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ABB Ltd Annual Report 2024

Jun 3, 2025

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Annual Report

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Publication

ABB AG

Mannheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

INHALT

003 Inhalt

004 Bericht des Vorstands

006 Lagebericht

042 Bericht des Aufsichtsrats

044 Bilanz

046 Gewinn- und Verlustrechnung

047 Anhang

076 Bestätigungsvermerk

Bericht des Vorstands

LIEBE LESERINNEN UND LESER,

2024 konnte ABB in Deutschland die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahr stabil halten, was vor allem auf das Basisgeschäft zurückzuführen ist. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Marktsituation angespannt. Zinssenkungen führten bisher nicht zu einer signifikanten Belebung und es gibt weiterhin Verschiebungen bei Investitionsentscheidungen. Dennoch zeigten einige Segmente erste Anzeichen einer Erholung.

Die geopolitische Situation im Jahr 2024 war geprägt von anhaltenden Konflikten und geopolitischen Spannungen. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie der Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Nahen Osten beeinflussten die globalen Märkte erheblich. Zudem führten militärische Spannungen in der Golfregion und die Krise im Roten Meer zu Störungen wichtiger Handelsrouten. Diese geopolitischen Herausforderungen haben die wirtschaftliche Unsicherheit verstärkt und die globalen Lieferketten beeinträchtigt.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich ebenfalls in einer schwierigen Phase. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Berichtsjahr um 0,1 % unter dem Vorjahr geblieben. Die deutsche Wirtschaft tritt seit mehreren Jahren auf der Stelle, belastet durch Nachfrageschwäche und strukturelle Veränderungen wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und den demografischen Wandel. Diese Faktoren erfordern einen Umbau der Produktionsstrukturen, was zu Unsicherheiten und Anpassungsprozessen führt. Trotz dieser Herausforderungen gibt es Anzeichen für eine langsame Erholung, unterstützt durch steigende real verfügbare Einkommen und eine Belebung des privaten Verbrauchs.

Ein weiteres bedeutendes Thema ist der Fachkräftemangel, der weiterhin eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft darstellt. Laut einer aktuellen Studie kämpfen 82% der deutschen Unternehmen mit offenen Stellenbesetzungen. Der Fachkräftemangel hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt und betrifft nahezu alle Branchen.

Die Umsätze bei ABB Deutschland entwickelten sich unterschiedlich, wobei einige Bereiche unter dem Vorjahresniveau blieben, was auf ein schwaches kurzfristiges Basisgeschäft in den ersten beiden Quartalen zurückzuführen ist. Die Anzahl der Beschäftigten variierte ebenfalls, mit Rückgängen in einigen Bereichen und Zuwächsen in anderen.

Die gesamtwirtschaftliche Situation in Deutschland bremste die Wachstumsdynamik ein, insbesondere im Inlandsmarkt. Trotz eines verhaltenen Marktumfelds konnten einige Projekte, wie die Lieferung von Niederspannungsschaltanlagen an Energiekonzerne, positiv hervorgehoben werden. Diese Projekte zeigen, dass ABB weiterhin innovative und nachhaltige Lösungen anbietet.

Das Servicegeschäft verzeichnete einen zufriedenstellenden Auftragseingang, unterstützt durch einen Großauftrag im dritten Quartal. Lieferverzögerungen und deren Folgen haben weiterhin einen hohen Einfluss auf die Performance.

Aus Sicht von ABB hatten wir dieses Jahr viele bemerkenswerte Ereignisse: Die Special Olympics Nationalen Winterspiele in Thüringen zu Beginn des Jahres, bei denen sich viele Mitarbeitende engagiert haben, 50 Jahre Robotik und 100 Jahre MCB (Sicherungsautomat), sowie die Feier unserer Jubilarinnen und Jubilare Ende des Jahres. Im Juni konnten wir unseren neuen ABB Campus in Mannheim beziehen. Durch viele Begegnungen und Neugierde entdecken wir neue Wege, um unser Geschäft innovativ weiterzuentwickeln.

Die positive Resonanz von Mitarbeitenden, Kunden und Stakeholdern sowie die Akquisition der Dr. Födisch Gruppe durch die ABB-Gruppe mit mehr als 200 neuen Kolleginnen und Kollegen erfüllt uns mit Stolz und gibt uns das Vertrauen, positiv in die Zukunft zu blicken.

Insgesamt zeigt ABB in Deutschland trotz der Herausforderungen eine positive Entwicklung, etwa in den Bereichen Elektrifizierung sowie Prozessautomation, und blickt optimistisch in die Zukunft.

Eric Perotti, Vorstandsvorsitzender der ABB AG

LAGEBERICHT GESCHÄFTSJAHR 2024

Die ABB AG wird in den Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, einbezogen (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Die ABB AG nimmt die Befreiungsmöglichkeiten nach § 292 I Nr. 1 Buchst. d HGB in Anspruch und verzichtet auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts.

Der befreiende Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, wird nach den US-GAAP (US-amerikanische Generally Accepted Accounting Principles) aufgestellt und geprüft. Befreiender Konzernabschluss und Konzernlagebericht sind einem nach § 291 II Nr. 1 HGB aufgestellten Konzernabschluss und Konzernlagebericht gleichwertig und werden in englischer Sprache im Unternehmensregister offengelegt. Unterschiede zwischen den US-GAAP und den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ergeben sich im Wesentlichen bei der Umsatzrealisierung, der Bilanzierung von Leasinggeschäften, der Bewertung des Anlagevermögens sowie der Bewertung der Pensionsrückstellungen.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, kann bei der ABB AG, Unternehmenskommunikation, Postfach 100164, 68001 Mannheim, oder bei der ABB Ltd, Corporate Communications, Affolternstraße 54, 8050 Zürich / Schweiz, bezogen werden. Darüber hinaus kann er im Internet unter www.abb.com eingesehen und abgerufen werden.

Im Berichtsjahr verteilten sich die operativen Geschäftsaktivitäten der ABB in Deutschland - unabhängig von der gesellschaftsrechtlichen Struktur - auf die vier Geschäftsbereiche Elektrifizierung, Prozessautomation, Antriebstechnik sowie Robotik und Fertigungsautomation und deren jeweiligen Divisionen, welche die volle Verantwortung für ihre Tätigkeiten innehaben.

Für das Geschäftsjahr 2024 umfasste die ABB AG die wesentlichen Teile der Geschäftsbereiche Prozessautomation, Antriebstechnik sowie Robotik und Fertigungsautomation. Darüber hinaus umfasste die ABB AG einen Teil des Geschäftsbereichs Elektrifizierung sowie das im Bereich Sonstige Einheiten enthaltene sogenannte „Non-Core-Geschäft“. Weiterhin erstreckte sich das Aufgabenfeld der ABB AG auf die bereichsübergreifenden Entwicklungstätigkeiten des Konzernforschungszentrums in Mannheim sowie auf verschiedene Holding- und Dienstleistungsfunktionen.

Die wesentlichen Teile des Geschäftsbereichs Elektrifizierung sind in rechtlich selbstständigen Tochterunternehmen enthalten, die sich vollständig im Anteilsbesitz der ABB AG befinden. Die ABB AG ist mit den meisten ihrer Beteiligungsunternehmen über Gewinnabführungsverträge verbunden.

Die ABB AG nutzt verschiedene Kennzahlen zur Steuerung der Leistungen im Hinblick auf die Unternehmensziele. Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind Auftragseingänge und Umsatzerlöse sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern. Als nicht-finanzbezogene Steuerungsgröße wird die Anzahl der Mitarbeitenden verwendet.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG GEMÄSS § 289f IV HGB

Gemäß §§ 111 V, 76 IV AktG hat die ABB AG am 30. Juni 2022 die nachfolgenden Zielgrößen für den Anteil weiblicher Mitglieder in Aufsichtsrat (unten 1.), Vorstand (unten 2.) und auf den Führungsebenen 1 und 2 unter dem Vorstand (unten 3. und 4.) festgelegt, die jeweils bis zum 30. Juni 2027 zu erreichen sind:

1. Der Anteil weiblicher Mitglieder im Aufsichtsrat von derzeit 41,66 % soll bis zum 30. Juni 2027 nicht unterschritten werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei unveränderter Größe des Aufsichtsrats von derzeit zwölf Mitgliedern - zum 30. Juni 2027 fünf Mitglieder des Aufsichtsrats weiblich sind.
2. Der Anteil weiblicher Mitglieder im zweiköpfigen Vorstand der ABB AG von derzeit 0% soll bis zum 30. Juni 2027 auf 50% erhöht werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei gleichbleibender Größe des Vorstands von derzeit zwei Mitgliedern - zum 30. Juni 2027 ein Mitglied des Vorstands weiblich ist.
3. Der Anteil weiblicher Mitglieder auf der Führungsebene 1 unter dem Vorstand von derzeit 24 % (sechs Frauen bei insgesamt 25 Mitarbeitenden der Führungsebene 1) soll bis zum 30. Juni 2027 auf 32% erhöht werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei gleichbleibender Größe der Führungsebene 1 - zum 30. Juni 2027 acht von insgesamt 25 Mitarbeitenden der Führungsebene 1 weiblich sind.
4. Der Anteil weiblicher Mitglieder auf der Führungsebene 2 unter dem Vorstand von derzeit 22,54% (16 Frauen bei insgesamt 71 Mitarbeitenden der Führungsebene 2) soll bis zum 30. Juni 2027 auf 31% erhöht werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei gleichbleibender Größe der Führungsebene 2 - zum 30. Juni 2027 22 von insgesamt 71 Mitarbeitenden der Führungsebene 2 weiblich sind.

ABB betrachtet die Gleichstellung aller Geschlechter - sowie allgemein die Förderung der Vielfalt und Gleichberechtigung - über die Grenzen einzelner Konzerngesellschaften hinweg als wichtige Aufgabe und wird, daraus folgend, weiterhin daran arbeiten, den Anteil der Frauen in den Führungspositionen zu erhöhen. Dabei geht es ABB nicht um die bloße Erfüllung einer Quote, sondern um die Gewinnung von talentierten Mitarbeitenden. Das gilt insbesondere in den für ABB relevanten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik), in denen die Quoten weiblicher Absolventinnen und Bewerberinnen nach wie vor gering sind. ABB ist davon überzeugt, dass vielfältige Teams erhöhte Chancen für mehr Innovationskraft bieten und zu höherer Produktivität führen. Dabei sollen alle Mitarbeitende gleichberechtigt Wertschätzung erfahren, um motiviert ihr Potenzial einbringen zu können.

DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE IM BERICHTSJAHR

Die wirtschaftliche Schwächephase in Deutschland hält auch zum Jahresende an. Laut ersten, vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes ist das BIP im Jahresendquartal in preis-, saison- und kalenderbereinigter Rechnung gegenüber dem Vorquartal erneut leicht um 0,1% zurückgegangen. Im Gesamtjahr 2024 ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach um 0,2% im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Positiv trugen dabei vor allem die öffentlichen und - zu einem geringeren Ausmaß - die privaten Konsumausgaben bei. Dies wurde jedoch überlagert von deutlich rückläufigen Anlageinvestitionen sowie einem negativen Impuls vom Außenbeitrag, wobei weitgehend stagnierenden Importen sinkende Exporte gegenüberstanden.

Diese Ergebnisse spiegeln sich in den jüngsten Indikatoren: Zwar zeigte sich bei der Produktion im Produzierenden Gewerbe im November eine spürbare Erholung, in der Dreimonatsbetrachtung ist diese aber weiterhin abwärtsgerichtet. Aktuelle Stimmungsindikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex und der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe zeigen vor dem Hintergrund der anhaltenden Auftragsschwäche und des drohenden US-Protektionismus noch keine Belebung an. Der Dienstleistungssektor zeigt zu Beginn des vierten Quartals ein uneinheitliches Bild: Während sich die Produktion in den unternehmensnahen Dienstleistungen parallel zur Industrieproduktion abschwächt, hellte sich die Lage in den stärker konsumorientierten Dienstleistungsbereichen tendenziell etwas auf. So war die Produktion bei den konsumnahen Dienstleistern weiter leicht aufwärtsgerichtet. Die industrielle Schwäche spiegelt sich in dem deutlichen Rückgang der Industrieproduktion im Dezember, der insbesondere auf Rückgänge in den Bereichen Automobilindustrie, Chemie und Maschinenbau zurückzuführen war. Angesichts der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen und anhaltender binnen- und außenwirtschaftlicher Unsicherheiten ist nicht mit einer raschen Erholung des Verarbeitenden Gewerbe zu rechnen.

Eine konjunkturelle Erholung in Deutschland bleibt auch zum Jahresende 2024 aus. Hohe Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftlichen Perspektiven im Inland wie auch im Ausland dämpfen derzeit Nachfrage, Produktion, Investitionen und privaten Konsum. Erst mit klaren Aussichten für die weiteren wirtschafts-, finanz- und geopolitischen Rahmenbedingungen besteht die Chance, dass sich der Attentismus auflöst und die Stagnation einer etwas stärkeren wirtschaftlichen Wachstumsdynamik weicht. Die weltweite Produktion von Industriegütern entwickelt sich nach wie vor verhalten. Im November wurde sie saisonbereinigt um 0,3 % gegenüber dem Vormonat ausgeweitet und lag damit um 1,8 % über dem Wert des Vorjahres.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Dezember nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,4 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Im November war eine Zunahme um 1,3 % gemeldet worden. In der Industrie verringerte sich die Ausbringung spürbar um 3,3 %, im Baugewerbe ist sie konstant geblieben und im Bereich Energie hat sie um 1,1 % zugelegt. In den einzelnen Wirtschaftszweigen innerhalb der Industrie war im Dezember eine unterschiedliche Entwicklung zu beobachten: Ein deutliches Minus meldeten die Hersteller von Kfz und Kfz-Teilen (- 10,0 %). Rückgänge waren auch in den Bereichen Metallerzeugung und -bearbeitung (- 4,6 %), Chemische Erzeugnisse (- 3,2 %), Maschinenbau (- 1,7 %) und elektrische Ausrüstungen (- 1,4 %) zu verzeichnen. Bei der Herstellung Pharmazeutischer Erzeugnisse ist es indes zu einem deutlichen Plus gekommen (+ 11,6 %). Auch Metallerzeugnisse wurden spürbar mehr produziert (+ 4,4 %). Im sonstigen Fahrzeugbau und bei DV-geräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen wurde die Ausbringung gleichermaßen ausgeweitet (jeweils + 2,0 %). Im Gesamtjahr 2024 ging die Produktion im Produzierenden Gewerbe kalenderbereinigt um 4,5 % zurück. In der Industrie kam es dabei zu einem etwas stärkeren Rückgang von 4,9 % und im Baugewerbe und im Bereich Energie zu einer etwas leichteren Abnahme von jeweils 3,2 %.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um 6,9 % gestiegen, nachdem sie allerdings im November um 5,2 % zurückgegangen waren. Vor allem aus dem Inland gingen im Dezember mit einem Plus von 14,6 % spürbar mehr Bestellungen ein; die Auslandsorders legten um 1,4 % zu. Bereinigt um Großaufträge nahmen die Ordereingänge insgesamt gegenüber dem Vormonat um 2,2 % zu. Im Gesamtjahr 2024 gingen die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe kalenderbereinigt um 3,0 % zurück. Dabei ging die Inlandsnachfrage merklich stärker um 7,3 % zurück, während sich die Auslandsbestellungen um 1,9 % reduzierten. Insgesamt zeichnet sich in der Industrie noch keine konjunkturelle Trendwende ab. Dafür sprechen auch die Stimmungsindikatoren von ifo und S&P Global, die für das Geschäftsklima in den Firmen weiterhin ein niedriges Niveau anzeigen.

Der in den letzten Monaten zu beobachtende Auftrieb bei den Verbraucherpreisen hat sich zum Jahresende fortgesetzt. Die Inflationsrate, also der Anstieg des Niveaus der Verbraucherpreise, ist im Dezember voraussichtlich deutlich auf + 2,6 % gestiegen, nachdem die Rate im Oktober + 2,0% und November + 2,2% betragen hatte. Die deutliche Zunahme der Inflationsrate zum Jahresende hat verschiedene Gründe: Die Energiepreise waren im Vorjahresvergleich zwar weiterhin rückläufig, aber die entlastenden Effekte fallen zunehmend geringer aus als in den vorherigen Monaten. Seit September war ein kontinuierlicher Anstieg der Veränderungsraten von - 7,6 % auf - 1,7% im Dezember zu beobachten. Auch die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) erhöhte sich im Dezember weiter auf + 3,3%. Maßgeblich dafür war der mit + 4,1% erneut überdurchschnittliche Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen.

Trotz anhaltender wirtschaftlicher Stagnation entwickelt sich der Arbeitsmarkt zum Jahresende vergleichsweise stabil. Im November nahm die Erwerbstätigkeit gegenüber Oktober saisonbereinigt (sb) um 23 Tausend Personen zu. Die SV-pflichtige Beschäftigung verzeichnete im Oktober ebenfalls einen Anstieg (+ 15.000 Personen). Gleichzeitig nahmen die registrierte Arbeitslosigkeit im Dezember mit + 10.000 Personen und die Unterbeschäftigung mit + 5.000 Personen abermals moderat zu. Auch die realisierte Kurzarbeit lag im Oktober um ca. 110 Tausend Personen höher als im Vorjahresmonat, was nach dem Anstieg der Anzeigen bei der BA in den letzten Monaten zu erwarten war. Besonders von Kurzarbeit betroffen ist nach wie vor das Verarbeitende Gewerbe. Die Frühindikatoren lassen noch keine spürbare Erholung auf dem Arbeitsmarkt zu Beginn des neuen Jahres erwarten: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer erreicht mit 99,2 Punkten seinen niedrigsten Wert abgesehen von der Zeit der Corona-Pandemie. Insbesondere die erwartete Beschäftigungsentwicklung kühlte sich abermals merklich ab. So deutet auch das ifo-Beschäftigungsbarometer mit 92,4 Punkten wiederholt auf eine spürbar restriktiver werdende Personalplanung in fast allen Branchen hin.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHER AUSBLICK 2025

Das Wachstum der Weltwirtschaft lag im Verlauf des Jahres 2024 nur knapp unter seinem langjährigen Durchschnitt. Der Inflationsrückgang in den großen Volkswirtschaften hat sich im Jahresverlauf verlangsamt. Für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet der Sachverständigenrat ein Wachstum von etwa 2,6% im Jahr 2025, für die Verbraucherpreise einen Anstieg von 3,0 % im Jahr 2025:

Die wirtschaftliche Aktivität im Euro-Raum hat in den vergangenen Quartalen etwas an Schwung gewonnen. Das Wachstum war im Zuge der moderaten Erholung der Weltwirtschaft stark vom Exportsektor getrieben. Gleichzeitig belasteten schwache Investitionen allerdings das Wachstum im Euro-Raum, und die privaten Konsumausgaben blieben trotz steigender Reallöhne zurückhaltend. Aufgrund des anhaltenden Wachstums der Erwerbstätigkeit und der Reallöhne dürfte der private Konsum in vielen Mitgliedstaaten des Euro-Raums aber im Prognosehorizont zulegen. Die fortschreitende geldpolitische Lockerung dürfte im kommenden Jahr nicht nur dem privaten Konsum, sondern auch den Investitionen einen moderaten Auftrieb verleihen. Die Preisdynamik lässt weiterhin nach und die Inflationsrate nähert sich dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Für das BIP im Euro-Raum erwartet der Sachverständigenrat ein Wachstum von etwa 1,3% im Jahr 2025, für die Verbraucherpreise ein Wachstum von 2,1% im Jahr 2025.

