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AdCapital AG Management Reports 2020

Jun 29, 2020

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Management Reports

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Lagebericht des AdCapital-Konzerns für das Geschäftsjahr 2019

1. DER ADCAPITAL-KONZERN 2
1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND INVESTITIONSFOKUS 2
1.2 KONZERNSTRATEGIE,
UNTERNEHMENSSTEUERUNGS-
UND
ÜBERWACHUNGSSYSTEM
2
1.3 WESENTLICHE EREIGNISSE IM GESCHÄFTSJAHR 2018
4
1.4 KONSOLIDIERUNGSKREIS
5
2. WIRTSCHAFTLICHE UND POLITISCHE
RAHMENBEDINGUNGEN
5
2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE
LAGE
5
2.2 BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN 6
3. ERTRAGSLAGE 7
3.1 UMSATZ-
UND ERGEBNISENTWICKLUNG
7
3.2 INDUSTRIEBETEILIGUNGEN
10
4. FINANZ-
UND VERMÖGENSLAGE
11
4.1 PORTFOLIOENTWICKLUNG
11
4.2 INVESTITIONEN
11
4.3 FINANZLAGE 11
4.4 VERMÖGENSLAGE
13
4.5 GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
13
5. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
14
5.1 MITARBEITER
14
5.2 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 15
6. RISIKOBERICHT 15
6.1 CHANCEN-
UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
15
6.2 RISIKOFAKTOREN AUS DEM OPERATIVEN GESCHÄFT DER KONZERN-
UND
TOCHTERGESELLSCHAFTEN
15
6.3 GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS
17
7. ABHÄNGIGKEITSBERICHT 18
8. CHANCEN-/RISIKO
UND PROGNOSEBERICHT
18
8.1 ERWARTETE ENTWICKLUNG DER ERTRAGS-
UND FINANZLAGE
18
8.2 CHANCEN UND RISIKEN 20
9. SCHLUSSBEMERKUNGEN
21

1. Der AdCapital-Konzern

1.1 Geschäftstätigkeit und Investitionsfokus

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der AdCapital AG liegt unverändert gegenüber dem Vorjahr auf dem Industriegeschäft unserer Beteiligungen.

Unser Anteilsportfolio besteht im Wesentlichen aus vier Einzelunternehmen und zwei Unternehmensgruppen:

Wesentliche Beteiligung Branche
Bavaria Digital Technik GmbH
(BDT)
Geräte-
und Anlagenbau, Elekt
rotechnik
Erich Jaeger GmbH +
Co. KG
(Unternehmensgruppe)
Automotive
FRAKO Kondensatoren-
und Anlagenbau GmbH
Elektrotechnik
KTS Kunststoff Technik Schmölln
GmbH (KTS)
Kunststoffverarbeitung
OPUS Formenbau GmbH Formen-
und Werkzeugbau
Taller GmbH (Unternehmensgruppe) Elektrotechnik

Die EW Hof-Gruppe wurde – wie schon seit längerer Zeit geplant – veräußert. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags (Signing) erfolgte im Berichtsjahr, der Eigentumsübergang an den Gesellschaftsanteilen erfolgte am 01. Januar 2020 (Closing). Das Unternehmen wurde im Geschäftsjahr wegen Geringfügigkeit nicht mehr in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Die JAEGER-Gruppe ist mit einem Umsatzanteil von über 50 % nach wie vor die dominierende Beteiligung im AdCapital-Konzern.

1.2 Konzernstrategie, Unternehmenssteuerungs- und Überwachungssystem

Konzernstrategie

Beteiligungen

Die AdCapital AG versteht sich als Industrieholding mit ausgeprägter strategischer und operativer Steuerungs- und Überwachungsfunktion in Bezug auf ihre Beteiligungsunternehmen. Der strategische Schwerpunkt der Unternehmensgruppe wurde in den letzten Jahren Schritt für Schritt auf den Bereich Automotive mit der Kerngesellschaft Erich Jaeger verlagert.

Die Beteiligungen werden von uns bei Strategie-, Finanzierungs-, Prozess- und Organisationsfragen intensiv beraten. Unsere fundierten Branchenkenntnisse und unser enges Netzwerk in den Bereichen Finanzen, Steuern und Recht unterstützen unsere Unternehmen bei geschäftsstrategischen Entscheidungen und entlasten sie in den indirekten Bereichen.

Um sich bietende Synergien zu nutzen, haben wir die organisatorische Eingliederung in den wesentlichen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereichen unserer Beteiligungsunternehmen bis heute konsequent vorangetrieben und konzernweit einheitliche Strategie-, Steuerungs- und Planungsgrundsätze eingeführt.

Wir sehen uns als unternehmerischen Partner, der neben Eigen- und Fremdkapital unternehmerisches Know-how beisteuert und selbst eine mittelständisch geprägte Unternehmenskultur einbringt. Bei aller Integration setzen wir dabei bewusst auf die Eigenständigkeit der Unternehmen und ihrer Geschäftsführer im operativen Bereich und respektieren individuelle Unternehmenskulturen.

Die Ziele für unsere Beteiligungen sind die Stärkung der jeweiligen Markt- und Wettbewerbsposition, die Verbesserung der Fertigungseffizienz sowie die Optimierung organisatorischer Abläufe einschließlich des Vertriebs. Das heißt, unser Hauptaugenmerk ist auf die Realisierung von organischen Wachstumspotenzialen, die Verbesserung der Profitabilität der Unternehmen und ihrer Kapitalausstattung und damit auch deren Krisenresilienz gerichtet.

Unsere Strategie setzt auf den Ausbau des Kerngeschäftes im Automotive-Umfeld sowie die Verbesserung der Rentabilität unserer Beteiligungen. Dies soll in erster Linie durch Verbesserungen im operativen Bereich und Verbesserung der Wettbewerbsposition erreicht werden.

In Ausnahmefällen würden wir aber unverändert auch im Bereich Automotive oder in den für diese Branche relevanten Technologien (Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Elektronik und Software) Investitionen in neue Beteiligungsunternehmen tätigen. Derartige Fälle mit einem erheblichen Synergiepotential haben sich uns im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht eröffnet.

Finanzielle Flexibilität

Unsere stabile Finanzlage haben wir im Geschäftsjahr planmäßig mit Bankkrediten und internationalen Factoring-Finanzierungen weiter abgesichert. Diese dienen im Wesentlichen der langfristigen Investitionsfinanzierung, insbesondere aber auch der Finanzierung der nach wie vor bestehenden Anlaufverluste der neuen Fertigungsstätte in Mexiko und der damit bezweckten Erschließung des nordamerikanischen Marktes durch die JAEGER-Gruppe; diese hat sich in den vergangenen Jahren schwieriger als erwartet gestaltet.

Des Weiteren bestehen bei drei Beteiligungsunternehmen unter der Führung der Holding auch Kontokorrentkredite, die schon im Geschäftsjahr 2016 zur Ablösung von konzerninternen Cash-Pool-Linien aufgenommen worden waren.

Liquide Konzernmittel werden ausschließlich in Zahlungsmitteln und freien Banklinien gehalten.

Unternehmenssteuerungs- und Überwachungssystem

Die zentralen Verwaltungsbereiche Controlling, Steuern und Recht und die Inlandsfinanzierung werden unverändert auf Ebene der Holding geführt. Die IT wird zentral für den Konzern in enger Abstimmung mit der Holding über Erich Jaeger gesteuert.

Die operative Steuerung des gesamten AdCapital-Konzerns erfolgt über regelmäßige Geschäftsleitungssitzungen bei den Beteiligungsunternehmen oder am Standort der Holding. In diesen Gesprächen werden unter anderem auf Basis von Budgetvorgaben sowie der definierten strategischen Ausrichtung die aktuelle Geschäftslage sowie die kurz- und mittelfristigen Planungsrechnungen der Gesellschaften besprochen. Wesentliche Kennzahlen, die von uns zur Steuerung der operativen Beteiligungen eingesetzt werden, sind der Auftragseingang sowie Auftragsbestand, die erwirtschaftete Gesamtleistung, die Wertschöpfung, die Produktivität je Stunde, die EBIT-Marge sowie der Free Cashflow und das Working Capital. Darüber hinaus werden Kennzahlen zur Kostenstruktur sowie zur Steuerung von Produktion und Vertrieb zur Analyse hinzugezogen.

1.3 Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2019

Am 30.12.2019 ist der langjährige Geschäftsführer der JAEGER-Gruppe, Herr Wolfgang Wiese, überraschend verstorben. Herr Wiese hinterlässt eine große Lücke. Vorübergehend wird Herr Felix Nußbaum als alleiniger Geschäftsführer seine Aufgaben übernehmen.

Zwar wurde, wie schon im Vorjahres-Lagebericht dargestellt, am 12.02.2019 der Schadensersatzstreit mit einem Großkunden der Taller GmbH beigelegt. Vor dem Hintergrund eines drohenden Rechtsstreits wurden in den Vorjahren Investitionen zurückgehalten. Auch einige Kunden und Lieferanten waren über die Zukunftsaussichten der Taller besorgt. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf Organisation, Qualität, Auftragsbearbeitung und Umsatz haben zu einem Umsatzrückgang und nochmals erheblichen Verlusten bei der Taller GmbH im Jahr 2019 geführt. Im Laufe des Jahres konnte aber die Lage stabilisiert werden insbesondere in den Bereichen Qualität und Organisation. Wir befassen uns intensiv mit der Zukunftsplanung und den verschiedenen zur Verfügung stehenden Verbesserungsmöglichkeiten.

Die EW Hof-Gruppe wurde mit Kaufvertrag vom 11. Dezember 2019 (Signing) mit Wirkung zum 01.01.2020 (Closing) – wie schon seit längerer Zeit geplant – verkauft.

1.4 Konsolidierungskreis

Die Zahl der in den Konzernabschluss 2019 einbezogenen Gesellschaften beträgt 17. Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags über die Veräußerung der Gesellschaftsanteile (Signing) an der EW Hof-Gruppe wurde diese nicht mehr in den Konsolidierungskreis einbezogen. Darüber hinaus wurde die frako power systems GmbH & Co. KG entkonsolidiert. Somit hat sich die Zahl der konsolidierten Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um drei verringert.

2. Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen

2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage

Bezogen auf das BIP wuchs die deutsche Wirtschaft 2019 um 0,6 %, und damit das zehnte Jahr in Folge. Gegenüber den beiden Vorjahren, deren entsprechendes Wachstum jeweils 1,5 % (2019) bzw. 2,2 % (2018) betrug, hat sich die Dynamik allerdings bedeutend abgeschwächt. Der IWF prognostiziert für 2020 für Deutschland ein Wachstum von 1,1 % für 2021 ein Wachstum von 1,4 %. Für China hat der IWF kurz vor Fertigstellung dieses Lageberichts die Wachstumsprognose von bislang 6,0 auf 5,6 % auf Grund des Corona-Virus reduziert. Für die USA prognostiziert die Weltbank ebenfalls einen Rückgang des Wirtschaftswachstums von 2,5 % im abgelaufenen Jahr auf 2,0 % in 2020. Für die Weltwirtschaft als Ganzes hat die Weltbank ihre Wachstumsprognose auf 3,3 % angehoben. Auch die Bundesregierung und die Wirtschaftsforschungsinstitute haben sich diesen leicht optimistischen Prognosen im Wesentlichen angeschlossen. Eine leichte Erholung sei aber weltweit gegenüber 2019 in Sicht. Die Prognosen gehen davon aus, dass der Brexit nicht in ungeordneter Form vollzogen wird. Des Weiteren sind diese Prognosen vor Ausbruch des Corona-Virus in Europa erstellt worden. In wie weit sich hier negative Veränderungen u. a. aus der Beschränkung der individuellen Mobilität in Italien auf die Wirtschaft ergeben, ist aktuell unklar. Es ist aber zu befürchten, dass es zu erheblichen negativen Auswirkungen kommen könnte.

Bemerkenswert ist die im aktuellen Risikobericht des WEF (World Economic Forum) veröffentlichte Information zum weltweiten Schuldenstand (private und öffentliche Schulden), der auf 322 % (VJ 225 %) der weltweiten Wirtschaftsleistung angestiegen sei. Damit wäre er höher als vor der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und hat beinahe die Rekordhöhe während des zweiten Weltkriegs erreicht. Vor diesem Hintergrund gehen vom globalen Finanzsektor nach wie vor erhebliche Risiken aus, zumal die Beherrschung oder Steuerung einer möglichen erneuten Finanzkrise angesichts vielerorts immer noch extrem niedriger Leitzinsen (Deutsche Bundesbank zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts: 0 %) schwerer fallen dürfte als noch 2008.

Erhebliche Gefahren gehen auch vom politischen Umfeld sowie aus anderen Krisen, wie z. B. dem Corona Virus aus (siehe hierzu Abs. 8.2 Chancen und Risiken).

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2019 stellte die gesamte Automobilbranche vor große Herausforderungen und die Märkte gestalteten sich volatil. Der Handelskrieg zwischen den USA und China und der drohende Brexit sorgten für Unsicherheit auf den Märkten. Der Dieselskandal und die Klimadiskussion sorgten insbesondere in Deutschland für Zurückhaltung bei den Konsumenten. Insgesamt ist der globale Automobilmarkt laut Branchenverband VDA um ca. 5 % gegenüber 2018 gesunken.

Der für das Erich Jaeger-Geschäft sehr bedeutende chinesische Nutzfahrzeugmarkt konnte sich gegenläufig nach den rückläufigen Zahlen im Vorjahr in 2019 deutlich erholen und legte sogar im 4 Quartal deutlich zu.

Die europäische PKW-Industrie steht durch die Umstellung auf alternative Antriebe und die zunehmende Elektromobilität vor den größten Umstellungen ihrer Geschichte. Auch das Jahr 2019 war leicht rückläufig. Allein in Deutschland ging die PKW-Produktion gegenüber dem Vorjahr nochmals um 9 % auf 4,66 Mio. Stück zurück.

In Europa entwickelte sich der Nutzfahrzeugmarkt 2019 unterschiedlich. Für leichte Lkw ergibt sich ein positiver Trend, der Markt für schwere Lkw allerdings ist um ca. 10 % eingebrochen. In Deutschland wurde im Segment von über 6 Tonnen ein Wachstum von rund 3 % erreicht.

In Nordamerika sind die Stückzahlen des Nutzfahrzeugsektors besonders im letzten Quartal deutlich zurückgegangen und lagen damit auch im Jahresdurchschnitt unter Vorjahresniveau. Im PKW-Bereich gab es ebenfalls eine leichte Reduzierung um 1,0 % auf 15,5 Mio. Light Vehicles.

Der steigende Trend zu alternativen Antrieben, E-Mobility und autonomem Fahren zeigte sich weltweit bei nahezu allen Fahrzeugherstellern auch in 2019.

Von der kurzfristigen Marktentwicklung abgesehen, sind die künftigen Herausforderungen der Automobilbranche enorm. Die Produktionswerke müssen mit hohen Investitionen auf die Elektromobilität umgerüstet werden – in China gilt seit 2019 eine Elektroautoquote von 10 % für Neuwagen; die CO2-/Stickoxyd-Regulierung, die Digitalisierung, die Vernetzung und das automatisierte Fahren machen, bis zur Marktreife, ebenfalls hohe Entwicklungsausgaben und Investitionen nötig.

Auch wenn unsere Automotive-Beteiligungen nicht in den Bereichen Antrieb und Fahrassistenz tätig sind, stehen sie unter dem Einfluss der konjunkturellen Entwicklung und der bevorstehenden strategischen Umwälzungen der Industrie.

Laut ZVEI war die deutsche Elektroindustrie im Jahr 2019 rückläufig. Von Januar bis November 2019 war die preisbereinigte Produktion um 4,2 % gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Dennoch blieb die Zahl der Beschäftigten nahezu stabil und somit weiterhin ist auf dem höchsten Stand seit 22 Jahren. Für 2020 geht der ZVEI allenfalls von einer stabilen Entwicklung aus.

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen und Prognosen gestalten sich recht unterschiedlich. Sie stehen dabei alle unter dem Vorbehalt der neuer Eskalationen Handelsstreits USA/China und dass es möglicherweise keinen ungeordneten Brexit gibt. Hinzu kommen derzeit nicht abschätzbare Risiken wie zum Beispiel aus der Schließung von Werken bzw. nur deren zum Stand der Berichtserstellung wieder partielle Öffnung in China auf Grund des Corona Virus. Insgesamt ist zu konstatieren, dass in der EU, China und den USA vorerst keine allgemeine Rezession droht bzw. der IWF von einer moderaten Erholung der Weltwirtschaft mit einem Wachstum von 3,3 % ausgeht. Dementsprechend ist unser Optimismus hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung auf den für uns relevanten Märkten im laufenden Geschäftsjahr als sehr verhalten zu bezeichnen.

3. Ertragslage

3.1 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Die für die Beurteilung der Entwicklung der Gesellschaft relevanten Kennzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

Als zentrale Steuerungsgrößen hat die Gesellschaft folgende Parameter definiert:

    1. Gesamtumsatzerlöse
    1. Betriebliches Ergebnis
(in Mio. €) 2019 2018
Gesamtleistung 148,3 156,4
Sonstige betriebliche Erträge 3,7 5,1
Materialaufwand -75,5 -80,1
Personalaufwand -43,1 -45,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen -26,6 -27,1
Betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen 6,8 8,9
Abschreibungen -5,1 -5,6
Betriebliches Ergebnis 1,6 3,3
Finanzergebnis -0,4 -0,4
Ergebnis vor Steuern (EBT) 1,2 2,9
Ertragssteuern und sonstige Steuern -2,2 -2,6
Konzernjahresergebnis -1,0 0,3

Gewinn- und Verlustrechnung des AdCapital-Konzerns

Bei den Beteiligungsunternehmen der AdCapital AG handelt es sich vor allem um produzierende Unternehmen. Da diese in unterschiedlichen Geschäftsbereichen tätig sind, werden sie von der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur in unterschiedlichem Maße beeinflusst. Dabei beobachten wir seit mehreren Jahren eine zunehmende Internationalisierung unseres Konzerns. Lag der Exportanteil der Konzernumsätze im Jahr 2011 noch bei 45 %, so ist er im Geschäftsjahr 2017 auf 63 % angestiegen. Im Berichtsjahr 2019 hat er sich auf 65 % weiter erhöht. Die generell steigende Exportquote ist auf unseren wachsenden Automotive-Bereich, vor allem bei der JAEGER-Gruppe, zurückzuführen. Insofern ist eine hohe Abhängigkeit von der Investitionsgüterindustrie und damit (indirekt) von den Exporten unserer Kunden gegeben. Andererseits zeichnet einige unserer Unternehmen eine starke regionale Fokussierung auf den deutschen beziehungsweise deutschsprachigen Raum aus. Somit steht die unternehmerische Entwicklung des AdCapital-Konzerns weiterhin sowohl unter dem Einfluss des konjunkturellen Umfeldes in Deutschland als auch, und zwar in zunehmendem Umfang, der weltwirtschaftlichen Lage, insbesondere der globalen Automobilkonjunktur.

In der Ertragslage des Konzerns spiegeln sich die unterschiedlichen Entwicklungen der einzelnen Gesellschaften und ein starker Einfluss der konjunkturellen Entwicklung wider, insbesondere im zweiten Halbjahr.

So konnten die JAEGER-Gruppe, BDT und KTS positive betriebliche Ergebnisse im Jahr 2019 erzielen. Dem gegenüber stehen kleinere Verluste bei Opus und FRAKO und ein operativer und somit aus Konzernsicht signifikanter Fehlbetrag bei Taller, der u.a. aus der Sondersituation des Schadensersatzprozesses zu erklären ist.

Insgesamt kann gesagt werden, dass die unsichere wirtschaftliche und politische Lage in Europa und der Welt u.a. durch Diskussionen um Verbrennungsmotor und E-Mobilität, Handelsstreit, Brexit, Nahost-Konflikt einen erheblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf des Konzerns hatte. Unter anderem waren bei Erich Jaeger Strafzölle für Lieferungen aus China nach Nordamerika fällig, Schwankungen in der Auslastung von Produktion und Entwicklung führten zu zusätzlichen Kosten, der Wettbewerb um die Aufträge wurde härter und führte vermehrt zu Preissenkungen.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im AdCapital-Konzern ist im Einzelnen wie folgt zu kommentieren:

Die Gesamtleistung ist mit 148,3 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 156,4 Mio. € um 5 % zurückgegangen. Bereinigt man die Veränderung um die im Jahr 2019 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschiedene EW Hof-Gruppe, ergibt sich lediglich eine Verringerung um 1 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich von 5,1 auf 3,7 Mio. € reduziert. Im Vorjahr entfielen 0,5 Mio. € auf EW Hof, so dass die bereinigte Veränderung lediglich 0,9 Mio. € beträgt. Der größte Teil der Veränderung entfällt auf den Veräußerungsgewinn der Minderheitsbeteiligung komm.passion , der im Vorjahr enthalten war.

