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KHD Humboldt Wedag International AG

Annual Report Apr 25, 2012

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Annual Report

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KHD Humboldt Wedag International AG

Köln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

2011 ····· strategische Partnerschaften gestärkt ····· Kundenservice ausgebaut ····· eine schlagkräftige Organisation geformt ····· an Wettbewerbsstärke gewonnen.

2012 ····· Chancen flexibel nutzen ····· mit effizienten Strukturen ····· und gelebter Kundenorientierung ····· im attraktiven EPC-Geschäft ····· und darüber hinaus. ·····

Kennzahlen

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Legal Pro-forma*
in Mio. € 31.12.2011 31.12.2010 Veränderung

in %
31.12.2011 31.12.2010 Veränderung

in %
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Auftragseingang 224.7 268.9 -16,4 224.7 307.9 -27,0
Auftragsbestand 293.7 303.5 -3,2 293.7 303.5 -3,2
Umsatz 234.6 286.9 -18,2 234.6 307.9 -23,8
Bruttoergebnis vom Umsatz 52.5 57.4 -8,6 52.5 60.9 -13,8
EBIT 17.6 25.0 -29,6 17.6 26.7 -34,1
EBT-Marge (in %) 7,5 8,7 -13,8 7,5 8,7 -13,8
EBT 20.7 26.0 -20,5 20.7 28.1 -26,3
Konzernjahresüberschuss 13.5 15.8 -14,6 13.5 17 -20,6
Ergebnis je Aktie (in €) 0,28 0,47 -40,4 0,28 0,51 -45,1
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (65.8) 50.5 -230,3
Cashflow aus Investitionstätigkeit (4.3) 66.3 -106,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 81.4 (63.2) 228,8
Eigenkapital 233.5 148.6 57,2
Eigenkapitalquote (in %) 54,1 35,9 50,7
Zahlungsmittel und -äquivalente 300.3 293.1 2,5
Mitarbeiter 765 767 0

* Erweiterte Konzernstruktur

Facts & Figures

Unter schwierigen Marktbedingungen hat KHD - bei rückläufigem Auftragseingang und Umsatz -den Auftragsbestand nahezu auf Vorjahreshöhe gehalten und eine gute EBIT-Marge von 7,5 % erzielt.

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225 MIO € Auftragseingang (-16,4 %)
294 MIO € Auftragsbestand (-3,2 %)
235 MIO € Konzernumsatz (-18,2 %)

EBIT und EBIT-Marge (in %)

Partner erster Wahl

KHD Humboldt Wedag ist Technologie- und Servicepartner erster Wahl für die Zementproduzenten weltweit: das ist der Anspruch, an dem wir uns orientieren und von unseren Kunden messen lassen. Hierfür investieren wir - in noch mehr Kundennähe rund um den Globus, in den Ausbau des Service- und Ersatzteilgeschäfts, in eine dauerhaft wettbewerbsfähige Kostenposition. Und in Verfahren, welche den Betreibern helfen, die Umweltstandards von morgen schon heute zu erfüllen.

Zusammen mit starken Partnern stehen wir für Premium-Technologie, hohe Effizienz und schnelle Verfügbarkeit. Mit diesen Eigenschaften - verbunden mit einer soliden Kapital- und Liquiditätsausstattung -steuern wir unser künftiges Wachstum nachhaltig und wertorientiert. Im Sinne von Kunden, Mitarbeitern und Aktionären.

VORWORT DES VORSTANDS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Kunden,

Geschäftspartner und Freunde des Unternehmens,

KHD Humboldt Wedag International blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück: Die Schuldenkrise in Europa, Inflationstendenzen in Schwellenländern und politische Unsicherheiten in Nordafrika sowie Ländern des Nahen Ostens haben auch in den für KHD relevanten Märkten ihre Spuren hinterlassen. Die Herausforderungen haben wir angenommen und unsere Position im Wettbewerb gefestigt. In das Jahr 2012 startet KHD mit intensivierten strategischen Partnerschaften, einem gestärkten Vertrieb, erweiterten Serviceangeboten und einer noch effizienteren Organisation. Von den mittel- bis langfristig überzeugenden Perspektiven der Zementmärkte können wir so noch unmittelbarer und umfassender profitieren als in früheren Jahren.

Im Jahr 2011 hat das Nachlassen des Wirtschaftsbooms in Asien, auch und gerade in Indien, sowie in den Wachstumszentren Europas und Südamerikas die Zementproduzenten veranlasst, eine Reihe von Neubau- und Modernisierungsvorhaben zu verzögern oder zu verschieben. Diesen Einflüssen konnte sich KHD nicht entziehen. Wegen der schleppenden Projektvergabe und -abwicklung blieben sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz um einiges hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Doch gab es auch bemerkenswerte positive Entwicklungen. In der Türkei konnten wir gleich drei bedeutende Aufträge gewinnen. Ein Großauftrag im dritten Quartal 2011 eines nicht näher genannten Zementproduzenten konnte schließlich das Neugeschäft auf einem noch akzeptablen Niveau stabilisieren.

Trotz des rückläufigen Geschäftsvolumens ist es uns gelungen, die EBIT-Marge mit 7,5 % im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant zu halten. Zu verdanken ist dies der hohen Ergebnisqualität abgerechneter Aufträge und unserem flexiblen Kostenmanagement - bei zugleich höheren Aufwendungen für unsere weltweiten Angebotsaktivitäten sowie für Forschung und Entwicklung. Wir investieren damit in künftige Marktanteile, genauso wie in die dauerhafte Absicherung unserer vorteilhaften Technologieposition. Zusätzlich gestützt wurde die Ergebnisentwicklung durch einen Bewertungseffekt im Zusammenhang mit dem Erwerb der restlichen 50 % an der KHD Humboldt Engineering OOO in Moskau Ende des dritten Quartals, die wir im Sinne einer besseren Marktbearbeitung nun vollständig übernommen haben. Im Konzern-Jahresüberschuss von € 13,5 Mio., der damit fast auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2010 lag, wirkte sich zusätzlich das erfreuliche Finanzergebnis auf Basis unserers hohe Bestands an liquiden Mitteln aus.

Unsere hohe Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung ist eine stabile Basis für die Gestaltung unseres wertorientierten Wachstums. Im Jahr 2012 werden wir die Stärken ausspielen, die wir den Vorjahren kontinuierlich gewonnen haben. Erklärtes Ziel ist dabei, unsere Kunden noch unmittelbarer mit Premium-Technologie und einem passgenauen Angebot von Dienstleistungen zu bedienen. Effiziente interne Prozesse, Technologieführerschaft sowie Wettbewerbsfähigkeit sind dabei Ansprüche, an denen wir uns messen lassen.

»In das Jahr 2012 startet KHD mit intensivierten strategischen Partnerschaften, einem gestärkten Vertrieb, erweiterten Serviceangeboten und einer noch effizienteren Organisation.« JOUNI SALO, CEO

Für die weitere Entwicklung ist vor allem die enge Kooperation mit unserem chinesischen Partner AVIC, der zugleich unser größter Anteilseigner ist, von eminenter Bedeutung. Mit AVIC bieten wir eine attraktive und in dieser Form einmalige Kombination von Knowhow im Bereich des Engineerings, weltweiter Vernetzung und Kosteneffizienz durch Beschaffung im chinesischen Markt mit der Erfahrung bei der Montage und Bauausführung. Damit haben sich unsere Chancen, den Zuschlag für den Bau schlüsselfertiger Zementanlagen zu erhalten, enorm verbessert. Zugleich wird uns der deutlich verstärkte Kundenservice vor Ort helfen, auf die Bedürfnisse der Kunden noch schneller zu reagieren. Zusätzliche Chancen bietet unsere Partnerschaft mit Weir Minerals, über die wir direkten Zugang zu Kunden in der erzaufbereitenden Industrie erhalten haben.