Im Gegensatz zum Euro-Raum und zur Weltwirtschaft stagniert das Wachstum in Deutschland, und auch der Ausblick bleibt trüb. Obwohl sich die reale Einkommensentwicklung verbessert hat, zeigt der private Konsum nur wenige Anzeichen für eine Erholung. Pessimistische Erwartungen und die hohe wirtschaftliche Unsicherheit belasten weiterhin den Konsum der privaten Haushalte. Aufgrund der schlechten Konsumstimmung und eines nachlassenden Einkommenswachstums dürfte der private Konsum daher auch im Jahr 2025 nur wenig expandieren. Auf Unternehmensseite zeigt sich insbesondere das Verarbeitende Gewerbe schwach. Das Wachstum der Weltwirtschaft und die Erholung des Euro-Raums dürften die deutsche Exportwirtschaft zwar stützen. Aufgrund gesunkener Wettbewerbsfähigkeit dürfte dieser Effekt aber schwächer ausfallen als in der Vergangenheit. Für das deutsche BIP erwartet der Sachverständigenrat preisbereinigt ein Wachstum von etwa 0,4% im Jahr 2025, für die Verbraucherpreise einen Anstieg von 2,1% im Jahr 2025.

AUFTRAGSEINGÄNGE LEICHT GESTIEGEN - EXPORTANTEIL ÜBER VORJAHRESNIVEAU

Zum Ende des Berichtsjahres belief sich der Auftragseingang der ABB AG auf rund 1.575 Mio. €. Er lag somit leicht über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.549 Mio. € (unter Berücksichtigung von internem Geschäftsvolumen 1.566 Mio. €).

Der Auftragseingang im Inland sank im Berichtsjahr um rund 5% von 934 Mio. € im Vorjahr auf 889 Mio. €. Der Auftragseingang aus dem Ausland erreichte im Berichtsjahr einen Wert in Höhe von 686 Mio. € und lag damit etwa 11% über dem Vorjahreswert in Höhe von 615 Mio. €. Der Auslandsanteil am Auftragseingang stieg von rund 40 % im Vorjahr auf 44 % im Berichtsjahr. Die folgenden Passagen enthalten Hinweise zu den Auftragseingängen pro Geschäftsbereich der ABB AG und deren Entwicklung im Vorjahresvergleich.

Der in der ABB AG enthaltene Geschäftsbereich Elektrifizierung konnte im Berichtsjahr die Auftragseingänge des Vorjahres deutlich übertreffen. Im Vorjahresvergleich betrug der Anstieg rund 22% und resultierte aus einer deutlich erhöhten Nachfrage sowohl im Inland als auch im Exportgeschäft. Die Division Distribution Solutions konnte das Volumen des Vorjahres sowohl im Inland als auch auf dem ausländischen Markt insgesamt erfreulich deutlich übertreffen. Während die Nachfrage nach Schaltanlagenlösungen den heimischen Markt prägte, zeigten ausländische Kunden insbesondere an speziellen Komponenten im Bereich Mittelspannungsgeräte Interesse. Die vornehmlich im Inland agierende Division Smart Power erzielte einen starken Auftragseingang, der deutlich über der Vorjahresberichtsperiode lag und von einem Großauftrag in Zusammenhang mit der Bereitstellung von Niederspannungs-Schaltanlagen für Leistungsverteilung und Motorsteuerung geprägt war. Auch die Division Electrification Service konnte das Auftragseingangsvolumen gegenüber Vorjahr spürbar steigern, was insbesondere auf eine starke inländische Nachfrage bei Lösungen zur Nachrüstung von Mittelspannungsschaltanlagen zurückzuführen war. Mit ausländischen Kunden konnte ein erfreulicher Anstieg an erhaltenen Serviceaufträgen erzielt werden.

Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Prozessautomation verlief in den Divisionen uneinheitlich und lag im Berichtsjahr insgesamt rund 8% unter dem Wert des Vorjahres. Während das Inlandsgeschäft die Auftragseingänge des Vorjahres nicht erreichte, konnte der Exportbereich das Bestellvolumen des Vorjahres annähernd bestätigen. Die Division Energy Industries konnte den Auftragseingang aufgrund unverändert hoher Inlandsnachfrage im Bereich Service weiter ausbauen. Das gute Vorjahresniveau an Auftragseingängen in Zusammenhang mit Projekten im Ausland konnte vor allem aufgrund eines im Vorjahr enthaltenen Großprojektes nicht vollumfänglich erzielt werden.

In der Division Measurement & Analytics zeigte sich im inländischen Auftragseingang ein spürbarer Zuwachs. Dahingegen war im Export - nach einem hohen Bestellvolumen im Vorjahr - ein Rückgang zu verzeichnen, der insbesondere mit einer rückläufigen Nachfrage auf dem asiatischen Markt in Verbindung stand. Die Division Marine & Ports konnte das hohe Volumen aus dem Vorjahr nochmals übertreffen, eine hohe globale Nachfrage prägte das überaus positiv verlaufene Geschäftsjahr. Die Division Process Industries konnte die hohen Auftragseingänge des Vorjahres nicht bestätigen. Ein erfreulicher Anstieg an Auftragseingängen aus dem Ausland konnte den deutlichen Rückgang im Inlandsgeschäft nicht kompensieren.

Im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation, Division Robotik, stieg der Auftragseingang im Berichtsjahr um rund 4% gegenüber dem Vorjahr. Die Exporte lagen dabei deutlich über dem Volumen des Vorjahres, das Inlandsgeschäft erreichte dagegen das Auftragseingangsvolumen des Vorjahres nicht vollumfänglich. Die im Inland zu beobachtende rückläufige Nachfrage resultierte überwiegend aus im Vorjahr festgestellten Vorzugseffekten in den Segmenten der Allgemeinindustrie sowie aus dem Produktgeschäft in der Automobilindustrie. Zudem ist eine bestehende Investitionszurückhaltung im Zusammenhang mit den andauernden wirtschaftlichen Unsicherheiten festzustellen. Im Berichtsjahr konnten keine Großprojekte in die Bücher genommen werden. Der Geschäftsverlauf im Export war im Vorjahresvergleich positiv, einige Projekte im Segment Automobilindustrie konnten gebucht werden. Zudem konnten Auftragseingänge aus dem Geschäft mit Dispensingprodukten erzielt werden.

Der Geschäftsbereich Antriebstechnik konnte die hohen Vorjahreswerte im Berichtsjahr nicht bestätigen, das Geschäft verlief dabei in den einzelnen Divisionen uneinheitlich. Insgesamt sank der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 7%. Eine stark rückläufige Nachfrage im Inland traf dabei auf deutliche Zuwächse im Exportgeschäft. Die Division Drive Products konnte den Auftragseingang des Vorjahres im Inland und im Ausland gleichermaßen übertreffen. Das Geschäft der Division System Drives war insgesamt rückläufig. Im Vorjahresvergleich deutlich höhere Auftragseingänge mit ausländischen Kunden konnten den Rückgang im Inland nicht kompensieren. Die Division Large Motors & Generators konnte die Auftragseingänge des Vorjahres insgesamt, vor allem aufgrund eines gewonnen Großprojekts im Inland, deutlich steigern. Die Division Motion Service erzielte im Berichtszeitraum annähernd das Vorjahresvolumen, wobei ein Rückgang des Geschäfts mit ausländischen Kunden mit im Vorjahr enthaltenen Großprojekten in Verbindung steht. Im Inland konnte ein gewonnenes Großprojekt ausbleibendes, kleinteiligeres Projektgeschäft kompensieren. In der Division Traction konnte die Anzahl von erhaltenen Großaufträgen des Vorjahres im Inland nicht erzielt werden. Ein erhöhtes Volumen im Ausland konnte diesen Rückgang nicht kompensieren und somit lag der Auftragseingang insgesamt deutlich unter Vorjahr. Die Division IEC-Niederspannungsmotoren konnte den Auftragseingang des Vorjahres nicht erreichen, was vor allem auf einen umkämpften Heimmarkt zurückzuführen ist. Die Division NEMA-Niederspannungsmotoren lag ebenfalls deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Division ist überwiegend auf dem nordamerikanischen Markt aktiv. Dort vorherrschende Absatzschwierigkeiten wirkten sich negativ auf den Auftragseingang des Berichtsjahres aus.

UMSATZ LEICHT ÜBER VORJAHRESNIVEAU - AUSLANDSANTEIL ANSTEIGEND

Im Berichtsjahr beliefen sich die Umsatzerlöse der ABB AG auf 1.815 Mio. € und lagen damit leicht über dem Niveau des Vorjahres, in dem der Umsatz 1.776 Mio. € betrug. In einem schwierigen Marktumfeld folgte die Umsatzentwicklung den Auftragseingängen, wobei Projektabschlüsse im Bereich der Non-Core Aktivitäten einen deutlichen Umsatzbeitrag erzielten.

Im Inlandsgeschäft beliefen sich die Umsatzerlöse auf rund 940 Mio. € und lagen damit um 135 Mio. € bzw. um etwa 13% unter dem Umsatzniveau des Vorjahres. Im Auslandsgeschäft betrug der Umsatz des Berichtsjahres rund 875 Mio. €, dieser lag somit um 174 Mio. € bzw. 25% über dem Vorjahresniveau. Der Auslandsanteil am Umsatz beträgt zum Ende des Berichtsjahres 48%, nach rund 39% im Vorjahresberichtszeitraum. Im Folgenden werden die Umsatzerlöse pro Geschäftsbereich der ABB AG erläutert.

Der in der ABB AG enthaltene Geschäftsbereich Elektrifizierung konnte die Umsatzerlöse des Vorjahres insgesamt spürbar übertreffen. Dabei zeigte sich sowohl das Inlandsvolumen als auch das Geschäft mit ausländischen Kunden ansteigend, wobei sich das Geschäftsvolumen in den einzelnen Divisionen durchaus unterschiedlich entwickelte.

Die Division Distribution Solutions konnte das Umsatzvolumen sowohl im Inland als auch auf dem ausländischen Markt deutlich gegenüber Vorjahr steigern. Der Umsatz folgte dabei dem gestiegenen Auftragseingang in Zusammenhang mit einer erhöhten Inlandsnachfrage nach Schaltanlagenlösungen sowie einer steigenden Nachfrage nach Komponenten im Bereich Mittelspannungsgeräte im Ausland. Die Division Smart Power konnte den Umsatz des Vorjahres nicht vollumfänglich bestätigen, der Rückgang betraf den heimischen Markt wie auch das Geschäft mit ausländischen Kunden. Die Division Electrification Service verzeichnete im Berichtsjahr erneut eine spürbar positive Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr.

Der Geschäftsbereich Prozessautomation konnte das Umsatzvolumen des Vorjahres nicht gänzlich erreichen. Die positive Umsatzentwicklung im Geschäft mit ausländischen Kunden konnte den Umsatzrückgang des Inlandsgeschäfts nicht vollständig kompensieren, wobei in den einzelnen Divisionen des Geschäftsbereiches unterschiedliche Entwicklungen zu erkennen waren. Die Division Energy Industries erreichte im Berichtsjahr das Vorjahresvolumen nicht. Positive Effekte durch die Abrechnung mehrerer Großprojekte auf dem ausländischen Markt kompensierten dabei einen deutlichen Rückgang im Inlandsgeschäft nicht vollständig. Der Umsatz der Division Measurement & Analytics der Berichtsperiode lag auf Vorjahresniveau, wobei das Exportgeschäft erneut einen prominenten Anteil am Gesamtvolumen einnahm. Die den Auftragseingang beeinträchtigende, schwächere Nachfrage auf dem asiatischen Markt wirkte sich auch umsatzseitig aus. Die Division Process Industries konnte das Vorjahresumsatzvolumen insgesamt deutlich nicht erreichen. Rückläufige Umsätze aus dem Ausland, hauptsächlich aus der Abrechnung von Bestandsprojekten im Vorjahr resultierend, trafen auf ein ebenfalls stark reduziertes Umsatzvolumen mit inländischen Kunden. In der Division Marine & Ports war die Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich insgesamt leicht rückläufig. Ein gesteigertes Inlandsvolumen, das dem hohen Auftragsbestand folgte, stand einem Rückgang im Inland gegenüber.

Der Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation, Division Robotik, erzielte Umsatzerlöse, die deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen. Einem starken Umsatzrückgang im Inlandsgeschäft standen leichte Umsatzzuwächse im Ausland gegenüber. Der rückläufige Auftragseingang wirkte sich dabei vor allem auf den Inlandsumsatz aus und führte insbesondere bei dem kurzzyklischen Produktgeschäft im Automobilbereich zu einem Umsatzrückgang. Im Geschäft mit ausländischen Kunden erzielte dieser Bereich in der Automobilindustrie sowie im Service dagegen ein erfreuliches Wachstum.

Der Geschäftsbereich Antriebstechnik verfehlte die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr deutlich. Der Rückgang entfiel dabei auf das Inlands- und das Exportgeschäft gleichermaßen. Die Division System Drives konnte im Berichtsjahr ein Umsatzzuwachs im Exportgeschäft erzielen; der spürbare Rückgang im Inland konnte dadurch allerdings nicht kompensiert werden. Die Division Large Motors & Generators konnte die Vorjahresumsätze zwar im Inland bestätigen, allerdings lagen die Umsätze insgesamt deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Das Exportgeschäft erreichte leichte Umsatzzuwächse in den Divisionen Traction und NEMA Motors, allerdings blieb auch in diesen Divisionen das Inlandsgeschäft merklich unter dem Vorjahresvolumen. Eine spürbar rückläufige Umsatzentwicklung zeigte sich insgesamt auch in den Divisionen Drive Products, Motion Service sowie IEC LV Motors.

Im Bereich Sonstige Einheiten/Konsolidierung werden neben Umsatzerlösen aus Dienstleistungen der ABB AG auch Aktivitäten berichtet, die ABB nicht als operatives Geschäft, sondern vielmehr als Non-Core-Aktivitäten fortführt. Während im Vorjahr in diesem Bereich keine nennenswerten Effekte in den Geschäftszahlen enthalten waren, fielen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr aufgrund einiger abgeschlossener Projekte deutlich positiv aus. Die Abarbeitung des Auftragsbestands erfolgte dabei im erwarteten Umfang. Für diesen Bereich wird kein Neugeschäft erwartet.

Der Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres betrug 1.095 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 1.234 Mio. € ging der Auftragsbestand um rund 139 Mio. € zurück. Einem erhöhten Auftragsbestand im Geschäftsbereich Elektrifizierung standen Rückgänge im Auftragsbestand in den weiteren Geschäftsbereichen der ABB AG gegenüber, und dabei insbesondere im Bereich Sonstige Einheiten, Non-Core. Den größten Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres weist wie im Vorjahr der Geschäftsbereich Prozessautomation auf. Rechnerisch deckt der Bestand an Aufträgen ein Umsatzvolumen von etwa 7 Monaten ab.

DEUTLICHER ANSTIEG DES ERGEBNISSES VOR ERTRAGSTEUERN

Insgesamt lag das Ergebnis vor Ertragsteuern der ABB AG im Berichtsjahr bei 263 Mio. € gegenüber einem Ergebnis von 187 Mio. € im Vorjahr.

Im Geschäftsjahr 2024 war das Ergebnis vor Ertragsteuern der ABB AG zusätzlich durch Restrukturierungskosten für Kapazitätsanpassungen belastet, die über der Höhe des Vorjahres lagen. Das Ergebnis des Berichtsjahres beinhaltete zudem einen positiven Effekt aus der Verzinsung des für Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögens, der etwas unter Vorjahr lag. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen belastete das Ergebnis im Berichtsjahr und im Vorjahr in vergleichbarem Ausmaß.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis der ABB AG vor Ertragsteuern betrug somit im Berichtsjahr 255 Mio. €. Das vergleichbare operative Ergebnis vor Ertragsteuern des Vorjahres belief sich auf 164 Mio. €.

Im Ergebnis vor Ertragsteuern ist ein Beteiligungsergebnis in Höhe von etwa 114 Mio. € enthalten, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu den rund 87 Mio. € im Vorjahresberichtszeitraum darstellt. Diese positive Entwicklung des Beteiligungsergebnisses ist insbesondere auf die gestiegene Nachfrage nach innovativen Lösungen im Bereich Elektrifizierung zurückzuführen, die von den Tochtergesellschaften ABB STOTZ-KONTAKT GmbH, ABB Striebel & John GmbH und Busch-Jaeger Elektro GmbH maßgeblich bedient wird. Die Tochterunternehmen profitierten von einer erhöhten Marktaktivität und der Einführung neuer Produkte, die den Kundenbedürfnissen besser entsprechen. Darüber hinaus trugen Effizienzsteigerungen und optimierte Produktionsprozesse zur Verbesserung der Gewinnmargen bei. Diese Faktoren haben zu einem robusten Wachstum des Beteiligungsergebnisses beigetragen und spiegeln das Engagement der im Geschäftsbereich Elektrifizierung tätigen Unternehmen wider, in zukunftsorientierte Technologien und Lösungen zu investieren.

Der in der ABB AG enthaltene Geschäftsbereich Elektrifizierung konnte im Berichtsjahr das Ergebnis vor Ertragsteuern des Vorjahres in allen Divisionen übertreffen. Dabei belasteten Aufwendungen für Restrukturierungen das Ergebnis, allerdings geringer als im Vorjahr. In der Division Distribution Solutions konnte das positive Ergebnis des Vorjahres nochmals gesteigert werden. In der Fertigung im Vorjahr erfolgreich umgesetzte Optimierungsmaßnahmen unterstützten das Ergebnis nachhaltig, wobei weiterhin hohe Energie-, Rohstoff- und Fremdwährungskosten eine Ergebnisbelastung darstellten. Das Ergebnis der Division Electrification Service entwickelte sich, gestützt durch eine erfreuliche Entwicklung des Auftragseingangs und des Umsatzes, sehr positiv. In der Division Smart Power zeigte sich im Vorjahresvergleich, bei leicht reduzierten Umsatzerlösen, eine ansteigende Ergebnisentwicklung.

