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ABB Ltd Annual Report 2022

Jan 25, 2024

803_rns_2024-01-25_e5ebe303-a974-47fc-a123-9f661c8f7104.html

Annual Report

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Publication

ABB AG

Mannheim

Jahres- und Konzernabschluss mit Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit nach EntgTranspG als Anlage des Lageberichts zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Die deutsche ABB auf einen Blick

ABB Deutschland

in Mio. € 2022 2021 Veränderung
Auftragseingang 2.915 2.812 + 4%
Inland 1.795 1.763 + 2%
Ausland 1.120 1.049 + 7%
Auslandsanteil 38% 37% -
Auftragsbestand 1.505 1.515 -1%
Umsatz 2.975 2.977 -
Inland 1.710 1.689 +1%
Ausland 1.265 1.288 -2%
Auslandsanteil 43% 43% -
Zahl der Mitarbeiter (31.12.) 7.667 7.759 -1%
Forschung und Entwicklung 215 196 +10%
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 139 69 + 101%
Bilanzsumme 2.229 2.125 + 5%
Ergebnis vor Ertragsteuern 104 277 - 62%
Ergebnis nach Ertragsteuern 78 212 - 63%
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft -80 -99 -19%
Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Ergebnisübernahme -2 113 -

Bilanz

ABB AG, Mannheim

Aktiva

in Tsd. € Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen (4)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 7.511 8.798
II. Sachanlagen 203.257 138.009
III. Finanzanlagen 155.442 165.236
Summe 366.210 312.043
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (5) 461.955 435.245
Verrechnete Kundenanzahlungen -230.430 -230.638
231.525 204.607
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (6) 246.722 231.858
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (6,7) 1.219.780 1.228.518
3. Sonstige Vermögensgegenstände (6) 43.298 19.836
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten (7) 11.153 13.607
Summe 1.752.478 1.698.426
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.847 753
Bilanzsumme 2.120.535 2.011.222

Passiva

in Tsd. € Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital (9)
I. Gezeichnetes Kapital (10) 167.500 167.500
II. Kapitalrücklage (10) 57.131 57.131
III. Gewinnrücklagen (11) 469.282 469.282
IV. Bilanzgewinn 351 351
Summe 694.264 694.264
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (12) 320.993 151.319
2. Steuerrückstellungen (13) 23.088 28.538
3. Sonstige Rückstellungen (14) 332.641 390.048
Summe 676.722 569.905
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (15) 3 2
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (15) 324.953 296.644
Verrechnet mit Vorräten -230.430 -230.638
94.523 66.006
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (15) 75.691 66.684
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (7,15) 529.199 550.532
5. Sonstige Verbindlichkeiten (15) 42.170 56.663
Summe 741.586 739.887
D. Rechnungsabgrenzungsposten 7.963 7.166
Bilanzsumme 2.120.535 2.011.222

Gewinn- und Verlustrechnung

ABB AG, Mannheim

in Tsd. € Anhang 2022 2021
1. Umsatzerlöse (20) 1.610.885 1.709.116
2. Bestandsveränderung 19.054 -123.115
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 121 596
4. Sonstige betriebliche Erträge (21) 118.561 258.494
5. Gesamtleistung 1.748.621 1.845.091
6. Materialaufwand (22) -899.603 -828.565
7. Personalaufwand (23) -450.387 -445.447
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen (25) -18.211 -18.488
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen (26) -318.979 -532.945
10. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 61.441 19.646
11. Beteiligungsergebnis (27) 123.887 120.530
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (28) 2.223 2.703
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (28) -130.935 -34.889
14. Ergebnis vor Ertragsteuern 56.616 107.990
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (29) 3.543 -12.685
16. Steuerumlage durch die Muttergesellschaft (29) 20.182 3.759
17. Ergebnisübernahme durch die Muttergesellschaft (32) -80.341 -99.064
18. Ergebnis nach Ertragsteuern/Jahresüberschuss - -
19. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr (9) 351 351
20. Bilanzgewinn 351 351

Anhang

Vorstand

Markus Ochsner

Vorsitzender des Vorstands

Alexander R. Zumkeller

Arbeitsdirektor

Aufsichtsrat

Klaus Eble

Wollerau / Schweiz,

Vorsitzender des Aufsichtsrats,

Group Head Internal Audit

der ABB Asea Brown Boveri Ltd,

Zürich / Schweiz

Daniela Schiermeier1)

Mannheim,

stellv. Vorsitzende des Aufsichtsrats,

Vorsitzende des Konzernbetriebsrats,

Präsidentin des Europäischen ABB-Betriebsrats,

Mannheim

Rainer Benz1)

Leimen,

ABB Messtechnik - Globaler Service,

Leiter Analysentechnik und Instrumentierung,

Sprecher der Leitenden Angestellten der ABB

Deutschland

(ab 01.07.2022)

Sabine Busse

Tokio / Japan,

Corporate Officer,

Hitachi Ltd.,

Tokio / Japan

(bis 15.12.2022)

Verena zu Dohna1)

Frankfurt am Main,

(Syndikus-) Rechtsanwältin,

Leiterin des Ressorts Betriebsverfassung

und Mitbestimmungspolitik

beim Vorstand der IG Metall,

Frankfurt am Main

Mirko Geiger1)

Heidelberg,

1. Bevollmächtigter der IG Metall,

IG Metall Heidelberg

Kai-Uwe Glörfeld1)

Lüdenscheid,

Betriebsratsvorsitzender der Busch-Jaeger

Elektro GmbH,

Stellvertretender Vorsitzender des

Konzernbetriebsrats,

Delegierter des Europäischen Betriebsrats,

Standort Lüdenscheid

Steffen Hoffmann1)

Heddesheim,

Operations Manager Motion Germany,

Ladenburg (bis 30.06.2022)

Robert Itschner

Uster / Schweiz,

CEO BKW AG,

Bern / Schweiz

Sandy Jackisch1)

Cottbus,

Betriebswirtin (VWA),

Betriebsratsvorsitzende Cottbus

Esther Maria Loidl

Heidelberg,

Mitglied des Vorstands der Freudenberg-Gruppe,

CHRO Freudenberg SE,

Weinheim

(ab 16.12.2022)

Dr. Georg Müller

Hirschberg,

Vorsitzender des Vorstands der MVV Energie AG,

Mannheim

Dr. Ursula Redeker

Lörrach,

ehem. Geschäftsführerin Roche

Diagnostics GmbH,

Mannheim,

Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten

Rudolf Zimmermann

Neulußheim,

Rechtsanwalt i. R.,

Ehemaliger Leiter Recht und Integrity

ABB Zentraleuropa

1) vom Amtsgericht bestellt

Erläuterungen

1. Tätigkeitsfeld der ABB AG

Die Geschäftsaktivitäten der ABB AG, Mannheim (im Folgenden "ABB AG"), umfassen die operativen Aktivitäten der Geschäftsbereiche Prozessautomation, Antriebstechnik, Robotik & Fertigungsautomation und Teile des Geschäftsbereichs Elektrifizierung.

Darüber hinaus sind in der ABB AG verschiedene Holding- und Dienstleistungsfunktionen, die Grundlagenforschung und die geschäftsbereichsübergreifenden Entwicklungstätigkeiten des Konzernforschungszentrums in Ladenburg, die Treasury-Aktivitäten zum Zwecke des konzerninternen Cash-Poolings, die Risikoberatung und die Vermittlung und Verwaltung von Versicherungen aller Art sowie im Bereich Sonstiges das Non-Core-Geschäft enthalten.

Im Februar 2022 wurde die Division Turbocharging des Geschäftsbereichs Prozessautomation der ABB AG im Wege eines Asset Deals auf die Turbo Systems Germany GmbH, Hamburg, übertragen. Die Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses mit dem des Vorjahres wurde durch diesen Vorgang nur unwesentlich beeinflusst; der Effekt aus dem Abgang der Division auf die sonstigen betrieblichen Erträge ist an entsprechender Stelle im Anhang erläutert.

2. Offenlegung des Jahresabschlusses

Die Gesellschaft ist unter der Firma ABB AG im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter der Nummer HRB 4664 eingetragen.

Der handelsrechtliche Jahresabschluss der ABB AG wird ab dem Geschäftsjahr 2022 beim Unternehmensregister (bis einschließlich Geschäftsjahr 2021 beim Bundesanzeiger) eingereicht und bekanntgemacht. Die ABB AG stellt einen Konzernabschluss auf (kleinster Konsolidierungskreis). Der Lagebericht der ABB AG ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst; er ist im Geschäftsbericht des Konzerns 2022 enthalten und wird mit dem Konzernabschluss beim Unternehmensregister (bis einschließlich Geschäftsjahr 2021 beim Bundesanzeiger) eingereicht und bekanntgemacht.

Die Geschäftszahlen der ABB AG gemäß US-GAAP werden in den Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, einbezogen (größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss kann bei der ABB AG, Unternehmenskommunikation, Postfach 100164, 68001 Mannheim, oder bei der ABB Ltd, Corporate Communications, Affolternstraße 54, 8050 Zürich / Schweiz, bezogen werden. Darüber hinaus kann er im Internet unter www.abb.com eingesehen und abgerufen werden.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Bestimmungen des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit werden entsprechend den Regelungen des § 265 VII HGB einzelne Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen. Zusätzlich wurde die gemäß § 275 II HGB vorgegebene Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit um weitergehende Posten ergänzt. Der Abschluss ist in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt.

Im Einzelnen wird nach folgenden Grundsätzen bewertet:

Anlagevermögen

Gegen Entgelt erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (§ 248 II HGB) wird mit Blick auf die diesen Vermögensgegenständen innewohnende Unsicherheit bezüglich ihrer Werthaltigkeit kein Gebrauch gemacht.

Die Abschreibung eines Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Die bestehenden Geschäfts- bzw. Firmenwerte werden über 10 Jahre abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen enthalten die unmittelbar zuzurechnenden Einzelkosten und die auf diese Einzelkosten entfallenden Gemeinkosten.

Sowohl Gebäude als auch bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens werden grundsätzlich linear abgeschrieben; in Einzelfällen wird auch von der geometrischdegressiven Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht, sofern diese Methode besser geeignet erscheint, den tatsächlichen Verlauf des Werteverzehrs sachgerecht widerzuspiegeln. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Für EDV-Software, Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen wird von einer Nutzungsdauer zwischen 2 und 5 Jahren ausgegangen. Für Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken, ist eine Nutzungsdauer zwischen 14 und 50 Jahren angesetzt. Technische Anlagen und Maschinen werden zwischen 3 und 20 Jahren abgeschrieben. Für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung wird hinsichtlich der Nutzungsdauer eine Bandbreite zwischen 2 und 23 Jahren verwendet.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten selbstständig nutzbarer, beweglicher und der Abnutzung unterliegender Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung vollständig als Aufwand erfasst, sofern deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 250 € nicht überschreiten. Liegen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten solcher Vermögensgegenstände über 250 € bis 800 €, werden diese Vermögensgegenstände im Jahr des Zugangs aktiviert und in voller Höhe abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit dem niedrigeren Wert erforderlich ist.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Werten angesetzt, sofern nachhaltige Wertminderungen eingetreten sind. Gleiches gilt für die Wertpapiere des Anlagevermögens, sofern es sich nicht um Wertpapiere handelt, die zur Sicherung von Altersversorgungsverpflichtungen gehalten werden und Bestandteil unseres Contractual Trust Arrangement (CTA) sind.

Diese als Deckungsvermögen bezeichneten Wertpapiere werden zu beizulegenden Zeitwerten bewertet und gemäß § 246 II HGB mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Analog hierzu wird mit solchen Wertpapieren verfahren, die der Sicherung von Altersteilzeitguthaben dienen. Die Marktwerte werden durch entsprechende Depotauszüge des jeweiligen Vermögensverwalters nachgewiesen. Eine Saldierung erfolgt auf Ebene der korrespondierenden Aufwendungen und Erträge.

Langfristige unverzinsliche bzw. niedrigverzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bzw. mit niedrigeren Tagespreisen bewertet. Zur Ermittlung der Anschaffungskosten wird in der Regel die Durchschnittsmethode (gleitender Durchschnitt) angewandt.

Den in den Vorräten liegenden Risiken, die sich aus der Lagerdauer und / oder aus einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, wird durch entsprechende Abschläge Rechnung getragen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse sowie für bestellte Anlagen in Arbeit werden die Kosten gemäß § 255 II Satz 2 HGB zugrunde gelegt. Von den aktivierten Aufwendungen bei bestellten Anlagen in Arbeit werden absehbare Verluste aus Kundenaufträgen durch Abzug berücksichtigt. Darüber hinausgehende Verluste werden als Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften passiviert. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller einzeln erkennbaren Risiken sowie unter Berücksichtigung spezieller Länderrisiken bewertet. Das allgemeine Ausfallrisiko bei Forderungen ist im Rahmen einer Pauschalwertberichtigung zu Forderungen erfasst. Unverzinsliche oder niedrigverzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Fremdwährungsforderungen werden gemäß der Regelung des § 256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Forderungen auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, wohingegen Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet werden.

Eine Zusammenfassung von Fremdwährungsforderungen mit auf diese Forderungen entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne des § 254 HGB erfolgt nicht.

Alle übrigen Positionen des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tageswert angesetzt. Erkennbare Risiken werden dabei durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die versicherungsmathematische Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgt auf Basis der „Projected Unit Credit-Methode“, sodass der Wert der Pensionsverpflichtungen zum Bewertungsstichtag den versicherungsmathematischen Barwert all jener Leistungen darstellt, die durch die Rentenformel der Versorgungsordnung den bis zu diesem Zeitpunkt abgeleisteten Dienstzeiten zugeordnet werden.

Die Diskontierung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei mit dem Ende Dezember von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszins für Verpflichtungen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren. Dieser Durchschnitt berechnet sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren. Der Unterschiedsbetrag bei Ansatz des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß § 253 VI HGB wird an entsprechender Stelle im Anhang genannt.

Ferner erfolgt die Berechnung der Pensionsverpflichtungen unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentenanpassungen. Als Formel- und Tafelwerk werden die Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde gelegt, die jedoch entsprechend der allgemein beobachteten Sterblichkeitsveränderungen durch den von uns mit der Bewertung beauftragten Aktuar regelmäßig angepasst werden.

Die Pensionsverpflichtungen der ABB AG beinhalten auch Verpflichtungen aus der betrieblichen Sozialordnung, beispielsweise Weihnachtsgeldzahlungen an künftige Pensionäre.

Sofern am jeweiligen Bilanzstichtag Vermögensgegenstände vorhanden sind, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden die Pensionsverpflichtungen - entsprechend dem in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebot - mit diesen Vermögensgegenständen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ ausgewiesen.

Die Bemessung der Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen erfolgt grundsätzlich zum nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag, sodass auch künftige Preis- bzw. Kostenveränderungen in die Rückstellungsermittlung einbezogen werden; darüber hinaus wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung getragen.

Rückstellungen für ausstehende Kosten, für drohende Verluste aus Kundenaufträgen sowie für andere Verpflichtungen aus der operativen Geschäftstätigkeit werden auf Basis der noch zu erbringenden Leistungen, das heißt gemäß den voraussichtlich noch anfallenden Herstellungskosten, bewertet. Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden so bemessen, dass die über die Vertragsdauer zu entrichtenden Aufstockungsbeträge aufgrund ihres Entgeltcharakters über den Zeitraum der Beschäftigungsphase (linear) aufgebaut werden.

Sofern der jeweilige Altersteilzeitvertrag eine Abfindungsregelung enthält, werden die vertraglich zugesagten Abfindungsbeträge bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zurückgestellt.

In Abhängigkeit des jeweils gewählten Altersteilzeitmodells können sich während der Vertragslaufzeit Erfüllungsrückstände ergeben, die bei der Bemessung der Altersteilzeitrückstellungen ebenfalls berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird bei der Bemessung von Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen auch biometrischen Aspekten Rechnung getragen.

Der auf diese Weise ermittelte Verpflichtungsumfang wird mit dem für diese Verpflichtungen reservierten und zu beizulegenden Zeitwerten bewerteten Vermögen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den sonstigen Rückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ ausgewiesen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Die Abzinsung erfolgt dabei mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten, aus dem Durchschnitt der vergangenen sieben Geschäftsjahre ermittelten, Zinssätzen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden entsprechend den Regelungen des § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Verbindlichkeiten auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, während Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet werden.

Von einer Zusammenfassung von Fremdwährungsverbindlichkeiten mit den auf diese Verbindlichkeiten entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne von § 254 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Latente Steuern

Latente Steuern resultieren aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz, die sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgleichen werden, sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Die Ermittlung und der Ausweis latenter Steuern erfolgt bei Vorliegen steuerlicher Organschaftsverhältnisse beim jeweiligen Organträger.

Die ABB AG ist Organgesellschaft einer mit der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bestehenden Organschaft, sodass im Berichtsjahr bei der ABB AG keine aktiven oder passiven latenten Steuern aus Bewertungsunterschieden sowie aus Verlustvorträgen ausgewiesen werden.

Derivative Finanzinstrumente

Fremdwährungsrisiken werden grundsätzlich durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften abgesichert, während die Absicherung von Beschaffungspreisrisiken auf den Rohstoffmärkten durch den Einsatz von Warentermingeschäften erfolgt.

Wie bereits im Zusammenhang mit der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten ausgeführt, wird von der in § 254 HGB eingeräumten Möglichkeit zur Bildung von Bewertungseinheiten kein Gebrauch gemacht.

Umsatzerlöse

Unter den Umsatzerlösen sind Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Erzeugnissen und Waren sowie aus Dienstleistungen ausgewiesen.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs bzw. zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Erlösschmälerungen werden als Minderung der Umsatzerlöse erfasst.

4. Anlagevermögen

Der Buchwert der immateriellen Vermögensgegenstände hat sich im Berichtsjahr um 1.287 Tsd. € verringert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der planmäßigen Abschreibung des Geschäftsjahres.

Der Buchwert des Sachanlagevermögens hat sich während des Berichtsjahres um 65.248 Tsd. € auf 203.257 Tsd. € erhöht. Begründet ist dies im Wesentlichen durch Investitionsmaßnahmen, insbesondere an den Standorten Mannheim und Ratingen. Gegenläufig wirkten die planmäßigen Abschreibungen sowie die Buchwertabgänge.

Der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen erhöhte sich um 163 Tsd. € auf 155.440 Tsd. €. Die Veränderungen im Berichtsjahr betreffen Beträge aufgrund einer Abspaltung von Pensionsrückstellungen einer Tochtergesellschaft auf die ABB AG. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der ABB AG ist auf den Folgeseiten aufgeführt.

Im Berichtsjahr sind keine Wertpapiere des Anlagevermögens ausgewiesen (Vorjahr: 9.957 Tsd. €). Sämtliche Wertpapiere wurden zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen und - entsprechend dem in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebot - mit den entsprechenden Altersteilzeitverpflichtungen verrechnet.

Bezüglich weiterer Details zur Vermögensverrechnung verweisen wir auf die Ziffern 8, 12 und 14 dieses Anhangs.

Entwicklung des Anlagevermögens

in Tsd. € AHK* 01.01.2022 AHK Zugänge AHK Abgänge AHK Umbuchungen AHK 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 13.423 225 63 - 13.585
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.135 - 36 - 1.099
Geschäfts- oder Firmenwert 44.588 - - - 44.588
Geleistete Anzahlungen 12 - 12 - -
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 59.158 225 111 - 59.272
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 243.950 4.814 22.357 4.467 230.874
Technische Anlagen und Maschinen 87.104 5.009 2.799 1.640 90.954
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 100.191 6.680 4.648 429 102.652
Anlagen im Bau 27.412 38.366 7 -6.536 59.235
Geleistete Anzahlungen 8.701 41.127 7.486 - 42.342
Sachanlagen (gesamt) 467.358 95.996 37.297 - 526.057
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 165.356 163 - - 165.519
Sonstige Beteiligungen 2 - - - 2
Wertpapiere des Anlagevermögens** 9.957 - 9.957 - -
Finanzanlagen (gesamt) 175.315 163 9.957 - 165.521
Anlagevermögen (gesamt) 701.831 96.384 47.365 - 750.850
in Tsd. € Abschreibungen 01.01.2022 Abschreibungen Geschäftsjahr Abschreibungen Veränderungen*** Abschreibungen 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 12.512 581 -62 13.031
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.135 - -36 1.099
Geschäfts- oder Firmenwert 36.713 918 - 37.631
Geleistete Anzahlungen - - - -
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 50.360 1.499 -98 51.761
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 180.700 3.366 -16.669 167.397
Technische Anlagen und Maschinen 67.577 5.501 -2.457 70.621
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 81.061 7.845 -4.135 84.771
Anlagen im Bau - - - -
Geleistete Anzahlungen 11 - - 11
Sachanlagen (gesamt) 329.349 16.712 -23.261 322.800
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.079 - - 10.079
Sonstige Beteiligungen - - - -
Wertpapiere des Anlagevermögens** - - - -
Finanzanlagen (gesamt) 10.079 - - 10.079
Anlagevermögen (gesamt) 389.788 18.211 -23.359 384.640
in Tsd. € Buchwerte per 31.12.2022 Buchwerte per 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 554 911
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen - -
Geschäfts- oder Firmenwert 6.957 7.875
Geleistete Anzahlungen - 12
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 7.511 8.798
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 63.477 63.250
Technische Anlagen und Maschinen 20.333 19.527
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 17.881 19.130
Anlagen im Bau 59.235 27.412
Geleistete Anzahlungen 42.331 8.690
Sachanlagen (gesamt) 203.257 138.009
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 155.440 155.277
Sonstige Beteiligungen 2 2
Wertpapiere des Anlagevermögens** - 9.957
Finanzanlagen (gesamt) 155.442 165.236
Anlagevermögen (gesamt) 366.210 312.043

* Anschaffungs- / Herstellungskosten

** Im Geschäftsjahr 2022 Einbringung sämtlicher Anteile als Deckungsvermögen

*** Abgänge, Umbuchungen

Aufstellung des Anteilsbesitzes

(Stand: 31.12.2022) Gewinnabführungsvertrag Eigenkapital in Tsd. € Konzernanteil in% Beteiligung bei Nr.
I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB AG, Mannheim 694.264 - -
2. ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH, Berlin2) 5.506 100 1.
3. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid * 14.363 100 1.
4. ABB Kaufel GmbH, Berlin2) 858 100 1.
5. ABB Patent GmbH, Ladenburg2) * 208 100 1.
6. ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg * 24.491 100 1.
7. ABB Striebel & John GmbH, Sasbach2) 57.290 100 1.
8. ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim2) * 401 100 1.
9. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim2) 16.249 100 1.
II. Sonstige Beteiligungen
10. PEHLA GmbH, Weinheim1) 664 16,66 1.
11. Modellfabrik Papier gGmbH, Düren1) 505 5,88 1.
(Stand: 31.12.2022) Ergebnis Geschäftsjahr in Tsd. € Umsatz 2022 in Mio. € Mitarbeiter 31.12.2022
I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB AG, Mannheim - 1.611 4.436
2. ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH, Berlin2) 676 5 35
3. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid -6.927 645 1.189
4. ABB Kaufel GmbH, Berlin2) -272 11 68
5. ABB Patent GmbH, Ladenburg2) - - -
6. ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg -9.932 911 1.559
7. ABB Striebel & John GmbH, Sasbach2) 9.700 174 368
8. ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim2) - 3 12
9. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim2) 597 - -
II. Sonstige Beteiligungen
10. PEHLA GmbH, Weinheim1) 154 10 2
11. Modellfabrik Papier gGmbH, Düren1) 477 - 1

1) Zahlen per 31.12.2021

2) Ungeprüfte Zahlen

5. Vorräte

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 63.357 51.661
Unfertige Erzeugnisse 16.510 15.465
Bestellte Anlagen in Arbeit 331.620 314.775
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 20.910 18.733
Geleistete Anzahlungen 29.558 34.611
Summe Vorräte inkl. geleisteter Anzahlungen 461.955 435.245
./. verrechnete Kundenanzahlungen -230.430 -230.638
Vorräte (gesamt) 231.525 204.607

Aufgrund der großen Bedeutung des Anlagengeschäfts werden Bestellte Anlagen in Arbeit im Vorratsvermögen gesondert ausgewiesen. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Das Bruttovorratsvermögen hat sich um rund 27 Mio. € auf 462 Mio. € erhöht. Der Anstieg entfällt überwiegend auf die Position Bestellte Anlagen in Arbeit sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Unter weiterer Berücksichtigung der Fortschrittszahlungen ergibt sich eine Erhöhung des Nettovorratsvermögens um 27 Mio. €.

6. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 246.722 231.858
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (-) (6)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.219.780 1.228.518
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (-) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 43.298 19.836
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (1.267) (721)
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (gesamt) 1.509.800 1.480.212
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (1.267) (727)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen um rund 15 Mio. € über dem Wert des Vorjahres.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen 122.417 Tsd. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: 109.512 Tsd. €).

Der Restbetrag entfällt wie im Vorjahr überwiegend auf kurz- und mittelfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften der ABB AG sowie bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft ABB Ltd, Zürich / Schweiz.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind unter anderem Steuererstattungsansprüche, Darlehensforderungen an Dritte, Versicherungsansprüche sowie kurzfristige Vorschüsse und Darlehen an Mitarbeiter enthalten.

7. Flüssige Mittel

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 11.153 13.607
Finanzmittelanlagen bei Konzerngesellschaften (in Pos. Aktiva B.II.2. enthalten) 1.043.721 1.009.907
Flüssige Mittel 1.054.874 1.023.514
Finanzschulden einschließlich Kreditaufnahme bei Konzerngesellschaften (in Pos. Passiva C.4. enthalten) 355.145 419.548
Flüssige Mittel ./. Finanzschulden 699.729 603.966

Bei den Finanzmittelanlagen innerhalb des Konzerns handelt es sich in erster Linie um kurzfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften der ABB AG sowie bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, im Rahmen des konzerninternen Cash-Poolings.

Die Finanzschulden resultieren im Wesentlichen aus Mittelanlagen unserer Beteiligungsgesellschaften beim Treasury-Bereich der ABB AG.

Darüber hinaus beinhalten die (konzerninternen) Finanzschulden auch die Verpflichtung der ABB AG zur Abführung ihres Nettoergebnisses an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim. Diese Verpflichtung belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf 80 Mio. € (Vorjahr: 99 Mio. €).

8. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Die in § 246 II HGB geforderte Verrechnung von Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen mit Vermögenswerten, die ausschließlich zur Erfüllung solcher Verpflichtungen dienen und dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind, kann zu einem aktiven Unterschiedsbetrag führen. Im Berichtsjahr ist analog zum Vorjahr kein aktivischer Unterschiedsbetrag ausgewiesen, da die entsprechenden Vermögenswerte die Erfüllungsbeträge der Verpflichtungen nicht überstiegen.

9. Entwicklung des Eigenkapitals

Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, wurde im Geschäftsjahr 2011 ein Gewinnabführungsvertrag zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, geschlossen.

Aufgrund dieses Gewinnabführungsvertrags wird das im Berichtsjahr erwirtschaftete Ergebnis der ABB AG an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt.

10. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital der ABB AG beträgt 167.500 Tsd. € und ist in 6.552.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt.

Am 31. Dezember 2022 befand sich das gesamte Aktienkapital im unmittelbaren oder mittelbaren Besitz der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz, wobei der größte Anteil unserer Aktien von der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, gehalten wird. Die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, teilte uns zuletzt zum 10. September 2019 mit, dass ihr unmittelbar eine Mehrheitsbeteiligung im Sinne des § 20 I und III AktG an der ABB AG gehört.

Die Kapitalrücklage enthält die Einstellung von Aufgeldern aus Kapitalerhöhungen sowie die Aufgelder aus dem Umtausch von Genussscheinen früherer Geschäftsjahre sowie andere Zuzahlungen im Zusammenhang mit Abspaltungsvorgängen.

11. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 3.120 Tsd. € sowie andere Gewinnrücklagen in Höhe von 466.162 Tsd. €.

12. Pensionsverpflichtungen, Deckungsvermögen und Vermögensverrechnung

Im Interesse der Absicherung von Anwartschaften und laufenden Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung aus Direktzusagen sowie zur Schaffung von saldierungsfähigem Deckungsvermögen hat die deutsche ABB-Gruppe ein Contractual Trust Arrangement (CTA) in Form einer doppelseitigen Treuhand etabliert.

In diesem Zusammenhang hat die ABB AG im Rahmen von Treuhandverträgen und mittels gesonderter Vermögensübertragungsvereinbarungen einen Großteil der bis dahin im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Anteile an einem Wertpapierspezialfonds treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen.

Darüber hinaus sind bestimmte Teile der Pensionsverpflichtungen durch eine Rückdeckungsversicherung gesichert.

Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Pensionsverpflichtungen der ABB AG insgesamt 1.036.331 Tsd. € (Vorjahr: 1.011.274 Tsd. €). Diesem Betrag liegt ein Diskontierungsfaktor in Höhe von 1,78 % (Vorjahr: 1,87 %) zugrunde; es handelt sich hierbei um den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz für Verpflichtungen mit einer Laufzeit von 15 Jahren, wie er per Ende Dezember veröffentlicht wurde.

Dieser Durchschnitt berechnet sich im Berichtsjahr, wie auch im Vorjahr, aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren. Bei Ansatz eines Durchschnitts aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergäbe sich ein davon abweichender durchschnittlicher Zinssatz in Höhe von 1,44 % (Vorjahr: 1,35 %). Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 VI HGB beträgt 38.719 Tsd. € (Vorjahr: 58.812 Tsd. €).

Für das vorliegende Berichtsjahr liegt der Berechnung ein Gehaltstrend in Höhe von 3,2 % p. a. (Vorjahr: 2,75 % p. a.) sowie ein Rentenanpassungstrend in Höhe von 2,2 % p. a. (Vorjahr: 1,75 % p. a.) zugrunde.

Hinsichtlich der langfristig erwarteten Verzinsung der Beiträge bzw. Kapitalkonten unseres beitragsorientierten Pensionsplans wurde gegenüber dem Vorjahr eine auf längerfristige Sicht erzielbare Rendite in Höhe von 4,75 % p. a. (Vorjahr: 4,0 % p. a.) unterstellt.