Der Materialaufwand im Konzern ist von 80,1 Mio. € um 4,6 Mio. € auf 75,5 Mio. € beziehungsweise um 5,7 % gefallen. Die Materialquote ist dadurch von 51,2 % im Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 50,9 % gefallen. Dies ist zum einen auf das Ausscheiden der EW Hof-Gruppe aus dem Konzern zurückzuführen. Zum anderen hat Taller traditionell eine hohe Materialquote. Mit der reduzierten Leistung und dem damit niedrigeren Materialaufwand der Taller-Gruppe sank die Materialquote überproportional.

Der Personalaufwand ist um 2,3 Mio. € auf 43,1 Mio. € zurückgegangen. Auch dies ist im Wesentlichen auf das Ausscheiden der EW Hof-Gruppe zurückzuführen. Die Personalaufwandsquote ist mit 29,1 % im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

Das Konzern-EBIT beträgt 1,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahresergebnis in Höhe von 3,3 Mio. €.

Die Zusammensetzungen der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind im Einzelnen im Konzernanhang näher aufgegliedert und kommentiert.

Insgesamt weisen wir im AdCapital-Konzern einen Jahresfehlbetrag vor Anteilen Dritter in Höhe von -1,0 Mio. € (Vorjahr: Jahresüberschuss 0,3 Mio. €) aus.

3.2 Industriebeteiligungen

Unsere wichtigsten Beteiligungen haben das Geschäftsjahr, wie schon angedeutet, unterschiedlich gut bestritten:

Die größte Gesellschaft Erich Jaeger konnte zwar die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr steigern, wurde aber im europäischen Markt durch die schwierige konjunkturelle Lage der Automobilindustrie gebremst und hat daher die anspruchsvollen Wachstumsziele für 2019 nicht erreicht. Der hohe Preisdruck sowie die weiter umgesetzten Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung führten insgesamt zu einem etwas niedrigeren betrieblichen Ergebnis als 2018.

Die Taller GmbH konnte im Februar 2019 den Schadensersatzprozess mit einem Kunden beilegen. Insbesondere die daraus resultierenden Unsicherheiten im Markt führten zu einem erheblichen Rückgang der Gesamtleistung im Jahr 2019. Darüber hinaus wurden die Kapazitäten angepasst und weitere Maßnahmen zur Qualitätssteigerung und Verbesserung der betrieblichen Effizienz umgesetzt. Auch mussten noch Bereinigungen in den Vorräten vorgenommen werden, so dass im Gesamtjahr nochmals ein deutlicher Verlust zu verzeichnen war.

Auch FRAKO musste im weiterhin sehr schwierigen Blindleistungsmarkt weitere Umsatzrückgänge hinnehmen. Diese konnten trotz erheblicher Einsparmaßnahmen aufgrund hoher Belastungen aus den tarifvertraglichen Erhöhungen des Personalaufwands nicht kompensiert werden. Somit erlitt die Gesellschaft ebenfalls einen Verlust.

Dagegen setzte BDT seine positive Entwicklung fort und konnte vor allem durch Aufträge mit Neukunden einen Zuwachs bei der Gesamtleistung verbuchen, der sich auch im Ergebnis entsprechend niederschlug.

Die Gesamtleistung leicht steigern konnte auch die KTS. Dies führte auch wiederum zu einem positiven Ergebnis, das aber aufgrund von einmaligen Sondereffekten niedriger als im Vorjahr ausfiel.

Die Opus GmbH & Co KG wurde in ihrem Wachstum gebremst. Trotz der höchsten Anzahl an geleisteten Stunden für Kundenaufträge seit Unternehmensgründung konnte die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr nur leicht gesteigert werden. Opus litt im Jahr 2019 stark unter der Verunsicherung der Automobilbranche. Es wurden wesentlich weniger Neuentwicklungen von Fahrzeugen begonnen. Insbesondere der für Opus relevante Markt für Premiumfahrzeuge und Cabrios war davon betroffen. Aufträge wurden zu deutlich niedrigeren Preisen vergeben, die Auslastung war sehr schwankend, so dass ein kleiner Verlust bei der Gesellschaft entstand.

4. Finanz- und Vermögenslage

4.1 Portfolioentwicklung

Im Zuge des bereits 2012 vollzogenen Konzernstrategiewechsels werden Zukäufe im Beteiligungsportfolio nur noch zur gezielten Ergänzung bestehender Wertschöpfungsketten bei unseren bestehenden Tochterunternehmen, insbes. im Automotive-Bereich, verfolgt. Wir wollen unsere Beteiligungen langfristig halten und erfolgreich weiterentwickeln. Vor diesem Hintergrund gab es auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederum keine Neuinvestitionen im Beteiligungsbereich.

4.2 Investitionen

(in Mio. €) 2019 2018
Investitionsvolumen, Konzern 3,7 4,8

Der Konzern zeigt im abgelaufenen Geschäftsjahr eine gegenüber dem Vorjahr insgesamt gedrosselte Investitionstätigkeit. Hierin spiegeln sich im Wesentlichen die Zurückhaltung der Taller Gruppe aufgrund des lange ungelösten Rechtsstreits sowie der Opus GmbH aufgrund der nachlassenden Dynamik im Markt wider.

4.3 Finanzlage

4.3.1 Finanzstrategie

Der Finanzbedarf der einzelnen Konzernunternehmen wurde im Inland in der Vergangenheit im Wesentlichen durch Bereitstellung von Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und die Einbeziehung in das Cash-Pool-System der AdCapital AG gedeckt. Im Zuge der Neuausrichtung unserer Finanzstrategie haben wir den Verschuldungsgrad des AdCapital-Konzerns im Berichtsjahr auf dem erreichten Niveau gehalten.

Unser Ziel ist es, eine unter Shareholder-Value-Gesichtspunkten optimierte Eigenkapitalquote auszuweisen. Mit 65,3 % gegenüber 64,5 % im Vorjahr weisen wir unseres Erachtens nachhaltig angemessene, unter Shareholdergesichtspunkten optimierte Eigenkapitalquoten aus. Der Anstieg ist auf die gesunkene Bilanzsumme, diese wiederum im Wesentlichen auf das Factoring der JAEGER-Gruppe zurück zu führen.

Über die tatsächlichen Inanspruchnahmen hinaus stehen uns aufgrund unserer zweifelsfreien Bonität zur Wachstumsfinanzierung noch umfangreiche freie Kreditlinien zur Verfügung. Freie Liquidität der AdCapital AG wird von uns in Zahlungsmitteln gehalten, um eine jederzeitige Verfügbarkeit der finanziellen Mittel sicherzustellen und Bewertungsrisiken auszuschließen.

Die Finanzlage des Konzerns ist somit unverändert stabil. Die Sicherung der Liquidität aller operativen Einheiten des Konzerns und der Holding hat für uns allerdings oberste Priorität, so dass wir der Hauptversammlung vorschlagen werden, auch in diesem Jahr keine Ausschüttung vorzunehmen.

4.3.2 Kapitalstruktur

Der AdCapital-Konzern weist folgende Kapitalstruktur auf:

31.
Dez.
31.
Dez.
(in Mio. €) 2019 % 2018 %
Eigenkapital 61,8 65,3 64,5 64,5
Fremdkapital 32,8 34,7 35,5 35,5
Gesamtkapital 94,6 100,0 100,0 100,0

Im Sinne der beschriebenen Finanzstrategie weist der Konzern eine optimierte Eigenkapitalquote aus.

4.3.3 Cashflow / Verkürzte Kapitalflussrechnung

Der Cashflow des Konzerns entwickelte sich wie folgt:

(in Mio. €) 2019 2018
Operativer Cashflow 5,2 14,0
Netto-Investitionen -3,0 -3,6
Free Cashflow 2,2 10,4
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -2,9 -9,3

Im Hinblick auf Einzelheiten verweisen wir auf die Kapitalflussrechnung und auf die oben unter Abschnitt 4.3.1 Finanzstrategie gemachten Angaben.

4.3.4 Cash-Pool-System

Alle wesentlichen inländischen Gesellschaften des Konzerns sind in das Cash-Pooling des AdCapital-Konzerns einbezogen. Das Cash-Pool-System des Konzerns sichert den konzernzugehörigen Gesellschaften die zinsgünstige und unbürokratische Betriebsmittelfinanzierung. Es vermeidet darüber hinaus den Aufbau teurer und unnötiger flüssiger Mittel auf Ebene der Tochterunternehmen.

4.4 Vermögenslage

31. Dez. 31. Dez.
(in Mio. €) 2019 % 2018 %
Anlagevermögen 26,0 27,5 28,3 28,3
Umlaufvermögen und RAP 68,5 72,5 71,7 71,7
davon Zahlungsmittel 8,5 9,0 9,9 9,9
Gesamtvermögen 94,5 100,0 100,0 100,0

Das Umlaufvermögen (Working Capital) hat sich insbesondere durch den Umsatzrückgang bei Taller und des Nichteinbezugs von EW Hof reduziert.

Die Höhe unserer Liquidität (Zahlungsmittel) zuzüglich freier vertraglicher Kreditreserven halten wir vor dem Hintergrund des Finanzierungsbedarfs des weiteren Wachstums und Berücksichtigung einer Sicherheitsreserve für angemessen und erforderlich.

4.5 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns ist geordnet. Die AdCapital-Gruppe wird ihre Aufgaben, insbesondere die Finanzierung ihrer Beteiligungsunternehmen, auch in Zukunft mit den ihr zur Verfügung stehenden Finanzmitteln sowie den externen Finanzpotenzialen erfolgreich wahrnehmen können. Für den Fall größerer Erweiterungsinvestitionen, wie den Zukauf neuer Beteiligungen, stehen uns erforderlichenfalls weitere Finanzierungsquellen zur Verfügung.

Die Eigenkapitalquote im Konzern sowie auf Ebene der AdCapital AG ist überdurchschnittlich hoch.

Die Ertragslage im Geschäftsjahr ist unbefriedigend. Über die Gründe hierfür haben wir berichtet. Der Start ins Geschäftsjahr 2020 zeichnet sich in einem volatilen Umfeld ab. Neben den schon seit längerem bekannten Risiken aus der Krise der Automobilindustrie sowie der politischen Risiken (u.a. Handelskonflikt und Brexit) ist mit dem Corona-Virus ein weiteres für uns in seinen Auswirkungen derzeit nicht einschätzbares Risiko dazugekommen. Die damit verbundenen Probleme mit den Lieferketten sowohl für unsere Unternehmen als auch unsere Kunden und Lieferanten werden sich erst in den nächsten Wochen und Monaten in ihren Auswirkungen zeigen. Es muss aber mit einem erheblichen Einfluss auf Umsatz, Ergebnis und Liquidität gerechnet werden. Dennoch ist es unsere oberste Priorität, die Rentabilität des Konzerns mittel- bis langfristig wieder verbessern zu können. Das erklärte Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Beteiligungsunternehmen sowie deren Rentabilität dauerhaft auf ein zufriedenstellendes Niveau zu heben.