Unternehmensseitig hat KHD damit gute Voraussetzungen für eine Steigerung des Auftragseingangs im Geschäftsjahr 2012 geschaffen. Auch marktseitig gibt es Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Obwohl sich das Konjunkturklima weltweit noch etwas abkühlen dürfte, schätzen wir die Entwicklung des Zementkonsums für 2012 und darüber hinaus positiv ein. Urbanisierung und demografische Entwicklung ziehen Infrastrukturbedürfnisse nach sich und werden vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu einer hohen Bautätigkeit führen. Probleme gibt es jedoch nach wie vor bei der Finanzierung von Projekten.

Weiterer Wachstumstreiber sind die immer höheren Umweltstandards. Mit unseren vielfach erprobten Konzepten für eine umweltfreundliche Technologie helfen wir unseren Kunden, Auflagen sicher einzuhalten und ihre Ziele in Sachen Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Wir bedanken uns für das Vertrauen, dass Sie, unsere Aktionärinnen und Aktionäre, uns entgegenbringen und laden Sie ein, uns auch weiterhin auf unserem nachhaltigen Weg zu begleiten.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich auch den hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren außerordentlichen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr danken. Ausgehend von unserer Zentrale in Köln sorgen sie in allen Teilen der Welt dafür, dass KHD als verlässlicher, innovativer und servicestarker Partner anerkannt wird.

Beste Grüße,

Jouni Salo

»Wir sind jetzt wesentlich besser aufgestellt«

Der Vorstand der KHD Humboldt Wedag International AG, Jouni Salo und Yizhen Zhu, im Gespräch über strategische Partnerschaften, Kundenorientierung und den besonderen Weg des Unternehmens

Herr Salo, Auftragseingang minus 16 %, Umsatz minus 18 % - da kann man wohl kaum von einem guten Jahr für KHD sprechen.

Salo: Sie haben Recht - aber nur auf den ersten Blick. Natürlich agieren unsere Kunden in der Zementindustrie im gegenwärtigen konjunkturellen Umfeld besonders vorsichtig und haben den Neubau oder die Modernisierung von Anlagen zurückgestellt. In Indien, einem besonders wichtigen Markt für uns, waren die Belastungen besonders ausgeprägt. Das hat uns getroffen, im Neugeschäft genauso wie im Auftragsbestand. In so einem Umfeld kann es passieren, dass man ehrgeizige Zielwerte für Auftragseingang und Umsatz nicht erreicht. Trotzdem war 2011 auch ein gutes Jahr, denn wir schließen es mit einer wesentlich besseren Wettbewerbsposition ab, als wir es begonnen haben. Mehr Service, mehr Kundennähe, mehr Effizienz, mehr Chancen bei Ausschreibungen schlüsselfertiger Anlagen weltweit - das sind die dicken Pluszeichen des Jahres, die uns eine günstige Ausgangsposition für 2012 und darüber hinaus verschaffen.

Die strategische Partnerschaft mit der chinesischen AVIC war wohl das herausragende Ereignis des Jahres 2011. Wann beginnen Sie damit, den chinesischen Markt aufzurollen?

Salo: Das Hauptziel der Partnerschaft ist ein ganz anderes: Wir können unsere Premium-Technologie mit Engineering Made-in-Germany in ein überzeugendes Gesamtpaket für schlüsselfertige Zementanlagen einbringen. Die Ausschreibungen für solche EPC-Aufträge (Engineering, Procurement, Construction) laufen weltweit, etwa in Afrika und Lateinamerika. Dafür bringt AVIC reichhaltige Erfahrung im EPC-Geschäft mit, genauso wie kostengünstige Strukturen. In China selbst interessiert uns derzeit vorwiegend der Beschaffungsmarkt: Der Zugang zu kostengünstigen, aber qualitativ hochwertigen Fertigungskapazitäten, den wir unter anderem über das gemeinsame Procurement Center in Beijing sicherstellen.

Und der Absatzmarkt in China, der für mehr als die Hälfte der Zementproduktion weltweit steht, interessiert sie nicht?

Zhu: Natürlich haben wir über die Partnerschaft im weltgrößten Zementmarkt einen Fuß in der Tür. Aber wir müssen realistisch sein und uns auf wachstumsstarke Nischen fokussieren, in denen wir angreifen können. Eine solche Nische sehen wir insbesondere bei umweltfreundlichen Verfahren. China legt im aktuellen Fünfjahresplan einen starken Akzent darauf. Viele Altanlagen erfüllen die wachsenden Anforderungen nicht und müssen modernisiert oder ersetzt werden. Da geht es in der Summe um enorme Kapazitäten. KHD und AVIC sind zusammen gut positioniert, um einen Teil dieses Zukunftsmarkts zu gewinnen. Die CO2 - und NOx -armen Technologien von KHD sind starke Argumente, die wir im Vertrieb entsprechend einsetzen werden.

»Die CO2- und NOx-armen Technologien von KHD sind starke Argumente, die wir im Vertrieb entsprechend einsetzen werden.« YIZHEN ZHU, COO

Aufarbeitung von Rollenpressen

KUNDENNAHER SERVICE PAR EXCELLENCE

Die Rollenpressen-Technologie von KHD hat sich in der Zementbranche als ein energieeffizientes Verfahren zum Zerkleinern von Kalkstein, Klinker und Schlacke durchgesetzt. Allein in Indien sind mittlerweile über 80 solcher Rollenpressen installiert, die für etwa die Hälfte der Kapazitäten in der Zerkleinerungstechnik stehen. Nach rund einem Jahr (7.000 - 12.000 Betriebsstunden; abhängig vom Material) Dauerbetrieb müssen die Oberflächen der Walzen in aller Regel aufbereitet werden. Mehrere hundert Kilogramm Material gilt es dann über mehrere Wochen sorgfältig aufzuschweißen, damit die voluminösen Rollenpressen die nächsten Jahre anstandslos funktionieren.

Hierfür hat KHD in der Nähe von New Delhi in der bestehenden Werkstatt zur Fertigung und zur Montage eine Linie zur Aufbereitung von Walzen für Rollenpressen eingerichtet. Nach erfolgreichem Probelauf steht diese seit Februar im industriellen Betrieb für die Kunden zur Verfügung. Das Interesse ist groß, denn als Alternativen stehen lediglich lokale Anbieter - zumeist nicht qualitätszertifiziert - oder aber der aufwendige Transport zu einem Werkstattbetrieb außerhalb Indiens zur Verfügung.

Mit der Kapazität der Linie kann KHD den zu erwartenden Bedarf für die Aufbereitung noch nicht vollständig decken, weshalb schon über die nächsten Schritte nachgedacht wird: Etwa eine regelmäßige Kontrolle und Überarbeitung der Rollenpressen bei den Kunden über einen mobilen Werkstattbetrieb oder die Investition in eine zweite Linie. Doch ob mobil oder stationär - mit dem Angebot hat KHD den direkten Draht zu den Kunden deutlich gestärkt und gute Chancen, das Instandhaltungsgeschäft auszubauen. Dies übrigens nicht nur in Indien, sondern überall dort, wo aus der installierten Kapazität heraus ein hoher Bedarf an Service und Qualität made by KHD erwächst.

»Mit KHD und AVIC als Partner steht eine neue Kraft im Markt, die zur Jahreswende in Venezuela auch schon den ersten EPC-Kontrakt unter Dach und Fach gebracht hat.« YIZHEN ZHU, COO

Wie steht es um den Erfolg der Partner außerhalb Chinas?

Salo: Nach gerade einmal einem Jahr können wir sagen: KHD und AVIC sind sehr gut unterwegs. Von den potenziellen Kunden, denen wir unser Angebot in China präsentiert haben, werden wir als echte Alternative im EPC-Markt wahrgenommen - denn eine solche Kombination von westlicher Technologie und den für Asien typischen Kostenvorteilen gibt es sonst nicht im Markt. Hinzu kommt unsere Kundennähe, in welchem Markt auch immer.