Von dem Gesamtbetrag der Pensionsverpflichtungen per 31. Dezember 2022 in Höhe von 1.036.331 Tsd. € (Vorjahr: 1.011.274 Tsd. €) entfällt ein Anteil in Höhe von 69.277 Tsd. € (Vorjahr: 64.424 Tsd. €) auf ein Deferred Compensation-Modell, dem keine verrechnungsfähigen Vermögenswerte im Sinne von § 246 II HGB gegenüberstanden, sodass dieser Anteil der Pensionsverpflichtungen nicht in die Vermögensverrechnung einbezogen wurde.

Die Pensionsverpflichtungen, denen zum 31. Dezember 2022 verrechnungsfähige Vermögenswerte gegenüberstanden, beliefen sich somit auf insgesamt 967.054 Tsd. € (Vorjahr: 946.850 Tsd. €).

Zum 31. Dezember 2022 belief sich der beizulegende Zeitwert der für Altersversorgungsansprüche reservierten Wertpapiere auf insgesamt 700.524 Tsd. € (Vorjahr: 844.003 Tsd. €), wobei die historischen Anschaffungskosten 503.511 Tsd. € (Vorjahr: 526.933 Tsd. €) und die kumulativen Marktwertanpassungen insgesamt 197.013 Tsd. € (Vorjahr: 317.070 Tsd. €) betrugen.

Neben den im Rahmen unseres CTA gehaltenen Wertpapieren beinhaltet das für die Altersversorgungsverpflichtungen reservierte Vermögen auch das Deckungskapital einer Rückdeckungsversicherung, dessen beizulegender Zeitwert sich per 31. Dezember 2022 auf 14.816 Tsd. € (Vorjahr: 15.953 Tsd. €) belief. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts des Deckungskapitals erfolgt auf Basis des notwendigen Erfüllungsbetrags der anteilig rückgedeckten Pensionsverpflichtung.

Aus dem in § 246 II HGB geforderten Saldierungsgebot ergibt sich somit nach Verrechnung ein passivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von 251.716 Tsd. € (Vorjahr: 86.895 Tsd.€).

Insgesamt ergeben sich somit nach der Verrechnung von Deckungsvermögen Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 320.993 Tsd. € (Vorjahr: 151.319 Tsd. €).

Aus der Marktwertbewertung der Wertpapiere ergibt sich zum 31. Dezember 2022 ein grundsätzlich abführungsgesperrter Betrag von insgesamt 197.013 Tsd. € (Vorjahr: 317.070 Tsd. €). Aufgrund der in ausreichender Höhe vorhandenen frei verfügbaren Rücklagen besteht jedoch keine Abführungssperre, sodass das im Berichtsjahr erwirtschaftete Ergebnis in voller Höhe abgeführt wird.

Aus mittelbaren Versorgungsverpflichtungen im Zusammenhang mit unserer Unterstützungseinrichtung bestand zum Ende des Berichtsjahres ein Fehlbetrag in Höhe von 9.505 Tsd. € (Vorjahr: 6.065 Tsd. €).

13. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten wie im Vorjahr erwartete Zahlungsverpflichtungen für Ertragsteuern sowie für sonstige Steuern.

14. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen analog zum Vorjahr neben noch erwarteten Herstellungskosten abgerechneter Kundenaufträge (ausstehende Lieferantenrechnungen und noch zu erbringende Eigenleistungen) in Höhe von 151.453 Tsd. € (Vorjahr: 155.996 Tsd. €) im Wesentlichen die Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 39.801 Tsd. € (Vorjahr: 50.171 Tsd. €), Garantieleistungen in Höhe von 21.290 Tsd. € (Vorjahr: 20.137 Tsd. €), Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 8.263 Tsd. € (Vorjahr: 10.093 Tsd. €).

Ferner enthält diese Position Rückstellungen für schwebende Prozesse, Rückstellungen für noch abzugeltende Urlaubs- und Gleitzeitansprüche und für Vorruhestandsleistungen, Rückstellungen für Tantiemen, Rückstellungen für Jubiläumsgeldzahlungen an Mitarbeiter, Rückstellungen aus der operativen Geschäftstätigkeit sowie Rückstellungen für Altersteilzeitverträge, sofern diese nicht durch entsprechende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen, Vermögenswerte gedeckt sind.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wurden künftige Kosten- und Preisveränderungen einerseits, sowie - im Falle langfristiger Verpflichtungen - Abzinsungseffekte andererseits berücksichtigt.

Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen beliefen sich - vor Verrechnung mit den für diese Verpflichtungen reservierten Vermögenswerten - zum Ende des Berichtsjahres auf 29.585 Tsd. € (Vorjahr: 24.607 Tsd. €).

Diese Altersteilzeitverpflichtungen wurden mit Anteilen an einem Wertpapierspezialfonds verrechnet, welche zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen wurden.

Der beizulegende Zeitwert dieser Wertpapiere belief sich per 31. Dezember 2022 auf 23.179 Tsd. € (Vorjahr: 19.053 Tsd. €), wobei die historischen Anschaffungskosten 23.184 Tsd. € (Vorjahr: 13.953 Tsd. €) und die kumulativen Marktwertanpassungen insgesamt -6 Tsd. € betrugen. Im Vorjahr ergab sich ein grundsätzlich abführungsgesperrter Betrag von insgesamt 5.100 Tsd. €.

Die Verrechnung der Altersteilzeitverpflichtungen mit dem hierfür reservierten Vermögen führte somit zu einer verbleibenden Altersteilzeitverpflichtung in Höhe von 6.406 Tsd. € (Vorjahr: 5.554 Tsd. €).

15. Verbindlichkeiten

in Tsd. € 31.12.2022 Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit >1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3 3 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 324.953 324.874 79
(davon von verbundenen Unternehmen) (8.964) (8.962) (2)
Verrechnet mit Vorräten -230.430 -230.374 -56
Erhaltene Anzahlungen nach Verrechnung mit Vorräten 94.523 94.500 23
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 75.691 75.691 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 529.199 525.312 3.887
Sonstige Verbindlichkeiten 42.170 41.849 321
(davon aus Steuern) (22.767) (22.767) (-)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (-) (-) (-)
Verbindlichkeiten (gesamt) 741.586 737.355 4.231
in Tsd. € 31.12.2021 Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit >1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2 2 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 296.644 296.568 76
(davon von verbundenen Unternehmen) (15.399) (15.395) (4)
Verrechnet mit Vorräten -230.638 -230.579 -59
Erhaltene Anzahlungen nach Verrechnung mit Vorräten 66.006 65.989 17
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 66.684 66.684 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 550.532 545.944 4.588
Sonstige Verbindlichkeiten 56.663 56.619 44
(davon aus Steuern) (30.616) (30.616) (-)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (-) (-) (-)
Verbindlichkeiten (gesamt) 739.887 735.238 4.649

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestanden in Berichtsjahr und Vorjahr nicht.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen 166.750 Tsd. € (Vorjahr: 119.732 Tsd. €) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten auch die Ergebnisabführungsverpflichtung gegenüber der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, welche im Berichtsjahr 80.341 Tsd. € beträgt (Vorjahr: 99.064 Tsd. €).

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten analog zum Vorjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus anderen Steuern, Verbindlichkeiten aus der Auflösung von Arbeitsverträgen, Verbindlichkeiten aus einbehaltenen Steuern der Mitarbeiter, Verbindlichkeiten aus kreditorischen Debitoren sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung.

Eine Besicherung von Verbindlichkeiten wurde nicht vorgenommen, dies gilt gleichermaßen für Berichts- und Vorjahr.

16. Haftungsverhältnisse

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften - 2.350
Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen und sonstigen Haftungsverhältnissen - -
Haftungsverhältnisse (gesamt) - 2.350

Zum Bilanzstichtag des Berichtsjahres bestehen keine Haftungsverhältnisse (Vorjahr: 2.350 Tsd. €).

Das Eingehen von Haftungsverhältnissen erfolgt nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der ABB AG oder mit der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen.

Die aufgrund von Haftungsverhältnissen eingegangenen Risiken unterliegen dabei einem stetigen Evaluierungsprozess.

17. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

in Tsd. € 31.12.2022 Gesamtbetrag 31.12.2022 Jahresbetrag 31.12.2021 Gesamtbetrag 31.12.2021 Jahresbetrag
IS- und Telefonie-Infrastruktur sowie Dienstleistungen 36.235 12.425 52.163 18.275
Wesentliche Miet- und Pachtverträge 19.934 4.007 17.350 4.119
Gesamt 56.169 16.432 69.513 22.394

Der Gesamtbetrag außerbilanzieller Geschäfte beläuft sich am Bilanzstichtag auf rund 56 Mio. € (Vorjahr: 70 Mio. €). Der Jahresbetrag dieser Geschäfte beläuft sich auf etwa 16 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €).

Bei den nicht bilanzierten Geschäften handelt es sich einerseits um Leasing- und Dienstleistungsvereinbarungen im IS- und Telefoniebereich sowie um Dienstleistungen im Bereich Real Estate. Der Gesamtbetrag solcher Verträge beläuft sich auf 36 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 12 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €).

Solche Verträge dienen der Standardisierung eingesetzter Technologien und Dienstleistungen sowie deren Kostenoptimierung. In der Hauptsache fällt hierunter der Dienstleistungsvertrag zwischen ABB und Apleona für Integrated Facility Management, der Dienstleistungen wie beispielsweise Bewachung, Instandhaltung, Wartung sowie Reinigung umfasst und für alle Standorte der ABB in Deutschland gilt. Weiterhin fallen hierunter der globale Servicevertrag mit dem international tätigen IT-Dienstleister Wipro über die Lieferung von Hardware und Zubehör sowie der Vertrag zwischen ABB und T-Systems über Telekommunikationsdienstleistungen für die deutsche ABB. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

Als weitere nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte sind andererseits wesentliche, in der Regel längerfristige, Miet- und Pachtverträge für Grundstücke und Gebäude mit einem Gesamtbetrag von 20 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge zu nennen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €).

Solche Verträge werden grundsätzlich aus geschäftspolitischen Gründen und zur Optimierung des Standortmanagements geschlossen. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

18. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht unter den Haftungsverhältnissen gemäß Ziffer 16 und nicht unter Ziffer 17 als nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte angegeben sind, beläuft sich am Bilanzstichtag auf rund 8 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €). Gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen wie im Vorjahr keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Es handelt sich hierbei in erster Linie um Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie um das Bestellobligo aus genehmigten Investitionen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 7 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €). Dazu kommt das Bestellobligo im Zusammenhang mit dem Gebäudeneubau am Standort Mannheim, das sich auf 29 Mio. € (Vorjahr: 74 Mio. €) belief.

19. Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung von Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften (Einkaufs- und Verkaufsgeschäfte) abgeschlossen. Es handelt sich hierbei überwiegend um Währungsderivate.

Das Volumen der am Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beläuft sich auf 133.079 Tsd. € (Vorjahr: 203.064 Tsd. €). Der beizulegende Zeitwert dieser zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beträgt insgesamt 1.399 Tsd. € (Vorjahr: 831 Tsd. €). Dieser Wert entspricht dem Ergebniseffekt, zu dem diese Geschäfte am Bilanzstichtag hätten abgewickelt werden können. Der beizulegende Wert (Marktwert) wird von der ABB-Gruppe auf Basis erhältlicher und öffentlich zugänglicher Marktinformationen ermittelt.

Neben Devisentermingeschäften wurden auch Warentermingeschäfte abgeschlossen, die ebenfalls überwiegend als Forward getätigt wurden. Das Volumen solcher Geschäfte betrug zum Bilanzstichtag 15.975 Tsd. € (Vorjahr: 10.915 Tsd. €). Der beizulegende Wert dieser Geschäfte belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt 105 Tsd. € (Vorjahr: 246 Tsd. €).

Im Interesse einer einheitlichen Vorgehensweise innerhalb der ABB AG sowie innerhalb des deutschen ABB-Teilkonzerns wird auf die Bildung von Bewertungseinheiten verzichtet. Ergeben sich zum Bilanzstichtag bei den einzelnen Sicherungsgeschäften negative Marktwerte, werden diese Beträge unter den Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften erfasst. Eine Saldierung negativer Marktwerte mit positiven Marktwerten erfolgt dabei nicht.

Für Devisen- und Warentermingeschäfte wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 1.269 Tsd. € (Vorjahr: 1.615 Tsd. €) passiviert.

20. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres belaufen sich auf 1.611 Mio. € und liegen damit um 98 Mio. € bzw. 6 % unter dem Vorjahreswert in Höhe von 1.709 Mio. €.

Der Rückgang der Umsatzerlöse ergibt sich im Wesentlichen aus dem Geschäftsbereich Prozessautomation, in welchem der Umsatz um 95 Mio. € zurückgegangen ist. In den Geschäftsbereichen Antriebstechnik (+ 55 Mio. €), Robotik & Fertigungsautomation (+ 41 Mio. €) und Elektrifizierung (+ 12 Mio. €) sind die Umsatzerlöse angestiegen.

Im Bereich „Sonstiges / Konsolidierung“, in dem auch das Non-Core-Geschäft enthalten ist, sind die Umsatzerlöse um ca. 112 Mio. € gesunken. Der Rückgang im Geschäftsjahr ist zum größten Teil auf das Non-Core-Geschäft zurückzuführen, da im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Projekte fertiggestellt wurden. Im Bereich „Sonstiges / Konsolidierung“ werden zum einen Aktivitäten berichtet, die aus nicht fortgeführten Bereichen bei ABB verblieben. Zum anderen sind Umsatzerlöse der Holding- und Dienstleistungsfunktionen der ABB AG enthalten.

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen und nach geografischen Merkmalen ergibt folgendes Bild:

in Tsd. € 2022 2021
Prozessautomation 487.385 582.098
Elektrifizierung 404.759 392.357
Antriebstechnik 394.238 338.858
Robotik & Fertigungsautomation 322.257 281.153
Sonstiges / Konsolidierung 2.246 114.650
Umsatzerlöse (gesamt) 1.610.885 1.709.116
davon:
Deutschland 911.874 936.440
Übriges Europa 373.136 405.952
Asien 216.770 236.479
Afrika 18.043 59.815
Amerika 83.676 62.053
Sonstige Regionen 7.386 8.377

21. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten unter anderem Erlöse aus der Geschäftsveräußerung der Division Turbocharging des Geschäftsbereichs Prozessautomation in Höhe von 41.982 Tsd. €, Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen in Höhe von 15.452 Tsd. € sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen.

Darüber hinaus sind Gewinne aus Wechselkursänderungen in Höhe von 31.270 Tsd. € (Vorjahr: 15.745 Tsd. €) enthalten. Die periodenfremden Erträge betragen 31.836 Tsd. € und betreffen im Wesentlichen die Auflösung von sonstigen Rückstellungen und Veräußerungsgewinne aus dem Abgang von Sachanlagevermögen.

22. Materialaufwand

in Tsd. € 2022 2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -718.756 -664.519
Aufwendungen für bezogene Leistungen -180.847 -164.046
Materialaufwand (gesamt) -899.603 -828.565

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sind um 54 Mio. € und die Aufwendungen für bezogene Leistungen um 17 Mio. € angestiegen.

23. Personalaufwand

in Tsd. € 2022 2021
Löhne und Gehälter -336.846 -348.157
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -113.541 -97.290
(davon für Altersversorgung) (-56.063) (-37.191)
Personalaufwand (gesamt) -450.387 -445.447

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um 5 Mio. € gestiegen.

Bezüglich der Altersversorgungskosten ist zu berücksichtigen, dass der in einem Geschäftsjahr den Pensionsrückstellungen zuzuführende Betrag sich in der Gewinn- und Verlustrechnung sowohl im Personalaufwand als auch im Zinsaufwand niederschlägt. Zur Erläuterung der Zinskomponente verweisen wir auf Ziffer 28 dieses Anhangs.

Im Berichtsjahr betrugen die im Personalaufwand auszuweisenden Altersversorgungskosten 56.063 Tsd. € (Vorjahr: 37.191 Tsd. €).

24. Mitarbeiter

im Jahresdurchschnitt 2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 677 704
Angestellte 3.459 3.549
Arbeitnehmer im Sinne § 267 HGB 4.136 4.253
Auszubildende 280 320
Mitarbeiter (gesamt) 4.416 4.573

Im Jahresdurchschnitt sank die Anzahl der Mitarbeiter von 4.573 um 157 auf 4.416.

Bezogen auf den jeweiligen Bilanzstichtag ergab sich ein Rückgang der Mitarbeiterzahl von 4.533 im Vorjahr um 97 auf 4.436 zum Ende des Berichtsjahres.

25. Abschreibungen

Hinsichtlich der handelsrechtlichen Abschreibungsmethodik im Bereich des Anlagevermögens verweisen wir auf die Erläuterungen zu Ziffer 3 dieses Anhangs.

26. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten unter anderem den Verwaltungs- und Vertriebsaufwand einschließlich der Verkaufssonderkosten, konzerninterne Umlagen, Restrukturierungsaufwendungen, Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens (außer Vorräte), Garantieaufwendungen, Bußgelder, Mieten, Pachten, Rechts- und Beratungskosten, Instand- haltungs- sowie Transport- und Verpackungskosten und Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, soweit die entsprechenden Aufwendungen nicht zur Erzielung von Umsatzerlösen anfielen.

Weiterhin enthalten sind Aufwendungen aus Wechselkursänderungen in Höhe von 26.482 Tsd. € (Vorjahr: 6.675 Tsd. €). Darüber hinaus beinhaltet diese Position auch die sonstigen Steuern in Höhe von 2.151 Tsd. € (Vorjahr: 2.538 Tsd. €). Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie weitere Aufwendungen für Maßnahmen zur Reorganisation betrugen im Berichtsjahr 30.419 Tsd. € (Vorjahr: 33.235 Tsd. €).

27. Beteiligungsergebnis

in Tsd. € 2022 2021
Erträge aus Beteiligungen - -
(davon von verbundenen Unternehmen) (-) (-)
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 124.132 120.848
Aufwand aus Verlustübernahmen - -19
Aufwand aus Gewinnabführungsverträgen -245 -299
Beteiligungsergebnis 123.887 120.530

Das Beteiligungsergebnis lag im Berichtsjahr mit 124 Mio. € um rund 3 Mio. € über dem Beteiligungsergebnis des Vorjahres.

Hinsichtlich weiterer Einzelheiten zur Ergebnissituation im Beteiligungsbereich der ABB AG verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde.

28. Zinsergebnis

in Tsd. € 2022 2021
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.223 2.703
(davon von verbundenen Unternehmen) (1.655) (70)
(davon aus Abzinsung) (548) (152)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -130.935 -34.889
(davon an verbundene Unternehmen) (-58) (-91)
(davon aus Aufzinsung) (-130.787) (-34.174)
Zinsergebnis -128.712 -32.186

Das Zinsergebnis des Berichtsjahres beläuft sich auf -128.712 Tsd. € und liegt somit um 96.526 Tsd. € unter dem Niveau des Vorjahres.

Das Zinsergebnis enthält vor allem die Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit saldierungsfähigen Vermögenswerten, die der Erfüllung von Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen dienen. Ferner enthält das Zinsergebnis den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie die Effekte aus der Auf- und Abzinsung anderer langfristiger Rückstellungen.

Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen enthält das Zinsergebnis des Berichtsjahres einen Zinsaufwand in Höhe von 28.139 Tsd. € (Vorjahr: 70.011 Tsd. €). Davon resultieren 9.831 Tsd. € (Vorjahr: 48.345 Tsd. €) aus der Änderung des anzuwendenden Zinssatzes von 1,87 % im Vorjahr auf 1,78 % zum Ende des Berichtsjahres.

Des Weiteren enthält das Zinsergebnis auch Gewinne und Verluste aus der Verzinsung bzw. aus Marktwertanpassungen des saldierungsfähigen Vermögens bezüglich der Pensionsverpflichtungen und der Altersteilzeitverpflichtungen. Im Berichtsjahr ergaben sich hieraus Verluste in Höhe von insgesamt 102.374 Tsd. € (Vorjahr: Gewinne in Höhe von insg. 36.075 Tsd. €).

Die im Zinsergebnis ausgewiesenen Erträge aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen belaufen sich auf 548 Tsd. € (Vorjahr: 152 Tsd. €), während sich die Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen auf 274 Tsd. € (Vorjahr: 238 Tsd. €) belaufen.

Adjustiert man das Zinsergebnis um diese Effekte, ergibt sich für das Berichtsjahr ein bereinigtes positives Zinsergebnis in Höhe von 1.527 Tsd. € (Vorjahr: positives Zinsergebnis von 1.836 Tsd. €).

29. Steuern

Im Berichtsjahr ergab sich ein Steuerertrag in Höhe von 23.725 Tsd. € (Vorjahr: Steueraufwand in Höhe von 8.926 Tsd. €).

Der Steuerertrag des Berichtsjahres ergab sich im Wesentlichen aus Gewinnsteuern sowie dem Anspruch zur Erstattung einer Steuerumlage in Höhe von 20.182 Tsd. € (Vorjahr: 3.759 Tsd. €) von der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim.

30. Honorare und sonstige Vergütungen für Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Hinsichtlich der im Geschäftsjahr 2022 angefallenen Prüfungshonorare und sonstigen Vergütungen für Dienstleistungen unseres Abschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, verweisen wir auf den Anhang des Konzernabschlusses der ABB AG.

31. Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2022 betrug 313 Tsd. €.

Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2022 betrugen insgesamt 1.435 Tsd. €. Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 5.251 Tsd. €.

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der ABB AG und ihren Hinterbliebenen waren zum Berichtsjahresende insgesamt 69.648 Tsd. € zurückgestellt.

32. Ergebnisübernahme durch Muttergesellschaft

Aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrags wird das von der ABB AG im Berichtsjahr erzielte Netto-Ergebnis in Höhe von 80.341 Tsd. € (Vorjahr: 99.064 Tsd. €) an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt.

Die gesamten ausschüttungsgesperrten Beträge im Sinne des § 268 VIII HGB ergeben sich in Höhe von 197.013 Tsd. € aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert.

33. Nachtragsbericht

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2022 ergaben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ABB AG.

Mannheim, den 31. März 2023

ABB AG

Der Vorstand

Ochsner

Zumkeller

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit gemäß § 21 Entgelttransparenzgesetz

ABB als globales Unternehmen hat sich zur Förderung von Vielfalt bekannt. Stellen mit den bestgeeigneten Beschäftigten zu besetzen - ungeachtet Nation, Herkunft, Geschlecht oder sonstigen Merkmalen - ist für ABB selbstverständlich. Seit 2020 gilt der sogenannte „open job market“, d. h. grundsätzlich werden sämtliche Stellen konzernweit ausgeschrieben. Die in diesem Bericht verwendeten Sammelbezeichnungen wie „Bewerber“, „Beschäftigte“, „Auszubildende“ usw. gelten für Frauen und Männer gleichermaßen und sind daher geschlechtsneutral anzusehen.

Durch Konzernbetriebsvereinbarung ist festgelegt: „Auswahlkriterien sind ausschließlich sachlicher, berufs- bzw. tätigkeitsbezogener Art. Kein Bewerber und kein Beschäftigter darf wegen seiner ethnischen Herkunft, der Abstammung oder sonstigen Herkunft, der Nationalität, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters, der politischen bzw. gewerkschaftlichen Betätigung oder wegen des Geschlechts oder seiner sexuellen Identität bevorzugt oder benachteiligt werden. Inklusion und Diversität werden durch diese Grundsätze gestützt und gefördert; Personalentscheidungen sollen daher unter Berücksichtigung von Inklusion und Diversity getroffen werden, wo immer dies diskriminierungsfrei berücksichtigt werden darf.“

Soziale Verantwortung, der Einsatz für Inklusion, Vielfalt und Nachhaltigkeit ist Teil der ABB-Unternehmenskultur. Aus diesem Grund hat ABB in Deutschland auch die Charta der Vielfalt, eine Selbstverpflichtung zur Förderung der Vielfalt in Unternehmen, unterzeichnet.

Vielfalt ist überall

Es gibt in der Belegschaft sicht- oder bemerkbare Unterschiede wie Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit, aber auch dem Denken und Handeln zugrundeliegende Unterschiede.

Bei der Förderung von Vielfalt oder Diversity fragen wir bei ABB nach dem „Warum“ und setzen an der Ursache an: beispielsweise begegnen wir der Frage, „warum studieren weniger Frauen Ingenieurwissenschaften als Männer?“ mit Maßnahmen wie dem Girls' Day oder dem Projekt Girlsatec, um aufzuzeigen, dass es keine speziellen „Männerberufe“ oder „Frauenberufe“ gibt. Wir machen deutlich: Ingenieurwissenschaften sind für alle attraktiv - für Frauen und Männer gleichermaßen. Wir geben uns nicht damit zufrieden, die „Symptome zu korrigieren“, sondern wollen die Ursachen mangelnder Vielfalt beheben.

Nachstehende Handlungsfelder spielen hierbei eine besondere Rolle:

Fachkräftemangel

Wir wollen die richtigen Individuen finden, binden und entwickeln! Dabei geht es uns aber nicht primär um das Erfüllen von Quoten, sondern auch um das Gewinnen von talentiertem Nachwuchs: Wir möchten mehr Menschen für technische MINT-Berufe - d. h. in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik - gewinnen und setzen uns dafür ein, möglichst vielen Nachwuchskräften eine Fach- oder Führungslaufbahn bei ABB zu ermöglichen - gleich welchen Geschlechts.

In diesem Zusammenhang engagiert sich ABB im Projekt „girlsatec“. Dieses Projekt zielt darauf ab, den Karrierehorizont von Mädchen und jungen Frauen im Bereich der industriellen und technischen Berufe zu erweitern. Parallel dazu informiert es die Zielgruppen "Eltern" und "Lehrkräfte" über berufsspezifische Zugangsvoraussetzungen und die jeweiligen Ausbildungsgänge und stellt die Chancen und Berufsperspektiven für Mädchen und junge Frauen in diesem Bereich vor. Girlsatec hat zielgruppenorientierte Ansätze und Wege entwickelt, um Mädchen und junge Frauen anzusprechen. Neben dem Angebot von praxisnahen Methoden, um Mädchen und Jugendliche durch Ausprobieren an technische Berufe heranzuführen, informiert das Projekt auch über gewerblich-technische Ausbildungsberufe an Schulen, (Job-)Messen und Veranstaltungen sowie bei der ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH.

Weiterer wichtiger Pfeiler, um die zahlenmäßige Unterrepräsentanz von Frauen in technischen Berufen anzugehen, ist die Initiative „femtec“. Diese wurde 2001 an der Technischen Universität Berlin gegründet, um bei Schülerinnen frühzeitig das Interesse für Technik und Naturwissenschaften zu wecken, den Anteil von Frauen in MINT-Studiengängen zu erhöhen und weibliche Führungsnachwuchskräfte in technischen Berufen zu fördern. ABB unterstützt diese Ziele als Unternehmenspartner seit 2011 und beteiligt sich im Rahmen des „Careerbuilding“-Programms bei der Auswahl und Förderung der Stipendiatinnen.

Netzwerke

ABB unterstützt Netzwerken und Mentoring im Unternehmen. Um auch im Vergleich zur Gesamtpopulation zahlenmäßig zurückstehenden Gruppen Anschub zu geben und auf gruppenspezifische Anforderungen besser eingehen zu können, wird ein Frauennetzwerk unterstützt. Andere Netzwerke sind bisher nicht gegründet, aber sicher gut vorstellbar. Die Unterstützung dieser Aktivitäten erfolgt mit dem Ziel, solche gesonderten Maßnahmen eines Tages überflüssig werden zu lassen.

Im Frauennetzwerk bringen wir weibliche Talente zusammen. In regelmäßigen, selbst organisierten Workshops werden aktuelle Themen wie beispielsweise „Virtuelles Arbeiten in interkulturellen Teams“ oder „Selbstmarketing und Netzwerken“ behandelt.

ABB fördert Vielfalt und Integration unter anderem durch Encompass, ein globales Netzwerk von Mitarbeitergruppen für Vielfalt und Integration, die ein Umfeld der Akzeptanz und Integration der Unterschiede, die uns einzigartig machen, fördern wollen. Darüber hinaus zeichnete ABB global das „LGBTIQ agreement”. Trainings wie etwa „unconscious bias training” oder „LGBTQ+ awareness” runden die Maßnahmen ab, die ABB einsetzt, um Vielfalt und Diversity zu fördern und zu fordern.

Vereinbarkeit Beruf und Familie

Ziel dieses Handlungsfelds ist die Schaffung von Rahmenbedingungen, die es allen Beschäftigten - Jung und Alt, in Partnerschaft oder nicht - ermöglicht, Beruf und Privatleben, also weit mehr als „nur“ Familie und Beruf, in Einklang zu bringen, ohne dass die Karriere leidet.

Flexibilisierung von Arbeitsort (über eine Konzernbetriebsvereinbarung auch mit Anspruch für die Beschäftigten) und Arbeitszeit (Zeitpunkt und Dauer) sind hier ebenso zu nennen, wie das Ferienhaus für die Mitarbeiterkinder im Schwarzwald, Kontakthalte-Programme für Elternzeiten, Ausbildung in Teilzeit, der KITA-Zuschuss und das deutlich über die gesetzlichen Ansprüche hinausgehende „parental leave programm“, das beiden Elternteilen nach der Geburt (oder Annahme) eines Kindes eine zusätzliche bezahlte Freistellung gewährt.

Anfang 2018 wurde die deutsche ABB von der Bertelsmann Stiftung als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert. Die deutsche ABB hatte sich an diesem Prüfverfahren für das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ beteiligt, um einen Überblick zu erhalten, ob und inwieweit die vorhandenen Angebote und Leistungen genutzt und auch gelebt werden. Die erfolgreiche Zertifizierung zeigte, dass ABB in Deutschland in Sachen Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben „auf dem richtigen Kurs“ war.

