana University und die University of Kansas.
  • Laufsport: der äthiopische Leichtathletikverband EAF und der französische Leichtathletikverband FFA.
  • Sonstige Sportarten: die indische Cricket-Nationalmannschaft, die niederländische Feldhockeymannschaft und die New Zealand All Blacks.

─Herausragende Einzelpersonen

  • Fußballstars: Selma Bacha, Jude Bellingham, Linda Caicedo, Rachel Daly, Kadidiatou Diani, Paulo Dybala, Joelinton, Jürgen Klopp, Rafael Leão, Mapi León, Lionel Messi, Álvaro Morata, Manuel Neuer, Lena Oberdorf, Guro Reiten, Declan Rice, Trinity Rodman, Alessia Russo, Mo Salah, Heung-min Son, Marc-André ter Stegen und Zinedine Zidane.
  • Leichtathlet*innen: Anna Hall, Grant Holloway, Steven Gardiner, Noah Lyles, Shaunae Miller-Uibo, Marathonläuferin Tigist Assefa sowie Triathlet Patrick Lange.
  • Basketballstars: Aliyah Boston, Zia Cooke, Gradey Dick, Anthony Edwards, James Harden, Damian Lillard, Donovan Mitchell und Candace Parker.
  • American-Football-Spieler: Patrick Mahomes und Brock Purdy.
  • Tennisspieler*innen: Karolína Muchová, Jessica Pegula, Elina Svitolina-Monfils, Stefanos Tsitsipas, Xinyu Wang, Caroline Wozniacki und Alexander Zverev.
  • Skirennläuferin: Mikaela Shiffrin.

─Kulturell relevante Marketingpartner*innen

Anitta, Baby Monster, Bad Bunny, Grace Wales Bonner, Edison Chen, Caroline Daur, HoYeon Jung, Jennie Kim (Blackpink), Jerry Lorenzo, Léna Mahfouf (,Léna Situations’), Deepika Padukone, Jay Park, Stormzy, Pusha T, Lena Waithe, Pharrell Williams, Sean Wotherspoon und Dingyun Zhang.

Global Sales

Der Bereich Global Sales steuert die kommerziellen Aktivitäten des Unternehmens, indem er Markenattraktivität in profitables und anhaltendes Geschäftswachstum umwandelt. Unser Anspruch ist es, unseren Einzelhandelspartnern den besten Service und unseren Konsumentinnen über sämtliche Kontaktpunkte hinweg das beste Einkaufserlebnis zu bieten. Wir haben das Ziel, skalierbare Geschäftslösungen zu etablieren, um Premium-Erlebnisse zu schaffen. Dabei wollen wir die Erwartungen unserer Konsumentinnen durch ein integriertes Markenangebot erfüllen und übertreffen.

Im Jahr 2023 haben wir unsere Beziehung und die Markenflächen mit den wichtigsten Einzelhändlern ausgebaut, um die Konsument*innen an jedem Kontaktpunkt zu gewinnen. Gleichzeitig haben wir mit rund 1.860 eigenen Einzelhandelsgeschäften innerhalb eines einheitlichen globalen Rahmens unsere starke Präsenz weltweit aufrechterhalten und unseren eigenen E-Commerce verstärkt.

Bewältigung eines herausfordernden Marktumfelds

Auch im Jahr 2023 stand unser Geschäft unter dem Einfluss schwieriger makroökonomischer und geopolitischer Bedingungen, wobei einige Märkte stärker betroffen waren als andere. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, konzentrierten wir uns darauf, durch ein deutlich verringertes Einkaufsvolumen und die taktische Verwendung vorhandener Lagerbestände unsere Vorräte deutlich zu reduzieren sowie weniger Rabatte zu gewähren, um die Grundlage für ein besseres 2024 zu legen.

Im Großhandel haben wir uns darauf konzentriert, bessere Partnerschaften mit unseren Kundinnen aufzubauen und unsere konservative Sell-in-Strategie umzusetzen. Im eigenen Einzelhandel haben wir unser Store Portfolio strategisch reduziert. Mit dem Ziel, die Gesamtprofitabilität zu verbessern, haben wir uns auf strategische Standorte konzentriert, um den Konsumentinnen die Möglichkeit zu geben, die Top-Produkte unserer Marke zu erleben. Auf unserer E‑Commerce-Plattform haben wir uns darauf fokussiert, die verkaufsfördernden Aktivitäten drastisch zu reduzieren, den Verkauf zum vollen Preis und die Begehrlichkeit der Marke durch relevantes Storytelling rund um wichtige Produkte und Ereignisse auszubauen. Wir haben auch weiterhin mit exklusiven Produkten und attraktiven Angeboten für unsere Mitglieder ein hochwertiges, vernetztes und personalisiertes Einkaufserlebnis in 67 Ländern bereitgestellt.

Vertriebskanalmix 2023

Der Großhandel ist weiterhin unser größter Vertriebskanal. Auf ihn entfielen im Jahr 2023 59 % des Gesamtumsatzes (2022: 61 %). Der Anteil unseres Direct-to-Consumer-Geschäfts, das aus unserem eigenen Einzelhandel und dem E-Commerce-Bereich besteht, betrug 2023 41 % (2022: 39 %). Unser Mitgliedschaftsprogramm ‚adiClub‘ ist inzwischen in rund 50 Ländern etabliert und ermöglicht uns den Aufbau einer direkten Beziehung zu unserer Konsumentenbasis.

Umsatz nach Vertriebskanal

Großhandel

Unser Hauptziel im Bereich Großhandel war im Jahr 2023, die Beziehungen zu unseren Partnern zu verbessern und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um in einem herausfordernden Handelsumfeld zu navigieren. Mit sorgfältiger Planung und strategischer Voraussicht haben wir Übergangspläne mit dem ausdrücklichen Ziel umgesetzt, das Vertrauen wiederzugewinnen und bis zum Jahresende eine deutlich verbesserte Geschäftsstruktur aufgebaut zu haben. Im Rahmen einer konservativen Sell-in-Strategie haben wir aufmerksam den Sell-out sowie die Vorratsbestände unserer Kunden nachverfolgt. Zudem haben wir aktiv Initiativen zur Reduktion von Vorratsbeständen im Markt unterstützt, indem wir die Leistung unserer Großhandelskunden bewertet und uns mit ihnen auf einen Übergangsplan geeinigt haben. Für jeden unserer Key Accounts haben wir spezifische Maßnahmenpläne erarbeitet, um gesündere Vorratsbestände, einen fokussierteren Sell-in und eine bessere Warenpräsentation im Geschäft zu erreichen. Unser Ziel war es, den Markt neu zu gestalten und mit unseren Partnern in zukünftiges Wachstum zu investieren. Wir haben Fortschritte bei unserer ‚Branded Space‘-Initiative gemacht, bei der wir weltweit optimierte Schuhwände mit verbessertem visuellem Merchandising eingeführt haben. Sie unterstützt uns auch dabei, unsere Marke aufzuwerten und sicherzustellen, dass wir uns gegenüber den Konsument*innen wirkungsvoll präsentieren. Im vierten Quartal gab es erste Anzeichen dafür, dass sich unser Fokus auf exklusive, kundenspezifische Angebote positiv auf das Geschäft auswirkt. Dies steht im Zusammenhang mit der verstärkten Zusammenarbeit mit unseren Kunden, um eine relevantere Produktdifferenzierung zu erreichen. Indem wir diese Programme auf andere Märkte und Vertriebskanäle ausgeweitet haben, konnten wir im Jahr 2023 damit beginnen, zusätzliche Absatzmöglichkeiten zu erschließen. Im Rahmen unseres verstärkten Fokus auf den Großhandel haben wir die Interaktion mit wichtigen Kunden in allen Märkten intensiviert. Wir haben mehr Kunden zu unseren verschiedenen Standorten rund um den Globus eingeladen. An unserem Campus in Herzogenaurach haben wir 2023 z.B. ein ‚Partner Camp‘ abgehalten, an dem unsere wichtigsten Partner aus den Märkten weltweit teilnahmen. Dieses Event diente als Plattform, um unsere zukünftige strategische Markenausrichtung zu präsentieren und die Stärke und das Potenzial unserer Marke hervorzuheben.# Einzelhandel

Unsere eigenen Einzelhandelsgeschäfte ermöglichen es unseren Konsumentinnen, direkt mit unserer Marke, unseren Produkten und unseren Teams zu interagieren. In den Geschäften können sie unsere Produkte anfassen und anprobieren und sich auch von unseren Storys inspirieren lassen und erleben, wofür wir als Marke stehen. Durch Premium-Erlebnisse und den zwischenmenschlichen Kontakt mit unseren Teams und Communitys wollen wir die Markentreue sowie den ‚Consumer Lifetime Value‘ steigern. Basierend auf unserer Portfoliostrategie und der Entscheidung, unsere Geschäftstätigkeit in Russland einzustellen, ging die Gesamtzahl unserer Geschäfte im Jahr 2023 auf 1.863 (2022: 1.990) zurück. Trotz des übergeordneten Ziels, 2023 die Anzahl unserer Geschäfte zu reduzieren, haben wir weiter in den Aufbau eines profitableren Geschäfts investiert. So vergrößerte beispielsweise der Markt Emerging Markets die Anzahl seiner Geschäfte durch die Übernahme einer Reihe von Franchise-Geschäften in Saudi-Arabien mit dem Ziel, das Store-Portfolio zu optimieren und den Umsatz durch verbesserte operative Abläufe zu steigern. Mit unseren auf Premium-Erlebnisse ausgerichteten ,Halo Stores‘ (einschließlich Flagship Stores und Brand Center), den kommerzielleren ,Core Stores‘ (einschließlich ‚Concession Corners‘) sowie unseren Factory Outlets für preisbewusstere Konsumentinnen bieten wir ein Umfeld, das die unterschiedlichsten Bedürfnisse beim Einkauf unserer Produkte befriedigt und eine Verbindung mit unserem Markenkern herstellt. Halo Stores hatten 2023 weiterhin Priorität, da sie an der Spitze unserer Concept Stores stehen. Unsere strategischen Standorte haben wir durch weitere Flagship Stores und Brand Center weiter aufgewertet. Beispielsweise haben wir in Seoul Myeongdong einen Brand Flagship Store eröffnet, den ersten in Korea. Dieser erhielt eine LEED-Gold-Zertifizierung für die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um den Store nachhaltig zu gestalten. Außerdem haben wir die Fläche eines der bestehenden Brand Center in Bangkok verdoppelt, wodurch es nun das größte Brand Center in Asien-Pazifik ist. Ein neues Brand Center in Sydney ist der erste Halo Store im Raum Pazifik. Im Geschäft sind Werke verschiedener Künstlerinnen ausgestellt, die mit ihrer Kreativität eine Hommage an die berühmten Silhouetten von Sydney geschaffen haben und dem Store eine lokale Note geben. Der Store bietet auf zwei Stockwerken Sportswear- und Performance- sowie Stella McCartney-Produkte und unsere Originals Kollektionen an. Darüber hinaus haben wir entsprechend unserem ‚Home of Sport‘-Store-Designkonzept das Brand Center in Hongkong umgestaltet: Es wurden Elemente wie Kunstwerke lokaler Künstlerinnen, ein lokal designter Bereich für Frauen, ein Bereich für adiClub-Mitglieder sowie die mit 26 Metern längste Schuhwand ergänzt. Zudem haben wir das Brand Center in Tel Aviv umgestaltet und in Peking den ersten Originals Flagship Store eröffnet.

Stores nach Konzept

E-Commerce

Wir haben die sich verändernde Marktdynamik erkannt und die Rolle des E-Commerce innerhalb des breiteren Ökosystems neu definiert, indem wir unsere Fähigkeiten und Erfahrungen dazu genutzt haben, die Profitabilität zu verbessern und uns auf ‚Premiumisierung‘ zu konzentrieren. Im Jahr 2023 haben wir die Digitalisierung über alle unsere Vertriebskanäle und an allen Berührungspunkten in 67 Ländern weiter vorangetrieben. Unser Mitgliedschaftsprogramm ‚adiClub‘ ist weiterhin ein Eckpfeiler der Interaktion mit unseren Mitgliedern. Basierend auf dem erfolgreichen Start im Jahr 2022 haben wir die Funktion zur Einlösung von Punkten auf 19 weitere Länder ausgedehnt. Mit dieser Funktion können Mitglieder Punkte, die sie an unseren digitalen Berührungspunkten oder im Einzelhandel gesammelt haben, für andere Zwecke einlösen. Dazu gehören die Teilnahme an Verlosungen, sogenannte ,Money can’t buy‘-Produkte, also Produkte, die man für Geld nicht kaufen kann, Gutscheine, die Nutzung von Partnerangeboten, der Erhalt sogenannter ‚Golden Tickets‘ oder Spenden. 2023 haben wir zudem das Programm ‚Points x Premium Subscription‘ eingeführt und sind eine Partnerschaft mit Les Mills eingegangen, um unser Engagement für einzigartige Mitgliedschaftserlebnisse zu bestärken. Damit haben wir adiClub als eines der wenigen Mitgliedschaftsprogramme positioniert, die nicht nur die Einkäufe, sondern auch die sportlichen Aktivitäten ihrer Mitglieder honorieren. Die Marathon-Saison 2023 war ein Erfolg. Wir haben neue Wege der Mitgliedereinbindung über alle unsere Kontaktpunkte hinweg getestet und große Laufwettkämpfe in der adidas App, unserer Sport-App, auf adidas.com sowie in den sozialen Medien aktiviert. Tigist Assefa stellte mit dem Adizero Adios Pro Evo 1 einen neuen Weltrekord im Marathon der Frauen auf – mit einer Zeit von 2:11:53 Stunden. Der Schuh war innerhalb weniger Minuten in einem exklusiven Online-Hyper-Drop ausverkauft. Im Sinne der Inklusion war es unser Ziel, solche Wettkämpfe für alle Menschen zugänglich zu machen. Deshalb haben wir interaktive digitale Lauferlebnisse in unsere Sport-App integriert, über die unsere Mitglieder weltweit an Events wie dem Dubai Marathon, dem ‚Road2Records‘-Lauf in Herzogenaurach oder dem Berlin Marathon teilnehmen können. Mehr als 450.000 Mitglieder liefen bei virtuellen Rennen von fünf bis 21 Kilometer mit und konnten so neben unseren Athletinnen ihre persönlichen Siege feiern. Wir planen, diese Erlebnisse 2024 weiter auszubauen und unsere digitalen Laufangebote in alle großen Lauf-Events des Jahres zu integrieren. Unsere adidas Confirmed App, die digitale Boutique und Premium-Berührungspunkt für Sneakerheads, Streetwear-, Fashion- und Style-Fans, hat sich durch Partnerschaften und Kollektionen mit High-Fashion-Marken und Pionieren wie Moncler, Bad Bunny und Wales Bonner, die wir zusätzlich zu unseren eigenen Premium-Franchises anboten, gut weiterentwickelt. 2023 haben wir die App optisch aufgefrischt, unseren Community-Ansatz verstärkt und neue Geschäftsmodelle entwickelt, darunter z.B. die Veranstaltung eines neuartigen Markterlebnisses namens ‚adidas Consortium Cup‘. Dabei handelt es sich um einen Sneaker-Design-Wettbewerb zwischen unseren Consortium-Fashion-Influencer-Partnerinnen weltweit, in dem besonders engagierte Communitys Einfluss auf Produkteinführungen nehmen können. Die App, über die unseren Konsument*innen weiterhin unsere begehrten und hochwertigen Produkte zur Verfügung gestellt werden, bietet erstklassige Erlebnisse und untermauert unseren Status als Trendsetter in der globalen Lifestyle-Welt.

Global Operations

Global Operations steuert die Entwicklung, Fertigungsplanung, Beschaffung und Logistik für unsere Produkte. Der Bereich arbeitet daran, die Effizienz innerhalb unserer Beschaffungskette zu verbessern und gewährleistet die Einhaltung hoher Standards hinsichtlich Qualität, Verfügbarkeit und Lieferung unserer Produkte. Unser Prinzip, die Konsumentinnen in den Mittelpunkt zu stellen, bedeutet, dass wir Produkte zu jeder Zeit und an jeden Ort liefern. Diese sind preislich wettbewerbsfähig und tragen dazu bei, unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Global Operations unterstützt die Mission von adidas, die weltweit beste Sportartikelmarke zu sein. Der Bereich hat das Ziel, die besten Produkte zu entwickeln, indem er die dafür nötigen modernen Infrastrukturen, Prozesse und Systeme schafft. Diese ermöglichen es uns, den Fokus bei Materialien und Fertigungsmethoden auf Innovation und Nachhaltigkeit zu richten. Zudem ist es Ziel von Global Operations, den besten Service zu bieten. Das erreichen wir durch flexible und agile Distributionskapazitäten, die die Produktverfügbarkeit über unseren Omni-Channel-Ansatz gewährleisten. So trägt Global Operations dazu bei, unseren Kunden und Konsumentinnen das beste Erlebnis zu bieten.

Prozess von der Produktentstehung zur Markteinführung

Mehr Reaktionsfähigkeit in unserer Beschaffungskette

Um die Markteinführungszeit in China zu verkürzen und auf die sich verändernde Verbraucherlandschaft vor Ort zu reagieren, hat Global Operations 2023 ein Betriebsmodell eingerichtet, das eine durchgängige Verkürzung der Lieferzeiten für solche Artikel ermöglicht, die innerhalb der Saison eine höhere Reaktionsfähigkeit erfordern. Wir haben die Auftragseffizienz des Markts verbessert, die lokale Produktion in China für China gesteigert sowie die Vorlaufzeiten für Produktion und Distribution für die Saison Herbst/Winter 2023 verkürzt. Wir arbeiten weiter daran, die Reaktionsfähigkeit in unserer Beschaffungskette zu verbessern, und planen, das Konzept ab 2024 basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen auf weitere priorisierte Märkte auszuweiten.

Produktion bei unabhängigen Herstellern

Um unsere Produktionskosten wettbewerbsfähig zu halten, werden fast 100 % unserer Produkte von unabhängigen Herstellern gefertigt. Unsere Hersteller erhalten von uns detaillierte Spezifikationen hinsichtlich der Produktion und Lieferung und verfügen über fundierte Kenntnisse in der kosteneffizienten und hochvolumigen Produktion von Schuhen, Bekleidung sowie Accessoires und Ausrüstung. Insgesamt produzierten unsere unabhängigen Hersteller im Jahr 2023 756 Millionen Artikel in den Bereichen Textilien, Schuhe sowie Accessoires und Ausrüstung (2022: 1.018 Millionen Artikel).Der Rückgang des Produktionsvolumens ist auf eine geringere Neuware-Nachfrage aus den Märkten zurückzuführen, um so die hohen Lagerbestände abzubauen. Im Jahr 2023 haben wir mit 104 unabhängigen Herstellern (2022: 117) mit insgesamt 237 Produktionsstätten (2022: 259) zusammengearbeitet. Der Großteil (78 %) unserer unabhängigen Hersteller sitzt in Asien (2022: 71 %). Wir legen Wert auf langfristige Beziehungen: 74 % unserer unabhängigen Hersteller arbeiten seit mindestens zehn Jahren mit adidas zusammen, 38 % bereits seit mehr als 20 Jahren.

Lieferbeziehungen mit unabhängigen Herstellern

Gesamt Schuhe Bekleidung Accessoires und Ausrüstung
Anzahl unabhängige Hersteller¹ 104 24 55 32
Durchschnittliche Dauer der Beziehung mit unabhängigen Herstellern (in Jahren) 20,8 22,5 20 20,8
Zusammenarbeit < 10 Jahre 26 % 33 % 22 % 31 %
Zusammenarbeit 10 – 20 Jahre 36 % 25 % 40 % 31 %
Zusammenarbeit > 20 Jahre 38 % 42 % 38 % 38 %

¹ Darunter zwei unabhängige Hersteller, die sowohl Schuhe als auch Bekleidung produzieren, ein unabhängiger Hersteller, der sowohl Schuhe als auch Accessoires und Ausrüstung herstellt, und vier unabhängige Hersteller, die sowohl Bekleidung als auch Accessoires und Ausrüstung produzieren.

Lieferbeziehungen > 20 Jahre 38 %

Wir bewerten alle unabhängigen Hersteller anhand spezieller Performance-Kriterien, die von Global Operations in regelmäßigen Abständen gemessen und geprüft werden. Um die hohen Qualitätserwartungen zu erfüllen, die Konsument*innen an unsere Produkte haben, führen wir strenge Betriebs- und Qualitätskontrollen bei den unabhängigen Herstellern sowie in unseren eigenen Produktionsstätten durch. Die Effektivität unserer produktbezogenen Standards wird anhand von Qualitäts- und Materialreklamationen kontinuierlich gemessen. Darüber hinaus überwachen wir die Leistung unserer Partner in den Bereichen Lieferung und Effizienz. Wir setzen uns in unserer gesamten Beschaffungskette auch für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards ein. Eine aktuelle Liste der unabhängigen Hersteller ist auf unserer Website zu finden.
► SIEHE NACHHALTIGKEIT ►adidas-group.com/Nachhaltigkeit

Vietnam wichtigstes Zulieferland für Schuhe
Im Jahr 2023 wurde Vietnam wieder zum wichtigsten Zulieferland für Schuhe mit einem Anteil von 38 % am Gesamtvolumen (2022: 32 %), gefolgt von Indonesien mit 32 % (2022: 34 %) und China mit 14 % (2022: 16 %). Insgesamt wurden 2023 97 % unserer Schuhe in Asien produziert (2022: 97 %). Unsere unabhängigen Schuhhersteller haben 2023 rund 311 Millionen Paar Schuhe produziert (2022: 419 Millionen Paar). Unser größter Zulieferbetrieb produzierte etwa 8 % unseres Beschaffungsvolumens an Schuhen (2022: 7 %).

Kambodscha wichtigstes Zulieferland für Bekleidung
Im Jahr 2023 haben wir 91 % unserer Gesamteinkäufe an Bekleidung aus Asien bezogen (2022: 91 %). Kambodscha ist mit 23 % der Gesamtproduktion das wichtigste Zulieferland (2022: 22 %), gefolgt von Vietnam mit 20 % (2022: 17 %) und China mit 15 % (2022: 17 %). Insgesamt haben unsere unabhängigen Hersteller im Jahr 2023 rund 328 Millionen Textilien produziert (2022: 482 Millionen Textilien). Der größte Textilzulieferbetrieb produzierte etwa 10 % dieser Bekleidungsstücke (2022: 9 %). Die Produktion von Bekleidung ist weiterhin allgemein fragmentierter als der Bereich Schuhe.

Türkei wichtigstes Zulieferland für Accessoires und Ausrüstung
Im Jahr 2023 wurden 71 % unserer Produkte im Bereich Accessoires und Ausrüstung, z.B. Bälle und Taschen, in Asien hergestellt (2022: 72 %). Die Türkei wurde im Jahr 2023 mit einem Anteil von 26 % am Beschaffungsvolumen unser wichtigstes Zulieferland (2022: 25 %), gefolgt von China mit 22 % (2022: 28 %) und Pakistan mit 22 % (2022: 21 %). Das gesamte Beschaffungsvolumen für Accessoires und Ausrüstung belief sich auf rund 116 Millionen Stück (2022: 117 Millionen Stück), wovon 26 % auf den größten Zulieferbetrieb entfielen (2022: 20 %).

¬ ⌐ Produktion weltweit nach Ländern
¬ ⌐ Gesamtproduktionsvolumen nach Kategorie¹
¹ Zahlen für 2020 und 2019 inklusive des Reebok Geschäfts.

Agiles und effizientes Netzwerk von Distributionszentren
Wir haben im Jahr 2023 die Infrastruktur unserer Distributionszentren verbessert, indem wir eine klare Strategie für Prozessautomatisierungen, System-Upgrades und Initiativen zur Kapazitätserweiterung der Distributionszentren verfolgt haben. So konnten wir unsere Servicelevels im E-Commerce-Bereich optimieren und zusätzliche Liefermöglichkeiten mit einer insgesamt breiteren Produktverfügbarkeit anbieten. Unser globales Distributionsnetzwerk besteht aus insgesamt 65 Distributionszentren, die es uns ermöglichen, die globale Nachfrage effizient und effektiv zu bedienen. Wir betreiben Distributionszentren in allen unseren Märkten: 13 in Europa, drei in GUS, zwölf in Emerging Markets, zwölf in Asien-Pazifik, elf in China, sieben in Nordamerika und sieben in Lateinamerika. Angesichts des überdurchschnittlich dynamischen wirtschaftlichen Umfelds haben wir im Jahr 2023 die Größe unseres Netzwerks weiter an die sich verändernde Nachfrage der relevanten Märkte angepasst.

Eigene und partnerbetriebene Distributionszentren nach Region
Von den 65 Distributionszentren in unserem globalen Netzwerk sind 23 von adidas eigenbetrieben und 42 von Logistikpartnern. Durch diese operative Flexibilität und Agilität können wir unseren Kunden und Konsumentinnen den besten Service bieten. Um eine breitere Produktpalette am Point of Sale sicherstellen zu können, liefern 34 unserer Distributionszentren an alle unsere Vertriebskanäle. Die übrigen 31 sind vertriebskanal- oder servicespezifisch aufgestellt, entsprechend den Bedürfnissen und Entwicklungen in den unterschiedlichen Märkten. Darunter ist ein Distributionszentrum, in dem adidas ein spezielles Retourenkonzept getestet und eingeführt hat, um das Konsumentenerlebnis sowie die Effizienz des gesamten Vertriebsnetzwerks zu verbessern. Diese Diversifizierung erlaubt es uns, unsere Produkte auf agile und effiziente Weise an unsere Kunden und Konsumentinnen weltweit zu vertreiben.

Leistungsindikatoren zur Nachverfolgung von Produktverfügbarkeit und pünktlicher, vollständiger Lieferung
Ziel des Bereichs Global Operations ist es, bestellte Artikel rechtzeitig und vollständig zu entwickeln, zu fertigen, zu beschaffen und zu vertreiben. Daher verwenden wir zwei Leistungsindikatoren: ‚On-Time Available‘ (,OTA‘) und ‚On-Time In-Full‘ (,OTIF‘). OTA misst die termingetreue Verfügbarkeit von Produkten im Distributionszentrum für unsere Großhandelskunden sowie unseren eigenen Einzelhandel. OTIF steht für die vollständige Lieferung unserer Produkte zum Wunschtermin an unsere eigenen Einzelhandelsgeschäfte sowie an unsere E-Commerce-Konsumentinnen. Auf dem Weg zu unserem OTIF-Ziel von 90 % bis 2025 haben wir 2023 neben dem eigenen Einzelhandel auch den E-Commerce berücksichtigt, um eine abgestimmte globale Kennzahl zu erhalten (in den Vorjahren bezog sich OTIF nur auf den eigenen Einzelhandel). Im Jahr 2023 erreichte unser OTA-KPI 92 % (2022: 82 %). Treiber für diese Entwicklung war die Tatsache, dass alle Märkte die Zielvorgabe bereits im ersten Jahresquartal übertrafen, mit Ausnahme des Markts Europa, der sich jedoch im zweiten Quartal erholte. Unser OTIF-Ergebnis lag bei 89 % (2022: 83 %, nur eigener Einzelhandel). Dies spiegelt unseren sorgfältigen Fokus auf operative Exzellenz in allen unseren Systemen, Distributionszentren sowie im ausgehenden Transport wider, um eine stabile Lieferleistung sowohl für unsere eigenen Einzelhandelsgeschäfte als auch für unsere E-Commerce-Konsumentinnen sicherzustellen.

Unser Team
Wir sind davon überzeugt, dass unsere Beschäftigten der Schlüssel zum Erfolg unseres Unternehmens sind. Ihre Leistung, ihr Wohlbefinden und ihre persönliche Entwicklung nehmen maßgeblich Einfluss auf die Markenattraktivität, die Zufriedenheit unserer Konsument*innen und letztendlich unsere Finanzergebnisse. Unsere Mitarbeiterstrategie umfasst drei wichtige Säulen: Führung, Weiterentwicklung und Leistung (,Leadership, Betterment, and Performance‘), die alle durch Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion (,Diversity, Equity, and Inclusion‘ – ,DEI‘) gestützt werden.
¬ ⌐ Innerhalb dieser Säulen richten wir den Fokus unserer Bemühungen im Bereich Team und Kultur auf die folgenden Schwerpunkte:
* ‚DEI‘ noch tiefer in unserer Kultur verankern
* Talente rekrutieren, weiterentwickeln und im Unternehmen halten
* Führungskräfte entwickeln, die als inspirierende Vorbilder dienen
* Ein erstklassiges Mitarbeitererlebnis schaffen
* Eine Mentalität des kontinuierlichen Lernens etablieren
* Individuelle und Teamleistung anerkennen und honorieren
¬ ► adidas-group.com/s/mitarbeitenDE
¬ ⌐ Wir wollen eine Kultur schaffen, in der die Erfahrung, das Wohlbefinden und die Leistung unserer Mitarbeitenden wertgeschätzt werden. Um dies zu unterstützen, haben wir uns darauf konzentriert, unsere sechs adidas Werte zu implementieren und zu verankern. Diese sind Mut, Verantwortung und Innovation (‚Courage, Ownership, and Innovation‘) sowie Teamplay, Respekt und Integrität (‚Team Play, Respect, and Integrity‘). 2022 haben wir diese Werte in allen unseren Personalrichtlinien und -prozessen eingeführt. Dazu zählt auch die Art und Weise, wie wir Beschäftigte einstellen, befördern und ihre Leistung bewerten.
¬ Verankerung von Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion in unserer Kultur
¬ Bei adidas haben wir unter der Leitung des Global Senior Vice President DEI ein eigenes Diversity, Equity and Inclusion (DEI) Team mit DEI Leads in jedem Markt. Wir sind fest davon überzeugt, dass DEI einen echten Wettbewerbsvorteil für uns bedeutet, den wir nutzen können, um die weltweit beste Sportartikelmarke zu sein. Dadurch, dass wir gleiche Startbedingungen schaffen, hat jede und jeder Einzelne dieselbe Chance, sich weiterzuentwickeln, das eigene Führungspotenzial zu maximieren und Spitzenleistungen zu erzielen.# DEI-Strategie

Indem wir Talentrekrutierung und Mitarbeiterentwicklung entsprechend der Vielfalt unserer Konsument*innen und Communitys betreiben, fördern wir eine Kultur der Inklusion, in der wir Unterschiede wertschätzen und nutzen. Dies stärkt die Einbindung unserer Beschäftigten, die Weiterentwicklung unserer Führungskräfte für unsere vielfältigen Märkte sowie den Dialog mit unseren Konsument*innen.

Im Jahr 2022 haben wir unsere neue DEI-Strategie ,Creating an Equal Playing Field for All‘ (,Ein gleiches Spielfeld für alle schaffen‘) eingeführt. Diese basiert auf drei wesentlichen Säulen: Team, Kultur und Verantwortlichkeit (‚People, Culture, and Accountability‘). Als Grundlage der Strategie diente unsere erste anonyme, freiwillige Umfrage zu vier zentralen Dimensionen der Vielfalt (Geschlecht, LGBTQIA+, ethnische Zugehörigkeit und Behinderung).

Während unserer jährlichen ‚Global Week of Inclusion‘ haben wir im Oktober 2023 die Fortschritte und Auswirkungen vorgestellt, die im Rahmen der Strategie erzielt wurden. Unter dem Motto ,Vom Dialog zur Wirkung: mehr Spielraum für alle‘ haben wir in allen Regionen verschiedene Aktivitäten durchgeführt und auch unsere Ziele für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis im adidas Führungsteam vorgestellt. Förderprogramme und andere Initiativen zur Weiterentwicklung für Frauen werden uns dabei unterstützen, diese Ziele zu erreichen. ► SIEHE abschnitt ,frauen in führungspositionen‘

Darüber hinaus gab es eine Reihe von Podiumsdiskussionen, in denen wir die Auswirkungen unseres einjährigen Programms ‚Leading with Inclusion‘ (,Inklusives Führen‘) vorgestellt haben, welches das Ziel hat, eine kollektive Kompetenz in unserer oberen Führungsriege aufzubauen. Wir haben auch über unser neues Rahmenwerk zu den ‚Employee Resource Groups‘ (,ERGs‘) informiert, sowie dazu, wie dieses den adidas ERGs Governance, Anerkennung und Schulungsmöglichkeiten bietet. Zudem haben wir ein ‚Belonging‘-Workout durchgeführt und eine Reihe von Live-Webinaren abgehalten, in denen alle Mitarbeitenden lernen konnten, wie man im Team das Zugehörigkeitsgefühl fördern kann.

Im Rahmen unserer DEI-Strategie ‚Creating an Equal Playing Field for All’ arbeiten wir weiterhin an unseren Zielsetzungen und Verpflichtungen:

─‚Leading with Inclusion‘: Um die Säule ‚Verantwortlichkeit‘ zu stärken, haben unsere Vorstandsmitglieder und wichtigsten Führungskräfte ein dreistufiges Weiterentwicklungsprogramm absolviert, um eine kollektive Kompetenz für inklusive Führung bei adidas aufzubauen. Die drei Stufen umfassen Selbsteinschätzung, vertrauliches Coaching und ein erfahrungsbasiertes Lernen unter Kolleg*innen. Das ‚Leading with Inclusion‘-Programm wird nun an alle Führungskräfte der ersten Ebene unter dem Vorstand ausgerollt. 2024 werden auch alle Führungskräfte der oberen und mittleren Führungsebene einbezogen werden.

Frauen in Führungspositionen

40 % ─Frauen in Führungspositionen: adidas hat sich ein messbares, ehrgeiziges Ziel gesetzt, das unsere DEI-Ambitionen in Bezug auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis unterstützen soll. Wir haben uns verpflichtet, den Anteil von Frauen in Führungspositionen auf Director-Ebene und höher bis 2033 weltweit auf ein ausgewogenes Verhältnis von 50 % zu steigern. Mit einem Anteil von 40 % im Jahr 2023 entspricht unser Ziel in Bezug auf Frauen in Führungspositionen unserem Engagement für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis sowie unserem Konsumentenfokus, in dem Frauen ebenfalls eine Priorität darstellen. Zudem haben wir einen Frauenanteil von insgesamt 48 % in den mittleren und unteren Management- sowie auf den Senior-Professional-Ebenen erreicht. Für alle Einstiegsebenen liegt der Frauenanteil zum Jahresende 2023 bei insgesamt 52 %. Dies stellt eine robuste Grundlage für das Erreichen unserer Ziele auf höheren Managementebenen dar. Auch bei der Beförderung von Frauen spielt Gleichstellung eine wichtige Rolle. Hier haben wir im Jahr 2023 52 % erzielt. Für adidas gibt es in Deutschland zudem konkrete, gesetzlich vorgeschriebene Zielvorgaben für den Frauenanteil im Vorstand sowie die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands. Im Jahr 2024 wird adidas weiterhin Mentoringprogramme und Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen anbieten, um sie für Führungspositionen aufzustellen. Zudem werden neue Initiativen wie Sponsoringprogramme für Frauen entwickelt, um den Frauenanteil auf allen Führungsebenen zu steigern. ¬► SIEHE ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG ─⌐

─Globale Gleichstellung unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit: Unsere DEI-Strategie soll weltweit Gleichstellung unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit fördern, indem wir unsere Datenerfassung und Talentinitiativen erweitern, um leistungsstarke Talente aus unterrepräsentierten und marginalisierten Gruppen zu finden und zu unterstützen. Wir verpflichten uns dazu, Inklusivität für alle Dimensionen von Vielfalt und Intersektionalität zu fördern.

─‚Employee Resource Groups‘ (‚ERGs‘): Im gesamten Unternehmen haben wir den weiteren Ausbau unserer ERGs unterstützt, indem wir ein neues Rahmenwerk, das ‚ERG Framework‘, sowie ein neues Funktionsmodell entwickelt haben, um unseren ERG-Mitgliedern Steuerungs- und Kontrollmechanismen sowie Anerkennung und Schulungsmöglichkeiten zu bieten. ERGs werden von Beschäftigten mit verschiedensten Hintergründen und Perspektiven organisiert und bieten ihnen ein Umfeld der Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit. Es gibt weltweit mehr als 30 ERGs sowie sogenannte ,Diversity Ambassador Teams‘, die sich verschiedenen Aspekten rund um das Thema Vielfalt widmen, darunter ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, LGBTQIA+, erfahrene Beschäftigte, Glaube, Behinderung oder psychische Gesundheit. Die Teilnahme an diesen Gruppen ist freiwillig und steht allen Mitarbeitenden offen.

─Vereint gegen Rassismus: adidas hat im Juni 2020 die Initiative ‚United Against Racism‘ gestartet, um damit im US-Geschäft und den dortigen Communitys die Bewegung für soziale Gerechtigkeit zu unterstützen und Gleichstellung unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit zu fördern. Die Initiative umfasst eine Vielzahl von Verpflichtungen in den Bereichen Rekrutierung, Talententwicklung und gesellschaftliches Engagement und hat das Ziel, nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Als Teil der Maßnahmen werden wir bis zum Jahr 2025 in den USA 120 Mio. US-$ zur Bekämpfung von Rassismus und zur Unterstützung Schwarzer Communitys investieren sowie jährlich 55 Universitätsstipendien für Schwarze Studierende bzw. Studierende mit lateinamerikanischem Hintergrund in den USA finanzieren. Außerdem haben wir uns neue Ziele für eine stärkere Vertretung Schwarzer Menschen und Menschen lateinamerikanischer Herkunft innerhalb der US-Belegschaft gesetzt. Unser Bestreben ist es, bis zum Jahr 2025 mindestens 30 % aller neuen Stellen in den USA mit Schwarzen Menschen bzw. Menschen lateinamerikanischer Herkunft zu besetzen. Im Jahr 2023 erreichte adidas hier eine Quote von 23 % und liegt damit auf dem richtigen Kurs zur Zielerreichung.

─Weiterbildung und Weiterentwicklung im Bereich DEI: In Zusammenarbeit mit unserem Global Talent Team bietet adidas weiterhin für Mitarbeitende aller Ebenen Schulungen zu den DEI-Grundlagen und der dazugehörigen Terminologie an. Das ganze Jahr 2024 hindurch werden die Beschäftigten die Möglichkeit haben, sich die Inhalte selbstständig anzueignen und Team-Workouts durchzuführen, um bei adidas eine von Inklusion geprägte Kultur zu fördern. Unser Learning Team stellt darüber hinaus verpflichtende Antidiskriminierungs- und Antibelästigungsschulungen für alle Beschäftigten bereit, die auch das Thema sexuelle Belästigung enthalten.

─‚DEI Executive Council‘: Unser DEI Executive Council umfasst eine Gruppe von Personen mit vielfältigen Hintergründen aus dem gesamten Unternehmen, unter anderem alle Vorstandsmitglieder sowie Führungskräfte aus jedem Markt. Dieser Rat setzte 2023 seine Arbeit fort, um die Rechenschaftspflicht in Bezug auf weltweite DEI-Initiativen zu stärken, sich mit aufkommenden DEI-Problemen, die sich auf unsere Marke auswirken, zu befassen und die Umsetzung unserer DEI-Strategie voranzutreiben. Innerhalb ihrer jeweiligen Funktionen und Märkte verfolgen die Mitglieder zudem das Ziel, Lösungen für Herausforderungen im Bereich DEI bereitzustellen und funktionsübergreifende und marktbasierte Hindernisse zu identifizieren und zu beseitigen. 2023 gab der DEI Executive Council Beschäftigten mit unterschiedlichen DEI-Hintergründen und Intersektionalitäten zudem die Möglichkeit, der oberen Führungsebene Feedback zu geben. ¬

Talentrekrutierung ⌐

In einem sich wandelnden Geschäftsumfeld steht adidas weiterhin vor der Herausforderung, sich um begehrte Talente zu bemühen. Wir haben 2023 über 9 % mehr Mitarbeitende eingestellt als 2022, vor allem für unseren Einzelhandelsbereich. adidas ist nach wie vor ein sehr beliebter Arbeitgeber und erhält weiterhin weltweit Anerkennung als Wunscharbeitgeber. So nahmen wir 2023 im ‚The World’s Best Employers‘-Ranking von Forbes im dritten Jahr in Folge den Spitzenplatz in unserer Kategorie und den zwölften Platz im Gesamtranking ein (2022: 16. Platz). Außerdem sind wir weiterhin in den ‚World’s Most Attractive Employers‘-Rankings 2023 von Universum für Studierende der Wirtschafts-, Ingenieur- und IT-Wissenschaften weltweit vertreten. Wir haben Rang fünf im ,Beste Arbeitgeber Deutschlands‘-Ranking des Magazins Stern erzielt sowie Rang zwei im ,Beliebteste Modearbeitgeber Deutschlands‘-Ranking im Rahmen der von ‚TextilWirtschaft‘ veröffentlichten Studie ,Working in Fashion‘. Zudem haben wir von der ‚Association for Talent Development‘ den ‚Excellence in Practice Award‘ für die Weiterentwicklung von Führungskräften erhalten. Darüber hinaus wurden wir mit dem ‚Handshake 2023 Early Talent Award‘ und dem ‚RippleMatch 2023 Campus Forward Award‘ als Sieger in der Kategorie ‚Large Early Career Programs‘ ausgezeichnet.# Zur Unterstützung unserer Talentpipeline haben wir 2023 mehrere Programme umgesetzt:

─ 'Unlimited'-Programm: Unlimited bietet Unterstützung und Möglichkeiten für Beschäftigte im Einzelhandel, die eine Karriere in unserer Konzernorganisation anstreben. In Nordamerika fanden im Jahr 2023 bereits zum sechsten Mal Rekrutierungen statt. EMEA durchlief den zweiten Zyklus, nach dessen Abschluss die Beschäftigten im September 2023 ihre neuen Stellen antreten konnten.
─ Praktikumsprogramme für Studierende und MBA-Absolventinnen: Im Jahr 2023 beschäftigten wir weltweit 283 Praktikantinnen (2022: 305). Die Studierenden erhalten die Chance, für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten Berufserfahrung bei adidas zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Begleitet werden die Praktika von einem umfassenden Rahmenprogramm, das berufliche Entwicklung, Mentoring und Networking-Events beinhaltet. Unser Ziel ist es, die besten Praktikantinnen an uns zu binden und als Beschäftigte in Vollzeit zu gewinnen.
─ Kandidatenerlebnis: Im Jahr 2023 haben wir eine globale Kandidatenbefragung für alle (internen und externen) Bewerber
innen für unsere Unternehmensfunktionen eingeführt. Dabei geht es sowohl um die allgemeine Erfahrung der Kandidat*innen während des gesamten Bewerbungsprozesses als auch um Aspekte wie Schnelligkeit oder Inklusion. Das Feedback wird uns dabei helfen, ein positives Kandidatenerlebnis zu schaffen. Im Jahr 2023 haben wir auch den gesamten Einstellungsprozess an wichtigen Standorten optimiert und unter anderem die Zeit bis zur Einstellung durch das 'Program Diamond' verkürzt. Im Rahmen dieser Initiative wurden mehrere manuelle Arbeitsschritte automatisiert und das Onboarding-Erlebnis verbessert, um die Grundlage für einen global standardisierten Rekrutierungsprozess zu schaffen.

Entwicklung vorbildhafter Führung

Bei unseren Weiterbildungsangeboten stehen das Führungsverhalten und die grundlegenden Kompetenzen im Vordergrund, die für den nachhaltigen Erfolg unseres Unternehmens erforderlich sind. Unser Ziel ist es, talentierte Führungskräfte mit unterschiedlichen Hintergründen zu inspirieren und zu entwickeln, die beispielhaftes Führungsverhalten vorleben. Dabei verfolgen wir verschiedene Initiativen, um unseren Führungskräftenachwuchs zu fördern und zu verbessern:

─ Entwicklungsprogramme für Führungskräfte: Wir bieten eine Vielzahl an Weiterbildungsprogrammen, die für Führungskräfte aller Managementebenen in allen Märkten und Funktionsbereichen konzipiert sind, darunter unsere Initiativen 'People Leader Experience' ('PLE'), 'Manager Development Experience' ('MDE'), 'Director Development Experience' ('DDE') und 'Executive Development Experience' ('EDE'). Diese interaktiven Programme fördern die Entwicklung von Führungskompetenzen, die direkt auf die aktuellen Rollen und Verantwortungsbereiche der Teilnehmenden sowie auf unsere Werte abgestimmt sind. Im Jahr 2023 haben 982 Beschäftigte ihr MDE- bzw. DDE-Programm begonnen. 562 davon haben ihr Programm online abgeschlossen. Außerdem haben 1.551 Führungskräfte und/oder angehende Führungskräfte ihr PLE-Programm gestartet. 1.314 davon haben das Programm über eine kollaborative Online-Plattform abgeschlossen.
─ 'adidas 360°': Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im Jahr 2022 wurde 'adidas 360°' 2023 als Instrument für die Führungskräfteentwicklung eingeführt. Es umfasst die Einholung von Feedback aus verschiedenen Quellen, darunter Managerinnen, direkt unterstellte Mitarbeiterinnen und andere Stakeholder. adidas 360° soll den Führungskräften ein besseres Verständnis dafür vermitteln, wie ihr Verhalten wahrgenommen wird. Es liefert wertvolles Feedback, das für die berufliche Weiterentwicklung sowie das Wachstum des Unternehmens entscheidend ist.
─ Nachfolgemanagement: Mit unserer Nachfolgeplanung verfolgen wir das Ziel, durch den Aufbau starker interner Talentpipelines für wichtige Führungspositionen Stabilität und Sicherheit im Geschäftsbetrieb zu gewährleisten. Wir erreichen dies durch einen weltweit einheitlichen Nachfolgeprozess, in dem wir diese kritischen Führungspositionen ermitteln und ihnen unsere besten Talente gezielt als Nachfolgerinnen zuordnen. Wir sorgen zudem für die Umsetzung der Nachfolgeplanung anhand realisierbarer Entwicklungspläne, um vorgesehene Nachfolgerinnen auf ihre nächsten Schritte vorzubereiten. Unsere Führungsgruppen und unser Talentpool dienen als Nachfolgepipeline für die Führungsrollen des Unternehmens.
─ Führungsgruppen: Unsere Führungsgruppen sind die 'Core Leadership Group' (,CLG') und die 'Extended Leadership Group' (,ELG'). Die CLG arbeitet eng mit dem Vorstand zusammen, während die ELG markt- und funktionsübergreifend kollaboriert und daran arbeitet, die Umsetzung unserer strategischen Initiativen voranzutreiben. Darüber hinaus ist die ELG für die kontinuierliche Verbesserung und Abstimmung innerhalb der gesamten Organisation verantwortlich.
─ Globales 'High Potential'-Programm: Zur Förderung von ausgewählten leistungsstarken und vielversprechenden Talenten haben wir unser 'Global High Potential'-(,GHIPO')-Programm. Mithilfe dieses Programms können wir auf globaler Ebene Talente identifizieren und entwickeln, die das Potenzial haben, komplexere und anspruchsvollere Aufgaben mit Verantwortung auf höheren Führungsebenen zu übernehmen. Das Programm zielt darauf ab, den Geschäftssinn der Teilnehmerinnen zu stärken, den Beziehungsaufbau zwischen Kolleginnen zu fördern und es ihnen zu ermöglichen, funktions- oder kulturübergreifende Erfahrungen zu sammeln. Durch die kontinuierliche Investition in die Förderung und Entwicklung unserer GHIPOs stärken wir die Pipeline für den globalen, regionalen, lokalen und funktionsspezifischen Führungsnachwuchs. Bis Ende 2023 konnten insgesamt 94 % der GHIPO-Teilnehmer*innen erfolgreich positive Karriereschritte machen, sei es durch einen Wechsel auf die nächsthöhere oder auf gleicher Ebene, oder durch einen funktions- oder kulturübergreifenden Wechsel.

Ein erstklassiges Mitarbeitererlebnis schaffen

Die Gewährleistung eines positiven, eindrucksvollen Mitarbeitererlebnisses ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Mitarbeiterstrategie. Dazu hören wir auf das Feedback unserer Beschäftigten, bieten Möglichkeiten für Flexibilität und legen Wert auf das Wohlbefinden.

─ Den Mitarbeitenden zuhören: Basierend auf unseren etablierten Initiativen, um die Meinung unserer Beschäftigten zu erfahren, haben wir im März 2023 wieder unsere jährliche Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Wir erreichten eine Rekordteilnahmequote von 73 % aller Beschäftigten in unseren Verwaltungsbüros, Einzelhandelsgeschäften und Distributionszentren. Zusätzlich zur Analyse des Feedbacks in den jeweiligen Teams haben wir weltweit bestimmte Beschäftigte benannt, die die Führungskräfte bei der Erstellung und Umsetzung von Aktionsplänen unterstützen.
─ Gesundheitsmanagement: Wir sind überzeugt, dass körperliches, mentales und soziales Wohlbefinden gleichberechtigt nebeneinanderstehen und die Grundpfeiler für nachhaltige Leistung bilden. Im Einklang mit diesem ganzheitlichen Ansatz wollen wir bestmögliche Bedingungen für unsere Beschäftigten schaffen, um ihr Wohlbefinden, ihre Sicherheit und ihre Gesundheit zu gewährleisten. Unter den Gesichtspunkten Vorbeugung, Bewusstseinsbildung und Unterstützung steht ein umfassendes, inklusives Programm zur Verfügung, das auf die vielfältigen Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden eingeht. Wir bieten unseren Beschäftigten ein großes Angebot an Sportmöglichkeiten, Veranstaltungen und Einrichtungen. An zahlreichen Standorten weltweit, darunter Herzogenaurach, Portland, Gurgaon, Schanghai, Dubai und Manchester, stehen unternehmenseigene Fitnessstudios zur Verfügung. Dank der Bereitstellung von Schließfächern und Duschen in vielen Bürogebäuden können die Beschäftigten Sport in ihren Berufsalltag integrieren oder mit dem Rad zur Arbeit fahren. Um die Bedürfnisse der Beschäftigten in einem hybriden Arbeitsumfeld zu adressieren, finden die Programme sowohl vor Ort als auch online statt und fördern so Teamarbeit und einen gesunden Lebensstil. Die Angebote reichen von hybriden Sportkursen über die lokale und virtuelle Beratung zu medizinischen oder psychosozialen Anliegen, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen bis hin zu Tools zum 'Digital Detox' und sorgfältig kuratierten Veranstaltungen zu Themen des Lebens. Nach einem schrittweisen Ausbau haben mittlerweile fast alle Beschäftigten bei adidas weltweit Zugang zu einer Sozialberatung in Form unserer 'Employee Assistance Programs'. Anlässlich des Welttages für psychische Gesundheit wurden marktübergreifend viele Initiativen gestartet, um proaktiv das psychische Wohlbefinden zu pflegen, zu schützen und zu fördern. Ferner wurden im Jahr 2023 in Deutschland ausgewählte Projekte zur Optimierung unseres Gesundheitsansatzes implementiert und ausgeweitet. Dazu gehören ein maßgeschneiderter Dreijahresplan für unsere dualen Studierenden und Auszubildenden zur Unterstützung eines gesunden Starts ins Arbeitsleben, Ergonomieprogramme für Beschäftigte und Gesundheitsschulungen für unsere Führungskräfte mit Personalverantwortung in unseren Geschäften und Distributionszentren.
─ Gesundheit und Sicherheit: Das Management der Gesundheit und Sicherheit unserer weltweiten Belegschaft hat für uns Priorität. Unsere Infrastruktur, Anlagen und Betriebsabläufe entsprechen der ISO 45001 (Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz), und wir führen regelmäßig interne und externe Audits durch, um ein gesundes, sicheres und geschütztes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden zu gewährleisten. Die genaue Überwachung unserer Leistung hilft uns, unsere Fortschritte bei der Erreichung unserer Ziele zu verfolgen und Bereiche mit Verbesserungspotenzial zu ermitteln. Wir haben erfolgreich Schulungen und Richtlinien zum Thema Sicherheit und Gesundheit eingeführt und diese über die gesamte Organisation hinweg ausgebaut.Zudem teilen wir auch weiterhin Best Practices mit unserem Gesundheits- und Sicherheitsnetzwerk. Im Jahr 2023 verzeichneten wir eine Quote von 0,33 Unfällen (2022: 0,44) mit Arbeitsausfall (‚Lost Time Incident‘ – ,LTIR‘) und unverändert zum Vorjahr eine Häufigkeitsquote berufsbedingter Erkrankungen (‚Occupational Illness Frequency Rate‘ – ,OIFR‘) von null sowie null tödliche Unfälle für eigene Mitarbeitende. Bezogen auf externe, bei Drittfirmen angestellte Mitarbeitende in unseren Büros und Distributionszentren haben wir das Jahr 2023 mit einer verbesserten Quote von 0,49 Unfällen (2022: 0,67) mit Arbeitsausfall (,LTIR‘) abgeschlossen. Im Jahr 2023 verzeichneten wir einen arbeitsbedingten tödlichen Unfall auf einer Baustelle unseres eigenen Einzelhandels, gegenüber einem vergleichbaren Unfall im Jahr 2022 in einem Distributionszentrum. Wir haben gründliche Untersuchungen eingeleitet, um die genaue Ursache zu verstehen, damit wir alle notwendigen Maßnahmen und Aktionen ergreifen können, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu verhindern.

─Work-Life-Integration: Es ist unser Ziel, die Unternehmensinteressen mit den beruflichen, privaten und familiären Bedürfnissen unserer Mitarbeitenden in Einklang zu bringen. Unsere Initiativen und Programme zur Integration von Beruf und Privatleben umfassen die Bereitstellung flexibler Arbeitszeiten und -orte, persönliche Entwicklung und Führungskompetenz in Bezug auf die Integration von Beruf und Privatleben sowie familienorientierte Dienstleistungen:
─Familie und Kinderbetreuung: Neben flexiblen Möglichkeiten zur Arbeitsgestaltung und Sabbaticals sorgen wir für ein familienfreundliches Umfeld mit entsprechender Infrastruktur. In der Unternehmenszentrale in Herzogenaurach bieten wir eine bilinguale Kindertagesstätte, die ‚World of Kids‘, in der 270 Kinder betreut werden können. Wollen Eltern Kinder mit zum Arbeitsplatz bringen, bieten wir hierfür mit unseren gut ausgestatteten Eltern-Kind-Büros auf dem Campus sichere Räume an. Darüber hinaus unterstützen unsere Feriencamps für Kinder die Eltern während der Schulferien. Allein in Herzogenaurach haben 2023 insgesamt 450 Kinder und in Portland 115 Kinder daran teilgenommen. Unser Markt Lateinamerika organisierte einen speziellen Tag, an dem die Kinder die Möglichkeit hatten, Einblicke in die Arbeit ihrer Eltern zu erhalten und sich bei einem unterhaltsamen Programm auszutoben.
─Elternzeit: Für Elternzeit und Wiedereinstieg bieten wir spezielle Programme, im Rahmen derer wir die Beschäftigten frühzeitig individuell beraten und ihnen die verschiedenen Möglichkeiten des Wiedereinstiegs vorstellen, inklusive flexibler Arbeitszeiten und -orte. In Deutschland garantieren wir den Beschäftigten, dass sie nach ihrer Elternzeit in ihre bisherige Position zurückkehren können. Ihre Stellen werden während ihrer Abwesenheit nur vertretungsweise besetzt. In den USA ergänzt das Unternehmen die reguläre Elternzeit (bis zu zehn Wochen bei 70 % Gehalt) um zwei Wochen bezahlte Elternzeit. Des Weiteren haben die Beschäftigten dort die Möglichkeit, in den ersten zwölf Monaten nach der Geburt bzw. Aufnahme des Kindes eine spezielle unbezahlte Elternauszeit (‚Parental Bonding Leave‘) von bis zu sechs Monaten zu nehmen. Eltern können somit länger zu Hause bleiben und Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen. In Lateinamerika gelten an allen Standorten dieselben Regelungen. Mütter können insgesamt 24 Wochen bezahlte Elternzeit in Anspruch nehmen. Väter/Partnerinnen erhalten insgesamt 20 Tage bezahlten Elternurlaub. Darüber hinaus dürfen Frauen einen Monat vor und einen Monat nach dem Mutterschaftsurlaub ihre Arbeitsstunden reduzieren. adidas bietet je nach den rechtlichen Vorgaben des lokalen Marktes eine bezahlte zweite Elternzeit an.
─Flexibles Arbeiten: Unser globaler Ansatz zum flexiblen Arbeiten umfasst zwei Konzepte: Das ‚Off Campus‘-Arbeitskonzept ermöglicht es unseren Mitarbeitenden, bis zu 40 % ihrer Arbeitszeit von zu Hause aus zu arbeiten. Zudem erlaubt unser ‚Working from Elsewhere‘-Konzept kurzfristiges Arbeiten von einem anderen Ort im In- oder Ausland an bis zu zehn Tagen pro Jahr. Wir haben während der Pandemie erfahren, wie wichtig soziale und persönliche Interaktion ist, und wollen daher auch weiterhin Flexibilität anbieten, um den individuellen Bedürfnissen und Erfahrungen unserer Mitarbeitenden gerecht zu werden und gleichzeitig die persönliche Zusammenarbeit am Arbeitsplatz zu ermöglichen.
─Soziales Engagement: Zusammen mit unseren Mitarbeitenden und Partnern handeln wir gemäß unserem Unternehmenszweck ‚Durch Sport können wir Leben verändern‘, indem wir authentische Verbindungen mit den Communitys schaffen, die wir bedienen und in denen wir wirken. Um diesen positiven Einfluss zu maximieren, organisieren wir diverse Programme für freiwilliges Engagement sowie Spendenaktionen, bei denen Spenden der Mitarbeitenden vom Unternehmen anteilig erhöht werden. Auf diese Weise bieten wir unseren Beschäftigten die Gelegenheit, sich aktiv zu engagieren und unseren Unternehmenszweck mit Leben zu füllen. Im Jahr 2023 hat adidas eine neue globale Mitarbeiterspendenplattform eingeführt, die es den Beschäftigten in allen Märkten ermöglicht, sich an wirkungsvollen Freiwilligenaktivitäten und globalen Spendenaktionen zu beteiligen. Beispiele für Freiwilligeneinsätze, die in Zusammenarbeit mit unseren Partnern und entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Communitys entwickelt werden, reichen von der Renovierung von Sportplätzen über die Begleitung blinder Läufer
innen bis hin zum Coaching von Kindern mit besonderen Bedürfnissen und vielem mehr. Im Rahmen von Freiwilligenaktionen leisteten Beschäftigte von adidas insgesamt 2.547 ehrenamtliche Stunden, engagierten sich für 83 verschiedene Projekte und/oder unterstützten 62 Non-Profit-Organisationen oder soziale Start-ups. Zudem haben adidas Beschäftigte im Jahr 2023 81.749 € gespendet, die durch das Unternehmen anteilig um 45.112 € erhöht wurden. Vor allem in Katastrophenfällen haben wir uns als ein adidas Team solidarisch gezeigt, z.B. mit einer Spendenaktion für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien.
─Arbeitsbeziehungen (‚Employee Relations‘): Wir haben in unsere neue globale ‚Employee Relations‘-Funktion investiert, die in Bezug auf Arbeitsbeziehungen gezielte, unabhängige und objektive Ressourcen und Anlaufstellen für die Lösung von Konflikten am Arbeitsplatz bietet. Das Team spielt eine zentrale Rolle bei der Verbesserung unserer Arbeitsplatzkultur und stellt sicher, dass die Interaktionen unsere adidas Werte Integrität und Respekt widerspiegeln.

Eine Mentalität des kontinuierlichen Lernens etablieren

Wir halten durch die Fort- und Weiterbildung unserer Beschäftigten eine ausgeprägte Leistungskultur aufrecht und bieten zu diesem Zweck eine Vielzahl von Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten. Dazu zählen Online-Lernressourcen und interaktive Lernprogramme, die unseren Beschäftigten Chancen zur persönlichen und beruflichen Entwicklung eröffnen. Unsere Investitionen in digitale Lern- und Entwicklungsangebote, beispielsweise über LinkedIn Learning, Udemy, Circus Street und die Arizona State University, bieten einen gleichberechtigten Zugang zu Lerninhalten sowie bedarfsgerechte Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen. Unsere mehr als 59.000 Mitarbeitenden weltweit investierten insgesamt 1.020.000 Stunden für Schulungen und Workshops, die im Jahr 2023 abgeschlossen wurden – durchschnittlich 17,9 Stunden. Informelles Lernen und Mentoring sind die wichtigsten Säulen unseres erweiterten Lern- und Entwicklungsangebots bei adidas. Unser informelles Lernen wird durch Plattformen unterstützt, über die sich Mitarbeitende auf der Grundlage gemeinsamer Lernziele und/oder Interessen unternehmensweit vernetzen und austauschen können. Teilnehmer*innen an unseren informellen Lernangeboten sagen zu über 97 %, dass sie sich stärker mit den Beschäftigten und der Kultur von adidas verbunden fühlen und dass sie das Programm anderen weiterempfehlen würden.

Wertschätzung von individueller und Teamleistung

Das Hauptaugenmerk unserer Vergütungsstrategie liegt darauf, Beschäftigte durch Vergütung und Zusatzleistungen zu gewinnen, zu binden und zu motivieren. Die dazugehörigen Programme müssen integrativ, zweckmäßig und wettbewerbsfähig sein, damit die strategischen Ziele des Unternehmens erreicht werden können. Das Leistungsmanagement ist für uns ein wichtiger Schwerpunkt. Es unterstützt eine ausgeprägte Leistungskultur und stellt eine faire, gleichberechtigte Anerkennung und Belohnung sicher.
─Leistungsmanagement: #MYBEST ist weiterhin unser weltweites Konzept, um die Mitarbeiterleistung zu fördern und die Leistungskultur im Unternehmen weiter voranzubringen. Im Jahr 2023 haben wir unsere Werte in die Leistungsbeurteilung eingebettet und den Fokus auf Weiterentwicklung und Coaching gerichtet. Damit wollen wir erreichen, dass unsere Beschäftigten noch mehr nach unseren Werten handeln und so unsere Unternehmenskultur gestärkt wird. Wir haben uns auch darauf konzentriert, Leistungsbeurteilungsgespräche noch konstruktiver zu gestalten, damit unsere Mitarbeitenden in der Lage sind, klare Leistungserwartungen zu formulieren, fortlaufend Feedback zu geben und zu erhalten und holistische, faktenbasierte und inklusive Beurteilungen zu geben.
─Ganzheitliches Vergütungsmanagement (‚Total Compensation Management‘): Wir achten bei der Vergütung unserer Beschäftigten darauf, dass ihre Vergütung fair und gerecht für ihre jeweilige Rolle ist. Gleichzeitig ist uns eine Kultur der Leistungshonorierung wichtig. Die ‚Total Compensation Management‘-Philosophie von adidas ermöglicht fundierte Vergütungsentscheidungen auf der Grundlage externer Marktvergleiche und interner Gleichbehandlung. Dabei werden auch die Fähigkeiten, die Erfahrung und die Verantwortung jedes und jeder Einzelnen berücksichtigt. Bei adidas spiegeln variable Vergütungsprogramme den jeweils von unseren Beschäftigten demonstrierten Leistungseinsatz wider.# adidas AG - 2023 Annual Report

Compensation Programs

The programs are designed to actively stimulate and motivate, while also driving further excellence within the company. Against this backdrop, adidas offers the following variable compensation programs:

  • Short-Term Incentive (STI)
  • Profit-Sharing Programs
  • Long-Term Incentive Plan (LTIP) for Senior Management
  • Social Benefits: At adidas, social benefits are provided in the form of voluntary or mandatory cash or in-kind benefits that supplement wages or salaries. The programs, whether legally required or supplementary, can be offered at a global, regional, or national level. They are aligned with legal requirements or the conditions of the respective market and are developed based on benchmark data.
  • Cross-Border Employment: adidas invests in international assignments of employees to close regional skill gaps, enable knowledge transfer, develop talent for a more diverse workforce, and foster our corporate culture of learning. Our goal is to support corporate success through the delegation of talent and thereby – in line with our corporate purpose – to improve the employee experience.
  • Employee Stock Program: Participation in the employee stock program is open to employees in Germany, the USA, the Netherlands, China, Taiwan, and Hong Kong, making almost half of all employees worldwide (excluding retail) eligible. In 2023, 4,714 employees participated in this program (2022: 4,468).

Employee Numbers Worldwide

As of December 31, 2023, adidas employed 59,030 employees worldwide (2022: 59,258). Of these, 8,312 were employed by adidas AG (2022: 8,556). Measured in full-time equivalents, we employed 51,561 employees at the end of 2023 (2022: 51,777), including 7,374 at adidas AG (2022: 7,678). Personnel costs in 2023 amounted to €2,964 million, an increase from the previous year (2022: €2,856 million). This represents 14% of revenue (2022: 13%).

► See TEN-YEAR OVERVIEW ► SEE EXPLANATION 40 ► SEE EXPLANATION 31

Employee Numbers Worldwide

59,030

Employee Statistics

2023 2022
Total Employees² 59,030 59,258
Total Employees
Male 49 % 48 %
Female 51 % 52 %
Management Positions³
Male 60 % 61 %
Female 40 % 39 %
Average Age per Employee (in years) 33 32
Average Tenure (in years) 5 5

¹ As of year-end.
² Number of employees based on actual headcount.
³ Calculations are based on the German Act on Equal Participation of Women and Men in Leading Positions in the Private and Public Sectors.

Employee Distribution¹

Number of Employees by Function Employees² 2023 in % 2022 2023 2022
Own Retail 32,893 56 31,477 26,462 25,123
Sales 2,830 5 3,112 2,761 3,022
Logistics 7,243 12 8,254 6,920 7,867
Marketing 4,586 8 4,685 4,363 4,460
Central Administration 5,056 9 5,161 4,849 4,931
Production 415 1 558 396 545
Research and Development 987 2 1,031 910 966
IT 5,020 9 4,980 4,900 4,864
Total 59,030 100 59,258 51,561 51,777

¹ As of year-end.
² Number of employees based on actual headcount.

Sustainability

⌐ Our corporate purpose, "We live and breathe sport. We can change lives," defines how we run our company, collaborate with our partners, develop our products, and interact with our consumers. We will not stop striving to push the boundaries of what is possible, to inspire people through sport and thereby unite them, and to create a more sustainable world. We are convinced that acting as a responsible company will contribute to sustained business success. However, the pursuit of a truly sustainable business model is a marathon, not a sprint.

Sustainability as an Expression of Our Corporate Purpose

⌐ Sustainability has been an integral part of our business model for over two decades. It is a direct expression of our corporate purpose, "We live and breathe sport. We can change lives." To support this endeavor, we further strengthened our focus on sustainability in 2021 and defined a roadmap for 2025 and beyond, which enables us to exert and advance positive influence. We continue to pioneer sustainability and collaborate with the industry and other companies to drive systemic change. Furthermore, we will continue to transition to a scalable, comprehensive, consumer-centric, and sustainable product offering, expand our circular economy approach, and work towards achieving climate neutrality (CO2e) across our entire value chain. We will continue to empower our employees to become ambassadors for sustainability, and we invite consumers around the globe to join and connect with us on the topic of sustainability. Additionally, we have set ourselves the goal of maintaining the highest social standards within our supply chain.

► ADIDAS-GROUP.COM/SUSTAINABILITY

Governance

⌐ A strong governance structure ensures the timely and direct implementation of programs that contribute to achieving our goals for 2025 and beyond. The executive responsible for sustainability reports directly to the Executive Board member responsible for Global Operations and is responsible for the development, coordination, and execution of our environmental and sustainability strategy, as well as leading the 'Sustainability Sponsor Board' (SSB). This board comprises senior representatives from various functional areas of the company. The SSB ensures cross-functional alignment, as well as the transparent, comprehensive management and implementation of agreed sustainability targets. Furthermore, there is a separate compliance function, which, as the 'Social and Environmental Affairs' (SEA) team, monitors compliance with social and environmental standards and assesses the human rights impact at our supplier operations. This compliance function reports to the CEO via the company's General Counsel. In 2022, we established a cross-functional 'ESG Regulation Board' to ensure we stay up-to-date with upcoming regulatory changes regarding the management of Environmental, Social, and Governance (ESG) topics and their disclosure obligations. The sponsor of the ESG Regulation Board is also a member of the SSB, thereby ensuring the best possible alignment between the two bodies. In 2023, various ESG progress reports were presented to the Executive Board and the Supervisory Board. Since 2021, the variable compensation of all Executive Board members has been linked to the ESG criterion 'Share of Sustainable Articles in the Offering'.

► SEE ASSESSMENT OF BUSINESS DEVELOPMENT, RISKS AND OPPORTUNITIES, AND OUTLOOK BY MANAGEMENT ► ADIDAS-GROUP.COM/COMPENSATION

We have organized regular networking video conferences on sustainability for all employees involved in sustainability projects and programs within the organization to ensure company-wide alignment at all levels. Furthermore, adidas has continued to offer its company-wide training program on sustainability management, which is available to all employees. This program trains them in sustainable thinking and action, enabling them to become ambassadors for sustainability and encouraging them to make personal and professional commitments to contribute to a cleaner planet. Additionally, we have updated the 'Green Ambassador' training for our retail colleagues; it now includes even more comprehensive content on sustainability and aims to inform, motivate, and inspire our entire team and all consumers with whom we interact daily around the globe. Approximately 130 training sessions were conducted in 2023, attended by more than 1,000 retail employees worldwide.

¬ Materiality

⌐ Throughout 2023, adidas reviewed the non-financial topics identified through an in-depth materiality analysis in 2022. No changes were found in the list of material topics compared to the previous year. The 2022 analysis involved various internal stakeholders and was conducted considering two perspectives: the materiality of the impacts of our business activities on non-financial topics (inside-out perspective) and financial materiality (outside-in perspective), both of which were evaluated qualitatively and quantitatively. A list of all material topics can be found in the Non-financial Statement.

► SEE NON-FINANCIAL STATEMENT

Stakeholder Dialogue

⌐ Open engagement with our stakeholders and the creation of greater transparency have long been at the core of our efforts, as has been the gathering of feedback and the response to our stakeholders' concerns. This is an integral part of our due diligence measures regarding human rights and environmental impacts, as well as the design of our social and environmental strategies and plans.# Unsere Stakeholder

Unsere Stakeholder sind Einzelpersonen und Organisationen, deren Interessen mit denen unseres Unternehmens verknüpft sind. Zu diesen Stakeholdern zählen unsere Mitarbeiterinnen, Konsumentinnen, Zulieferer und ihre Beschäftigten, Kunden, Investoren, Medien, Regierungsbehörden sowie Nichtregierungsorganisationen. Wir haben Richtlinien für die grundlegenden Prinzipien in der Pflege von Stakeholder-Beziehungen und mit weiterführenden Informationen zu den verschiedenen Formen der Interaktion mit Stakeholdern. adidas engagiert sich in verschiedenen Branchenverbänden, Multi-Stakeholder-Organisationen und gemeinnützigen Initiativen. Dadurch stehen wir in engem Kontakt mit führenden Unternehmen verschiedener Branchen. Dies ermöglicht es uns, nachhaltige Geschäftsstrategien zu entwickeln und gesellschaftliche und ökologische Themen auf globaler, regionaler sowie auf lokaler Ebene zu diskutieren. Wir setzen auf Partnerschaften und Kooperationen, um mehr bewegen zu können und systemische Veränderungen in unserer Branche anzustoßen, um beispielsweise die Treibhausgasbilanz innerhalb der Beschaffungskette unserer Branche zu verbessern, Verfahren zum Chemikalienmanagement zu fördern oder Sozial- und Umweltstandards in der Textil- und Schuhlieferkette zu verbessern. Zudem setzen wir uns gemeinsam mit führenden Initiativen wie dem ‚Better Work‘-Programm der Internationalen Arbeitsorganisation (,International Labour Organization‘ – ‚ILO‘) dafür ein, Bewusstsein, Kompetenzen und Kenntnisse über Gesetze und Rechte bei den Zulieferern und deren Beschäftigten zu erweitern. Und durch die Partnerschaft mit der Internationalen Organisation für Migration (,IOM‘) der Vereinten Nationen wollen wir gewährleisten, dass die Arbeitsrechte von ausländischen Arbeitskräften und Wanderarbeiter*innen in der Lieferkette unseres Unternehmens gewahrt werden.

Wichtige Mitgliedschaften

  • AFIRM-Arbeitsgruppe (,AFIRM‘ – ‚Apparel and Footwear International RSL Management‘)
  • Better Cotton (,BC‘)
  • Fair Factories Clearinghouse (,FFC‘)
  • Fair Labor Association (,FLA‘)
  • Fashion for Good
  • Federation of European Sporting Goods Industry (,FESI‘)
  • Bündnis für nachhaltige Textilien (‚Textilbündnis‘)
  • Leather Working Group (,LWG‘)
  • Organic Cotton Accelerator (‚OCA‘)
  • Textile Exchange
  • The Fashion Pact
  • The Microfibre Consortium (‚TMC‘)
  • International Accord for Health and Safety in the Textile and Garment Industry (Internationales Abkommen für Gebäude- und Feuersicherheit in der Bekleidungsindustrie)
  • Fashion Industry Charter for Climate Action der UN-Klimarahmenkonvention (,UNFCCC‘)
  • Weltverband der Sportartikelindustrie (,WFSGI’ – ‚World Federation of the Sporting Goods Industry’)
  • Zero Discharge of Hazardous Chemicals (,ZDHC‘) Foundation

Transparenz

Wir sind davon überzeugt, dass eine transparente Kommunikation mit unseren Stakeholdern über unsere Nachhaltigkeitsbemühungen und -fortschritte von entscheidender Bedeutung ist. Wir nutzen globale Reporting-Standards wie die Richtlinien für die Berichterstattung der ‚Global Reporting Initiative‘ (,GRI‘) und des ‚Sustainable Accounting Standards Board‘ (,SASB‘), um unsere externe nichtfinanzielle Berichterstattung daran auszurichten. Zudem reichen wir regelmäßig zusätzliche Informationen bei öffentlich zugänglichen Sozial- und Umwelt-Benchmarks wie dem ‚Corporate Human Rights Benchmark‘ sowie bei Offenlegungsplattformen wie ‚CDP‘ ein und veröffentlichen im Jahresverlauf auf den Kommunikationskanälen unseres Unternehmens – darunter die Unternehmenswebsite – wichtige aktuelle Informationen zu unserer Nachhaltigkeitsarbeit. Ein zentrales Element dabei ist die Liste unserer Zulieferbetriebe weltweit, die wir zweimal jährlich aktualisieren. Außerdem legen wir die Namen der Herstellerbetriebe offen, die Materialien für unsere Hauptzulieferer oder Subunternehmen verarbeiten, bei denen ein Großteil der Nassprozesse stattfindet.

In den letzten Jahren haben wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der klimabezogenen Berichterstattung gelegt, die über die etablierten Formate, wie etwa unsere Einreichungen über die CDP-Plattform, hinausgeht, und schrittweise die Empfehlungen der ‚Task Force on Climate-related Financial Disclosures‘ (,TCFD‘) zu den vier Themenbereichen des Rahmenwerks übernommen: Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Kennzahlen und Ziele. Im Rahmen unseres Risikoidentifikationsprozesses beobachten wir physische Risiken im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen sowie Risiken und Chancen, die aus der Entwicklung hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft entstehen. Im Laufe des Jahres 2023 haben wir ein Kernteam mit Expert*innen aus verschiedenen Geschäftsbereichen gebildet. Ziel des Teams ist es, eine höhere Granularität zu erreichen, um damit qualitativ hochwertige Daten für eine umfangreichere externe Berichterstattung für Szenarioanalysen zu gewährleisten und die Grundlage für fundierte Geschäftsentscheidungen zu schaffen – unter Berücksichtigung der mittel- und langfristigen finanziellen Auswirkungen des Klimawandels in unserer gesamten Wertschöpfungskette sowie der umfassenderen sozialen und ökologischen Auswirkungen.

► siehe risiko- und chancenbericht

Externe Anerkennung

Der ganzheitliche Ansatz zum Nachhaltigkeitsmanagement von adidas erhält fortlaufend Anerkennung von internationalen Institutionen, Ratingagenturen und NGOs sowie von Socially-Responsible-Investment-Analyst*innen. 2023 wurde adidas erneut im Rahmen verschiedener Bewertungen im Bereich Umwelt, Soziales und Governance umfassend beurteilt und nahm an speziellen thematischen Offenlegungs-Benchmarks der ökologischen und gesellschaftlichen/sozialen Leistung teil. Infolgedessen war adidas in zahlreichen renommierten Nachhaltigkeitsindizes, Ratings und Offenlegungs-Benchmarks vertreten.

Externe Anerkennung 2023

Leistung im Bereich Umwelt, Soziales und Governance (ESG) Ökologische Leistung Gesellschaftliche/Soziale Leistung
MSCI ESG Rating (,AAA‘, höchste Wertung: ,AAA‘) CDP Klimawandel (Note ,A-‘, höchste Wertung: ,A‘) Corporate Human Rights Benchmark (unter den Top 10 in unserer Branche)
S&P Global ESG Evaluation (85/100, höchste Wertung: 100) CDP Wasser (Note ,B', höchste Wertung: ,A') KnowTheChain Benchmark (unter den Top 3 in unserer Branche)
Sustainalytics ESG Risk Rating (14,8/100, höchste Wertung: 0) CDP Wälder1 (Note ,CC‘, höchste Wertung: ,A‘) World Benchmarking Alliance Gender Benchmark (unter den Top 20 in unserer Branche)
ISS Corporate Rating (Primenote ,B-‘, höchster Wert: ,A‘) Corporate Information Transparency Index (branchenübergreifend unter den Top 3)

¹ Kumulierte Einzelbewertungen für die Veröffentlichungen zu Leder (‚C‘) und Holz (‚C‘).

adidas blieb führend im Bereich der Umweltleistung in der Lieferkette und erreichte 2023 die Bestplatzierung im ‚Corporate Information Transparency Index‘ (‚CITI‘) des ‚Institute of Public & Environmental Affairs‘ (‚IPE‘), womit unsere Bemühungen zur Verbesserung des Umweltmanagements und der Transparenz in unserer Beschaffungskette in China gewürdigt wurden.

Umweltauswirkungen

Im Jahr 2023 wurden Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität und Wassermanagement als zentrale Umweltthemen bestätigt, auf die wir uns in unserer Strategie weiterhin konzentrieren werden. Im Laufe des Jahres 2023 haben wir die Anzahl der Artikel, die wir als nachhaltig definieren, weiter erhöht und streben an, dass bis 2025 90 % unserer Artikel nachhaltig sind. Darüber hinaus arbeiten wir weiterhin daran, unsere gesamte Wertschöpfungskette klimaneutral (CO2e) zu gestalten. Wir haben zudem ausgewählte wichtige Materialien geprüft, die potenziell zu Risiken für die Biodiversität beitragen können, und uns verpflichtet, die Beschaffungskette für Leder bis spätestens 2030 abholzungsfrei zu gestalten. Unseren Ansatz zur Zirkularität haben wir dahingehend weiterentwickelt, indem wir den Aufbau des Ökosystems unterstützen, das zur Skalierung kreislaufwirtschaftlicher Lösungen in unserer Branche notwendig ist. Dies umfasste auch gezieltes Engagement in branchenübergreifenden Projekten wie ‚T-REX‘ und ‚Sorting for Circularity‘, die darauf abzielen, Kreislaufwirtschaft zu fördern. Wir haben darüber hinaus weiter an einer verbesserten Wassereffizienz und -qualität in unserer Beschaffungskette gearbeitet. Wir verfügen über ein fortschrittliches Programm für das Chemikalienmanagement und haben diesbezüglich ehrgeizige Ziele formuliert. Unsere Beschäftigten befähigen wir dazu, Botschafterinnen für Nachhaltigkeit zu werden, und Konsumentinnen rund um den Globus laden wir dazu ein, sich mit uns zum Thema Nachhaltigkeit auszutauschen und zu vernetzen. Unser etabliertes Laufevent ‚Run for the Oceans‘ wurde zum ‚Move for the Planet‘, einer Initiative, die durch die Unterstützung ausgewählter Breitensportorganisationen das Bewusstsein der Konsument*innen für den Klimawandel schärfen soll. adidas hat sich mit der gemeinnützigen Organisation ‚Common Goal‘ zusammengeschlossen, um bedürftige Communitys dabei zu unterstützen, sich durch Sport für den Klimaschutz einzusetzen. Dazu gehören Initiativen wie die Erneuerung des Sportplatzes einer Community mit recycelten Materialien oder Schulungen zur Reduzierung von Plastikmüll in Sporteinrichtungen. Wir sind davon überzeugt, dass unser Hinarbeiten auf die für 2025 und darüber hinaus gesteckten Ziele die Grundlage künftiger Erfolge sein wird. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern ist nach wie vor entscheidend für das Erreichen unserer Ziele. Aus diesem Grund nutzen wir unsere langjährigen Beziehungen zu unseren Zulieferern, um sicherzustellen, dass sie uns dabei helfen können, unsere Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Zudem arbeiten wir eng mit Partnern zusammen, um innovative Materialien, Recyclingtechnologien und kreislaufwirtschaftliche Geschäftspraktiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette auszubauen.# Ziele für 2025 und darüber hinaus: Umweltauswirkungen

Bereich Ziel Jahr der Zielerreichung Bereich Ziel Basisjahr
Eigene Standorte Emissionen Erreichen von Klimaneutralität (CO2e)¹ 2025
Wasser Reduzierung der Wasserintensität um 15 % (m³/m²) 2025 2019
Abfall 95 % Abfallvermeidungsquote 2025
Beschaffungskette Energie Übergang zu erneuerbaren Energien bei strategischen Tier-1- und Tier-2-Zulieferbetrieben, um ein gleichbleibendes Emissionslevel zu gewährleisten 2025 2017
Wasser Reduzierung der Wasserverbrauchsintensität in Tier-2-Zulieferbetrieben um 40 % 2025 2017
Chemikalien (Input) 80 % der von unseren Zulieferbetrieben zur Produktion eingesetzten chemischen Formulierungen erreichen das höchste Level an Konformität mit der ZDHC MRSL (‚Level 3‘) 2025
Abwasser (Output) 90 % der Zulieferer, die vor Ort Abwasseranlagen betreiben, erreichen das ‚Foundational Level‘ der ZDHC ‚Wastewater Guideline‘ 2025
Produkte Nachhaltiges Artikelangebot Neun von zehn Artikeln werden nachhaltig sein; dies bedeutet, dass sie in erheblichem Maße aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt sind² 2025
Dekarbonisierung Reduzierung der Treibhausgasemissionen je Produkt um 15 % 2030 2017
Gesamte Wertschöpfungskette (Rohstoffproduktion bis eigene Standorte) Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 30 %¹ 2030 2017
Erreichen von Klimaneutralität (CO2e) 2050

¹ Ziele wurden von der ‚Science Based Targets Initiative‘ (‚SBTi‘) abgenommen. Wir werden diese Ziele im Jahr 2024 erneut zur Genehmigung durch die SBTi einreichen.
² Gegenstand einer Prüfung mit hinreichender Sicherheit durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Die Tabelle gibt einen Überblick über die Ziele, die wir uns gesteckt haben und die uns helfen werden, unsere Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Dekarbonisierung

Die Klimakrise stellt die dringlichste langfristige Herausforderung für die Menschheit dar. Aus diesem Grund hat sich adidas Ziele gesetzt, die uns helfen werden, unsere Emissionen im Einklang mit der 1,5‑Grad-Grenze zu begrenzen und zu Netto-Null-Emissionen beizutragen. Unsere Verpflichtungen sind:

  • Erreichen von Klimaneutralität (CO2e) an eigenen Standorten (Scope 1 und 2) bis 2025
  • Reduzierung der absoluten Treibhausgasemissionen (THG) entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1, 2, 3)³ um 30 % bis 2030 im Vergleich zu 2017
  • Erreichen von Klimaneutralität (CO2e) entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2050

Unsere Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen bis 2025 und 2030 wurden von der ‚Science Based Targets Initiative‘ (‚SBTi‘) abgenommen.⁴ Im Rahmen der Zielsetzung bis 2025 verpflichten wir uns zu absoluten THG-Emissionsreduzierungen (Scope 1 und 2) um 90 %⁵ gegenüber dem Basisjahr 2017. Dieses Ziel steht im Einklang mit den Reduktionspfaden, die erforderlich sind, um einen Anstieg der Durchschnittstemperatur um mehr als 1,5 Grad zu verhindern – das ehrgeizigste Ziel des Übereinkommens von Paris. Unser Reduktionsziel für THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3) von 30 % bis 2030 (Basisjahr 2017) entlang der Wertschöpfungskette erfüllt die SBTi-Kriterien für ehrgeizige Ziele in der Wertschöpfungskette und entspricht damit derzeitigen Best Practices.

Beim Thema Dekarbonisierung ist die Qualität der Daten entscheidend. Aus diesem Grund haben wir zum einen ein Tool entwickelt, mit dem wir unsere Umweltauswirkungen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette quantifizieren, überwachen und transparent machen können, und darüber hinaus in den letzten Jahren auch erhebliche Anstrengungen unternommen, um mehr Primärdaten von unseren Zulieferern zu sammeln. Auf diese Weise konnten wir präzisere Einblicke in Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch und die Auswirkungen unserer Dekarbonisierungsinitiativen gewinnen. Da sich sowohl die Datenqualität als auch die Datenverfügbarkeit im Jahr 2023 deutlich verbessert haben, konnten wir unsere Methodik zur Messung der Treibhausgasbilanz entlang unserer Wertschöpfungskette aktualisieren. Wir haben daher die Daten für 2022 neu berechnet, um so die Vergleichbarkeit von Jahr zu Jahr zu gewährleisten. Die aktualisierte Methodik bleibt vollständig an internationalen Methodikstandards ausgerichtet, die z.B. vom ‚GHG Protocol‘ oder SBTi zur Verfügung gestellt werden, und reduziert die Abhängigkeit von Annahmen und Verallgemeinerungen, die typischerweise auf Sekundärdaten basieren.

Wie im Vorjahr zeigen die Ergebnisse für 2023, dass unsere Umweltauswirkungen ungleichmäßig über die Wertschöpfungskette verteilt sind, wobei die signifikantesten Auswirkungen in der Beschaffungskette auftreten, insbesondere in der Rohstoffproduktion und -verarbeitung. Die folgende Tabelle zeigt die gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen in unserer Wertschöpfungskette.

Die durchschnittlichen jährlichen Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Treibhausgasemissionen pro Produkt für 2023 gingen im Vergleich zum Vorjahr um 3 % zurück. Dieser Rückgang ist auf die gemeinsamen Anstrengungen mit unseren Zulieferern zurückzuführen, wie die Fortsetzung des Ausstiegs aus der Kohleverbrennung an unseren Produktionsstätten und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Unsere Innovationstätigkeit, die uns den Einsatz kohlenstoffarmer Fertigungsprozesse und Materialien ermöglicht, sowie ein Rückgang des Produktionsvolumens aufgrund hoher Bestände in den Märkten trugen zu einer Reduktion der absoluten Treibhausgasemissionen im Jahr 2023 um 24 %⁶ im Vergleich zum Vorjahr bei.