Zhu: Natürlich haben wir unser Augenmerk zunächst darauf gerichtet, ein überzeugendes Gesamtpaket zu schnüren. Da ging es auch um Standardisierung und Modularisierung der Anlagenkonzepte, um die Harmonisierung von Prozessen oder das Lieferantenmanagement. Jetzt aber steht die neue Kraft im Markt - und hat zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 in Venezuela auch schon den ersten EPC-Auftrag unter Dach und Fach gebracht.

Die Kooperationsvereinbarung mit Weir Minerals läuft schon etwas länger, seit 2010. Kommt die bei den Kunden ähnlich gut an?

Salo: Absolut. Weir ist ein führender Ausrüster und Dienstleister für die Bergbauindustrie und in dieser Branche exklusiver weltweiter Vertriebspartner für unsere Rollenpressen. Die sind wegen ihres hohen Wirkungsgrads und der Energieeffizienz immer stärker gefragt, erst recht nachdem unsere Anstrengungen zur Entwicklung einer größeren Hochdruck-Rollenpresse (HPGR - High-Pressure Grinding Rolls) zur Markteinführung der RP20 mit ihrer hohen Kapazität führten. Für uns ist das die ideale Abrundung unseres Portfolios, und aus dem direkten Zugang zur erzaufbereitenden Industrie durch Weir Minerals erwachsen natürlich zusätzliche Umsatzchancen. Im Jahr 2011 hat die Partnerschaft die Erwartungen voll erfüllt. Unsere Heimat bleibt aber unbestritten die Zementindustrie.

A propos Abrundung des Portfolios: Im Zementanlagenbau ist die Konsolidierung, so scheint es, weiterhin in vollem Gange, und ihre Wettbewerber kaufen zu oder haben das angekündigt. Welche Strategie verfolgt hier KHD?

Zhu: Externes Wachstum ist auch eine Option für KHD. Mit unserer komfortablen Finanzlage können wir Gelegenheiten nutzen, wenn sie sich bieten. Vor allem interessiert sind wir an komplementären, umweltfreundlichen Technologien.

Salo: Wichtig ist dabei aber: Wir verfolgen unseren eigenen strategischen Weg und lassen uns durch die gegenwärtige M&A-Welle nicht irre machen. KHD setzt auf seine technologischen Kernkompetenzen, kauft ergänzende Produkte und Dienstleistungen bei den besten Unternehmen zu, erschließt neue Märkte über strategische Partnerschaften. Vorteil ist, dass wir wenig Kapital entlang der Wertschöpfungskette gebunden haben. Damit sind wir flexibel und konzentrieren uns auch in schwachen Marktphasen zu 100 % auf die Kunden anstatt auf die Auslastung unserer Kapazitäten. Asset-light, knowledge-intense, customer-driven - das ist der KHD-Weg.

»Asset-light, knowledge-intense, customer-driven - das ist der KHD-Weg.« JOUNI SALO, CEO

Trotzdem investieren Sie in den Ausbau ihrer Service-Aktivitäten. Widerspricht das nicht dem Asset-light-Ansatz?

Salo: Keineswegs. Unser Ziel ist nicht, ein flächendeckendes Netz an Fertigungsstätten aufzubauen. Sondern wir gehen mit Augenmaß vor und bieten Services dort an, wo wir über eine hinreichende installierte Kapazität verfügen - und das jeweils nah an unseren technologischen Kernkompetenzen.

EPC-Geschäft

AUF KOMPETENZ UND ERFAHRUNG KOMMT ES AN

Im Zementanlagenbau wird ein großer Teil der Aufträge in Form von EPC-Verträgen erteilt. EPC steht für Engineering, Procurement und Construction: Der Vertragsnehmer zeichnet für das gesamte Projekt bis zur schlüsselfertigen Übergabe verantwortlich und muss die erforderlichen Dienstleistungen aus eigener Hand oder über vertraglich eingebundene Drittanbieter abdecken. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von Beratungsleistungen - wie etwa der Analyse des vorgesehenen Standorts, der regulatorischen Rahmenbedingungen und der Versorgungssituation - über die Errichtung des Produktionskomplexes einschließlich der Installation der selbst erstellten oder zugekauften Anlagenkomponenten bis zur Schulung des Kundenpersonals.

Die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand: Er hat während des gesamten Projekts einen hauptverantwortlichen Ansprechpartner, der leichter gesteuert werden kann und für die Qualität geradesteht. Zudem liegen je nach Vertragsgestaltung die Risiken teilweise auf Seiten des Anbieters.

Ein EPC-Anbieter erster Wahl muss daher neben der technologischen Kernkompetenz auch viel Erfahrung in der Steuerung schlüsselfertiger Projekte mitbringen und zudem über qualitativ hochwertige, verlässliche und günstige Bezugsquellen verfügen. Für diese attraktive Kombination stehen die Partner KHD und AVIC. AVIC fungiert als Generalunternehmer während KHD für die Prozesstechnik verantwortlich ist, das Engineering der Ausrüstung übernimmt und die als Zulieferer technologischen Kernkomponenten liefert. Zusammen decken die Partner annähernd 80 % der Wertschöpfung einer Zementanlage ab, lediglich 20 % müssen damit bei Spezialanbietern zugekauft werden.

Arbeitsteilung im EPC-Geschäft

»Durch das Servicegeschäft rücken wir insgesamt näher an die Kunden heran und können so womöglich auch positive Impulse für den Anlagenbau erzielen.« JOUNI SALO, CEO

Zhu: Das beste Beispiel hierfür ist die neue Anlage für die Aufbereitung von Walzen für Rollenpressenwalzen in Indien. Hierfür nutzen wir den vorhandenen Werkstattbetrieb in der Nähe von Delhi, also genau dort, wo viele Rollenpressen in Betrieb sind. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diese Werkstatt vom ersten Tag an vollständig auslasten, denn die Vorteile für die Kunden liegen auf der Hand - in puncto Qualität, Kosten und Geschwindigkeit.

Sind denn ähnliche Angebote auch für andere Regionen denkbar?

Salo: Überall dort, wo es genügend installierte Kapazität gibt, evaluieren wir die Situation. Und denken sogar über mobile Werkstätten nach, um die Kunden noch schneller bedienen zu können. Durch das Servicegeschäft rücken wir insgesamt näher an die Kunden heran und können so womöglich auch positive Impulse für den Anlagenbau erzielen.

Auch wenn die Perspektiven von KHD mittelfristig überzeugend sind - rechnen Sie damit, dass sich die Situation schon 2012 aufhellt?

Salo: 2012 wird sicher ein ebenso herausforderndes Jahr wie das abgelaufene. Der eher unbefriedigende Auftragseingang 2011 hat die Umsatz- und Ergebnisperspektiven nicht verbessert. Hinzu kommt, dass die Situation in einigen Märkten, etwa Indien, nach wie vor schwierig ist. Trotz der geringen Investitionsneigung einiger Zementproduzenten rechnen wir aber mit einem Plus beim Auftragseingang - ganz einfach deshalb, weil wir wesentlich breiter und kosteneffizienter aufgestellt sind als noch vor einem Jahr.

Zhu: Besser aufgestellt sind wir übrigens auch im Vertrieb. Unser Netzwerk an Kundenservice-Centern (CSC) und Vertriebsbüros ist wesentlich schlagkräftiger geworden. So sind wir in China und Südostasien nun über ein eigenes CSC in Beijing präsent.

Bei so viel Veränderung - wie kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den neuen Herausforderungen klar?

Salo: Bei diesem Thema darf ich auch mal ein bisschen stolz sein - auf unser Team KHD, das international immer besser zusammenarbeitet und ein gemeinsames Verständnis von Kundenorientierung, Exzellenz und Leistung hat. Das gilt übrigens auch im Zusammenspiel mit AVIC: Hier ist wirklich etwas Gemeinsames entstanden. Das macht uns stark in unseren Märkten - und rechtfertigt für die nächsten Monate und Jahre eine gehörige Portion Optimismus.