Eine Vielzahl weiterer Auszeichnungen für die deutsche ABB im Jahr 2022 bestätigen diese auf Nachhaltigkeit angelegten Aktivitäten von ABB deutlich. So wurde ABB nicht nur allgemein mit den Titeln „Top Nationaler Arbeitgeber“ und „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe“, sondern auch und gerade im Hinblick auf Diversity als „Top Arbeitgeber Diversity“ und vom renommierten F.A.Z.-Institut als „Vorbild in Vielfalt und Diversity“ ausgezeichnet.

Entgeltgleichheit von Frauen und Männern

Die ABB AG einschließlich ihrer Tochtergesellschaften ist ein tarifgebundenes Unternehmen. Es finden die jeweiligen Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie Anwendung. Stellen werden seit Einführung der sogenannten ERA-Tarifverträge im Jahr 2003 nach einer durch die Entgeltrahmen-Tarifverträge vorgeschriebene Methodik (je nach Tarifgebiet summarisch oder analytisch) bewertet und in eine bestimmte Entgeltgruppe eingestuft. Die Entgelthöhen, Entgeltstrukturen und Entgeltzusammensetzungen inklusive beispielsweise Zulagen für die tariflichen Beschäftigten sind ebenfalls durch geltende Tarifverträge vorgegeben. Die dort vereinbarten Eingruppierungssystematiken halten dem Maßstab der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales herausgegebenen Evaluierung von Arbeitsbewertungsverfahren („EVA-Liste“) stand und kann daher als genderneutral bezeichnet werden.

Eine vergleichbare Systematik kommt auch für die außertariflich geführten Beschäftigten zur Anwendung. Grundlage bildet hier eine erstmals im Jahr 2009 angeschlossene konzernweit gültige Betriebsvereinbarung, basierend auf einem globalen Grading-System. Diese Konzernbetriebsvereinbarung regelt zum einen eine Methodik zur Einstufung von Stellen basierend auf der Hay / Korn Ferry Methodik und zum anderen die Höhe entsprechender Entgeltbänder.

Beide Systematiken stellen zuverlässig sicher, dass Entgelte vergleichbarer Stellen nicht aufgrund des Geschlechts unterschiedlich ausfallen. Eingruppiert wird die jeweilige Stelle bzw. Funktion, und nicht der Mitarbeiter, der die Stelle innehat. Die Eingruppierung der Beschäftigten unterliegt zudem der Mitbestimmung durch die Betriebsräte gemäß Betriebsverfassungsgesetz.

Quantitative Angaben

Gemäß § 21 II EntgTranspG werden nachfolgend die nach Geschlecht aufgeschlüsselten Angaben zu der durchschnittlichen Gesamtzahl der Beschäftigten sowie zu der durchschnittlichen Zahl der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten der jeweiligen ABB-Gesellschaft für das Kalenderjahr 2022 offengelegt; eine Darstellung Drittgeschlechtlicher entfällt, da wir hierzu bislang keine Nennungen erhalten haben:

Anzahl (Gesamt) Anzahl (Vollzeit) Anzahl (Teilzeit)
Frauen 882 662 220
Männer 3.534 3.430 104
Gesamt 4.416 4.092 324
Quote (Gesamt) Quote (Vollzeit) Quote (Teilzeit)
Frauen 20,0% 75,1% 24,9%
Männer 80,0% 97,1% 2,9%
Gesamt 100,0% 92,7% 7,3%

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ABB AG, Mannheim

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ABB AG, Mannheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden „zusammengefasster Lagebericht“) der ABB AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt auf S. 2 f. des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und AktG und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die auf S. 2 f. des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und AktG in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Mannheim, den 31. März 2023

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

gez. Isele, Wirtschaftsprüfer

gez. Altiner, Wirtschaftsprüfer

- ABB AG

Unternehmenskommunikation

Kallstadter Str. 1

68309 Mannheim

Postfach 10 0164

68001 Mannheim

Fax: + 49 (0) 621 4381 372

www.abb.de

Inhalt

Bericht des Vorstands

Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsjahr 2022

Bericht des Aufsichtsrats

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

Segmentberichterstattung

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Konzernanhang

Bestätigungsvermerk

Fünfjahresübersicht

Impressum

ABB weltweit auf einen Blick

Bericht des Vorstands

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2022 war für ABB in Deutschland zweifelsohne ein herausforderndes Jahr. Der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, die hohen Inflationsraten, der Klimawandel und die Pandemie - mehr Krise war nie, wie es scheint. Doch trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnten wir unser Geschäft in fast allen Bereichen ausbauen.

Die starke Nachfrage nach unseren innovativen Produkten, Services und Lösungen war ungebrochen. Die weiter steigenden Auftragseingänge konnten trotz angespannter Lieferketten und Arbeitsmärkte erfolgreich in wachsende Erlöse in unseren Geschäftsbereichen umgesetzt werden. Dies war nur in einem gemeinsamen Kraftakt zu schaffen. Nicht zuletzt profitieren wir hier auch von unserem Betriebsmodell ABB Way, das den Geschäftsbereichen und Divisionen große Freiheit und Verantwortung überträgt. Das stärkt die Kundenorientierung und erzeugt höhere Transparenz und Schnelligkeit.

Resümierend können wir auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurückschauen.

Ukraine-Krieg und Energiekrise

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat die Welt vollständig aus den Fugen gehoben. Nach wie vor erreichen uns jeden Tag schreckliche Nachrichten über das Leid der Menschen in dieser humanitären Krise mitten in Europa. Wir verurteilen die Aggression Russlands aufs Schärfste. Bereits im Juli vergangenen Jahres hat der Konzern beschlossen, sich vollständig aus dem russischen Markt zurückzuziehen.

Stark vom Ukrainekrieg beeinflusst ist die gegenwärtige Energiekrise. Die Situation erfordert von uns allen verantwortungsvolles Handeln. Um einer Gasmangellage oder Engpässen bei der Stromversorgung entgegenzuwirken, setzt ABB seit Beginn des Herbstes an allen unseren Standorten in Deutschland konsequent Energiesparmaßnahmen um. Sollte es im schlimmsten Fall zu Einschränkungen in der Energieversorgung kommen, ist unser Technologieunternehmen auch darauf bestmöglich vorbereitet.

Der Umwelt zuliebe: Mission to Zero

Eine der dringendsten Herausforderungen unserer Zeit ist und bleibt der Klimawandel. Auf unserem Weg, bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen, hat ABB in Deutschland bereits weitreichende Fortschritte erzielt - sei es die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, die wir an 14 unserer Standorte ausgebaut haben, oder der sukzessive Umstieg unserer Flotte auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. Mittlerweile beziehen alle Standorte Strom aus 100 Prozent Wasserkraft. Wir errichten kontinuierlich weitere Photovoltaikanlagen - beispielsweise in Heidelberg, Hornberg und Sasbach - und prüfen den Einsatz von klimafreundlichen Wärmepumpen. Mit unserem weltweit ersten CO2 -neutralen Fertigungsstandort in Lüdenscheid zeigen wir, wie die nachhaltige Transformation von komplexen industriellen Produktionsprozessen gelingen kann, ohne dabei an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen.

Durch diese und andere Maßnahmen konnte ABB die eigenen Treibhausgasemissionen bereits erheblich reduzieren. Die größte Wirkung jedoch werden wir mit den führenden Technologien erzielen, die ABB ihren Kunden bereitstellt. Beispielsweise gehen 45 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf das Konto von Elektromotoren, die in Industrien und Gebäuden Anwendung finden. Das beweist: selbst mit kleinen Effizienzsteigerungen lassen sich enorme Mengen an Energie sparen.

Technologische Highlights

Innovationen zeichnen uns aus. Einen neuen Standard in Sachen Kollaboration setzt das jüngste Mitglied unserer Cobot-Familie SWIFTI. Unübertroffen schnell, präzise und sicher schließt der neue Roboter von ABB die Lücke zwischen Industrie- und kollaborativen Robotern. Mit Lösungen wie diesen ebnen wir sowohl kleinen und mittleren Unternehmen als auch großen Herstellern den Weg in eine hochflexible robotergestützte Automatisierung und eine zukunftsorientierte digitale Produktion.

Nach zwei Jahren coronabedingter Abstinenz konnten wir in 2022 endlich wieder auf Messen und Großveranstaltungen unsere neuesten technologischen Highlights präsentieren. Auf der Light + Building in Frankfurt und der IFA erlebten die Standbesucher interaktiv und erlebnisorientiert unsere zahlreichen Innovationen rund um ressourcenschonendes Energiemanagement, Smart Home und intelligente Gebäudeautomation. Bei der ABB FIA Formel E, die letztes Jahr in Berlin gastierte, wurde das Tempelhofer Feld zur Bühne für effizientes Energiemanagement und die Megawatt-Ladetechnologie von ABB - beides wichtige Stellschrauben für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs und das Gelingen der Energiewende.

Die Zukunft des Arbeitens

ABB gehört mit zu den 100 innovativsten Unternehmen der Welt. Damit unser Unternehmen weiterhin erfolgreich agieren und die digitale Transformation führend mitgestalten kann, investieren wir umfassend in unsere Mitarbeitenden. Agile Arbeitsmethoden, digitale Kompetenzen, lebenslanges Lernen und stetiger Kompetenzaufbau werden wichtiger denn je. Neben der Ausbildung von Nachwuchskräften setzt ABB zukünftig noch stärker auf eine qualitative Fort- und Weiterbildung. Mit unserer „Future Skills“-Initiative bieten wir ein Weiterbildungsprogramm, das unsere Mitarbeitenden individuell auf ihre Bedürfnisse zuschneiden können - sowohl was die Inhalte und Formate anbetrifft als auch das Lerntempo. Gleichzeitig haben wir mit „Flexoffice“ den regulatorischen Rahmen für unsere neue hybride Arbeitskultur in Büro und Homeoffice geschaffen. Eine neue Dimension des Arbeitens ermöglichen wir ab 2023 in unserem ABB Campus in Mannheim - einem nachhaltigen, mit modernster Technik ausgestatteten Neubau. Tür an Tür mit unseren Geschäftsbereichen entsteht in dem smarten Gebäude ein Innovationszentrum für industrielle Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Neben hochqualifiziertem Fachpersonal legen wir mit unserer Ausbildung die Basis für eine langfristige Perspektive von ABB. Zukunftsgerichtete Ausbildungsberufe und Duale Hochschulstudiengänge sind im Kampf gegen den Fachkräftemangel ein wichtiger Pfeiler für ABB in Deutschland. Im Ausbildungsjahr 2022/23 haben wir gemeinsam mit unseren Verbundpartnern 359 junge Menschen neu an Bord genommen. Wie wir unsere jungen Talente auf die Anforderungen der Digitalisierung und die Arbeitswelt von morgen vorbereiten, davon konnte sich Bundeskanzler Olaf Scholz im September letzten Jahres bei seinem Besuch in unserer neuen Lernfabrik 4.0 in Berlin überzeugen. Unser Ausbildungszentrum in der Hauptstadt ist eines der größten industriellen Ausbildungszentren Deutschlands.

Um unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen, besitzt die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben einen hohen Stellenwert bei ABB. Ob flexible Arbeitszeitmodelle, Kinderbetreuungszuschuss, Sabbatical oder Familienpflegezeit -in den letzten Jahren haben wir eine Vielzahl an Angeboten ins Leben gerufen, die den Familienalltag unserer Mitarbeitenden erleichtern sollen. Neu ist unser genderneutrales Elternzeitprogramm zur Förderung einer diversen und integrativen Unternehmenskultur. Vielfalt ist eine unserer wichtigsten Stärken bei ABB, die Gleichstellung der Geschlechter ist zentraler Bestandteil unserer Personal- und Nachhaltigkeitsstratgie.

Corporate Social Responsibility

Die hohe Bedeutung von Inklusion und Diversität im Konzern unterstreicht auch die langjährige Partnerschaft von ABB mit Special Olympics Deutschland. Zum Gelingen des größten inklusiven Sportevents Deutschlands - den nationalen Sommerspielen der Special Olympics in Berlin im Juni letzten Jahres - haben wieder 100 Mitarbeitende von ABB beigetragen. Auch bei den Landesspielen in Baden-Württemberg waren 40 Helfende im Einsatz. Mit ihrem Engagement unterstützten sie als Volunteers die Athletinnen und Athleten bei ihren Wettkämpfen und ermöglichten ihnen eine unbeschwerte und unvergessliche Zeit. Für die Special Olympics World Games im Juni dieses Jahres in Berlin laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren!

Ausblick auf das Jahr 2023

Der konjunkturelle Ausblick für das laufende Jahr bleibt sicherlich von Unsicherheit geprägt. Die Auswirkungen von Inflation, Zinserhöhungen und Kostensteigerungen sind deutlich sichtbar, das Investitionsverhalten ist zunehmend von Vorsicht geprägt. Die gravierenden Auswirkungen des Ukrainekriegs auf Gesellschaft und Wirtschaft werden uns bedauerlicherweise wohl weiter begleiten. Das alles sorgt für eine gewisse Unsicherheit der Märkte.

Trotzdem bleibt unser Ausblick grundsätzlich positiv. Ausgerüstet mit einem hohen Bestand an Aufträgen ist die ABB in Deutschland gut aufgestellt, das Jahr 2023 trotz aller Unwägbarkeiten erfolgreich zu meistern. Ich bin überzeugt, dass unsere engagierten und hochqualifizierten Mitarbeitenden mit unserem großen Portfolio an innovativen Produkten, Services und Lösungen die Zufriedenheit unserer Kunden werden weiter steigern können.

Markus Ochsner, Vorstandsvorsitzender der ABB AG

Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsjahr 2022

Im Interesse einer effizienten Berichterstattung wurde der Lagebericht der ABB AG mit dem Konzernlagebericht der ABB AG zu einem einheitlichen Bericht zusammengefasst. In diesem zusammengefassten Lagebericht wurden neben der ABB AG, Mannheim, als Mutterunternehmen weitere 8 inländische Tochterunternehmen einbezogen, an denen die ABB AG unmittelbar oder mittelbar mit Mehrheit beteiligt ist.

Im Berichtsjahr verteilten sich die operativen Geschäftsaktivitäten der ABB-Gruppe - unabhängig von der gesellschaftsrechtlichen Struktur - auf die vier Geschäftsbereiche Elektrifizierung, Prozessautomation, Antriebstechnik sowie Robotik und Fertigungsautomation und deren jeweiligen Divisionen, welche die volle Verantwortung für ihre Tätigkeiten innehaben.

Der Konzernlagebericht der ABB AG orientiert sich in erster Linie an dieser Unternehmensstruktur. Die vier Geschäftsbereiche werden durch sonstige Einheiten ergänzt und in der Segmentberichterstattung einzeln dargestellt.

Die im Jahr 2022 umgesetzten Maßnahmen zur Straffung der Konzernstrukturen hatten für das Berichtsjahr keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konsolidierungskreis, so dass die Vergleichbarkeit des Berichtsjahres mit dem Vorjahr für den Konsolidierungskreis gegeben ist.

Die im Oktober 2022 abgeschlossene Abspaltung der Division Turbocharging und der Spin-off der neu gegründeten Accelleron Industries AG hat auf die Vergleichbarkeit von Jahresabschluss und Konzernabschluss der ABB AG mit den Vorjahreswerten keinen wesentlichen Einfluss. Der Effekt aus dem Abgang der Division auf die sonstigen betrieblichen Erträge ist an der entsprechenden Stelle in Anhang und Konzernanhang erläutert.

Im Berichtsjahr umfasste die ABB AG die wesentlichen Teile der Geschäftsbereiche Prozessautomation, Antriebstechnik sowie Robotik und Fertigungsautomation. Darüber hinaus umfasste die ABB AG einen Teil des Geschäftsbereichs Elektrifizierung sowie das im Bereich Sonstige Einheiten enthaltene sogenannte „Non-Core-Geschäft“. Weiterhin erstreckte sich das Aufgabenfeld der ABB AG auf die bereichsübergreifenden Entwicklungstätigkeiten des Konzernforschungszentrums in Ladenburg sowie auf verschiedene Holding- und Dienstleistungsfunktionen. Zusätzlich wurden im Berichtsjahr die Tätigkeiten des ABB-Kinderferienhauses in die ABB AG integriert.

Die wesentlichen Teile des Geschäftsbereichs Elektrifizierung sind in rechtlich selbstständigen Tochterunternehmen enthalten, die sich direkt oder indirekt vollständig im Anteilsbesitz der ABB AG befinden. Die ABB AG ist mit den meisten ihrer Beteiligungsunternehmen über Gewinnabführungsverträge verbunden, sodass sich die Ertragslage der ABB AG gleichgerichtet zur Ertragslage der deutschen ABB entwickelt.

Die ABB AG und ihre Tochterunternehmen (im Folgenden "die deutsche ABB" oder "ABB in Deutschland") nutzen verschiedene Kennzahlen zur Steuerung der Leistungen im Hinblick auf die obersten Unternehmensziele. Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind Auftragseingänge und Umsatzerlöse sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern. Als nicht-finanzbezogene Steuerungsgröße verwendet die deutsche ABB die Anzahl der Mitarbeiter.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB

Gemäß §§ 111 Abs. 5, 76 Abs. 4 AktG hatte die ABB AG am 30. Juni 2017 die nachfolgenden Zielgrößen für den Anteil weiblicher Mitglieder in Aufsichtsrat (unten 1.), Vorstand (unten 2.) und auf den Führungsebenen 1 und 2 unter dem Vorstand (unten 3.) festgelegt, die jeweils bis zum 30. Juni 2022 zu erreichen waren:

1. Der Anteil weiblicher Mitglieder im seinerzeit 16-köpfigen Aufsichtsrat der ABB AG, Mannheim, sollte von 12,5 % - zum Zeitpunkt der Festlegung - bis zum 30. Juni 2022 auf 25% erhöht werden.
2. Nachdem zum Zeitpunkt der Festlegung weder ein Wechsel noch eine Vergrößerung des zweiköpfigen Vorstands der ABB AG geplant war, betrug die bis zum 30. Juni 2022 zu erreichende Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand 0 %.
3. 3. Der Anteil weiblicher Mitglieder von 15,79 % - zum Zeitpunkt der Festlegung - auf der Führungsebene 1 unter dem Vorstand und von 29,73% auf der Führungsebene 2 unter dem Vorstand sollte bis zum 30. Juni 2022 jeweils nicht unterschritten werden.

Diese Zielgrößen wurden bis auf die Führungsebene 2 erreicht bzw. übertroffen. So betrug der Frauenanteil zum 30. Juni 2022 im Aufsichtsrat trotz Verkleinerung im Jahr 2020 auf zwölf Mitglieder 41,66 %, im Vorstand 0 % und auf der Führungsebene 1 unter dem Vorstand 24 %. Auf der Führungsebene 2 unter dem Vorstand wurde die Zielgröße mit 22,54 % knapp verfehlt. Hauptgrund für die Nicht-Erreichung war der lediglich geringe Frauenanteil in den technischen Berufen, woraus sich verhältnismäßig auch für die ABB in Deutschland Schwierigkeiten ergeben, Frauen als Mitarbeiterinnen zu gewinnen. Um dem entgegenzuwirken, hat die deutsche ABB mehrere Programme und Maßnahmen gestartet, mit denen gezielt Stellenbewerberinnen angesprochen und Mitarbeiterinnen gefördert werden. Naturgemäß braucht es eine gewisse Zeit, bis solche Programme und Maßnahmen - gerade im Hinblick auf Führungspositionen - Wirkung zeigen.

Mit dem turnusmäßigen Ende der Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2022 wurden neue Zielgrößen festgelegt, die bis zum 30. Juni 2027 zu erreichen sind. Gemäß §§ 111 Abs. 5, 76 Abs. 4 AktG wurden die nachfolgenden Zielgrößen für den Anteil weiblicher Mitglieder in Aufsichtsrat (unten 1.), Vorstand (unten 2.) und auf der Führungsebene 1 (unten 3.) sowie der Führungsebene 2 unter dem Vorstand (unten 4.) festgelegt:

1. Der Anteil weiblicher Mitglieder im Aufsichtsrat von derzeit 41,66 % soll bis zum 30. Juni 2027 nicht unterschritten werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei unveränderter Größe des Aufsichtsrats von derzeit zwölf Mitgliedern - zum 30. Juni 2027 fünf Mitglieder des Aufsichtsrats weiblich sind.
2. Der Anteil weiblicher Mitglieder im zweiköpfigen Vorstand der ABB AG von derzeit 0% soll bis zum 30. Juni 2027 auf 50% erhöht werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei gleichbleibender Größe des Vorstands von derzeit zwei Mitgliedern - zum 30. Juni 2027 ein Mitglied des Vorstands weiblich ist.
3. Der Anteil weiblicher Mitglieder auf der Führungsebene 1 unter dem Vorstand von derzeit 24 % (sechs Frauen bei insgesamt 25 Beschäftigten der Führungsebene 1) soll bis zum 30. Juni 2027 auf 32 % erhöht werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei gleichbleibender Größe der Führungsebene 1 - zum 30. Juni 2027 acht von insgesamt 25 Beschäftigten der Führungsebene 1 weiblich sind.
4. Der Anteil weiblicher Mitglieder auf der Führungsebene 2 unter dem Vorstand von derzeit 22,54% (16 Frauen bei insgesamt 71 Beschäftigten der Führungsebene 2) soll bis zum 30. Juni 2027 auf 31% erhöht werden. Das bedeutet, es wird angestrebt, dass - bei gleichbleibender Größe der Führungsebene 2 - zum 30. Juni 2027 22 von insgesamt 71 Beschäftigten der Führungsebene 2 weiblich sind.

ABB betrachtet die Gleichstellung aller Geschlechter - sowie allgemein die Förderung der Vielfalt und Gleichberechtigung - über die Grenzen einzelner Konzerngesellschaften hinweg als wichtige Aufgabe und wird, daraus folgend, weiterhin daran arbeiten, den Anteil der Frauen in den Führungspositionen zu erhöhen. Dabei geht es ABB nicht um die bloße Erfüllung einer Quote, sondern um die Gewinnung von talentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das gilt insbesondere in den für ABB relevanten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft und Technik), in denen die Quoten weiblicher Absolventinnen und Bewerberinnen nach wie vor gering sind. ABB ist davon überzeugt, dass vielfältige Teams erhöhte Chancen für mehr Innovationskraft bieten und zu höherer Produktivität führen. Dabei sollen alle Beschäftigten gleichberechtigt Wertschätzung erfahren, um motiviert ihr Potenzial einbringen zu können.

Die wirtschaftliche Lage im Berichtsjahr

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im Schlussquartal 2022 gemäß der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts gegenüber dem Vorquartal preis-, kalender- und saisonbereinigt leicht zurückgegangen. Damit stellte sich die wirtschaftliche Dynamik zum Jahresende etwas schwächer dar als zunächst angenommen. Entsprechend wurde vom Statistischen Bundesamt auch das BIP-Jahresergebnis 2022 auf 1,8% korrigiert. Vor allem der private Konsum und die Investitionen dürften sich im vierten Quartal schwächer entwickelt haben. Bei den privaten Haushalten dämpfen die zunehmend spürbaren Preissteigerungen und die damit verbundenen Kaufkraftverluste. Das wirkt sich auch auf die konsumnahen Dienstleistungsbereiche aus. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven und steigenden Zinsen könnten auch Investitionsprojekte zunächst zurückgestellt werden.

Die Lage in der Industrie hat sich zum Jahresende spürbar abgeschwächt. Besonders die energieintensiven Branchen drosselten abermals ihre Produktion. Im Baugewerbe dürften sich neben der kalten Witterung Mitte Dezember auch die steigenden Zinsen und weiterhin hohen Materialkosten negativ ausgewirkt haben. Positive Signale kommen von den zuletzt gestiegenen Auftragseingängen in der Industrie, den laut Umfragen optimistischeren Geschäftsaussichten in allen Branchen sowie den abnehmenden Materialengpässen. Zusammen mit den immer noch gut gefüllten Auftragsbüchern deutet dies darauf hin, dass es im Winterhalbjahr 2022/23 zwar zu einer wirtschaftlichen Abschwächung kommt, die allerdings nicht gravierend ausfallen dürfte.

Der nominale Wert aller Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen hat sich im Berichtsmonat Dezember gegenüber dem Vormonat deutlich verringert (-4,9 %). Auch die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen wiesen in nominaler Rechnung einen starken Rückgang auf (-5,7 %). Im Gegensatz zu den Vormonaten ist der deutliche Rückgang bei den Aus- und Einfuhren nicht vorrangig durch die Preisentwicklung getrieben. Die Ausfuhrpreise blieben im Vormonatsvergleich mit einer Veränderungsrate von +0,1 % nahezu konstant, die Einfuhrpreise gaben mit -1,6 % leicht nach. Der größte Teil des nominalen Rückgangs bei den Aus- und Einfuhren dürfte daher in realer Rechnung bestehen bleiben. Die aktuelle Schwäche der Weltwirtschaft ist somit im deutschen Außenhandel angekommen. Bei den Ausfuhren wurden leichte Gewinne in den Vormonaten durch den schlechten Dezember vollends aufgezehrt. Allerdings bedeuten die weiterhin fallenden Importpreise eine leichte Verbesserung der Terms of Trade der deutschen Volkswirtschaft. Der monatliche Handelsbilanzüberschuss stieg im Dezember erneut und lag mit 10,6 Mrd. € etwas über dem Niveau des Vormonats. Auf dem Höhepunkt der Energiepreiskrise im August hatte die Handelsbilanz noch mit einem negativen Saldo von 1,6 Mrd. € abgeschlossen.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember gegenüber dem Vormonat spürbar zurückgegangen (- 3,1 %). Insbesondere der Ausstoß im Baugewerbe sank vor allem wegen der kalten Witterung Mitte Dezember kräftig (- 8,0 %). In der Industrie kam es zu einem Minus von 2,1 %. Der Bereich Energie und Wasserversorgung war nach einer Erholung im Vormonat wieder rückläufig (- 2,3 %). In den einzelnen Industriebranchen verlief die Entwicklung der Produktion differenziert: Zwar konnte der gewichtige Bereich Kfz und Kfz-Teile auch im Dezember merklich expandieren (+ 3,3 %), der ähnlich große Maschinenbau ging derweil allerdings deutlich zurück (- 3,8 %). Die besonders energieintensiven Wirtschaftszweige entwickelten sich am Jahresende unterdurchschnittlich. Insbesondere die Herstellung chemischer Erzeugnisse (-11,2 %) sowie der Bereich Papier und Pappe (- 7,6 %) waren stark rückläufig. Die Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse konnte hingegen mit + 12,9 % kräftig zulegen.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um 3,2 % gestiegen. Damit setzten die Bestellungen ihren seit Februar letzten Jahres zu beobachtenden Abwärtstrend nicht weiter fort. Ohne Großaufträge kam es zu einem leichten Rückgang um 0,6 %. Insgesamt lagen die Bestellungen zuletzt in arbeitstäglich bereinigter Rechnung 10,1% unter ihrem Niveau im Vorjahresmonat. Im Vormonatsvergleich haben sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage zugelegt (+ 5,7 % bzw. + 1,2 %). Besonders kräftig nahmen dabei die Bestellungen aus dem Euro-Raum mit + 9,8 % zu, während aus dem Nicht-Euro-Raum 3,8 % weniger Aufträge eingingen. Die Stimmung in der deutschen Industrie hat sich aufgehellt. Die Geschäftserwartungen waren merklich weniger pessimistisch und die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich. Dies sowie die gut gefüllten Auftragsbücher und die abnehmenden Materialengpässe deuten auf eine insgesamt recht milde wirtschaftliche Abschwächung im Winterhalbjahr hin.

Die Inflationsrate, d. h. der Anstieg des Preisniveaus binnen Jahresfrist, lag im Januar voraussichtlich bei 8,7 %. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise im Januar damit um 1,0 %. Durch die ab Januar 2023 wirksam werdenden Gas- und Strompreisbremsen sollten im weiteren Jahresverlauf die Höchststände aus dem Jahr 2022 mit Inflationsraten von über 10% überwunden sein. Dafür spricht auch, dass auf den vorgelagerten Absatzstufen in den letzten Monaten in Anbetracht nachlassender Energiepreise eine gewisse Entspannung zu beobachten war.

Trotz der wirtschaftlichen Abschwächung zum Jahreswechsel verläuft die Entwicklung am Arbeitsmarkt insgesamt positiv: Die Erwerbstätigkeit legte im Dezember weiter zu (+ 24.000 Personen). Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gab es im November ebenfalls ein merkliches Plus (+ 30.000 Personen). Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit erhöhte sich im November auf rund 210.000 Personen. Sie dürfte im Dezember auf erhöhtem Niveau geblieben sein. Die Frühindikatoren haben sich derweil merklich aufgehellt. Die Zahl der gemeldeten Stellen hat sich stabilisiert. Die Arbeitsmarktbarometer von ifo und IAB deuten auf eine steigende Einstellungsbereitschaft und eine weiter abnehmende Arbeitslosigkeit hin. Tatsächlich ist mittlerweile der Arbeitskräftemangel in vielen Betrieben das drängendere Problem. Der Arbeitskräfteknappheits-Index des IAB stieg im Januar auf einen neuen Rekordstand.

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick 2023

Die globalen Konjunkturaussichten bleiben herausfordernd. Hohe Produktionskosten belasten die Unternehmen, und die Weitergabe an die Verbraucherinnen und Verbraucher reduziert die Kaufkraft der privaten Haushalte. Darüber hinaus verschlechtern die geldpolitischen Straffungen in vielen Währungsräumen die Finanzierungsbedingungen. Die anhaltende Störung der internationalen Lieferketten dämpft weiterhin die Industrieproduktion. Zuletzt deutete sich jedoch eine Entspannung an, die auf geringere Störungen in der Transportlogistik, aber auch auf einen globalen Nachfragerückgang zurückgeht.