5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

5.1 Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2019 beschäftigte die AdCapital AG drei (Vorjahr: vier) Mitarbeiter. Im AdCapital-Konzern waren 2019 durchschnittlich 1.449 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr (1.457 Mitarbeiter) ist die Zahl der Mitarbeiter nahezu unverändert.

Die Zahl der Auszubildenden liegt bei 31 (Vorjahr: 38). Mit ihren Ausbildungsplätzen sorgen die Unternehmen für den Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften und leisten damit gleichzeitig einen Beitrag, den Jugendlichen in Deutschland eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Auswahl, Förderung, Weiterbildung und Bindung von Mitarbeitern spielen für unsere Personalpolitik die zentrale Rolle. An dieser Stelle hilft die Holding mit Methoden und Werkzeugen, schafft Plattformen für den Austausch und hat ein nachhaltiges Personalentwicklungskonzept etabliert. Eine gute Aus- und Fortbildung ist Voraussetzung für den Erfolg der AdCapital AG und ihrer Beteiligungen.

Wir achten darauf, neue Stellen mit gut ausgebildeten Mitarbeitern zu besetzen sowie erfahrene Mitarbeiter, die sich durch ihre Kompetenz sowie Professionalität auszeichnen, als Schlüsselpersonen langfristig an das Unternehmen zu binden. Ein gemeinsames Verständnis aller in der Gruppe tätigen Geschäftsführer für die qualifizierte Förderung unserer Mitarbeiter und ihre Beteiligung am betrieblichen Erfolg schafft die Grundlage für die Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmen der AdCapital-Gruppe.

5.2 Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern betrugen im Geschäftsjahr 2019 1,5 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €).

Es handelt sich im Wesentlichen um Produktentwicklungen sowie Weiterentwicklungen des bestehenden Produktportfolios.

6. Risikobericht

6.1 Chancen- und Risikomanagementsystem

Unsere Chancen- und Risikopolitik entspricht unserer Strategie, nachhaltig Erträge sowie Wertsteigerungen aus unseren operativen Unternehmensbeteiligungen zu erzielen. Dementsprechend vermeiden wir unangemessene Risiken. Die grundsätzliche Risikopolitik wird durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat vorgegeben.

Unser Überwachungssystem zur Früherkennung von Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, besteht aus verschiedenen Informations- sowie Kontrollsystemen, mit denen wir den aktuellen Anforderungen gerecht werden. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Kriterien zur Früherkennung von Risiken beobachtet.

6.2 Risikofaktoren aus dem operativen Geschäft der Konzern- und Tochtergesellschaften

Ausfallrisiko

Auf operativer Ebene werden Ausfallrisiken bei unseren Kunden im Rahmen eines effizienten Forderungsmanagements durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen sowie die Festlegung von Kreditobergrenzen und weiteren Kontrollverfahren auf ein unvermeidliches Maß begrenzt. In geeigneten Fällen werden Warenkreditversicherungen zum Schutz vor Forderungsausfällen abgeschlossen. In Einzelfällen wird mit Kunden eine Lieferung gegen Vorauskasse vereinbart.

Risiko aus dem operativen Geschäft

Sowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Verkaufsseite stehen den Konzernunternehmen häufig deutlich größere Partner gegenüber, so dass die Verhandlungsmacht beschränkt ist. Die Konzernunternehmen sind grundsätzlich bemüht, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kunden zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Bei einzelnen Konzernunternehmen bestehen allerdings starke Abhängigkeiten von Großkunden.

Auf der Beschaffungsseite wird das mögliche Belieferungs- oder auch Ausfallrisiko des Lieferanten durch entsprechende Abnahme- beziehungsweise Belieferungsvereinbarungen zwischen Lieferant und der AdCapital-Tochtergesellschaft gesteuert. Das Risiko, dass ein Zulieferer vollständig ausfällt und nicht rechtzeitig durch einen Drittlieferanten ersetzt werden kann, schätzen wir derzeit außerhalb von China allgemein als eher gering ein. Allerdings haben wir zum Erstellungszeitpunkt dieses Lageberichts mit Werksschließungen bzw. aktuell nur der staatlich begrenzten Teileröffnung von Werken in China, insbesondere des Tochterwerks von Erich Jaeger in China, zu kämpfen. Eine Prognose für die weitere Entwicklung lässt sich diesbezüglich nur schwer stellen.

Weiterhin können stark schwankende Rohstoffpreise, insbesondere für Kupfer und Messing, zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen operativer Tochtergesellschaften führen. Hier werden zum einen Abnahmeverträge mit Lieferanten geschlossen, die feste Kaufpreise für bestimmte Absatzmengen garantieren. Auf der anderen Seite werden mit Kunden Kaufpreisanpassungsklauseln (Materialteuerungszuschläge) vereinbart, mit denen das Rohstoffpreisrisiko an den Kunden weitergegeben wird.

Zins- und Währungsrisiken

Bei einigen Einzelgesellschaften sind die Zinsrisiken moderat gestiegen, da diese Bankkredite in Anspruch nehmen.

Währungsrisiken des Konzerns resultieren aus Transaktionen der Konzerngesellschaften in unterschiedlichen Währungen. Insbesondere sind hiervon die Lieferungen von ausländischen Produktionsgesellschaften an deutsche Vertriebsgesellschaften betroffen. Seit dem signifikanten Rückgang des Eurokurses gegenüber den für unseren Konzern wichtigen Währungen zum Jahreswechsel 2014/15 hat sich der Euro zunächst im Wesentlichen seitwärts bewegt. Seit Beginn des Jahres 2017 ist er signifikant von 1,05 \$/EUR auf über 1,20 \$/EUR gestiegen. Seit einiger Zeit bewegt er sich wiederum seitwärts bei 1,10 \$/EUR. Mit unserer internationalen Ausrichtung und dem angestrebten, nahezu stetigen Anstieg unserer Exportquote sind in Zukunft naturgemäß erhöhte Währungsrisiken zu gewärtigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich besonders in den klassischen Risikowährungen (mexikanischer Peso und türkische Lira) überwiegend negative Auswirkungen auf das operative Ergebnis ergeben.

Liquidität der Beteiligungen

Die Liquidität der Beteiligungen wird durch den operativen Cashflow der Gesellschaften und mittels Bereitstellung von Eigen- oder Fremdkapital durch die AdCapital AG sowie durch Finanzinstitute gedeckt. Die Liquidität der Gesellschaften wird laufend überwacht.

Wesentliche Investitionsentscheidungen stehen unter dem Zustimmungsvorbehalt der AdCapital AG.

Sonstige Risiken

Aus einem Immobilienleasingvertrag einer ehemaligen Beteiligung der AdCapital AG bestehen für uns mittelbare Risiken aus einer Bürgschaft von bis zu 1,0 Mio. €. Die für diese Bürgschaft bei der AdCapital AG vormals gebildete Rückstellung konnte schon im Geschäftsjahr 2015 vollständig aufgelöst werden, nachdem nur noch ein ganz geringfügiges Rest-Risiko der Inanspruchnahme besteht.

Es bestehen bei einzelnen Beteiligungen (wechselseitige) Abhängigkeiten mit Großkunden, die zu einem dauerhaften Margendruck führen. Darüber hinaus ist damit die wirtschaftliche Entwicklung dieser Beteiligungen eng mit der des Kunden verknüpft.

Die zur Taller GmbH beschriebenen Schadenersatzansprüche eines Großkunden haben sich zwar mit der Mitte Februar unterzeichneten Vergleichsvereinbarung erledigt. Sie haben die Taller Gruppe allerdings an den Rand der Bestandsgefährdung gebracht. Es gilt nun, den aufgestauten Instandhaltungs- und Investitionsbedarf mit Hilfe der neuen Konzernfinanzmittel schnell aufzuholen und das Geschäftsmodell der Taller GmbH wieder auf einem soliden Niveau zu stabilisieren. Ein den Bestand des Unternehmens oder der AdCapital AG beziehungsweise des AdCapital-Konzerns gefährdendes Risiko sehen wir als nicht gegeben an.

Risikofaktoren aus Geld- und Wertpapieranlagen

Die zum Bilanzstichtag verbliebenen Geldanlagen bestehen bei der BW-Bank. Aufgrund des Verkaufs unserer Restbestände an Wertpapieren Anfang Februar 2014 bestehen keine Risikofaktoren mehr aus Geld- und Wertpapieranlagen.

6.3 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Auf Basis der durchgeführten Risikobewertung bestehen zurzeit nach Auffassung des Vorstands keine materiellen oder bestandsgefährdenden Risiken für den AdCapital-Konzern.

Das Unternehmen ist von der Werthaltigkeit seiner Einzelbeteiligungen abhängig. Die erkennbaren Risiken wurden nach umfassenden, kontinuierlichen Einzelanalysen aller Beteiligungen auf Basis der Einzelabschlüsse durch Bewertungsabschläge auf die betreffenden Vermögensgegenstände und die Bildung von angemessenen Rückstellungen berücksichtigt.

7. Abhängigkeitsbericht

Zwischen dem mit über 50 % beteiligten Aktionär, Herrn Günther Leibinger, und der AdCapital AG besteht kein Beherrschungsvertrag. Herr Leibinger ist auch an anderen Unternehmen beteiligt. Daher war der Vorstand der AdCapital AG zur Aufstellung eines Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG verpflichtet. Der Vorstand erklärt, dass die AdCapital AG nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in denen das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde.

8. Chancen-/Risiko und Prognosebericht

8.1 Erwartete Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage

Ursprünglich haben wir für 2020 eine leichte Steigerung der Gesamtleistung auf mehr als 150 Mio. € und ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von knapp über 3 Mio. € geplant. Diese Planung ist unter den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr zu halten.

Die in Abschnitt 2, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, beschriebenen konjunkturellen Aussichten im In- und Ausland lassen eine seriöse Prognose des Geschäftsverlaufs unserer Beteiligungsunternehmen für 2020 nicht zu. Neben den bekannten Risiken sind vor allem die Auswirkungen des Corona-Virus nicht einzuschätzen. Es muss allerdings mit signifikanten Rückgängen von Umsatz und Ergebnis in einzelnen Branchen u.a. der Automobilindustrie, in den nächsten Monaten gerechnet werden. Ob dieser Rückgang nach einem Abebben der Epidemie wieder aufgeholt werden kann und wann dies erfolgen könnte, ist nicht absehbar. Daher können wir uns nur auf ein schwieriges Jahr 2020 einstellen.

Sollte sich wider Erwarten die Lage schneller bessern, haben wir insbesondere für die JAEGER-Gruppe gute Aussichten. Dies hängt mit den weltweiten Auftragsgewinnen der letzten Monate zu tun, die unsere Wettbewerbsposition stärken.