Der Geschäftsbereich Prozessautomation konnte das Vorjahresergebnis im Berichtsjahr insgesamt deutlich übertreffen, obwohl im Vorjahresvergleich gestiegene Aufwendungen für Restrukturierung das Ergebnis belasteten. Die Division Measurement & Analytics konnte das Vorjahresergebnis sehr deutlich steigern, einige Sondereffekte stützen das Ergebnis zusätzlich. Die Division Energy Industries erzielte ein stark gestiegenes Ergebnisniveau, das sich insbesondere aufgrund von im Vorjahr enthaltenen und das Ergebnis belastenden Verlustaufträgen ausgesprochen deutlich positiv entwickelte. Im Vergleich zur Vorjahresberichtsperiode konnten die Divisionen Marine & Ports sowie Process Industries das Ergebnisniveau nicht bestätigen.

Im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation, Division Robotik, fiel das Ergebnis vor Ertragsteuern im Berichtsjahr merklich besser als im Vorjahr aus. Dabei belasteten Aufwendungen für Restrukturierungen das Ergebnis über Vorjahresniveau. Die positive Ergebnisentwicklung wurde vor allem durch positive Effekte in der Projektabwicklung und Kosteneinsparmaßnahmen sowie eine Neuausrichtung im Bereich des Systemgeschäfts in der Automobilindustrie erzielt. Die im Vorjahr umgesetzten Maßnahmen zur Kostenoptimierung spiegelten sich nachhaltig in der Ergebnisverbesserung des Berichtsjahres wider.

Im Geschäftsbereich Antriebstechnik lag das Ergebnis vor Ertragsteuern im Berichtsjahr insgesamt leicht unter Vorjahr. Dabei belasteten Aufwendungen für Restrukturierungen das Ergebnis in einem höheren Ausmaß als im Vorjahr. Die operativen Aktivitäten des Geschäftsbereichs verliefen uneinheitlich. Vor allem im Vorjahresvergleich festzustellende Umsatzrückgänge wirkten sich dabei negativ auf die Ergebnissituation des Geschäftsbereichs aus.

Zwischen der ABB AG, Mannheim, und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, besteht ein Gewinnabführungsvertrag, sodass das Jahresergebnis der ABB AG von der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, übernommen wird. Nach Abführung des Ergebnisses in Höhe von 234 Mio. € (Vorjahr: 153 Mio. €) und unter weiterer Berücksichtigung von Steueraufwendungen lag der Jahresüberschuss bei Null.

BILANZSUMME LEICHT ÜBER VORJAHR

Die Bilanzsumme des Berichtsjahres erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 2.027 Mio. € um 44 Mio. € auf 2.071 Mio. €.

Das Anlagevermögen stieg um rund 36 Mio. € an. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen beliefen sich auf 59 Mio. € und lagen über den diesbezüglichen Abschreibungen von 18 Mio. €. Die Investitionen im Berichtsjahr betrafen im Wesentlichen den Neubau am Standort Mannheim sowie Produktionsstandorte des Geschäftsbereichs Elektrifizierung. Unter Berücksichtigung der Anlagenabgänge ergab sich ein Zuwachs des Sachanlagevermögens von 37 Mio. €. Die Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte betrugen rund 1 Mio. €.

Das Nettovorratsvermögen erhöhte sich im Vorjahresvergleich um rund 4 Mio. €. Sowohl die Bruttovorräte (- 75 Mio. €) als auch die verrechneten Fortschrittszahlungen auf Werkverträge (- 79 Mio. €) sind im Wesentlichen aufgrund der Fertigstellung von Projekten zurückgegangen.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 10 Mio. €, während die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 14 Mio. € abnahmen. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um 19 Mio. € gestiegen.

Die mit dem für Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögen verrechneten Pensionsrückstellungen reduzierten sich um 23 Mio. €.

Die Steuerrückstellungen verringerten sich um 15 Mio. €. Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen um rund 37 Mio. € ergab sich in erster Linie aus geringeren Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen und für drohende Verluste.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten haben sich um 12 Mio. € erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Wesentlichen aufgrund der Verpflichtung zur Ergebnisabführung um 96 Mio. € angestiegen.

Das Eigenkapital betrug unverändert 694 Mio. €. Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim.

Unter Berücksichtigung der nur leicht gestiegenen Bilanzsumme ergab sich eine im Wesentlichen unveränderte Eigenkapitalquote von rund 34% zum Ende des Berichtsjahres.

NETTOLIQUIDITÄT MODERAT UNTER VORJAHR

Die Bruttoliquidität - definiert als Summe aus flüssigen Mitteln und Mittelanlagen bei Gesellschaften der ABB Ltd, Zürich / Schweiz - lag zum Ende des Berichtsjahres mit 919 Mio. € um 34 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der um rund 103 Mio. € gestiegenen konzerninternen Kreditaufnahmen, welche die Verbindlichkeit aus Ergebnisabführung für das Berichtsjahr beinhalten, ergab sich ein Rückgang der Nettoliquidität um rund 136 Mio. € auf 553 Mio. €.

Die Entwicklung der Bruttoliquidität ist wesentlich durch den zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, geschlossenen Gewinnabführungsvertrag beeinflusst, auf Basis dessen das Vorjahresergebnis inklusive Steuerumlage zu Beginn des Berichtsjahres an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt wurde.

Positiv wirkte sich der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit aus, der einen Einzahlungsüberschuss in Höhe von 101 Mio. € aufwies. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit war mit einem Auszahlungsüberschuss in Höhe von 4 Mio. € nahezu ausgeglichen. Unter Berücksichtigung der Ergebnisabführung in Höhe von 234 Mio. € von der ABB AG an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, ergab sich insgesamt ein Rückgang der Nettoliquidität um rund 136 Mio. €.

HYBRIDES ARBEITEN UND ARBEITGEBER-ATTRAKTIVITÄT ALS PRIORITÄT

Nach wie vor erfreut sich das Thema „Virtual work“, d. h. Arbeit im Homeoffice, großer Beliebtheit. Indes sind sich Arbeitnehmervertretung und Unternehmen einig, dass eine vollständige virtuelle Arbeit weniger erwünscht ist, als das Wiederaufnehmen von persönlichen Kontakten „face to face“. Insbesondere neu eintretende Beschäftigte, aber auch Auszubildende und neu ausgelernte Beschäftigte ziehen großen Nutzen aus einem „Mehr“ an persönlicher Präsenz: Die Vielzahl an kurzen informatorischen Austauschen vor Ort ist motivationsfördernd, bietet einen Zugewinn an Randinformationen zum gesamthaften Verständnis der Arbeitsaufgaben, und ermöglicht informelle und somit schnellere Abgleiche.

Dabei geht die deutsche ABB einen doppelten Weg: einerseits besteht ein Evaluationsprojekt „Workation“, d. h. unter bestimmten Voraussetzungen und insbesondere fiskal- und sozialversicherungsrechtlicher Compliance können Beschäftigte ihre Arbeitsleistung auch aus dem Ausland erbringen, und andererseits wird der Weg eines „Back to office“ beschritten, d. h. die Bereiche evaluieren jeweils auf Führungskräfteebene, inwieweit die Erbringung der Arbeitsleistung im Büro sinnvoll und notwendig erscheint, um die vorgenannten Ziele der auch informatorischen Austausche zu erreichen.

Beim Thema „Workation“ ist es eine Herausforderung, die vollständige Compliance in Bezug auf Steuer- und Sozialversicherungsrecht einzuhalten. Dies schränkt die Möglichkeiten einer allzu freizügigen Arbeit aus dem Ausland heraus ein. Auch wenn Marktbegleiter hier offensiver auftreten, ist und bleibt die vollständige Compliance für ABB aber selbstverständlich.

Präsenzveranstaltungen - seien es Kundenveranstaltungen wie auch etwa Betriebsversammlungen oder Jubiläumsfeste - haben postpandemisch wieder letztlich ungemindert stattgefunden; jedoch haben sich auch Vorzüge virtueller Treffen, die sich bereits im Vorjahr abzeichneten, bestätigt - etwa aufgrund von weniger langen Anreisewegen und teils dadurch bedingt auch höheren Teilnahmequoten. ABB in Deutschland ist hier auf dem Weg, einen für alle sinnvollen Mix an Präsenz und Virtualität zu entwickeln - sei es für Betriebsversammlungen, Teambesprechungen oder andere größere und kleinere Besprechungen.

Wieder besondere Highlights - in Präsenz - waren insofern die Winterspiele von Special Olympics, an denen ABB Deutschland wiederum mit Volunteers - diesmal auch mit Vertretern der ABB Schweiz und ABB Österreich - teilgenommen hat, der Jahresabschluss mit einer Jubilarfeier aller 25 -, 35 -, 45- und 50-Jahrsjubilanten und an einigen Standorten weihnachtliche Abschlüsse - so wie etwa in Mannheim mit einem Tag der offenen Tür verbunden mit einem Weihnachtsmarkt für die Beschäftigten und ihre Familien.

Gesundheit und Arbeitsschutz: Schützen und vorsorgen

Das Impfangebot gegen Corona und Grippe bestand weiterhin; während Corona-Impfungen kaum mehr wahrgenommen wurden, wurde das Angebot der „normalen“ Grippe-Impfung, das ABB-weit in Deutschland umgesetzt wurde, in Anspruch genommen.

Angebote für Kurse und Lerneinheiten zu virtueller Arbeit, virtueller Teamarbeit und auch Einheiten zu Bewegung und Ergonomie im Homeoffice wurden fortgeführt. Die Schwerpunkte mentale und physische Gesundheit wurden gleichermaßen abgedeckt. In der weltweit durchgeführten Beschäftigtenumfrage hatten, offenbar nicht zuletzt in Folge solcher durchgeführten Maßnahmen, die Beschäftigten bei der Frage „At work, I feel cared about as a person“, dies auch mit einem bestätigten Gesamtindex von 76 Punkten (nach 67 Punkten für 2019 und 72 Punkten für 2022 und 76 Punkten für 2023) sehr positiv gespiegelt.

Besonderen Augenmerk richtet die ABB auch auf das Thema „gesund zur Arbeit - gesund nach Hause“: wiederum konnte das Jahr mit einer hervorragenden Unfallrate aufwarten, die nach ABB hausinternen Regeln errechnete LTIFR (Lost Time Injury Frequency Rate) mit 0,34 entspricht gerade einmal nur einem guten Zehntel der Quote in der Branche.

Flexibilität, Privatleben und Beruf, Mobilität

In besonderer Weise unterstützt die deutsche ABB die Beschäftigten, Privatleben und Berufsleben vereinbar zu machen. Arbeitsort, Arbeitszeitlage und Arbeitszeitdauer, Sabbatical, „Einkauf“ von zusätzlichem Urlaub, Workation und andere Möglichkeiten sind mit Konzernbetriebsvereinbarungen geregelt. Sie machen den „Arbeitsplatz ABB“ für Beschäftigte hochflexibel, insbesondere da Teile dieser Flexibilisierungsinstrumente auch ohne, dass es einer gesetzlichen Regelung bedürfte, als betriebliche Ansprüche der Beschäftigten geregelt sind.

Auch wenn ABB bewusst mit dem Thema „Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben“ breiter greift, sind nach wie vor eine Reihe insbesondere für Familien wichtiger Bestandteile zu erwähnen, wie etwa die Möglichkeit, die tarifliche Leistung „TZUG“ (für außertariflich Beschäftigte ersatzweise andere Einmalzahlungen) in freie Tage umzuwandeln - Beschäftigte mit aufsichtsbedürftigen Kindern in einem besseren Verhältnis als „1:1“. Die deutsche ABB hat nach dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie im Herbst 2024, der diese Möglichkeiten teilweise neu regelte, freiwillig durch Konzernbetriebsvereinbarung ausgeweitet. Zudem sind nach wie vor das geschlechterneutrale „Parental leave“ (Freistellung beider Elternteile über die gesetzlichen Vorgaben hinaus) und das Kinderferienhaus „Schapbach“, das für ABB-Kinder kostenfrei für 3- bis 10-tägige Freizeiten nutzbar ist, in diesem Zusammenhang hervorzuheben.

Das 2023 eingeführte Mobilitätskonzept für Beschäftigte wurde fortgeführt: Im Rahmen einer Entgeltumwandlung können Fahrräder geleast und das „Deutschland-Ticket“ erworben werden. Angesichts der Kostensteigerung des „Deutschland-Ticket“ hat ABB auch im Rahmen einer Konzernbetriebsvereinbarung die Zuschuss-Werte angepasst.

Diversity, Equity und Inclusion

DEI ist nicht nur global eine immer bedeutender werdende Initiative, sondern wird in der deutschen ABB schon lange vorgelebt und gelebt. Wichtige Aspekte sind dabei die bereits benannten Engagements bei Special Olympics und die möglichst flexible Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen. Wir bei ABB wollen, dass sich alle, so wie er oder sie ist, mit ihren persönlichen Eigenschaften bei und in der ABB wohl fühlen. Denn wir wissen, dass wir alle unterschiedlich sind.

Dabei ist uns bewusst, dass „Equity“ gleichsam Voraussetzung für Diversity und Inclusion ist. ABB in Deutschland stützt diese essenzielle Thematik insbesondere mit folgenden Begleitmaßnahmen: Die Gesellschaften bzw. die Betriebe der deutschen ABB sind tarifgebunden und auch das Grading der außertariflich Beschäftigten ist durch Konzernbetriebsvereinbarung geregelt, so dass damit gewährleistet wird, dass die Vergütung sich nach der jeweiligen Aufgabe und nicht an Personen ausrichtet. Bei ABB besteht weltweit ein „open job market“, d. h. jede Position bis hin zum Vorstand wird ausgeschrieben und alle Beschäftigten haben Transparenz und die Möglichkeit, sich zu bewerben. Neben generellen „unconscious bias trainings“ erörtert der Arbeitsdirektor jede durch deutsche Manager zu besetzende Stelle in höheren Grades hinsichtlich der Vorteile diverser Teams und denkbarer Vorbehalte in Hinblick auf Behinderung, Geschlecht, Lebensalter und Herkunft.

Gerade bei jüngeren Menschen (sogenannte „early Talents“ bis zum 28. Lebensjahr) ist die Quote neueingestellter Frauen mit etwas über 41% besonders hoch - entgegen auch den nachhaltig niedrigen Abgangszahlen von Frauen aus MINT-Ausbildungsberufen.

Beschäftigten- und Ausbildungsstand

Der Beschäftigtenstand blieb per Saldo im Wesentlichen unverändert. Die wiederum stattgefundenen gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen, wie kleinere Abspaltungen und Zuerwerbe von Unternehmen, wirkten sich saldiert nur geringfügig aus.

Offene Stellen zu besetzen, wird nachhaltig schwieriger und dauert signifikant länger als in der Vergangenheit, wenngleich durch erhöhte Anstrengungen im Bereich „Talent Acquisition“ die Besetzungsdauer gegenüber 2023 um rund 10% gesenkt werden konnte. Dies bezieht sich sowohl auf offene Arbeitsstellen - knapp 530 Stellen konnten in 2024 besetzt werden, jedoch blieben saldiert per Jahresende rund 230 Stellen unbesetzt - wie auch auf angebotene Ausbildungsstellen, von denen rund 10% nicht besetzt werden konnten; nichts desto weniger bildet die deutsche ABB, zusammen mit Partnerunternehmen in Verbundausbildung, rund 1.900 Auszubildenden bundesweit aus, von denen rund 400 Auszubildende in 2024 begonnen haben - insbesondere in den ABB Ausbildungszentren Heidelberg und Berlin.

Spürbar bleibt weiterhin, dass die Zahl der Beschäftigten, die in Ruhestand oder Vorruhestand treten, den weitaus größten Anteil der ausscheidenden Beschäftigten ausmachen und etwa zur Hälfte zur Gesamtfluktuation von 5,4% beitragen; gleichsam verschiebt sich aber der Renteneintritt in den letzten Jahren kontinuierlich, und zwar von im Jahr 2021 noch mit überdeutlichem Peak bei 63 Jahren in Richtung 66 Jahre. Dies wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen und in den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich rund 30% der Belegschaft altersbedingt ausscheiden.

Nachwuchs: Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung

Die enge Zusammenarbeit mit Partneruniversitäten und Partnerschulen sowie die ABBeigene Ausbildung sind ein weiterhin wichtiger Eckpfeiler für die Gewinnung und Förderung von Nachwuchskräften und wird weiter ausgebaut und stabilisiert. Im Berichtsjahr konnte die letztjährige Ausbildungsquote zwar nicht ganz erreicht, aber dennoch die der Vorjahre deutlich übertroffen werden.

Der Wichtigkeit der Themen Fort- und Weiterbildung ist ein Programm geschuldet, das 2021 begonnen wurde und dessen Umsetzung noch bis Ende 2025 laufen wird. Verschiedene Lernangebote der globalen Geschäftsbereiche mittels „Business Area Academies" und spezifische Angebote der deutschen ABB werden ergänzt um Angebote rund um „Future skills“ und modulare Lerneinheiten - für White-collar wie auch für Blue-collar- Beschäftigte, wobei gerade für letztgenannte Zielgruppe auch eine Personalaufstockung erfolgte, um entsprechende Fort- und Weiterbildungsbausteine zu entwickeln. Das Projekt „Fort- und Weiterbildung neu gestalten“ soll im Jahr 2025 vollendet werden und damit eine werthaltige Fort- und Weiterbildung mit Zugang für alle Beschäftigten bieten. Diese Maßnahme wird zudem durch eine zwischen der deutschen ABB und der zuständigen Gewerkschaft im Jahr 2023 vereinbarte tarifliche Regelung unterstützt.

Veränderungen der Organisation - Legal Entity Management und ABB Way

Die Agilität innerhalb der ABB-Gruppe hat sich auch im Jahr 2024 auf unterschiedliche Weise fortgesetzt und weist ABB weiterhin als ausgesprochen dynamisches Unternehmen aus. Das im Jahr 2020 gestartete Projekt „Legal Entity Management“, heute „Legal Entity Rationalization“ - Verringerung der Anzahl der legalen Einheiten - wurde und wird fortgesetzt.

Die konsequente Zuordnung von Funktionen auf die Businesses - der „ABB way“ - wurde mit einer neuen Kalibrierung, die zum 01. Januar 2025 wirksam wurde, fortgesetzt.

Kommunikation bleibt Schlüssel zum Erfolg

Die bisherigen Kommunikationsinstrumente, um die verschiedenen Zielgruppen über die Vielzahl an Veränderungen zu informieren, wurden weiterhin eingesetzt. Insbesondere die „Leadership Calls“ haben sich dabei bewährt, Informationen einheitlich, schnell und zuverlässig an Führungskräfte zu transportieren. Auch weiterhin wurden Führungskräften Materialien zur Verfügung gestellt, um mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehaltvolle Teambesprechungen umzusetzen - die sogenannten „Leadership Moments“. Ergänzt werden diese Services um einen regelmäßigen „HR Deutschland Newsletter“, die alle Beschäftigten zu den HR-Themen wie Ausbildung, Fort- und Weiterbildung, aber auch Vergütung und weitere Themen unterrichtet.