Aufschlüsselung der jährlichen Treibhausgasemissionen¹‚²‚³

2023 (in Tonnen CO2e) 2022 (in Tonnen CO2e)
Emissionen Scope 1 21.779 21.856
Verwaltungsstandorte 9.863 10.752
Distributionszentren 5.831 5.128
Eigene Einzelhandelsgeschäfte 5.160 5.439
Showrooms 925 537
Emissionen Scope 2, marktbasiert 142.457 142.293
Verwaltungsstandorte 16.349 13.354
Distributionszentren 20.311 21.647
Eigene Einzelhandelsgeschäfte 102.003 104.480
Showrooms 3.794 2.812
Emissionen Scope 3 5.894.811 7.635.784
Erworbene Waren und Dienstleistungen 4.503.000 6.041.553
Vorgelagerter Transport und Vertrieb 247.684 343.556
Geschäftsreisen 43.753 36.158
Nutzung verkaufter Produkte 957.429 1.057.515
End-of-Life-Behandlung verkaufter Produkte 142.945 157.002
Gesamtemissionen (in Tonnen CO2e) 6.059.047 7.799.933
THG-Emissionen pro Produkt: Gesamtemissionen/Produktionsvolumen (kg CO2e pro Produkt) 6,3 6,5

¹ Berichtet Werte beziehen sich auf die Produktionssaisons Frühjahr/Sommer 2023 und Herbst/Winter 2023.
² Innerhalb von Scope 3 berücksichtigen wir unter ‚Erworbene Waren und Dienstleistungen‘ die Produktion und Verarbeitung von Rohstoffen; die Auswirkungen werden anhand von Materialmengen und Lebenszyklus-Analysedaten geschätzt. Dabei finden alle wichtigen Produktionsprozesse Berücksichtigung. Primäre, sekundäre und tertiäre Verpackungsmaterialmengen sind inbegriffen. Schätzung der Mengen anhand des Umsatzvolumens und unter Einbeziehung von Zusammensetzungs- und Gewichtsannahmen aus den ‚PEFCR‘ (‚Product Environmental Footprint Category Rules‘ – Regeln zu den Kategorien der Produktumweltauswirkungen). Zudem wird unter ‚Erworbene Waren und Dienstleistungen‘ auch die Herstellungsphase berücksichtigt. Zur Schätzung der diesbezüglichen Auswirkungen wenden wir Emissionsfaktoren auf den gemeldeten Energieverbrauch strategischer Tier-1-Zulieferer an. Schätzung der Auswirkungen nicht strategischer Zulieferer (< 20 %) anhand von Daten zum Beschaffungsvolumen.
‚Vorgelagerter Transport und Vertrieb‘: Kombination von Warenmengen für definierte Vertriebswege mit den jeweiligen Transportemissionsfaktoren.
‚Geschäftsreisen‘: Berechnungen basieren auf dem Datensystem für Geschäftsreisen.
‚Nutzung verkaufter Produkte‘: Von unseren Konsument*innen erzeugte Emissionen durch das Waschen, Trocknen und Bügeln unserer Produkte während ihrer Lebensdauer, basierend auf Daten zu durchschnittlichen Pflegezyklen aus PEFCR- und LCA-Datensätzen.
‚End-of-Life-Behandlung verkaufter Produkte‘: Schätzung der Emissionen, die durch die Entsorgung unserer Produkte durch die Kunden entstehen, anhand von Umsatzvolumen und typischen Abfallentsorgungswegen (z.B. Deponie und Verbrennung).
Scope 1 und 2: Die Umweltauswirkungen werden auf Grundlage von 79 % der in den Datenerhebungssystemen für Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Energie (HSEE) erfassten Umweltvolumina (Primärdaten) an den eigenen Standorten und 21 % Schätzungen berechnet. Die Schätzungen werden berechnet, indem die auf Betriebs- oder Standortebene erhobenen Primärdaten anhand der vermietbaren Bruttofläche (in Quadratmetern) auf die Unternehmensebene hochskaliert werden.
³ Intensitätsfaktor zur Berechnung der Emissionen pro Produkt schließt die Emissionen aus, die aus der ‚Nutzung verkaufter Produkte' resultieren, um Übereinstimmung mit unserem von der ‚Science Based Targets'-Initiative geprüften Reduktionsziel für Treibhausgasemissionen bis 2030 sicherzustellen.
⁴ Zahlen für 2022 berücksichtigen bereits die überarbeitete Methodik für Scope-3-Emissionszahlen. Scope-3-Emissionen in 2022 beliefen sich nach vorheriger Methodik auf 7.523.545 Tonnen CO2e.
Im Jahr 2023 haben einige unserer Zulieferer Grünstromzertifikate (‚Energy Attribute Certificates‘ – ‚EACs‘) erworben. Die aus diesen Zertifikaten resultierende Reduzierung von Emissionen ist nicht in die Berechnung unserer Umweltbilanz eingeflossen, da es derzeit keinen Konsens über einen Operationalisierungs- und Bilanzierungsansatz gibt. Stattdessen haben wir weiter innerhalb der Branche zusammengearbeitet, um robustere Lösungen zu finden, die Scope-3-Interventionen ermöglichen, die weitere Anreize für Investitionen und die langfristige Dekarbonisierung der Branche insgesamt schaffen.

Reduzierung landbezogener Emissionen – ‚FLAG‘

adidas ist sich bewusst, wie wichtig es ist, landbezogene Emissionen zu reduzieren. Daher haben wir im Jahr 2023 damit begonnen, unsere Emissionen aus Forst-, Land- und Agrarwirtschaft (‚Forest, Land and Agriculture‘ – ‚FLAG‘) gemäß den FLAG-Richtlinien der SBTi zu quantifizieren.# Umweltbilanz unserer Produkte

Die Ergebnisse unserer Berechnungen (basierend auf Daten von 2022) zeigen, dass die FLAG-Emissionen nur einen kleinen Teil der gesamten Treibhausgasemissionen von adidas ausmachen, wobei die größten Auswirkungen auf die Beschaffung von Rindsleder, Baumwolle und Naturkautschuk zurückzuführen sind. Das Ergebnis von 7 % FLAG-Emissionen7 liegt unter der SBTi-Schwelle für die geforderte FLAG-Zielsetzung, aber adidas wird weiter daran arbeiten, diese Emissionen zu reduzieren.

Umweltbilanz unserer Produkte

adidas weiß um die zentrale Rolle von Daten und Transparenz als Katalysatoren für wachsendes Bewusstsein und fundierte Entscheidungsfindung, um die Umweltauswirkungen unserer Produkte zu verringern. Diese Auswirkungen, die größtenteils auf Entscheidungen während der Designphase zurückzuführen sind, verdeutlichen, wie wichtig strategische Maßnahmen sind. Im Jahr 2023 haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht, indem wir ein eigenes, hochmodernes Tool entwickelt haben, mit dem wir den ökologischen Fußabdruck jedes Schuh- oder Bekleidungsprodukts in unserem Portfolio messen können. Die Methodik wurde an internationalen Standards ausgerichtet, entspricht der Norm ISO 14067:2018 und wurde einer eingehenden Prüfung durch einen Drittanbieter unterzogen. Das Tool fügt sich nahtlos in unsere bestehenden Entwicklungssysteme ein und greift auf verfügbare Lebenszyklusdaten zurück, um den Berechnungsprozess zu beschleunigen und die Genauigkeit zu erhöhen. Das Tool ermöglicht es uns, den Konsument*innen mehr Transparenz über den CO2-Fußabdruck unserer Produkte zu geben. 2023 konnten wir den CO2-Fußabdruck ausgewählter Artikel offenlegen und werden dies im Jahr 2024 für eine wachsende Anzahl von Artikeln tun.

Die Suche nach Lösungen, um unsere Produkte so umweltschonend wie möglich herzustellen, erfordert einen detaillierten, gründlichen Ansatz. Wir müssen dabei nicht nur unsere eigene Geschäftstätigkeit optimieren, sondern auch die Herstellung jedes unserer Produkte. Da der Großteil unserer Emissionen außerhalb unserer direkten Kontrolle entsteht, arbeiten wir mit unseren Zulieferern weltweit zusammen und helfen ihnen, die in ihren Produktionsprozessen verursachten Emissionen zu verringern.

Beschaffungskette

Treibhausgasemissionen, die durch den Energieverbrauch bei der Fertigung von Produkten in unseren Zulieferbetrieben entstehen, gehören zu den Hauptfaktoren für die CO2-Bilanz unserer gesamten Wertschöpfungskette. Aus diesem Grund ist die Zusammenarbeit mit unseren Zulieferern und deren Unterstützung bei der Reduzierung ihrer Emissionen von essenzieller Bedeutung, um unsere Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Da unsere Beschaffungskette umfangreich und komplex ist, profitieren wir davon, unseren Zulieferern klare Vorgaben und greifbare Ziele zu setzen und zu kommunizieren, sie zudem mit Fachwissen und Schulungen zu unterstützen und schließlich ihre Fortschritte zu messen und zu honorieren.

Im Jahr 2022 haben wir in unserem ,adidas Decarbonization Manifesto‘ klare Erwartungen an unsere strategischen Tier‑1- und Tier-2-Zulieferer formuliert, um einen holistischen Ansatz zur Dekarbonisierung zu schaffen:

  • Umweltverantwortung: Wir erwarten von Zulieferern, dass sie sich bis 2024 von der SBTi abgenommene Ziele setzen.
  • Materialien: 100 % der neuen Materialangebote für adidas müssen nachhaltig sein und in emissionsarmen Fertigungsprozessen entstehen.
  • Produkte: Konsequenter Einsatz nachhaltigerer und emissionsarmer Materialien von der Entwicklung bis zur Fertigung.
  • Transparenz: Aufbau interner Kapazitäten bei den Zulieferern zur Gewährleistung umfassender Transparenz und Rückverfolgbarkeit vom Rohstoff bis zum Endprodukt; Einbindung in das adidas Tool zur Herkunftsbestimmung und Rückverfolgung nachhaltiger Materialien.
  • Energiequellen: Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen (darunter Photovoltaik-Dachanlagen, über Abnahmeverträge (,PPAs‘) bezogener Strom aus erneuerbaren Energiequellen, sonstige alternative, erneuerbare Energiequellen) und Umsetzung des Kohleausstiegs bis 2025 oder früher.
  • Fertigungsprozesse: Einführung emissionsarmer Technologien aus dem bei adidas verfügbaren Portfolio.

Im Lauf des Jahres 2023 haben wir die hochgesteckten Ziele unseres Manifestos in umsetzbare Ziele umgewandelt und den Ansatz, mit dem wir die Leistung unserer Zulieferer messen, überarbeitet. Dies hilft uns dabei, zu überwachen, wie jeder einzelne Zulieferer zu unseren Dekarbonisierungsbemühungen beiträgt. Zu den Zielen gehören die vermehrte Nutzung erneuerbarer oder emissionsarmer Energiequellen, die Steigerung der Energieeffizienz und Fortschritte bei der Erreichung von Zielen, die mit der SBTi abgestimmt sind. Wir bieten unseren Zulieferern Anreize für ihre Leistung, z.B. Vorrang bei der Auftragsvergabe, die Möglichkeit für bestehende, leistungsstarke Partner, Marktanteile hinzuzugewinnen, Einstiegschancen für neue, moderne Zulieferpartner oder Pioniervorteile und eine Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit.

Zu den wichtigsten Fortschritten unserer Zulieferer im Jahr 2023 gehörten:

  • Abschaffung von Kohlekesseln: Seit 2022 untersagen wir unseren Zulieferern, neue kohlebetriebene Kessel, Heizungen und Stromerzeugungssysteme zu installieren, und sind nach wie vor entschlossen, bis 2025 die vorhandenen kohlebetriebenen Kessel bei allen direkten Tier-1- und Tier-2-Zulieferern abzuschaffen. Bis Ende 2023 wurden mehr als 48 Kessel (2022: 18) umgerüstet oder ersetzt, um vollständig auf emissionsarme Brennstoffe wie Biomasse oder Erdgas umzustellen. Zudem sind sechs unserer Zulieferer bereits vollständig aus der Kohleverbrennung ausgestiegen.
  • Zunehmender Einsatz standorteigener erneuerbarer Energiequellen für die Stromerzeugung: Wir fordern unsere Zulieferer seit einigen Jahren dazu auf, standorteigene erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik-Dachanlagen zu installieren, und sehen hier stetige Fortschritte. Die Gesamtkapazität der Photovoltaik-Dachanlagen bei wichtigen Zulieferern stieg im Vergleich zum Vorjahr um 44 % auf 267 MWp im Jahr 2023 an.
  • Vorbereitung der Zulieferer auf den Stromkauf von externen erneuerbaren Energiequellen: Nachdem wir 2022 durch die Implementierung von Stromabnahmeverträgen (,PPAs‘) und Umwelttarifen bei einigen Zulieferern erste positive Auswirkungen auf die Umwelt feststellen konnten, haben wir 2023 die Reichweite und den Umfang unserer Zielsetzungen für Strom aus erneuerbaren Energien erweitert. Wir unterstützten unsere Zulieferer, indem wir sie zu PPAs, Umwelttarifen, Grünstromzertifikaten (‚EACs‘) oder Zertifikaten für erneuerbare Energien (‚RECs‘) aufklärten und schulten und ihnen Kontakte zu Anbietern für diese Lösungen vermittelten. Infolgedessen beziehen nun 35 Zulieferbetriebe mehr als 50 % ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Insgesamt bezogen im Jahr 2023 unsere Zulieferer mehr als 447.268 MWh aus externen erneuerbaren Energiequellen. Dies entspricht einem Anstieg von 38 % im Vergleich zum Vorjahr.
  • Förderung der industriellen Zusammenarbeit zur Unterstützung der Zulieferer bei der Erreichung ihrer SBTi-Ziele: Im Jahr 2023 sind wir eine strategische Partnerschaft mit der indonesischen Industrie- und Handelskammer eingegangen, wodurch 20 unserer indonesischen Zulieferer erfolgreich ein technisches Schulungsprogramm abschließen konnten, das ihnen helfen soll, ihre von der SBTi abgenommenen Ziele zu erreichen. Wir haben mit verschiedenen Branchenexperten wie dem ‚World Resources Institute‘ (‚WRI‘), ‚CDP‘, ‚World Wildlife Fund‘ (‚WWF‘) und ‚Indonesia Business Council for Sustainable Development‘ (‚IBCSD‘) zusammengearbeitet, um die Zulieferer bei der Festlegung ihrer SBTi-Ziele zu unterstützen. Im Rahmen des Programms haben unsere Zulieferer ihre Treibhausgasemissionen nach Scope 1, 2 und 3 ermittelt und quantifiziert sowie Pläne zur Emissionsreduzierung ausgearbeitet.

Eigene Standorte

Wir sind entschlossen, unsere Treibhausgasemissionen an unseren eigenen Standorten, also unseren Verwaltungsstandorten, Distributionszentren und eigenen Einzelhandelsgeschäften, zu reduzieren. Im Jahr 2023 machten diese 3.491.966 m2 der Brutto-Mietfläche aus. Wir verfolgen einen klaren Aktionsplan an unseren eigenen Standorten, um unsere Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase zu erreichen. Dazu weiten wir die Erhebung unserer Umweltleistungsdaten ständig aus und implementieren weiterhin Ökoeffizienzstandards und -prozesse über ein ganzheitliches integriertes Managementsystem (,IMS‘). Die Maßnahmen, an denen wir arbeiten, umfassen z.B. die Verbesserung der Energieeffizienz, die Implementierung der Produktion standorteigener erneuerbarer Energie sowie den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Wir haben weiter in unsere eigenen Standorte investiert und Ökofonds (,Green Funds‘) angeboten, um lokale Projekte für Energieeffizienz und die standorteigene Produktion erneuerbarer Energien zu subventionieren. Eines dieser Projekte war 2023 die lokale Installation von Photovoltaik in Kombination mit der Elektrifizierung der Gasinfrastruktur zum Heizen eines unserer Distributionszentren in Caspe, Spanien. Für das Jahr 2024 planen wir mehrere Projekte, die an unserer Unternehmenszentrale in Herzogenaurach sowie an weiteren eigenen Standorten weltweit umgesetzt werden sollen.

Die Datenerhebung zum Energieverbrauch unserer eigenen Standorte haben wir weiter verbessert. Im Jahresverlauf 2023 konnten wir die Datenabdeckung mit Primärdaten unserer eigenen Einzelhandelsgeschäfte im Vergleich zum Vorjahr um weitere fünf Prozentpunkte auf 41 % weltweit steigern. Die Datenabdeckung für Verwaltungsstandorte und Distributionszentren liegt bei 100 %, während die Daten für Showrooms und kleinere Büros größtenteils geschätzt wurden. Im Jahr 2023 betrug der Gesamtenergieverbrauch an unseren eigenen Standorten weltweit 494.489 MWh (2022: 510.539 MWh); dies entspricht Gesamtemissionen von 164.236 tCO2e (2022: 164.149 tCO2e).# E. Environmental, Social and Governance (“ESG”)

E.1. Environmental

We continue our transition to renewable energy in Europe, though in recent years we have decided to phase out our focus on short-term initiatives, such as the purchase of energy certificates (‘EACs’) in Europe and North America, to concentrate more on more impactful measures, including entering into long-term contracts, such as PPAs (‘Power Purchase Agreements’), to procure renewable energy. As a result, despite a decrease in energy consumption, we have not seen any significant change in our Scope 1 and Scope 2 greenhouse gas emissions compared to 2022. In 2023, we signed a virtual PPA for Europe: starting in 2025, adidas will procure approximately 50,000 MWh of renewable energy annually for a period of ten years from a new solar project in Spain. This will contribute to the long-term reduction of emissions at our European sites. Our integrated management system IMS helps us to obtain all relevant ISO management system certifications for central sites, such as certifications for environmental management (ISO 14001), occupational health and safety management (ISO 45001), and energy management (ISO 50001). By implementing standards and conducting internal and external audits, we aim to expand these certifications to further central sites in the future, as they help us achieve our energy, water, waste, and occupational health and safety goals. As of 2023, 70 sites (2022: 64) were certified to ISO 14001, 140 sites (2022: 112) to ISO 45001, and 324 sites (2022: 322) to ISO 50001 (applies to sites with more than 50 employees or an area larger than 4,500 m²). We continue to work with certifications that require the consideration of environmental aspects in the construction and interior finishing of our own retail stores. This includes ‘LEED’ (‘Leadership in Energy and Environmental Design’) and ‘BREEAM’ (‘Building Research Establishment Environmental Assessment Method’) certifications. While we pursue these external certifications for strategically relevant projects, we also apply a range of internal eco-efficiency standards that reflect the priorities of LEED certification for all other projects. In 2023, seven of our own retail stores worldwide received LEED certification. Our store in Cape Town, South Africa, achieved the highest rating level, ‘LEED Platinum,’ for its advanced energy measurement, reduction of water consumption within the building, and its strategies to improve indoor air quality.

Water Efficiency

adidas has been implementing water-saving programs for years and has raised strong awareness among its Tier 1 suppliers about the importance of this issue. Since 2021, we have been using a ‘Self-Governance’ model, where suppliers are responsible for their water-saving efforts, while adidas continues to track and monitor water consumption. We have further strengthened and focused our efforts to reduce water consumption by additionally including Tier 2 suppliers with high water consumption in our environmental program. In 2023, Tier 2 suppliers were able to reduce their water consumption intensity by 33% (cubic meters/total production volume value in US-$) compared to the 2017 baseline year. Overall, we aim to reduce water consumption intensity by 40% by 2025 compared to the 2017 baseline year. We intend to achieve this through the use of new technologies and continuous support for our suppliers. We also intend to further intensify our water efficiency and wastewater projects at our own sites in the coming years. At the end of 2023, our water consumption intensity in administrative offices and distribution centers was a total of 0.138 m³/m² (2022: 0.145 m³/m²). In the reporting year, we recorded a decrease in absolute water consumption compared to 2022 due to lower business activity at some sites. Overall, we achieved a cumulative reduction of 28% (2022: 25%) compared to the 2019 baseline year (0.193 m³/m²), thus exceeding the target we set for ourselves for 2025.

Chemical Management

Our ambition is to implement more sustainable chemical management in our supply chain, with recognized guidelines applied in all our production processes worldwide. We adopt a holistic approach that includes the use of safe chemicals, the elimination of potentially harmful substances, and the proper disposal of treated wastewater according to the highest standards. As a founding member and actively participating company, we continue to work closely with the ‘Zero Discharge of Hazardous Chemicals’ (‘ZDHC’) Foundation and have supported it through our involvement in various working groups dedicated to developing guidelines and training. In 2023, we were the only sporting goods company to achieve the highest of three possible performance levels (‘Aspirational Level’) in the ZDHC ‘Brands to Zero’ program. This demonstrated our effective implementation of ZDHC guidelines and tools in our supply chain and represented an improvement of one level compared to the previous year.

Promoting Sustainable Input Chemicals:

In our endeavor to further advance the use of more sustainable chemicals, we introduced the ‘adiFormulator’ program in 2023 to enable direct collaboration with 40 key chemical formulators. Our goal is to increasingly use chemicals that comply with ‘Level 3,’ the highest conformity level of the ‘Manufacturing Restricted Substances List’ (‘MRSL’). Chemical formulators have succeeded in completing the transition to the revised version of the ZDHC MRSL and have introduced around 1,000 new ‘Level 3’ certified formulations, which are predominantly used in footwear production and printing processes within our supply chain. Through this program, we have achieved that 67% of the chemical formulations used by our supplier factories for production attained the highest level of conformity with the ZDHC MRSL (‘Level 3’) (target for 2025: 80%). We continue to strive for the optimization of this program to promote outstanding performance in this area in 2024. adidas aims to produce more than 99% PFAS-free. In 2023, we were informed by an industry-wide supplier that PFAS-containing dye was incorrectly used for individual components of zippers in our PFAS-free apparel range. Upon learning of this, we took appropriate measures to ensure we will be 99% PFAS-free again from Fall/Winter 2024.

Updated Targets for Cleaner Wastewater Discharge:

Ensuring clean wastewater discharge is of utmost importance to us. We have consistently exceeded our targets for 2025: 84% of our suppliers met the ‘Foundational Level’ of the ZDHC Wastewater Directive in 2023, which is due to our proactive approach to wastewater treatment plant assessment and the implementation of corrective measures. After continuous overachievement, we have increased our target from the original 80% to now 90% of facilities that should meet this level by 2025. We have done this despite expecting a revision of the ZDHC Wastewater Directive next year, for which we do not yet have a complete overview of the new reportable parameters. We will continue to support our suppliers by building capacity and sharing best practices to ensure a smooth transition to applying the new guidelines.

Waste Management

Through measures such as recycling and reuse, we continuously strive to optimize waste prevention throughout the supply chain, thereby increasing the value of waste in its life cycle. To improve waste segregation in production and promote the prioritization, recycling, and reuse of non-hazardous waste, we have developed waste management guidelines for our suppliers. According to these guidelines, non-recyclable waste should not be disposed of directly in a landfill. In collaboration with waste recovery partners, we have developed a waste prevention program in our key sourcing countries to convert non-recyclable production waste into energy. Waste recovery is a demonstrably sustainable solution that can reduce environmental pollution, decrease the need for natural resources, and save landfill space, ultimately contributing to a lower carbon footprint. To further optimize waste prevention, we have introduced this program globally, especially at suppliers in countries with a still insufficiently developed waste recovery infrastructure. Globally, suppliers participating in our environmental program collectively achieved a landfill waste avoidance rate of 96% in 2023. To improve the recycling rate, we also focused in 2023 at our own sites on increasing the quality of waste data from offices and distribution centers. To this end, we conducted training for teams on the data collection process for waste streams. This led to higher data quality but also to a lower waste avoidance rate.Stand 2023 überwachen und verfolgen 98 % (2022: 89 %) unserer eigenen Standorte ihren Abfall (nach Quadratmetern). Bis Ende 2023 entstanden insgesamt 26.382 Tonnen (2022: 32.246 Tonnen) Abfall und wir haben für Verwaltungsstandorte und Vertriebszentren eine kumulierte Abfallvermeidungsquote von 89 % erreicht (2022: 88 %).

Transport
Wir verfolgen kontinuierlich die Umweltauswirkungen, die durch den Transport unserer Produkte entstehen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ergebnisse relativ stabil geblieben. Der Einsatz von Luftfracht ist im Jahr 2023 angesichts unserer Maßnahmen zum Ausgleich der Covid-19-bedingten Herausforderungen in der Beschaffungskette auf 1% zurückgegangen. Der Großteil der Transporte fand weiterhin per Seeweg und Lkw statt.

Materialien
Unser Angebot an nachhaltigen Artikeln ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Unser Ziel ist, dass 90 % unserer Artikel bis 2025 nachhaltig sind. Wir definieren Artikel als nachhaltig, wenn sie aufgrund der verwendeten Materialien Umweltvorteile gegenüber herkömmlichen Artikeln aufweisen, d. h. – zu einem erheblichen Umfang – aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden. Der Großteil der derzeit verwendeten umweltfreundlichen Materialien umfasst recycelte Materialien oder nachhaltigere Baumwolle. Um sich als nachhaltiger Artikel zu qualifizieren, müssen diese umweltfreundlichen Materialien einen bestimmten, im Voraus definierten Prozentsatz des Artikelgewichts überschreiten. Die angewandten Kriterien für umweltfreundliche Materialien und der Prozentsatz am Materialgewicht werden auf der Grundlage von Standards, die die neusten Entwicklungen in unserer Industrie, Wettbewerbsbenchmarks und Expertenmeinungen reflektieren, definiert. Bei Bekleidung beträgt der umweltfreundliche Materialanteil am Artikelgewicht mindestens 70 %, bei Accessoires und Ausrüstung mindestens 50 % und bei Schuhen mindestens 20 %.9 Dieser Standard wird seit 2022 angewendet. Im Jahr 2023 waren fast acht von zehn unserer Artikel nach dieser Definition nachhaltig und wir übertrafen damit unseren geplanten jährlichen Meilenstein. Diese Leistung wurde durch Fortschritte in allen Kategorien unterstützt. Mehr als 90 % aller Artikel aus den Bereichen Bekleidung sowie Accessoires und Ausrüstung waren nachhaltig. Unser Angebot an nachhaltigen Schuhen hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, trotz der technischen Schwierigkeiten, nachhaltige Schuhproduktion zu skalieren. Darüber hinaus standen wir 2023 vor der Herausforderung der begrenzten Verfügbarkeit von nachhaltigeren, leistungsfähigeren und wirtschaftlich skalierbaren Materialien. Ausschlaggebend für diesen Erfolg war der kontinuierliche Ausbau unserer grundsätzlichen Fähigkeiten, größere Transparenz und mehr Genauigkeit zu Material- und Produktdaten zu schaffen. Dies erforderte Investitionen in unsere IT-Infrastruktur und ermöglicht uns nun die automatische Messung der nachhaltigen Bestandteile jedes unserer Artikel. Die Fortschritte auf dem Weg zu diesem Ziel wurden im zweiten Jahr in Folge erfolgreich durch externe Prüfer auf der Grundlage der höchsten Zuverlässigkeitsstufe (‚Reasonable Assurance‘) verifiziert. Dies hat das Bewusstsein im gesamten Unternehmen geschärft und dazu beigetragen, dass unsere Systeme für zukünftige Anforderungen gerüstet sind.

Die folgende Tabelle zeigt die Materialen, die zu den am häufigsten verwendeten gehören.

Auswahl an für adidas Produkte verwendeten Hauptmaterialtypen im Jahr 2023¹
| Materialien | Anteil am gesamten Materialvolumen in % | Anteil der Materialgruppe in % |
|---|---|---|
| Polyester | 37 | Recycelter Polyester 99,0 |
| Kautschuk | 17 | Recycelter Kautschuk 1,5 |
| | | Natürlicher Kautschuk 10,0 |
| Baumwolle | 14 | Von Drittpartei zertifizierte Baumwolle 97,3 |
| | | Bio-Baumwolle 2,7 |
| | | Recycelte Baumwolle 0,1 |
| Ethylenvinylacetat (EVA) | 10 | Biobasiertes EVA 2,0 |
| | | Recyceltes EVA 1,9 |
| Leder | 3 | Von Drittpartei zertifiziertes Leder 99,9 |

¹ Zahlen basieren auf den Saisons Frühjahr/Sommer 2023 und Herbst/Winter 2023 mit Ausnahme von Polyester (Herbst/Winter 2023 und Frühjahr/Sommer 2024).

Recycelter Polyester: Polyester ist das Material, das in den Produkten von adidas am häufigsten zum Einsatz kommt. 2017 haben wir uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis Ende 2024 in allen Produkten neu hergestellten Polyester vollständig durch recycelten Polyester zu ersetzen, sofern dies technisch möglich ist. Für unsere Produktentwicklungsteams haben wir klare Meilensteine gesetzt und konnten über die vergangenen Saisons hinweg Fortschritte erzielen. 99 % des 2023 verwendeten Polyesters waren recycelt (2022: 96 %). Dies umfasst auch – als Ersatz für neu hergestellten Polyester – ‚Parley Ocean Plastic‘, das aus Plastikmüll gewonnen wird, der auf abgelegenen Inseln, an Stränden, in Küstengemeinden und an Küstenstreifen gesammelt wird, um zu verhindern, dass damit die Ozeane verschmutzt werden. Damit sind wir auf einem guten Weg, bis Ende 2024 ausschließlich recycelten Polyester zu verwenden. Obwohl recycelter Polyester schon lange verwendet wird, ist er in der Textilbranche noch immer nicht Standard, und lediglich 15 % des weltweit produzierten Polyesters sind recycelter Polyester.

Anteil recycelter Polyester im Jahr 2023
99 %

Nachhaltigere Baumwolle: Seit Ende 2018 stammt die Baumwolle, die wir verwenden, zu 100 % aus nachhaltigeren Quellen, einschließlich Bio-Baumwolle, recycelte Baumwolle und anderer von externer Stelle zertifizierter Baumwolle. In der Baumwollsaison 2022/23 nahm adidas am ‚Organic Cotton Accelerator‘s Farm Program‘ teil und bezog Bio-Baumwolle von Kleinbauern in Indien.

Leder aus verantwortungsvoller Beschaffung: adidas verwendet Leder seit Jahrzehnten aufgrund seiner einzigartigen Leistungseigenschaften wie Langlebigkeit und physische Funktionalität. Als Mitglied der ‚Leather Working Group‘ (‚LWG‘) legt adidas seit 2006 Standards für seine Lederzulieferer fest. Dazu gehören LWG-Audits, die Einhaltung unserer Liste verbotener Substanzen ‚A-01‘, der Ausschluss von Tierhäuten aus Indien und China sowie der Ausschluss aller exotischen Leder und Pelze. Gegenwärtig werden mehr als 99 % unseres Ledervolumens nach dem LWG-Audtiprotokoll geprüft, wobei der Großteil unserer eingesetzten Häute von Gerbereien mit der höchstmöglichen Bewertung (Gold) bezogen wird. Die LWG arbeitet derzeit an der Verbesserung dieses Audit-Protokolls, um einen ersten branchenweit gültigen Standard für die Rückverfolgbarkeit von Leder zu schaffen. adidas verpflichtete sich 2023, die Beschaffungskette für Leder bis spätestens 2030 abholzungsfrei und frei von Umwandlung von Land zu gestalten.

Innovative Materialien: Im Jahr 2023 hat adidas Produkte auf den Markt gebracht, die ein Material enthalten, das mittels der neuen Technologie ‚LanzaTech‘ hergestellt wird, die Treibhausgase in Ausgangsmaterialien für Polyester umwandelt. Abgase werden aus Industrieemissionen gewonnen und zu Ethanol, einem der Bausteine für die Herstellung von Polyester, fermentiert. Diese Elemente ersetzen die herkömmlichen Bausteine, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden. Die Tenniskollektion für die Australian Open 2023 und insgesamt rund 380.000 Bekleidungsstücke und Schuhe aus verschiedenen Kategorien, wie Running und Training, wurden aus Materialien hergestellt, die mit dieser Technologie produziert wurden. Im Herbst haben wir in Zusammenarbeit mit Sean Wotherspoon erfolgreich eine kleine Kollektion von Gazelle Schuhen auf den Markt gebracht, die ,Mylo‘ enthalten, ein Material auf Myzel-Basis. Wir wissen, dass Textilien während des Fertigungsprozesses und auch während der Nutzungsphase durch Waschen oder UV-Strahlen Mikrofasern freisetzen. Diese Mikrofasern können negative Umweltauswirkungen auf Boden, Luft und Wasser haben. Auch wenn es noch zu wenig Ursachenforschung gibt, wissen wir, dass Faserfragmentierung eine komplexe Herausforderung für unsere Industrie ist, und gehen dieses Problem proaktiv an. adidas ist Gründungsmitglied von ‚The Microfibre Consortium‘ (,TMC‘), das ein Testverfahren zur Bestimmung der Faserfreisetzung entwickelt hat und die Textilindustrie in Zukunft beraten will, wie sie die Auswirkungen der Faserfragmentierung mindern kann. Im Jahr 2023 veröffentlichte TMC Positionspapiere zu Mikrofasern im Abwasser sowie eine Studie zur Faserfragmentierung von recyceltem Polyester in Stoffen. Beide Veröffentlichungen helfen der Branche, die Komplexität dieses Themas besser zu verstehen, und werden auch uns dabei helfen, unseren Ansatz für die Zukunft zu definieren.

Kreislaufwirtschaft
adidas nimmt mit seinem Programm ‚Made To Be Remade‘ (‚MTBR‘) eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Produkten mit einer kreislaufwirtschaftlichen Lösung für das Ende ihres Lebenszyklus ein. MTBR nahm im Jahr 2019 seinen Anfang, als wir den Futurecraft.Loop vorstellten, einen Performance-Laufschuh aus einem einzigen Material, der nach kreislaufwirtschaftlichen Designprinzipien entwickelt wurde. Vom Prototypen im Jahr 2019 haben wir das Konzept bis 2023 erfolgreich zu einer vollständig kommerziellen MTBR Bekleidungs- und Schuhkollektion ausgebaut, die Produkte für eine Vielzahl von Kategorien anbietet. Dieses Programm wird im Laufe des Jahres 2024 auslaufen. In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass kreislaufwirtschaftliche Dienstleistungen enge Zusammenarbeit aller Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfordern, inklusive Sammlung, Sortierung und Recycling von Abfall. Neben kreislaufwirtschaftlichen Produkten hat adidas in den vergangenen Jahren mehrere Pilotprojekte im Bereich der kreislaufwirtschaftlichen Dienstleistungen durchgeführt, wie z.B. Sneaker-Reinigung in unseren Geschäften weltweit oder Miet- und Rücknahmeprogramme. Im Jahr 2023 haben wir uns auf das Reparieren von Produkten konzentriert, um ihre Lebensdauer zu verlängern.So gibt es in unserem Terrex Store in München einen Reparaturservice, und in unserem neuen Concept Store in Berlin haben wir als Pilotprojekt ein Programm ins Leben gerufen, das das Ausleihen von Produkten ermöglicht. Für adidas bedeutet Kreislaufwirtschaft, den Wert von Produkten und Materialien in ihrem besten Zustand so lange wie möglich zu erhalten. Wir orientieren uns dabei an der Definition des Umweltprogramms der Vereinten Nationen in deren Bericht zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der Textilwertschöpfungskette. Die Einführung und Ausweitung der Kreislaufwirtschaft in unserer Branche auf globaler Ebene ist eine komplexe Herausforderung, die eine enge Zusammenarbeit zwischen mehreren Stakeholdern erfordert. Dazu gehören direkte wie indirekte Partner in der Wertschöpfungskette, von Warensammel- und Sortierbetrieben über Vorverarbeitungs- und Recyclingpartner bis hin zu Zulieferern und Innovatoren. Wir erkennen die Notwendigkeit eines systemischen Wandels und haben daher im Jahr 2023 unseren Ansatz zur Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt. Anhand von Rahmenwerken, die von Industrieorganisationen erstellt wurden, und in Erwartung künftiger gesetzlicher Anforderungen haben wir die Maßnahmen ermittelt, die in den Betrieben unserer gesamten Wertschöpfungskette implementiert werden müssen. Wir wollen die Schaffung eines Ökosystems unterstützen, das erforderlich ist, um geschlossene Kreisläufe in unserer Branche in großem Maßstab zu etablieren, und werden unser Wissen teilen und Erkenntnisse aus vergangenen kreislaufwirtschaftlichen Pilotprojekten und MTBR Produktdesignkriterien analysieren. Darüber hinaus engagieren wir uns verstärkt in EU-finanzierten, branchenübergreifenden Forschungsprojekten zur Kreislaufwirtschaft, wie z.B. ‚Textile Recycling Excellence‘ (‚T-REX‘), ‚New Cotton Project‘ und, in Zusammenarbeit mit ‚Fashion For Good‘, die Projektreihe ‚Sorting for Circularity‘. Diese Projekte zielen darauf ab, die Geschäftsvorteile der Kreislaufwirtschaft in der Textilbranche ganzheitlich zu erschließen.

─‚Textile Recycling Excellence‘ (‚T-REX‘): In diesem Projekt arbeiten unter der Koordination und Leitung von adidas 13 wichtige Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette daran, ein harmonisiertes Konzept und Geschäftsmöglichkeiten für die Sortierung und das Recycling von Haushaltstextilabfällen in einem geschlossenen Kreislaufprozess in der EU zu entwickeln. Das Hauptziel ist es, Textilabfall in einen wertvollen Rohstoff und ein Gut für neue Geschäftsmodelle umzuwandeln und so die wirtschaftliche Realisierbarkeit einer skalierbaren Kreislaufwirtschaft für Textilien in Europa zu belegen.

─‚New Cotton Project‘: adidas ist Partner in diesem von der EU geförderten Projekt, in dem die Branche und zahlreiche Stakeholder die chemische Recyclingtechnologie der ‚Infinited Fiber Company‘ weiter verbreiten wollen, um die Kreislaufwirtschaft für Baumwolltextilabfälle zu stärken. Das Projekt läuft bis 2024 und hat bereits dazu beigetragen, die Sortierung und das Recycling von Textilien in geschlossenen Kreislaufprozessen zu fördern.

─Projekte mit ‚Fashion for Good‘: Neben den von der EU geförderten Projekten waren wir 2023 auch aktiv an mehreren Projekten von ‚Fashion for Good‘ beteiligt. adidas ist der Hauptsponsor des Projekts ‚Sorting for Circularity‘ in den USA, einer Initiative von ‚Fashion for Good‘ und ‚Circle Economy‘. Darüber hinaus hat adidas in einer Reihe von Projekten kontinuierlich mit weiteren Organisationen zusammengearbeitet, um ein ‚Sorting for Circularity‘-Konzept zu entwickeln. Dabei handelt es sich um einen umfassenden Leitfaden zur Abbildung des Lebenszyklus von Kleidungsstücken, der Erfassung von Textilabfällen und der Erschließung ihres Recyclingpotenzials. Wir glauben, dass dieser Leitfaden ein wertvolles Instrument für die Modeindustrie auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft sein kann.

─‚FastFeetGrinded‘: adidas hat sich mit ,FastFeetGrinded‘ zusammengeschlossen, um Recyclingverfahren für Schuhe zu testen, mit dem Ziel, eine skalierbare Lösung für die Schuhindustrie zu entwickeln. Im Rahmen des Pilotprojekts werden Schuhe in ihre Makrokomponenten zerlegt, um sie zu recyceln und wiederzuverwenden.

Wir tauschen uns aktiv mit Expertinnen und Organisationen der Kreislaufwirtschaft aus, um über die neuesten Entwicklungen informiert zu bleiben und innovative Ansätze in unseren Ansatz zur Kreislaufwirtschaft einzubringen. In verschiedenen Märkten haben wir Initiativen gestartet, um Konsumentinnen über die Kreislaufwirtschaft aufzuklären und sie dazu zu bringen, Produkte länger zu tragen. In den USA haben wir eine Reihe von Blog-Artikeln veröffentlicht, um Konsument*innen über die richtige Reinigung ihrer Schuhe zu schulen. In Deutschland haben wir mit einem unserer Online-Händler kooperiert, um Schulungen für die optimale Pflege von Schuhen anzubieten. Mit diesen Aktivitäten demonstrieren wir unser Engagement für die Kreislaufwirtschaft und zeigen, dass wir den Wandel in der Modeindustrie vorantreiben, mit dem Ziel, gemeinsam mit unseren Partnern in der Wertschöpfungskette auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft voranzukommen.

Biodiversität

adidas ist sich der potenziellen Auswirkungen und Abhängigkeiten bewusst, die seine Geschäftstätigkeit auf Ökosystemleistungen und Naturgüter haben kann. In unserer Branche ist die Erhaltung und Wiederherstellung der Biodiversität eine komplexe Herausforderung, die eine enge Zusammenarbeit zwischen zahlreichen Akteuren erfordert, darunter direkte und indirekte Zulieferer, Zertifizierer und Innovatoren. Im Jahr 2023 haben wir die Bewertung und das Verständnis unserer Auswirkungen weiter vertieft und damit begonnen, unseren Ansatz zur Bewältigung der Biodiversitätsherausforderungen in unserer Wertschöpfungskette zu formulieren. Besonderes Augenmerk wurde auf das potenzielle Risiko der Entwaldung gelegt, da dies den größten Hebel zur Verringerung des Biodiversitätsverlusts darstellt. In unserer Wertschöpfungskette ist mit der Beschaffung von Rohstoffen wie Leder, Naturkautschuk und Holz, die wir für unsere Produkte und Verpackungen verwenden, ein potenzielles Risiko der Entwaldung verbunden. Basierend auf wissenschaftlich anerkannten Rahmenwerken des ‚Science Based Targets Network‘ (‚SBTN‘) und des ‚Accountability Framework‘ haben wir erste konkrete Maßnahmen identifiziert, die entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette ergriffen werden müssen. Dazu gehören die Erfassung unserer Beschaffungskette über unsere Tier-3-Zulieferer hinaus und die Festlegung zeitgebundener Verpflichtungen für entwaldungsfreie Beschaffungsketten. Im Jahr 2023 haben wir Leder priorisiert und dafür bereits ein entsprechendes Ziel definiert. Roadmaps für Naturkautschuk und holzbasierte Materialien werden derzeit ausgearbeitet.

─Leder: Im Jahr 2023 haben wir uns verpflichtet, bis 2030 oder früher unser gesamtes Rindsleder aus Lieferketten zu beziehen, die frei von Abholzung und Umwandlung von Land sind. Diese Verpflichtung basiert auf der Initiative ‚Deforestation-Free Call to Action for Leather‘ (Aufruf zum Handeln für Leder ohne Abholzung von Wäldern), die von Textile Exchange und der Leather Working Group (‚LWG‘) ins Leben gerufen wurde und darauf abzielt, durch kollektives Handeln einen Wandel innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette für Rindsleder voranzutreiben. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, werden wir eine Roadmap in zwei Phasen verfolgen. In der ersten Phase geht es darum, die Lederlieferkette über die Gerberei hinaus bis zum Ursprung der Tierhäute im Schlachthof zu erfassen. Diese zusätzliche Transparenz wird eine Risikobewertung ermöglichen und in einer zweiten Phase zur Formulierung spezifischerer Anforderungen für die früheren Phasen der Produktion führen, um sicherzustellen, dass das von uns bezogene Leder nicht mit Entwaldung in Verbindung steht. Infolgedessen haben wir 2023 mit einer umfassenden Erfassung unseres gesamten Ökosystems der Lederbeschaffung begonnen – bis zum Schlachthof und, wenn möglich, sogar bis zur Farmebene. Diese Bewertung wurde mit externer Unterstützung durchgeführt und wird derzeit ausgewertet. Diese Bestandsaufnahme wird die Grundlage für unsere nächsten Schritte bilden. Darüber hinaus haben wir mit dem WWF an dessen Projekt ‚Deforestation Toolkit‘ gearbeitet, das wichtige Akteure in der Lederbeschaffungskette zusammengeführt hat – von Schlachthofbesitzern bis hin zu einkaufenden Unternehmen. Das Toolkit wird allen Akteuren als Leitfaden für eine abgestimmte Strategie zur Vermeidung von Entwaldung dienen und solide Verpflichtungen gewährleisten. Als Mitglied der LWG haben wir uns 2023 auch dem Thema der Rückverfolgbarkeit gewidmet und zu diesem Zweck die erste Phase der ‚LWG Traceability Roadmap‘ gesponsert. Die Roadmap besteht aus drei Säulen: Bewertung der Rückverfolgbarkeit, Entwaldungs-Due-Diligence sowie Kontrollkette. adidas Expert*innen haben aktiv an Arbeitsgruppen mit anderen Marken und verschiedenen Stakeholdern aus der Lederbeschaffungsbranche mitgewirkt. Darüber hinaus hat adidas gemeinsam mit der UN-Wirtschaftskommission für Europa ein Pilotprojekt zur Rückverfolgbarkeit mithilfe der Blockchain-Technologie durchgeführt.

─Naturkautschuk: Wir haben auch mit einer Erfassung der Beschaffungskette für Naturkautschuk begonnen, um die Herkunftsländer für diesen Rohstoff zu ermitteln. Die in dieser Analyse identifizierten Lücken werden wir in den nächsten Jahren adressieren, um sicherzustellen, dass wir einen vollständigen Überblick über unsere Beschaffungskette haben und mit unseren Zulieferern auf unser Ziel hinarbeiten können, Naturkautschuk zu beziehen, der frei von Entwaldung und Umwandlung von Land ist.

─Holzbasierte und alternative Rohstoffe: Im Rahmen unseres Strebens nach einer Beschaffungskette, die frei von Entwaldung und Umwandlung von Land ist, haben wir mit ‚Canopy Planet‘ zusammengearbeitet, um unsere Verantwortung in Bezug auf holzbasierte Materialien zu strukturieren.# Nachhaltigkeitsbericht

Dazu gehören die Unterstützung des Schutzes von Wäldern und Ökosystemen, die weitere Überprüfung unserer Beschaffung von künstlichen Zellulosefasern und Papierverpackungen und die Bemühungen, die Beschaffung aus alten und gefährdeten Wäldern zu beenden. Wir bevorzugen weiterhin Papierverpackungen, die recycelt oder für Verzicht auf Entwaldung und Umwandlung von Land zertifiziert sind. Über die Innovationsplattform ‚Fashion for Good‘ arbeiten wir mit verschiedenen Innovatoren zusammen, um Alternativen zu neu hergestellten Materialien zu erforschen, z.B. aus landwirtschaftlichen Abfällen. Unsere Beteiligung an solchen innovativen Pilotprojekten unterstützt die Modeindustrie dabei, Lösungen zu finden, um den zunehmenden Druck auf aus Wäldern gewonnene Materialien zu vermeiden.

Materialien tierischen Ursprungs

Wir befolgen die Standards zur Beschaffung von Materialien tierischen Ursprungs auf ethische und nachhaltige Weise, die dem Tier- und Artenschutz Rechnung trägt. Wir beschaffen und verarbeiten keine Rohmaterialien von gefährdeten oder bedrohten Tierarten, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (‚International Union for Conservation of Nature‘ – ‚IUCN‘) stehen. Alle Daunen in unseren Produkten sind entweder neu gewonnene, durch den ‚Responsible Down Standard‘ (‚RDS‘) von ‚Textile Exchange‘ zertifizierte Daunen oder aber recycelte Daunen. Bei der Beschaffung von Wolle hat sich adidas verpflichtet, den Anteil der Wolle, die nach dem ‚Responsible Wool Standard‘ (‚RWS‘) von Textile Exchange zertifiziert ist, bis Ende 2024 auf 100 % zu erhöhen.

Im Jahr 2023 bewerteten wir zudem potenzielle Biodiversitätsrisiken in Verbindung mit anderen Rohstoffen in unserer Beschaffungskette sowie unsere eigenen Standorte und die unserer strategischen Zulieferer auf potenzielle Auswirkungen auf Schutzgebiete, wichtige Biodiversitätsgebiete und die Rote Liste der bedrohten Arten der IUCN. Im Jahr 2023 haben wir unsere Maßnahmen für mehr Biodiversität an unserer Unternehmenszentrale in Deutschland fortgesetzt. Wir haben eine campusweite Bestandsaufnahme abgeschlossen, einen Masterplan erstellt und erste Schritte zur Förderung der Biodiversität auf dem Campus umgesetzt. Anhand der Ergebnisse werden wir aufbauend auf unseren Beobachtungen neue Pläne ausarbeiten, um wissenschaftlich fundierte Maßnahmen für die biologische Vielfalt umzusetzen. Darüber hinaus haben wir das Bewusstsein unserer Beschäftigten für die Themen Biodiversität, regenerative Landwirtschaft sowie Entwaldung und Umwandlung von Land durch mehrere interne Fortbildungsveranstaltungen, kollaborative Workshops und Mitarbeiteraktivierungen rund um den Globus geschärft.

Verpackung

Wir sind entschlossen, nachhaltigere Verpackungsmaterialien zu verwenden und die Auswirkungen verwendeter Verpackung zu reduzieren, indem wir die Kartongröße und die Anzahl der Sendungen optimieren, auch wenn dies mit etwa 1 % nur einen kleinen Teil der Gesamtemissionen ausmacht. Die meisten unserer Papierverpackungen wie Schuhkartons und Transportboxen werden aus recyceltem Material hergestellt. Nahezu alle Kunststoffverpackungen (Polybeutel), die verwendet werden, um die fertigen Produkte während des Transports zu schützen, bestehen zu 100 % aus recyceltem LDPE (Weich-Polyethylen). Die einzige Ausnahme bilden derzeit die Distributionszentren, in denen die E‑Commerce-Retouren neu verpackt werden und die noch keinen lokalen Lieferanten für recycelte LDPE-Polybeutel haben (weniger als 1 % der Polybeutel). Bereits seit mehreren Jahren werden alle ausgehändigten Tragetaschen in den adidas Einzelhandelsgeschäften aus recyceltem Papier hergestellt.

Produktsicherheit

Produktsicherheit ist zwingend notwendig. Als Unternehmen sind wir verpflichtet, das Risiko möglicher Produktmängel zu begrenzen, die zu Verletzungen bei Konsumentinnen führen können. Deshalb verfügen wir über unternehmensweite Richtlinien für Produktsicherheit, die eine einheitliche Anwendung physischer und chemischer Produktsicherheits- und Konformitätsstandards gewährleisten. Die Erarbeitung entsprechender adidas Standards und Richtlinien ist ein kollaborativer, funktionsübergreifender Prozess. Fachexpertinnen aus unseren Legal- und Global-Operations-Teams arbeiten daran mit, um sicherzustellen, dass alle denkbaren Aspekte eines Produkts abgedeckt sind. Dies umfasst auch spätere Aktualisierungen von Standards bzw. Richtlinien sowie Schulungen. Die Anwendung und Überwachung der Einhaltung wird durch den Bereich Global Operations sichergestellt. Zu diesen Richtlinien gehört das im Jahr 1998 zuerst von uns eingeführte Regelwerk für Gefahrstoffe (A‑01). Diese Richtlinie entspricht strengsten einschlägigen lokalen Bestimmungen und umfasst Best-Practice-Standards wie von Verbraucherschutzorganisationen empfohlen. Sie wird auf der Grundlage unseres ständigen Austausches mit wissenschaftlichen Organisationen mindestens einmal im Jahr aktualisiert und intern sowie extern veröffentlicht. Sie ist für alle Geschäftspartner verbindlich. Externe Einrichtungen sowie unsere eigenen Qualitätslabore kontrollieren fortlaufend Materialproben, um sicherzustellen, dass sie unsere Anforderungen erfüllen. Alle Materialien, die unseren Standards und Spezifikationen nicht entsprechen, lehnen wir ab. Infolge unserer anhaltenden Bemühungen hatten wir im Jahr 2023 keine Produktrückrufe zu verzeichnen.

In den letzten Jahren haben wir wesentlich zur ‚Restricted Substances List‘ der ‚AFIRM Group‘ beigetragen, die eine harmonisierte branchenweite Gefahrstoffliste darstellt. Mit der zunehmenden Akzeptanz der Liste als Best Practice in der Branche und der steigenden Anzahl von AFIRM-Mitgliedern wurden 2023 mehrere Tools weiterentwickelt, wie z.B. ein einheitliches Anforderungsformular für Tests, der Fragebogen zur Bewertung von Drittlaboren oder die Bereitstellung von Online-Schulungsvideos in zusätzlichen Sprachen für Lieferanten. Zudem wurde ein Leitfaden zum PFAS-Ausstieg veröffentlicht, der durch ein Online-Webinar für Lieferanten unterstützt wird. All diese Tools werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und stehen auch anderen Unternehmen der Textil- und Sportartikelindustrie sowie deren Zulieferern zur Verfügung. Wir haben zudem weiter an verschiedenen bedeutenden öffentlichen, von der Europäischen Kommission (z.B. Europäische Chemikalienagentur) initiierten Stakeholder-Konsultationsverfahren teilgenommen. Darüber hinaus waren wir an US-bundesstaatlichen Gesetzesinitiativen beteiligt und haben die Behörden über die Auswirkungen und Chancen der Gesetzesentwürfe informiert. Um auf die zunehmende Anzahl von Gesetzen in den USA zu reagieren, wie z.B. das kürzlich erlassene Gesetz der US-Umweltschutzbehörde (EPA) für PFAS, haben wir unseren Statusaustausch mit US-Einzelhändlern und unseren Kontakt zu strategischen Lieferanten verstärkt, wodurch auch unsere Nachverfolgungsfunktionen rückwirkend verbessert wurden.

Soziale Auswirkungen

adidas bekennt sich zu seiner Verantwortung in Bezug auf den Schutz der Menschenrechte und ist sich der Wichtigkeit der angemessenen Sorgfaltsprüfung (,Due Diligence‘) bei der Erfüllung dieser gesellschaftlichen Verpflichtung bewusst. In diesem Zusammenhang bemühen wir uns um ein verantwortungsvolles Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Rohstoffproduktion bis hin zu unseren eigenen Standorten. Wir schützen die Rechte unserer Mitarbeiter*innen sowie der Beschäftigten in unseren Zulieferbetrieben durch unsere Arbeitsplatzstandards und nutzen unseren Einfluss, um überall dort positive Veränderungen herbeizuführen, wo Menschenrechtsfragen mit unseren Geschäftsaktivitäten verknüpft sind.

Menschenrechte

Im Jahr 2023 haben wir weitere Schritte unternommen, um unsere Bemühungen im Bereich der Sorgfaltspflicht bezüglich Menschenrechten und Umwelt (‚Human Rights and Environmental Due Diligence‘ – ‚HREDD‘) voranzutreiben. Das bringt uns näher an unser Ziel, bis 2025 in unserer gesamten Wertschöpfungskette ein System zur Identifizierung und Behandlung von besonders risikobehafteten Menschenrechtsfragen zu etablieren. Dies beinhaltete auch die Ausweitung unseres Menschenrechts- und Umweltrisikomanagementsystems auf andere Geschäftsbereiche wie Global Brands, Procurement und Human Resources, zusätzlich zu unseren Produktbeschaffungsaktivitäten. Als Teil dieses erweiterten Risikomanagementsystems haben wir unseren Governance-Rahmen weiterentwickelt, um die Verantwortung für das Management von Menschenrechts- und Umweltrisiken auf funktionaler Ebene zuzuweisen, und interne Risikobewertungs- und Berichterstattungsverfahren eingeführt. Unser funktionsübergreifendes internes ‚ESGRegulation Board‘ überwacht die Einhaltung bestehender und zukünftiger Vorschriften, und wir haben Schulungen zu einer Reihe von Themen durchgeführt, unter anderem zur unternehmensweiten Anwendung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes. Das am 1. Januar 2023 in Kraft getretene Gesetz regelt die Verantwortung deutscher Unternehmen für die Achtung der Menschenrechte in ihren globalen Lieferketten und fordert Unternehmen auf, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren und diese durch Maßnahmen zur Minimierung oder Beseitigung negativer Auswirkungen zu adressieren. Nach bestem Wissen und Gewissen haben wir unsere internen Due-Diligence-Prozesse und Berichterstattungssysteme so ausgerichtet, dass sie den Anforderungen des Gesetzes entsprechen, das den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt in folgenden Bereichen stärken soll: Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung, Landraub, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, das Recht auf angemessene Löhne, das Recht, Gewerkschaften zu gründen, und Umweltverstöße. Im Rahmen der Verpflichtung zur jährlichen Offenlegung wird adidas im ersten Halbjahr 2024 einen Bericht über die Sorgfaltspflicht in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt bei den deutschen Behörden einreichen und auf seiner Unternehmenswebsite veröffentlichen.# Adidas AG

7. Management's Discussion and Analysis of Financial Condition and Results of Operations

Human Rights and Responsible Sourcing

We are committed to ensuring or contributing to the remediation of negative impacts on human rights and the environment that we have caused or contributed to, and we strive to promote or contribute to the mitigation and remediation of negative impacts to which we are linked through our business relationships. To strengthen this approach and complement our due diligence processes, in 2023 we updated our third-party grievance mechanism on human rights and environmental impacts to cover both actual and potential negative human rights and environmental impacts in our direct and indirect supply chain. In 2023, we implemented additional tools and systems to enhance our assessment of high-risk issues such as forced and child labour in upstream supply chains and other human rights risks arising from business activities in conflict-affected countries. This included the introduction of a U.S. compliance database that allows individual business units and production sites to be screened against data on trade sanctions and forced labour risks. We have automated this process by linking our internal sustainable materials traceability system with this platform to be able to track the risk of forced labour in our supply chain. Furthermore, we have continued the rollout of an internal reporting tool to identify and assess the potential existence of ILO forced labour indicators. We started in China, where all of our Tier 1 manufacturers, our selected Tier 2 material suppliers, and the Tier 3 spinning mills selected by us were assessed against these ILO indicators. There were no indications of forced labour at any of the suppliers assessed. The reporting tool is now being deployed globally to ensure ongoing compliance throughout the supply chain. In response to the ongoing war in Ukraine and continued political instability in Myanmar following the coup, we continue to conduct heightened human rights due diligence in these countries. While conducting on-site audits in Ukraine remains challenging, we have actively worked with our supplier to conduct remote worker interviews and monitor the human rights situation. In Myanmar, we continue to maintain constant contact with international and local stakeholders to observe the evolving human rights situation. To amplify these efforts, we have joined the Multi-Stakeholder Alliance for Decent Employment in the Apparel Industry of Myanmar (‘MADE’ in Myanmar), an EU co-funded project to maintain and monitor human rights, social, and environmental standards in supplier factories in Myanmar and to promote responsible business practices. Increased human rights due diligence was also conducted in relation to adidas’ decision to cease operations in Russia, against which numerous international sanctions have been imposed. The review considered the impact on employees, including those in retail, affected by the wind-down of operations and the closure of stores. Throughout 2023, we remained in close contact with FIFA’s Human Rights and Anti-Discrimination Team, holding monthly calls with other sponsors to discuss proposals for a FIFA World Cup 2022™ Legacy Fund and the effectiveness of FIFA’s grievance mechanism in the aftermath of the World Cup in Qatar. This engagement also included reaching out to FIFA regarding their monitoring of human rights impacts leading up to the FIFA Women’s World Cup 2023™ and the development of a human rights protection system for the FIFA World Cup 2026™ host countries in North and South America. We continue to apply responsible recruitment practices in our supply chain. In 2023, we updated our Responsible Recruitment Policy to reflect the renewed commitment of industry employers to the ‘Employer Pays’ principle, ensuring workers receive timely reimbursement for expenses and costs incurred, if any, in connection with their recruitment or continued employment. As part of our ongoing collaboration with Tier 2 manufacturers in our supply chain in Asia on responsible recruitment practices and the employment of foreign migrant workers, we have piloted a digital worker voice channel with ten suppliers in Taiwan. The pilot aimed to increase the visibility of worker feedback and to monitor and address grievances and complaints.

Transparency and Recognition

We continue to transparently report on the actions we have taken to identify and mitigate the risk of forced labour and negative human rights impacts in our global supply chain. This is achieved through our annual Modern Slavery Statements for regulators in countries such as the UK and Australia, our annual Modern Slavery Progress Reports, and other public disclosures on our company website and via relevant third-party channels. Furthermore, we aim to maintain our 100% response rate in the Business and Human Rights Resource Centre’s (‘BHRRC’) Corporate Accountability Matrix, which encourages companies to publicly respond to human rights issues raised by civil society. We continue to receive external recognition for our transparent approach to human rights protection. For example, we are among the top ten apparel and footwear companies in the World Benchmarking Alliance’s (‘WBA’) Corporate Human Rights Benchmark and hold a top ranking, at number three, in the KnowTheChain benchmark on forced labour.
adidas-group.com/sustainability

Supply Chain Working Conditions

Our commitment to fair labour practices and safe working conditions in the production facilities of our global supply chain is fundamental to our commitment to uphold human rights. Our proactive efforts are guided by the adidas Workplace Standards, our supply chain code of conduct, which aligns with the Fair Labor Association’s (‘FLA’) Code of Conduct for Workplaces and Principles for Fair Labour and Responsible Sourcing. The adidas Workplace Standards are embedded as a contractual obligation in supplier framework agreements. They ensure fair, safe, and healthy working conditions, as well as environmentally sound operations in the production facilities. They are also aligned with the human rights conventions and fundamental principles and rights at work of the ILO and the UN, as well as the World Federation of the Sporting Goods Industry (‘WFSGI’) Code of Conduct. We strive to extend our sphere of influence by transferring responsibility to the manufacturers with whom we have a contractual relationship, in order to identify and address potential and actual risks associated with possible labour rights violations in the upstream and downstream areas of our supply chain. In our Guidelines on Employment Standards, we make specific reference to the ILO Core Labour Standards. All policies and implementation processes of the Worker Rights Programme are reviewed and approved by Senior Management Social and Environmental Affairs (‘SEA’). In addition to regular monitoring of compliance with our standards, in 2023 we continued to focus on our own purchasing practices, which are intended to align with our Responsible Sourcing and Purchasing Policy, to ensure that our purchasing practices do not impair our manufacturers’ ability to comply with our social and environmental standards. To better understand potential impacts, we have sought both anonymous and open feedback from our suppliers. This has been achieved through our membership in the Better Buying Institute, an independent organisation that assesses and reports on the purchasing practices of participating brands, as well as through our direct dialogue with our suppliers. Based on this feedback, we have continued to work on improving our purchasing practices. Furthermore, in collaboration with Better Buying, we have expanded the use of our online responsible sourcing training to over 4,000 employees in Global Operations. In 2023, the training was also shared with the majority of adidas license partners to further enhance their understanding of effective responsible purchasing practices.

2025 Targets

Our social compliance programme is continuously evolving and is based on three core concepts with 2025 targets.# Ziele für 2025: Soziale Auswirkungen

Einflussbereich Ziel
Beschaffungskette Soziale Auswirkung (,S-KPI‘)
90 % der strategischen Tier-1-Zulieferer erreichen mindestens ,4S‘; 100 % der strategischen Tier-1-Zulieferer erreichen ,3S‘ oder besser¹
Angemessene Vergütung
Schrittweise Verbesserung der Vergütung, gemessen an Benchmarks für gerechte Entlohnung, für alle unsere strategischen Tier-1-Zulieferer²
Geschlecht
Erreichen von Geschlechtergleichstellung in Bezug auf Entlohnung der Arbeiter*innen und Vorgesetzten unserer strategischen Tier-1-Zulieferer³
Gesamte Wertschöpfungskette (Rohstoffproduktion bis eigene Standorte) Sorgfaltspflicht bezüglich Achtung der Menschenrechte und der Umwelt (,Human Rights and Environmental Due Diligence‘ – ,HREDD‘)
System zur Identifizierung und Bewältigung besonders risikobehafteter Menschenrechtsfragen in 100 % unserer Wertschöpfungskette⁴

¹ Der S-KPI misst eine Reihe von sozialen Indikatoren wie Unfallraten, Zufriedenheit und Befähigung der Beschäftigten. Aufgrund positiver Fortschritte bei der Gesamtleistung unserer Zulieferer im Jahr 2022 haben wir unser Ziel für 2025 für die Anzahl der Zulieferer, die ein 4S-Rating erreichen sollen, angehoben. Gesamtziel ist es, diese grundlegenden Maßnahmen zur sozialen Auswirkung zu 100 % einzuhalten bzw. zu 90 % zu übertreffen, wobei ,3S' die erwartete Mindestleistung der Zulieferer ist.

² Zu den Benchmarks für angemessene Vergütung gehören Branchenlöhne, Mindestlöhne und existenzsichernde Löhne. Diese Benchmarks werden durch ein ,Fair Compensation Tool‘ der FLA festgelegt und nachverfolgt. Dabei handelt es sich um ein Tool für Zulieferer zur Selbstbewertung, das in der Branche auf breite Zustimmung stößt und schrittweise auf strategische Tier-1-Zulieferer ausgeweitet wird.

³ Die Messung der Lohngleichheit für Fließbandarbeitskräfte und deren unmittelbare Vorgesetzte (d.h. Fließbandleiter) ist Teil einer umfassenderen Einführung der Gleichstellungsstrategie bei den relevanten strategischen Tier-1-Zulieferern, die Selbstbewertungen durchführen, um geschlechtsspezifische Unterschiede in den betrieblichen Praktiken und Verfahren zu ermitteln und anschließend zu beseitigen.

⁴ Bei der Durchführung von Due Diligence wollen wir potenzielle nachteilige Auswirkungen auf die Menschenrechte oder die Umwelt identifizieren, verhindern oder mindern, wobei der Bekämpfung der schwersten Auswirkungen Priorität gegeben wird.

Messung der sozialen Auswirkungen unserer Zulieferer

Im Jahr 2022 haben wir unser KPI-Tool zur Messung sozialer Auswirkungen eingeführt (‚S-KPI‘). Der S-KPI misst die sozialen Auswirkungen unserer Zulieferer anhand einer Reihe von Sozialindikatoren wie Unfallraten, Zufriedenheit und Befähigung der Beschäftigten. Bis 2025 wollen wir erreichen, dass 90 % der strategischen Tier-1-Zulieferbetriebe mindestens eine Bewertung von ,4S‘ erreichen (auf einer Skala von 1 bis 5, wobei 5 die beste Bewertung ist) und 100 % der strategischen Tier-1-Zulieferbetriebe ,3S‘ oder besser.

Verbesserung der Lohngerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung bei unseren Zulieferern

Wir verpflichten uns dazu, verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken zu unterstützen, die Gleichstellung der Geschlechter zu verbessern und Lohngleichheit zu schaffen. Das soll für eine gerechte und geschlechterunabhängige Entlohnung der Arbeiterinnen in unserer Beschaffungskette sorgen. Bis 2025 streben wir eine schrittweise Verbesserung der Vergütung, gemessen an Benchmarks für gerechte Entlohnung, sowie Geschlechtergleichstellung bei der Entlohnung von Arbeiterinnen und deren Vorgesetzten in unseren strategischen Tier-1-Zulieferbetrieben an.

Angemessene Vergütung

Wir führen derzeit ein mehrjähriges Lohnbenchmarking mit unseren Hauptzulieferern durch. Im Rahmen dieser Studie werden Daten aus drei unterschiedlichen Zeiträumen gesammelt: dem Benchmarking-Jahr 2020, dem Halbzeitjahr 2023 und dem Endjahr 2025. Die Daten für das Benchmarking-Jahr 2020 wurden in den Jahren 2021 bis 2023 erhoben, die Daten für das Halbzeitjahr 2023 werden im Jahr 2024 und die Daten für das Jahr 2025 im Jahr 2026 erhoben. Im Jahr 2023 haben wir das Benchmarking für 2020 durch die Erhebung von Lohndaten in China, Thailand und Pakistan abgeschlossen. In Übereinstimmung mit dem Benchmarking, das wir im Vorjahr in Kambodscha, Indonesien und Vietnam durchgeführt haben, haben wir die Lohndaten der Zulieferer mit externen Benchmarks wie dem jeweils geltenden gesetzlichen Mindestlohn, dem FLA-Länderdurchschnitt (‚FLA Country Average‘), ein Branchendurchschnitt, der auf Zulieferern basiert, die mit FLA-Mitgliedsunternehmen zusammenarbeiten, und dem Benchmark der Global Living Wage Coalition (‚GLWC‘) verglichen, sofern verfügbar. Die Ergebnisse des gesamten Benchmarking-Zeitraums 2020 zeigen, dass die Löhne der in dieser Studie berücksichtigten Zulieferer (ca. 80 % aller Hauptzulieferer) alle oben genannten Benchmarks übertreffen. In Übereinstimmung mit der Formel der FLA für angemessene Vergütung beinhalten alle unten aufgeführten Löhne reguläre Löhne, bezahlten Urlaub, jeweils zutreffende und wählbare Anreize, Sach- und Geldleistungen und schließen alle gesetzlich vorgeschriebenen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge aus.

Kambodscha (zehn Zulieferer)

In unserem Hauptzulieferland für Bekleidung übertreffen die durchschnittlichen Lohnzahlungen unserer Zulieferer den gesetzlichen Mindestlohn um 56 % und den gültigen FLA-Länderdurchschnitt um 33 %. In Kambodscha sind 90 % der untersuchten Zulieferer gewerkschaftlich organisiert, 10 % haben einen geltenden Tarifvertrag abgeschlossen.

China (14 Zulieferer)

Die in unserer Datenerhebung untersuchten Zulieferer verteilen sich über zehn Zonen mit jeweils unterschiedlichen geltenden Mindestlöhnen. In all diesen Zonen lagen die Lohnzahlungen zwischen 13 % und 159 % über dem jeweiligen gesetzlichen Mindestlohn. Derzeit übertreffen zwei der von uns untersuchten Zulieferer, die über einen verfügbaren und anwendbaren GLWC-Benchmark verfügen, diesen um 2 % bzw. 34 %. In China haben 79 % dieser Zulieferer eine staatlich unterstützte Gewerkschaft und 43 % einen geltenden Tarifvertrag.

Indonesien (13 Zulieferer)

Die in Indonesien untersuchten Zulieferer verteilen sich über zehn Zonen mit jeweils unterschiedlichen geltenden Mindestlöhnen, die sich hinsichtlich der Mindestlohnanforderungen stark unterscheiden. In all diesen Zonen lagen die Lohnzahlungen zwischen 9 % und 66 % über dem gesetzlichen Mindestlohn. 92 % der Zulieferer sind gewerkschaftlich organisiert und haben einen geltenden Tarifvertrag abgeschlossen.

Pakistan (zwei Zulieferer)

Die Daten belegen, dass die durchschnittlichen Lohnzahlungen unserer Zulieferer den gesetzlichen Mindestlohn um 42 % und den gültigen FLA-Länderdurchschnitt um 16 % übertreffen. Derzeit sind die von uns untersuchten Zulieferer in Pakistan nicht gewerkschaftlich organisiert.

Thailand (vier Zulieferer)

Die in Thailand untersuchten Zulieferer verteilen sich über drei Zonen mit jeweils unterschiedlichen geltenden Mindestlöhnen. In all diesen Zonen lagen die Lohnzahlungen zwischen 36 % und 44 % über dem gesetzlichen Mindestlohn. Derzeit sind keine der Zulieferer gewerkschaftlich organisiert.

Vietnam (17 Zulieferer)

Unsere Zulieferer befinden sich in drei Zonen mit jeweils unterschiedlichen gesetzlichen Mindestlöhnen. Die Lohnzahlungen der Zulieferer lagen in diesen Zonen zwischen 72 % und 78 % über dem gesetzlichen Mindestlohn. Wo anwendbar (nur Zone 1), lagen die Löhne um 18 % über dem Benchmark der GLWC. 100 % der Zulieferer haben eine staatlich unterstützte Gewerkschaft und einen geltenden Tarifvertrag.

Wir sind weiterhin auf dem besten Weg, unseren Benchmarking-Prozess abzuschließen, und werden Ende 2024 in der Lage sein, unsere Gehaltsdaten von 2020 mit den Ergebnissen von 2023 zu vergleichen. Auf diese Weise können wir die Entwicklung der Löhne im Laufe der Zeit beurteilen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, die Hebel, die wir als die einflussreichsten im Lohnfindungsprozess identifiziert haben, zu bearbeiten. Diese sind gesetzliche Verpflichtungen, verantwortungsvolle Einkaufspraktiken, Produktivität, Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehungen und Regierungsbeteiligung. Darüber hinaus werden wir in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen ein ‚Gender Pay Parity Capacity Building Program‘, also ein Programm zum Kapazitätsaufbau für Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen, in unserer Beschaffungskette einführen. Ziel des Programms ist, bei unseren Zulieferern das Bewusstsein und Verständnis für den ‚Gender Pay Gap‘, den Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen, zu schaffen, insbesondere im Hinblick auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Gleichstellung der Geschlechter

Wir setzen weiterhin Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in unserer Beschaffungskette um und erfüllen bei unseren Hauptzulieferern unsere Ziele hinsichtlich der Förderung von Geschlechtersensibilität und der Gewährleistung gleicher Chancen und Rechte für alle Beschäftigten. Im Jahr 2023 waren das folgende Maßnahmen: Start der Umfrage zur Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz (‚Gender Equality Worker Survey‘), Überprüfung der Angaben der Selbstbewertung der Zulieferer sowie Durchführung der zweiten jährlichen Selbstbewertung der Zulieferer. Nahezu 44.000 Arbeiterinnen nahmen an der Umfrage zur Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz teil, die dazu diente, die diesbezüglichen Erfahrungen und Wahrnehmungen von Arbeiterinnen zu bewerten und ein Feedback der Beschäftigten zu den Gleichstellungspraktiken in den Zulieferbetrieben einzuholen. Darüber hinaus sollte die Umfrage Hauptzulieferern einen Anhaltspunkt für weitere Verbesserungsmöglichkeiten bieten. Alle Hauptzulieferer haben zudem erste Verbesserungspläne vorgelegt, um die im Selbstbewertungs-Tool zur Gleichstellung der Geschlechter identifizierten Lücken anzugehen, und werden ihre Verbesserungspläne weiterhin aktualisieren.# Leistungsüberwachung und -bewertung

Wir bewerten regelmäßig, inwieweit unsere Hersteller faire, gesunde und umweltgerechte Arbeitsbedingungen bieten. Dazu führen wir angekündigte und unangekündigte Audits durch das eigene Team oder akkreditierte externe Prüfer durch. Werden bei den Audits Verstöße gegen die Arbeitsplatzstandards festgestellt, erhalten die betroffenen Betriebe eine strikte Frist zur Behebung dieser Verstöße. Bei der Auswahl potenzieller neuer Produktionsstätten wird ein ähnliches Bewertungssystem angewendet, und Aufträge werden nur nach vorheriger Zustimmung des SEA-Teams vergeben. Basierend auf den Ergebnissen dieser Bewertungen beschließen die Sourcing- und SEA-Teams gemeinschaftlich über das weitere Vorgehen – von Schulungen bis hin zu Durchsetzungsmaßnahmen, wie beispielsweise Verwarnungen oder der Rekrutierung externer Berater*innen, um Arbeitsplatzsysteme oder -praktiken zu verbessern. Wir bieten zudem mehrere Beschwerdekanäle an, über die Beschäftigte oder Dritte Beschwerden über Verstöße gegen die adidas Arbeitsplatzstandards und die Menschenrechte im Allgemeinen einreichen können. Jede Beschwerde vonseiten Dritter, die wir über unsere Beschwerdekanäle erhalten, wird geprüft und untersucht. Das Ergebnis wird auf der Internetseite unseres Unternehmens veröffentlicht.

adidas-group.com/NACHHALTIGKEIT

Im Jahr 2023 ging adidas eine Partnerschaft mit Better Work ein, einer Kooperation zwischen der ILO und der ‚International Finance Corporation‘ (‚IFC‘), die eine Reihe von Programmen zur Sorgfaltsprüfung und zum Kapazitätsaufbau für Zulieferer in den 13 Ländern anbietet, in denen Better Work tätig ist. Neben dem Engagement in der Beschaffungskette setzt sich Better Work aktiv für einen konstruktiven Dialog zwischen den verschiedenen betroffenen Multi-Stakeholdern in diesen Ländern ein, die sich mit den Praktiken der Einkäufer und den Rechten der Beschäftigten befassen, z.B. Organisationen der Zivilgesellschaft, Regierungen, Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaftsgruppen. Die Bedingungen in den Produktionsstätten werden darüber hinaus durch unabhängige Prüfer im Rahmen unserer Kooperation mit der FLA bewertet – ein Beispiel dafür, dass wir auf unabhängige Inspektionen von Produktionsstätten und die Verifizierung unserer Programme durch externe Stellen setzen. Unser Programm wurde dreimal von der FLA akkreditiert und bleibt auch 2023 akkreditiert, infolge jährlicher Bewertungen durch die FLA, bei denen adidas als Top-Performer eingestuft wurde. Ende 2023 arbeitete adidas mit 357 unabhängigen Zulieferbetrieben¹² zusammen (2022: 424), die in 40 Ländern Produkte für uns herstellen (2022: 44). Der Rückgang der Anzahl an Zulieferbetrieben spiegelt die Konsolidierung der Beschaffungsaktivitäten im Zusammenhang mit unserer Strategie, langfristige Beziehungen zu unseren Herstellern aufzubauen, wider. 63 % der Fabriken unserer Hersteller befinden sich in der Region Asien-Pazifik (2022: 63 %). Die Anzahl der Lizenznehmer, mit denen wir zusammengearbeitet haben, lag 2023 bei 37 (2022: 39). Diese haben in 251 Fabriken (2022: 287) in 33 Ländern (2022: 34) Produkte hergestellt.

Onboarding neuer Zulieferer

2023 lag unser Hauptaugenmerk darauf, die Beziehungen zu unseren bestehenden Herstellern zu festigen, anstatt neue Partnerschaften einzugehen. Folglich blieb die Anzahl der Erstbewertungen – die erste Genehmigungsstufe für den Eintritt in unsere Beschaffungskette – potenzieller Zulieferbetriebe mit 66 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (2022: 58). Davon wurden 19 Produktionsstätten (2022: 20) entweder nach festgestellten Nulltoleranz-Verstößen (‚Zero-Tolerance‘) direkt abgelehnt oder erhielten nach Feststellung von einem oder mehreren Grenzfällen (‚Threshold Issues‘) den Status ‚abgelehnt mit zweiter Prüfung‘. Das bedeutet, dass diese Betriebe zwar abgelehnt wurden, aber die Möglichkeit bekamen, die Compliance-Verstöße innerhalb eines konkreten Zeitraums zu beheben. Die überwiegende Mehrheit (64 %) aller Erstbewertungen wurde in Asien durchgeführt (2022: 71 %). Davon entfielen 20 % auf China (2022: 26 %). Insgesamt lag die Quote der neu besuchten Produktionsstätten, die direkt abgelehnt wurden, Ende 2023 bei 29 % und damit unter dem Vorjahresniveau (2022: 34 %). Hersteller, bei denen Grenzfälle festgestellt werden, erhalten normalerweise eine Frist von drei Monaten, um die Probleme vor einem zweiten Audit für die Endabnahme zu beheben. Durch gezielte Unterstützung und Trainingseinheiten konnten alle zunächst abgelehnten Produktionsstätten ihre Verstöße erfolgreich beheben und in die Produktion aufgenommen werden. Folglich gab es 2023 keine ‚endgültigen Ablehnungen‘.

Leistungsindikatoren der Beschaffungskette

2023 2022
Onboarding neuer Zulieferer
Gesamtzahl der Ablehnungen nach Erstbewertung¹ 19 20
Anteil der Ablehnungen nach Erstbewertung 29 % 34 %
Gesamtzahl der endgültigen Ablehnungen 0 4
Anteil der endgültigen Ablehnungen² 0 % 5 %
Befähigung der Beschäftigten
Implementierung der ‚Workers Voice‘-Beschwerdeplattform bei strategischen Herstellern 100 % 100 %
Zufriedenheitsquote der Beschäftigten, die eine Beschwerde über ‚Workers Voice‘ eingereicht haben 77 % 77 %
Schulungen
Anzahl der Schulungseinheiten (Grundlagen, Leistung, Fortgeschritten) 179 187
Kontrollen
Gesamtzahl der Audits (Erstbewertung, Performance-Audits, Umweltbewertungen)³ 1.224 1.222
Durchsetzung der Standards⁴
Anzahl der Verwarnungen (erste Verwarnung) 8 6
Anzahl der Verwarnungen (zweite Verwarnung) 1 0
Anzahl der Verwarnungen (dritte und letzte Verwarnung) 0 0
Anzahl der aus Compliance-Gründen beendeten Geschäftsbeziehungen 0 0

¹ Produktionsstätten, die nach dem ersten Besuch ohne Chance auf einen zweiten Besuch direkt abgelehnt wurden, sowie Produktionsstätten, die nach der Erstbewertung abgelehnt wurden, aber die Chance auf einen zweiten Besuch erhielten.
² Produktionsstätten, die nach dem ersten Besuch ohne Chance auf einen zweiten Besuch direkt abgelehnt wurden, sowie Produktionsstätten, die nach einem zweiten Besuch abgelehnt wurden.
³ Die Gesamtzahl der Audits umfasst auch Audits, die in den Produktionsstätten der Lizenznehmer durchgeführt wurden. Performance-Audits in zugelassenen Produktionsstätten, die die Erstbewertung bestanden haben (einschließlich Vor-Ort- und Desktop-Bewertungen). Ab 2023 umfasst dies auch Prüfungen im Rahmen der Programme SLCP und Better Work. Umweltbewertungen umfassen auch ZDHC-Abwassertests gemäß den ZDHC-Abwasserrichtlinien (‚ZDHC Waste Water Guidelines‘).
⁴ Einschließlich Verwarnungen, die von Lizenznehmern ausgesprochen wurden, aber ohne Verwarnungen an Zulieferbetriebe aufgrund der Nichtveröffentlichung von Subunternehmern, die entweder direkt durch die jeweilige Geschäftseinheit oder, im Falle einer Verletzung von Vertragsverpflichtungen gemäß einem Herstellungsvertrag, durch die adidas Rechtsabteilung ausgesprochen wurden. Eine dritte und letzte Verwarnung führt zu einer Empfehlung, die Geschäftsbeziehung zu beenden.

Befähigung der Beschäftigten

In den letzten Jahren haben wir effiziente Feedback-Kanäle, Tools zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit sowie auf Bedürfnisse der Beschäftigten zugeschnittene Schulungen entwickelt.

  • Feedback-Optionen: Ein robuster Beschwerdemechanismus ist die Basis dafür, dass Beschäftigte ihre Anliegen vorbringen können und entsprechend Abhilfe erfolgt. Seit 2017 setzen wir in Bezug auf Beschwerdesysteme immer weniger auf lokale Arbeitnehmer-Hotlines und haben stattdessen die App-basierte ‚Workers Voice‘-Plattform geschaffen – ein für die jeweilige Produktionsstätte maßgeschneidertes, digitales Beschwerdetool für die Beschäftigten. Den Einsatz dieses Beschwerdemechanismus haben wir schrittweise optimiert und erweitert, und im Jahr 2023 hatten bereits mehr als 359.000 Beschäftigte in 108 Produktionsstätten in 16 Ländern Zugang. Unsere strategischen Hersteller sind damit zu 100 % abgedeckt. Der Zugang zu einem digitalen Beschwerdetool erwies sich während der Coronavirus-Pandemie als besonders wertvoll. Fast 42.000 Beschwerden im Zusammenhang mit Menschen- und Arbeitsrechten wurden 2023 über die ‚Workers Voice‘-Plattform eingereicht (2022: rund 48.000). 99 % dieser Beschwerden konnten bis Ende 2023 beigelegt werden. Die meistgenannten im Jahr 2023 eingegangenen Beschwerden bezogen sich auf die Themen Sozialleistungen (mehr als 11.000), allgemeine Betriebseinrichtungen (mehr als 7.200) sowie interne Kommunikation (mehr als 7.100). Die über die ‚Workers Voice‘-Plattform eingegangenen Meldungen werden von adidas mittels KPIs und Dashboard-Durchsichten, Bewertungen der Beschwerdezufriedenheit und Befragungen der Beschäftigten vor Ort nachverfolgt. Auf diese Weise können wir die Wirksamkeit der Beschwerdekanäle bewerten, wichtige Fälle in Echtzeit beobachten und bei Bedarf rechtzeitig eingreifen. Die Plattform hilft uns auch, die wichtigsten Herausforderungen und Arbeitsrechtsprobleme in einer Produktionsstätte zu verstehen und nachzuverfolgen, wie das Fabrikmanagement und dessen HR-Teams die Fälle lösen und ihre Ergebnisse kommunizieren. Unsere Auswertungen fließen in die Gesamtbewertung der Produktionsstätte in Bezug auf die Einhaltung sozialer Standards (S-KPI) ein. Um die Effektivität des Beschwerdemechanismus zu verbessern, bietet adidas den Teams in den Produktionsstätten fortlaufend Schulungen an. Die Fallzufriedenheitsrate – eine Zahl, die die Zufriedenheit der Beschäftigten mit der Lösung von Beschwerden angibt – hat sich von 39 % im Jahr 2019 auf 77 % im Jahr 2023 fast verdoppelt. Der Anstieg der Zufriedenheit steht teilweise im Zusammenhang mit einer deutlich verbesserten Reaktionszeit, d.h. der Zeit, die das Fabrikmanagement zur Bearbeitung der Beschwerden von Beschäftigten benötigt. Diese verringerte sich von 49 Stunden im Jahr 2020 auf weniger als zwölf Stunden im Jahr 2023, was auf Verbesserungen in der Kommunikation und Transparenz am Arbeitsplatz zurückzuführen ist.# Management von Arbeitsbedingungen

Die Managementteams in den Produktionsstätten standen über Newsletter und Mitteilungen in ständigem Kontakt mit den Beschäftigten, was sich positiv auf deren Einbindung ausgewirkt hat und sie dazu ermutigte, Feedback zu geben.

Zufriedenheit der Beschäftigten

Ergänzend zu den verschiedenen Beschwerdekanälen haben wir das Projekt ‚Worker Pulse‘ weiter ausgebaut. Dabei handelt es sich um eine digitale Kurzumfrage, mit der wir die Wahrnehmung und das Bewusstsein der Beschäftigten für ihre Arbeitsrechte in bestimmten Bereichen wie Kommunikation, Belästigung und Missbrauch sowie Beschwerdesysteme erfassen. Sie baut auf den Erkenntnissen auf, die wir aus einer 2016 durchgeführten Umfrage gewonnen haben. 2023 haben wir diese digitale Umfrage in 109 Produktionsstätten (2022: 133) in 16 Ländern (2022: 17) durchgeführt. Mehr als 71.000 Beschäftigte (2022: 85.000) haben via Smartphone-App daran teilgenommen. Im Kern enthielt die Umfrage sechs Aussagen, anhand derer der Zustimmungsgrad gemessen wurde. Dazu gehören Themen wie beispielsweise die Bereitschaft, sich bei Problemen zu äußern, die Fabrik im Bekanntenkreis weiterzuempfehlen, das Gefühl, Vorschläge oder Beschwerden vertrauensvoll äußern zu können, und Führungskräfte darauf anzusprechen. Die Ergebnisse zeigen einen stetigen Anstieg der Anzahl der zustimmenden Antworten über alle Themengebiete hinweg seit 2020, von etwa 78 % auf durchschnittlich 90 % im Jahr 2023. Die Prozentzahl bemisst die durchschnittliche Antwort auf einer fünfstufigen Likert-Skala, wobei 100 % ,starke Zustimmung‘ und 0 % ,starker Widerspruch' bedeutet. Dieser Anstieg der allgemeinen Zufriedenheit der Beschäftigten führte im Jahr 2023 zu einem Anstieg der durchschnittlichen S-KPI-Werte in den Produktionsstätten unserer Hersteller. Dies belegt, dass sich die Arbeitsbedingungen in einer Produktionsstätte insgesamt verbessern lassen, wenn die Ansichten und Hinweise der Beschäftigten Gehör finden und das Managementteam entsprechend handelt. Die Hersteller sind verpflichtet, anhand des über Worker Pulse erhaltenen Feedbacks Pläne zur Arbeitsplatzverbesserung zu entwickeln und nachzuverfolgen.

Weibliche Führungskräfte

Neben den in Produktionsstätten durchgeführten Schulungen bieten wir auch maßgeschneiderte Fortbildungen im Rahmen des ,Women Leadership Program‘ an. Auf Basis der Erkenntnisse unseres Teams haben wir den Trainingsansatz im Jahr 2022 geändert und ein Hybridmodell aus Präsenz- und Online-Schulungen entwickelt. Das Modell wurde 2023 fortgeführt, und mehr als 1.500 Führungskräfte in Fabriken in Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Myanmar und Vietnam nahmen daran teil. Wir verfolgen aufmerksam die Fortschritte der leitenden Beschäftigten, die an dieser Schulungsinitiative teilnehmen. Seit 2016 wurden rund 170 weibliche Führungskräfte aufgrund ihrer Teilnahme an dem Programm in höhere Positionen befördert.