JOUNI SALO, CEO UND CFO

Jouni Salo wurde am 9. November 1959 in Finnland geboren. Nach seinem Maschinenbaustudium (Bachelor of Science) an der Technischen Universität in Hameenlinna, Finnland arbeitete er für unterschiedliche Industrieunternehmen und sammelte über 25 Jahre Erfahrung im industriellen Anlagenbau. Bevor er 2008 zu KHD wechselte, bekleidete Salo einige Führungspositionen bei Metso Minerals Inc., u. a. war er dort Direktor des Geschäftsbereichs für Baustoffe.

YIZHEN ZHU, COO ASIA-PACIFIC

Yizhen "Mario" Zhu wurde am 27. Dezember 1971 in China geboren. Er arbeitete in verschiedenen Führungspositionen bei AVIC und war u. a. für die Entwicklung des Zementanlagengeschäfts verantwortlich. Yizhen Zhu hat langjährige Auslandserfahrung und ist seit 2011 bei KHD zuständig für den weltweiten Ausbau des EPC-Geschäfts zusammen mit unserem strategischen Partner AVIC. Zusätzlich ist er für das Servicecenter Asia-Pacific-Region verantwortlich. Neben einem Universitätsabschluss für Maschinenbau hat er auch einen Abschluss als MBA.

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat der KHD Humboldt Wedag International AG hat im Geschäftsjahr 2011 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben umfassend wahrgenommen. Er überwachte und beriet den Vorstand kontinuierlich und stimmte sich mit ihm in zahlreichen ordentlichen und außerordentlichen Sitzungen sowie Kontakten außerhalb von Sitzungen ab. Regelmäßig, zeitnah und umfassend ließ er sich durch den Vorstand schriftlich und mündlich über die beabsichtigte Geschäftspolitik, grundsätzliche Fragen der Finanz-, Investitions- und Personalplanung, die Geschäftsentwicklung und Rentabilität des Konzerns und der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie über die strategische Ausrichtung und den Stand der Strategieumsetzung berichten.

In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für den Konzern war der Aufsichtsrat eingebunden. Hierzu gehören Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, insbesondere die Zustimmung zur Annahme von Großaufträgen sowie die Zustimmung zum Jahresbudget und zur Mittelfristplanung.

Eine reibungslose und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vorstand war stets gegeben. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb von Sitzungen in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden und hat mit ihm die Unternehmensstrategie, die Risikolage und das Risikomanagement regelmäßig beraten. Über außergewöhnliche Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und der Entwicklung des KHD Konzerns von wesentlicher Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsratsvorsitzende vom Vorsitzenden des Vorstands stets unverzüglich informiert.

VERÄNDERUNGEN IN VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Mit Wirkung zum 14. Februar 2011 hatte Herr Gerhard Beinhauer sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Durch gerichtliche Bestellung vom 23. März 2011 wurde Herr Beinhauer erneut Aufsichtsratsmitglied und durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 23. März 2011 zudem erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Die Hauptversammlung hat am 16. Juni 2011 Herrn Gerhard Beinhauer erneut als Mitglied des Aufsichtsrats gewählt. Darüber hinaus beschloss die Hauptversammlung, die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder der KHD Humboldt Wedag International AG von drei auf sechs Personen zu erhöhen und die Satzung entsprechend zu ändern. Herr Luc Antoine Baehni, Frau Eliza Suk Ching Yuen und Herr Hubert Keusch wurden durch die Hauptversammlung am 16. Juni 2011 mit Wirkung ab dem Zeitpunkt der Eintragung der Satzungsänderung im Handelsregister als neue Mitglieder des Aufsichtsrats gewählt. In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 16. Juni 2011 wurden Herr Gerhard Beinhauer zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Frau Silke Stenger zur Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Mit Wirkung zum 30. September 2011 hat Herr Gerhard Rolf sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Durch gerichtlichen Beschluss vom 19. Oktober 2011 wurde Herr Heinz Otto Geidt als Aufsichtsratsmitglied bis zur nächsten Hauptversammlung bestellt.

Mit Wirkung zum 1. April 2011 wurde Herr Yizhen "Mario" Zhu zum Mitglied des Vorstands bestellt; als Chief Operating Officer Asia Pacific ("COO APA") ist er zuständig für die weitere Entwicklung des Geschäfts in der Region Asien-Pazifik sowie weltweit für das EPC-Geschäft (schlüsselfertige Anlagen). Das EPC-Geschäft wird zusammen mit unserem Kooperationspartner AVIC betrieben, der die Rolle des Generalunternehmers übernimmt.

Herr Manfred Weinandy hat zum 7. September 2011 sein Vorstandsmandat mit Zustimmung des Aufsichtsrats niedergelegt. Die Leitung des Finanzressorts wird seit dem durch den Vorstandsvorsitzenden, Herrn Jouni Salo, mit ausgeübt.

SITZUNGEN UND BESCHLUSSFASSUNGEN DES AUFSICHTSRATS

Im Geschäftsjahr 2011 trat der Aufsichtsrat zu insgesamt sechs ordentlichen Sitzungen zusammen, bei denen er sich umfänglich mit allen für das Unternehmen relevanten Fragen befasste. Außerdem fanden sieben außerordentliche Sitzungen statt. Dringende Beschlüsse wurden zudem telefonisch bzw. auf schriftlichem Wege im Umlaufverfahren gefasst. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen.

In der Bilanzsitzung am 29. März 2011 befasste sich der Aufsichtsrat unter anderem eingehend mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 der KHD Humboldt Wedag International AG, billigte diese und stimmte dem Gewinnverwendungsvorschlag zu.

Die ordentlichen Aufsichtsratssitzungen im Januar, Februar, März, April, August und Dezember hatten unter anderem die Berichterstattung über den Geschäftsverlauf sowie über Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen, das Budget 2012, Erörterung der Zwischenmitteilungen und des Halbjahresfinanzberichts vor der Veröffentlichung, Erörterung der Beschlussvorschläge für die Hauptversammlung, Beschlussfassungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex, das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem, das Interne Revisionssystem und die Überprüfung der Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit zum Gegenstand. Des Weiteren ließ sich der Aufsichtsrat durch den Vorstand über den Status der Strategieumsetzung und die strategische Weiterentwicklung des Konzerns, die Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklungsperspektiven, organisatorische Veränderungen sowie über operative Themen informieren.

Die außerordentlichen Sitzungen im März, Mai, Juni, Juli (2 Sitzungen), August und Oktober dienten insbesondere der Konstituierung des neuen Aufsichtsrats, Entscheidungen zur Vorstandsvergütung, Personalangelegenheiten, operativen Themen sowie der Erörterung zustimmungspflichtiger Geschäfte.

Zusätzlich wurden Beschlüsse (Zustimmung zu Geschäften von wesentlicher Bedeutung für den Konzern) auf Basis zur Verfügung gestellter Unterlagen telefonisch bzw. im schriftlichen Verfahren gefasst.

AUSSCHÜSSE UND DEREN SITZUNGEN

Da der Aufsichtsrat bis zur Änderung der Satzung aus lediglich drei Personen bestand, hatte er keine Ausschüsse gebildet. Die Aufgaben, die sonst an Ausschüsse übertragen werden können, wurden vom gesamten Aufsichtsrat erledigt. Nach Eintragung der Satzungsänderung in das Handelsregister am 22. Juni 2011 besteht der Aufsichtsrat nunmehr aus sechs Mitgliedern. In der Aufsichtsratssitzung am 9. August 2011 wurden ein Vergütungs- und Strategieausschuss, ein Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschuss sowie ein Prüfungsausschuss gebildet.

Der Vergütungs- und Strategieausschuss trat im Berichtsjahr zu einer Sitzung zusammen. Als wesentliche Aufgabe im Berichtsjahr hat der Ausschuss die Strategie und die Unternehmensentwicklung mit dem Vorstand erörtert und die Beschlussfassung in strategischen Belangen durch den Aufsichtsrat vorbereitet. Zu den behandelten Themen gehörten insbesondere Grundsatzfragen der Geschäftspolitik, der Geschäftsstrategie sowie der Markt- und Wettbewerbsposition.

