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KHD Humboldt Wedag International AG

Annual / Quarterly Financial Statement Apr 27, 2010

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Annual / Quarterly Financial Statement

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KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG

Köln

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009

KONZERNABSCHLUSS für das Geschäftsjahr 2009

(International Financial Reporting Standards)

Inhalt

1. Konzernlagebericht der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG 2009

2. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

3. Konzern-Gesamtergebnisrechnung der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

4. Konzernbilanz der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG zum 31. Dezember 2009

5. Konzernkapitalflussrechnung der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

6. Eigenkapitalentwicklung im Konzern der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG im Geschäftsjahr 2009

7. Anhang zum Konzernabschluss der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

Abkürzungsverzeichnis

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HW Humboldt Wedag GmbH, Köln
KHD KHD Humboldt Wedag GmbH, Köln
CMT HUMBOLDT WEDAG Coal & Minerals Technology GmbH, Köln
KHD ID KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG, Köln
KIA KHD Humboldt Wedag International GmbH, Wien, Österreich
KHD Ltd. KHD Humboldt Wedag International Ltd., Vancouver, Kanada
AIP Altmark Industriepark AG, Arneburg
ZAB ZAB Zementanlagenbau GmbH Dessau, Dessau
ZABIS ZAB-Industrietechnik & Service GmbH, Dessau
HWUS Humboldt Wedag Inc., Norcross (Georgia), USA
HWAUS Humboldt Wedag Australia Pty. Ltd, Braeside, Victoria, Australien
HWIN Humboldt Wedag India Private Limited, New Delhi, Indien
Blake Blake International Ltd., Road Town, Tortola, British Virgin Islands
KIS KHD Humboldt Wedag Industrial Services AG, Köln
KHD SM KHD Sales & Marketing Ltd., Hong Kong
KHD UAE KHD Humboldt Wedag International FZE, Ras Al Khaimah, Vereinigte Arabische Emirate
MFC Corporate Services MFC Corporate Services AG, Herisau, Schweiz
RZB Raiffeisen Zentralbank, Wien, Österreich

1 Konzernlagebericht der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG 2009

1.1 Der Konzern

Die KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG, Köln (KHD ID), hält in ihrer Eigenschaft als verwaltende Konzernholding 100% an der KHD Humboldt Wedag GmbH, Köln (KHD). Die Tochtergesellschaften der KHD, die Humboldt Wedag GmbH, Köln (HW) und die über die ZAB Zementanlagenbau GmbH Dessau, Dessau (ZAB) gehaltenen 100%-igen Anteile an der ZAB Industrietechnik & Service GmbH, Dessau (ZABIS) konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf das Geschäftsfeld Industrieanlagenbau. Bei der ZAB und der KHD handelt es sich um Zwischenholdings.

Neben der HW hält die KHD eine 100%-ige Beteiligung an der ZAB Zementanlagenbau GmbH Dessau, Dessau (ZAB).

Gemäß notariell beurkundeten Verschmelzungsvertrag vom 6. Januar 2010 soll die ZABIS als 100%-ige Beteiligung zum 1. Januar 2010 auf die ZAB verschmolzen werden. Die HW ist mit 100,0% an der Blake beteiligt, deren Aktiva zum 31. Dezember 2009 im Wesentlichen aus der Beteiligung an der KHD Humboldt Wedag Industrial Services AG, Köln (KIS) in Höhe von 75,04% besteht. Die HW ist außerdem zum 31. Dezember 2009 direkt mit 13,31% an der KIS beteiligt. Die Gesellschaft konzentriert sich neben der Verwaltung ihres eigenen Vermögens auf das Geschäftsfeld Industrieanlagenbau.

Gegenstand des Konzerns ist die Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Industrieanlagen und Maschinen aller Art sowie die Erbringung sonstiger damit verwandter technischer und kaufmännischer Dienstleistungen. Das Leistungsprogramm umfasst Verfahrenstechnik, Engineering, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von Anlagen, Maschinensystemen und Komponenten im Bereich Zementanlagenbau. Die operativ tätigen Konzernunternehmen leisten zudem einen umfassenden After Sales Service. Die KHD ID ist selbst eine Tochtergesellschaft der KHD Humboldt Wedag International Ltd., Vancouver, Kanada (KHD Ltd.). Die KHD Ltd. ist an der New York Stock Exchange gelistet. Eine Übersicht zu den Tochtergesellschaften ist im Anhang zum Konzernabschluss unter Punkt 2. erläutert.

Die Treasury-Funktion wird für alle operativen Gesellschaften des Konzerns von der Konzernschwestergesellschaft KHD Humboldt Wedag International GmbH, Wien, Österreich (KIA) wahrgenommen.

Der Konzern wird im Folgenden auch bezeichnet als „KHD ID-Gruppe” oder „KHD ID Konzern”.

1.2 Wichtige Vorgänge im Geschäftsjahr

Restrukturierungsmaßnahmen:

Der Konzern hat mit Wirkung zum 7. Oktober 2009 die Aktivitäten im Geschäftsbereich Coal & Minerals aufgegeben und in diesem Zusammenhang die Anteile an der HUM-BOLDT WEDAG Coal & Minerals Technology GmbH, Köln (CMT) an einen indischen Erwerber veräußert.

Mit Wirkung zum 7. Oktober 2009 wurde der Fertigungsbetrieb in Köln-Kalk an denselben indischen Erwerber veräußert. Ziel hierbei war die Konzentration der Aktivitäten des Kon-zerns auf die Erbringung von Engineering-Leistungen sowie eine Reduktion der Kostenbasis zur Risikominimierung. Die Mitarbeiter sind im Zuge des Verkaufs nach § 613a BGB auf den Erwerber übergegangen. Laufende Aufträge des Konzerns werden durch den neuen Eigentümer abgearbeitet. Der Konzern hat sich grundsätzlich die Möglichkeit vorbehalten, auch fortan Fertigungsaufträge durch den Erwerber durchführen zu lassen.

Betriebsvereinbarungen zur Kapazitätsanpassung:

Mit Datum vom 11. September 2009 hat die HW mit dem Betriebsrat eine „Rahmenregelung zur Kapazitätsanpassung” vereinbart. Dabei wird von einer Überkapazität von bis zu 80 Mitarbeitern, basierend auf dem Personalstand vom 30. November 2008, ausgegangen. In der Vereinbarung ist festgelegt, dass betriebsbedingte Kündigungen mit Wirkung zum 30. August 2010 ausgesprochen werden können. Der dafür erforderliche Interessenausgleich soll im April 2010 zwischen den Betriebsparteien verhandelt werden. Die dafür erforderlichen Termine sowie die Dauer der Verhandlungen, der anzuwendende Sozialplan und der Vorsitzende einer möglichen Einigungsstelle sind bereits seit September 2009 fest vereinbart worden. Die für 12 Monate beantragte Kurzarbeit wurde durch die Bundesagentur für Arbeit genehmigt. Ab Beginn des Geschäftsjahres 2010 wird die Auslastungs- und Auftragseingangssituation im Hinblick auf die Erfordernis der Personalanpassung laufend überprüft.

In 2008 waren für den Sozialplan insgesamt rd. Mio. € 9,7 zurückgestellt worden. Für den Sozialplan, der zum 31. Dezember 2009 nach dem unterjährigen Verkauf der Fertigung nur noch den Engineering-Bereich betrifft, sind unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Fluktuation, dem Nicht-Ersatz von ausscheidenden Mitarbeitern und der Neukalkulation der zu erwartenden Aufwendungen € 5,5 Mio. zurückgestellt worden.

Stornierte oder verschobene Verträge:

Schon im 4. Quartal des Jahres 2008 hatte sich abgezeichnet, dass mehrere laufende Verträge kundenseitig komplett oder in Teilen nicht mehr abgenommen oder aber sich in der weiteren Abwicklung stark verzögern werden. Einige Zementhersteller waren aufgrund des starken Nachfrage-und Preisrückgangs in finanzielle Schwierigkeiten und eine starke Unterauslastungssituation geraten. Diese Entwicklungen haben sich im Berichtsjahr in reduziertem Umfang fortgesetzt. In 2009 musste der Auftragsbestand um weitere € 62 Mio. bereinigt werden. Zum Ende des Jahres 2009 hat sich die Risikoeinschätzung bei den kritischen Aufträgen zum Teil verbessert dargestellt. Die Ergebnisverbesserung beträgt € 5,4 Mio.

Veräußerung/Bewertung Tochtergesellschaften:

Wie in den Vorjahren berichtet, hat die KIA zum 31. Dezember 2005 die Humboldt Wedag Inc., USA, die Humboldt Wedag (S.A.) (Pty) Ltd., Südafrika, die Humboldt Wedag India Private Limited, Indien, die Humboldt Wedag Australia Pty Ltd., Australien, und die EKOF Flotation GmbH, Bochum, von der KHD erworben.

Die vereinbarte Bewertung zum „Fair Market Value” wurde im Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2006 durch eine als externer Gutachter beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt. Die Bewertung der Anteile an den veräußerten Gesellschaften erfolgte in Anlehnung an die Regeln des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW S1). Auf Basis des vorliegenden Gutachtens haben sich die Parteien im Purchase Settlement Agreement vom 21. Dezember 2006 auf einen Kaufpreis von T€ 12.200 geeinigt.

Im Geschäftsjahr 2007 wurde ein weiteres Gutachten nebst ergänzender Stellungnahme durch eine als externer Gutachter beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Absicherung des Kaufpreises in Auftrag gegeben. Die Bewertung der Anteile erfolgte im Rahmen dieses Gutachtens ebenfalls nach den Regeln des IDW S1. Im Ergebnis der vorbezeichneten gutachterlichen Bewertungen wurde der zwischen den Parteien vereinbarte Kaufpreis in Höhe von T€ 12.200 bestätigt.

Darüber hinaus erhält die KHD, wie im Kaufvertrag vereinbart, einen Anteil von 30% an den Gewinnen der Jahre 2006 bis 2010 der veräußerten Gesellschaften, soweit diese Gewinne eine Kapitalrentabilität von 18,75% in Bezug auf das Konzerneigenkapital der KHD Ltd. übersteigen. Für die Geschäftsjahre 2006 bis 2008 ist die notwendige Kapitalrentabilität nicht erreicht worden. Eine Berechnung und gegebenenfalls Bilanzierung des Anspruchs für das Geschäftsjahr 2009 wird in 2010 erfolgen.

Aktionärsklage („Einlagenrückgewähr”):

Aktionäre haben gegen die Gesellschaft Klage auf Feststellung der Nichtigkeit, hilfsweise auf Feststellung der Unwirksamkeit der festgestellten Jahresabschlüsse der Gesellschaft zum 31. Dezember 2002 und 31. Dezember 2003 sowie Nichtigkeits-, hilfsweise Anfechtungsklage, gegen die auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. September 2004 gefassten Beschlüsse, den Mitgliedern des Vorstandes sowie drei Mitgliedern des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2003 Entlastung zu erteilen, erhoben.

Gegenstand der Klagen waren Gebühren in Höhe von T€ 1.206 („Platzierungsgebühr”) sowie in Höhe von T€ 1.914 („Merchant Banking Fee”), die die KHD ID der MFC Corporate Services AG, Herisau, Schweiz (vormals MFC Merchant Bank S.A.) Ende 2002 für die Platzierung der Kapitalerhöhung im Dezember 2002 und die Erbringung von Merchant Bank Leistungen bezahlt hat. Diese Zahlungen, so die Kläger, seien als Einlagenrückgewähr unzulässig gewesen, die besagten Posten der Jahresabschlüsse seien unterbewertet, da ein entsprechender Rückforderungsanspruch nicht eingebucht worden sei.

Die Gesellschaft hatte bereits in den Vorjahresabschlüssen auf Basis des Landgerichtsurteils eine Forderung gegen die MFC Corporate Services AG über den Betrag der „Merchant Banking Fee” (T€ 1.914) ergebniswirksam eingebucht und diese Forderung gegenüber der MFC Corporate Services AG mit Schreiben vom 16. Februar 2006 geltend gemacht. Das Urteil betrifft nicht die Platzierungsgebühr.

Im Hinblick auf die von der MFC Corporate Services AG detailliert nachgewiesenen tatsächlichen Aufwendungen in Höhe von T€ 1.976 im Zusammenhang mit den Leistungen für die KHD ID im Rahmen des Merchant Banking Agreements hat die Gesellschaft ebenfalls bereits im Vorjahresabschluss eine entsprechende Verbindlichkeit passiviert, für den Fall, dass bei einer endgültigen Inanspruchnahme durch die KHD ID die MFC Corporate Services AG ihrerseits einen Erstattungsanspruch für die ihr entstandenen Aufwendungen geltend macht.

Das Landgericht hat den Klagen mit Urteil vom 04. November 2005 stattgegeben. Die KHD ID hat gegen dieses Urteil frist- und formgerecht Berufung eingelegt.

Eine der Klagen wurde zwischenzeitlich zurückgenommen. Die Gesellschaft geht im Hinblick auf die noch anhängige Klage davon aus, dass ihre Berufung nach wie vor begründete Aussicht auf Erfolg hat. Die Entscheidung hierzu steht aufgrund einer Vielzahl von Terminverlegungen derzeit noch aus.

Aktionärsklage („Bewertung der veräußerten Gesellschaften”):

Im Zusammenhang mit der Bewertung der veräußerten Gesellschaften (vgl. hierzu obige Ausführungen) wurde der KHD ID mit Datum vom 27. Februar 2007 die Klageschrift eines Aktionärs zugestellt. Die Klage ist gerichtet auf die Feststellung der Nichtigkeit des festgestellten Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2005 und der Beschlüsse zur Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Auch im Ergebnis einer zwischenzeitlich durchgeführten mündlichen Verhandlung haben sich am Sach- und Streitstand keine Veränderungen ergeben. Mit Entscheidung des Landgerichts vom 27. Oktober 2008 wurde der Rechtsstreit bis zur rechtskräftigen Entscheidung eines Parallelverfahrens ausgesetzt. In diesem Parallelverfahren hat die KHD ID, nachdem sie vor dem Landgericht Köln unterlegen war, in vollem Umfang mit Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom 09. Juli 2009 obsiegt. Zwischenzeitlich hat der Kläger und Berufungsbeklagte insoweit Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt. Die KHD ID geht unverändert davon aus, dass sie in dem zwischenzeitlich eingeleiteten Revisionsverfahren obsiegen wird. Die Gesellschaft hält daher an ihrem Antrag auf Klageabweisung fest, weil sie nach wie vor davon ausgeht, dass die Klagen unbegründet, weil unsubstantiiert sind.

Aktionärsantrag auf Bestellung eines Sonderprüfers:

Im Zusammenhang mit der Bewertung der fünf veräußerten Gesellschaften in 2005/ 2006 hat ein Investmentfonds als Aktionär der KHD ID beantragt, die Bestellung des Sonderprüfers Dr. Klaus Lippmann zur Prüfung von Vorgängen bei der Geschäftsführung von Vorstand und Aufsichtsrat im Zusammenhang der Veräußerung der Gesellschaften in 2005/ 2006 anzuordnen. Mit Beschluss des Landgerichts Köln vom 06. November 2009 hat das Landgericht dem Antrag stattgegeben. Auf die sofortige Beschwerde der KHD ID vom 23. November 2009 hat das Oberlandesgericht Köln mit Beschluss vom 07. Dezember 2009 entschieden, die Vollziehung des Beschlusses des Landgerichts Köln vom 06. November 2009, bis zu einer Entscheidung über die sofortige Beschwerde der KHD ID, auszusetzen.

1.3 Lage des Konzerns

Im Geschäftsjahr 2009 hat sich die Auftragseingangssituation deutlich verschlechtert. Über einen schwachen Auftragseingang hinaus musste der Auftragsbestand aufgrund von kundenseitigen Stornierungen nach unten korrigiert werden.

Aufgrund der Langfristigkeit der Auftragsabwicklung wurde dennoch aus dem Auftragsbestand heraus eine Steigerung von Umsatz und Ergebnis erzielt.

Vermögenslage:

Das Vermögen des Konzerns ist mit € 430 Mio. gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte sind um rd. € 20 Mio. auf € 55,9 Mio. zurückgegangen. Unter dieser Position werden im Wesentlichen die an die KIA ausgereichten Darlehen, die im Berichtsjahr um € 22,1 Mio. reduziert worden sind, ausgewiesen.

Die Summe der Zahlungsmittel und der Forderungen aus Ausleihungen an die KIA beträgt € 273 Mio., was einem Anteil von 63% an der Bilanzsumme entspricht.