Im Euro-Raum haben sich durch die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine die konjunkturelle Lage und insbesondere der Ausblick erheblich verschlechtert. So haben die Verringerung der russischen Gaslieferungen und die daraus resultierende Unsicherheit zu starken Preissteigerungen geführt. Aufgrund der unterschiedlichen Struktur der Energieversorgung und der Wertschöpfung sowie unterschiedlicher fiskalpolitischer Reaktionen sind die Mitgliedstaaten allerdings nicht in gleichem Maße betroffen. Stützend dürften ein robuster Arbeitsmarkt und eine Entspannung der Lieferketten wirken. Insgesamt rechnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für 2023 mit Wachstumsraten des realen Bruttoinlandsprodukts im Euro-Raum von 0,3 %. Für Deutschland erwartet der Sachverständigenrat ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von +1,8 % in 2022 und + 0,0 % im Jahr 2023.

Es ist zu erwarten, dass im Jahr 2022 die Inflation im Euro-Raum 8,5% und damit den Höchststand seit Gründung der Währungsunion im Jahr 1999 erreicht haben wird. Im Jahr 2023 dürfte die Inflationsrate etwas zurückgehen, allerdings hoch bleiben. Deutschland ist aufgrund der bisherigen starken Abhängigkeit von russischem Erdgas in besonderem Maße von der Energiekrise betroffen. Die bereits von Lieferkettenstörungen betroffene Industrie ist nun zusätzlich mit deutlich gestiegenen Energiekosten konfrontiert.

Ein hoher Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe dürfte hingegen wachstumsstabilisierend wirken. Die sukzessive Überwälzung der Energiepreise auf die Verbraucherinnen und Verbraucher belastet im Prognosezeitraum den privaten Konsum deutlich. Die geplanten Entlastungspakete für Haushalte und Unternehmen dürften die Kaufkraft beziehungsweise den Arbeitsmarkt stabilisieren. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass die privaten Haushalte mehr konsumieren werden, was den Rückgang der realen Konsumausgaben dämpfen würde.

Auftragseingänge gesteigert - Leichter Anstieg des Exportanteils

Zum Ende des Berichtsjahres belief sich der Auftragseingang der deutschen ABB auf 2.915 Mio. €. Er lag damit rund 4% über dem Vorjahreswert in Höhe von 2.812 Mio. €.

Der Auftragseingang im Inland stieg rund 2% von 1.763 Mio. € im Vorjahr auf 1.795 Mio. € im Berichtsjahr an. Der Auftragseingang aus dem Ausland erreichte im Berichtsjahr einen Wert in Höhe von 1.120 Mio. € und lag 7% über dem Vorjahreswert in Höhe von 1.049 Mio. €. Der Auslandsanteil am Auftragseingang stieg von 37% im Vorjahr auf 38% im Berichtsjahr. Eine Übersicht der Auftragseingänge pro Geschäftsbereich ist der Segmentberichterstattung zu entnehmen.

Der Geschäftsbereich Elektrifizierung übertraf im Berichtsjahr die Auftragseingänge des Vorjahres. Im Vorjahresvergleich betrug der Zuwachs 2 %. Dieser Zuwachs resultierte aus einem Anstieg der Nachfrage im Inland sowie aus dem wachsenden Exportgeschäft. Die Division Distribution Solutions konnte das Volumen des Vorjahres nicht erreichen; ausschlaggebend hierfür war die im Berichtsjahr vorgenommene organisatorische Verlagerung der Serviceaktivitäten in die Division Electrification Service. Bereinigt um diesen Effekt war eine deutlich positive Entwicklung der Auftragseingänge festzustellen. Spürbare Zuwächse konnte die Division Smart Power erzielen. Das Industriegeschäft, insbesondere der Maschinenbau, erholte sich nach pandemiebedingten Rückgängen in allen Segmenten. Zuwächse entfielen sowohl auf den Direktvertriebskanal als auch auf den Elektrogroßhandel. Das Exportvolumen des Vorjahres wurde trotz des Rückzugs aus dem russischen Markt erreicht. Für die Division Smart Building war es ein herausforderndes Jahr. Nach einer sehr positiven ersten Jahreshälfte zeigte sich im weiteren Verlauf des Berichtsjahres ein deutlicher Rückgang der Auftragseingänge im Gebäudesegment. Immense Kosten-, Inflations- sowie Zinssteigerungen führten zu einer Zurückhaltung hinsichtlich Neuinvestitionen im Wohnungsbau. Zuwächse beim Auftragseingang konnten auch die überwiegend im Inland tätigen Divisionen Installation Products und eMobility erzielen. Sehr erfreulich verlief das Geschäft mit DC-Ladesäulen, wo weiter hohe Auftragseingänge mit größeren Projekten erzielt werden konnten. Die Vermarktung von Heimladestationen bzw. Wallboxen ist allerdings seit dem Wegfall der staatlichen Subventionen spürbar rückläufig.

Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Prozessautomation lag im Berichtsjahr rund 9 % über dem Wert des Vorjahres. Während das Inlandsgeschäft die Auftragseingänge des Vorjahres leicht übertraf, konnte der Exportbereich das Bestellvolumen des Vorjahres erfreulich deutlich steigern. Bereinigt um Effekte aus der Ausgliederung der Division Turbolader zeigt sich im Berichtsjahr eine Steigerung der Auftragseingänge von rund 19 % gegenüber dem Vorjahr. Die Division Energy Industries konnte aufgrund unverändert hoher Inlandsnachfrage im Bereich Service - insbesondere für die Segmente Öl, Gas, Chemie und Energie - sowie einer Steigerung von Auftragseingängen in Zusammenhang mit Projekten im Ausland das gute Vorjahresniveau bestätigen. In der Division Measurement & Analytics kam es im inländischen Auftragseingang wie auch im Export zu deutlichen Steigerungen. Ebenfalls stark positiv entwickelte sich die Division Marine & Ports. Auch die Division Process Industries konnte im Vorjahresvergleich die Auftragseingänge aufgrund einiger gewonnener Großprojekte im Inland und im Ausland deutlich steigern.

Im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation, Division Robotik, stieg der Auftragseingang im Berichtsjahr um rund 4 % gegenüber dem Vorjahr. Während die Exporte deutlich unter dem Volumen des Vorjahres lagen, erreichte das Inlandsgeschäft im Berichtsjahr starke Zuwächse. Der starke Zuwachs im Inland resultierte überwiegend aus Auftragseingängen in den Segmenten Allgemeinindustrie sowie aus dem Produktgeschäft in der Automobilindustrie. Ein weiteres, kräftiges Wachstum konnte im Bereich Service, vor allem bei Spare Parts und im Field Service, erzielt werden. Im Berichtsjahr konnten keine Großprojekte oder Lot Orders in die Bücher genommen werden. Der Geschäftsverlauf im Export war rückläufig, Großprojekte im Segment Automobilindustrie konnten nicht gebucht werden. Auftragseingänge aus kleineren Aufträgen und Nachträgen sowie aus dem Geschäft mit Dispensingprodukten konnten diesen Rückgang nicht kompensieren.

Der Geschäftsbereich Antriebstechnik konnte im Berichtsjahr die Vorjahreswerte erneut steigern. Insgesamt stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 4 %. Zuwächse erzielte der Geschäftsbereich im Inland und in größerem Ausmaß auch im Export. Die Division Drive Products konnte den Auftragseingang im Inland sowie im Ausland gleichermaßen steigern. Das Geschäft der Division System Drives verlief insgesamt sehr erfreulich, so dass auch hier deutlich höhere Auftragseingänge als im Vorjahr erzielt wurden. Die Division Large Motors & Generators konnte die Auftragseingänge des Vorjahres, vor allem aufgrund eines Großprojektes im Ausland, deutlich steigern. Auch die Division Motion Service konnte das Volumen des Berichtsjahres gegenüber dem Vorjahr steigern. In der Division Traction konnte die Anzahl von Großaufträgen des Vorjahres sowohl im Inland als auch im Ausland nicht erreicht werden.

Leichter Umsatzrückgang - Inlandsanteil stabil

Im Berichtsjahr beliefen sich die Umsatzerlöse der deutschen ABB auf 2.975 Mio. € und erreichten damit beinahe das Niveau des Vorjahres, in dem der Umsatz bei 2.977 Mio. € lag. Dabei war insbesondere im Geschäftsbereich Elektrifizierung die Umsatzentwicklung sehr erfreulich.

Im Inlandsgeschäft beliefen sich die Umsatzerlöse auf 1.710 Mio. € und lagen damit um 21 Mio. € bzw. um 1% über dem Umsatzniveau des Vorjahres. Im Auslandsgeschäft betrug der Umsatz des Berichtsjahres rund 1.265 Mio. € und lag damit um 23 Mio. € bzw. um 2% unter dem Vorjahresniveau. Der Auslandsanteil am Umsatz beträgt zum Ende des Berichtsjahres 43 %. Eine Übersicht der Umsatzerlöse pro Geschäftsbereich ist der Segmentberichterstattung zu entnehmen.

Der Geschäftsbereich Elektrifizierung konnte sowohl im Inlandsgeschäft als auch im Geschäft mit ausländischen Kunden gleichermaßen kräftige Zuwächse beim Umsatz verzeichnen. Die Division Distribution Solutions konnte das Umsatzvolumen des Vorjahres nicht erreichen; ausschlaggebend hierfür war die im Berichtsjahr vorgenommene organisatorische Verlagerung der Serviceaktivitäten in die Division Electrification Service. Bereinigt um diesen Effekt war allerdings eine positive Umsatzentwicklung festzustellen. Erfreulich deutliche Umsatzsteigerungen konnte die Division Smart Building sowohl im Inland als auch am ausländischen Markt erzielen. Der Umsatzzuwachs der Division Smart Power betrifft dabei den Direktvertriebskanal wie auch den Elektrogroßhandel, was auf die Erholung des Industriegeschäfts in allen Segmenten zurückzuführen ist. Das in der Division Smart Building erzielte Umsatzvolumen wurde vor allem durch die im zweiten Halbjahr des Berichtsjahres veränderten Rahmenbedingungen im Gebäudesegment begrenzt. Kosten-, Inflations- sowie Zinssteigerungen im Wohnungsbau führten zu einem stagnierenden Umsatz und einem damit einhergehenden Abbau von Auftragsbeständen. Die Division Installation Products konnte im Berichtsjahr einen erfreulichen Umsatzzuwachs erreichen. Die Division eMobility verzeichnete im Berichtsjahr eine überaus deutliche Umsatzsteigerung, die sich am weiter kräftigen Auftragswachstum in diesem Bereich orientiert.

Der Geschäftsbereich Prozessautomation konnte das Umsatzvolumen des Vorjahres nicht erreichen. Dies galt für das Inlandsgeschäft wie auch das Exportvolumen gleichermaßen. Effekte aus der Ausgliederung der Division Turbolader in Verbindung mit uneinheitlichen Entwicklungen in den einzelnen Divisionen des Geschäftsbereichs führten zu einem insgesamt spürbaren Umsatzrückgang. Insgesamt erzielte die Division Energy Industries im Berichtsjahr ein stark verringertes Umsatzvolumen gegenüber dem Vorjahr. Hierbei zeigte sich neben einem deutlichen Rückgang im Exportgeschäft, der überwiegend auf die Abrechnung von mehreren Großprojekten im Vorjahr zurückzuführen war, auch ein Rückgang im Inlandsgeschäft, der vor allem mit längeren Lieferzeiten bei hohen Auftragseingängen einherging. Zuwächse im Umsatz der Division Measurement & Analytics entfielen auf das Exportgeschäft, während das Umsatzvolumen im Inland, ebenfalls durch lange Lieferzeiten beeinträchtigt, rückläufig war. Die Division Process Industries konnte das Vorjahresumsatzvolumen insgesamt nicht erreichen. Steigende Umsätze aus dem Ausland, hauptsächlich aus der Abrechnung von Bestandsprojekten, konnten den Umsatzrückgang mit inländischen Kunden nicht vollumfänglich kompensieren. In der Division Marine & Ports war die Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich im Inland sowie im Export positiv. Vor allem das Auslandsgeschäft stieg kräftig an und folgte dem hohen Auftragseingang.

Der Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation, Division Robotik, erzielte Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau. Zuwächsen im Inland standen Rückgänge im Ausland gegenüber. Im Inlandsgeschäft waren vor allem im Bereich der Allgemeinindustrie sowie im Produktgeschäft im Automobilbereich Umsatzzuwächse festzustellen. Zudem erzielte der Bereich Service ein erfreuliches Wachstum. Dieser positiven Entwicklung stand ein deutlicher Umsatzrückgang im Ausland gegenüber, der vor allem auf fehlende Großprojekte im Vorjahr sowie im Berichtsjahr zurückzuführen ist. Das erzielte Exportvolumen ist vor allem auf die Abarbeitung des Auftragsbestands im Systemgeschäft zurückzuführen.

Der Geschäftsbereich Antriebstechnik konnte die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Dieser Anstieg betrifft dabei sowohl das Inlandsgeschäft als auch den Export. Den größten Umsatzzuwachs konnte im Berichtsjahr die Division Traction erzielen. Der Anstieg entfiel hier hauptsächlich auf das Geschäft im Inland. Deutlich positive Umsatzentwicklungen im Inlandsgeschäft zeigten sich auch in den Divisionen Drive Products sowie System Drives. Das Exportgeschäft des Geschäftsbereichs Antriebstechnik war im Berichtsjahr neben dem Anstieg in der Division Drive Products auch von Umsatzzuwächsen in der Division System Drives geprägt. Die Division Large Motors & Generators konnte die Vorjahresumsätze nicht bestätigen.

Im Bereich Sonstige Einheiten/Konsolidierung werden neben Umsatzerlösen aus Dienstleistungen der ABB AG und anderer Servicegesellschaften auch Aktivitäten berichtet, die ABB nicht als operatives Geschäft, sondern vielmehr als Non-Core-Aktivitäten fortführt. Für diesen Bereich wird kein Neugeschäft erwartet. Während im Vorjahr einige größere Projekte erfolgreich abgeschlossen werden konnten, fielen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr aufgrund der geringeren Anzahl noch abzuschließender Projekte deutlich geringer aus. Die Abarbeitung des Auftragsbestands erfolgte im erwarteten Umfang.

Der Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres betrug 1.505 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von 1.515 Mio. € ging der Auftragsbestand um 10 Mio. € zurück. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Abarbeitung des Auftragsbestands im Geschäftsbereich Antriebstechnik, sowie den weiteren Rückgang des Auftragsbestands der Non-Core-Aktivitäten zurückzuführen. In den anderen operativ tätigen Geschäftsbereichen war eine zum Teil deutliche Zunahme des Auftragsbestands zu verzeichnen. Den größten Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres weist wie im Vorjahr der Geschäftsbereich Prozessautomation auf. Rechnerisch deckt der Bestand an Aufträgen ein Umsatzvolumen von etwa 6 Monaten ab.

Rückgang des Ergebnisses vor Ertragsteuern

Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag im Berichtsjahr bei 104 Mio. € gegenüber einem Ergebnis von 277 Mio. € im Vorjahr. Eine Übersicht der Ergebnisse pro Geschäftsbereich ist der Segmentberichterstattung zu entnehmen.

Im Geschäftsjahr 2022 war das Ergebnis durch Restrukturierungskosten für Kapazitätsanpassungen belastet, die auf Höhe des Vorjahres lagen. Das Ergebnis des Berichtsjahres beinhaltete aufgrund der negativen Entwicklung der Kapitalmärkte eine deutliche Ergebnisverschlechterung aus der Verzinsung des für Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögens. Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen belastete das Ergebnis im Berichtsjahr und im Vorjahr. Wir verweisen diesbezüglich auf Ziffer 28 des Konzernanhangs.

Das um vorgenannte Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Ertragsteuern betrug im Berichtsjahr 280 Mio. €. Das vergleichbare operative Ergebnis vor Ertragsteuern des Vorjahres belief sich auf 347 Mio. €.

Der Geschäftsbereich Elektrifizierung konnte im Berichtsjahr das Ergebnis vor Ertragsteuern des Vorjahres nicht erreichen. Aufwendungen für Restrukturierungen belasteten das Ergebnis in geringerem Maße als im Vorjahr. In der Division Distribution Solutions konnte das positive Ergebnis des Vorjahres gesteigert werden, da zum einen das Vorjahr mit höheren Aufwendungen für Restrukturierungen belastet war und zum anderen Optimierungsmaßnahmen in der Fertigung erfolgreich umgesetzt werden konnten. Dem Kostendruck auf der Beschaffungsseite konnte durch Preisadaptionen erfolgreich entgegengewirkt werden. In der Division Smart Power war die Ergebnisentwicklung ausgesprochen erfreulich. In Folge gestiegener Umsatzerlöse im Berichtsjahr wurden zusätzliche Deckungsbeiträge realisiert. Dazu kamen positive Ergebnisbeiträge, die auf konstante Fixkosten und Produktivitätssteigerungen in der Fertigung zurückzuführen waren. Das Ergebnis der Division Electrification Service entwickelte sich positiv. Die Division Smart Building verfehlte das Vorjahresergebnis, vor allem im Großhandel mit Schaltern und Steckdosen war ein starker Ergebnisrückgang festzustellen. Auch in den Divisionen Installation Products sowie eMobility waren Ergebnisrückgänge zu beobachten, wobei sich das operative Geschäft der Division eMobility positiv entwickelte.

Im Geschäftsbereich Prozessautomation ergab sich im Berichtsjahr eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses vor Ertragsteuern. Die Belastung durch Aufwendungen für Restrukturierungen lag auf dem Niveau des Vorjahres. Die Division Energy Industries verfehlte das Ergebnis des Vorjahres deutlich, der Umsatzrückgang spiegelt sich im Ergebnis wider. Die Divisionen Measurement & Analytics, Marine & Ports sowie Process Industries verbesserten ihre Ergebnisse des Vorjahres spürbar.

Der Erlös aus der Ausgliederung der Division Turbocharging wirkte sich spürbar positiv auf das Ergebnis des Geschäftsbereichs aus und überstieg den fehlenden Deckungsbeitrag aus dem entsprechenden Umsatzrückgang.

Im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation, Division Robotik, fiel das Ergebnis vor Ertragsteuern im Berichtsjahr deutlich schlechter als im Vorjahr und negativ aus. Dabei belasteten die Aufwendungen für Restrukturierungen das Ergebnis merklich. Die operativen Aktivitäten des Geschäftsbereichs enthielten im Vorjahresvergleich Ergebnisverbesserungen durch das Wachstum im Produkt- sowie Servicegeschäft. Diese konnten allerdings das Ergebnis des Geschäftsbereichs insgesamt aufgrund des geringen Umsatzvolumens nicht ins Positive wenden.

Im Geschäftsbereich Antriebstechnik konnte das Ergebnis vor Ertragsteuern im Vorjahr nicht erreicht werden, allerdings war das Vorjahresergebnis deutlich positiv durch Sondereffekte aus dem PLC-Transfer beeinflusst. Aufwendungen für Restrukturierungen waren weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr von größerer Bedeutung. Hohe Zuwächse beim Ergebnis wurden in der Division System Drives erzielt, auch das Ergebnis der Division IEC LV Motors entwickelte sich positiv. Der operative Geschäftsverlauf der weiteren Divisionen des Geschäftsbereichs war rückläufig.

Mit Wirkung zum 01. Januar 2011 wurde zwischen der ABB AG, Mannheim, und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen, sodass das Jahresergebnis der konsolidierten Gesellschaften, soweit mit diesen ebenfalls ein solcher Gewinnabführungsvertrag besteht, von der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, übernommen wird. Vor der Abführung des Ergebnisses ergab sich im Berichtsjahr für den Konsolidierungskreis ein Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme in Höhe von 78 Mio. €, der um 134 Mio. € unter dem Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme des Vorjahres lag.

Ergebnisrechnung

in Mio. € 2022 % 2021 %
Umsatz 2.975 - 2.977 -
Gesamtleistung 3.139 100 2.997 100
Materialaufwand -1.528 -49 -1.404 -47
Personalaufwand -714 -23 -716 -24
Übrige Aufwendungen und Erträge -793 -25 -600 -19
Ergebnis vor Ertragsteuern 104 3 277 10
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1 - -16 -1
Steuerumlage durch die Muttergesellschaft -25 -1 -49 -2
Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme 78 2 212 7
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft -80 -2 -99 -3
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag -2 - 113 4

Bilanzsumme leicht über Vorjahr

Die Bilanzsumme des Berichtsjahres erhöhte sich für den Konsolidierungskreis im Vorjahresvergleich von 2.125 Mio. € um 104 Mio. € auf 2.229 Mio. €.

Das Anlagevermögen stieg um rund 70 Mio. € an. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen beliefen sich auf 139 Mio. € und lagen über den diesbezüglichen Abschreibungen von 40 Mio. €. Die Investitionen im Berichtsjahr betrafen im Wesentlichen den Neubau am Standort Mannheim sowie Produktionsstandorte des Geschäftsbereichs Elektrifizierung. Unter Berücksichtigung der Anlagenabgänge ergab sich ein Zuwachs des Sachanlagevermögens von 78 Mio. €.

Die Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte betrugen rund 2 Mio. €.

Das Nettovorratsvermögen im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich im Vorjahresvergleich um rund 59 Mio. €. Diese Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg der Bruttovorräte, während die Fortschrittszahlungen auf Werkverträge sich auf dem Niveau des Vorjahres befanden.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geringfügig, während die sonstigen Vermögensgegenstände, zum größten Teil aufgrund von Forderungen aus Steuern, um 30 Mio. € anstiegen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich um 61 Mio. € verringert.

Die mit dem für Altersversorgungsverpflichtungen reservierten Deckungsvermögen verrechneten Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 189 Mio. €.

Bilanz

Aktiva

in Mio. € 31.12.2022 % 31.12.2021 %
Anlagevermögen 340 15 270 13
Vorräte 626 - 568 -
./.verrechnete Kundenanzahlungen -230 - -231 -
396 18 337 16
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 496 22 487 23
Sonstige Aktiva 103 5 135 6
Flüssige Mittel 894 40 896 42
Summe Aktiva 2.229 100 2.125 100

Passiva

in Mio. € 31.12.2022 % 31.12.2021 %
Eigenkapital 630 28 631 30
Rückstellungen für Pensionen 395 18 206 10
Übrige Rückstellungen 487 22 559 26
Erhaltene Anzahlungen 95 4 66 3
Sonstige Passiva 622 28 663 31
Summe Passiva 2.229 100 2.125 100

Die Steuerrückstellungen reduzierten sich um 5 Mio. €. Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen um rund 67 Mio. € ergab sich in erster Linie aus geringeren Rückstellungen für Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit und für Restrukturierung.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten haben sich volumen- und preisbedingt um rund 7 Mio. € erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Wesentlichen im Rahmen des konzerninternen Cash-Poolings um 31 Mio. € gesunken.

Das Konzerneigenkapital hat sich von 631 Mio. € auf rund 630 Mio. € verringert. Der Jahresfehlbetrag resultiert überwiegend aus den ergebniswirksamen Konsolidierungsbuchungen sowie Ergebnisbeiträgen, die in den Vorjahren einer Ausschüttungssperre unterlagen und im Berichtsjahr abgeführt werden konnten. Enthalten sind außerdem Ergebnisse solcher Konzerngesellschaften, deren Ergebnisse nicht über einen Gewinnabführungsvertrag an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt werden.

Unter Berücksichtigung der gestiegenen Bilanzsumme ergab sich eine um rund 2 %-Punkte unter dem Vorjahr liegende Eigenkapitalquote von 28% zum Ende des Berichtsjahres.

Nettoliquidität moderat über Vorjahr

Die Bruttoliquidität - definiert als Summe aus flüssigen Mitteln und Mittelanlagen bei Gesellschaften der ABB Ltd, Zürich / Schweiz - lag zum Ende des Berichtsjahres mit 894 Mio. € um 2 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der um rund 74 Mio. € gesunkenen konzerninternen Kreditaufnahmen, welche die Verbindlichkeit aus Ergebnisabführung für das Berichtsjahr beinhalten, ergab sich eine Erhöhung der Nettoliquidität um rund 73 Mio. € auf 681 Mio. €.

Die Entwicklung der Bruttoliquidität ist einerseits durch den zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, geschlossenen Gewinnabführungsvertrag beeinflusst, auf Basis dessen das Vorjahresergebnis inklusive Steuerumlage zu Beginn des Berichtsjahres an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt wurde. Andererseits wird die Liquidität auch durch Geldmittelzuflüsse und -anlagen von ABB-Gesellschaften außerhalb des Konsolidierungskreises beeinflusst, da die ABB AG als Träger des Cash-Pools aller ABB-Gesellschaften in Deutschland agiert.

Positiv wirkte sich der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit aus, der einen Einzahlungsüberschuss in Höhe von 166 Mio. € aufwies. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit endete bei einem Auszahlungsüberschuss in Höhe von 13 Mio. €. Unter Berücksichtigung der Ergebnisabführung der ABB AG an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, ergab sich insgesamt ein Anstieg der Nettoliquidität um rund 73 Mio. €.

Wirtschaftsbericht der ABB AG

Die ABB AG mit Sitz in Mannheim ist das Mutterunternehmen der 8 in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Sie übt neben ihrem operativen Geschäft auch die Holdingfunktion für die deutsche ABB aus.

Der vollständige, mit uneingeschränktem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss der ABB AG wird beim Unternehmensregister eingereicht und offengelegt (bis Geschäftsjahr 2021 beim Bundesanzeiger).

Bilanz

der ABB AG, Mannheim

in Mio. € 31.12.2022 31.12.2021
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände 211 147
Finanzanlagen 155 165
Anlagevermögen 366 312
Vorräte (netto) 232 205
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 468 470
Flüssige Mittel und Kredite an Konzerngesellschaften 1.055 1.024
Gesamtvermögen 2.121 2.011
Eigenkapital 694 694
Rückstellungen 677 570
Erhaltene Anzahlungen (netto) 95 66
Finanzschulden und Kredite von Konzerngesellschaften 355 420
Andere Verbindlichkeiten 300 261
Gesamtkapital 2.121 2.011

Gewinn-und Verlustrechnung

der ABB AG, Mannheim

in Mio. € 2022 2021
Umsatz 1.611 1.709
Gesamtleistung 1.749 1.845
Personal- und Materialaufwand -1.350 -1.274
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Abschreibungen -337 -551
Beteiligungs- und Zinsergebnis -5 88
Ergebnis vor Ertragsteuern 57 108
Ergebnisübernahme Muttergesellschaft -80 -99
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 23 -9
Jahresüberschuss - -
Gewinnvortrag - -
Bilanzgewinn - -

Im Februar 2022 wurde die Division Turbocharging des Geschäftsbereichs Prozessautomation der ABB AG im Wege eines Asset Deals auf die Turbo Systems Germany GmbH, Hamburg, übertragen. Die Vergleichbarkeit des Jahresabschlusses mit dem des Vorjahres wurde durch diesen Vorgang nur unwesentlich beeinflusst.

Entwicklung der Ertragslage

Der Auftragseingang der ABB AG stieg um 107 Mio. € von 1.401 Mio. € zum Ende des Vorjahres auf 1.508 Mio. € zum Ende des Berichtsjahres an. Der Gesamtumsatz der ABB AG im Geschäftsjahr 2022 lag bei 1.611 Mio. € und damit um 98 Mio. € unter dem Vorjahreswert in Höhe von 1.709 Mio. €. Zum jeweiligen Bilanzstichtag ergab sich ein Rückgang der Mitarbeiterzahl von 4.533 im Vorjahr um 97 auf 4.436 zum Ende des Berichtsjahres.

Der Rückgang der Umsatzerlöse ergibt sich im Wesentlichen aus dem Geschäftsbereich Prozessautomation. In den Geschäftsbereichen Antriebstechnik, Robotik & Fertigungsautomation und Elektrifizierung sind die Umsatzerlöse hingegen angestiegen. Im Bereich „Sonstiges/ Konsolidierung“, in dem auch das Non-Core-Geschäft enthalten ist, sind die Umsatzerlöse deutlich gesunken. Der Rückgang ist zum größten Teil auf das Non-Core-Geschäft zurückzuführen, da im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Projekte fertiggestellt wurden.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug im Berichtsjahr 57 Mio. €. Dies stellt einen Rückgang von 51 Mio. € im Vergleich zum Vorjahresergebnis in Höhe von 108 Mio. € dar. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit und das Beteiligungsergebnis der ABB AG haben sich positiv entwickelt. Gegenläufig wirkte die Veränderung des Zinsergebnisses.

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage

Das Gesamtvermögen der ABB AG erhöhte sich von 2.011 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 2.121 Mio. € zum 31. Dezember 2022, was einem Anstieg von etwa 110 Mio. € entspricht.

Der Anstieg von 110 Mio. € resultiert bei den Aktiva wesentlich aus einem Anstieg des Anlagevermögens und ist überwiegend durch Investitionsmaßnahmen begründet. Im Bereich des Umlaufvermögens ist ein Anstieg des Vorratsvermögens sowie der Sonstigen Vermögensgegenstände festzustellen. Dieser Entwicklung stand auf der Passivseite ein Anstieg vor allem bei den Rückstellungen für Pensionen sowie gegenläufig ein Rückgang bei den sonstigen Rückstellungen für Projektrisiken gegenüber.

Das Eigenkapital lag im Berichtsjahr konstant bei 694 Mio. €.

Insgesamt entwickelte sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Geschäftsjahr 2022 zufriedenstellend.

Chancen und Risiken

Die ABB AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie die deutsche ABB. Auch gelten Prognosen für die Zukunft für die ABB AG und die deutsche ABB gleichermaßen.

COVID-19 und Reaktion von ABB

Auch im Jahr 2022 wurde die Arbeit, insbesondere die Arbeitsweise, in der ABB- Gruppe von der Pandemie mitbestimmt. Indes waren aber bereits nicht nur alle technischen Voraussetzungen für virtuelles Arbeiten eingeführt, auch die Flexoffice-Regelungen für ortsflexibles Arbeiten waren etabliert und von den Beschäftigten durchgängig sehr gut angenommen worden.

Für Beschäftigte, die zum Beispiel wegen Schul- oder KiTa-Schließungen nicht zur Arbeit erscheinen und nicht durchgängig in Flexoffice arbeiten konnten, wurden durch die Verlängerung der Regelungen zur Umwandlung tariflicher Einmalzahlungen in freie Tage wiederum Entgelteinbußen betroffener Beschäftigter weitgehend verhindert. Darüber hinaus leistete die deutsche ABB damit einen wesentlichen Beitrag zur Vereinbarung von Privat- und Berufsleben.