Ausblick Personalbereich 2025

Die Integration von in den letzten Jahren erworbenen Unternehmen bleibt nach wie vor einer von mehreren Schwerpunkten der HR-Arbeit. Dabei stehen Arbeitsabläufe, IT- Instrumente, Strukturen, Policies, einheitliche Vergütungs- und Benefits-Politik weit vorne, die kulturelle Integration ist aber immer ebenso wichtig und besonders herausfordernd - und bedarf jedes Mal einer individuellen Lösung. Dazu gehört auch, dass die deutsche ABB dazu steht, dass die Beschäftigten im Konsolidierungsbereich der Tarifbindung der Metall- und Elektroindustrie unterliegen, was in aller Regel dazu führt, dass für neu erworbene Betriebe oder Gesellschaften zunächst Überleitungsverträge zu vereinbaren sind; eine hervorragende, vertrauensvolle und stetige Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern, d. h. den Betriebsräten wie auch der Gewerkschaft IG Metall, ist dabei unerlässlicher Pfeiler.

Das in der deutschen ABB im Vergleich zu Marktbegleitern weit fortgeschrittene Thema der Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen bleibt von großer Bedeutung und wird weiterentwickelt. Dabei geht es einmal um eine gewisse Erweiterung des bereits erwähnten Instruments der „Workation“, zum anderen aber auch darum, wie wir die teils neu entstehenden Büroflächen - insbesondere im ABB Campus Mannheim, der im Sommer 2024 bezogen werden konnte - mit all ihren neuen Nutzungsmöglichkeiten auch für Präsenz attraktiv machen und in Präsenz nutzen können.

Inwieweit angesichts der bundesdeutschen Neuwahlen der Gesetzgeber künftig Arbeitsschwerpunkte setzen wird, ist weniger planbar denn je. Selbst Vereinfachungen rechtlicher Natur führen neuerlich zu Umsetzungsaufwänden, die regelmäßig sehr hoch sind. Zudem wird global zu Mitte des Jahres 2025 ein HR Transformation Project („HRTP“) umgesetzt, nämlich die Einführung der Software „workday“. Alle Kollegen im Bereich HR, insbesondere im Front Office, arbeiten mit Hochdruck daran, dieses wichtige Transformationsprojekt zum Erfolg zu bringen, was vor allem möglich sein wird, weil andere Vorhaben im Bereich HR depriorisiert werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im Jahr 2024 investierte die ABB AG in Ihren Geschäftsbereichen über 141 Mio. € in die Entwicklung innovativer neuer Produkte, Lösungen und Dienstleistungen. Die Megatrends Nachhaltigkeit, Energiewende, Mobilitätswende, Robotik & Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern die Branche in vielerlei Hinsicht.

Vernetzte intelligente Geräte in der Elektrifizierung und Automatisierung bringen den Kunden von ABB neuen Mehrwert durch gesteigerte Produktivität, höhere Systemverfügbarkeiten und weitere neuartige Angebote. Neben den Entwicklungseinheiten unserer Geschäftsbereiche bzw. Business Areas, fokussiert sich das deutsche Forschungszentrum, welches mittlerweile in Mannheim angesiedelt ist, mit etwa 100 Mitarbeitenden auf neue Technologien für die Transformation der Produktion und Energieverteilung sowie auch auf den Einsatz nicht nur Analytischer, sondern auch Generativer Künstlicher Intelligenz in allen Business Areas und Produkt-Portfolios. Die Arbeit am Forschungszentrum legt außerdem großes Gewicht auf Co-Innovation, etwa über Konsortialprojekte, wo Kundenorientierung und schnelle Wertgenerierung einen großen Fokus haben.

Projektbeispiel: Software-defined Manufacturing für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie (SDM4FZI)

Im Rahmen des Verbundprojekts SDM4FZI wurden wandlungs- und zukunftsfähige Produktionssysteme entwickelt. Das Projekt SDM4FZI wurde durch das Förderprogramm „Zukunftsinvestitionen in der Fahrzeugindustrie“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

In diesem Projekt hat die ABB AG modulare Technologiepakete entwickelt, die flexibel zu umfassenden Lösungen für unterschiedliche Automatisierungsaufgaben kombiniert werden können. Um den optimalen Modularisierungsgrad von Hard- und Software zu bestimmen, wurden verschiedene Automatisierungssysteme analysiert.

Durch die Modularisierung und Standardisierung von Schnittstellen lässt sich ein vielschichtiges Lösungsportfolio für unterschiedlichste Anwendungsszenarien bereitstellen. Darüber hinaus wurde ein Großteil der Hardwarefunktionalität in Software übertragen, um weitere Kostenvorteile zu erschließen.

Ergänzend unterstützt eine entwickelte simulationsgestützte Risikobeurteilung die Analyse von Gefährdungen sowie die (teil-)automatisierte Konfiguration von Schutzmaßnahmen. Anhand unterschiedlicher Automatisierungszellen wurden die entwickelten Technologien erfolgreich implementiert, wodurch der Entwicklungsaufwand für individuelle, effiziente und anpassbare Roboteranwendungen signifikant reduziert werden konnte.

Auf diesen Technologien wird im Verbundprojekt „Digitales Ökosystem für KI-basierte Robotik“ (RoX) aufgebaut. RoX ist ein durch das BMWK gefördertes Forschungsprojekt, das im September 2024 mit 30 Monaten Laufzeit gestartet ist. Ein Konsortium aus führenden Industrie- und Wissenschaftspartnern hat sich zum Ziel gesetzt, ein digitales Ökosystem für KI-basierte Robotik mit skalierbaren und innovativen Lösungen zur Umsetzung in die Praxis zu entwickeln.

Akademische Kooperationen

Die deutsche ABB kooperiert außerdem in verschiedenen Formen mit Universitäten. Beispielsweise hat eine ABB-Forscherin eine Kooperationsprofessur an der TU Darmstadt inne. Mitarbeitende des Forschungszentrums halten zudem an weiteren Hochschulen Vorlesungen und Seminare, beispielsweise am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim oder der SRH-Hochschule in Heidelberg.

Außerdem werden Doktoranden an Universitäten durch Mitarbeitende des Forschungszentrums mitbetreut, u. a. an der TU Darmstadt und am KIT. Des Weiteren engagiert sich die deutsche ABB in relevanten Transferaktivitäten, wie beispielsweise mit dem KIT und dem Forschungszentrum Informatik Karlsruhe (FZI), um den Transfer akademischer Forschung schneller in Lösungen von ABB umzusetzen.

Mit der zuletzt im Bereich Automation Engineering getätigten Equipment Donation an das KIT, mit der das Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme (IRS) unter anderem mit Sensorik, Controllern sowie den ABB-Systemen 800xA und Freelance ausgestattet wurde, laufen erstmalig gemeinsame Lehre und Forschungsprojekte an. So wird zukünftigen Generationen von Automatisierungstechnik-Studierenden ein direkter Zugang zu aktueller ABB-Technologie gewährt.

KONSEQUENTES CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT

ABB agiert als ein technologisch führendes Unternehmen auf internationalen Märkten mit einem diversifizierten Portfolio an Produkten, Serviceleistungen und Systemlösungen. Diese Märkte sind von der Globalisierung geprägt - und infolgedessen durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Chancen und Risiken gekennzeichnet. ABB stellt sich dieser Herausforderung auf verschiedenen Ebenen durch konsequente und systematische Nutzung von Chancen und Minimierung von Risiken.

Bei ABB steht der bewusste Umgang mit Chancen und Risiken im Vordergrund, nicht die bloße Risikovermeidung. Die Aufgabe des Risikomanagementsystems bei ABB besteht somit nicht nur im Erfüllen gesetzlicher Anforderungen und bindender Verpflichtungen, sondern vor allem in der Sicherung der nachhaltigen Ertragskraft des Unternehmens.

Durch ein zeitnahes und umfassendes Reporting aller geschäftsrelevanten Daten wird sichergestellt, dass den Entscheidungsträgern der jeweils zuständigen Managementebene alle risikorelevanten Informationen aktuell zur Verfügung stehen. Diese Berichterstattung basiert auf Kostenstellen- und Profit-Center-Rechnungen und umfasst neben den jeweiligen vergangenheitsorientierten Monats- und Quartalsberichterstattungen eine rollierende Kurzfristplanung für das jeweils laufende Geschäftsjahr, eine Budgetierung für das jeweilige Folgejahr sowie eine mittelfristige Planung mit einem Planungshorizont von mehreren Jahren. Ergänzt wird dieses Standard-Reporting durch eine kurzfristige, wochengenaue Liquiditätsplanung sowie durch eine Vielzahl themenspezifischer Sonderberichte.

Die nachstehend dargestellten Chancen und Risiken können Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die Reihenfolge der dargestellten Chancen und Risiken gibt die gegenwärtige Einschätzung der Relevanz für ABB in Deutschland in absteigender Reihenfolge wieder.

Chancen durch globalen Marktauftritt

Der ABB AG und ihren Tochtergesellschaften bieten sich aufgrund ihres breiten und in vielen Arbeitsgebieten zur Branchenspitze gehörenden Portfolios gute Chancen für die Zukunft. Hierbei ist insbesondere die Fähigkeit hervorzuheben, durch die Zugehörigkeit zum weltweit agierenden ABB-Konzern, globale Kunden auf breiter Basis weltweit zu bedienen. Die internationale Ausrichtung des globalen ABB-Konzerns trägt dazu bei, international agierende Kunden in ihrem jeweiligen Marktumfeld mit Lösungen versorgen zu können.

Chancen und Risiken bestehen grundsätzlich in der aktuellen Marktentwicklung und der Unsicherheit über die geopolitische Entwicklung. Das Investitionsverhalten der Kunden unterliegt teilweise großen Schwankungen. Eine mögliche Stabilisierung und Beruhigung der Märkte ist momentan schwer einzuschätzen. Ein Anziehen der Märkte, in stärkerem Umfang als erwartet, bietet das Potenzial, die Auftragsbestände, die Umsätze und die Auslastung zu erhöhen. Ein Ausbleiben der erwarteten Nachfrage führt zu Schwierigkeiten in diesen Bereichen.

Ein Instrument zur Erweiterung des Produktportfolios und zur Schließung von Angebotslücken sind Akquisitionen. In den letzten Jahren hat der globale ABB-Konzern mit einigen Akquisitionen eine Ausweitung der Angebotspalette vorgenommen. Für die deutsche ABB ergeben sich Chancen, insbesondere durch die damit verbundene strategische Ausrichtung auf die für ABB wichtigen Wachstumsfelder in der Automatisierung und der Digitalisierung.

In diesem Kontext sind auch die Verlagerung und Bündelung bestimmter betrieblicher Funktionen zu sehen. Zentrale Aktivitäten wie Einkauf und Dienstleistungen in den Bereichen Finance, Human Resources und Information Systems werden von ABB an zentralen Stellen gebündelt. Hierdurch sollen Kosten gesenkt und Wettbewerbspositionen gestärkt werden.

Chancen durch Innovation

Zur Sicherstellung eines marktgerechten Angebots an Produkten, Serviceleistungen und Systemlösungen kommt den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten eine zentrale Rolle zu, um auch künftig die Produktivität und Effektivität unserer Kunden nachhaltig verbessern zu können. Im Interesse dieser Zielsetzung und wie in unseren Ausführungen zu Forschung und Entwicklung dargelegt investieren wir jährlich einen erheblichen Betrag in Forschung und Entwicklung.

Als innovatives Unternehmen arbeiten wir ständig an neuen Technologien, von denen wir erwarten, dass sie Lösungen für die Anforderungen der aktuellen Megatrends liefern. Dazu gehören der Umgang mit Klimawandel, Globalisierung und Digitalisierung. In unseren Ausführungen zu Forschung und Entwicklung skizzieren wir einige Felder, auf denen wir tätig sind und auf denen wir für unsere Kunden und Partner innovative Lösungen erarbeiten.

Durch innovative digitale Produkte, Serviceleistungen und Systemlösungen wird unsere Geschäftsentwicklung profitieren. Wir sehen Wachstumschancen darin, durch Innovation den Zugang zu neuen Märkten und Kunden zu erschließen. Unsere Fokussierung auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ermöglicht uns, Mehrwert für unsere Kunden zu liefern.

Chancen durch Risikomanagement

Um Chancen und Risiken zu identifizieren und zu bewerten, setzt ABB vielfältige Regelungen und Instrumente ein. Diese werden sowohl von der globalen Konzernobergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, als auch vom Vorstand der ABB AG, sowie von den Geschäftsleitungen der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche vorgegeben.

Zentrales Element des Risikomanagementsystems bei ABB ist der Planungsprozess, in dessen Verlauf alle Chancen und Risiken der Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche untersucht und bewertet werden. Fester Bestandteil sind Markt- und Wettbewerbsanalysen in den operativen Bereichen. Darauf basierend werden Ziele und Maßnahmen vereinbart, um vorhandene Möglichkeiten weitestgehend zu nutzen und etwaige Gefahren so gut wie möglich zu vermeiden.

Weitere Komponenten des Risikomanagements der ABB sind ein System weltweit gültiger Konzernrichtlinien als normativer Rahmen für alle Unternehmensfunktionen, dezentrale Verantwortlichkeiten sowie ein effizientes Berichtswesen. Mit Hilfe der weltweit gültigen Konzernrichtlinien für alle wesentlichen Funktionen im Unternehmen wird nicht nur ein einheitliches Vorgehen innerhalb des Konzerns sichergestellt, sondern auch die Grundlage für ein konzernweit einheitliches Verständnis des Chancen- und Risikomanagements geschaffen, das die Grundvoraussetzung eines effizienten Risikomanagementsystems darstellt.

Das einheitliche Verständnis des Chancen- und Risikomanagements wird zentral von der Konzernleitung koordiniert und gesteuert - die Verantwortung für dessen konkrete Ausgestaltung liegt bei den einzelnen Landesgesellschaften und deren jeweiligen Geschäftseinheiten. Durch dezentrale Richtlinien auf Ebene der Landesgesellschaften und der Geschäftseinheiten wird die praktische Umsetzung konkretisiert.

Die Geschäftsbereiche der ABB AG und ihre Tochtergesellschaften sind in das globale ABB-Enterprise-Risk-Management-Programm eingebunden. Dies ist ein global koordinierter Prozess, in dem strategische, operative und finanzielle Risiken erfasst und bewertet werden. Alle identifizierten Risiken werden nach vorgegebenen Kriterien mit Bezug auf die mögliche Auswirkung, die Wahrscheinlichkeit des Eintritts sowie den erwarteten Eintrittszeitpunkt klassifiziert. Für die ABB ist dieser Prozess ein wichtiger Bestandteil im Risikomanagement, da allen Risiken Maßnahmen und verantwortliche Personen zugeordnet werden, mit denen die Risiken vermieden oder in ihrer Wirkung reduziert werden können.

Die ABB in Deutschland hat einen Krisenstab, dessen Krisenstabsleiter der Vorstandsvorsitzende der ABB AG ist, also eine Aufbauorganisation, die bei Krisen einen bestimmten Krisenprozess, die Ablauforganisation, systematisch durchläuft, um Krisen effektiv zu bewältigen. Auf regelmäßiger Basis wird der Krisenstab der deutschen ABB, so der ABB AG wie auch der Tochtergesellschaften, geschult. In den vergangenen Jahren sah sich die deutsche ABB mit Krisen wie der Pandemie COVID-19 oder potenziellen Produktproblemen bei Kunden konfrontiert.

Beurteilung der Chancenlage

Insgesamt sehen wir die ABB in Deutschland sehr gut aufgestellt, um aus dem chancenorientierten Umgang mit Risiken Wachstum und Profitabilität zu realisieren.

RISIKEN DURCH STRATEGISCHE FAKTOREN

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Wesentliche externe Risiken für ein international agierendes Unternehmen liegen im Konjunkturverlauf und in den damit einhergehenden Nachfrageschwankungen in den jeweiligen Märkten, denen durch eine systematische Analyse der jeweiligen Absatzmärkte sowie durch die frühzeitige Ausrichtung der Geschäftsstrategien an sich abzeichnenden Veränderungen Rechnung getragen wird, um insbesondere Unterbeschäftigungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken. Aber auch disruptive Veränderungen wie beispielsweise der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine oder auch die Energiekrise, führen zu Risiken, die ein Unternehmen bewältigen muss.

Arbeitsschutz- und Gesundheitsrisiken

ABB erfasst auf Konzernebene eine Vielzahl von Arbeits- und Gesundheitsschutzdaten. Arbeitssicherheit ist für ABB ein Anliegen von höchster Priorität. Ein exzellenter Unternehmensbetrieb ist nur mit einem hohen Maß an Arbeitssicherheit möglich. Aus diesem Grund sind unter anderem in den Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen Arbeitsschutzmanagementsysteme nach DIN EN ISO 45001 eingeführt, zertifiziert und Bestandteil eines übergeordneten Integrierten Managementsystems.

Parallel hierzu wird das Thema Gesundheitsvorsorge und Prävention aktiv im Unternehmen beworben und durch verschiedene Maßnahmen unterstützt. Das erreichte Niveau wird durch das Engagement des Managements, die individuelle Führungsstärke, die Aufmerksamkeit für Details und die Disziplin der Beschäftigten gewährleistet.

Produkt- und Umweltrisiken

Zur Vermeidung von Produkt- und Umweltrisiken erfolgt eine Absicherung durch ein dichtes Netz von internen und externen Qualitätssicherungsmaßnahmen, bei denen auch wichtige Lieferanten intensiv überprüft werden. Innerhalb des deutschen ABB-Konzerns erfolgen sämtliche Prozessabläufe unter Berücksichtigung nationaler als auch internationaler Umweltregelungen und Umweltverordnungen, deren konkrete Anforderungen in den einzelnen operativen Einheiten berücksichtigt werden.

Hierzu sind in den Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 eingeführt und zertifiziert. Darüber hinaus erfüllt unser Integriertes Management-System auch die Anforderungen nach ISO 9001, DIN EN ISO 45001, ISO 50001 bzw. DIN EN 16247-1 und wird in spezifischen Geschäftsbereichen durch Kundenstandards, wie beispielsweise für die Bahn- und Automobilindustrie, ergänzt.

Die einzelnen Einheiten werden regelmäßig internen und externen Auditierungen durch Kunden sowie unabhängige Zertifizierungsorganisationen unterzogen, im Rahmen derer auch die Einhaltung von bindenden Verpflichtungen und damit verbundenen gesetzlichen Regelungen festgestellt wird. Im Bereich Brandschutz gibt es regelmäßige Bewertungen der Brandschutzkonzepte und Beurteilungen der Sachversicherer.

Mit Blick auf Nachhaltigkeit und nicht zuletzt auch in Bezug auf die Umwelt nimmt der ABB-Konzern regelmäßig eine Einschätzung seiner Situation vor, setzt sich bei erkannten Potenzialen Ziele und hält deren Erreichung nach. Die funktions- und konzernübergreifenden Maßnahmen werden in einem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, um eine größtmögliche Transparenz der Aktivitäten zu gewährleisten.