Vor diesem Hintergrund arbeiten wir weiter an der dargestellten Ausrichtung im Rahmen unserer Automotive-Strategie. Wir müssen aber darauf vorbereitet sein, bei negativen Entwicklungen schnell zu reagieren.

Wir gehen in der Zwischenzeit davon aus, dass die schwierigen Rahmenbedingungen im Jahr 2020 noch eine längere Zeit anhalten werden und damit auch unseren Geschäftsverlauf negativ beeinflussen werden. Erst nach Ende, insbes. der Corona-Krise, kann wieder Normalität einkehren. Eine genauere Prognose ist aktuell nicht möglich.

Die deutsche Volkswirtschaft unterliegt derzeit einem dramatischen Konjunkturrückgang. Standen nach einem schwachen Schlussquartal 2019 die Zeichen zum Jahreswechsel auf Erholung, macht die Corona-Krise nun alle damaligen Prognosen zur Makulatur. Dies illustriert der am 19. März 2020 veröffentlichte, vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex, gemäß dem sich die Stimmung der deutschen Unternehmen im März massiv verschlechtert hat: Der Index ist von 96,0 Punkten im Februar auf 87,7 Punkte im März geschrumpft. Dies ist der niedrigste Wert seit August 2009, und die monatliche Veränderung ist der stärkste Rückgang seit 1991. Laut Fernsehveröffentlichungen v. 26. März 2020 ist er sogar auf 86,1 geschrumpft.

Das Ifo-Institut betrachtet ein "sehr günstiges" Szenario mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 1,5 % und ein Risikoszenario mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6 %. Beim günstigen Szenario würde die Krise im zweiten Quartal ihre volle Wirkung mit einem BIP-Rückgang um 4,5 % gegenüber dem Vorquartal entfalten. Danach würde es bis in die erste Jahreshälfte 2021 zu einer allmählichen Rückkehr der Produktion von Waren und Dienstleistungen kommen, und der Anstieg der Arbeitslosenquote bliebe moderat. Allerdings schließt aktuell Ifo-Präsident Clemens Fuest gem. ARD v. 26. März 2020 auch einen Konjunkturrückgang von bis zu 20 % nicht aus.

Für den AdCapital-Konzern müssen wir im Jahr 2020 mit erheblichen Auswirkungen auf Umsatz, Ergebnis und Liquidität aufgrund der Corona-Krise rechnen. Der Einfluss hängt von Dauer und Intensität der gesundheitlichen Folgen, der Beschränkungen des öffentlichen Lebens und des Warenverkehrs ab sowie der Nachfragerückgänge z.B. in der Automobilbranche.

Aktuell sehen wir folgende Themen:

    1. Das Werk unserer Tochtergesellschaft Erich Jaeger in China war nach dem chinesischen Neujahrsfest wesentlich länger geschlossen als ursprünglich geplant. In China ist darüber hinaus ein erheblicher Rückgang der Nachfrage nach schweren LKW zu verzeichnen gewesen. Das Werk arbeitet wieder mit 80 %-Auslastung. Die weitere Entwicklung hängt aber an der Nachfrage im Automobilsektor sowohl in Europa als auch in China.
    1. Die großen Automobilhersteller in Europa und den USA haben Werkschließungen angekündigt. Die Gründe dafür liegen in der Vermeidung von Ansteckungen, aber auch an der fehlenden Nachfrage. Dies wird auch Auswirkungen auf die Zulieferer haben. Für Erich Jaeger bedeutet dies, dass das Werk in Tschechien vorübergehend geschlossen und das mexikanische Werk mit wesentlich geringerer Auslastung produzieren wird. Darüber hinaus wird in der Zentrale von Erich Jaeger Kurzarbeit eingeführt. Hintergrund für diese Maßnahmen sind vor allem die Werkschließungen der großen Automobilkunden der JAEGER-Gruppe und die damit verbundenen Auftragsverschiebungen und -ausfälle.
    1. In den weiteren Gesellschaften der AdCapital-Gruppe waren bis zum Ende des ersten Quartals 2020 noch keine Auftragsstornierungen und -verschiebungen in größerem Ausmaß zu verzeichnen. Jedoch hat FRAKO eine zweiwöchige Werks-

schließung u. a. wegen krankheitsbedingter Ausfälle beschlossen, ebenfalls wird Taller sein Werk vor Ostern für eine Woche schließen, da u.a. auch große Weisse Ware-Kunden der Taller-Gruppe ihre Werke schließen.

    1. Wir müssen auch davon ausgehen, dass es zu weiteren Werksschließungen seitens der Kunden kommen wird und damit die Produktion bei unseren Gesellschaften beeinträchtigt wird. Wir bereiten uns darauf vor, insbes. mit den Plänen für Kurzarbeit, aber auch mit möglichen weiteren Werksschließungen.
    1. Es kann ebenfalls zu weiteren Schließungen von Firmen aufgrund von Krankheitsfällen kommen.
    1. Des Weiteren erwarten wir Probleme bei der Versorgung mit Rohstoffen, Vorprodukten und weiteren produktionsnotwendigen Materialien und Leistungen.
    1. Auch ist mit einer erheblichen Verzögerung von Kundenzahlungen oder auch Ausfällen von Forderungen zu rechnen.
    1. All dies wird einen Einfluss auf die finanzielle Lage unserer Gesellschaften haben. Die Sicherung der Liquidität steht an oberster Stelle. Die Gesellschaften werden, wo vorhanden, die gegebenen Finanzierungsspielräume ausnutzen. Dies gilt u.a. für die im Rahmen des Cash Poolings gewährten Kreditlinien durch die Holding. Dadurch kann aber auch die Liquiditätslage der Holding stark beeinflusst werden.
    1. Die aktuelle Krise gebietet es, dass wir uns darüber hinaus mit den von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Liquiditätshilfen und Notkrediten unter Einbeziehung der KfW intensiv befassen und die notwendigen Dokumente vorbereiten. Inwieweit unsere Gesellschaften auf solche Rettungsschirme zurückgreifen müssen, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.
    1. Um auf alle Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein, erweitern wir das Risikomanagement. Dazu gehören u.a. ein Update der Planung für das Jahr 2020 für jede Gesellschaft unter verschiedenen Krisenszenarien sowie laufende Abstimmungen mit den Verantwortlichen.

Aufgrund dieser hohen Unsicherheit sehen wir uns derzeit nicht in der Lage, eine genauere Vorausschau auf die Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 zu geben.

8.2 Chancen und Risiken

Der aktuelle Risikobericht des WEF (World Economic Forum) betont die wachsenden geopolitischen und geoökonomischen Spannungen zwischen den Weltmächten, wie beispielsweise eine Neueskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, der aggressiven Außenpolitik Russlands und einem nicht weniger aggressiven Staatskapitalismus Chinas die in staatlich gelenkten Cyberattacken zum Ausdruck kommen. Auch das immer noch nicht ganz auszuschließende Risiko eines ungeordneten Brexits fällt hierunter. Hinzu kommen Umwelt/Klima- und Bevölkerungs-/Migrationsrisiken, deren verheerende Katastrophenpotenziale verschiedentlich beschrieben wurden. Nach Aufkündigung des INF-Abrüstungsvertrag von 1987 durch die USA und Russland droht ein neues Wettrüsten. In geoökonomischer Hinsicht ist das kürzlich zwischen der EU und Japan unterzeichnete Freihandelsabkommen positiv zu bewerten.

Auf der anderen Seite dieser überwiegend skeptischen Betrachtungen stehen technologische Quantensprünge, wie KI (selbstlernende Systeme), BigData-Technologien oder gentechnologische Entwicklungen (CRISPR/Cas9) mit enormen Veränderungspotenzialen. Emobility, autonomes Fahren, alternative Energiegewinnung, ungekannte medizinische Fortschritte, unzählige auf das menschliche Verhalten zielende Anwendungen wären hier unter anderem zu nennen. Von einer vierten industriellen Revolution ist die Rede. Die Risiken dieser "Revolution": Datenmissbrauch, Cyberkriminalität, soziologische Verwerfungen (sogenannte industrial disruption).

Diese Megatrends bergen Chancen und Risiken von sehr unterschiedlicher Bedeutung für die Entwicklung unserer Konzernunternehmen. Insbesondere in den Wachstumsmärkten der alternativen Energiegewinnung sowie der Optimierung des Energieverbrauchs bei industriellen Anwendungen haben wir uns bereits als Zulieferer positioniert und werden weitere Chancen nutzen, um mit innovativen Produkten sowie Dienstleistungen am Wachstum in diesem Industriesegment zu partizipieren. Vom Trend zur e-mobility und dem autonomen Fahren im Bereich Automotive sind wir dagegen nur indirekt betroffen, da wir im Geschäftsbereich "Antriebsstrang Verbrennungsmotoren" oder KI nicht tätig sind. Die mit der sogenannten vierten Revolution möglicherweise einhergehenden dramatischen Veränderungen der öko-soziologischen Realität sowie die Verschiebungen geopolitischer Machtverhältnisse werden in gewisser Hinsicht alle Unternehmen betreffen.

9. Schlussbemerkungen

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen und Informationen. Diese Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie beispielsweise "erwarten", "planen", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren Erwartungen beziehungsweise den Erwartungen der Prognoseexperten des Euro-Systems auf der Basis bestimmter Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten.

Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der AdCapital AG liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des AdCapital-Konzerns. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen des AdCapital-Konzerns wesentlich von in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen können.