Der Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschuss hat nach seiner Errichtung einmal im Geschäftsjahr 2011 getagt. Der Ausschuss überprüfte die Grundzüge der Corporate Governance des Unternehmens und befasste sich mit Fragen der Compliance; darüber hinaus wurden Kandidaten für die Position des Finanzvorstands geprüft.

Der Prüfungsausschuss hat nach seiner Errichtung zweimal im Geschäftsjahr 2011 getagt. Die Aufgaben nach § 107 Abs. 3 AktG wurden vor der Bildung des Prüfungsausschusses am 9. August 2011 vom gesamten Aufsichtsrat erledigt. Der Prüfungsausschuss bzw. vor Errichtung des Prüfungsausschusses der gesamte Aufsichtsrat befasste sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und erörterte die Zwischenmitteilungen sowie den Halbjahresfinanzbericht vor deren Veröffentlichung auf Basis der Berichterstattung des Vorstands. Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit dem Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Festlegung der Prüfungsschwerpunkte und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Ferner überwachte der Prüfungsausschuss bzw. der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit, Qualifikation, Rotation und Effizienz des Abschlussprüfers sowie die von diesem zusätzlich zu den Abschlussprüfungsleistungen erbrachten Leistungen. Der Prüfungsausschuss bzw. der Aufsichtsrat beschäftigte sich anhand der Darstellungen durch den Vorstand, den Leiter Risikomanagement und den Leiter der Internal Audit mit dem internen Kontrollsystem und ließ sich über die Wirksamkeit und die Weiterentwicklung des konzernweit implementierten Risikomanagementsystems, die Risikolage, -erfassung und -überwachung sowie über die Compliance-Strukturen und Compliance-Themen im Konzern unterrichten. Der Leiter der Internal Audit gab einen Bericht bezüglich Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie Prüfungstätigkeit der Internal Audit Abteilung ab und legte dem Prüfungsausschuss den Prüfungsplan 2011/12 vor. Der Prüfungsausschuss bzw. der Aufsichtsrat hat sich von der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems überzeugt.

CORPORATE GOVERNANCE UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erfüllten und erfüllen die Unabhängigkeitskriterien des Deutschen Corporate Governance Kodex. Interessenkonflikte im Sinne des Deutschen Corporate Governance Kodex traten nicht auf.

Der Aufsichtsrat, insbesondere der Nominierungs- und Corporate Governance Ausschuss, beobachtet fortlaufend die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards sowie die Umsetzung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex bei der KHD Humboldt Wedag International AG. Vorstand und Aufsichtsrat haben im März 2012 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben. Diese wurde zwischenzeitlich veröffentlicht und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.khd.com dauerhaft zugänglich gemacht. Weitere Informationen zur Corporate Governance sind im Geschäftsbericht unter "Corporate Governance" zu finden.

JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS

Der Vorstand hat den Jahresabschluss der KHD Humboldt Wedag International AG einschließlich des Lageberichts zum 31. Dezember 2011 nach HGB-Grundsätzen, den Konzernabschluss einschließlich Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2011 nach IFRS-Grundsätzen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, zeitnah aufgestellt. Der von der ordentlichen Hauptversammlung am 16. Juni 2011 gewählte Abschlussprüfer, die Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf, hat sowohl den Jahresabschluss einschließlich des Lageberichts als auch den Konzernabschluss einschließlich Konzernlagebericht geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Abschlussprüfer bestätigte ferner, dass das Risikofrüherkennungssystem den gesetzlichen Vorschriften des § 91 Abs. 2 AktG entspricht; bestandsgefährdende Risiken waren nicht erkennbar. Wesentliche schwächen des internen Kontrollsystems wurden vom Abschlussprüfer nicht berichtet.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugestellt. Sie waren Gegenstand intensiver Beratungen im Prüfungsausschuss am 24. März 2012 und in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 27. März 2012. An den Erörterungen in der bilanzfeststellenden Sitzung des Aufsichtsrats nahmen sowohl der Abschlussprüfer als auch der Vorstand teil. Der Abschlussprüfer berichtete über die Prüfungsschwerpunkte und wesentliche Ergebnisse der Prüfungen und stand für ergänzende Auskünfte sowie die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Auch der Prüfungsausschuss berichtete über das Ergebnis seiner Prüfung an den Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2011 einschließlich des Lageberichts und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 einschließlich des Konzernlageberichts sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns des Geschäftsjahrs 2011 unter Einbeziehung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers geprüft.

Der Aufsichtsrat hat sämtliche Vorlagen und Prüfungsberichte geprüft und eingehend diskutiert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung der von Vorstand und Abschlussprüfer vorgelegten Unterlagen erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen und schließt sich dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch die Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft an. Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011; der Jahresabschluss der KHD Humboldt Wedag International AG ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands stimmt der Aufsichtsrat zu.

DANK

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die stets offene und konstruktive Zusammenarbeit sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des KHD Konzerns für ihre engagierte, verantwortungsvolle und erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 und wünscht für das neue Geschäftsjahr 2012 viel Erfolg.

Köln, 27. März 2012

Gerhard Beinhauer, Vorsitzender des Aufsichtsrats

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

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Mitglieder Mandate
Gerhard Beinhauer Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis zum 14. Februar 2011 sowie seit dem 23. März 2011) Geschäftsführer der BBI Beteiligungs- und Handelsgesellschaft mbH - Web-Arts AG, Mitglied des Aufsichtsrats - omniwatt AG, Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis zum 17. Oktober 2011) - Gold Cache Inc., non-executive Member of the Board
Silke S. Stenger Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats Unternehmensberaterin
Luc Antoine Baehni (seit dem 22. Juni 2011) Generaldirektor der CGN-Compagnie Generale de Navigation sur le Lac Léman SA - Fondation de Prévoyance PROFELIA, Mitglied des Stiftungsrats
Eliza Suk Ching Yuen (seit dem 22. Juni 2011) Geschäftsführende Partnerin bei der HLM & Co
Heinz Otto Geidt (seit dem 19. Oktober 2011) Leiter der Vermögensverwaltung Software AG - Stiftung - Software AG, Mitglied des Aufsichtsrats - Bingenheimer Saatgut AG; Vorsitzender des Aufsichtsrats - Birken AG; Vorsitzender des Aufsichtsrats
Hubert Keusch (seit dem 22. Juni 2011) Geschäftsführer der ContiLink Services Limited
Gerhard Rolf (bis zum 30. September 2011) Im Ruhestand

AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

In der Aufsichtsratssitzung am 9. August 2011 wurden durch den Aufsichtsrat ein Vergütungs- und Strategieausschuss, ein Prüfungsausschuss sowie ein Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschuss gebildet.

Vergütungs- und Strategieausschuss

Gerhard Beinhauer (Vorsitzender)

Luc Antoine Baehni

Hubert Keusch

Prüfungsausschuss

Silke S. Stenger (Vorsitzende)

Eliza Suk Ching Yuen

Heinz Otto Geidt

Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschuss

Heinz Otto Geidt (Vorsitzender)

Gerhard Beinhauer

Silke S. Stenger

INFORMATIONEN ZUR AKTIE

KHD ist im Regulierten Markt (General Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. 2011 absolvierte KHD das erste komplette Kalenderjahr an der Börse, nachdem die Erstnotiz im Frühjahr 2010 erfolgt war. Am 11. Februar markierte die KHD-Aktie mit € 8,10 ihren Jahreshöchstkurs. Am 26. September wurde der Jahrestiefstkurs bei € 4,31 registriert. KHD beendete das Börsenjahr 2011 am 30. Dezember bei einem Schlusskurs von € 5,00. Die Marktkapitalisierung betrug damit per Jahresende 2011 rund € 248 Mio. Das monatliche Handelsvolumen pendelte im Jahresverlauf zwischen 1,4 Mio. und 2,6 Mio. Aktien. Bis zum 15. März 2012 stieg der Kurs der KHD-Aktien auf € 6,40.