Arbeitsrechte

Im Jahr 2023 haben wir außerdem unser mobilfunkbasiertes Projekt ‚Digitale Schulung‘ fortgesetzt, das im Vorjahr in 133 Produktionsstätten in 17 Ländern erfolgreich eingeführt worden war. Dadurch lässt sich messen, inwieweit sich die Beschäftigten ihrer Arbeitsrechte und Abhilfemaßnahmen, z.B. hinsichtlich Brandschutz, Belästigung und Missbrauch, sowie der Nutzung von Beschwerdekanälen bewusst sind. Mehr als 50.000 Beschäftigte nahmen im Jahr 2023 teil (2022: 82.000) und konnten nach der Schulung im Durchschnitt 92 von 100 Testfragen richtig beantworten, was ein hohes Bewusstsein für ihre grundlegenden Rechte und verfügbaren Rechtsmittel beweist.

Betriebsbegehungen und Schulungen in den Produktionsstätten

Im Jahr 2023 haben wir eine Kombination aus Präsenzveranstaltungen und Online- bzw. virtuellen Interaktionen genutzt, um die Wirkung unserer Betriebsbegehungen und Schulungsmaßnahmen zu maximieren. Insgesamt haben wir im Jahr 2023 644 individuelle Betriebsbegehungen (2022: 657) sowie 179 Schulungen für Hersteller, Lizenznehmer, Beschäftigte und adidas Mitarbeiter*innen durchgeführt (2022: 187) und damit insgesamt rund 4.222 Personen erreicht. Die Schulungen deckten weiterhin ein breites Themenspektrum ab – von unseren Arbeitsplatzstandards, Richtlinien und ergänzenden Grundsätzen bis hin zu gezielten Schulungen zu spezifischen Arbeits-, Gesundheits- und Sicherheits- sowie Umweltfragen.

Auch 2023 haben wir mit unseren Lizenznehmern zusammengearbeitet, um die konsequente Umsetzung der adidas Arbeitsplatzstandards in den Betrieben ihrer Hersteller sicherzustellen. Darüber hinaus haben unsere Lizenznehmer weiterhin Zugang zu den E-Learning-Materialien der FLA. Sie bieten Schulungen zu Themen wie Menschenrechte, Zwangsarbeit, verantwortungsvolle Produktion und Mitarbeitereinbindung. 2023 haben wir diese Schulungen erweitert, indem wir den Zugang zum E-Learning-Kurs des Better Buying Institute über verantwortungsvolle Einkaufspraktiken ermöglicht haben. Zusätzlich zu den Schulungen arbeitete Better Buying mit einer ausgewählten Gruppe von Zulieferern der Lizenznehmer zusammen, um den ‚Better Buying Partnership Index Survey‘ zu beantworten, der dabei half, die Auswirkungen der Einkaufspraktiken der Lizenznehmer auf die Zulieferer und deren Beschäftigte zu bewerten und potenzielle Verbesserungsbereiche zu identifizieren.

Kontrollen

Wir prüfen regelmäßig, ob unsere Hersteller die adidas Arbeitsplatzstandards einhalten, und setzen dabei eine Reihe von Audit-Tools ein. Im Jahr 2023 haben wir damit begonnen, neben unseren eigenen Audits die Bewertungen des ‚Better Work‘-Programms der ILO zu nutzen, einer Zusammenarbeit zwischen der ILO der Vereinten Nationen und der Internationalen Finanz-Corporation zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Schuhindustrie. adidas hat auch weiterhin die Bewertungen des ‚Social and Labor Convergence Program‘ (,SLCP‘) in seine Überwachungstätigkeiten einbezogen (2023: 79, 2022: 133), um zu vermeiden, dass Audits in Zulieferbetrieben, die mit anderen Marken geteilt werden, doppelt durchgeführt werden Insgesamt wurden im Jahr 2023 499 Audits zur Einhaltung sozialer Standards (Erstbewertungen und Performance-Audits) durchgeführt (2022: 709), davon sechs auf virtuellem Weg (2022: 15). Von den 329 vor Ort durchgeführten Performance-Audits fanden 82 % unangekündigt statt, d.h., die Produktionsstätte wurde im Vorfeld nicht über den genauen Audittermin informiert. Die Anzahl der Audits in Fabriken von Lizenznehmern ist von 295 im Jahr 2022 auf 267 im Jahr 2023 zurückgegangen, was einen Rückgang der Anzahl an Lizenznehmern widerspiegelt.

Anzahl der Audits nach Regionen und Art

Region Erstbewertung1 Performance-Audit2 Umweltbewertung3 Gesamt
2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Asien 46 60 356 426 684 606 1.086 1.092
Amerika 19 12 44 34 17 18 80 64
EMEA 5 9 29 35 24 22 58 66
Gesamt4 70 81 429 495 725 646 1.224 1.222

1 Vor erstmaliger Beauftragung muss jede neue Fabrik eine Erstbewertung bestehen, bei der sie die Einhaltung der Arbeitsplatzbedingungen von adidas nachweist. Die gezeigten Daten beinhalten sowohl Erstbewertungen als auch Folgebewertungen und auch Vor-Ort- und Desktop-Bewertungen.

2 Audits in zugelassenen Zulieferbetrieben, die die Erstbewertung bestanden haben (einschließlich Vor-Ort- und Desktop-Bewertungen). Ab 2023 werden Audits im Rahmen der Programme SLCP und Better Work einbezogen.

3 Umfasst Umweltbewertungen und Abwassertest-Bewertungen gemäß den ,ZDHC Wastewater Guidelines‘.

4 Umfasst Audits in Fabriken von Lizenznehmern.

Um unsere allgemeinen Nachhaltigkeitsbemühungen zu ergänzen, überwachen wir, inwieweit unsere Zulieferer unsere Umweltstandards und Richtlinien einhalten, und messen ihre Leistung hinsichtlich jährlich gesetzter Umweltziele. 2023 wurden 325 Standorte in 24 Ländern für ihre Leistung nach diesen Umweltstandards beurteilt und bewertet, darunter 317 unserer wichtigsten Tier-1- und Tier-2-Hersteller sowie ausgewählte Tier-3-Zulieferer, die an unserem Programm für nachhaltige Beschaffung teilnehmen. Darüber hinaus wurden insgesamt 400 Abwassertest-Bewertungen gemäß den ‚ZDHC Wastewater Guidelines‘ durchgeführt. Aufgrund der zunehmenden Fokussierung auf mehrwertschaffende Beratungs- und Befähigungsprojekte, die über unsere regulären Audit-Routinen hinausgehen, ist die Anzahl der von unserem internen Team durchgeführten Audits 2023 auf 85 zurückgegangen (2022: 109), wobei 90 % (739 Bewertungen) aller Bewertungen von externen Prüfern durchgeführt wurden (2022: 860). Insgesamt wurden im Jahr 2023 72 % (2022: 65 %) aller direkten und von Lizenznehmern betriebenen Produktionsstätten geprüft. Standorte mit erhöhtem Risiko in Asien, der bedeutendsten Beschaffungsregion von adidas, wurden 2023 umfassend überwacht. Dort belief sich die Audit-Abdeckung auf 89 % (2021: 84 %). Grundsätzlich werden Produktionsstätten in Ländern mit hohem Risiko zu 100 % in unseren Audits erfasst. Das bedeutet, dass sie einmal pro Jahr überprüft werden. In Produktionsstätten in Ländern mit geringem Risiko (d.h. Länder mit konsequenter Durchsetzung vonseiten der Regierung und starken Aufsichtssystemen, z.B. Deutschland) werden hingegen keine Audits durchgeführt. Wir setzen auch unsere Bemühungen fort, HREDD-Prozesse in unserer Beschaffungskette zu kaskadieren, indem wir unsere wichtigsten Tier-1-Hersteller dazu anhalten, ihre eigenen Due-Diligence-Prozesse zu implementieren. Dazu gehört auch, dass wir die Fähigkeit und Leistung unserer Zulieferer bei der Durchführung ihrer eigenen internen Überwachung der Einhaltung von Standards sowie bei der Durchführung von Audits zur Einhaltung von Sozialstandards bei ihren Subunternehmen messen und die Umsetzung mit unserem S-KPI-Tool verfolgen. Ergänzt wird dies durch fortlaufende Maßnahmen zur Ausweitung der Audits auf unsere nominierten Tier-2-Zulieferer und ausgewählte Tier-3-Spinnereien in China.

Audit-Ergebnisse und S-KPI-Leistung

Im Jahr 2023 haben wir die Leistung unserer Zulieferer zum zweiten Mal anhand des S-KPI-Tools gemessen.# Der S-KPI

Der S-KPI bewertet die Leistung einer Fabrik hinsichtlich Sicherheit und Gerechtigkeit am Arbeitsplatz, indem gemessen wird, wie effektiv Due-Diligence-Prozesse sind, aber auch die Fähigkeit des Zulieferers, positive Veränderung herbeizuführen. Insgesamt misst der S-KPI 15 Einheiten (‚Units of Measurement‘ – ‚UOM‘), darunter die Einhaltung von Vorgaben bezüglich Grenz- und Nulltoleranz-Fällen, die Behebung von Verstößen, Unfall- und Abwesenheitsraten sowie eine Reihe von Maßnahmen zur Befähigung der Beschäftigten, wie etwa die Zufriedenheit mit der Bearbeitung von Beschwerden, die Teilnahmerate in Zufriedenheitsumfragen und der Anteil von Frauen in mittleren Führungspositionen. Der S-KPI bewertet die Leistung eines Zulieferers in jedem dieser Einheiten basierend auf Informationen, die während Audits eingeholt und gegebenenfalls validiert wurden und wiederum in ein Dashboard pro Zulieferer aufgenommen werden. Das Ergebnis ist ein finaler Wert (in %), der in ein S-KPI von 1–5 umgerechnet wird. Hierbei stellt 5S den bestmöglichen Wert dar. Die Grenzwerte für die Umrechnung sind wie folgt: 1S: 0–29 %, 2S: 30–59 %, 3S: 60–79 %, 4S: 80–89 %, 5S: 90–100 %. Für Zulieferer, die einen S-KPI von 5S erreicht haben, behalten wir uns aufgrund ihres geringen Risikoprofils die Möglichkeit vor, sie für ein Jahr von ausgewählten Bewertungen zur Einhaltung der S-KPIs auszuschließen.

2023 haben knapp 84 % unserer 108 Hauptzulieferer ein 4S-Rating oder besser erhalten, eine deutliche Steigerung gegenüber 2022 (75 %). Wir sehen einen positiven Trend: Fast alle Produktionsstätten mit einer höheren Bewertung (4S oder 5S im Jahr 2022) haben ihre S-KPI-Bewertung im Jahr 2023 beibehalten oder verbessert. Angesichts dieser Leistung sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für das obere Leistungsband unserer Zulieferer bis 2025 erreichen werden, und erwarten nun, dass 90 % unserer strategischen Tier-1-Zulieferer bis 2025 mindestens 4S oder besser erreichen.

Bewertung der Leistung strategischer Zulieferbetriebe in Bezug auf soziale Auswirkungen; S-KPI in %

Alle unsere Hauptlizenznehmer (d.h. unsere langjährigen Partner und/oder diejenigen mit dem größten Geschäftsvolumen) erreichten 2023 eine Compliance-Bewertung (‚Licensee Compliance Rating‘ – ,LCR‘) von mindestens 4S, und davon 75 % eine Bewertung von 5S. Diese Bewertung spiegelt wider, dass diese Lizenznehmer starke Governance-Systeme, ein Beschaffungskettenmanagement sowie Anforderungen zur Einhaltung von Einkaufspraktiken erfolgreich in ihre Geschäftspraktiken integriert haben. Die Lizenznehmer werden außerdem nach dem Vorhandensein von Richtlinien und Systemen zum Stakeholder-Engagement sowie nach dem Umfang der öffentlichen Berichterstattung und Kommunikation bewertet.

Festgestellte Mängel in aktiven Produktionsstätten

Die Produktionsstätten unserer Hersteller werden in Bezug auf die Anzahl kritischer Compliance-Mängel bewertet. Grenzfälle sind ernsthafte, aber behebbare Mängel, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums durch entsprechende Abhilfemaßnahmen behoben werden können. Mängel der Kategorie Nulltoleranz sind dagegen z.B. Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder lebensbedrohliche Zustände im Bereich Gesundheit, Arbeitsschutz und Umwelt. Sie ziehen eine sofortige Verwarnung nach sich und können zum Ausschluss eines Zulieferers führen.

Im Laufe eines jeden Jahres verfolgen wir kontinuierlich die Mängel, die durch Performance-Audits von Herstellern, Audits in Zusammenarbeit, Audits in Eigenverantwortung und seit 2020 SLCP-Bewertungen festgestellt werden. Wir gehen sämtlichen Compliance-Verstößen nach und erwarten von unseren Herstellern, dass sie diese innerhalb einer festgelegten Frist beheben. Die im Jahr 2023 ermittelten Mängel entsprechen weitestgehend den im Jahr 2022 gemeldeten.

─Arbeitsrecht:

Unser Social Compliance Team deckt nicht nur Compliance-Verstöße gegen unsere Arbeitsplatzstandards auf, sondern beschäftigt sich auch mit dem Einsatz und der Effektivität der HR-Management-Systeme der Produktionsstätten. Dabei analysiert das Team Lücken in Richtlinien und Verfahren in Bezug auf spezielle Risikobereiche wie z.B. Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Vereinigungsfreiheit oder Diskriminierung. Aus diesem Grund weisen die dargestellten Prozentzahlen eher auf systemische Mängel aktiver Produktionsstätten hin, für die korrigierende Maßnahmen erforderlich sind, um mögliche Risiken zu reduzieren, und weniger auf das bestätigte Vorhandensein eines konkreten Verstoßes oder einer Pflichtverletzung, die Abhilfemaßnahmen erfordern.

Mängel im Bereich Arbeitsrecht, die 2023 bei Audits festgestellt wurden

Mangelkategorie¹ Anteil der Produktionsstätten mit Mängeln (2023)
Sonstige² 64 %
Unbezahlte Überstunden 17 %
Kein standardisiertes Ablagesystem³ 11 %
Beschwerdemechanismus 8 %

¹ Diese Kategorien sind nicht exklusiv und eine Produktionsstätte kann mehrere Mängel aufweisen.
² ‚Sonstige‘ umfasst beispielsweise Überstunden/Urlaubsgeld und andere Leistungen/Zuschläge.
³ ‚Kein standardisiertes Ablagesystem‘ bedeutet, dass ein Produktionsbetrieb keine relevanten Informationen, Dokumente und Unterlagen aufbewahrt, durch die sich eine Einhaltung der Gesetze und Bestimmungen nachvollziehen lässt.

─Gesundheit und Sicherheit:

Brandschutz, Elektro-, Maschinen- und Leitersicherheit sind kritische Themen für bestehende Produktionsbetriebe und machten zusammen fast 40 % der im Jahr 2023 festgestellten Mängel aus. Außerdem entfielen 5 % der festgestellten Mängel auf die Lagerung und Verwendung von Chemikalien, darunter auch auf den Umgang mit gefährlichen Chemikalien. Weitere 9 % entfielen auf Managementsysteme, -richtlinien und -verfahrensweisen. Dabei handelt es sich vor allem um die Nichteinhaltung unserer Arbeitsplatzstandards sowie um die Nichterfüllung unserer Erwartungen hinsichtlich wirksamer betrieblicher Arbeitsschutzsysteme. Auch die Rekrutierung und Bindung qualifizierter Sicherheitsfachkräfte spielen dabei eine Rolle.

Mängel im Bereich Gesundheit und Sicherheit, die 2023 bei Audits festgestellt wurden

Mangelkategorie¹ Anteil der Produktionsstätten mit Mängeln (2023)
Brandschutz 24 %
Maschinensicherheit 12 %
Elektro-/Leitersicherheit 3 %
Umgang mit Chemikalien 5 %
Managementsysteme, -richtlinien und -verfahrensweisen 9 %
Sonstige² 47 %

¹ Diese Kategorien sind nicht exklusiv und eine Produktionsstätte kann mehrere Mängel aufweisen.
² ‚Sonstige‘ umfasst beispielsweise Materiallagerung, Ordnung und Sauberkeit oder den Umgang mit Abfällen.

Behebung von Mängeln

Wir gehen sämtlichen Compliance-Verstößen nach und erwarten von unseren Herstellern, dass offene Probleme innerhalb einer festgelegten Frist behoben werden. Obwohl die eigentlichen Probleme in vielen Fällen bereits gelöst sind, kennzeichnen wir diese in unseren Systemen erst dann als ‚abgeschlossen‘, wenn wir den Nachweis für die Behebung erbracht und festgestellt haben, dass die ergriffenen Korrekturmaßnahmen nachhaltig und ausreichend sind, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Um Abhilfemaßnahmen zu unterstützen und sicherzustellen, dass wirksame Managementsysteme vorhanden sind, unterstützen wir den Aufbau von Kapazitäten, insbesondere für identifizierte Hochrisikobereiche. Im Jahr 2023 haben wir beispielsweise ein Gesundheits- und Sicherheitsprogramm gestartet, um die elektrische Sicherheit für Beschäftigte und Wartungspersonal in den Fabriken zu verbessern.

Unabhängige FLA-Prüfungen

Jedes Jahr führt die FLA eine unabhängige Bewertung der Beschaffungskette ihrer Mitglieder durch. Dabei kommen eine Vielzahl von Überwachungsmodellen (z.B. persönlich, virtuell oder eine Hybridform aus persönlich und virtuell) zum Einsatz, die zu individuellen Bewertungen der ‚Sustainable Compliance Initiative‘ (,SCI‘) führen. adidas hat 2023 drei solcher FLA-Bewertungen erhalten. Neben der Überwachung der Produktionsstätten hat sich die FLA auf weitere Bereiche konzentriert, darunter die Verbesserung der virtuellen Überwachungsmethodik, die Herausgabe länderspezifischer und thematischer Leitlinien, die Abbildung der Beschaffungskette, Beschwerdemechanismen, die Überarbeitung des Beschwerdemechanismus für Drittparteien, die Entwicklung von verantwortungsvollen Richtlinien zur Beendigung von Geschäftsbeziehungen und die Fortsetzung der Arbeit zur Messung und Abmilderung der Auswirkungen von Covid-19 auf die Beschaffungskette der Branche.

Durchsetzung der Standards

Verwarnungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Maßnahmen zur Durchsetzung der Standards. Sie werden ausgesprochen, wenn wir bei den Produktionsstätten unserer Zulieferer anhaltende schwerwiegende Verstöße gegen die Standards feststellen, die Maßnahmen seitens der Produktionsstätten unserer Hersteller erfordern. Wir arbeiten eng mit unseren Herstellern zusammen, um sie dabei zu unterstützen, ihre Leistung zu verbessern. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen, die nicht gelöst werden können, kündigen wir jedoch unsere Geschäftsbeziehung mit den entsprechenden Produktionsstätten. Wenn wir eine solche Entscheidung treffen, versuchen wir immer, unerwünschte Auswirkungen, die von ungelösten Verstößen ausgehen können, mit weiterreichenden Konsequenzen, die eine Kündigung einer Geschäftsbeziehung auf die Rechte und Interessen der Beschäftigten haben kann, abzuwägen – insbesondere, wenn dies zu Entlassungen führen würde. In solchen Fällen ist gegebenenfalls eine Verlängerung der Fristen möglich, um eine verantwortungsvolle Geschäftsauflösung zu gewährleisten.

─Verwarnungen:

Unsere enge Zusammenarbeit mit den Produktionsstätten unserer Hersteller hat dazu beigetragen, dass 2023 mit insgesamt neun Verwarnungen in sieben Ländern weniger ausgesprochen wurden als im Vorjahr (2022: sechs). Die Gesamtzahl der aktiven Erstverwarnungen blieb mit acht auf einem ähnlichen Niveau zum Vorjahr (2022: sechs). Die Gesamtzahl der Zweitverwarnungen betrug 2023 eins (2022: 0). Produktionsstätten, die eine zweite Verwarnung erhalten, sind nur noch einen Schritt von der Benachrichtigung über die mögliche Kündigung des Herstellerrahmenvertrags entfernt und werden durch unser Team noch genauer überwacht. Im Jahr 2023 wurden wie schon im Vorjahr keine dritten Verwarnungen (die zur Beendigung der geschäftlichen Zusammenarbeit führen) an unsere Hersteller ausgesprochen.# Informationsschreiben: Bei Zulieferern, mit denen wir keine direkten vertraglichen Beziehungen unterhalten, setzen wir auf Informationsschreiben als Durchsetzungsmaßnahme: Im Jahr 2023 haben wir an zwei unserer Tier-2-Zulieferbetriebe Informationsschreiben gesandt, nachdem deren Management sich nicht zur Einhaltung unserer Umweltstandards verpflichtet hatte.

Kündigungen: Im Jahr 2023 gab es keine Fälle, in denen ein Zuliefervertrag aus Gründen mangelnder Einhaltung von sozialen Standards gekündigt wurde (2022: 0).

Sustainable Finance

Die Auswirkungen des Klimawandels sowie die sozialen Entwicklungen in der Gesellschaft und in den Lieferketten stellen uns vor immense Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, sind dedizierte Mittel zur Finanzierung von Nachhaltigkeitsinitiativen erforderlich. In diesem Abschnitt geben wir einen Überblick über unsere Nachhaltigkeitsanleihe sowie über unseren Ansatz zur Erfüllung der Anforderungen der EU-Taxonomie, deren Ziel es ist, Investitionen in Richtung nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten zu lenken. Des Weiteren berichten wir zu unserer Verantwortung in Bezug auf Steuern. Steuern geben Regierungen die finanziellen Mittel, um ihre Ziele zu verfolgen und ihrer Verantwortung zur Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Länder gerecht zu werden.

Nachhaltigkeitsanleihe

Im Jahr 2020 hat adidas erfolgreich seine erste Nachhaltigkeitsanleihe platziert. Der Erlös aus der Emission wird entsprechend dem ,Sustainability Bond Framework‘ des Unternehmens verwendet. adidas hat sich verpflichtet, bis zur vollständigen Zuteilung der Erlöse jährliche Informationen über die Verwendung der Erlöse sowie der Wirkungskennzahlen zu veröffentlichen. Seit September 2023 hat adidas die vollständige Zuteilung der Nettoerlöse realisiert.

► SIEHE TREASURY

In der folgenden Zusammenfassung werden ausgewählte KPIs zu ökologischen und sozialen Auswirkungen gemäß Kapitel 7 ‚Reporting‘ des ‚adidas Sustainability Bond Framework‘ dargestellt. Die im Zuteilungsbericht (,Allocation Report‘) aufgeführten Erlöse sind in die Kalkulation dieser KPIs eingeflossen.

Nachhaltigkeitsanleihe: Auswirkungen

Berechtigte Kategorie: nachhaltige Materialien 2023 2022 2021
Auswirkungen von Investitionen oder Ausgaben in die Nutzung nachhaltigerer Materialien
Anteil recycelter Polyester in adidas Bekleidungs- und Schuhkollektionen in % 99 96 91
Anteil beschaffter nachhaltigerer Baumwolle in % 100 100 100
Anzahl produzierter Paar Schuhe mit ,Parley Ocean Plastic‘ > 2 Mio. > 26 Mio. > 17 Mio.
Berechtigte Kategorie: nachhaltige Prozesse Auswirkungen von Investitionen oder Aufwendungen in die Verbesserung unserer betrieblichen Tätigkeit durch die Etablierung nachhaltigerer Prozesse
Absolute jährliche Reduzierung von CO2e-Nettoemissionen (in Tonnen) (Scope 1 und Scope 2) an eigenen Standorten¹ 164.236 164.149 138.411
Anzahl an Gebäuden² an eigenen Standorten mit Zertifizierung für Umweltmanagement (ISO 14001)/Gesundheits- und Sicherheitsmanagement (ISO 45001)/Energiemanagement (ISO 50001) 70/140/324 64/112/322 64/63/327
Berechtigte Kategorie: soziales Engagement Auswirkungen von Investitionen oder Aufwendungen (global und lokal) in die aktive Unterstützung und positive Beeinflussung von Communitys
Anzahl der finanzierten Projekte für ,Black Ambition‘, ein Programm, das Schwarze Menschen oder Menschen mit lateinamerikanischer Herkunft bei der Gründung von Start-up-Unternehmen unterstützt 32 31 34
Anzahl der Zuschüsse für von Schwarzen Unternehmer*innen geführte Kleinunternehmen im Rahmen von ,BeyGOOD‘, einer Initiative, die Unterstützung jener zum Ziel hat, die überproportional von sozialer und Rassenungerechtigkeit betroffen sind 1.000 276 –³
Anzahl der Stipendien, die Studierenden an den HBCU-Partnerhochschulen von adidas im Rahmen der adidas ,United Against Racism‘-Initiative bewilligt werden 55 55 55

¹ Eigene Standorte umfassen Büros, Distributionszentren, Produktionsstätten und Einzelhandelsgeschäfte.
² Zum Jahresende.
³ Extern verwaltete Verteilung der Zuschüsse für von Schwarzen Unternehmer*innen geführte Kleinunternehmen im Rahmen von ,BeyGOOD‘ von 2021 auf 2022 verschoben.

EU-Taxonomie

2020 erließ die EU die Verordnung (EU) 2020/852 zur Einführung des EU-Taxonomie-Rahmenwerks (,Taxonomie‘). Die Taxonomie soll eine einheitliche Sprache und eine klare Definition dessen vorgeben, was als ‚nachhaltig‘ gilt, um Investitionen in Richtung nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten zu lenken, die das Erreichen der EU-Klima- und Energieziele sowie der Ziele des ‚European Green Deal‘ unterstützen. Die Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Eine Wirtschaftstätigkeit gilt als taxonomiefähig, wenn sie in einer der Delegierten Verordnungen der Taxonomie beschrieben ist und das Potenzial hat, zur Erreichung mindestens eines der folgenden sechs Umweltziele beizutragen:
1) Klimaschutz
2) Anpassung an den Klimawandel
3) Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
4) Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
5) Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
6) Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme

Damit eine Tätigkeit als ökologisch nachhaltig, d.h. taxonomiekonform, erachtet und ausgewiesen werden kann, muss sie die folgenden drei Voraussetzungen erfüllen:
─ Wesentlicher Beitrag: Die Tätigkeit leistet einen wesentlichen Beitrag zu einem der Umweltziele, indem sie die für diese Wirtschaftstätigkeit festgelegten technischen Prüfkriterien erfüllt.
─ Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen (,Do No Significant Harm‘ – ‚DNSH‘): Durch die Erfüllung weiterer Kriterien kann nachgewiesen werden, dass die Tätigkeit keines der übrigen Umweltziele erheblich beeinträchtigt.
─ Mindestschutz: Das Unternehmen, das die Tätigkeit ausführt, muss Mindestschutzmaßnahmen in Bezug auf die Menschenrechte, einschließlich Arbeitsrechten, Bestechung/Korruption, Besteuerung und fairem Wettbewerb, ergreifen und einhalten.

Umfang der Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2023

In der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 zu Artikel 8 der Taxonomie sind Inhalt, Methodik und Darstellung der von Finanz- sowie Nicht-Finanzunternehmen offenzulegenden Informationen über den Anteil ökologisch nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten an ihren Geschäfts-, Investitions- oder Kreditvergabeaktivitäten festgelegt. Mit Einführung der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 im Jahr 2021 und deren Ergänzung im Jahr 2023 (Delegierten Verordnung (EU) 2023/2485) hat die EU die Voraussetzungen festgelegt, anhand derer bestimmt wird, ob eine Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und/oder zur Anpassung an den Klimawandel leistet und ob diese Wirtschaftstätigkeit keines der übrigen Umweltziele erheblich beeinträchtigt. Darüber hinaus hat die EU im Jahr 2023 die Delegierten Verordnung (EU) 2023/2486 erlassen, in der die Kriterien für die Taxonomiefähigkeit und -konformität der Wirtschaftstätigkeiten für die verbleibenden vier oben genannten Umweltziele festgelegt sind. Für das erste Jahr der Anwendung, bei adidas die Berichterstattung über das Geschäftsjahr 2023, muss für die verbleibenden vier Umweltziele jedoch nur der Anteil der taxonomiefähigen und nicht-taxonomiefähigen Tätigkeiten an den KPIs Gesamtumsatz (Umsatzerlös), Investitionen (,CapEx‘) und die betriebliche Aufwendungen (,OpEx‘) offengelegt werden. Für die Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind, wie im Vorjahr, Angaben zum Grad der Taxonomiekonformität der taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten sowie zu den entsprechenden finanziellen KPIs zu machen. Die Kerngeschäftsaktivitäten von adidas – die Herstellung von Textilien und Schuhen sowie deren Vertrieb über Groß- und Einzelhandel – sind trotz der Erweiterung der Offenlegungsanforderungen der Taxonomie im Jahr 2023 nicht in den Delegierten Verordnungen enthalten und fallen daher unter keines der sechs Umweltziele. Gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2022/1214 sind wir zusätzlich verpflichtet, spezifische Angaben zu den Wirtschaftstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Nuklear- und dem fossilen Gasenergiesektor zu machen. Aufgrund des Betriebs eines Blockheizkraftwerks in Deutschland haben wir 2023 diesbezügliche Tätigkeiten durchgeführt. Dies geschah jedoch analog zu 2022 in keinem wesentlichen Umfang, sodass die detaillierten Offenlegungsanforderungen gemäß Anhang XII der Delegierten Verordnung für adidas nicht gelten.

Beschreibung unseres Vorgehens für eine konforme Berichterstattung 2023

Für den Berichterstattungsprozess 2023 war wie in Vorjahren ein Kernteam innerhalb des Bereichs Corporate Finance von adidas verantwortlich. Die Hauptaufgaben des Teams bestanden darin,
 die Funktions- und Fachexpertinnen – hauptsächlich aus den Abteilungen Rechnungswesen, Controlling, HR Workplaces, Beschaffungskette und Einzelhandel – zu den Anforderungen an die Berichterstattung mit besonderem Schwerpunkt auf den Kriterien für die Taxonomiekonformität zu schulen,
 einen strukturierten Prozess festzulegen, zu koordinieren und zu leiten, um alle taxonomierelevanten Informationen von den Fachexpert
innen zu erheben,
 die ausgewiesenen Informationen in Hinblick auf die Taxonomierelevanz, Genauigkeit und Vollständigkeit zu analysieren und zu überprüfen und
 sicherzustellen, dass alle neuen und aktualisierten taxonomierelevanten Veröffentlichungen, die im Laufe des Jahres zur Verfügung gestellt wurden, in diesem Bericht angemessen berücksichtigt wurden.

Bestimmung der taxonomiefähigen Aktivitäten

Das Kernteam überprüfte die neuen Delegierten Verordnungen zur Taxonomieverordnung, sobald sie vorlagen, und analysierte deren Auswirkungen auf die Offenlegungsanforderungen gegenüber 2022, um Genauigkeit und Vollständigkeit unserer Berichterstattung sicherzustellen.# Nichtfinanzielle Erklärung

Obwohl, wie oben erwähnt, die Berichterstattungspflicht seit Anfang 2024 alle sechs Umweltziele umfasst, bleiben die wichtigsten Wirtschaftstätigkeiten unseres Geschäftsmodells außerhalb des Geltungsbereichs, sodass wir keine umsatzrelevanten taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten zu berichten haben. Daraus ergeben sich für das Jahr 2023 folgende taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten:
* 6.5 Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (einschließlich Leasing von Firmenwagen)
* 7.3 Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten (z.B. LED-Beleuchtung in Einzelhandelsgeschäften)
* 7.7 Erwerb von und Eigentum an Gebäuden (einschließlich Anmietung von Gebäuden)

Bewertung der Taxonomiekonformität taxonomiefähiger Tätigkeiten

Für die taxonomiefähigen Tätigkeiten von adidas gilt das Umweltziel Klimaschutz, nicht Anpassung an den Klimawandel, da diese Aktivitäten einen positiven Einfluss auf unsere CO2-Bilanz haben sollen. Daher wurden die taxonomiefähigen Tätigkeiten anhand der Kriterien ‚Wesentlicher Beitrag‘ und ‚DNSH‘ im Sinne von Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 bewertet.

Da sich die ermittelten taxonomiefähigen Tätigkeiten auf den Kauf von Produkten potenziell taxonomiekonformer Tätigkeiten beziehen, war die Durchführung der Taxonomiebewertung von der Bereitstellung der relevanten Informationen von den jeweiligen Drittanbietern abhängig. Aufgrund des zu erwartenden Zeit- und Ressourcenaufwands für die Bewertung aller Einzelprojekte und Posten, die zu den taxonomiefähigen Tätigkeiten beitragen, haben wir der Bewertung derjenigen taxonomiefähigen Aktivitäten Priorität eingeräumt, die in Bezug auf ihren Wert am wesentlichsten und/oder in Bezug auf die Verfügbarkeit der erforderlichen Informationen am ehesten taxonomiekonform sind.

Taxonomiefähige Anmietung von Gebäuden bezieht sich auf Anmietungen von Lager-/Distributionszentren, eigenen Einzelhandelsgeschäften und Geschäftsräumen. Die anwendbaren Kriterien ‚Wesentlicher Beitrag‘ und ‚DNSH‘, die in Abschnitt 7.7 des Anhangs I der Delegierten Verordnung aufgeführt sind, beziehen sich in erster Linie auf den Primärenergiebedarf sowie auf die Klimarisiken und entsprechenden Anpassungslösungen im Zusammenhang mit den geleasten Gebäuden. Das für adidas hinsichtlich ‚Wesentlicher Beitrag‘ wichtigste Nachweiskriterium ist das Vorhandensein eines Energieausweises der Klasse A. Viele der für eine Anmietung infrage kommenden Gebäude befinden sich außerhalb der EU, wo diese EU-zentrierte Zertifizierung der Gesamtenergieeffizienz nicht üblich ist und in der Regel andere Standards und Rahmenwerke verwendet werden, die in der Verordnung nicht erwähnt werden (z.B. LEED-Zertifizierung). Entsprechend dem allgemein geringen Anteil an verfügbaren Gewerbeimmobilien in unseren Märkten, die diese Energiestandards einhalten, erfüllen nur wenige taxonomiefähige Anmietungen im Jahr 2023 dieses Kriterium. Dies gilt insbesondere für die taxonomiefähigen Anmietungen von Einzelhandelsgeschäften, bei denen adidas nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat, Einfluss auf die Gestaltung und/oder (Neu-)Entwicklung zu nehmen, insbesondere von Geschäften in Einkaufszentren, was bei vielen unserer Einzelhandelsstandorte der Fall ist. Außerdem handelt es sich bei bestimmten taxonomiefähigen Einzelhandelsmietobjekten um historische Gebäude, für die kein Energieausweis der Klasse A ausgestellt werden kann.

Es gibt jedoch einige taxonomiefähige Mietverträge mit kleineren Lagerstandorten (Dubai), Einzelhandelsgeschäften (Polen) und Geschäftsgebäuden (Schweden und Niederlande), die das Kriterium ‚Wesentlicher Beitrag‘ erfüllen. Dies spiegelt unser Engagement, die eigenen Geschäftsbereiche zu dekarbonisieren, sowie unsere stärker ausgeprägte Fähigkeit wider, die Gestaltung und Entwicklung großer Immobilieninvestitionen in Verbindung mit unserer betrieblichen Infrastruktur zu beeinflussen. ► siehe eigene standorte

Das relevante anwendbare DNSH-Kriterium für Gebäudeanmietungen bezieht sich auf das Umweltziel ‚Anpassung an den Klimawandel‘, genauer auf die Durchführung einer robusten Klimarisiko- und Vulnerabilitätsbewertung gemäß Anlage A von Anhang I der Delegierten Verordnung. Bei der Bewertung haben wir die wichtigsten taxonomiefähigen Tätigkeiten im Hinblick auf dieses DNSH-Kriterium priorisiert. Dabei sind wir einerseits im Einzelfall an die Vermieter herangetreten und haben die notwendigen Informationen angefordert, andererseits haben wir vorhandene Informationen über Klimarisiken und entsprechende Anpassungslösungen genutzt, die wir im Rahmen unserer regulären Geschäftsprozesse (z.B. für Versicherungszwecke) regelmäßig erheben. Infolgedessen standen für die meisten der bewerteten Gebäudeanmietungen nicht alle Informationen zur Verfügung, um eine vollständige und abschließende Bewertung genau nach der in der Verordnung vorgeschriebenen Methodik und dem vorgegebenen Umfang durchzuführen. Eine der taxonomiefähigen Gebäudeanmietungen, die das Kriterium des wesentlichen Beitrags erfüllt, entspricht jedoch auch dem DNSH-Kriterium und wird daher als taxonomiekonform berichtet.

Taxonomiefähige Leasingverträge für Firmenwagen beziehen sich auf den gesamten Fuhrpark von adidas an mehreren Standorten. Gemäß den technischen Bewertungskriterien in Anhang I Abschnitt 6.5 der Delegierten Verordnung gilt ein Fahrzeug mit einer CO2-Emission von höchstens 50 g CO2e/km als Fahrzeug, das einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Bei adidas gilt dies für alle geleasten Elektrofahrzeuge und die meisten Plug-in-Hybridfahrzeuge.

Die ‚Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen‘ (‚DNSH‘) gemäß Anhang I der Delegierten Verordnung erfordert die Einhaltung folgender Kriterien: Durchführung einer robusten Klimarisiko- und Vulnerabilitätsbewertung, Erfüllung bestimmter Kriterien für die Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit der Fahrzeuge sowie Einhaltung verschiedener produktbezogener EU-Verordnungen und -Richtlinien zu Grenzwerten für bestimmte gasförmige Emissionen, Lärmerzeugung (externes Rollgeräusch) und Rollwiderstand von Fahrzeugreifen. Die Bewertung der Einhaltung all dieser Kriterien erfordert die Beteiligung und den Beitrag mehrerer Zulieferer. Infolgedessen standen nicht alle Informationen für eine vollständige und abschließende Bewertung, wie in der Verordnung gefordert, zur Verfügung. Die taxonomiefähigen Leasingverträge für Firmenwagen wurden daher als nicht taxonomiekonform bewertet.

Für die verbleibenden taxonomiefähigen Tätigkeiten unter Abschnitt 7.3 wurde eine strukturierte Bewertung der Taxonomiekonformität anhand der entsprechenden Kriterien in Anhang I der Delegierten Verordnung durchgeführt, soweit dies mit vertretbarem Aufwand möglich war. Die entsprechenden Tätigkeiten erfüllen zwar die Kriterien hinsichtlich Wesentlicher Beitrag, sind jedoch als Folge der DNSH-Bewertung nicht taxonomiekonform.

Mindestschutz

Der Mindestschutz ist Teil der Kriterien der Taxonomiekonformität und soll verdeutlichen, dass taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten nur dann ökologisch nachhaltig sein können, wenn sie unter Bedingungen durchgeführt werden, die mit sozialen Normen und bestimmten Mindeststandards der Unternehmensführung vereinbar sind. In diesem Zusammenhang müssen Unternehmen geeignete Prozesse und Verfahren einführen, um negative Auswirkungen auf oder Verstöße gegen die folgenden vier spezifischen Themen zu vermeiden: Achtung der Menschenrechte (einschließlich Arbeitsrechten), Steuern, Korruption/Bestechung und fairer Wettbewerb.

Um zu beurteilen, ob adidas den Mindestschutz einhält, haben wir den finalen Bericht der ‚Platform on Sustainable Finance‘ zu diesem Thema an die Europäische Kommission sowie das erläuternde FAQ-Dokument der Europäischen Kommission vom Juni 2023 geprüft. Zusammenfassend werden in diesen Dokumenten die folgenden Bedingungen für die Nichteinhaltung des Mindestschutzes genannt:

  • Menschenrechte und Arbeitsrechte:
  • Fehlen einer angemessenen menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht (HRDD), wie sie in den UN-Leitprinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten und OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen dargelegt ist, und/oder
    • Nachgewiesene Anzeichen für die Verletzung von Gesetzen oder Menschenrechten
  • Besteuerung:
    • Fehlen einer verantwortungsvollen Steuerpolitik, der Einhaltung von Vorschriften sowie angemessener Strategien und Verfahren für das Risikomanagement und/oder
    • Beweise für einen Verstoß gegen das Steuerrecht
  • Korruption/Bestechung:
    • Fehlende Verfahren zur Korruptionsbekämpfung und/oder
    • Fälle von gerichtlichen Verurteilungen wegen Korruption
  • Fairer Wettbewerb:
    • Mangelnde Förderung des Bewusstseins der Mitarbeitenden für die Bedeutung der Einhaltung aller geltenden Wettbewerbsgesetze und -vorschriften und/oder
    • Fälle von gerichtlichen Verurteilungen wegen Verletzung des Wettbewerbsrechts

Wie im Vorjahr haben unsere Fachexpert*innen aus den Bereichen Soziales und Umwelt, Steuern und Recht die Einzelheiten der jeweiligen Kriterien bewertet. Das Hauptziel dieser Bewertung war es, festzustellen, inwieweit die hier erwähnten Governance-Standards und Rahmenwerke bereits in den bestehenden adidas Richtlinien (z.B. adidas Menschenrechtsrichtlinie), Standardbetriebsverfahren (z.B. adidas ‚Fair Play‘-Verhaltenskodex) sowie im adidas Compliance-Managementsystem verankert sind. Wie im Jahr 2022 bestätigte unsere Bewertung auch für das Geschäftsjahr 2023, dass die taxonomiefähigen Tätigkeiten in einer Weise durchgeführt wurden, die den Mindestschutz vollständig erfüllt. Um die kontinuierliche Einhaltung dieser Standards zu gewährleisten, haben wir strenge interne Richtlinien und Kontrollmechanismen eingeführt.Weitere Einzelheiten über die Erfüllung der entsprechenden Kriterien durch adidas sind in diesem Geschäftsbericht zu finden:
 Menschenrechte und Arbeitsrechte ► Siehe Soziale auswirkungen
 Besteuerung ► Siehe Unser Ansatz in bezug auf steuern
 Korruption/Bestechung ► Siehe Risiko- und Chancenbericht
 Fairer Wettbewerb ► Siehe Risiko- und Chancenbericht

Ermittlung und Meldung von Taxonomie-KPIs

─ Umsatz-KPI: Die Umsatzerlöse gemäß der Taxonomie (Nenner des Umsatz-KPI) entsprechen unseren Umsatzerlösen, wie sie im Konzernabschluss in diesem Bericht ausgewiesen sind. Im Jahr 2023 beträgt der Umsatz 21.427 Mio. € (2022: 22.511 Mio. €). Die für adidas als taxonomiefähig identifizierten Tätigkeiten sind nicht umsatzbezogen, was zu einem Zählerwert von ‚0‘ und dementsprechend zu einem Umsatz-KPI von 0 % taxonomiefähigem Umsatz und 100 % nicht-taxonomiefähigem Umsatz führt. ► Siehe GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG

─ CapEx-KPI: Im Vergleich zu den in diesem Bericht angegebenen Investitionen von 504 Mio. € ergibt die Taxonomiedefinition von ‚CapEx‘ (Nenner des ‚CapEx-KPI‘) bei adidas einen Gesamtwert von 838 Mio. € (2022: 1.587 Mio. €). Der Nenner enthält gemäß der Definition der Taxonomie und wie in diesem Bericht offengelegt, Zugänge zu Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen, anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Nutzungsrechten und anderen immateriellen Vermögenswerten, vor Abschreibungen und Neubewertungen. Um den Zähler des CapEx-KPI zu berechnen, haben wir die Zugänge in Bezug auf die ermittelten taxonomiefähigen Tätigkeiten, wie oben beschrieben, analysiert. Dabei haben wir verschiedene Kontrollmaßnahmen wie Plausibilitätsprüfungen und Abgleiche durchgeführt, um eine Doppelerfassung von Zugängen zu vermeiden. Insgesamt beläuft sich der entsprechende Zähler des taxonomiefähigen CapEx-KPI auf 344 Mio. € (2022: 867 Mio. €), woraus sich ein CapEx-KPI von 41 % taxonomiefähigen und 59 % nicht-taxonomiefähigen CapEx ergibt. Der Großteil der taxonomiefähigen CapEx im Jahr 2023 (89 %) entfällt auf die Anmietung von Gebäuden (Abschnitt 7.7 der Delegierten Verordnung) und entspricht 307 Mio. €. Taxonomiefähige CapEx in Höhe von 22 Mio. € stehen im Zusammenhang mit der Installation energieeffizienter Geräte (Abschnitt 7.3). Die übrigen taxonomiefähigen CapEx in Höhe von 16 Mio. € beziehen sich auf Leasingverträge für Firmenwagen (Abschnitt 6.5). Während CapEx in Höhe von insgesamt 44 Mio. € die Kriterien hinsichtlich des wesentlichen Beitrags erfüllen, sind CapEx in Höhe von 7 Mio. € taxonomiekonform. Zusammenfassend beläuft sich der entsprechende Zähler des taxonomiekonformen CapEx-KPI auf 7 Mio. €. Es ergibt sich somit ein CapEx-KPI von 1 % taxonomiekonformen und 40 % nicht-taxonomiekonformen CapEx (2022: 0 % taxonomiekonforme und 55 % nicht-taxonomiekonforme CapEx). ► Siehe Bilanz UND KapitalflussRechnung

─ OpEx-KPI: Die Definition von ‚OpEx‘ gemäß der Taxonomie bezieht sich auf Ausgaben für Forschung und Entwicklung, kurzfristige Mietverträge, Wartungs- und Reparaturkosten sowie bestimmte sonstige Ausgaben. Im Jahr 2023 ergibt sich daraus ein Gesamtwert von 969 Mio. € (Nenner des ‚OpEx-KPI‘) bei adidas (2022: 862 Mio. €) gegenüber den in diesem Bericht ausgewiesenen 21.427 Mio. € Umsatzerlösen und 10.087 Mio. € OpEx. Im Kontext unseres Geschäftsmodells, das Design, Entwicklung, Produktion und Vermarktung einer breiten Palette von Performance- und Sport-Lifestyle-Produkten umfasst, erachten wir den Wert des Nenners des OpEx-KPI gemäß der Taxonomie als unbedeutend. Infolgedessen und in Übereinstimmung mit Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 berichten wir den Zählerwert unseres taxonomiefähigen OpEx-KPI mit 0 € (2022: 0 €). Daher können in diesem Bericht keine weiteren Informationen über die Konformität der taxonomiefähigen OpEx gegeben werden. Ausführliche Informationen zu den Taxonomie-KPIs gemäß Anhang II der Delegierten Verordnung finden sich in diesem Bericht. ► Siehe EU-Taxonomie-Tabellen

Unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit spiegelt sich in den ehrgeizigen Zielen und zahlreichen Initiativen wider, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Wir betrachten die EU-Taxonomie als ein potenziell wertvolles Instrument, um unsere Nachhaltigkeitsziele im Laufe der Zeit zu validieren und anzupassen, sofern unsere Kerngeschäftsaktivitäten einen Beitrag zu einem der Umweltziele der Taxonomie leisten können und eine einheitliche Auslegung aller für adidas relevanten Aspekte entwickelt wird. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts ist noch unklar, ob und wann dies der Fall sein wird.

Ansatz in Bezug auf Steuern

Wir verpflichten uns, in den Ländern, in denen wir tätig sind, alle Steuervorschriften einzuhalten. Bei unseren Geschäftsentscheidungen müssen wir die Interessen unserer Stakeholder berücksichtigen, da wir nur so den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens gewährleisten können. Wir unterhalten weder künstliche Strukturen noch strukturieren wir unser Unternehmen in einer Art, die Steuervermeidung zum Zweck hat. Eine Präsenz von adidas in sogenannten Niedrigsteuerländern steht im Zusammenhang mit unseren Geschäftsaktivitäten dort. Eine solche Präsenz wurde nicht allein mit dem Zweck ins Leben gerufen, unsere Steuerlast zu minimieren. Während steuerliche Überlegungen – wie viele andere Aspekte auch – Einfluss auf unsere Geschäftsentscheidungen haben, sind sie kein ausschlaggebender Faktor dafür.

Steuermanagement und Governance

Angesichts unserer vielfältigen Aktivitäten und der zahlreichen Standorte, an denen wir tätig sind, ist adidas überall auf der Welt zur Zahlung verschiedenster Steuern verpflichtet. Dazu zählen unter anderem Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer, mitarbeiterbezogene Steuern wie z.B. Lohnsteuer und Lohnnebenkosten, Quellensteuern, Grundsteuern, Stempelsteuern und andere Steuern. Der Zweck unserer Steuerabteilung besteht darin, unsere Geschäftsziele zu unterstützen und zu fördern. Gleichzeitig ist die Abteilung dafür zuständig, die steuerrechtliche Compliance zu gewährleisten sowie steuerliche Risiken zu vermeiden bzw. zu minimieren. Die Vorgehensweise in Bezug auf das Thema Steuern wird vom Vice President Corporate Tax vorgegeben und spiegelt sich in der Steuerstrategie, den Zielen und Richtlinien sowie in den internen Kontrollen wider. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen werden bei der Erarbeitung und Umsetzung unserer Steuerstrategie berücksichtigt. Unsere Steuerstrategie wird grundsätzlich einmal pro Jahr durch das Corporate Tax Team überprüft. Wesentliche Änderungen sind dabei von unserem Finanzvorstand zu genehmigen, der letztlich auch für die Einhaltung unserer Steuerstrategie verantwortlich ist. Gemäß unseren Steuerrichtlinien sind die lokalen Direktorinnen und das lokale Management der einzelnen rechtlichen Einheiten für die Einhaltung der steuerlichen Vorschriften verantwortlich. Diese lokalen Teams werden bei ihrer Arbeit vom Corporate Tax Team des Unternehmens sowie von Steuerberaterinnen unterstützt. Das Corporate Tax Team übt die globale Governance aus und ist für unsere Vorgehensweise in Bezug auf das Thema Steuern verantwortlich. Die Hauptaufgabe des Teams besteht darin, global steuerberatend tätig zu sein, Chancen und Risiken zu ermitteln bzw. zu steuern sowie die weltweite Einhaltung der Steuervorschriften zu gewährleisten. Durch die Zusammenarbeit mit den Geschäftsfunktionen versucht das Corporate Tax Team, die Bedürfnisse und Standpunkte der verschiedenen internen und externen Stakeholder zu verstehen, die Geschäftsziele zu unterstützen und darüber hinaus die ständige Einhaltung der Steuervorschriften zu gewährleisten. Für Anfragen externer Stakeholder zu unseren Steuerangelegenheiten sowie die diesbezügliche Kommunikation nach außen gilt unsere ‚Global Communication Guideline‘. Unser Vorstand wird regelmäßig über steuerliche Angelegenheiten informiert. Dies schließt einen halbjährlichen Risikoprüfungsprozess mit ein, der gleichzeitig Bestandteil unseres steuerlichen Governance-Rahmens ist. Beraten durch das Corporate Tax Team ist der Finanzvorstand bzw. der gesamte Vorstand letztendlich für Entscheidungen zu verschiedenen Themen verantwortlich, darunter auch zu bedeutenden oder einmaligen Transaktionen mit potenziell erhöhtem Steuerrisiko (z.B. Mergers and Acquisitions). Unser ‚Fair Play‘-Verhaltenskodex (‚Code of Conduct‘) legt dar, welche Möglichkeiten den Beschäftigten zur Verfügung stehen, wenn sie unrechtmäßiges oder unethisches Verhalten bemerken. Dazu zählen auch anonyme Meldungen oder ‚Whistleblowing‘-Verfahren. Die Abschlussprüfung der adidas AG beinhaltet die Prüfung von Berichtsangaben mit steuerlichem Bezug im Konzernabschluss.

Umgang mit Steuerbehörden

Wir sind an einer kooperativen Beziehung mit den Steuerbehörden interessiert. Wir beantworten formelle und informelle Informationsanfragen. Fallabhängig entscheiden wir, ob wir Geschäftsentwicklungen von besonderer Tragweite proaktiv an die örtlichen Steuerbehörden kommunizieren. Im Jahr 2023 waren wir in keinem der Länder, in denen wir tätig sind, in die öffentliche Politik in Bezug auf Steuerrecht oder Steuerrechtsänderungen involviert.

Steuerplanung

Wir stellen sicher, dass das steuerliche Profil unserer Aktivitäten mit den grundsätzlichen Betriebsstrukturen unserer Organisation übereinstimmt. Dementsprechend besitzen die Transaktionen kommerzielle oder wirtschaftliche Substanz und wir sehen von konstruierten oder künstlichen Arrangements ab. Unsere ‚Transfer Pricing Policy‘ (Verrechnungspreisrichtlinie) verlangt, dass konzerninterne Transaktionen nach dem Fremdvergleichsgrundsatz durchgeführt werden. Folglich werden unsere Gewinne in den Ländern erzielt und versteuert, in denen die Wertschöpfung erfolgt ist.

Nichtfinanzielle Erklärung

Als Bestandteil dieses zusammengefassten Lageberichts veröffentlicht adidas gemäß Artikel § 315c HGB in Verbindung mit §§ 289c bis 289e HGB eine für die adidas AG und den Konzern zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung.# KONZERN- LAGEBERICHT

UNSER FINANZJAHR

Wertschöpfung

Fokusbereiche

  • Global Brands
  • Global Sales
  • Global Operations
  • Unser Team
  • Nachhaltigkeit
  • Soziale Auswirkungen
  • Nichtfinanzielle Erklärung
  • Internes Managementsystem
  • Geschäftsentwicklung
  • Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • Bilanz und Kapitalflussrechnung
  • Treasury
  • Jahresabschluss und Lagebericht der adidas AG
  • Angaben nach § 315a HGB und § 289a HGB sowie erläuternder Bericht
  • Geschäftsentwicklung nach Segmenten
  • Ausblick
  • Risiko- und Chancenbericht
  • Beurteilung von Geschäftsentwicklung, Risiken und Chancen sowie Ausblick durch das Management
  • Konzernbilanz
  • Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • Konzerngesamtergebnisrechnung
  • Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
  • Konzernkapitalflussrechnung
  • Konzernanhang
  • Anteilsbesitz
  • Versicherung der gesetzlichen Vertreter
  • EU-Taxonomie-Tabellen

Internes Managementsystem

Für unser Unternehmen und alle seine Stakeholder haben wir uns zu einer erheblichen Wertschöpfung verpflichtet. Diesen Wertzuwachs wollen wir erreichen, indem wir durch Umsatz- und Gewinnsteigerungen einen starken operativen Cashflow generieren und gleichzeitig unsere Vermögenswerte proaktiv steuern. Das Planungs- und Controllingsystem unseres Unternehmens ist daher so konzipiert, dass es eine Vielzahl von Instrumenten zur Verfügung stellt, mit denen wir unsere aktuelle Performance bewerten und künftige Strategie- und Investitionsentscheidungen so ausrichten können, dass die wirtschaftlichen und organisatorischen Möglichkeiten optimal genutzt werden.

Internes Managementsystem auf Steigerung des Shareholder Value ausgerichtet

Um den Wertzuwachs zu fördern und zu steuern, konzentriert sich das Management des Unternehmens auf eine Reihe bedeutsamster finanzieller Leistungsindikatoren (KPIs). Zur Verbesserung des operativen Cashflows tragen hauptsächlich die Verbesserung von Umsatz und Betriebsergebnis sowie der Fokus auf das Management des operativen kurzfristigen Betriebskapitals bei. Gleichzeitig wirken sich wertsteigernde Investitionen positiv auf das zukünftige Betriebsergebnis und die Entwicklung des operativen Cashflows aus. Unser starker Fokus auf die Wertschöpfung spiegelt sich in den kurz- und langfristigen variablen Vergütungskomponenten unseres Managements wider, die an die Steigerung von Umsatz und Betriebsergebnis geknüpft sind. ► adidas-group.com/s/VERGUETUNG

Steigerung von Umsatz und Betriebsergebnis

Das Umsatzwachstum spiegelt die Attraktivität unseres Produktangebots wider, das durch Innovation und unsere Fähigkeit, aktuelle Verbrauchertrends hervorzubringen, zu erkennen und darauf zu reagieren, angetrieben wird. Um sicherzustellen, dass wir die relevantesten Informationen zur Bewertung unserer jeweiligen Leistung haben, werden Fremdwährungseffekte nicht berücksichtigt. Deshalb ist währungsbereinigtes Umsatzwachstum für uns ein bedeutsamster Leistungsindikator. Das Betriebsergebnis als weiterer bedeutsamster Leistungsindikator hilft uns dabei, die operative Leistung unseres Unternehmens zu treiben und zu verbessern. Zu den wesentlichen Treibern des Betriebsergebnisses gehören:
─ Entwicklung von Umsatz und Bruttomarge: Das Management konzentriert sich darauf, diejenigen Wachstumschancen zu erkennen und zu nutzen, die nicht nur eine zukünftige Umsatzsteigerung gewährleisten, sondern auch zur Verbesserung der Bruttomarge führen können. Zu unseren wesentlichen Maßnahmen gehören die Reduzierung von verkaufsfördernden Aktivitäten, die Steigerung der Verkäufe zum vollen Preis, die Optimierung unseres Preis-, Produkt- und Marktmix sowie das Management der Produkt- und Lieferkettenkosten.
─ Kontrolle der betrieblichen Aufwendungen: Das Management räumt der strikten Kontrolle der betrieblichen Aufwendungen eine zentrale Rolle ein. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Flexibilität der Kostenbasis des Unternehmens, insbesondere bei den Marketingaufwendungen und Betriebsgemeinkosten. Generell stellen die Marketingaufwendungen einen der größten betrieblichen Aufwandsposten dar und sind gleichzeitig eines unserer wichtigsten Instrumente, wenn es darum geht, die Attraktivität unserer Marke zu erhöhen und unseren Umsatz nachhaltig zu steigern. Aus diesem Grund wollen wir sowohl die Investitionen in unsere Marke und unsere Produkte steigern als auch die Effektivität und Effizienz unserer Marketingaktivitäten sicherstellen. Wir streben zudem danach, die Effizienz unseres operativen Geschäfts zu erhöhen, indem wir die Betriebsgemeinkosten aktiv managen. Zusätzlich zur Hebelwirkung unseres Umsatzwachstums überprüfen wir regelmäßig unsere operative Struktur, um Geschäftsprozesse zu vereinfachen und Redundanzen zu eliminieren.

Management von Cashflow und operativem kurzfristigem Betriebskapital

Das aktive Management von Liquidität, Cashflow und des operativen kurzfristigen Betriebskapitals bleibt für uns im Fokus und wird in Zukunft weiterhin durch unser Management genau überwacht. Da unser Geschäft vergleichsweise wenig anlagenintensiv ist, nimmt das Management des operativen kurzfristigen Betriebskapitals generell eine zentrale Rolle im Hinblick auf die Optimierung der Bilanzstruktur ein. Das operative kurzfristige Betriebskapital ergibt sich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich der Vorräte, abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. ► SIEHE BILANZ UND KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der bedeutsamste Leistungsindikator ist dabei für uns das Verhältnis des durchschnittlichen operativen kurzfristigen Betriebskapitals zum Umsatz. Anhand der Entwicklung dieser Kennzahl können wir Fortschritte bei Effizienzsteigerungen in unserem Geschäftszyklus verfolgen. Wir sind bestrebt, unsere Lagerbestände proaktiv zu managen, sodass wir die Marktnachfrage erfüllen und schnellen Nachschub sicherstellen können. Darüber hinaus überwachen und steuern wir sorgfältig die Altersstruktur unserer Vorräte, um einer Wertminderung des Bestands vorzubeugen und Lagerräumungsaktivitäten zu minimieren. Die Verweildauer im Lager wird daher in regelmäßigen Abständen kontrolliert und bewertet (,Inventory Days Lasting‘ – ‚IDL‘). Wir messen damit, wie viele Tage Artikel durchschnittlich im Lager verweilen, bevor sie verkauft werden, und verdeutlichen so die Effizienz des in Produkten gebundenen Kapitals. Um die Kapitalbindung in Forderungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu optimieren, konzentrieren wir uns auf das Steuern unserer Maßnahmen zum Forderungseinzug und der Zahlungsbedingungen.

Investitionsausgaben mit dem Ziel der Maximierung zukünftiger Renditen

Die Verbesserung der Effektivität von Investitionsausgaben ist ein weiterer wichtiger Hebel, um unseren Cashflow zu steigern. Wir steuern unsere Investitionen über einen Top-down-/Bottom-up-Ansatz. Im ersten Schritt legt das Management auf Basis von Investitionsanträgen unterschiedlicher Unternehmensbereiche die Investitionsschwerpunkte fest und bestimmt daraufhin das komplette Investitionsbudget für das Unternehmen. In einem zweiten Schritt stimmen unsere Geschäftssegmente ihre Initiativen anhand der Vorgaben zu den Investitionsschwerpunkten und verfügbaren Budgets miteinander ab. Wir ermitteln das Renditepotenzial der geplanten Investitionsprojekte anhand der Kapitalwertmethode. Risiken berücksichtigen wir, indem wir gegebenenfalls einen Risikoaufschlag auf die Kapitalkosten vornehmen und damit unsere Einschätzung künftiger Erlöse reduzieren.

Die Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung sind im gesamten Lagebericht entsprechend gekennzeichnet zu finden. Diese Inhalte waren Gegenstand einer gesonderten Prüfung mit hinreichender Sicherheit (,Reasonable Assurance‘), gekennzeichnet mit [ ], oder begrenzter Sicherheit (,Limited Assurance‘), gekennzeichnet mit ⌐ ¬, durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und waren nicht Teil der Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Weiterführende Links und Querverweise sind nicht Teil der nichtfinanziellen Erklärung und wurden nicht geprüft. ► siehe VERMERK DES UNABHÄNGIGEN WIRTSCHAFTSPRÜFERS über eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung begrenzter und hinreichender Sicherheit der nichtfinanziellen Berichterstattung

Die Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung in Verbindung mit weiteren Informationen, die in diesem Bericht und auf unserer Website zu finden sind, wurden unter Bezugnahme auf die GRI-Standards erstellt. Der GRI-Content-Index ist online zu finden. ► report.adidas-group.com

Beschreibung des Geschäftsmodells

► SIEHE global Sales

► SIEHE GLOBAL OPERATIONS

Umweltbelange

  • Nachhaltigere Materialien und Kreislaufwirtschaft
    ► SIEHE NACHHALTIGKEIT
    ► SIEHE INTERNES MANAGEMENTSYSTEM
    ► SIEHE BEURTEILUNG VON GESCHÄFTSENTWICKLUNG, RISIKEN UND CHANCEN SOWIE AUSBLICK DURCH DAS MANAGEMENT
  • Dekarbonisierung
    ► SIEHE NACHHALTIGKEIT
  • Wasserverbrauch (Beschaffungskette)
    ► SIEHE NACHHALTIGKEIT
  • Abfallvermeidung (Beschaffungskette)
    ► siehe Nachhaltigkeit
  • Biodiversität
    ► siehe Nachhaltigkeit

Produktverantwortung

  • Produktsicherheit und -integrität
    ► SIEHE NACHHALTIGKEIT

Mitarbeiterbelange

  • Diversität, Gleichstellung und Inklusion
    ► SIEHE UNSER TEAM
    ► SIEHE INTERNES MANAGEMENTSYSTEM
    ► SIEHE BEURTEILUNG VON GESCHÄFTSENTWICKLUNG, RISIKEN UND CHANCEN SOWIE AUSBLICK DURCH DAS MANAGEMENT
  • Mitarbeitererlebnis und -engagement
    ► SIEHE UNSER TEAM
    ► SIEHE INTERNES MANAGEMENTSYSTEM
    ► SIEHE BEURTEILUNG VON GESCHÄFTSENTWICKLUNG, RISIKEN UND CHANCEN SOWIE AUSBLICK DURCH DAS MANAGEMENT
  • Weiterbildung
    ► SIEHE Unser team
  • Vergütung
    ► SIEHE unser team

Verbraucherbelange

  • Mitgliedschaft
    ► SIEHE GLOBAL SALES

Achtung der Menschenrechte

  • Faire Arbeitsbedingungen
    ► SIEHE UNSER TEAM
    ► SIEHE NACHHALTIGKEIT
  • Zuliefererbeziehungen
    ► SIEHE GLOBAL OPERATIONS

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

  • Ethische Geschäftspraktiken
    ► SIEHE RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Steuern

  • Ansatz in Bezug auf Steuern
    ► SIEHE NACHHALTIGKEIT

Sustainable Finance

  • EU-Taxonomie
    ► SIEHE NACHHALTIGKEIT
    ► SIEHE EU-TAXONOMIe-Tabellen# Im Rahmen von Szenarienplanungen wird anhand von Veränderungen gegenüber den ursprünglichen Annahmen die Sensitivität der Investitionsrendite geprüft. Bei besonders aufwendigen Investitionsprojekten überwachen wir während der kompletten Projektdauer monatlich die Einhaltung von Zeitplänen und Budgetvorgaben. Um die Kapitalrendite zu optimieren, bewerten wir insbesondere größere Projekte nach deren Abschluss und dokumentieren wichtige Rückschlüsse, damit diese für künftige Investitionsentscheidungen genutzt werden können.

Sonstige Leistungsindikatoren

Neben den oben dargestellten bedeutsamsten finanziellen KPIs zur Beurteilung der Geschäftslage und des operativen Erfolgs des Unternehmens verwenden wir eine Reihe weiterer KPIs. Diese helfen uns dabei, unsere Fortschritte in Bereichen zu verfolgen, die ebenfalls wichtig für unseren Erfolg sind. Diese KPIs werden in regelmäßigen Abständen bewertet und von den jeweiligen Geschäftsfunktionen verantwortet. Zu diesen sonstigen Leistungsindikatoren, die wir nachverfolgen, zählen unter anderem das Engagement der Beschäftigten, der Anteil weiblicher Führungskräfte, unser Angebot an nachhaltigen Artikeln und unsere Treibhausgasemissionen.

Mitarbeiterengagement und -erlebnis

Wir sind davon überzeugt, dass unseren Beschäftigten zuzuhören entscheidend dabei hilft, ein erstklassiges Mitarbeitererlebnis zu schaffen und weiterhin die besten Talente zu rekrutieren und an uns zu binden. Wie erfolgreich wir dabei sind, können wir nur feststellen, indem wir unsere Beschäftigten befragen und sie im Rahmen unserer Mitarbeiterbefragung ,Employee Listening Survey‘ um Feedback bitten.

► SIEHE UNSER TEAM

Frauen in Führungspositionen

Da unser Fokus auf Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion liegt, möchten wir all unseren Beschäftigten die gleichen Ausgangschancen und Karrieremöglichkeiten bieten. Eines unserer Ziele besteht darin, den Anteil an Frauen in Führungspositionen auf Director-Ebene und höher bis 2033 weltweit auf über 50 % zu steigern.

► SIEHE UNSER TEAM

Leistung im Bereich Nachhaltigkeit

Wir sind fest entschlossen, die Leistung unseres Unternehmens im Umwelt- und Sozialbereich weiter zu verbessern. Wir sind davon überzeugt, dass wir dadurch nicht nur das Ansehen von adidas insgesamt verbessern, sondern auch den Unternehmenswert steigern können. Zur Messung unseres Fortschritts in diesem Bereich haben wir den Leistungsindikator ‚Nachhaltiges Artikelangebot‘ entwickelt und eingeführt. Darüber hinaus verfolgen wir schon seit Jahren einen umfangreichen Aktionsplan mit klaren Zielen und beurteilen regelmäßig unsere Fortschritte bei diesen Zielen hinsichtlich der Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Wir erfassen den ökologischen Fußabdruck entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette, samt eigener Standorte weltweit. Außerdem überwachen und bewerten wir unsere Zulieferbetriebe im Hinblick auf die Einhaltung unserer Arbeitsplatzstandards im Umwelt- und Sozialbereich. Wir berichten seit Jahren umfangreich und transparent über unsere Nachhaltigkeitsarbeit. Regelmäßige Aktualisierungen im Hinblick auf unsere Leistung im Bereich Nachhaltigkeit sind sowohl in diesem Geschäftsbericht als auch auf der Unternehmenswebsite verfügbar.

► SIEHE BEURTEILUNG VON GESCHÄFTSENTWICKLUNG, RISIKEN UND CHANCEN SOWIE AUSBLICK DURCH DAS MANAGEMENT
► SIEHE NACHHALTIGKEIT
► ADIDAS-GROUP.COM/S/VERGUETUNG
► ADIDAS-GROUP.COM/NACHHALTIGKEIT

Strukturiertes System zur Messung der Geschäftsentwicklung

Wir haben ein umfangreiches System zur Messung der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens etabliert, das eine Vielzahl verschiedener Instrumente umfasst. Dabei überwachen wir unsere Leistungsindikatoren sowie weitere wichtige Finanzkennzahlen kontinuierlich und vergleichen diese regelmäßig mit den ursprünglichen Zielvorgaben sowie monatlich mit rollierenden Prognosen. Sollten negative Abweichungen von unseren Zielen auftreten, führen wir detaillierte Analysen durch und ergreifen entsprechende Gegenmaßnahmen. Falls nötig, erarbeiten wir Maßnahmenpläne und setzen diese so um, dass sich unser operatives Geschäft bestmöglich entwickeln kann. Um die aktuelle Entwicklung von Umsatz und Profitabilität zu beurteilen, analysiert das Management kontinuierlich die Geschäftsergebnisse unserer Geschäftssegmente. Des Weiteren vergleichen wir unsere Ergebnisse regelmäßig mit den Ergebnissen unserer Hauptwettbewerber. Anhand der jeweils seit Jahresbeginn erzielten Ergebnisse sowie der Chancen und Risiken werden die prognostizierten Geschäftsergebnisse für das Gesamtjahr monatlich beurteilt. Als weiterer Frühindikator für die künftige Geschäftsentwicklung werden verfügbare Ergebnisse neuester relevanter Markt- und Konsumforschungen evaluiert.

Geschäftsentwicklung

adidas hat im Übergangsjahr 2023 vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, makroökonomischer Herausforderungen sowie branchenweit erhöhter Lagerbestände bessere Ergebnisse erzielt als erwartet. Der Umsatz blieb auf währungsbereinigter Basis unverändert. Die Bruttomarge verbesserte sich im Jahr 2023 um 0,2 Prozentpunkte auf 47,5 %, und es wurde ein positives Betriebsergebnis in Höhe von 268 Mio. € erzielt.

Entwicklung Gesamtwirtschaft und Branche

Weltwirtschaft zeigt sich 2023 widerstandsfähig

Trotz einer erhöhten, wenn auch nachlassenden Inflation und zunehmender geopolitischer Konflikte blieb die Weltwirtschaft im Jahr 2023 widerstandsfähig. Vor diesem Hintergrund wuchs das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 2,6 %. Während sich der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine etwas verlangsamte, blieb die Inflation hoch und belastete im Jahresverlauf weiterhin die Einkommen der privaten Haushalte sowie die Verbraucherstimmung. In der ersten Jahreshälfte strafften die Notenbanken weltweit ihre Geldpolitik weiter, was zu höheren Zinssätzen führte. In der zweiten Jahreshälfte stellten die meisten Notenbanken jedoch ihre Zinserhöhungen ein. Dieses schwierige makroökonomische Umfeld wirkte sich auf die globale Wirtschaftstätigkeit aus. Das Wachstum in den Industrieländern verlangsamte sich 2023 auf 1,5 %. Die Schwellenländer hingegen erwiesen sich als relativ widerstandsfähig, und ihr Wachstum beschleunigte sich 2023 leicht auf 4,0 %. Dennoch wirkten sich die restriktive Geldpolitik, der Konflikt im Nahen Osten und der anhaltende Krieg in der Ukraine sowohl auf die Industrie- als auch auf die Schwellenländer aus. Weltweit bleiben die Risiken einer weiteren Eskalation geopolitischer Spannungen, Störungen der Lieferkette, klimabedingter Katastrophen und finanzieller Belastungen angesichts erhöhter Fremdkapitalkosten bestehen.

Moderates Wachstum der Sportartikelbranche im Jahr 2023

Trotz anhaltender Herausforderungen hat die globale Sportartikelbranche im Jahr 2023 Widerstandsfähigkeit bewiesen. Der Gesamtmarkt wuchs trotz des anhaltenden Drucks auf Beschaffungskosten und Lieferketten sowie einer gedämpften Nachfrage aufgrund niedrigerer Konsumausgaben in einem Umfeld hoher Inflationsraten. Darüber hinaus war die Branche 2023 weltweit mit besonders hohen Lagerbeständen konfrontiert, denen mit verstärkten verkaufsfördernden Aktivitäten in der gesamten Branche entgegengesteuert wurde. Während die meisten Märkte gegen Ende des Jahres 2023 wieder gesündere Lagerbestände vorweisen konnten, hatte insbesondere der nordamerikanische Markt weiterhin mit Überbeständen zu kämpfen. Trotz dieser Herausforderungen wurde die weltweite Nachfrage durch sportliche Großereignisse wie die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland oder die Rugby-Weltmeisterschaft der Männer in Frankreich angekurbelt. Darüber hinaus sorgten wiederkehrende Turniere wie die UEFA Champions League und die großen US-Sportligen für Begeisterung bei den Konsumentinnen. Zusätzlich profitiert die Sportartikelbranche weltweit weiterhin vom Trend zu lässiger Freizeitbekleidung, einer steigenden Beteiligung am Sport und einem gesünderen Lebensstil. Komfort, Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit beeinflussen ebenfalls weiterhin die Kaufentscheidungen der Konsumentinnen. Gleichzeitig ist die Sportartikelbranche den Risiken einer schwächeren Verbrauchernachfrage aufgrund der durch den wirtschaftlichen Abschwung eingeschränkten Kaufkraft sowie weiterer geopolitischer Spannungen und Störungen der Lieferkette ausgesetzt.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts nach Regionen

Region 2021 2022 2023
Welt 6,0 % 3,1 % 2,6 %
Industrieländer 5,7 % 2,6 % 1,5 %
Schwellenländer und Entwicklungsländer 6,5 % 3,9 % 4,0 %

1 Reale Veränderung in Prozent im Vergleich zum Vorjahr; Zahlen für 2022 und 2021 gegenüber dem Vorjahr angepasst.
2 Quelle: Weltbank. Stand: 9. Januar 2024.
3 Beinhaltet europäische Schwellenländer und Zentralasien.
4 Beinhaltet Ostasien und Pazifik.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

adidas Umsatz 2023 auf Vorjahresniveau

Auf währungsbereinigter Basis war der Umsatz im Jahr 2023 unverändert im Vergleich zum Vorjahr. In Euro ging der Umsatz um 5 % auf 21.427 Mio. € zurück (2022: 22.511 Mio. €). Im ausgewiesenen Umsatz sind negative Umrechnungseffekte in Höhe von mehr als 1.000 Mio. € aus ungünstigen Währungsschwankungen enthalten. Die Umsatzentwicklung im Jahr 2023 wurde durch einen deutlich reduzierten Sell-in an den Großhandel beeinträchtigt. Dies erfolgte im Rahmen der erfolgreichen Initiativen des Unternehmens, die hohen Vorratsbestände abzubauen. Zudem belastete 2023 die Beendigung des Yeezy Geschäfts die Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich mit rund 500 Mio. €. Der Abverkauf von verbleibendem Yeezy Bestand im zweiten und dritten Quartal wirkte sich mit rund 750 Mio. € positiv auf den Umsatz aus. Dem steht der Umsatz mit Yeezy Produkten in Höhe von insgesamt über 1.200 Mio. € im Jahr 2022 gegenüber. Nach Märkten betrachtet stieg der Umsatz in Lateinamerika währungsbereinigt im starken zweistelligen Prozentbereich. In China und Asien-Pazifik legte der Umsatz jeweils im hohen einstelligen Prozentbereich zu. In EMEA blieb der Umsatz auf währungsbereinigter Basis unverändert.# Geschäftsentwicklung nach Segmenten

In Nordamerika ging der Umsatz im zweistelligen Prozentbereich zurück, da dieser Markt besonders von der konservativen Sell-in-Strategie des Unternehmens zur Reduzierung der hohen Lagerbestände betroffen war.

Umsatz

0 % (währungsbereinigt)

21.427 Mio. € Umsatzentwicklung durch Wachstum bei Performance getrieben

Nach Kategorien betrachtet nahm der Umsatz im Bereich Performance währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich zu. Verantwortlich dafür waren vor allem Zuwächse im hohen einstelligen Prozentbereich bei Fußball, Outdoor und Specialist Sports. Der währungsbereinigte Umsatz im Lifestyle-Bereich ging aufgrund der Yeezy Auswirkungen insgesamt zurück. Der Umsatz bei Originals stieg jedoch im mittleren einstelligen und bei Basketball und Skateboarding im zweistelligen Prozentbereich.

Umsatzerlöse¹ in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
1 2019 inklusive des Reebok
Geschäfts.
Umsatzerlöse nach Segmenten¹ in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
EMEA 8.235 8.550 –4 % 0 %
Nordamerika 5.219 6.404 –19 % –16 %
China 3.190 3.179 0 % 8 %
Asien-Pazifik 2.254 2.241 1 % 7 %
Lateinamerika 2.291 2.104 9 % 22 %
Andere Geschäftsbereiche 155 150 3 % 4 %
Gesamt 21.427 22.511 –5 % 0 %
1 Beinhaltet Zentralbereiche/Konsolidierung, die nicht direkt einem der Segmente zugeordnet werden
können. Siehe Erläuterung 36.
Umsatzerlöse nach Segmenten¹ in %
1
In Prozent der gesamten Segmente.

Produktbereich Schuhe treibt Umsatzwachstum 2023

Trotz der erheblichen Yeezy Auswirkungen stieg im Jahr 2023 der währungsbereinigte Umsatz im Bereich Schuhe um 4 %, vor allem aufgrund von Wachstum im zweistelligen Prozentbereich bei Fußball und im hohen einstelligen Prozentbereich bei Originals. Der Umsatz im Bereich Bekleidung ging währungsbereinigt um 6 % zurück, da diese Produktkategorie besonders von den hohen Lagerbeständen im Markt und dem disziplinierten Sell-in an den Großhandel als Reaktion darauf betroffen war. Dennoch legte der Umsatz im Bereich Bekleidung bei Outdoor und Basketball im zweistelligen Prozentbereich zu. Golf verzeichnete in diesem Bereich Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Der währungsbereinigte Umsatz im Bereich Accessoires und Ausrüstung nahm um 3 % zu, was hauptsächlich auf zweistelliges Wachstum bei Fußball zurückzuführen ist.

Umsatzerlöse nach Produktbereichen¹ in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs- bereinigt)
Schuhe 12.139 12.287 –1 % 4 %
Bekleidung 7.806 8.731 –11 % –6 %
Accessoires und Ausrüstung 1.483 1.493 –1 % 3 %
Gesamt 21.427 22.511 –5 % 0 %
1 Es wurden Vorjahreszahlen angepasst aufgrund von Zentralbereiche/Konsolidierung.
Siehe Erläuterung 36.
Umsatzerlöse nach Produktbereichen in %

Umsatzkosten sinken proportional zur Umsatzentwicklung

Umsatzkosten werden definiert als der Betrag, den wir Dritten für Aufwendungen im Zusammenhang mit der Herstellung und Lieferung unserer Produkte zahlen. Eigene Produktionsaufwendungen sind ebenfalls in den Umsatzkosten enthalten. Diese Aufwendungen machen allerdings nur einen sehr geringen Anteil der Gesamtumsatzkosten aus. Im Jahr 2023 lagen die Umsatzkosten mit 11.244 Mio. € um 5 % unter dem Vorjahresniveau (2022: 11.867 Mio. €). Dieser Rückgang spiegelt vor allem niedrigere Kosten in der Lieferkette proportional zur Umsatzentwicklung des Unternehmens wider.

Bruttomarge bei 47,5 %

Im Geschäftsjahr 2023 ging das Bruttoergebnis um 4 % auf 10.184 Mio. € zurück (2022: 10.644 Mio. €). Die Bruttomarge stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 47,5 % (2022: 47,3 %). Diese Verbesserung ist hauptsächlich auf Preissteigerungen, einen günstigeren Geschäftsmix und niedrigere Frachtkosten zurückzuführen und wurde durch deutlich negative Währungseffekte und gestiegene Produktkosten größtenteils aufgehoben. Zudem wirkte sich das hohe Niveau der Rabatte, das sich zwar im Laufe des Jahres verbesserte, negativ auf die Entwicklung der Bruttomarge im Jahr 2023 aus.

Bruttomarge¹,² in %
1
Bruttomarge =
2
Geschäfts.

Lizenz- und Provisionserträge sowie sonstige betriebliche Erträge sinken

Im Geschäftsjahr 2023 nahmen die Lizenz- und Provisionserträge um 26 % auf 83 Mio. € ab (2022: 112 Mio. €), was einen Rückgang der Lizenzeinnahmen widerspiegelt. Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen um 59 % auf 71 Mio. € zurück (2022: 173 Mio. €), aufgrund von niedrigeren Erträgen aus Vereinbarungen mit der Authentic Brands Group nach Abschluss der Veräußerung von Reebok.

Sonstige betriebliche Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz steigen um 1,4 Prozentpunkte

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, einschließlich Abschreibungen, enthalten im Wesentlichen Marketing- und Point-of-Sale-Aufwendungen sowie Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen. Im Geschäftsjahr 2023 verringerten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 2 % auf 10.070 Mio. € (2022: 10.260 Mio. €). Im Verhältnis zum Umsatz stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 1,4 Prozentpunkte auf 47,0 % (2022: 45,6 %).

Die Marketing- und Point-of-Sale-Aufwendungen gingen 2023 um 8 % auf 2.528 Mio. € zurück (2022: 2.763 Mio. €). Das Unternehmen setzte seine Marketinginvestitionen in Markenkampagnen fort, vor allem in Verbindung mit wichtigen Sportereignissen wie der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023. Darüber hinaus erweiterte das Unternehmen sein Portfolio an Sportpartnern, darunter die indische Cricket-Nationalmannschaft oder Les Mills im Bereich Training. Außerdem investierte adidas in die Einführung neuer Produkte, wie z.B. die neuesten Versionen der ikonischen Predator, X und Copa Fußballschuhe, die Einführung des Adizero Adios Pro Evo 1 im Running-Bereich sowie neue Produkteinführungen mit Partnern wie Bad Bunny, Pharrell Williams oder Edison Chen im Lifestyle-Bereich. Im Bereich Basketball brachte adidas erfolgreich ‚Fear of God‘ Produkte und den ersten Signature-Schuh mit Anthony Edwards auf den Markt. Das Unternehmen begrenzte die Point-of-Sale-Aufwendungen zu Zeiten und in Regionen mit verstärkten verkaufsfördernden Aktivitäten im Markt. Im Verhältnis zum Umsatz gingen die Marketing- und Point-of-Sale-Aufwendungen um 0,5 Prozentpunkte auf 11,8 % zurück (2022: 12,3 %).

Die Vertriebsaufwendungen verringerten sich im Geschäftsjahr 2023 um 1 % auf 5.547 Mio. € (2022: 5.601 Mio. €), was hauptsächlich auf niedrigere Logistikkosten zurückzuführen ist. Im Verhältnis zum Umsatz stiegen die Vertriebsaufwendungen um 1,0 Prozentpunkte auf 25,9 % (2022: 24,9 %).

Die Verwaltungsaufwendungen nahmen vor allem aufgrund gestiegener Personalkosten um 11 % auf 1.839 Mio. € zu (2022: 1.651 Mio. €). Im Verhältnis zum Umsatz lagen die Verwaltungsaufwendungen bei 8,6 % und damit 1,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau (2022: 7,3 %).

Insgesamt stiegen die Betriebsgemeinkosten um 1 % auf 7.541 Mio. € (2022: 7.498 Mio. €). Darin enthalten sind Einmalkosten in Höhe von rund 200 Mio. € im Zusammenhang mit der strategischen Prüfung des Unternehmens im Jahr 2023 sowie Spenden und Rückstellungen für weitere Spenden in Höhe von mehr als 140 Mio. €. Im Verhältnis zum Umsatz stiegen die Betriebsgemeinkosten um 1,9 Prozentpunkte auf 35,2 % (2022: 33,3 %).

► siehe Erläuterung 30

Sonstige betriebliche Aufwendungen¹ in % der Umsatzerlöse
1
2019 inklusive des Reebok Geschäfts.
Marketing- und Point-of-Sale-Aufwendungen¹ in % der Umsatzerlöse
1
2019 inklusive des Reebok Geschäfts.

EBITDA geht um 28 % zurück

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie Wertminderungen/-aufholungen auf Sachanlagen, Nutzungsrechte und immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) ging im Geschäftsjahr 2023 um 28 % auf 1.358 Mio. € zurück (2022: 1.874 Mio. €). Die Gesamtaufwendungen im Zusammenhang mit Abschreibungen sowie Wertminderungen/-aufholungen auf materielle und immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte gingen im Jahr 2023 um 15 % auf 1.170 Mio. € zurück (2022: 1.371 Mio. €).

EBITDA¹,² in Mio. €
1
EBITDA = Gewinn
2
Geschäfts.

Operative Marge geht auf 1,3 % zurück

Das Betriebsergebnis reduzierte sich im Geschäftsjahr 2023 um 60 % auf 268 Mio. € (2022: 669 Mio. €). Darin enthalten sind die negativen Auswirkungen der deutlichen Abwertung des argentinischen Peso im vierten Quartal in Höhe von rund 100 Mio. €. Der Abverkauf von verbleibendem Yeezy Bestand im zweiten und dritten Quartal wirkte sich in einem Umfang von rund 300 Mio. € positiv auf das Betriebsergebnis von adidas im Jahr 2023 aus. Gleichzeitig enthält das Betriebsergebnis des Unternehmens Sonderaufwendungen von insgesamt mehr als 340 Mio. €, die die Einmalkosten im Zusammenhang mit der strategischen Prüfung des Unternehmens im Jahr 2023 sowie die Spenden und Rückstellungen für weitere Spenden reflektieren. Das Betriebsergebnis von adidas spiegelt auch einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag für Abschreibungen auf Yeezy Bestand wider, aufgrund der Entscheidung des Unternehmens, nur einen kleinen Teil des übrigen Yeezy Bestands abzuschreiben. Die operative Marge lag 2023 bei 1,3 % und damit 1,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert (2022: 3,0 %).

  • Operative Marge 1,3 % –1,7 PP
Betriebsergebnis¹ in Mio. €
1
2019 inklusive des Reebok Geschäfts.
Operative Marge¹,² in %
1
Operative Marge =
2
Geschäfts.

Finanzergebnis geht zurück

Die Finanzerträge stiegen im Geschäftsjahr 2023 um 103 % auf 79 Mio. € (2022: 39 Mio. €), hauptsächlich aufgrund von höheren Zinserträgen und Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten. Die Finanzaufwendungen gingen hauptsächlich aufgrund von niedrigeren Wechselkursverlusten um 12 % auf 282 Mio. € zurück (2022: 320 Mio. €). Infolgedessen belief sich das Finanzergebnis des Unternehmens auf -203 Mio. € im Vergleich zu -281 Mio. € im Vorjahr.# Konzernergebnis

► siehe Erläuterung 32

Steuerquote steigt signifikant

Die Steuerquote des Unternehmens stieg im Jahr 2023 um 154,7 Prozentpunkte auf 189,2 % (2022: 34,5 %). Infolge des deutlich niedrigeren Gewinns vor Steuern wirkten sich nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge erheblich aus. Darüber hinaus spiegelte die Entwicklung der Steuerquote einen höheren Quellensteueraufwand wider.

► siehe Erläuterung 34

Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen beträgt 58 Mio. €

Obwohl sich das operative Geschäft 2023 deutlich verbesserte, lag der Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen aufgrund der außergewöhnlich hohen Steuerquote bei 58 Mio. € (2022: Gewinn in Höhe von 254 Mio. €). Das unverwässerte sowie das verwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrugen damit -0,67 € (2022: 1,25 €).

Verlust/Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen¹ in Mio. €
1 2019 inklusive des Reebok Geschäfts.
Unverwässertes Ergebnis je Aktie¹ in €
1 2019 inklusive des Reebok Geschäfts.

Die Gesamtanzahl der ausstehenden Aktien stieg leicht zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf 178.549.084. Dies spiegelt die Bewilligung von 11.886 Aktien an Bjørn Gulden im Rahmen seiner Vorstandsvergütung im ersten Halbjahr wider. Die durchschnittliche Anzahl der Aktien für die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie belief sich damit auf 178.543.596 (2022: 183.263.629).

Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen beträgt 44 Mio. €

Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete adidas einen Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von 44 Mio. € netto nach Steuern, der auf die Veräußerung des Reebok Geschäfts zurückzuführen ist (2022: Gewinn in Höhe von 384 Mio. €).

► siehe Erläuterung 03

Auf Anteilseigner entfallender Verlust beträgt 75 Mio. €

Der auf Anteilseigner entfallende Verlust, der neben dem Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen auch den Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen enthält, betrug 75 Mio. € (2022: Gewinn in Höhe von 612 Mio. €). Das unverwässerte sowie das verwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen lagen somit bei -0,42 € (2022: 3,34 €).

Bilanz und Kapitalflussrechnung

Aktiva

Zum 31. Dezember 2023 verringerte sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 11 % auf 18.020 Mio. € (2022: 20.296 Mio. €), da der Rückgang der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Nutzungsrechte den Anstieg der flüssigen Mittel mehr als ausglich.

Bilanzstruktur¹ in % der Bilanzsumme
2023 2022
Aktiva (in Mio. €) 18.020 20.296
Flüssige Mittel 7,9 % 3,9 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10,6 % 12,5 %
Vorräte 25,1 % 29,4 %
Anlagevermögen² 35,4 % 34,2 %
Nutzungsrechte (IFRS 16)³ 35,2 % 38,4 %
Sonstige Vermögenswerte 20,9 % 20,0 %

1 Für absolute Zahlen siehe adidas Konzernbilanz.
2 Anlagevermögen = Sachanlagen + Nutzungsrechte + Geschäfts- oder Firmenwerte + Markenrechte + sonstige immaterielle Vermögenswerte + langfristige Finanzanlagen.
3 In Prozent des Anlagevermögens.

Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 16 % auf 9.809 Mio. € zurück (2022: 11.732 Mio. €). Die flüssigen Mittel erhöhten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 79 % auf 1.431 Mio. € (2022: 798 Mio. €). Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit infolge der deutlichen Reduzierung des operativen kurzfristigen Betriebskapitals im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen und wurde durch die Rückzahlung des Eurobonds, die Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten, Zinszahlungen sowie die Dividendenzahlung für das Jahr 2022 nur teilweise aufgehoben.

Die Vorräte lagen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 mit 4.525 Mio. € um knapp 1.500 Mio. € bzw. 24 % unter dem Vorjahresniveau (2022: 5.973 Mio. €). Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Initiativen des Unternehmens für ein effektiveres Bestandsmanagement zurückzuführen, einschließlich eines deutlich reduzierten Einkaufsverhaltens. Währungsbereinigt gingen die Vorräte um 22 % zurück.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 07

Vorräte in Mio. €

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich zum 31. Dezember 2023 um 25 % auf 1.906 Mio. € (2022: 2.529 Mio. €). Diese Entwicklung spiegelt in erster Linie die disziplinierten Sell-in-Bemühungen des Unternehmens zur Reduzierung der hohen Lagerbestände im Markt sowie einen effektiveren Forderungseinzug im Vergleich zum Vorjahr wider. Währungsbereinigt reduzierten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 23 %.

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte gingen auf 755 Mio. € zurück (2022: 1.014 Mio. €). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Ausgleich der aufgeschobenen Gegenleistungen im Zusammenhang mit der Veräußerung des Reebok Geschäfts und den Rückgang des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten zurückzuführen.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich aufgrund niedrigerer Steuererstattungsansprüche zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 24 % auf 1.003 Mio. € (2022: 1.316 Mio. €).

► SIEHE ERLÄUTERUNG 05
► SIEHE ERLÄUTERUNG 06
► SIEHE ERLÄUTERUNG 08

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Mio. €

Die langfristigen Vermögenswerte gingen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 4 % auf 8.211 Mio. € zurück (2022: 8.563 Mio. €). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf einen Rückgang des Anlagevermögens zurückzuführen, der nur zum Teil durch einen Anstieg der latenten Steueransprüche kompensiert wurde.

Das Anlagevermögen reduzierte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 8 % auf 6.386 Mio. € (2022: 6.935 Mio. €). Die Nutzungsrechte gingen hauptsächlich aufgrund von Abschreibungen um 16 % auf 2.247 Mio. € (2022: 2.665 Mio. €) zurück. Diese Entwicklung wurde nur teilweise durch Zugänge aufgehoben.

Der Geschäfts- oder Firmenwert verringerte sich aufgrund negativer Währungseffekte um 2 % auf 1.238 Mio. € (2022: 1.260 Mio. €). Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich um 3 % auf 442 Mio. € (2022: 429 Mio. €), hauptsächlich aufgrund von Zugängen bei Software, einschließlich selbst erstellter Software.

Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 24 % auf 418 Mio. € (2022: 336 Mio. €), was in erster Linie auf die Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts der Earn-out-Komponente im Zusammenhang mit der Veräußerung des Reebok Geschäfts im Vorjahr zurückzuführen ist.

Die latenten Steueransprüche betrugen 1.358 Mio. € (2022: 1.216 Mio. €).

► Siehe Erläuterung 34

Passiva

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 13 % auf 8.043 Mio. € (2022: 9.257 Mio. €). Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 nur leicht auf 549 Mio. € (2022: 527 Mio. €). Dies ist auf die Umklassifizierung des Eurobonds mit einem Volumen von 500 Mio. € aufgrund seiner Fälligkeit im Jahr 2024 zurückzuführen, die durch die Rückzahlung der eigenkapitalneutralen Wandelanleihe mit einem Volumen von 500 Mio. € im September 2023 ausgeglichen wurde.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 2.276 Mio. € um 22 % unter dem Vorjahresniveau (2022: 2.908 Mio. €), was in erster Linie auf das niedrigere Beschaffungsvolumen zurückzuführen ist. Auf währungsbereinigter Basis verringerten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 21 %.

Die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten reduzierten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf 545 Mio. € (2022: 643 Mio. €), hauptsächlich aufgrund von Leasingmodifikationen und Neubewertungen.

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gingen vor allem aufgrund geringerer Zollverbindlichkeiten sowie eines niedrigeren beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten um 37 % auf 266 Mio. € zurück (2022: 424 Mio. €).

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen verringerten sich zum 31. Dezember 2023 um 17 % auf 1.323 Mio. € (2022: 1.589 Mio. €). Verantwortlich dafür waren hauptsächlich ein Rückgang der Rückstellung für Rücklieferungen und eine Umklassifizierung von kurzfristigen zu langfristigen Rückstellungen für Zölle.

Die kurzfristigen abgegrenzten Schulden gingen zum 31. Dezember 2023 um 6 % auf 2.273 Mio. € zurück (2022: 2.412 Mio. €), in erster Linie aufgrund niedrigerer Rückstellungen für Rabatte und ausstehende Rechnungen, die nur zum Teil durch höhere Rückstellungen für Personal- und Marketingkosten aufgehoben wurden.

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 8 % auf 488 Mio. € (2022: 452 Mio. €). Dieser Anstieg steht im Zusammenhang mit den Spenden in Verbindung mit dem Verkauf von Teilen des Yeezy Bestands.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 20
► SIEHE ERLÄUTERUNG 21

Bilanzstruktur¹ in % der Bilanzsumme²
2023 2022
Passiva (in Mio. €) 18.020 20.296
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 3,0 % 2,6 %
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12,6 % 14,3 %
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 13,5 % 14,5 %
Sonstige Verbindlichkeiten 43,5 % 42,2 %
Kurz- und langfristige Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16)² 33,0 % 34,9 %
Gesamtes Eigenkapital 27,3 % 26,4 %

1 Für absolute Zahlen siehe adidas Konzernbilanz.
2 In Prozent der sonstigen Verbindlichkeiten.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Mio. €

Die langfristigen Verbindlichkeiten gingen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 11 % auf 5.052 Mio. € zurück (2022: 5.688 Mio. €). Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten verringerten sich zum 31. Dezember 2023 um 18 % auf 2.430 Mio. € (2022: 2.946 Mio. €). Dieser Rückgang ist hauptsächlich der Umklassifizierung des Eurobonds mit einem Volumen von 500 Mio. € in kurzfristige Finanzverbindlichkeiten aufgrund seiner Fälligkeit im Jahr 2024 zuzuschreiben. Die langfristigen Leasingverbindlichkeiten reduzierten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 13 % auf 2.039 Mio. € (2022: 2.343 Mio. €) aufgrund eines Rückgangs der Anzahl der Leasingverträge und von Währungseffekten.# Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten verringerten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 86 % auf 6 Mio. € (2022: 44 Mio. €) aufgrund von dem beizulegenden Zeitwert von Finanzinstrumenten. Die latenten Steuerschulden stiegen zum 31. Dezember 2023 um 9 % auf 147 Mio. € (2022: 135 Mio. €). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen erhöhten sich zum 31. Dezember 2023 um 113 % auf 188 Mio. € (2022: 88 Mio. €), was eine Umklassifizierung von kurzfristigen zu langfristigen Rückstellungen für Zölle und höhere Rückstellungen für Personalkosten widerspiegelt. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 96 Mio. € auf 103 Mio. € (2022: 6 Mio. €). Dieser Anstieg steht im Zusammenhang mit den Spenden in Verbindung mit dem Verkauf von Teilen des Yeezy Bestands.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 22

Das auf Anteilseigner entfallende Kapital ging zum 31. Dezember 2023 um 8 % auf 4.580 Mio. € zurück (2022: 4.991 Mio. €). Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf negative Währungseffekte, den Rückgang der Hedging-Rücklagen sowie die Dividendenzahlung an Aktionär*innen für das Geschäftsjahr 2022 zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 25,4 % im Vergleich zu 24,6 % im Vorjahr, da der Rückgang des auf Anteilseigner entfallenden Kapitals durch den Rückgang der gesamten Passiva mehr als aufgehoben wurde.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 25

Eigenkapitalquote¹ in %

¹ Eigenkapitalquote = auf Anteilseigner entfallendes Kapital / Bilanzsumme.

Operatives kurzfristiges Betriebskapital

Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 verringerte sich das operative kurzfristige Betriebskapital um 26 % auf 4.154 Mio. € (2022: 5.594 Mio. €). Währungsbereinigt ging das operative kurzfristige Betriebskapital um 23 % zurück. Das durchschnittliche operative kurzfristige Betriebskapital im Verhältnis zum Umsatz stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 25,7 % (2022: 24,0 %). Darin spiegelt sich die leichte Zunahme des durchschnittlichen operativen kurzfristigen Betriebskapitals vor dem Hintergrund des Umsatzrückgangs im Vergleich zum Jahr 2022 wider.

Durchschnittliches operatives kurzfristiges Betriebskapital¹,² in % der Umsatzerlöse³

¹ Durchschnittliches operatives kurzfristiges Betriebskapital = Summe der Quartalsendbestände des operativen kurzfristigen Betriebskapitals / 4.
Operatives kurzfristiges Betriebskapital = Forderungen aus Lieferungen und Leistungen + Vorräte – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
² Die Zahl für 2021 spiegelt die Umklassifizierung des Reebok Geschäfts in als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten wider.
Berechnungslogik wird auch für internes Reporting angewandt.
³ 2019 inklusive des Reebok Geschäfts.
Berechnungslogik wird auch für internes Reporting angewandt.

Investitionsanalyse

Investitionen sind die gesamten finanziellen Mittel, die für die Anschaffung von materiellen und immateriellen Vermögenswerten (ohne Akquisitionen und Nutzungsrechte gemäß IFRS 16) verwendet werden. Die Investitionen gingen um 27 % auf 504 Mio. € zurück (2022: 695 Mio. €). Die Investitionen in Sachanlagen verringerten sich um 28 % auf 363 Mio. € (2022: 504 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrugen 141 Mio. € (2022: 191 Mio. €). Die Abschreibungen ohne Wertminderung/‑aufholung der materiellen und immateriellen Vermögenswerte gingen im Geschäftsjahr 2023 um 3 % auf 505 Mio. € zurück (2022: 530 Mio. €). Initiativen im Zusammenhang mit selbst kontrollierten Verkaufsflächen, die Investitionen in neue oder umgestaltete Einzelhandels- und Franchise-Geschäfte sowie in Shop-in-Shop-Präsentationen unserer Produkte in den Geschäften unserer Kunden beinhalten, machten 45 % der Gesamtinvestitionen aus (2022: 43 %). Auf die Bereiche IT und Logistik entfielen 32 % bzw. 9 % der Gesamtinvestitionen (2022: 29 % bzw. 12 %). Weitere 14 % der Gesamtinvestitionen bezogen sich auf die Verwaltung (2022: 15 %). Nach Segmenten betrachtet entfiel mit 38 % der Großteil der Investitionen auf die Zentralbereiche (2022: 46 %). Nach Regionen betrachtet entfielen 24 % der Gesamtinvestitionen auf EMEA (2022: 21 %), gefolgt von Nordamerika mit 15 % (2022: 11 %), China mit 10 % (2022: 11 %), Asien-Pazifik mit 7 % (2022: 8 %) und Lateinamerika mit 6 % (2022: 4 %).

Investitionen nach Bereichen in %

Bereich 2023 2022
Einzelhandel 45% 43%
IT 32% 29%
Logistik 9% 12%
Verwaltung 14% 15%

Investitionen nach Segmenten in %

Segment 2023 2022
Zentralbereiche 38% 46%

Investitionen nach Regionen in %

Region 2023 2022
EMEA 24% 21%
Nordamerika 15% 11%
China 10% 11%
Asien-Pazifik 7% 8%
Lateinamerika 6% 4%

Liquiditätsanalyse

Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 2.630 Mio. € (2022: Mittelabfluss in Höhe von 479 Mio. €). Der Mittelzufluss aus der fortgeführten betrieblichen Tätigkeit betrug 2.630 Mio. € (2022: Mittelabfluss in Höhe von 394 Mio. €). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die Verringerung des operativen kurzfristigen Betriebskapitals im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Im Jahr 2023 belief sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit auf 450 Mio. € gegenüber 495 Mio. € im Jahr 2022. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die Erlöse in Verbindung mit der Veräußerung von Reebok im Jahr 2022 zurückzuführen. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf 1.425 Mio. € (2022: 2.963 Mio. €) und der Mittelabfluss aus der fortgeführten Finanzierungstätigkeit betrug 1.425 Mio. € (2022: 2.957 Mio. €). Dies ist auf die Rückzahlung des Eurobonds, Zinszahlungen sowie die Dividendenzahlung für das Jahr 2022 zurückzuführen. Anpassungen gemäß IAS 29 ‚Rechnungslegung in Hochinflationsländern‘ sind gesondert zu berichten und haben die Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionen und Finanzierungstätigkeit des Unternehmens für das Jahr 2023 mit 82 Mio. € und die Vorjahreswerte für 2022 mit 64 Mio. € belastet. Währungseffekte in Höhe von 40 Mio. € wirkten sich negativ auf den Finanzmittelbestand des Unternehmens aus (2022: 39 Mio. €). Insgesamt führten diese Entwicklungen zu einem Anstieg der flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2023 um 633 Mio. € auf 1.431 Mio. € (2022: 798 Mio. €).

Veränderung der flüssigen Mittel in Mio. €

Zeitraum 2023 2022
Flüssige Mittel 1.431 798
Veränderung +633

Zum 31. Dezember 2023 beliefen sich die bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten auf 4.518 Mio. € (2022: 6.047 Mio. €). Das Verhältnis der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA belief sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf 3,3 (2022: 3,2).

► Siehe TREASURY

Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA¹,²,³ in Mio. €

¹ Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten werden seit dem Geschäftsjahr 2020 erstmals angewendet. Entsprechend der Methodologieänderung 2022 wurden die Zahlen ab dem Jahr 2019 angepasst.
² Die Zahl für 2021 spiegelt die Umklassifizierung des Reebok Geschäfts in als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten wider.
³ 2019 inklusive des Reebok Geschäfts.

Kennzahl 2023 2022
Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten 4.518 6.047
Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA 3,3 3,2

Außerbilanzielle Posten

Die bedeutendsten außerbilanziellen Posten des Unternehmens betreffen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Promotion- und Werbeverträgen, Dienstleistungsverträgen sowie für Verpflichtungen aus sonstigen Verträgen. Die finanziellen Verpflichtungen aus Promotion- und Werbeverträgen erhöhten sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 30 % auf 6.418 Mio. € (2022: 4.942 Mio. €). adidas hat bestimmte Logistik- und EDV-Funktionen ausgelagert. In diesem Zusammenhang hat der Konzern langfristige Verträge abgeschlossen. Für diese Dienstleistungsverträge sind die finanziellen Verpflichtungen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 65 % auf 1.454 Mio. € (2022: 881 Mio. €) gestiegen. Die zukünftigen Mindestzahlungen im Zusammenhang mit sonstigen Verträgen beliefen sich zum 31. Dezember 2023 auf 214 Mio. € (2022: 356 Mio. €). Dies entspricht einem Rückgang um 40 % gegenüber dem Vorjahr.

► Siehe Erläuterung 37
► Siehe Erläuterung 38

Treasury

Finanzierungsgrundsätze des Unternehmens

Damit unser Unternehmen jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, ist das Hauptziel unserer Finanzierungsgrundsätze, die Zahlungsfähigkeit von adidas sicherzustellen, Finanzierungsrisiken zu begrenzen und ein Gleichgewicht zwischen Finanzierungskosten und finanzieller Flexibilität herzustellen. Die betriebliche Geschäftstätigkeit unserer Segmente und der daraus resultierende Mittelzufluss stellen die Hauptliquiditätsquelle für das Unternehmen dar. Die Liquiditätsprognose erfolgt anhand eines mehrjährigen Finanz- und Liquiditätsplans auf fortlaufend monatlicher Basis.

Treasury-Grundsätze und -Verantwortlichkeiten

Die Treasury-Grundsätze des Unternehmens regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Treasury-relevanten Themen. Dazu zählen die Bankpolitik und die Genehmigung von Bankbeziehungen, Finanzierungsvereinbarungen und das Liquiditäts-/Anlagenmanagement, das Management von Währungs-, Zins-, Eigenkapital- und Rohstoffpreisrisiken sowie das Management unternehmensinterner Cashflows. Die Verantwortlichkeiten dafür sind nach einem dreistufigen Ansatz strukturiert:

  • Das Treasury-Komitee, das sich aus Mitgliedern des Vorstands und weiteren Führungskräften zusammensetzt, entscheidet über die Treasury-Grundsätze und gibt die strategische Ausrichtung für das Management von Treasury-relevanten Themen vor. Wesentliche Änderungen der Treasury-Grundsätze bedürfen der vorherigen Zustimmung des Treasury-Komitees.
  • Die Treasury-Abteilung ist für spezifische zentralisierte Treasury-Transaktionen sowie für die Umsetzung unserer Treasury-Grundsätze weltweit verantwortlich.
  • Auf Ebene der Tochterunternehmen sind, sofern begründet und wirtschaftlich sinnvoll, die Geschäftsführer*innen sowie die Finanzdirektor*innen vor Ort für das Management der Treasury-Angelegenheiten bei ihren jeweiligen Gesellschaften verantwortlich.

Controllingfunktionen auf Unternehmensebene stellen sicher, dass die Transaktionen der einzelnen Geschäftseinheiten den Treasury-Grundsätzen des Unternehmens entsprechen.

Zentralisierte Treasury-Funktion

Gemäß den Treasury-Grundsätzen des Unternehmens werden alle weltweiten Kreditlinien direkt oder indirekt von der zentralen Treasury-Abteilung verwaltet.# adidas AG

Item 7. Management's Discussion and Analysis of Financial Condition and Results of Operations

Liquidity and Capital Resources

These lines are partly passed on to subsidiaries and partly secured by guarantees from adidas AG. Due to centralized liquidity management, the company is able to allocate funds efficiently within the organization. The company's financial liabilities are generally unsecured and, where applicable, associated with customary market commitments. We maintain good business relationships with numerous partner banks, thereby avoiding excessive dependence on individual financial institutions. Partner banks at the corporate and subsidiary level must have a long-term investment-grade rating of at least 'BBB-' from Standard & Poor's or a comparable rating from another leading rating agency. Only in very rare exceptional cases are our companies allowed to cooperate with banks that have a lower rating. To the extent permissible by law and economically feasible, subsidiaries must transfer excess liquidity to the corporate headquarters to ensure optimal allocation of liquid financial resources within the company. In this context, the standardization and consolidation of our global cash management and payment processes are a high priority for the central Treasury department. This includes, among other things, automated domestic and cross-border cash pools. Another objective and essential task of the department is the effective management of our currency and interest rate risks. ► SEE NOTE 02 Customary Loan Agreements For our committed credit lines, we have entered into various legal loan agreements. These legal loan agreements may include limitations on the sale of fixed assets, maximum limits for secured liabilities, as well as cross-default and change-of-control clauses. However, our financing agreements do not contain financial covenants. Should we fail to comply with a covenant and not receive a waiver, the financial liabilities would become immediately due and payable. As of December 31, 2023, we have met all conditions. We are extremely confident in our ability to continue to meet these conditions in the future. Furthermore, we are convinced that cash inflows from operating activities, together with the availability of internal and external funds, will be sufficient to cover our future needs for operating funds and capital. Credit Ratings In August 2020, adidas received strong initial investment-grade ratings from Standard & Poor's and Moody's. While Standard & Poor's rated adidas 'A+', the company received a rating of 'A2' from Moody's. The initial outlook for both ratings was 'stable,' as both rating agencies recognized the company's strong credit metrics, robust liquidity profile, and conservative financial policy. In November 2022, both Standard & Poor's and Moody's changed adidas' outlook to 'negative' based on the deterioration of credit metrics due to the pressure from economic and company-specific challenges on the company's operating performance. In February 2023, Standard & Poor's lowered adidas' rating to 'A-', while Moody's downgraded the company to 'A3', both rating agencies with a 'negative' outlook. The downgrades reflected a further downward revision of credit metrics following the announcement of the company's financial forecast for 2023. In their reports published in December 2023 and January 2024, Standard & Poor's and Moody's confirmed their ratings of 'A-' and 'A3' respectively, each with a 'negative' outlook. Overall, the investment-grade ratings continue to provide adidas with efficient access to the capital markets. Syndicated Loans In 2020, adidas took several steps to significantly strengthen its financial profile. In November 2020, the company closed a new syndicated loan facility amounting to €1,500 million with twelve partner banks. This syndicated loan agreement was later amended in October 2021 and November 2022. The amended and reissued syndicated loan facility with now eleven partner banks amounted to €2,000 million with a maturity until November 2027. In December 2023, adidas reduced the amount of the syndicated loan facility to €1,864 million and the number of lending banks to ten partner banks. Sustainability Bond In September 2020, as part of the implementation of its ambitious long-term sustainability roadmap, adidas successfully placed its first sustainability bond, thereby further optimizing its capital structure and financing costs. This bond, amounting to €500 million, had an eight-year term at issuance and a coupon of 0.00%. It is listed on the Luxembourg Stock Exchange with a denomination of €100,000. adidas planned to use the proceeds from the sustainability bond, in whole or in part, to finance and refinance eligible sustainable projects as defined in the 'Sustainability Bond Framework.' As of September 30, 2023, the total net proceeds of €500 million have been fully allocated to eligible sustainable projects. Sustainability Bond: Amount of Allocated Net Proceeds¹ in € million Q1 – Q3 2023 Q4 2018 – 2022 Total Eligible Sustainable Projects by Category Sustainable Materials 61 369 430 Sustainable Processes 3 26 29 Social Impact 4 37 41 Cumulative Eligible Sustainable Project Expenditures 67 433 500 Unallocated Proceeds 0 1 The allocation of proceeds was subject to an independent review by Sustainalytics. Outstanding Bonds adidas currently has six outstanding bonds. Most recently, in 2022, the company placed a three-year bond with a volume of €500 million and a coupon of 3.00%, which matures in November 2025, as well as a seven-year bond with a volume of €500 million, a coupon of 3.125%, and a maturity until 2029. Both bonds are listed on the Luxembourg Stock Exchange with a denomination of €100,000 each. In addition to these placements, the company has further outstanding bonds: a bond issued in 2014 for €400 million with a coupon of 2.25% and a maturity until October 2026. In September 2020, adidas also successfully placed two bonds totaling €1,000 million. The four-year bond with a volume of €500 million has a coupon of 0.00% and matures in September 2024. The 15-year bond with a volume of €500 million has a coupon of 0.625% and matures in September 2035. Both bonds are listed on the Luxembourg Stock Exchange with a denomination of €100,000 each. ► See Note 16 Maturity Profile and Coupons of adidas Bonds¹ 1 Coupons are fixed. Additional Credit Lines In addition to the syndicated credit facility and access to the bond markets, the company's financial flexibility is also ensured by the availability of further credit lines. At the end of fiscal year 2023, committed and uncommitted credit lines, including the syndicated credit facility, amounted to €3,648 million (2022: €4,090 million). Of this, €3,556 million was unused (2022: €3,998 million). Committed and uncommitted credit lines represent approximately 53% and 47% of total credit lines, respectively (2022: 51% and 49%). Furthermore, the company has an unused multi-currency commercial paper program available for €2,000 million (2022: €2,000 million). We continuously monitor the need for available credit lines based on the respective volume of financial liabilities and future financing needs. Lower Gross Financial Liabilities The company's gross financial liabilities, the predominant part of which is held in Euros, consist of bank liabilities and outstanding bonds. Gross financial liabilities decreased by 14% to €2,979 million at the end of fiscal year 2023 (2022: €3,473 million), attributable to the increase in cash and cash equivalents and the repayment of the equity-neutral convertible bond with a volume of €500 million in September 2023. The total volume of outstanding bonds amounted to €2,886 million at the end of 2023 (2022: €3,381 million). Bank liabilities amounted to €93 million at the end of fiscal year 2023 (2022: €93 million). Financing Structure in € million | 2023 | 2022 | |---|---|---| | Cash and cash equivalents | 1,431 | 798 | | Bank loans | 93 | 93 | | Eurobonds | 2,886 | 2,883 | | Equity-neutral convertible bond | 0 | 498 | | Gross financial liabilities | 2,979 | 3,473 | | Net financial liabilities/cash position | –1,548 | –2,676 | As of December 31, 2023, cash and cash equivalents include €211 million (2022: €155 million) held by subsidiaries subject to foreign exchange controls (e.g., Russia, Argentina) or other legal restrictions, and therefore not available for general use by adidas AG or other subsidiaries at any time. Maturity Profile of Gross Financial Liabilities In 2024, with unchanged maturities compared to the previous year, financial instruments totaling €549 million will mature. In comparison, financial instruments amounting to €527 million matured during fiscal year 2023. Remaining Maturities of Gross Financial Liabilities in € million Adjusted Net Financial Liabilities of €4,518 million As of December 31, 2023, adjusted net financial liabilities amounted to €4,518 million (December 31, 2022: €6,047 million).# Jahresabschluss und Lagebericht der adidas AG

Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die signifikant höheren flüssigen Mittel zurückzuführen, die aus dem Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit und niedrigeren langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie niedrigeren kurz- und langfristigen Leasingverbindlichkeiten im Jahr 2023 resultieren.

Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten/Netto-Cash-Position1,2 in Mio. €

1 Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten werden seit 2020 erstmals angewendet. Entsprechend der Methodologie-Änderung 2022 wurden die Zahlen ab dem Jahr 2019 angepasst.
2 Die Zahl für 2021 spiegelt die Umklassifizierung des Reebok Geschäfts in als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten wider. Im Jahr 2020 wurde die Definition der ‚Nettofinanzverbindlichkeiten‘ in ‚bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten‘ geändert, um den Änderungen in der Finanzrichtlinie des Unternehmens Rechnung zu tragen. Der größte Unterschied zwischen der ursprünglichen Definition der Nettofinanzverbindlichkeiten und der angepassten Definition ist die Einbeziehung des Barwerts der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Leasing- und Pensionsverpflichtungen. Im Jahr 2022 wurde die Methodologie zur Berechnung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten überarbeitet, um sie an die allgemeine Marktpraxis und den Ansatz der Ratingagenturen anzupassen. Die wichtigste Änderung war die Eliminierung der Anpassung der Ertragsteuer auf die Nettofinanzverbindlichkeiten.

► siehe Erläuterung 25

Zusammensetzung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten in Mio. €

2023 2022
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 549 527
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.430 2.946
Kurzfristige und langfristige Leasingverbindlichkeiten 2.584 2.986
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 139 118
Factoring 70 112
Zwischensumme 5.772 6.689
Flüssige Mittel 1.431 798
Kurzfristige Finanzanlagen 34 0
Abzüglich Flüssige Mittel mit Verfügungsbeschränkung 211 155
Abzüglich verfügbare Flüssige Mittel 1.254 643
Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten 4.518 6.047

Zinssatz steigt

Der gewichtete Durchschnittszinssatz für die Bruttofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens stieg im Jahr 2023 auf 1,6 % (2022: 0,8 %). Diese Entwicklung war hauptsächlich auf die Ausgabe zwei neuer Anleihen über 500 Mio. € mit einem Kupon von 3,00 % bzw. 3,125 % im November 2022 zurückzuführen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 machten festverzinsliche Finanzierungen 99 % der gesamten Bruttofinanzverbindlichkeiten aus (2022: 100 %). Zum Jahresende 2023 waren 1 % der Bruttofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens variabel verzinst (2022: 0 %).

Zinssatzentwicklung1 in %

1 Gewichteter Durchschnittszinssatz der Bruttofinanzverbindlichkeiten.

Effektives Währungsmanagement hat hohe Priorität

Da adidas als weltweit tätiges Unternehmen Währungsrisiken ausgesetzt ist, stellt das effektive Währungsmanagement einen wichtigen Schwerpunkt der Treasury-Abteilung dar. Ziel dieses Währungsmanagements ist die Verringerung der Auswirkung von Währungsschwankungen auf die in Fremdwährung lautenden künftigen Nettozahlungsströme. Dabei ist das US-Dollar-Hedging von zentraler Bedeutung, da unsere Beschaffung überwiegend in Asien stattfindet und größtenteils in US-Dollar abgerechnet wird. Im Geschäftsjahr 2023 betrug das Währungsdefizit resultierend aus dem laufenden Geschäft ca. 4.100 Mio. US-$ (2022: 7.500 Mio. US-$). Davon entfielen ca. 3.000 Mio. US-$ auf den Euro (2022: 6.100 Mio. US-$). Gemäß den Treasury-Grundsätzen verfolgt das Unternehmen ein fortlaufendes Hedging-Programm mit einem Zeitfenster von bis zu 24 Monaten, wobei ein Großteil des erwarteten saisonalen Hedging-Bedarfs etwa sechs Monate vor Beginn einer Saison abgesichert wird. In seltenen Fällen werden Hedges auch über einen Zeitraum von über 24 Monaten abgeschlossen. Zum Jahresende 2023 war das Hedging für das Jahr 2024 nahezu vollständig abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir bereits mit der Absicherung für das Jahr 2025 begonnen. Die Verwendung oder Kombination verschiedener Hedging-Instrumente, wie z.B. Devisentermingeschäfte oder Währungsoptionen und Swaps, sichern das Unternehmen gegen ungünstige Währungsentwicklungen ab.

► SIEHE GLOBAL OPERATIONS
► siehe risiko- und chancenbericht
► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

Jahresabschluss und Lagebericht der adidas AG

Die adidas AG ist das Mutterunternehmen des adidas Konzerns. In der adidas AG sind sowohl das operative Geschäft – und hier im Wesentlichen das des deutschen Markts – als auch die Zentralfunktionen des Unternehmens wie Marketing, IT, Treasury, Steuern, Recht und Finanzen enthalten. Darüber hinaus ist die adidas AG für die Beteiligungsverwaltung verantwortlich.

Operatives Geschäft und Kapitalstruktur der adidas AG

Das operative Geschäft der adidas AG besteht überwiegend aus dem Verkauf von Waren an den Handel sowie aus eigenen Einzelhandelsaktivitäten. Die Entwicklung der Ertragslage ist neben den eigenen Handelsaktivitäten der adidas AG stark auf deren Holdingfunktion für den adidas Konzern zurückzuführen. Dies spiegelt sich vor allem in den Währungseffekten, den Kostenverrechnungen für erbrachte Dienstleistungen sowie im Zinsergebnis und Beteiligungsergebnis wider. Die Chancen und Risiken sowie die zukünftige Entwicklung der adidas AG entsprechen weitestgehend den Chancen und Risiken sowie der zukünftigen Entwicklung des adidas Konzerns.

► SIEHE AUSBLICK
► SIEHE RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Die Vermögens- und Kapitalstruktur der adidas AG ist sehr stark von der Holding- und Finanzierungsfunktion der Gesellschaft für den Konzern geprägt. So machten zum 31. Dezember 2023 die Finanzanlagen – vor allem bestehend aus Anteilen an verbundenen Unternehmen – 48 % der Bilanzsumme aus (2022: 42 %). Die Intercompany-Konten, über die Transaktionen zwischen den verbundenen Unternehmen abgewickelt werden, stellten zudem 28 % der Aktivseite (2022: 42 %) sowie 28 % der Passivseite (2022: 28 %) der Bilanz zum Ende des Geschäftsjahres 2023 dar.

Abschlusserstellung

Der folgende Jahresabschluss der adidas AG wird im Gegensatz zum Konzernabschluss, der im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union zum 31. Dezember 2023 anzuwenden sind, steht, nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Gewinn-und-Verlust-Rechnung nach HGB (Kurzfassung) in Mio. €

2023 2022
Umsatzerlöse 4.510 4.814
Verminderung (Vorjahr Erhöhung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen –4 2
Gesamtleistung 4.506 4.816
Sonstige betriebliche Erträge 721 1.226
Materialaufwand –1.678 –1.878
Personalaufwand –852 –726
Abschreibungen –139 –140
Sonstige betriebliche Aufwendungen –2.801 –3.415
Betriebliches Ergebnis –243 –117
Finanzergebnis 103 2.237
Steuern –49 –63
Jahresfehlbetrag/-überschuss –189 2.057
Gewinnvortrag 598 724
Einstellung in andere Gewinnrücklagen –500
Einstellung in Kapitalrücklage –12
Verwendung für den Rückkauf/die Ausgabe eigener Anteile 2 –1.546
Bilanzgewinn 411 723
Umsatzerlöse der adidas AG in Mio. €
2023 2022
Lizenz- und Provisionserträge 2.275 2.394
adidas Deutschland 1.267 1.511
Ausländische Tochterunternehmen 88 80
Zentrale Vertriebseinheit 125 118
Sonstige Umsatzerlöse 755 711
Gesamt 4.510 4.814
Umsatzerlöse sinken um 6 %

Der Umsatz der adidas AG setzt sich zusammen aus externen Umsätzen im Geschäftsbereich adidas Deutschland, die mit Produkten der Marke adidas erwirtschaftet werden, sowie Umsätzen mit ausländischen Tochterunternehmen. In den Umsatzerlösen ausgewiesen werden ferner Lizenz- und Provisionserträge, im Wesentlichen von verbundenen Unternehmen, Umsätze der zentralen Vertriebseinheit sowie sonstige Umsatzerlöse. Von März 2022 bis Mai 2023 sind die Provisionserlöse für Reebok in den sonstigen Umsatzerlösen ausgewiesen. Die Umsatzerlöse der adidas AG verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 6 % auf 4.510 Mio. € (2022: 4.814 Mio. €).

Sonstige betriebliche Erträge sinken um 41 %

Im Geschäftsjahr 2023 sind die sonstigen betrieblichen Erträge der adidas AG um 41 % auf 721 Mio. € gesunken (2022: 1.226 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf niedrigere Währungsgewinne zurückzuführen.

Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 18 %

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen der adidas AG sind im Geschäftsjahr 2023 um 18 % auf 2.801 Mio. € gesunken (2022: 3.415 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die Verringerung der Währungsverluste zurückzuführen.

Abschreibungen sinken leicht

Die Abschreibungen der adidas AG auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind im Geschäftsjahr 2023 leicht auf 139 Mio. € gesunken (2022: 140 Mio. €).

Betriebliches Ergebnis unter Vorjahresniveau

Im Geschäftsjahr 2023 weist die adidas AG ein negatives betriebliches Ergebnis in Höhe von 243 Mio. € aus (2022: 117 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf niedrigere Umsätze zurückzuführen.

Signifikante Reduzierung des Finanzergebnisses

Das Finanzergebnis der adidas AG ist im Jahr 2023 um 95 % auf 103 Mio. € gesunken (2022: 2.237 Mio. €). Die Reduzierung ist auf niedrigere Dividendenerträge zurückzuführen.

Jahresfehlbetrag im Jahr 2023

Nach Berücksichtigung der Steuern in Höhe von 49 Mio. € (2022: 63 Mio. €) beläuft sich der Jahresfehlbetrag 2023 auf 189 Mio. € und liegt damit um 109 % unter dem Jahresüberschuss des Vorjahres (2022: 2.057 Mio. €).

Bilanz

Bilanz nach HGB (Kurzfassung) in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Aktiva
Immaterielle Vermögensgegenstände 359 329
Sachanlagen 675 684
Finanzanlagen 4.427 4.408
Anlagevermögen 5.461 5.421
Vorräte 44 52
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.765 4.719
Flüssige Mittel, Wertpapiere 859 195
Umlaufvermögen 3.668 4.966
Rechnungsabgrenzungsposten 136 88
Bilanzsumme 9.265 10.475
Passiva
Eigenkapital 2.455 2.767
Rückstellungen 813 833
Verbindlichkeiten und sonstige Posten 5.997 6.875
Bilanzsumme 9.265 10.475
Bilanzsumme gesunken

Im Geschäftsjahr 2023 ist die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf 9.265 Mio. € gesunken (2022: 10.475 Mio. €).Dies ist im Wesentlichen auf einen Rückgang der Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände zurückzuführen.

Eigenkapital 11 % unter Vorjahresniveau

Das Eigenkapital verringerte sich im Geschäftsjahr 2023 um 11 % auf 2.455 Mio. € (2022: 2.767 Mio. €). Die Eigenkapitalquote ist auf 26,5 % gestiegen (2022: 26,4 %).

Rückstellungen sinken um 2 %

Im Geschäftsjahr 2023 sind die Rückstellungen um 2 % auf 813 Mio. € gesunken (2022: 833 Mio. €).

Verbindlichkeiten und sonstige Posten sinken um 13 %

Die Verbindlichkeiten und sonstigen Posten sind im Geschäftsjahr 2023 um 13 % auf 5.997 Mio. € gesunken (2022: 6.875 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die Rückzahlung einer Anleihe im Jahr 2023 zurückzuführen.

Nahezu unveränderter Finanzmittelbestand

Die adidas AG verfügt über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1.864 Mio. € und weitere bilaterale Kreditlinien in Höhe von 889 Mio. €. Darüber hinaus steht der Gesellschaft ein Multi-Currency-Commercial-Paper-Programm in Höhe von 2.000 Mio. € zur Verfügung.

► SIEHE TREASURY

Im Geschäftsjahr 2023 ergab sich bei der adidas AG ein Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von 212 Mio. € (2022: Mittelabfluss von 1.699 Mio. €). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus den gesunkenen Forderungen.

Der Nettomittelzufluss aus der Investitionstätigkeit betrug 104 Mio. € (2022: 2.518 Mio. €). Die Reduzierung ist insbesondere auf niedrigere Dividendeneinnahmen zurückzuführen.

Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 323 Mio. € (2022: 2.223 Mio. €). Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit ist im Wesentlichen auf die Dividendenzahlung und Zinszahlungen zurückzuführen.

Infolge dieser Entwicklungen verringerte sich der Finanzmittelbestand der adidas AG gegenüber dem Vorjahr auf 189 Mio. € (2022: 195 Mio. €).

Die adidas AG ist jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Angaben nach § 315a HGB und § 289a HGB sowie erläuternder Bericht

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der adidas AG beläuft sich auf 180.000.000 € (Stand: 31. Dezember 2023), eingeteilt in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien, die rechnerisch jeweils mit 1 € am Grundkapital beteiligt sind. Das Grundkapital und die Anzahl der Aktien haben sich im Geschäftsjahr 2023 nicht verändert. Die Aktien sind voll eingezahlt.

Ein Anspruch der Aktionärinnen auf Verbriefung ihrer Anteile ist gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung grundsätzlich ausgeschlossen, soweit nicht eine Verbriefung nach den Regeln erforderlich ist, die an einer Börse gelten, an der die Aktien zugelassen sind. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur adidas AG als Aktionärin nur, wer entsprechend im Aktienregister eingetragen ist.

Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil der Aktionärinnen am Gewinn der Gesellschaft. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die Rechte und Pflichten der Aktionärinnen ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG.

Zum 31. Dezember 2023 besaß die adidas AG insgesamt 1.450.916 eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft gemäß § 71b AktG keine Rechte zustehen.

► siehe Erläuterung 25

In den USA hat die adidas AG American Depositary Receipts (ADRs) begeben. ADRs sind Hinterlegungsscheine nicht amerikanischer Aktien, die an den US-Börsen anstelle der Originalaktien gehandelt werden. Zwei ADRs entsprechen jeweils einer adidas AG Aktie.

► siehe Unsere Aktie

Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Vertragliche Vereinbarungen mit der adidas AG oder sonstige Vereinbarungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken, sind der Gesellschaft nicht bekannt. Aufgrund des Verhaltenskodexes und interner Vorgaben der adidas AG sowie aufgrund von Art. 19 Abs. 11 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 (Marktmissbrauchsverordnung) bestehen jedoch für Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder und Mitarbeitende beim Kauf und Verkauf von Aktien der adidas AG gewisse Handelsverbote im (zeitlichen) Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Quartalsmitteilungen sowie Halbjahres- und Jahresfinanzberichten.

Beschränkungen des Stimmrechts können ferner aufgrund von Vorschriften des Aktiengesetzes, etwa gemäß § 136 AktG oder für eigene Aktien gemäß § 71b AktG, sowie aufgrund kapitalmarktrechtlicher Vorschriften, insbesondere gemäß §§ 33 ff. WpHG, bestehen.

Die Aktien, die im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms an Mitarbeitende der adidas AG sowie an Mitarbeitende teilnehmender Tochterunternehmen ausgegeben worden sind, unterliegen keinen Veräußerungssperren, soweit nicht lokal anwendbare Vorschriften eine solche Veräußerungssperre vorsehen.

Mitarbeitende, die ihre selbst erworbenen Aktien (Investment-Aktien) für mindestens ein Jahr halten, erhalten anschließend für je sechs Investment-Aktien eine Aktie ohne Zuzahlung (Matching-Aktie), sofern sie zu diesem Zeitpunkt noch adidas Mitarbeitende sind. Soweit Mitarbeitende während der Jahresfrist Investment-Aktien übertragen, verpfänden oder in einer anderen Weise belasten, erlischt die Berechtigung zum Bezug von Matching-Aktien.

Beteiligungen am Grundkapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der adidas AG, die 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten, sind der Gesellschaft nicht mitgeteilt worden und auch ansonsten nicht bekannt.

Aktien mit Sonderrechten

Aktien mit Sonderrechten, insbesondere mit solchen, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

Stimmrechtskontrolle bei Beteiligungen von Mitarbeitenden am Kapital

Mitarbeitende, die Aktien der adidas AG halten, können ihre Kontrollrechte wie andere Aktionär*innen nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung ausüben. Dies gilt auch für die im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms über einen Dienstleister erworbenen Aktien. Ihr Stimmrecht aus diesen Aktien können Mitarbeitende mittelbar oder unmittelbar ausüben.

Ernennung und Abberufung des Vorstands

Die Bestimmung der konkreten Anzahl der Vorstandsmitglieder, ihre Bestellung und Abberufung sowie die Bestellung des Vorstandsvorsitzes erfolgen gemäß § 6 der Satzung und § 84 AktG durch den Aufsichtsrat. Der Vorstand der adidas AG besteht grundsätzlich aus mindestens zwei Personen und zum Bilanzstichtag aus dem Vorstandsvorsitzenden sowie drei weiteren Mitgliedern.

Vorstandsmitglieder dürfen für einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit für jeweils höchstens fünf Jahre ist zulässig.

► siehe Vorstand

Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied bzw. zum Vorstandsvorsitzenden widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, z. B. eine grobe Pflichtverletzung oder ein Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung.

Da die adidas AG den Regelungen des Mitbestimmungsgesetzes (MitbestG) unterliegt, ist für die Bestellung von Mitgliedern des Vorstands, aber auch für deren Abberufung, eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Aufsichtsratsmitglieder erforderlich (§ 31 MitbestG). Kommt eine solche Mehrheit bei der ersten Abstimmung im Aufsichtsrat nicht zustande, so hat der Vermittlungsausschuss einen Vorschlag zu unterbreiten, der andere Vorschläge jedoch nicht ausschließt. Die Bestellung bzw. Abberufung erfolgt dann in einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder. Wird auch dabei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, die erneut einer einfachen Mehrheit bedarf, bei der dem Aufsichtsratsvorsitz jedoch zwei Stimmen zustehen.

Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat in dringenden Fällen das zuständige Gericht auf Antrag ein Vorstandsmitglied zu bestellen (§ 85 Abs. 1 AktG).

Satzungsänderungen

Die Satzung der adidas AG kann gemäß §§ 119 Abs. 1 Nr. 6, 179 Abs. 1 Satz 1 AktG grundsätzlich nur durch einen Beschluss der Hauptversammlung geändert werden. Gemäß § 21 Abs. 3 der Satzung in Verbindung mit § 179 Abs. 2 Satz 2 AktG beschließt die Hauptversammlung der adidas AG über Satzungsänderungen grundsätzlich mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Soweit das Gesetz zwingend eine größere Stimm- oder Kapitalmehrheit vorschreibt, ist diese maßgeblich. Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG in Verbindung mit § 10 Abs. 1 Satz 2 der Satzung beschließen.

Befugnisse des Vorstands

Die Befugnisse des Vorstands sind in §§ 76 ff. AktG in Verbindung mit §§ 7 und 8 der Satzung geregelt. Der Vorstand hat insbesondere die Aufgabe, die adidas AG unter eigener Verantwortung zu leiten und die Gesellschaft gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten.

Befugnisse des Vorstands hinsichtlich Aktienausgabe

Die Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien ergeben sich aus § 4 der Satzung und den gesetzlichen Bestimmungen:

Genehmigtes Kapital

  • Bis zum 6. August 2026 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 50.000.000 €, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/I). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionär*innen auszunehmen.
  • Ebenfalls bis zum 6. August 2026 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Sach- und/oder Bareinlage einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 20.000.000 €, zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/II).# Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionär*innen auszunehmen sowie das Bezugsrecht der Aktionär*innen bei Ausgabe von Aktien gegen Sacheinlage ganz oder teilweise auszuschließen. Ferner kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär*innen ausschließen, soweit die neuen Aktien gegen Bareinlage zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, der den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet; dieser Bezugsrechtsausschluss kann auch im Zusammenhang mit der Einführung der Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse stehen.

Von der Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß dieser Ermächtigung kann jedoch nur soweit Gebrauch gemacht werden, wie der anteilige Betrag der neuen Aktien am Grundkapital zusammen mit dem anteiligen Betrag sonstiger Aktien am Grundkapital, die von der Gesellschaft seit dem 12. Mai 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts auf der Grundlage eines genehmigten Kapitals oder nach Rückerwerb ausgegeben worden sind oder auf die unter Ausschluss des Bezugsrechts ein Umtausch- bzw. Bezugsrecht oder eine Umtausch- bzw. Bezugspflicht durch Options- und/oder Wandelanleihen eingeräumt worden ist, zehn vom Hundert (10 %) des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Eintragung dieser Ermächtigung in das Handelsregister oder – falls geringer – zum jeweiligen Zeitpunkt der Beschlussfassung über die Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt. Der vorstehende Satz gilt nicht für den Bezugsrechtsausschluss für Spitzenbeträge. Das Genehmigte Kapital 2021/II darf nicht zur Ausgabe von Aktien im Rahmen von Vergütungs- oder Beteiligungsprogrammen für Vorstandsmitglieder, Arbeitnehmende oder für Mitglieder von Geschäftsführungsorganen oder Arbeitnehmende von Tochterunternehmen verwendet werden.

► siehe Erläuterung 25

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 12.500.000 € bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022). Das bedingte Kapital dient dem Zweck, den Inhabern bzw. Gläubigern von Schuldverschreibungen, die aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 begeben werden, Options- bzw. Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 12.500.000 Aktien nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen zu gewähren. Bis zum 11. Mai 2027 ist der Vorstand aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 ermächtigt, einmalig oder mehrmals Options- und/oder Wandelanleihen (zusammen ‚Schuldverschreibungen‘) im Gesamtnennbetrag von bis zu 4.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung gegen Bareinlagen zu begeben und für Schuldverschreibungen, die von nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft begeben werden, die Garantie zu übernehmen.

Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär*innen auf die Schuldverschreibungen, sofern dies für Spitzenbeträge erforderlich ist, auszuschließen sowie auch insoweit auszuschließen, sofern und soweit dies zur Einräumung von Bezugsrechten, die Inhabern bzw. Gläubigern von bereits zuvor begebenen Schuldverschreibungen zustehen, erforderlich ist. Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär*innen auch dann auszuschließen, sofern die Schuldverschreibungen gegen Barzahlung begeben werden und der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren hypothetischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet sowie die Anzahl der auszugebenden Aktien 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet.

Auf die vorgenannte 10%-Grenze sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden, sowie auch Aktien, die aufgrund einer während der Laufzeit dieser Ermächtigung auf der Grundlage der Ausnutzung einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend dieser Vorschrift begebenen Schuldverschreibungen auszugeben oder zu gewähren sind. Die Summe der Aktien, die unter Schuldverschreibungen auszugeben sind, welche nach der Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, und der Aktien, die während der Laufzeit der Ermächtigung aus einem genehmigten Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von 10 % zum Zeitpunkt der Eintragung dieser Ermächtigung in das Handelsregister nicht übersteigen.

Unbeschadet des Rechts des Aufsichtsrats, weitergehende Zustimmungserfordernisse festzulegen, bedarf der Vorstand für die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf der Grundlage des Beschlusses der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionär*innen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Vorstand hat von der Ermächtigung der Hauptversammlung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen vom 12. Mai 2022 bislang keinen Gebrauch gemacht.

Befugnisse des Vorstands hinsichtlich Aktienrückkauf

Die Befugnisse des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien ergeben sich aus §§ 71 ff. AktG sowie zum Bilanzstichtag aus der Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 11. Mai 2023. Der Vorstand ist ermächtigt, bis zum 10. Mai 2028 eigene Aktien in Höhe von insgesamt bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden (oder gegebenenfalls des zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Ermächtigung niedrigeren) Grundkapitals zu jedem zulässigen Zweck im Rahmen der gesetzlichen Beschränkungen zu erwerben.

Die Ermächtigung kann durch die Gesellschaft, aber auch durch nachgeordnete Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch von der Gesellschaft oder von einem nachgeordneten Konzernunternehmen beauftragte Dritte, ausgenutzt werden. Der Rückkauf kann über die Börse, mittels einer öffentlichen Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten, eines öffentlichen Kaufangebots oder durch die Einräumung von Andienungsrechten an die Aktionär*innen erfolgen. Die Ermächtigung enthält auch Festlegungen über den höchsten und niedrigsten Gegenwert, der jeweils gewährt werden darf. Die Verwendungszwecke der aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien können dem Beschluss zu Punkt 8 der Tagesordnung der Hauptversammlung vom 11. Mai 2023 entnommen werden. Insbesondere können die Aktien wie folgt verwendet werden:

  • Sie können über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot an alle Aktionär*innen im Verhältnis ihrer Beteiligungsquote veräußert werden; im Falle eines Angebots an alle Aktionär*innen ist das Bezugsrecht für Spitzenbeträge ausgeschlossen. Die Aktien können ferner auch anderweitig gegen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet; der auf die Anzahl der unter dieser Ermächtigung veräußerten Aktien entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals darf 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft nicht überschreiten. Auf die 10%-Grenze ist der anteilige Betrag des Grundkapitals von neuen Aktien, die gegebenenfalls im Zeitraum zwischen dem 11. Mai 2023 und der Veräußerung der Aktien aufgrund eines genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §§ 203 Abs. 1, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG begeben worden sind, anzurechnen. Ebenso anzurechnen ist der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die ausgegeben werden können aufgrund von Schuldverschreibungen mit einem Options- bzw. Wandlungsrecht oder einer Options- bzw. Wandlungspflicht oder einem Aktienlieferungsrecht der Gesellschaft, soweit diese Schuldverschreibungen aufgrund von etwaigen Ermächtigungen gemäß §§ 221 Abs. 4, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG im Zeitraum zwischen dem 11. Mai 2023 und der Veräußerung der Aktien begeben worden sind.
  • Sie können als Gegenleistung zum Zweck des unmittelbaren oder mittelbaren Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Wirtschaftsgütern, insbesondere von Grundbesitz und Rechten an Grundbesitz, oder Forderungen (auch gegen die Gesellschaft) oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen angeboten und übertragen werden.
  • Sie können als Gegenleistung für den Erwerb von gewerblichen Schutzrechten oder Immaterialgüterrechten oder für den Erwerb daran bestehender Lizenzen, auch durch nachgeordnete Konzernunternehmen, angeboten und veräußert werden.
  • Sie können zur Erfüllung von Options- bzw. Wandlungsrechten oder Options- bzw. Wandlungspflichten oder einem Aktienlieferungsrecht der Gesellschaft aus von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begebenen Options- und/oder Wandelanleihen verwendet werden.
  • Sie können im Zusammenhang mit Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen zugunsten von (aktuellen und ehemaligen) Mitarbeitenden der Gesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen sowie zugunsten von (aktuellen und ehemaligen) Organmitgliedern von mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen verwendet werden, wobei die Summe der Aktien 5 % des Grundkapitals nicht übersteigen darf, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch zum Zeitpunkt der Verwendung der Aktien. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die von der Gesellschaft aufgrund dieser Ermächtigung an Mitglieder des Vorstands zur Vergütung in Form einer Aktientantieme verwendet werden.
  • Sie können eingezogen werden, ohne dass dies eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

Die Aktien können ferner als Vergütung in Form einer Aktientantieme an Mitglieder des Vorstands mit der Maßgabe übertragen werden, dass die Übertragung durch den Vorstand erst nach einer Sperrfrist von mindestens vier Jahren zulässig ist. Die Zuständigkeit dafür liegt beim Aufsichtsrat.# Die Summe der Aktien, die auf dieser Grundlage verwendet werden, darf 5 % des Grundkapitals nicht übersteigen, und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung noch zum Zeitpunkt der Verwendung oder Zusage der Aktien. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die auf Grundlage dieser Ermächtigung im Zusammenhang mit Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionär*innen auf eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß der vorstehenden Ermächtigung verwendet werden. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, dass Maßnahmen aufgrund dieser Ermächtigung nur mit seiner Zustimmung oder der Zustimmung eines Aufsichtsratsausschusses vorgenommen werden dürfen.

Der Vorstand ist nach der von der Hauptversammlung am 11. Mai 2023 beschlossenen Ermächtigung ferner befugt, den Aktienerwerb auch unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten, die mit einem Kreditinstitut oder Finanzdienstleistungsinstitut zu marktnahen Konditionen abgeschlossen werden, sowie über ein multilaterales Handelssystem im Sinne von § 2 Abs. 6 Börsengesetz durchzuführen. Die adidas AG ist befugt, Optionen zu erwerben, die das Recht vermitteln, bei Ausübung der Optionen Aktien der Gesellschaft zu erwerben (Call-Optionen), und/oder Optionen zu veräußern, die bei Ausübung zum Erwerb von Aktien verpflichten (Put-Optionen), bzw. eine Kombination aus Call- und Put-Optionen oder andere Eigenkapitalderivate zu verwenden, wenn durch die Optionsbedingungen sichergestellt ist, dass diese Eigenkapitalderivate nur mit Aktien beliefert werden, die ihrerseits unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes erworben wurden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz der wie oben ausgeführten Eigenkapitalderivate sind dabei auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung bestehenden (oder ggf. des zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der Ermächtigung niedrigeren) Grundkapitals beschränkt. Die Laufzeit der Eigenkapitalderivate darf jeweils 18 Monate nicht überschreiten und muss ferner so gewählt sein, dass der Erwerb der Aktien in Ausübung der Eigenkapitalderivate nicht nach dem 10. Mai 2028 erfolgt. Die Ermächtigung zum Erwerb unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sowie über multilaterale Handelssysteme enthält auch Festlegungen über den höchsten und niedrigsten Gegenwert je Aktie, der jeweils gewährt werden darf. Für die Verwendung, den Bezugsrechtsausschluss und die Einziehung von Aktien, die unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten oder über ein multilaterales Handelssystem erworben wurden, gelten die von der Hauptversammlung festgesetzten (vorstehend dargestellten) allgemeinen Regelungen entsprechend. Der Vorstand hat von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien im Geschäftsjahr 2023 keinen Gebrauch gemacht.

Change of Control / Entschädigungsvereinbarungen

Die wesentlichen Vereinbarungen, die Regelungen für den Fall eines Kontrollwechsels (Change of Control) vorsehen, sind die bedeutenden Finanzierungsvereinbarungen der adidas AG. Im Falle eines Kontrollwechsels enthalten diese Vereinbarungen, wie marktüblich, für Kreditgeber/Anleihegläubiger ein Recht zur Kündigung und vorzeitigen Fälligstellung. Mit Mitgliedern des Vorstands sowie Mitarbeitenden wurden keine Vereinbarungen über Entschädigungsleistungen für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen.

Geschäftsentwicklung nach Segmenten

adidas hat sein operatives Geschäft in die folgenden Geschäftssegmente unterteilt: EMEA, Nordamerika, China, Asien-Pazifik und Lateinamerika.

EMEA

In EMEA war der Umsatz im Jahr 2023 auf währungsbereinigter Basis unverändert im Vergleich zum Vorjahr. In Euro ging der Umsatz um 4 % auf 8.235 Mio. € zurück (2022: 8.550 Mio. €). Die währungsbereinigte Entwicklung ist auf ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Performance-Bereich zurückzuführen, hauptsächlich aufgrund des Anstiegs im hohen einstelligen Prozentbereich in der Kategorie Fußball. Gleichzeitig ging der Umsatz im Bereich Lifestyle im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurück, was auf den erheblich niedrigeren Umsatz mit Yeezy Produkten zurückzuführen ist.

Umsatz in EMEA

0 % (währungsbereinigt)

8.235 Mio. €

EMEA im Überblick

in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
Umsatzerlöse 8.235 8.550 –4 % 0%
Bruttomarge 46,4 % 50,5 % –4,1 PP
Segmentbetriebsergebnis 1.280 1.679 –24 %
Operative Marge des Segments 15,5 % 19,6 % –4,1 PP

Die Bruttomarge in EMEA ging um 4,1 Prozentpunkte auf 46,4 % zurück (2022: 50,5 %). Ungünstige Währungsentwicklungen, erheblich höhere Kosten in der Lieferkette und die negativen Auswirkungen höherer Rabatte belasteten die Entwicklung der Bruttomarge und konnten nur teilweise durch eine bessere Preisgestaltung und einen etwas günstigeren Geschäftsmix kompensiert werden. Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit gingen um 5 % auf 2.562 Mio. € zurück (2022: 2.683 Mio. €). Diese Entwicklung ist dem Rückgang der Betriebsgemeinkosten im mittleren einstelligen Prozentbereich zuzuschreiben. Die betrieblichen Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz verringerten sich um 0,3 Prozentpunkte auf 31,1 % (2022: 31,4 %). Das Betriebsergebnis in EMEA lag mit 1.280 Mio. € um 24 % unter dem Vorjahresniveau (2022: 1.679 Mio. €). Aufgrund der niedrigeren Bruttomarge ging die operative Marge um 4,1 Prozentpunkte auf 15,5 % zurück (2022: 19,6 %).

Nordamerika

In Nordamerika ging der Umsatz auf währungsbereinigter Basis um 16 % und in Euro um 19 % auf 5.219 Mio. € zurück (2022: 6.404 Mio. €), da dieser Markt besonders von der konservativen Sell-in-Strategie des Unternehmens zur Reduzierung der hohen Lagerbestände sowie dem erheblich niedrigeren Umsatz mit Yeezy Produkten betroffen war. Der währungsbereinigte Rückgang ist auf niedrigere Umsätze sowohl im Performance- als auch im Lifestyle-Bereich zurückzuführen.

Umsatz in Nordamerika

–16 % (währungsbereinigt)

5.219 Mio. €

Nordamerika im Überblick¹

in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
Umsatzerlöse 5.219 6.404 –19 % –16 %
Bruttomarge 40,1 % 42,9 % –2,8 PP
Segmentbetriebsergebnis 273 988 –72 %
Operative Marge des Segments 5,2 % 15,4 % –10,2 PP

¹ Werte für 2022 aufgrund einer Verschiebung zwischen den Segmenten Latein- und Nordamerika angepasst.

Die Bruttomarge in Nordamerika ging um 2,8 Prozentpunkte auf 40,1 % zurück (2022: 42,9 %). Die erheblich negativen Auswirkungen der gestiegenen Kosten in der Lieferkette und höherer Rabatte konnten nur teilweise durch eine bessere Preisgestaltung und einen günstigeren Geschäftsmix ausgeglichen werden. Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit stiegen um 2 % auf 1.872 Mio. € (2022: 1.831 Mio. €). Diese Entwicklung ist auf den Anstieg der Betriebsgemeinkosten im mittleren einstelligen Prozentbereich zurückzuführen. Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit im Verhältnis zum Umsatz erhöhten sich um 7,3 Prozentpunkte auf 35,9 % (2022: 28,6 %). Das Betriebsergebnis in Nordamerika ging um 72 % auf 273 Mio. € zurück (2022: 988 Mio. €). Infolge der niedrigeren Bruttomarge und der höheren Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit im Verhältnis zum Umsatz verringerte sich die operative Marge um 10,2 Prozentpunkte auf 5,2 % (2022: 15,4 %).

China

Der Umsatz in China stieg auf währungsbereinigter Basis um 8 %. In Euro blieb der Umsatz mit 3.190 Mio. € gegenüber dem Vorjahr stabil (2022: 3.179 Mio. €). Der währungsbereinigte Umsatzanstieg ist einem zweistelligen Wachstum im Bereich Performance zuzuschreiben, das starke Zuwächse in allen Kategorien widerspiegelt. Der Lifestyle-Bereich verzeichnete währungsbereinigt eine Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Starke zweistellige Zuwächse bei Originals und Sportswear wurden teilweise durch den deutlich niedrigeren Umsatz mit Yeezy Produkten aufgehoben.

Umsatz in China

+8 % (währungsbereinigt)

3.190 Mio. €

China im Überblick

in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
Umsatzerlöse 3.190 3.179 0 % 8 %
Bruttomarge 48,7 % 46,7 % 2,0 PP
Segmentbetriebsergebnis 553 322 72 %
Operative Marge des Segments 17,3 % 10,1 % 7,2 PP

Die Bruttomarge in China verbesserte sich um 2,0 Prozentpunkte auf 48,7 % (2022: 46,7 %). Die erheblichen negativen Auswirkungen der gestiegenen Kosten in der Lieferkette konnten durch weniger Rabattaktionen, günstige Währungsentwicklungen und niedrigere Abschreibungen auf Vorräte mehr als ausgeglichen werden. Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit gingen um 14 % auf 1.002 Mio. € zurück (2022: 1.169 Mio. €). Dies ist in erster Linie auf einen Rückgang der Betriebsgemeinkosten im zweistelligen Prozentbereich zurückzuführen. Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit im Verhältnis zum Umsatz verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozentpunkte auf 31,4 % (2022: 36,8 %). Das Betriebsergebnis in China stieg um 72 % auf 553 Mio. € (2022: 322 Mio. €). Infolge der höheren Bruttomarge und der niedrigeren Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit im Verhältnis zum Umsatz verbesserte sich die operative Marge um 7,2 Prozentpunkte auf 17,3 % (2022: 10,1 %).

Asien-Pazifik

Der Umsatz in Asien-Pazifik stieg währungsbereinigt um 7 % und in Euro um 1 % auf 2.254 Mio. € (2022: 2.241 Mio. €). Auf währungsbereinigter Basis wurde diese Entwicklung durch ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in der Performance-Kategorie getrieben, das Zuwächse in allen Kategorien widerspiegelt. Der Umsatz im Lifestyle-Bereich stieg ebenfalls im hohen einstelligen Prozentbereich aufgrund starker zweistelliger Zuwächse bei Originals und Basketball.

Umsatz in Asien-Pazifik

+7 % (währungsbereinigt)

2.254 Mio. €

Asien-Pazifik im Überblick

in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
Umsatzerlöse 2.254 2.241 1 % 7 %
Bruttomarge 47,0 % 45,9 % 1,1 PP
Segmentbetriebsergebnis 559 467 19 %
Operative Marge des Segments 24,8 % 20,8 % 4,0 PP
€ 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
Umsatzerlöse 2.254 2.241 1 % 7 %
Bruttomarge 53,5 % 52,9 % 0,6 PP
Segmentbetriebsergebnis 472 486 –3 %
Operative Marge des Segments 20,9 % 21,7 % –0,7 PP

Die Bruttomarge in Asien-Pazifik verbesserte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 53,5 % (2022: 52,9 %). Dies ist in erster Linie auf eine erheblich bessere Preisgestaltung, einen günstigeren Geschäftsmix und weniger Rabattaktionen zurückzuführen. Gleichzeitig belasteten ungünstige Währungsentwicklungen und gestiegene Kosten in der Lieferkette die Entwicklung der Bruttomarge erheblich.

Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit stiegen um 4 % auf 749 Mio. € (2022: 721 Mio. €). Diese Entwicklung ist auf einen Anstieg der Betriebsgemeinkosten im hohen einstelligen Prozentbereich zurückzuführen. Die betrieblichen Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz erhöhten sich um 1,1 Prozentpunkte auf 33,2 % (2022: 32,2 %).

Das Betriebsergebnis in Asien-Pazifik verringerte sich um 3 % auf 472 Mio. € (2022: 486 Mio. €). Die operative Marge ging um 0,7 Prozentpunkte auf 20,9 % zurück (2022: 21,7 %), da der Anstieg der Bruttomarge durch höhere betriebliche Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz mehr als aufgehoben wurde.

Lateinamerika

Der Umsatz in Lateinamerika stieg währungsbereinigt um 22 % und in Euro um 9 % auf 2.291 Mio. € (2022: 2.104 Mio. €). Auf währungsbereinigter Basis ist diese Entwicklung auf ein starkes zweistelliges Umsatzwachstum sowohl bei Performance als auch Lifestyle zurückzuführen. Fast alle Kategorien verzeichneten Zuwächse im starken zweistelligen Prozentbereich.

Umsatz in Lateinamerika +22 % (währungsbereinigt) 2.291 Mio. €

Lateinamerika im Überblick¹ in Mio. € 2023 2022 Veränderung Veränderung (währungs bereinigt)
Umsatzerlöse 2.291 2.104 9 % 22 %
Bruttomarge 45,6 % 47,4 % –1,8 PP
Segmentbetriebsergebnis 482 473 2 %
Operative Marge des Segments 21,0 % 22,5 % –1,5 PP

¹ Werte für 2022 aufgrund einer Verschiebung zwischen den Segmenten Latein- und Nordamerika angepasst.

Die Bruttomarge in Lateinamerika ging um 1,8 Prozentpunkte auf 45,6 % zurück (2022: 47,4 %). Während eine bessere Preisgestaltung einen deutlich positiven Effekt auf die Margenentwicklung hatte, wirkten sich deutlich negative Währungseffekte, höhere Rabatte und gestiegene Kosten in der Lieferkette negativ auf die Entwicklung der Bruttomarge in der Region aus.

Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit stiegen um 6 % auf 564 Mio. € (2022: 534 Mio. €). Diese Entwicklung spiegelt einen Anstieg sowohl der Marketingaufwendungen als auch der Betriebsgemeinkosten wider. Die Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit im Verhältnis zum Umsatz sanken hingegen um 0,8 Prozentpunkte auf 24,6 % (2022: 25,4 %).

Das Betriebsergebnis in Lateinamerika stieg um 2 % auf 482 Mio. € (2022: 473 Mio. €). Aufgrund der niedrigeren Bruttomarge ging die operative Marge um 1,5 Prozentpunkte auf 21,0 % zurück (2022: 22,5 %).

Ausblick

Für das Jahr 2024 gehen wir davon aus, dass makroökonomische Herausforderungen und geopolitische Spannungen weiter bestehen werden. Während sich dies negativ auf die Verbraucherstimmung und die Kaufkraft auswirken kann, sollte die globale Sportartikelbranche von den sportlichen Großereignissen des Jahres 2024 profitieren.

Vor diesem Hintergrund planen wir dieses Jahr eine Rückkehr zum Umsatzwachstum und gehen davon aus, dass der währungsbereinigte Umsatz 2024 im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen wird. Diese Umsatzprognose beinhaltet die Annahme, dass wir den verbleibenden Yeezy Bestand kostendeckend verkaufen werden. Dies würde im Jahr 2024 zu einem Umsatz von rund 250 Mio. € führen, aber keinen Beitrag zum Betriebsergebnis leisten. Dem stehen der Umsatz mit Yeezy Produkten in Höhe von rund 750 Mio. € sowie ein Gewinn in Höhe von rund 300 Mio. € im Jahr 2023 gegenüber.

Den Prognosen zufolge werden ungünstige Währungseffekte auch im Jahr 2024 die Profitabilität des Unternehmens erheblich belasten, da zu erwarten ist, dass sie sich sowohl auf den ausgewiesenen Umsatz als auch auf die Entwicklung der Bruttomarge negativ auswirken werden.

Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren – der erwarteten Währungsumrechnungs- und transaktionsbedingten Belastungen sowie der aktuellen Yeezy Prognose – geht adidas für das Geschäftsjahr 2024 von einem positiven Betriebsergebnis von rund 500 Mio. € aus.

Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf der aktuellen Prognose des Managements zur künftigen Entwicklung unseres Unternehmens beruhen. Der Ausblick basiert auf Einschätzungen, die wir anhand aller uns zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Geschäftsberichts verfügbaren Informationen getroffen haben. Diese Aussagen unterliegen zudem Unsicherheiten, die außerhalb der Kontrollmöglichkeiten des Unternehmens liegen. Sollten die dem Ausblick zugrunde liegenden Annahmen nicht zutreffend sein oder die beschriebenen Risiken oder Chancen eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen (sowohl negativ als auch positiv) deutlich von den in diesem Ausblick getroffenen Aussagen abweichen.

adidas übernimmt keine Verpflichtung, außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Veröffentlichungsvorschriften die in diesem Lagebericht enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen zu aktualisieren.

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Weitere Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums im Jahr 2024¹5

Das Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird sich im Jahr 2024 in Anbetracht der Auswirkungen einer straffen Geldpolitik, der restriktiven Finanzbedingungen und des schwachen Welthandels weiter auf 2,4 % verlangsamen. Trotz sinkender Teuerungsraten bleibt die Inflation in den meisten Industrieländern über den Zielwerten. Daher wird erwartet, dass die Geldpolitik vorerst restriktiv bleiben wird. Zudem werden der Konflikt im Nahen Osten und der anhaltende Krieg in der Ukraine weiterhin die Weltwirtschaft belasten. Während für die Industrieländer ein Wachstum von nur 1,2 % prognostiziert wird, verbessern sich die Bedingungen für die Schwellenländer leicht und es wird hier für 2024 ein Wachstum von 3,9 % erwartet. Es bleiben jedoch Abwärtsrisiken in Form einer schwächer als erwarteten Dynamik in großen Volkswirtschaften in China, Nordamerika und Europa bestehen. Darüber hinaus kann eine mögliche Eskalation geopolitischer Konflikte zu einem erneuten Anstieg der Energiepreise führen und die Verbrauchernachfrage weiter dämpfen. Schließlich bleiben mögliche Störungen der Lieferkette und klimabedingte Katastrophen Anlass zur Sorge für die Weltwirtschaft.

Sportartikelbranche wird 2024 von großen Events profitieren

Nachdem sich die globale Sportartikelbranche im Jahr 2023 widerstandsfähig gezeigt hat, wird sie 2024 von sportlichen Großereignissen profitieren, wie der UEFA EURO 2024 in Deutschland, der CONMEBOL Copa América 2024 und den Olympischen Spielen in Paris. Gleichzeitig werden bestehende globale Trends wie ‚Athleisure‘, die zunehmende sportliche Betätigung und ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein weiterhin das Wachstum der Branche unterstützen. Innovative Performance- und Lifestyle-Produkte begeistern die Konsument*innen sowohl im physischen Einzelhandel als auch über digitale Kanäle. Daher ist zu erwarten, dass die Sportartikelbranche langfristig attraktiv bleiben wird.

Die Branche sieht sich jedoch auch im Jahr 2024 einigen Herausforderungen gegenüber. Während die meisten Märkte weltweit zu gesünderen Lagerbeständen zurückgekehrt sind, wird Nordamerika voraussichtlich, vor allem in der ersten Jahreshälfte 2024, weiterhin mit Überbeständen zu kämpfen haben. Zudem werden sich die hohen Inflationsraten und Zinssätze negativ auf die Ersparnisse der Haushalte auswirken und die Kaufkraft schmälern. Darüber hinaus können eskalierende geopolitische Konflikte – trotz der gestiegenen Resilienz der Lieferketten in den letzten Jahren – zu globalen Handelsstörungen führen.

Ausblick für 2024 2023 Ausblick 2024
Umsatz 21.427 Mio. € Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich¹
Betriebsergebnis 268 Mio. € rund 500 Mio. €
Durchschnittliches operatives kurzfristiges Betriebskapital in % der Umsatzerlöse 25,7 % Erreichen eines Werts zwischen 23 % und 24 %
Investitionen² 504 Mio. € Erreichen eines Werts von rund 600 Mio. €

¹ Währungsbereinigt.
² Ohne Akquisitionen und Leasing.

Währungsbereinigter Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich für 2024 erwartet

Für das Jahr 2024 wird davon ausgegangen, dass makroökonomische Herausforderungen und geopolitische Spannungen weiter anhalten werden. Vor diesem Hintergrund planen wir die Rückkehr zu Umsatzwachstum, indem wir erfolgreiche Produktfamilien ausbauen, neue hervorbringen und unser deutlich verbessertes, breiteres und umfassenderes Produktsortiment optimal nutzen. Bessere Beziehungen zu Einzelhändlern, wirkungsvollere Marketinginitiativen und die Aktivitäten des Unternehmens rund um sportliche Großereignisse werden ebenfalls zur Umsatzsteigerung beitragen. Infolgedessen erwarten wir für 2024 einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Diese Umsatzprognose basiert auf der Annahme, dass wir die verbleibenden Yeezy Bestände kostendeckend verkaufen werden, was zu einem Umsatz von rund 250 Mio. € im Jahr 2024 führen würde. Dem stehen Umsätze mit Yeezy Produkten in Höhe von rund 750 Mio. € im Jahr 2023 gegenüber. Ohne die Yeezy Verkäufe in beiden Jahren spiegelt die Umsatzprognose einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich im zugrunde liegenden adidas Geschäft wider. Wir gehen davon aus, dass sich die Umsatzentwicklung im Laufe des Jahres beschleunigen wird, da das Wachstum in der ersten Jahreshälfte noch durch unsere Initiativen zum Abbau der hohen Lagerbestände auf dem nordamerikanischen Markt beeinträchtigt wird. Für die zweite Jahreshälfte prognostizieren wir einen Anstieg des zugrunde liegenden adidas Geschäfts im zweistelligen Prozentbereich.# Signifikanter währungsbereinigter Umsatzanstieg in fast allen Marktsegmenten

Der währungsbereinigte Umsatz im zugrunde liegenden adidas Geschäft wird den Prognosen zufolge in allen Märkten signifikant steigen, mit Ausnahme von Nordamerika. In diesem Markt erwarten wir für 2024 auf währungsbereinigter Basis einen Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dies ist hauptsächlich auf unseren fortlaufenden disziplinierten Sell-in an den Großhandel in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen und ist Bestandteil unserer Initiativen zum Abbau der hohen Lagerbestände in diesem Markt. Im Gegensatz dazu erwarten wir im Jahr 2024 für China und Lateinamerika Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich im zugrunde liegenden Geschäft. Für Europa, Emerging Markets und Japan/Südkorea rechnen wir mit einem Zuwachs auf währungsbereinigter Basis jeweils im hohen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr.

Positives Betriebsergebnis in Höhe von rund 500 Mio. € erwartet

Den Prognosen zufolge werden ungünstige Währungseffekte im Jahr 2024 die Profitabilität des Unternehmens erheblich belasten, da zu erwarten ist, dass sie sich sowohl auf den ausgewiesenen Umsatz als auch auf die Entwicklung der Bruttomarge negativ auswirken werden. Unter Berücksichtigung der erwarteten währungsumrechnungs- sowie transaktionsbedingten Belastungen rechnen wir für das Geschäftsjahr 2024 mit einem positiven Betriebsergebnis von rund 500 Mio. €. Während wir unsere Investitionen in Marketing und Vertrieb weiter steigern werden, werden das Umsatzwachstum und die sich verbessernde Bruttomarge den Prognosen zufolge die Gewinnentwicklung im Jahr 2024 vorantreiben. Da wir derzeit davon ausgehen, dass der Verkauf der verbleibenden Yeezy Bestände kostendeckend erfolgt, wird der geplante Verkauf der Produkte voraussichtlich keine Auswirkungen auf das Betriebsergebnis des Unternehmens in diesem Jahr haben.

Durchschnittliches operatives kurzfristiges Betriebskapital im Verhältnis zum Umsatz verringert sich voraussichtlich

Das durchschnittliche operative kurzfristige Betriebskapital im Verhältnis zum Umsatz hat sich im Laufe des Jahres 2023 erhöht. Dies spiegelt den leichten Anstieg des durchschnittlichen operativen kurzfristigen Betriebskapitals sowie den niedrigeren Umsatz im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr wider. Unser Fokus im Jahr 2024 wird die Verbesserung des durchschnittlichen kurzfristigen Betriebskapitals sowie die Rückkehr zu Umsatzwachstum sein. Basierend darauf gehen wir davon aus, dass 2024 das durchschnittliche operative kurzfristige Betriebskapital im Verhältnis zum Umsatz auf ein Niveau zwischen 23 % und 24 % zurückgehen wird.

Investitionsausgaben in Höhe von rund 600 Mio. €

Wir werden weiter in unser Geschäft investieren, aber gleichzeitig unsere Ausgaben an die finanzielle und operative Situation des Unternehmens anpassen. Demzufolge rechnen wir im Jahr 2024 mit Investitionsausgaben in Höhe von rund 600 Mio. €.

Management schlägt Dividendenzahlung in Höhe von 0,70 € je Aktie vor

Vorstand und Aufsichtsrat der adidas AG werden der Hauptversammlung am 16. Mai 2024 eine konstante Dividende in Höhe von 0,70 € je dividendenberechtigte Aktie vorschlagen (2023: 0,70 €). Dies entspricht einer Gesamtausschüttung in Höhe von 125 Mio. € analog zum Vorjahr (2023: 125 Mio. €). Der Vorschlag spiegelt die besser als erwarteten Ergebnisse im Übergangsjahr 2023, das robuste Finanzprofil des Unternehmens sowie den zuversichtlichen Ausblick des Managements auf das laufende Geschäftsjahr wider. Das Unternehmen plant künftig, zu seiner Dividendenpolitik zurückzukehren, die vorsieht, den Aktionär*innen zwischen 30 % und 50 % des Gewinns aus fortgeführten Geschäftsbereichen auszuzahlen.

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Risiko- und Chancenbericht

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und nachhaltig erfolgreich zu sein, geht adidas Risiken bewusst ein. Dabei versuchen wir stets, sich bietende Chancen frühzeitig zu erkennen und zu ergreifen. Unsere Grundsätze und unser System für das Risiko- und Chancenmanagement stellen sicher, dass wir unsere Geschäftstätigkeit in einem gut kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben können.

Grundlagen des Risiko- und Chancenmanagements

Hauptziel des Risiko- und Chancenmanagements ist es, innerhalb eines chancenorientierten und gleichzeitig risikobewussten Handlungsbereichs den Geschäftserfolg zu fördern und die Unternehmensfortführung zu gewährleisten. Die Richtlinie zum Risikomanagement (‚Enterprise Risk Management Policy‘) legt sowohl die Grundsätze, Verfahren, Instrumente, Risikobereiche und Verantwortlichkeiten innerhalb des Unternehmens als auch die Anforderungen an die Berichterstattung sowie die Kommunikationspflichten fest. Risiko- und Chancenmanagement ist eine unternehmensweite Aufgabe, in die wichtige Erkenntnisse sowohl des Vorstands als auch des Managements auf Ebene unserer globalen und lokalen Geschäftseinheiten und -funktionen einfließen. Wir verstehen Risiken als das potenzielle Eintreten eines internen oder externen Ereignisses (bzw. einer Folge von Ereignissen), welches das Erreichen unserer Geschäfts- oder Finanzziele negativ beeinflussen kann. Chancen definieren wir als das potenzielle Eintreten eines internen oder externen Ereignisses (bzw. einer Folge von Ereignissen), welches das Erreichen unserer Geschäfts- oder Finanzziele positiv beeinflussen kann.

Risiko- und Chancenmanagementsystem

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem, durch das ein umfassendes und einheitliches Management sämtlicher relevanter Risiken und Chancen sichergestellt wird. Die zentrale Risikomanagementabteilung hat die Aufgaben der Steuerung, Umsetzung und Weiterentwicklung des Risiko- und Chancenmanagementsystems und ist im Auftrag des Vorstands für den zentral gesteuerten Risiko- und Chancenmanagementprozess verantwortlich. Der Aufsichtsrat ist dafür zuständig, die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems zu überwachen, was durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats durchgeführt wird. Unsere interne Revisionsabteilung (Internal Audit), die unabhängig von allen anderen Unternehmensbereichen arbeitet, gibt gegenüber Vorstand und Prüfungsausschuss regelmäßig eine objektive Einschätzung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risiko- und Chancenmanagementsystems des Unternehmens ab. Zusätzlich schließt unsere interne Revisionsabteilung im Rahmen ihrer regulären Prüfungstätigkeit von ausgewählten Tochterunternehmen und Unternehmensfunktionen auch die Wirksamkeit von Risikomanagementprozessen und die Einhaltung der Vorschriften der Richtlinie zum Risikomanagement in den jährlichen Prüfungsumfang ein.

Unser Risiko- und Chancenmanagementsystem beruht auf Rahmenwerken für unternehmensweites Risikomanagement und interne Kontrollsysteme, die vom Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) entwickelt und veröffentlicht wurden. Darüber hinaus haben wir unser Risiko- und Chancenmanagementsystem an die Struktur sowie die Kultur von adidas angepasst. In diesem System werden Risiken und Chancen identifiziert, bewertet, gesteuert, systematisch berichtet und überwacht. Darüber hinaus wenden wir ein quantitatives Konzept für die Risikotragfähigkeit und den Risikoappetit an. Die Risikotragfähigkeit ist eine liquiditätsbasierte Kennzahl und beschreibt das Höchstmaß an Risiko, welches die adidas AG tragen kann, ohne von einer Insolvenz bedroht zu sein. Der Risikoappetit bezieht sich auf das Höchstmaß an Risiko, das das Unternehmen eingehen will, und leitet sich aus den Liquiditätszielen des Unternehmens ab.

Risiko- und Chancenmanagementsystem

Unser Risiko- und Chancenmanagementprozess besteht aus den folgenden Schritten:

  • Risiko- und Chancenidentifikation: Wir überwachen fortlaufend sowohl das gesamtwirtschaftliche Umfeld und die Entwicklungen in der Sportartikelindustrie als auch unsere internen Prozesse, um Risiken und Chancen so früh wie möglich zu identifizieren. Halbjährlich führt die zentrale Risikomanagementabteilung eine Befragung des Senior Managements sowie ausgewählter Personen des mittleren Managements durch und stellt so eine effektive Bottom-up-Identifikation von Risiken und Chancen sicher. Die zentrale Risikomanagementabteilung hat des Weiteren 25 Kategorien definiert, die bei der systematischen Identifikation von Risiken und Chancen unterstützen sollen. Zudem greift adidas im Identifikationsprozess der Risiken und Chancen auf verschiedene Instrumente zurück, beispielsweise auf die primäre qualitative und quantitative Marktforschung. Dazu zählen z. B. Trendscouting, Konsumentenbefragungen und Erfahrungswerte unserer Geschäftspartner. Unterstützt wird dies durch weltweite Markt- und Wettbewerbsanalysen. Mit diesem Prozess versuchen wir, die Märkte, Kategorien, Zielgruppen und Produkte zu ermitteln, die uns sowohl lokal als auch global zukünftig die größten Wachstumschancen bieten. Zugleich konzentrieren sich unsere Analysen auf die Bereiche, in denen Risiken durch Marktsättigung, zunehmenden Wettbewerb oder durch sich wandelnde Vorlieben der Konsument*innen bestehen. Darüber hinaus berücksichtigen wir Themen im Zusammenhang mit Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten in unserem gesamten Identifizierungsprozess sowie in den darauffolgenden Prozessschritten. Unsere Risiko- und Chancenidentifikation ist jedoch nicht nur auf externe Risikofaktoren oder Chancen beschränkt, sondern betrachtet auch interne Aspekte wie Unternehmenskultur, Prozesse, Projekte, Personal- oder auch Compliance-Themen.
  • Risiko- und Chancenbewertung: Wir beurteilen die identifizierten Risiken und Chancen einzeln anhand einer systematischen Bewertungsmethode. Diese ermöglicht neben einer angemessenen Prioritätensetzung auch eine angemessene Zuweisung von Ressourcen.# Risiko- und Chancenbewertung

Die Risiko- und Chancenbewertung fällt in den Zuständigkeitsbereich der zentralen Risikomanagementabteilung, die beim Bewertungsprozess von Fachexpert*innen unterstützt und beraten wird und darüber hinaus auch externe und interne Daten verwendet. Zudem führt die zentrale Risikomanagementabteilung mit den Vorstandsmitgliedern und obersten Führungskräften eine Bewertung der relevantesten Risiken und Chancen durch. Nach unserer Methode werden Risiken und Chancen anhand zweier Dimensionen bewertet: der möglichen Auswirkung und der Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Auswirkung. Gemäß dieser Bewertung teilen wir Risiken und Chancen in drei Kategorien ein: gering, moderat und groß.

Bei der Bewertung der möglichen Auswirkung unterscheiden wir fünf Kategorien: marginal, niedrig, mittel, hoch und signifikant. Diese Kategorien repräsentieren finanzielle oder äquivalente nichtfinanzielle Größen. Die finanziellen Größen basieren auf dem potenziellen Einfluss auf Gewinn und Cashflow des Unternehmens. Zu den eingesetzten nichtfinanziellen Größen zählen das Ausmaß der Beeinträchtigung von Reputation und Markenimage des Unternehmens sowie seiner Attraktivität als Arbeitgeber. Außerdem können das Ausmaß eines Personenschadens und das Ausmaß rechtlicher Konsequenzen sowohl für das Unternehmen als auch für handelnde Einzelpersonen berücksichtigt werden.

Wahrscheinlichkeit bezeichnet die Möglichkeit, dass ein bestimmtes Risiko bzw. eine bestimmte Chance eintritt und eine Auswirkung in der genannten Höhe hat. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für einzelne Risiken und Chancen wird auf einer Prozentskala bewertet und ebenfalls in fünf Kategorien aufgeteilt.

Bewertungskategorien der Risiken

1 Basierend auf Gewinn und Cashflow.

Bei der Risiko- und Chancenbewertung wird zusätzlich berücksichtigt, wie schnell ein Risiko bzw. eine Chance eintreten kann (,Velocity‘). Wir unterscheiden dabei, in welchem Geschäftsjahr Risiken und Chancen eintreten könnten. Bei der Risikobewertung betrachten wir sowohl das Brutto- als auch das Nettorisiko. Das Bruttorisiko stellt dabei das inhärente Risiko vor risikomindernden Maßnahmen dar. Das Nettorisiko bezeichnet das verbleibende Risiko nach Umsetzung sämtlicher risikomindernder Maßnahmen. Dieser Ansatz ermöglicht einerseits ein umfassendes Verständnis dafür, welchen Einfluss risikomindernde Maßnahmen haben, und bildet andererseits die Grundlage für Szenarioanalysen. Unsere Risikoeinschätzung in diesem Bericht spiegelt ausschließlich das Nettorisiko wider.