Vor allem in der ersten Jahreshälfte wurden Präsenzveranstaltungen - wie beispielsweise Kundenveranstaltungen und Betriebsversammlungen - abgesagt und entweder virtuell durchgeführt oder aber auch längerfristig verlegt. Beginnend mit Sommer 2022 wurden diese Restriktionen bei ABB in Deutschland langsam wieder gelockert. So war unter Beachtung hoher Hygiene-Standards die Teilnahme von Volunteers an den verlegten Special Olympics für Baden-Württemberg in Mannheim, wie auch an den deutschen Special Olympics in Berlin wieder möglich. Auch die Jubilarfeiern für 25-, 35-, 45- und sogar 50-jährige Jubiläen bei ABB aus den Jahren 2020 und 2021 wurden nachgeholt und gemeinsam mit den Jubilaren für 2022 nachgefeiert.

Gesundheit: Schützen und vorsorgen

Im „Jahr 3“ von Corona sind die bewährten Instrumente fortgeführt worden: Impfungen gegen Corona wurden fortgesetzt, und zwar nicht nur für Beschäftigte, sondern auch für Familienangehörige. Besonders wichtig nach zwei Jahren geringer Exposition gegenüber Viren war auch das neuerliche Angebot der „normalen“ Grippe-Impfung, das erneut ABB-weit in Deutschland umgesetzt wurde.

Angebote für Kurse und Lerneinheiten zu virtueller Arbeit, virtueller Teamarbeit und auch Einheiten zu Bewegung und Ergonomie im Homeoffice wurden fortgeführt. Neuerlich wurden damit die Schwerpunkte mentale und physische Gesundheit gleichermaßen abgedeckt. In der weltweit durchgeführten Beschäftigtenumfrage hatten, offenbar nicht zuletzt in Folge solcher durchgeführten Maßnahmen, die Beschäftigten bei der Frage „At work, I feel cared about as a person“, dies auch mit einem Gesamtindex von 72 Punkten (nach 67 für 2019) sehr positiv gespiegelt.

Flexibilität, Privatleben und Beruf

In besonderer Weise unterstützt ABB Beschäftigte, Privatleben und Berufsleben vereinbar zu machen. Arbeitsort, Arbeitszeitlage und Arbeitszeitdauer, Sabbatical, „Einkauf“ von zusätzlichem Urlaub und andere Möglichkeiten sind mit Konzernbetriebsvereinbarungen geregelt. Sie machen den „Arbeitsplatz ABB“ für Beschäftigte hochflexibel, insbesondere da Teile dieser Flexibilisierungsinstrumente auch als Ansprüche geregelt sind.

Auch wenn ABB bewusst mit dem Thema „Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben“ breiter greift, sind eine Reihe insbesondere für Familien wichtiger Bestandteile zu erwähnen, wie etwa die Möglichkeit die tarifliche Leistung „TZUG“ (für außertariflich Beschäftigte ersatzweise andere Einmalzahlungen) in freie Tage umzuwandeln - Beschäftigte mit aufsichtsbedürftigen Kindern in einem besseren Verhältnis als „1:1“. Außerdem neu eingeführt das geschlechterneutrale „parental leave“ (Freistellung beider Elternteile über die gesetzlichen Vorgaben hinaus) und das Kinderferienhaus „Schapbach“, das für ABB-Kinder kostenfrei für 3- bis 10- tägige Freizeiten nutzbar ist und im Frühsommer 2022 wieder in „Normalbetrieb“ gehen konnte.

Diversity und Inclusion (D&I)

D&l ist nicht nur global eine immer bedeutender werdende Initiative, sondern wird in der deutschen ABB schon lange vorgelebt und gelebt. Wichtige Aspekte sind dabei die bereits benannten Engagements bei Special Olympics und die möglichst flexible Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen.

Dies wird auch von vielen Marktbeobachtern wahrgenommen: so gehört die deutsche ABB nicht nur zu den „Top Nationaler Arbeitgeber“, „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe“ und „Top Arbeitgeber Diversity“, sondern wurde vom renommierten F.A.Z.-Institut auch als „Vorbild in Vielfalt und Diversity“ ausgezeichnet.

Beschäftigtenstand

Der Beschäftigtenstand veränderte sich per Saldo nur geringfügig. Einzelne gesellschaftsrechtliche Maßnahmen - mithin konzerninterne Verschmelzungen und kleinere Abspaltungen - und nun merklich längere „Offen“-Perioden ausgeschriebener Stellen charakterisierten die im Berichtsjahr festzustellenden Veränderungen.

Offene Stellen zügig zu besetzen, wird merklich schwieriger - einerseits auf den bereits eingetretenen „War for talents“, andererseits auf die Zurückhaltung des Arbeitgeberwechsels in so schwierigen Zeiten wie „Corona“ zurückzuführen.

Spürbar wird mittlerweile zudem, dass die Zahl der Beschäftigten, die in Ruhestand oder Vorruhestand treten, den größten Anteil der ABB verlassenden Beschäftigten ausmacht - dies wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich fortsetzen.

Nachwuchs: Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung

Die enge Zusammenarbeit mit Partneruniversitäten und Partnerschulen sowie die ABB-eigene Ausbildung sind ein weiterhin wichtiger Eckpfeiler für die Gewinnung und Förderung von Nachwuchskräften. Im Jahr 2022 konnte die bisherige Ausbildungsquote zwar nicht gänzlich gehalten werden, aber die Einstellungen stiegen wieder an. Die Anforderungen für das Jahr 2023 übersteigen deutlich die Anzahl des Vorjahres. Vergleichbares lässt sich auch zu der Verbundausbildung sagen.

Ein besonderes Ereignis im Jahr 2022 war der Besuch des Bundeskanzlers in unserem Ausbildungszentrum Berlin, anlässlich dessen er sowohl die „I 4.0-Anlage“ - eine Anlage, um im Kleinmaßstab Anwendungen von Industrie-4.0 aufzubauen und zu testen - als auch den Ausbildungsjahrgang 2022 eröffnete.

Der Wichtigkeit der Themen Fort- und Weiterbildung ist ein Programm geschuldet, das 2021 begonnen wurde und noch bis Ende 2023 laufen wird. Verschiedene Lernangebote der globalen Geschäftsbereiche mittels „Business Area Academies” und spezifische Angebote der deutschen ABB werden ergänzt um Angebote der sich noch weiter entwickelnden Initiative „Future skills“ und modulare Lerneinheiten - für White-collar- wie auch für Blue-collar-Beschäftigte. Das Projekt „Fort- und Weiterbildung neu gestalten“ soll im Jahr 2023 vollendet werden und damit eine werthaltige Fort- und Weiterbildung für alle Beschäftigten anbieten.

Veränderungen der Organisation - Legal Entity Management und ABB Way

Die Agilität innerhalb der ABB-Gruppe hat sich auch im Jahr 2022 auf unterschiedliche Weise fortgesetzt und weist ABB weiterhin als ausgesprochen dynamisches Unternehmen aus. Das im Jahr 2020 gestartete Projekt „Legal Entity Management“ wurde weiter fortgesetzt und ist nahezu beendet: Eine Vielzahl von Gesellschaften bzw. deren Beschäftigte gingen teils durch Verschmelzung, teils durch Anwachsung und auch durch Asset-deal auf die ABB AG über - rund 3.500 Beschäftigte wurden so transferiert.

Die konsequente Zuordnung von Funktionen auf die Businesses - der „ABB Way“ - wurde fortgesetzt, und nurmehr einzelne Kern-Services, wie insbesondere HR Operations und Finance, werden ab 2023 als gemeinsame Services zentral angeboten - die sogenannten Expert Services wurden im Wesentlichen direkt in die Businesses gegeben.

Kommunikation bleibt Schlüssel zum Erfolg

Die bisherigen Kommunikationstools, um die verschiedenen Zielgruppen über die Vielzahl an Veränderungen zu informieren, wurden weiterhin eingesetzt. Insbesondere die „Leadership Calls“ haben sich dabei bewährt, Informationen einheitlich, schnell und zuverlässig an Führungskräfte zu transportieren. Auch weiterhin wurden Führungskräften Materialien zur Verfügung gestellt, um mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehaltvolle Teambesprechungen umzusetzen - die sogenannten „Leadership Moments“. Ergänzt wurden diese Services seit Mitte des Berichtsjahres um einen „HR Deutschland Newsletter“.

Ausblick Personalbereich 2023

Die Integration von in den letzten Jahren erworbenen Unternehmen wird eine von mehreren Schwerpunkten der HR-Arbeit bilden. Dabei stehen Arbeitsabläufe, IT-Instrumente, Strukturen, Policies, einheitliche Vergütung und Benefits weit vorne, die kulturelle Integration ist aber immer ebenso wichtig und besonders herausfordernd - und bedarf jedes Mal einer individuellen Lösung.

Auch wenn das Thema Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen bei ABB bereits weit fortgeschritten ist, bleibt es wichtig, und zwar in dem Sinne, dass die Frage „wie gehen wir damit um“ in post-Covid-Zeiten eine andere Betrachtungsweise erfordern wird als der „Zwang“ zum Homeoffice während der Covid-Auflagen.

Klar ist, dass auch weiterhin der Gesetzgeber eine Reihe von Arbeitsschwerpunkten setzen wird, denn in aller Regel sind neue gesetzliche Vorgaben auch mit einem meist deutlich unterschätzten Aufwand - etwa Änderungen von Verträgen, Prozessen und Betriebsvereinbarungen - verbunden.

Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2022 hat ABB in Deutschland 215 Mio. € in die Entwicklung innovativer neuer Produkte, Lösungen und Dienstleistungen investiert. Das entspricht 7% vom Umsatz.

Die Megatrends Nachhaltigkeit, Energie- und Mobilitätswende, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern die Branche in vielerlei Hinsicht. Vernetzte intelligente Geräte in der Elektrifizierung und Automatisierung bringen den Kunden von ABB neuen Mehrwert durch gesteigerte Produktivität, höhere Systemverfügbarkeiten und weitere neuartige Angebote.

Neben den Entwicklungseinheiten unserer Geschäftsbereiche fokussiert sich das deutsche Forschungszentrum in Ladenburg mit etwa 100 Mitarbeitenden auf neue Technologien für die Transformation der Produktion und Energieverteilung.

Industrielle Kollaboration: ZVEI Show-Case “Product Carbon Footprint@ ControlCabinet”

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gewinnen in allen Produktsegmenten und Märkten in denen ABB tätig ist an Bedeutung. Die gerade entstehenden regulatorischen Vorgaben sind mit großen Unsicherheiten bezüglich der Implementierung verbunden. Ein prominentes Beispiel ist die Deklaration des CO2 -Fußabdrucks der ausgelieferten Produkte (Product Carbon Footprint, kurz PCF) als Anforderung der Europäischen Kommission. Eine Projektgruppe des Verbands der elektrotechnischen Industrie (ZVEI) entwickelte eine Industrie-4.0- kompatible Vision der Lösung dieser Aufgabe in Form des Digitalen Produktpasses (DPP4.0).

Für den entwickelten Demonstrator wurden über 90 Komponenten der 13 Industriepartner in einem Schaltschrank verbaut, dessen Komponenten mit einem standardisierten Digitalen Zwilling ausgestattet sind. Das digitale Abbild einzelner Komponenten basiert auf entstehenden und bereits standardisierten Industrie- 4.0-Technologien wie dem Identification Link (IEC 61406) und der Verwaltungsschale bzw. Asset Administration Shell (IEC 63278 in Arbeit).

Für jede Komponente wurde unter anderem das digitale Typenschild, die digitalisierten technischen Merkmale und der PCF übermittelt. Die interoperable digitale Repräsentanz einzelner Komponenten ermöglicht eine einfache und transparente Darstellung des CO2 -Fußabdrucks des gesamten Schaltschranks, die mittels eines Dashboards und einer mobilen App erfolgt.

Der Demonstrator wurde 2022 auf der Hannover Messe und der Messe SPS dem internationalen Publikum, sowie während des Digital-Gipfels Bundeskanzler Olaf Scholz vorgestellt. ABB trägt maßgeblich zur Konzeption, der Umsetzung und der begleitenden Standardisierung des Demonstrators bei. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in nationale und internationale Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ein.

Akademische Kooperationen

Neben der Kooperation im Rahmen von Verbundprojekten arbeitet ABB noch in weiteren Formen mit Universitäten zusammen. Beispielsweise hat eine ABB-Forscherin eine Kooperationsprofessur an der TU Darmstadt inne.

Mitarbeitende des ABB-Forschungszentrums halten zudem an Hochschulen Vorlesungen und Seminare, zum Beispiel am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim oder der SRH-Hoch- schule in Heidelberg. Außerdem werden Doktoranden an Universitäten durch Mitarbeitende des ABB-Forschungszentrums betreut, unter anderem an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) der Bundeswehr Hamburg.

Des Weiteren engagiert sich ABB in relevanten Transferaktivitäten, wie beispielsweise in dem vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB), dem KIT und dem Forschungszentrum Informatik Karlsruhe (FZI) gegründeten Kompetenzzentrum KI-Engineering (CC-KING), um den Transfer akademischer Forschung schneller in Lösungen von ABB umzusetzen.

Konsequentes Chancen- und Risikomanagement

ABB agiert als ein technologisch führendes Unternehmen auf internationalen Märkten mit einem diversifizierten Portfolio an Produkten, Serviceleistungen und Systemlösungen. Diese Märkte sind von der Globalisierung geprägt - und infolgedessen durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Chancen und Risiken gekennzeichnet. ABB stellt sich dieser Herausforderung auf verschiedenen Ebenen durch konsequente und systematische Nutzung von Chancen und Minimierung von Risiken.

Bei ABB steht der bewusste Umgang mit Chancen und Risiken im Vordergrund, nicht die bloße Risikovermeidung. Die Aufgabe des Risikomanagementsystems bei ABB besteht somit nicht nur im Erfüllen gesetzlicher Anforderungen und bindender Verpflichtungen, sondern vor allem in der Sicherung der nachhaltigen Ertragskraft des Unternehmens.

Durch ein zeitnahes und umfassendes Reporting aller geschäftsrelevanten Daten wird sichergestellt, dass den Entscheidungsträgern der jeweils zuständigen Managementebene alle risikorelevanten Informationen aktuell zur Verfügung stehen. Diese Berichterstattung basiert auf Kostenstellen- und Profit-Center-Rechnungen und umfasst neben den jeweiligen vergangenheitsorientierten Monats- und Quartalsberichterstattungen eine rollierende Kurzfristplanung für das jeweils laufende Geschäftsjahr, eine Budgetierung für das jeweilige Folgejahr sowie eine mittelfristige Planung mit einem Planungshorizont von mehreren Jahren. Ergänzt wird dieses Standard-Reporting durch eine kurzfristige, wochengenaue Liquiditätsplanung sowie durch eine Vielzahl themenspezifischer Sonderberichte.

Die nachstehend dargestellten Chancen und Risiken können Auswirkungen auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Die Reihenfolge der dargestellten Chancen und Risiken gibt die gegenwärtige Einschätzung der Relevanz für ABB in Deutschland in absteigender Reihenfolge wieder.

Chancen durch globalen Marktauftritt

Der ABB AG und ihren Tochtergesellschaften bieten sich aufgrund ihres breiten und in vielen Arbeitsgebieten zur Branchenspitze gehörenden Portfolios gute Chancen für die Zukunft. Hierbei ist insbesondere die Fähigkeit hervorzuheben, durch die Zugehörigkeit zum weltweit agierenden ABB-Konzern, globale Kunden auf breiter Basis weltweit zu bedienen. Die internationale Ausrichtung des globalen ABB-Konzerns trägt dazu bei, international agierende Kunden in ihrem jeweiligen Marktumfeld mit Lösungen versorgen zu können.

Chancen und Risiken bestehen grundsätzlich in der aktuellen Marktentwicklung und der Unsicherheit über die geopolitische Entwicklung. Das Investitionsverhalten der Kunden unterliegt teilweise großen Schwankungen. Eine mögliche Stabilisierung und Beruhigung der Märkte ist momentan schwer einzuschätzen. Ein Anziehen der Märkte, in stärkerem Umfang als erwartet, bietet das Potenzial, die Auftragsbestände, die Umsätze und die Auslastung zu erhöhen. Ein Ausbleiben der erwarteten Nachfrage führt zu Schwierigkeiten in diesen Bereichen.

Ein Instrument zur Erweiterung des Produktportfolios und zur Schließung von Angebotslücken sind Akquisitionen. In den letzten Jahren hat der globale ABB-Konzern mit einigen Akquisitionen eine Ausweitung der Angebotspalette vorgenommen. Für die deutsche ABB ergeben sich Chancen, insbesondere durch die damit verbundene strategische Ausrichtung auf die für ABB wichtigen Wachstumsfelder in der Automatisierung und der Digitalisierung.

In diesem Kontext sind auch die Verlagerung und Bündelung bestimmter betrieblicher Funktionen zu sehen. Zentrale Aktivitäten wie Einkauf und Dienstleistungen in den Bereichen Finance, Human Resources und Information Systems werden von ABB an zentralen Stellen gebündelt. Hierdurch sollen Kosten gesenkt und Wettbewerbspositionen gestärkt werden.

Chancen durch Innovation

Zur Sicherstellung eines marktgerechten Angebots an Produkten, Serviceleistungen und Systemlösungen kommt den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten eine zentrale Rolle zu, um auch künftig die Produktivität und Effektivität unserer Kunden nachhaltig verbessern zu können. Im Interesse dieser Zielsetzung investieren wir jährlich einen beträchtlichen Teil unserer Umsatzerlöse in Forschung und Entwicklung.

Als innovatives Unternehmen arbeiten wir ständig an neuen Technologien, von denen wir erwarten, dass sie Lösungen für die Anforderungen der aktuellen Megatrends liefern. Dazu gehören der Umgang mit Klimawandel, Globalisierung und Digitalisierung. In unseren Ausführungen zu Forschung und Entwicklung skizzieren wir einige Felder, auf denen wir tätig sind und auf denen wir für unsere Kunden und Partner innovative Lösungen erarbeiten.

Durch innovative digitale Produkte, Serviceleistungen und Systemlösungen wird unsere Geschäftsentwicklung profitieren. Wir sehen Wachstumschancen darin, durch Innovation den Zugang zu neuen Märkten und Kunden zu erschließen. Unsere Fokussierung auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ermöglicht uns, Mehrwert für unsere Kunden zu liefern.

Chancen durch Risikomanagement

Um Chancen und Risiken zu identifizieren und zu bewerten, setzt ABB vielfältige Regelungen und Instrumente ein. Diese werden sowohl von der globalen Konzernobergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, als auch vom Vorstand der ABB AG, sowie von den Geschäftsleitungen der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche vorgegeben. Zentrales Element des Risikomanagementsystems bei ABB ist der Planungsprozess, in dessen Verlauf alle Chancen und Risiken der Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche untersucht und bewertet werden. Fester Bestandteil sind Markt- und Wettbewerbsanalysen in den operativen Bereichen. Darauf basierend werden Ziele und Maßnahmen vereinbart, um vorhandene Möglichkeiten weitestgehend zu nutzen und etwaige Gefahren so gut wie möglich zu vermeiden.

Weitere Komponenten des Risikomanagements der ABB sind ein System weltweit gültiger Konzernrichtlinien als normativer Rahmen für alle Unternehmensfunktionen, dezentrale Verantwortlichkeiten sowie ein effizientes Berichtswesen. Mit Hilfe der weltweit gültigen Konzernrichtlinien für alle wesentlichen Funktionen im Unternehmen wird nicht nur ein einheitliches Vorgehen innerhalb des Konzerns sichergestellt, sondern auch die Grundlage für ein konzernweit einheitliches Verständnis des Chancen- und Risikomanagements geschaffen, das die Grundvoraussetzung eines effizienten Risikomanagementsystems darstellt.

Das einheitliche Verständnis des Chancen- und Risikomanagements wird zentral von der Konzernleitung koordiniert und gesteuert - die Verantwortung für dessen konkrete Ausgestaltung liegt bei den einzelnen Landesgesellschaften und deren jeweiligen Geschäftseinheiten. Durch dezentrale Richtlinien auf Ebene der Landesgesellschaften und der Geschäftseinheiten wird die praktische Umsetzung konkretisiert.

Die Geschäftsbereiche der ABB AG und ihre Tochtergesellschaften sind in das globale ABB-Enterprise-Risk-Management-Programm eingebunden. Dies ist ein global koordinierter Prozess, in dem strategische, operative und finanzielle Risiken erfasst und bewertet werden. Alle identifizierten Risiken werden nach vorgegebenen Kriterien mit Bezug auf die mögliche Auswirkung, die Wahrscheinlichkeit des Eintritts sowie den erwarteten Eintrittszeitpunkt klassifiziert. Für die ABB ist dieser Prozess ein wichtiger Bestandteil im Risikomanagement, da allen Risiken Maßnahmen und verantwortliche Personen zugeordnet werden, mit denen die Risiken vermieden oder in ihrer Wirkung reduziert werden können.

Beurteilung der Chancenlage

Insgesamt sehen wir die ABB in Deutschland sehr gut aufgestellt, um aus dem chancenorientierten Umgang mit Risiken Wachstum und Profitabilität zu realisieren.

Risiken durch strategische Faktoren:

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Wesentliche externe Risiken für ein international agierendes Unternehmen liegen im Konjunkturverlauf und in den damit einhergehenden Nachfrageschwankungen in den jeweiligen Märkten, denen durch eine systematische Analyse der jeweiligen Absatzmärkte sowie durch die frühzeitige Ausrichtung der Geschäftsstrategien an sich abzeichnenden Veränderungen Rechnung getragen wird, um insbesondere Unterbeschäftigungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken. Aber auch disruptive Veränderungen wie beispielsweise der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine oder auch die aktuelle Energiekrise, führen zu Risiken, die ein Unternehmen bewältigen muss.

Risiko-Faktor COVID-19

Die Pandemie COVID-19 hatte auch im Berichtsjahr deutliche Auswirkungen in nahezu allen Ländern weltweit. Aufgrund neuer Corona-Virusvarianten und deren unterschiedlichen Verbreitung sowie unterschiedlicher politischer Maßnahmen variierten die Auswirkungen erheblich zwischen Regionen und Branchen.

ABB hat frühzeitig auf den Ausbruch der Pandemie COVID-19 reagiert. Mit Maßnahmen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und der frühzeitigen Ermöglichung von Homeoffice konnte die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten und damit die Leistungsfähigkeit von ABB auf einem hohen Niveau gehalten werden. Eine Schließung von Betrieben ließ sich durch angepasste Hygienekonzepte erfolgreich vermeiden. Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf resultierten überwiegend aus Herausforderungen auf der Beschaffungsseite.

Produkt- und Umweltrisiken

Zur Vermeidung von Produkt- und Umweltrisiken erfolgt eine Absicherung durch ein dichtes Netz von internen und externen Qualitätssicherungsmaßnahmen, bei denen auch wichtige Lieferanten intensiv überprüft werden. Innerhalb des deutschen ABB-Konzerns erfolgen sämtliche Prozessabläufe unter Berücksichtigung nationaler als auch internationaler Umweltregelungen und Umweltverordnungen, deren konkrete Anforderungen in den einzelnen operativen Einheiten berücksichtigt werden. Hierzu sind in den Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen Umweltmanagementsysteme nach DIN EN ISO 14001 eingeführt und zertifiziert. Darüber hinaus erfüllt unser Integriertes Management-System auch die Anforderungen nach DIN EN ISO 9001, DIN EN 45001, DIN EN ISO 50001 bzw. DIN EN 16247-1 und wird in spezifischen Geschäftsbereichen durch Kundenstandards, wie z. B. für die Bahn- und Automobilindustrie, ergänzt.

Die einzelnen Einheiten werden regelmäßig internen und externen Auditierungen durch Kunden sowie unabhängige Zertifizierungsorganisationen unterzogen, im Rahmen derer die Einhaltung von bindenden Verpflichtungen und damit verbundenen gesetzlichen Regelungen festgestellt wird. Im Bereich Brandschutz gibt es regelmäßige Bewertungen der Brandschutzkonzepte und Beurteilungen der Sachversicherer. Mit Blick auf Nachhaltigkeit und nicht zuletzt auch in Bezug auf die Umwelt nimmt der ABB-Konzern regelmäßig eine Einschätzung seiner Situation vor, setzt sich bei erkannten Potenzialen Ziele und hält deren Erreichung nach. Die funktions- und konzernübergreifenden Maßnahmen werden in einem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, um eine größtmögliche Transparenz der Aktivitäten zu gewährleisten.

Risiko-Faktor Angriffskrieg Russland gegen Ukraine

Aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine und der Auswirkungen der damit verbundenen internationalen Sanktionen hat die ABB-Gruppe Mitte 2022 beschlossen, sich aus dem russischen Markt zurückzuziehen. Für ABB in Deutschland war unmittelbar nur eine geringe Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung festzustellen.

Risiken in operativen Bereichen

Risiken der Auftragsabwicklung

Insbesondere die im Anlagenbau und im Systemgeschäft tätigen Einheiten unseres Konzerns sind dem Risiko unvorhergesehener technischer Schwierigkeiten oder Störungen in der Wertschöpfungskette aufgrund von Problemen bei unseren Vertragspartnern und Subunternehmern ausgesetzt.

Durch intensive technische und kommerzielle Analysen möglicher Chancen und Risiken bereits im Vorfeld der Angebotsabgabe, wird die Grundlage für eine optimale Projektabwicklung gelegt. Aufgrund der Langfristigkeit der Auftragsabwicklung und der oft erforderlichen Spezifikationsänderungen setzt ABB auf ein systematisches und umfassendes Projektmanagement, um Risiken in den Aufträgen zu minimieren. Durch regelmäßig durchgeführte Risk Reviews - auf Basis aktueller Auftragskalkulationen - wird die Auftragsplanung ständig aktualisiert. Risiken werden laufend überwacht und bei Bedarf auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeiten durch Rückstellungen bilanziell berücksichtigt. Darüber hinaus unterziehen wir unsere weltweiten Lieferanten und Subunternehmer einer strengen Qualitäts- und Bonitätsprüfung.

Im Produktgeschäft umfasst das Risikomanagement systematische Marktanalysen und Benchmarks, deren Ergebnisse in die aktuelle Planung einfließen. Darüber hinaus werden Risiken aus Gewährleistungszusagen einer regelmäßigen Bewertung unterzogen, deren Ergebnisse sowohl in den Kalkulationsprozess münden als auch gleichzeitig die Grundlage für eine ausreichende bilanzielle Risikovorsorge darstellen.

Produktionsrisiken

Auslastungsschwankungen in der Produktion können durch entsprechende flexible Arbeitszeitmodelle innerhalb eines bestimmten Rahmens kostengünstig und situativ ausgeglichen werden. Das Risiko von Produktionsausfällen oder Produktionsunterbrechungen ist durch angemessene Versicherungsverträge abgedeckt. Standortbezogen ist ein Business-Continuity-Plan etabliert, der regelmäßig und in Zusammenarbeit mit dem Versicherungsgeber aktualisiert wird. Hierin werden auch Abhängigkeiten zu den Hauptlieferketten und zwischen einzelnen Produktionsstandorten untersucht, um mögliche Auswirkungen von Ausfällen frühzeitig erkennen zu können.

Mitarbeiterrisiken

Als internationaler Technologiekonzern benötigt ABB Mitarbeiter, die zukunfts- und prozessorientiert, kompetent und zuverlässig denken und handeln, da technologische Führerschaft ohne hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte nicht denkbar ist. Insofern steht ABB mit anderen Unternehmen im Wettbewerb, um die nachhaltige Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter zu sichern.

Um dieses Ziel auch angesichts der demografischen Entwicklung zu erreichen, ist eine Personalstrategie definiert, die einen zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie darstellt und als Leitbild für die tägliche Personalarbeit dient. Diese Maßnahmen sind nach unserem Dafürhalten geeignet, den beschriebenen Personalrisiken entgegenzuwirken.

Informationsschutzrisiken

Auf Grund der aktuellen, hohen Bedrohungslage in den Bereichen Informations- und Cyber-Sicherheit fokussiert sich ABB weiterhin mit Nachdruck darauf, diese beiden Bereiche zu stärken und dadurch die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen sicherzustellen. Dies wird durch kontinuierliche Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für die Mitarbeiter sowie durch entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen verfolgt. Um den Anforderungen an die Informationssicherheit auch zukünftig gerecht zu werden, richtet sich ABB verstärkt an der Sicherheitsnorm ISO /IEC 27001 aus und strebt in verschiedenen Geschäftsbereichen eine entsprechende Zertifizierung an.

Risiken finanzieller Natur

Beschaffungspreisrisiken

Die Entwicklung der Beschaffungspreise war im vergangenen Jahr starken Schwankungen unterworfen. Derartigen Preisrisiken auf den Beschaffungsmärkten begegnen wir im Rahmen unseres Risikomanagements durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen. Typische Maßnahmen sind beispielsweise ein aktives Management von Warengruppen in globalen Märkten und die Absicherung von Preisrisiken bei längerfristigen Aufträgen. Außerdem streben wir nach einem bewussten Umgang mit Konfliktstoffen und der Anpassung unserer nachhaltigen Beschaffungsprozesse an das neue Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), um den zunehmenden Auswirkungen auf Beschaffungs- und Prozesskosten aktiv entgegenzuwirken.