RISIKEN IN OPERATIVEN BEREICHEN

Risiken der Auftragsabwicklung

Insbesondere die im Anlagenbau und im Systemgeschäft tätigen Einheiten unseres Konzerns sind dem Risiko unvorhergesehener technischer Schwierigkeiten oder Störungen in der Wertschöpfungskette aufgrund von Problemen bei unseren Vertragspartnern und Subunternehmern ausgesetzt. Durch intensive technische und kommerzielle Analysen möglicher Chancen und Risiken bereits im Vorfeld der Angebotsabgabe, wird die Grundlage für eine optimale Projektabwicklung gelegt. Aufgrund der Langfristigkeit der Auftragsabwicklung und der oft erforderlichen Spezifikationsänderungen setzt ABB auf ein systematisches und umfassendes Projektmanagement, um Risiken in den Aufträgen zu minimieren. Durch regelmäßig durchgeführte Risk Reviews - auf Basis aktueller Auftragskalkulationen - wird die Auftragsplanung ständig aktualisiert. Risiken werden laufend überwacht und bei Bedarf auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten durch Rückstellungen bilanziell berücksichtigt. Darüber hinaus unterziehen wir unsere weltweiten Lieferanten und Subunternehmer einer strengen Qualitäts -, Umwelt -, Arbeitssicherheit -, Lieferkettensorgfaltspflichten- und Bonitätsprüfung.

Im Produktgeschäft umfasst das Risikomanagement systematische Marktanalysen und Benchmarks, deren Ergebnisse in die aktuelle Planung einfließen. Darüber hinaus werden Risiken aus Gewährleistungszusagen einer regelmäßigen Bewertung unterzogen, deren Ergebnisse sowohl in den Kalkulationsprozess münden als auch gleichzeitig die Grundlage für eine ausreichende bilanzielle Risikovorsorge darstellen.

Produktionsrisiken

Auslastungsschwankungen in der Produktion können durch entsprechende flexible Arbeitszeitmodelle innerhalb eines bestimmten Rahmens kostengünstig und situativ ausgeglichen werden. Das Risiko von Produktionsausfällen oder Produktionsunterbrechungen ist durch angemessene Versicherungsverträge abgedeckt. Standortbezogen ist ein Business-Continuity-Plan etabliert, der regelmäßig und in Zusammenarbeit mit dem Versicherungsgeber aktualisiert wird. Hierin werden auch Abhängigkeiten zu den Hauptlieferketten und zwischen einzelnen Produktionsstandorten untersucht, um mögliche Auswirkungen von Ausfällen frühzeitig erkennen zu können.

Personalrisiken

Als internationaler Technologiekonzern benötigt ABB Mitarbeitende, die zukunfts- und prozessorientiert, kompetent und zuverlässig denken und handeln, da technologische Führerschaft ohne hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte nicht denkbar ist. Insofern steht ABB mit anderen Unternehmen im Wettbewerb, um die nachhaltige Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender zu sichern.

Um dieses Ziel auch angesichts der demografischen Entwicklung zu erreichen, ist eine Personalstrategie definiert, die einen zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie darstellt und als Leitbild für die tägliche Personalarbeit dient. Diese Maßnahmen sind nach unserem Dafürhalten geeignet, den beschriebenen Personalrisiken entgegenzuwirken.

Für einzelne Positionen mit hohem Verantwortungsgrad führt ABB ein konzernweites Pre-Employment-Screening unter strenger Auslegung der Datenschutzkonformität durch, um Risiken der Integrität, Loyalität, Reputation und durch Interessenkonflikte zu begegnen. Das Screening vor der Besetzung solcher Positionen dient dazu, das Risiko der Einstellung von Führungskräften zu verringern, die eine Gefahr für das Unternehmen darstellen könnten, weil sie in der Vergangenheit straffällig geworden sind oder ihre Qualifikationen für eine bestimmte Stelle falsch dargestellt haben, indem sie bei der Bewerbung ungültige oder falsche Angaben gemacht haben. Das Ziel dieses Verfahrens ist es, die potenziellen Risiken zu mindern, indem man im Rahmen der Rekrutierung Überprüfungen durchführt bevor einem Bewerber ein mündliches oder schriftliches Angebot unterbreitet wird.

Informationsschutzrisiken

Auf Grund der weiterhin angespannten Bedrohungslage in der Informations- und Cyber-Sicherheit sowie den gesetzlichen Anforderungen des Cyber Resilience Acts und der NIS-2-Richtlinie fokussiert sich ABB mit Nachdruck darauf, diese Bereiche zu stärken und dadurch die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen sicherzustellen. Dies wird durch kontinuierliche Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für die Mitarbeitenden sowie durch entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen verfolgt. Um den Anforderungen an die Informationssicherheit auch zukünftig gerecht zu werden, richtet sich ABB an internationalen Standards, wie der ISO 27001 und dem NIST Cybersecurity Framework aus.

RISIKEN FINANZIELLER NATUR

Beschaffungspreisrisiken

Die Entwicklung der Beschaffungspreise war im vergangenen Jahr starken Schwankungen unterworfen. Derartigen Preisrisiken auf den Beschaffungsmärkten begegnen wir im Rahmen unseres Risikomanagements durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen. Typische Maßnahmen sind beispielsweise ein aktives Management von Warengruppen in globalen Märkten und die Absicherung von Preisen bei längerfristigen Aufträgen. Außerdem streben wir nach einem bewussten Umgang mit Konfliktstoffen und der Anpassung unserer nachhaltigen Beschaffungsprozesse an das neue Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), um den zunehmenden Auswirkungen auf Beschaffungs- und Prozesskosten aktiv entgegenzuwirken.

Absatzpreisrisiken

Aufgrund des anhaltenden Preisdrucks auf einzelnen Absatzmärkten sehen sich die operativen Einheiten des Konzerns ständigem Margendruck gegenüber. Diesem Risiko wird Rechnung getragen, indem regelmäßig die Möglichkeiten zur weiteren Optimierung der Fertigungsabläufe und der Kostenreduzierung überprüft und durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. Ebenso wird ein professionelles Preis- und Margenmanagement zur Optimierung der Absatzpreise verfolgt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund unserer internationalen Ausrichtung sind mit den operativen Geschäftsaktivitäten der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche sowohl Währungs- als auch Zinsänderungsrisiken verbunden, denen durch entsprechende Sicherungsgeschäfte (hauptsächlich Devisentermingeschäfte) entgegengewirkt wird. Durch konzerninterne Richtlinien und Vorschriften werden der Handlungsrahmen und die Verantwortlichkeiten für solche Sicherungsgeschäfte verbindlich festgelegt. Gemäß diesen konzerninternen Regelungen dürfen Finanzderivate ausschließlich zur Sicherung entsprechender Grundgeschäfte eingesetzt werden, wobei der Zusammenhang zwischen dem Grundgeschäft und dem jeweiligen Sicherungsgeschäft transaktionsbezogen zu dokumentieren ist. Der Einsatz von Finanzderivaten zum Zwecke der Spekulation ist nicht zulässig. Darüber hinaus erfolgt eine Risikobegrenzung auf diesem Gebiet dadurch, dass sämtliche Sicherungsmaßnahmen ausschließlich über das Treasury Center des ABB-Konzerns abgewickelt werden.

Hinsichtlich laufender oder sich abzeichnender Rechtsstreitigkeiten sehen wir keine wesentlichen Risiken, für die nicht bereits bilanzielle Vorsorge getroffen worden wäre.

Sowohl der globale ABB-Konzern als auch die einzelnen Gesellschaften in den Ländern halten sich strikt an außenwirtschaftsrechtliche Beschränkungen, Embargos und Sanktionen. Sie haben entsprechende Verfahren und Verantwortlichkeiten festgelegt, die der Empfehlung 2019/1318 der EU-Kommission vom 30. Juli 2019 zu internen Compliance-Programmen (ICP) für die Kontrolle des Handels mit Gütern mit doppeltem Verwendungszweck (Dual-Use-Güter) entsprechen. Komplexität und Umfang der Vorgaben und gesetzlichen Regelungen sowie deren kurzfristige Änderungen stellen dabei eine große Herausforderung bei der Umsetzung dar. Die Einhaltung der ICP im Rahmen der Akquisition von neuen Gesellschaften bzw. die Ausweitung der ICP auf zu integrierende Geschäftseinheiten stellt eine besondere Anstrengung dar.

Datenschutz ist bei ABB ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse. Das weltweite Datenschutzsystem der ABB-Gruppe, das ABB Privacy Management Tool, welches als Bestandteil des Konzernprogramms zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) implementiert wurde, ist fester Bestandteil des Integrierten Management Systems (IMS). Dies beinhaltet insbesondere Datenschutzsysteme in Bezug auf die Einhaltung der Rechenschaftspflicht, wie ein elektronisches Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten mit integrierten Genehmigungsprozessen, Risikoanalyse und ggfs. Datenschutz-Folgeabschätzungen sowie ein System zur Steuerung der Datenschutzhinweise zur Erfüllung des Transparenzgebots (Informationspflichten). Ferner gibt es ein System zur Behandlung der Anträge der betroffenen Personen nach der DSGVO. Die Datenschutzorganisation der ABB-Gruppe unterliegt ständigen Anpassungen an die geänderten Konzernstrukturen und wird auch innerhalb der deutschen ABB dementsprechend angepasst.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Qualität unseres Risikomanagementsystems regelmäßig - sowohl durch unsere interne Revision als auch durch interne Testprozeduren - in den Geschäftsbereichen bzw. Gesellschaften geprüft und die aus diesen Prüfungen gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich etwaiger Verbesserungspotenziale für ein effizientes Risikomanagement zeitnah umgesetzt werden. Darüber hinaus werden das Design und die Effektivität von Kontrollen innerhalb bedeutsamer Prozesse im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch unseren Wirtschaftsprüfer getestet.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Unter Würdigung aller zuvor genannten Risikofelder und der beschriebenen Maßnahmen, die im Rahmen unseres Risikomanagementsystems ergriffen werden liegen bestandsgefährdende Risiken nicht vor.

GESCHÄFTSERWARTUNG

Die Erwartungen der ABB AG für das Geschäftsjahr 2024 wurden in einem schwierigen Umfeld weitestgehend erfüllt. Bei den Auftragseingängen wurde ein leichter Anstieg im Geschäftsjahr 2024 erwartet - diese Erwartungen konnten auch erfüllt werden. Bei den Umsatzerlösen der ABB AG gingen wir ebenfalls von einem leichten Anstieg im Geschäftsjahr 2024 aus. Auch diese Erwartung wurde erfüllt, da die Umsatzerlöse die Werte des Vorjahres leicht übertrafen. Für das Ergebnis vor Ertragsteuern rechneten wir für das Berichtsjahr mit einer stabilen Entwicklung auf Höhe des Vorjahres. Das Ergebnis fiel insgesamt jedoch deutlich besser als im Vorjahr aus und übertraf damit unsere Erwartungen deutlich. Bei der Zahl der Mitarbeitenden (ohne Auszubildende) gingen wir insgesamt von einer stabilen Entwicklung auf Höhe des Vorjahres aus. Die Entwicklung im Berichtsjahr führte zu einem Anstieg der Beschäftigtenzahl, die über dem erwarteten Niveau lag.

Das Geschäftsjahr 2025 wird voraussichtlich weiterhin durch ein unsicheres Marktumfeld und eine gewisse Investitionszurückhaltung geprägt werden, das zu uneinheitlichen Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen der ABB AG führt. Insgesamt rechnen wir mittel- bis langfristig mit einer durchweg positiven Entwicklung. Die bereits umgesetzten oder noch anstehenden Maßnahmen sollten auch weiterhin Auftragseingänge auf einem hohen Niveau generieren. Für die Umsatzerlöse gehen wir von einer stabilen Entwicklung aus und rechnen für das Jahr 2025 mit Umsatzerlösen auf Höhe des Berichtsjahres. Auf Basis dieser Entwicklung des Geschäftsvolumens erwarten wir für das Jahr 2025, das Ergebnis vor Ertragsteuern auf Höhe des Berichtsjahres zu stabilisieren. Auch die Anzahl der Mitarbeitenden sollte weitestgehend stabil auf Höhe des Berichtsjahres bleiben.

Wie im Nachtragsbericht im Anhang erläutert, plant das Management, nach dem Aufstellungszeitpunkt, aber vor dem 01. September 2025, drei deutsche Gesellschaften der ABB Gruppe, die ABB STOTZ-KONTAKT GmbH, die Busch-Jaeger Elektro GmbH und die ABB Striebel & John GmbH auf die ABB AG zu verschmelzen. Ziel ist es, im Einklang mit dem ABB Way, die Prozesse für Kunden und Partner zu vereinfachen, mehr Transparenz zu schaffen sowie die interne Effizienz und Effektivität zu steigern. Die Verschmelzungen sollen nach den Plänen des Managements rückwirkend auf den 01. Januar 2025 erfolgen. Die Umsetzung dieses Plans würde für die ABB AG zu einer starken Erhöhung der Umsatzerlöse, des Auftragseingangs und der Zahl der Mitarbeitenden führen.

Die Umsatzerlöse der drei zu verschmelzenden Gesellschaften betrugen im abgelaufenen, zum 31. Dezember 2024 endenden Geschäftsjahr 915 Mio. EUR (ABB STOTZ-KONTAKT GmbH), 585 Mio. EUR (Busch-Jaeger Elektro GmbH) und 166 Mio. EUR (ABB Striebel & John GmbH). Die Zahl der Mitarbeitenden der drei Gesellschaften betrug im abgelaufenen, zum 31. Dezember 2024 endenden Geschäftsjahr 1.515 (ABB STOTZ-KONTAKT GmbH), 1.177 (Busch-Jaeger Elektro GmbH) und 382 (ABB Striebel & John GmbH). Die Auftragseingänge der drei Gesellschaften betrugen im abgelaufenen, zum 31. Dezember 2024 endenden Geschäftsjahr 872 Mio. EUR (ABB STOTZ-KONTAKT GmbH), 536 Mio. EUR (Busch-Jaeger Elektro GmbH) und 154 Mio. EUR (ABB Striebel & John GmbH). Die drei Gesellschaften sind bereits über einen Gewinnabführungsvertrag an die ABB AG angebunden, so dass sich die Kennzahl Ergebnis vor Ertragsteuern auf der Grundlage des abgelaufenen, zum 31. Dezember 2024 endenden Geschäftsjahres nicht erhöhen würde.

Geschäftsbereich Antriebstechnik

Der Geschäftsbereich Antriebstechnik erlebte ein herausforderndes Geschäftsjahr. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte stagnierte die Nachfrage nach antriebstechnischen Lösungen - speziell das Serien- bzw. Basisgeschäft blieb hinter den Erwartungen zurück. Der erfolgreiche Umzug von Ladenburg nach Mannheim stellt einen Meilenstein für den Geschäftsbereich und die zukünftige Marktpräsenz dar.

Für das Geschäftsjahr 2025 liegt der Fokus des Geschäftsbereichs auf der Verfolgung strategischer Wachstumsinitiativen mit den Schwerpunktthemen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, wobei das vielfältige Produktportfolio an innovativen Technologien einen Beitrag für eine nachhaltigere Ressourcennutzung leisten wird. Für den Jahresbeginn 2025 wird eine weiterhin zurückhaltende Marktnachfrage im Serien- und Produktgeschäft prognostiziert. Die gesteigerte Nachfrage und das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte des Berichtsjahres ermutigt und es wird für 2025 insgesamt eine Geschäftsverbesserung über alle Bereiche hinweg erwartet.

Geschäftsbereich Elektrifizierung

Im Geschäftsjahr 2024 zeigten sich in den Divisionen des Geschäftsbereichs Elektrifizierung im Bereich Mittelspannungsprodukte der ABB AG unterschiedliche Entwicklungen. Während das Projektgeschäft eine positive Entwicklung verzeichnen konnte, war der Industriesektor von stagnierenden Auftragseingängen gekennzeichnet. Das Gebäudesegment erlebte auch im dritten Jahr in Folge keine Wiederbelebung, weist allerdings geringe positive Trends im Geschäftsvolumen auf.

Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für das Geschäftsjahr 2025 deuten auf ein moderates Wachstum hin. Zudem wird für die Inflation ein Rückgang prognostiziert, der näher an der Zielmarke der Europäischen Zentralbank liegt. Allerdings gibt es auch Warnungen, dass 2025 ein entscheidendes Jahr für die deutsche Wirtschaft sein könnte, in dem eine Wende notwendig ist, um einen weiteren Rückgang, insbesondere im Industriesektor, zu vermeiden. Die Institute weisen darauf hin, dass die Wirtschaft vor Herausforderungen steht, die durch politische Entscheidungen beeinflusst werden könnten.

Insgesamt bleibt die Konsumzurückhaltung der Verbraucher bestehen, und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen wird geringer eingeschätzt. Trotz eines steigenden Wohnraumbedarfs wird ein Rückgang der Neubauten im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. Das Investitionsverhalten - sowohl im Wohnbau als auch im Gewerbebau - hat sich deutlich verändert, wobei Projekte teilweise verschoben oder storniert werden. Es wird erwartet, dass sich die Investitionszurückhaltung kurzfristig nicht auflöst, obwohl die langfristigen Perspektiven für den Bereich - gestützt durch den Bedarf an Wohnraum und Gebäudeinfrastruktur - positiv bleiben.

Für das Industriesegment ist die Geschäftserwartung für das Jahr 2025 leicht positiv. Der Geschäftsbereich fokussiert sich auf seine strategischen Wachstumsinitiativen, u. a. bei Netzbetreibern und Data Center, und strebt dementsprechend auch im Jahr 2025 im Rahmen der Initiativen einen Beitrag für eine positive Geschäftsentwicklung an.

Geschäftsbereich Prozessautomation

Im Energiesektor wird der Fokus des Geschäftsbereichs auch 2025 auf der Sicherstellung zugänglicher und erschwinglicher Energie für alle liegen. Die Division Energy Industries sieht diesbezüglich weiterhin einen immensen Investitionsbedarf in Deutschland, Europa sowie weltweit und unterstützt ihre Kunden dahingehend mit Automatisierungs- und Elektrifizierungslösungen; unter anderem bei der Reduzierung der Emissionen und der Erweiterung des Energiemixes für mehr Kapazität und Vielfalt.

Die Division Prozessindustrie befindet sich weiterhin mit den Industriesegmenten Mining, Metals sowie Pulp & Paper und Zement in einem herausfordernden Marktumfeld. Hohe Energiekosten, die Dekarbonisierung und teilweise festzustellende Überkapazitäten sind hierfür die maßgeblichen Faktoren. Für das Geschäftsjahr 2025 wird auf Basis der Rahmenbedingungen der unterschiedlichen Branchen ein insgesamt ähnliches Niveau wie im Jahr 2024 erwartet.

Die Division Measurement & Analytics blickt auf ein durchwachsenes Jahr 2024 zurück.