Auf der Passivseite ist das Eigenkapital durch den Jahresüberschuss in Höhe von € 37,1 Mio. gestiegen. Es beträgt nunmehr € 169,7 Mio. (Vorjahr: € 132,6 Mio.). Die Eigenkapitalquote im Konzern hat sich von 30,8% im Vorjahr auf 39,4% in 2009 deutlich erhöht.

Die langfristigen Schulden sind um € 7,7 Mio. gestiegen; wesentlich bedingt durch die Erhöhung der passiven latenten Steuern von € 5,4 Mio. auf € 10,0 Mio. Die gestiegenen passiven latenten Steuern sind im Wesentlichen auf die Umsatzrealisation gemäß der Percentage-of-Completion-Methode zurückzuführen.

Bei den kurzfristigen Schulden sind die Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen durch eine deutliche Verminderung der erhaltenen Kundenanzahlungen von € 117 Mio. um € 66 Mio. auf € 51 Mio. gesunken. Demgegenüber sind die Rückstellungen um insgesamt € 11,4 Mio. gestiegen. Dies beruht im Wesentlichen auf einer Erhöhung der auftragsbezogenen Rückstellungen. Im Saldo sind die kurzfristigen Schulden um € 43,8 Mio. gesunken.

Ertragslage:

Der starke Einbruch der Zementmärkte in 2009 hat sich noch nicht in der Ertragslage des Konzerns ausgewirkt. Die Ertragslage des Vorjahres war durch hohe Risikovorsorgen geprägt, die im Laufe des Jahres 2009 teilweise reduziert werden konnten.

Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 6% auf € 360 Mio. (Vorjahr: € 339 Mio.) angestiegen. Die Umsätze werden dabei weit überwiegend aus der Abwicklung der im Bestand befindlichen Aufträge und dem entsprechenden Projektfortschritt nach der Percentage-of-Completion-Methode generiert.

Nach Abzug der Herstellungskosten verbleibt ein Bruttoergebnis vom Umsatz von € 59,7 Mio., der in Relation zum Umsatz eine Bruttomarge von 16,6% darstellt. Die Bruttomarge liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres (16,3%).

Mehrere positive Einflussfaktoren außerhalb des Bruttoergebnisses vom Umsatz haben zu einer Erhöhung des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr geführt.

a) Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 mussten für mehrere stornierte oder verschobene Aufträge Risikovorsorgen von insgesamt € 15,7 Mio. getroffen werden. Die in 2008 gebildeten Wertminderungen konnten zum Ende des Jahres 2009 in Zusammenhang mit stornierten Aufträgen teilweise verringert werden. Dazu hat die Rücknahmevon Risikovorsorgen für einen größeren Auftrag in Indien beigetragen. Ende 2008 führte die Einschätzung der Situation des Auftrags zur Wertberichtigung von Forderungen, zur Abwertung von Lagerbeständen und Rückstellungen für weitere nicht gedeckte Kosten. Nachdem eine vertragliche Regelung zur Fortsetzung des Auftrags vereinbart und einegesicherte Finanzierung kundenseits beigebracht wurde, hat der Konzern die im Vorjahrgebildeten Risikovorsorgen insoweit aufgelöst, was zu einem positiven Ergebniseffekt in Höhe von € 8,3 Mio. führte.

b) Der Verkauf der Fertigungsstätte und der Anteile an der HW Coal & Minerals Technology GmbH an einen indischen Erwerber führten zu sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von € 2,0 Mio.

c) In 2008 waren für den Sozialplan insgesamt rd. Mio. € 9,7 zurückgestellt worden. Für den Sozialplan, der zum 31. Dezember 2009 nach dem unterjährigen Verkauf der Fertigung nur noch den Engineering-Bereich betrifft, ist unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Fluktuation, dem Nicht-Ersatz von ausscheidenden Mitarbeitern und der Neukalkulation der zu erwartenden Aufwendungen zum 31. Dezember 2009 eine Rückstellung in Höhe von € 5,5 Mio. ausgewiesen. Die Ertragslage des Konzerns wurde durch die Anpassung der Restrukturierungsrückstellung positiv in Höhe von € 3,8 Mio. positiv beeinflusst.

d) Das Finanzergebnis liegt mit rd. € 4,0 Mio. um € 2,0 Mio. über dem Vorjahr.

Dabei war das Vorjahr geprägt durch hohe Abschreibungen auf Wertpapiere infolge desstarken Einbruchs der Aktienmärkte (€ -8,4 Mio.). In 2009 konnten dagegen Wertaufholungen in Höhe von € 1,7 Mio. als Ertrag verbucht werden.

Die Zinserträge für die liquiden Mittel des Konzerns sind aufgrund des stark gesunkenen Zinsniveaus von € 9,7 Mio. auf € 3,7 Mio. gefallen.

e) Die Ertragsteuern sind aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren steuerlichen Einkommens gestiegen.

Der Jahresüberschuss erreicht mit € 37,1 Mio. eine Rendite in Bezug zum Umsatz von 10,2%, wobei die beschriebenen Einflussfaktoren zu berücksichtigen sind. Im Vorjahr lagdiese Rendite aufgrund der zahlreichen Sonderbelastungen noch bei 4,5%.

Finanzlage:

Der Finanzmittelfonds ist im Vergleich zum Vorjahr um € 22 Mio. auf € 225 Mio. gestiegen.

Der Anstieg des Finanzmittelfonds ergibt sich im Wesentlichen aus der Rückzahlung von Ausleihungen an die KIA, die sich um € 22,1 Mio. verringert haben.

Nach dem derzeitigen Stand der Planungen können mit dem vorhandenen Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2009 die erwarteten finanziellen Verpflichtungen in 2010 und 2011 erfüllt werden.

1.4 Geschäftsverlauf

Das operative Geschäft des Konzerns wird durch die Gesellschaften HW, ZABIS sowie KIS durchgeführt.

Branchenentwicklung:

Die Entwicklung der Zementmärkte in 2009 ist durch die weltweit schwerste Rezession der letzten Jahrzehnte gekennzeichnet. Die Zementindustrie musste sich nach einer außerordentlichen Boomphase, die im 4. Quartal 2008 abrupt beendet wurde, auf eine deutlich sinkende Nachfrage einstellen. In globaler Hinsicht zeigt sich wie schon in den vergangenen Jahren die Ausnahmestellung des chinesischen Marktes: dort wurde für das Jahr 2009 eine Steigerung des Verbrauchs in einer Größenordnung von 15% erreicht. Der Anteil Chinas am Weltverbrauch beträgt in 2009 53%. Während für die Schwellenländer ein Verbrauchsrückgang von rd. 1% geschätzt wird, lag in 2009 der Nachfragerückgang in den entwickelten Ländern bei fast 14%. Die Zementindustrie hat in Erwartung von deutlichen Nachfrageeinbrüchen und Preisverfall zahlreiche Investitionsvorhaben - auch laufendeabrupt gestoppt. Die Ausrüstungslieferanten wurden mit Stornierungen und Verschiebungen von Aufträgen konfrontiert und mussten nun ihrerseits die Anpassung der Kapazitäten an den zu erwartenden Rückgang der Auslastung einleiten. In der zweiten Hälfte des Jahres 2009 hat sich eine leichte Erholung abgezeichnet. Für die nächsten Jahre kann mit einem weltweiten Anstieg des Zementverbrauchs gerechnet werden. Bis 2013 kann die Zementindustrie von einem globalen jährlichen Verbrauchswachstum von 4% ausgehen (Quelle: One Stone Report). Das Wachstum wirddabei nicht mehr überwiegend von China, sondern stärker von anderen Ländern, wie z.B. Indien und Russland, getragen, in denen die HW einen guten Marktanteil hat.

Mit einer deutlichen Erholung der Märkte insgesamt kann jedoch nur auf längere Sicht gerechnet werden.

Auftragseingang:

Die Zementproduktion und in der unmittelbaren Folge der Markt für die Ausrüstungslieferanten der Zementhersteller war im 4. Quartal 2008 abrupt eingebrochen. Die Marktlage hat sich in 2009 noch nicht entscheidend verbessert, es sind jedoch erste Zeichen einer Markterholung erkennbar.

Während der Vorjahreswert noch bei € 374 Mio. lag, ist der Auftragseingang in 2009 auf € 120 Mio. zurückgefallen.

Darüber hinaus musste der Auftragsbestand aufgrund von Stornierungen von Aufträgen, die schon in 2008 gebucht worden waren, um € 62 Mio. reduziert werden. Dies führt zu einem rechnerischen Auftragseingang von € 58 Mio. Bei einem dieser Aufträge zeichnet sich eine Fortführung des Auftrags ab, so dass voraussichtlich € 19 Mio. in 2010 wieder als Auftragseingang erfasst werden können.

Umsatz und Auftragsbestand:

Die Umsatzentwicklung des Jahres 2009 ist nicht von den niedrigen Auftragseingängenbetroffen. Mit einem Umsatz im Konzern in Höhe von € 360 Mio. (Vorjahr: € 339 Mio.) wurde der gute Vorjahreswert nochmals übertroffen.

Die größten Beiträge zu diesem Umsatz kommen aus Aufträgen aus dem russischen und dem osteuropäischen Markt sowie aus dem Nahen Osten.

Der Auftragsbestand des Konzerns ist durch die niedrigen Auftragseingänge und diegleichzeitig hohen Umsätze von € 530 Mio. auf nunmehr € 213 Mio. starkzurückgegangen.

Investitionen:

Die Investitionen des Jahres 2009 erreichen eine Höhe von € 0,7 Mio. Wie in den Vorjahren lag der Schwerpunkt auf den IT-Investitionen.

Finanzierung:

Der Konzern betreibt unverändert eine systematische Minimierung aller mit der komplexen Finanzierungsstruktur verbundenen Risiken.

Grundsätzlich werden zu diesem Zweck alle Geschäfte durch Ausfuhrgewährleistungen des Bundes gegen Fabrikations- und Ausfuhrrisiken versichert, soweit diese Risiken nicht durch anderweitige Sicherheiten, wie z.B. bestätigte Akkreditive, eliminiert werden könen. Das Ausfallrisiko wird dadurch stark minimiert.

Ziel der Projektfinanzierung ist es, Aufträge möglichst zu „self liquidating”-Konditionen hereinzuholen, d.h. dass der Projekt-Cash Flow den Projektaufwand überdeckt.

Die Verträge werden überwiegend in EURO abgeschlossen. Zur Absicherung von Währungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte.

Forschung und Entwicklung:

Die F&E-Aktivitäten werden fast ausschließlich am Standort Köln durchgeführt. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen in 2009 bei € 3,1 Mio. (Vorjahr: € 2,8 Mio.).

Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten lag 2009 gleichermaßen auf den Gebieten Mahl- und Pyrotechnik sowie Prozessautomation.

In Bezug auf die Mahltechnik wurde die Rollenpressenbaureihe weiterentwickelt und ergänzt durch den Ausbau des Komplettmahlsystems COMFLEX sowie unter Nutzung der neuen V-Sichter-Familie. Weitere Neuentwicklungen werden zu prozesstechnischen Verbesserungen mit Kostenvorteilen für unsere Kunden führen.

Im Pyrotechnikbereich lag der Schwerpunkt der Aktivitäten auf der Weiterentwicklung von Wärmetauschern, Feuerungstechnik und der Pyrofloor Kühlerfamilie insgesamt. Die Prozessautomation fokussierte sich auf die Entwicklung und Optimierung neuer Steuerungssequenzen für einzelne Produkte wie auch des Gesamtprozesses.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Erarbeitung neuer Produktstrategien, die den überwiegend ökologisch geprägten Zukunftsthemen, wie etwa Energieeffizienz und Emissionsreduktion, aber auch der Produktstandardisierung Rechnung tragen.

1.5 Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Der Konzern unterliegt den spezifischen Risiken dieser Branche. Diese bestehen insbesondere in den komplexen technischen und logistischen Problemen der Planung, Fertigung und Inbetriebnahme im Rahmen der Einzelfertigung, aber auch in den kaufmännischen und finanziellen Besonderheiten der ausländischen Märkte mit ihren jeweiligen Länderrisiken.

Zur frühzeitigen Erkennung von strategischen Risiken werden alle verfügbaren internen und externen Informationsquellen ausgewertet. Insbesondere die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft wird durch die Ressourcen der KHD Ltd. unterstützt. Seit Mitte des Jahres 2009 werden die Aktivitäten zur Erfassung, Bewertung und Minimierung der Risiken zusätzlich von einem erfahrenen Risk Manager durchgeführt.

Der Konzern setzt zahlreiche operative Führungs- und Informationsinstrumente ein, um die Aufträge von der Angebotsphase bis zur operativen Abwicklung umfassend zu überwachen. Dies beinhaltet sowohl technische als auch die kaufmännischen Aspekte der Aufträge.

Da die Aktien der KHD Ltd. an der New York Stock Exchange notiert sind, müssen alle wesentlichen Konzerngesellschaften, auch die ausländischen, die US-amerikanischen Vorschriften des Sarbanes-Oxley-Act beachten. Diese haben zum Ziel, die Zuverlässigkeit der gesamten finanziellen Berichterstattung durch strikte interne Kontrollen sicherzustellen. Die Konzerngesellschaften stellen die Einhaltung dieser Vorgaben durch interne und externe Prüfungen sicher.

Der Konzern ist bestimmten Preisänderungsrisiken, Ausfall- und Kredit-bzw. Liquiditätsrisiken ausgesetzt, die im Anhang zum Konzernabschluss näher erläutert werden. Währungsrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aufträgen werden durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten minimiert. Bei den übrigen Risiken unterliegt der Konzern den üblichen Marktrisiken.

Das Risiko der Nichtigkeit der Jahresabschlüsse 2002 bis 2005 ergibt sich aus den beschriebenen Aktionärsklagen.

Für das Geschäftsjahr 2010 rechnen wir nach heutigem Planungsstand mit einem Umsatz in der Größenordnung von rd. € 240 Mio. Der Planumsatz 2010 kommt noch zu einem hohen Anteil aus dem Auftragsbestand, so dass die Umsatzprognose relativ sicher ist, falls es in der Auftragsabwicklung nicht zu Verzögerungen kommt. Bei einem erwarteten Auftragseingang von rund € 130 Mio. würde sich der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2010 auf rund € 103 Mio. belaufen. Das Ergebnis vor Steuern wird in 2010 nach unserer Einschätzung leicht positiv sein, da die Profitabilität der abgerechneten Aufträge nicht das Niveau des Jahres 2009 erreichen wird. Zudem können erhöhte Leerkosten das Ergebnis belasten.

Gemäß der Pressemitteilung des Board der KHD Ltd. vom 6. Januar 2010 soll der KHD Ltd.-Konzern in zwei rechtlich separate Teilkonzerne aufgespaltet werden. Die Auswirkungen der anstehenden Restrukturierung des KHD Ltd.-Konzerns auf die Kostenentwicklung sind wurden zur Zeit noch nicht planerisch verarbeitet.

Für 2011 ist nach dem derzeitigen Stand der Planung mit einem deutlichen Rückgang der Umsätze zu rechnen, der auch zu einem Jahresfehlbetrag führen könnte. Derzeit werden Umsatzerlöse in einer Größenordung von rund € 170 Mio. erwartet. Aufgrund der für das Jahr 2011 erwarteten Nachfrageerholung auf den globalen Zementmärkten wird mit einem Auftragseingang in einer Bandbreite von rund € 200 Mio. bis € 235 Mio. gerechnet.

Der Konzern reagiert mit Anpassungen der Kostenseite auf diese Situation. Rund 70% der nicht auftragsbezogenen Kosten des Konzerns sind Personalkosten, so dass nur über den Weg der Reduzierung der Personalkosten eine Verlustsituation vermieden werden kann. Die Kosten für diese Maßnahmen sind im vorliegenden Abschluss berücksichtigt. Zudem hat der Verkauf der Fertigung die Fixkostenbasis des Konzerns verringert, wodurch die Auswirkungen von Auslastungsrückgängen teilweise gemildert werden können.

Zur Zeit wird eine steuerliche Betriebsprüfung für die Jahre 2005 bis 2007 durchgeführt, die unter anderem die Verrechnungspreise im Leistungsaustausch zwischen der HW und verbundenen Unternehmen zum Gegenstand hat sowie die steuerliche Bewertung der zum 31. Dezember 2005 veräußerten internationalen Beteiligungen von der KHD an die KIA sowie die „Merchant Banking Fee”. Vergleiche die diesbezüglichen Ausführungen unter 1.2.

Nach dem derzeitigen Stand der Betriebsprüfung ist zur Zeit eine verlässliche Schätzung des steuerlichen Risikos der Höhe und der Fälligkeit nach als auch hinsichtlich der Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht möglich.