Absatzpreisrisiken

Aufgrund des anhaltenden Preisdrucks auf einzelnen Absatzmärkten sehen sich die operativen Einheiten des Konzerns ständigem Margendruck gegenüber. Diesem Risiko wird Rechnung getragen, indem regelmäßig die Möglichkeiten zur weiteren Optimierung der Fertigungsabläufe und der Kostenreduzierung überprüft und durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. Ebenso wird ein professionelles Preis- und Margenmanagement zur Optimierung der Absatzpreise verfolgt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund unserer internationalen Ausrichtung sind mit den operativen Geschäftsaktivitäten der einzelnen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereiche sowohl Währungs- als auch Zinsänderungsrisiken verbunden, denen durch entsprechende Sicherungsgeschäfte (hauptsächlich Devisentermingeschäfte) entgegengewirkt wird. Durch konzerninterne Richtlinien und Vorschriften werden der Handlungsrahmen und die Verantwortlichkeiten für solche Sicherungsgeschäfte verbindlich festgelegt. Gemäß diesen konzerninternen Regelungen dürfen Finanzderivate ausschließlich zur Sicherung entsprechender Grundgeschäfte eingesetzt werden, wobei der Zusammenhang zwischen dem Grundgeschäft und dem jeweiligen Sicherungsgeschäft transaktionsbezogen zu dokumentieren ist. Der Einsatz von Finanzderivaten zum Zwecke der Spekulation ist nicht zulässig. Darüber hinaus erfolgt eine Risikobegrenzung auf diesem Gebiet dadurch, dass sämtliche Sicherungsmaßnahmen ausschließlich über das Treasury Center des ABB-Konzerns abgewickelt werden.

Hinsichtlich laufender oder sich abzeichnender Rechtsstreitigkeiten sehen wir keine wesentlichen Risiken, für die nicht bereits bilanzielle Vorsorge getroffen worden wäre.

Sowohl der globale ABB-Konzern als auch die einzelnen Gesellschaften in den Ländern halten sich strikt an außenwirtschaftsrechtliche Beschränkungen, Embargos und Sanktionen. Sie haben entsprechende Verfahren und Verantwortlichkeiten festgelegt, die der Empfehlung 2019/1318 der EU-Kommission vom 30. Juli 2019 zu internen Compliance-Programmen (ICP) für die Kontrolle des Handels mit Gütern mit doppeltem Verwendungszweck (Dual-Use-Güter) entsprechen. Komplexität und Umfang der Vorgaben und gesetzlichen Regelungen sowie deren kurzfristige Änderungen stellen dabei eine große Herausforderung bei der Umsetzung dar.

Datenschutz ist bei ABB ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse. Das weltweite Datenschutzsystem der ABB-Gruppe, das ABB Privacy Management Tool, welches als Bestandteil des Konzernprogramms zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) implementiert wurde, ist fester Bestandteil des Integrierten Management Systems (IMS). Dies beinhaltet insbesondere Datenschutzsysteme in Bezug auf die Einhaltung der Rechenschaftspflicht, wie ein elektronisches Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten mit integrierten Genehmigungsprozessen, Risikoanalyse und ggfs. Datenschutz-Folgeabschätzungen sowie ein System zur Steuerung der Datenschutzhinweise zur Erfüllung des Transparenzgebots (Informationspflichten). Ferner gibt es ein System zur Behandlung der Anträge der betroffenen Personen nach der DSGVO. Die Datenschutzorganisation der ABB-Gruppe unterliegt ständigen Anpassungen an die geänderten Konzernstrukturen und wird auch innerhalb der deutschen ABB dementsprechend angepasst.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Qualität unseres Risikomanagementsystems regelmäßig - sowohl durch unsere interne Revision als auch durch interne Testprozeduren - in den Geschäftsbereichen bzw. Gesellschaften geprüft und die aus diesen Prüfungen gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich etwaiger Verbesserungspotenziale für ein effizientes Risikomanagement zeitnah umgesetzt werden. Darüber hinaus werden das Design und die Effektivität von Kontrollen innerhalb bedeutsamer Prozesse im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch unseren Wirtschaftsprüfer getestet. Dies umso mehr, als die ABB Ltd, Zürich / Schweiz, durch die Notierung an der New York Stock Exchange (NYSE) auch den amerikanischen Kapitalmarktgesetzen und den Regelungen der U. S. Securities and Exchange Commission (SEC) und des Sarbanes Oxley Act (SOA) unterliegt, wonach alle Prozesse und Kontrollen, die die Qualität der Finanzberichterstattung nachhaltig beeinflussen, zu dokumentieren, auf ihre Wirksamkeit zu testen und revisionssicher nachzuweisen sind.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Unter Würdigung aller zuvor genannten Risikofelder und der beschriebenen Maßnahmen, die im Rahmen unseres Risikomanagementsystems ergriffen werden, liegen bestandsgefährdende Risiken nicht vor.

Geschäftserwartung

Erwartung der Geschäftsbereiche in Deutschland

Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2022 wurden in einem zunehmend schwierigen Umfeld weitestgehend erreicht. Bei gesteigerten Auftragseingängen erreichten die Umsatzerlöse trotz der in weiten Teilen des Jahres herrschenden Pandemiebeschränkungen und Engpässen auf den Zuliefermärkten annähernd die Vorjahreswerte. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag unter Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter (ohne Auszubildende) lag auf dem erwarteten Niveau.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir in der ersten Jahreshälfte eine moderate Geschäftsentwicklung. Für die zweite Jahreshälfte sehen wir bei verbesserter Konjunktur und niedrigeren Kostensteigerungen eine leicht positive Entwicklung. Insgesamt rechnen wir jeweils mit einem leichten Anstieg des Auftragseingangs und der Umsatzerlöse. Die bereits umgesetzten oder noch anstehenden Maßnahmen sollten dazu beitragen, das Ergebnis vor Ertragsteuern auf Höhe des Berichtsjahres zu stabilisieren. Die Anzahl der Mitarbeiter sollte weitestgehend stabil bleiben. Diese Geschäftserwartung gilt für die ABB AG und die deutsche ABB gleichermaßen.

Geschäftsbereich Antriebstechnik

Der Geschäftsbereich Antriebstechnik erwartet trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds ein Wachstum für das Jahr 2023. Großprojekte - unter anderem im Bereich der Bahntechnik - sollten im Jahr 2023 final vergeben werden und der Geschäftsbereich Antriebstechnik rechnet sich hier gute Erfolgschancen aus.

Nachdem im Berichtsjahr die Fertigungsstruktur in Minden ausgebaut wurde und Teile des Services sowie die DC-Fertigung nach Mannheim umgezogen sind, steht für das Jahr 2023 der Umzug der restlichen Bereiche vom Standort Ladenburg nach Mannheim bevor.

Der Geschäftsbereich fokussiert sich auf seine strategischen Wachstumsinitiativen und wird dementsprechend auch im Jahr 2023 im Rahmen der Energieeffizienz-Initiative mithilfe innovativer Technologien einen Beitrag für eine nachhaltigere Ressourcennutzung leisten.

Geschäftsbereich Elektrifizierung

Das Geschäftsjahr 2022 verlief in den Divisionen des Geschäftsbereichs Elektrifizierung uneinheitlich. Während der Industriesektor weiterhin sehr stabil bei Auftragseingängen und Umsätzen wachsen konnte, zeigte sich im Gebäudesegment seit Mitte des Jahres ein Rückgang des Geschäftsvolumens.

Diese Entwicklung ist auf die Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen speziell in Verbindung mit steigenden Baukosten und dem stark veränderten Zinsniveau zurückzuführen. Das Investitionsverhalten sowohl im Wohnbau als auch im Gewerbebau hat sich deutlich verändert, Projekte werden zum Teil verschoben oder auch storniert.

Für das Geschäftsjahr 2023 prognostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gegenwärtig einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Auch die für den Geschäftsbereich Elektrifizierung maßgeblichen Wirtschaftsverbände ZVEI und VDMA gehen tendenziell von Rückgängen aus. Für das Gebäudesegment ist die Geschäftserwartung für 2023 deshalb stagnierend bis negativ. Es wird erwartet, dass sich die Investitionszurückhaltung kurzfristig nicht auflöst, wenngleich die langfristigen Perspektiven - gestützt durch den Bedarf an Wohnraum und Gebäudeinfrastruktur - positiv bleiben. Für das Industriesegment ist die Geschäftserwartung für das Jahr 2023 positiv.

Die Transformation der Gesellschaft in Richtung Elektromobilität wird auch im Jahr 2023 zu einem wachsenden Bedarf an Ladesäulen führen. Davon wird der Geschäftsbereich Elektrifizierung erneut profitieren. Die Geschäftserwartungen in diesem Segment sind daher deutlich positiv.

Geschäftsbereich Prozessautomation

Das Geschäft der Division Energy Industries wird sich im Jahr 2023 weiterhin positiv entwickeln - vor allem auf Basis einer starken installierten Basis sowie den strategischen und operativen Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Stärkung des Geschäftsportfolios. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen von Kunden sowie der Umbau der energetischen Infrastruktur in Deutschland, Europa und weltweit eröffnen mittel- und langfristig starke Wachstumspotentiale.

Die Division Prozessindustrie befindet sich mit den Segmenten Mining & Metals in einem herausfordernden Marktumfeld. Auf der einen Seite zeigen sich teils sehr hohe Rohstoffpreise, welche die Investitionsbereitschaft unserer Kunden fördern. Auf der anderen Seite stehen dem Inflation, die größtenteils zurückhaltenden globalen Wachstumsaussichten und die Dekarbonisierung in vielen Industriebereichen gegenüber. Für das Geschäftsjahr 2023 ist aufgrund der weiter bestehenden Unsicherheiten ein ähnliches Niveau wie im Jahr 2022 zu erwarten. Im Segment Pulp & Paper zeigt sich eine konstant gute Nachfrage, sodass die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023 positiv sind.

In der Division Measurement & Analytics ist der Ausblick nach einem Rekordjahr 2022 für das Jahr 2023 verhalten optimistisch. Bedingt durch die anhaltenden Lieferkettenprobleme wurden viele Kundenaufträge zeitlich vorgezogen, was sich auf die zukünftige Bestellentwicklung negativ auswirken wird.

Für die Division Marine & Ports war das Jahr 2022 ein sehr positives Geschäftsjahr, das im Wesentlichen durch Aufträge im Zusammenhang mit zulassungsrelevanten Wartungen für Kreuzfahrtschiffe sowie Aufträgen für schiffsseitige Landanschlüsse bestimmt war. Zusätzlich konnte eine vollständige Re-Elektrifizierung eines älteren Kreuzfahrtschiffes abgeschlossen werden. Die Erwartungen für das Jahr 2023 bewegen sich auf dem Niveau des Jahres 2022.

Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation

Nachdem die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2022 von einer sehr starken Nachfrage geprägt waren, schwächte die Nachfrage im vierten Quartal deutlich ab. Dies ist vor allem auf Vorzugseffekte aufgrund von Lieferzeiten und Preiserhöhungen zurückzuführen, aber auch mit zunehmend zurückhaltender Investitionstätigkeit im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Unsicherheiten zu begründen.

Die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2023 wird von der weiteren geopolitischen Lage und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland beeinflusst werden. Kurzfristig ist allerdings von einem eher unsicheren Marktumfeld und einer etwas zurückhaltenden Investitionstätigkeit auszugehen.

Die Energiekrise hat einen deutlichen Einfluss auf die Produktion in Deutschland, weshalb das Risiko weiterhin sinkender Produktionsvolumina sowie der Verlagerung von Produktionsbereichen ins Ausland besteht. Außerdem ist auch für das Jahr 2023 zumindest punktuell immer wieder von Engpässen einzelner Komponenten in den Lieferketten auszugehen.

Neben diesen kurzfristigen Herausforderungen bleiben die positiven mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten bestehen: der Trend zur Automatisierung auch bei klein- und mittelständigen Unternehmen wird sich fortsetzen und durch das immer größer werdende Sortiment an kollaborativen Robotern können neue Märkte und Anwendungsfelder erschlossen werden. Der Fachkräftemangel und zunehmend auch Arbeitskräftemangel in Deutschland wird die Notwendigkeit zur weiteren Automatisierung von Prozessschritten verstärken und sich positiv auf die Nachfrage nach Robotik-Lösungen und Fertigungsautomatisierung auswirken.

Mannheim, den 31. März 2023

ABB AG

Der Vorstand

Ochsner

Zumkeller

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm durch Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er beriet und überwachte den Vorstand und tagte im Jahr 2022 pro Quartal einmal in ordentlicher Sitzung.

Neben der Planung, der Rentabilität und der Lage der Gesellschaft und des deutschen Teilkonzerns standen die Geschäftsentwicklung in den vier Geschäftsbereichen bzw. Business Areas Robotik & Fertigungsautomation (RA), Elektrifizierung (EL), Prozessautomation (PA) und Antriebstechnik (MO) im Vordergrund der Erörterungen. Weitere Schwerpunkte bildeten die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der dadurch ausgelösten Energiekrise, die Auswirkungen der allgemeinen Lieferengpässe und der Corona-Pandemie auf die Gesellschaft sowie die jeweils hierzu ergriffenen Maßnahmen und Vorkehrungen durch die Gesellschaft.

Der Aufsichtsrat unterrichtete sich in jeder Sitzung auch über etwaige Compliance-Fälle und den Stand des Compliance-Programms und damit zusammenhängende Fragen, insbesondere zu dem Compliance-Fall in dem südafrikanischen Projekt Kusile der Division Process Automation Energy Industries (PAEN).

In der Sitzung, in der der Aufsichtsrat den Jahresabschluss billigte, berichtete der Wirtschaftsprüfer über das Ergebnis seiner Prüfung. Zudem erstattete der Vorstand dem Aufsichtsrat monatlich und quartalsweise schriftlichen Bericht. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Gesprächen des Aufsichtsratsvorsitzenden mit dem Vorstand. Der Personalausschuss konferierte im Berichtsjahr dreimal. Der Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG tagte nicht. Über die Arbeit des Personalausschusses berichtete der Vorsitzende des Aufsichtsrats jeweils dem Gesamtaufsichtsrat.

Der Jahresabschluss der ABB AG und der Konzernabschluss wurden im Auftrag des Aufsichtsrats von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat nahm von dem Prüfergebnis zustimmend Kenntnis. Nach seiner eigenen abschließenden Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefassten Konzernlageberichts ergaben sich keine Beanstandungen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss in seiner Sitzung am 31. März 2023 gebilligt und damit festgestellt.

Gemäß § 111 Abs. 5 AktG waren turnusmäßig neue Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand festzulegen. Bezüglich des Inhalts der Beschlüsse wird auf die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289 f Abs. 4 HGB im mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der Gesellschaft verwiesen.

Im Hinblick auf die Mitglieder des Aufsichtsrats ergaben sich im Berichtszeitraum folgende Veränderungen: Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter schied Herr Steffen Hoffmann als Vertreter der Leitenden Angestellten mit Wirkung zum Ablauf des 30. Juni 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. Als sein Nachfolger wurde gemäß § 104 AktG durch gerichtlichen Beschluss des Amtsgerichts Mannheim vom 13. Juni 2022 mit Wirkung ab dem 01. Juli 2022 Herr Rainer Benz als Vertreter der Leitenden Angestellten auf der Arbeitnehmerseite in den Aufsichtsrat bestellt.

Ferner schied auf Seiten der Anteilseignervertreter Frau Sabine Busse mit Wirkung zum Ablauf des 15. Dezember 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. Als ihre Nachfolgerin wurde Frau Esther Maria Loidl in der außerordentlichen Hauptversammlung der ABB AG am 16. Dezember 2022 als neues Aufsichtsratsmitglied der Anteilseignerseite gewählt.

Mannheim, den 31. März 2023

Klaus Eble, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Konzernbilanz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung

Segmentberichterstattung

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Konzernanhang

Konzernbilanz

ABB AG

Aktiva

in Tsd. € Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen (3)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 8.059 10.240
II. Sachanlagen 331.998 253.911
III. Finanzanlagen 17 5.762
Summe 340.074 269.913
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (4) 626.482 567.876
Verrechnete Kundenanzahlungen -230.430 -230.638
396.052 337.238
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (5) 344.382 337.137
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (5,6) 1.083.581 1.144.610
3. Sonstige Vermögensgegenstände (5) 51.807 21.856
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten (6) 11.279 13.912
Summe 1.887.101 1.854.753
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.847 753
Bilanzsumme 2.229.022 2.125.419

Passiva

in Tsd. € Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital (8)
I. Gezeichnetes Kapital (9) 167.500 167.500
II. Kapitalrücklagen (9) 57.131 57.131
III. Gewinnrücklagen (10) 342.020 233.989
IV. Bilanzgewinn 62.718 172.371
Summe 629.369 630.991
B. Sonderposten aus Investitionszulagen (11) 14.887 16.253
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (12) 395.142 205.914
2. Steuerrückstellungen (13) 25.491 30.306
3. Sonstige Rückstellungen (14) 461.248 528.948
Summe 881.881 765.168
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (15) 3 2
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (15) 325.105 297.049
Verrechnet mit Vorräten -230.430 -230.638
94.675 66.411
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (15) 168.803 161.554
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (6, 15) 375.649 406.240
5. Sonstige Verbindlichkeiten (15) 55.698 71.540
Summe 694.828 705.747
E. Rechnungsabgrenzungsposten 8.057 7.260
Bilanzsumme 2.229.022 2.125.419

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

ABB AG

in Tsd.€ Anhang 2022 2021
1. Umsatzerlöse (21) 2.974.793 2.976.924
2. Bestandsveränderungen 25.349 -115.942
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.019 2.528
4. Sonstige betriebliche Erträge (22) 136.873 133.661
5. Gesamtleistung 3.139.034 2.997.171
6. Materialaufwand (23) -1.527.611 -1.404.324
7. Personalaufwand (24) -713.828 -715.708
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen (26) -42.854 -39.361
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen (27) -599.153 -516.618
10. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 255.588 321.160
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (28) 2.138 2.591
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (28) -152.560 -46.933
13. Ergebnis vor Ertragsteuern 105.166 276.818
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (29) -760 -16.191
15. Steuerumlage durch die Muttergesellschaft (29) -25.686 -48.380
16. Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme 78.720 212.247
17. Ergebnisübernahme durch die Muttergesellschaft (30) -80.341 -99.064
18. Jahresfehlbetrag /-Überschuss -1.621 113.183
19. Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr 172.370 120.922
20. Entnahme aus/Einstellung in Gewinnrücklagen (10) -108.031 -61.734
21. Bilanzgewinn 62.718 172.371

Konzern-Kapitalflussrechnung

ABB AG

in Tsd. € 2022 2021
1. Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme 78.720 212.247
2. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens 42.854 39.361
3. Veränderungen der Rückstellungen 116.713 23.064
4. Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge 118.976 -40.284
5. Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen -58.463 -78.416
6. Veränderung der Vorräte und der geleisteten Anzahlungen -58.814 15.990
7. Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -9.610 6.760
8. Veränderung sonstiger Aktiva 33.626 38.584
9. Veränderung der erhaltenen Kundenanzahlungen 28.264 -28.195
10. Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 53.187 20.138
11. Veränderung sonstiger Passiva -18.557 -11.415
12. Korrektur von Einflüssen aus Investitions-/Desinvestitionstätigkeit im Deckungsvermögen -160.408 -14.926
13. = Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 166.488 182.908
14. Einzahlungen aus Abgängen von Anlagevermögen 76.266 90.421
15. Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -139.314 -69.983
16. Einzahlungen aus Abgängen von Deckungsvermögen 62.877 62.969
17. Auszahlungen für Investitionen in das Deckungsvermögen -12.950 -7.001
18. = Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -13.121 76.406
19. Abführung Vorjahresergebnis an Muttergesellschaft -99.064 -109.825
20. = Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -99.064 -109.825
21. Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (= Summe Zeilen 13, 18, 20) 54.303 149.489
22. Finanzmittelfonds am 01.01. 707.065 557.576
23. = Finanzmittelfonds am 31.12. vor Ergebnisübernahme 761.368 707.065
24. Ergebnisübernahme 31.12. -80.341 -99.064
25. = Finanzmittelfonds am 31.12. nach Ergebnisübernahme (= Bilanzausweis) 681.027 608.001

Segmentberichterstattung

ABB AG

Segmentberichterstattung per 31.12.2022
Vorjahreszahlen an aktuelle Konzernstruktur angepasst Prozessautomation Robotik & Fertigungsautomation
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in Tsd. € 2022 2021 2022 2021
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Auftragseingang 507.215 465.476 208.656 199.472
Außenumsatz** 486.696 576.648 239.986 241.086
Interner Umsatz - 5.450 85.356 48.376
Gesamtumsatz 486.696 582.098 325.342 289.462
Ergebnis vor Gewinnsteuern vor Restrukturierung 87.543 52.277 6.046 5.116
Restrukturierungsaufwendungen -10.208 -10.664 -6.537 -334
Ergebnis vor Gewinnsteuern nach Restrukturierung 77.335 41.613 -491 4.782
Abschreibungen auf Sachanlagen* -3.684 -3.694 -5.122 -3.756
Investitionen in Sachanlagen* 3.422 2.982 1.936 5.031
Zinserträge 133 39 104 7
Zinsaufwendungen -69.820 -13.606 -2.058 -390
Segmentvermögen 258.576 250.236 321.636 329.265
Segmentfremdkapital 210.738 164.962 155.423 167.879
Zahl der Mitarbeiter 1.872 1.977 721 696
Segmentberichterstattung per 31.12.2022
Vorjahreszahlen an aktuelle Konzernstruktur angepasst Antriebstechnik Elektrifizierung
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in Tsd. € 2022 2021 2022 2021
--- --- --- --- ---
Auftragseingang 387.462 371.615 2.134.412 2.086.617
Außenumsatz** 391.854 329.835 1.825.750 1.716.856
Interner Umsatz 12.414 9.023 320.700 285.828
Gesamtumsatz 404.268 338.858 2.146.450 2.002.684
Ergebnis vor Gewinnsteuern vor Restrukturierung 22.966 43.968 201.334 263.486
Restrukturierungsaufwendungen -1.825 -1.230 -2.554 -7.358
Ergebnis vor Gewinnsteuern nach Restrukturierung 21.141 42.738 198.780 256.128
Abschreibungen auf Sachanlagen* -887 -786 -31.851 -31.677
Investitionen in Sachanlagen* 2.692 1.383 63.992 40.018
Zinserträge 8 7 30 27
Zinsaufwendungen -21.170 -5.474 -27.191 -10.644
Segmentvermögen 88.863 84.259 955.275 880.613
Segmentfremdkapital 161.981 126.367 678.570 594.515
Zahl der Mitarbeiter 594 567 4.257 4.245
Segmentberichterstattung per 31.12.2022
Vorjahreszahlen an aktuelle Konzernstruktur angepasst Sonstige Einheiten/ Konsolidierung Konzern
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in Tsd. € 2022 2021 2022 2021
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Auftragseingang -322.299 -311.641 2.915.446 2.811.539
Außenumsatz** 30.507 112.499 2.974.793 2.976.924
Interner Umsatz -16.483 40.811 401.987 389.488
Gesamtumsatz 14.024 153.310 3.376.780 3.366.412
Ergebnis vor Gewinnsteuern vor Restrukturierung -189.654 -64.348 128.235 300.499
Restrukturierungsaufwendungen -1.945 -4.095 -23.069 -23.681
Ergebnis vor Gewinnsteuern nach Restrukturierung -191.599 -68.443 105.166 276.818
Abschreibungen auf Sachanlagen* -1.310 552 -42.854 -39.361
Investitionen in Sachanlagen* 67.272 20.569 139.314 69.983
Zinserträge 1.863 2.511 2.138 2.591
Zinsaufwendungen -32.321 -16.819 -152.560 -46.933
Segmentvermögen 604.672 581.046 2.229.022 2.125.419
Segmentfremdkapital 392.941 440.705 1.599.653 1.494.428
Zahl der Mitarbeiter 223 274 7.667 7.759

* Inklusive immaterielle Vermögensgegenstände

** Umsatzerlöse gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Segmentberichterstattung per 31.12.2022
Auftragseingang und Umsatz nach Regionen Prozessautomation Robotik & Fertigungsautomation
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in % 2022 2021 2022 2021
--- --- --- --- ---
Auftragseingang
Deutschland 53 58 92 90
Europa* 22 17 5 6
Amerika 7 8 1 1
Asien 17 16 2 3
Afrika 1 1 - -
Umsatz
Deutschland 46 42 88 81
Europa* 31 34 9 17
Amerika 7 5 1 -
Asien 13 12 2 2
Afrika 3 7 - -
Segmentberichterstattung per 31.12.2022
Auftragseingang und Umsatz nach Regionen Antriebstechnik Elektrifizierung
--- --- --- --- ---
in % 2022 2021 2022 2021
--- --- --- --- ---
Auftragseingang
Deutschland 78 79 64 64
Europa* 8 18 22 23
Amerika 5 1 4 3
Asien 9 2 9 9
Afrika - - 1 1
Umsatz
Deutschland 70 73 61 62
Europa* 19 23 24 24
Amerika 4 2 4 3
Asien 7 2 10 10
Afrika - - 1 1
Segmentberichterstattung per 31.12.2022
Auftragseingang und Umsatz nach Regionen Sonstige Einheiten/ Konsolidierung Konzern
--- --- --- --- ---
in % 2022 2021 2022 2021
--- --- --- --- ---
Auftragseingang
Deutschland 105 102 61 63
Europa* -5 - 22 22
Amerika - - 5 4
Asien - -1 11 10
Afrika - -1 1 1
Umsatz
Deutschland 104 111 58 57
Europa* -4 10 26 27
Amerika - - 5 3
Asien - -14 10 11
Afrika - -7 1 2

* Ohne Deutschland

Konzern-Eigenkapitalspiegel

ABB AG

Mutterunternehmen Konzerneigenkapital
in Tsd. € Gezeichnetes Kapital* Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn Eigenkapital Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Stand am 31.12.2020 167.500 57.131 172.279 120.921 517.831 517.831
Übrige Veränderungen1) - - -24 1 -23 -23
Jahresergebnis - - - 113.183 113.183 113.183
Einstellung in die Gewinnrücklagen 2) - - 61.734 -61.734 - -
Stand am 31.12.2021 167.500 57.131 233.989 172.371 630.991 630.991
Übrige Veränderungen1) - - - -1 -1 -1
Jahresergebnis - - - -1.621 -1.621 -1.621
Einstellung in die Gewinnrücklagen2) - - 108.031 -108.031 - -
Stand am 31.12.2022 167.500 57.131 342.020 62.718 629.369 629.369

* 6.552.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien

1) Die übrigen Veränderungen enthalten im Wesentlichen Effekte aus der Konsolidierung

2) Einstellung in die Gewinnrücklagen auf Grund von Verschmelzungsvorgängen

Konzernanhang

Vorstand

Markus Ochsner

Vorsitzender des Vorstands

Alexander R. Zumkeller

Arbeitsdirektor

Aufsichtsrat

Klaus Eble

Wollerau / Schweiz,

Vorsitzender des Aufsichtsrats,

Group Head Internal Audit

der ABB Asea Brown Boveri Ltd,

Zürich/Schweiz

Daniela Schiermeier 1)

Mannheim,

stellv. Vorsitzende des Aufsichtsrats,

Vorsitzende des Konzernbetriebsrats,

Präsidentin des Europäischen ABB-Betriebsrats,

Mannheim

Rainer Benz1)

Leimen,

ABB Messtechnik-Globaler Service,

Leiter Analysentechnik und Instrumentierung,

Sprecher der Leitenden Angestellten der ABB

Deutschland

(ab 01.07.2022)

Sabine Busse

Tokio/Japan,

Corporate Officer,

Hitachi Ltd.,

Tokio/Japan

(bis 15.12.2022)

Verena zu Dohna1)

Frankfurt am Main,

(Syndikus-) Rechtsanwältin,

Leiterin des Ressorts Betriebsverfassung

und Mitbestimmungspolitik

beim Vorstand der IG Metall,

Frankfurt am Main

Mirko Geiger1)

Heidelberg,

1. Bevollmächtigter der IG Metall,

IG Metall Heidelberg

Kai-Uwe Glörfeld1)

Lüdenscheid,

Betriebsratsvorsitzender der Busch-Jaeger

Elektro GmbH,

Stellvertretender Vorsitzender des

Konzernbetriebsrats,

Delegierter des Europäischen Betriebsrats,

Standort Lüdenscheid

Steffen Hoffmann1)

Heddesheim,

Operations Manager Motion Germany,

Ladenburg

(bis 30.06.2022)

Robert Itschner

Uster/Schweiz,

CEO BKWAG,

Bern/Schweiz

Sandy Jackisch1)

Cottbus,

Betriebswirtin (VWA),

Betriebsratsvorsitzende Cottbus

Esther Maria Loidl

Heidelberg,

Mitglied des Vorstands der Freudenberg-Gruppe,

CHRO Freudenberg SE,

Weinheim

(ab 16.12.2022)

Dr. Georg Müller

Hirschberg,

Vorsitzender des Vorstands der MVV Energie AG,

Mannheim

Dr. Ursula Redeker

Lörrach,

ehem. Geschäftsführerin Roche

Diagnostics GmbH,

Mannheim,

Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten

Rudolf Zimmermann

Neulußheim,

Rechtsanwalt i. R.,

Ehemaliger Leiter Recht und Integrity

ABB Zentraleuropa

1) vom Amtsgericht bestellt

Anhang

1. Konsolidierungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden alle Beteiligungsgesellschaften einbezogen, an denen die ABB AG, Mannheim (im Folgenden "ABB AG"), unmittelbar oder mittelbar mit Mehrheit beteiligt ist und bei denen sie einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Im Berichtsjahr werden wie im Vorjahr neben der ABB AG 8 inländische Unternehmen konsolidiert.

Die Firma ABB AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter der Nummer HRB 4664 eingetragen.

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der ABB AG einbezogenen Gesellschaften wurden für das Geschäftsjahr 01. Januar bis 31. Dezember 2022 aufgestellt.

Die Jahresabschlüsse der wesentlichen Gesellschaften wurden von Wirtschaftsprüfern geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen.

Die Geschäftszahlen der ABB AG und ihrer Tochterunternehmen gemäß US-GAAP werden in den Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, einbezogen (größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss der ABB Ltd, Zürich / Schweiz, kann bei der ABB AG, Unternehmenskommunikation, Postfach 100164, 68001 Mannheim, oder bei der ABB Ltd, Corporate Communications, Affolternstraße 54, 8050 Zürich / Schweiz, bezogen werden. Darüber hinaus kann er im Internet unter www.abb.com eingesehen und abgerufen werden.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgte bis zum 31. Dezember 2009 nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungswerte der Anteile an Tochterunternehmen mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konsolidierungskreis. Ein nach der Buchwertmethode entstandener aktivischer Unterschiedsbetrag wurde bis zum Geschäftsjahr 1998 in der Konzernbilanz im Jahr der erstmaligen Konsolidierung zu Lasten der anderen Gewinnrücklagen verrechnet.