Wir messen jährlich die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen ausgewählter eingetretener Risiken und Chancen im Vergleich zur ursprünglichen Bewertung (,Back-Testing‘). Auf diese Weise stellen wir eine stetige Überprüfung der Genauigkeit der Risiko- und Chanceneinschätzung innerhalb des Unternehmens sicher und können aus den gewonnenen Erkenntnissen die Bewertungsmethoden ständig verbessern.

Zur Bewertung ihres potenziellen Einflusses werden alle Chancen hinsichtlich Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und möglicher damit verbundener Risiken untersucht. Diesen Ansatz verfolgen wir auf Unternehmens- sowie auf Markt- und Markenebene sowohl bei langfristigen strategischen Chancen als auch bei eher kurzfristigen taktischen und opportunistischen Initiativen. Anders als bei der Risikobewertung existiert bei der Chancenbewertung nur die Nettoperspektive.

Um das Risiko- und Chancenportfolio (d.h. die aggregierte Risikoposition) des Unternehmens zu bestimmen, aggregieren wir Risiken und Chancen mithilfe einer stochastischen Simulation (Monte-Carlo-Simulation), wobei wir Interdependenzen einzelner Risiken und Chancen berücksichtigen.

Hinsichtlich der Beurteilung des Fortbestandes des Unternehmens vergleichen wir das Risiko- und Chancenportfolio für 2024 mit der vom Unternehmen definierten Risikotragfähigkeit und bestimmen die Wahrscheinlichkeit, mit der das Gesamtrisiko die Risikotragfähigkeit übersteigt. Um festzustellen, ob unser Rating gefährdet ist, vergleichen wir das Risiko- und Chancenportfolio für 2024 mit dem definierten Risikoappetit und bestimmen die Wahrscheinlichkeit, mit der das Gesamtrisiko den Risikoappetit übersteigt.

Risiko- und Chancensteuerung

Risiken und Chancen werden gemäß den Grundsätzen des Risiko- und Chancenmanagements, die in der Richtlinie zum Risikomanagement dargelegt sind, gesteuert. Die Risikoverantwortlichen haben die Aufgabe, in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen geeignete risikomindernde Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. Darüber hinaus müssen die Risikoverantwortlichen eine allgemeine Strategie zum Umgang mit den identifizierten Risiken erarbeiten. Zu diesen Strategien zählen Risikovermeidung, Risikoverringerung mit dem Ziel, die Auswirkung bzw. die Eintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren, Risikotransfer auf Dritte oder Risikoakzeptanz. Die Entscheidung über die Umsetzung der entsprechenden Strategie zur Steuerung des Risikos berücksichtigt auch die Kosten im Verhältnis zum Nutzen etwaiger geplanter risikomindernder Maßnahmen. Die zentrale Risikomanagementabteilung arbeitet eng mit den Risikoverantwortlichen zusammen, um den stetigen Fortschritt geplanter risikomindernder Maßnahmen zu überwachen und darüber hinaus die Wirksamkeit bereits umgesetzter risikomindernder Maßnahmen zu beurteilen.

Abhängig von der in der Risiko- und Chancenbewertung festgelegten Risikoklassifizierung liegt die Entscheidungsbefugnis hinsichtlich Risikoakzeptanz beim Vorstand, bei den obersten Führungskräften, die direkt an ein Vorstandsmitglied berichten, und beim operativen Management auf der nächsten hierarchischen Ebene. Die Entscheidung, als ,bedeutend‘ klassifizierte Risiken zu akzeptieren, ohne zusätzliche risikomindernde Maßnahmen zu ergreifen, kann nur vom gesamten Vorstand getroffen werden. Der Vorstand berücksichtigt in seinem Entscheidungsprozess das Risikoprofil, d.h. das Verhältnis von Risiko- und Chancenportfolio (also die aggregierte Risikoposition des Unternehmens) zu Risikoappetit und Risikotragfähigkeit. Um den Vorstand zu unterstützen, hat die zentrale Risikomanagementabteilung klare Grenzwerte für die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesamtrisikoprofil den Risikoappetit und die Risikotragfähigkeit übersteigt, festgelegt. Der Risikoappetit des Unternehmens darf mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 95 % und die Risikotragfähigkeit mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 99 % nicht überschritten werden.

Risiko- und Chancenüberwachung und -berichterstattung

Ein Ziel unseres Risiko- und Chancenmanagementsystems ist es, die Transparenz von Risiken und Chancen zu erhöhen. Da sowohl Risiken als auch Chancen ständigen Änderungen unterliegen, werden einerseits die Entwicklung und andererseits die Angemessenheit und Effektivität der aktuellen Strategie im Umgang mit Risiken und Chancen von den Risikoverantwortlichen kontinuierlich beobachtet.

Die regelmäßige Risikoberichterstattung erfolgt halbjährlich in einem fünfstufigen Prozess:

  • Die zentrale Risikomanagementabteilung identifiziert Risiken und Chancen (mit einer potenziellen Auswirkung von mehr als 1 Mio. € auf den Gewinn und Cashflow) mithilfe einer Befragung des Senior Managements sowie ausgewählter Personen des mittleren Managements und greift zudem auf verfügbare Informationen zum internen und externen Umfeld des Unternehmens zurück. Die zentrale Risikomanagementabteilung bewertet, konsolidiert und aggregiert die identifizierten Risiken bzw. Chancen (,Bottom-up‘-Bewertung).
  • Anschließend erörtert die zentrale Risikomanagementabteilung die Bewertung der relevantesten Risiken und Chancen mit den Mitgliedern des Vorstands und Führungskräften, die direkt an den Vorstand berichten. Die Vorstandsmitglieder und Führungskräfte validieren die Bewertung der Risiken und Chancen für ihren Verantwortungsbereich (,Top-down‘-Bewertung).
  • Die zentrale Risikomanagementabteilung erstellt einen Bericht für den Gesamtvorstand, der sowohl die Ergebnisse der Bottom-up- als auch der Top-down-Bewertung sowie das Risiko- und Chancenprofil enthält, um auf eine potenzielle Gefährdung des Ratings und des Fortbestands des Unternehmens hinzuweisen. Der Vorstand überprüft den Bericht, erarbeitet eine gemeinsame Sichtweise der Risiken und Chancen und entscheidet, ob Risikoverantwortliche zusätzliche Maßnahmen einleiten sollen.
  • Basierend auf der Entscheidung des Vorstands erstellt die zentrale Risikomanagementabteilung den finalen Risiko- und Chancenbericht, der auch mit der ‚Core Leadership Group‘ (‚CLG‘) geteilt wird.
  • Der Vorstand präsentiert in Zusammenarbeit mit der zentralen Risikomanagementabteilung die finale Risiko- und Chancenbeurteilung dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats.

Im Falle wesentlicher Veränderungen bei zuvor gemeldeten Risiken oder Chancen bzw. neu identifizierter substanzieller Risiken oder Chancen erfolgt die Berichterstattung an den Vorstand auch ad hoc außerhalb der regulären halbjährlichen Risikoberichterstattung. Dies gilt gleichfalls, wenn Sachverhalte identifiziert werden, die aufgrund ihrer Wesentlichkeit einer umgehenden Information an den Vorstand bedürfen. Um die Risikokultur bei adidas weiter zu verbessern, bieten wir allen Beschäftigten ein Training zum Thema Risikomanagement über das unternehmenseigene Intranet an.

Compliance-Management-System (adidas Fair Play)

Für uns ist die Einhaltung der Gesetze sowie interner und externer Vorschriften unerlässlich. Der Vorstand gibt die Richtung vor, und alle Beschäftigten müssen in ihrer Tätigkeit für das Unternehmen ethisch korrekt handeln und Gesetze sowie interne und andere externe Bestimmungen einhalten. Wir sind überzeugt, dass unser ,adidas Fair Play‘ einem Großteil an potenziellen Problemen im Zusammenhang mit Compliance entgegenwirkt. Aus diesem Grund setzen wir spezielle Methoden ein, um eventuelle Probleme zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Dabei ist uns jedoch bewusst, dass selbst das beste Compliance-System nicht alle Verstöße verhindern kann.# Der adidas Chief Compliance Officer verantwortet das Compliance-Management-System (CMS). Wir betrachten Compliance als allumfassendes Thema, das alle Geschäftsbereiche entlang der gesamten Wertschöpfungskette tangiert. Unser zentrales Compliance-Team arbeitet eng mit den regionalen Compliance-Managerinnen und den zuständigen lokalen Compliance-Beauftragten zusammen, um jährlich die wesentlichen Compliance-Risiken systematisch zu beurteilen. Das CMS des Unternehmens basiert auf den OECD-Grund principes zu Corporate Governance. Es bezieht sich auf die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und soll: ─qualitatives und nachhaltiges Wachstum durch gute Corporate Governance unterstützen, ─das Risiko finanzieller Verluste oder Schäden aufgrund von Verstößen reduzieren und mindern, ─den Wert und den Ruf des Unternehmens sowie seiner Marke durch rechts- und richtlinienkonformes Verhalten schützen und weiter stärken, ─Initiativen für Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion unterstützen, indem Belästigung und Diskriminierung bekämpft werden. Der adidas Fair Play Code of Conduct ist auf unserer Website einsehbar und gibt Leitlinien für das Verhalten im Arbeitsalltag vor, die für alle Beschäftigten weltweit und in allen Geschäftsbereichen verpflichtend sind. ¬► adidas-group.com/s/verhaltenskodex ⌐ Der Fair Play Code of Conduct und unser CMS basieren auf drei Säulen: Vorbeugen, Erkennen, Reagieren: ─Vorbeugen: Die Compliance-Abteilung überprüft das Compliance Management System in regelmäßigen Abständen und nimmt gegebenenfalls Aktualisierungen vor. Zusätzlich zu dem oben genannten überarbeiteten Fair Play Code of Conduct unterstützen wir alle Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz. Es erfolgen Kommunikationsmaßnahmen zum Thema Compliance von Führungskräften, und die Compliance-Abteilung stellt im Rahmen des Onboarding-Prozesses sowie in einem regelmäßigen, wiederkehrenden Rhythmus für alle Beschäftigten weltweit verpflichtende Schulungen diesbezüglich bereit. Darüber hinaus bietet die Compliance-Abteilung zusammen mit Partnern auch, wo erforderlich, gezielte Compliance-Präsenz-Seminare für leitende Führungskräfte sowie neu beförderte und rekrutierte leitende Führungskräfte weltweit an, um die Richtungsvorgabe hinsichtlich Compliance durch das obere sowie mittlere Management weiter zu betonen. Die Anzahl der abgeschlossenen Schulungen überwachen wir sorgfältig. Darüber hinaus haben wir die Zusammenarbeit der Compliance-Abteilung mit der internen Revisionsabteilung, der Abteilung für Konzernrichtlinien und interne Kontrollen sowie der zentralen Risikomanagementabteilung weiter gestärkt. ─Erkennen: Um potenzielle Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften oder interne Richtlinien rechtzeitig zu erkennen, verfügt das Unternehmen über Whistleblowing-Verfahren. Beschäftigte können Bedenken im Hinblick auf Compliance-Verstöße intern an ihre Vorgesetzten, den Chief Compliance Officer, die regionalen Compliance-Managerinnen oder lokale Compliance-Beauftragte, die zuständigen Personalmanagerinnen oder, wenn vorhanden, den Betriebsrat bzw. extern über einen unabhängigen vertraulichen Hotline- oder Website-Service melden. Auf Wunsch kann die Kontaktaufnahme hier anonym erfolgen. Die Fair-Play-Hotline und -Website können jederzeit und weltweit kontaktiert werden. Wenn erforderlich, können Dolmetscherinnen hinzugezogen werden. Um alle unsere Standorte weltweit zu erreichen, wird sowohl digital als auch mit Postern auf diese Möglichkeit hingewiesen. Die Maßnahmen des Unternehmens zur Identifikation potenzieller Compliance-Verstöße wurden im Jahr 2023 fortgesetzt. ─Reagieren: Die angemessene und zeitnahe Reaktion auf Compliance-Verstöße ist von zentraler Bedeutung. Der Chief Compliance Officer leitet alle Ermittlungen in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Team regionaler Compliance-Manager*innen sowie einem globalen Netzwerk lokaler Compliance-Beauftragter. Weltweit erfassen, überwachen und berichten wir potenzielle Compliance-Verstöße. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 590 potenzielle Compliance-Verstöße gemeldet und dokumentiert (2022: 521). Von großer Bedeutung ist, dass die Erkenntnisse aus Ermittlungen zu Verstößen aus der Vergangenheit dazu genutzt werden, das CMS fortlaufend zu verbessern. Auf bestätigte Compliance-Verstöße reagieren wir, sofern erforderlich, zeitnah mit angemessenen und effektiven Sanktionsmechanismen, die von Verwarnungen bis hin zur Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses reichen können. Im Jahr 2023 hat die Compliance-Abteilung die Zusammenarbeit mit dem Employee Relations (ER) Team weiter intensiviert und arbeitet mit ihm insbesondere bei Angelegenheiten, die in Zusammenhang mit Belästigung und Diskriminierung stehen, Hand in Hand. Im November 2023 wurde ein neues Case- Management-Tool eingeführt, das sowohl der Compliance-Abteilung als auch ER eine effektive Dokumentation und Bearbeitung von Compliance-Fällen sowie eine detailliertere Berichterstattung über bestimmte Entwicklungen ermöglicht.

Potenzielle Compliance-Verstöße

2023 2022
Finanzwirtschaftliche Verstöße, inklusive Diebstahl 51 48
Dienstvergehen, inklusive Interessenkonflikte und Korruption 17 19
Wettbewerbsrechtliche Vergehen 0 1
Fehlverhalten am Arbeitsplatz 387 326
Andere¹ 135 127

¹ Beinhaltet unter anderem Gehaltsabrechnungsthemen, geistiges Eigentum und Geheimnisverrat.

Meldung von potenziellen Compliance-Verstößen in % 2023 2022
Anonyme Meldung über Hotline 53 55
Nichtanonyme Meldung über Hotline 23 26
Meldung über Compliance Officer und andere 24 18

Der Chief Compliance Officer berichtet dem Vorstand regelmäßig über den weiteren Ausbau des Compliance-Programms sowie über wesentliche Compliance-Fälle. Darüber hinaus berichtet der Chief Compliance Officer auch regelmäßig an den Prüfungsausschuss. Im Jahr 2023 hat der Chief Compliance Officer an vier Sitzungen des Prüfungsausschusses teilgenommen und dabei die Weiterentwicklung des Compliance-Programms, wesentliche Compliance-Fälle sowie andere Themen mit Compliance-Bezug präsentiert. Die Compliance-Abteilung hat außerdem ihren Prozess zur Aufdeckung von Compliance-Risiken überarbeitet und Risiken neu aufgenommen sowie einige Bereiche (wie E-Commerce) klarer erfasst. Zudem wurde die Beschreibung des CMS geschärft.

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess gemäß § 315 Abs. 4 HGB

Das auf das Rechnungswesen bezogene interne Kontroll- und Risikomanagementsystem von adidas stellt einen Prozess dar, der in das unternehmensweit geltende Corporate-Governance-System eingebettet ist. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem zielt darauf ab, die Verlässlichkeit der externen Berichterstattung in angemessener Form sicherzustellen. Dies wird durch die unternehmensweite Einhaltung gesetzlicher Rechnungslegungsvorschriften, insbesondere der International Financial Reporting Standards (IFRS) und interner Konzernbilanzierungsrichtlinien (Finance Manual), gewährleistet. Wir verstehen das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als Prozess, der nach dem Prinzip der Funktionstrennung verschiedene Teilprozesse in den Bereichen Buchhaltung, Controlling, Steuern, Treasury, Planung, Berichtswesen und Recht zur Identifikation, Bewertung, Minderung, Überwachung und Kommunikation von Risiken hinsichtlich der Finanzberichterstattung umfasst. Den eindeutig definierten Teilprozessen sind klare Verantwortlichkeiten zugeordnet. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem dient im ersten Schritt der Identifikation und Bewertung sowie der Begrenzung und Überprüfung von Risiken im Konzernrechnungslegungsprozess, die dem Ziel der internen und externen Regelkonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Das interne Kontrollsystem zur Überwachung der Finanzberichterstattung (Internal Control over Financial Reporting, ICoFR) soll die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung geltender Gesetze und Bestimmungen in angemessener Form sicherstellen. Zur Überwachung der Wirksamkeit von ICoFR erfolgen regelmäßige Überprüfungen rechnungslegungsrelevanter Prozesse durch die Abteilung ,Corporate Internal Audit‘, die sowohl die interne Revisionsabteilung als auch die zentrale Abteilung für interne Kontrollen umfasst. Im Rahmen der Abschlussprüfung zum Jahresende beurteilt zudem der externe Abschlussprüfer die Effektivität ausgewählter interner Kontrollen (einschließlich IT-Kontrollen). Zudem überwacht der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats die Effektivität von ICoFR. Allen Konzerngesellschaften werden verbindlich anzuwendende Konzernbilanzierungsrichtlinien (,Finance Manual‘) vorgegeben. Über das unternehmensweite Intranet sind diese Richtlinien allen in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen Mitarbeitenden zugänglich. Wir aktualisieren die Konzernbilanzierungsrichtlinien regelmäßig in Abhängigkeit von regulatorischen Änderungen und unternehmensinternen Entwicklungen. Resultierende Änderungen der Konzernbilanzierungsrichtlinien werden unverzüglich allen Konzerngesellschaften bekannt gegeben. Durch eindeutige Richtlinien soll der Ermessensspielraum der Mitarbeitenden bei Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten eingeschränkt und somit das Risiko konzernuneinheitlicher Rechnungslegungspraktiken verringert werden. Die Einhaltung der Konzernbilanzierungsrichtlinien soll durch die durchgängige Befolgung des Vieraugenprinzips in den rechnungslegungsrelevanten Prozessen gewährleistet werden. Darüber hinaus bestätigt sowohl die lokale Führungskraft, die in den jeweiligen Konzerngesellschaften für den auf das Rechnungswesen bezogenen Prozess verantwortlich ist, als auch die lokale Geschäftsführung gegenüber dem Konzernrechnungswesen zweimal jährlich schriftlich im Rahmen einer Vollständigkeitserklärung die Einhaltung der Konzernbilanzierungsrichtlinien und der IFRS.# Interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme

Die Buchhaltung der Konzerngesellschaften wird entweder lokal oder vom Bereich Global Business Services durchgeführt. Die in der EDV eingesetzten Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systeme basieren nahezu ausschließlich auf einem unternehmensweit standardisierten SAP-System. Die Einzelabschlüsse werden nach Freigabe durch den Finanzdirektor oder die Finanzdirektorin der jeweiligen Konzerngesellschaft in ein zentrales Konsolidierungssystem, basierend auf SAP Group Reporting, überführt.

Auf Unternehmensebene werden innerhalb des Konzernrechnungswesens und des Controllings die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der von den Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse überprüft. Diese Überprüfungen umfassen automatische Validierungen im System sowie das Erstellen von Berichten und Analysen zur Gewährleistung der Datenintegrität und der Einhaltung der Berichterstattungslogik. Zudem erfolgt eine Analyse der Differenzen zwischen den Finanzdaten des laufenden Jahres und den Vorjahres- bzw. Budgetwerten auf Marktebene. Für die Darstellung selten und nicht routinemäßig auftretender Geschäftsvorfälle werden im Bedarfsfall unabhängige Expertenmeinungen eingeholt.

Nach Sicherstellung der Datenplausibilität beginnt die Durchführung des zentral koordinierten und überwachten Konsolidierungsprozesses, der automatisch in SAP Group Reporting erfolgt. Kontrollen im Rahmen der einzelnen Konsolidierungsschritte, wie der Schulden- oder Aufwands- und Ertragskonsolidierung, erfolgen sowohl manuell als auch systembasiert unter Verwendung automatisch erstellter Konsolidierungsprotokolle. Eventuelle Mängel werden manuell durch eine systematische Abarbeitung der einzelnen Fehler bzw. der Differenzen korrigiert und an die Konzerngesellschaften zurückberichtet. Nach Finalisierung aller Konsolidierungsschritte werden alle Posten der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung hinsichtlich Trends und Varianzen untersucht. Falls nicht anderweitig erläutert, werden identifizierte materielle Abweichungen bei den Konzerngesellschaften hinterfragt.

Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Zugriffsberechtigungen werden regelmäßig überprüft und, falls erforderlich, aktualisiert. Durch die zentrale Steuerung und Überwachung nahezu sämtlicher IT-Systeme sowie durch das zentrale Management von Veränderungsprozessen und mithilfe regelmäßiger Systemsicherungen werden sowohl das Risiko eines Datenverlusts als auch das eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme minimiert.

Des Weiteren umfasst das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem nicht auf das Rechnungswesen bezogene Kontrollen, um hinreichende Sicherheit bezüglich der Effektivität und Effizienz der betrieblichen Abläufe, der Verlässlichkeit der nichtfinanziellen Berichterstattung sowie der Einhaltung geltender Gesetze und Bestimmungen zu erlangen. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem bezüglich nicht auf das Rechnungswesen bezogener Aktivitäten richtet den Fokus auch auf die Identifikation, Bewertung, Minderung, Überwachung und Kommunikation relevanter Risiken. Es ist auch in das unternehmensweit geltende Corporate-Governance-System eingebettet und umfasst diverse Teilprozesse in den Bereichen Brands, Operations (einschließlich Procurement und IT), Sales und Human Resources. Allen Konzerngesellschaften werden verbindlich anzuwendende nicht auf das Rechnungswesen bezogene Richtlinien (,Policy Manual‘) vorgegeben. Über das unternehmensweite Intranet sind diese Richtlinien, die regelmäßig aktualisiert und kommuniziert werden, allen in die verschiedenen Prozesse eingebundenen Mitarbeitenden zugänglich. Die Effektivität der nicht auf das Rechnungswesen bezogenen Kontrollen wird ebenfalls regelmäßig durch die interne Revisionsabteilung sowie die zentrale Abteilung für interne Kontrollen als auch durch die in den jeweiligen Märkten eingebundenen Abteilungen für interne Kontrollen überprüft. Die Berichterstattung zu den Ergebnissen der internen Kontrollen an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats umfasst auch die Effektivität nicht auf das Rechnungswesen bezogener Kontrollen. Wir sind auf keine Sachverhalte gestoßen, die Zweifel an der Angemessenheit und Wirksamkeit des gesamten internen Kontroll- und Risikomanagementsystems begründen würden. Aufgrund der Einschränkungen eines jeden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems kann jedoch keine absolute Sicherheit hinsichtlich der Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme gewährleistet werden.

Erläuterung der Risiken

In diesem Bericht erläutern wir die finanziellen und nichtfinanziellen Risiken, die wir für die Zielerreichung des Unternehmens im Jahr 2024 und darüber hinaus als am relevantesten erachten. Unter Anwendung unserer Bewertungsmethodik sehen wir gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische, regulatorische und Währungsrisiken, Risiken in Bezug auf Konsumentennachfrage und Produktangebot, Risiken im Zusammenhang mit dem Wettbewerbs- und Einzelhandelsumfeld, Risiken in Verbindung mit Steuer- und Zollbestimmungen, Risiken in Verbindung mit Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte, Personalrisiken und IT- und Cybersicherheitsrisiken als bedeutend. Unsere Einschätzung der im Folgenden beschriebenen Risiken ist in der Übersicht der Unternehmensrisiken dargestellt.

Übersicht Unternehmensrisiken

Risikokategorien Mögliche Auswirkung Änderung (Einschätzung 2022) Eintritts- wahrschein lichkeit Änderung (Einschätzung 2022)
Gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische, regulatorische und Währungsrisiken Signifikant 30 % – 50 %
Risiken in Bezug auf Konsumentennachfrage und Produktangebot Signifikant 15 % – 30 %
Risiken im Wettbewerbs- und Einzelhandelsumfeld Signifikant 15 % – 30 % ↓ (30 % – 50 %)
Risiken in Verbindung mit Steuer- und Zollbestimmungen Signifikant 15 % – 30 % ↓ (30 % – 50 %)
Risiken in Verbindung mit Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte Hoch 2022 nicht berichtet 30 % – 50 % 2022 nicht berichtet
Personalrisiken Hoch ↓ (Signifikant) 15 % – 30 %
IT- und Cybersicherheitsrisiken Hoch 15 % – 30 %
Risiken in Verbindung mit Medien- und Stakeholder-Aktivitäten Mittel 30 % – 50 % ↓ (50 % – 85 %)
Geschäftspartnerrisiken Signifikant < 15 %
Compliance-Risiken Signifikant < 15 %
Risiken durch außergewöhnliche externe Störfälle Signifikant < 15 %
Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten Signifikant ↑ (Hoch) < 15 %
Projektrisiken Signifikant ↑ (Hoch) < 15 %

Gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische, regulatorische und Währungsrisiken

Das Wachstum der Sportartikelindustrie ist stark von Konsumausgaben und Konsumentenvertrauen abhängig. Konjunkturell bedingte Rückgänge, Inflation, Turbulenzen an den Finanzmärkten, Wechselkursschwankungen und gesellschaftspolitische Faktoren, wie etwa militärische Auseinandersetzungen (z.B. Ausweitung des Kriegs in der Ukraine oder des Konflikts im Nahen Osten), Regierungswechsel, Bürgerunruhen, Pandemien, Verstaatlichungen, Enteignungen oder Nationalismus, besonders in Regionen, in denen adidas stark vertreten ist, könnten sich daher negativ auf die Geschäftsaktivitäten (bis hin zu einer möglichen Abwicklung von Tochterunternehmen) sowie die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens auswirken.

Währungsrisiken entstehen beispielsweise insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Beschaffung und Verkauf unserer Produkte in unterschiedlichen Währungen in ungleicher Höhe erfolgen. Zudem könnten Währungseffekte aus der Umrechnung von Ergebnissen, die nicht auf Euro lauten, in die funktionale Währung des Unternehmens, den Euro, wesentliche negative Auswirkungen auf die Finanzergebnisse des Unternehmens haben. Darüber hinaus können auch wesentliche Veränderungen im regulatorischen Umfeld, wie etwa Handelsbeschränkungen (z.B. zwischen den USA und China, oder der EU und China), wirtschaftliche und politische Sanktionen, Vorschriften in Bezug auf Produktsicherheit, soziale Aspekte und Menschenrechte, oder Umwelt- und Klimaschutzbestimmungen mögliche Umsatzausfälle oder Kostenerhöhungen nach sich ziehen.

► SIEHE erläuterung 28

Um gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische und regulatorische Risiken zu mindern, strebt adidas eine ausgewogene Verteilung des Umsatzes zwischen den wichtigsten Regionen der Welt, aber auch zwischen entwickelten Märkten und Schwellenländern an. Wir beobachten fortlaufend die gesamtwirtschaftliche, politische und regulatorische Lage in allen unseren wichtigen Märkten, um so potenzielle Problembereiche frühzeitig zu erkennen und unsere Geschäftsaktivitäten entsprechend schnell an veränderte Rahmenbedingungen anpassen zu können. Zu den möglichen Anpassungen zählen eine Verlagerung der Produktion in andere Länder, eine Verlagerung unserer Investitionen in andere, attraktivere Märkte, Änderungen der Produktpreise, Schließungen eigener Läden, eine konservativere Produktbeschaffung, striktes Management des kurzfristigen Betriebskapitals und ein verstärkter Fokus auf Kostenkontrolle.

Um die Risiken im Zusammenhang mit Wechselkursschwankungen zu mindern, unterhalten wir ein zentralisiertes System für das Management von Währungsrisiken. Damit sichern wir den Währungsbedarf für das geplante Beschaffungsvolumen auf rollierender Basis bis zu 24 Monate im Voraus ab. In seltenen Fällen werden Hedges auch über einen Zeitraum von 24 Monaten hinaus abgeschlossen.

► SIEHE treasury

Unter Berücksichtigung der Interessen unserer Stakeholder und indem wir unsere führende Position in der Sportartikelbranche nutzen, bringen wir uns aktiv dabei ein, politische Entscheidungsträger und Behörden bei ihren Bemühungen zu unterstützen, den weltweiten Handel zu liberalisieren und Handelsbeschränkungen abzubauen sowie bedeutende Veränderungen im regulatorischen Umfeld proaktiv zu beeinflussen und sich diesen anzupassen.# Risiken in Bezug auf Konsumentennachfrage und Produktangebot

Damit wir erfolgreich sind, ist es erforderlich, dass wir fortlaufend neue, innovative und nachhaltige Produkte entwickeln. Die Konsumentennachfrage kann sich schnell und unerwartet ändern, insbesondere in den eher modebezogenen Bereichen unseres Geschäfts. Daher besteht für unser Unternehmen das Risiko eines kurzfristigen Umsatzverlusts, wenn wir Änderungen der Konsumentennachfrage nicht vorhersehen oder nicht schnell genug auf Änderungen reagieren. Insbesondere vor dem Hintergrund unseres Fokus auf wesentliche Produktfamilien ist es ein für den Erfolg unserer Marke kritisches Risiko, wenn wir Produkte entwickeln und anbieten, die nicht gut bei unseren Konsumentinnen ankommen. Langfristig noch kritischer wäre es allerdings, wenn wir dauerhaft neue Trends verpassen würden und es nicht schaffen, neue Produktinnovationen erfolgreich auf den Markt zu bringen und mit unserem Produktangebot und unseren Marketingaktivitäten kontinuierlich den Geschmack der Konsumentinnen zu treffen.

Um diese Risiken zu mindern, ist es die zentrale Aufgabe unserer Marken- und Vertriebsorganisationen und speziell der jeweiligen Risikoverantwortlichen, etwaige Veränderungen in der Konsumentennachfrage zu identifizieren und so früh wie möglich darauf zu reagieren. Zu diesem Zweck nutzen wir umfassende primäre und sekundäre Marktforschungsinstrumente, wie in den Erläuterungen zu unserem Risiko- und Chancenidentifikationsprozess dargestellt. Indem wir die Konsumentinnen in den Mittelpunkt unserer Entscheidungen stellen, versuchen wir einerseits, die Markenloyalität zu erhöhen, und andererseits, neue Konsumentinnen zu gewinnen. Wir weiten unsere Konsumentenanalyse kontinuierlich aus, um Veränderungen bei der Nachfrage oder Trends zu erfassen und schnell darauf reagieren zu können. Darüber hinaus helfen uns der direkte Kontakt mit Konsument*innen über unsere eigenen digitalen Kanäle, wie die adidas App, und die direkte Kommunikation mit ihnen über soziale Netzwerke dabei, ihre Vorlieben und ihr Verhalten besser zu verstehen. Dies wiederum hilft, unsere Anfälligkeit gegenüber Nachfrageveränderungen zu reduzieren. Indem wir die Durchverkaufsraten kontinuierlich überwachen und insbesondere bei unseren wichtigen Produktfamilien auf ein konsequentes Produktlebenszyklus-Management achten, können wir das Nachfrageverhalten besser erfassen und ein Überangebot am Markt verhindern. Wir versuchen, Markenattraktivität und Konsumentennachfrage auf einem konstant hohen Niveau zu halten, indem wir unsere Promotion-Partnerschaften effektiv nutzen und die Vorstellung neuer Produkte in unseren Märkten und Vertriebskanälen mit hoher Sorgfalt durchführen. In der Produktentwicklung nutzen wir die Erkenntnisse und Fähigkeiten externer Partner, was uns dabei hilft, unser Produktangebot zu verbessern und die Konsumentennachfrage, die Markenattraktivität, den Marktanteil und die Profitabilität zu stärken.

Risiken im Wettbewerbs- und Einzelhandelsumfeld

Veränderungen im Wettbewerbs- und Einzelhandelsumfeld können den Unternehmenserfolg beeinflussen. adidas ist erheblichen Risiken aufgrund strategischer Allianzen zwischen Wettbewerbern oder Einzelhändlern bzw. vermehrter Geschäftsaktivitäten einiger Einzelhändler mit eigenen Marken und Labels ausgesetzt. Auch der intensive Wettbewerb um Konsument*innen, Produktionskapazitäten und Promotion-Partnerschaften zwischen etablierten Branchenakteuren und neuen Marktteilnehmern stellt ein beträchtliches Risiko für uns dar. Dies kann zu schädlichem Wettbewerbsverhalten wie z.B. anhaltenden Rabattphasen am Markt oder Wettbieten um Promotion-Partnerschaften führen. Sollten wir es versäumen, Konsolidierungstendenzen im Einzelhandel zu erkennen und darauf zu reagieren, könnte dies zu einer erhöhten Abhängigkeit von bestimmten Einzelhandelspartnern, einer schlechteren Verhandlungsposition und folglich zu einer erheblichen Verringerung der Margen führen. Ein anhaltender Preisdruck in unseren Schlüsselmärkten, der durch hohe Lagerbestände noch verstärkt wird (weiterhin relevant für den US-amerikanischen Markt), könnte die Entwicklung von Umsatz und Profitabilität des Unternehmens sowie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Marke gefährden. Aggressives Wettbewerbsverhalten könnte außerdem höhere Marketingkosten und Marktanteilsverluste nach sich ziehen, was wiederum der Profitabilität sowie der Marktposition des Unternehmens schaden kann. Wenn wir es nicht schaffen, unsere Vertriebsstrategie zeitnah an den Wandel im Einzelhandel anzupassen, der einerseits durch eine kontinuierliche Verdrängung des stationären Handels durch digitale Handelsplattformen und andererseits durch eine immer stärkere Verknüpfung des stationären und digitalen Handels gekennzeichnet ist, könnten wir Einbußen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn haben. Ein Rückgang der Attraktivität bestimmter Einkaufsstätten, wie z.B. Einkaufszentren, könnte Umsatzrückgänge sowohl in den Läden unserer Kunden als auch in unseren eigenen Geschäften zur Folge haben und sich darüber hinaus in erhöhten Warenbeständen im Markt, verstärkten Lagerräumungsverkäufen und Margendruck niederschlagen.

Um diese Risiken zu begrenzen, überwachen und analysieren wir kontinuierlich Markt- und Wettbewerberdaten. Dadurch können wir ungünstige Entwicklungen des Wettbewerbsumfelds besser antizipieren, anstatt nur auf sie zu reagieren. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, unsere Vertriebs- und Marketingaktivitäten (z.B. Produkteinführungen oder ausgewählte Preisanpassungen) bei Bedarf frühzeitig anzupassen. Durch fortlaufende und sorgfältige Überwachung einer Vielzahl diverser Indikatoren (z.B. Bestellverhalten, Durchverkaufsraten am Point-of-Sale, durchschnittliche Verkaufspreise, Rabatte oder Anzahl der Ladenbesucher*innen) können wir Veränderungen des Einzelhandelsumfelds erkennen und frühzeitig notwendige Korrekturmaßnahmen umsetzen. So können wir z.B. unsere eigenen Geschäfte modernisieren oder schließen. Wir passen unsere Segmentierungsstrategien kontinuierlich an und stellen so sicher, dass das richtige Produkt am richtigen Point-of-Sale zu einem angemessenen Preis verkauft wird. Indem wir fortlaufend in Forschung und Entwicklung investieren, stellen wir sicher, dass wir innovativ bleiben und uns dadurch von unseren Wettbewerbern abheben. Daneben verfolgen wir die Strategie, langfristige Vereinbarungen mit wichtigen Promotion-Partnern einzugehen. Darüber hinaus zielen unsere Produkt- und Kommunikationsmaßnahmen auf die Erhöhung der Markenattraktivität, die Steigerung der Marktanteile sowie die Stärkung der Marktstellung unserer Marke ab.

Risiken in Verbindung mit Steuer- und Zollbestimmungen

Eine Vielzahl von Gesetzen und Bestimmungen zu Zoll- und Steuerangelegenheiten sowie Änderungen dieser Gesetze und Bestimmungen haben Einfluss auf die weltweiten Geschäftspraktiken von adidas. Verstöße gegen Regelungen in Bezug auf Produkteinfuhren (einschließlich berechneter Zollwerte), unternehmensinterne Transaktionen oder Ertragsteuern können erhebliche Bußgelder, zusätzliche Kosten sowie negative mediale Berichterstattung und damit verbundene Reputationsschäden nach sich ziehen (z.B. im Fall von zu niedrigem Ausweis bzw. zu niedriger Abführung von Ertragsteuern und Zöllen). Änderungen von Zoll- und Steuerbestimmungen können außerdem wesentliche Auswirkungen auf die Beschaffungskosten und Ertragsteuern des Unternehmens haben. Aus diesem Grund werden für eventuelle Auseinandersetzungen mit Zoll- oder Steuerbehörden, in Übereinstimmung mit den einschlägigen Bilanzierungsvorschriften, Rückstellungen gebildet. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage gehen wir vereinzelt von strengeren Vorgehensweisen der Steuer- und Zollbehörden bei Betriebsprüfungen aus, welche die potenzielle Auswirkung sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit derartiger Risiken erhöhen könnten. Im Jahr 2021 wurde sich im ,OECD/G20 Inclusive Framework on Base Erosion and Profit Shifting‘ auf eine Zwei-Säulen-Lösung zur Bewältigung der steuerlichen Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung der Wirtschaft ergeben, geeinigt. Die zweite Säule, zu der auch die Einführung der globalen Mindeststeuer gehört, könnte ab 2024 zu einem höheren als geplanten Ertragsteueraufwand führen.

Wir sind bestrebt, Steuer- und Zollrisiken ausgewogen und im Einklang mit der Betriebsstruktur, der geschäftlichen und wirtschaftlichen Substanz und anderen Geschäftsrisiken zu managen. Um derartigen Risiken proaktiv zu begegnen, greifen wir in der Regel auf die Beratung von spezialisierten und unabhängigen Anwalts- oder Steuerkanzleien zurück, beispielsweise in Spezialgebieten wie Prozessdesign, Transaktionsberatung, Compliance- sowie Steuer- oder Zollprüfungen. Durch etablierte Prozesse stellen wir sicher, dass potenzielle Bereiche, in denen Steuer- oder Zollrisiken bestehen, regelmäßig überprüft werden (z.B. mit einem vierteljährlichen Fragebogen zu Steuerrisiken), und dass die Steuer- und Zollteams in die wesentlichen Geschäftsvorgänge im Unternehmen involviert werden. Unsere Steuer- und Zollteams, Expert*innen für interne Kontrollen und die interne Revision überwachen die Einhaltung unserer globalen Richtlinien für Steuer- und Zollangelegenheiten. Wir beobachten Veränderungen in der Steuer- oder Zollgesetzgebung stets sehr genau, um alle Anforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus wenden wir alle verfügbaren und maßgeblichen Leitfäden von Steuerbehörden oder Organisationen wie der OECD, der Weltzollorganisation und der Welthandelsorganisation an und holen uns, wenn zweckdienlich, Handlungsempfehlungen von einzelnen Behörden wie beispielsweise einen Steuervorbescheid einer zuständigen Steuerbehörde. Des Weiteren ziehen unsere operativen Führungskräfte unsere interne Rechtsabteilung oder die Steuer- und Zollteams hinzu, um angemessene und rechtskonforme Geschäftspraktiken sicherzustellen. Unsere spezialisierten Mitarbeitenden erhalten für ihren Aufgabenbereich adäquate Schulungen.# Mitarbeitende, Risiken und Geschäftspartner

Mitarbeitende, die nicht den Fachbereichen für Steuer- oder Zollangelegenheiten angehören, werden auf potenzielle Steuer- oder Zollthemen ihres Aufgabenbereichs hingewiesen. Zudem arbeiten wir weltweit eng mit Zollbehörden und Regierungen zusammen, um einerseits die Einhaltung von Zoll- und Einfuhrbestimmungen sicherzustellen und andererseits zu gewährleisten, alle für den Import und Export unserer Produkte erforderlichen Zulassungen zu erhalten, um so die Nachfrage bedienen zu können.

► SIEHE nachhaltigkeit

Risiken in Verbindung mit Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte

Unsere Bilanz weist Buchwerte für Geschäfts- oder Firmenwerte aus. Eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung und insbesondere der künftigen Geschäftsaussichten sowie wesentliche Währungsfluktuationen könnten eine Anpassung dieser Buchwerte verbunden mit Wertminderungen erforderlich machen. Zudem könnten höhere Marktzinssätze zu einem Anstieg der Diskontierungssätze führen, die bei unserer Prüfung des Wertminderungsbedarfs bei Geschäfts- und Firmenwerten angewendet werden und Wertminderungen nach sich ziehen. Eine Wertminderung hätte einen rein rechnungslegungs- und nicht zahlungswirksamen Effekt mit Auswirkung auf das Betriebsergebnis des Unternehmens.

► SIEHE ERLäuterung 11

Personalrisiken

Unsere Mitarbeitenden und ihre Fähigkeiten sind für das Erreichen unserer strategischen und finanziellen Ziele von grundlegender Bedeutung. In diesem Zusammenhang sind starkes Führungsverhalten und eine leistungsfördernde Unternehmenskultur für den Unternehmenserfolg unerlässlich. Wenn es uns nicht gelingt, unsere Mitarbeitenden erfolgreich zu führen, innerhalb unserer Belegschaft eine leistungsorientierte Kultur aufrechtzuerhalten, die Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion fördert, und für ein hohes Engagement der Mitarbeitenden zu sorgen, könnte das Erreichen unserer Ziele ebenfalls erheblich beeinträchtigt werden. Eine unausgewogene oder unzureichende Personalausstattung für bestimmte Geschäftsaktivitäten sowie unsachgemäße und unzeitgemäße Durchführung von Umstrukturierungs- und Transformationsinitiativen könnten das Mitarbeiterengagement dämpfen, zu Unterbrechungen der Geschäftsaktivitäten und Ineffizienzen führen und sich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Darüber hinaus besteht weiterhin ein starker Wettbewerb um hoch qualifiziertes Personal. Wenn wir Mitarbeitende in strategisch wichtigen Positionen verlieren und es uns nicht gelingt, hochtalentierte und für die speziellen Bedürfnisse unseres Unternehmens geeignete Mitarbeitende zu identifizieren, einzustellen und zu halten, können Risiken für die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens bestehen.

Um sicherzustellen, dass wir eine Kultur pflegen, die Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion fördert, ergreifen wir zahlreiche Maßnahmen. Durch verschiedene Programme werden Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion in unseren Einstellungsprozess integriert. Der adidas ‚Global DEI Council‘ setzt sich für eine stärkere Repräsentation, Bindung und Förderung von Talenten mit diversen Hintergründen in unserer weltweiten Belegschaft ein. Unsere Mitarbeitenden nehmen auch an globalen Weiterbildungsprogrammen teil, die sich den Themen Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion widmen. Um erfolgreiche Mitarbeiterführung im gesamten Unternehmen zu gewährleisten, bieten wir unseren Mitarbeitenden auf verschiedensten Hierarchiestufen in unseren Märkten und Funktionsbereichen zahlreiche Programme zur Entwicklung von Führungsqualitäten an. Um Personalbestand und Personalausstattung zu optimieren (d.h. um sicherzustellen, dass die jeweiligen Rollen durch die richtigen Mitarbeitenden mit den passenden Kompetenzen zur richtigen Zeit besetzt sind), passen wir die Ressourcenallokation bei Bedarf an die Geschäftsentwicklung, das wirtschaftliche Umfeld und die strategischen Prioritäten des Unternehmens an. Um Umstrukturierungs- und Transformationsinitiativen zu erleichtern, bieten wir Änderungsaktivierungen mit unseren Führungskräften und Beratung im Bereich Organisationsdesign an. Wir investieren fortlaufend in die Verbesserung unseres Personalmarketings und haben eine globale Personalbeschaffungsabteilung eingerichtet, um unseren Service und unsere Kompetenzen bei interner und externer Mitarbeiterrekrutierung zu verbessern. Unser weltweites Programm zur Nachfolgeregelung ermöglicht uns, immer eine Auswahl interner Talente zu haben, die für wichtige Führungspositionen infrage kommen, und verringert so das Nachfolgerisiko.

IT- und Cybersicherheitsrisiken

Diebstahl, eine ungewollte Veröffentlichung, Manipulation oder fehlende Verfügbarkeit wichtiger Informationen (z.B. Konsumentendaten, Mitarbeiterdaten, Produktdaten) und Informationssysteme könnten unseren Ruf schädigen, Strafmaßnahmen nach sich ziehen und dazu führen, dass wichtige Geschäftsprozesse nicht mehr adäquat funktionieren. Wichtige Geschäftsabläufe sind von IT-Systemen abhängig – vom Produktmarketing über die Bestell- und Lagerverwaltung bis hin zu Rechnungsbearbeitung, Kundenservice und Finanzberichterstattung. Schwerwiegende System- oder Anwendungsausfälle oder Bedrohungen der Informationssicherheit in unserer Infrastruktur oder der unserer Geschäftspartner könnten zu Reputationsschäden, behördlichen Strafen oder gravierenden Geschäftsunterbrechungen führen oder eine negative Auswirkung auf wesentliche Daten haben.

Um diese Risiken zu mindern, führt unsere Abteilung für Informationssicherheit proaktiv vorbeugende Systemwartungen durch, erarbeitet Service-Kontinuitätspläne und stellt die Einhaltung von IT-Informationssicherheitsrichtlinien (gemäß NIST 800-53 Framework) und die kontinuierliche Durchführung eines umfangreichen Informationssicherheitsprogramms im Sinne einer ,Zero-Trust‘-Strategie sicher. Der Entwurf einer Informationssicherheitsarchitektur, Anwendungssicherheit, Governance, Datensicherheit, Programme zur Sensibilisierung unserer Mitarbeitenden und eine rund um die Uhr stattfindende Reaktion auf Vorfälle helfen uns dabei, das Unternehmen angemessen zu schützen. Wir haben uns außerdem in einem begrenzten Umfang gegen Schäden aus Angriffen auf unsere Informationssicherheit versichert.

Risiken in Verbindung mit Medien- und Stakeholder-Aktivitäten

Ungünstige oder fehlerhafte mediale Berichterstattung über unsere Produkte oder Geschäftspraktiken (inklusive sozialen, Umwelt- und Governance-Themen) sowie negative Diskussionen in sozialen Medien können dem Ruf und dem Markenimage unseres Unternehmens erheblich schaden und zu einer öffentlichen Fehleinschätzung der Geschäftsentwicklung des Unternehmens führen. Dies kann sich letztendlich in Umsatzeinbußen niederschlagen. Ebenso könnten bestimmte Aktivitäten wichtiger Stakeholder (z. B. Nichtregierungsorganisationen und Regierungseinrichtungen) unseren Ruf schädigen, unsere oberen Führungskräfte ablenken und unsere Geschäftsaktivitäten stören. Obwohl wir die adidas Yeezy Partnerschaft im Jahr 2022 beendet haben, könnte es aufgrund ihrer früheren Größe und Bedeutung zu Reaktionen von Stakeholdern und negativer Medienberichterstattung kommen.

Zur Minderung dieser Risiken unterhalten wir einen proaktiven, offenen Dialog und Austausch mit unseren wichtigsten Stakeholdern (z. B. Konsumentinnen, Medien, Finanzmarkt, Nichtregierungsorganisationen, Regierungseinrichtungen). Um zeitnah und wirksam auf ungünstige Entwicklungen reagieren zu können, haben wir klare Prozesse zur Krisenkommunikation aufgesetzt. Außerdem haben wir Kompetenzen im Umgang mit sozialen Medien gestärkt und weltweit diverse sogenannte digitale Newsrooms eingerichtet. Wir können so permanent in den sozialen Medien Inhalte beobachten, die in Verbindung mit unseren Produkten oder Geschäftsaktivitäten stehen, und frühzeitig adäquat mit uns potenziell schadenden Diskussionen umgehen. Fallweise werden wir zudem auch von externen Expertinnen in den Bereichen Kommunikation und Stakeholder-Management beraten.

Geschäftspartnerrisiken

adidas unterhält Geschäftsbeziehungen mit unterschiedlichen Drittparteien, z.B. Athletinnen, kreativen Partnerinnen, Innovationspartnern, Einzelhandelspartnern, Zulieferern oder Dienstleistern. Dadurch ist das Unternehmen einer Vielzahl von Geschäftspartnerrisiken ausgesetzt. Wir arbeiten in verschiedenen Bereichen unseres Unternehmens (z.B. Produktentwicklung, Fertigung, Forschung und Entwicklung) mit strategischen Partnern und in einigen ausgewählten Märkten mit Distributoren zusammen, deren Vorgehensweise von unserer eigenen Geschäftspraxis und unseren Standards abweichen könnte. Dadurch könnten die Geschäftsentwicklung und der Ruf des Unternehmens negativ beeinflusst werden. Auf ähnliche Weise könnte es sich auf Umsatz und Profitabilität des Unternehmens negativ auswirken, wenn wir es nicht schaffen, gute Beziehungen zu Partnern zu pflegen. Die Abhängigkeit von bestimmten Partnern birgt ebenfalls Risiken. Eine zu starke Konzentration auf einen Zulieferer bei einem erheblichen Teil unseres Produktvolumens oder eine zu große Abhängigkeit von einem bestimmten Kunden erhöht unsere Anfälligkeit hinsichtlich Liefer- und Umsatzausfällen und könnte zu erheblichem Margendruck führen. Darüber hinaus könnten sich Leistungsausfälle bei unseren Geschäftspartnern (einschließlich Insolvenz) oder Betriebsunterbrechungen (z.B. durch Streiks) ebenfalls negativ auf die Geschäftsaktivitäten unseres Unternehmens auswirken und zu zusätzlichen Kosten, höheren Haftungsverpflichtungen und geringerem Umsatz führen. Außerdem könnten sich nicht ordnungsgemäße Geschäftspraktiken oder unethisches Verhalten seitens unserer Geschäftspartner negativ auf den Ruf unseres Unternehmens auswirken, höhere Kosten und Haftungsverpflichtungen verursachen oder sogar unsere Geschäftsaktivitäten stören.

Um Geschäftspartnerrisiken zu reduzieren, ergreift adidas verschiedene Maßnahmen.# Risikobericht

Beispielsweise beinhalten unsere Verträge mit Partnern in der Regel Klauseln, die uns im Fall von ungebührlichem oder unethischem Verhalten ein vorübergehendes Aussetzen oder eine vollständige Beendigung der Partnerschaft ermöglichen. Wir verfügen zudem über ein umfassendes Portfolio von Promotion-Partnern und verringern so die Abhängigkeit vom Erfolg und der Popularität weniger einzelner Partner. Außerdem haben wir eine breit angelegte Vertriebsstrategie, die auch den weiteren Ausbau unseres Direktvertriebs umfasst, um die Abhängigkeit von bestimmten wichtigen Kunden zu reduzieren. Kein Kunde unseres Unternehmens war im Jahr 2023 für mehr als 5 % des Umsatzes verantwortlich. Wir arbeiten mit Zulieferern zusammen, die für Zuverlässigkeit, Qualität und Innovation stehen. Damit reduzieren wir das Risiko in der Lieferkette. Zudem minimieren wir potenzielle negative Auswirkungen wie Verstöße gegen unsere Arbeitsplatzstandards bei Zulieferern, indem wir strenge Betriebs- und Qualitätskontrollen bei diesen durchführen und die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards entlang der gesamten Beschaffungskette einfordern. Darüber hinaus haben wir uns teilweise gegen das Risiko von Geschäftsausfällen durch materielle Schädigungen von Betriebsgeländen und Gebäuden unserer Lieferanten versichert. Um Abhängigkeiten von bestimmten Zulieferern zu verringern, verfolgt adidas eine Diversifizierungsstrategie. In diesem Zusammenhang setzt adidas auf ein breites Zuliefernetz in verschiedenen Ländern und beschafft die meisten Produkte nicht ausschließlich von einem Hersteller (Vermeiden von Single-Sourcing).

Compliance-Risiken

Als global agierendes Unternehmen unterliegt adidas zahlreichen Gesetzen und Bestimmungen. Verstöße gegen derartige Gesetze und Bestimmungen könnten zu erheblichen Strafen und Bußgeldern führen und Reputationsschäden zur Folge haben. Beispielsweise könnten Verstöße gegen Gesetze und Bestimmungen in Bezug auf den Datenschutz, wie etwa die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, erhebliche Bußgelder zur Folge haben. Außerdem könnte die Bekanntgabe von Datenschutzverstößen zu erheblichen Reputationsschäden führen und dafür sorgen, dass das Vertrauen der Konsument*innen in unsere Marke verloren geht. Es besteht zudem die Gefahr, dass Mitglieder des Vorstands sowie unsere Mitarbeitenden gegen Richtlinien und Standards für ein angemessenes und verantwortungsbewusstes Geschäftsgebaren verstoßen. Dazu zählen auch die Risiken von Betrug, Falschdarstellung oder Manipulation von Finanzdaten, wettbewerbsschädigendem Verhalten, Bestechung, Korruption, Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz.

Unser Compliance Management System (CMS) hilft uns dabei, diesen Risiken vorzubeugen, sie zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren. Unser weltweit geltender Richtlinienkatalog (,Global Policy Manual‘) bildet den Rahmen für grundlegende Arbeitsabläufe und -prozesse. Unser Fair-Play-Verhaltenskodex schreibt vor, dass alle Mitarbeitenden sowie unsere Geschäftspartner bei ihrer Tätigkeit für das Unternehmen ethisch korrekt handeln und die Gesetze und Bestimmungen des jeweiligen Rechtssystems einhalten müssen. Zudem beraten unsere regionalen Compliance-Managerinnen sowie unsere lokalen Compliance-Beauftragten unsere operativen Managerinnen zum Thema Betrug und Korruption. Darüber hinaus setzen wir Kontrollmaßnahmen wie z. B. die Aufgabentrennung in IT-Systemen oder Datenanalysemethoden ein, um betrügerische Aktivitäten zu verhindern bzw. zu erkennen. Zusätzlich arbeiten wir mit externen Partnern und Anwaltskanzleien zusammen, um sicherzustellen, dass wir rechtliche Anforderungen weltweit kennen und angemessene Maßnahmen zur Gewährleistung von Compliance ergreifen.

Um das Risiko von Verstößen gegen Gesetze und Bestimmungen in Bezug auf den Datenschutz zu mindern, haben wir ein globales Rahmenwerk zum Datenschutzmanagement entwickelt, das die Grundprinzipien des Unternehmens in Bezug auf Datenschutz und den Rahmen für die Verwendung und Löschung personenbezogener Daten vorgibt. Dieses Rahmenwerk gilt für alle adidas Geschäftseinheiten weltweit und spiegelt auch unsere Erwartungen an externe Geschäftspartner im Umgang mit personenbezogenen Daten im Auftrag von oder für adidas wider. Unser Global Privacy Officer und sein Team treiben die Implementierung des Regelwerks auf operativer Ebene ebenso voran wie Maßnahmen zur Überwachung, damit der Grad der Implementierung nachvollziehbar wird und berichtet werden kann. Sie beraten außerdem kontinuierlich bei der Umsetzung und bieten entsprechende Schulungen an.

Risiken durch außergewöhnliche externe Störfälle

Mit der Verschärfung des Klimawandels nimmt die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Naturkatastrophen wie Stürmen, Überschwemmungen, Dürren, Pandemien oder Hitzewellen zu und somit auch das Gefährdungspotenzial für adidas. Des Weiteren könnten unsere Geschäftsaktivitäten von Hafenüberlastungen, Streiks, Aufständen, bewaffneten Konflikten oder Terroranschlägen betroffen sein. Folglich könnten unsere Büros, Läden oder Logistikzentren beschädigt oder unsere Betriebsprozesse (einschließlich Beschaffung und Logistik) unterbrochen werden, was zu einem Umsatzverlust, höheren Kosten und einem Rückgang an Profitabilität führen könnte. Um diese Risiken zu mindern, überwachen wir laufend potenzielle externe Bedrohungen und haben zudem Pläne zur Betriebskontinuität implementiert, die unter anderem Ausweichlösungen für Transporte, dynamisches Kapazitätsmanagement von Containern und die Verlagerung der Produktion beinhalten. Wir verfügen außerdem über hohe Sicherheitsstandards in all unseren Standorten und haben uns gegen Sachschäden und Betriebsunterbrechungen versichert.

Risiken im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten

adidas kann in Rechtsstreitigkeiten und Verfahren in verschiedenen Gerichtsbarkeiten verwickelt werden. Beispielsweise können trotz eines strengen internen Genehmigungsverfahrens rechtliche Schritte gegen adidas eingeleitet werden, weil das Unternehmen bestimmte Technologien oder Marken verwendet, die durch geistiges Eigentum Dritter geschützt sind. Diese Maßnahmen können unter anderem dazu führen, dass das Unternehmen die Verwendung bestimmter Technologien oder Designs einstellen muss, Lizenzgebühren auferlegt werden, Produkte von bestimmten Märkten zurückgezogen werden, Prozesskosten anfallen oder der Ruf des Unternehmens geschädigt wird. Insbesondere bei Handelsstreitigkeiten, an denen das Unternehmen beteiligt ist, können Dritte auch finanzielle Schäden, einschließlich entgangener Gewinne, als Folge eines vom Unternehmen angeblich begangenen Vertragsbruchs geltend machen. Unsere Rechtsabteilung verteidigt aktiv adidas‘ Rechte an geistigem Eigentum und tauscht sich regelmäßig mit allen relevanten internen Geschäftspartnern aus, um sicherzustellen, dass unsere Produkte, einschließlich unserer Designs und anderer Innovationen, vor der Verwendung freigegeben und angemessen geschützt werden. Für den Fall, dass rechtliche Schritte gegen adidas eingeleitet werden, ziehen wir spezialisierte externe Anwältinnen (und bei Bedarf andere Beraterinnen) hinzu.

Projektrisiken

Der Konzern investiert fortlaufend in neue Projekte, z. B. die Entwicklung, Einführung, Expansion, Harmonisierung oder Modernisierung von IT-Systemen, Logistikzentren oder Geschäftsgebäuden. Auf diese Weise versuchen wir, weiteres Wachstum wirksam zu unterstützen und Effizienzsteigerungen zu erzielen. Unwirksames Projektmanagement kann zu Verspätungen bei der Durchführung wichtiger Projekte führen und höhere Ausgaben verursachen. Unangemessene Projektplanung und -steuerung können ebenso zu Ineffizienz, Verspätungen oder Störfällen führen wie Fehler bei der Umsetzung oder wirkungsloses Veränderungsmanagement. Dies könnte sich in höheren Kosten und Umsatzeinbußen niederschlagen. Ebenfalls könnten unsachgemäße Projektleitung sowie fehlende Priorisierung und Überwachung des Projektportfolios eine nicht optimale Zuteilung von Ressourcen und unerwünschte Projektergebnisse zur Folge haben.

Zur Projektsteuerung überprüfen sowohl Projektteams als auch Projektleitungsgremien ständig den Stand der Projekte und gewährleisten so, dass Fortschritt, Qualität und Kosten regelmäßig beurteilt werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht es uns, Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig korrigierend einzugreifen, was sogar eine vollständige Einstellung von Projekten mit niedrigen Erfolgsaussichten einschließt. Um ganzheitliches End-to-End-Management wichtiger Projekte sicherzustellen, haben wir ein Netzwerk verschiedener Programm- und Projektmanagementabteilungen über alle wesentlichen Unternehmensfunktionen (z.B. Vertrieb, Marketing, Operations, Finanzen, IT und Personalbereich) hinweg etabliert. Darüber hinaus arbeiten wir mit externen Partnern, die unser Projektmanagement in Bereichen unterstützen, in denen wir erforderliche Kenntnisse nicht im eigenen Unternehmen haben.

Erläuterung der Chancen

In diesem Bericht konzentrieren wir uns auf finanzielle und nichtfinanzielle Chancen, die wir für das Unternehmen im Jahr 2024 und darüber hinaus als am relevantesten erachten. Chancen in Bezug auf den vorhandenen Yeezy Bestand, Chancen in Bezug auf Konsumentennachfrage und Produktangebot, gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische, regulatorische und Währungschancen, Chancen im Zusammenhang mit dem Auftrags- und Liefermanagement, Chancen in Bezug auf die Vertriebsstrategie sowie Personalchancen betrachten wir als bedeutend. Die nachfolgende Übersicht zeigt unsere Einschätzung der im Folgenden beschriebenen Unternehmenschancen.# Übersicht Unternehmenschancen

Chancenkategorien

Mögliche Auswirkung Veränderung (Einschätzung 2022) Eintritts wahrschein lichkeit Veränderung (Einschätzung 2022)
Chancen in Bezug auf den vorhandenen Yeezy Bestand Signifikant 30 % – 50 % ↑ (15 % – 30 %)
Chancen in Bezug auf Konsumentennachfrage und Produktangebot Signifikant 30 % – 50 % ↑ (15 % – 30 %)
Gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische, regulatorische und Währungschancen Signifikant ↑(Hoch) 30 % – 50 %
Chancen im Zusammenhang mit dem Auftrags- und Liefermanagement Signifikant 15 % – 30 % ↓ (30 % – 50 %)
Chancen in Bezug auf die Vertriebsstrategie Signifikant 15 % – 30 % ↓ (30 % – 50 %)
Personalchancen Hoch ↑(Mittel) 15 % – 30 %
Chancen im Zusammenhang mit Produktentwicklung und Fertigungsprozessen Signifikant < 15 % ↓ (30 % – 50 %)
Chancen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten Mittel 2022 nicht berichtet 30 % – 50 %
Chancen in Verbindung mit Steuer- und Zollbestimmungen Mittel ↓ (Signifikant) 15 % – 30 %

Chancen in Bezug auf den vorhandenen Yeezy Bestand

Der in diesem Geschäftsbericht beschriebene Ausblick für das Gesamtjahr 2024 basiert auf der Annahme, dass adidas die verbliebenen Yeezy Bestände kostendeckend verkaufen wird. Für den Fall, dass der Verkauf der vorhandenen Produkte die Erwartungen übertrifft, könnte die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens durch höhere als geplante Umsätze und Margen positiv beeinflusst werden.

Chancen in Bezug auf Konsumentennachfrage und Produktangebot

Eine sehr gute Umsetzung von Kampagnen und Marketinginitiativen könnte die Begehrlichkeit unserer Marke sowie deren Anziehungskraft bei den Konsumentinnen steigern. Dadurch könnte sich wiederum der Durchverkauf zum vollen Preis erhöhen, wodurch adidas einen über den Erwartungen liegenden Umsatz und Gewinn erzielen würde. Zudem könnten herausragende sportliche Leistungen unserer Promotion-Partner (Einzelsportlerinnen, Vereins- und Nationalmannschaften) deren Popularität bei den Konsumentinnen weiter erhöhen. Dies könnte höhere Umsätze bei Signature-Schuhen oder Lizenzbekleidung und -zubehör zur Folge haben. Wir glauben, dass sich unser anhaltender Fokus auf Produktinnovation und dessen erfolgreiche Vermarktung bei den Konsumentinnen durch ein entsprechend attraktives Produktangebot, das sowohl globale als auch lokale Trends berücksichtigt, positiv auf unseren Umsatz und Gewinn auswirken könnte. Hier sehen wir vor allem Potenzial für unsere wichtigsten Lifestyle-Produktfamilien sowie in unserem Geschäft für Basketball, Running und Training.

Gesamtwirtschaftliche, gesellschaftspolitische, regulatorische und Währungschancen

Positive makroökonomische Entwicklungen könnten das Konsumklima und die Kaufkraft stärken, beispielsweise wenn die Inflationsraten schneller sinken als erwartet. Günstige Wechselkursentwicklungen können sich positiv auf die Finanzergebnisse des Unternehmens auswirken. Währungseffekte, die sich aus der Umrechnung von Fremdwährungen in die funktionale Währung des Unternehmens, den Euro, ergeben, können die Finanzergebnisse des Unternehmens ebenfalls positiv beeinflussen. Änderungen der Gesetzgebung sowie regulatorische Veränderungen, wie z.B. die Aufhebung von Handelsbeschränkungen im Rahmen von Freihandelsabkommen, könnten mittel- bis langfristig zu Kosteneinsparungen führen oder neue Vertriebskanäle eröffnen und so die Profitabilität des Unternehmens positiv beeinflussen.

Chancen im Zusammenhang mit dem Auftrags- und Liefermanagement

Die Einführung eines flexibleren Auftragsmanagements, unterstützt durch kontinuierliche Investitionen in unsere IT-Systeme, könnte das Lagerbestandsrisiko wirksam verringern und zur Steigerung von Umsatz und Margen führen. Dies könnte durch eine Verringerung der anfänglichen Bestellmengen bei gleichzeitiger Gewährleistung einer kontinuierlichen Nachproduktion und -lieferung von Produkten erreicht werden. In diesem Zusammenhang spielen Daten und Datenanalyse eine entscheidende Rolle, um faktenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen. Deshalb haben wir ein spezielles ,Data and Analytics‘-Team, das dazu beitragen soll, aussagekräftige Daten für Geschäftsentscheidungen heranzuziehen. Erweiterte ‚Nearshoring‘-Möglichkeiten könnten die Vorlaufzeiten weiter verkürzen, um sicherzustellen, dass die Produktnachfrage jederzeit bedient werden kann und wir schneller auf die neuesten Trends in unserer Branche reagieren können.

Chancen in Bezug auf die Vertriebsstrategie

Wir könnten höhere Umsätze und Gewinne in unserem Großhandelsgeschäft erreichen, indem wir uns gezielt auf Partner konzentrieren, die den Konsument*innen das bestmögliche Einkaufserlebnis und den besten Kundenservice bieten. Zudem könnte sich das organische Wachstum unserer Geschäftstätigkeit in Lateinamerika, Asien-Pazifik und Emerging Markets positiv auf unseren Umsatz und Gewinn auswirken.

Personalchancen

Eine leistungsorientierte Kultur, die Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion sowie Führungsverantwortung und klare Werte fördert, könnte zu einer erhöhten Ideenvielfalt sowie mehr Kreativität und Innovation führen. Das wiederum könnte die Mitarbeiterzufriedenheit und das Mitarbeiterengagement und somit das Erreichen der finanziellen Ziele unseres Unternehmens positiv beeinflussen. Wenn in unserer Belegschaft eine Vielfalt von Talenten repräsentiert ist, die die Vielfalt unserer Konsumentinnen und Kundinnen widerspiegelt, hilft uns das, dort einen höheren gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen, wo wir tätig sind. Dadurch könnten wir unsere Unternehmensreputation stärken und einen Wettbewerbsvorteil schaffen, der uns eine positive Umsatz- und Gewinnentwicklung ermöglicht.

Chancen im Zusammenhang mit Produktentwicklung und Fertigungsprozessen

Wir beobachten kontinuierlich, welche Produkteigenschaften für unsere Konsumentinnen am wichtigsten sind. Eine weitere Optimierung unseres Produktdesigns könnte daher zu höheren Umsätzen und Margen führen, indem wir uns konsequent auf die Produkteigenschaften konzentrieren, die unseren Konsumentinnen den größten Mehrwert bieten, und gleichzeitig die Kosteneffizienz weniger relevanter Komponenten erhöhen oder die Komplexität des Produktdesigns reduzieren. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten sehen wir auch entsprechendes Potenzial für effizientere Fertigungsprozesse.

Chancen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten

Unsere Rechtsabteilung beobachtet den Markt ständig auf mögliche Verletzungen unserer Rechte durch Dritte, z.B. in Bezug auf Marken, Patente oder andere Rechte an geistigem Eigentum. Für den Fall, dass ein Dritter gegen unsere Verträge verstößt oder unsere Rechte verletzt, versuchen wir, unsere Rechtsposition durchzusetzen und zu schützen, und ziehen, soweit erforderlich, spezialisierter externe Anwält*innen hinzu. Dies kann unter anderem dazu führen, dass das Unternehmen Vertragsstrafen oder andere finanzielle Entschädigungszahlungen von Dritten fordert.

Chancen in Verbindung mit Steuer- und Zollbestimmungen

Die potenzielle Auflösung von Wertberichtigungen bei der Bewertung latenter Steueransprüche oder die Auflösung von Steuerrückstellungen (z.B. in Bezug auf Transaktionen oder interne Reorganisationen in den letzten Jahren) könnten sich positiv auf den Ertragsteueraufwand auswirken. Darüber hinaus könnten Veränderungen lokaler Steuerbestimmungen dem Unternehmen die Möglichkeit bieten, Steuervorteile zu realisieren, die zu einer Verringerung des Ertragsteueraufwands und folglich einem höheren Unternehmensgewinn führen würden. Zudem sehen wir das Potenzial, die Gesamtzahl der Zölle langfristig zu reduzieren, indem wir verstärkt Waren von Produktionspartnern in Ländern mit günstigeren Zollabkommen beziehen.

Erläuterung der klimabezogenen Risiken und Chancen

Im Jahr 2023 haben wir unseren Ansatz zur Bewertung der Klimarisiken und -chancen weiterentwickelt, indem wir Klimaszenarioanalysen sowie verschiedene Zeithorizonte verwendet haben, die kurz-, mittel- und langfristige Zeiträume (bis 2050) einschließen. Die Klimaszenarioanalyse bestätigte unsere früheren Erkenntnisse, dass das Gesamtniveau der globalen Treibhausgasemissionen ein wichtiger Faktor für die Beeinflussung des Ausmaßes der Risiken und Chancen sein wird. Darüber hinaus werden diese Risiken und Chancen vor allem mittel- bis langfristig für unser Geschäft an Bedeutung gewinnen. Wir haben klimabezogene Risiken und Chancen nach dem Rahmenwerk der ,Task Force on Climate-related Financial Disclosures‘ (‚TCFD‘) kategorisiert. Angesichts der unterschiedlichen Zeithorizonte und der Komplexität der klimabezogenen Risiken und Chancen wird die Übersicht getrennt von der Darstellung der Risiken und Chancen im Risiko- und Chancenbericht präsentiert. Für die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir dadurch keine zusätzlichen bedeutenden Risiken und Chancen im Vergleich zu den Ausführungen in diesem Risiko- und Chancenbericht.

Physische Risiken

  • Physische Schäden an unserem Eigentum oder dem unserer Geschäftspartner sowie Unterbrechung der Geschäftsaktivität: Extreme Wetterereignisse und Veränderungen der allgemeinen Witterungsbedingungen könnten zunehmend zu Schäden an eigenen Liegenschaften oder Liegenschaften von Geschäftspartnern (wie Bürogebäude, Vertriebszentren und Einzelhandelsgeschäfte) und Vorräten sowie zu Geschäftsunterbrechungen führen. Dies wiederum könnte zu geringeren Einnahmen und höheren Versicherungs- und Betriebskosten führen.
  • Veränderte Kosten und Verfügbarkeit von Materialien: Veränderte Witterungsbedingungen könnten die Verfügbarkeit von Materialien negativ beeinflussen und zu höheren Betriebskosten führen.# Gesundheitsschädigung und geringere Produktivität unserer eigenen Belegschaft und der unserer Geschäftspartner sowie geringere Beteiligung am Sport

Ein Anstieg der Durchschnittstemperaturen sowie Hitzewellen könnten zu Gesundheitsschäden bei unseren eigenen Mitarbeitenden sowie Mitarbeitenden unserer Geschäftspartner und zu Produktivitätseinbußen führen. Veränderte Witterungsbedingungen könnten zu einer geringeren sportlichen Betätigung unserer Konsument*innen und somit einem Nachfragerückgang führen.

Übergangsrisiken (politische und rechtliche, technologische sowie Markt- und Reputationsrisiken)

  • Preise für Energie und Treibhausgasemissionen: Höhere Preise für Energie sowie direkte und indirekte Steuern im Zusammenhang mit Treibhausgasemissionen könnten sich negativ auf unsere Geschäftspartner auswirken und zu höheren Betriebskosten führen.
  • Vorschriften und Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Treibhausgasemissionen:Verschärfte Vorschriften (insbesondere in Bezug auf unsere Produkte) könnten zu erhöhten Anforderungen an die Berichterstattung führen oder den Vertrieb bestimmter Produkte in bestimmten Märkten erschweren. Eine Zunahme der Regulierung könnte auch zu einem höheren Risiko von Rechtsstreitigkeiten wegen Nichteinhaltung von Vorschriften führen.
  • Kosten für emissionsarme Technologien:Hohe Kosten für die Umstellung auf emissionsärmere Technologien könnten die Fähigkeit unserer Geschäftspartner beeinträchtigen, ihre Emissionen zu senken, was zu höheren Betriebskosten und einer möglichen Nichteinhaltung der Vorschriften zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen führen könnte.
  • Erwartungen unserer Stakeholder: Veränderte Erwartungen unserer Stakeholder könnten zu einer geringeren Verfügbarkeit von Kapital und einer geringeren Marktbewertung aufgrund von Bedenken hinsichtlich unserer Widerstandsfähigkeit gegenüber Auswirkungen des Klimawandels führen.

Klimabezogene Chancen

  • Entwicklung emissionsarmer Produkte und Dienstleistungen: Die Entwicklung emissionsarmer Produkte und Dienstleistungen, die den Präferenzen der Konsument*innen entsprechen, könnten zu einem Wettbewerbsvorteil und einer erhöhten Konsumentennachfrage führen.
  • Ressourceneffizienz und verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen:Die Entwicklung und Nutzung effizienterer Produktions- und Vertriebsprozesse sowie der höhere Anteil erneuerbarer Energien (vor allem bei unseren Geschäftspartnern) könnten zu geringeren Treibhausgasemissionen und einer besseren Widerstandsfähigkeit dem Klimawandel gegenüber führen.
  • Anerkennung durch Stakeholder:Eine starke Leistung in Bezug auf Umweltthemen mit geringeren Treibhausgasemissionen und einer verbesserten Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel könnte zu einer besseren Kapitalverfügbarkeit (,Green Financing‘) und Marktbewertung sowie zu einer Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber führen.

Beurteilung von Geschäftsentwicklung, Risiken und Chancen sowie Ausblick durch das Management

Beurteilung der Geschäftsentwicklung verglichen mit den gesetzten Zielen

Wir geben jährlich unsere Finanzziele für das Unternehmen bekannt und aktualisieren diese bei Bedarf im Laufe des Geschäftsjahres. adidas hat im Übergangsjahr 2023 sowohl auf operativer als auch auf finanzieller Ebene Fortschritte gemacht und ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als ursprünglich erwartet. Das allgemeine Geschäftsumfeld war weiterhin von geopolitischen Spannungen, makroökonomischen Herausforderungen und hohen Lagerbeständen geprägt. Letztere konnten wir im Laufe des Jahres aufgrund entschlossener Maßnahmen deutlich reduzieren. Zu unseren erfolgreichen Initiativen gehörte auch der reduzierte Sell-in an den Großhandel, was sich negativ auf unsere Umsatzentwicklung ausgewirkt hat. Gleichzeitig lag das zugrunde liegende Geschäft über unseren Erwartungen und das Unternehmen profitierte auch von dem Verkauf eines Teils des verbleibenden Yeezy Bestands. Infolgedessen konnten wir unsere Prognose im Laufe des Jahres zweimal erhöhen. Letztlich haben unsere Finanzergebnisse für das Jahr 2023 unsere letzte Finanzprognose vom Oktober 2023 sowohl hinsichtlich der Umsatz- als auch der Gewinnentwicklung deutlich übertroffen.

► SIEHE ENTWICKLUNG GESAMTWIRTSCHAFT UND BRANCHE

Ziele und Ergebnisse des Unternehmens

2022 Ergebnisse Ursprüngliche Ziele¹ 2023 Angepasste Ziele² 2023 Letzte Ziele³ 2023 Ergebnisse 2024 Ausblick
Währungsbereinigte Umsatzentwicklung 1 % Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich 0 % Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich
Operative Marge/ Betriebsergebnis 3,0 % negatives Betriebsergebnis in Höhe von 700 Mio. € negatives Betriebsergebnis in Höhe von 450 Mio. € negatives Betriebsergebnis in Höhe von 100 Mio. € positives Betriebsergebnis in Höhe von 268 Mio. €
Durchschnittliches operatives kurzfristiges Betriebskapital in % der Umsatzerlöse Erreichen eines Werts zwischen 25 % und 26 % Erreichen eines Werts zwischen 25 % und 26 % Erreichen eines Werts zwischen 25 % und 26 % 25,7 %
Investitionen⁴ 695 Mio. € Erreichen eines Werts von rund 600 Mio. € Erreichen eines Werts von rund 600 Mio. € Erreichen eines Werts von rund 600 Mio. € 504 Mio. € Erreichen eines Werts von rund 600 Mio. €

¹ Wie am 9. Februar 2023 veröffentlicht. Für durchschnittliches operatives kurzfristiges Betriebskapital und Investitionen wie am 8. März 2023 veröffentlicht.
² Wie am 24. Juli 2023 veröffentlicht.
³ Wie am 17. Oktober 2023 veröffentlicht.
⁴ Ohne Akquisitionen und Leasing.

Auf währungsbereinigter Basis blieb der Umsatz im Jahr 2023 auf dem Niveau des Vorjahres und lag damit deutlich über unseren ursprünglichen Erwartungen (Februar 2023: Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich) und übertraf auch unsere letzte Prognose (Oktober 2023: Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich). Diese Entwicklung spiegelt Zuwächse im starken zweistelligen Prozentbereich in Lateinamerika wider. Der Umsatz in China und Asien-Pazifik legte im hohen einstelligen Prozentbereich zu. In EMEA blieb der Umsatz währungsbereinigt unverändert. Der Umsatz in Nordamerika ging im zweistelligen Prozentbereich zurück, da dieser Markt besonders von der konservativen Sell-in-Strategie des Unternehmens zum Abbau der hohen Lagerbestände betroffen war. Die Beendigung des Yeezy Geschäfts belastete die Umsatzentwicklung im Jahr 2023 mit rund 500 Mio. € im Vorjahresvergleich. Der Verkauf von Teilen der verbleibenden Yeezy Produkte wirkte sich mit rund 750 Mio. € positiv auf den Umsatz aus. Dem stehen Umsätze mit Yeezy Produkten in Höhe von insgesamt über 1.200 Mio. € im Jahr 2022 gegenüber.

Wir haben im Jahr 2023 ein positives Betriebsergebnis von 268 Mio. € erzielt und damit ein besseres Ergebnis erreicht als in unserer letzten Prognose vom Oktober, in der wir von einem negativen Betriebsergebnis in Höhe von 100 Mio. € ausgegangen waren. Im Vergleich zu unserer ursprünglichen Prognose Anfang 2023 (negatives Betriebsergebnis in Höhe von 700 Mio. €) fällt das ausgewiesene positive Betriebsergebnis von 268 Mio. € um rund 1.000 Mio. € höher als ursprünglich erwartet aus. Diese die Prognose übertreffende Leistung wurde zum Teil durch ein besseres operatives Geschäft erzielt. Darüber hinaus trug die Entscheidung des Unternehmens, nur einen kleinen Teil des verbleibenden Yeezy Bestands abzuschreiben und einen signifikanten Teil davon im Jahr 2023 zu verkaufen, ebenfalls zu der besser als erwarteten Entwicklung des Betriebsergebnisses im letzten Jahr bei.

► SIEHE GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG

Im Geschäftsjahr 2023 lag das durchschnittliche operative kurzfristige Betriebskapital im Verhältnis zum Umsatz bei 25,7 %. Das entspricht der Prognose von 25 % bis 26 % und einer Steigerung von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Diese Steigerung spiegelt den leichten Anstieg des durchschnittlichen operativen kurzfristigen Betriebskapitals und den niedrigeren Umsatz im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr wider. Investitionsausgaben gingen um 27 % auf 504 Mio. € zurück und lagen damit unter unserer Prognose von rund 600 Mio. €. Mehr als 75 % dieser Investitionen entfielen auf Initiativen im Zusammenhang mit selbst kontrollierten Verkaufsflächen sowie auf Aktivitäten im IT-Bereich. Die Investitionen im Zusammenhang mit selbst kontrollierten Verkaufsflächen umfassen Investitionen in neue oder umgestaltete Einzelhandels- oder Franchise-Geschäfte sowie in Shop-in-Shop-Präsentationen unserer Produkte in den Geschäften unserer Kunden.

► sIEHE Bilanz und Kapitalflussrechnung

Zusätzlich zu unseren Finanzergebnissen überwachen wir aktiv weitere wichtige Leistungsindikatoren. Dazu gehören unter anderem ⌐ unser nachhaltiges Artikelangebot und der Anteil von Frauen in Führungspositionen. Mit fast acht von zehn unserer Artikel, die nachhaltig, d.h. zu einem hohen Anteil aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden, haben wir den für 2023 gesetzten Meilenstein übertroffen. Angesichts eines Frauenanteils von 40 % in Führungspositionen im Jahr 2023 haben wir beschlossen, ein neues Ziel zu setzen und streben nun an, bis 2033 einen Anteil von 50 % zu erreichen (bisher: bis 2025 auf über 40 % zu erhöhen). ¬

► SIEHE INTERNES MANAGEMENTSYSTEM

Einschätzung zu Gesamtrisiken und Chancen

Unsere Risikomanagementabteilung aggregiert alle Risiken und Chancen, die im Rahmen des halbjährlich stattfindenden Risiko- und Chancenbewertungsprozesses identifiziert werden, um das Risiko- und Chancenprofil der Gesellschaft zu bestimmen (d. h. die aggregierte Risikoposition der Gesellschaft). Die Erkenntnisse aus diesem Prozess werden analysiert und dem Vorstand entsprechend berichtet. Der Vorstand erörtert und beurteilt die Risiken und Chancen regelmäßig und berücksichtigt bei seiner Entscheidungsfindung das Verhältnis zwischen Risiko- und Chancenportfolio (d. h.# Einschätzung zum finanziellen Ausblick

Für das Jahr 2024 gehen wir davon aus, dass makroökonomische Herausforderungen und geopolitische Spannungen weiter bestehen werden. Dies könnte sich negativ auf die Verbraucherstimmung und die Kaufkraft auswirken. Wir werden unsere Initiativen zum Abbau der hohen Lagerbestände in Nordamerika fortsetzen. Das dürfte sich negativ auf unseren Umsatz und unsere Profitabilität im ersten Halbjahr auswirken. Den Prognosen zufolge werden ungünstige Währungseffekte im Jahr 2024 sowohl den ausgewiesenen Umsatz als auch die Entwicklung der Bruttomarge beeinträchtigen. Der voraussichtlich kostendeckende Verkauf des verbleibenden Yeezy Bestands ohne Beitrag zum Betriebsergebnis wird die operative und finanzielle Leistung des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich ebenfalls belasten. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass die Sportartikelbranche im Jahr 2024 von den sportlichen Großereignissen profitieren wird. Vor diesem Hintergrund planen wir die Rückkehr zu Umsatzwachstum, indem wir erfolgreiche Produktfamilien ausbauen und neue hervorbringen und unser deutlich verbessertes, breiteres und umfassenderes Produktsortiment optimal nutzen. Bessere Beziehungen zu Einzelhändlern, wirkungsvollere Marketinginitiativen und unsere Aktivitäten rund um die sportlichen Großereignisse werden ebenfalls zur Umsatzsteigerung beitragen. Infolgedessen erwarten wir für 2024 einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Wir rechnen aktuell für 2024 mit einem positiven Betriebsergebnis von rund 500 Mio. €. Während wir unsere Investitionen in Marketing und Vertrieb weiter steigern werden, dürften das Umsatzwachstum und die Verbesserung der Bruttomarge die Gewinnentwicklung im Jahr 2024 vorantreiben. Wir gehen davon aus, dass unser Ausblick für das Jahr 2024 die zugrunde liegende Entwicklung des Unternehmens realistisch darstellt. Der in diesem Bericht dargestellte Ausblick für das Jahr 2024 kann sich jedoch ändern. Anhaltende Unsicherheiten in Bezug auf makroökonomische Herausforderungen, die Auswirkungen geopolitischer Konflikte, das Konsumklima sowie mögliche Unterbrechungen der Lieferkette stellen Risiken für das Erreichen der genannten Finanzziele und -ambitionen dar. Zwischen dem Ende des Geschäftsjahres 2023 und der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichts gab es keine weiteren wesentlichen Ereignisse, die uns zu einer Änderung der Prognose veranlasst haben. ► Siehe AUSBLICK

4 KONZERN- ABSCHLUSS

Wertschöpfung

  • Fokusbereiche
  • Global Brands
  • Global Sales
  • Global Operations
  • Unser Team
  • Nachhaltigkeit
  • Soziale Auswirkungen
  • Nichtfinanzielle Erklärung
  • Internes Managementsystem

Geschäftsentwicklung

  • Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • Bilanz und Kapitalflussrechnung
  • Treasury
  • Jahresabschluss und Lagebericht der adidas AG
  • Angaben nach § 315a HGB und § 289a HGB sowie erläuternder Bericht
  • Geschäftsentwicklung nach Segmenten
  • Ausblick
  • Risiko- und Chancenbericht
  • Beurteilung von Geschäftsentwicklung, Risiken und Chancen sowie Ausblick durch das Management

Konzernbilanz

  • Konzernbilanz (IFRS) der adidas AG in Mio. €
Erläuterung 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022 Veränderung in %
Aktiva
Flüssige Mittel 1.431 798 79
Kurzfristige Finanzanlagen 34 n.a.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.906 2.529 –25
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 755 1.014 –26
Vorräte 4.525 5.973 –24
Forderungen aus Ertragsteuern 156 102 52
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1.003 1.316 –24
Kurzfristige Aktiva 9.809 11.732 –16
Sachanlagen 2.157 2.279 –5
Nutzungsrechte 2.247 2.665 –16
Geschäfts- oder Firmenwerte 1.238 1.260 –2
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 442 429 3
Langfristige Finanzanlagen 301 301 0
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 418 336 24
Latente Steueransprüche 1.358 1.216 12
Sonstige langfristige Vermögenswerte 49 76 –35
Langfristige Aktiva 8.211 8.563 –4
Aktiva 18.020 20.296 –11
Passiva
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 549 527 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.276 2.908 –22
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 545 643 –15
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 266 424 –37
Ertragsteuern 323 302 7
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1.323 1.589 –17
Kurzfristige abgegrenzte Schulden 2.273 2.412 –6
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 488 452 8
Kurzfristige Passiva 8.043 9.257 –13
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.430 2.946 –18
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 2.039 2.343 –13
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6 44 –86
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 139 118 18
Latente Steuerschulden 147 135 9
Sonstige langfristige Rückstellungen 188 88 113
Langfristige abgegrenzte Schulden 7 n.a.
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 103 6 1.492
Langfristige Passiva 5.052 5.688 –11
Grundkapital 179 179 0
Sonstige Rücklagen 257 466 –45
Gewinnrücklagen 4.145 4.347 –5
Auf Anteilseigner entfallendes Kapital 4.580 4.991 –8
Nicht beherrschende Anteile 345 360 –4
Gesamtes Eigenkapital 4.925 5.351 –8
Passiva 18.020 20.296 –11

Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung (IFRS) der adidas AG in Mio. €

Erläuterung 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022 Veränderung
Umsatzerlöse 21.427 22.511 –4,8 %
Umsatzkosten 11.244 11.867 –5,3 %
Bruttoergebnis 10.184 10.644 –4,3 %
(in % der Umsatzerlöse) 47,5 % 47,3 % 0,2 PP
Lizenz- und Provisionserträge 83 112 –26,0 %
Sonstige betriebliche Erträge 71 173 –58,8 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.070 10.260 –1,9 %
(in % der Umsatzerlöse) 47,0 % 45,6 % 1,4 PP
Marketingaufwendungen und Point-of-Sale-Aufwendungen 2.528 2.763 –8,5 %
(in % der Umsatzerlöse) 11,8 % 12,3 % – 0,5 PP
Vertriebsaufwendungen 5.547 5.601 –1,0 %
(in % der Umsatzerlöse) 25,9 % 24,9 % 1,0 PP
Verwaltungsaufwendungen 1.839 1.651 11,4 %
(in % der Umsatzerlöse) 8,6 % 7,3 % 1,2 PP
Übrige betriebliche Aufwendungen 137 182 –24,8 %
(in % der Umsatzerlöse) 0,6 % 0,8 % – 0,2 PP
Wertminderungsaufwendungen (netto) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 19 63 –70,5 %
Betriebsergebnis 268 669 –59,9 %
(in % der Umsatzerlöse) 1,3 % 3,0 % – 1,7 PP
Finanzerträge 79 39 102,8 %
Finanzaufwendungen 282 320 –11,9 %
Gewinn vor Steuern 65 388 –83,1 %
(in % der Umsatzerlöse) 0,3 % 1,7 % – 1,4 PP
Ertragsteuern 124 134 –7,4 %
(in % des Gewinns vor Steuern) 189,2 % 34,5 % 154,7 PP
Verlust/Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen –58 254 n.a.
(in % der Umsatzerlöse) –0,3 % 1,1 % n.a.
Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen, nach Steuern 44 384 –88,4 %
Verlust/Gewinn –14 638 n.a.
(in % der Umsatzerlöse) –0,1 % 2,8 % n.a.
Auf Anteilseigner entfallender Verlust/Gewinn –75 612 n.a.
(in % der Umsatzerlöse) –0,4 % 2,7 % n.a.
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn 61 26 136,0 %
Unverwässertes Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen (in €) –0,67 1,25 n.a.
Verwässertes Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen (in €) –0,67 1,25 n.a.
Unverwässertes Ergebnis je Aktie aus fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen (in €) –0,42 3,34 n.a.
Verwässertes Ergebnis je Aktie aus fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen (in €) –0,42 3,34 n.a.

Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzerngesamtergebnisrechnung

Konzerngesamtergebnisrechnung (IFRS) der adidas AG in Mio. €

Erläuterung 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Verlust/Gewinn –14 638
Posten des sonstigen Ergebnisses, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Neubewertungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen (IAS 19), netto nach Steuern¹ –5 131
Nettoverlust/-gewinn aus Investitionen in Eigenkapitalinstrumente (IFRS 9), netto nach Steuern –5 0
Summe der Posten des sonstigen Ergebnisses, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden –10 131
Posten des sonstigen Ergebnisses, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Nettoverlust aus der Absicherung von Cashflows und Nettoinvestitionen in einem ausländischen Geschäftsbetrieb, netto nach Steuern –126 –25
Nettogewinn/-verlust aus Cost-of-Hedging-Rücklage – Optionen, netto nach Steuern 7 –1
Nettogewinn/-verlust aus Cost-of-Hedging-Rücklage – Termingeschäfte, netto nach Steuern 46 –36
Umgliederung von Währungsumrechnungsdifferenzen aufgrund der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs –228
Währungsumrechnungsdifferenzen –155 177
Summe der Posten des sonstigen Ergebnisses, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind –228 –113
Sonstiges Ergebnis –238 18
Gesamtergebnis –252 656
Auf Anteilseigner der adidas AG entfallend –300 610
Auf nicht beherrschende Anteile entfallend 48 47
1 Beinhaltet versicherungsmathematische Gewinne und Verluste der# Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung (IFRS) der adidas AG in Mio. €

Erläuterung Grundkapital Kapitalrücklage Kumulierte Währungsunrechnungsdifferenzen Hedging-Rücklage – Optionen Hedging-Rücklage – Termingeschäfte Übrige Rücklagen Gewinnrücklagen Auf Anteils-eigner entfallendes Kapital Nicht beherrschende Anteile Gesamtes Eigenkapital
31. Dezember 2021 192 1.294 –542 –64 –8 –12 –200 6.860 318 7.837
Sonstiges Ergebnis –70 –26 –1 –36 131 –2 21
Gewinn 612 26 638
Gesamtergebnis –70 –26 –1 –36 131 612 24 659
Rückerwerb eigener Anteile 25 –13 –2.487 –2.500
Rückerwerb eigener Anteile für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 25 –0 –22 –22
Ausgabe eigener Anteile für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 25 0 41 41
Dividendenzahlung –610 –22 –632
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 26 32 –35 –4 –4
Erwerb von Anteilen von nicht beherrschenden Anteilseignern gemäß IAS 32 4 –48 17 –27
Einziehung von eigenen Aktien 12 –12
31. Dezember 2022/ 1. Januar 2023 179 1.338 –608 –90 –9 –48 –116 4.347 360 5.351
Sonstiges Ergebnis –142 –126 7 46 -10 –225 -14
Gewinn -75 61 -14
Gesamtergebnis –142 –126 7 46 -10 -75 -164 -28
Rückerwerb eigener Anteile für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 25 –0 –29 –29
Ausgabe eigener Anteile für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 25 0 29 29
Dividendenzahlung –125 –33 –158
Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 26 0 17 2 15 15
Sonstige –29 –29
31. Dezember 2023 179 1.355 –750 –217 –2 –2 –126 4.145 345 4.925

Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzernkapitalflussrechnung

Konzernkapitalflussrechnung (IFRS) der adidas AG in Mio. €

Erläuterung 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Betriebliche Tätigkeit:
Gewinn vor Steuern 65 388
Anpassungen für:
Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen 9, 10, 11, 12, 29 1.212 1.375
Wertaufholungen 09, 10, 29 –42 –4
Zinserträge 32 –39
Zinsaufwendungen 162 138
Unrealisierte Währungsverluste, netto 144 86
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten, netto 20 16
Sonstige nicht zahlungswirksame Effekte aus betrieblicher Tätigkeit 29, 30 –8 –8
Betriebliches Ergebnis vor Änderungen im Nettoumlaufvermögen 1.514 1.967
Abnahme/Zunahme der Forderungen und der sonstigen Vermögenswerte 995 –795
Abnahme/Zunahme der Vorräte 1.297 –1.879
Abnahme/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten –868 736
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit vor Steuern 2.938 30
Zahlungen für Ertragsteuern –307 –424
Mittelzufluss/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit – fortgeführte Geschäftsbereiche 2.630 –394
Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit – aufgegebene Geschäftsbereiche –85
Mittelzufluss/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit 2.630 –479
Investitionstätigkeit:
Erwerb von Markenrechten und sonstigen immateriellen Vermögenswerten –141 –191
Erlöse aus dem Abgang von Markenrechten und sonstigen immateriellen Vermögenswerten 1 1
Erwerb von Sachanlagen –363 –504
Erlöse aus dem Abgang von Sachanlagen 10 1
Erlöse aus dem Abgang einer Veräußerungsgruppe aus Vorjahren 12
Erstattung/Erlöse aus der Veräußerung von aufgegebenen Geschäftsbereichen –19 1.165
Erwerb von kurzfristigen Finanzanlagen –34
Erlöse aus dem Erwerb/Abgang von Finanzanlagen und sonstigen langfristigen Vermögenswerten 57 –13
Erhaltene Zinsen 39 23
Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit – fortgeführte Geschäftsbereiche –450 495
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit – aufgegebene Geschäftsbereiche –0
Mittelabfluss/-zufluss aus Investitionstätigkeit –450 495
Finanzierungstätigkeit:
Auszahlungen für die Rückzahlung eines Eurobonds 16 –500
Einzahlungen aus der Emission von Anleihen 16 994
Zinszahlungen –163 –140
Auszahlungen für die Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten –603 –631
Gezahlte Dividende an Anteilseigner der adidas AG 25 –125 –610
Gezahlte Dividende an nicht beherrschende Aktionäre –33 –22
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen –27
Rückerwerb eigener Aktien 25 –2.500
Rückerwerb eigener Aktien für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente –29 –30
Einzahlungen aus der Ausgabe eigener Anteile für anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 25 25
Einzahlung/Auszahlungen aus der Rückzahlung von kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten 16 3 –18
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit – fortgeführte Geschäftsbereiche –1.425 –2.957
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit – aufgegebene Geschäftsbereiche –6
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit –1.425 –2.963
IAS 29 - Effekte aus den Cashflow der betrieblichen Tätigkeit, der Investitions- und Finanzierungstätigkeit 37 –82 –64
Summe Cashflow 673 –3.011
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands –40 –39
Zunahme/Abnahme des Finanzmittelbestands 633 –3.051
Finanzmittelbestand am Anfang des Jahres 04 798 3.849
Indexeffekt auf den Finanzmittelbestand am Anfang des Jahres 37 –0 20
Finanzmittelbestand am Anfang des Jahres gemäß Bilanz 798 3.828
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 04 1.431 798

1 Vorjahreswerte wurden aufgrund der Hochinflationsrechnung angepasst.

Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzernanhang

Die adidas AG (im Folgenden auch ‚die Gesellschaft‘) ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und Mutterunternehmen des adidas Konzerns mit Sitz in der Adi-Dassler-Str. 1, 91074 Herzogenaurach, Deutschland, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Fürth (HRB 3868). Die adidas AG und ihre Tochterunternehmen (zusammen ‚adidas‘, ‚der Konzern‘ oder ‚das Unternehmen‘) entwerfen, entwickeln, produzieren und vertreiben ein breites Angebot von Sport- und Sportlifestyle-Artikeln.

01 Grundlagen

Der Konzernabschluss der adidas AG zum 31. Dezember 2023 umfasst die adidas AG und ihre Tochterunternehmen und wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von der Europäischen Union (EU) übernommen wurden und zum 31. Dezember 2023 anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt.

Folgende Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen gelten für am 1. Januar 2023 beginnende Geschäftsjahre und sind für diesen Konzernabschluss erstmals angewendet worden:

  • IFRS 17 ‚Versicherungsverträge‘ und Änderungen an IFRS 17 (Zeitpunkt des Inkrafttretens laut EU: 1. Januar 2023): Der neue Standard bestimmt den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung sowie die Angabepflichten in Bezug auf alle Arten von Versicherungsverträgen. IFRS 17 ist erstmals auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. IFRS 17 ersetzt den bestehenden IFRS 4 ,Versicherungsverträge‘. IFRS 17 hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

  • Änderungen an IAS 8: ‚Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2023): Im Februar 2021 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 8, in denen es eine Definition von ‚rechnungslegungsbezogenen Schätzungen‘ einführt. Die Änderungen stellen klar, wie sich Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen von Änderungen der Rechnungslegungsmethoden und Fehlerkorrekturen unterscheiden. Sie präzisieren außerdem, wie Unternehmen rechnungslegungsbezogene Schätzungen vornehmen können. Die Änderungen gelten für Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und für Änderungen von Schätzungen, die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens vorgenommen werden. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

  • Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: ‚Angabe der Rechnungslegungsmethoden‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2023): Im Februar 2021 hat das IASB Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 veröffentlicht, die Leitlinien und erläuternde Beispiele beinhalten, welche Unternehmen bei der Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden als ,wesentlich‘ einzustufen und folglich anzugeben sind, unterstützen sollen. Durch das Ersetzen der Anforderung, dass ,maßgebliche‘ Rechnungslegungsmethoden anzugeben sind, durch die Anforderung der Angabe ,wesentlicher‘ Informationen zu Rechnungslegungsmethoden, sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, für den Abschlussadressaten hilfreichere und relevantere Angaben zu Rechnungslegungsmethoden zu machen. Die Änderungen geben dafür Anwendungsleitlinien für das Konzept der Wesentlichkeit bei Entscheidungen über Angaben zu Rechnungslegungsmethoden. Die Änderungen an IAS 1 sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, anzuwenden. Für die Änderungen am Practice Statement 2 ist kein Zeitpunkt des Inkrafttretens benannt worden, da es sich um unverbindliche Anwendungsleitlinien handelt. Die Änderungen haben zu einer punktuellen Reduzierung der Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden geführt.# ─Anhang zum Konzernabschluss

34 Weitere Angaben und Erläuterungen

Neue und geänderte Standards und Interpretationen

Neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen werden von adidas gewöhnlich nicht vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens in der EU angewendet.

Die nachfolgenden neuen Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen, die sowohl vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedet als auch von der EU mit Inkrafttreten für nach dem 1. Januar 2023 beginnende Geschäftsjahre übernommen wurden, wurden bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses nicht angewendet:

  • Änderungen an IAS 12: ‚Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2023): Im Mai 2021 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 12, die den Anwendungsbereich der Erstanwendungsausnahme (,initial recognition exemption‘) nach IAS 12 einschränken, so dass sie nicht mehr für Transaktionen gilt, die zu gleichen steuerpflichtigen und abzugsfähigen temporären Differenzen führen. Die Änderungen sind auf Geschäftsvorfälle anzuwenden, die am oder nach dem Beginn der frühesten dargestellten Vergleichsperiode auftreten. Darüber hinaus sind zu Beginn der frühesten dargestellten Vergleichsperiode ein latenter Steueranspruch (sofern ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung steht) und eine latente Steuerschuld für alle abzugsfähigen und zu versteuernden temporären Differenzen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Rückbauverpflichtungen anzusetzen. Die Änderungen hatten keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss, insbesondere, da adidas die Ausnahmeregelung für den erstmaligen Ansatz im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen nach IFRS 16 nicht angewendet hat.

  • Änderungen an IAS 12: ‚Internationale Steuerreform – Säule-2- Modellregeln‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2023): Im Mai 2023 veröffentlichte das IASB ‚Internationale Steuerreform – Säule-2- Modellregeln‘ (Änderungen an IAS 12), um die Anwendung von IAS 12 ‚Ertragsteuern‘ auf Ertragsteuern zu klären, die sich aus Steuergesetzen ergeben, die zur Umsetzung der OECD-Modellregeln auf die Bilanzierung von Ertragsteuern erlassen wurden oder in Kraft getreten sind. Die Änderungen beinhalten eine vorübergehende Ausnahme von der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Umsetzung der Säule-2-Modellvorschriften ergeben, sowie zusätzliche Angabepflichten für betroffene Unternehmen, mit dem Ziel, den Abschlussadressaten ein besseres Verständnis der Exposition eines Unternehmens gegenüber den Säule-2-Modellregeln zu ermöglichen. Die erforderlichen Angaben sind in der Erläuterung Ertragsteuern erfolgt. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 34

  • Änderungen an IFRS 16: ‚Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-leaseback-Transaktion‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2024): Im September 2022 hat das IASB Änderungen an IFRS 16 veröffentlicht, um klarzustellen, wie ein Verkäufer/Leasingnehmer Sale-and-leaseback-Transaktionen, die die Anforderungen von IFRS 15 für die Bilanzierung als Veräußerung erfüllen, nachfolgend bewertet, um sicherzustellen, dass der Verkäufer/Leasingnehmer keinen Betrag des Gewinns oder Verlusts erfasst, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht. Die Änderungen an IFRS 16 sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen, anzuwenden und müssen rückwirkend auf Sale-and-leaseback-Transaktionen angewendet werden, die nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 abgeschlossen wurden. Eine frühere Anwendung ist zulässig, wenn die Tatsache offengelegt wird. Die Änderungen werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss von adidas haben.

  • Änderungen an IAS 1: ‚Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2024): Im Januar 2020 veröffentlichte das IASB Änderungen an den Paragraphen 69 bis 76 des IAS 1, um die Anforderungen an die Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig zu präzisieren. Die Änderungen stellen unter anderem klar, was unter einem Recht auf Erfüllungsaufschub zu verstehen ist, dass ein solches Recht zum Ende der Berichtsperiode bestehen muss und dass die Klassifizierung nicht von der Wahrscheinlichkeit beeinflusst wird, dass ein Unternehmen sein Recht auf Erfüllungsaufschub ausübt. Im Oktober 2022 veröffentlichte das IASB weitere Änderungen an IAS 1, in denen es klarstellt, dass nur Verpflichtungen, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag erfüllen muss, die Klassifizierung einer Verbindlichkeit als kurz- oder langfristig beeinflussen. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen, anzuwenden und müssen rückwirkend berücksichtigt werden. Es wird nicht erwartet, dass die Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss von adidas haben werden.

Folgende neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen sind vom IASB verabschiedet worden. Sie wurden noch nicht von der EU übernommen und daher bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses nicht angewendet:

  • Änderungen an IAS 7 ‚Kapitalflussrechnung‘ und IFRS 7 ‚Finanzinstrumente: Angaben‘ – ‚Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2024): Im Mai 2023 veröffentlichte das IASB Regelungen zu ‚Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen‘, mit denen IAS 7 ‚Kapitalflussrechnung‘ und IFRS 7 ‚Finanzinstrumente: Angaben‘ geändert werden. Mit den Änderungen werden die Merkmale von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen klargestellt und zusätzliche Angabepflichten für solche Vereinbarungen eingeführt. Ziel der Änderungen ist es, den Nutzern von Abschlüssen zu helfen, die Auswirkungen von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen auf die Verbindlichkeiten, Cashflows und das Liquiditätsrisiko eines Unternehmens zu verstehen. Die Änderungen treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig, muss aber offengelegt werden. Es wird nicht erwartet, dass die Änderungen einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss von adidas haben werden.

  • Änderungen an IAS 21 ‚Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse‘ – ‚Mangel an Umtauschbarkeit‘ (Zeitpunkt des Inkrafttretens: 1. Januar 2025): Im August 2023 veröffentlichte das IASB die Klarstellung ‚Mangel an Umtauschbarkeit‘, mit der IAS 21 geändert wird. IAS 21 legt die Anforderungen für die Bestimmung des Wechselkurses fest, der für die Erfassung einer Fremdwährungstransaktion in der funktionalen Währung und die Umrechnung eines ausländischen Geschäftsbetriebs in eine andere Währung zu verwenden ist. Die Änderungen an IAS 21 stellen klar, wie ein Unternehmen zu beurteilen hat, ob eine Währung umtauschbar ist, und wie der Wechselkurs zu bestimmen ist, wenn dies nicht der Fall ist. Die Änderungen treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2025 beginnen. Die Auswirkungen der Änderungen müssen noch weiter analysiert und bewertet werden, es wird jedoch derzeit nicht erwartet, dass sie einen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss von adidas haben werden.

Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erstellt. Eine Ausnahme bilden bestimmte Bilanzposten, wie bestimmte originäre Finanzinstrumente, derivative Finanzinstrumente und Planvermögen, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst werden.

Im Oktober 2022 beendete adidas mit Kündigung der Vereinbarung die Yeezy Partnerschaft mit sofortiger Wirkung, stellte den Vertrieb von adidas Yeezy Produkten ein und stoppte alle Zahlungen an Kanye West und seine Unternehmen. Als alleiniger Inhaber aller Designrechte an bestehenden Produkten sowie an früheren und neuen Farbgebungen im Rahmen der Partnerschaft kündigte adidas im Mai 2023 an, mit dem Verkauf der verbleibenden Bestände an adidas Yeezy Produkten zu beginnen, und startete mit einer ersten Vermarktung im Mai 2023. Ein zweiter Verkauf erfolgte im dritten Quartal, wobei beide Verkaufswellen im Jahr 2023 einen Umsatz von insgesamt rund 750 Mio. € erzielten. Zum 31. Dezember 2023 verfügt adidas noch über Vorräte im Gesamtwert von rund 250 Mio. €. Im Zusammenhang mit dem Verkauf dieser Restbestände hat sich adidas verpflichtet, einen signifikanten Betrag an ausgewählte Organisationen zu spenden, die sich für die Bekämpfung von Diskriminierung und Hass, einschließlich Rassismus und Antisemitismus, einsetzen. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 39

Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen die Angaben in Millionen Euro (Mio. €). Aufgrund kaufmännischer Rundungsregeln kann es vorkommen, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren. Dies kann auch dazu führen, dass einzelne Beträge gerundet null ergeben.

02 Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den nachfolgenden Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt.

Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden die adidas AG und alle ihre direkten und indirekten Tochterunternehmen einbezogen, deren Abschlüsse nach einheitlichen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellt werden. Als Tochterunternehmen gilt ein Unternehmen, das von der adidas AG beherrscht wird. Beherrschung liegt vor, wenn adidas schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen.

Mit Wirkung zum Dezember 2019 ist ein Zusatz zu den vertraglichen Vereinbarungen zwischen Agron, Inc., Los Angeles, Kalifornien (USA), und adidas in Kraft getreten, welcher adidas ein Zustimmungsrecht für wichtige finanzielle und operative Ziele sowie die Organisationsstruktur der Agron, Inc., einräumt.# adidas hat das Recht auf und trägt das Risiko aus Rückflüssen aus den vertraglichen Leistungsbeziehungen mit Agron, Inc., welche von der Höhe der Umsatzerlöse und im Allgemeinen der Rentabilität abhängen.

Aufgrund der Erweiterung der Befugnisse hat adidas das Recht, die Höhe der variablen Rückflüsse unmittelbar zu beeinflussen, und aufgrund dessen die Beherrschung über die Agron, Inc., erlangt. Da adidas keine Eigenkapitalanteile an der Agron, Inc., hält, werden sowohl das Nettovermögen als auch die Erträge und Aufwendungen in vollem Umfang den nicht beherrschenden Anteilen zugerechnet. adidas hat im Zusammenhang mit den Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen den Eigentümern von Agron, Inc., keine Gegenleistung erbracht.

Die Entwicklung der Anzahl der konsolidierten Tochterunternehmen im Jahr 2023 bzw. 2022 stellt sich wie folgt dar:

Anzahl der konsolidierten Tochterunternehmen 2023 2022
1. Januar 111 120
Erstkonsolidierte Tochterunternehmen 1 1
Davon: neu gegründet 1 1
Entkonsolidierte/Veräußerte Tochterunternehmen –3 –8
Konzerninterne Unternehmenszusammenschlüsse –2
31. Dezember 109 111

Die Tochterunternehmen werden entweder unmittelbar von der adidas AG selbst oder mittelbar über die zwei Holding-Gesellschaften adidas Beteiligungsgesellschaft mbH in Deutschland oder adidas International B.V. in den Niederlanden gehalten. Eine Aufstellung des Anteilsbesitzes der adidas AG ist dem Konzernabschluss als Anlage I beigefügt. Diese Aufstellung umfasst Informationen über Namen und Sitz aller konsolidierten Tochterunternehmen sowie über die daran gehaltenen Kapitalbeteiligungen. Zudem wird eine Aufstellung des Anteilsbesitzes der adidas AG im Unternehmensregister bekannt gemacht.

►SIEHE ANTEILSBESITZ

Die bilanziellen Effekte konzerninterner Transaktionen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus konzerninternen Geschäftsbeziehungen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Bewertungsgrundsätze

Der folgenden Tabelle können ausgewählte Folgebewertungsgrundsätze im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses entnommen werden.

Übersicht ausgewählter Folgebewertungsgrundsätze

Folgebewertungsgrundsatz Aktiva
Flüssige Mittel Fortgeführte Anschaffungskosten
Flüssige Mittel (Investitionen in bestimmte Geldmarktfonds) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Vorräte Niedrigerer Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert
Sachanlagen Fortgeführte Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Nutzungsrechte Fortgeführte Anschaffungskosten
Geschäfts- oder Firmenwerte Impairment-only-Ansatz
Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwerte):
Mit bestimmter Nutzungsdauer Fortgeführte Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Mit unbestimmter Nutzungsdauer Impairment-only-Ansatz
Finanzielle Vermögenswerte Siehe separate Tabelle
Passiva
Finanzverbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Fortgeführte Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten/Rückstellungen aus anteilsbasierter Vergütung mit Barausgleich Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Derivative Finanzinstrumente ohne Sicherungsbeziehung Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Derivative Finanzinstrumente mit Sicherungsbeziehung Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten
Rückstellungen: Pensionen Methode der laufenden Einmalprämien
Sonstige Rückstellungen Erwarteter Erfüllungsbetrag
Abgegrenzte Schulden Fortgeführte Anschaffungskosten
Leasingverbindlichkeiten Fortgeführte Anschaffungskosten

Finanzielle Vermögenswerte werden nach IFRS 9 klassifiziert und bilanziert. Alle Ankäufe und Veräußerungen von finanziellen Vermögenswerten, mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, werden beim erstmaligen Ansatz zum Handelstag erfasst und zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zu deren Transaktionspreis bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte werden für die Folgebewertung wie folgt klassifiziert: zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Schuldinstrumente), als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Eigenkapitalinstrumente) oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.

Ein finanzieller Vermögenswert ist zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert ist:

  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten (Geschäftsmodell ‚Halten‘), und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen.

Ein finanzieller Vermögenswert ist erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis zu bewerten, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind und es nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert ist:

  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht (Geschäftsmodell ‚Halten und Verkaufen‘), und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag darstellen.

Grundsätzlich werden alle Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Beim erstmaligen Ansatz kann ein Unternehmen unwiderruflich die Wahl treffen, bei der Folgebewertung die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts eines Eigenkapitalinstruments, das weder zu Handelszwecken gehalten wird noch eine bedingte Gegenleistung von einem Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses darstellt, im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Dieses Wahlrecht wird auf Basis der einzelnen Eigenkapitalinstrumente ausgeübt. Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht wie oben beschrieben zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Reklassifizierungen von finanziellen Vermögenswerten werden nur vorgenommen, wenn das Geschäftsmodell zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte geändert wird. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte reklassifiziert.

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten geschieht wie folgt:

Übersicht Folgebewertungsgrundsätze von finanziellen Vermögenswerten gemäß IFRS 9

IFRS-9-Kategorie Folgebewertungsgrundsatz Folgebewertung
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Diese Vermögenswerte werden nachfolgend zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Nettogewinne und -verluste inklusive Zinsen und Dividenden werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung gezeigt.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Fortgeführte Anschaffungskosten Diese Vermögenswerte werden nachfolgend zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Wertminderungsaufwendungen werden von den fortgeführten Anschaffungskosten abgezogen. Zinsergebnis und Währungsgewinne und -verluste sowie Wertminderungsaufwendungen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Etwaige Gewinne und Verluste bei Ausbuchung werden ebenfalls in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.
Fortgeführte Anschaffungskosten Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Schuldinstrument) Diese Vermögenswerte werden nachfolgend zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Zinsergebnis auf Basis der Effektivzinsmethode, Währungsgewinne und -verluste sowie Wertminderungsaufwendungen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung gezeigt. Sonstige Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis gezeigt. Bei Ausbuchung werden kumulierte Gewinne und Verluste in die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert.
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Eigenkapital- instrument) Diese Vermögenswerte werden nachfolgend zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Dividenden werden als Gewinn in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung gezeigt, außer die Dividende stellt eindeutig eine teilweise Rückzahlung der Investitionskosten dar. Sonstige Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis gezeigt und können nicht umgegliedert werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfasst, wenn adidas Vertragspartei des die finanzielle Verbindlichkeit begründenden Finanzinstruments wird. Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für die Folgebewertung werden finanzielle Verbindlichkeiten entweder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten oder als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen insbesondere vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente in Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 designiert sind. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzurechnen sind, reduzieren den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeit bei Zugang.# Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro (€), der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Für jedes in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen legt der Konzern die funktionale Währung fest. Transaktionen in Fremdwährungen werden erstmals in der jeweiligen funktionalen Währung angesetzt, indem der Fremdwährungsbetrag zu dem am Transaktionstag gültigen Kassakurs umgerechnet wird. In den Abschlüssen der einzelnen Tochterunternehmen werden monetäre Posten, die nicht in den jeweiligen funktionalen Währungen denominiert sind, grundsätzlich zum Bilanzstichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Daraus resultierende Währungsgewinne und -verluste werden unmittelbar erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind monetäre Posten, die als Teil einer Absicherung der Nettoinvestition des Konzerns in einen ausländischen Geschäftsbetrieb designiert sind. Diese werden im sonstigen Ergebnis erfasst und erst bei Veräußerung der Nettoinvestition wird der kumulierte Betrag in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert. Aus diesen Umrechnungsdifferenzen resultierende Steuern werden in Anwendung des IAS 12 ebenfalls direkt im sonstigen Ergebnis erfasst. Nicht monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gilt, umgerechnet. Die bilanzielle Behandlung des Gewinns bzw. Verlusts aus der Umrechnung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten nicht monetären Posten orientiert sich an der Erfassung des Gewinns bzw. Verlusts aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Postens. Vermögenswerte und Schulden von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Bilanzstichtagskurs in die Darstellungswährung Euro umgerechnet. Aus praktischen Gründen werden Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs der Periode, der einen Näherungswert für den Transaktionskurs darstellt, umgerechnet. Die im Rahmen der Konsolidierung hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Eine Aufstellung der für den Konzern wichtigsten Wechselkurse im Verhältnis zum Euro ist nachfolgend dargestellt:

Wechselkurse Durchschnittskurse für das Geschäftsjahr Jahresendkurse zum 31. Dezember
2023 2022
USD 1,0817 1,0539
GBP 0,8698 0,8525
JPY 151,9970 138,0550
CNY 7,6680 7,0891
MXN 19,1847 21,2037

Hochinflation

Um Änderungen in der Kaufkraft zum Bilanzstichtag zu reflektieren, werden die Buchwerte von nicht monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, auf Anteilseigner entfallendes Eigenkapital und das Sonstige Ergebnis von Tochterunternehmen in Hochinflationsländern in die am Bilanzstichtag gültige Maßeinheit umgerechnet. Dies erfolgt auf Basis eines allgemeinen Preisindex gemäß IAS 29 ‚Rechnungslegung in Hochinflationsländern‘. Im Gegensatz dazu ist keine Umrechnung für monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die bereits in der am Bilanzstichtag geltenden Maßeinheit bewertet sind, erforderlich, da diese im Bestand befindliche, zu erhaltende oder zu zahlende Geldmittel darstellen.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 33

Gewinne und Verluste aus der Nettoposition der monetären Posten sind im Finanzergebnis enthalten. Nicht monetäre Vermögenswerte, die gemäß IAS 29 neu bewertet worden sind, unterliegen weiterhin der Überprüfung auf Anzeichen einer Wertminderung gemäß den jeweils einschlägigen IFRS.

Derivative Finanzinstrumente

adidas setzt derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Fremdwährungsoptionen, Devisentermingeschäfte und Währungsswaps zur Absicherung seiner Wechselkursrisiken ein. Gemäß den Treasury-Grundsätzen des Unternehmens werden keine Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten zu Handelszwecken abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente werden in der Bilanz bei Zugang sowie in der Folge mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst. Die Methode der Erfassung von Gewinnen oder Verlusten hängt von der Art der Sicherung ab. Zum Zeitpunkt des Abschlusses eines Sicherungsgeschäfts klassifiziert adidas Derivate entweder als Sicherung einer geplanten Transaktion (,Cashflow-Hedgeʻ) oder als Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb. Bei der Anwendung von Cashflow-Hedge-Accounting designiert adidas das Kassaelement von Devisentermingeschäften bzw. den inneren Wert von Währungsoptionen zur Absicherung des Währungsrisikos und wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an (,Spot-to-Spot-Designationʻ). Die Terminelemente eines Devisentermingeschäfts bzw. die Zeitwertkomponente von Währungsoptionen sind von der Designation des Sicherungsinstruments ausgeschlossen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die zur Absicherung des Cashflows bzw. Net Investment bestimmt und geeignet sind und die sich nach Maßgabe von IFRS 9 als effektiv erweisen, werden im Eigenkapital ausgewiesen. adidas wendet in Bezug auf designierte Cashflow-Hedges den ‚Cost of Hedging‘-Ansatz an. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Zeitwertkomponente aus Währungsoptionen sowie die Terminkomponente von Devisentermingeschäften werden als Kosten der Sicherung gesondert bilanziert und separat im Eigenkapital in einer Rücklage für die Kosten der Sicherung ausgewiesen. Soweit keine 100 %ige Effektivität gegeben ist, wird der ineffektive Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst. Die im Eigenkapital kumulierten Gewinne und Verluste werden im gleichen Zeitraum erfolgswirksam ausgewiesen, in dem sich die abgesicherte geplante Transaktion auf die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung auswirkt. Die Absicherung ausländischer Nettoinvestitionen wird analog zur Cashflow-Absicherung bilanziert. Die tatsächlichen Währungsgewinne und -verluste aus dem Derivat bzw. aus der Umrechnung des Kredits mit Ausnahme des Fremdwährungs-Basis-Spreads werden im Eigenkapital ausgewiesen. Bestimmte Sicherungsgeschäfte erfüllen nicht die Voraussetzungen für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft gemäß den Vorschriften des IFRS 9, obwohl sie im Einklang mit den Risikomanagementgrundsätzen des Unternehmens stehen und aus wirtschaftlicher Sicht durchaus eine geeignete Absicherung darstellen. Bei Abschluss der Transaktion dokumentiert adidas die Beziehung zwischen den Sicherungsinstrumenten und den Sicherungsobjekten sowie die Risikomanagementziele und -strategien der Sicherungsgeschäfte. Bei diesem Verfahren werden alle als Sicherungsinstrument klassifizierten Derivate mit spezifischen, fest zugesagten und geplanten Transaktionen verknüpft. Die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft ist qualitativ und quantitativ feststellbar und adidas beurteilt die Effektivität der Sicherungsbeziehungen mithilfe anerkannter Methoden wie der hypothetischen Derivatemethode bzw. der ,Dollar Offset Method‘. Ineffektivität wird hauptsächlich durch Veränderungen des Kreditrisikos oder aus zeitlichen Verschiebungen des Grundgeschäfts erwartet. Die beizulegenden Zeitwerte von Fremdwährungsoptionen sowie von Devisentermingeschäften werden auf Basis der Marktbedingungen zum Bilanzstichtag ermittelt. Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Fremdwährungsoptionen werden anerkannte Bewertungsmodelle angewendet. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Faktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und Volatilität des zugrunde liegenden Wechselkurses, beeinflusst. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte berücksichtigt das Unternehmen das Kontrahentenrisiko.

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel beinhalten Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristige Einlagen mit Restlaufzeiten von drei Monaten oder weniger ab dem Erwerbszeitpunkt, wie beispielsweise Wertpapiere und Investitionen in Geldmarktfonds. Die in den flüssigen Mitteln enthaltenen Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Die Zahlungsmitteläquivalente können teilweise Investitionen in Geldmarktfonds enthalten. Die Klassifizierung und Bewertung nach IFRS 9 erfolgt, basierend auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens, zur Steuerung dieser finanziellen Vermögenswerte und der vertraglichen Zahlungsströme. Investitionen in Geldmarktfonds enthalten neben Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Betrag auch noch andere Zahlungsströme. Aufgrund dessen werden diese Investitionen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen wird erfasst, wenn gegen den Kunden ein unbedingter Anspruch auf Gegenleistung besteht (d.h., die Fälligkeit tritt automatisch durch Zeitablauf ein). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, werden mit dem Transaktionspreis erfasst, der den Betrag der vom Unternehmen erwarteten Gegenleistung für verpflichtende Warenlieferungen oder Serviceleistungen an Kunden darstellt. Nicht enthalten sind Beträge, die für fremde Dritte eingezogen werden. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Klassifizierung und Bewertung von sonstigen finanziellen Vermögenswerten nach IFRS 9 erfolgt, basierend auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens, zur Steuerung dieser finanziellen Vermögenswerte und nach den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme.# Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen und die dem Geschäftsmodell ‚Halten‘ zugeordnet sind, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. adidas zeigt in dieser Kategorie hauptsächlich Kautionsleistungen und Forderungen gegenüber Kreditkartenunternehmen und elektronischen Handelsplattformen.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte, deren Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen und die dem Geschäftsmodell ‚Halten und Verkaufen‘ zugeordnet sind, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet. Diese Kategorie beinhaltet hauptsächlich sonstige Kapitalanlagen und Wertpapieranlagen zur Absicherung von langfristigen, variablen Vergütungskomponenten.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte, die sich weder innerhalb des Geschäftsmodells ‚Halten‘ noch ‚Halten und Verkaufen‘ befinden, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Diese Kategorie beinhaltet hauptsächlich Schuldscheine und Earn-out-Komponenten.

Langfristige Finanzanlagen

Langfristige Finanzanlagen werden nach IFRS 9 wie folgt in Schuldinstrumente und Eigenkapitalinstrumente aufgeteilt: Schuldinstrumente werden, basierend auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens, zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und vertraglicher Zahlungsströme klassifiziert. Nur finanzielle Vermögenswerte im Geschäftsmodell ‚Halten‘, dessen Zielsetzung darin besteht, vertragliche Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten zu vereinnahmen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Diese Zahlungsströme stellen ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag dar. adidas klassifiziert bestimmte Kredite in dieser Kategorie. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte, die eines der Kriterien nicht erfüllen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. adidas zeigt keine langfristigen Finanzanlagen in der Kategorie erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Schuldinstrument) und bilanziert Kredite, die die vertraglichen Zahlungsströme nicht erfüllen, erfolgswirksam.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 13

Grundsätzlich werden alle Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, sofern diese nicht langfristig aus strategischen Gründen gehalten werden und in diesem Zusammenhang Wertveränderungen erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Eigenkapital) erfasst werden. Der Ausweis dieser Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert basiert auf strategischen Managemententscheidungen.

Vorräte

Fertige Erzeugnisse und Handelswaren werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Letzterer entspricht dem geschätzten, im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

Die Anschaffungskosten werden durch eine Standardbewertungsmethode ermittelt, die ‚Durchschnittskostenmethode‘. Die Herstellungskosten fertiger Erzeugnisse beinhalten direkt zuordenbare Material- und Fertigungskosten und angemessene Teile der zurechenbaren Produktionsgemeinkosten. Die Berechnung der Gemeinkostenzuschläge erfolgt auf Basis geplanter durchschnittlicher Auslastungen. Die Wertberichtigungen auf den Nettoveräußerungswert werden konzerneinheitlich basierend auf dem Alter bzw. den voraussichtlichen Verkaufserlösen der Artikel, ermittelt.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 07

Aufgegebene Geschäftsbereiche

Ein Teil des adidas Konzerns, dessen Geschäftsaktivitäten und Cashflows operativ und für die Zwecke der Rechnungslegung von den sonstigen Geschäftsaktivitäten klar abgegrenzt werden können, wird als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen, wenn dieser entweder veräußert worden ist oder als zur Veräußerung gehalten eingestuft wird und

  • einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt,
  • Teil eines einzelnen abgestimmten Plans zur Veräußerung eines gesonderten wesentlichen Geschäftszweigs oder geografischen Geschäftsbereichs ist oder
  • ein Tochterunternehmen darstellt, das ausschließlich mit der Absicht einer Weiterveräußerung erworben worden ist.

Aufgegebene Geschäftsbereiche sind nicht im Gewinn/Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen enthalten und werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung in einem gesonderten Posten als Gewinn/Verlust aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern dargestellt. Wenn ein Geschäftsbereich als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft wird, werden die Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die Konzernkapitalflussrechnung des Vergleichsjahres so angepasst, als wäre der Geschäftsbereich von Beginn des Vergleichsjahres an so klassifiziert worden.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 03

Sachanlagen

Die Bewertung von Sachanlagen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Diese umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten, um den Vermögenswert in den erforderlichen, vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand zu versetzen, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen.

Abschreibungen werden auf Sachanlagen mit Ausnahme von Grundstücken und in Erstellung befindlicher Vermögenswerte über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer unter Berücksichtigung eines möglichen Restbuchwerts nach der ‚linearen Methode‘ vorgenommen. Teile einer Sachanlage mit einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum Gesamtwert der Sachanlage werden getrennt abgeschrieben.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 09

Es werden jeweils folgende voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauern von Sachanlagen Jahre
Grundstücke unbegrenzt
Bauten und Einbauten 20–50
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–5
Technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen 2–10

Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Erneuerungen und Verbesserungen werden aktiviert und separat abgeschrieben, wenn die Ansatzkriterien erfüllt sind.

Wertminderungsaufwendungen für nichtfinanzielle Vermögenswerte

Ergeben sich aufgrund von Tatsachen oder Umständen Anhaltspunkte für eine Wertminderung langfristiger Vermögenswerte (z.B. Sachanlagevermögen sowie immaterielle Vermögenswerte einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerte und Vertragsvermögenswerte), wird der erzielbare Betrag ermittelt. Dieser bemisst sich als der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Nettoveräußerungspreis) und Nutzungswert. Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit bestimmt, zu der der Vermögenswert gehört. Der beizulegende Zeitwert wird dabei nach Stufe 3 des IFRS 13 ‚Bemessung des beizulegenden Zeitwerts‘ ermittelt.

Sofern der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, wird ein Wertminderungsaufwand in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. in den Wertminderungsaufwendungen für Geschäfts- oder Firmenwerte erfasst. Der Wertminderungstest für Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf Basis der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durchgeführt, die die niedrigste Ebene innerhalb des Unternehmens, auf der die Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden, darstellen. Wenn eine Wertminderung bei einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorliegt, wird zunächst der Buchwert des Geschäfts- und Firmenwerts, der dieser Gruppe zugeordnet ist, reduziert. Danach werden anteilig die anderen langfristigen Vermögenswerte der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, sofern deren erzielbarer Betrag unter dem Buchwert liegt, auf Basis der Buchwerte jedes einzelnen Vermögenswerts der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vermindert. Bei der Zuordnung eines Wertminderungsaufwands wird der Buchwert eines einzelnen Vermögenswerts nicht unter seinen beizulegenden Zeitwert herabgesetzt. Der Betrag eines Wertminderungsaufwands, der andernfalls dem Vermögenswert zugeordnet worden wäre, wird anteilig den anderen Vermögenswerten der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bzw. Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet.

Unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, werden immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer, noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte und bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte jährlich zum 31. Dezember auf Wertminderung überprüft. Sofern unterjährig an einem anderen Zeitpunkt als dem 31. Dezember Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, werden zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Wertminderungstests für diese Vermögenswerte durchgeführt.

Ein für Geschäfts- oder Firmenwerte erfasster Wertminderungsaufwand wird nicht aufgeholt. Für alle weiteren wertgeminderten Vermögenswerte wird ein in früheren Berichtsperioden erfasster Wertminderungsaufwand nur erfolgswirksam aufgeholt, wenn sich eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen worden ist. Die Obergrenze für die Wertaufholung bildet dabei der Buchwert (abzüglich Abschreibungen oder Amortisationen), der zu Buche stünde, wenn ursprünglich kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.

Wertminderungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte

Wertminderungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (Schuldinstrumente) bewertet werden, sind gemäß IFRS 9 ‚Finanzinstrumente‘ angesetzt.Der Standard verlangt für die Bilanzierung von Wertberichtigungen nicht nur eine Berücksichtigung von historischen Daten, sondern auch die Berücksichtigung von zukünftigen Erwartungen und Prognosen (Modell der ‚erwarteten Kreditverluste‘). adidas wendet die vereinfachte Methode einheitlich an und berücksichtigt für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverluste (‚Lifetime Expected Credit Losses‘). Für die Berechnung der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit ähnlichen Ausfallrisikoeigenschaften, basierend auf deren geografischen Regionen und makroökonomischen Kennziffern, in verschiedene Portfolios eingestuft. Historische Muster für das Zahlungsverhalten und die Altersstruktur der Forderungen werden individuell für jedes Portfolio analysiert, um die Ausfallwahrscheinlichkeit zu ermitteln. Diese wird zusätzlich um zukunftsbezogene Faktoren angepasst, die im Wesentlichen von den Prämien für Kreditausfallversicherungen (‚Credit Default Swap‘ [CDS]) der jeweiligen Länder, in denen adidas operativ tätig ist, abgeleitet werden. Die adjustierte Ausfallwahrscheinlichkeit (‚Probability of Default‘) wird in Verbindung mit der Ausfallverlustquote (‚Loss Given Default‘) und dem im Risiko stehenden Betrag (‚Exposure at Default‘) als Prozentsatz angewendet, um den zu erwartenden Kreditverlust (‚Expected Credit Loss‘) für jedes Portfolio und jede Altersstruktur der Forderungen zu ermitteln. Die Prozentsätze werden regelmäßig überprüft, um zu gewährleisten, dass sie die aktuellen Kreditrisiken widerspiegeln. Bei einem eindeutigen Nachweis der Minderung der Kreditwürdigkeit eines spezifischen Kunden erfolgt eine detaillierte Analyse des Kreditrisikos und für diesen Kunden wird eine angemessene Einzelwertberichtigung berücksichtigt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gelten als ausgefallen, wenn erwartet wird, dass der Schuldner seinen Kreditverpflichtungen gegenüber adidas nicht nachkommen kann.

Flüssige Mittel, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, unterliegen der allgemeinen Methode der Wertberichtigungsanforderungen gemäß IFRS 9. adidas wendet eine Ausnahme für die Mehrzahl der flüssigen Mittel an, da diese Investitionen ein geringes Ausfallrisiko haben, das auf dem Bonitätsgrad der entsprechenden Geschäftspartner basiert (vom Unternehmen als Bonitätsgrad BBB+ oder höher definiert). Ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos für flüssige Mittel wird unterstellt, wenn diese mehr als 30 Tage überfällig sind. adidas beobachtet das Ausfallrisiko der flüssigen Mittel unter Berücksichtigung der Wirtschaftslage, externer Bonitätsprüfungen und/oder der Prämien für Kreditausfallversicherungen anderer Finanzinstitute sowie anhand von festgelegten Grenzwerten. Die Kalkulation des zu erwartenden Verlusts für flüssige Mittel basiert auf der Ausfallwahrscheinlichkeit und Realisierungsquoten, abgeleitet von Kreditausfallversicherungen oder externen Bonitätsprüfungen der Gegenpartei. Flüssige Mittel gelten als ausgefallen, wenn diese mehr als 90 Tage überfällig sind.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte, bei denen eine Wertminderung nach IFRS 9 analysiert werden muss, umfassen hauptsächlich Kautionsleistungen und Forderungen gegenüber Kreditkartenunternehmen und elektronischen Handelsplattformen. Das Ausfallrisiko für derartige finanzielle Vermögenswerte wird unter Berücksichtigung der Marktgegebenheiten, externer Bonitätsprüfungen und/oder der Prämien für Kreditausfallversicherungen anderer Finanzinstitute bestimmt. Sonstige finanzielle Vermögenswerte gelten als ausgefallen, wenn diese mehr als 90 Tage überfällig sind. Objektive Nachweise für eine beeinträchtigte Bonität von finanziellen Vermögenswerten sind z.B. signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners/Emittenten, Hinweise auf dessen möglichen Bankrott, die Verschlechterung der Marktsituation für dessen Produkte und allgemeine makroökonomische Schwierigkeiten. Der Bruttowert der finanziellen Vermögenswerte wird ausgebucht, wenn adidas auf Basis einer Einzelfallbewertung annimmt, dass deren Eintreibung nicht mehr möglich ist. Wertminderungsaufwendungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter dem Posten ‚Wertminderungsaufwendungen (netto) für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte‘ aufgeführt.

Leasing

adidas beurteilt bei Vertragsabschluss, ob es sich bei dem Vertrag gemäß IFRS 16 ‚Leasingverhältnisse‘ um ein Leasingverhältnis handelt oder ob der Vertrag ein solches beinhaltet. IFRS 16 definiert ein Leasingverhältnis als einen Vertrag, der dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Ein Leasingvertrag gewährt das Recht, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts zu kontrollieren, sofern der Leasingnehmer während des gesamten Verwendungszeitraums berechtigt ist, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des identifizierten Vermögenswerts zu ziehen (beispielsweise durch das exklusive Recht auf Nutzung des Vermögenswerts während dieses Zeitraums) und über die Nutzung des identifizierten Vermögenswerts während des Verwendungszeitraums zu entscheiden.

In seiner Eigenschaft als Leasingnehmer mietet adidas verschiedene Arten von Vermögenswerten, insbesondere Gebäude (Einzelhandelsgeschäfte, Büros, Lagerhäuser usw.), Grundstücke, technische Anlagen und Maschinen (Lagerausrüstung, Produktionsmaschinen usw.), Kraftfahrzeuge, Computerhardware sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Leasingverträge werden in der Regel über einen festen Zeitraum von bis zu 99 Jahren abgeschlossen, können aber auch Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen enthalten. Die Leasingkonditionen werden individuell ausgehandelt und können eine Vielzahl unterschiedlicher Bedingungen umfassen.

adidas macht von einer IFRS-16-Regelung im Hinblick auf Nichtbilanzierung von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten im Rahmen von Leasingverträgen mit geringem Wert (d.h., der Wert des zugrunde liegenden Vermögenswerts beträgt bei Neuanschaffung 5.000 € oder weniger) und kurzfristigen Leasingverträgen (kürzer als zwölf Monate und der Vertrag enthält keine Kaufoption) Gebrauch. Leasingzahlungen für geringwertige Leasingverhältnisse werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zum Zeitpunkt der Zahlung als Aufwand erfasst.

adidas macht des Weiteren von der Möglichkeit Gebrauch, dass Leasingnehmer bei der Berechnung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts für alle Klassen von Leasingvermögenswerten – mit Ausnahme von Immobilien – Leasingraten mit Zahlungen für Nicht-Leasing-Komponenten kombinieren können.

adidas bilanziert Nutzungsrechte und die entsprechenden Leasingverbindlichkeiten zu Beginn des jeweiligen Leasingverhältnisses. Am Bereitstellungsdatum bewertet adidas die Leasingverbindlichkeit zunächst mit dem Barwert der zu diesem Zeitpunkt noch ausstehenden Leasingraten. Dazu gehören feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich zu erhaltender etwaiger Leasinganreize, variable Leasingraten, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, Beträge, die von adidas voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien zu entrichten sind, der Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn adidas diese Option mit hinreichender Sicherheit ausüben wird, und Strafzahlungen für die Kündigung des Leasingvertrags, wenn aus der Vertragslaufzeit hervorgeht, dass der Leasingnehmer diese Kündigungsoption wahrnehmen wird. Sonstige variable Leasingzahlungen werden nicht in die Bemessung der Leasingverbindlichkeit einbezogen. Die Leasingraten werden mit dem jeweils dem Leasingvertrag zugrunde liegenden Zinssatz diskontiert. Wenn dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann, verwendet adidas den Grenzfremdkapitalzinssatz. Im Allgemeinen wendet adidas für Diskontierungszwecke einen Grenzfremdkapitalzinssatz an, der an das länderspezifische Risiko, das Kreditrisiko von adidas, an Sicherheiten aus der Wertveränderung der Leasingobjekte, das vertragswährungsbezogene Risiko und die Vertragslaufzeit angepasst wird.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 10
► SIEHE ERLÄUTERUNG 19

Nach dem Bereitstellungsdatum werden die Leasingraten in Tilgungs- und Zinszahlungen unterteilt. Die Leasingverbindlichkeit wird anschließend durch Erhöhung des Buchwerts um die Zinskosten der Leasingverbindlichkeit unter Heranziehung des Effektivzinssatzes und durch Verringerung des Buchwerts um die geleisteten Leasingraten bewertet. Der Buchwert der Leasingverbindlichkeit wird neu bewertet, sofern es zu einer Neubewertung bzw. Änderung des Leasingvertrags kommt (einschließlich einer geänderten Beurteilung, ob eine Verlängerungs- oder Kündigungsoption mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden wird).

Zum Bereitstellungsdatum wird das Nutzungsrecht zunächst zu den Anschaffungskosten bewertet. Diese setzen sich aus dem Betrag der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit, den zu oder vor dem Datum des Vertragsbeginns geleisteten Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize, den anfänglichen direkten Kosten des Leasingnehmers und den geschätzten Kosten zusammen, die adidas für Demontage und Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts, die Wiederherstellung des Standorts, an dem sich dieser befindet, oder die Rückversetzung des zugrunde liegenden Vermögenswerts in den in den Vertragsbedingungen festgelegten Zustand entstehen werden. Danach wird das Nutzungsrecht zu den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst. Grundsätzlich wird das Nutzungsrecht linear über die Laufzeit des Leasingvertrags oder die Nutzungsdauer des Leasingvermögenswerts abgeschrieben, je nachdem, welcher Zeitraum kürzer ist.# Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

adidas fällt bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverträgen unter Berücksichtigung der Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen eine Ermessensentscheidung. Die Beurteilung, ob die Optionen mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden, hat Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingvertrags und kann daher die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten bzw. der Nutzungsrechte erheblich beeinflussen. Neuverhandlungen von Leasingverträgen, die zu Veränderungen in den ursprünglichen Vertragsbedingungen führen, z.B. Veränderungen von Mietflächen, der Gegenleistung (inklusive Rabatte und Konzessionen) oder Laufzeit des Leasingvertrags werden als Leasingmodifikationen behandelt. Leasingmodifikationen werden abhängig von den Umständen der Neuverhandlungen entweder als neuer getrennter Vertrag erfasst oder sie lösen eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit anhand der diskontierten künftigen Leasingraten aus. Im letzteren Fall wird eine entsprechende Anpassung des Nutzungsrechts ggf. zusammen mit einer Differenz in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Neubewertungen können auch aus Veränderungen von Annahmen oder Ermessensentscheidungen resultieren, beispielsweise aufgrund von Veränderungen der Laufzeit des Leasingvertrags wegen geänderter Einschätzungen von vorhandenen Verlängerungs- und Beendigungsoptionen. Es ist notwendig, eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit anhand der diskontierten oder bestehenden künftigen Leasingraten und damit einhergehend eine Anpassung des Nutzungsrechts durchzuführen.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Ein Geschäfts- oder Firmenwert ist ein Vermögenswert, der künftigen wirtschaftlichen Nutzen aus anderen bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Vermögenswerten darstellt, die nicht einzeln identifiziert und separat angesetzt werden. Er ergibt sich, wenn die Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten übersteigen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Unternehmens stehen, sowie sämtliche Anpassungen des Buchwerts an den beizulegenden Zeitwert der übernommenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden als Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten des berichtenden Unternehmens behandelt und mit den Wechselkursen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung umgerechnet. Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird in der Folge mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet (‚Impairment-only-Ansatz‘). ► SIEHE ERLÄUTERUNG 11 Der Geschäfts- oder Firmenwert wird in der funktionalen Währung der erworbenen ausländischen Einheit geführt.

Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwerte)

Die immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Abschreibungen werden unter Berücksichtigung eines möglichen Restbuchwerts nach der ‚linearen Methode‘ über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer verteilt. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 12 Aufwendungen während der Entwicklungsphase für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt der Entstehung aktiviert, wenn sie die Ansatzkriterien gemäß IAS 38 ‚Immaterielle Vermögenswerte‘ erfüllen. Entwicklungskosten für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden von dem Tag an aktiviert, an dem die in IAS 38 ‚Immaterielle Vermögenswerte‘ genannten Kriterien erstmals erfüllt sind. Die aktivierten Entwicklungskosten werden ab dem Zeitpunkt planmäßig abgeschrieben, ab dem der Vermögenswert verwendet werden kann. Es werden jeweils folgende voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten
| Jahre |
|---|
| Software | 3 – 7 |
| Patente und Lizenzen | 5 – 15 |
| Internetseiten | 2 |

Forschung und Entwicklung

Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung in voller Höhe als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden ebenfalls zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst, sofern sie die Ansatzkriterien des IAS 38 ‚Immaterielle Vermögenswerte‘ nicht erfüllen.

Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten

Finanzverbindlichkeiten (z.B. Eurobonds) und sonstige Verbindlichkeiten werden mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Transaktionskosten erfasst. In den Folgeperioden werden Finanzverbindlichkeiten mit den fortgeführten Anschaffungskosten nach der ‚Effektivzinsmethode‘ bewertet. Jede Differenz zwischen dem Nettodarlehensbetrag (abzüglich der Transaktionskosten) und dem Tilgungswert wird verteilt über die Laufzeit der Finanzverbindlichkeiten in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen. Zusammengesetzte Finanzinstrumente (z.B. Wandelanleihen) werden in eine in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesene Fremdkapitalkomponente und eine aus den Wandlungsrechten resultierende Eigenkapitalkomponente, die in der Kapitalrücklage erfasst wird, aufgeteilt. Der beizulegende Zeitwert der Fremdkapitalkomponente wird durch Diskontierung der Zins- und Tilgungszahlungen einer vergleichbaren Verbindlichkeit ohne Wandlungsrechte unter Verwendung eines risikoadäquaten Zinssatzes ermittelt. Die Folgebewertung der Fremdkapitalkomponente erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der ‚Effektivzinsmethode‘. Die Eigenkapitalkomponente wird mit dem Unterschiedsbetrag des beizulegenden Zeitwerts des gesamten zusammengesetzten Finanzinstruments und des beizulegenden Zeitwerts der Fremdkapitalkomponente bewertet und innerhalb des Eigenkapitals erfasst. Eine Folgebewertung der Eigenkapitalkomponente erfolgt nicht. Direkt zuordenbare Transaktionskosten werden bei der erstmaligen Erfassung der Eigen- und Fremdkapitalkomponente proportional zu deren Buchwerten zugeordnet.

Rückstellungen und abgegrenzte Schulden

Eine Rückstellung wird gebildet, wenn aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige – rechtliche oder faktische – Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die zu einem wahrscheinlichen Abfluss von Ressourcen führt, und wenn die Höhe der Verpflichtung zuverlässig zu schätzen ist. Im Allgemeinen sind alle Rückstellungen hinsichtlich ihrer Fälligkeit oder ihres Betrags ungewiss. Der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung wird in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, wenn die Auswirkung des Zeitwerts des Geldes wesentlich ist, wobei der Zinsaufwand im Finanzaufwand ausgewiesen wird. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 18 Abgegrenzte Schulden sind Schulden aus erhaltenen oder gelieferten Gütern oder Dienstleistungen, die weder bezahlt noch vom Lieferanten in Rechnung gestellt oder formal vereinbart worden sind. Dazu gehören auch Beschäftigten geschuldete Beträge. Die Ungewissheit hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunkts der abgegrenzten Schulden ist im Allgemeinen viel geringer als bei den Rückstellungen. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 20

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen und Aufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen beziehen sich auf die Verpflichtungen des Unternehmens für leistungsorientierte und beitragsorientierte Pläne. Die Verpflichtungen für leistungsorientierte Pläne werden separat für jeden Plan durch Schätzung der in der laufenden Periode und in früheren Perioden – im Austausch für die erbrachten Arbeitsleistungen der Beschäftigten – erdienten Leistungen ermittelt. Diese Leistungsansprüche werden zur Bestimmung ihres Barwerts abgezinst und die beizulegenden Zeitwerte für vorhandenes Planvermögen werden zur Ermittlung der Nettoverbindlichkeit mit dem Barwert saldiert. Der Abzinsungssatz basiert auf Renditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen am Bilanzstichtag, vorausgesetzt, in dem Land existiert ein liquider Markt für solche Industrieanleihen in der jeweiligen Währung. Ansonsten wird auf die Marktrenditen für Staatsanleihen abgestellt. Die Berechnungen werden von qualifizierten Versicherungsmathematiker*innen nach der Methode der laufenden Einmalprämien (‚Projected Unit Credit Method‘) in Übereinstimmung mit IAS 19 ‚Leistungen an Arbeitnehmer‘ durchgeführt. Die Verpflichtungen zu beitragsorientierten Plänen werden zum Fälligkeitszeitpunkt als Aufwand in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 23

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz nur durch das Eintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle von adidas stehen, bestätigt werden wird. Des Weiteren sind Eventualverbindlichkeiten auf vergangenen Ereignissen beruhende, gegenwärtige Verpflichtungen, die jedoch nicht erfasst werden, weil ein Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung der Verpflichtungen nicht wahrscheinlich ist oder die Verpflichtungshöhe nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden nicht in der Konzernbilanz angesetzt, sondern im Konzernanhang ausgewiesen und beschrieben.  ► SIEHE ERLÄUTERUNG 38 

Eigene Aktien

Bei einem Rückerwerb eigener Aktien wird das geleistete Entgelt, das direkt zurechenbare Kosten abzüglich eventueller Steuereffekte beinhaltet, als eine Reduzierung des Eigenkapitals dargestellt. Der Nominalbetrag in Höhe von 1 € je Aktie wird vom Grundkapital abgezogen. Ein möglicher Auf- oder Abschlag vom Nominalbetrag wird als Änderung der Gewinnrücklage ausgewiesen. Falls eigene Aktien verkauft oder erneut ausgegeben werden, wird der Nominalbetrag der Aktien dem Grundkapital zugerechnet und der den Nominalbetrag übersteigende Betrag der Gewinnrücklage zugeführt.

Erlöse

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, wenn adidas die entsprechende Leistungsverpflichtung, durch Übertragung der Güter an den Kunden, erfüllt hat.# Die Güter gelten zu dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde die Verfügungsgewalt über die Güter erlangt, als übertragen.

Der Zeitpunkt für die Übertragung der Verfügungsgewalt ist abhängig von den individuellen Vertragsbedingungen (Lieferbedingungen). Die Höhe der zu erfassenden Umsatzerlöse wird auf Basis der Gegenleistung bestimmt, die adidas unter Berücksichtigung von Rücklieferungen, Skonti und Rabatten im Austausch für die Übertragung der zugesagten Güter und Dienstleistungen auf den Kunden voraussichtlich erhalten wird.

Die Kunden des Unternehmens besitzen unter bestimmten Voraussetzungen und gemäß den vertraglichen Vereinbarungen die Möglichkeit, Waren gegen gleichartige oder andere Produkte umzutauschen oder gegen Gutschrift zurückzugeben. Beträge für erwartete Rücklieferungen werden auf der Grundlage von Erfahrungswerten bezüglich der Rücklieferungsquoten und -zeiträume über eine Rückstellung für Rücklieferungen von den Umsätzen abgegrenzt. Der Vermögenswert für das Recht auf Rückerhalt der vom Kunden zurückgegebenen Waren wird mit dem Buchwert der jeweiligen Vorräte, abzüglich Abwicklungskosten und einer potenziellen Wertminderung, bewertet.

adidas gewährt Kunden bei Erfüllung bestimmter vordefinierter Bedingungen verschiedene Arten von weltweit vereinheitlichten, erfolgsabhängigen Rabatten. Diese umfassen beispielsweise Rabatte für einen wachsenden Umsatz des Kunden mit adidas Produkten, Kundentreue sowie für Förderung des Abverkaufs, beispielsweise durch das Management von Verkaufsflächen/Franchisegeschäften. Sobald davon auszugehen ist, dass der Kunde die Bedingungen zur Gewährung des Rabatts erfüllt, wird dieser Betrag umsatzverkürzend über eine abgegrenzte Schuld für Marketing und Vertrieb bilanziert.

adidas generiert des Weiteren Erträge aus der Auslizenzierung des Nutzungsrechts der Marken an Dritte. Die daraus resultierenden umsatzbasierten Lizenz- und Provisionserträge werden gemäß den Vertragsbedingungen periodengerecht erfasst, d.h., der Umsatz ist bereits realisiert, obwohl die Zahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Verträge mit garantiertem Mindesteinkommen resultieren in Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt der vom Kunden jährlich erhaltenen Zahlungen. Die sich auf diese Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten beziehende Leistungsverpflichtung wird während der Vertragslaufzeit erfüllt, d.h., das garantierte Mindesteinkommen pro Jahr wird gleichmäßig auf zwölf Monate verteilt, wobei die Zahlungen gemäß Vertragsvereinbarung mit dem Kunden erfasst werden.

Werbe- und Promotion-Aufwendungen

Vorauszahlungen für Werbekampagnen werden zunächst bis zum Erhalt der Dienstleistungen als Abgrenzungsposten unter den sonstigen kurz- und langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen und bei Erhalt der Dienstleistung vollständig aufwandswirksam erfasst. Wesentliche Aufwendungen für Werbekampagnen werden linear über die vorgesehene Dauer der Werbekampagne als Aufwand verteilt. Promotion-Aufwendungen, einschließlich der bei Unterzeichnung zu zahlenden einmaligen Prämien für Promotion-Verträge, werden grundsätzlich planmäßig über die Laufzeit des Vertrags als Aufwand verteilt.

Zinsen

Zinsen werden unter Berücksichtigung der ‚Effektivzinsmethode‘ zum Zeitpunkt der Entstehung als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. Eine Ausnahme bilden Zinsen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Diese werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des qualifizierten Vermögenswerts aktiviert. Die Zinszahlungen sind im Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

adidas erhält Zuwendungen der öffentlichen Hand in Form von Zuschüssen, Subventionen oder Prämien von lokalen, nationalen oder internationalen Regierungsbehörden, wie beispielsweise des Freistaats Bayern, der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Zuwendungen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung in Abzug von den entsprechenden Aufwendungen gebracht.

Ertragsteuern

Ertragsteuern werden gemäß den anzuwendenden steuerrechtlichen Bestimmungen der Länder, in denen adidas tätig ist, ermittelt. adidas ermittelt latente Steuern für sämtliche temporären Differenzen zwischen den Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden sowie für steuerliche Verlustvorträge. Da es nicht zulässig ist, eine latente Steuerschuld für den Erstansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts zu erfassen, berechnet adidas auf diesen keine latenten Steuern.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind. Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Unterschieden und steuerlichen Verlustvorträgen, die zu versteuernde temporäre Unterschiede übersteigen, werden nur in dem Umfang ausgewiesen, in dem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Realisierung des entsprechenden Vorteils erzielen wird. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann.

Ertragsteuern werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Sachverhalte, die direkt im Eigenkapital verrechnet worden sind. Latente Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral verbucht. Sie werden dabei entsprechend dem ihnen zugrunde liegenden Geschäftsvorfall entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.

Im Fall von Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung erfasst und bewertet adidas tatsächliche oder latente Steueransprüche oder -schulden gemäß den Vorschriften nach IAS 12 und IFRIC 23. adidas entscheidet im Einzelfall, ob die jeweilige unsichere steuerliche Behandlung einzeln oder zusammen mit einer oder mehreren anderen unsicheren steuerlichen Behandlungen zu betrachten ist, je nachdem, welcher Ansatz sich besser für die Vorhersage der Auflösung der Unsicherheit eignet. Wenn es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die Steuerbehörde eine unsichere steuerliche Behandlung akzeptiert, gibt adidas die Auswirkungen der Unsicherheit mittels einer der folgenden Methoden wieder, je nachdem, welche Methode sich besser für die Vorhersage der Auflösung der Unsicherheit eignet:
─der am ehesten wahrscheinliche Einzelbetrag
─der voraussichtliche Wert, basierend auf der Summe der wahrscheinlichkeitsgewichteten Einzelbeträge

Bei der Beurteilung, ob und wie sich eine unsichere steuerliche Behandlung auf die Bestimmung von zu versteuernden Gewinnen / steuerlichen Verlusten, steuerlichen Wertansätzen, ungenutzten Verlustvorträgen, ungenutzten Steuergutschriften und Steuersätzen auswirkt, geht adidas davon aus, dass eine Steuerbehörde die Beträge überprüfen wird, zu deren Überprüfung sie berechtigt ist, und dass ihr bei diesen Prüfungen alle relevanten Informationen vollumfänglich bekannt sind.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 34

Anteilsbasierte Vergütung

Die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen für Beschäftigte mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung unter Verwendung eines angemessenen Bewertungsmodells ermittelt. Dieser Aufwand wird über den Zeitraum, in dem die Dienstzeit abgeleistet wird und, wenn anwendbar, die Leistungsbedingungen erfüllt sind (der Erdienungszeitraum), in den Personalaufwendungen mit einem zugehörigen Anstieg im Eigenkapital (Gewinnrücklagen) verbucht. Die bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit an jedem Abschlussstichtag für Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfassten kumulierten Aufwendungen geben die Höhe der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die letztendlich übertragen werden, wieder, basierend auf der Laufzeit des Erdienungszeitraums und der bestmöglichen vom Unternehmen vorgenommenen Einschätzung.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 26

Dienst- und marktunabhängige Leistungsbedingungen werden bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts am Tag der Gewährung nicht berücksichtigt. Allerdings wird die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung dieser Bedingungen im Rahmen der bestmöglichen Einschätzung der Anzahl der letztlich übertragenen Eigenkapitalinstrumente geprüft. Im Fall einer angepassten Einschätzung kann es sogar zu einem Ertrag in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung für die Berichtsperiode kommen, da sie die Veränderung in den kumulierten Aufwendungen vom Anfang bis zum Ende dieser Periode widerspiegelt. Es werden keine Aufwendungen für Zusagen, die letztendlich nicht übertragen werden, verbucht, wenn marktunabhängige Leistungsbedingungen und/oder Dienstzeitbedingungen nicht erfüllt worden sind.

Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente mit Parteien, die keine Beschäftigten sind, werden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Güter oder Dienstleistungen bewertet. Wenn der beizulegende Zeitwert nicht sicher geschätzt werden kann, werden sie mit dem beizulegenden Zeitwert der gewährten Eigenkapitalinstrumente zum Tag, an dem die Güter erhalten werden bzw. die Gegenpartei den Dienst leistet, bewertet.# Bei anteilsbasierten Vergütungen, die bar abgegolten werden, erfolgt die Erfassung der erworbenen Güter oder Dienstleistungen und die entstandene Verbindlichkeit mit dem beizulegenden Zeitwert der Verbindlichkeit. Bis zur Begleichung der Verbindlichkeit werden der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeit zu jedem Berichtsstichtag und am Erfüllungstag neu bestimmt und alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst.

Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen

Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert es, Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben, zu treffen. Obwohl diese Schätzungen nach bestem Wissen, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen.
Im Jahr 2023 wurden die Annahmen und Schätzungen weiterhin maßgeblich von den gestiegenen makroökonomischen und geopolitischen Herausforderungen beeinflusst. Infolge der Beendigung der Yeezy Partnerschaft wurden im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses Ermessensentscheidungen getroffen, insbesondere in Hinblick auf die Bewertung des bestehenden Vorratsvermögens, sowie bei der Beurteilung der Prozessrisiken im Rahmen des laufenden Schiedsverfahrens, inklusive der durch die Gegenpartei erhobenen Widerklage.
► SIEHE ERLÄUTERUNG 07
► SIEHE ERLÄUTERUNG 38
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Bilanzstichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden in der entsprechenden Erläuterung aufgeführt. Darunter fallen insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte, Nutzungsrechte, Geschäfts- oder Firmenwerte, sonstige Rückstellungen, Pensionen, Derivate, Ertragsteuern sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten.
► SIEHE ERLÄUTERUNG 05
► SIEHE ERLÄUTERUNG 07
► SIEHE ERLÄUTERUNG 10
► SIEHE ERLÄUTERUNG 11
► SIEHE ERLÄUTERUNG 18
► SIEHE ERLÄUTERUNG 23
► SIEHE ERLÄUTERUNG 28
► SIEHE ERLÄUTERUNG 34
► SIEHE ERLÄUTERUNG 38
Ermessensentscheidungen kommen auch im Zusammenhang mit der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverträgen zum Tragen.
► SIEHE ERLÄUTERUNG 10
► SIEHE ERLÄUTERUNG 19

03 Aufgegebene Geschäftsbereiche

Die Position aufgegebene Geschäftsbereiche beinhaltet im Wesentlichen den Geschäftsbereich Reebok welcher am 28. Februar 2022 mit Wirkung zum 1. März 2022 verkauft wurde. Der Großteil des Kaufpreises wurde bei Abschluss der Transaktion gezahlt, der Rest besteht aus aufgeschobenen und bedingten Gegenleistungen. Der beizulegende Zeitwert der Earn-out-Komponenten wurde anhand der Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung von Monte-Carlo-Simulationen ermittelt. Der Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 44 Mio. € (2022: 384 Mio. €) ist vollständig den Anteilseignern der adidas AG zuzurechnen. Für den Fall, dass die Geschäftstätigkeit des Reebok Geschäfts im Zeitraum vom 1. März 2022 bis zum 31. Dezember 2031 bestimmte Leistungskriterien erfüllt, die in der Verkaufsvereinbarung als Earn-out Komponenten festgelegt sind, wird eine zusätzliche Barzahlung von bis zu 500 Mio. € fällig. Zum Zeitpunkt der Veräußerung wurde der beizulegende Zeitwert der Gegenleistung auf 247 Mio. € festgelegt. Er wurde als finanzieller Vermögenswert erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen. Zum Jahresende 2023 wurde der beizulegende Zeitwert auf 301 Mio. € neu geschätzt (2022: 227 Mio. €). Der Gewinn in Höhe von 74 Mio. € gegenüber dem beizulegenden Zeitwert am Jahresende 2022 wird unter den aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Abzug der damit verbundenen Ertragsteuern ausgewiesen. Darüber hinaus unterlag der Verkauf, wie in der Verkaufsvereinbarung für das Reebok Geschäft vorgesehen, aufgeschobenen Gegenleistungen für Vorräte und vertraglich festgelegten Posten, welche bis zum Ende des ersten Halbjahres 2023 beglichen wurden (2022: 274 Mio. €).

Erläuterungen zur Konzernbilanz

04 Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel setzen sich aus Bankguthaben, Kassenbeständen und kurzfristigen Einlagen zusammen. Kurzfristige Einlagen werden nur dann als flüssige Mittel erfasst, wenn sie unmittelbar in einen festgelegten Zahlungsmittelbetrag umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. Das Kreditrisiko von flüssigen Mitteln, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert sind, ist unwesentlich aufgrund der kurzfristigen Laufzeit, des Bonitätsgrads der Geschäftspartner und der angesetzten Kreditgrenzen. Deshalb weist adidas keine Wertminderungsaufwendungen für diese finanziellen Vermögenswerte aus. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmittäquivalente enthalten zum 31. Dezember 2023 Bankguthaben und Kassenbestände in Höhe von 596 Mio. € (2022: 726 Mio.€) und Geldmarktfonds in Höhe von 835 Mio. € (2022: 72 Mio.€) Darüber hinaus enthalten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2023 bzw. 2022 211 Mio. € und 155 Mio. €, die von Tochtergesellschaften gehalten werden, die Devisenkontrollen (z.B. Russland, Argentinien) oder anderen rechtlichen Beschränkungen unterliegen und daher nicht jederzeit zur allgemeinen Verwendung durch die adidas AG oder anderen Tochtergesellschaften zur Verfügung stehen. Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu flüssigen Mitteln.
► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

05 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen vor allem in den Währungen US-Dollar, Euro sowie chinesischer Renminbi und setzen sich wie folgt zusammen:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Mio. € | Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste | | | | Gesamt |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| | Einzel-wert-berichti-gung | Noch nicht fällig | Überfällig 31 – 90 Tage | Überfällig > 90 Tage | Nicht in der Bonität beein-trächtigt | Nicht in der Bonität beein-trächtigt | Nicht in der Bonität beein-trächtigt | In der Bonität beein-trächtigt | In der Bonität beein-trächtigt |
| 31. Dezember 2023 | | | | | | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto | | 1.678 | 239 | 49 | 43 | 127 | | | 2.135 |
| Gewichtete durchschnittliche Verlustrate | 1,6 % | 8,6 % | 29,3 % | 97,0 % | 99,1 % | 10,7 % | | | |
| Wertberichtigungen | –28 | –21 | –14 | –41 | –126 | | | –229 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto | | 1.650 | 219 | 34 | 1 | 1 | | | 1.906 |
| 31. Dezember 2022 | | | | | | | | | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto | | 2.073 | 428 | 60 | 63 | 135 | | | 2.759 |
| Gewichtete durchschnittliche Verlustrate | 1,5 % | 6,2 % | 22,0 % | 42,8 % | 98,2 % | 8,3 % | | | |
| Wertberichtigungen | –31 | –26 | –13 | –27 | –133 | | | –230 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto | | 2.042 | 402 | 47 | 36 | 2 | | | 2.529 |

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Mio. €
| | 2023 | 2022 |
| :-- | :--- | :--- |
| Wertberichtigungen am 1. Januar | 230 | 208 |
| Nettoneubewertung der Wertberichtigungen | 6 | 33 |
| Ausbuchung von Forderungen gegen die Wertberichtigungskonten | –8 | –12 |
| Währungsumrechnungseffekte | –2 | 0 |
| Sonstige Veränderungen | 3 | 1 |
| Wertberichtigungen am 31. Dezember | 229 | 230 |

Zum 31. Dezember 2023 sind Wertberichtigungen für nicht in der Bonität beeinträchtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 244 Mio. € und für in der Bonität beeinträchtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6 Mio. € nicht berücksichtigt worden, da adidas Kreditsicherheiten im Wesentlichen in Form von Kreditversicherungen und Bankgarantien hält, welche das Risiko für diese finanziellen Vermögenswerte mindern. Es bestehen keine wesentlichen Salden von ausgebuchten Forderungen, die einer Vollstreckungstätigkeit unterliegen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ausgebucht, wenn im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen im Wesentlichen alle mit dem finanziellen Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen an einen Dritten übertragen werden. Zum 31. Dezember 2023 wurden Forderungen in Höhe von 70 Mio. € (2022: 112 Mio. €) im Zusammenhang mit Factoring-Vereinbarungen in Japan ausgebucht. Der Kaufpreis entspricht dem Nominalbetrag der jeweiligen Forderung, gemindert um die Forderung betreffende Abzüge (z.B. Skonti), die adidas dem Debitor gewährt hat, sowie abzüglich der Factoringgebühr und der Zinsen. Die Factoringgebühr beträgt 0,08 % des Nominalbetrags der angekauften Forderungen. Die Verzinsung des ausgezahlten Kaufpreisanteils basiert auf einem Zinssatz, der sich aus der ‚Tokyo Interbank Offered Rate‘ (Referenzzinssatz) zzgl. einer Marge von 0,19 % bis 1,33 % p.a. zusammensetzt, und erfolgt für die Zeit von der Auszahlung des Kaufpreisanteils bis zur Begleichung der Forderung durch den Debitor. Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu Kreditrisiken.
► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

06 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Währungsoptionen 8 10
Devisentermingeschäfte 80 222
Debitorische Kreditoren 37 47
Kautionen 50 46
Kreditkarten- und ähnliche Forderungen 269 201
Zölle 140 46
Forderungen aus dem Einzelhandelsgeschäft 71 79
Sonstige Kapitalanlagen 14 78
Aufgeschobene Gegenleistung Reebok Verkauf 241
Übrige 104 68
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte, brutto 773 1.038
Abzüglich: kumulierte Wertberichtigungen –18 –24
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte, netto 755 1.014

Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu Währungsoptionen und Devisentermingeschäften.
► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

07 Vorräte

Die Vorräte gliedern sich in folgende Hauptgruppen:

Vorräte in Mio. € | 31. Dez. 2023 | 31. Dez.# 08 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Abgrenzungsposten 295 250
Recht auf Rückholung zurückgegebener Waren 275 338
Steuererstattungsansprüche ohne Ertragsteuern 373 632
Vertragsvermögenswerte 10 15
Übrige 54 90
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, brutto 1.007 1.323
Abzüglich: kumulierte Wertberichtigungen –4 –8
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte, netto 1.003 1.316

Die Abgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Promotion- und Dienstleistungsverträge. Die Reduzierung des Postens ‚Steuererstattungsansprüche ohne Ertragsteuern‘ resultiert hauptsächlich aus der Umsatzsteuer.

09 Sachanlagen

Die folgende Tabelle stellt eine Überleitung des Nettowerts der Sachanlagen dar:

Sachanlagen in Mio. € Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts ausstattung In Erstellung befindliche Vermögens werte Sachanlagen
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
1. Januar 2022 2.093 473 1.794 212 4.571
Zugänge 125 17 232 131 504
Abgänge –42 –13 –161 –4 –218
Umbuchungen 72 –9 33 –108 –12
Abgang Konsolidierungskreis –3 –1 –2 1 –4
Währungsumrechnungs- effekte 45 13 9 –1 66
31. Dezember 2022 / 1. Januar 2023 2.290 480 1.906 230 4.907
Zugänge 86 18 166 93 363
Abgänge –35 –18 –150 –5 –207
Umbuchungen 25 65 20 –155 –46
Abgang Konsolidierungskreis –0 –0
Währungsumrechnungs- effekte –66 –15 –63 –7 –152
31. Dezember 2023 2.300 530 1.878 156 4.864
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
1. Januar 2022 704 276 1.336 0 2.316
Abschreibungen 139 47 242 429
Wertminderungs- aufwendungen 33 6 27 66
Wertaufholungen –1 –0 –2 –3
Abgänge –32 –12 –150 –0 –194
Umbuchungen –0 –0 0 –0
Abgang Konsolidierungskreis –3 –1 –2 0 –6
Währungsumrechnungs- effekte 9 8 5 –0 21
31. Dezember 2022 / 1. Januar 2023 849 324 1.455 0 2.628
Abschreibungen 144 49 201 394
Wertminderungs- aufwendungen 16 0 4 0 21
Wertaufholungen –2 –2 –8 –12
Abgänge –26 –15 –140 –182
Umbuchungen –21 –4 –15 –0 –40
Abgang Konsolidierungskreis –0 –0
Währungsumrechnungs- effekte –37 –12 –52 –0 –101
31. Dezember 2023 922 340 1.445 0 2.707
Nettowerte
1. Januar 2022 1.389 197 458 212 2.256
31. Dezember 2022 / 1. Januar 2023 1.442 156 450 230 2.279
31. Dezember 2023 1.378 190 434 156 2.157

Grundsätzlich wird regelmäßig überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Sachanlagen vorliegen. Unabhängig von dem Vorliegen etwaiger Anhaltspunkte wird die Betriebs- und Geschäftsausstattung in Einzelhandelsgeschäften als Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen. Dabei wird der erzielbare Betrag (Nutzungswert) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit im Rahmen der Bestimmung der Ertragskraft der jeweiligen Einzelhandelsgeschäfte mittels der Discounted-Cashflow-Methode berechnet. Die im Geschäftsjahr 2023 vorgenommenen Wertminderungsaufwendungen beziehen sich hauptsächlich auf den Bereich der eigenen Einzelhandelsaktivitäten, bei denen im Gegensatz zu den ursprünglichen Erwartungen kein ausreichender künftiger wirtschaftlicher Nutzen zu erwarten ist. Im Geschäftsjahr 2023 sind Wertminderungen der Sachanlagen in Höhe von 21 Mio. € vorgenommen worden. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf China mit 10 Mio. €, Nordamerika mit 6 Mio. € und EMEA mit 3 Mio. €. Die Wertaufholungen in Höhe von 12 Mio. € verteilen sich im Wesentlichen auf EMEA mit 7 Mio. € und China mit 5 Mio. €. Beides wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Dieser Anhang enthält weitere Angaben zu der Methodik von Wertminderungsaufwendungen von Einzelhandelsgeschäften. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 10
Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu den gesamten Abschreibungen, Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 31

10 Nutzungsrechte

Die folgende Tabelle stellt eine Überleitung des Nettowerts der Nutzungsrechte dar:

Nutzungsrechte in Mio. € Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts ausstattung Nutzungs- rechte
1. Januar 2023 2.600 31 34 2.665
Zugänge 307 7 21 335
Abgänge –79 –7 –0 –87
Abschreibungen –556 –14 –19 –590
Wertminderungsaufwendungen –86 –86
Wertaufholungen 29 29
Währungsumrechnungseffekte –71 –0 –1 –72
Neubewertung von Nutzungsrechten 51 1 52
31. Dezember 2023 2.195 17 36 2.247
Nutzungsrechte in Mio. € Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts ausstattung Nutzungs- rechte
1. Januar 2022 2.493 52 24 2.569
Zugänge 853 10 28 892
Abgänge –68 –67
Abschreibungen –639 –32 –19 –690
Wertminderungsaufwendungen –60 –60
Wertaufholungen 1 1
Währungsumrechnungseffekte 18 0 19
Neubewertung von Nutzungsrechten 3 3
31. Dezember 2022 2.600 31 34 2.665

Grundsätzlich wird regelmäßig überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Nutzungsrechten vorliegen. Unabhängig von dem Vorliegen etwaiger Anhaltspunkte werden die Nutzungsrechte in Einzelhandelsgeschäften einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen. Dabei wird der erzielbare Betrag (Nutzungswert) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit im Rahmen der Bestimmung der Ertragskraft der jeweiligen Einzelhandelsgeschäfte mittels der Discounted-Cashflow-Methode berechnet. Im Geschäftsjahr 2023 sind Wertminderungen von Nutzungsrechten in Höhe von 86 Mio. € vorgenommen worden. Davon entfallen im Geschäftsjahr 2023 65 Mio. € auf Einzelhandelsgeschäfte, bei denen im Gegensatz zu den Erwartungen im Vorjahr ein geringerer künftiger wirtschaftlicher Nutzen erwartet wird, und 23 Mio. € auf ein Lager in EMEA welches aufgrund einer vorzeitigen Vertragsbeendigung abgewertet wurde. Die Abwertungen aus Einzelhandelsgeschäften verteilten sich im Wesentlichen auf EMEA mit 24 Mio. €, Nordamerika mit 20 Mio. €, Asien-Pazifik mit 16 Mio. € und China mit 7 Mio. €. Zur Berechnung des Abwertungsbedarfs der Nutzungswerte wurden Diskontierungssätze zwischen 2,0 % und 34,0 % herangezogen. Die erzielbaren Beträge der wertgeminderten Einzelhandelsgeschäfte verteilen sich auf Nordamerika mit 253 Mio. €, China mit 105 Mio. €, Asien-Pazifik mit 83 Mio. €, EMEA mit 81 Mio. €, und Lateinamerika mit 15 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2023 fielen Wertaufholungen in Höhe von 29 Mio. € an. Diese resultieren im Wesentlichen aus EMEA. Der Wertminderungsaufwand und die Wertaufholung wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Im Jahr 2023 betragen Erträge aus Unterleasingverhältnissen von Nutzungsrechten 2 Mio. € (2022: 3 Mio. €).

Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu den gesamten Abschreibungen, Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 31

11 Geschäfts- oder Firmenwerte

Die folgende Tabelle stellt die Überleitung des Nettowerts der Geschäfts- oder Firmenwerte dar:

Geschäfts- oder Firmenwerte in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Geschäfts- oder Firmenwerte, brutto 1.647 1.680
Abzüglich: kumulierte Wertminderungsaufwendungen –409 –420
Geschäfts- oder Firmenwerte, netto 1.238 1.260

adidas überprüft mindestens einmal jährlich, ob die Geschäfts- oder Firmenwerte wertgemindert sind. Der Wertminderungstest für Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf Basis der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durchgeführt. Diese entsprechen der niedrigsten Ebene innerhalb des Unternehmens, auf der die Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden. Dies erfordert eine Schätzung des erzielbaren Betrags der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen die Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind. Der erzielbare Betrag einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss adidas die voraussichtlichen künftigen Cashflows der Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten schätzen und einen angemessenen Diskontierungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Bei dieser Berechnung wird die Cashflow-Prognose, basierend auf der Finanzplanung über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren, herangezogen. Die Planung reflektiert die langfristigen Erwartungen des Unternehmens und spiegelt insgesamt für die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ein durchschnittliches jährliches prozentuales Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich mit variierenden prognostizierten Wachstumsaussichten in den unterschiedlichen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wider. Darüber hinaus erwartet adidas mittelfristig eine Verbesserung der operativen Marge auf einen niedrigen zweistelligen Wert für das Unternehmen bis 2027, die im Wesentlichen von Verbesserungen der Bruttomarge sowie niedrigeren betrieblichen Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz getragen wird. Die Planung der Investitionen und des kurzfristigen Betriebskapitals basiert im Wesentlichen auf historischen Erfahrungswerten.# 12 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige immaterielle Vermögenswerte in Mio. € Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
1. Januar 2022 23 1.233
Zugänge 24 168
Abgänge –15
Umbuchungen 15
Abgang Konsolidierungskreis –35
Währungsumrechnungseffekte 13
31. Dezember 2022/1. Januar 2023 46 1.379
Zugänge 32 109
Abgänge –1 –20
Umbuchungen –105
Abgang Konsolidierungskreis –0
Währungsumrechnungseffekte –12
31. Dezember 2023 78 1.351
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
1. Januar 2022 20 883
Abschreibungen 1 100
Wertminderungsaufwendungen 28
Abgänge –14
Umbuchungen 3
Abgang Konsolidierungskreis –35
Währungsumrechnungseffekte 10
31. Dezember 2022/1. Januar 2023 22 974
Abschreibungen 6 106
Wertminderungsaufwendungen 10
Wertaufholungen –0
Abgänge –0 –12
Umbuchungen –110
Abgang Konsolidierungskreis –0
Währungsumrechnungseffekte –8
31. Dezember 2023 27 959
Nettowerte
1. Januar 2022 2 350
31. Dezember 2022/1. Januar 2023 25 405
31. Dezember 2023 50 392

Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu den gesamten Abschreibungen, Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 31

13 Langfristige Finanzanlagen

Die langfristigen Finanzanlagen enthalten vor allem eine 8,33 %ige Kapitalbeteiligung an der FC Bayern München AG (2022: 8,33 %) in Höhe von 89 Mio. € (2022: 87 Mio. €). Diese Kapitalbeteiligung ist als ‚erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet‘ klassifiziert und wird zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen. Diese Finanzanlage verfügt über keinen auf einem aktiven Markt notierten Marktpreis. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts zum 31. Dezember 2023 bzw. 2022 berücksichtigt die bestehenden vertraglichen Regelungen hinsichtlich der Anteile.