Tuttlingen, 31. März 2020

__________________

AdCapital AG

Hans-Jürgen Döringer

AdCapital AG, Tuttlingen

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVA Anhang TEUR TEUR 31.12.2018
TEUR
PASSIVA Anhang TEUR TEUR 31.12.2018
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 4.1 A. EIGENKAPITAL
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1.412 1.755 I.
Gezeichnetes Kapital
4.6 41.700 41.700
II. Sachanlagen 23.820 25.677 II. Kapitalrücklage 4.592 4.592
III. Finanzanlagen 827 848 III. Gewinnrücklagen 4.7 18.064 18.064
26.059 28.280 IV. Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 4.7 -8.947 -6.027
B. UMLAUFVERMÖGEN V. Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung 4.8 -106 -212
I.
Vorräte
4.2 36.867 39.976 VI. Anteile anderer Gesellschafter 4.9 6.484 6.431
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.3 22.618 21.286 61.787 64.548
III. Wertpapiere 1 0 B. RÜCKSTELLUNGEN 4.10 9.289 10.431
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.4 8.528 68.014 9.927
71.189
C. VERBINDLICHKEITEN 4.11 23.521 24.993
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.5 475 484 D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 3 4
D. AKTIVE LATENTE STEUERN
E. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER
VERMÖGENSVERRECHNUNG
50
2
12
12
61.787 64.548

94.600 99.977 94.600 99.977

2018
Anhang TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 5.1 149.148 155.878
2. Bestandveränderungen -873 291
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2 255
148.277 156.424
4. Sonstige betriebliche Erträge 5.2 3.657 5.108
151.934 161.532
5. Materialaufwand 5.3 75.501 80.064
6. Personalaufwand 5.4 43.102 45.410
7. Abschreibungen 5.5 5.128 5.565
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.6 26.555 27.169
150.286 158.208
9. Betriebsergebnis 1.648 3.324
10. Finanzergebnis 5.7 -403 -385
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.8 -2.214 -2.616
12. Ergebnis nach Steuern -970 323
13. Sonstige Steuern -55 -65
14. Konzern-Jahresfehlbetrag (Vj.: -überschuss) -1.025 258
15. Konzernfremden Gesellschaftern zustehendes Ergebnis 2.050 1.634
16. Konzernergebnis -3.075 -1.376

AdCapital AG, Tuttlingen Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2019

Mutterunternehmen Minderheitsgesellschafter Konzern
Gezeichnetes Kapital
Stammaktien
Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Konzernbilanz-
gewinn/-verlust
Ausgleichs-
posten aus der
Fremdwährungs-
umrechnung
Eigenkapital Anteile anderer
Gesellschafter am
Eigenkapital
eigen
kapital
TEUR
TEUR
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
01.01.2018 41.700
4.592
17.444 -3.768 -103 59.865 7.336 67.201
Gezahlte Dividenden
Umbuchung Währungseffekte aus
0 0
0
0 0 0 -2.498 -2.498
Schuldenkonsolidierung (DRS 25) 0 0
0
0 -150 -150 0 -150
Einstellung in Gewinnrücklagen 0 0
620
-620 0 0 0 0
Jahresergebnis 0 0
0
-1.376 0 -1.376 1.634 258
neutrale Ergebnisveränderungen 0 0
0
-263 41 -222 -41 -263
Gesamtergebnis 0 0
620
-2.259 -109 -1.748 -905 -2.653
31.12.2018 41.700
4.592
18.064 -6.027 -212 58.117 6.431 64.549
Mutterunternehmen Minderheitsgesellschafter Konzern
Gezeichnetes Kapital
Stammaktien
Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Konzernbilanz-
gewinn/-verlust
Ausgleichs-
posten aus der
Fremdwährungs-
Eigenkapital Anteile anderer
Gesellschafter am
Eigenkapital
eigen
kapital
TEUR
TEUR
TEUR TEUR umrechnung
TEUR
TEUR TEUR TEUR
01.01.19 41.700
4.592
18.064 -6.027 -212 58.117 6.431 64.549
Gezahlte Dividenden 0 0
0
0 0 0 -2.036 -2.036
Jahresergebnis 0 0
0
-3.075 0 -3.075 2.050 -1.025
neutrale Ergebnisveränderungen 0 0
0
155 106 261 39 300
Gesamtergebnis 0 0
0
-2.920 106 -2.814 53 -2.761
31.12.2019 41.700
4.592
18.064 -8.947 -106 55.303 6.484 61.787
Mutterunternehmen
umrechnung

AdCapital AG, Tuttlingen Konzernkapitalflussrechnung für 2019

2019 2018
TEUR TEUR
Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteil konzernfremder Gesellschafter) -1.025 258
+/- Abschreibungen / Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 5.128 5.487
+/- Zunahme / Abnahme der Rückstellungen -431 -546
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge 1.133 -2
+/- Abnahme / Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie
anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
1.538 7.868
+/- Zunahme / Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer
Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
-619 1.038
+/- Verlust / Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -244 -700
+/- Zinsaufwendungen/-Zinserträge 403 435
+/- Ertragssteueraufwand/-ertrag 2.214 2.616
-/+ Ertragssteuerzahlungen -2.925 -2.508
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 5.172 13.946
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -455 -457
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 545 330
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.250 -4.276
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 750
+/- Ein-/Auszahlungen aus Abgängen/für Investitionen im Finanzanlagevermögen 0 -65
+ Erhaltene Zinsen 132 138
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -3.027 -3.579
+ Einzahlungen aus der Aufnahmen von (Finanz-)Krediten 2.872 0
+/- Einzahlungen / Auszahlungen für die Aufnahme / Tilgung von Finanzschulden -3.208 -6.286
- Gezahlte Zinsen -535 -573
- Gezahlte Dividende an andere Gesellschafter -2.036 -2.422
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -2.907 -9.281
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -763 1.085
+/- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -36 19
+/- Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds -600 0
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 9.927 8.823
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode *) 8.528 9.927

*) Der Finanzmittelfonds besteht ausschließlich aus Zahlungsmitteln

ADCAPITAL AG, Tuttlingen

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019

1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen

Die AdCapital AG ist eine Industrieholding mit Investitionsschwerpunkt auf den Branchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive.

Sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 225669 eingetragen. Die Aktien der Gesellschaft werden am Basic Board der Börse Frankfurt/M. gehandelt. Die Gesellschaft fällt nicht unter die für kapitalmarktorientierte Unternehmen im Sinne von § 264d HGB geltenden Vorschriften des HGB.

Sitz der AdCapital AG ist in Deutschland, 78532 Tuttlingen, Daimlerstraße 14.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Grundlagen für die Erstellung des Abschlusses

Die im Konzernabschluss verwendete Währung ist EUR (€). Die Angaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich in TEUR (T€).

Nach § 290 HGB hat die AdCapital AG einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht zu erstellen. Der Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2019 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Konzernanhang gesondert ausgewiesen.

Im Interesse der Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke wie auch die Vermerke, welche wahlweise in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang vorzunehmen sind, insgesamt im Anhang dargestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2.2 Angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen 3 bis 10 Jahre. Der aktivierte Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung wird über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren, noch bis einschließlich des Jahres 2020, abgeschrieben.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Zur Bemessung der Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Gebäude 10 bis 50 Jahre, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 15 Jahre.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und im Anlagespiegel als Abgang ausgewiesen.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, falls dies notwendig ist, um immaterielle Vermögensgegenstände oder Sachanlagen mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Stichtag beizulegen ist.

Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt, wenn dieser voraussichtlich von Dauer ist.

Bei den Vorräten erfolgt der Wertansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren zu durchschnittlichen Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten beziehungsweise zum niedrigeren Börsen- oder Marktpreis oder am Bilanzstichtag beizulegenden Wert. Unfertige und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet worden. Diese beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Zuschläge für Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die anteiligen Abschreibungen auf Fertigungsanlagen sowie Verwaltungskosten des Material- sowie Fertigungsbereichs sind ebenfalls in den Herstellungskosten enthalten. Bestandsrisiken aufgrund mangelnder Gängigkeiten oder langer Lagerreichweiten werden durch Abwertungen berücksichtigt.

Die Bewertung der Forderungen erfolgt zum Nominalbetrag. Den Wertminderungen zweifelhafter beziehungsweise uneinbringlicher Forderungen wird durch entsprechende Einzelabwertungen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch eine Pauschalabwertung berücksichtigt. Auf eine Abzinsung unverzinslicher oder niedrig verzinslicher Forderungen wurde wegen Geringfügigkeit beziehungsweise kurzer Restlaufzeiten verzichtet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung der Art des Vermögensgegenstands, ausgehend von den Anschaffungskosten beziehungsweise dem Nennwert, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen, bewertet.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert. Für die Bewertung wurde die Projected-Unit-Credit-Methode mit den Richttafeln "2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Es wird ein Rententrend zwischen 0 % und 1,0 % zugrunde gelegt. Für die Abzinsung werden die gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB von der Deutschen Bundesbank ermittelten und monatlich veröffentlichten 10-Jahres-Durchschnittszinssätze angewandt (aktuell: 2,71 %, im Vorjahr 3,22 %). Hierbei wird zur Vereinfachung pauschal eine Laufzeit von 15 Jahren angenommen (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Gemäß § 246 Abs. 2 HGB erfolgt eine Saldierung von Schulden mit Vermögensgegenständen, soweit diese ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Im Falle eines aktiven Überhangs wird dieser unter dem Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem jeweiligen Erfüllungsbetrag bilanziert.

Rückstellungen oder unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Latente Steuern werden nach dem sogenannten Temporary Concept gebildet. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden nicht gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden insgesamt saldiert. Bei Vorliegen eines rechnerischen Überhangs von aktiven latenten Steuern wird dieser nicht bilanziert, es sei denn, es besteht gemäß § 306 HGB eine Aktivierungspflicht.

2.3 Konsolidierungskreis und -methoden

Der Konzernabschluss beinhaltet die AdCapital AG, Tuttlingen, sowie die wesentlichen verbundenen Unternehmen, bei denen die AdCapital AG unmittelbar oder mittelbar 50 % oder mehr der Stimmrechte hält oder auf andere Weise einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Somit waren in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 neben der AdCapital AG 17 Gesellschaften einzubeziehen (im Vorjahr 20). Die EW Hof- Gruppe wurde mit Kaufvertrag vom 11. Dezember 2019 (Signing) mit Wirkung zum 01.01.2020 (Closing) wie schon seit längerer Zeit geplant veräußert. Insofern wurde diese nicht mehr in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Darüber hinaus wurde die frako power systems GmbH & Co. KG entkonsolidiert. Somit hat sich die Zahl der konsolidierten Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um drei verringert.

Es werden insgesamt zehn (im Vorjahr sieben) Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen beziehungsweise ohne Geschäftsbetrieb unter Anwendung des § 296 Abs. 2 HGB wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Auch bei einer assoziierten Gesellschaft wird auf die Einbeziehung auf der Grundlage der Equity-Methode aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Eine vollständige Auflistung der konsolidierten Unternehmen ist im Anhang enthalten.

Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften. Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden sind dementsprechend nach den für alle Konzernunternehmen einheitlich geltenden Konzernbilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien angesetzt worden.

Anlage 3/5

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode. Die während des Jahres erworbenen oder verkauften Beteiligungen werden ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt beziehungsweise bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in den Konzernabschluss aufgenommen. Die Anschaffungskosten einer Unternehmenstransaktion werden nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt, zuzüglich der direkt zurechenbaren Erwerbskosten, bemessen. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten werden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang etwaiger Minderheitsanteile am Eigenkapital. Der Überschuss der Anschaffungskosten der Unternehmensakquisition über den Nettowert der anteiligen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle und Salden werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Zwischenergebnisse im Sinne von § 304 HGB werden eliminiert, soweit diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

3. Währungsumrechnung

Die Aktiv- und Passivposten der in fremder Währung aufgestellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden jeweils zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die aus der Währungsumrechnung resultierenden Differenzen werden innerhalb des Eigenkapitals unter dem "Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung" gesondert ausgewiesen.