Im Rahmen der Betriebsprüfung liegt unter anderem eine Anfrage zur Vorlage einer Verrechnungspreisdokumentation gem. § 90 Abs. 3 Abgabenordnung („AO”) sowie der Gewinnabgrenzungsaufzeichnungsverordnung („GAufzV”) für die Geschäftsjahre 2005 bis 2007 über grenzüberschreitende Rechtsbeziehungen mit gesellschaftsrechtlich verbundenen Unternehmen vor. Eine Beantwortung dieser Anfrage ist nach derzeitigem Stand der Planungen nicht vor Ende Februar 2010 zu erwarten.

1.6 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

In einer Pressemitteilung des Boards der KHD Ltd. vom 6. Januar 2010 wurde bekannt gegeben, dass der KHD Ltd.-Konzern in zwei rechtlich separate Teilkonzerne aufgespaltet werden soll. Es ist geplant, dass ein Teilkonzern sämtliche Zementaktivitäten des heutigen Konzerns übernimmt. Diese sollen unter der Obergesellschaft des bisherigen deutschen Teilkonzerns, der KHD ID, zusammengefasst werden.

In diesem Zusammenhang sollen unter anderem die Anteile an den Gesellschaften HWIN, HWUS und HWAUS von der KIA an ein Unternehmen des KHD ID Konzerns veräußert werden. Die diesbezüglichen Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die bislang von der KIA erbrachten Dienstleistungen sollen voraussichtlich in Zukunft, einschließlich der bisher bei der KHD UAE angesiedelten Sales & Marketing-Aktivitäten, von dem KHD ID Konzern erbracht werden.

Aufgrund der geplanten Veränderung im Gesellschafterkreis sind die in Höhe von Mio. EUR 2,2 gebildeten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge gefährdet.

Die Anteile der Muttergesellschaft des neu gebildeten Konzerns sollen im geregelten Markt an der Frankfurter Börse notiert werden. Das Listing soll nach derzeitigem Stand der Planungen nicht vor März 2010 erfolgen.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, waren nicht zu verzeichnen.

1.7 Erklärung des Vorstandes über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Gemäß § 312 Abs. 1 AktG hat der Vorstand der KHD ID einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt.

Dazu erklärt der Vorstand:

Unsere Gesellschaft hat bei den aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.

Köln, den 5. Februar 2010

Der Vorstand

Alan Hartslief

Jouni Salo

2 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

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Anhang 2009

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2008

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Umsatzerlöse 3 360.295 339.099
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (300.635) (283.804)
Bruttoergebnis vom Umsatz 59.660 55.295
Sonstige betriebliche Erträge 21 9.038 1.917
Vertriebsaufwendungen (5.307) (7.082)
Verwaltungsaufwendungen (8.455) (8.447)
Sonstige Aufwendungen 22 (8.996) (8.544)
Restrukturierungsertrag/-aufwand 15 3.773 (9.755)
Finanzergebnis 23 3.952 1.978
Gewinn vor Steuern 53.665 25.362
Ertragsteueraufwand 24 (16.497) (10.134)
Jahresüberschuss 37.168 15.228
Davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens 37.102 15.276
Minderheitsgesellschafter 66 (48)
37.168 15.228

3 Konzern-Gesamtergebnisrechnung der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

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2009

T€
2008

T€
Jahresüberschuss 37.168 15.228
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 -53
Gesamtergebnis 37.168 15.175
Davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens 37.102 15.223
Minderheitsgesellschafter 66 -48
37.168 15.175

Ertragsteuern auf Währungsumrechnungsdifferenzen sind, wie im Vorjahr, nicht angefallen.

4 Konzernbilanz der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG zum 31. Dezember 2009

AKTIVA

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Anhang 31.12.2009

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31.12.2008

T€
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 4 1.526 2.624
Geschäfts- oder Firmenwert 5 2.127 2.127
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 5 316 445
Aktive latente Steuern 7 237 701
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 6 51.741 70.332
Summe langfristige Vermögenswerte 55.947 76.229
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 8 13.663 6.241
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 9 38.413 47.863
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Forderungen 6 49.387 43.482
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6 3.678 19.085
Geleistete Vorauszahlungen 26.235 29.052
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 10 5.260 3.565
Forderungen aus Ertragsteuern 11.461 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11 225.844 204.636
Summe kurzfristige Vermögenswerte 373.941 353.924
Aktiva Gesamt 429.888 430.153
PASSIVA
Anhang 31.12.2009

T€
31.12.2008

T€
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 33.142 33.142
Kapitalrücklage 1.776 1.776
Eigene Anteile (221) (221)
Währungsrücklage (53) (53)
Unverteilte Gewinne 134.428 97.319
169.072 131.963
Minderheitsgesellschafter 659 638
Summe Eigenkapital 12 169.731 132.601
Langfristige Schulden
Sonstige Verbindlichkeiten 16 7.558 5.994
Pensionsverpflichtungen 14 21.159 21.926
Passive latente Steuern 7 9.755 5.446
Rückstellungen 15 7.748 5.405
Summe langfristige Schulden 46.220 38.771
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 16 100.791 95.001
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16 4.914 6.107
Finanzschulden 13 3.552 1.167
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen 17, 9 51.136 117.466
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 10.970 6.592
Rückstellungen 15 42.574 32.448
Summe kurzfristige Schulden 213.937 258.781
Passiva Gesamt 429.888 430.153

5 Konzernkapitalflussrechnung der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

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2009

T€
2008

T€
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Jahresüberschuss 37.168 15.228
Erfolgswirksam erfasster Ertragsteueraufwand 16.497 10.134
Erfolgswirksam erfasstes Finanzergebnis (3.952) (1.978)
Ergebnis vor Steuern und Zinsen 49.713 23.384
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 1.087 1.104
Buchgewinn aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens (2.029) -
Abnahme/Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und finanzieller Vermögenswerte 7.102 (14.798)
Abnahme/Zunahme (-) der Vorräte und Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo (883) 1.822
Zunahme/Abnahme (-) geleisteter Anzahlungen und sonstiger finanzieller Vermögenswerte 944 (3.154)
Zunahme/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Verbindlichkeiten und der Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen (55.979) 26.983
Zuname/Abnahme (-) der Pensionsrückstellungen 55 (177)
Zunahme von Rückstellungen 12.597 19.975
Zahlungsmittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 12.607 55.139
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge 67 (2.562)
Erhaltene Dividenden 68 106
Gezahlte Zinsen - (82)
Gezahlte Ertragsteuern (17.200) (7.404)
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (4.458) 45.197
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Erhaltene Zinsen aus Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 650 2.108
Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte (112) (351)
Auszahlungen für Sachanlagen (616) (934)
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen 132 9
Einzahlungen aus dem Abgang von konsolidierten Gesellschaften und sonstigen Geschäftseinheiten abzüglich abgegebener Finanzmittel 2.642 -
Einnahmen aus Rückzahlungen langfristiger Forderungen 18.591 (14.763)
Cashflow aus Investitionstätigkeit 21.287 (13.931)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Erhaltene Zinsen 3.092 7.578
Zahlung für Aktienrückkäufe von Minderheitsgesellschaftern (45) (704)
Nettowert aus der Aufnahme und Rückzahlung von Darlehen 2.385 (238)
Veränderung von nicht disponiblen Mitteln 1.006 704
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 5.385 7.340
Zunahme des Finanzmittelfonds 22.214 38.606
Finanzmittelfonds zu Beginn des Jahres 202.969 164.310
Wechselkurseffekte - 53
Finanzmittelfonds am Ende des Jahres 225.183 202.969
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds 31.12.2009

T€
31.12.2008

T€
Bankguthaben und Kassenbestand 91.210 18.770
Kurzfristige Bankeinlagen 134.634 185.866
Summe der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 225.844 204.636
Verfügungsbeschränkte Barmittel für Sicherheiten oder Garantien (661) (1.667)
Finanzmittelfonds am Ende des Jahres 225.183 202.969

In 2009 zeigt die Konzernkapitalflussrechnung einen gegenüber dem Vorjahr um € 22,2 Mio. erhöhten Finanzmittelfonds von € 225 Mio. Ursächlich für die Zunahme des Finanzmittelfonds ist dabei im Wesentlichen die Rückführung von an die KIA ausgereichten Darlehen und Avalhinterlegungen.

Eigenkapitalentwicklung im Konzern der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland AG) im Geschäftsjahr 2009

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Gezeichnetes Kapital

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Kapital-

rücklage

T€
Eigene Anteile

T€
Währungs-

rücklage

T€
unverteilte Gewinne

T€
Minderheits-

gesellschafter

T€
Gesamt

T€
31.12.2007 33.142 1.776 (221) - 81.874 1.439 118.010
Jahresüberschuss - - - - 15.276 (48) 15.228
Währungsumrechnungsdifferenzen - - - (53) - - (53)
Konzern-Gesamtergebnis - - - (53) 15.276 (48) 15.175
sukzessiver Erwerb - - - - 169 (753) (584)
31.12.2008 33.142 1.776 (221) (53) 97.319 638 132.601
Jahresüberschuss - - - - 37.102 66 37.168
Konzern-Gesamtergebnis - - - - 37.102 66 37.168
sukzessiver Erwerb - - - - 7 (45) (38)
31.12.2009 33.142 1.776 (221) (53) 134.428 659 169.731

7 Anhang zum Konzernabschluss der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG für das Geschäftsjahr 2009

1. Zusammenfassung der wichtigsten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

A. Erstellungsgrundlage und sonstige Erläuterungen

Das Mutterunternehmen des Konzerns ist die KHD ID, mit dem Sitz Colonia-Allee 3 in 51067 Köln, eingetragen im Handelsregister Köln in der Abteilung B unter der Nummer 36688. Der Konzern wird im Folgenden bezeichnet als „Konzern”, „KHD ID-Konzern” oder „KHD ID-Gruppe”.

Hauptanteilseigner der Gesellschaft ist die KHD Ltd., welche zum 31. Dezember 2009 direkt zu 74% an der Gesellschaft beteiligt ist. Die Jahresabschlüsse der KHD ID und ihrer Tochtergesellschaften sind in den Konzernabschluss der KHD Ltd. einbezogen. Der Konzernabschluss wird bei der United States Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht.

Die Aktien der Gesellschaft sind im börslichen Freihandel erhältlich. Die Gesellschaft ist damit nicht börsennotiert im Sinne von § 3 Abs. 2 AktG, jedoch kapitalmarktorientiert im Sinne des IFRS 8.2.

Das Geschäftsjahr der KHD ID und ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht dem Kalenderjahr.

Der Konzernabschluss ist nach den am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, die in der Europäischen Uni-on anzuwenden sind. Die IFRS umfassen die vom International Accounting Standards Board (IASB) neu erlassenen IFRS, die International Accounting Standards (IAS) sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IF-RIC) und des Standing Interpretations Committee (SIC). Die ergänzenden Vorschriften des § 315 a HGB bezüglich zusätzlicher Anhangsangaben sowie des § 315 HGB über den Lagebericht wurden beachtet.

Der Konzernabschluss wird in EURO aufgestellt. Alle Beträge werden grundsätzlich in Tausend Euro (T€) angegeben. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Soweit im Konzernanhang unter den Forderungen oder Verbindlichkeiten verbundene Unternehmen genannt sind, handelt es sich um Konzernunternehmen der KHD Ltd., die nicht zum Konsolidierungskreis der KHD ID-Gruppe gehören.

B. Konsolidierung

Tochtergesellschaften sind die Gesellschaften, bei denen die KHD ID direkt oder indirekt mehr als 50% der Stimmrechte besitzt oder auf sonstige Weise die Geschäftstätigkeit kontrolliert. Diese Gesellschaften werden grundsätzlich konsolidiert. Tochtergesellschaften werden ab dem Datum konsolidiert, an dem die tatsächliche Kontrolle auf die KHD ID übertragen wird, und werden ab dem Datum, an dem die Kontrolle eingestellt wird, nicht mehr konsolidiert. Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle, Salden und Zwischenergebnisse aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzerngesellschaften werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für Tochtergesellschaften nach lokalem Recht werden angepasst, um die Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsgrundsätzen der KHD ID zu gewährleisten. Minderheitsbeteiligungen werden separat erläutert.

Die Tochtergesellschaften des Konzerns werden unter Punkt 2 im Anhang aufgeführt.

C. Währungsumrechnung

In Fremdwährungen gebundene monetäre Posten werden in den Einzelabschlüssen mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Zugangs umgerechnet und an jedem Stichtag an den jeweiligen Stichtagskurs angepasst. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst. Die Einzelabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen, die Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs, die Aufwendungen und Erträge zum Durchschnittskurs umgerechnet. Die funktionale Währung des Konzerns ist der Euro.

D. Immaterielle Vermögenswerte

Geschäfts-oder Firmenwert

Im erstmaligen Konzernabschluss nach IFRS wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte aufgrund der Erleichterungen nach IFRS 1 zu den Buchwerten übernommen, die sich nach den vorher angewandten Rechnungslegungsgrundsätzen (§ 301 HGB) ergeben haben. Der Geschäfts- oder Firmenwert entspricht dem positiven Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten für einen Unternehmenszusammenschluss und den erworbenen neu bewerteten Vermögenswerten und Schulden, der nach Durchführung einer Kaufpreisallokation, insbesondere der Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten, bestehen bleibt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Er unterliegt jährlichen bzw. anlassbezogenen Impairment Tests und wird zu Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Lizenzen

Die Bilanzierung von Lizenzen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Software-Lizenzen werden linear über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben. Aktivierungspflichtige Entwicklungskosten sind im Berichtsjahr nicht angefallen.

E. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Nutzungsdauer beträgt bei Betriebs- und Geschäftsausstattung und anderen Anlagen in der Regel 3 bis 10 Jahre. Einbauten in gemieteten Gebäuden werden über die Mietlaufzeit abgeschrieben. Gewinne und Verluste bei Abgängen von Sachanlagevermögen werden in Bezug auf ihren Buchwert ermittelt und erfolgswirksam gebucht.

Kosten für die Reparatur von Sachanlagen werden grundsätzlich aufwandswirksam erfasst. Jeder Aufwand wird in der Periode erfasst, in der er anfällt. Eine Aktivierung aller größeren Ausgaben erfolgt für Erneuerungen und Verbesserungen, wenn wahrscheinlich ist, dass zusätzlich zum ursprünglich erfassten Leistungsstandard der bestehenden Sachanlage künftiger wirtschaftlicher Nutzen in den Konzern fließt. Jede nachfolgende Ausgabe für Reparaturen und Instandhaltungen wird als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfällt.

Eine Neubewertung des Sachanlagevermögens entsprechend dem nach IAS 16 bestehenden Wahlrecht erfolgt nicht. Bei den bestehenden Leasingverträgen verbleiben die wesentlichen Risiken und Nutzen aus dem Leasinggegenstand beim Leasinggeber. Es handelt sich somit in allen Fällen um ein sog. „operating lease”. Daher werden Zahlungen im Rahmen von operating leases in der Gewinn-und Verlustrechnung als Aufwand gebucht.

F. Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden im KHD ID-Konzern aktiviert, sofern sie auf die Anschaffung oder Herstellung qualifizierender Vermögenswerte entfallen. Ansonsten erfolgt die ergebniswirksame Erfassung dieser Kosten im Finanzergebnis.

G. Impairment-Test auf langlebige Vermögenswerte

Langlebige Vermögenswerte und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden auf Wertminderung geprüft, sobald Ereignisse oder Änderungen von Umständen darauf schließen lassen, dass der Buchwert solcher Vermögenswerte nicht mehr erzielbar ist. In den Fällen, in denen der Buchwert größer ist als der geschätzte erzielbare Betrag, wird der Vermögenswert auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

H. Finanzinvestitionen und andere finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 betreffen im KHD ID-Konzern entweder

• finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder

• Kredite und Forderungen

und werden entsprechend klassifiziert. Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von anderen Finanzinvestitionen als solchen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Designation der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz. Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen Derivate werden am Erfüllungstag, d. h. am Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch den Konzern geliefert wird, bilanziell erfasst. Die Derivate werden am Handelstag, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält im KHD ID-Konzern die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte. Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte zu designieren, hat der KHD ID-Konzern bislang keinen Gebrauch gemacht.

Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate werden stets als zu Handelszwecken gehalten eingestuft.

Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Diese Kategorie umfasst Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte. Sie entstehen, wenn der KHD ID-Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst nach 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden oder die nach ihrer wirtschaftlichen Gestaltung als langfristig klassifiziert werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte, werden zu jedem Bilanzstichtag auf das Vorhandensein von Indikatoren für eine Wertminderung (wie etwa erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner, der Wegfall eines aktiven Markts für den finanziellen Vermögenswert, eine bedeutende Veränderung des technologischen, ökonomischen, rechtlichen Umfelds sowie des Marktumfelds des Emittenten, ein andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter die fortgeführten Anschaffungskosten) untersucht.

Bestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass eine Wertminderung bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Vermögenswerten eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle), abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts, d. h. dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Effektivzinssatz. Der Wertminderungsverlust wird ergebniswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in den folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertberichtigung rückgängig gemacht. Der neue Buchwert des Vermögenswerts darf jedoch die fortgeführten Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Wertaufholung nicht übersteigen. Die Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst.

Liegen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen objektive Hinweise dafür vor, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Rechnungskonditionen eingehen werden (wie z. B. mangelnde Bonität des Schuldners, Uneinigkeit über Bestehen oder Höhe der Forderung, mangelnde Durchsetzbarkeit der Forderung aus rechtlichen Gründen usw.), wird eine Wertminderung unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos vorgenommen. Eine Ausbuchung der Forderungen erfolgt, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden.

Wertminderungen für sonstige Forderungen und Vermögenswerte werden durch direkte Abwertungen der Buchwerte berücksichtigt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände sowie sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten, Einlagen auf Abruf bei Banken und Geldmarktanlagen ohne Kontokorrentkredite, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monaten beträgt und die zum Nennwert bilanziert werden. Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel werden gesondert angegeben. Die Bewertung der Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Finanzielle Schulden

Finanzielle Schulden im Sinne von IAS 39 betreffen finanzielle Schulden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Die finanziellen Schulden setzen sich im KHD ID-Konzern im Wesentlichen aus

• Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen ) und

• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrigen Verbindlichkeiten

zusammen.

Finanzielle Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, sofern der KHD ID-Konzern nicht das Recht hat, die finanzielle Schuld erst mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag zu begleichen.

Finanzielle Schulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, unter Einschluss von Transaktionskosten, angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Der Konzern setzt derivative Finanzinstrumente regelmäßig zur Reduzierung des Fremdwährungsrisikos von bilanzierten Vermögenswerten und Schulden oder von geplanten Transaktionen in Fremdwährung ein. Es werden ausschließlich Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Diese werden erstmalig am Tag des Vertragsabschlusses mit ihrem Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden zum jeweiligen beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert von Derivaten wird unter Verwendung notierter Preise berechnet. Wenn solche Preise nicht verfügbar sind, wird von Discounted-Cashflow-Analysen unter Verwendung der entsprechenden Zinsstrukturkurven für die Laufzeit der Instrumente Gebrauch gemacht.

Da die abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente nicht die strengen Anforderungen des Hedge Accounting erfüllen, werden die Wertänderungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

H. Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Kostenermittlung erfolgt durch Einzelzuordnung. Der Nettoveräußerungswert setzt sich aus dem geschätzten Verkaufspreis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und des Verkaufsaufwands zusammen.

I. Fertigungsaufträge

Umsätze und Gewinne aus Fertigungsaufträgen werden gemäß IAS 11 entsprechend dem Fertigstellungsgrad realisiert. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Ende des Geschäftsjahres bereits angefallenen Auftragskosten zu den zum Ende des Fertigungsauftrages geschätzten gesamten Auftragskosten. Verluste aus Fertigungsaufträgen werden unabhängig vom erreichten Fertigstellungsgrad sofort in voller Höhe in dem Geschäftsjahr erfasst, in dem die Verluste erkennbar werden. Langfristaufträge, die nach der „Percentage-of Completion-Methode” bewertet sind, werden je nach Höhe der angeforderten Anzahlungen unter den Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo beziehungsweise Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen ausgewiesen. Sie sind zu Herstellungskosten zuzüglich eines anteiligen Gewinns entsprechend des erreichten Fertigstellungsgrades bewertet. Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die in Rechnung gestellten Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge aktivisch unter den Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen ein negativer Saldo, wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste werden durch Abwertungen beziehungsweise Rückstellungen gedeckt. Sie werden unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt.

J. Pensionsverpflichtungen und Altersversorgungspläne

Die in der Bilanz erfassten Rückstellungen für Pensionen stellen den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum Bilanzstichtag dar. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich durch unabhängige Versicherungsmathematiker anhand des Anwartschaftbarwertverfahrens (projected unit credit method) ermittelt. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird ermittelt, indem die geschätzten künftigen Mittelabflüsse anhand von Zinssätzen hochwertiger Industrieobligationen diskontiert werden. Der Konzern macht von der sog. Korridormethode der Regelung des IAS 19 Gebrauch. Demnach müssen Gewinne oder Verluste aus der Bewertung der Pensionsverpflichtung nicht bilanziert werden, wenn sie nur auf der Veränderung der versicherungsmathematischen Parameter beruhen und sich die Veränderung in einem Korridor von 10% über oder unter dem Verpflichtungsumfang aus dem Vorjahr bewegt. Übersteigende Beträge werden über die erwartete durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom jeweiligen Pensionsplan erfassten Arbeitnehmer realisiert. Seit 1996 werden vom Konzern keine neuen Pensionszusagen mehr gegeben.

Für die individuellen, beitragsorientierten Pensionszusagen zahlt der Konzern Beiträge aus den Gehältern dieser Mitarbeiter an öffentliche oder private Pensionsversicherer auf einer vertraglichen Basis.

K. Rückstellungen

Rückstellungen werden erfasst, wenn der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten infolge von Ereignissen in der Vergangenheit hat und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung vorgenommen werden kann.

Die Schätzung über den Haftungsumfang für alle Produkte mit Gewährleistungszusicherungen nimmt der Konzern zum Bilanzstichtag vor. Die Rückstellung erfolgt auf der Grundlage von in der Vergangenheit erbrachten Leistungen. Das Unternehmen ist Partei bei verschiedenen Rechtsstreitigkeiten. Der Vorstand rechnet bei dem Ausgang der Rechtstreitigkeiten nicht mit einem materiellen Effekt auf die Finanzsituation, das Ergebnis oder den Kapitalfluss.

L. Latente Ertragsteuern

Die Bilanzierung und Bewertung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12. Aktive und passive latente Steuern werden als separate Posten in der Bilanz dargestellt, um die künftige steuerliche Wirkung aus zeitlichen Unterschieden zwischen den bilanziellen Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden sowie dem steuerlich beizumessenden Wert zu berücksichtigen. Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steueransprüche nur angesetzt, wenn ihre Realisierung in der nächsten Zukunft wahrscheinlich ist. Latente Steuerforderungen und Steuerverpflichtungen werden in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre unter Verwendung des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes berücksichtigt.

M. Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Die Erfassung von Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich erst dann, wenn die Leistung erbracht ist, beziehungsweise die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und damit der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung beziehungsweise zum Zeitpunkt der Verursachung als Aufwand erfasst.

Zinsen werden periodengerecht als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst.

Hinsichtlich der langfristigen Fertigungsaufträge im Segment Industrieanlagenbau werden die Aufwendungen und Erträge nach der Percentage-of-Completion-Methode erfasst.

Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen umfassen in erster Linie Kosten für bezogene Waren und Dienstleistungen, Transportkosten, Löhne und Gehälter, Gemeinkosten, Provisionen und Zölle.

N. Schätzungen und Annahmen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwandt worden, die sich auf Ausweis und Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge, Aufwendungen und Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Ermittlung des Fertigstellungsgrades bei Fertigungsaufträgen, die Annahme bezüglich der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Beteiligungen, die Bewertung von Rückstellungen und die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis in der Regel erfolgswirksam berücksichtigt.

Anwendung neuer oder überarbeiteter „International Financial Reporting Standards”

1.1 In der Berichtsperiode anzuwendende Standards und Interpretationen

In der Berichtsperiode hat der Konzern alle neuen und geänderten Standards und Interpretationen, die vom International Accounting Standards Board (IASB) und vom International Financial Reporting Interpretations Commitee (IFRIC) des IASB veröffentlicht wurden, angewendet, soweit diese für Berichtsperioden, die am 1. Januar 2009 beginnen, in Kraft getreten sind. Aus der Anwendung dieser überarbeiteten Standards und Interpretationen ergaben sich bei der erstmaligen Anwendung mit Ausnahme von IAS 23 keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Sie führten jedoch zu Änderungen in der Darstellung der Finanzinformationen sowie teilweise zu Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Änderung von IFRS 1 und IAS 27 betreffend die Feststellung der Anschaffungskosten eines Tochterunternehmens im Einzelabschluss (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen)
Änderung von IFRS 2 betreffend Ausübungsbedingungen und Annullierungen (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen)
Änderung von IFRS 7 betreffend die Verbesserung von Angaben zu Finanzinstrumenten (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen)
IFRS 8 Geschäftssegmente (anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen). Die im Rahmen der Verbesserungen der IFRS (2007 bis 2009) gemachte Klarstellung zu IFRS 8, dass es sich bei der Höhe der kumulierten Vermögenswerte pro berichtspflichtigem Segment nicht um eine Mindestangabe im Rahmen der Segmentberichterstattung handelt und diese Angaben nur zu machen ist, soweit Angaben zur Höhe der Segmentvermögenswerte regelmäßig Gegenstand der internen Berichterstattung an den Hautentscheidungsträger des Unternehmens sind, wird keine Auswirkung auf die Darstellung der Segmentberichterstattung haben, da der Konzern dies bei der Erstanwendung von IFRS 8 bereits entsprechend ausgelegt hat.
Änderung von IAS 1 betreffend die überarbeiteten Anforderungen an die Darstellung mancher Abschlüsse und überarbeitete Formulierungen (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen)
Überarbeitung von IAS 23 Fremdkapitalkosten (anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen)
Änderung von IAS 32 und IAS 1 betreffend kündbare Finanzinstrumente und bei Liquidation entstehende Verpflichtungen (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen)
Änderungsstandard im Rahmen des Jährlichen Verbesserungsprozesses an den IFRS (Mai 2008), kleine Änderungen an verschiedenen IFRS (überwiegend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen)
Änderung von IAS 39 und IFRIC 9 betreffend eingebettete Derivate (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 31. Dezember 2008 enden)
IFRIC 13 Kundentreueprogramme (anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2008 beginnen)

Aus der Anwendung dieser geänderten Vorschriften ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

1.2 Veröffentlichte Standards und Interpretationen, die noch nicht anzuwenden sind

Die folgenden Standards bzw. Änderungen und Überarbeitungen von Standards sowie Interpretationen waren noch nicht verpflichtend anzuwenden:

Überarbeitung von IFRS 1 zusätzliche Ausnahmen zur rückwirkenden Anwendung der IFRS (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen)
Überarbeitung von IFRS 3 sowie Änderung von IAS 27 betreffend die geänderte Abbildung bestimmter Aspekte von Unternehmenszusammenschlüssen im Konzernabschluss (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen). Da im Geschäftsjahr der erstmaligen Anwendung im Konzern aus heutiger Sicht keine Unternehmenszusammenschlüsse stattfinden werden, ergeben sich aus der Anwendung dieses Standards voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Änderung von IAS 39 betreffend qualifizierende gesicherte Grundgeschäfte (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen).
IFRIC 12 Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen (anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 29. März 2009 beginnen)
Änderungen des IFRIC 14 Beitragsvorauszahlungen bei Mindestdotierungsverpflichtungen (anzuwenden für Geschäftsjahr, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen).
IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen)
IFRIC 16 Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 30. Juni 2010 beginnen)
IFRIC 17 Sachausschüttungen an Eigentümer (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen)
IFRIC 18 Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen).

Zudem wurden 2009 die folgenden Standards bzw. Änderungen und Überarbeitungen von Standards sowie Interpretationen erlassen, die ebenfalls noch nicht verpflichtend anzuwenden waren:

Änderungsstandard im Rahmen des Jährlichen Verbesserungsprozesses an den IFRS (April 2009), kleine Änderungen an verschiedenen IFRS (überwiegend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen)
Änderung von IFRS 1 betreffend zusätzliche Ausnahmen zur rückwirkenden Anwendung der IFRS (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen). Hierdurch werden zusätzliche Ausnahmen zur grundsätzlich zwingenden retrospektiven Anwendung aller zum Abschlussstichtag des ersten IFRS-Abschlusses geltenden Standards und Interpretationen eingeführt.
Änderung von IFRS 2 betreffend anteilsbasierte Vergütungen im Konzern (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen). Die Änderung stellt die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich im Konzern klar, insbesondere in den Fällen, in denen das Unternehmen, das Dienstleistungen und Güter erhält, vom Unternehmen, das die Zusage gewährt hat, abweicht.
Änderung von IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung – Bilanzierung von Bezugsrechten (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen). Gewährt ein Unternehmen Bezugsrechte, Optionen oder Optionsscheine auf eine feste Anzahl eigener Anteile in einer anderen Währung als seiner funktionalen Währung, sind diese als Eigenkapitalinstrumente auszuweisen, solange diese anteilig allen bestehenden Anteilseignern derselben Klasse gewährt werden.
Änderung von IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Personen – Regierungsverbundene Unternehmen und die Definition eines nahe stehenden Unternehmens oder einer nahe stehenden Person (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen). Insbesondere wurde in IAS 24.9 die Definition von nahe stehenden Unternehmen und Personen grundlegend überarbeitet. Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der Überarbeitung bildet außerdem die Einführung einer Erleichterungsvorschrift für Unternehmen, die unter der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen.
IFRS 9 Finanzinstrumente (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen). Der Standard ändert grundlegend die bisherigen Vorschriften zur Kategorisierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, wobei er sich zunächst ausschließlich auf finanzielle Vermögenswerte beschränkt. Finanzielle Verbindlichkeiten sind vorerst aus dem Anwendungsbereich ausgenommen.
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen). Die Interpretation kommt zur Anwendung, falls die neu verhandelten Vertragsbedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit es dem Schuldner erlauben, die finanzielle Verbindlichkeit ganz oder teilweise durch die Ausgabe eigener Eigenkapitalinstrumente zu tilgen (sog. debt for equity swaps). Die Interpretation behandelt ausschließlich die Bilanzierung beim Schuldner, d.h. beim Emittenten der Eigenkapitalinstrumente, und unterstellt ferner, dass es sich bei dem Gläubiger um einen unabhängigen Dritten handelt. Erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss sind abhängig von der Durchführung einer Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente.
Änderungen von IFRIC 14 und IAS 19 betreffend die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung (anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen). Die Änderungen zielen darauf ab, Unternehmen unter bestimmten Umständen zu gestatten, einige Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestfinanzierungsbeiträgen als Vermögenswert anzusetzen.

Der Konzern geht davon aus, dass die Anwendung der vorstehend genannten Verlautbarungen, soweit sie auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns Anwendung finden, mit Ausnahme von zusätzlichen Angabeverpflichtungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss in der Periode der erstmaligen Anwendung haben wird.

2. Tochtergesellschaften der KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG zum 31.12.2009

Zu den Konzernunternehmen zählen:

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Name des Unternehmens Sitz Eigentum %

Anteil
Haupttätigkeit Aktien-/Stammkapital
KHD Humboldt Wedag GmbH Köln 100,00 D Holding € 15.339.300
Humboldt Wedag GmbH Köln 100,00 I Bau von Zementanlagen € 7.000.000
ZAB Zementanlagenbau GmbH Dessau Dessau 100,00 I Holding € 2.000.000
ZAB-Industrietechnik und Service GmbH Dessau 100,00 I Bau von Zementanlagen €80,000
Blake International Ltd. Tortola/BVI 100,00 I Holding USD 1.000
KHD Humboldt Wedag Industrial Services AG Köln 88,35 I Bau von Zementanlagen € 3.600.000
HIT Paper Trading GmbH Wien 88,35 I in Liquidation €35,000
Paper Space GmbH Köln 88,35 I inaktiv €25,000

D = unmittelbar im Besitz

I = mittelbar im Besitz

Mit Ausnahme der Paper Space GmbH, die für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden alle Gesellschaften voll konsolidiert.

Mit Wirkung zum 7. Oktober 2009 hat die KHD ID ihre Beteiligung an der HUMBOLDT WEDAG Coal & Minerals Technology GmbH, Köln (CMT) an einen indischen Erwerber veräußert.