Sonstige Eigenkapitalanlagen beinhalten Minderheitsbeteiligungen. Eine Veräußerung der Anteile ist zurzeit nicht vorgesehen. Diese Minderheitsbeteiligungen beinhalten eine Verringerung des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von 5 Mio. € im Jahr 2023 (2022: Erhöhung 1 Mio. €).

In dem Posten ‚Sonstige Kapitalanlagen‘ werden Kapitalanlagen, die zum größten Teil in Versicherungsprodukte investiert und zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen sind, und Wertpapieranlagen zur Absicherung von langfristigen, variablen Vergütungskomponenten aufgeführt. Sonstige Kapitalanlagen beinhalten eine Verringerung des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von 6 Mio. € im Jahr 2023 (2022: Erhöhung 1 Mio. €).

Langfristige Finanzanlagen in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Kapitalbeteiligung FC Bayern München AG 89 87
Sonstige Eigenkapitalanlagen 85 88
Sonstige Kapitalanlagen 127 125
Kredite 0
Langfristige Finanzanlagen 301 301

14 Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Devisentermingeschäfte 2 3
Kautionen 78 80
Earn-out-Komponenten 301 227
Übrige 37 26
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 418 336

Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu Devisentermingeschäften. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 28
Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu Earn-out-Komponenten. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 03 ► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

15 Sonstige langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige langfristige Vermögenswerte in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Abgrenzungsposten 47 75
Übrige 2 2
Sonstige langfristige Vermögenswerte 49 76

Die Abgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für langfristige Promotion-Verträge. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 38

16 Finanzverbindlichkeiten und Kreditlinien

adidas hat entsprechend seiner operativen Tätigkeit Kredite in einer Vielzahl von Währungen aufgenommen. Zum 31. Dezember 2023 sind die Bruttofinanzverbindlichkeiten (vor Liquiditätsswaps zu Zwecken des Cash-Managements) im Wesentlichen auf Euro (2023: 99 %; 2022: 100 %) denominiert. Im gewichteten Mittel erhöhte sich der Zinssatz für die Bruttofinanzverbindlichkeiten des Konzerns im Jahr 2023 auf 1,6 % (2022: 0,8 %).

Zum 31. Dezember 2023 verfügt adidas über Kreditlinien und sonstige langfristige Finanzierungsvereinbarungen von insgesamt 6,5 Mrd. € (2022: 7,5 Mrd. €), wovon 3,6 Mrd. € (2022: 4,0 Mrd. €) auf ungenutzte Kreditlinien entfallen. Des Weiteren hat adidas zum 31. Dezember 2023 separate Kreditlinien für die Ausstellung von Akkreditiven und Avalen in Höhe von etwa 0,4 Mrd. € (2022: 0,5 Mrd. €).

Im November 2020 hat adidas einen neuen Konsortialkredit in Höhe von 1,5 Mrd. € mit zwölf Partnerbanken unterzeichnet. Der Kreditvertrag ist am 8. Oktober 2021 und im November 2022 nachträglich geändert und neu formuliert worden, so dass elf Partnerbanken die Kredithöhe von 2,0 Mrd. € mit der Laufzeit bis November 2027 zur Verfügung stellen. Im Dezember 2023 ist der Konsortialkredit auf 1,864 Mrd. € und nun zehn beteiligte Partnerbanken reduziert worden. Der Kreditvertrag sieht Ziehungen in Euro und US-Dollar vor. Die Verzinsung erfolgt anhand einer festgelegten Marge über einem Basiszinssatz (,€STRʻ bzw. ,EURIBORʻ für Euro).

Bei den Bruttofinanzverbindlichkeiten handelt es sich um Kreditaufnahmen unter den folgenden Vereinbarungen mit Fälligkeiten wie folgt:

Bruttofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023 in Mio. €

Bis zu 1 Jahr Zwischen 1 und 3 Jahren Zwischen 3 und 5 Jahren Mehr als 5 Jahre Gesamt
Bankverbindlichkeiten inkl. Commercial Paper 49 37 7 93
Eurobond 500 898 497 991 2.886
Eigenkapitalneutrale Wandelanleihe
Gesamt 549 935 504 991 2.979

Bruttofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 in Mio. €

Bis zu 1 Jahr Zwischen 1 und 3 Jahren Zwischen 3 und 5 Jahren Mehr als 5 Jahre Gesamt
Bankverbindlichkeiten inkl. Commercial Paper 29 37 26 93
Eurobond 998 398 1.487 2.883
Eigenkapitalneutrale Wandelanleihe 498 498
Gesamt 527 1.035 424 1.487 3.473

Im Oktober 2014 wurde ein Eurobond mit einer Laufzeit von zwölf Jahren und einem Volumen von 400 Mio. € begeben. Dieser weist einen Kupon von 2,25 % auf und wird im Oktober 2026 fällig. Der Eurobond wurde mit einer Stückelung von 1.000 € emittiert. Die Ausgabe des Bonds erfolgte mit einem Spread von 100 Basispunkten über der entsprechenden mittleren Euro-Swap-Rate, wobei der Ausgabepreis 99,357 % betrug. Im Jahr 2020 wurden drei weitere Eurobonds mit einem jeweiligen Volumen von 500 Mio. € und einer Stückelung von 100.000 € begeben.# Anhang (Fortsetzung)

17 Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Devisentermingeschäfte 103 146
Kreditorische Debitoren 94 68
Wertänderung des Total-Return-Swaps¹ 46
Eingebettete Derivate 1 0
Übrige 67 164
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 266 424

¹ Seit dem Geschäftsjahr 2023 wird die Wertveränderung des Total Return Swaps zusammen mit dem ursprünglichen Investment als eine Einheit innerhalb der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte bzw. langfristigen Finanzanlagen dargestellt. Die Wertveränderung des Total Return Swaps wird in der Erläuterung ‚Finanzinstrumente' dargestellt.

Der Posten ‚Übrige‘ beinhaltet hauptsächlich Verbindlichkeiten gegenüber Zollbehörden. Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu Devisentermingeschäften.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

18 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige Rückstellungen in Mio. € 1. Jan. 2023 Zufüh-rungen Verän-derung Abzinsung Verbrauch Auflösun-gen Währungs-umrech-nungs-effekte 31. Dez. 2023 Davon langfristig
Marketing 26 9 14 –1 10 29 0
Personal 222 133 –6 –105 –20 –11 214 214 73
Rücklieferungen und Gewährleistungsverpflichtungen 815 563 2 –656 –29 –49 646 646
Sonstige Steuern 71 18 –3 –20 –10 –4 53 53
Zölle 267 57 –10 –31 –26 –5 253 253 70
Übrige 275 136 –73 –15 –7 317 317 44
Sonstige Rückstellungen 1.677 916 –16 –899 –101 –67 1.511 1.511 188

Rückstellungen für Marketing bestehen hauptsächlich aus Rückstellungen für Promotion-Verträge, die aus Verpflichtungen gegenüber Vereinen und Athlet*innen bestehen. Rückstellungen für Personal beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für kurz- und langfristige variable Vergütungskomponenten sowie Rückstellungen für Sozialpläne im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. Rückstellungen für Rücklieferungen und Gewährleistungsverpflichtungen ergeben sich primär aus der Erfüllung von Kundenansprüchen hinsichtlich der Rücklieferung von durch das Unternehmen verkauften Produkten. Die Höhe der Rückstellungen orientiert sich an der historischen Entwicklung von Rücklieferungen und Gewährleistungsverpflichtungen sowie aktuellen Vereinbarungen. Rückstellungen für sonstige Steuern beziehen sich insbesondere auf die Umsatzsteuer, Grundsteuer und Kraftfahrzeugsteuer. Die übrigen Rückstellungen enthalten hauptsächlich Drohverlustrückstellungen sowie Rückbau- und Instandhaltungsverpflichtungen. Die langfristigen Rückstellungen beinhalten hauptsächlich Rückstellungen für langfristige variable Vergütungskomponenten mit einem Zeithorizont von drei bis vier Jahren, die mit länderspezifischen Zinssätzen diskontiert wurden. Bei dem Ansatz und der Bewertung von Rückstellungen orientiert sich das Management an den Erfahrungswerten aus ähnlichen Transaktionen, bei Rückstellungen für Zoll- und Prozess- und sonstige rechtliche Risiken insbesondere an externen Rechtsgutachten. Dabei werden alle Hinweise aus Ereignissen bis zur Erstellung des Konzernabschlusses berücksichtigt.

19 Leasingverbindlichkeiten

Die Leasingverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Leasingverbindlichkeiten in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Grundstücke und Gebäude 2.528 2.918
Technische Anlagen und Maschinen 17 33
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 38 35
Leasingverbindlichkeiten 2.584 2.986

Die von adidas zum 31. Dezember 2023 gehaltenen Mindestzahlungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 3,0 Mrd. € (2022: 3,4 Mrd. €) haben folgende Fälligkeiten:

Mindestzahlungen aus Leasingverbindlichkeiten in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Innerhalb eines Jahres 652 715
Zwischen einem und fünf Jahren 1.571 1.760
Über fünf Jahre 765 901
Gesamt 2.988 3.376

Die im Geschäftsjahr 2023 erfassten Zinsen für die Leasingverbindlichkeiten beliefen sich auf 86 Mio. € (2022: 83 Mio. €). Aufwendungen aus Leasingverträgen, die als kurzfristig eingestuft werden oder denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, sind von der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten ausgenommen. Dieser Anhang enthält weitere Informationen in Bezug auf kurzfristige Leasingverträge, Leasingverträge mit geringem Wert und Leasingverträge mit variablen Leasingzahlungen.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 31

Im Geschäftsjahr 2023 beliefen sich die gesamten Mittelabflüsse für Leasingverträge, einschließlich der oben genannten Leasingverträge, die nicht in die Berechnung der Leasingverbindlichkeiten einbezogen wurden, auf 831 Mio. € (2022: 846 Mio. €).

20 Abgegrenzte Schulden

Die abgegrenzten Schulden setzen sich wie folgt zusammen:

Abgegrenzte Schulden in Mio. € 31. Dez. 2023 Davon: langfristig 31. Dez. 2022 Davon: langfristig
Ausstehende Rechnungen für Lieferungen und Leistungen 835 994 4
Marketing und Vertrieb 969 1.124 3
Personal 439 258 0
Übrige 30 42
Abgegrenzte Schulden 2.273 2.419 7

Die abgegrenzten Schulden für Marketing und Vertrieb setzen sich hauptsächlich aus abgegrenzten Schulden für den Vertrieb, z.B. für Skonti, Rabatte und Provisionen, zusammen. Die abgegrenzten Schulden für Personal enthalten hauptsächlich abgegrenzte Schulden für ausstehende Gehaltszahlungen, wie z.B. Boni und Überstunden, sowie für ausstehende Urlaubsansprüche. Die übrigen abgegrenzten Schulden enthalten abgegrenzte Schulden für Zinsen.

21 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Sonstige Steuerverbindlichkeiten ohne Ertragsteuern 247 248
Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmenden 37 52
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 28 33
Abgrenzungsposten 108 77
Vertragsverbindlichkeiten 1 3
Spendenzusage 20
Übrige 47 39
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 488 452

Im Jahr 2023 beinhaltet die Position ‚Übrige‘ hauptsächlich Abgrenzungen für Marketingaufwendungen.

22 Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Devisentermingeschäfte 6 6
Währungsoptionen 1
Wertänderung des Total-Return-Swaps¹ 37
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6 44

¹ Seit dem Geschäftsjahr 2023 wird die Wertveränderung des Total Return Swaps zusammen mit dem ursprünglichen Investment als eine Einheit innerhalb der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte bzw. langfristigen Finanzanlagen dargestellt. Die Wertveränderung des Total Return Swaps wird in der Erläuterung ‚Finanzinstrumente' dargestellt.

Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu Verpflichtungen aus Devisentermingeschäften.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

23 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

adidas hat Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die sich aus leistungsorientierten Plänen ergeben, bilanziert. Die Leistungen werden gemäß den gesetzlichen, finanziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes gewährt und sind meist von der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeitenden abhängig.

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen 136 114
Ähnliche Verpflichtungen 0 1
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 136 115

Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen bestehen einerseits aus Vermögenswerten aus leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von 3 Mio. € (2022: 4 Mio. €) sowie andererseits aus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 139 Mio. € (2022: 118 Mio. €).# Beitragsorientierte Pensionspläne

Der Gesamtaufwand für beitragsorientierte Pläne belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 82 Mio. € (2022: 91 Mio. €).

Leistungsorientierte Pensionspläne

In den diversen Tochterunternehmen gibt es unterschiedliche leistungsorientierte Pensionspläne, die verschiedene Regelungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassen. Die wesentlichen leistungsorientierten Pensionspläne im Unternehmen betreffen die adidas AG sowie das Tochterunternehmen in Großbritannien. Die leistungsorientierten Pensionspläne sehen im Allgemeinen Zahlungen im Todesfall, bei Erwerbsunfähigkeit oder im Ruhestand an ehemalige Mitarbeitende bzw. deren Hinterbliebene vor. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen sind teilweise durch Planvermögen gedeckt. Darüber hinaus existieren wesentliche Verpflichtungen aus einem Plan zur Deckung von Krankheitskosten von Pensionär*innen in den USA.

In Deutschland gewährt die adidas AG ihren Mitarbeitenden beitragsorientierte und endgehaltsabhängige Leistungszusagen, die die Mitarbeitenden bei Eintritt ins Rentenalter, im Invaliditäts- und im Todesfall absichern. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bilden das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) und das Arbeitsrecht im Allgemeinen. Aktive Bestandsbeschäftigte und Neueintritte erhalten eine Pensionszusage nach der Gesamtbetriebsvereinbarung ‚Core Benefits: adidas betriebliche Altersvorsorge‘. Dabei handelt es sich um eine Versorgungsregelung mit Arbeitgebergrundbeitrag, möglicher Entgeltumwandlung und zusätzlicher arbeitgeberfinanzierter ,Matching Contribution‘, bei der folglich die Beiträge teilweise vom Arbeitnehmenden und teilweise vom Arbeitgeber getragen werden. Die Beiträge werden in Leistungsbausteine umgewandelt. Die Leistungen werden in Form von Renten-, Kapital- oder Ratenzahlungen erbracht. Die Pensionspläne in Deutschland sind über Rückstellungen, ein ,Contractual Trust Arrangement‘ (,CTA‘) und, im Fall von bestimmten ehemaligen Vorstandsmitgliedern, über einen Pensionsfonds in Kombination mit einer rückgedeckten Unterstützungskasse finanziert.

Die endgehaltsabhängige Leistungszusage in Großbritannien ist für Neueintritte geschlossen. Zudem können keine zukünftigen Versorgungsbeiträge erdient werden. Die Leistungen werden größtenteils als Rente gezahlt. Der Pensionsplan unterliegt dem britischen Trustee-Recht (‚UK Trust Law‘) und der Rechtsprechung der Rentenregulierungsbehörde (‚UK Pensions Regulator‘) und somit Mindestdotierungsvorschriften. Das Trustee Board ist verantwortlich für die Dotierung des Pensionsplans und bestimmt die Höhe der Beiträge und die Investmentanlage.

Der rechtliche Rahmen für betriebliche Leistungen zur Deckung von Krankheitskosten von Pensionär*innen in den USA wird hauptsächlich durch das Gesetz ‚Employee Retirement Income Security Act (ERISA)‘ und das Bundessteuergesetz ‚Internal Revenue Code (IRC)‘ geregelt. Diese Gesetze legen die Regeln und Vorschriften fest, denen Arbeitgeber folgen müssen, wenn sie ihren Mitarbeitenden diese Leistungen gewähren. Der vollständig ungedeckte Plan ist für neue Planteilnehmende offen, die nach Beendigung ihrer Beschäftigung eine Dienstzeit von mindestens 10 Jahren und ein Mindestalter von 55 Jahren aufweisen und einen Anspruch auf subventionierte medizinische Versorgung haben. Der Plan bietet medizinische, pharmazeutische, zahnärztliche und augenärztliche Leistungen vom Ruhestand bis zum maximal 65. Lebensjahr (bzw. ohne Altersbegrenzung bis zum Ableben für einen geschlossenen Kreis von Pensionär*innen) an. Ab einem Alter von 65 wird erwartet, dass sie staatliche medizinische Leistungen vom US-amerikanischen Medicare-Programm erhalten.

Aufteilung des Barwerts der wesentlichen Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2023 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022 31. Dez. 2022 31. Dez. 2022
Deutschland Großbritannien USA Deutschland Großbritannien USA
Aktive begünstigte Arbeitnehmende 217 21 200 21
Unverfallbar ausgeschiedene Mitarbeitende 163 32 131 31
Rentner*innen 99 5 10 91 6 10
Gesamt 478 37 31 422 37 31

Die Pensionspläne des Konzerns sehen sich Risiken aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, wie Rechnungszins, Gehalts- und Rententrend, und dem Langlebigkeitsrisiko ausgesetzt. Ein niedriger Diskontierungssatz führt zu höheren Pensionsverpflichtungen und/oder zu höheren Fondsdotierungen. Analog könnte eine Entwicklung des Planvermögens, die geringer ist als erwartet, zu erhöhten Beiträgen in die Fonds oder zu einer Verschlechterung des Finanzierungsstatus führen.

Die folgenden Aufstellungen analysieren zusammengefasst die leistungsorientierten Pensionspläne, Planvermögen, Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen, in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Aufwendungen, versicherungsmathematische Annahmen und weitere Informationen.

In der Konzernbilanz erfasste Beträge für leistungsorientierte Pensionspläne in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Barwert der Verpflichtung für fondsfinanzierte leistungsorientierte Pensionspläne 568 507
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens –492 –453
Finanzierungsstand 76 54
Barwert der Verpflichtung für nicht fondsfinanzierte leistungsorientierte Pensionspläne 57 55
Effekt aus Vermögenswertlimitierung nach IAS 19.64 3 4
Nettoverbindlichkeit für leistungsorientierte Pläne 136 114
Davon: Verpflichtung 139 118
Davon: adidas AG 72 55
Davon: Vermögenswert –3 –4
Davon: adidas AG

Die Ermittlung der zu bilanzierenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Bezug auf die leistungsorientierten Pensionspläne basiert auf versicherungsmathematischen Berechnungen. Dabei ist insbesondere der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen abhängig von finanziellen Variablen (wie Diskontierungssatz oder künftige Gehaltssteigerungen) und demografischen Variablen (wie Arbeitnehmerfluktuation und Sterbewahrscheinlichkeit). Die versicherungsmathematischen Annahmen können substanziell von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen und so zu unterschiedlichen Zahlungsströmen führen.

Gewichtete Durchschnitte der versicherungsmathematischen Annahmen in %

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Diskontierungssatz 3,9 4,4
Erwartete Lohn- oder Gehaltssteigerungen 4,2 4,0
Erwartete Rentenerhöhungen 2,1 2,1

Aufteilung der versicherungsmathematischen Annahmen in %

31. Dez. 2023 31. Dez. 2023 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022 31. Dez. 2022 31. Dez. 2022
Deutschland Großbritannien USA Deutschland Großbritannien USA
Diskontierungszinssatz 3,6 4,8 4,9 4,2 5,0 5,1
Erwartete Lohn- oder Gehaltssteigerungen
Erwartete Rentenerhöhungen 2,2 2,2 2,2 2,2

Die gewichteten Durchschnitte der versicherungsmathematischen Annahmen zum Bilanzstichtag werden verwendet, um die leistungsorientierte Verpflichtung zu diesem Zeitpunkt sowie die Pensionsaufwendungen für das kommende Jahr zu ermitteln. Die versicherungsmathematischen Annahmen in Bezug auf Austritts- und Sterbewahrscheinlichkeit basieren auf in den jeweiligen Ländern verfügbaren statistischen Informationen. In Deutschland werden die Heubeck-Richttafeln 2018 G, in Großbritannien die S3-Sterbetafeln und in den USA die Basistafel Pri 2012 zugrunde gelegt. Die verwendeten Sterbetafeln in Großbritannien und in den USA wurden modifiziert, um zukünftige Veränderungen der Lebenserwartung zu berücksichtigen. Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen in Deutschland, Großbritannien und den USA liegen, wie im Vorjahr, Diskontierungssätze zugrunde, die nach dem ‚Mercer Yield Curve (MYC)‘-Ansatz ermittelt worden sind.

Neubewertungen, wie Gewinne oder Verluste aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen bei den leistungsorientierten Pensionsplänen und der über den Zinsertrag hinausgehende Ertrag des Planvermögens, werden sofort außerhalb der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Änderung der übrigen Rücklagen in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pensionspläne in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Laufender Dienstzeitaufwand 34 41
Nettozinsaufwand 5 4
Davon: Zinsaufwand 24 12
Davon: Zinsertrag –19 –8
Nachzuverrechnender Dienstzeitertrag –2 –1
Verlust aus Planabgeltungen 0
Aufwendungen für leistungsorientierte Pensionspläne (ausgewiesen in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung) 37 44
Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 29 –243
Davon: aus Änderungen finanzieller Annahmen 37 –260
Davon: aus Änderungen demografischer Annahmen –1 0
Davon: erfahrungsbedingte Anpassungen –7 17
Ertrag/Verlust des Planvermögens (nicht im Zinsertrag erfasst) –20 64
Veränderung der Vermögenswertlimitierung (ohne Zinsaufwand) –2 4
Neubewertungen für leistungsorientierte Pensionspläne (ausgewiesen als Verringerung/Erhöhung der Übrigen Rücklagen in der Konzerngesamtergebnisrechnung) 7 –175
Gesamt 45 –131

Von dem in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Gesamtpensionsaufwand entfällt ein Betrag in Höhe von 21 Mio. € (2022: 29 Mio. €) auf Arbeitnehmende der adidas AG und von 4 Mio. € (2022: 5 Mio. €) auf Arbeitnehmende in den USA. Die Pensionsaufwendungen werden überwiegend unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Soweit die Aufwendungen produktionsbezogen sind, werden diese in den Umsatzkosten ausgewiesen.

Barwert der Verpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen in Mio. €

2023 2022
Barwert der Verpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen zum 1. Januar 562 768
Währungsumrechnungseffekte –0 4
Laufender Dienstzeitaufwand 34 41
Zinsaufwand 24 12
Beiträge der Teilnehmenden des Plans 2 1
Pensionszahlungen –23 –17
Zahlungen für Planabgeltungen –1
Versicherungsmathematischer Verlust/Gewinn 29 –243
Davon: aus Änderungen finanzieller Annahmen 37 –260
Davon: aus Änderungen demografischer Annahmen –1
Davon: erfahrungsbedingte Anpassungen –7 17
Nachzuverrechnender Dienstzeitertrag –2 –1
Unternehmenszusammenschlüsse/Umgliederungen/Veräußerungen –2
Barwert der Verpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen zum 31.

Altersversorgungsverpflichtungen

Auf den im Eigenkapital erfassten versicherungsmathematischen Verlust entfällt ein Betrag in Höhe von 6 Mio. € (2022: Gewinn von 164 Mio. €) auf Pensionspläne bei der adidas AG, weniger als 1 Mio. € als Gewinn (2022: Verlust von 2 Mio. €) auf Großbritannien und ein Gewinn von 1 Mio. € (2022: 7 Mio. €) auf die USA.

In der nachfolgenden Tabelle werden die als möglich erachteten Auswirkungen von Änderungen in den versicherungsmathematischen Annahmen auf den Barwert der Verpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen für Deutschland, Großbritannien und die USA analysiert. Zusätzlich wird die durchschnittliche Laufzeit der Verpflichtung angegeben.

Sensitivitätsanalyse der Verpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2023 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022 31. Dez. 2022 31. Dez. 2022
Deutschland Großbritannien USA Deutschland Großbritannien USA
Barwert der Verpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen 478 37 31 422 37 31
Erhöhung des Diskontierungszinses um 0,5 % 448 34 30 396 34 30
Reduzierung des Diskontierungszinses um 0,5 % 512 41 32 450 40 32
Durchschnittliche Laufzeit der Verpflichtungen (in Jahren) 14 18 8 13 17 7

Da viele Pensionspläne für künftige Zuwächse geschlossen sind, spielt der Gehaltstrend bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen eine untergeordnete Rolle. Aufgrund der Tatsache, dass die Leistungen aus den deutschen Pensionsplänen insbesondere mit der Einführung der Core-Benefits-Zusage hauptsächlich als Kapitalzahlung erfolgen, haben Rententrend und Sterblichkeit bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen weniger Relevanz als der Diskontierungszins.

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens in Mio. € 2023 2022
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Januar 453 503
Währungsumrechnungseffekte 1 –2
Pensionszahlungen –9 –4
Gezahlte Beiträge des Arbeitgebers 8 11
Gezahlte Beiträge der Teilnehmenden des Plans 2 1
Zinsertrag aus dem Planvermögen 19 8
Ertrag/Verlust des Planvermögens (nicht im Zinsertrag erfasst) 20 –64
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 492 453

Der überwiegende Anteil des Planvermögens entfällt auf Deutschland (2023: 83 %, 2022: 82 %) und Großbritannien (2023: 7 %, 2022: 8 %). Ein Teil des Planvermögens in Deutschland wird von einem Treuhänder im Rahmen eines ,Contractual Trust Arrangement‘ (,CTA‘) zur Ausfinanzierung von Versorgungsverpflichtungen der adidas AG und zur Insolvenzsicherung eines Teils der Versorgungsverpflichtungen der adidas AG gehalten. Treuhänder ist der Verein adidas Pension Trust e. V. Der Investitionsausschuss des adidas Pension Trust e. V. bestimmt die Anlagestrategie mit dem Ziel, das Vermögen, soweit möglich, an den Pensionsverpflichtungen auszurichten und langfristig einen nachhaltigen Ertrag zu erwirtschaften. Im Geschäftsjahr 2023 sind keine zusätzlichen liquiden Mittel auf den Treuhänder übertragen worden. Das Planvermögen im Verein ist größtenteils in Anleihenfonds, Aktienfonds und Immobilien investiert. Ein weiterer wesentlicher Teil des Planvermögens in Deutschland ist in Versicherungsverträge über einen Pensionsfonds und eine Unterstützungskasse angelegt. Für diesen Teil ist ein Versicherungsunternehmen für die Festlegung und Umsetzung der Anlagestrategie verantwortlich. In Großbritannien wird das Planvermögen in einem vom Unternehmen getrennten Trust gehalten. Grundsätzlich wird in diesen Ländern die Anlagestrategie an der Struktur der Pensionsverpflichtungen ausgerichtet. In den übrigen Ländern ist das Planvermögen hauptsächlich in Versicherungsverträgen investiert.

Für das Geschäftsjahr 2024 werden Beiträge des Arbeitgebers insgesamt in Höhe von 31 Mio. € erwartet. Davon entfallen 25 Mio. € auf Leistungen, die direkt von den Konzerngesellschaften an die Leistungsempfänger*innen gezahlt werden, und 6 Mio. € auf Beitragszahlungen durch die Konzerngesellschaften in das Planvermögen. Im Jahr 2023 beträgt der tatsächliche Gewinn aus dem Planvermögen (einschließlich Zinsertrag) 39 Mio. € (2022: Verlust in Höhe von 56 Mio. €).

Zusammensetzung des Planvermögens in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Liquide Mittel 31 26
Aktien 128 110
Anleihen 136 129
Immobilien 99 94
Rückdeckungsversicherung 46 46
Investmentfonds 35 35
Andere Vermögenswerte 18 14
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 492 453

Alle Aktien und Anleihen sind frei handelbar und haben eine Marktpreisnotierung auf einem aktiven Markt. An jedem Abschlussstichtag wird vom Unternehmen die Über- bzw. Unterdeckung analysiert und die Zusammensetzung des Planvermögens ggf. angepasst. Zum 31. Dezember 2023 ist das saldierungsfähige Planvermögen aufgrund der Anwendung von IAS 19.64 um 3 Mio. € (2022: 4 Mio. €) zu reduzieren. Der Unterschiedsbetrag in Höhe von –1 Mio. € wird größtenteils als Erhöhung der übrigen Rücklagen in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst.

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten in Mio. € 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Abgrenzungsposten 4 6
Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmenden 0
Spendenzusage 95
Übrige 4 0
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 103 6

Auf Anteilseigner entfallendes Kapital

Das Grundkapital der adidas AG belief sich zum 31. Dezember 2023 auf insgesamt 180.000.000 €, eingeteilt in 180.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien, und war vollständig eingezahlt. Jede Aktie gewährt eine Stimme und ist seit dem Beginn des Jahres, in dem sie ausgegeben wurde, dividendenberechtigt. Unmittelbar oder mittelbar gehaltene eigene Aktien sind nach § 71b Aktiengesetz (AktG) nicht dividendenberechtigt. Die adidas AG hielt am Bilanzstichtag 1.450.916 eigene Aktien, das entspricht einem rechnerischen Anteil von 1.450.916 € am Grundkapital und mithin 0,81 % des Grundkapitals.

Genehmigtes Kapital 2021/I und 2021/II

Vom bestehenden genehmigten Kapital von insgesamt bis zu 70 Mio. € hat der Vorstand der adidas AG im Berichtszeitraum keinen Gebrauch gemacht. Das genehmigte Kapital der adidas AG, das zum Bilanzstichtag in § 4 Abs. 2 und 3 der Satzung der adidas AG geregelt ist, ermächtigt den Vorstand, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital aufgrund der Ermächtigung durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2021 bis zum 6. August 2026 ─durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlagen einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 50 Mio. €─ zu erhöhen und, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, Spitzenbeträge vom Bezugsrecht der Aktionärinnen auszunehmen (Genehmigtes Kapital 2021/I); aufgrund der Ermächtigung durch Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2021 bis zum 6. August 2026 ─durch Ausgabe neuer Aktien gegen Sach- und/oder Bareinlage einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 20 Mio. €─ zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/II) und, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionärinnen auszunehmen, das Bezugsrecht der Aktionärinnen bei Ausgabe von Aktien gegen Sacheinlage ganz oder teilweise auszuschließen sowie das Bezugsrecht der Aktionärinnen bei Ausgabe von Aktien gegen Bareinlage auszuschließen, soweit die neuen Aktien gegen Bareinlage zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, der den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet; dieser Bezugsrechtsausschluss kann auch im Zusammenhang mit der Einführung der Aktien der Gesellschaft an einer ausländischen Börse stehen. Von der Ermächtigung zum Ausschluss des Bezugsrechts gemäß dieser Ermächtigung kann jedoch nur so weit Gebrauch gemacht werden, wie der anteilige Betrag der neuen Aktien am Grundkapital zusammen mit dem anteiligen Betrag sonstiger Aktien am Grundkapital, die von der Gesellschaft seit dem 12. Mai 2021 unter Ausschluss des Bezugsrechts auf der Grundlage eines genehmigten Kapitals oder nach Rückerwerb ausgegeben worden sind oder auf die unter Ausschluss des Bezugsrechts ein Umtausch- bzw. Bezugsrecht oder eine Umtausch- bzw. Bezugspflicht durch Options- und/oder Wandelanleihen eingeräumt worden ist, 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Eintragung dieser Ermächtigung in das Handelsregister oder – falls geringer – zum jeweiligen Zeitpunkt der Beschlussfassung über die Ausübung der Ermächtigung nicht übersteigt. Der vorstehende Satz gilt nicht für den Bezugsrechtsausschluss für Spitzenbeträge. Das Genehmigte Kapital 2021/II darf nicht zur Ausgabe von Aktien im Rahmen von Vergütungs- oder Beteiligungsprogrammen für Vorstandsmitglieder, Arbeitnehmende oder für Mitglieder von Geschäftsführungsorganen oder Arbeitnehmende von Tochterunternehmen verwendet werden.

Bedingtes Kapital 2022

Die folgende Darstellung des bedingten Kapitals bezieht sich auf § 4 Abs. 4 der Satzung der adidas AG und den zugrunde liegenden Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Mai 2022. Das Grundkapital ist um bis zu 12,5 Mio. €─ eingeteilt in bis zu 12.500.000 auf den Namen lautende Stückaktien─ bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Namen lautende Stückaktien bei Ausübung von Options- bzw. Wandlungsrechten oder bei Erfüllung entsprechender Options- bzw. Wandlungspflichten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der Gesellschaft, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren, an die Inhaberinnen bzw. Gläubigerinnen von Schuldverschreibungen, die aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 bis zum 11. Mai 2027 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- bzw. Wandlungspreis.# Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur im Falle der Ausgabe von Schuldverschreibungen gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2022 (Tagesordnungspunkt 7) und nur insoweit durchzuführen, wie von Options- bzw. Wandlungsrechten Gebrauch gemacht wird oder zur Optionsausübung bzw. Wandlung verpflichtete Inhaberinnen bzw. Gläubigerinnen von Schuldverschreibungen ihre Verpflichtung zur Optionsausübung bzw. Wandlung erfüllen oder wie die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Stückaktien der Gesellschaft zu liefern, soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die ausgegebenen neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil. Für den Fall, dass im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien noch kein Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns für das dem Jahr der Ausgabe unmittelbar vorausgehende Geschäftsjahr gefasst worden ist, ist der Vorstand, soweit rechtlich zulässig, ermächtigt, festzulegen, dass die neuen Aktien von Beginn des dem Jahr der Ausgabe unmittelbar vorausgehenden Geschäftsjahres an am Gewinn teilnehmen. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionärinnen auf die Schuldverschreibungen auszuschließen, sofern dies für Spitzenbeträge erforderlich ist, sowie auch insoweit auszuschließen, sofern und soweit dies erforderlich ist, damit Inhaberinnen bzw. Gläubigerinnen von bereits zuvor begebenen Schuldverschreibungen ein Bezugsrecht in dem Umfang eingeräumt werden kann, wie es ihnen nach Ausübung der Options- bzw. Wandlungsrechte oder bei Erfüllung der Options- bzw. Wandlungspflichten oder nach Ausübung eines auf Aktien der Gesellschaft gerichteten Aktienlieferungsrechts als Aktionärin zustehen würde. Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionär*innen auch dann auszuschließen, sofern die Schuldverschreibungen gegen Barzahlung begeben werden und der Vorstand nach pflichtgemäßer Prüfung zu der Auffassung gelangt ist, dass der Ausgabepreis der Schuldverschreibungen ihren nach anerkannten, insbesondere finanzmathematischen Methoden ermittelten hypothetischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet und die Anzahl der auszugebenden Aktien 10 % des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung. Auf die vorgenannte Zehnprozentgrenze sind Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt ihrer Ausnutzung entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert wurden. Ferner sind auf die vorgenannte Zehnprozentgrenze auch diejenigen Aktien anzurechnen, die aufgrund einer während der Laufzeit dieser Ermächtigung auf der Grundlage der Ausnutzung einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend dieser Vorschrift begebenen Schuldverschreibung auszugeben oder zu gewähren sind. Die Summe der Aktien, die unter Schuldverschreibungen nach dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, und der Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aus einem genehmigten Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf 10 % des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Eintragung dieser Ermächtigung in das Handelsregister nicht übersteigen. Bis zum Bilanzstichtag hat der Vorstand der adidas AG auf der Grundlage der am 12. Mai 2022 erteilten Ermächtigung keine Schuldverschreibungen und dementsprechend aus dem Bedingten Kapital 2022 keine Aktien ausgegeben.

Rückerwerb und Verwendung eigener Aktien

Die Hauptversammlung vom 11. Mai 2023 hat die Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien in Höhe von bis zu 10 % des Grundkapitals bis zum 10. Mai 2028 beschlossen. Die Ermächtigung kann durch die adidas AG, aber auch durch nachgeordnete Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechnung durch von der adidas AG oder von einem nachgeordneten Konzernunternehmen beauftragte Dritte ausgenutzt werden. Von der Ermächtigung hat der Vorstand der adidas AG im Berichtszeitraum keinen Gebrauch gemacht.

Die adidas AG übertrug im Geschäftsjahr 2023 11.886 eigene Aktien an den Vorstandsvorsitzenden Bjørn Gulden. Dies erfolgte als Kompensation für die entgangene variable Vergütung aus seinem vorangehenden Dienstverhältnis. Die übertragenen 11.886 eigenen Aktien hatten auf Grundlage des damaligen Börsenkurses einen Gegenwert von 2.040.826 € und entsprachen einem rechnerischen Anteil von 11.886 € am Grundkapital, mithin ca. 0,01 % des Grundkapitals. Es ergibt sich daher unter Berücksichtigung der von der adidas AG zum 31. Dezember 2022 gehaltenen 1.462.802 Aktien und den an den Vorstandsvorsitzenden übertragenen 11.886 Aktien zum Bilanzstichtag ein Bestand von 1.450.916 eigenen Aktien.

► SIEHE ANGABEN NACH § 315A HGB UND § 289A HGB SOWIE ERLÄUTERNDER BERICHT

Stimmrechtsmitteilungen

Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG sind Angaben über das Bestehen von Beteiligungen zu machen, die nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) der adidas AG mitgeteilt worden sind. Der Tabelle ‚Mitgeteilte meldepflichtige Beteiligungenʻ können die zum Bilanzstichtag meldepflichtigen Beteiligungen an der adidas AG entnommen werden, die der adidas AG jeweils mitgeteilt worden sind. Die Angaben beziehen sich jeweils auf die zeitlich letzte Mitteilung eines Meldepflichtigen an die adidas AG. Sämtliche Veröffentlichungen über Mitteilungen von Beteiligungen im Berichtsjahr können der Website des Unternehmens entnommen werden.

► ADIDAS-GROUP.COM/S/STIMMRECHTSMITTEILUNGEN

Mitgeteilte meldepflichtige Beteiligungen

Meldepflichtige Person Datum des Erreichens, Über- oder Unterschreitens Meldeschwelle Mitteilungspflichten bzw. Zurechnungen gemäß WpHG Aktien mit Stimmrechten (in %) Instrumente (in %) Summe Aktien mit Stimmrechten und Instrumente (in %)
The Goldman Sachs Group, Inc., Wilmington, DE, USA 12. Dezember 2023 5 % §§ 34, 38 Abs. 1 Nr. 1, 2 0,18 4,77 4,95
BlackRock, Inc., New York, New York, USA1 11. Oktober 2023 5 % §§ 34, 38 Abs. 1 Nr. 1, 2 5,33 0,29 5,62
Finanzministerium im Namen des norwegischen Staates, Oslo, Norwegen 10. Oktober 2023 3 % §§ 34, 38 Abs. 1 Nr. 1, 2 3,02 0,21 3,23
Ségolène Gallienne-Frère1 9. August 2023 5 % § 34 7,62 7,62
Gérald Frère1 15. März 2023 5 % §§ 34, 38 Abs. 1 Nr. 1 7,62 0,24 7,86
The Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, USA 2. März 2023 5 % § 34 5,03 5,03
Flossbach von Storch AG, Köln, Deutschland 10. Februar 2023 3 % §§ 34, 38 Abs. 1 Nr. 2 3,57 0,05 3,61
Elian Corporate Trustee (Cayman) Limited, Camana Bay, Grand Cayman, Kaimaninseln1 16. September 2022 5 % §§ 34, 38 Abs. 1 Nr. 2 3,12 3,33 6,46
The Desmarais Family Residuary Trust, Montreal, Kanada1 30. November 2020 5 % § 34 6,89 6,89

1 Freiwillige Konzernmitteilung mit Schwellenberührung auf Ebene der Tochterunternehmen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Angaben zu der Beteiligung in Prozent und in Stimmrechten zwischenzeitlich überholt sein können.

Kapitalmanagement

Die Zielsetzung des Unternehmens liegt in der Beibehaltung einer starken Eigenkapitalbasis, um das Vertrauen der Investoren, der Kreditgeber und des Markts zu erhalten und um die zukünftige Geschäftsentwicklung zu stärken. adidas strebt eine Ausgewogenheit zwischen einer höheren Eigenkapitalrendite, die mithilfe eines höheren Fremdfinanzierungsniveaus möglich wäre, und den Vorteilen sowie der Sicherheit, die eine solide Eigenkapitalposition bietet, an. Es ist des Weiteren beabsichtigt, langfristig ein Verhältnis von bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen) von unter zwei beizubehalten.

Im August 2020 erhielt adidas starke erstmalige Investment-Grade-Ratings von Standard & Poor’s und Moody’s. Während Standard & Poor’s adidas mit ‚A+‘ bewertete, erhielt das Unternehmen von Moody’s die Bewertung ‚A2‘. Der anfängliche Ausblick für beide Ratings lautete ‚stabil‘, da beide Ratingagenturen die starken Bonitätskennzahlen, das robuste Liquiditätsprofil sowie die konservative Finanzpolitik des Unternehmens anerkannten. Im November 2022 änderten sowohl Standard & Poor’s als auch Moody’s den Ausblick von adidas basierend auf der Verschlechterung der Bonitätskennzahlen aufgrund des Drucks von ökonomischen und unternehmensspezifischen Herausforderungen auf die betriebliche Leistung des Unternehmens in ‚negativ‘. Im Februar 2023 senkte Standard & Poor’s die Bewertung von adidas auf ‚A-‘, während Moody’s das Unternehmen auf ‚A3‘ herabstufte, beide Ratingagenturen jeweils mit Ausblick ‚negativ‘. Die Herabstufungen spiegelten eine weitere Abwärtskorrektur der Bonitätskennzahlen nach der Bekanntgabe der Finanzprognose des Unternehmens für 2023 wider. Im Dezember 2023 und Januar 2024 haben Standard & Poor’s und Moody’s ihre jeweiligen Einstufungen von ‚A-‘ und Ausblick ‚negativ‘ bzw. ‚A3‘ und Ausblick ‚negativ‘ bestätigt. Insgesamt sichern die Investment-Grade-Ratings adidas weiterhin einen effizienten Zugang zum Kapitalmarkt.

Der Verschuldungsgrad beträgt 98,6 % (2022: 121,2 %) und ergibt sich aus den bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von 4,518 Mrd. € (2022: 6,047 Mrd. €) im Verhältnis zu dem auf Anteilseigner entfallenden Kapital in Höhe von 4,580 Mrd. € (2022: 4,991 Mrd. €). Das EBITDA beträgt für das Geschäftsjahr 2023 1,358 Mrd. € (2022: 1,874 Mrd. €). Das Verhältnis von bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA beträgt im Geschäftsjahr 2023 3,3 (2022: 3,2).

Zusammensetzung EBITDA in Mio.# € 2023 2022 Gewinn vor Steuern 65 388 Anpassungen für: Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen 1.212 1.375 Wertaufholungen –42 –4 Zinserträge –39 –23 Zinsaufwendungen 162 138 EBITDA zum 31. Dezember 1.358 1.874

Im Jahr 2020 wurde die Definition für die Nettofinanzverbindlichkeit an die Kriterien der unternehmensinternen Finanzrichtlinien angepasst und wird daher als sogenannte bereinigte Nettofinanzverbindlichkeit angegeben. Diese ergänzt im Wesentlichen die bis dahin ausgewiesene Nettofinanzverbindlichkeit um den Barwert der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Leasing- und Pensionsverpflichtungen. Die Methode zur Berechnung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten wurde im Jahr 2022 überarbeitet, um sie an die allgemeine Marktpraxis und den Ansatz der Ratingagenturen anzupassen. Im Weiteren wird die Zusammensetzung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten dargestellt:

Zusammensetzung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 549 527
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.430 2.946
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 545 643
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 2.039 2.343
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 139 118
Factoring 70 112
Zwischensumme 5.772 6.689
Flüssige Mittel 1.431 798
Kurzfristige Finanzanlagen 34
Abzüglich Flüssige Mittel mit Verfügungsbeschränkung 211 155
Abzüglich verfügbare Flüssige Mittel 1.254 643
Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten 4.518 6.047

Rücklagen

Die Rücklagen im auf Anteilseigner entfallenden Eigenkapital sind wie folgt:

  • Kapitalrücklage: beinhaltet vor allem das im Rahmen von Aktienemissionen gezahlte Agio sowie Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütung für Vorstände und für Dritte.
  • Kumulierte Währungsumrechnungsdifferenzen: beinhalten alle Fremdwährungsunterschiede, die aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Geschäftsbetriebe entstehen.
  • Hedging-Rücklage: beinhaltet den effektiven Anteil der kumulierten Nettoveränderungen im beizulegenden Zeitwert der Absicherung von Cashflows (innerer Zeitwert der Option und die Kassakomponente der Termingeschäfte) in Bezug auf abgesicherte Transaktionen, die noch nicht eingetreten sind, der Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische Tochterunternehmen sowie den Anteil der kumulierten Nettoveränderung im beizulegenden Zeitwert des Total-Return-Swaps.
  • Cost-of-Hedging-Rücklage – Optionen: beinhaltet den effektiven Anteil der kumulierten Nettoveränderung im beizulegenden Zeitwert der Absicherung von Cashflows entsprechend dem ‚Cost of Hedging‘ für Optionen (Zeitwertkomponentenprämie).
  • Cost-of-Hedging-Rücklage – Termingeschäfte: beinhaltet den effektiven Anteil der kumulierten Nettoveränderung im beizulegenden Zeitwert der Absicherung von Cashflows entsprechend dem ‚Cost of Hedging‘ für Termingeschäfte (Terminkomponente).
  • Übrige Rücklagen: beinhalten die Neubewertungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen, bestehend aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten der leistungsorientierten Verpflichtungen, nicht im Zinsertrag erfasstem Ertrag des Planvermögens sowie dem Effekt aus Vermögenswertlimitierung, die Neubewertung des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden, Aufwendungen für Aktienoptionspläne, Effekte aus dem Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen sowie vom Gesetz verlangte Rücklagen.
  • Gewinnrücklagen: beinhalten sowohl Beträge, die von der Satzung verlangt werden, als auch freiwillige Beträge, die vom Unternehmen zurückgestellt werden. Die Gewinnrücklagen beinhalten die kumulierten Bilanzgewinne, abzüglich der ausgezahlten Dividenden und für den Rückerwerb eigener Aktien geleisteten Entgelte, die den Nennbetrag übersteigen. Zusätzlich beinhaltet der Posten die Effekte aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm sowie die Übergangseffekte aus der Implementierung von neuen IFRS.

Die Kapitalrücklage enthält ausschüttungsgesperrtes Kapital in Höhe von 4 Mio. € (2022: 4 Mio. €). Darüber hinaus enthalten die übrigen Rücklagen weiteres ausschüttungsgesperrtes Kapital in Höhe von 136 Mio. € (2022: 98 Mio. €).

Ausschüttungsfähige Gewinne und Dividenden

Die ausschüttungsfähigen Beträge beziehen sich auf den Bilanzgewinn der adidas AG, der gemäß deutschem Handelsrecht ermittelt wird. Mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung 2023 wurde für das Jahr 2022 eine Dividende in Höhe von 0,70 € je Aktie (Gesamtbetrag: ca. 125 Mio. €) ausgeschüttet. Der Vorstand der adidas AG schlägt vor, den Bilanzgewinn der adidas AG aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 411 Mio. € zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,70 € je Aktie zu verwenden und den restlichen Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Zum Aufstellungszeitpunkt, dem 20. Februar 2024, bestehen 178.549.084 dividendenberechtigte Aktien. Dies würde zu einer Dividendenzahlung in Höhe von insgesamt ca. 125 Mio. € führen.

Anteilsbasierte Vergütung

Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente für Mitarbeitende

Im Geschäftsjahr 2016 hat adidas die Einführung eines unbefristeten Mitarbeiterbeteiligungsprogramms (‚Programm‘) bekannt gegeben. Die Durchführung des Programms erfolgt auf Quartalsbasis, die als ‚Investitions-Quartale‘ bezeichnet werden. Das Programm ermöglicht es den Mitarbeitenden, Aktien der adidas AG (‚Investment-Aktien‘) mit einem 15-%-Rabatt zu erwerben sowie anteilig unentgeltlich zusätzliche Aktien (‚Matching-Aktien‘) zu erhalten. Aktuell können berechtigte Mitarbeitende der adidas AG sowie von 17 weiteren Tochterunternehmen daran teilnehmen. Bis zu zwei Wochen vor dem Beginn eines jeden Investitions-Quartals kann sich jede berechtigte bzw. jeder berechtigte Mitarbeitende entscheiden, an dem Programm teilzunehmen. Das Unternehmen bestätigt die Teilnahme zum Ersten eines jeden Investitions-Quartals. Dieser stellt den Tag der Gewährung für die Investment- und Matching-Aktien dar. Der beizulegende Zeitwert am Erdienungsstichtag entspricht dem beizulegenden Zeitwert der gewährten Eigenkapitalinstrumente an diesem Tag. Die Mitarbeitenden investieren über drei Monate bis zu 10 % ihres Bruttogrundgehalts in das Programm. Wenige Tage nach dem Ende des Quartals werden die Aktien zum Marktpreis am Markt erworben und auf die Mitarbeitenden übertragen. Dazu wird der im Quartal investierte Betrag zuzüglich der Aufstockung durch adidas verwendet. Diese Aktien können jederzeit von Mitarbeitenden verkauft werden. Beim Halten der Aktien über einen Zeitraum von einem Jahr nach dem letzten Tag des Investitions-Quartals erhält der Mitarbeitende einmal anteilig unentgeltliche Matching-Aktien (eine Matching-Aktie für sechs erworbene adidas AG Aktien). Dieses Programm stellt für beide Komponenten eine anteilsbasierte Vergütungsvereinbarung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zum aktuellen Zeitpunkt dar. Für die dienstzeitabhängige Komponente der Matching-Aktien wird ein entsprechender Abschlag berücksichtigt. Im Folgenden sind die Auswirkungen dargestellt:

Anteilsbasierte Vergütungs mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Zum 31. Dez. 2022 Zum 31. Dezember 2023
21. Inves-titions-quartal 21. Inves-titions-quartal
Tag der Gewährung 3. Okt. 2022 3. Okt. 2022
Aktienkurs am Tag der Gewährung (in €) 119,0 119,00
Aktienkurs am 31. Dezember (in €) 127,46 184,16
Anzahl der gewährten Investment-Aktien, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember 48.555 33.696
Anzahl der tatsächlich gekauften Investment-Aktien 44.789
Gewährte ausstehende Matching-Aktien, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember oder den tatsächlich gekauften Investment-Aktien 7.465
Durchschnittlicher verbleibender Erdienungszeitraum zum 31. Dezember (in Monaten) 12

Die Anzahl der verwirkten Matching-Aktien in der Berichtsperiode beträgt 4.646 (2022: 3.557). Zum 31. Dezember 2023 betragen die Aufwendungen in Verbindung mit den Investment-Aktien 3,4 Mio. € (2022: 4,3 Mio. €). Aufwendungen in Verbindung mit den Matching-Aktien betragen im Jahr 2023 3,3 Mio. € (2022: 3,3 Mio. €). Zum 31. Dezember 2023 haben die Teilnehmenden am Mitarbeiterbeteiligungsprogramm insgesamt 5 Mio. € (2022: 5 Mio. €) investiert. Die Aktien aus diesem Investment sind bis Ende Dezember noch nicht an die Teilnehmenden transferiert worden. Deshalb enthält der Posten ‚Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten‘ diesen Betrag.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 17
Weitere Informationen zum Kauf von Aktien für das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm sind in diesem Anhang enthalten.
► SIEHE ERLÄUTERUNG 25

Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente für Dritte

Im Jahr 2023 hat adidas einen Promotion- und Werbevertrag abgeschlossen, der eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente beinhaltet. Der Vertrag hat eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Der Vertrag enthält eine Gewährung von Aktien, die einem Wert von bis zu 26 Mio. US-$ entsprechen. Im Jahr 2023 fand keine Übertragung von Aktien statt. Die Aufwendungen für Aktien werden über den Erdienungszeitraum von fünf Jahren verteilt. Für das Jahr 2023 führt dies zu einer Rückstellung in Höhe von 7 Mio. €.

Anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrument für Vorstände

Im Jahr 2018 hat adidas einen ‚Long-Term-Incentive-Plan‘ (,LTIP‘) für Vorstände aufgesetzt. Der LTIP 2021/2025 verfolgt das Ziel, die langfristige erfolgsabhängige variable Vergütung des Vorstands an der Wertentwicklung des Unternehmens und damit an den Interessen der Aktionär*innen auszurichten. Vor diesem Hintergrund ist der LTIP 2021/2025 aktienbasiert.Er setzt sich aus fünf jährlichen Tranchen (2021 bis 2025) zusammen, die jeweils eine Laufzeit von fünf Jahren haben. Jede der fünf jährlichen Tranchen setzt sich aus einem Performance-Jahr und einer nachfolgenden vierjährigen Halteperiode zusammen. Der Aufsichtsrat hat für den LTIP 2021/2025 für jedes der fünf Performance-Jahre als Performance-Kriterien finanzielle bzw. ESG-bezogene Leistungskriterien festgelegt. Die jährliche LTIP-Tranche (‚Grant Amount‘) wird den Vorständen nach Billigung des Konzernabschlusses ausgezahlt und ist von den Vorstandsmitgliedern in voller Höhe in den Erwerb von adidas AG Aktien zu investieren. Die erworbenen Aktien unterliegen einer Halteperiode, die mit Ablauf des vierten Geschäftsjahres, welches auf das Performance-Jahr folgt, endet. Erst nach Ablauf der Halteperiode können die Vorstandsmitglieder über die Aktien verfügen. Zum 31. Dezember 2023 beläuft sich die Gesamtzahl der seit 2019 im Rahmen der variablen erfolgsabhängigen Vergütung erworbenen und einer Haltefrist unterliegenden adidas AG Aktien auf 57.247 Stückaktien (2022: 78.698 Stückaktien seit 2018). Die Anzahl der von den Mitgliedern des Vorstands erworbenen adidas AG Aktien wird im Folgenden dargestellt:

LTI-Bonus: Aktienerwerb im Rahmen der langfristigen variablen Vergütung in €

LTIP-Tranche 2022 2021 2020 2019
Grant Amount 14.182.500 1.482.105 9.244.573
Auszahlungsbetrag 7.449.357 778.475 4.825.271
Kaufkurs 210,10 270,75 255,00
Anzahl der erworbenen Aktien 35.455 2.872 18.920
Ende der Halteperiode Dez. 31, 2025 Mai 31, 2024 Mai 31, 2023

Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich für Mitarbeitende

Im Jahr 2017 hat adidas einen Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) aufgesetzt, der eine anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich darstellt. Es werden ,RSUs‘ (,Restricted Stock Units‘) unter der Bedingung gewährt, dass die oder der Begünstigte drei bzw. vier Jahre bei der adidas AG oder einem ihrer Tochterunternehmen ungekündigt beschäftigt ist. Diese Mindestbeschäftigungsdauer bezieht sich auf das Kalenderjahr der Gewährung der RSUs und die darauffolgenden drei Kalenderjahre. Ausnahmsweise wurden im Jahr 2022 und 2023 RSUs mit einer Mindestbeschäftigungsdauer von ein bzw. zwei Jahren gewährt. Der Gesamtwert der an die Führungskräfte zu zahlenden Barvergütung wird an jedem Bilanzstichtag sowie am Erfüllungstag, basierend auf dem beizulegenden Zeitwert der RSUs, neu ermittelt und als Personalaufwand durch eine entsprechende Erhöhung der Rückstellung über den Zeitraum der Leistungserbringung durch die Begünstigten verteilt. Des Weiteren werden Sozialabgaben bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts berücksichtigt, sofern die jeweiligen Länderbestimmungen sowie die Seniorität der Begünstigten dies erfordern. Alle Änderungen aus der Folgebewertung der Rückstellung werden im Personalaufwand gezeigt. Pro Jahr wird eine Tranche mit dreijähriger und eine mit vierjähriger Laufzeit ausgegeben. Bemessungskriterium für die Anzahl der gewährten RSUs ist die Hierarchiestufe. Zusätzlich wurde für die vierjährige Tranche das Erreichen von einer im Voraus festgelegten finanziellen und ESG-bezogenen Zielgröße vereinbart. Darüber hinaus wurde im Jahr 2022 und 2023 von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zwei weitere Tranchen mit einer zweijährigen und einjährigen Laufzeit auszugeben. Der Wert einer RSU entspricht dem Durchschnittskurs der adidas AG Aktie an den ersten 20 Börsenhandelstagen im Januar des jeweiligen Geschäftsjahres. Im Folgenden sind die Auswirkungen dargestellt:

Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2023

Planjahr 2020 2021
Tranche 4-jährige Tranche 3-jährige Tranche
Aktienkurs am 31. Dezember (in €) 184,16
Anzahl der gewährten RSUs, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember 20.405
Durchschnittlicher risikoloser Zinssatz, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember 3,61 %
Durchschnittlicher verbleibender Erdienungszeitraum zum 31. Dezember (in Monaten)

Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2023

| Planjahr | 2022 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tranche | 4-jährige Tranche | 3-jährige Tranche | 2-jährige Tranche | 1-jährige Tranche | 4-jährige Tranche | 3-jährige Tranche | 2-jährige Tranche | 1-jährige Tranche |
| Aktienkurs am 31. Dezember (in €) | 182,22 | 183,47 | 182,22 | 183,47 | 180,61 | 182,22 | 183,47 | 184,16 |
| Anzahl der gewährten RSUs, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember | 77.407 | 206.748 | 2.130 | – | 304.563 | 111.577 | 11.972 | 9.010 |
| Durchschnittlicher risikoloser Zinssatz, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember | 3,47 % | 3,60 % | 3,61 % | – | 3,24 % | 3,47 % | 3,60 % | 3,61 % |
| Durchschnittlicher verbleibender Erdienungszeitraum zum 31. Dezember (in Monaten) | 24 | 12 | – | – | 36 | 24 | 12 | – |

Anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2022

| Planjahr | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tranche | 4-jährige Tranche | 3-jährige Tranche | 4-jährige Tranche | 3-jährige Tranche | 4-jährige Tranche | 3-jährige Tranche | 4-jährige Tranche | 3-jährige Tranche | 2-jährige Tranche | 1-jährige Tranche |
| Aktienkurs am 31. Dezember (in €) | 127,46 | – | 125,77 | 127,46 | 121,70 | 125,77 | 117,13 | 121,70 | 125,77 | 127,46 |
| Anzahl der gewährten RSUs, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember | 108.039 | – | 24.667 | 102.877 | 227.521 | 37.745 | 102.523 | 236.945 | 2.149 | 2.149 |
| Durchschnittlicher risikoloser Zinssatz, basierend auf dem Aktienkurs am 31. Dezember | 1,07 % | – | 1,28 % | 1,07 % | 1,55 % | 1,28 % | 1,74 % | 1,55 % | 1,28 % | 1,07 % |
| Durchschnittlicher verbleibender Erdienungszeitraum zum 31. Dezember (in Monaten) | – | – | 12 | – | 24 | 12 | 36 | 24 | 12 | – |

Der beizulegende Zeitwert ermittelt sich aus dem Stichtagskurs der adidas AG Aktie zum 31. Dezember 2023, angepasst um die zukünftigen zu erwartenden Dividendenzahlungen. Dies führte 2023 zu einem Aufwand in Höhe von 59 Mio. € (2022: 36 Mio. €). Die entsprechende Rückstellung beläuft sich auf 80 Mio. € (2022: 57 Mio. €).

27Nicht beherrschende Anteile

Dieser Posten enthält nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital von Tochterunternehmen, die der adidas AG weder unmittelbar noch mittelbar zugeordnet werden. Den nicht beherrschenden Anteilen sind zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 jeweils zwei Tochterunternehmen zuzuordnen. Für die folgenden Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen sind die wichtigen Finanzinformationen zusammengefasst dargestellt.

Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen

Name der Gesellschaft Haupt geschäftssitz Von nicht beherrschenden Anteilen gehaltene Beteiligungsquote 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Agron, Inc. USA 100 % 100 %
adidas Israel Ltd. Israel 15 % 15 %

Die nachstehende Tabelle zeigt Informationen zu jeder Tochtergesellschaft des Konzerns mit wesentlichen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen.

Finanzinformationen über Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen in Mio. €

Nicht beherrschende Anteile 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Insgesamt Davon: Agron, Inc.
Umsatzerlöse 669 520
Gewinn 61 62
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn 61 62
Sonstiges Ergebnis –14 –14
Gesamtergebnis 47 48
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis 48 48
Kurzfristige Vermögenswerte 384 288
Langfristige Vermögenswerte 140 116
Kurzfristige Verbindlichkeiten –139 –65
Langfristige Verbindlichkeiten –11
Nettovermögen 373 340
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Nettovermögen gemäß der Konzernbilanz 345 340
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 64 77
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit –0 –10
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit –27 –33
Nettozunahme des Finanzmittelbestands 37 34
Dividendenauszahlung an nicht beherrschende Anteile während des Geschäftsjahres¹ 33 33

¹ Im Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit enthalten.

28Finanzinstrumente

Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten

Buchwerte der Finanzinstrumente und ihre beizulegenden Zeitwerte inklusive hierarchischer Einstufung gemäss IFRS 13 in Mio. €

| Kategorie | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Buch-wert | Beizu-legen-der Zeit-wert | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Buch-wert | Beizu-legen-der Zeit-wert | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
| Finanzielle Vermögenswerte | | | | | | | | | | |
| Flüssige Mittel | | | | | | | | | | |
| Flüssige Mittel | Fortgeführte Anschaffungs-kosten | 596 | – | – | – | 726 | – | – | – |
| Flüssige Mittel | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 835 | 835 | – | 835 | 72 | 72 | – | 72 |
| Kurzfristige Finanzanlagen | | | | | | | | | | |
| Kurzfristige Finanzanlagen | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 34 | 34 | – | 34 | – | – | – | – |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Fortgeführte Anschaffungs-kosten | 1.906 | – | – | – | 2.529 | – | – | – |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | | | | | | | | | | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | Derivate mit Sicherungsbeziehung | n.a. | 67 | 67 | – | 67 | 168 | 168 | – | 168 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | Derivate ohne Sicherungsbeziehung | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 21 | 21 | – | 21 | 65 | 65 | – | 65 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | Sonstige Anlagen | n.a. | 8 | 8 | – | 8 | 78 | 78 | – | 78 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | Fortgeführte Anschaffungs-kosten | 658 | – | – | – | 703 | – | – | – |
| Langfristige Finanzanlagen | | | | | | | | | | |
| Langfristige Finanzanlagen | Sonstige Kapitalanlagen | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 91 | 91 | – | – | 89 | 89 | – | – |
| Langfristige Finanzanlagen | Sonstige Kapitalanlagen | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | 83 | 83 | 1 | – | 86 | 86 | 2 | – |
| Langfristige Finanzanlagen | Sonstige Anlagen | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | 44 | 44 | – | 44 | 42 | 42 | – | 42 |
| Langfristige Finanzanlagen | Sonstige Anlagen | n.a. | 83 | 83 | – | 83 | 83 | 83 | – | 83 |
| Langfristige Finanzanlagen | Kredite | Fortgeführte Anschaffungs-kosten | – | – | – | – | 0 | – | – | – |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | | | | | | | | | | |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | Derivate mit Sicherungsbeziehung | n.a. | – | – | – | – | – | – | – | – |```markdown

Finanzinstrumente

Bewertung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten

Die fair value-Hierarchie unterteilt Finanzinstrumente in drei Stufen, basierend auf der Art der Inputfaktoren, die zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts verwendet werden.

  • Stufe 1 basiert auf quotierten Preisen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
  • Stufe 2 basiert auf Inputfaktoren, die direkte (d.h. als Preise) oder indirekte (d.h. aus Ableitungen von Preisen) beobachtbare Marktdaten für die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten darstellen und andere Inputfaktoren als die in Stufe 1 aufgenommenen Marktpreisnotierungen sind.
  • Stufe 3 basiert auf Inputfaktoren für die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht an einem Markt beobachtbar sind (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3 im Jahr 2023 in Mio. €

Beizulegender Zeitwert 1. Jan. 2023 Zugänge Abgänge Realisiert Gewinne Realisiert Verluste Unrealisiert Gewinne Unrealisiert Verluste Umbuchungen Effekt aus Währungs-um-rechnung Beizulegender Zeitwert 31. Dez. 2023
Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente als zu Handelszwecken gehalten (FAHfT) 87 89
Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente (FVTPL) 2 2
Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente (FVOCI) 84 3 –0 –4 82
Earn-out-Komponenten (Aktiva) 227 74 301

Entwicklung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3 im Jahr 2022 in Mio. €

Beizulegender Zeitwert 1. Jan. 2022 Zugänge Abgänge Realisiert Gewinne Realisiert Verluste Unrealisiert Gewinne Unrealisiert Verluste Umbuchungen Effekt aus Währungs-um-rechnung Beizulegender Zeitwert 31. Dez. 2022
Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente als zu Handelszwecken gehalten (FAHfT) 87 0 87
Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente (FVTPL) 2 2
Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente (FVOCI) 80 6 –0 4 –3 –3 84
Schuldscheine (FVTPL) 12 –12
Earn-out-Komponenten (Aktiva) 247 –20 227

Aufgrund der kurzen Laufzeiten der flüssigen Mittel, kurzfristigen Finanzanlagen, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen kurzfristigen finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt bzw. zu Marktpreisen bewertet. Zur Diskontierung werden auf die entsprechenden Fristigkeiten bezogene marktübliche Zinssätze, angepasst um eine unternehmensspezifische Kreditrisikoprämie, verwendet. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten langfristigen Finanzanlagen basieren die Zeitwerte auf dem an einem aktiven Markt notierten Marktpreis oder werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt.

adidas zeigt bestimmte Investitionen als Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis, weil diese Investitionen vom Unternehmen langfristig gehalten werden, um Einblicke in innovative Produktionstechnologien und Entwicklungen zu bekommen. Der Ausweis dieser Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis basiert auf strategischen Managemententscheidungen. Gemäß IFRS 13 zeigen die folgenden Tabellen die Bewertungsmethoden für den beizulegenden Zeitwert nach Stufe 1, Stufe 2 und Stufe 3 sowie die wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter, die zur Bewertung verwendet worden sind. Im Jahr 2023 wurden keine Reklassifizierungen zwischen Hierachiestufen vorgenommen. Eine Überprüfung der Hierachiestufen wird von adidas regelmäßig vorgenommen.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente Stufe 1

Art Bewertungsmethode Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren Kategorie
Wandelanleihe Der beizulegende Zeitwert basiert auf dem Marktpreis der Wandelanleihe zum Bilanzstichtag. Nicht anwendbar Fortgeführte Anschaffungs- kosten
Eurobond Der beizulegende Zeitwert basiert auf dem Marktpreis der Eurobonds zum Bilanzstichtag. Nicht anwendbar Fortgeführte Anschaffungs- kosten
Sonstige Kapitalanlagen Der beizulegende Zeitwert basiert auf dem Marktpreis der Kapitalanlage zum Bilanzstichtag. Nicht anwendbar Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente Stufe 2

Art Bewertungsmethode Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren Kategorie
Flüssige Mittel und kurzfristige Finanzanlagen (Geldmarktfonds) Die Discounted-Cashflow-Methode wird verwendet. Das Bewertungsmodell addiert den Barwert der zukünftigen erwarteten Zahlungsströme. Diese werden unter Zuhilfenahme eines risikoadjustierten Diskontierungssatzes abgezinst. Aufgrund der kurzen Laufzeit der Einlage wird unterstellt, dass der beizulegende Zeitwert dem Nominalwert entspricht. Nicht anwendbar Erfolgswirksam zum beizu-legenden Zeitwert
Langfristige Finanzanlagen (Anlagepapiere) Der beizulegende Zeitwert basiert auf dem Marktpreis der Anlagen zum Bilanzstichtag. Nicht anwendbar Erfolgswirksam zum beizu-legenden Zeitwert
Devisentermin-geschäfte Im Geschäftsjahr 2023 hat adidas für alle Währungspaare die Par-Methode (Forward-NPV) zur Berechnung des beizulegenden Zeitwerts, die aktiv gehandelte Zukunftsraten unterstellt, verwendet. Nicht anwendbar n.a., erfolgs-wirksam zum beizulegenden Zeitwert
Währungsoptionen adidas verwendet das Garman-Kohlhagen-Modell, eine erweiterte Version des Black-Scholes-Modells. Nicht anwendbar n.a., erfolgs-wirksam zum beizulegenden Zeitwert
Aktienoption mit Barausgleich adidas verwendet das Black-Scholes-Modell. Nicht anwendbar Erfolgswirksam zum beizu-legenden Zeitwert
Total-Return-Swap (auf eigene Aktien) Der beizulegende Zeitwert basiert auf dem Marktpreis der adidas AG Aktie zum Bilanzstichtag abzüglich der aufgelaufenen Zinsen. Nicht anwendbar n.a., erfolgs-wirksam zum beizulegenden Zeitwert

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente Stufe 3

| Art | Bewertungsmethode | Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente (erfolgswirksam)

Die Anpassung des beizulegenden Zeitwerts wurde auf Basis signifikanter Inputfaktoren (Finanzierungsrunden) ermittelt, die durch ein oder mehrere Ereignis(se) beeinflusst wurden, bei denen unter Berücksichtigung der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung ein objektiver Hinweis auf eine Veränderung vorlag. Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts wird im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen. Siehe Spalte „Bewertungsmethode“.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Investitionen in sonstige Eigenkapitalinstrumente (erfolgsneutral)

Es wurde von der Option, Eigenkapitalinstrumente beim erstmaligen Ansatz nach IFRS 9 erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, Gebrauch gemacht. Die Anpassung des beizulegenden Zeitwerts wurde auf Basis signifikanter Inputfaktoren (Finanzierungsrunden) ermittelt, die durch ein oder mehrere Ereignis(se) beeinflusst wurden, bei denen unter Berücksichtigung der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung ein objektiver Hinweis auf eine Veränderung vorlag. Die Veränderung des beizulegenden Zeitwerts wird unter ‚Übrige Rücklagen’ ausgewiesen. Siehe Spalte „Bewertungsmethode“.

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert

Nettogewinne oder -verluste aus Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam erfasst wurden in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Finanzielle Vermögenswerte – zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) –9 –79
Finanzielle Vermögenswerte – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) 69 –4
Davon: beim erstmaligen Ansatz als solche eingestuft
Davon: zu Handelszwecken gehalten 2 0
Kapitalanlagen – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)
Kapitalanlagen – erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
Finanzielle Verbindlichkeiten – zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 3 24
Finanzielle Verbindlichkeiten – erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL)
Davon: beim erstmaligen Ansatz als solche eingestuft
Davon: zu Handelszwecken gehalten

Nettogewinne oder -verluste aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, beinhalten hauptsächlich Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen. Nettogewinne oder -verluste aus finanziellen Vermögenswerten oder finanziellen Verbindlichkeiten, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, beinhalten Effekte aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von Derivaten, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, und Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts weiterer Finanzinstrumente sowie Zinsaufwendungen. Nettogewinne oder -verluste aus Eigenkapitalinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, beinhalten hauptsächlich Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts, basierend auf der jeweiligen Bewertungsmethode.

► SIEHE TABELLE ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTE STUFE 3

Im Laufe des Jahres 2023 wurden keine Dividenden bezüglich Eigenkapitalinstrumenten, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet wurden, verbucht.

Nettogewinne oder -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beinhalten Effekte aus vorzeitiger Tilgung und Auflösungen von abgegrenzten Schulden.

Nominalbeträge aller ausstehenden Kurssicherungsgeschäfte in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Devisentermingeschäfte 7.893 11.917
Währungsoptionen 407 461
Gesamt 8.300 12.377

Beizulegende Zeitwerte in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2023 31. Dez. 2022 31. Dez. 2022
Positiver beizu- legender Zeitwert Negativer beizu- legender Zeitwert Positiver beizu- legender Zeitwert Negativer beizu- legender Zeitwert
Devisentermingeschäfte 81 –109 225 –152
Währungsoptionen 9 –1 7 –1
Gesamt 90 –110 233 –153

Nominalbeträge der ausstehenden US-Dollar-Sicherungsgeschäfte in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Devisentermingeschäfte 3.449 5.669
Währungsoptionen 353 450
Gesamt 3.802 6.119

Finanzrisiken

Währungsrisiken

adidas ist in hohem Maße Währungsrisiken ausgesetzt, da Cashflows in vielen verschiedenen Währungen anfallen. Der Großteil des Transaktionsrisikos ergibt sich durch die Produktbeschaffung in US-Dollar, wohingegen Verkäufe typischerweise in der funktionalen Währung der Tochterunternehmen stattfinden. Der Großteil dieser Transaktionen ist in US-Dollar, britischen Pfund, japanischen Yen und chinesischen Renminbi nominiert. Gemäß den unternehmensinternen Treasury-Grundsätzen verfolgt adidas ein rollierendes Hedging-System mit einem Zeitfenster von bis zu 24 Monaten, wobei ein Großteil des erwarteten saisonalen Hedging-Bedarfs etwa sechs Monate vor Beginn einer Saison abgesichert wird. In seltenen Fällen werden Hedges auch über den Zeitraum von 24 Monaten hinaus abgeschlossen. Um das Unternehmen gegen ungünstige Kursentwicklungen zu schützen, nutzt adidas verschiedene Hedging-Instrumente, wie z.B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen und Währungs-Swaps oder Kombinationen unterschiedlicher Instrumente. Diese Verträge werden grundsätzlich als Absicherungen von Zahlungsströmen bestimmt. Darüber hinaus könnten Währungseffekte aus der Umrechnung von Ergebnissen, die nicht auf Euro lauten, in die funktionale Währung des Unternehmens, den Euro, zu einer wesentlichen negativen Auswirkung auf die Finanzergebnisse des Unternehmens führen. Dieser Anhang enthält nähere Erläuterungen zur Bilanzierung und zu Hedge Accounting.

► SIEHE ERLÄUTERUNG 02

Risiken sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Wechselkursrisiken, basierend auf Nominalbeträgen in Mio. €

USD GBP JPY CNY
Zum 31. Dezember 2023
Risiko aus festen Zusagen und prognostizierten Transaktionen –4.684 869 474 375
Bilanzrisiko, einschließlich konzerninternen Risikos –369 –18 –22 148
Bruttorisiko gesamt –5.053 851 452 523
Mit Währungsoptionen abgesichert 353 54
Mit Devisentermingeschäften abgesichert 2.761 –765 –257 –356
Nettorisiko –1.939 86 249 167
Zum 31. Dezember 2022
Risiko aus festen Zusagen und prognostizierten Transaktionen –5.879 880 442 834
Bilanzrisiko, einschließlich konzerninternen Risikos –258 14 4 168
Bruttorisiko gesamt –6.137 894 446 1.002
Mit Währungsoptionen abgesichert 450 11
Mit Devisentermingeschäften abgesichert 3.590 –696 –317 –753
Nettorisiko –2.097 197 140 249

Das Risiko aus festen Zusagen und prognostizierten Transaktionen ist auf einjähriger Basis kalkuliert worden. Gemäß den Anforderungen des IFRS 7 hat das Unternehmen die Auswirkungen von Veränderungen der wichtigsten Wechselkurse auf Gewinn und Eigenkapital errechnet. Diese Effekte ergeben sich vor allem aus Veränderungen bei den beizulegenden Zeitwerten der Hedging-Instrumente. Die Analyse berücksichtigt keine Effekte aus der Umrechnung der Abschlüsse der ausländischen Tochterunternehmen des Unternehmens in dessen Berichtswährung, den Euro. Die Sensitivitätsanalyse basiert auf dem Nettobilanzrisiko, einschließlich unternehmensinterner Salden aus monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährungen lauten. Darüber hinaus werden alle ausstehenden Währungsderivate anhand hypothetischer Wechselkurse neu bewertet, um die Effekte auf Gewinn und Eigenkapital zu bestimmen. Dieser Sensitivitätsanalyse zufolge hätte eine zehnprozentige Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2023 zu einer Steigerung des Gewinns um 17 Mio. € geführt.

Sensitivitätsanalyse für Wechselkursveränderungen von Fremdwährungen in Mio. €

USD GBP JPY CNY
Zum 31. Dezember 2023
EUR +10 %
Eigenkapital –198 66 27 24
Gewinn 17 2 2 –8
EUR –10 %
Eigenkapital 263 –81 –33 –29
Gewinn –20 –2 –3 9
Zum 31. Dezember 2022
EUR +10 %
Eigenkapital –264 60 30 50
Gewinn 13 –1 –0 –4
EUR –10 %
Eigenkapital 335 –74 –36 –61
Gewinn –15 2 0 4

Der negativere Marktwert der US-Dollar-Sicherungsgeschäfte hätte das Eigenkapital um 198 Mio. € verringert. Ein um 10 % schwächerer Euro am 31. Dezember 2023 hätte zu einer Reduzierung des Gewinns um 20 Mio. € geführt. Das Eigenkapital wäre um 263 Mio. € gestiegen. Die Auswirkungen von Kursschwankungen des Euro gegenüber dem britischen Pfund, dem japanischen Yen und dem chinesischen Renminbi auf Gewinn und Eigenkapital sind ebenfalls gemäß den IFRS-Anforderungen dargestellt. Viele andere finanzielle und operative Variablen, welche die Auswirkung von Währungsfluktuationen potenziell verringern könnten, werden jedoch von der Analyse ausgeschlossen, z.B.:

  • Es wird angenommen, dass Zinssätze, Rohstoffpreise und alle anderen Wechselkurse konstant bleiben.
  • Es werden Jahresendkurse anstelle umsatzgewichteter Durchschnittskurse herangezogen. Letztere hätten eine höhere Relevanz und werden intern verwendet, um sowohl die Saisonalität des Geschäfts als auch Währungsschwankungen während des Jahres besser abzubilden.
  • Das Exposure aus den prognostizierten operativen Cashflows, auf die sich die Sicherungsgeschäfte mehrheitlich beziehen, wird in dieser Analyse nicht umbewertet.
  • Operative Aspekte, beispielsweise potenzielle Rabatte für Key Accounts, die mit den Auswirkungen von Währungseffekten auf unsere Beschaffungsaktivitäten vertraut sind (da sie bei ihrer Beschaffung für Eigenmarken ähnliche Währungseffekte spüren), werden von dieser Analyse ebenfalls ausgeschlossen.
  • Das Kreditrisiko wird in dieser Analyse nicht berücksichtigt.

adidas sichert auch Bilanzrisiken zum größten Teil ab. Aufgrund seiner globalen Ausrichtung ist adidas in der Lage, das Währungsrisiko zum Teil durch ‚Natural Hedges‘ abzusichern. Das Brutto-US-Dollar-Cashflow-Exposure des Unternehmens für 2023 lag zum Jahresende 2023 bei 4,1 Mrd. € und wurde mit Devisentermingeschäften, Währungsoptionen und Währungsswaps abgesichert.

Ausfallrisiken

Ein Ausfallrisiko entsteht, wenn ein Kunde oder eine andere Gegenpartei eines Finanzinstruments nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt.# Risiken und Finanzinstrumente

adidas ist diesem Risiko infolge seiner laufenden Geschäftstätigkeit und bestimmter Finanzierungsaktivitäten ausgesetzt. Ausfallrisiken ergeben sich hauptsächlich aufgrund von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie in geringerem Umfang auch aus anderen vertraglichen finanziellen Verpflichtungen der Gegenpartei, wie z.B. sonstigen Finanzanlagen, kurzfristig hinterlegten Bankguthaben und derivativen Finanzinstrumenten. Ohne Berücksichtigung etwaiger zusätzlicher Sicherheiten oder anderer Kreditgarantien entspricht der Buchwert der Finanzanlagen sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem maximalen Ausfallrisiko. Ende 2023 hat es keine relevante Ausfallrisikokonzentration nach Kundentyp oder Region gegeben. Das Ausfallrisiko des Unternehmens wird vielmehr hauptsächlich durch individuelle Kundenmerkmale beeinflusst. Gemäß unseren Kreditrichtlinien werden neue Kunden auf ihre Bonität geprüft, bevor wir ihnen unsere regulären Zahlungs- und Lieferbedingungen anbieten. Außerdem definieren wir für jeden Kunden bestimmte Forderungsobergrenzen. Bonität und Forderungsobergrenzen werden ständig überwacht. Kunden, deren Bonität den Mindestanforderungen des Unternehmens nicht genügt, dürfen Produkte in der Regel nur gegen Vorauszahlung erwerben. Andere Aktivitäten zur Senkung des Ausfallrisikos beinhalten Eigentumsvorbehaltsklauseln sowie, selektiv eingesetzt, Kreditversicherungen, den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne Regress und Bankgarantien. Dieser Anhang enthält weitere quantitative Informationen über den Umfang, inwieweit Kreditsicherheiten das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen senken. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 05 Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 entfielen auf keinen einzelnen Kunden mehr als 10 % der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Währungs-, Rohstoff-, Zins- und Eigenkapitalsicherungsgeschäfte sowie Investitionen flüssiger Mittel werden von der Treasury-Abteilung weltweit mit Großbanken mit hoher Kreditwürdigkeit getätigt. Konzerngesellschaften dürfen nur mit Banken zusammenarbeiten, die ein Rating von BBB+ oder höher aufweisen. Nur in Ausnahmefällen dürfen Tochterunternehmen auch mit Banken mit einem niedrigeren Rating zusammenarbeiten. Um das Risiko in solchen Fällen zu begrenzen, werden Restriktionen, wie z. B. Höchstanlagebeträge, klar vorgeschrieben. Zusätzlich werden die Credit-Default-Swap-Prämien der Partnerbanken des Unternehmens monatlich überprüft. Wird eine definierte Schwelle überschritten, werden die finanziellen Vermögenswerte auf Banken übertragen, die innerhalb des Limits liegen. Des Weiteren geht adidas davon aus, dass die Risikokonzentration gering ist, da sich die Investmentgeschäfte des Unternehmens auf eine hohe Anzahl weltweit tätiger Banken verteilen. Zum 31. Dezember 2023 war keine Bank für mehr als 10 % des Investmentgeschäfts von adidas verantwortlich. Einschließlich der kurzfristigen Bankeinlagen von Tochterunternehmen bei lokalen Banken liegt die durchschnittliche Konzentration bei 2 %. Daraus resultiert ein maximales Risiko von 91 Mio. € beim Ausfall einer einzelnen Bank. Zudem wurde zur breiteren Streuung des Investitionsrisikos in Geldmarktfonds mit einem Rating von AAA investiert. Darüber hinaus hielt adidas im Jahr 2023 währungsbezogene derivative Finanzinstrumente mit einem positiven Marktwert von 90 Mio. €. Das maximale Risiko gegenüber einer einzelnen Bank aus solchen Vermögenswerten belief sich auf 28 Mio. € und die durchschnittliche Konzentration lag bei 8 %.

Gemäß IFRS 7 beinhaltet die nachfolgende Tabelle weitere Informationen über Aufrechnungsmöglichkeiten derivativer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die meisten Vereinbarungen zwischen Finanzinstituten und dem Unternehmen beinhalten ein beiderseitiges Recht zur Aufrechnung. Diese Vereinbarungen erfüllen allerdings nicht die Kriterien für die Aufrechnung in der Bilanz, da das Recht zur Aufrechnung nur bei Ausfall eines Geschäftspartners durchsetzbar ist. Die Buchwerte der ausgewiesenen derivativen Finanzinstrumente, die von den genannten Vereinbarungen betroffen sind, sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Aufrechnungsmöglichkeit derivativer finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Mio. €

2023 2022
Vermögenswerte
Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Vermögenswerte 96 233
Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren
Nettobilanzwerte der finanziellen Vermögenswerte 96 233
Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen –83 –132
Gesamtnettowert der finanziellen Vermögenswerte 13 101
Verbindlichkeiten
Bilanzierte Bruttobeträge der finanziellen Verbindlichkeiten –126 –235
Finanzinstrumente, die zur bilanziellen Verrechnung qualifizieren
Nettobilanzwerte der finanziellen Verbindlichkeiten –126 –235
Aufrechenbar aufgrund von Rahmenverträgen 83 132
Gesamtnettowert der Finanzverbindlichkeiten –43 –103

Zinsrisiken

Veränderungen der Marktzinsen weltweit wirken sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten aus. Da adidas keine wesentlichen variabel verzinslichen Verbindlichkeiten hat, dürften wesentliche Zinssatzsteigerungen die Profitabilität, die Liquidität und die Finanzlage des Unternehmens nur geringfügig beeinträchtigen. Zur Senkung der Zinsrisiken und zur Sicherung der finanziellen Flexibilität verfolgt adidas im Rahmen seiner Finanzstrategie das zentrale Ziel, den überschüssigen Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit weiterhin zur Reduzierung der kurzfristigen Bruttofinanzverbindlichkeiten einzusetzen. Darüber hinaus wird adidas möglicherweise adäquate Hedging-Strategien mittels derivativer Zinsinstrumente zur Minderung des Zinsrisikos in Betracht ziehen.

Aktienkursrisiken

Aktienkursrisiken entstehen durch den Long-Term-Incentive-Plan (LTIP), ein aktienbasiertes Vergütungssystem mit Barausgleich. Die Strategie von adidas ist es, dieses Risiko durch die Anwendung von Hedges zu mindern, die die Änderungen bezüglich des Aktienkurses abdecken. Der LTIP wird mithilfe von Swaps gesichert, die als Absicherung von Zahlungsströmen klassifiziert sind. Gemäß den Anforderungen des IFRS 7 hat adidas die Auswirkungen von Veränderungen des Aktienkurses auf den Gewinn errechnet. Ein zehnprozentiger Anstieg des Kurses der adidas AG Aktie gegenüber dem Schlusskurs zum 31. Dezember 2023 hätte zu einer Steigerung des Gewinns um 5 Mio. € und des Eigenkapitals um 4 Mio. € geführt. Ein zehnprozentiger Rückgang des Aktienkurses gegenüber dem Schlusskurs zum 31. Dezember 2023 hätte zu einer Verringerung des Gewinns um 5 Mio. € geführt. Das Eigenkapital hätte sich entsprechend um 4 Mio. € reduziert.

Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken ergeben sich aus einem eventuellen Mangel an Mitteln, um fällige Verbindlichkeiten in Bezug auf Fristigkeit, Volumen und Währungsstruktur bedienen zu können. adidas sieht sich außerdem dem Risiko ausgesetzt, aufgrund von Liquiditätsengpässen ungünstige Finanzierungskonditionen akzeptieren zu müssen. Zur Steuerung der Liquiditätsrisiken setzt die Treasury-Abteilung ein effizientes Cash-Managementsystem ein, um die im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit erzeugten Mittel optimal zu nutzen. Eine auf monatlicher Basis rollierende Liquiditätsplanung ermöglicht hierbei die Steuerung des Liquiditätsrisikos. Im Einklang mit der internen Finanzierungsrichtlinie verfolgt adidas darüber hinaus interne Ziele, um den Verschuldungsgrad entsprechend zu steuern. Fest zugesagte und nicht fest zugesagte Kreditlinien sorgen darüber hinaus für weitere finanzielle Flexibilität. Grundsätzlich erlaubt die Bonitätseinstufung von adidas über der Investment-Einstufung einen effizienten Zugang zum Kapitalmarkt. Zum 31. Dezember 2023 beliefen sich die flüssigen Mittel und Finanzanlagen des Unternehmens auf 1,465 Mrd. € (2022: 0,798 Mrd. €). Darüber hinaus unterhält adidas bilaterale Kreditlinien in Höhe von 3,648  Mrd. € (2022: 4.090 Mrd. €), um jederzeit ausreichende Liquidität zu gewährleisten. Davon sind 1,864 Mrd. € seit Dezember 2023 im Rahmen eines Konsortialkredits mit unseren Kernbanken fest zugesichert.

Zukünftige Mittelabflüsse infolge finanzieller Verbindlichkeiten, die in der Konzernbilanz passiviert worden sind, sind tabellarisch dargestellt. Dazu gehören Zahlungen zur Begleichung von Finanzverbindlichkeiten sowie Mittelabflüsse infolge von bar beglichenen Derivaten mit negativem Marktwert. Finanzielle Verbindlichkeiten, die ohne Strafgebühren vorzeitig abgelöst werden können, werden zu ihrem frühestmöglichen Rückzahlungstermin berücksichtigt. Cashflows für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten werden anhand der Marktkonditionen zum Bilanzstichtag ermittelt.