Den Erwerb weiterer Anteile an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen betrachten wir als eine Transaktion zwischen den Gesellschaftergruppen und verrechnen deshalb den Unterschied zwischen dem Kaufpreis für die zusätzlichen Anteile und dem entsprechenden Buchvermögen der Tochterunternehmen erfolgsneutral mit dem Eigenkapital.

Ab dem 01. Januar 1999 wurde bei bedeutenden Akquisitionen ein aktivischer Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten der Anteile an Tochterunternehmen und dem anteiligen Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und über die geplante Nutzungsdauer abgeschrieben.

Seit dem Geschäftsjahr 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode. Nach einer Kaufpreisallokation verbleibende Geschäfts- bzw. Firmenwerte werden grundsätzlich über die geplante individuelle Nutzungsdauer abgeschrieben. Sofern der beizulegende Zeitwert am Stichtag unter den fortgeführten Anschaffungskosten liegen sollte, werden solche Wertminderungen im Rahmen von außerplanmäßigen Abschreibungen auf die aktivierten Geschäfts- bzw. Firmenwerte erfasst. Sollten die Gründe für eine solche außerplanmäßige Abschreibung zu einem späteren Zeitpunkt entfallen, wird der niedrigere Wertansatz beibehalten bzw. fortgeführt.

Passivische Unterschiedsbeträge werden, soweit vorhanden, aufgrund der durch das BilMoG geänderten Konsolidierungsregelungen ungeachtet ihres bilanziellen Charakters grundsätzlich in einem gesonderten Posten nach dem Konzerneigenkapital ausgewiesen. Sofern solche passivischen Unterschiedsbeträge eigenkapitalähnlichen Charakter aufweisen und eine technisch bedingte Folge gesellschaftsrechtlicher Maßnahmen der Vergangenheit sind, werden diese Unterschiedsbeträge auch nach dem 01. Januar 2010 unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2022 entfielen 1.750 Tsd. € der aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte auf aktivische Unterschiedsbeträge, die aus der Kapitalkonsolidierung stammen und planmäßig abgeschrieben werden. In Höhe von 62.804 Tsd. € wurden aktivische Unterschiedsbeträge mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die unter den Gewinnrücklagen ausgewiesenen passivischen Unterschiedsbeträge aufgrund gesellschaftsrechtlicher Maßnahmen der Vergangenheit beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 41.652 Tsd. €.

Sofern nach der zuvor beschriebenen Zuordnung ein Geschäfts- oder Firmenwert verbleibt, wird dieser nach den bereits genannten Grundsätzen zur Bilanzierung und Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten behandelt.

Ein gegebenenfalls nach der zuvor beschriebenen Zuordnung verbleibender passivischer Unterschiedsbetrag wird nach den Grundsätzen des § 309 II HGB bilanziert.

Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen

In der Bilanz werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Gesellschaften gegeneinander aufgerechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Zinsaufwendungen und Zinserträge sowie konzerninterne Umsätze und andere konzerninterne Erträge entsprechend § 305 I HGB mit den darauf entfallenden konzerninternen Aufwendungen verrechnet.

Lieferungen und Leistungen zwischen Konzerngesellschaften werden zu marktüblichen Bedingungen vorgenommen; wesentliche Zwischenergebnisse aus diesen Umsätzen sind eliminiert. Wertberichtigungen, Rückstellungen und sonstige in den Einzelabschlüssen enthaltene ergebniswirksame Maßnahmen aus Konzernverbindungen werden für die Erstellung des Konzernabschlusses aufgehoben.

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Sowohl die konzerninternen Geschäftsbeziehungen der in den Konzernabschluss der ABB AG einbezogenen Unternehmen als auch Geschäftsbeziehungen dieser Konzernunternehmen zu anderen nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Bestimmungen des AktG aufgestellt.

Der Finanzmittelfonds in der Kapitalflussrechnung enthält neben der Bilanzposition „Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten“ auch die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten und Kreditverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie entsprechende Forderungen.

Die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach den bei der Konzernobergesellschaft, der ABB AG, geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt.

Eine Anpassung der Einzelabschlüsse von assoziierten Unternehmen erfolgt im Hinblick auf die Wahlmöglichkeit in § 312 V HGB nur in solchen Fällen, in denen die dem jeweiligen Einzelabschluss zugrunde liegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zentralen Bilanzierungsgrundsätzen des deutschen Bilanzrechts widersprechen.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen. Zusätzlich wurde die gemäß § 275 II HGB vorgegebene Gliederung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit um weitergehende Posten ergänzt. Der Konzernabschluss ist in Tausend Euro (Tsd. €) aufgestellt.

Im Einzelnen wird nach den folgenden Grundsätzen bewertet:

Anlagevermögen

Gegen Entgelt erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (§ 248 II HGB) wird mit Blick auf die diesen Vermögensgegenständen innewohnende Unsicherheit bezüglich ihrer Werthaltigkeit kein Gebrauch gemacht.

Die Abschreibung eines Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgt nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Die bestehenden Geschäfts- bzw. Firmenwerte werden über 10 Jahre abgeschrieben.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen enthalten die unmittelbar zuzurechnenden Einzelkosten und die auf diese Einzelkosten entfallenden Gemeinkosten.

Sowohl Gebäude als auch bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens werden grundsätzlich linear abgeschrieben; in Einzelfällen wird auch von der geometrischdegressiven Abschreibungsmethode Gebrauch gemacht, sofern diese Methode besser geeignet erscheint, den tatsächlichen Verlauf des Werteverzehrs sachgerecht widerzuspiegeln. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Für EDV-Software, Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen wird von einer Nutzungsdauer zwischen 2 und 7 Jahren ausgegangen. Für Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken ist eine Nutzungsdauer zwischen 14 und 50 Jahren angesetzt. Technische Anlagen und Maschinen werden zwischen 2 und 30 Jahren abgeschrieben. Für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung wird hinsichtlich der Nutzungsdauer eine Bandbreite zwischen 2 und 25 Jahren verwendet.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten selbstständig nutzbarer, beweglicher und der Abnutzung unterliegender Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung vollständig als Aufwand erfasst, sofern deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten 250 € nicht überschreiten. Liegen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten solcher Vermögensgegenstände über 250 € bis 800 €, werden diese Vermögensgegenstände im Jahr des Zugangs aktiviert und in voller Höhe abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit dem niedrigeren Wert erforderlich ist.

Die sonstigen Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Werten angesetzt, sofern nachhaltige Wertminderungen eingetreten sind. Gleiches gilt für die Wertpapiere des Anlagevermögens, sofern es sich nicht um Wertpapiere handelt, die zur Sicherung von Altersversorgungsverpflichtungen gehalten werden und Bestandteil unseres Contractual Trust Arrangement (CTA) sind.

Diese als Deckungsvermögen bezeichneten Wertpapiere werden zu Marktwerten bewertet und gemäß § 246 II HGB mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Analog hierzu wird mit solchen Wertpapieren verfahren, die der Sicherung von Altersteilzeitguthaben dienen. Die Marktwerte werden durch entsprechende Depotauszüge des jeweiligen Vermögensverwalters nachgewiesen. Eine Saldierung analog hierzu erfolgt auf Ebene der korrespondierenden Aufwendungen und Erträge.

Langfristige unverzinsliche bzw. niedrigverzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst.

Umlaufvermögen

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten bzw. mit niedrigeren Tagespreisen bewertet. Zur Ermittlung der Anschaffungskosten wird in der Regel die Durchschnittsmethode (gleitender Durchschnitt) angewandt.

Den in den Vorräten liegenden Risiken, die sich aus der Lagerdauer und /oder aus geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird durch entsprechende Abschläge Rechnung getragen. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse sowie für bestellte Anlagen in Arbeit werden die Kosten gemäß § 255 II Satz 2 HGB zugrunde gelegt. Absehbare Verluste aus Kundenaufträgen werden durch Abzug von den aktivierten Aufwendungen bei bestellten Anlagen in Arbeit berücksichtigt; darüber hinausgehende Verluste werden als Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften passiviert. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller einzeln erkennbaren Risiken sowie unter Berücksichtigung spezieller Länderrisiken bewertet. Das allgemeine Ausfallrisiko bei Forderungen ist im Rahmen einer Pauschalwertberichtigung zu Forderungen erfasst. Unverzinsliche oder niedrigverzinsliche Forderungen mit Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Fremdwährungsforderungen werden gemäß der Regelung des § 256a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Forderungen auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, wohingegen Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet werden.

Eine Zusammenfassung von Fremdwährungsforderungen mit auf diese Forderungen entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne des § 254 HGB erfolgt nicht.

Alle übrigen Positionen des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Tageswert angesetzt. Erkennbare Risiken werden dabei durch entsprechende Bewertungsabschläge berücksichtigt.

Sonderposten aus Investitionszulagen

Im Interesse eines transparenten Bilanzausweises werden Investitionszulagen öffentlicher oder privater Geldgeber - soweit sie für die Anschaffung oder Herstellung von Gegenständen des Anlagevermögens gewährt werden - in einem gesonderten Passivposten ausgewiesen und im Umfang der auf diese Anlagengegenstände entfallenden Abschreibungsbeträge erfolgswirksam aufgelöst.

Im Gegenzug werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Anlagengegenstände in voller Höhe aktiviert und - soweit abnutzbar - über den Zeitraum ihrer Nutzung planmäßig abgeschrieben.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Die versicherungsmathematische Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgt auf Basis der „Projected Unit Credit-Methode“, sodass der Wert der Pensionsverpflichtungen zum Bewertungsstichtag den versicherungsmathematischen Barwert all jener Leistungen darstellt, die durch die Rentenformel der Versorgungsordnung den bis zu diesem Zeitpunkt abgeleisteten Dienstzeiten zugeordnet werden.

Die Diskontierung der Pensionsverpflichtungen erfolgt dabei mit dem Ende Dezember von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Rechnungszins für Verpflichtungen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren. Dieser Durchschnitt berechnet sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren. Der Unterschiedsbetrag bei Ansatz des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre gemäß § 253 VI HGB wird an entsprechender Stelle im Anhang genannt.

Ferner erfolgt die Berechnung der Pensionsverpflichtungen unter Berücksichtigung künftiger Gehalts- und Rentenanpassungen. Als Formel- und Tafelwerk werden die Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde gelegt, die jedoch entsprechend den allgemein beobachteten Sterblichkeitsveränderungen durch den von uns mit der Bewertung beauftragten Aktuar regelmäßig angepasst werden.

Die Pensionsverpflichtungen beinhalten auch Verpflichtungen aus der betrieblichen Sozialordnung, wie z. B. Weihnachtsgeldzahlungen an künftige Pensionäre.

Sofern am jeweiligen Bilanzstichtag Vermögensgegenstände vorhanden sind, die ausschließlich der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, werden die Pensionsverpflichtungen - entsprechend dem in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebot - mit diesen Vermögensgegenständen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ ausgewiesen.

Darüber hinaus werden auch die zu beizulegenden Zeitwerten bewerteten Vermögensgegenstände der ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim, in den Konzernabschluss einbezogen und mit den entsprechenden (mittelbaren) Altersversorgungsverpflichtungen verrechnet.

Die Bemessung der Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen erfolgt grundsätzlich zum nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag, sodass auch künftige Preis- bzw. Kostenveränderungen in die Rückstellungsermittlung einbezogen werden; darüber hinaus wird allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung getragen. Rückstellungen für ausstehende Kosten, für drohende Verluste aus Kundenaufträgen sowie für andere Verpflichtungen aus der operativen Geschäftstätigkeit werden auf Basis der noch zu erbringenden Leistungen, das heißt gemäß den voraussichtlich noch anfallenden Herstellungskosten, bewertet.

Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden so bemessen, dass die über die Vertragsdauer zu entrichtenden Aufstockungsbeträge aufgrund ihres Entgeltcharakters über den Zeitraum der Beschäftigungsphase (linear) aufgebaut werden.

Sofern der jeweilige Altersteilzeitvertrag eine Abfindungsregelung enthält, werden die vertraglich zugesagten Abfindungsbeträge bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zurückgestellt.

In Abhängigkeit des jeweils gewählten Altersteilzeitmodells können sich während der Vertragslaufzeit Erfüllungsrückstände ergeben, die bei der Bemessung der Altersteilzeitrückstellungen ebenfalls berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird bei der Bemessung von Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen auch biometrischen Aspekten Rechnung getragen.

Der auf diese Weise ermittelte Verpflichtungsumfang wird mit dem für diese Verpflichtungen reservierten und zu beizulegenden Zeitwerten bewerteten Vermögen verrechnet. Ergibt sich aus dieser Vermögensverrechnung ein passivischer Überhang, erfolgt der Ausweis dieser Nettoverpflichtung unter den sonstigen Rückstellungen; resultiert aus der Vermögensverrechnung ein aktivischer Überhang, wird dieser auf der Aktivseite unter der Position „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ ausgewiesen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Die Abzinsung erfolgt dabei mit den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten, aus dem Durchschnitt der vergangenen sieben Geschäftsjahre ermittelten, Zinssätzen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsverbindlichkeiten werden entsprechend den Regelungen des § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Beläuft sich die Restlaufzeit dieser Verbindlichkeiten auf mehr als ein Jahr, erfolgt die Anpassung an den Devisenkassamittelkurs unter Beachtung des Imparitätsprinzips, während Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr stets zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet werden.

Von einer Zusammenfassung von Fremdwährungsverbindlichkeiten mit den auf diese Verbindlichkeiten entfallenden Devisentermingeschäften zu Bewertungseinheiten im Sinne von § 254 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

Umsatzerlöse

Unter den Umsatzerlösen sind Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Erzeugnissen und Waren sowie aus Dienstleistungen ausgewiesen.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs bzw. zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Erlösschmälerungen werden als Minderung der Umsatzerlöse erfasst.

Latente Steuern

Latente Steuern resultieren aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels-und Steuerbilanz der in den Konzernabschluss einbezogenen Einheiten, die sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgleichen werden sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen.

Die Ermittlung und der Ausweis solcher latenten Steuern im Sinne des § 274 HGB erfolgt bei Vorliegen steuerlicher Organschaftsverhältnisse beim jeweiligen Organträger, wobei von der Möglichkeit zur Aktivierung des aktivischen Überhangs bei solchen latenten Steueransprüchen kein Gebrauch gemacht wird.

Derivative Finanzinstrumente

Fremdwährungsrisiken werden grundsätzlich durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften abgesichert, während die Absicherung von Beschaffungspreisrisiken auf den Rohstoffmärkten durch den Einsatz von Warentermingeschäften erfolgt.

Wie bereits im Zusammenhang mit der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten ausgeführt, wird von der in § 254 HGB eingeräumten Möglichkeit zur Bildung von Bewertungseinheiten kein Gebrauch gemacht.

3. Anlagevermögen

In den immateriellen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen entgeltlich erworbene Geschäfts- bzw. Firmenwerte sowie EDV-Software, Konzessionen und Schutzrechte enthalten. Aktivierte Geschäfts- bzw. Firmenwerte werden über die geplante Nutzungsdauer abgeschrieben, die im derzeitigen Bestand bei 10 Jahren liegt.

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns ABB Deutschland ist auf den Folgeseiten aufgeführt.

Die Zugänge im Sachanlagevermögen betreffen im Wesentlichen Investitionen für den Neubau am Standort Mannheim sowie Investitionen der operativen Einheiten, wobei der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im Berichtsjahr wieder bei den produzierenden Einheiten des Geschäftsbereichs Elektrifizierung lag. Es handelt sich hierbei insbesondere um die Erweiterung des Portfolios einzelner Komponenten und Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung bestehender Anlagen. Daneben resultierte das Investitionsvolumen aus einer Vielzahl geringvolumiger Einzelmaßnahmen zur Steigerung von Produktivität und Qualität sowie zur Kostenoptimierung.

Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens handelt es sich um einen Spezialfonds, dessen Anteile zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen und - entsprechend dem in § 246 II HGB formulierten Saldierungsgebot - mit den entsprechenden Altersteilzeitverpflichtungen verrechnet wurde.

Entwicklung des Anlagevermögens im Konzern

ABB AG

in Tsd. € AHK* 01.01.2022 AHK Zugänge AHK Umbuchungen AHK Abgänge AHK Stand per 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 28.382 569 42 203 28.790
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.475 29 5 36 1.473
Geschäfts- oder Firmenwert 48.953 - - - 48.953
Geleistete Anzahlungen 12 - - 12 -
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 78.822 598 47 251 79.216
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 263.514 5.270 4.507 22.357 250.934
Technische Anlagen und Maschinen 360.632 10.790 6.293 6.464 371.251
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 334.167 15.494 5.433 8.186 346.908
Anlagen im Bau 38.850 46.411 -10.942 13 74.306
Geleistete Anzahlungen 17.791 60.751 -5.338 13.892 59.312
Sachanlagen (gesamt) 1.014.954 138.716 -47 50.912 1.102.711
Finanzanlagen
Sonstige Beteiligungen 2 - - - 2
Wertpapiere des Anlagevermögens 5.760 - - 5.745 15
Finanzanlagen (gesamt) 5.762 - - 5.745 17
Anlagevermögen (gesamt) 1.099.538 139.314 - 56.908 1.181.944
in Tsd. € Abschreibungen 01.01.2022 Abschreibungen Geschäftsjahr Abschreibungen Veränderungen** Abschreibungen 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 26.535 1.106 -203 27.438
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen 1.475 39 -36 1.478
Geschäfts- oder Firmenwert 40.572 1.669 - 42.241
Geleistete Anzahlungen - - - -
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 68.582 2.814 -239 71.157
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 184.414 3.968 -16.669 171.713
Technische Anlagen und Maschinen 289.402 17.377 -6.090 300.689
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 287.215 18.696 -7.612 298.299
Anlagen im Bau 1 - - 1
Geleistete Anzahlungen 11 - - 11
Sachanlagen (gesamt) 761.043 40.041 -30.371 770.713
Finanzanlagen
Sonstige Beteiligungen - - - -
Wertpapiere des Anlagevermögens - - - -
Finanzanlagen (gesamt) - - - -
Anlagevermögen (gesamt) 829.625 42.855 -30.610 841.870
in Tsd. € Buchwerte per 31.12.2022 Buchwerte per 31.12.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene EDV-Software 1.352 1.847
Entgeltlich erworbene Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen -5 -
Geschäfts- oder Firmenwert 6.712 8.381
Geleistete Anzahlungen - 12
Immaterielle Vermögensgegenstände (gesamt) 8.059 10.240
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 79.221 79.100
Technische Anlagen und Maschinen 70.562 71.230
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 48.609 46.952
Anlagen im Bau 74.305 38.849
Geleistete Anzahlungen 59.301 17.780
Sachanlagen (gesamt) 331.998 253.911
Finanzanlagen
Sonstige Beteiligungen 2 2
Wertpapiere des Anlagevermögens 15 5.760
Finanzanlagen (gesamt) 17 5.762
Anlagevermögen (gesamt) 340.074 269.913

* Anschaffungs-/ Herstellungskosten

** Abgänge, Umbuchungen

Aufstellung des Anteilsbesitzes im Konzern

ABB AG

(Stand: 31.12.2022) Gewinnabführungsvertrag Eigenkapital Konzernanteil Beteiligung
in Tsd. € in % bei Nr.
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I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB AG, Mannheim 694.264 - -
2. ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH, Berlin2) 5.506 100 1.
3. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid * 14.363 100 1.
4. ABB Kaufel GmbH, Berlin2) 858 100 1.
5. ABB Patent GmbH, Ladenburg2) * 208 100 1.
6. ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg * 24.491 100 1.
7. ABB Striebel & John GmbH, Sasbach2) 57.290 100 1.
8. ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim2) * 401 100 1.
9. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim2) 16.249 100 1.
II. Sonstige Beteiligungen
10. PEHLA GmbH, Weinheim1) 664 16,66 1.
11. Modellfabrik Papier gGmbH, Düren1) 505 5,88 1.
(Stand: 31.12.2022) Ergebnis Geschäftsjahr Umsatz 2022 Mitarbeiter 31.12.2022
in Tsd. € in Mio. €
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I. Verbundene Unternehmen der ABB AG
1. ABB AG, Mannheim - 1.611 4.436
2. ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH, Berlin2) 676 5 35
3. Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid -6.927 645 1.189
4. ABB Kaufel GmbH, Berlin2) -272 11 68
5. ABB Patent GmbH, Ladenburg2) - - -
6. ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg -9.932 911 1.559
7. ABB Striebel & John GmbH, Sasbach2) 9.700 174 368
8. ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim2) - 3 12
9. ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim2) 597 - -
II. Sonstige Beteiligungen
10. PEHLA GmbH, Weinheim1) 154 10 2
11. Modellfabrik Papier gGmbH, Düren1) 477 - 1

1) Zahlen per 31.12.2021

2) Ungeprüfte Zahlen

4. Vorräte

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe 135.760 107.954
Unfertige Erzeugnisse 43.738 40.640
Bestellte Anlagen in Arbeit 331.066 314.764
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 85.019 69.274
Geleistete Anzahlungen 30.899 35.244
Summe Vorräte inkl. geleisteter Anzahlungen 626.482 567.876
./. verrechnete Kundenanzahlungen -230.430 -230.638
Vorräte (gesamt) 396.052 337.238

Aufgrund der großen Bedeutung des Anlagengeschäfts werden Bestellte Anlagen in Arbeit im Vorratsvermögen gesondert ausgewiesen. Erhaltene Kundenanzahlungen werden auftragsweise bis zur Höhe der aktivierten Vorräte offen von diesen abgesetzt.

Das Bruttovorratsvermögen hat sich um etwa 58 Mio. € auf 626 Mio. € erhöht. Unter weiterer Berücksichtigung der Fortschrittszahlungen ergibt sich eine Erhöhung des Nettovorratsvermögens um 59 Mio. €.

5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 344.382 337.137
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (15) (17)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.083.581 1.144.610
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (-) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 51.807 21.856
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (1.267) (721)
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (gesamt) 1.479.770 1.503.603
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) (1.282) (738)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen 7 Mio. € über dem Wert des Vorjahres.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen im Berichtsjahr 152.084 Tsd. € (Vorjahr: 149.719 Tsd. €) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Restbetrag entfällt überwiegend auf kurzfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft ABB Ltd, Zürich /Schweiz.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind unter anderem Steuererstattungsansprüche, Darlehensforderungen an Dritte, Versicherungsansprüche sowie kurzfristige Vorschüsse und Darlehen an Mitarbeiter enthalten.

6. Flüssige Mittel

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 11.279 13.912
Finanzmittelanlagen bei Konzerngesellschaften (in Pos. Aktiva B.II.2. enthalten) 882.989 881.712
Flüssige Mittel 894.268 895.624
Finanzschulden einschließlich Kreditaufnahme bei Konzerngesellschaften (in Pos. Passiva D.4. enthalten) 213.241 287.623
Flüssige Mittel ./. Finanzschulden 681.027 608.001

Bei den Finanzmittelanlagen innerhalb des Konzerns handelt es sich in überwiegendem Maße um kurzfristige Geldanlagen bei Tochtergesellschaften unserer Obergesellschaft, der ABB Ltd, Zürich/Schweiz, im Rahmen des konzerninternen Cash-Poolings.

Die Finanzschulden resultieren im Wesentlichen aus Mittelanlagen von Gesellschaften außerhalb des Konsolidierungskreises beim Treasury-Bereich der ABB AG. Darüber hinaus beinhalten die Finanzschulden auch die Verpflichtung der ABB AG zur Abführung ihres Nettoergebnisses an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim. Diese Verpflichtung belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf 80 Mio. € (Vorjahr: 99 Mio. €).

7. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Die in § 246 II HGB geforderte Verrechnung von Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen mit Vermögenswerten, die ausschließlich zur Erfüllung solcher Verpflichtungen dienen und dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind, kann zu einem aktiven Unterschiedsbetrag führen. Im Berichtsjahr ist analog zum Vorjahr kein aktivischer Unterschiedsbetrag ausgewiesen, da die entsprechenden Vermögenswerte die Erfüllungsbeträge der Verpflichtungen nicht überstiegen.

Bezüglich weiterer Details zu der Bewertung der Pensionsverpflichtungen, Altersteilzeitverpflichtungen und zu dem Deckungsvermögen verweisen wir auf Ziffer 12 und Ziffer 14 dieses Anhangs.

8. Entwicklung des Eigenkapitals

Im Geschäftsjahr 2011 wurde mit Rückwirkung zum 01. Januar 2011 zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen.

Auf der Grundlage dieses Gewinnabführungsvertrages wird der größte Teil des von den konsolidierten Unternehmen im Berichtsjahr erwirtschafteten Ergebnisses an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt.

Lediglich die Ergebnisse solcher konsolidierten Einheiten, deren Ergebnisse nicht im Rahmen von Gewinnabführungsverträgen abgeführt oder ausgeglichen werden, sowie die ergebniswirksamen Konsolidierungseffekte verbleiben in Höhe des in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Jahresergebnisses im Konsolidierungskreis und verändern dementsprechend das Konzerneigenkapital.

In Abhängigkeit der Kapitalstruktur der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist es möglich, dass unrealisierte Erträge im Zusammenhang mit der Bewertung des für Altersversorgungszwecke reservierten Vermögens ganz oder teilweise einer Ausschüttungs- bzw. Abführungssperre im Sinne des § 268 VIII HGB unterliegen, sodass sich in diesen Fällen eine Erhöhung des Eigenkapitals ergibt. Sofern zu einem späteren Zeitpunkt eine solche Ausschüttungs- bzw. Abführungssperre aufgrund rückläufiger Marktwertentwicklung nicht oder nicht mehr vollständig zum Tragen kommt, wird der ehemals gesperrte Betrag ausgeschüttet bzw. im Rahmen des Gewinnabführungsvertrages abgeführt, sodass es insoweit zu einer Verminderung des Eigenkapitals kommt.

Unter Berücksichtigung der zuvor beschriebenen Sachverhalte ergibt sich gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres insgesamt ein Rückgang des Konzerneigenkapitals um 1.622 Tsd. €.

Bezüglich der Entwicklung des Eigenkapitals verweisen wir auf den Konzern-Eigenkapitalspiegel.

9. Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Als gezeichnetes Kapital wird das Grundkapital der Konzernobergesellschaft, der ABB AG, ausgewiesen. Am 31. Dezember 2022 befand sich das gesamte Aktienkapital der ABB AG im unmittelbaren und mittelbaren Besitz der ABB Asea Brown Boveri Ltd, Zürich / Schweiz.

Die Kapitalrücklage enthält Aufgelder aus früheren Kapitalerhöhungen und aus dem Umtausch von Genussscheinen der ABB AG sowie andere Zuzahlungen im Zusammenhang mit Abspaltungsvorgängen.

10. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten neben der gesetzlichen Rücklage und den anderen Gewinnrücklagen der ABB AG den Konzernanteil an Gewinnrücklagen der konsolidierten Beteiligungsgesellschaften, soweit diese seit deren Zugehörigkeit zum Konzern erwirtschaftet wurden.

Die Gewinnrücklagen sind um 108.031 Tsd. € auf 342.020 Tsd. € angestiegen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf eine Einstellung in die Gewinnrücklagen zurückzuführen. Die Gewinnrücklagen beinhalten eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 3.120 Tsd. € sowie andere Gewinnrücklagen in Höhe von 338.900 Tsd. €.

Die anderen Gewinnrücklagen setzen sich aus anderen Rücklagen der ABB AG in Höhe von 466.162 Tsd. € sowie aus negativen Rücklagen, die im Wesentlichen auf ergebniswirksame Konsolidierungseffekte der Vorjahre zurückzuführen sind, zusammen. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um die Abschreibungen auf Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung sowie Beträge aus der Zwischenergebniseliminierung.

11. Sonderposten aus Investitionszulagen

Sofern für die Anschaffung oder Herstellung von Gegenständen des Anlagevermögens öffentliche oder private Mittel gewährt werden, werden diese Zuwendungen unter diesem Sonderposten ausgewiesen und in künftigen Jahren in dem Umfang erfolgswirksam aufgelöst, in dem diese Anlagengegenstände plan- oder außerplanmäßig abgeschrieben werden.

Der zum Ende des Berichtsjahres ausgewiesene Betrag in Höhe von 14.887 Tsd. € (Vorjahr: 16.253 Tsd. €) entfällt im Wesentlichen auf die Zuwendung von Bundes- und Landesmitteln, welche zum Zwecke der Sanierung eines Gebäudes auf dem Berliner Gewerbestandort PankowPark genutzt wurde.

Sowohl unser Ausbildungszentrum in Berlin als auch unser Training Center in Heidelberg verstehen sich als Bildungsdienstleister und bieten im Rahmen einer sogenannten Verbundausbildung die Ausbildung in einer Vielzahl von Berufen an.

Dies bedeutet, dass ABB in diesen beiden Trainingseinrichtungen nicht nur eigene Auszubildende, sondern auch Auszubildende von Partner- und Drittunternehmen ausbildet und damit einen wesentlichen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Berlin und in der Metropolregion Rhein-Neckar leistet.

12. Pensionsverpflichtungen, Deckungsvermögen und Vermögensverrechnung

Im Interesse der Absicherung von Anwartschaften und laufenden Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung aus Direktzusagen sowie zur Schaffung von saldierungsfähigem Deckungsvermögen hat die deutsche ABB-Gruppe ein Contractual Trust Arrangement (CTA) in Form einer doppelseitigen Treuhand etabliert.

In diesem Zusammenhang hat die ABB AG sowie die meisten ihrer Tochtergesellschaften im Rahmen von Treuhandverträgen und mittels gesonderter Vermögensübertragungsvereinbarungen einen Großteil der bis dahin im Finanzanlagevermögen ausgewiesenen Anteile an einem Wertpapierspezialfonds treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V., Mannheim, übertragen.