So erzielten die Bereiche Force Measurement und Analytics vertriebsseitig und im Service ein erfreulich positives Geschäftsvolumen. Dementsprechend blicken diese Bereiche trotz trüber Wirtschaftslage vorsichtig positiv auf 2025. Im Bereich Instrumentierungsvertrieb lagen vor allem die Auftragseingänge in der zweiten Jahreshälfte 2024 deutlich unter den Erwartungen, wodurch sich in diesem Bereich ein eher zurückhaltender Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025 zeigt. Die schwache Nachfrage aus Asien und Nordamerika wirkte sich spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2024 spürbar negativ auf die beiden deutschen Werke aus, die vor allem aufgrund des sehr niedrigen Auftragsbestands und des aktuell schwachen Auftragseingangs 2025 mit einer schwierigen Situation konfrontiert werden.

Für die Division Marine & Ports war das Jahr 2024 ein positives Geschäftsjahr, das im Wesentlichen durch Aufträge für die Modernisierung von Automation und Schutztechnik für Seeschiffe, zulassungsrelevante Wartungen für Kreuzfahrtschiffe sowie Aufträge für schiffsseitige Landanschlüsse bestimmt war. Die Erwartungen für das Jahr 2025 bewegen sich auf dem Niveau des Jahres 2024.

Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation

Die Nachfrage war im Jahr 2024 rückläufig, was vor allem auf eine zunehmend zurückhaltende Investitionstätigkeit zurückzuführen ist, die im Zusammenhang mit bekannten wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten steht.

Die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2025 wird weiterhin von der weltweit schlechten Marktlage sowie den geopolitischen Unsicherheiten und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland beeinflusst werden. Kurzfristig ist von einem unsicheren Marktumfeld und einer eher verhaltenen Investitionstätigkeit auszugehen.

Mittel- und langfristig sind jedoch weiterhin positive Wachstumsaussichten zu erwarten. Der Trend zur Automatisierung - besonders bei klein- und mittelständischen Unternehmen - wird sich fortsetzen und durch das immer größer werdende Sortiment an kollaborativen Robotern können neue Märkte und Anwendungsfelder erschlossen werden. Der Fachkräftemangel und zunehmend auch Arbeitskräftemangel in Deutschland wird die Notwendigkeit zur weiteren Automatisierung von einzelnen Prozessschritten verstärken und sich positiv auf die Nachfrage nach Robotik-Lösungen und Fertigungsautomatisierung auswirken.

Mannheim, den 26. März 2025

ABB AG

Der Vorstand

Perotti

Zumkeller

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat hat die ihm durch Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er beriet und überwachte den Vorstand und tagte im Jahr 2024 pro Quartal einmal in ordentlicher Sitzung.

Neben der Planung, der Rentabilität und der Lage der Gesellschaft und des deutschen ABB-Teilkonzerns standen die Geschäftsentwicklung in den vier Geschäftsbereichen bzw. Business Areas Robotik & Fertigungsautomation (RA), Elektrifizierung (EL), Prozessautomation (PA) und Antriebstechnik (MO) im Vordergrund der Erörterungen. Hierzu war jeweils ein Vertreter der vier Geschäftsbereiche in den Sitzungen zu Gast und berichtete. Weitere Schwerpunkte bildeten die Weltwirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und die jeweils ergriffenen Maßnahmen und Vorkehrungen sowie die Personalentwicklung der Gesellschaft. Ebenso berichtete der Vorstand über die Herausforderungen aufgrund der geopolitischen Veränderungen und deren Folgen für die Gesellschaft. Schließlich wurden weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Diversität und der Inklusion besprochen.

Weiterhin beschäftigte sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die ABB AG und den personalpolitischen Möglichkeiten, wie hierbei frühzeitig gegengesteuert werden kann. Dazu wurde in der Sitzung des dritten Quartals ausführlich über die Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung am Standort des Ausbildungszentrums Berlin berichtet.

Der Aufsichtsrat unterrichtete sich auch über etwaige Compliance-Fälle und den Stand des Compliance-Programms und damit zusammenhängende Fragen, insbesondere zu dem Compliance-Fall in dem südafrikanischen Projekt Kusile der Division Process Automation Energy Industries (PAEN). Dieser konnte im Berichtsjahr mit Blick auf die Gesellschaft ohne negative rechtliche Auswirkungen abgeschlossen werden.

In der Sitzung, in der der Aufsichtsrat den Jahresabschluss billigte, berichtete der Wirtschaftsprüfer über das Ergebnis seiner Prüfung. Zudem erstattete der Vorstand dem Aufsichtsrat monatlich und quartalsweise schriftlichen Bericht. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Gesprächen des Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand. Der Personalausschuss konferierte im Berichtsjahr dreimal. Der Ausschuss nach § 27 III MitbestG tagte nicht. Über die Arbeit des Personalausschusses berichtete der Vorsitzende des Aufsichtsrats jeweils dem Gesamtaufsichtsrat.

Jahresabschluss und Lagebericht der ABB AG wurden im Auftrag des Aufsichtsrats von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat nahm von dem Prüfergebnis zustimmend Kenntnis. Nach seiner eigenen abschließenden Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Lageberichts der Gesellschaft ergaben sich keine Beanstandungen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss in seiner Sitzung am 26. März 2025 gebilligt und damit festgestellt.

In der Sitzung des vierten Quartals am 19. Dezember 2024 beschloss der Aufsichtsrat, die Bestellung von Herrn Alexander Zumkeller als Mitglied des Vorstands ab dem 01. Juli 2025 um 18 Monate, d. h. bis zum 31. Dezember 2026, zu verlängern.

Im Hinblick auf die Mitglieder des Aufsichtsrats ergaben sich im Berichtszeitraum folgende Veränderungen: Auf Seiten der Anteilseignervertreter schied Herr Rudolf Zimmermann mit Wirkung zum Ablauf des 31. März 2024 aus dem Aufsichtsrat aus. Als seine Nachfolgerin wurde Frau Anke Hampel in der ordentlichen Hauptversammlung der ABB AG am 28. März 2024 als neues Aufsichtsratsmitglied der Anteilseignerseite gewählt. Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter schied Herr Mirko Geiger mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung der ABB AG am 28. März 2024 aus dem Aufsichtsrat der Gesellschaft aus. Als sein Nachfolger wurde Herr Thomas Bohlender mit Beschluss des Amtsgerichts Mannheim vom 4. April 2024 gerichtlich als neues Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmerseite bestellt.

Mannheim, den 26. März 2025

Klaus Eble, Vorsitzender des Aufsichtsrats

BILANZ

Aktiva (in Tsd. €)

Anhang 31.12.2024 31.12.2023
A. Anlagevermögen (4)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 5.650 6.397
II. Sachanlagen 277.391 240.367
III. Finanzanlagen 155.443 155.443
Summe 438.484 402.207
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (5) 400.901 476.156
Verrechnete Kundenanzahlungen -145.933 -225.170
254.968 250.986
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (6) 229.821 220.384
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (6,7) 1.095.636 1.109.602
3. Sonstige Vermögensgegenstände (6) 46.717 28.100
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten (7) 3.837 13.708
Summe 1.630.979 1.622.780
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.806 2.452
Bilanzsumme 2.071.269 2.027.439

Passiva (in Tsd. €)

Anhang 31.12.2024 31.12.2023
A. Eigenkapital (9)
I. Gezeichnetes Kapital (10) 167.500 167.500
II. Kapitalrücklagen (10) 57.131 57.131
III. Gewinnrücklagen (11) 469.282 469.282
IV. Bilanzgewinn 351 351
Summe 694.264 694.264
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (12) 292.296 315.156
2. Steuerrückstellungen (13) 10.990 26.178
3. Sonstige Rückstellungen (14) 288.156 324.860
Summe 591.442 666.194
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (15) 35 523
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (15) 270.475 348.805
Verrechnet mit Vorräten -145.933 -225.170
124.542 123.635
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (15) 80.329 67.883
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (7,15) 513.869 417.859
5. Sonstige Verbindlichkeiten (15) 54.763 48.163
Summe 773.538 658.063
D. Rechnungsabgrenzungsposten 12.025 8.918
Bilanzsumme 2.071.269 2.027.439

GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

(in Tsd. €) Anhang 2024 2023
1. Umsatzerlöse (19) 1.814.776 1.776.488
2. Bestandsveränderung -72.988 -1.266
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 159 148
4. Sonstige betriebliche Erträge (20) 41.315 32.428
5. Gesamtleistung 1.783.262 1.807.798
6. Materialaufwand (21) -887.331 -989.941
7. Personalaufwand (22) -465.475 -459.473
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen (24) -19.395 -16.156
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen (25) -313.541 -298.265
10. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 97.520 43.963
11. Beteiligungsergebnis (26) 113.836 86.571
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (27) 55.237 59.110
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (27) -3.751 -2.434
14. Ergebnis vor Ertragsteuern 262.842 187.210
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (28) 15.896 -3.659
16. Steuerumlage durch die Muttergesellschaft (28) -44.702 -30.192
17. Ergebnisübernahme durch die Muttergesellschaft (31) -234.036 -153.359
18. Ergebnis nach Ertragsteuern / Jahresüberschuss - -
19. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr (9) 351 351
20. Bilanzgewinn 351 351

ANHANG

VORSTAND

Eric Perotti

Vorsitzender des Vorstands

Alexander R. Zumkeller

Arbeitsdirektor

AUFSICHTSRAT

Klaus Eble

Wollerau / Schweiz,

Vorsitzender des Aufsichtsrats,

Group Head Internal Audit der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz

Daniela Schiermeier1)

Mannheim,

stellv. Vorsitzende des Aufsichtsrats,

Vorsitzende des Konzernbetriebsrats,

Präsidentin des Europäischen ABB-Betriebsrats, Mannheim

Rainer Benz1)

Leimen,

ABB Messtechnik - Globaler Service,

Leiter Analysentechnik und Instrumentierung,

Sprecher der Leitenden Angestellten der ABB Deutschland

Thomas Bohlender1)

Hockenheim,

Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Geschäftsstelle Heidelberg (ab 04.04.2024)

Verena zu Dohna1)

Frankfurt am Main,

(Syndikus-)Rechtsanwältin,

Leiterin des Ressorts Betriebsverfassung und Mitbestimmungspolitik beim Vorstand der IG Metall, Frankfurt am Main

Mirko Geiger1)

Heidelberg,

1. Bevollmächtigter der IG Metall, IG Metall Heidelberg (bis 28.03.2024)

Kai-Uwe GlÖrfeld1)

Lüdenscheid,

Betriebsratsvorsitzender der Busch-Jaeger Elektro GmbH, Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats, Delegierter des Europäischen Betriebsrats, Standort Lüdenscheid

Anke Hampel

Zürich/Schweiz,

Group Head of Sustainability der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz (ab 01.04.2024)

Sandy Jackisch1)

Cottbus,

Betriebswirtin (VWA),

Betriebsratsvorsitzende Cottbus

Esther Maria Loidl

Heidelberg,

Mitglied des Vorstands der Freudenberg-Gruppe

CHRO Freudenberg SE,

Weinheim

Dr. Georg Müller

Hirschberg,

Vorsitzender des Vorstands der MVV Energie AG, Mannheim

Dr. Ursula Redeker

Lörrach,

ehem. Geschäftsführerin Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten

Nora Teuwsen

Zürich/Schweiz,

Country Holding Officer ABB Schweiz,

Vorsitzende der Geschäftsleitung der ABB Schweiz AG, Baden, Aargau / Schweiz

Rudolf Zimmermann

Neulußheim,

Rechtsanwalt i. R .,

Ehemaliger Leiter Recht und Integrity ABB Zentraleuropa (bis 31.03.2024)

1) vom Amtsgericht bestellt

ERLÄUTERUNGEN

1. TÄTIGKEITSFELD DER ABB AG

Die Geschäftsaktivitäten der ABB AG, Mannheim (im Folgenden ABB AG), umfassen die operativen Aktivitäten der Geschäftsbereiche Prozessautomation, Antriebstechnik, Robotik & Fertigungsautomation und Teile des Geschäftsbereichs Elektrifizierung.

Darüber hinaus sind in der ABB AG verschiedene Holding- und Dienstleistungsfunktionen, die Grundlagenforschung und die geschäftsbereichsübergreifenden Entwicklungstätigkeiten des Konzernforschungszentrums sowie im Bereich Sonstiges das Non-Core-Geschäft enthalten.

Im Berichtsjahr wurde im Sinne einer weiteren Straffung unserer Beteiligungsstruktur die ASTI Mobile Robotics GmbH, Berlin, rückwirkend zum 01. Januar 2024 auf die ABB AG verschmolzen. Die Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses mit dem des Vorjahres ist durch diesen Vorgang nicht wesentlich eingeschränkt. Die Effekte aus der Verschmelzung auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind an der entsprechenden Stelle im Anhang erläutert.

2. OFFENLEGUNG DES JAHRESABSCHLUSSES

Die Gesellschaft ist unter der Firma ABB AG im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter der Nummer HRB 4664 eingetragen.

Der handelsrechtliche Jahresabschluss und Lagebericht der ABB AG wird beim Unternehmensregister eingereicht und bekanntgemacht.

Die ABB AG wird in den Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, einbezogen (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Die ABB AG nimmt die Befreiungsmöglichkeiten nach § 292 I Nr. 1 Buchst. d HGB in Anspruch und verzichtet auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts. Der befreiende Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, wird nach den US-GAAP (US-amerikanische Generally Accepted Accounting Principles) aufgestellt und geprüft. Der befreiende Konzernabschluss und Konzernlagebericht sind einem nach § 291 II Nr. 1 HGB aufgestellten Konzernabschluss und Konzernlagebericht gleichwertig und werden in englischer Sprache im Unternehmensregister offengelegt. Unterschiede zwischen den US-GAAP und den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ergeben sich im Wesentlichen bei der Umsatzrealisierung, Bilanzierung von Leasinggeschäften, Bewertung des Anlagevermögens sowie Bewertung der Pensionsrückstellungen.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, kann bei der ABB AG, Unternehmenskommunikation, Postfach 100164, 68001 Mannheim, oder bei der ABB Ltd, Corporate Communications, Affolternstraße 54, 8050 Zürich / Schweiz, bezogen werden. Darüber hinaus kann er im Internet unter www.abb.com eingesehen und abgerufen werden.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Bestimmungen des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit werden entsprechend den Regelungen des § 265 VII HGB einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen. Zusätzlich wurde die gemäß § 275 II HGB vorgegebene Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit um weitergehende Posten ergänzt.

Der Abschluss ist in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Im Einzelnen wird nach folgenden Grundsätzen bewertet:

Anlagevermögen

Gegen Entgelt erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (§ 248 II HGB) wird mit Blick auf die diesen Vermögensgegenständen innewohnende Unsicherheit bezüglich ihrer Werthaltigkeit kein Gebrauch gemacht.

Die Abschreibung eines Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Die bestehenden Geschäfts- bzw. Firmenwerte werden über 10 Jahre abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen enthalten die unmittelbar zuzurechnenden Einzelkosten und die auf diese Einzelkosten entfallenden Gemeinkosten.

Sowohl Gebäude als auch bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens werden grundsätzlich linear abgeschrieben; in Einzelfällen wird auch von der geometrischdegressiven Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht, sofern diese Methode besser geeignet erscheint, den tatsächlichen Verlauf des Werteverzehrs sachgerecht widerzuspiegeln. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Für EDV-Software, Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen wird von einer Nutzungsdauer zwischen 2 und 5 Jahren ausgegangen. Für Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken, ist eine Nutzungsdauer zwischen 14 und 50 Jahren angesetzt. Technische Anlagen und Maschinen werden zwischen 3 und 20 Jahren abgeschrieben. Für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung wird hinsichtlich der Nutzungsdauer eine Bandbreite zwischen 2 und 23 Jahren verwendet.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten selbstständig nutzbarer, beweglicher und der Abnutzung unterliegender Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung vollständig als Aufwand erfasst, sofern deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 250 € nicht überschreiten. Liegen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten solcher Vermögensgegenstände über 250 € bis 800 €, werden diese Vermögensgegenstände im Jahr des Zugangs aktiviert und in voller Höhe abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit dem niedrigeren Wert erforderlich ist.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Werten angesetzt, sofern nachhaltige Wertminderungen eingetreten sind. Gleiches gilt für die Wertpapiere des Anlagevermögens, sofern es sich nicht um Wertpapiere handelt, die zur Sicherung von Altersversorgungsverpflichtungen gehalten werden und Bestandteil unseres Contractual Trust Arrangement (CTA) sind.

Diese als Deckungsvermögen bezeichneten Wertpapiere werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet und gemäß § 246 II HGB mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Analog hierzu wird mit solchen Wertpapieren verfahren, die der Sicherung von Altersteilzeitguthaben dienen. Die Marktwerte werden durch entsprechende Depotauszüge des jeweiligen Vermögensverwalters nachgewiesen. Eine Saldierung erfolgt auf Ebene der korrespondierenden Aufwendungen und Erträge.

Langfristige unverzinsliche bzw. niedrigverzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bzw. mit niedrigeren Tagespreisen bewertet. Zur Ermittlung der Anschaffungskosten wird in der Regel die Durchschnittsmethode (gleitender Durchschnitt) angewandt.

Den in den Vorräten liegenden Risiken, die sich aus der Lagerdauer oder aus einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, wird durch entsprechende Abschläge Rechnung getragen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse sowie für bestellte Anlagen in Arbeit werden die Kosten gemäß § 255 II Satz 2 HGB zugrunde gelegt. Von den aktivierten Aufwendungen bei bestellten Anlagen in Arbeit werden absehbare Verluste aus Kundenaufträgen durch Abzug berücksichtigt. Darüber hinausgehende Verluste werden als Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften passiviert. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller einzeln erkennbaren Risiken sowie unter Berücksichtigung spezieller Länderrisiken bewertet. Das allgemeine Ausfallrisiko bei Forderungen ist im Rahmen einer Pauschalwertberichtigung zu Forderungen erfasst. Unverzinsliche oder niedrigverzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Fremdwährungsforderungen werden gemäß der Regelung des § 256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Forderungen auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, wohingegen Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet werden.

Eine Zusammenfassung von Fremdwährungsforderungen mit auf diese Forderungen entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne des § 254 HGB erfolgt nicht.

Alle übrigen Positionen des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tageswert angesetzt. Erkennbare Risiken werden dabei durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die versicherungsmathematische Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgt auf Basis der „Projected Unit Credit-Methode“, sodass der Wert der Pensionsverpflichtungen zum Bewertungsstichtag den versicherungsmathematischen Barwert all jener Leistungen darstellt, die durch die Rentenformel der Versorgungsordnung den bis zu diesem Zeitpunkt abgeleisteten Dienstzeiten zugeordnet werden.

Die Diskontierung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei mit dem Ende Dezember von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszins für Verpflichtungen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren. Dieser Durchschnitt berechnet sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren. Der Unterschiedsbetrag bei Ansatz des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß § 253 VI HGB wird an entsprechender Stelle im Anhang genannt.

Ferner erfolgt die Berechnung der Pensionsverpflichtungen unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentenanpassungen. Als Formel- und Tafelwerk werden die Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde gelegt, die jedoch entsprechend den allgemein beobachteten Sterblichkeitsveränderungen durch den von uns mit der Bewertung beauftragten Aktuar regelmäßig angepasst werden.