Aktienchart in Euro

Aktionärsstruktur Anteil in %

1) Max Glory Industries ist eine 100%-ige Tochter von AVIC International Beijing Company Ltd.

2) vormals Terra Nova Royalty Corp.

Die KHD-Aktien befinden sich zu 65,76 % im Streubesitz. Max Glory Industries Ltd., eine indirekte Tochter der chinesischen AVIC (früher CATIC), hält 20 %. IAT Reinsurance ist mit 5,7 % investiert, Sterling Strategic Value mit 5,03 %.

KAPITALERHÖHUNG

Am 21. Dezember 2010 hat die KHD im Zuge einer Kooperationsvereinbarung mit der chinesischen CATIC Beijing Co. Ltd. eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht beschlossen. Diese wurde am 16. Februar 2011 erfolgreich beendet. Die neuen auf den Inhaber lautenden Stammaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von € 1,00 je Aktie wurden zum Preis von € 4,53 je Aktie ausgegeben. Insgesamt zeichneten bestehende Aktionäre 6.620.306 Aktien. Von nicht bezogenen Aktien wurden 9.940.715 von der Max Glory Industries Ltd. ("MGI") übernommen, die damit 20 % der KHD-Anteile hält.

Mit dem Abschluss der Transaktion erhöhte sich das Grundkapital von KHD von € 33.142.552 um € 16.561.021 auf € 49.703.573. Der Bruttoemissionserlös aus der Transaktion belief sich auf rund € 75,0 Mio. Die neuen Aktien wurden am 21. Februar 2011 in den Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen.

Stammdaten

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ISIN DE0006578008
Wertpapiernummer (WKN) 657800
Börsenkürzel KWG
Branche Industrieanlagen und Dienstleistungen
Sektor Anlagenbau
Handelsegment Regulierter Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard)
Währung Euro
Notierungsaufnahme im Regulierten Markt 31. März 2010
Grundkapital zum 31.12.2011 € 49.703.573
Anzahl der Aktien zum 31.12.2011 49.703.573
Art der Aktien Auf den Inhaber lautende Stückaktien
Designated Sponsor Lang & Schwarz
Ende des Geschäftsjahrs 31. Dezember
Höchskurs 2011 € 8,10
Tiefstkurs 2011 € 4,31
Schlusskurs 30.12.2011 € 5,00

INVESTOR RELATIONS

Mit der Notiz im Regulierten Markt hat sich KHD den entsprechenden Transparenzstandards verpflichtet. In diesem Zusammenhang veröffentlichte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 neben einem Halbjahresfinanzbericht auch Zwischenmitteilungen zum ersten und dritten Quartal.

Um KHD am Kapitalmarkt noch präsenter zu machen, nahm KHD 2011 am Eigenkapitalforum der Deutschen Börse und der KfW teil und führte dabei zahlreiche Investorengespräche. 2011 hat KHD sich einer expliziten Investor-Relations-Policy verschrieben. Darin wird guter Corporate Governance ein großer Stellenwert beigemessen, der Vorstand und Aufsichtsrat sich verpflichtet fühlen. Im Mittelpunkt stehen dabei unsere Investoren: Alle Investoren sollen den gleichen Zugang zu den Informationen bekommen, die die Belange des Unternehmens betreffen und damit auch den Aktienkurs beeinflussen könnten.

Im Zuge der IR-Policy hat sich KHD auch für das neue Geschäftsjahr 2012 zum Ziel gesetzt, die Kapitalmarktteilnehmer zeitnah und dabei möglichst umfassend über die jeweils aktuelle Geschäftsentwicklung zu informieren. Dabei soll die Veröffentlichung des Halbjahresfinanz- und des Geschäftsberichts auch künftig von Telefonkonferenzen mit Webcast begleitet werden.

Finanzkalender 2012

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Geschäftsbericht 2011 30. März 2012
Zwischenmitteilung für das erste Quartal 2012 15. Mai 2012
Ordentliche Hauptversammlung 30. Mai 2012
Halbjahresfinanzbericht 2012 15. August 2012
Zwischenmitteilung für das dritte Quartal 2012 09. November 2012

CORPORATE GOVERNANCE (inklusive Erklärung zur Unternehmensführung)

Gute Corporate Governance ist eine wesentliche Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Aufsichtsrat und Vorstand der KHD bekennen sich ausdrücklich zu den Regeln guter Unternehmensführung. Bei KHD steht Corporate Governance für eine verantwortungsbewusste und auf den langfristigen Erfolg ausgerichtete Führung und Kontrolle des Konzerns, eine zielgerichtete und effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, die Achtung der Interessen unserer Mitarbeiter und Aktionäre sowie faire Geschäftspraktiken gegenüber allen Parteien. Transparenz und Verantwortung bei unternehmerischen Entscheidungen sowie ein angemessener Umgang mit Risiken gehören bei KHD ebenfalls zu den Unternehmensgrundsätzen.

01 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG ENTSPRECHEND § 289 A HGB

EINHALTUNG DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DER "KODEX") UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Vorstand und Aufsichtsrat der KHD Humboldt Wedag international AG ("KHD") richten Ihr Handeln nach anerkannten Grundsätzen einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und -kontrolle. Dabei versteht KHD Corporate Governance als fortlaufenden Prozess und wird auch zukünftige Entwicklungen weiterhin aufmerksam verfolgen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben die jährliche Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben:

Entsprechenserklärung des Vorstands und Aufsichtsrats der KHD Humboldt Wedag International AG

gem. § 161 AktG zu den Empfehlungen der

"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"

Vorstand und Aufsichtsrat der KHD Humboldt Wedag international AG erklären hiermit, dass seit der letzten Entsprechenserklärung vom 23. März 2011 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (der "Kodex") in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit den nachfolgend aufgeführten Ausnahmen entsprochen wurde und auch in Zukunft entsprochen wird:

Die Gesellschaft hat für den Aufsichtsrat eine D&O-Versicherung abgeschlossen, aber es wurde kein Selbstbehalt vereinbart (Kodex Ziffer 3.8 Abs. 3).

Die Gesellschaft und der Aufsichtsrat sind sich in vollem Umfang den Anforderungen zur Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Aufsichtsratsmitglieds bewusst und sind diesen verpflichtet, aber sie sind der Auffassung, dass die Vereinbarung eines Selbstbehalts nicht geeignet wäre, die Motivation und Verantwortungsbereitschaft zu verbessern, mit denen die Mitglieder des Aufsichtsrats die ihnen übertragenen Aufgaben und Funktionen wahrnehmen.

Die Zahlungen bei vorzeitiger Beendigung des Dienstvertrages ohne wichtigen Grund sind nicht auf zwei Jahresvergütungen begrenzt (Kodex Ziffer 4.2.3 Abs. 4).

Die Dienstverträge mit beiden Vorstandsmitgliedern enthalten zwar einen Abfindungs-Cap für den Fall der Beendigung des Dienstvertrags ohne wichtigen Grund. Einer der beiden Dienstverträge enthält bereits keine Abfindungsregelung, in dem anderen ist die Abfindung auf zwei Jahresfestgehälter beschränkt und zudem um die Höhe der zu leistenden Restvergütung reduziert. Für den Fall einer vorzeitigen Beendigung ohne wichtigen Grund zu einem Zeitpunkt der mehr als zwei Jahre vor dem regulären Ablauf der Dienstverträge liegt, enthalten die beiden Dienstverträge jedoch keine Beschränkung der Zahlungen auf zwei Jahresvergütungen, vielmehr wäre dann die normale Restlaufzeit zu vergüten, aber keine Abfindung zu bezahlen.