Wie in den Vorjahren berichtet, hat die Konzernschwestergesellschaft KIA zum 31.12.2005 die Anteile an der HW US, der Humboldt Wedag (S.A.) (Pty) ltd, Südafrika, der Humboldt Wedag India Private Limited, Indien, der Humboldt Wedag Australia Pty Ltd., Australien und der EKOF Flotation GmbH, Bochum, von der KHD erworben. Die vertraglich vereinbarte Bewertung zum „Fair Market Value” wurde zum 31. Dezember 2006 durch einen als externen Gutachter beauftragten Wirtschaftsprüfer durchgeführt. Die Bewertung der Anteile an den veräußerten Gesellschaften erfolgte in Anlehnung an die Regeln des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW S1). Auf Basis des vorliegenden Gutachtens haben sich die Parteien im Purchase Settlement Agreement vom 21. Dezember 2006 auf einen Kaufpreis von T€ 12.200 geeinigt. Im Geschäftsjahr 2007 wurde ein weiteres Gutachten nebst ergänzender Stellungnahme durch eine als externer Gutachter beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Absicherung des Kaufpreises in Auftrag gegeben. Die Bewertung der Gesellschaften erfolgte im Rahmen dieses Gutachtens ebenfalls nach den Regeln des IDW S1. Im Ergebnis der vorbezeichneten gutachterlichen Bewertungen wurde der zwischen den Parteien vereinbarte Kaufpreis in Höhe von T€ 12.200 bestätigt. Darüber hinaus erhält die KHD, wie im Kaufvertrag vereinbart, einen Anteil von 30% an den Gewinnen der Jahre 2006 bis 2010 der veräußerten Gesellschaften, soweit diese Gewinne eine Kapitalrentabilität von 18,75% in Bezug auf das Konzerneigenkapital der KHD Ltd. übersteigen. Für die Geschäftsjahre 2006 bis 2008 ist die notwendige Kapitalrentabilität nicht erreicht worden. Eine Berechnung und gegebenenfalls Bilanzierung des Anspruchs der KHD für das Geschäftsjahr 2009 wird in 2010 erfolgen.

3. Segmentberichterstattung

Die externe Segmentberichterstattung erfolgt auf Basis der konzerninternen Unternehmenssteuerung sowie der internen Finanzberichterstattung entsprechend der Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Der Konzern ist ein Einsegmentunternehmen, da er nahezu ausschließlich im Industrieanlagenbau tätig ist. Die Tätigkeiten, die sich aus der Vermögensverwaltung und aus Holdingaktivitäten ergeben, werden in der internen Finanzberichterstattung nicht gesondert betrachtet und daher für die Beurteilung der Segmentleistung und zum Zwecke der Ressourcenallokation nicht genutzt. Die Unternehmenssteuerung erfolgt insbesondere auf Basis von Größen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Die betrachtete Umsatzgröße setzt sich dabei aus Umsätzen aus Fertigungsaufträgen und Dienstleistungen im Bereich After Sales zusammen. Eine gesonderte Betrachtung erfolgt nicht.

Die Geschäftstätigkeit des Konzerns besteht insbesondere in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Industrieanlagen, insbesondere Zementanlagen. Das Leistungsprogramm des Konzerns umfasst folgende Komponenten:

Verfahrenstechnik
Engineering (Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von Anlagen, Maschinensystemen und Komponenten im Bereich Zementanlagenbau)
After Sales Services

Innerhalb der internen Finanzberichterstattung werden die genannten Komponenten nicht differenziert dargestellt. Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung des Konzerns liegen die im Konzernabschluss verwendeten IFRS-Grundsätze zu Grunde.

Der Vorstand in seiner Funktion als oberstes Entscheidungsgremium beurteilt die Ertragskraft des Segments anhand des operativen Ergebnisses (Ergebnis vor Steuern).

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über das Segment des Konzerns für die Geschäftsjahre 2008 und 2009:

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2009

Mio. €
2008

Mio. €
Auftragseingang 58 374
Auftragsbestand* 213 530
Umsatzerlöse 360 339
Herstellungskosten des Umsatzes 301 284
Bruttogewinn 59 55
Aufwendungen 23 34
Gewinn vor Steuern 54 25
Zunahme des Finanzmittelfonds 22 39
Summe Aktiva* 430 430
Liquidität* 226 205
Schulden* 260 298

* Beträge beziehen sich jeweils auf den Wert zum 31. Dezember der angegebenen Geschäftsjahre

Informationen über geografische Gebiete

Der Konzern ist weltweit tätig. Die Umsatzerlöse des Konzerns aus Geschäften mit externen Kunden sowie Informationen über das Segmentvermögen (langfristiges Vermögen ohne aktive latente Steuern und finanzielle Vermögenswerte) setzen sich nach geografischer Zuordnung wie folgt zusammen:

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Umsatz Langfristige Vermögenswerte
2009 2008 2009 2008
--- --- --- --- ---
in T€ in T€
--- --- --- --- ---
Europa 29.157 33.716 3.969 5.196
davon Deutschland 19.935 14.173 3.969 5.196
Osteuropa und Russland 162.687 97.198
Nordamerika/Kanada 2.188 14.986 - -
Naher und Mittlerer Osten 99.192 110.030 - -
Indien 28.179 31.609 - -
Asien 32.980 48.984 - -
Andere 5.912 2.576 - -
360.295 339.099 3.969 5.196

Die geografische Zuordnung der Umsatzerlöse erfolgte gemäß dem Erfüllungsort der erbrachten Lieferungen und Leistungen.

Informationen über Hauptkunden

Von den Umsatzerlösen des Konzerns in Höhe von Mio. € 360 (2008: Mio. € 339) entfallen rund Mio. € 197 (Vorjahr Mio. € 140) auf die größten Kunden des Konzerns. Diese gliedern sich wie folgt:

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2009

Mio. €
2008

Mio. €
Kunde 1 62 46
Kunde 2 41 39
Kunde 3 39 25
Kunde 4 28 17
Kunde 5 27 13

Es sind jeweils die größten Kunden eines jeden Jahres aufgeführt.

4. Sachanlagen

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Ein-/Ausbauten in gemieteten Gebäuden

T€
Betriebs- und Geschäftsausstattung

T€
Gesamt

T€
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
31.12.2007 717 17.999 18.716
Zugänge - 934 934
Abgänge - (303) (303)
31.12.2008 717 18.630 19.347
Zugänge - 627 627
Abgänge (657) (12.887) (13.544)
31.12.2009 60 6.370 6.430
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
31.12.2007 449 15.659 16.108
Zugänge 56 853 909
Abgänge - (294) (294)
31.12.2008 505 16.218 16.723
Zugänge 42 804 846
Abgänge (520) (12.145) (12.665)
31.12.2009 27 4.877 4.904
NETTOBUCHWERT
31.12.2008 212 2.412 2.624
31.12.2009 33 1.493 1.526

Die Abgänge des Geschäftsjahres 2009 enthalten Nettobuchwerte aus dem Verkauf der CMT in Höhe von T€ 159 und aus dem Verkauf der Fertigung in Höhe von T€ 577.

5. Geschäfts- oder Firmenwert und sonstige immaterielle Vermögenswerte

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Geschäfts- oder Firmenwert

T€
Lizenzen

T€
Gesamt

T€
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
31.12.2007 2.127 1.890 4.017
Zugänge - 351 351
Abgänge - - -
31.12.2008 2.127 2.241 4.368
Zugänge - 106 106
Abgänge - (90) (90)
31.12.2009 2.127 2.257 4.384
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
31.12.2007 - 1.601 1.601
Zugänge - 195 195
Abgänge - - -
31.12.2008 - 1.796 1.796
Zugänge - 241 241
Abgänge - (96) (96)
31.12.2009 - 1.941 1.941
NETTOBUCHWERT
31.12.2008 2.127 445 2.572
31.12.2009 2.127 316 2.443

Die Lizenzen sind im Wesentlichen bei der HW bilanziert. Die Abschreibungen sind überwiegend in den Herstellungskosten enthalten.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der zum 31.12.2009 ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert resultiert - unverändert zum Vorjahr - aus dem Erwerb der HW. Der Buchwert wird regelmäßig auf seine Werthaltigkeit durch Vergleich mit seinem Nutzungswert überprüft. Diese Berechnung basiert auf vom Management verabschiedeten Mittelfristplanungen, die einen 5-Jahreszeitraum umfassen. Zur Ermittlung des Wertbeitrages aus der ewigen Rente (Wertbeitrag nach Ablauf des Detailplanungszeitraums) werden operative, nachhaltige Cash Flows unter Nutzung einer Wachstumsrate in Höhe von 2,0 % p.a. extrapoliert. Die Wachstumsrate spiegelt die langfristige Erwartung des Managements wider. Der Diskontierungszinssatz wurde auf der Grundlage von Marktdaten entwickelt und beträgt 12,01% vor Steuern (Vorjahr: 14,05%). Da der Nutzungswert den Buchwert überstieg, ergab sich kein Wertberichtigungsbedarf gemäß IAS 36.

Eine Minderung der Zahlungsströme und eine Erhöhung des Diskontierungszinses und damit der wesentlichen Bewertungsparameter von jeweils 1,0 % führen nicht zu einer wesentlichen Verminderung, die einen Wertberichtigungsbedarf verursachen würde.

6. Forderungen und finanzielle Vermögenswerte

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31.12..
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 42.264 33.909
abzügl. Wertberichtigungen für Wertminderungen von Forderungen -652 -762
Forderungen Lieferungen u. Leistungen - netto 41.612 33.147
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.678 19.085
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.260 3.565
Sonstige Forderungen 7.775 10.335
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 58.325 66.132
Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Langfristige Darlehen an verbundene Unternehmen 47.676 69.736
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 4.065 596
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 51.741 70.332

Die kurzfristigen und langfristigen Darlehen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich gegenüber dem Vorjahr von T€ 88.821 um T€ 37.467 auf T€ 51.354 reduziert. Der Konzern hat freie Liquidität in Höhe von T€ 47.676 (Vorjahr T€ 69.736) auf die Konzernschwestergesellschaft KIA, die die Treasury-Funktion für alle operativen Gesellschaften der KHD ID-Gruppe wahrnimmt, übertragen. Die zugrunde liegenden Verträge weisen grundsätzlich kurzfristige Laufzeiten auf, die Beträge werden aufgrund der wirtschaftlichen Verwendung jedoch unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Davon erfolgten Hinterlegungen in Höhe von T€ 16.750 (Vorjahr T€ 17.866) im Rahmen der Nutzung des bei der Raiffeisen Zentralbank, Wien, Österreich (RZB) bestehenden Avalrahmens bei der KIA. Die daraus entstehenden Forderungen sind durch die KHD Ltd. in ihrer Eigenschaft als Muttergesellschaft des Gesamtkonzerns abgesichert. Die sonstigen Forderungen resultieren mit T€ 4.929 (Vorjahr T€ 2.504) aus Vorsteuererstattungsansprüchen. Die Erhöhung der sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte resultiert aus der Stundung einer Kundenforderung in Höhe von T€ 3.251 bis zum 30.08.2011 mit einer Verzinsung von 4 % per annum. Die Zinsen werden jeweils zum 31. Dezember / 30. Juni eines jeden Jahres fällig gestellt.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 1.492 (Vorjahr T€ 2.451), welche zum Fälligkeitszeitpunkt überfällig waren, wurden keine Wertminderungen gebildet, da keine wesentliche Veränderung der Kreditwürdigkeit dieser Schuldner festgestellt wurde und mit einer zeitnahen Zahlung der ausstehenden Beträge gerechnet wird.

Altersstruktur der überfälligen, aber nicht wertberichtigten Forderungen

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31.12.2009

in T€
31.12.2008

in T€
60 bis 90 Tage 241 708
91 bis 120 Tage 20 674
über 120 Tage 1.231 1.069
Summe 1.492 2.451

Monatsweise erfolgt ein Monitoring der überfälligen Forderungen, auf dessen Basis, bei Vorliegen von objektiven Hinweisen, einzelfallbezogene Wertberichtigungen gebildet werden.

Entwicklung der Wertberichtigungen

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2009

in T€
2008

in T€
Wertberichtigungen zu Beginn des Jahres 762 1.012
Zugang 405 452
Verbrauch -377 -554
Auflösung -138 -148
Wertberichtigungen zum Ende des Jahres 652 762

7. Aktive und passive latente Steuern

Die Gesellschaft hat latente Steuern aus temporären Differenzen zwischen der IFRS- und der Steuerbilanz bilanziert. Der zu Grunde gelegte Steuersatz beträgt unverändert zum Vorjahr 31,6 %. Dies entspricht im Wesentlichen den deutschen Ertragsteuersätzen.

Aktive latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge nur in dem Umfang erfasst, in dem eine zukünftige Steuerentlastung wahrscheinlich ist.

Der Gesamtbetrag der unverfallbaren Verlustvorträge im Konzern beträgt 57,4 Mio. € (Vorjahr 97,9 Mio. €) für die Körperschaftsteuer und 62,4 Mio. € (Vorjahr 75,6 Mio. €) für die Gewerbesteuer. Hiervon wurden für die Ermittlung der latenten Steuern Verlustvorträge in Höhe von 8,9 Mio. € (Vorjahr 47,2 Mio. €) für die Körperschaftsteuer herangezogen. Für die Gewerbesteuer wurden im laufenden Jahr keine latenten Steuern angesetzt (Vorjahr 21,0 Mio. €). Auf Verlustvorträge von 48,5 Mio. € (Vorjahr 50,7 Mio. €) für die Körperschaftsteuer und 62,4 Mio. € (Vorjahr 54,6 Mio. €) für die Gewerbesteuer wurden keine latenten Steuern aktiviert.

Die deutliche Verminderung der aktiven latenten Steuern gegenüber dem Vorjahr beruht insbesondere auf der im Geschäftsjahr erfolgten Inanspruchnahme steuerlicher Verlustvorträge.

Aktive und passive latente Steuern ergeben sich aus den folgenden Positionen:

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31.12.
2009 2008
--- --- ---
in T€
--- --- ---
Aktive latente Steuern
Rückstellungen 1.143 1.194
Steuerliche Verlustvorträge 2.155 10.810
Verrechnung mit aktiven latenten Steuern (3.061) (11.303)
237 701
Passive latente Steuern
Unfertige Erzeugnisse/POC-Methode (12.816) (16.749)
Verrechnung mit passiven latenten Steuern 3.061 11.303
(9.755) (5.446)

8. Vorräte

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31.12.
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 9.056 9.140
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 7.609 40
Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis (3.002) (2.939)
13.663 6.241

Im Geschäftsjahr wurden Vorräte in Höhe von T€ 5.893 (Vorjahr T€ 4.669) als Aufwand erfasst. Die im jeweiligen Geschäftsjahr gebuchten Abschreibungen auf Nettoveräußerungswerte betragen im Geschäftsjahr T€ 1.923 (Vorjahr T€ 181). Die Abschreibungen entfallen ausschließlich auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, deren Buchwert T€ 6.624 beträgt (Vorjahr: T€ 2.939). Der Anstieg der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen resultiert aus der Bewertung von Komponenten aus stornierten Aufträgen, die zur Veräußerung geeignet sind. Die Bewertung der Komponenten erfolgte mit den erwarteten am Markt erzielbaren Veräußerungspreisen.

9. Fertigungsaufträge

Die Bilanzierung von Ansprüchen oder Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen erfolgt unter Ausweis der erfassten Gewinne und Kosten nach der Verrechnung von Teilabrechnungen, Anzahlungen und Verlustaufträgen.

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31.12..
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
Bislang entstandene Kosten für unfertige Erzeugnisse und Leistungen 127.644 164.811
Bislang erfasste anteilige Gewinne aus diesen Verträgen 41.702 43.378
Summe angefallener Kosten und ausgewiesener Gewinne 169.346 208.189
abzüglich verrechneter Auftragsverluste und Rückstellungen (1.772) (1.329)
abzüglich Teilabrechnungen und erhaltener Anzahlungen (176.574) (272.326)
Saldo der Fertigungsaufträge (9.000) (65.466)
Dieser Betrag wird in der Bilanz wie folgt ausgewiesen:
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 38.413 47.863
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen mit Leistungserbringung (47.413) (113.329)
(9.000) (65.466)
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen mit Leistungserbringung (47.413) (113.329)
Erhaltene Anzahlungen aus Fertigungsaufträgen
ohne Leistungserbringung (3.723) (4.137)
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen (51.136) (117.466)

Sämtliche Umsätze des Geschäftsjahres 2009 resultieren, wie im Vorjahr, aus Fertigungsaufträgen und Dienstleistungen im Bereich After Sales.

10. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Erhöhung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte von T€ 3.565 auf T€ 5.260 ist durch Kursgewinne zum 31.12.2009 bedingt.

11. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Der Konzern weist Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von T€ 225.844 (Vorjahr T€ 204.636) aus. Hiervon sind T€ 661 (Vorjahr T€ 1.667) als Sicherheit zur Herauslegung von Bürgschaften bei Banken hinterlegt.

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31.12...
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
Bankguthaben und Kassenbestand 91.210 18.770
Kurzfristige Bankeinlagen 133.973 184.199
Verfügungsbeschränkte Barmittel für Sicherheiten oder Garantien 661 1.667
225.844 204.636

12. Eigenkapital

Bei einem unveränderten Grundkapital der KHD ID von € 33.142.552,00 beläuft sich die Anzahl der gezeichneten und voll eingezahlten Stammaktien auf insgesamt 16.571.276 Aktien mit einem Nennwert von € 2,00 pro Aktie. Bei den Aktien handelt es sich auf den Inhaber lautende Aktien. Die KHD Ltd. hat mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien KHD ID und zusätzlich eine Mehrheitsbeteiligung nach § 16 Abs. 1 AktG gehört. Insgesamt beträgt der Kapitalanteil der KHD Ltd. unverändert zum Vorjahr rund 74%.

In den vergangenen Jahren hat die KHD ID 114.568 Stück ihrer eigenen Aktien durch Kauf erworben. Die historischen Anschaffungskosten der eigenen Aktien betragen T€ 221. Diese Aktien werden als „eigene Anteile” geführt. Das Unternehmen kann diese Aktien zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgeben.

Die Minderheiten setzen sich zu 31. Dezember 2009 zusammen aus den Minderheitsaktionären der KIS (11,65 %; Vorjahr 12,34 %). Die im Vorjahr bestehenden Minderheitsanteile an der Blake in Höhe von 0,01 % wurden im Berichtsjahr erworben.

Die Abbildung sukzessiver Anteilserwerbe erfolgt unter Anwendung der partiellen Neubewertungsmethode.

Genehmigtes Kapital

In der ordentlichen Hauptversammlung am 29. September 2004 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis einschließlich 31. Mai 2009 ein- oder mehrmalig um insgesamt bis zu € 14.400.000 durch Ausgabe von bis zu 7.200.000 neuen auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen zu erhöhen. Nach in 2004 und 2006 durchgeführten Kapitalerhöhungen verringerte sich das genehmigte Kapital auf € 10.079.392 durch Ausgabe von bis zu 5.039.696 auf den Inhaber lautenden Aktien.

Die oben genannte Frist ist zum Aufstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses abgelaufen, ohne dass junge Aktien ausgegeben wurden.

13. Finanzschulden

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2009

in T€
2008

in T€
Kurzfristige Finanzschulden
Darlehen von Banken oder Dritten 152 1.167
Darlehen verbundene Unternehmen 3.400 -
3.552 1.167

14. Pensionsverpflichtungen

Die gewährte betriebliche Alterversorgung im Konzern entfällt ausschließlich auf das Inland. Sie erfolgt über leistungsorientierte Pensionspläne, die durch die Bildung von Pensionsrückstellungen finanziert werden. Nach dem Einfrieren der Pensionspläne im Jahr 1996 besteht für die Mitarbeiter keine Möglichkeit mehr, zusätzliche Pensionsanwartschaften zu erwerben. Die Ansprüche der zugesagten und unverfallbaren Versorgungsleistungen aus den Pensionsplänen entstehen auf Antrag seitens des Pensionsberechtigten mit Nachweis des Bezuges der gesetzlichen Rente.

In der Gewinn-und Verlustrechnung des Geschäftsjahres sind Zinskosten in Höhe von T€ 1.219 (Vorjahr T€ 1.142) ausgewiesen. Die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung belaufen sich auf T€ 2.408 (Vorjahr T€ 2.470).

In 2009 wie auch im Vorjahr hat der Konzern von der sog. Korridormethode gemäß IAS 19 Gebrauch gemacht: Demnach müssen Gewinne oder Verluste aus der Bewertung der Pensionsverpflichtung nicht erfasst werden, wenn sie nur auf der Veränderung der versicherungsmathematischen Parameter beruhen und sich die Veränderung in einem Korridor von 10% über oder unter dem bisherigen Wertansatz (DBO) bewegt. Der Gegenwert der Pensionsverpflichtungen ist nicht in einem Fond oder in Form von „plan as-sets” hinterlegt.

Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Annahmen:

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31.12.
2009 2008 2007 2006 2005
--- --- --- --- --- ---
Abzinsungssatz 5,30% 6,00% 5,34% 4,75% 4,75%
Rentendynamik 2,00% 2,00% 1,50% 1,50% 1,50%
Fluktuationsrate 0% 0% 0% 0% 0%
31.12.
2009

in T€
2008

in T€
2007

in T€
2006

in T€
2005

in T€
Defined Benefit Obligation 21.656 21.374 22.080 23.073 23.222
Erfahrungsbedingte Anpassungen -197 -81 - - -

Für die Jahre 2005 bis 2007 wurden die erfahrungsbedingten Anpassungen nicht ermittelt.

Defined Benefit Obligation

In der Bilanz auszuweisender Wert

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31.12.
2009

T€
2008

T€
--- --- ---
Defined Benefit Obligation (unfunded) 21.656 21.374
./. Nicht erfasste vers.math. (Gewinne)/Verluste 1.311 44
In der Bilanz auszuweisender Wert 20.345 21.330
Deferred Compensation 814 596
Bilanzwert 21.159 21.926

Abstimmung des Barwertes der Verpflichtung (Jahresanfang/Jahresende)

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31.12.
2009

T€
2008

T€
--- --- ---
Defined Benefit Obligation am 01.01. 21.374 22.080
Dienstzeitaufwand - Current Service Cost 0 0
Zinskosten 1.219 1.142
Tatsächlich gezahlte Leistungen (gesamt) -1.377 -1.367
Übertragung -777 -
Gewinne aus erfahrungsbedingten Anpassungen -197 -81
Versicherungsmathematische Gewinne aufgrund Parameteränderungen 1.414 -400
Defined Benefit Obligation am 31.12. 21.656 21.374

Leistungen in der Zukunft

voraussichtliche Rentenzahlungen

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in 2010 T€ 1.444
in 2011 T€ 1.505
in 2012 T€ 1.540
in 2013 T€ 1.570
in 2014 T€ 1.594
in 2015 bis 2019 T€ 7.975

15. Rückstellungen

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Garantie Prozessrisiken Restrukturierung Drohverlust Gesamt
T€ T€ T€ T€ T€
--- --- --- --- --- ---
Rückstellungen zum 1.1. 2009 17.798 407 9.755 9.893 37.853
Bildungen 20.903 0 239 5.090 26.232
Auflösungen -1.932 -288 -4.012 -3.934 -10.166
Inanspruchnahmen/Umgliederungen 1.467 -17 -532 -4.366 -3.448
Abgang aus Konsolidierungskreis -149 0 0 0 -149
Rückstellungen zum 31.12.2009 38.087 102 5.450 6.683 50.322

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31.12.
2009

T€
2008

T€
--- --- ---
Langfristig (Garantie) 7.748 5.405
Kurzfristig 42.574 32.448
50.322 37.853

Die Rückstellungen für Garantien decken alle erkennbaren Risiken aus Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen ab. Die Rückstellungen werden je Auftrag nach bestmöglicher Einschätzung bewertet. Die als langfristig ausgewiesenen Beträge umfassen Gewährleistungsverpflichtungen von über einem Jahr. Die erwarteten Fälligkeiten liegen zwischen einem und vier Jahren. Die Erhöhung der kurzfristigen Rückstellungen beruht vor allem aus abrechnungsbedingten Zuführungen der Garantierückstellungen in Höhe von € 20,9 Mio. Im Rahmen der Berechnung der in 2008 gebildeten Restrukturierungsrückstellung in Höhe von € 9,7 Mio. ist von einem Abbau von Mitarbeitern in den Engineering-Bereichen, der Administration und auch der Fertigung ausgegangen worden. Durch die Veräußerung der Fertigung war der für die Fertigungsmitarbeiter gebildete Anteil an der Rückstellung nicht mehr erforderlich. Zudem werden in den übrigen Bereichen fluktuationsbedingt geringere Rückstellungen benötigt. Insgesamt hat die Neuberechnung der Restrukturierungsrückstellung einen Betrag von € 5,5 Mio. ergeben. Der aufgelöste Betrag in Höhe von € 3,8 Mio. ist als Ertrag aus Restrukturierung gesondert ausgewiesen. Die Rückstellung für Restrukturierungs- und Personalabwicklungsaufwendungen basiert auf den besten Schätzungen des Vorstands hinsichtlich der direkt mit der Restrukturierung verbundenen Aufwendungen. Diese wurden auf Grundlage des im Geschäftsjahr 2009 beschlossenen Sozialplans kalkuliert. Die Aufwendungen umfassen ausschließlich Leistungen an Arbeitnehmer aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

16. Verbindlichkeiten

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31.12.
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 96.622 90.290
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.914 6.107
Steuern und Sozialversicherungsabgaben 58 -
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 7.558 5.994
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 4.111 4.711
113.263 107.102

Unter den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen aus bereits anerkannten Gewährleistungsfällen in Höhe von T€ 7.558 (Vorjahr T€ 5.994) bilanziert.

Bezüglich der zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich die Leistungsverrechnung mit der KIA Gruppe. In Höhe von T€ 1.976 ist eine Verbindlichkeit für den Erstattungsanspruch der MFC Corporate Services AG in Höhe der ihr entstandenen Aufwendungen für Leistungen an die KHD ID unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten bilanziert.

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Buchwerte entsprechen im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten.

17. Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen

Unter dieser Position sind die unter Anwendung von IAS 11 ausgewiesenen Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen bilanziert. Die Verpflichtung stellt den passivischen Saldo der in Anhangsangabe 9 erläuterten Beträge dar. Darüber hinaus enthält diese Position die unter IAS 11 zu bilanzierenden erhaltenen Anzahlungen, die bei Auftragsannahme vom Kunden gezahlt werden und denen noch keine Leistungserbringung seitens des KHD ID-Konzern gegenüber steht.

18. Personalkosten

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2009

in T€
2008

in T€
Löhne und Gehälter 34.742 36.054
Soziale Abgaben und Aufwendungen 5.460 5.884
Im Personalaufwand enthaltene Pensionskosten - -
40.202 41.938

Die Anzahl der Mitarbeiter reduzierte sich im Geschäftsjahr von 600 auf 391.

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zum 31.03.2009 zum 30.06.2009 zum 30.09.2009 zum 31.12.2009
Angestellte 471 458 461 391
Gewerbliche 103 103 103 0
gesamt 574 561 564 391

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 522 Mitarbeiter, davon gewerbliche Arbeitnehmer 73 (Vorjahr 583 Mitarbeiter davon gewerbliche Arbeitnehmer 100) beschäftigt.

19. Gesamtbezüge des Aufsichtsrates

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten keine direkten Bezüge für ihre Tätigkeit. Die Tätigkeitsvergütung der Aufsichtsräte erfolgt insgesamt über das Service & Cost Allocation Agreement. Im Berichtsjahr wurden dem Konzern Aufwendungen von insgesamt rund € 1,4 Mio. (Vorjahr € 1,2 Mio.) belastet.

Es bestehen keine Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Aufsichtsrates und ihrer Hinterbliebenen. Des Weiteren wurden für diesen Personenkreis keine Haftungsverhältnisse eingegangen. Zum 31. Dezember 2009 bestanden keine Forderungen aus Vorschüssen oder Krediten an Aufsichtsratsmitglieder.

20. Gesamtbezüge des Vorstandes sowie ehemaliger Vorstandsmitglieder

Der Vorstand der KHD ID hat wie im Vorjahr im Berichtsjahr keine direkten Bezüge erhalten. Die Tätigkeitsvergütung der Vorstände erfolgt insgesamt über das Service & Cost Allocation Agreement. Im Berichtsjahr wurden dem Konzern Aufwendungen von insgesamt rund € 1,4 Mio. (Vorjahr € 1,2 Mio.) belastet.

Es bestehen keine Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes und ihren Hinterbliebenen. An ehemalige Vorstandsmitglieder wurden keine Bezüge gezahlt.

21. Sonstige betriebliche Erträge

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2009

in T€
2008

in T€
Kursgewinne 67 421
Erträge aus Verkäufen von Anlagevermögen und Gesellschaften 2.029 -
Erträge aus stornierten Aufträgen 5.366 -
Sonstige Erträge 1.576 1.496
9.038 1.917

Die Erträge aus Verkäufen von Anlagevermögen beruhen auf dem Verkauf der Fertigung und der CMT.

22. Sonstige Aufwendungen

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2009

in T€
2008

in T€
Forschung und Entwicklung 3.090 2.928
Kursverlust - 135
Belastungen von verbundenen Unternehmen 3.758 4.890
Sonstige Aufwendungen 2.149 591
8.997 8.544

Der Posten Belastungen von verbundenen Unternehmen enthält unter anderem Belastungen im Zusammenhang mit den durch die Konzernschwestergesellschaft KIA übernommenen und berechneten Funktionen, insbesondere für die Funktion als Treasurer für alle operativen Gesellschaften der KHD ID-Gruppe.

23. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

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2009

in T€
2008

in T€
Zinserträge von Dritten 3.092 7.578
Zinsertrag von verbundenen Unternehmen 650 2.108
Summe Zinserträge 3.742 9.686
Kursgewinne von Wertpapieren 1.695 -
einnahmen aus Dividenden 68 106
Erträge aus der Währungsumrechnung - 1.400
Sonstige - 368
Finanzerträge 5.505 11.560
Kursverlust von Wertpapieren - (8.358)
Sonstige Finanzaufwendungen (332) -
Zinsaufwendungen (1.221) (1.224)
Finanzaufwendungen (1.553) (9.582)
Finanzergebnis 3.952) 1.978

Die Zinserträge enthalten im Wesentlichen Zinserträge aus Darlehen, Bankguthaben und Zahlungsmitteläquivalenten. Davon entfällt ein Teilbetrag von T€ 1.715 auf Termingeldanlagen. Die Reduzierung der Zinserträge um T€ 5.944 auf T€ 3.742 beruht im Wesentlichen auf dem starken Rückgang der Kapitalmarktrenditen. Die Zinserträge entfallen ausschließlich, wie im Vorjahr, auf finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Unter den Zinsaufwendungen ist die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen mit T€ 1.219 (Vorjahr 2008: T€ 1.142) enthalten. Die Zinsaufwendungen entfallen mit T€ 2 (Vorjahr T€ 82) auf finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

24. Ertragsteuern

Der im Geschäftsjahr 2009 gebuchte Aufwand aus Ertragsteuern in Höhe von T€ 16.497 (Vorjahr: T€ 10.134) setzt sich wie folgt zusammen:

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2009

in T€
2008

in T€
Aufwand aus tatsächlichen Steuern (11.724) (2.396)
Aufwand aus latenten Steuern (4.773) (7.738)
Steueraufwand des Jahres (16.497) (10.134)

Der erwartete Steueraufwand lässt sich auf den tatsächlichen Steueraufwand wie folgt überleiten

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2009

in T€
2008

in T€
Ergebnis vor Ertragsteuern 53.665 25.362
Durchschnittlicher Steuersatz 31,60% 31,60%
Erwarteter Steueraufwand (16.958) (8.014)
Veränderung latenter Steuern auf Verlustvorträge - (3.047)
Sonstige nicht steuerwirksame Zu- und Abrechnungen 461 927
Steueraufwand des Jahres (16.497) (10.134)

Der effektive Konzernsteuersatz beträgt 30,74 % (Vorjahr 39,96 %).

25. Gewinn und Dividende pro Aktie

Gewinn pro Aktie

Der unverwässerte und der verwässerte Gewinn pro Aktie beträgt € 2,25 je Aktie (Vorjahr: € 0,93).

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2009 2008
Aktionären zuzuordnender Nettogewinn (in EUR) 37.102.000 15.276.000
Gewichtete durchschn. Anzahl an ausgegebenen Stammaktien 16.456.708 16.456.708
Unverwässerter und verwässerter Gewinn pro Aktie (in EUR) 2,25 0,93

Dividende pro Aktie

Laut Satzung beschließt die Hauptversammlung der KHD ID über die Verwendung eines Bilanzgewinnes.

25a. Vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnetes Gesamthonorar

Vom Konzernabschlussprüfer wurde ein Gesamthonorar für Abschlussprüfungskosten 2009 von T€ 409 (Vorjahr T€ 284) in Rechnung gestellt. Darüber hinaus wurden den Konzerngesellschaften vom Konzernabschlussprüfer für laufende Steuerberatung im Geschäftsjahr 2009 T€ 73 (Vorjahr (T€ 107) berechnet.