Die Pensionsverpflichtungen der ABB AG beinhalten auch Verpflichtungen aus der betrieblichen Sozialordnung, beispielsweise Weihnachtsgeldzahlungen an künftige Pensionäre.

Sofern am jeweiligen Bilanzstichtag Vermögensgegenstände vorhanden sind, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden die Pensionsverpflichtungen - entsprechend dem in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebot - mit diesen Vermögensgegenständen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ ausgewiesen.

Die Bemessung der Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen erfolgt grundsätzlich zum nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag, sodass auch künftige Preis bzw. Kostenveränderungen in die Rückstellungsermittlung einbezogen werden; darüber hinaus wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für ausstehende Kosten, für drohende Verluste aus Kundenaufträgen sowie für andere Verpflichtungen aus der operativen Geschäftstätigkeit werden auf Basis der noch zu erbringenden Leistungen, das heißt gemäß den voraussichtlich noch anfallenden Herstellungskosten, bewertet. Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden so bemessen, dass die über die Vertragsdauer zu entrichtenden Aufstockungsbeträge aufgrund ihres Entgeltcharakters über den Zeitraum der Beschäftigungsphase (linear) aufgebaut werden.

Sofern der jeweilige Altersteilzeitvertrag eine Abfindungsregelung enthält, werden die vertraglich zugesagten Abfindungsbeträge bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zurückgestellt.

In Abhängigkeit des jeweils gewählten Altersteilzeitmodells können sich während der Vertragslaufzeit Erfüllungsrückstände ergeben, die bei der Bemessung der Altersteilzeitrückstellungen ebenfalls berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird bei der Bemessung von Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen auch biometrischen Aspekten Rechnung getragen.

Der auf diese Weise ermittelte Verpflichtungsumfang wird mit dem für diese Verpflichtungen reservierten und zu beizulegenden Zeitwerten bewerteten Vermögen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den sonstigen Rückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ ausgewiesen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Die Abzinsung erfolgt dabei mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten, aus dem Durchschnitt der vergangenen sieben Geschäftsjahre ermittelten, Zinssätzen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden entsprechend den Regelungen des § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Verbindlichkeiten auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, während Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet werden.

Von einer Zusammenfassung von Fremdwährungsverbindlichkeiten mit den auf diese Verbindlichkeiten entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne von § 254 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Latente Steuern

Latente Steuern resultieren aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgleichen werden, sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Die Ermittlung und der Ausweis latenter Steuern erfolgen bei Vorliegen steuerlicher Organschaftsverhältnisse beim jeweiligen Organträger.

Die ABB AG ist Organgesellschaft einer mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bestehenden Organschaft, sodass im Berichtsjahr bei der ABB AG keine aktiven oder passiven latenten Steuern aus Bewertungsunterschieden sowie aus Verlustvorträgen ausgewiesen werden.

Derivative Finanzinstrumente

Fremdwährungsrisiken werden grundsätzlich durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften abgesichert, während die Absicherung von Beschaffungspreisrisiken auf den Rohstoffmärkten durch den Einsatz von Warentermingeschäften erfolgt.

Wie bereits im Zusammenhang mit der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten ausgeführt, wird von der in § 254 HGB eingeräumten Möglichkeit zur Bildung von Bewertungseinheiten kein Gebrauch gemacht.

Umsatzerlöse

Unter den Umsatzerlösen sind Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Erzeugnissen und Waren sowie aus Dienstleistungen ausgewiesen.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs bzw. zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Erlösschmälerungen werden als Minderung der Umsatzerlöse erfasst.

4. ANLAGEVERMÖGEN

Der Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände hat sich im Berichtsjahr um 747 Tsd. € verringert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der planmäßigen Abschreibung im Geschäftsjahr.

Der Buchwert des Sachanlagevermögens hat sich während des Berichtsjahres um 37.024 Tsd. € auf 277.391 Tsd. € erhöht. Begründet ist dies im Wesentlichen durch Investitionsmaßnahmen, insbesondere an den Standorten Mannheim und Ratingen. Gegenläufig wirkten die planmäßigen Abschreibungen.

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen betrug unverändert 155.441 Tsd. €. Die Anschaffungskosten für den Kauf der Anteile an der ASTI Mobile Robotics GmbH, Berlin, im zweiten Quartal 2024 betrugen 8.754 Tsd. €. Im Weiteren wurde die Gesellschaft auf die ABB AG verschmolzen. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der ABB AG ist auf den Folgeseiten aufgeführt.

Im Berichtsjahr sind, wie im Vorjahr, keine Wertpapiere des Anlagevermögens ausgewiesen. Sämtliche Wertpapiere wurden zum Zwecke der Insolvenzsicherung treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen und - entsprechend dem in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebot - mit den entsprechenden Verpflichtungen verrechnet.

Bezüglich weiterer Details zur Vermögensverrechnung verweisen wir auf die Ziffern 8, 12 und 14 dieses Anhangs.

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

in Tsd. € AHK* 01.01.2024 AHK Zugänge AHK Abgänge AHK Umbuchungen AHK 31.12.2024
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 12.057 512 149 - 12.420
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.092 - - - 1.092
Geschäfts- oder Firmenwert 44.588 - - - 44.588
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 57.737 512 149 - 58.100
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 228.149 15.437 28.421 99.962 315.127
Technische Anlagen und Maschinen 98.341 7.760 1.198 1.018 105.921
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 102.362 11.134 4.587 1.014 109.923
Anlagen im Bau 86.723 16.818 - -81.432 22.109
Geleistete Anzahlungen 42.389 7.675 - -20.562 29.502
Sachanlagen (gesamt) 557.964 58.824 34.206 - 582.582
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 165.009 8.754 8.754 - 165.009
Sonstige Beteiligungen 2 - - - 2
Finanzanlagen (gesamt) 165.011 8.754 8.754 - 165.011
Anlagevermögen (gesamt) 780.712 68.090 43.109 - 805.693
in Tsd. € Abschreibungen 01.01.2024 Abschreibungen Geschäftsjahr Abschreibungen Veränderungen** Abschreibungen 31.12.2024
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 11.698 341 -149 11.890
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.092 - - 1.092
Geschäfts- oder Firmenwert 38.550 918 - 39.468
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 51.340 1.259 -149 52.450
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 167.010 5.069 -25.171 146.908
Technische Anlagen und Maschinen 69.625 5.598 -1.001 74.222
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 80.951 7.469 -4.369 84.051
Anlagen im Bau 1 - - 1
Geleistete Anzahlungen 10 - -1 9
Sachanlagen (gesamt) 317.597 18.136 -30.542 305.191
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 9.568 - - 9.568
Sonstige Beteiligungen - - - -
Finanzanlagen (gesamt) 9.568 - - 9.568
Anlagevermögen (gesamt) 378.505 19.395 -30.691 367.209
in Tsd. € Buchwerte per 31.12.2024 Buchwerte per 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 530 359
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen - -
Geschäfts- oder Firmenwert 5.120 6.038
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 5.650 6.397
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 168.219 61.139
Technische Anlagen und Maschinen 31.699 28.716
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.872 21.411
Anlagen im Bau 22.108 86.722
Geleistete Anzahlungen 29.493 42.379
Sachanlagen (gesamt) 277.391 240.36
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 155.441 155.441
Sonstige Beteiligungen 2 2
Finanzanlagen (gesamt) 155.443 155.443
Anlagevermögen (gesamt) 438.484 402.207

* Anschaffungs- / Herstellungskosten

** Abgänge, Umbuchungen, Zuschreibungen

AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES

Gewinnabführungsvertrag Eigenkapital Beteiligung
(Stand: 31.12.2024) in Tsd. € in %
--- --- --- ---
I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB Ausbildungszentrum gGmbH, Berlin2) 7.393 100
2. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid * 16.424 100
3. ABB Kaufel GmbH, Berlin2) 853 100
4. ABB Patent GmbH, Mannheim2) * 208 100
5. ABB STOTZ-KONTAKT GmbH, Heidelberg * 26.860 100
6. ABB Striebel & John GmbH, Sasbach2) * 57.290 100
7. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim2) 11.402 100
II. Sonstige Beteiligungen
8. PEHLA GmbH Weinheim1)2) 397 16,66
9. Modellfabrik Papier gGmbH, Düren1)2) 2.057 5,88
Ergebnis Geschäftsjahr Umsatz 2024 Mitarbeitende 31.12.2024
(Stand: 31.12.2024) in Tsd. € in Mio. €
--- --- --- ---
I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB Ausbildungszentrum gGmbH, Berlin2) 6 11 76
2. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid 793 585 1.177
3. ABB Kaufel GmbH, Berlin2) 37 13 67
4. ABB Patent GmbH, Mannheim2) - - 1
5. ABB STOTZ-KONTAKT GmbH, Heidelberg 548 915 1.515
6. ABB Striebel & John GmbH, Sasbach2) - 166 382
7. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim2) -2.022 - -
II. Sonstige Beteiligungen
8. PEHLA GmbH Weinheim1)2) 15 12 5
9. Modellfabrik Papier gGmbH, Düren1)2) 943 2 10

1) Zahlen per 31.12.2023

2) Ungeprüfte Zahlen

5. VORRÄTE

in Tsd. € 31.12.2024 31.12.2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 73.649 74.788
Unfertige Erzeugnisse 18.458 18.602
Bestellte Anlagen in Arbeit 260.744 329.154
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 19.778 28.732
Geleistete Anzahlungen 28.272 24.880
Summe Vorräte inkl. geleisteter Anzahlungen 400.901 476.156
./. verrechnete Kundenanzahlungen -145.933 -225.170
Vorräte (gesamt) 254.968 250.986

Aufgrund der großen Bedeutung des Anlagengeschäfts werden Bestellte Anlagen in Arbeit im Vorratsvermögen gesondert ausgewiesen. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Das Bruttovorratsvermögen hat sich um rund 75 Mio. € auf 401 Mio. € reduziert. Der Rückgang entfällt überwiegend auf die Position Bestellte Anlagen in Arbeit.

Unter weiterer Berücksichtigung der Fortschrittszahlungen ergibt sich eine Erhöhung des Nettovorratsvermögens um 4 Mio. €.

6. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

in Tsd. € 31.12.2024 31.12.2023
Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen 229.821 220.384
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (-) (157)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.095.636 1.109.602
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (-) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 46.717 28.100
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (-) (896)
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (gesamt) 1.372.174 1.358.086
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (-) (1.053)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen um rund 10 Mio. € über dem Wert des Vorjahres.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 128.977 Tsd. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: 118.065 Tsd. €).

Der Restbetrag entfällt wie im Vorjahr überwiegend auf kurzfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft ABB Ltd, Zürich / Schweiz.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind unter anderem Steuererstattungsansprüche, Forderungen gegen Lieferanten, Versicherungsansprüche sowie kurzfristige Vorschüsse und Darlehen an Mitarbeitende enthalten.

7. FLÜSSIGE MITTEL

in Tsd. € 31.12.2024 31.12.2023
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.837 13.708
Finanzmittelanlagen bei Konzerngesellschaften (in Pos. Aktiva B.II.2. enthalten) 915.580 939.174
Flüssige Mittel 919.417 952.882
Finanzschulden einschließlich Kreditaufnahme bei Konzerngesellschaften (in Pos. Passiva C.4. enthalten) 366.800 264.367
Flüssige Mittel . /. Finanzschulden 552.617 688.515

Bei den Finanzmittelanlagen innerhalb des Konzerns handelt es sich in erster Linie um kurzfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, im Rahmen des konzerninternen Cash-Poolings.

Die Finanzschulden resultieren im Wesentlichen aus der Verpflichtung der ABB AG zur Abführung ihres Nettoergebnisses an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim. Diese Verpflichtung belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf 234 Mio. € (Vorjahr: 153 Mio. €).

Darüber hinaus beinhalten die Finanzschulden kurzfristige Darlehen von Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich /Schweiz, im Rahmen des konzerninternen Cash-Poolings, sowie Beträge aus der Verpflichtung zur Abführung einer Steuerumlage an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim.

8. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG

Die in § 246 II HGB geforderte Verrechnung von Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen mit Vermögenswerten, die ausschließlich zur Erfüllung solcher Verpflichtungen dienen und dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind, kann zu einem aktiven Unterschiedsbetrag führen. Im Berichtsjahr ist analog zum Vorjahr kein aktivischer Unterschiedsbetrag ausgewiesen, da die entsprechenden Vermögenswerte die Erfüllungsbeträge der Verpflichtungen nicht überstiegen.

9. ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS

Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, geschlossen.

Aufgrund dieses Gewinnabführungsvertrags wird das im Berichtsjahr erwirtschaftete Ergebnis der ABB AG an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt.

10. GEZEICHNETES KAPITAL UND KAPITALRÜCKLAGE

Das Grundkapital der ABB AG beträgt 167.500 Tsd. € und ist in 6.552.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt.

Am 31. Dezember 2024 befand sich das gesamte Aktienkapital im unmittelbaren oder mittelbaren Besitz der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz, wobei der größte Anteil unserer Aktien von der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim gehalten wird. Die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, teilte uns zuletzt zum 10. September 2019 mit, dass ihr unmittelbar eine Mehrheitsbeteiligung im Sinne des § 20 I und III AktG an der ABB AG gehört.

Die Kapitalrücklage enthält die Einstellung von Aufgeldern aus Kapitalerhöhungen sowie die Aufgelder aus dem Umtausch von Genussscheinen früherer Geschäftsjahre sowie andere Zuzahlungen im Zusammenhang mit Abspaltungsvorgängen.

11. GEWINNRÜCKLAGEN

Die Gewinnrücklagen beinhalten eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 3.120 Tsd. € sowie andere Gewinnrücklagen in Höhe von 466.162 Tsd. €.

12. PENSIONSVERPFLICHTUNGEN, DECKUNGS-VERMÖGEN UND VERMÖGENSVERRECHNUNG

Im Interesse der Absicherung von Anwartschaften und laufenden Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung aus Direktzusagen sowie zur Schaffung von saldierungsfähigem Deckungsvermögen hat die deutsche ABB-Gruppe ein Contractual Trust Arrangement (CTA) in Form einer doppelseitigen Treuhand etabliert.

In diesem Zusammenhang hat die ABB AG im Rahmen von Treuhandverträgen und mittels gesonderter Vermögensübertragungsvereinbarungen einen Großteil der bis dahin im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Anteile an einem Wertpapierspezialfonds treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen.

Darüber hinaus sind bestimmte Teile der Pensionsverpflichtungen durch eine Rückdeckungsversicherung sowie über ein CTA mit dem Treuhänder FIL Investment Services GmbH, Kronberg i. Ts., gesichert.

Zum 31. Dezember 2024 betrugen die Pensionsverpflichtungen der ABB AG insgesamt 985.441 Tsd. € (Vorjahr: 1.024.410 Tsd. €). Diesem Betrag liegt ein Diskontierungsfaktor in Höhe von 1,90% (Vorjahr: 1,83%) zugrunde; es handelt sich hierbei um den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz für Verpflichtungen mit einer Laufzeit von 15 Jahren, welcher im November 2024 per Ende Dezember geschätzt wurde.

Dieser Durchschnitt berechnet sich im Berichtsjahr, wie auch im Vorjahr, aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren. Bei Ansatz eines Durchschnitts aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergäbe sich ein davon abweichender durchschnittlicher Zinssatz in Höhe von 1,96% (Vorjahr: 1,75 %), welcher im November 2024 per Ende Dezember geschätzt wurde. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 VI HGB beträgt - 5.789 Tsd. € (Vorjahr: 8.404 Tsd. €).

Für das vorliegende Berichtsjahr liegt der Berechnung ein Gehaltstrend in Höhe von 3,0 % p. a. (Vorjahr: 3,1% p. a.) sowie ein langfristiger Rentenanpassungstrend in Höhe von 2,0 % p. a. (Vorjahr: 2,1% p. a.) zugrunde. Zusätzlich werden die aufgrund der aufgelaufenen Inflation erwarteten Rentenanpassungen der Folgejahre, welche den langfristigen Rentenanpassungstrend übersteigen, bei der Berechnung berücksichtigt.

Hinsichtlich der langfristig erwarteten Verzinsung der Beiträge bzw. Kapitalkonten unseres beitragsorientierten Pensionsplans wurde gegenüber dem Vorjahr eine auf längerfristige Sicht erzielbare Rendite in Höhe von 5,5% p. a. (Vorjahr: 5,25% p. a.) unterstellt.

Zum 31. Dezember 2024 belief sich der beizulegende Zeitwert der für Altersversorgungsansprüche reservierten Wertpapiere auf insgesamt 679.766 Tsd. € (Vorjahr: 695.126 Tsd. €), wobei die historischen Anschaffungskosten 448.444 Tsd. € (Vorjahr: 476.591 Tsd. €) und die kumulativen Marktwertanpassungen insgesamt 231.322 Tsd. € (Vorjahr: 218.535 Tsd. €) betrugen.

Neben den im Rahmen unseres CTA gehaltenen Wertpapieren beinhaltet das für die Altersversorgungsverpflichtungen reservierte Vermögen auch das Deckungskapital einer Rückdeckungsversicherung, dessen beizulegender Zeitwert sich per 31. Dezember 2024 auf 13.380 Tsd. € (Vorjahr: 14.129 Tsd. €) belief. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts des Deckungskapitals erfolgt auf Basis des notwendigen Erfüllungsbetrags der anteilig rückgedeckten Pensionsverpflichtung.

Insgesamt ergeben sich somit nach der Verrechnung von Deckungsvermögen Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 292.296 Tsd. € (Vorjahr: 315.156 Tsd. €).

Aus der Marktwertbewertung der Wertpapiere ergibt sich zum 31. Dezember 2024 ein grundsätzlich abführungsgesperrter Betrag von insgesamt 231.322 Tsd. € (Vorjahr: 218.535 Tsd. €). Aufgrund der in ausreichender Höhe vorhandenen frei verfügbaren Rücklagen besteht jedoch keine Abführungssperre, sodass das im Berichtsjahr erwirtschaftete Ergebnis in voller Höhe abgeführt wird.

Aus mittelbaren Versorgungsverpflichtungen im Zusammenhang mit unserer Unterstützungseinrichtung bestand zum Ende des Berichtsjahres ein Fehlbetrag in Höhe von 6.440 Tsd. € (Vorjahr: 8.059 Tsd. €).

13. STEUERRÜCKSTELLUNGEN

Die Steuerrückstellungen beinhalten, wie im Vorjahr, erwartete Zahlungsverpflichtungen für Ertragsteuern sowie für sonstige Steuern.

14. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die sonstigen Rückstellungen umfassen analog zum Vorjahr neben noch erwarteten Herstellungskosten abgerechneter Kundenaufträge (ausstehende Lieferantenrechnungen und noch zu erbringende Eigenleistungen) in Höhe von 134.071 Tsd. € (Vorjahr: 151.610 Tsd. €) im Wesentlichen die Rückstellungen für Garantieleistungen in Höhe von 27.579 Tsd. € (Vorjahr: 25.137 Tsd. €), Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 19.113 Tsd. € (Vorjahr: 23.002 Tsd. €) und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 11.141 Tsd. € (Vorjahr: 7.622 Tsd. €). Die ABB AG erwartet, teilweise auch aufgrund internationaler Vereinbarungen mit ABB-Gruppengesellschaften zur Kostentragung, über die bilanzierten Verpflichtungen hinaus keine künftigen ergebniswirksamen Inanspruchnahmen aus abgeschlossenen Großprojekten.

Ferner enthält diese Position Rückstellungen für schwebende Prozesse, Rückstellungen für noch abzugeltende Urlaubs- und Gleitzeitansprüche, Rückstellungen für Tantiemen, Rückstellungen für Jubiläumsgeldzahlungen an Mitarbeitende, Rückstellungen aus der operativen Geschäftstätigkeit sowie Rückstellungen für Altersteilzeitverträge, sofern diese nicht durch entsprechende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen, Vermögenswerte gedeckt sind.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wurden künftige Kosten- und Preisveränderungen einerseits, sowie - im Falle langfristiger Verpflichtungen - Abzinsungseffekte andererseits berücksichtigt.

Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen beliefen sich - vor Verrechnung mit den für diese Verpflichtungen reservierten Vermögenswerten - zum Ende des Berichtsjahres auf 31.323 Tsd. € (Vorjahr: 32.293 Tsd. €).

Diese Altersteilzeitverpflichtungen wurden mit Anteilen an einem Wertpapierspezialfonds verrechnet, welche zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen wurden.

Der beizulegende Zeitwert dieser Wertpapiere belief sich per 31. Dezember 2024 auf 26.226 Tsd. € (Vorjahr: 24.977 Tsd. €), wobei die historischen Anschaffungskosten 23.184 Tsd. € (Vorjahr: 23.184 Tsd. €) und die kumulativen Marktwertanpassungen insgesamt 3.042 Tsd. € (Vorjahr: 1.793 Tsd. €) betrugen. Hieraus ergibt sich ein grundsätzlich abführungsgesperrter Betrag von 3.042 Tsd. €.

Die Verrechnung der Altersteilzeitverpflichtungen mit dem hierfür reservierten Vermögen führte somit zu einer verbleibenden Altersteilzeitverpflichtung in Höhe von 5.097 Tsd. € (Vorjahr: 7.316 Tsd. €).

15. VERBINDLICHKEITEN

in Tsd. € 31.12.2024 Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit >1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 35 35 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 270.475 270.475 -
(davon von verbundenen Unternehmen) (5.170) (5.170) (-)
Verrechnet mit Vorräten -145.933 -145.933 -
Erhaltene Anzahlungen nach Verrechnung mit Vorräten 124.542 124.542 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 80.329 80.329 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 513.869 513.869 -
Sonstige Verbindlichkeiten 54.763 54.763 -
(davon aus Steuern) (33.833) (33.833) (-)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (43) (43) (-)
Verbindlichkeiten (gesamt) 773.538 773.538 -
in Tsd. € 31.12.2023 Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit >1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 523 523 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 348.805 348.805 -
(davon von verbundenen Unternehmen) (11.544) (11.544) (-)
Verrechnet mit Vorräten -225.170 -225.170 -
Erhaltene Anzahlungen nach Verrechnung mit Vorräten 123.635 123.635 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 67.883 67.876 7
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 417.859 414.984 2.875
Sonstige Verbindlichkeiten 48.163 48.163 -
(davon aus Steuern) (29.522) (29.522) (-)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (-) (-) (-)
Verbindlichkeiten (gesamt) 658.063 655.181 2.882

Sonstige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestanden in Berichtsjahr und Vorjahr nicht.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 143.675 Tsd. € (Vorjahr: 148.942 Tsd. €) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten auch die Ergebnisabführungsverpflichtung gegenüber der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, welche im Berichtsjahr 234.036 Tsd. € beträgt (Vorjahr: 153.359 Tsd. €).

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten analog zum Vorjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus anderen Steuern, Verbindlichkeiten aus der Auflösung von Arbeitsverträgen, Verbindlichkeiten aus einbehaltenen Steuern der Mitarbeitenden, Verbindlichkeiten aus kreditorischen Debitoren sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.

Eine Besicherung von Verbindlichkeiten wurde nicht vorgenommen, dies gilt gleichermaßen für Berichts- und Vorjahr.

16. NICHT IN DER BILANZ ENTHALTENE GESCHÄFTE

in Tsd. € 31.12.2024 Gesamtbetrag 31.12.2024 Jahresbetrag 31.12.2023 Gesamtbetrag 31.12.2023 Jahresbetrag
IS- und Telefonie-Infrastruktur sowie sonstige Dienstleistungen 11.065 7.505 11.910 7.310
Wesentliche Miet- und Pachtverträge 14.549 2.891 17.090 3.582
Gesamt 25.614 10.396 29.000 10.892

Der Gesamtbetrag außerbilanzieller Geschäfte beläuft sich am Bilanzstichtag auf rund 26 Mio. € (Vorjahr: 29 Mio. €). Der Jahresbetrag dieser Geschäfte beläuft sich auf etwa 10 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €).

Bei den nicht bilanzierten Geschäften handelt es sich um Leasing- und Dienstleistungsvereinbarungen im IS- und Telefoniebereich sowie sonstige Dienstleistungen im Bereich Supply Chain Management und Engineering. Der Gesamtbetrag solcher Verträge beläuft sich auf 12 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 7 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €).

Solche Verträge dienen der Standardisierung eingesetzter Technologien und Dienstleistungen sowie deren Kostenoptimierung. In der Hauptsache fallen hierunter der globale Servicevertrag mit dem international tätigen IT-Dienstleister Wipro über die Lieferung von Hardware und Zubehör sowie der Vertrag zwischen ABB und T-Systems über Telekommunikationsdienstleistungen für die deutsche ABB. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

Als weitere nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte sind andererseits wesentliche, in der Regel längerfristige, Miet- und Pachtverträge für Grundstücke und Gebäude mit einem Gesamtbetrag von 15 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge zu nennen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 3 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €).

Solche Verträge werden grundsätzlich aus geschäftspolitischen Gründen und zur Optimierung des Standortmanagements geschlossen. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

17. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht unter den Haftungsverhältnissen gemäß Ziffer 16 und nicht unter Ziffer 17 als nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte angegeben sind, beläuft sich am Bilanzstichtag auf rund 24 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €). Gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen wie im Vorjahr keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Es handelt sich hierbei in erster Linie um Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie um das Bestellobligo aus genehmigten Investitionen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €).

18. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Zur Absicherung von Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften (Einkaufs- und Verkaufsgeschäfte) abgeschlossen. Es handelt sich hierbei überwiegend um Währungsderivate.

Das Volumen der am Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beläuft sich auf 169.549 Tsd. € (Vorjahr: 84.864 Tsd. €). Der beizulegende Zeitwert dieser zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beträgt insgesamt - 1.837 Tsd. € (Vorjahr: 1.023 Tsd. €). Dieser Wert entspricht dem Ergebniseffekt, zu dem diese Geschäfte am Bilanzstichtag hätten abgewickelt werden können. Der beizulegende Wert (Marktwert) wird von der ABB-Gruppe auf Basis erhältlicher und öffentlich zugänglicher Marktinformationen ermittelt.

Neben Devisentermingeschäften wurden auch Warentermingeschäfte abgeschlossen, die ebenfalls überwiegend als Forward getätigt wurden. Das Volumen solcher Geschäfte betrug zum Bilanzstichtag 14.376 Tsd. € (Vorjahr: 11.900 Tsd. €). Der beizulegende Wert dieser Geschäfte belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt - 201 Tsd. € (Vorjahr: - 170 Tsd. €).

Im Interesse einer einheitlichen Vorgehensweise innerhalb der ABB AG sowie innerhalb des deutschen ABB-Teilkonzerns wird auf die Bildung von Bewertungseinheiten verzichtet. Ergeben sich zum Bilanzstichtag bei den einzelnen Sicherungsgeschäften negative Marktwerte, werden diese Beträge unter den Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften erfasst. Eine Saldierung negativer Marktwerte mit positiven Marktwerten erfolgt dabei nicht.

Für Devisen- und Warentermingeschäfte wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 2.637 Tsd. € (Vorjahr: 777 Tsd. €) passiviert.

19. UMSATZERLÖSE

Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres belaufen sich auf 1.815 Mio. € und liegen damit um 39 Mio. € bzw. 2% über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.776 Mio. €.

Der Anstieg der Umsatzerlöse ergibt sich im Geschäftsbereich Elektrifizierung (+ 52 Mio. €), während in den Geschäftsbereichen Antriebstechnik (- 108 Mio. €), Robotik & Fertigungsautomation (- 92 Mio. €) und Prozessautomation (- 19 Mio. €) ein Rückgang zu verzeichnen war.

Im Bereich „Sonstiges / Konsolidierung“, in dem auch das Non-Core-Geschäft enthalten ist, sind die Umsatzerlöse (+ 204 Mio. €) aufgrund der Fertigstellung und Abrechnung von Projekten gestiegen. Im Bereich „Sonstiges / Konsolidierung“ werden zum einen Aktivitäten berichtet, die aus nicht fortgeführten Bereichen bei ABB verblieben. Zum anderen sind Umsatzerlöse der Holding- und Dienstleistungsfunktionen der ABB AG sowie Konsolidierungseffekte enthalten.

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen und nach geografischen Merkmalen ergibt folgendes Bild:

in Tsd. € 2024 2023
Prozessautomation 549.302 568.289
Elektrifizierung 481.128 428.688
Antriebstechnik 364.062 471.675
Robotik & Fertigungsautomation 231.819 323.570
Sonstiges / Konsolidierung 188.465 -15.734
Umsatzerlöse gesamt 1.814.776 1.776.488
davon:
Deutschland 939.871 1.075.100
Übriges Europa 424.181 399.805
Asien 322.916 212.911
Afrika 42.622 3.777
Amerika 79.338 79.479
Sonstige Regionen 5.848 5.416

20. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen in Höhe von 10.877 Tsd. € (Vorjahr: 9.994 Tsd. €) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen in Höhe von 14.347 Tsd. € (Vorjahr: 10.674 Tsd. €).

Darüber hinaus sind Gewinne aus Wechselkursänderungen in Höhe von 11.401 Tsd. € (Vorjahr: 9.130 Tsd. €) enthalten. Die periodenfremden Erträge betragen 25.224 Tsd. € und betreffen die Auflösung von sonstigen Rückstellungen und Veräußerungsgewinne aus dem Abgang von Sachanlagevermögen.

21. MATERIALAUFWAND

in Tsd. € 2024 2023
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -689.719 -811.248
Aufwendungen für bezogene Leistungen -197.612 -178.693
Materialaufwand (gesamt) -887.331 -989.941

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sind um 122 Mio. € gesunken und die Aufwendungen für bezogene Leistungen um 19 Mio. € gestiegen.

22. PERSONALAUFWAND

in Tsd. € 2024 2023
Löhne und Gehälter -388.347 -359.903
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -77.128 -99.570
(davon für Altersversorgung) (-13.605) (-40.018)
Personalaufwand (gesamt) -465.475 -459.473

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 6 Mio. € gestiegen.

Bezüglich der Altersversorgungskosten ist zu berücksichtigen, dass der in einem Geschäftsjahr den Pensionsrückstellungen zuzuführende Betrag sich in der Gewinn- und Verlustrechnung sowohl im Personalaufwand als auch im Zinsaufwand niederschlägt. Zur Erläuterung der Zinskomponente verweisen wir auf Ziffer 27 dieses Anhangs.

Im Berichtsjahr betrugen die im Personalaufwand auszuweisenden Altersversorgungskosten 13.605 Tsd. € (Vorjahr: 40.018 Tsd. €).

23. MITARBEITENDE

im Jahresdurchschnitt 2024 2023
Gewerbliche Arbeitnehmer 713 709
Angestellte 3.556 3.459
Arbeitnehmer im Sinne § 267 HGB 4.269 4.168
Auszubildende 263 255
Mitarbeitende (gesamt) 4.532 4.423

Im Jahresdurchschnitt stieg die Anzahl der Mitarbeitenden von 4.423 um 109 auf 4.532.

Bezogen auf den jeweiligen Bilanzstichtag ergab sich ein Anstieg der Mitarbeitendenzahl von 4.470 im Vorjahr um 148 auf 4.618 zum Ende des Berichtsjahres.

24. ABSCHREIBUNGEN

Hinsichtlich der handelsrechtlichen Abschreibungsmethodik im Bereich des Anlagevermögens verweisen wir auf die Erläuterungen zu Ziffer 3 dieses Anhangs.

25. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten unter anderem den Verwaltungs- und Vertriebsaufwand einschließlich der Verkaufssonderkosten, konzerninterne Umlagen, Restrukturierungsaufwendungen, Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens (außer Vorräte), Garantieaufwendungen, Bußgelder, Mieten, Pachten, Rechts- und Beratungskosten, Instandhaltungs- sowie Transport- und Verpackungskosten und Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, soweit die entsprechenden Aufwendungen nicht zur Erzielung von Umsatzerlösen anfielen.

Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie weitere Aufwendungen für Maßnahmen zur Reorganisation betrugen im Berichtsjahr 22.646 Tsd. € (Vorjahr: 15.749 Tsd. €). Weiterhin enthalten sind Aufwendungen aus Wechselkursänderungen in Höhe von 21.899 Tsd. € (Vorjahr: 6.243 Tsd. €). Der Aufwand aus der Verschmelzung der ASTI Mobile Robotics GmbH, Berlin, betrug 6.767 Tsd. €. Darüber hinaus beinhaltet diese Position auch die sonstigen Steuern in Höhe von 3.444 Tsd. € (Vorjahr: 2.297 Tsd. €).

26. BETEILIGUNGSERGEBNIS

in Tsd. € 2024 2023
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 113.849 86.571
Aufwand aus Gewinnabführungsverträgen -13 -
Beteiligungsergebnis 113.836 86.571

Das Beteiligungsergebnis lag im Berichtsjahr mit 114 Mio. € um rund 27 Mio. € über dem Beteiligungsergebnis des Vorjahres.

Hinsichtlich weiterer Einzelheiten zur Ergebnissituation im Beteiligungsbereich der ABB AG verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht.

27. ZINSERGEBNIS

in Tsd. € 2024 2023
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 55.237 59.110
(davon von verbundenen Unternehmen) (28.263) (27.238)
(davon aus Abzinsung) (24.940) (30.603)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.751 -2.434
(davon an verbundene Unternehmen) (-3.439) (-2.005)
(davon aus Aufzinsung) (-180) (-429)
Zinsergebnis 51.486 56.676

Das Zinsergebnis des Berichtsjahres beläuft sich auf 51.486 Tsd. € und liegt somit um 5.190 Tsd. € unter dem Niveau des Vorjahres

Das Zinsergebnis enthält vor allem die Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit saldierungsfähigen Vermögenswerten, die der Erfüllung von Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen dienen. Ferner enthält das Zinsergebnis den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie die Effekte aus der Auf- und Abzinsung anderer langfristiger Rückstellungen.

Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen enthält das Zinsergebnis des Berichtsjahres einen Zinsaufwand in Höhe von 11.756 Tsd. € (Vorjahr: 12.612 Tsd. €). Davon resultieren -6.835 Tsd. € (Vorjahr: -5.238 Tsd. €) aus der Änderung des anzuwendenden Zinssatzes von 1,83% im Vorjahr auf 1,90% zum Ende des Berichtsjahres.

Des Weiteren enthält das Zinsergebnis auch Gewinne und Verluste aus der Verzinsung bzw. aus Marktwertanpassungen des saldierungsfähigen Vermögens bezüglich der Pensionsverpflichtungen und der Altersteilzeitverpflichtungen. Im Berichtsjahr ergaben sich hieraus Gewinne in Höhe von insgesamt 35.023 Tsd. € (Vorjahr: 41.105 Tsd. €).

Die im Zinsergebnis ausgewiesenen Erträge aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen belaufen sich auf 1.673 Tsd. € (Vorjahr: 2.110 Tsd. €), während sich die Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen auf 180 Tsd. € (Vorjahr: 429 Tsd. €) belaufen.

Adjustiert man das Zinsergebnis um diese Effekte, ergibt sich für das Berichtsjahr ein bereinigtes positives Zinsergebnis in Höhe von 26.726 Tsd. € (Vorjahr: 26.502 Tsd. €).

28. STEUERN

Im Berichtsjahr ergab sich ein Steueraufwand in Höhe von 28.806 Tsd. € (Vorjahr: 33.851 Tsd. €).

Der Steueraufwand des Berichtsjahres ergab sich im Wesentlichen aus der Verpflichtung zur Abführung einer Steuerumlage in Höhe von 44.702 Tsd. € (Vorjahr: 30.192 Tsd. €) an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, sowie aus der Auflösung von Rückstellungen für Gewinnsteuern.

29. HONORARE UND SONSTIGE VERGÜTUNGEN FÜR DIENSTLEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Die Prüfungshonorare und sonstigen Vergütungen für Dienstleistungen unseres Abschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, betrugen im Berichtsjahr:

in Tsd. € 2024 2023
Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 661 669
Honorar für andere Bestätigungsleistungen 2 75
Gesamthonorar 663 744

30. BEZÜGE DES AUFSICHTSRATS UND DES VORSTANDS

Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2024 betrug 287 Tsd. €.

Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2024 betrugen insgesamt 766 Tsd. €.

Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 11.007 Tsd. €.

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der ABB AG und ihren Hinterbliebenen waren zum Berichtsjahresende insgesamt 70.147 Tsd. € zurückgestellt.

31. ERGEBNISÜBERNAHME DURCH MUTTERGESELLSCHAFT

Aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags wird das von der ABB AG im Berichtsjahr erzielte Netto-Ergebnis in Höhe von 234.036 Tsd. € (Vorjahr: 153.359 Tsd. €) an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt.

Die gesamten ausschüttungsgesperrten Beträge im Sinne des § 268 VIII HGB ergeben sich in Höhe von 234.364 Tsd. € aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert.

32. NACHTRAGSBERICHT

Das Management plant, nach dem Aufstellungszeitpunkt, aber vor dem 01. September 2025, drei deutsche Gesellschaften der ABB Gruppe, die ABB STOTZ-KONTAKT GmbH, die Busch-Jaeger Elektro GmbH und die ABB Striebel & John GmbH auf die ABB AG zu verschmelzen. Diese Verschmelzungen sollen nach den Plänen des Managements rückwirkend auf den 01. Januar 2025 erfolgen.

Mannheim, den 26. März 2025

ABB AG

Der Vorstand

Perotti

Zumkeller

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ABB AG, Mannheim

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ABB AG, Mannheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ABB AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Lagebericht enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse:

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:

die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Lagebericht enthalten ist.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Mannheim, den 26. März 2025

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

gez. Dr. Kaiser, Wirtschaftsprüfer

gez. Kneissl, Wirtschaftsprüfer