Darüber hinaus enthält dieses Deckungsvermögen die Vermögenswerte (im Wesentlichen Anteile an dem zuvor erwähnten Wertpapierspezialfonds) der ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim, sowie in einem geringen Umfang auch das Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen.

Die vorzunehmende Verrechnung von Deckungsvermögen und Altersversorgungsverpflichtungen wurde für jedes der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gesondert vorgenommen, sodass aus dieser Verrechnung sowohl aktive Unterschiedsbeträge als auch Pensionsrückstellungen resultieren können.

Zum 31. Dezember 2022 betrugen die unmittelbaren Pensionsverpflichtungen des Konsolidierungskreises der ABB AG insgesamt 1.210.811 Tsd. € (Vorjahr: 1.187.485 Tsd. €). Diesem Betrag liegt ein Diskontierungsfaktor in Höhe von 1,78 %(Vorjahr: 1,87 %) zugrunde; es handelt sich hierbei um den von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Zinssatz für Verpflichtungen mit einer Laufzeit von 15 Jahren, wie er per Ende Dezember veröffentlicht wurde.

Dieser Durchschnitt berechnet sich im Berichtsjahr, wie auch im Vorjahr, aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren. Bei Ansatz eines Durchschnitts aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergäbe sich ein davon abweichender durchschnittlicher Zinssatz in Höhe von 1,44% (Vorjahr: 1,35 %). Der Unterschiedsbetrag nach § 253 VI HGB beträgt 46.683 Tsd. € (Vorjahr: 71.233 Tsd. €).

Für das vorliegende Berichtsjahr liegt der Berechnung ein Gehaltstrend in Höhe von 3,2 %p. a. (Vorjahr: 2,75 %p. a.) sowie ein Rentenanpassungstrend in Höhe von 2,2 %p. a. (Vorjahr: 1,75 %p. a.) zugrunde.

Hinsichtlich der langfristig erwarteten Verzinsung der Beiträge bzw. Kapitalkonten unseres beitragsorientierten Pensionsplans wurde gegenüber dem Vorjahr eine auf längerfristige Sicht erzielbare Rendite in Höhe von 4,75% p.a. (Vorjahr: 4,0% p.a.) unterstellt.

Der beizulegende Zeitwert der für die Erfüllung der Pensionsverpflichtungen reservierten Vermögenswerte betrug insgesamt 838.853 Tsd. € (Vorjahr: 1.009.995 Tsd. €). Die Anschaffungskosten dieser Vermögensgegenstände bezifferten sich auf 605.082 Tsd. € (Vorjahr: 633.014 Tsd. €), während die kumulativen Marktwertanpassungen insgesamt 233.771 Tsd. € betrugen (Vorjahr: 376.981 Tsd. €).

Im Berichtsjahr wurden Einzahlungen in Höhe von 6.852 Tsd. € (Vorjahr: 7.002 Tsd. €) in das Deckungsvermögen vorgenommen. Die für Rentenerstattungen verwendeten Auszahlungen aus dem Deckungsvermögen, einschließlich Auszahlungen aus der ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim, beliefen sich auf 62.877 Tsd. € (Vorjahr: 67.817 Tsd. €).

Neben den unmittelbaren Pensionsverpflichtungen (Direktzusagen) der ABB AG und ihrer konsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von 1.210.811 Tsd. € belief sich der Wert der nach gleichen Grundsätzen bewerteten mittelbaren Altersversorgungsverpflichtungen auf insgesamt 33.840 Tsd. € (Vorjahr: 35.255 Tsd. €), wovon ein durch Vermögenswerte gedeckter Anteil in Höhe von 23.184 Tsd. € (Vorjahr: 28.424 Tsd. €) durch die Konsolidierung der ABB-Unterstützungseinrichtung GmbH in Mannheim, Mannheim, bilanziell erfasst wurde.

Nach erfolgter Verrechnung von Pensionsverpflichtungen mit dem diesbezüglichen Deckungsvermögen verblieben passive Überhänge im Umfang von insgesamt 395.142 Tsd. € (Vorjahr: 205.914 Tsd. €). Zum Stichtag ergaben sich wie im Vorjahr keine aktiven Unterschiedsbeträge.

Aus mittelbaren Versorgungsverpflichtungen im Zusammenhang mit unserer Unterstützungseinrichtung bestand zum Ende des Berichtsjahres ein Fehlbetrag in Höhe von 10.656 Tsd. € (Vorjahr: 6.831 Tsd. €).

13. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten wie im Vorjahr die erwarteten Zahlungsverpflichtungen für in- und ausländische Ertragsteuern sowie für sonstige Steuern.

14. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen umfassen analog zum Vorjahr im Wesentlichen die noch erwarteten Herstellungskosten abgerechneter Kundenaufträge (ausstehende Lieferantenrechnungen und noch zu erbringende Eigenleistungen), Rückstellungen für Kundenboni, Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen, Rückstellungen für Garantieleistungen, Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie für andere Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit.

Ferner enthält diese Position wie im Vorjahr Rückstellungen für noch abzugeltende Urlaubs- und Gleitzeitansprüche und für Vorruhestandsleistungen, Rückstellungen für Tantiemen, Rückstellungen für Jubiläumsgeldzahlungen an Mitarbeiter, Rückstellungen für schwebende Prozesse sowie Rückstellungen für Altersteilzeitverträge, sofern diese nicht durch entsprechende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen, Vermögenswerte gedeckt sind.

Bei der Bemessung der sonstigen Rückstellungen wurden künftige Kosten- und Preisveränderungen einerseits sowie - im Falle langfristiger Verpflichtungen - Abzinsungseffekte andererseits berücksichtigt.

Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen beliefen sich - vor deren Verrechnung mit dem hierfür reservierten Vermögen - zum Ende des Berichtsjahres auf 37.631 Tsd. € (Vorjahr: 31.461 Tsd. €).

Diese Altersteilzeitverpflichtungen wurden mit Anteilen an einem Wertpapierspezialfonds verrechnet, welche zum Zwecke der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben treuhänderisch an den ABB Vermögenstreuhand e. V. übertragen wurden.

Der beizulegende Zeitwert der mit den Altersteilzeitverpflichtungen verrechneten Vermögenswerte belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 29.161 Tsd. € (Vorjahr: 24.804 Tsd. €), wobei die Anschaffungskosten dieser Vermögenswerte sich auf 29.282 Tsd. € (Vorjahr: 18.165 Tsd. €) und die kumulativen Marktwertanpassungen auf -121 Tsd. € (Vorjahr: 6.639 Tsd. €) beliefen. Im Berichtsjahr wurden Einzahlungen in das Deckungsvermögen in Höhe von 6.098 Tsd. € vorgenommen.

15. Verbindlichkeiten

in Tsd. € 31.12.2022 Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit >1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3 3 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 325.105 325.025 80
(davon von verbundenen Unternehmen) (8.972) (8.970) (2)
Verrechnet mit Vorräten -230.430 -230.373 -57
Erhaltene Anzahlungen nach Verrechnung mit Vorräten 94.675 94.652 23
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.803 168.803 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 375.649 371.763 3.886
Sonstige Verbindlichkeiten 55.698 55.378 320
(davon aus Steuern) (25.739) (25.739) (-)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (-) (-) (-)
Verbindlichkeiten (gesamt) 694.828 690.599 4.229
in Tsd. € 31.12.2021 Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit >1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2 2 -
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 297.049 296.973 76
(davon von verbundenen Unternehmen) (15.399) (15.395) (4)
Verrechnet mit Vorräten -230.638 -230.579 -59
Erhaltene Anzahlungen nach Verrechnung mit Vorräten 66.411 66.394 17
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 161.554 161.554 -
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 406.240 401.164 5.076
Sonstige Verbindlichkeiten 71.540 71.495 45
(davon aus Steuern) (34.107) (34.107) (-)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (-) (-) (-)
Verbindlichkeiten (gesamt) 705.747 700.609 5.138

Es bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen im Berichtsjahr 152.911 Tsd. € (Vorjahr: 106.973 Tsd. €) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten auch Beträge aus dem bereits an anderer Stelle erwähnten Gewinnabführungsvertrag zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim.

Aufgrund dieses Unternehmensvertrags werden die Jahresergebnisse der meisten konsolidierten Einheiten an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, mittelbar abgeführt, wobei das jeweils abzuführende Jahresergebnis in eine Steuerumlage und in ein Nettoergebnis unterteilt wird.

Die Summe der abzuführenden Beträge belief sich im Berichtsjahr auf insgesamt 106 Mio. €, während sich im Vorjahr ein Betrag in Höhe von insgesamt 147 Mio. € ergab, sodass aus diesem Sachverhalt ein Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Umfang von 41 Mio. € resultiert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten analog zum Vorjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus einbehaltenen Steuern der Mitarbeiter und aus anderen Steuern, Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung, Verbindlichkeiten aus der Auflösung von Arbeitsverträgen sowie Verbindlichkeiten aus kreditorischen Debitoren.

Eine Besicherung von Verbindlichkeiten wurde nicht vorgenommen, dies gilt gleichermaßen für Berichts- und Vorjahr.

16. Latente Steuern

Steuerlatenzspiegel Betrag in Tsd. € Steuersatz in %
Aktivlatenzen
Firmenwert 1.452 30,00
Vorräte 205 30,00
Wertpapiere des Anlagevermögens 76 30,00
Sonstiges Anlagevermögen 153 30,00
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 432 30,00
Sonstige Rückstellungen 913 30,00
Summe Aktivlatenzen 3.231
Passivlatenzen -
Verlustvortrag -
Summe Latenzen 3.231

Latente Steuern ergeben sich grundsätzlich aus den Einzelabschlüssen durch zeitliche Differenzen aufgrund von unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Aufgrund der steuerlichen Organschaft erfolgen Ermittlung und Ausweis latenter Steuern aller Organgesellschaften beim Organträger.

Die aktiven latenten Steuern aus zeitlichen Differenzen zum 31. Dezember 2022 betragen im Konzern 3.231 Tsd. €, während passive latente Steuern zum Bilanzstichtag nicht vorliegen. Durch Verlustvorträge ergeben sich im Konzern keine latenten Steuern. Wir machen von der Möglichkeit zur Aktivierung eines aktivischen Überhangs latenter Steueransprüche aus den Einzelabschlüssen keinen Gebrauch.

17. Haftungsverhältnisse

in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften 836 836
Haftungsverhältnisse (gesamt) 836 836

Für die aufgeführten Eventualverbindlichkeiten wurden keine Sicherheiten gestellt.

Das Eingehen von Haftungsverhältnissen erfolgt nur nach sorgfältiger Risikoabwägung und grundsätzlich nur im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der ABB AG oder mit der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen.

Die aufgrund der Haftungsverhältnisse eingegangenen Risiken unterliegen dabei einem stetigen Evaluierungsprozess.

Aufgrund der Ergebnisse dieser Risikoanalyse und unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können, sodass wir das Risiko einer Inanspruchnahme aus den oben aufgeführten Haftungsverhältnissen als nicht wahrscheinlich einschätzen.

18. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Der Gesamtbetrag außerbilanzieller Geschäfte beläuft sich am Bilanzstichtag auf 80 Mio. € (Vorjahr: 85 Mio. €). Der Jahresbetrag dieser Geschäfte beläuft sich auf 39 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €).

Bei den nicht bilanzierten Geschäften handelt es sich im Wesentlichen um Leasing- und Dienstleistungsvereinbarungen im IS- und Telefoniebereich sowie Dienstleistungen im Bereich Real Estate. Der Gesamtbetrag solcher Verträge beläuft sich auf 36 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 12 Mio. € (Vorjahr: 18 Mio. €). Solche Verträge dienen der Standardisierung eingesetzter Technologien und Dienstleistungen sowie deren Kostenoptimierung. In der Hauptsache fällt hierunter der Dienstleistungsvertrag zwischen ABB und Apleona für Integrated Facility Management, der Dienstleistungen wie beispielsweise Bewachung, Instandhaltung, Wartung sowie Reinigung umfasst und für alle Standorte der ABB in Deutschland gilt. Weiterhin fallen hierunter der globale Servicevertrag mit dem international tätigen IT-Dienstleister Wipro über die Lieferung von Hardware und Zubehör sowie der Vertrag zwischen ABB und T-Systems über Telekommunikationsdienstleistungen für die deutsche ABB. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

Als weitere nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte sind andererseits wesentliche, in der Regel längerfristige, Miet- und Pachtverträge für Grundstücke und Gebäude mit einem Gesamtbetrag von 22 Mio. € (Vorjahr: 17 Mio. €) über die gesamte Restlaufzeit der Verträge zu nennen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Solche Verträge werden grundsätzlich aus geschäftspolitischen Gründen und zur Optimierung des Standortmanagements geschlossen. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

Unter den anderen Geschäften sind im Wesentlichen Abnahmeverpflichtungen aus Konsignationslagervereinbarungen mit Lieferanten enthalten. Der Gesamtbetrag solcher Geschäfte beläuft sich auf 22 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €). Der Jahresbetrag aus derartigen Geschäften beläuft sich auf 22 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €). Solche Verträge werden grundsätzlich aus geschäftspolitischen Gründen und zur Optimierung der Lieferkette geschlossen. Risiken aus diesen Verträgen werden nicht gesehen.

19. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht unter den Haftungsverhältnissen gemäß Ziffer 17 und nicht unter Ziffer 18 als nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte angegeben sind, beläuft sich am Bilanzstichtag auf 28 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €).

Es handelt sich hierbei in erster Linie um Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie um das Bestellobligo aus genehmigten Investitionen. Der Jahresbetrag aus derartigen Verträgen beläuft sich auf etwa 26 Mio. € (Vorjahr: 20 Mio. €). Dazu kommt das Bestellobligo im Zusammenhang mit dem Gebäudeneubau am Standort Mannheim, das sich auf 29 Mio. € (Vorjahr: 74 Mio. €) belief.

20. Derivative Finanzinstrumente

Zur Absicherung von Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit wurden derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften (Einkaufs- und Verkaufsgeschäfte) abgeschlossen. Es handelt sich hierbei überwiegend um Währungsderivate.

Das Volumen der am Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beläuft sich auf 242.986 Tsd. € (Vorjahr: 308.390 Tsd. €). Der beizulegende Zeitwert dieser zum Bilanzstichtag bestehenden Devisentermingeschäfte beträgt insgesamt 3.218 Tsd. € (Vorjahr: - 455 Tsd. €). Dieser Wert entspricht dem Ergebniseffekt, zu dem diese Geschäfte am Bilanzstichtag hätten abgewickelt werden können. Der beizulegende Wert (Marktwert) wird von der ABB-Gruppe auf Basis erhältlicher und öffentlich zugänglicher Marktinformationen ermittelt.

Neben Devisentermingeschäften wurden auch Warentermingeschäfte abgeschlossen, die ebenfalls überwiegend als Forward getätigt wurden. Das Volumen solcher Geschäfte betrug zum Bilanzstichtag 30.785 Tsd. € (Vorjahr: 29.792 Tsd. €). Der beizulegende Wert dieser Geschäfte belief sich zum Ende des Berichtsjahres auf insgesamt - 174 Tsd. € (Vorjahr: 1.178 Tsd. €).

Im Interesse einer einheitlichen Vorgehensweise innerhalb des Konsolidierungskreises der ABB AG wird auf die Bildung von Bewertungseinheiten verzichtet. Ergeben sich zum Bilanzstichtag bei den einzelnen Sicherungsgeschäften negative Marktwerte, werden diese Beträge unter den Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften erfasst. Eine Saldierung negativer Marktwerte mit positiven Marktwerten erfolgt dabei nicht.

Für Devisen- und Warentermingeschäfte wurden zum Bilanzstichtag Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von 2.619 Tsd. € (Vorjahr: 3.829 Tsd. €) passiviert.

21. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Berichtsjahres belaufen sich auf 2.975 Mio. € und liegen damit im Wesentlichen auf Höhe des Vorjahreswerts von 2.977 Mio. €.

Die Geschäftsbereiche Antriebstechnik (+ 19 %) und Elektrifizierung (+ 6 %) konnten die Umsatzerlöse steigern, während die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation im Wesentlichen stagnierten. Der Geschäftsbereich Prozessautomation (-16 %) sowie der Bereich Sonstige Einheiten/Konsolidierung verzeichneten rückläufige Umsatzerlöse.

Bezüglich weiterer Informationen zu den Umsatzerlösen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht sowie auf die Segmentberichterstattung.

22. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten analog zum Vorjahr unter anderem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen sowie Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagevermögen. Des Weiteren sind die Erträge aus der Geschäftsveräußerung der Division Turbocharging des Geschäftsbereichs Prozessautomation an die Turbo Systems Germany GmbH, Hamburg, in Höhe von 41.982 Tsd. € enthalten.

Weiterhin sind Gewinne aus Wechselkursänderungen in Höhe von 41.013 Tsd. € (Vorjahr: 20.197 Tsd. €) enthalten. Die periodenfremden Erträge betrugen 37.340 Tsd. € und betreffen im Wesentlichen die Auflösung von sonstigen Rückstellungen sowie Gewinne aus dem Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens.

23. Materialaufwand

in Tsd. € 2022 2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.338.377 -1.236.473
Aufwendungen für bezogene Leistungen -189.234 -167.851
Materialaufwand (gesamt) -1.527.611 -1.404.324

Der Materialaufwand belief sich im Berichtsjahr auf 1.528 Mio. € und lag damit um rund 123 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Dies ist in erster Linie auf die um 142 Mio. € gestiegene Gesamtleistung des Berichtsjahres zurückzuführen.

Bezogen auf die Gesamtleistung ist die Materialeinsatzquote von 47% im Vorjahr auf 49% gestiegen.

24. Personalaufwand

in Tsd. € 2022 2021
Löhne und Gehälter -554.676 -570.209
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -159.152 -145.499
(davon für Altersversorgung) (-62.340) (-45.488)
Personalaufwand (gesamt) -713.828 -715.708

Der Personalaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund 2 Mio. € verringert, wobei die Lohn- und Gehaltskosten gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Mio. € gesunken sind.

Bezüglich der Altersversorgungskosten ist zu berücksichtigen, dass der in einem Geschäftsjahr den Pensionsrückstellungen zuzuführende Betrag sich in der Gewinn- und Verlustrechnung sowohl im Personalaufwand als auch im Zinsaufwand niederschlägt.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Personalaufwandskomponente der Altersversorgungskosten angestiegen. Zur Erläuterung der Zinskomponente verweisen wir auf Ziffer 28 dieses Anhangs. Im Berichtsjahr betrugen die im Personalaufwand auszuweisenden Altersversorgungskosten 62.340 Tsd. € (Vorjahr: 45.488 Tsd. €).

25. Mitarbeiter

im Jahresdurchschnitt 2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 2.167 2.207
Angestellte 5.052 5.129
Arbeitnehmer im Sinne § 267 HGB 7.219 7.336
Auszubildende 414 474
Mitarbeiter (gesamt) 7.633 7.810

Die Anzahl der Mitarbeiter verminderte sich im Jahresdurchschnitt um 177. Die Mitarbeiterzahl verminderte sich stichtagsbezogen von 7.759 zum Ende des Vorjahres um 92 auf 7.667 zum Ende des Berichtsjahres.

26. Abschreibungen

Hinsichtlich der handelsrechtlichen Abschreibungsmethodik im Bereich des Anlagevermögens verweisen wir auf die Erläuterungen zu Ziffer 2 dieses Anhangs.

27. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten analog zum Vorjahr unter anderem den Verwaltungs- und Vertriebsaufwand einschließlich der Verkaufssonderkosten, Verluste aus Wertminderungen von Gegenständen des Umlaufvermögens (außer Vorräte), Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens (außer Vorräte), Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen, Garantieaufwendungen, Mieten, Pachten und Instandhaltungsaufwendungen, Transport- und Verpackungskosten sowie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

Weiterhin enthalten sind Aufwendungen aus Wechselkursänderungen in Höhe von 38.244 Tsd. € (Vorjahr: 12.924 Tsd. €), wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass unter den sonstigen betrieblichen Erträgen auch positive Wechselkurseffekte enthalten sind.

Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen sonstigen Steuern, Zölle und ähnlichen Abgaben belaufen sich im Berichtsjahr auf 2.887 Tsd. € (Vorjahr: 3.080 Tsd. €). Die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie weitere Aufwendungen für Maßnahmen zur Reorganisation betrugen im Berichtsjahr 37.349 Tsd. € (Vorjahr: 40.147 Tsd. €).

Insgesamt sind die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um rund 83 Mio. € gestiegen.

28. Zinsergebnis

in Tsd. € 2022 2021
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.138 2.591
(davon von verbundenen Unternehmen) (1.566) (-)
(davon aus Abzinsung) (553) (153)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -152.560 -46.933
(davon an verbundene Unternehmen) (-55) (-67)
(davon aus Aufzinsung) (-152.377) (-46.206)
Zinsergebnis -150.422 -44.342

Das Zinsergebnis des Berichtsjahres beläuft sich auf -150 Mio. € und liegt somit um 106 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres.

Das Zinsergebnis enthält vor allem die Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit (saldierungsfähigen) Vermögenswerten, die der Erfüllung von Pensions- und Altersteilzeitverpflichtungen dienen. Ferner enthält das Zinsergebnis den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen sowie die Effekte aus der Auf- und Abzinsung anderer langfristiger Rückstellungen.

Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen enthält das Zinsergebnis des Berichtsjahres einen Zinsaufwand in Höhe von 33.283 Tsd. € (Vorjahr: 83.924 Tsd. €). Davon resultieren 11.839 Tsd. € (Vorjahr: 58.415 Tsd. €) aus der Änderung des anzuwendenden Zinssatzes von l,87% im Vorjahr auf l,78% zum Ende des Berichtsjahres.

Des Weiteren enthält das Zinsergebnis auch Gewinne und Verluste aus der Verzinsung bzw. aus Marktwertanpassungen des saldierungsfähigen Vermögens bezüglich der Pensionsverpflichtungen und der Altersteilzeitverpflichtungen. Im Berichtsjahr ergaben sich hieraus Verluste in Höhe von insgesamt 118.741 Tsd. € (Vorjahr: Gewinne in Höhe von 38.073 Tsd. €).

Die im Zinsergebnis ausgewiesenen Erträge aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen belaufen sich auf 553 Tsd. € (Vorjahr: 153 Tsd. €), während sich die Aufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen auf 353 Tsd. € (Vorjahr: 355 Tsd. €) belaufen.

Adjustiert man das Zinsergebnis um diese Effekte, ergibt sich für das Berichtsjahr ein bereinigtes positives Zinsergebnis in Höhe von 1.402 Tsd. € (Vorjahr: 1.711 Tsd. €).

29. Steuern

Aufgrund des zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, im Geschäftsjahr 2011 geschlossenen Gewinnabführungsvertrages resultiert ein Teil des für das Berichtsjahr ausgewiesenen Steueraufwands aus einer Steuerumlage durch die zuletzt genannte Gesellschaft in Höhe von 25.686 Tsd. € (Vorjahr: 48.380 Tsd. €).

30. Ergebnisübernahme aufgrund Gewinnabführungsvertrag

Der Jahresüberschuss vor Ergebnisübernahme beläuft sich im Berichtsjahr auf 78.720 Tsd. € (Vorjahr: 212.247 Tsd. €). Infolge des zwischen der ABB AG und der ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, bestehenden Gewinnabführungsvertrags werden insgesamt 80.341 Tsd. € (Vorjahr: 99.064 Tsd. €) an die ABB Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Mannheim, abgeführt.

Der verbleibende Jahresfehlbetrag nach Ergebnisabführung in Höhe von -1.621 Tsd. € (Vorjahr: Jahresüberschuss nach Ergebnisabführung von 113.183 Tsd. €) entfällt auf die Ergebnisse solcher Konzerngesellschaften, deren Ergebnisse thesauriert werden, auf ergebniswirksame Konsolidierungseffekte sowie auf Ergebnisanteile, die einer Ausschüttungs- bzw. Abführungssperre unterlagen. Wir verweisen diesbezüglich auf die Erläuterungen zu Ziffer 8 dieses Anhangs.

31. Honorare und sonstige Vergütungen für Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die Prüfungshonorare und sonstigen Vergütungen für Dienstleistungen unseres Abschlussprüfers KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, betrugen im Berichtsjahr:

in Tsd. € 2022 2021
Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 1.008 790
Honorar für andere Bestätigungsleistungen 20 33
Gesamthonorar 1.028 823

32. Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Vergütung an den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2022 betrug 313 Tsd. €.

Die Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2022 betrugen insgesamt 1.435 Tsd. €. Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 5.251 Tsd. €.

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der ABB AG und ihren Hinterbliebenen waren zum Berichtsjahresende insgesamt 69.648 Tsd. € zurückgestellt worden.

33. Verzicht auf die Offenlegung der Jahresabschlüsse gemäß § 264 III HGB

Nachfolgende vollkonsolidierte inländische Tochtergesellschaften haben die gemäß § 264 III HGB erforderlichen Bedingungen erfüllt und sind deshalb von der Offenlegung ihrer Jahresabschlussunterlagen befreit:

Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid

ABB Patent GmbH, Ladenburg

ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg

ABB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mannheim

34. Nachtragsbericht

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2022 ergaben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ABB AG und ihrer Beteiligungsgesellschaften.

Mannheim, den 31. März 2023

Der Vorstand

Ochsner

Zumkeller

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ABB AG, Mannheim

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ABB AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzernsegmentberichterstattung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden „zusammengefasster Lagebericht“) der ABB AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Die im Abschnitt „Sonstige Informationen“ unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und AktG und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt „Sonstige Informationen“ genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die auf S. 2 f. des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und AktG in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Mannheim, den 31. März 2023

**KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

gez. Isele, Wirtschaftsprüfer

gez. Altiner, Wirtschaftsprüfer

Fünfjahresübersicht

Bilanz

in Mio. € 2022 2021 2020 2019 2018
Immaterielle Vermögensgegenstände 8 10 12 15 21
Sachanlagen 332 254 234 236 284
Finanzanlagen - 6 6 6 15
Summe Anlagevermögen 340 270 252 257 320
Vorräte einschließlich geleistete Anzahlungen 626 568 700 921 1.433
Verrechnete Kundenanzahlungen -230 -231 -347 -553 -806
\= Summe Vorräte (netto) 396 337 353 368 627
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 496 487 494 411 545
Flüssige Mittel inklusive Kredite an verbundene Unternehmen 894 896 642 1.026 663
Sonstige Aktiva* 103 135 174 230 161
Summe Umlaufvermögen 1.889 1.855 1.663 2.035 1.996
Bilanzsumme 2.229 2.125 1.915 2.292 2.316
Gezeichnetes Kapital 168 168 168 168 168
Rücklagen (inklusive Fremdanteile) 399 291 229 22 169
Konzerngewinn/-verlust (inklusive Fremdanteile) 63 172 121 368 321
Summe Eigenkapital 630 631 518 558 658
Rückstellungen für Pensionen 395 206 150 132 183
Übrige Rückstellungen 487 559 592 469 605
Summe Rückstellungen 882 765 742 601 788
Erhaltene Anzahlungen 95 66 95 174 389
Sonstige Passiva** 622 663 560 959 481
Bilanzsumme 2.229 2.125 1.915 2.292 2.316
Finanzmittelbestand 894 896 642 1.026 663
Finanzschulden 213 288 194 618 53
Nettoliquidität 681 608 448 408 610

* Inklusive Rechnungsabgrenzungsposten und Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

** Inklusive Sonderposten aus Investitionszulagen

Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € 2022 2021 2020 2019 2018
Gesamtleistung 3.139 2.997 2.824 3.047 3.367
Materialaufwand -1.528 -1.404 -1.353 -1.451 -1.629
Personalaufwand -714 -716 -694 -728 -818
Abschreibungen -43 -39 -41 -49 -54
Übrige Aufwendungen ./. übrige Erträge -750 -561 -594 -562 -822
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -26 -65 -73 -78 -30
Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Ergebnisübernahme 78 212 69 179 14
Auf Grund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne -80 -99 -110 -134 -5
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -2 113 -41 45 9
Auftragseingang
Inland 1.795 1.763 1.620 1.829 1.741
Ausland 1.120 1.049 1.055 1.017 1.558
Summe 2.915 2.812 2.675 2.846 3.299
Auslandsanteil 38% 37% 39% 36% 47%
Umsatz
Inland 1.710 1.689 1.638 1.615 1.644
Ausland 1.265 1.288 1.324 1.369 1.491
Summe 2.975 2.977 2.962 2.984 3.135
Auslandsanteil 43% 43% 45% 46% 48%
Investitionen in Sachanlagen* 139 69 53 59 49
Abschreibungen auf Sachanlagen* -43 -39 -41 -49 -54
Mitarbeiter (jeweils am 31.12.) 7.667 7.759 7.953 8.135 10.182

* Inklusive immaterielle Vermögensgegenstände

Impressum

Herausgeber

ABB AG

Unternehmenskommunikation

Postfach 10 01 64

68001 Mannheim

Gestaltung:

RiegerDesign, Heidelberg

ABB weltweit auf einen Blick

ABB Ltd, Konzern, Zürich/Schweiz

in Mio. US-Dollar* 31.12.2022** 31.12.2021**
Auftragseingang 33.988 31.868
Umsatz und übrige Betriebserlöse 29.446 28.945
Operatives EBITA 4.510 4.122
Gewinn aus weitergeführten Aktivitäten, vor Steuern und Minderheitsanteilen 2.637 4.730
Konzerngewinn 2.475 4.546
Eigenkapital (ohne Minderheiten) 12.777 15.579
Bilanzsumme 39.148 40.260
Mitarbeitende (circa) 105.000 105.000
Segmentergebnisse (Operatives EBITA)
Elektrifizierung 2.328 2.121
Robotik & Fertigungsautomation 340 355
Prozessautomation 848 801
Antriebstechnik 1.163 1.183
Konzern und Übrige -169 -338

* Die Abschlüsse wurden nach U.S. Generally Accepted Accounting Principles (U.S. GAAP) erstellt.

** Vorläufige Zahlen gemäß Bilanzveröffentlichung der ABB Ltd, Zürich/Schweiz vom 01. Februar 2023