Der Vorstandsvertrag sieht insoweit keine Beschränkung vor, da der Aufsichtsrat die Vereinbarung einer solchen Beschränkung nicht für zweckmäßig erachtet. Eine vorzeitige Beendigung eines Vorstandsvertrags ohne wichtigen Grund kann regelmäßig nur durch einvernehmliche Aufhebung erfolgen. Selbst wenn der Aufsichtsrat beim Abschluss oder der Verlängerung des jeweiligen Vorstandsvertrags auf der Vereinbarung einer Beschränkung besteht, ist damit nicht ausgeschlossen, dass beim vorzeitigen Ausscheiden über eine über die Beschränkung hinausgehende Zahlung mitverhandelt wird. Darüber hinaus wird bei Vorstandsverträgen mit entsprechendem Beschränkungen und Restlaufzeiten von mehr als zwei Jahren die Einigung über eine vorzeitige Aufhebung signifikant erschwert, denn die Beachtung der Beschränkung ist in diesen Fällen für das betroffene Vorstandsmitglied regelmäßig ungünstiger als das einfache Festhalten am Vertrag mit der dann fortgeltenden laufenden Vergütung.

Der Aufsichtsrat hat entgegen der Empfehlung des Kodex keine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt (Kodex Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1).

Der Aufsichtsrat erachtet umfangreiche Geschäftserfahrung, die im Laufe einer langen beruflichen Laufbahn gewonnen wurde, als vorteilhaft für die Kompetenz des Aufsichtsrats und die Interessen der Gesellschaft. Daher hat sich der Aufsichtsrat entschieden, keine Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder festzulegen.

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats enthält entgegen der Empfehlung des Kodex kein erfolgsorientiertes Vergütungselement (Kodex Ziffer 5.4.6 Abs. 2).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung. Im Hinblick auf die Beratungs- und Überwachungsfunktion des Aufsichtsrats hält die Gesellschaft die Gewährung einer ausschließlich festen Vergütung für angemessen.

Den folgenden Empfehlungen des Kodex wurde nicht im gesamten Geschäftsjahr 2011 entsprochen, Vorstand und Aufsichtsrat der KHD Humboldt Wedag international AG haben diese Empfehlungen jedoch im Laufe des Geschäftsjahrs 2011 umgesetzt:

Der Aufsichtsrat hatte keine Ausschüsse gebildet (Kodex Ziffer 5.3.1).

Da der Aufsichtsrat bis zur Änderung der Satzung aus lediglich drei Personen bestand, hatte er entschieden, keine Ausschüsse zu bilden. Die Aufgaben, die sonst an Ausschüsse übertragen werden, wurden von allen drei Aufsichtsratsmitgliedern gemeinsam erledigt, wobei jedes Aufsichtsratsmitglied an den gesamten Aufsichtsrat über die Erledigung der Aufgaben berichtete, die ihm ausdrücklich übertragen worden waren. Nach Änderung der Satzung besteht der Aufsichtsrat nunmehr aus sechs Mitgliedern. Ein Prüfungsausschuss, ein Nominierungs- und Corporate Governance Ausschuss sowie ein Vergütungs- und Strategieausschuss wurden gebildet.

Der Aufsichtsrat hatte entgegen der Empfehlung des Kodex keinen Prüfungsausschuss (Audit Committee) eingerichtet (Kodex Ziffer 5.3.2).

Es wird auf die Ausführungen in Bezug auf Ziffer 5.3.1 des Kodex verwiesen. Ein Prüfungsausschuss wurde gebildet.

Der Aufsichtsrat hatte entgegen der Empfehlung des Kodex keinen Nominierungsausschuss gebildet (Kodex Ziffer 5.3.3).

Es wird auf die Ausführungen in Bezug auf Ziffer 5.3.1 des Kodex verwiesen. Ein Nominierungs- und Corporate Governance Ausschuss wurde gebildet.

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder berücksichtigte nicht den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat (Kodex Ziffer 5.4.6 Abs. 1).

Nach Erweiterung des Aufsichtsrats auf sechs Mitglieder und der Einrichtung von Ausschüssen hat der Aufsichtsrat über die Verteilung der Aufsichtsratsvergütung unter Berücksichtigung des Vorsitzes und des stellvertretenden Vorsitzes im Aufsichtsrat sowie des Vorsitzes und der Mitgliedschaft in den Ausschüssen neu entschieden.

Köln, 02. März 2012

Für den Vorstand

gez. Jouni Salo

gez. Yizhen Zhu

Für den Aufsichtsrat

gez. Gerhard Beinhauer

Die aktuelle Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist auf der Website der Gesellschaft verfügbar unter www.khd.com.

UNTERNEHMENSFÜHRUNGSPRAKTIKEN

Gute und verantwortungsbewusste, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Leitung und Kontrolle haben bei der KHD einen hohen Stellenwert. Gute Corporate Governance fördert das Vertrauen von Mitarbeitern, Anlegern und Kunden in den KHD Konzern. Grundlage für eine erfolgreiche Unternehmensführung sind die effektive Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat, die Beachtung der Aktionärsinteressen sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation.

Verhaltenskodex

Der Vorstand der KHD hat einen Verhaltenskodex ("Code of Conduct") aufgestellt und wirksam eingeführt, der für die geschäftlichen Aktivitäten des KHD Konzerns die Beachtung sämtlicher Gesetze und hoher ethischer Standards vorschreibt. Der Verhaltenskodex ist für alle Führungskräfte und Mitarbeiter konzernweit verbindlich.

Compliance Organisation

Maßnahmen zur Einhaltung von Gesetz und gesetzlichen Bestimmungen sowie von Unternehmensgrundsätzen des KHD Konzerns sind bei der KHD ebenso wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Risiken eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Um die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und unternehmensinterner Grundsätze sicherzustellen, existiert konzernweit ein System von Maßnahmen und Verantwortlichkeiten, welches regelmäßig auf seine Wirksamkeit untersucht wird.

Als ein wichtiges Element des Compliance-Systems des KHD Konzerns ist ein Hinweisgebersystem ("Whistleblower Policy") installiert. Das Hinweisgebersystem ermöglicht Mitarbeitern, Bedenken in Bezug auf mögliche Verstöße gegen Gesetz oder Unternehmensgrundsätze des KHD Konzerns zu melden. Auf Wunsch werden die Informationen auch unter Geheimhaltung der Identität des Meldenden entgegengenommen.

ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Die KHD unterliegt den Vorschriften des deutschen Aktiengesetzes, den Kapitalmarktregelungen sowie den Bestimmungen der Satzung. Gemäß dem dualen Führungssystem verantwortet der Vorstand die Führung der Geschäfte während der Aufsichtsrat Beratungs- und Überwachungsfunktionen ausübt. Beide Organe arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen, mit dem Ziel, für eine nachhaltige Wertschöpfung unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder zu sorgen.

Vorstand

Der Vorstand der KHD besteht aktuell aus zwei Mitgliedern. Er leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und führt deren Geschäfte. Der Vorstand stimmt die strategische Ausrichtung des Unternehmens regelmäßig mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Des Weiteren ist der Vorstand für die Planung, die Erstellung von Abschlüssen, die Einrichtung eines angemessenen Risikomanagements und Risikocontrollings, die Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen und der unternehmensinternen Richtlinien ("Compliance") sowie für eine regelmäßige, zeitnahe und umfassende Berichterstattung an den Aufsichtsrat verantwortlich.

Der Aufsichtsrat hat eine Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen, welche unter anderem die Arbeit des Vorstands, die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie Verfahrensregeln zu Vorstandssitzungen und Vorstandsbeschlüssen festlegt. Darüber hinaus legt die Geschäftsordnung für den Vorstand für Maßnahmen und Geschäfte von grundlegender Bedeutung einen Zustimmungsvorbehalt des Aufsichtsrats fest. In einer Informationsordnung hat der Aufsichtsrat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands näher bestimmt.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand, berät ihn bei der Leitung des Unternehmens und überwacht dessen Geschäftsführung. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit des Plenums und leitet die Sitzungen. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandsvorsitzende halten regelmäßig Kontakt und tauschen Informationen aus. In seiner Geschäftsordnung hat der Aufsichtsrat unter anderem auch Regelungen bezüglich seiner Zusammensetzung, Verantwortlichkeiten, Beschlussfassung sowie bezüglich des Umgangs mit möglichen Interessenskonflikten verankert.