Zukünftige Mittelabflüsse in Mio. €

Bis zu 1 Jahr Bis zu 2 Jahren Bis zu 3 Jahren Bis zu 4 Jahren Bis zu 5 Jahren Mehr als 5 Jahre Gesamt
Zum 31. Dezember 2023
Bankkredite 48 19 19 7 93
Eurobond¹ 543 543 428 19 519 1.037 3.089
Eigenkapitalneutrale Wandelanleihe
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.276 2.276
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 163 163
Abgegrenzte Schulden² 842 842
Derivative Finanzverbindlichkeiten 3.915 321 4.236
Gesamt 7.787 883 447 26 519 1.037 10.699
Zum 31. Dezember 2022
Bankkredite 29 19 19 19 7 93
Eurobond¹ 43 543 543 428 19 1.556 3.132
Eigenkapitalneutrale Wandelanleihe 498 498
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.908 2.908
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 232 232
Abgegrenzte Schulden² 997 4 1.001
Derivative Finanzverbindlichkeiten 5.183 296 30 5.509
Gesamt 9.890 858 592 447 26 1.560 13.373

¹ Beinhaltet Zinszahlungen.
² Ohne abgegrenzte Zinsen.

adidas hat das Geschäftsjahr 2023 mit bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von 4,518 Mrd. € beendet (2022: 6,047 Mrd. €). Dieser Anhang enthält Informationen bezüglich der Methode zur Ermittlung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten.# SIEHE ERLÄUTERUNG 25 Finanzinstrumente zur Absicherung des Währungs- und Aktienkursrisikos

Zum 31. Dezember 2023 hält adidas die folgenden ausstehenden Finanzinstrumente, um das Währungs- und Aktienkursrisiko abzusichern:

Durchschnittliche Hedging-Kurse Laufzeit Zum 31. Dezember 2023

Kurzfristig Langfristig
Währungsrisiko
Nettorisikoposition (in Mio. €) 939 245
Devisentermingeschäfte
Durchschnittlicher EUR/USD-Hedging-Kurs 1,096 1,100
Durchschnittlicher EUR/GBP-Hedging-Kurs 0,881 0,876
Durchschnittlicher EUR/JPY-Hedging-Kurs 141,099 149,574
Durchschnittlicher EUR/CNY-Hedging-Kurs 7,453 7,738
Währungsoptionen
Durchschnittlicher EUR/USD-Hedging-Kurs 1,103 1,100
Durchschnittlicher EUR/GBP-Hedging-Kurs
Durchschnittlicher EUR/JPY-Hedging-Kurs 146,908
Durchschnittlicher USD/CNY-Hedging-Kurs
Aktienkursrisiko
Nettorisikoposition (in Mio. €) 12 90
Total-Return-Swap
Durchschnittlicher Hedging-Kurs 277,298 199,049

Durchschnittliche Hedging-Kurse Laufzeit Zum 31. Dezember 2022

Kurzfristig Langfristig
Währungsrisiko
Nettorisikoposition (in Mio. €) 1.548 154
Devisentermingeschäfte
Durchschnittlicher EUR/USD-Hedging-Kurs 1,096 1,064
Durchschnittlicher EUR/GBP-Hedging-Kurs 0,865 0,877
Durchschnittlicher EUR/JPY-Hedging-Kurs 133,215 135,203
Durchschnittlicher EUR/CNY-Hedging-Kurs 7,269 7,191
Währungsoptionen
Durchschnittlicher EUR/USD-Hedging-Kurs 1,040 1,000
Durchschnittlicher EUR/GBP-Hedging-Kurs
Durchschnittlicher EUR/JPY-Hedging-Kurs 130,000
Durchschnittlicher USD/CNY-Hedging-Kurs
Aktienkursrisiko
Nettorisikoposition (in Mio. €) 78 83
Total-Return-Swap
Durchschnittlicher Hedging-Kurs 305,639 229,294

Folgende Beträge beziehen sich auf das zugrunde liegende gesicherte Grundgeschäft am Bilanzstichtag:

Designation von gesicherten Grundgeschäften zum 31. Dezember 2023 in Mio. €

Zugrunde liegende Wertänderung für die Berechnung der Ineffektivität Hedging-Rücklagen Cost-of-Hedging-Rücklagen Saldo der Hedging-Rücklage, der aufgelösten Sicherungsbeziehungen zugerechnet werden kann
Währungsrisiko
Absatzgeschäfte –145 40 –19
Lagerbestandsgeschäfte –34 –66 19
Nettoinvestitionsrisiko –265
Aktienkursrisiko
Long-Term-Incentive-Pläne –46 –0

Designation von gesicherten Grundgeschäften zum 31. Dezember 2022 in Mio. €

Zugrunde liegende Wertänderung für die Berechnung der Ineffektivität Hedging-Rücklagen Cost-of-Hedging-Rücklagen Saldo der Hedging-Rücklage, der aufgelösten Sicherungsbeziehungen zugerechnet werden kann
Währungsrisiko
Absatzgeschäfte –205 104 –63
Lagerbestandsgeschäfte 76 31 8
Nettoinvestitionsrisiko 50 –265
Aktienkursrisiko
Long-Term-Incentive-Pläne 85 –23

In der Hedging-Rücklage für Nettoinvestitionsrisiko in Höhe von 265 Mio. € entfällt ein Anteil von 181 Mio. € auf Sicherungsbeziehungen mit dem chinesischen Renminbi und ein Anteil von 76 Mio. € auf Sicherungsbeziehungen mit dem russischen Rubel für die jeweils zum 31. Dezember 2023 keine ausstehenden Absicherungsgeschäfte mehr im Bestand waren.

Die folgende Tabelle zeigt die Beträge für designierte Sicherungsinstrumente und Hedging-Ineffektivität:

Designierte Sicherungsinstrumente in Mio. € 2023

Im Jahresverlauf 2023 Buchwert Nomi nal wert Ak tiva Pas siva Einzel- posten der Bilanz position, die das Absiche rungs ge schäft zeigt Wertän derun gen von Siche rungs ge schäf ten, die in der Hedg ing-Rück lage gezeigt werden Wertän derun gen von Siche rungs ge schäf ten, die in der Cost of Hedg ing-Rück lage gezeigt werden Hedg ing- Ineffek tivität, die in der Gewinn- und Verlust- Rech nung gezeigt wird Einzel posten der Gewinn- und Verlust- Rechnung, der Hedging- Ineffekti vität zeigt Betrag, der von der Hedg ing- Rück lage in den Lager bestand trans- feriert wurde Betrag, der von der Cost- of-Hedg ing- Rück lage in den Lager bestand trans feriert wurde Betrag, der von der Hedg- ing-Rück- lage in die Gewinn- und Verlust- Rech- nung umge- gliedert wurde Betrag, der von der Cost- of-Hedg ing-Rück lage in die Gewinn- und Verlust- Rech nung umge gliedert wurde Einzel posten in der Gewinn- und Verlust- Rechnung, der diese Umgliede rung aufweist
Währungs-absiche-rungs-geschäfte – Absatz 2.798 60 –19 Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten 145 –140 Umsatz-erlöse 20 63 Umsatz-erlöse
Währungs-absiche-rungs-geschäfte – Lager-bestand 3.040 2 –69 Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten 34 –49 –76 Umsatz-kosten Umsatz-kosten
Devisen-termin-geschäfte – Netto-investi-tionen Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten Finanz-ergebnis Finanz-ergebnis
Total-Return-Swap – Long-Term-Incentive-Plan 102 –11 Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten 46 –23 Sonstige betrieb-liche Aufwen-dungen Sonstige betrieb-liche Aufwen-dungen

Designierte Sicherungsinstrumente in Mio. € 2022

Im Jahresverlauf 2022 Buchwert Nomi nal wert Ak tiva Pas siva Einzel- posten der Bilanz position, die das Absiche rungs ge schäft zeigt Wertän derun gen von Siche rungs ge schäf ten, die in der Hedg ing-Rück lage gezeigt werden Wertän derun gen von Siche rungs ge schäf ten, die in der Cost of Hedg ing-Rück lage gezeigt werden Hedg ing- Ineffek tivität, die in der Gewinn- und Verlust- Rech nung gezeigt wird Einzel posten der Gewinn- und Verlust- Rechnung, der Hedging- Ineffekti vität zeigt Betrag, der von der Hedg ing- Rück lage in den Lager bestand trans- feriert wurde Betrag, der von der Cost- of-Hedg ing- Rück lage in den Lager bestand trans feriert wurde Betrag, der von der Hedg- ing-Rück- lage in die Gewinn- und Verlust- Rech- nung umge- gliedert wurde Betrag, der von der Cost- of-Hedg ing-Rück lage in die Gewinn- und Verlust- Rech nung umge gliedert wurde Einzel posten in der Gewinn- und Verlust- Rechnung, der diese Umgliede rung aufweist
Währungs-absiche-rungs-geschäfte – Absatz 3.081 102 2 Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten 205 –134 –182 Umsatz-erlöse 64 Umsatz-erlöse
Währungs-absiche-rungs-geschäfte – Lager-bestand 3.897 85 –54 Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten –76 –39 249 Umsatz-kosten 84 Umsatz-kosten
Devisen-termin-geschäfte – Netto-investi-tionen Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten –50 Finanz-ergebnis Finanz-ergebnis
Total-Return-Swap – Long-Term-Incentive-Plan 161 –82 Sonstige finan-zielle Vermö-gens-werte /Verbind-lich-keiten –85 67 Sonstige betrieb-liche Aufwen-dungen Sonstige betrieb-liche Aufwen-dungen

Der Wegfall eines Teils des ursprünglich geplanten Beschaffungs- und Absatzvolumens in Fremdwährungen führte zu einem Überhang an Absicherungsgeschäften. Für die nicht mehr durch ein Beschaffungs- oder Absatzgeschäft gedeckten Absicherungsgeschäfte wurde gemäß IFRS 9 umgehend das Hedge-Accounting beendet und der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Feststellung der Übersicherung erfolgswirksam aus der Hedging-Rücklage in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgebucht. Im Jahr 2023 wurde ein Betrag in Höhe von 9 Mio. € als Werterhöhung in die Umsatzerlöse und 7 Mio. € als Wertminderung in die Umsatzkosten umgebucht. Darüber hinaus wurden nicht im Hedge-Accounting gemäß IFRS 9 designierte Absicherungsgeschäfte, welche eine Übersicherung darstellten, aufgelöst, um das ökonomische Risiko zu minimieren.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Eigenkapitalveränderung in Bezug auf Cashflow-Hedges, unterteilt nach Risikokategorien nach Abzug von Steuern.

Änderungen der Rücklagen pro Risikokategorie in Mio. €

Hedging-Rücklage Cost-of-Hedging-Rücklage
Saldo zum 1. Januar 2023 –150 –64
Absicherung von Zahlungsströmen
Änderungen im beizulegenden Zeitwert:
Devisentermingeschäft – Absatz –54 103
Devisentermingeschäft – Lagerbestand –165 78
Devisentermingeschäft – Nettoinvestitionen
Betrag, der nicht länger im OCI erfasst wird:
Wechselkursrisiko 56 –138
Unterjährige Geschäfte 1 14
Betrag, der nicht im Finanzergebnis gezeigt wird
Wechselkursrisiko – Lagerbestand
Steuern auf Bewegungen der Rücklagen im Jahresverlauf 70 3
Eigenkapitalabsicherung
Änderungen im beizulegenden Zeitwert: 46
Betrag, der in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert wurde –23
Saldo zum 31. Dezember 2023 –217 –4

Änderungen der Rücklagen pro Risikokategorie in Mio. €

Hedging-Rücklage Cost-of-Hedging-Rücklage
Saldo zum 1. Januar 2022 –109 –20
Absicherung von Zahlungsströmen
Änderungen im beizulegenden Zeitwert:
Devisentermingeschäft – Absatz 10 11
Devisentermingeschäft – Lagerbestand 122 37
Devisentermingeschäft – Nettoinvestitionen –50
Betrag, der nicht länger im OCI erfasst wird:
Wechselkursrisiko –68 –149
Unterjährige Geschäfte –37 57
Betrag, der nicht im Finanzergebnis gezeigt wird
Wechselkursrisiko – Lagerbestand
Steuern auf Bewegungen der Rücklagen im Jahresverlauf 59 7
Eigenkapitalabsicherung
Änderungen im beizulegenden Zeitwert: –85
Betrag, der in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert wurde 67
Saldo zum 31. Dezember 2022 –90 –58

adidas setzt anerkannte finanzmathematische Berechnungsmodelle, basierend auf den herrschenden Marktbedingungen zum Bilanzstichtag, ein, um die beizulegenden Zeitwerte der nicht börsengehandelten derivativen Finanzinstrumente festzustellen.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung

29 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige betriebliche Erträge in Mio. € 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Erträge aus Übergangsdienstleistungsvereinbarungen 50 156
Erträge aus der Auflösung von abgegrenzten Schulden und Rückstellungen 7 7
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 7 3
Übrige Erträge 7 7
Sonstige betriebliche Erträge 71 173

Der Rückgang der Erträge aus Übergangsdienstleistungsvereinbarungen bezieht sich auf Verträge mit dem Käufer des Reebok-Geschäfts aus dem Jahr 2022. Im Jahr 2023 stellte adidas diese Dienstleistungen ein.# Sonstige betriebliche Aufwendungen

Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung gemäß dem Umsatzkostenverfahren nach Funktionen dargestellt. Eine Ausnahme bilden die Wertminderungsaufwendungen (netto) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und auf Vertragsvermögenswerte, die in einem gesonderten Posten gemäß IFRS 9 ‚Finanzinstrumente‘ ausgewiesen werden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nach Funktionen umfassen Marketingaufwendungen und Point-of-Sale-Aufwendungen, Vertriebsaufwendungen und Verwaltungsaufwendungen sowie übrige betriebliche Aufwendungen abzüglich ggf. Zuwendungen der öffentlichen Hand.

Die Aufwendungen für Marketing und Point of Sale enthalten Aufwendungen für Promotion und Kommunikation, wie z.B. Promotion-Verträge, Werbung, Veranstaltungen und sonstige Kommunikationsaktivitäten, jedoch nicht die Personal- und Verwaltungskosten im Marketingbereich, die in den Vertriebsaufwendungen ausgewiesen werden.

Die Vertriebsaufwendungen enthalten neben Personal- und Verwaltungskosten für den Vertriebsbereich auch Aufwendungen für direkte und indirekte Beschaffung, Personal- und Verwaltungskosten im Marketingbereich sowie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die im Jahr 2023 151 Mio. € (2022: 153 Mio. €) betrugen.

Die Verwaltungsaufwendungen umfassen die Funktionen IT, Finanzen, Recht, Personalwesen, allgemeine Verwaltung und Geschäftsleitung.

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten hauptsächlich Aufwendungen für Einmaleffekte sowie Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen und betrugen im Jahr 2023 27 Mio. € (2022: 36 Mio. €).

Kostenarten

Im Folgenden werden zusätzliche Informationen über die Herkunft der Aufwendungen nach Kostenarten gegeben. Der Materialaufwand stellt den Betrag der Vorräte dar, der als Aufwand in der Berichtsperiode erfasst worden ist. Mit Ausnahme der in den Umsatzkosten enthaltenen Abschreibungen, die sich auf Produktionskosten beziehen, sind Abschreibungen, Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen auf Sachanlagen, Nutzungsrechte und immaterielle Vermögenswerte hauptsächlich in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung in einer separaten Zeile ausgewiesen. Der wesentliche Teil des Personalaufwands ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Personalaufwand, der den Herstellungskosten direkt zugeordnet werden kann, ist in den Umsatzkosten enthalten. Aufwendungen, die sich auf Leasingverhältnisse beziehen, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden ohne Leasingverpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen gezeigt.

Aufwendungen nach Kostenarten in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Materialaufwand 11.189 11.798
Abschreibungen 1.095 1.220
Davon: in den Umsatzkosten enthalten 13 51
Davon: im Personalaufwand enthalten 11 10
Wertminderungsaufwendungen 108 154
Wertaufholungen –34 –4
Löhne und Gehälter 2.580 2.444
Sozialabgaben 266 276
Pensionsaufwand 119 136
Personalaufwand 2.964 2.856
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 19 14
Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert 1 0
Aufwand für variable Leasingzahlungen 122 118

Dieser Anhang enthält weitere Informationen zu den Aufwendungen nach Funktionen. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 30

FINANZERTRÄGE/FINANZAUFWENDUNGEN

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

Finanzerträge in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Zinserträge aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 39 23
Zinserträge aus nichtfinanziellen Vermögenswerten 0 0
Sonstige 40 16
Finanzerträge 79 39

Finanzaufwendungen in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 157 125
Davon: Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 86 83
Davon: Zinsaufwendungen aus sonstigen Rückstellungen und nichtfinanziellen Verbindlichkeiten 3 12
Wechselkursverluste, netto 121 166
Sonstige 2 17
Finanzaufwendungen 282 320

Zinserträge aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, setzen sich hauptsächlich aus Zinserträgen aus Bankguthaben und Darlehen zusammen, die unter Anwendung der ‚Effektivzinsmethode‘ berechnet wurden.

Zinserträge/Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beinhalten hauptsächlich Zinszahlungen aus Investmentfonds sowie Nettozinszahlungen aus Zinsderivaten, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind. Unrealisierte Gewinne/Verluste aus der Bewertung solcher finanziellen Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert werden in den sonstigen Finanzerträgen oder -aufwendungen ausgewiesen.

Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beinhalten hauptsächlich Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten sowie Zinsen auf Finanzverbindlichkeiten, die unter Anwendung der ‚Effektivzinsmethode‘ berechnet wurden.

Zinsaufwendungen aus sonstigen Rückstellungen und nichtfinanziellen Verbindlichkeiten beinhalten vor allem die Effekte aus der Bewertung zum Barwert bei sonstigen Rückstellungen und Zinsen auf nichtfinanzielle Verbindlichkeiten, wie z.B. Steuerschulden.

Dieser Anhang enthält weitere Informationen bezüglich Wertpapieren, Finanzverbindlichkeiten und Finanzinstrumenten. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 13 ► SIEHE ERLÄUTERUNG 16 ► SIEHE ERLÄUTERUNG 28

Hochinflation

Aufgrund der rapiden Abwertung des argentinischen Pesos und der türkischen Lira werden Argentinien und die Türkei als hochinflationär angesehen, und dementsprechend wurde IAS 29 erstmals im dritten Quartal 2018 (Argentinien) bzw. im zweiten Quartal 2022 (Türkei) angewendet. Um die Änderung der Kaufkraft zu reflektieren, wurden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen, deren funktionale Währung der argentinische Peso oder die türkische Lira ist, rückwirkend zum 1. Januar 2018 für das Geschäftsjahr 2018 (argentinischer Peso) bzw. rückwirkend zum 1. Januar 2022 für das Geschäftsjahr 2022 (türkische Lira) umgerechnet.

Die Abschlüsse basieren auf dem Konzept der historischen Anschaffungs- und/oder Herstellungskosten. Die Vorjahreszahlen des argentinischen Pesos werden in der am 31. Dezember 2022 geltenden Maßeinheit angegeben. Gemäß IAS 21 ‚Auswirkungen von Wechselkursänderungen‘, Abschnitt 42, müssen Vergleichsbeträge aus Vorperioden für die türkische Lira nicht umgerechnet werden.

Der argentinische Preisindex betrug zum 31. Dezember 2023 44.914,03 (2022: 15.047,61). Der Preisindex in der Türkei betrug zum 31. Dezember 2023 1.859,38 (2022: 1.128,45).

Sowohl für Argentinien wie auch für die Türkei wurde für die Umrechnung in die Berichtswährung Euro für alle Posten der Stichtagskurs zum 31. Dezember 2023 herangezogen.

Im Einzelabschluss der Tochterunternehmen wurde das Nettovermögen an die Preisänderungen angepasst. Im Geschäftsjahr 2023 betrug der Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten 56 Mio. € (2022: 34 Mio. €) und ist in den Finanzaufwendungen reflektiert.

Ertragsteuern

Die adidas AG und ihre deutschen Tochterunternehmen unterliegen der inländischen Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer. Der für die Geschäftsjahre 2023 und 2022 anzuwendende Körperschaftsteuersatz beträgt 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % erhoben. Die Gewerbesteuer beträgt ca. 11,4 % des steuerpflichtigen Einkommens.

Bei den ausländischen Tochterunternehmen werden für die Berechnung der latenten Steuern die am Bilanzstichtag gültigen oder bereits rechtskräftig beschlossenen Steuersätze verwendet.

Latente Steueransprüche/-schulden

Die latenten Steueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn:

-die Einheit einen Rechtsanspruch zur Saldierung kurzfristiger Steueransprüche mit kurzfristigen Steuerschulden hat; und

-die latenten Steueransprüche und die latenten Steuerschulden sich auf Ertragsteuern beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden, entweder in Bezug auf:

-die gleiche steuerpflichtige Einheit; oder

-verschiedene steuerpflichtige Einheiten, die beabsichtigen entweder die kurzfristigen Steuerschulden und -ansprüche auf Nettobasis zu regeln, oder gleichzeitig die Steueransprüche zu realisieren und die Steuerschulden zu begleichen, in jeder künftigen Rechnungsperiode, in der wesentliche Beträge an latenten Steuerschulden oder -ansprüchen voraussichtlich beglichen oder realisiert werden.

Dementsprechend werden sie in der Konzernbilanz wie folgt ausgewiesen:

Latente Steueransprüche/-schulden in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Latente Steueransprüche 1.358 1.216
Latente Steuerschulden –147 –135
Latente Steueransprüche, netto 1.211 1.082

Entwicklung der latenten Steueransprüche in Mio. €

2023 2022
Latente Steueransprüche, netto zum 1. Januar 1.082 1.141
Latente Steuererträge 149 –76
Veränderung Konsolidierungskreis 23
Veränderung der latenten Steuern aufgrund von Neubewertungen der leistungsorientierten Pensionszusagen, erfasst im sonstigen Ergebnis¹ 3 –44
Veränderung der latenten Steuern, die sich auf die Veränderung des effektiven Teils des beizulegenden Zeitwerts von Sicherungsinstrumenten bezieht, erfasst im sonstigen Ergebnis² 1 21
Währungsumrechnungseffekte –23 17
Latente Steueransprüche, netto zum 31. Dezember 1.211 1.082

¹ Siehe Erläuterung 23.
² Siehe Erläuterung 28.

Die latenten Bruttosteueransprüche und -schulden des Unternehmens nach Wertberichtigung und vor entsprechender Verrechnung beziehen sich auf die nachfolgend dargestellten Positionen:

Latente Steuern in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Latente Steueransprüche auf temporäre Differenzen 1.505 1.350
Latente Steueransprüche auf Verlustvorträge 53 70
Latente Steuerschulden auf temporäre Differenzen –202 –175
Latente Steuerschulden auf zu versteuernde temporäre Differenzen –13 –42
Verrechnung latenter Steuern –240 –261
Latente Steueransprüche, netto 1.116 892
Latente Steueransprüche auf temporäre Differenzen 1.410 1.286
Latente Steueransprüche auf Verlustvorträge 20 72
Latente Steuerschulden auf temporäre Differenzen –75 –50
Latente Steuerschulden auf zu versteuernde temporäre Differenzen –17 –56
Verrechnung latenter Steuern –217 –270
Latente Steueransprüche, netto 1.094 982
## Langfristige Vermögenswerte
480
## Kurzfristige Vermögenswerte
334
## Schulden und Rückstellungen
622
## Kumulierte steuerliche Verlustvorträge
260
## Latente Steueransprüche
1.696
## Langfristige Vermögenswerte
356
## Kurzfristige Vermögenswerte
17
## Schulden und Rückstellungen
113
## Latente Steuerschulden
485
## Latente Steueransprüche, netto
1.211

Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem die Realisierung des entsprechenden Steuervorteils wahrscheinlich ist. Für die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit werden neben der Ertragslage der Vergangenheit und den jeweiligen Geschäftserwartungen für die absehbare Zukunft auch geeignete steuerliche Strukturmaßnahmen berücksichtigt. Die latenten Steueransprüche, deren Realisierung nicht wahrscheinlich ist, haben sich im Geschäftsjahr 2023 von 406 Mio. € auf 308 Mio. € verringert. Sie entfallen größtenteils auf steuerliche Verlustvorträge aus Veräußerungsverlusten in den USA, die 2027 verfallen und nur mit Kapitaleinkünften verrechnet werden können. Die verbleibenden nicht aktivierten latenten Steueransprüche betreffen Tochterunternehmen in Ländern, in denen nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass die hiermit im Zusammenhang stehenden Steuervorteile realisiert werden. adidas berücksichtigt keine latenten Steuerschulden für nicht ausgeschüttete Gewinne ausländischer Tochterunternehmen, falls diese Gewinne als voraussichtlich permanent investiert betrachtet werden. Sollten diese Gewinne, deren Wert nur aufwändig zu ermitteln ist, als Dividenden ausgeschüttet werden oder sollte das Unternehmen seine Beteiligung an dem jeweiligen Tochterunternehmen veräußern, könnte eine zusätzliche Steuerschuld entstehen.

Steueraufwand

Der Steueraufwand stellt sich wie folgt dar:

Ertragsteueraufwand in Mio. € 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Laufender Steueraufwand 271 156
Latente Steuererträge –147 –23
Ertragsteueraufwand 124 134

In den latenten Steuererträgen ist ein Steueraufwand von 7 Mio. € enthalten (2022: Steueraufwand von 6 Mio. €), der auf das Entstehen bzw. die Auflösung temporärer Differenzen zurückzuführen ist. Der anzuwendende Steuersatz des Unternehmens ist 27,4 % (2022: 27,4 %), welcher der anzuwendende Steuersatz der adidas AG ist.

Der effektive Steuersatz des Unternehmens weicht von dem anzuwendenden Steuersatz in Höhe von 27,4 % wie folgt ab:

Überleitung des Steuersatzes 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
in Mio. € in %
Erwarteter Ertragsteueraufwand 18 27,4
Steuersatzunterschiede –5 –8,4
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und steuerfreie Erträge 61 92,4
Verlustvorträge, für die keine Steueransprüche bilanziert werden konnten, und Veränderungen der Wertberichtigungen –1 –2,1
Änderung von Steuersätzen 0 0,3
Sonstige, netto 2 3,8
Quellensteueraufwand 50 76,0
Ertragsteueraufwand 124 189,2

Für das Geschäftsjahr 2023 ergibt sich ein effektiver Steuersatz von 189,4 %. Der effektive Steuersatz im Geschäftsjahr 2022 betrug 34,5 %.

Der Posten ‚Nicht abzugsfähige Aufwendungen‘ umfasst Steueraufwand/Steuererträge im Zusammenhang mit steuerfreien Erträgen, die Entwicklung der Rückstellungen für ungewisse Steuerpositionen sowie periodenfremde Steueraufwendungen/-erträge. Im Geschäftsjahr 2023 beläuft sich der Ertragsteuerertrag, der sich auf Vorjahre bezieht, auf 9 Mio. € (2022: Steuerertrag von 118 Mio. €).

Im Geschäftsjahr 2023 bezieht sich der Posten ‚Verlustvorträge für die keine Steueransprüche bilanziert werden konnten‘ im Wesentlichen auf Russland (12 Mio. €) und ‚Veränderungen der Wertberichtigungen‘ im Wesentlichen auf die USA und Argentinien (13 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2022 bezogen sich die Veränderungen der Wertberichtigungen im Wesentlichen auf die USA, Argentinien und Brasilien.

Für das Geschäftsjahr 2023 beläuft sich der Gesamtsteuervorteil aus zuvor nicht aktivierten Steuerverlusten, Steuergutschriften oder temporären Differenzen aus Vorjahren, die zu einer Reduzierung des laufenden Steueraufwands genutzt worden sind, auf 6 Mio. €. Dieser Betrag entfällt größtenteils auf Argentinien und den Libanon (2022: 5 Mio. €).

Der Posten ‚Änderung von Steuersätzen‘ enthält im Geschäftsjahr 2023 keine Steuersatzänderungen, die 1 Mio. € übersteigen. Im Geschäftsjahr 2022 bezog sich die Änderung von Steuersätzen im Wesentlichen auf die Steuersatzerhöhung in der Schweiz.

Der Konzern fällt in den Geltungsbereich der OECD-Modellregeln der zweiten Säule (Globale Mindeststeuer). In Deutschland, dem Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, wurde die zweite Säule erlassen, die ab dem 1. Januar 2024 in Kraft tritt. Da die Rechtsvorschriften für die zweite Säule zum Bilanzstichtag noch nicht in Kraft getreten sind, besteht für den Konzern kein diesbezügliches laufendes Steuerrisiko.

Der Konzern wendet die Ausnahme auf den Ansatz und die Angabe von Informationen über latente Steueransprüche und -schulden im Zusammenhang mit Ertragsteuern aus der zweiten Säule an, wie in den im Mai 2023 veröffentlichten Änderungen an IAS 12 vorgesehen. Nach dem Gesetz ist der Konzern verpflichtet, eine zusätzliche Steuer für die Differenz zwischen ihrem effektiven Global Anti-Base Erosion (GloBE)- Steuersatz pro Land und dem Mindestsatz von 15 % zu zahlen. Für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen des Konzerns gilt ein effektiver Steuersatz von mehr als 15 %, wobei Tochterunternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hongkong und der Schweiz wesentliche Ausnahmen bilden. Der Konzern ist dabei, die Änderungen durch die Säule-II-Gesetzgebung für den Zeitpunkt ihres Inkrafttretens zu bewerten. Basierend auf vergangenen Geschäftsjahren sowie dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2023 ergeben die Bewertungen eine voraussichtliche zusätzliche Belastung im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Der Konzern ist möglicherweise nicht der Zahlung von Einkommensteuern aus der zweiten Säule in Bezug auf die überwiegende Mehrzahl der Länder ausgesetzt. Dies ist auf die Auswirkungen spezifischer Anpassungen zurückzuführen, die in den Rechtsvorschriften der zweiten Säule vorgesehen sind und zu anderen effektiven Steuersätzen führen als denen, die gemäß IAS 12.86 zu berechnen sind. Aufgrund der Komplexität bei der Anwendung der Rechtsvorschriften und der Berechnung des GloBE-Einkommens sind die quantitativen Auswirkungen der erlassenen oder materiell erlassenen Rechtsvorschriften noch nicht angemessen abschätzbar.

35Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird durch Division des auf die Anteilseigner entfallenden Gewinns aus fortgeführten Geschäftsbereichen durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien im entsprechenden Geschäftsjahr, abzüglich der von adidas erworbenen eigenen Aktien, ermittelt. Beim Ausweis eines negativen Ergebnisses je Aktie ist zu beachten, dass ein der Verwässerung entgegenwirkender Effekt gemäß IAS 33.41 berücksichtigt werden darf.

Ergebnis je Aktie

Fortgeführte Geschäftsbereiche Aufgegebene Geschäftsbereiche Gesamt
1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023
Verlust/Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen (in Mio. €) –58 254
Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn (in Mio. €) 61 26
Auf Anteilseigner entfallender Verlust/Gewinn (in Mio. €) –120 228 44
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien 178.543.596 183.263.629 178.543.596
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) –0,67 1,25 0,25
Auf Anteilseigner entfallender Verlust/Gewinn (in Mio. €) –120 228 44
Verlust/Gewinn zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie (in Mio. €) –120 228 44
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien 178.543.596 183.263.629 178.543.596
Verwässerungseffekt aus anteilsbasierten Vergütungen 14.019 4.458 14.019
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien für verwässertes Ergebnis je Aktie 178.557.615 183.268.087 178.557.615
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) –0,67 1,25 0,25

Sonstige Erläuterungen

36Segmentinformationen

adidas ist primär in einem Wirtschaftszweig tätig, und zwar in der Entwicklung sowie dem Vertrieb und der Vermarktung von Sport- und Sportlifestyle-Artikeln. In Anlehnung an die Berichterstattungsstruktur des Unternehmens für Managementzwecke nach Märkten und gemäß der Definition des IFRS 8 ‚Geschäftssegmente‘ sind zum 31. Dezember 2023 fünf Geschäftssegmente bestimmt worden: Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA), Nordamerika, China, Asien-Pazifik und Lateinamerika. In den einzelnen Märkten werden alle Großhandels-, Einzelhandels- und E-Commerce-Aktivitäten berichtet, die sich auf den Vertrieb von Produkten der Marke adidas an den Einzelhandel und Endkonsument*innen beziehen. ‚Andere Geschäftsbereiche‘ umfasst vor allem die Geschäftsaktivitäten im Zusammenhang mit dem Label Y-3 und andere nachrangige Geschäftsbereiche, welche nicht gesondert von den Hauptentscheidungsträgern überwacht werden. Auch bestimmte zentralisierte Funktionen des Unternehmens erfüllen nicht die Definition von IFRS 8 bezüglich Geschäftssegmenten. Dies gilt vor allem für die Funktionen Global Brands und Global Sales (zentrale Marken- und Vertriebssteuerung), das zentrale Treasury und die weltweite Beschaffung sowie für andere Abteilungen der Unternehmenszentrale. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen, die auf diese Zentralbereiche entfallen, werden in den Überleitungsrechnungen ausgewiesen. Der Hauptentscheidungsträger des Unternehmens ist definiert als der gesamte Vorstand der adidas AG.# Segmentberichterstattung

Die Umsatzerlöse entsprechen den Erlösen aus Verträgen mit Kunden. Zwischen den berichtspflichtigen Segmenten fallen keine Innenumsätze an. Die zur Erstellung der Segmentinformationen angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsregeln stimmen mit denen des Unternehmens überein. ► Siehe Erläuterung 02 Das Ergebnis der berichtspflichtigen Segmente wird in dem Posten ,Segmentbetriebsergebnis‘ berichtet. Dieser Posten ist definiert als Bruttoergebnis abzüglich der dem Segment zurechenbaren sonstigen betrieblichen Aufwendungen zuzüglich der Lizenz- und Provisionserträge und der sonstigen betrieblichen Erträge, jedoch ohne Berücksichtigung der Kosten der Zentralbereiche sowie der zentralen Aufwendungen für Marketing. Die Segmentvermögenswerte enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte. Nur diese Posten werden regelmäßig dem Hauptentscheidungsträger gemeldet. Abschreibungen, Wertminderungsaufwendungen (außer für Geschäfts- oder Firmenwerte) und Wertaufholungen sowie Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind Teil der Segmentberichtserstattung, obwohl beide nicht Bestandteil der Segmentvermögenswerte sind. Einem Segment nicht direkt zurechenbare Abschreibungen, Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen werden in den Überleitungsrechnungen unter den Posten ,Zentralbereiche‘ und ,Konsolidierung‘ ausgewiesen. Die Segmentschulden enthalten lediglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus dem operativen Geschäft, da keine weiteren Verbindlichkeiten regelmäßig an den Hauptentscheidungsträger berichtet werden. Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie Ertragsteuern sind nicht den berichtspflichtigen Segmenten zugeordnet und werden auch nicht separat an den Hauptentscheidungsträger berichtet.

Segmentangaben I in Mio. €

EMEA Nordamerika China Asien-Pazifik Lateinamerika Berichtspflichtige Segmente Andere Geschäftsbereiche Gesamt
2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Umsatzerlöse (mit Dritten)1,2 8.235 8.550 5.219 6.404 3.190 3.179 2.254 2.241
Segment-betriebsergebnis1,2 1.280 1.678 273 989 553 322 472 486
Segmentvermögenswerte1,3 2.633 2.960 1.737 2.589 735 1.361 624 712
Segmentschulden1,3 256 294 123 139 184 218 59 78

1 Werte für 2022 aufgrund einer Verschiebung zwischen den Segmenten Latein- und Nordamerika angepasst.
2 1. Januar bis 31. Dezember.
3 Zum 31. Dezember.

Segmentangaben II in Mio. €

EMEA Nordamerika China Asien-Pazifik Lateinamerika Berichtspflichtige Segmente Andere Geschäftsbereiche Gesamt
2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Investitionen1 120 146 73 73 50 78 35 52
Abschreibungen1 292 335 159 156 205 256 126 134
Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen1 27 116 18 10 6 21 5

1 1. Januar bis 31. Dezember.

In der folgenden Tabelle sind die Umsatzerlöse (mit Dritten) nach Segmenten und Produktgruppen aufgeschlüsselt.

Umsatzerlöse (mit Dritten) in Mio. €

EMEA Nordamerika China Asien-Pazifik Lateinamerika Berichtspflichtige Segmente Andere Geschäftsbereiche Summe
2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Schuhe 4.611 4.529 2.826 3.641 1.819 1.709 1.234 1.177
Bekleidung 3.059 3.464 1.920 2.242 1.293 1.379 863 917
Accessoires und Ausrüstung 565 556 474 522 78 91 157 148
Gesamt 8.235 8.550 5.219 6.404 3.190 3.179 2.254 2.241

Überleitungsrechnungen

Die folgenden Tabellen enthalten Überleitungsrechnungen der Segmentinformationen zu den aggregierten Konzernabschlussgrößen unter Berücksichtigung von Posten, die nicht einem Segment direkt zugerechnet werden können.

Umsatzerlöse (mit Dritten) in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Berichtspflichtige Segmente 21.190 22.478
Andere Geschäftsbereiche 155 150
Zentralbereiche / Konsolidierung 83 –117
Gesamte Umsatzerlöse 21.427 22.511

Betriebsergebnis in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Betriebsergebnis der berichtspflichtigen Segmente 3.061 3.949
Betriebsergebnis in Andere Geschäftsbereiche 36 27
Zentralbereiche –2.015 –2.169
Zentrale Aufwendungen für Marketing –823 –934
Konsolidierung 9 –203
Betriebsergebnis 268 669
Finanzerträge 79 39
Finanzaufwendungen –282 –320
Gewinn vor Steuern 65 388

Investitionen in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Berichtspflichtige Segmente 309 378
Andere Geschäftsbereiche 2 1
Zentralbereiche 193 317
Gesamt 504 695

Abschreibungen in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Berichtspflichtige Segmente 838 937
Andere Geschäftsbereiche 2 2
Zentralbereiche 255 280
Gesamt 1.095 1.220

Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Berichtspflichtige Segmente 77 126
Andere Geschäftsbereiche 1
Zentralbereiche –2 23
Gesamt 75 150

Vermögenswerte in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte der berichtspflichtigen Segmente 6.594 8.434
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte der Andere Geschäftsbereiche 48 49
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte der Zentralbereiche –211 20
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2.220 1.811
Sonstige kurzfristige Aktiva 1.159 1.418
Langfristige Aktiva 8.211 8.563
Gesamt 18.020 20.296

Schulden in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen der berichtspflichtigen Segmente 732 856
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen der Andere Geschäftsbereiche 4 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen der Zentralbereiche 1.540 2.048
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.359 1.594
Sonstige kurzfristige Passiva 4.503 4.755
Langfristige Passiva 4.957 5.688
Gesamt 13.095 14.945

Geografische Informationen

Die Umsatzerlöse (mit Dritten) werden in dem geografischen Markt ausgewiesen, in dem sie realisiert werden. Langfristige Vermögenswerte werden unabhängig von der Segmentstruktur dem geografischen Markt nach dem Sitz des jeweiligen Tochterunternehmens zugeordnet. Diese bestehen aus Sachanlagen, Geschäfts- oder Firmenwerten, Markenrechten, Nutzungsrechten sowie sonstigen immateriellen Vermögenswerten und sonstigen langfristigen Vermögenswerten.

Geografische Informationen nach Märkten in Mio. €

Umsatzerlöse (mit Dritten) Langfristige Vermögenswerte
1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
EMEA 8.450 8.567
Nordamerika 5.225 6.398
China 3.208 3.195
Asien-Pazifik 2.254 2.241
Lateinamerika 2.291 2.109
Gesamt 21.427 22.511

Geografische Informationen nach Ländern in Mio. €

Umsatzerlöse (mit Dritten) Langfristige Vermögenswerte
1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Deutschland, Europa 1.345 1.558
USA, Nordamerika 4.819 5.959

37Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Im Jahr 2023 resultierte der Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit im Vergleich zum Vorjahr vor allem aus dem Rückgang an operativem kurzfristigem Betriebskapital. Insbesondere der Abbau des Vorratsbestandes trug zum Mittelzufluss bei. Der Nettomittelabfluss aus der Investitionstätigkeit im Jahr 2023 bezog sich vor allem auf Auszahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen, wie z.B. für die Einrichtung und Ausstattung von Geschäften im Einzelhandel, neue Bürogebäude und IT-Systeme. Der Nettomittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit steht in erster Linie im Zusammenhang mit der Rückzahlung der Wandelanleihe, den Auszahlungen für die Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten, Zinszahlungen und gezahlten Dividenden an Anteilseigner der adidas AG. Die aus der Anwendung von IAS 29 ‚Rechnungslegung in Hochinflationsländern‘ resultierenden Effekte werden unterhalb des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit in der Zeile ‚IAS 29-Effekte auf den Cashflow der betrieblichen Tätigkeit, der Investitions- und Finanzierungstätigkeit‘ erfasst. Der Nettoeffekt im Jahr 2023 betrug 82 Mio. € (2022: 64 Mio. €). Der Vorjahreswert des Zahlungsmittelbestandes veränderte sich, bedingt durch die Indexierung der Anfangsbestände an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten Argentiniens und der Türkei, um 0 Mio. € (2022: 20 Mio. €). Der Mittelabfluss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen stellt sich wie folgt dar:

Mittelabfluss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Mio. €

1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit –85
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit –6
Mittelabfluss aus aufgegebenen Geschäftsbereichen –91

Im Jahr 2023 hat es folgende Veränderungen von Finanzverbindlichkeiten gegeben, bei denen die entsprechenden Zahlungen als Bestandteil des Nettomittelabflusses aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden:

Auswirkungen der Veränderungen von Finanzverbindlichkeiten auf den Nettomittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Mio. €

| Nicht zahlungswirksame Veränderungen 1. Jan. 2023 | Netto-Zahlungen/ Einzahlungen in der Periode1 | IFRS 16 Leasing-verträge | Zeitwert- änderungen | Umgliede-rung inner-halb der Finanzver-bindlich-keiten | Währungs-kurseffekte | Sonstige1 | 31. Dez. |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |```markdown
2023 Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 527 | – | 522 | – | – | 519 | – | 25 | 549
Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 2.946 | – | 50 | – | – | – | 519 | – | 52 | 2.430
Leasingverbindlichkeiten | 2.986 | – | 689 | 292 | – | – | – | 91 | 86 | 2.584
Gesamt | 6.459 | – | 1.260 | 292 | – | – | – | 91 | 163 | 5.564

1 Seit dem Geschäftsjahr 2023 werden die Zinszahlungen und Zinsaufwendungen in der Überleitung der Finanzverbindlichkeiten in ‚Netto-Zahlungen/ Einzahlungen in der Periode‘ sowie ‚Sonstige‘ gesondert ausgewiesen. Die Überleitung für 2022 wurde entsprechend angepaßt.

Auswirkungen der Veränderungen von Finanzverbindlichkeiten auf den Nettomittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Mio. €

1. Jan. 2022 Netto-Zahlungen/ Einzahlungen in der Periode¹ IFRS 16 Leasing-verträge Zeitwert- änderungen Umgliede-rung zu Verbindlich-keiten als zur Veräuße-rung klassifiziert Währungs-kurseffekte Sonstige¹ 31. Dez. 2022
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 29 39 513 24
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 2.466 969 513 24
Leasingverbindlichkeiten 2.836 719 795 9
Gesamt 5.331 210 795 9

¹ Seit dem Geschäftsjahr 2023 werden die Zinszahlungen und Zinsaufwendungen in der Überleitung der Finanzverbindlichkeiten in ‚Netto-Zahlungen/ Einzahlungen in der Periode‘ sowie ‚Sonstige‘ gesondert ausgewiesen. Die Überleitung für 2022 wurde entsprechend angepaßt.

38 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

adidas hat sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit Promotion- und Werbeverträgen. Die Restlaufzeiten dieser Verträge stellen sich wie folgt dar:

Finanzielle Verpflichtungen aus Promotion- und Werbeverträgen in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Innerhalb eines Jahres 1.291 1.251
Zwischen einem und fünf Jahren 3.620 2.974
Über fünf Jahre 1.507 717
Gesamt 6.418 4.942

Verpflichtungen im Zusammenhang mit Promotion- und Werbeverträgen mit Laufzeiten über fünf Jahre haben zum 31. Dezember 2023 Restlaufzeiten von bis zu zwölf Jahren. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bezieht sich hauptsächlich auf die Verlängerung von wesentlichen Sportmarketingverträgen.

adidas hat sonstige finanzielle Verpflichtungen und Mietverpflichtungen, die folgende Laufzeiten haben:

Finanzielle Verpflichtungen aus sonstigen Verträgen in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Innerhalb eines Jahres 46 80
Zwischen einem und fünf Jahren 117 197
Über fünf Jahre 51 79
Gesamt 214 356

Die Verträge haben Restlaufzeiten von einem Jahr bis zehn Jahre und beinhalten teilweise Verlängerungsoptionen und Preisanpassungsklauseln.

Dienstleistungsverträge

adidas hat bestimmte Logistik- und EDV-Funktionen ausgelagert. In diesem Zusammenhang hat der Konzern langfristige Verträge abgeschlossen. Die finanziellen Verpflichtungen aus diesen Verträgen haben die folgenden Fälligkeiten:

Finanzielle Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen in Mio. €

31. Dez. 2023 31. Dez. 2022
Innerhalb eines Jahres 364 397
Zwischen einem und fünf Jahren 673 481
Über fünf Jahre 417 3
Gesamt 1.454 881

Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bezieht sich hauptsächlich auf eine eingegangene Verpflichtung im Zusammenhang mit Logistikdienstleistungen.

Eventualverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2023 bestehen Eventualverbindlichkeiten in Zusammenhang mit Garantien aus Leasingverträgen in Höhe von 62 Mio. €. Diese beziehen sich hauptsächlich auf das Reebok Geschäft und konnten bei dessen Veräußerung nicht beendet werden.

Prozess- und sonstige rechtliche Risiken

Das Unternehmen ist gegenwärtig in verschiedene Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die sich aus der normalen Geschäftstätigkeit, hauptsächlich im Zusammenhang mit Distributionsverträgen, gewerblichen Schutz- und Urheberrechten sowie Partnerschaftsverträgen, ergeben. Sofern die eventuelle Verbindlichkeit zuverlässig geschätzt werden kann, sind die Risiken aus diesen Rechtsstreitigkeiten in den sonstigen Rückstellungen berücksichtigt. Das Management vertritt die Ansicht, dass eventuelle Verpflichtungen aus diesen Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben werden. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 18

Das Unternehmen befindet sich gegenwärtig in einer Auseinandersetzung mit den lokalen Finanzbehörden in Südafrika (SARS) bezüglich Zöllen auf importierte Produkte. Im Juni 2018 hat SARS einen Bescheid über Zollabgaben (inklusive Zinsen und Bußgeldern) für die Jahre 2007 bis 2013 in Höhe von 1.871 Mio. ZAR (92 Mio. €) erlassen. adidas hat eine Aussetzung der Zahlungsverpflichtung beantragt und 2019 Einspruch gegen den Bescheid vor dem Oberlandesgericht in Südafrika eingelegt. Falls das Gericht zugunsten SARS entscheidet, beabsichtigt adidas vor dem obersten Bundesgericht von Südafrika Berufung einzulegen. Aufgrund externer Rechtsgutachten geht das Management derzeit davon aus, dass die Forderung von SARS zu keinem Zahlungsabfluss führen wird. Aus diesem Grund ist keine Rückstellung in der Konzernbilanz berücksichtigt worden.

Im Zusammenhang mit den finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der Reebok India Company im Jahr 2012 sind verschiedene rechtliche Unsicherheiten identifiziert worden. Zum jetzigen Zeitpunkt kann das letztliche Risiko nicht abschließend bestimmt werden. Basierend auf den Einschätzungen externer Berater*innen und interner Bewertungen geht das Management davon aus, dass das Eintreten eines Mittelabflusses bei der Erfüllung unwahrscheinlich ist. Somit werden keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Aktiva und Passiva, die Finanzlage und den Gewinn des Unternehmens erwartet.

Im Zusammenhang mit der Beendigung der Yeezy Partnerschaft hat adidas ein Schiedsverfahren gegen Kanye West und von ihm kontrollierte Unternehmen (Beklagte) eingeleitet, in dem es unter anderem Schadensersatz geltend macht. In diesem Zusammenhang erhoben die Beklagten wiederum Ansprüche gegen adidas im Wege der Widerklage. Das Management geht derzeit davon aus, dass die von den Beklagten erhobenen Forderungen zu keinem Zahlungsabfluss führen werden. Somit wird kein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens erwartet.

Im Jahr 2023 reichte die Klägerin Hampton Roads Shipping Association - International Longshoremen's Association Funds - eine Wertpapier-Sammelklage beim US-Bezirksgericht in Portland/Oregon ein. Die Klägerin hatte adidas American Depository Receipts (ADRs) erworben, die Aktien der adidas AG repräsentieren. Die Klägerin behauptet, dass das Unternehmen "rücksichtslos oder absichtlich falsche oder irreführende Aussagen" in Bezug auf Risiken gemacht hat, die sich aus der geschäftlichen Zusammenarbeit mit adidas‘ ehemaligem Partner Kanye West und/oder dem öffentlichen Engagement des Unternehmens für Vielfalt und Integration ergaben, indem es angeblich versäumt hat, bestimmte Aussagen und anderes Fehlverhalten von Kanye West offenzulegen. Hinsichtlich der Schadenskausalität und des eingetretenen Schadens verweist die Klägerin auf konkrete Kursrückgänge der adidas-ADRs, die sie mit den angeblichen Falschangaben oder Unterlassungen von adidas in Verbindung bringt. Auch im Namen anderer Inhaber von adidas-ADRs verlangt die Klägerin Schadensersatz für die durch den Kursverlust der adidas-ADRs entstandenen Schäden. Das Verfahren befindet sich in einem frühen Stadium und eine konkrete Schadenshöhe lässt sich aktuell nicht beziffern. Das Unternehmen weist diese Vorwürfe in vollem Umfang zurück; es hat im Februar 2024 einen Antrag auf Klageabweisung gestellt. Das Management ist der Ansicht, dass die Klage keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben wird.

39 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Gemäß den Definitionen des IAS 24 ,Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personenʻ sind der Aufsichtsrat und der Vorstand der adidas AG als nahestehende Personen identifiziert worden. Die Mitglieder dieser Geschäftsführungs- und Aufsichtsorgane erhalten im Wesentlichen Bezüge im Rahmen ihrer Funktion als Personen in Schlüsselpositionen. Dieser Konzernabschluss enthält weitere Informationen über die Bezüge von Aufsichtsrat und Vorstand der adidas AG. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 40

Darüber hinaus bestand im Geschäftsjahr eine Markenbotschaftervereinbarung zwischen adidas und dem Aufsichtsratsmitglied Jackie Joyner-Kersee. Für ihre Tätigkeit im Rahmen dieser Vereinbarung erhielt Jackie Joyner-Kersee im Jahr 2023 eine feste Vergütung von insgesamt 0,2 Mio. € (2022: 0,1 Mio. €). Zum Abschlussstichtag bestanden in diesem Zusammenhang keine ausstehenden Salden.

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates sowie deren enge Familienmitglieder können frei Aktien der Gesellschaft am Markt erwerben oder verkaufen. Die von diesem Personenkreis gehaltenen Aktien sind regulär dividendenberechtigt, sodass die von der Hauptversammlung 2023 beschlossene Dividende pro gehaltene Aktie im Jahr 2023 an diese Personen ausbezahlt wurde.

Den Arbeitnehmervertreter*innen im Aufsichtsrat steht darüber hinaus die Teilnahme am Mitarbeiteraktienprogramm der adidas AG offen. Der Erwerb der Aktien erfolgt mit einem Rabatt von 15 % zu denselben Konditionen wie für andere Arbeitnehmende. Teilnehmende, die ihre selbst erworbenen Aktien für mindestens ein Jahr halten, erhalten anschließend für je sechs selbst erworbene Aktien eine Aktie ohne Zuzahlung, sofern sie zu diesem Zeitpunkt noch adidas Mitarbeitende sind. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 25

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats können im normalen Geschäftsverlauf Produkte von der Gesellschaft erwerben. Die Arbeitnehmervertreter*innen im Aufsichtsrat erhalten zusätzlich zu ihren Bezügen für die Aufsichtsratstätigkeit Gehälter im Rahmen ihrer regulären Arbeitsverträge. Diese sind nicht durch ihre Aufsichtsratstätigkeit beeinflusst.

Eine Aufstellung der in den Konzernabschluss der adidas AG einbezogenen Tochterunternehmen ist dem Konzernanhang des Konzernabschlusses als Anlage I beigefügt.
```Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen, die nahestehende Unternehmen und Personen sind, wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Erläuterung nicht dargestellt. ►SIEHE ANTEILSBESITZ Darüber hinaus ist der adidas Pension Trust e. V. als nahestehende Person anzusehen. Basierend auf einem Contractual Trust Arrangement, verwaltet der adidas Pension Trust e. V. im Rahmen einer Verwaltungstreuhand das Planvermögen zur Ausfinanzierung und Insolvenzsicherung eines Teils der Versorgungsverpflichtungen der adidas AG. Mitglieder des Vereins können Arbeitnehmende, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands der adidas AG sein. Die adidas AG besitzt das Recht, sich Pensionszahlungen für das entsprechende Geschäftsjahr vom adidas Pension Trust e. V. unter bestimmten vertraglich vereinbarten Bedingungen erstatten zu lassen. Zum 31. Dezember 2023 verwaltete der adidas Pension Trust e. V. treuhänderisch ein Planvermögen für die adidas AG von 368,2 Mio. € (2022: 331,7 Mio. €). Im Jahr 2023 hat die adidas AG Mietzahlungen in Höhe von 7,0 Mio. € (2022: 6,3 Mio. €) an den adidas Pension Trust e. V. geleistet. Zum 31. Dezember 2023 bestanden offene Verbindlichkeiten gegenüber dem adidas Pension Trust e. V. in Höhe von 0,7 Mio. € (2022: 0 Mio. €). Es bestanden zum 31. Dezember 2023 keine wesentlichen offenen Forderungen gegenüber dem adidas Pension Trust e. V. (2022: 0,1 Mio. €). ► SIEHE ERLÄUTERUNG 23 Die im Jahr 2023 gegründete gemeinnützige adidas Stiftung, Herzogenaurach, zusammen mit dem von ihr gehaltenen Tochterunternehmen (zusammen ‚die Stiftung‘), ist ebenfalls als nahestehendes Unternehmen der adidas AG anzusehen. Im Jahr 2023 hat die adidas AG der Stiftung zur dauernden und nachhaltigen Erfüllung des Stiftungszwecks ein Grundstockvermögen sowie sonstige Zuwendungen in Höhe von insgesamt 1,3 Mio. € zugewendet. Darüber hinaus hat sich die adidas AG im Rahmen eines Schenkungsvertrages dazu verpflichtet, mittels zweckgebundener Spende der Stiftung über mehrere Jahre einen Betrag von insgesamt 115,3 Mio. € zuzuführen. Dieser Betrag war zum 31. Dezember 2023 in voller Höhe ausstehend und entsprechend als sonstige Verbindlichkeit erfasst. Des Weiteren besteht ein Dienstleistungsvertrag über die zeitlich befristete Erbringung bestimmter Dienstleistungen durch die adidas AG in 2024, wofür eine Vergütung von rund 0,3 Mio. € vereinbart ist.

40Sonstige Angaben

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahlen stellen sich im Jahresdurchschnitt wie folgt dar:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1. Jan. 2023 bis 31. Dez. 2023 1. Jan. 2022 bis 31. Dez. 2022
Einzelhandel 30.839 31.698
Vertrieb 2.874 3.204
Logistik 7.647 8.530
Marketing 4.553 4.742
Zentrale Verwaltung 5.093 5.287
Produktion 479 520
Forschung und Entwicklung 993 1.051
Informationstechnologie 5.009 4.810
Gesamt 57.485 59.842

Honorar für Dienstleistungen des Abschlussprüfers des Konzernabschlusses

Das als Aufwand erfasste Honorar für Abschlussprüfungen umfasst die Aufwendungen der adidas AG, Herzogenaurach. Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde im Jahr 2023 erstmalig mit den Abschlussprüfungshandlungen beauftragt.

Honorare in Mio. € 2023
Abschlussprüfungsleistungen 2
Andere Bestätigungsleistungen 1
Steuerberatungsleistungen
Sonstige Leistungen
Summe 3

Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezieht sich vor allem auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der adidas AG, die prüferische Durchsicht wesentlicher Bestandteile des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2023 sowie die Prüfung des Jahresabschlusses der adidas CDC Immobilieninvest GmbH. Andere Bestätigungsleistungen betreffen gesetzlich oder vertraglich vorgesehene Bestätigungsleistungen, wie die Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung, die Prüfung des Projektmanagements und der Projektmethodik des neuen ERP Systems und andere vertraglich vereinbarte Bestätigungsleistungen.

Bezüge von Aufsichtsrat und Vorstand der adidas AG

Aufsichtsrat

Die gemäß der Satzung der adidas AG an die Aufsichtsratsmitglieder zu zahlende jährliche Gesamtvergütung belief sich inklusive Sitzungsgeldern auf insgesamt 2,8 Mio. € (2022: 2,8 Mio. €). Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2023 keine Kredite oder Vorschusszahlungen von der Gesellschaft. Dieser Konzernabschluss enthält weitere Informationen über eine bestehende Markenbotschaftervereinbarung zwischen adidas und dem Aufsichtsratsmitglied Jackie Joyner-Kersee. ► SIEHE ERLÄUTERUNG 39

Vorstand

Die Gesamtbezüge (aufwandsbasiert) der Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2023 40,3 Mio. € (2022: 22,0 Mio. €); davon entfielen auf kurzfristig fällige Leistungen 12,3 Mio. € (2022: 6,5 Mio. €). Die kurzfristig fälligen Leistungen enthalten den einjährigen Performance Bonus, dessen Leistungskriterien den währungsneutralen Umsatzanstieg, das Betriebsergebnis sowie individuelle Leistungskriterien umfassen. Für anteilsbasierte Vergütungen wurden im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen in Höhe von 11,3 Mio. € (2022: 4,7 Mio. €) erfasst. Von den Gesamtbezügen entfallen insgesamt 15,5 Mio € auf Abfindungsleistungen, Abgeltungsleistungen und Beträge für Wettbewerbsverbote. Im Vorjahr wurde keine anteilsbasierte Vergütung gewährt. Der Aufwand für Leistungen nach Beendigung des Dienstvertrags (Dienstzeitaufwand der Pensionszusage für Vorstandsmitglieder) betrug im Geschäftsjahr 2023 1,2 Mio. € (2022: 3,5 Mio. €). Der Anwartschaftsbarwert der Pensionszusagen für die im Geschäftsjahr amtierenden Mitglieder des Vorstands betrug zum 31. Dezember 2023 11,2 Mio. € (2022: 15,3 Mio. €). Zum 31. Dezember 2023 bestehen Rückstellungen für kurzfristige variable Vergütungskomponenten für Mitglieder des Vorstands in Höhe von 4,5 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2022 bestanden keine Rückstellugen. Derzeitige Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2023 keine Kredite oder Vorschusszahlungen.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und Vorstands nach § 314 (1) i.V.m. § 315e HGB

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2023 23,8 Mio. € (2022: 6,5 Mio. €). Davon entfielen auf kurzfristige Leistungen 10,9 Mio. € (2022: 6,5 Mio. €). Ferner wird auf die Gewährung einer betrieblichen Altersversorgung für Neueintritte in den Vorstand ab dem 1. Januar 2021 verzichtet. Neu bestellte Vorstandsmitglieder erhalten stattdessen ein sogenanntes Versorgungsentgelt als pauschalen, zweckgebundenen Betrag in angemessener Höhe, der den Vorstandsmitgliedern jährlich direkt ausgezahlt wird. In diesem Rahmen erhielten Bjørn Gulden 1,1 Mio. € und Arthur Hoeld 0,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2023. Dem Vorstand wurde für das Geschäftsjahr 2023 ein LTIP Bonus in Höhe von 7,6 Mio. € gewährt. Im Geschäftsjahr 2022 wurde keiner gewährt. Ein gewährter LTIP-Bonus muss nach Abzug anfallender Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe in den Erwerb von adidas AG Aktien investiert werden. Die erworbenen Aktien unterliegen einer Halteperiode. Diese Halteperiode endet mit Ablauf des vierten Geschäftsjahres, welches auf das Jahr der Leistungserbringung (‚Performance-Jahr’) folgt. Erst nach Ablauf der Halteperiode gilt der LTIP-Auszahlungsbetrag als erdient und die Vorstandsmitglieder können über die Aktien frei verfügen. Der für Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträge einbehaltene Betrag ist dagegen bereits im Zeitpunkt der Auszahlung nach Feststellung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat vollständig erdient. Darüber hinaus wurden Bjørn Gulden zur Kompensation der entgangenen variablen Vergütung bei seinem vorherigen Arbeitgeber 11.886 adidas AG Aktien gewährt, die einer vierjährigen Haltefrist unterliegen. Der durch das Unternehmen in diesem Zusammenhang aufzubringende Bruttobetrag entsprach 3,9 Mio. €. Die Steigerung der Gesamtbezüge im Vergleich zum Vorjahr beruht im Wesentlichen darauf, dass den Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2022 kein Performance-Bonus und kein LTIP-Bonus gewährt wurde. Die gemäß der Satzung der adidas AG an die Aufsichtsratsmitglieder zu zahlende jährliche Gesamtvergütung belief sich inklusive Sitzungsgeldern auf insgesamt 2,8 Mio. € (2022: 2,8 Mio. €). Frühere Vorstandsmitglieder bzw. ihre Hinterbliebenen erhielten im Geschäftsjahr 2023 Bezüge in Höhe von insgesamt 21,9 Mio. € (2022: 16,7 Mio. €). Für die bis zum 31. Dezember 2005 ausgeschiedenen früheren Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen wurden Pensionsrückstellungen gebildet, die zum 31. Dezember 2023 vor Saldierung mit dem Vermögen des ,adidas Pension Trust e.V.‘ insgesamt 43,6 Mio. € (2022: 28,6 Mio. €) betrugen. Für frühere Vorstandsmitglieder, die nach dem 31. Dezember 2005 ausgeschieden sind, bestehen Pensionsverpflichtungen, die über einen Pensionsfonds bzw. über einen Pensionsfonds in Kombination mit einer rückgedeckten Unterstützungskasse abgedeckt sind. Hieraus ergeben sich mittelbare Verpflichtungen in Höhe von 38,1 Mio. € (2022: 35,0 Mio. €), für die aufgrund der Finanzierung über den Pensionsfonds und die Unterstützungskasse keine Rückstellungen gebildet wurden. Für zwei frühere Mitglieder des Vorstands, die zum oder nach dem 31. Dezember 2019 ausgeschieden sind, bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 3,4 Mio. € (2022: 3,1 Mio €).

Unternehmen, die von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch machen

Das Tochterunternehmen adidas CDC Immobilieninvest GmbH, Herzogenaurach, macht von der Befreiungsvorschrift nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch.

41Informationen zum deutschen Corporate-Governance-Kodex

Informationen nach § 161 Aktiengesetz (AktG)

Vorstand und Aufsichtsrat der adidas AG haben eine aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG im Dezember 2023 abgegeben und den Aktionären dauerhaft zugänglich gemacht. Der Wortlaut der Entsprechenserklärung ist auf der Website des Unternehmens abrufbar.# Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2024 ist die interne Berichterstattungsstruktur des Konzerns für Managementzwecke angepasst worden. Seit dem 1. Januar 2024 ist der Markt EMEA in zwei separate Märkte Europa und Emerging Markets aufgeteilt worden. Russland ist den ‚Anderen Geschäftsbereichen‘ zugordnet, da es Aufgrund der Einstellung der Geschäftstätigkeit nicht mehr gesondert von den Hauptentscheidungsträgern überwacht wird. Darüber hinaus wurde der Markt Asien-Pazifik in zwei separate Märkte Japan und Südkorea aufgeteilt, sowie Südostasien und Pazifik mit dem neuen Markt Emerging Markets zusammengeführt. Die Märkte Nordamerika und Lateinamerika sowie China bleiben unverändert bestehen. In Anlehnung an diese Berichterstattungsstruktur des Unternehmens für Managementzwecke nach Märkten und gemäß der Definition des IFRS 8 ‚Geschäftssegmente‘ sind somit ab dem 1. Januar 2024 sieben operative Geschäftssegmente bestimmt worden: Europa, Emerging Markets, Nordamerika, China, Lateinamerika, Japan und Südkorea. Aufgrund der geringen Größe der beiden operativen Segmente Japan und Südkorea werden diese für die externe Segmentberichterstattung als Japan/Südkorea zusammengefasst. Aufgrund der Änderung der Geschäftssegmente und der damit verbundenen Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden sowohl eine Reallokation der Geschäfts- oder Firmenwerte als auch ein Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte zum 1. Januar 2024 durchgeführt. In diesem Zusammenhang bestand kein Wertminderungsbedarf. Des Weiteren sind keine unternehmensspezifischen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben könnten.

Tag der Aufstellung

Der Vorstand der adidas AG hat den Konzernabschluss am 20. Februar 2024 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

Herzogenaurach, den 20. Februar 2024

Der Vorstand der adidas AG

BJØRN GULDEN
VORSTANDSVORSITZENDER, GLOBAL BRANDS

ARTHUR HOELD
GLOBAL SALES

HARM OHLMEYER
FINANZVORSTAND

MICHELLE ROBERTSON
GLOBAL HUMAN RESOURCES, PEOPLE AND CULTURE

MARTIN SHANKLAND
GLOBAL OPERATIONS

Anteilsbesitz

Aufstellung des Anteilsbesitzes der adidas AG, Herzogenaurach, zum 31. Dezember 2023

Firma und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital gehalten von¹ in %
Deutschland
1 adidas Beteiligungsgesellschaft mbH² Herzogenaurach (Deutschland) direkt 100
2 adidas CDC Immobilieninvest GmbH Herzogenaurach (Deutschland) 11 100
3 adidas Insurance & Risk Consultants GmbH² Herzogenaurach (Deutschland) direkt 100
Europa (inkl. Mittlerer Osten und Afrika)
4 adidas International Trading AG Luzern (Schweiz) 9 100
5 adidas sport gmbh Luzern (Schweiz) direkt 100
6 adidas Austria GmbH Klagenfurt (Österreich) direkt 100
7 runtastic GmbH Pasching (Österreich) 9 100
8 adidas France S.a.r.l. Straßburg (Frankreich) direkt 100
9 adidas International B.V. Amsterdam (Niederlande) direkt 93,97
8
6,03
10 adidas International Marketing B.V. Amsterdam (Niederlande) 9 100
11 adidas International Property Holding B.V. Amsterdam (Niederlande) 68 100
12 adidas Infrastructure Holding B.V. Amsterdam (Niederlande) 9 100
13 adidas Benelux B.V. Amsterdam (Niederlande) direkt 100
14 adidas Ventures B.V. Amsterdam (Niederlande) 9 100
15 adidas (UK) Limited Stockport (Großbritannien) 9 100
16 Trafford Park DC Limited Stockport (Großbritannien) 12 100
17 adidas Pensions Management Limited Stockport (Großbritannien) 15 100
18 adidas (Ireland) Limited Kildare (Irland) 9 100
19 adidas International Re DAC Dublin (Irland) 9 100
20 adidas España S.A.U. Saragossa (Spanien) 1 100
21 adidas Italy S.p.A. Monza (Italien) 9 100
22 adidas Portugal - Artigos de Desporto, S.A. Lissabon (Portugal) 9 100
23 adidas Business Services, Lda. Moreira da Maia (Portugal) 9 98
direkt 2
24 adidas Norge AS Oslo (Norwegen) direkt 100
25 adidas Sverige Aktiebolag Solna (Schweden) direkt 100
26 adidas Suomi Oy Vantaa (Finnland) 9 100
27 adidas Danmark A/S Them (Dänemark) 9 100
28 adidas CR s.r.o. Prag (Tschechische Republik) direkt 100
29 adidas Budapest Kft. Budapest (Ungarn) direkt 100
30 adidas Bulgaria EAD Sofia (Bulgarien) direkt 100
31 LLC "adidas, Ltd." Moskau (Russland) direkt 100
32 adidas Poland Sp. z o.o. Warschau (Polen) direkt 100
33 adidas Romania S.R.L. Bukarest (Rumänien) 9 100
34 adidas Baltics SIA Riga (Lettland) 9 100
35 adidas Slovakia s.r.o. Bratislava (Slowakische Republik) direkt 100
36 adidas Trgovina d.o.o. Ljubljana (Slowenien) direkt 100
37 SC 'adidas-Ukraine' Kiew (Ukraine) direkt 100
38 adidas LLP Almaty (Republik Kasachstan) direkt 100
39 adidas Serbia DOO Beograd Belgrad (Serbien) 9 100
40 adidas Croatia d.o.o. Zagreb (Kroatien) 9 100
41 adidas Hellas Single Member S.A. Athen (Griechenland) direkt 100
42 adidas (Cyprus) Limited Limassol (Zypern) direkt 100
43 adidas Spor Malzemeleri Satis ve Pazarlama A.S. Istanbul (Türkei) 9 100
44 adidas Emerging Markets L.L.C Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) indirekt 51
8 49
45 adidas Emerging Markets FZE Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) 9 100
46 adidas Levant Limited Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) 45 100
47 adidas Levant Limited - Jordan Amman (Jordanien) 46 100
48 adidas Imports & Exports Ltd. Kairo (Ägypten) 49 99,98
9 0,02
49 adidas Sporting Goods Ltd. Kairo (Ägypten) 9 99,81
direkt 0,19
50 adidas Israel Ltd. Cholon (Israel) 9 85
51 adidas Morocco LLC Casablanca (Marokko) direkt 100
52 adidas (South Africa) (Pty) Ltd. Kapstadt (Südafrika) direkt 100
53 adidas Arabia Trading Riad (Saudi-Arabien) direkt 100
Nordamerika
54 adidas North America, Inc. Wilmington, Delaware (USA) 9 100
55 adidas America, Inc. Portland, Oregon (USA) 54 100
56 adidas International, Inc. Portland, Oregon (USA) 54 100
57 adidas Team, Inc. Des Moines, Iowa (USA) 54 100
58 adidas Holdings LLC Wilmington, Delaware (USA) 54 69
62 31
59 adidas Indy, LLC Wilmington, Delaware (USA) 54 100
60 Stone Age Equipment, Inc. Marina Del Rey, Kalifornien (USA) 55 100
61 Spartanburg DC, Inc. North Charleston, South Carolina (USA) 55 100
62 adidas Pluto Corporation Wilmington, Delaware (USA) 9 100
63 adidas Canada Limited Woodbridge, Ontario (Kanada) 9 100
Asien-Pazifik
64 adidas Sourcing Limited Hongkong (China) 4 100
65 adidas Hong Kong Limited Hongkong (China) 1 100
66 adidas Trading (Far East) Limited (vormals: Reebok Trading (Far East) Limited) Hongkong (China) 54 100
67 adidas (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou (China) 1 100
68 adidas Sports (China) Co., Ltd. Schanghai (China) 1 100
69 adidas (China) Ltd. Schanghai (China) 9 100
70 adidas Sports Goods (Shanghai) Co., Ltd Schanghai (China) 69 100
71 adidas Logistics (Tianjin) Co., Ltd. Tianjin (China) 12 100
72 adidas Business Services (Dalian) Limited Dalian (China) 9 100
73 adidas Japan K.K. Tokio (Japan) 9 100
74 adidas Korea LLC. Seoul (Korea) direkt 100
75 adidas Korea Technical Services Limited Busan (Korea) 64 100
76 adidas India Private Limited Neu-Delhi (Indien) direkt 10,67
9 89,33
77 adidas India Marketing Private Limited Gurugram (Indien) 76 98,62
9 1
direkt 0,37
78 adidas Technical Services Private Limited Gurugram (Indien) 64 100
79 Refop India Company (vormals: Reebok India Company) Neu-Delhi (Indien) 58 99,03
89 0,91
55 0,07
80 PT adidas Indonesia Jakarta (Indonesien) 9 99,67
direkt 0,33
81 adidas (Malaysia) Sdn. Bhd. Petaling Jaya (Malaysia) direkt 60
9 40
82 ADIDAS PHILIPPINES, INC. Taguig City (Philippinen) direkt 100
83 adidas Singapore Pte Ltd Singapur (Singapur) direkt 100
84 adidas Taiwan Limited Taipeh (Taiwan) 9 100
85 adidas (Thailand) Co., Ltd. Bangkok (Thailand) direkt 100
86 adidas Australia Pty Limited Mulgrave (Australien) 9 100
87 adidas New Zealand Limited Auckland (Neuseeland) direkt 100
88 adidas Vietnam Company Limited Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) 9 100
89 adidas (Mauritius) Limited (vormals: Reebok (Mauritius) Company Limited) Port Louis (Mauritius) 58 100
Lateinamerika
90 adidas Argentina S.A. Buenos Aires (Argentinien) 9 76,96
1 23,04
91 Refop de Argentina S.A. (vormals: Reebok Argentina S.A.) Buenos Aires (Argentinien) direkt 96,25
9 3,75
92 adidas do Brasil Ltda. São Paulo (Brasilien) 1 100
93 adidas Franchise Brasil Servicos Ltda. São Paulo (Brasilien) 92 99,99
direkt 0,01
94 REFOP Produtos Esportivos Brasil Ltda. (vormals: Reebok Produtos Esportivos Brasil Ltda.) São Paulo (Brasilien) 9 100
95 adidas Chile Limitada Santiago de Chile (Chile) direkt 99
3 1
96 adidas Colombia Ltda. Bogotá (Kolumbien) direkt 100
97 adidas Perú S.A.C. Lima (Peru) direkt 99
95 1
98 adidas de Mexico, S.A. de C.V. Mexiko-Stadt (Mexiko) direkt 100
99 adidas Industrial, S.A. de C.V. Mexiko-Stadt (Mexiko) direkt 100
100 Refop de Mexico, S.A. de C.V. (vormals: Reebok de Mexico, S.A. de C.V.) Mexiko-Stadt (Mexiko) direkt 100
101 adidas Latin America, S.A. Panama-Stadt (Panama) direkt 100
102 Concept Sport, S.A. Panama-Stadt (Panama) 9 100
103 3 Stripes S.A. Montevideo (Uruguay) direkt 100
104 Tafibal S.A. Montevideo (Uruguay) direkt 100
105 Raelit S.A. Montevideo (Uruguay) direkt 100
106 adidas Sourcing Honduras, S.A. San Pedro Sula (Honduras) 54 100
107 adisport Corporation San Juan (Puerto Rico) 9 100
108 adidas Sourcing El Salvador, S.A. de C.V. Antiguo Cuscatlán (El Salvador) 9 99,95
direkt 0,05

¹ Die Zahl bezieht sich auf die Nummerierung der Gesellschaft.
² Ergebnisabführungsvertrag.# Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der adidas AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Herzogenaurach, 20. Februar 2024

BJØRN GULDEN
VORSTANDSVORSITZENDER, GLOBAL BRANDS

ARTHUR HOELD
GLOBAL SALES

HARM OHLMEYER
FINANZVORSTAND

MICHELLE ROBERTSON
GLOBAL HUMAN RESOURCES, PEOPLE AND CULTURE

MARTIN SHANKLAND
GLOBAL OPERATIONS

EU-Taxonomie-Tabellen

⌐ Anteil des Umsatzes aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2023 ¬

Geschäftsjahr 2023 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien (,Keine erhebliche Beeinträchtigung')¹ Klimaschutz (5) Anpassung an den Klimawandel (6) Wasser (7) Umweltverschmutzung (8) Kreislaufwirtschaft (9) Biologische Vielfalt (10) Klimaschutz (11) Anpassung an den Klimawandel (12) Wasser (13) Umweltverschmutzung (14) Kreislaufwirtschaft (15) Biologische Vielfalt (16) Mindestschutz (17) Anteil taxonomiekonformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) Umsatz, 2022 (18) Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19) Kategorie Übergangstätigkeit (20)
j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n
in Mio. € in % j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n in %
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
? Umsatz ökologisch nachhaltiger Aktivitäten (taxonomiekonform) (A.1.) 0 0%
A.2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) el; n-el⁴ el; n-el⁴ el; n-el⁴ el; n-el⁴ el; n-el⁴ el; n-el⁴
Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2.) 0 0% 0 %
Umsatz taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1. + A.2.) 0 0%
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 21,427 100%
Gesamt (A + B) 21,427 100%

¹ ,j' = ,ja', taxononomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit; ,n' = ,nein', taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit; ,n-el' = ,not eligible', für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit.
² CCM: Klimaschutz; CCA: Anpassung an den Klimawandel; WTR: Wasser- und Meeresressourcen; PPC: Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung; CE: Kreislaufwirtschaft; BIO: Biologische Vielfalt und Ökosysteme.
³ Umsatz wie in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung berichtet.
⁴ ,el' = ,eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit; ,n-el' = ,not eligible', für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit.

⌐ Umsatzanteil/Gesamtumsatz ¬

Taxonomie-konform je Ziel Taxonomie-fähig je Ziel
CCM 0% 0%
CCA 0% 0%
WTR 0% 0%
CE 0% 0%
PPC 0% 0%
BIO 0% 0%

⌐ Anteil des CapEx aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2023 ¬

Geschäftsjahr 2023 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien (,Keine erhebliche Beeinträchtigung')¹ Klimaschutz (5) Anpassung an den Klimawandel (6) Wasser (7) Umweltverschmutzung (8) Kreislaufwirtschaft (9) Biologische Vielfalt (10) Klimaschutz (11) Anpassung an den Klimawandel (12) Wasser (13) Umweltverschmutzung (14) Kreislaufwirtschaft (15) Biologische Vielfalt (16) Mindestschutz (17) Anteil taxonomiekonformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) CapEx 2022 (18) Kategorie ermöglichende Tätigkeiten (19) Kategorie Übergangstätigkeiten (20)
j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n
in Mio. € in % j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n in %
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen CCM 6.5. 0 0% n n-el n-el n-el n-el n-el n n n n n n j 0% E
7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten CCM 7.3. 0 0% n n-el n-el n-el n-el n-el n n n n n n j 0% E
7.7. Erwerb von und Eigentum an Gebäuden CCM 7.7. 7 1% j n-el n-el n-el n-el n-el j j j j j j j 0% E
CapEx ökologisch nachhaltiger Aktivitäten (taxonomiekonform) (A.1.) 7 1% 1 % 0 % 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% j j j j j j j
davon ermöglichende Tätigkeiten 7 1% 1 % 0 % 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% j j j j j j j E
davon Übergangstätigkeiten 0 0% 0 % 0 % 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% n n n n n n n T
A.2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³
6.5. Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen CCM 6.5. 16 2% el n-el n-el n-el n-el n-el 0%
7.3. Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten CCM 7.3. 22 3% el n-el n-el n-el n-el n-el 0%
7.7. Erwerb von und Eigentum an Gebäuden CCM 7.7. 299 36% el n-el n-el n-el n-el n-el 0%
CapEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2.) 337 40% 0 % 0 % 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0%
A. CapEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1. + A.2.) 344 41% 0 % 0 % 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 55
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
CapEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 494 59%
Gesamt⁴ (A + B) 838 100%

¹ ,j' = ,ja', taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit; ,n' = ,nein', taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit; ,n-el' = ,not eligible', für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit.
² CCM: Klimaschutz; CCA: Anpassung an den Klimawandel; WTR: Wasser- und Meeresressourcen; PPC: Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung; CE: Kreislaufwirtschaft; BIO: Biologische Vielfalt und Ökosysteme.
³ ,el' = ,eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit; ,n-el' = ,not eligible', für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit.
⁴ Der Nenner des CapEx-KPI enthält gemäß der Definition der Taxonomie und wie in diesem Geschäftsbericht offengelegt Zugänge zu Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen, anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Nutzungsrechten und anderen immateriellen Vermögenswerten – vor Abschreibungen und Neubewertungen.

⌐ CapEx-Anteil/Gesamt-CapEx ¬

Taxonomie-konform je Ziel Taxonomie-fähig je Ziel
CCM 1% 41%
CCA 0% 0%
WTR 0% 0%
CE 0% 0%
PPC 0% 0%
BIO 0% 0%

⌐ Anteil des OpEx von Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind – Offenlegung für das Jahr 2023 ¬

Geschäftsjahr 2023 Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien (,Keine erhebliche Beeinträchtigung')¹ Klimaschutz (5) Anpassung an den Klimawandel (6) Wasser (7) Umweltverschmutzung (8) Kreislaufwirtschaft (9) Biologische Vielfalt (10) Klimaschutz (11) Anpassung an den Klimawandel (12) Wasser (13) Umweltverschmutzung (14) Kreislaufwirtschaft (15) Biologische Vielfalt (16) Mindestschutz (17) Anteil taxonomiekonformer (A.1.) oder taxonomiefähiger (A.2.) OpEx 2022 (18) Kategorie ermöglichende Tätigkeit (19) Kategorie Übergangstätigkeit (20)
j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n
in. Mio. € in % j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n; n-el¹ j/n j/n j/n j/n j/n j/n j/n in %
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
A.1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
OpEx ökologisch nachhaltiger Aktivitäten (taxonomiekonform) (A.1.) 0 0%
A.2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomie-konforme Tätigkeiten) el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³ el; n-el³
OpEx taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten) (A.2.) 0 0% 0 % 0 % 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0%
A. OpEx taxonomiefähiger Tätigkeiten (A.1. + A.2.) 0 0% 0 % 0 % 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0%
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
OpEx nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten (B) 969 100%
Gesamt (A + B) 969 100%

¹ ,j' = ,ja', taxonomiefähige und mit dem relevanten Umweltziel taxonomiekonforme Tätigkeit; ,n' = ,nein', taxonomiefähige, aber mit dem relevanten Umweltziel nicht taxonomiekonforme Tätigkeit; ,n-el' = ,not eligible', für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit.
² CCM: Klimaschutz; CCA: Anpassung an den Klimawandel; WTR: Wasser- und Meeresressourcen; PPC: Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung; CE: Kreislaufwirtschaft; BIO: Biologische Vielfalt und Ökosysteme.
³ ,el' = ,eligible', für das jeweilige Umweltziel taxonomiefähige Tätigkeit; ,n-el' = ,not eligible', für das jeweilige Umweltziel nicht taxonomiefähige Tätigkeit.

⌐ OpEx-Anteil/Gesamt-OpEx ¬

Taxonomie-konform je Ziel Taxonomie-fähig je Ziel
CCM 0% 0%
CCA 0% 0%
WTR 0% 0%
CE 0% 0%
PPC 0% 0%
BIO 0% 0%

⌐ Tätigkeiten im Bereich Kernenergie und fossiles Gas ¬

Tätigkeiten im Bereich Kernenergie

Das Unternehmen ist im Bereich Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Einsatz innovativer Stromerzeugungsanlagen, die bei minimalem Abfall aus dem Brennstoffkreislauf Energie aus Nuklearprozessen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.# Nein
Das Unternehmen ist im Bau und sicheren Betrieb neuer kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung – sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung mithilfe der besten verfügbaren Technologien tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.

Nein

Das Unternehmen ist im sicheren Betrieb bestehender kerntechnischer Anlagen zur Erzeugung von Strom oder Prozesswärme – auch für die Fernwärmeversorgung oder industrielle Prozesse wie die Wasserstofferzeugung – sowie bei deren sicherheitstechnischer Verbesserung tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.

Nein

Tätigkeiten im Bereich fossiles Gas

Das Unternehmen ist im Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.

Nein

Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Kraft-Wärme/Kälte-Kopplung mit fossilen gasförmigen Brennstoffen tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.

Nein

Das Unternehmen ist im Bau, in der Modernisierung und im Betrieb von Anlagen für die Wärmegewinnung, die Wärme/Kälte aus fossilen gasförmigen Brennstoffen erzeugen, tätig, finanziert solche Tätigkeiten oder hält Risikopositionen im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten.

Nein

1 Mitarbeitende in unseren Büros und Distributionszentren. Exklusive Mitarbeitende unserer eigenen Einzelhandelsgeschäfte.
2 Ausgenommen ‚ERG‘ und individuell geleistete ehrenamtliche Stunden.
3 Das Ziel umfasst biogene Emissionen sowie Entziehung aus bioenergetischen Rohstoffen.
4 Wir werden unsere Ziele im Jahr 2024 erneut zur Genehmigung durch die SBTi einreichen.
5 Entsprechend den SBTi-Anforderungen erlauben wir uns im Zieljahr bei Bedarf und mittels Aufrechnung eine Reduzierung von maximal 10 % aller Emissionen.
6 Die Berechnung schließt Emissionen aus der ‚Nutzung verkaufter Produkte‘ gemäß den Richtlinien der ‚Science Based Targets Initiative‘ aus.
7 Das Ergebnis von 7 % FLAG-Emissionen war nicht Teil eines Prüfungsauftrags der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
8 Ziel wurde im Jahr 2023 für bessere Verständlichkeit überarbeitet. Fortschritt hinsichtlich Ziel nach früherer Definition: 69 % der Zulieferer nutzen mindestens 60 % der als ‚Level 3‘ ausgewiesenen Chemikalien.
9 Dieser Standard wird seit 2022 angewendet. Prozentualer Anteil nachhaltiger Artikel (nach Anzahl), der an den Verkaufsstellen angeboten wird (Durchschnitt der Saison Herbst/Winter des laufenden Geschäftsjahres und Frühling/Sommer des folgenden Geschäftsjahres). Bei der Berechnung des Artikelgewichts von Bekleidung, Schuhen sowie Accessoires und Ausrüstung wird Zubehör wie Reißverschlüsse, Knöpfe etc. ausgenommen. Es werden nur Artikel mit verifizierten umweltfreundlichen Materialinhalten berücksichtigt. Lizenzierte Artikel sind ausgenommen.
10 Hauptzulieferer Stand Januar 2020.
11 Die im Geschäftsbericht 2022 ausgewiesenen Daten enthalten Benchmarking-Ergebnisse für 2020, die auf Lohndaten basieren, die 2021 in Kambodscha, Indonesien und Vietnam erhoben wurden (ca. 65 % unserer ausgewählten Zulieferer befinden sich in diesen drei Ländern). Die Berichterstattung im Geschäftsbericht 2023 spiegelt die vollständigen Benchmarking-Ergebnisse für 2020 wider, die sich auf alle zwischen 2021 und 2023 erhobenen Lohndaten in allen in dieser Studie untersuchten Zulieferbetrieben in unseren drei ursprünglichen Ländern (Kambodscha, Indonesien und Vietnam) sowie in China, Pakistan und Thailand beziehen. In vier verschiedenen Ländern gibt es eine kleine Anzahl von Zulieferbetrieben, die ursprünglich für die Datenerhebung und Berichterstattung in Betracht gezogen wurden. Da sie im jeweiligen Land nur einen geringen Anteil am Produktionsvolumen ausmachen, und zum Schutz der Vertraulichkeit, wurden sie zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Geltungsbereich herausgenommen.
12 Unabhängige Zulieferbetriebe beziehen sich auf individuelle Tier-1-Zulieferer (Fabriken) unserer Hersteller, mit denen adidas einen Herstellervertrag hat, und auf deren Tier-1-Subunternehmer, ausschließlich eigener Fabriken und Betriebe von Lizenznehmern. Betriebe, die mit unseren Lizenznehmern zusammenarbeiten, werden separat berichtet. Manche dieser Betriebe fertigen gegebenenfalls sowohl für adidas direkt als auch für Lizenznehmer.
13 Einschließlich Audits für Soziales und Umwelt, ohne ZDHC-Abwasserbewertungen (400).
14 Quelle: World Bank Global Economic Prospects.
15 Quelle: World Bank Global Economic Prospects.
16 Die Erklärung in Bezug auf den Deutschen Corporate Governance Kodex A5 wurde im Rahmen der Prüfung des vorliegenden Konzernlageberichts nicht inhaltlich geprüft.