Vom Abschlussprüfer einzelner einbezogener Tochterunternehmen, die nicht vom Konzernabschlussprüfer geprüft wurden, wurden den jeweiligen Konzerngesellschaften unverändert zum Vorjahr Abschlussprüfungskosten von T€ 20 sowie Steuerberatungskosten von T€ 15 (Vorjahr T€ 10) in Rechnung gestellt.

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften haben auf die betreffende Anhangsangabe bzgl. des Prüferhonorars in den Einzelabschlüssen – soweit dies gesetzlich erforderlich war – verzichtet.

26. Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten/Eventualforderungen

Verpflichtungen im Bereich Operating Leasing

Der Gesamtbetrag der künftigen Mindestzahlungen für unkündbare Operating Leasing-Verträge und Mietverträge resultiert im Wesentlichen aus Mietverträgen für Gebäude:

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31.12.
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
innerhalb eines Jahres 1.435 2.108
innerhalb von 2 bis fünf Jahren 1.425 3.014
nach fünf Jahren - -
Gesamte Leasing -und Mietverpflichtungen 2.860 5.122

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung gebuchte Aufwand an geleasten und gemieteten Büroräumen sowie der Geschäftsausstattung beträgt im Geschäftsjahr T€ 2.554 (Vorjahr 2008 T€ 1.745).

Eventualverbindlichkeiten

Mit Anordnungen vom 7. Juli 2009 eröffnete das Finanzamt für Groß- und Konzernbetriebsprüfung Köln die Betriebsprüfungen über die Geschäftsjahre 2005, 2006 und 2007 (nachfolgend auch die „BP”) der

KHD Humboldt Wedag International (Deutschland) AG, Köln („KHD ID”),
Humboldt Wedag GmbH, Köln („HW”),
KHD Humboldt Wedag GmbH, Köln („KHD”),
Humboldt Wedag Coal and Minerals Technology GmbH, Köln („CMT”) und
KHD Humboldt Wedag Industrial Services AG, Köln („KIS AG”).

Mit Schreiben vom 14. Dezember 2009 forderte das Finanzamt für Groß- und Konzernbetriebsprüfung Köln die genannten Gesellschaften auf, eine Verrechnungspreisdokumentation gem. § 90 Abs. 3 Abgabenordnung („AO”) sowie der Gewinnabgrenzungsaufzeichnungsverordnung („GAufzV”) für die Geschäftsjahre 2005 bis 2007 über grenzüberschreitende Rechtsbeziehungen mit gesellschaftsrechtlich verbundenen Unternehmen vorzulegen. Ferner wurde mit Prüfungsanordnungen vom 9. Oktober 2009 seitens des Finanzamtes Dessau-Roßlau die Betriebsprüfung für die Geschäftsjahre 2005 bis 2007 über die ZAB Zementanlagenbau Dessau GmbH, Dessau-Roßlau („ZAB”) und die ZAB Industrietechnik & Service GmbH, Dessau-Roßlau („ZABIS”) eröffnet. Im Rahmen dieser Betriebsprüfung wurde mit Schreiben vom 20. November 2009 ein allgemeiner Fragebogen zur Erstellung einer Funktions- und Risikoanalyse für die Prüfung der Einkunftsabgrenzung zwischen nahestehenden Personen an die ZABIS übermittelt, mit der Bitte um Beantwortung durch die Gesellschaft.

Verrechnungspreiskonzept des KHD Konzerns:

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Verrechnungspreissystem der von der laufenden BP umfassten Konzerngesellschaften zum 31. Dezember 2009 zur Verrechnung grenzüberschreitender Leistungsbeziehungen innerhalb des KHD ID Konzerns dem Grunde nach nicht wesentlich verändert. Lediglich die Höhe der realisierten Transaktionen variiert entsprechend der erbrachten bzw. erhaltenen Leistungen. Im Wesentlichen handelt es sich bei den mit nahestehenden Gesellschaften durchgeführten Transaktionen um Dienstleistungs- und Finanzierungsbeziehungen. Vgl. hierzu Anhangangabe Nr. 29.

Steuerliche Risikoeinschätzung:

Zur Zeit wird eine steuerliche Betriebsprüfung für die Jahre 2005 bis 2007 durchgeführt, die unter anderem die Verrechnungspreise im Leistungsaustausch zwischen der HW und verbundenen Unternehmen zum Gegenstand hat sowie die steuerliche Bewertung der zum 31. Dezember 2005 veräußerten internationalen Beteiligungen von der KHD an die KIA sowie die „Merchant Banking Fee”. Vergleiche die diesbezüglichen Ausführungen im Lagebericht unter 1.2. Nach dem derzeitigen Stand der Betriebsprüfung ist zur Zeit eine verlässliche Schätzung des steuerlichen Risikos der Höhe und der Fälligkeit nach als auch hinsichtlich der Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht möglich. Im Rahmen der Betriebsprüfung liegt unter anderem eine Anfrage zur Vorlage einer Verrechnungspreisdokumentation gem. § 90 Abs. 3 Abgabenordnung („AO”) sowie der Gewinnabgrenzungsaufzeichnungsverordnung („GAufzV”) für die Geschäftsjahre 2005 bis 2007 über grenzüberschreitende Rechtsbeziehungen mit gesellschaftsrechtlich verbundenen Unternehmen vor. Eine Beantwortung dieser Anfrage ist nach derzeitigem Stand der Planungen nicht vor Ende Februar 2010 zu erwarten.

Eventualforderungen

Im Rahmen der Veräußerung der Fertigungsstätte der HW in Köln-Kalk an einen indischen Erwerber zum 7. Oktober 2009 wurde über den gezahlten Kaufpreis hinaus ein bedingter Kaufpreis von max. T€ 2.850 vereinbart, der vom Eintritt bestimmter auslastungsabhängiger Kriterien abhängig ist. Dieser maximal mögliche Kaufpreis, der mit Ablauf von vier Jahren nach dem Veräußerungszeitpunkt fällig ist, wurde auf Basis der vorgenommenen Bewertung in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2009 nicht berücksichtigt.

27. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

a) Finanzielle Risikofaktoren

Der Konzern unterliegt den spezifischen Risiken des Industrieanlagenbaus. Diese bestehen insbesondere in den komplexen technischen und logistischen Problemen der Planung, Fertigung und Inbetriebnahme im Rahmen der Einzelfertigung, aber auch in den kaufmännischen Besonderheiten der ausländischen Märkte sowie den jeweiligen Länderrisiken.

Zur frühzeitigen Erkennung von strategischen Risiken werden alle verfügbaren internen und externen Informationsquellen ausgewertet. Darüber hinaus wird die Risikoanalyse und die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft intensiv durch die Ressourcen der KHD Ltd. unterstützt.

Von den Konzern-Gesellschaften werden zahlreiche Controllinginstrumente eingesetzt, um die Aufträge während der gesamten operativen Abwicklung umfassend zu überwachen. Dies beinhaltet sowohl technische als auch die kaufmännischen Aspekte der Aufträge.

Da die Anteile der KHD Ltd. an der New York Stock Exchange notiert sind, müssen alle wesentlichen Konzerngesellschaften die US-amerikanischen Vorschriften des Sarbanes-Oxley-Act (SOX) beachten. Diese haben zum Ziel, die Zuverlässigkeit der gesamten finanziellen Berichterstattung durch strikte interne Kontrollen sicherzustellen. Die Gesellschaften des KHD ID Konzerns stellen die Einhaltung dieser Vorgaben durch interne und externe Prüfungen sicher. Die Prüfung der SOX-Vorgaben erfolgte in 2009 im Rahmen der Prüfung des KHD Ltd.-Konzerns.

Der Konzern setzt sich mit seinen Geschäftstätigkeiten einer Vielzahl von nachstehend genannten finanziellen Risiken aus.

b) Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements des KHD ID-Konzerns ist es sicherzustellen, dass auch in Zukunft die Schuldentilgungsfähigkeit und die finanzielle Substanz erhalten bleiben.

Die finanzielle Sicherheit wird im Wesentlichen mit der Kennzahl Eigenkapitalquote gemessen. Bestandteile dieser Kenngröße sind die Bilanzsumme des Konzernabschlusses sowie das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital, das im KHD ID-Konzern auch das Kapital im Sinne des IAS 1 darstellt. Die Eigenkapitalquote wird als eine wichtige Kenngröße gegenüber Investoren, Analysten, Banken und Ratingagenturen verwendet.

Die Steuerung der Kapitalstruktur kann grundsätzlich durch KHD ID mittels Ausschüttung von Dividenden, Kapitalherabsetzungen bzw. Emissionen neuer Anteile sowie der Ausgabe von Finanzinstrumenten, die nach IFRS als Eigenkapital qualifiziert werden, erfolgen. Angestrebt wird eine dem Geschäftsrisiko angemessene Kapitalstruktur.

KHD ID unterliegt den Mindestkapitalanforderungen für Aktiengesellschaften. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird laufend überwacht. Im Jahr 2009 wurden die Anforderungen eingehalten.

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2009 2008
Eigenkapital in T€ 169.731 132.601
Bilanzsumme in T€ 429.888 430.153
Eigenkapitalquote in % 39,48 30,83

Die Eigenkapitalquote des Konzerns ist aufgrund des positiven Jahresergebnisses angestiegen. Die KHD ID beabsichtigt, im ersten Quartal 2010 eine Ausschüttung an die Gesellschafter in Höhe von rund € 45 Mio. zu zahlen. Die Eigenkapitalquote nach Ausschüttung würde sich auf 32,41% belaufen.

c) Marktrisiko

Währungsrisiko

Der Konzern ist international tätig und damit Währungsrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aufträgen ausgesetzt. Währungsrisiken entstehen aus künftigen geschäftlichen Transaktionen, erfassten Vermögenswerten und Schulden. Diese werden durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten minimiert. Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte. Die Währungsrisiken im Konzern werden dadurch abgemildert, dass die wesentlichen Geschäftsvorfälle in Euro abgewickelt werden.

Preisrisiko

Der Konzern bilanziert Wertpapiere und ist dem marktüblichen Preisrisiko in Bezug auf Wertpapiere ausgesetzt. Der Konzern ist aufgrund der einzelvertraglichen Regelung von Leistung und Preis keinem Warenpreisrisiko ausgesetzt.

d) Kredit-und Ausfallrisiko

Der Konzern hat keine nennenswerten Kreditrisiken. Interne Richtlinien stellen sicher, dass Produkte an die Kunden mit angemessener Kredithistorie verkauft werden oder dass Exportversicherungen, Akkreditive oder ausreichende Bankgarantien (T€ 10.503, Vorjahr T€ 11.740) vorliegen. Der Konzern verfügt über festverzinsliche Vermögenswerte, die im Zeitablauf durch Änderungen der Marktzinssätze beeinflusst werden. Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal in der Höhe der positiven Buchwerte. Dem Risiko wird durch die vorgenommenen Wertberichtigungen für Forderungsausfälle Rechnung getragen. Das Kreditrisiko in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch die Kundenstruktur des Konzerns grundsätzlich geografisch weltweit gestreut. Eine Kreditkonzentration wird weiterhin dadurch vermieden, dass der Konzern mit den Kunden Zahlungsmodalitäten, im Besonderen Anzahlungen, vereinbart, die einen hohen Forderungsbestand vermeiden.

e) Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisikomanagement umfasst neben den Schulden des Konzerns auch das Halten einer ausreichenden Liquidität. Aufgrund der dynamischen Natur der zugrunde liegenden Geschäftstätigkeit ist der Konzern bestrebt, bei der Finanzierung flexibel zu bleiben, indem die Konzernschwestergesellschaft KIA ausreichende Kreditlinien verfügbar hält. Zur Vermeidung finanzieller Risiken aus dem Anlagengeschäft werden die Aufträge durch Kundenanzahlungen abgewickelt, die zum Bilanzstichtag zu einem Finanzmittel-Überschuss führten. Die zum Bilanzstichstichtag ausgewiesenen kurzfristigen Verbindlichkeiten und Schulden sind überwiegend innerhalb von 60 Tagen zur Zahlung fällig.

Die KHD ID-Gruppe hat im Rahmen ihrer üblichen Geschäftstransaktionen Verpflichtungen aus herausgelegten Anzahlungs-, Erfüllungs-und Gewährleistungsgarantien. Die Gesellschaft erwartet keine materiellen Verbindlichkeiten aus diesen Verpflichtungen. Der Konzern hat Garantien im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von Mio. € 83,5 (Vorjahr 2008 Mio. € 171,9), insbesondere über die von der KIA bereitgestellten Garantien, herausgelegt. Die KIA stellt dem KHD ID-Konzern im Rahmen einer Gesamtlinie von Mio. € 228 (Vorjahr Mio. € 340) die notwendigen Avalkredite zur Verfügung.

f) Cashflow- und Zeitwert-Zinsrisiko

Da die wesentlichen Kredite und Forderungen des Konzerns variabel verzinslich sind, wirken sich Änderungen der Marktzinssätze im Zinsergebnis aus. Bei einer Erhöhung oder Verringerung des Markzinsniveaus zum 31. Dezember 2009 um 50 Basispunkte wäre das Zinsergebnis um T€ 947 (Vorjahr T€ 940) höher oder niedriger gewesen.

g) Nettoergebnis je Klasse

Die Nettoergebnisse entfallen auf die einzelnen Klassen finanzieller Vermögenswerte und Schulden, wie folgt:

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2009

in T€
Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden gesamt
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
--- --- --- --- --- ---
Nettoergebnis 1.431 3.542 0 -2 4.971
2008

in T€
Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden gesamt
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
Nettoergebnis -13.645 11.364 0 -10 -2.291

Das Nettoergebnis beinhaltet insbesondere Zinserträge, Zinsaufwendungen, Erträge und Aufwendungen aus der Umrechnung monetärer Fremdwährungsposten, Marktwertänderungen von Wertpapieren sowie Aufwendungen aus der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte.

h) Aufstellung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden nach Klassen

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31.12.2009

in T€
Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Verbindlichkeiten Buchwert beizulegender Zeitwert
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
nicht im Anwendungs-

bereich von IAS 39
zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
nicht im Anwendungs-

bereich von IAS 39
--- --- --- --- --- --- --- ---
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 51.741 51.741
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 41.612 41.612
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.678 3.678
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 5.260 0 5.260 5.260
Derivate 176 176 176
Sonstige Forderungen 2.670 4.929 7.599
Zahlungsmittel und äquivalente 225.844 225.844
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 4.111 7.558 11.669
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 96.622 96.622
Verbindlichkeiten gegenüber Verbundenen Unternehmen 4.914 4.914
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0
5.436 325.545 4.929 105.647 7.558 449.115 5.436
31.12.2008

in T€
Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Verbindlichkeiten Buchwert beizulegender Zeitwert
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
nicht im Anwendungs-

bereich von IAS 39
zu fortgeführten Anschaffungs-

kosten
nicht im Anwendungs-

bereich von IAS 39
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 70.332 70,332
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33.147 33.147
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 19.085 19.085
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.565 3.565 3.565
Derivate 793 793 793
Sonstige Forderungen 5.325 4,217 9.542
Zahlungsmittel und äquivalente 204.636 204.636
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 4.711 5.994 10.705
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 90.290 90.290
Verbindlichkeiten gegenüber Verbundenen Unternehmen 6.107 6.107
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.167 1.167
4.358 332.525 4.217 102.275 5.994 449.369 4.358

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten wurden mittels folgender Hierarchie ermittelt:

Die beizulegenden Zeitwerte der börsennotierten Anteile, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden unter Bezugnahme auf die notierten Marktpreise bestimmt.
Der beizulegende Zeitwert derivativer Instrumente wird unter Verwendung notierter Preise berechnet. Wenn solche Preise nicht verfügbar sind, wird von Discounted-Cashflow-Analysen unter Verwendung der entsprechenden Zinsstrukturkurven für die Laufzeit der Instrumente bei Derivaten Gebrauch gemacht.