4. Angaben und Erläuterungen zur Konzernbilanz

4.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Konzernanlagespiegel dargestellt. Zugänge erstmals konsolidierter Gesellschaften beziehungsweise Abgänge von veräußerten Gesellschaften werden unter den Anschaffungskosten und unter den Abschreibungen gesondert ausgewiesen.

Das Anlagevermögen gliedert sich wie folgt:

31. Dez. 2019 31. Dez. 2018
T€ T€
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz
rechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten 1.182 1.285
Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung 230 470
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.412 1.755

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

Der Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung betrifft die FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH. Aufgrund konstanter Rahmenbedingungen nach Erwerb des Unternehmens, insbesondere fortbestehender Absatz- und Beschaffungsverträge sowie des langlebigen Produktportfolios wurde eine Nutzungsdauer von 15 Jahren zugrunde gelegt. Der Firmenwert wird danach noch im Jahr 2020 in Höhe von 230 T€ abgeschrieben.

31. Dez. 2019
T€
31. Dez. 2018
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten ein
schließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.808 8.492
Technische Anlagen und Maschinen 8.967 10.449
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
5.708 5.481
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.338 1.255
Sachanlagen 23.820 25.677
31. Dez. 2019 31. Dez. 2018
T€ T€
Anteile an nicht konsolidierten
Unternehmen
184 184
Beteiligungen 0 0
Sonstige Ausleihungen 643 664
Finanzanlagen 827 848
4.2
Vorräte
Die Vorräte
gliedern sich wie folgt:
31. Dez. 2019 31. Dez. 2018
T€ T€
Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffe
11.175 16.224
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 4.276 5.122
Fertige Erzeugnisse und Waren 21.283 18.430
Geleistete Anzahlungen 133 201
36.867 39.976

4.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt:

Fälligkeiten
Bis
zu
mehr als 1
Gesamt 1
Jahr
Jahr
T€ T€ T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.212 14.212 0
Vorjahr (14.367) (14.367) (0)
Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen 4 4 0
Vorjahr (0) (0) (0)
Sonstige Vermögensgegenstände 8.402 6.119 2.283
Vorjahr (6.919) (4.636) (2.283)
22.618 20.335 2.283
(21.286) (19.003) (2.283)

4.4 Zahlungsmittel

In den Zahlungsmitteln in Höhe von 8.528 T€ (Vorjahr 9.927 T€) sind Kassenbestände, Postbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks enthalten.

4.5 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 475 T€ (Vorjahr 484 T€) beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen. Disagio ist wie schon im Vorjahr keines enthalten.

4.6 Eigenkapital

Auf die gesonderte Darstellung der Veränderung des Eigenkapitals wird verwiesen.

Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 41.700 T€.

Das Grundkapital ist in 14.000.000 nennwertlose Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) eingeteilt, die auf den Inhaber lauten. Jede Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 2,98 € (Vorjahr: 2,98 €).

Im Umlauf befindliche Aktien

Im Jahr 2009 wurden 371.116 eigene Aktien erworben und in Höhe der Anschaffungskosten von 2.269 T€ direkt gegen die Gewinnrücklagen verrechnet. Der Betrag am Grundkapital beträgt 1.105 T€. Im Jahr 2019 wurden keine eigenen Aktien verkauft, so dass unverändert zum Vorjahr insgesamt noch 58.430 Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 174 T€ von der AdCapital AG selbst gehalten werden. Dies entspricht einem Anteil von 0,4 % am Grundkapital.

Somit befinden sich zum Bilanzstichtag unverändert gegenüber dem Vorjahr 13.941.570 Aktien im Umlauf.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 4.592 T€.

4.7 Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Die Gewinnrücklagen und das erwirtschaftete Konzerneigenkapital betragen 9.117 T€ (Vorjahr 12.037 T€).

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital beinhaltet die Jahresergebnisse der Konzernunternehmen (ohne Fremdanteile an den Jahresergebnissen), die eigenkapitalwirksamen Konsolidierungsbuchungen sowie die Entnahmen aus den Gewinnrücklagen der AdCapital AG abzüglich der ausbezahlten Dividenden an die Aktionäre der AdCapital AG sowie an die beteiligten Fremdgesellschafter.

Wegen Einzelheiten verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel.

4.8 Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung

Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung haben sich für ausländische Beteiligungen in Tschechien, der Türkei, den USA, China, Hongkong und Mexiko ergeben.

Wir verweisen auf den Eigenkapitalspiegel.

4.9 Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen betreffen insbesondere die Jaeger Poway Automotive Systems Ltd. (Shenzhen), die Jaeger Poway Ltd. und die OPUS Formenbau GmbH & Co. KG.

4.10 Rückstellungen

31. Dez. 2019 31. Dez. 2018
T€ T€
Rückstellungen
für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
2.771 2.869
Steuerrückstellungen 733 1.444
Sonstige Rückstellungen 5.785 6.118
9.289 10.431

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen berücksichtigen Ansprüche von Mitarbeitern diverser Konzerngesellschaften.

Erfüllungsbeträge für Pensionsverpflichtungen wurden mit dem Zeitwert der bestehenden Rückdeckungsversicherung saldiert, sofern die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 HGB beziehungsweise die Voraussetzungen für die Zusammenfassung zu einer Bewertungseinheit vorlagen. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände ergeben sich aus den in der Vergangenheit ratierlich zugeführten Beiträgen zur Rückdeckungsversicherung.

Bilanz Anschaffungskosten GuV
31.12.2019
T€ T€ T€
Aktivwert der Rückdeckungsversiche
rung
-485 -427
Pensionsrückstellung 2.772
Aufwendungen für Altersversorgung -239
Zinsertrag aus Aktivwerten 37
Zinsaufwand Pensionsrückstellung -103
Saldo
aus Verrechnung
2.287 n/a -305

Die Pensionsauszahlungen im Konzern betrugen im Berichtsjahr 249 T€ (Vorjahr: 167 T€).

Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 275 T€.

Die Steuerrückstellungen betreffen noch nicht veranlagte Geschäftsjahre.

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalaufwendungen, Gewährleistungsaufwendungen, Jahresabschluss- und Prüfungskosten, Rechts- und Beratungskosten und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber Dritten gebildet.

4.11 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Fälligkeiten
bis zu 1 bis 5 über 5
Gesamt 1
Jahr
Jahre Jahre
T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kredit
instituten 9.086 4.160 4.926 0
Vorjahr (9.422) (5.125) (4.297) (0)
Erhaltene Anzahlungen aus Bestel
lungen 201 201 0 0
Vorjahr (249) (249) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 10.738 10.738 0 0
Vorjahr (11.282) (11.282) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Betei
ligungsunternehmen 0 0 0 0
Vorjahr (218) (218) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 3.496 2.747 749 0
Vorjahr (3.822) (3.079) (743) (0)
23.521 18.475 5.046 0
Vorjahr (24.993) (19.953) (5.040) (0)

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 845 T€ (Vorjahr: 651 T€) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 655 T€ (Vorjahr: 721 T€) enthalten.

Von den Verbindlichkeiten waren durch Grundpfandrechte, Bankbürgschaften und andere Sicherheiten 2.536 T€ (Vorjahr: 2.536 T€) besichert.

4.12 Latente Steuern

Für die aus den Einzelabschlüssen resultierenden aktiven Steuerlatenzen sieht § 274 HGB grundsätzlich ein Wahlrecht für den Ansatz vor. Die Aktivierung ist mindestens jedoch in Höhe des Betrags der passiven latenten Steuern vorzunehmen. Von dem Aktivierungswahlrecht nach § 274 HGB wurde im Übrigen kein Gebrauch gemacht.

Aktive Latenzen aus der Konsolidierung gemäß § 306 HGB sind dagegen zwingend anzusetzen; ihr Ausweis erfolgte in Ausübung des Wahlrechts in § 306 HGB unter Saldierung mit den passiven Steuerlatenzen.

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 77 T€ (Vorjahr: 125 T€), im Wesentlichen resultierend aus der Zwischengewinneliminierung, wurden dementsprechend mit den passiven Latenzen aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie aus der Schuldenkonsolidierung in Höhe von 27 T€ (Vorjahr: 113 T€) verrechnet. Der aktive Überhang und damit die aktiven latenten Steuern betragen danach 50 T€ (Vorjahr:12 T€). Bei der Bewertung der latenten Steuern kamen Steuersätze zwischen 12 % und 30 % zur Anwendung.

Die Änderung der latenten Steuern lässt sich wie folgt darstellen:

In T€ 01.01.2019 Zugang Verbrauch 31.12.2019
Aktive latente Steuern 125 0 48 77
Passive latente Steuern 113 0 86 27

Eine Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge erfolgte nicht.

5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich regional wie folgt:

2019 2018
T€ T€
Inland
Ausland
52.645
96.503
58.590
97.288
149.148 155.878

5.2 Sonstige betriebliche Erträge

2019 2018
T€ T€
Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen 244 78
Erträge aus Zuschreibungen 0 173
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 214 507
Währungsgewinne 2.085 2.752
Übrige 1.114 1.598
3.657 5.108

Insgesamt waren periodenfremde Erträge in Höhe von 235 T€ (Vorjahr: 680 T€) zu verzeichnen. Sie betrafen im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 214 T€ (Vorjahr: 507 T€).

5.3 Materialaufwand

2019 2018
T€ T€
Aufwendungen für Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren 73.858 77.919
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.643 2.145
75.501 80.064
5.4
Personalaufwand
/
Mitarbeiterzahl
2019 2018
T€ T€
Löhne und Gehälter 36.266 37.725
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
-
davon
Altersversorgung 124
T€
(Vorjahr:
124
T€)
6.836 7.685
43.102 45.410

Die Mitarbeiterzahl ergibt sich im Jahresdurchschnitt wie folgt:

2019 2018
Direkte Mitarbeiter 1.152 1.093
Indirekte Mitarbeiter 297 364
1.449 1.457

Bei den direkten Mitarbeitern handelt es sich um Personen, welche direkt am Produktionsprozess beteiligt sind.

5.5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

2019
T€
2018
T€
Abschreibungen auf Firmenwerte aus
der Kapitalkonsolidierung 240 240
Sonstige 4.888 5.325
5.128 5.565

Siehe auch die Angaben im Anlagenspiegel.