Die Verzinsung der langfristigen finanziellen Vermögenswerte erfolgt zu marktüblichen Bedingungen.

i) Zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere

Die zu Handelszwecken gehaltenen Wertpapiere betragen T€ 5.260 (Vorjahr T€ 3.565). Eine Veränderung des Marktpreises um 10% würde das Ergebnis des Konzerns vor und nach Steuern um T€ 526 (Vorjahr T€ 356) verändern.

j) Forderungen

Von den Gesamtforderungen des Konzerns ist einschließlich der wertberichtigten Forderungen ein Teilbetrag von T€ 1.978 (Vorjahr T€ 3.171) überfällig (Zahlungstermine, die um mehr als 60 Tage überfällig sind). Nach Abzug von Sicherheiten (Akkreditive und Hermesdeckungen) beziffert der Konzern das hieraus resultierende Risiko mit T€ 485 (Vorjahr T€ 762). Eine Veränderung des Risikobetrages von 10 % ist für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Die wertberichtigten Forderungen sind zu mehr als 90 Tagen überfällig.

k) Derivate

Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte. Der Bilanzansatz erfolgte gemäß IAS 39 zum Markwert. Devisentermingeschäfte sind anhand der notierten Devisenterminkurse und anhand der Zinsstrukturkurven, die von den notierten Zinssätzen entsprechender Laufzeiten abgeleitet wurden, bewertet. Der Marktwert der Derivate beträgt T€ 176 (Vorjahr T€ 793). Eine Veränderung des Marktwertes um 10 % würde das Ergebnis nach Steuern um T€ 12 (Vorjahr T€ 64) beeinflussen.

28. Rechtsstreitigkeiten

Aktionärsklage („Einlagenrückgewähr”):

Aktionäre haben gegen die Gesellschaft Klage auf Feststellung der Nichtigkeit, hilfsweise auf Feststellung der Unwirksamkeit der festgestellten Jahresabschlüsse der Gesellschaft zum 31. Dezember 2002 und 31. Dezember 2003 sowie Nichtigkeits-, hilfsweise Anfechtungsklage, gegen die auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. September 2004 gefassten Beschlüsse, den Mitgliedern des Vorstandes sowie drei Mitgliedern des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2003 Entlastung zu erteilen, erhoben.

Gegenstand der Klagen waren Gebühren in Höhe von T€ 1.206 („Platzierungsgebühr”) sowie in Höhe von T€ 1.914 („Merchant Banking Fee”), die die KHD ID der MFC Corporate Services AG, Herisau, Schweiz (vormals MFC Merchant Bank S.A.) Ende 2002 für die Platzierung der Kapitalerhöhung im Dezember 2002 und die Erbringung von Merchant Bank Leistungen bezahlt hat. Diese Zahlungen, so die Kläger, seien als Einlagenrückgewähr unzulässig gewesen, die besagten Posten der Jahresabschlüsse seien unterbewertet, da ein entsprechender Rückforderungsanspruch nicht eingebucht worden sei.

Die Gesellschaft hatte bereits in den Vorjahresabschlüssen auf Basis des Landgerichtsurteils eine Forderung gegen die MFC Corporate Services AG über den Betrag der „Merchant Banking Fee” (T€ 1.914) ergebniswirksam eingebucht und diese Forderung gegenüber der MFC Corporate Services AG mit Schreiben vom 16. Februar 2006 geltend gemacht. Das Urteil betrifft nicht die Platzierungsgebühr.

Im Hinblick auf die von der MFC Corporate Services AG detailliert nachgewiesenen tatsächlichen Aufwendungen in Höhe von T€ 1.976 im Zusammenhang mit den Leistungen für die KHD ID im Rahmen des Merchant Banking Agreements hat die Gesellschaft ebenfalls bereits im Vorjahresabschluss eine entsprechende Verbindlichkeit passiviert, für den Fall, dass bei einer endgültigen Inanspruchnahme durch die KHD ID die MFC Corporate Services AG ihrerseits einen Erstattungsanspruch für die ihr entstandenen Aufwendungen geltend macht.

Das Landgericht hat den Klagen mit Urteil vom 04. November 2005 stattgegeben. Die KHD ID hat gegen dieses Urteil frist- und formgerecht Berufung eingelegt.

Eine der Klagen wurde zwischenzeitlich zurückgenommen. Die Gesellschaft geht im Hinblick auf die noch anhängige Klage davon aus, dass ihre Berufung nach wie vor begründete Aussicht auf Erfolg hat. Die Entscheidung hierzu steht aufgrund einer Vielzahl von Terminverlegungen derzeit noch aus.

Aktionärsklage („Bewertung der veräußerten Gesellschaften”):

Im Zusammenhang mit der Bewertung der veräußerten Gesellschaften (vgl. hierzu obige Ausführungen) wurde der KHD ID mit Datum vom 27. Februar 2007 die Klageschrift eines Aktionärs zugestellt. Die Klage ist gerichtet auf die Feststellung der Nichtigkeit des festgestellten Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2005 und der Beschlüsse zur Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Auch im Ergebnis einer zwischenzeitlich durchgeführten mündlichen Verhandlung haben sich am Sach- und Streitstand keine Veränderungen ergeben. Mit Entscheidung des Landgerichts vom 27. Oktober 2008 wurde der Rechtsstreit bis zur rechtskräftigen Entscheidung eines Parallelverfahrens ausgesetzt. In diesem Parallelverfahren hat die KHD ID, nachdem sie vor dem Landgericht Köln unterlegen war, in vollem Umfang mit Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom 09. Juli 2009 obsiegt. Zwischenzeitlich hat der Kläger und Berufungsbeklagte insoweit Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt. Die KHD ID geht unverändert davon aus, dass sie in dem zwischenzeitlich eingeleiteten Revisionsverfahren obsiegen wird. Die Gesellschaft hält daher an ihrem Antrag auf Klageabweisung fest, weil sie nach wie vor davon ausgeht, dass die Klagen unbegründet, weil unsubstantiiert sind.

Aktionärsantrag auf Bestellung eines Sonderprüfers:

Im Zusammenhang mit der Bewertung der fünf veräußerten Gesellschaften in 2005/ 2006 hat ein Investmentfonds als Aktionär der KHD ID beantragt, die Bestellung des Sonderprüfers Dr. Klaus Lippmann zur Prüfung von Vorgängen bei der Geschäftsführung von Vorstand und Aufsichtsrat im Zusammenhang der Veräußerung der Gesellschaften in 2005/ 2006 anzuordnen. Mit Beschluss des Landgerichts Köln vom 06. November 2009 hat das Landgericht dem Antrag stattgegeben. Auf die sofortige Beschwerde der KHD ID vom 23. November 2009 hat das Oberlandesgericht Köln mit Beschluss vom 07. Dezember 2009 entschieden, die Vollziehung des Beschlusses des Landgerichts Köln vom 06. November 2009, bis zu ei-ner Entscheidung über die sofortige Beschwerde der KHD ID, auszusetzen.

29. Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Die KHD Ltd. hält eine direkte Mehrheitsbeteiligung an der KHD ID. Zu den nahe stehenden Unternehmen gehören neben der KHD Ltd. im Wesentlichen deren in den Konzernabschluss der KHD ID nicht einbezogenen Tochterunternehmen. Die Erträge und Aufwendungen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Aufträgen des Industrieanlagenbaus, der Vertriebs-, Marketing-und Finanzierungsaktivitäten innerhalb der KHD Ltd.-Gruppe.

Treasury Agreements / Service and Cost Allocation Agreements

Die abgeschlossenen Verträge betreffen alle mit dem Treasury und der Risiko-Kontrolle im weitesten Sinne zusammenhängenden Aufgaben der KHD Humboldt Wedag International GmbH, Wien (KIA). Dazu gehören u. a. die Beratung in allen Fragen der Finanzierung und Kreditbeschaffung, Beratung und Unterstützung bei evtl. Akquisitionen sowie die kaufmännische Risiko-Kontrolle und -Minimierung. Darüber hinaus erbringt die KIA den Gesellschaften der deutschen Gruppe gegenüber zentrale Serviceleistungen. Hierzu gehören neben allgemeinen Managementleistungen vor allem auch Unterstützungsleistungen in den Bereichen Finance and Accounting und allgemeiner Verwaltung. Mit Wirkung zum 1. Januar 2008 wurden die Treasury Agreements gekündigt und durch entsprechende Service and Cost Allocation Agreements ersetzt.

Bei den in den folgenden Tabellen genannten Beträgen handelt es sich um Beträge in T€.

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Gesellschaft Vertrag 2009 2008 2007
Treasury Agreement / Service and Costs Allocation Agreements
HW 1.280 1.213 936
KHD ID 0 69 71
ZAB 0 29 144
ZABIS 425 237 571
KIS 11 30 0
Aufwand Total 1.716 1.578 1.722

Loan Offer Agreements

KIA bietet im Rahmen dieser Vereinbarung an, überschüssige Liquidität der HW und der ZAB als Darlehen aufzunehmen. Die HW hat zum 31. Dezember 2009 einen Betrag in Höhe von € 25,0 Mio. (Vorjahr: € 35,0 Mio.), die ZAB einen Betrag in Höhe von € 12,9 Mio. (Vorjahr: € 12,9 Mio.) der KIA als Darlehen zur Verfügung gestellt. Im ersten Quartal 2009 wurden diese Beträge mit einem Effektivzins minus 1% verzinst. Aufgrund der deutlich gesunkenen Marktzinsen wurde die Zinsberechung ab dem 2. Quartal 2009 auf einen Effektivzins minus 15% des Effektivzinses umgestellt. Die Rückzahlung der Darlehen wird durch die KHD Ltd. garantiert. Das seit dem Vorjahr zwischen der KHD Humboldt Wedag GmbH (KHD) mit der KIA bestehende Darlehen über € 4,0 Mio. wurde mit Wirkung zum 23. Dezember 2009 vollständig zurückgezahlt.

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Gesellschaft Vertrag 2009 2008 2007
Loan Offer Agreement
HW 37 40 207
KHD HW 466 1.450 1.508
ZAB 13 13 11
Ertrag Total 516 1.503 1.726

Asset and Portfolio Management Agreement

Diese Vereinbarung zur Vermögensverwaltung hat das Ziel, für die längerfristig überschüssige Liquidität eine höhere Rendite zu erzielen. Dazu ist die KIA als Treasurer ermächtigt, unter Nutzung verschiedener Anlageformen ein erhöhtes Risiko-Niveau einzugehen. Die sog. Management Fee beträgt 0,0625 (Vorjahr: 0,125) Prozent pro Monat. Für eine eventuell im Kalenderjahr erreichte Wertsteigerung des Depots sieht der Vertrag eine zusätzliche Gebühr („Performance-Fee”) in Höhe von 15% (Vorjahr: 20%) auf die erzielte Wertsteigerung vor.

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Gesellschaft Vertrag 2009 2008 2007
Asset and Portfolio Management
HW 885 1.565 690
ZABIS 739 994 524
Aufwand Total 1.624 2.559 1.214

Bond Arrangement Agreement

Dieser Vertrag regelt mit ursprünglicher Wirkung zum 1. Dezember 2006 umfassend die Dienstleistungen der KIA in Bezug auf die Bereitstellung und Absicherung einer Avallinie. Alle Gesellschaften des Industrieanlagenbaus der KHD Ltd.-Gruppe sind diesem Agreement beigetreten.

Unter der Führung der Raiffeisen Zentralbank, Wien, Österreich (RZB) besteht zum 31. Dezember 2009 mit einem Bankensyndikat ein Avalrahmen in Höhe von € 195 Mio. (Vorjahr € 300 Mio.). Dieser steht für verschiedene Sicherungsinstrumente wie Garantien, L/Cs oder Bürgschaften zur Verfügung.

Die teilnehmenden Gesellschaften zahlen für die Garantie der Linie durch die KHD Ltd. eine sog. Guarantee Fee in Höhe von 1,0 % auf den genutzten Teil der Linie an die KIA. Zudem werden die Avalgebühren, die die RZB der KIA als Vertragsnehmer in Rechnung stellt, den teilnehmenden Gesellschaften über eine sog. Bond Arrangement Fee mit einem Aufschlag in Höhe von 50 % zur Abdeckung des eigenen administrativen Aufwands durch die KIA weiter berechnet.

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Gesellschaft Vertrag 2009 2008 2007
Bond Arrangement Agreement
HW 1.846 1.950 1.005
ZABIS 244 614 238
CMT 86 112 37
Aufwand Total 2.176 2.676 1.280

Framework Agency Agreement

Die Vertriebs- und Marketingaktivitäten des Industrieanlagenbaus der KHD Ltd.-Gruppe sind mit diesem Vertrag beginnend im Geschäftsjahr 2006 auf eine neue Basis gestellt worden.

Die KHD Humboldt Wedag International FZE mit Sitz in Ras Al Khaimah, Vereinigte Arabische Emirate (KHD UAE) (bis zum 21. Oktober 2007 die KHD Sales and Marketing Ltd. (KHD SM), Hong Kong) koordiniert und verstärkt die weltweiten Verkaufs- und Marketingaktivitäten der Gesellschaften des Zementanlagenbaus.

Die Ländervertreter rechnen ihre Leistungen an die KHD UAE ab, die wiederum die Gesellschaften des Anlagenbaus entsprechend der Inanspruchnahme belastet.

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Gesellschaft Vertrag 2009 2008 2007
Framework Agency Agreement
HW 1.848 7.705 9.845
Aufwand Total 1.848 7.705 9.845

Technology Licence Agreement

Die HW hat der KIA für einen Zeitraum von sieben Jahren eine Lizenz für die weltweite Nutzung der Technologie der HW erteilt.

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Gesellschaft Vertrag 2009 2008 2007
Technology Licence Agreement
HW 250 250 250
Ertrag Total 250 250 250

Erträge

Die Erträge von nahe stehenden Unternehmen belaufen sich auf T€ 7.535 (Vorjahr T€ 15.438). Hierbei handelt es ausschließlich um Erträge mit dem Teilkonzern KIA. Die Erträge setzen sich zusammen aus Umsatzerlösen sowie Erträge aus Ausleihungen an die KIA, die in 2009 T€ 650 (Vorjahr T€ 2.108) betragen. Bzgl. der vertraglich vereinbarten Verzinsung verweisen wir auf Anhangsangabe 29 (Loan Offer Agreements).

Aufwendungen

Die Aufwendungen aus Transaktionen mit nahe stehenden Personen setzen sich wie folgt zusammen.

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2009

in T€
2008

in T€
Teilkonzern KIA Group 35.139 23.598
KHD Ltd. und assoziierte Unternehmen 0 195
35.139 23.793

Anteile an KHD Ltd.

Die KHD ID hält, wie im Vorjahr 295.490 Anteile an der KHD Ltd. zu Handelszwecken. Die Anteile valutierten zum 31.12.2009 mit einem Kurswert von T€ 2.782.

Forderungen

Der Konzern weist zum 31. Dezember 2009 die nachfolgenden Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus:

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31.12.
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
Teilkonzern KIA Group 51.137 88.821
KHD Ltd. 217 -
51.354 88.821

Die Forderungen gegen die KIA Gruppe betreffen im Wesentlichen, wie im Vorjahr die Ausleihungen an die KIA.

Die Verbindlichkeiten enthalten die folgenden kurzfristigen Posten:

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31.12.
2009

in T€
2008

in T€
--- --- ---
Teilkonzern KIA Group 8.314 5.956
KHD Ltd. 0 86
8.314 6.042

30. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

In einer Pressemitteilung des Boards der KHD Ltd. vom 6. Januar 2010 wurde bekannt gegeben, dass der KHD Ltd.-Konzern in zwei rechtlich separate Teilkonzerne aufgespaltet werden soll. Es ist geplant, dass ein Teilkonzern sämtliche Zementaktivitäten des heutigen Konzerns übernimmt. Diese sollen unter der Obergesellschaft des bisherigen deutschen Teilkonzerns, der KHD ID, zusammengefasst werden.

In diesem Zusammenhang sollen unter anderem die Anteile an den Gesellschaften HWIN, HWUS und HWAUS von der KIA an ein Unternehmen des KHD ID Konzerns veräußert werden. Die diesbezüglichen Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die bislang von der KIA erbrachten Dienstleistungen sollen voraussichtlich in Zukunft, einschließlich der bisher bei der KHD UAE angesiedelten Sales & Marketing-Aktivitäten, von dem KHD ID Konzern erbracht werden.

Aufgrund der geplanten Veränderung des Gesellschafterkreises sind die in Höhe von Mio. EUR 2,2 gebildeten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge gefährdet.

Die Anteile an der Muttergesellschaft des neu gebildeten Konzerns sollen im geregelten Markt an der Frankfurter Börse notiert werden. Das Listing wird nach heutiger Planung nicht vor März 2010 erfolgen.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, waren nicht zu verzeichnen.

31. Freigabe zur Veröffentlichung durch den Vorstand

Der vorliegende Konzernabschluss wurde durch den Beschluss des Vorstands vom 05. Februar 2010 zur Veröffentlichung freigegeben.

Köln, den 05. Februar 2010

Der Vorstand

Alan Hartslief

Jouni Salo

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