5.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2019 2018
T€ T€
Allgemeine
Betriebskosten
2.031 2.537
Mieten und Pachten, Raumkosten 2.514 2.770
Transportkosten 2.691 2.778
Energiekosten 2.234 2.354
Reparaturen und Instandhaltung 1.905 2.261
Personalleasing 1.281 1.333
Kfz-Kosten 897 899
Rechts-
und Beratungskosten
1.202 1.095
Reisekosten 781 847
Einstellung in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen 405 17
Sonstige Verwaltungskosten 2.031 1.855
Versicherungen 726 755
Währungsverluste 2.036 2.543
IT-Kosten 1.046 942
Lizenzgebühren (ohne IT) 407 263
Kommunikationskosten 521 550
Provisionen 671 610
Vertriebs-
und Werbungskosten
811 651
Übrige 2.365 2.109
26.555 27.169

Periodenfremde Aufwendungen ergaben sich in Höhe von 460T€ (Vorjahr: 62 T€). Sie beinhalten Forderungsverluste, Zuführungen zu den Einzel- und Pauschalabwertungen zu Forderungen und sonstige aperiodische Kosten.

5.7 Finanzergebnis

2019 2018
T€ T€
Erträge aus der Zuschreibung auf Anteile an assoziierten
Unternehmen 0 50
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1 25
Sonstige Zinsen und
ähnliche Erträge
133 114
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -535 -574
-403 -385

Für Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen sind 103 T€ (Vorjahr: 115 T€) angefallen.

5.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag

2019 2018
T€ T€
Ertragsteuern
des Geschäftsjahres
2.289 1.867
Ertrag (-)
/
Aufwand (+) aus der Veränderung latenter Steuern
-38 -38
Sonstige Ertragsteuern Vorjahre 113 787
2.289 2.616

6. Haftungsverhältnisse und außerbilanzielle Geschäfte / sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen des AdCapital-Konzerns ergeben sich wie folgt:

31. Dez. 2019 31. Dez. 2018
T€ T€
Haftungsverhältnisse
Bürgschaften 1.010 1.406
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Verpflichtungen aus Bestellobligo, Miet-, Pacht-
und
Leasing-Verträgen 15.221 14.481

Aus einer Bürgschaft für einen langfristigen Immobilienvertrag bestehen per 31. Dezember 2019 Verpflichtungen in Höhe von 1.010 T€ (Vorjahr: 1.406 T€). Unseres Erachtens besteht derzeit kein Risiko der Inanspruchnahme des Konzerns, weil wir nach aktuellem Kenntnisstand davon ausgehen, dass die Hauptschuldnerin ihre Verpflichtungen erfüllen wird.

Weitere, nicht in Konzernbilanz oder -anhang enthaltene Geschäfte beziehungsweise Verpflichtungen bestehen nicht.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AdCapital AG beziehungsweise auf den AdCapital-Konzern ausgehen kann, haben sich nicht ereignet.

7. Vorstand

Vorstand der Gesellschaft ist:

Herr Hans-Jürgen Döringer, Dipl.-Ökonom

In Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Vorstandsbezüge.

8. Aufsichtsrat

In den Aufsichtsrat sind/waren berufen:

Vorsitzende

Frau Dr. Sonja Zobl-Leibinger, selbstständige Rechtsanwältin

Stellv. Vorsitzender

Herr Dr. Christoph Zobl, selbstständiger Rechtsanwalt

Weiteres Mitglied

Herr Hans-Joachim Holstein, Unternehmensberater

Im Geschäftsjahr 2019 sind Aufwendungen für Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 80 T€ (Vorjahr: 80 T€) angefallen.

9. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

2019 2018
T€ T€
Jahres-
und Konzernabschlussprüfung laufendes Jahr
232 210
Steuerberatungsleistungen 35 35
267 245

10. Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Personen

Die AdCapital AG hat mit ihr nahestehenden Unternehmen und Personen keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen geschlossen.

11. Konzernunternehmen der AdCapital AG, konsolidiert auf der Grundlage der Vollkonsolidierung (Beteiligungen mit 50 % und höher)

In den Konzernabschluss sind neben der AdCapital AG die folgenden 17 Unternehmen einbezogen worden:

Name Sitz Höhe des Anteils am Kapital
in %
Additiv Multiplikativ
AdCapital Beteiligungs GmbH Tuttlingen 100,00 100,00
EP Connectors GmbH Waldbronn 100,00 100,00
Berliner Elektro-Technik GmbH Tuttlingen 100,00 100,00
Bavaria Digital Technik GmbH Pfronten 100,00 100,00
FRAKO Kondensatoren-
und Anla
genbau GmbH
Teningen 100,00 100,00
Erich Jaeger GmbH + Co. KG Friedberg 100,00 100,00
Erich Jaeger Automotive Istanbul
Sanayi ve Ticaret
Ltd. Sti
Istanbul (Türkei) 100,00 100,00
EJR Erich Jaeger Roznov s.r.o. Kopřivnice (Tschechien) 100,00 100,00
Insert Ltd. Istanbul (Türkei) 100,00 99,95
Jaeger France SARL Lyon (Frankreich) 100,00 100,00
Erich Jaeger Mexico, S. de R.L. Piedras Negras (Mexiko) 99,00 99,00
Erich Jaeger U.S.A. Inc. Plymouth, MI (USA) 100,00 100,00
Jaeger Poway Ltd. Hongkong (China) 60,00 60,00
Jaeger Poway Automotive Systems
(Shenzhen) Ltd.
Shenzhen (China) 60,00 60,00
KTS Kunststoff Technik Schmölln
GmbH
Schmölln 100,00 100,00
OPUS Formenbau GmbH & Co. KG Schönau 75,00 75,00
Taller GmbH Waldbronn 99,95 99,95
Name Sitz Höhe des Anteils am Kapital
in %
Additiv Multiplikativ
AdCapital Invest
GmbH
Tuttlingen 100,00 100,00
Jaeger Verwaltungs GmbH Friedberg 100,00 100,00
ESPO s.r.o. Rožnov (Tschechien) 100,00 100,00
fps Verwaltungs GmbH Teningen 100,00 100,00
OPUS Formenbau Verw. GmbH Schönau 75,00 75,00
Grundstücksgesellschaft am En
tenfang mbH
Hannover 100,00 100,00
EW Hof Antr. u. Systeme GmbH Hof 100,00 100,00
frako power systems GmbH &
Co. KG
Teningen 100,00 100,00

12. Konzernunternehmen der AdCapital AG, nicht konsolidiert

13. Assoziierte Unternehmen der AdCapital AG, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

Die im Vorjahr noch aufgeführten Anteile an der mold engineering GmbH in Gera wurden im Geschäftsjahr veräußert.

14. Ergebnisverwendungsvorschlag der Muttergesellschaft

Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2019 weist einen Bilanzgewinn von 2.523 T€ aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Anlage 3/24

15. Sonstige Angaben

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wird beim Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart hinterlegt und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

16. Nachtragsbericht

Die deutsche Volkswirtschaft unterliegt derzeit einem dramatischen Konjunkturrückgang. Standen nach einem schlappen Schlussquartal 2019 die Zeichen zum Jahreswechsel auf Erholung, macht die Corona-Krise nun alle damaligen Prognosen zur Makulatur. Dies illustriert der am 19. März 2020 veröffentlichte, vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex, gemäß dem sich die Stimmung der deutschen Unternehmen im März massiv verschlechtert hat: Der Index ist von 96,0 Punkten im Februar auf 87,7 Punkte im März geschrumpft. Dies ist der niedrigste Wert seit August 2009, und die monatliche Veränderung ist der stärkste Rückgang seit 1991. Laut Fernsehveröffentlichungen v. 26. März 2020 ist er sogar auf 86,1 geschrumpft.

Das Ifo-Institut betrachtet ein "sehr günstiges" Szenario mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 1,5 % und ein Risikoszenario mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6 %. Beim günstigen Szenario würde die Krise im zweiten Quartal ihre volle Wirkung mit einem BIP-Rückgang um 4,5 % gegenüber dem Vorquartal entfalten. Danach würde es bis in die erste Jahreshälfte 2021 zu einer allmählichen Rückkehr der Produktion von Waren und Dienstleistungen kommen, und der Anstieg der Arbeitslosenquote bliebe moderat. Allerdings schließt aktuell Ifo-Präsident Clemens Fuest gem. ARD v. 26. März 2020 auch einen Konjunkturrückgang von bis zu 20 % nicht aus.

Für den AdCapital-Konzern müssen wir im Jahr 2020 mit erheblichen Auswirkungen auf Umsatz, Ergebnis und Liquidität aufgrund der Corona-Krise rechnen. Der Einfluss hängt von Dauer und Intensität der gesundheitlichen Folgen, der Beschränkungen des öffentlichen Lebens und des Warenverkehrs ab sowie der Nachfragerückgänge z.B. in der Automobilbranche. Für weitere Details zu aktuellen Themen verweisen wir auf den Konzernlagebericht.

Tuttlingen, den 31. März 2020

AdCapital AG

Hans-Jürgen Döringer Vorstand

AdCapital AG, Tuttlingen

Konzernanlagespiegel zum 31. Dezember 2019

in TEUR

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2019 Konsolidierungs
kreisänderungen
Zugänge Abgänge Umbuchungen Veränderung
Währung
31.12.2019 01.01.2019 Konsolidierungs
kreisänderungen
Zugänge Abgänge Veränderung
Währung
31.12.2019 31.12.2019 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.355 -424 455 92 5 5 10.304 9.070 -399 532 84 4 9.122 1.182 1.285
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.516 -55 0 0 0 0 3.461 3.516 -55 0 0 0 3.461 0 0
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 10.800 0 0 0 0 0 10.800 10.330 0 240 0 0 10.570 230 470
24.671 -479 455 92 5 5 24.565 22.916 -454 772 84 4 23.153 1.412 1.755
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 22.187 -159 34 868 0 73 21.267 13.696 -140 582 734 54 13.458 7.808 8.491
2. Technische Anlagen und Maschinen 56.793 -2.261 1.011 559 0 61 55.045 46.344 -1.765 1.955 468 13 46.079 8.967 10.449
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 39.180 -1.717 1.889 245 238 50 39.395 33.699 -1.657 1.819 200 26 33.687 5.708 5.482
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.255 0 316 6 -244 16 1.338 0 0 0 0 0 0 1.338 1.255
119.415 -4.137 3.250 1.678 -5 200 117.045 93.739 -3.562 4.356 1.402 93 93.224 23.820 25.676
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.143 3.334 0 0 0 0 5.477 1.958 3.334 0 0 0 5.292 184 185
2. Beteiligungen 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
3. Sonstige Ausleihungen 664 0 0 15 0 0 649 0 0 0 0 6 6 643 664
2.807 3.334 0 15 0 0 6.126 1.958 3.334 0 0 6 5.298 827 849
146.893 -1.282 3.705 1.785 0 205 147.734 118.613 -682 5.128 1.487 103 121.675 26.059 28.280

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AdCapital AG, Tuttlingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der AdCapital AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der AdCapital AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrates für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

  • holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Stuttgart, den 31. März 2020

Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Düsseldorf)

Peter Schill Wirtschaftsprüfer Jürgen Bechtold Wirtschaftsprüfer

für das Geschäftsjahr 2019