Der Aufsichtsrat entscheidet über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses und beauftragt den Abschlussprüfer. Weitergehende Informationen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie zur Zusammenarbeit mit dem Vorstand im Geschäftsjahr 2011 können Sie im "Bericht des Aufsichtsrats" nachlesen.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Nach der Erweiterung des Aufsichtsrats auf sechs Mitglieder hat der Aufsichtsrat aus seiner Mitte drei Ausschüsse gebildet. Dabei handelt es sich um den Vergütungs- und Strategieausschuss, den Prüfungsausschuss sowie den Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschuss. Die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist in diesem Geschäftsbericht unter "Mitglieder des Aufsichtsrats" ersichtlich.

Der Vergütungs- und Strategieausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Beschlussfassung über das Vergütungssystem für den Vorstand einschließlich der Bedingungen der Anstellungsverträge und die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder. Zudem ist es eine wesentliche Aufgabe des Ausschusses, die Strategie und die Unternehmensentwicklung zu erörtern und die Beschlussfassung in strategischen Belangen durch den Aufsichtsrat vorzubereiten. Hierzu gehören insbesondere Grundsatzfragen der Geschäftspolitik, der Geschäftsstrategie sowie der Marktposition. Neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden, der den Vorsitz in diesem Ausschuss innehat, gehören zwei weitere Aufsichtsräte dem Vergütungs- und Strategieausschuss an.

Der Prüfungsausschuss (Audit Committee) umfasst drei Mitglieder. Er bereitet die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor und trifft die Vereinbarungen mit dem Abschlussprüfer. Er überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung. Außerdem erörtert er mit dem Vorstand vor Veröffentlichung die Zwischen- und Halbjahresfinanzberichte.

Dem Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschuss gehören drei Mitglieder an. Der Ausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und Empfehlungen für die Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern durch die Hauptversammlung. Außerdem überprüft er die Corporate Governance des Unternehmens, unterbreitet Vorschläge zu ihrer Verbesserung und bereitet den Beschluss des Aufsichtsrats über die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex vor. Der Ausschuss befasst sich darüber hinaus mit Fragen der Compliance.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Nach der Änderung des § 10 der Satzung im Geschäftsjahr 2011 besteht der Aufsichtsrat der KHD gegenwärtig aus sechs Mitgliedern. Der Aufsichtsrat der KHD soll so besetzt sein, dass eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat sichergestellt ist. Der Aufsichtsrat soll als Plenum über die Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen, die zur Überwachung und Beratung des Vorstands in einem international tätigen Konzern erforderlich sind. Bei den zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten soll insbesondere auf die Persönlichkeit, Integrität, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit geachtet werden.

Der Aufsichtsrat hat in Übereinstimmung mit Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex nachfolgende konkrete Ziele für seine Zusammensetzung festgelegt, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Konzerns, potenzielle Interessenkonflikte und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Nachfolgend sind die Ziele sowie die Umsetzung der Ziele dargestellt:

Internationale Expertise

Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des KHD Konzerns sollen die Mitglieder des Aufsichtsrats über eine internationale Expertise verfügen.

Die Mehrzahl der Aufsichtsratsmitglieder verfügt über langjährige internationale Erfahrung; die Kurzbiographien der Mitglieder des Aufsichtsrats sind verfügbar unter www.khd.com.

Potenzielle Interessenkonflikte

Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats gilt für die Aufsichtsratsmitglieder der Grundsatz der Unabhängigkeit. Die Aufsichtsratsmitglieder sollen in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand stehen, die einen Interessenkonflikt begründen könnte. Interessenkonflikte, zum Beispiel durch Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Kunden oder Lieferanten sind dem gesamten Aufsichtsrat offenzulegen. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören.

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats entsprechen dem Grundsatz der Unabhängigkeit; Interessenkonflikte bestehen nicht. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat keine ehemaligen Mitglieder des Vorstands an.

Vielfalt (Diversity)

Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung Vielfalt (Diversity) und insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen an.

Die Anforderungen bezüglich Vielfalt bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrats sind bei der KHD aufgrund der internationalen Besetzung bereits erfüllt; ein Drittel (zwei von sechs) der Aufsichtsratsmitglieder sind Frauen.

02 WEITERE ANGABEN ZUR CORPORATE GOVERNANCE

Im Rahmen ihrer Investor-Relations-Arbeit informiert die KHD die Investoren offen und umfassend über die Entwicklung im Konzern. In der Investor-Relations-Policy wurde als ein wesentlicher Grundsatz festgelegt, dass Aktionäre, Analysten, Geschäftspartner, Mitarbeiter und die interessierte Öffentlichkeit zeitnah und gleichberechtigt über die Lage des Konzerns sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen informiert werden. KHD nutzt zur Berichterstattung intensiv auch das Internet; unter www.khd.com wird zusätzlich zu den Zwischenmitteilungen, Halbjahres- und Jahresberichten, Ad-hoc-Mitteilungen, Analystenpräsentationen und Pressemitteilungen auch der Finanzkalender für das laufende Jahr publiziert, der die für die Finanzkommunikation wesentlichen Veröffentlichungstermine und den Termin der Hauptversammlung enthält.

KHD ist einer transparenten Berichterstattung verpflichtet und informiert ihre Aktionäre vier Mal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage. Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet üblicherweise in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahrs statt. Die vom Gesetz für die Hauptversammlung verlangten Berichte, Unterlagen und Informationen, einschließlich des Geschäftsberichts und des Konzerngeschäftsberichts, werden im Internet zur Verfügung gestellt, ebenso die Tagesordnung der Hauptversammlung und eventuelle, zugänglich zu machende Gegenanträge oder Wahlvorschläge von Aktionären.

Chancen zu nachhaltigem Wachstum und zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts können nur durch die Bereitschaft, kalkulierbare unternehmerische Wagnisse bewusst einzugehen, genutzt werden. Ein effektives Risikomanagement, das neben den Chancen auch die Risiken erkennt und angemessen berücksichtigt, gehört daher zu den Kernelementen der Corporate Governance bei der KHD. Weitere Ausführungen zum Risikomanagementsystem der KHD sind im Konzernlagebericht unter "Risiko- und Chancenbericht" dargestellt.

03 VERGÜTUNGSBERICHT (Bestandteil des Konzernlageberichts)

Der Vergütungsbericht stellt die Grundzüge, die Struktur und die Höhe der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung im KHD Konzern dar. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzernlageberichts und berücksichtigt die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK"). Er enthält auch die entsprechend § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a Satz 5 bis 8 HGB erforderlichen Angaben; eine zusätzliche Darstellung dieser Angaben im Konzernanhang erfolgt daher nicht.

VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DIE MITGLIEDER DES VORSTANDS IM GESCHÄFTSJAHR 2011

Eine transparente und verständliche Darstellung der Vorstandsvergütung ist für die KHD ein Element guter Corporate Governance.

Der Aufsichtsrat hat sich mit den gesetzlichen Regelungen des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung ("VorstAG") und den Empfehlungen des DCGK intensiv beschäftigt. Die Regelungen wurden bei der KHD bereits im Geschäftsjahr 2010 mit Ausnahme der in der Entsprechenserklärung dargestellten Abweichungen umgesetzt. Die Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat festgesetzt. Das Vergütungssystem für den Vorstand wurde vom Aufsichtsrat beschlossen und wird ebenso wie die Höhe der Vergütung von diesem einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen. Das nachfolgend dargestellte Vergütungssystem gilt seit dem 1. April 2010.

Die Vorstandsvergütung ist so bemessen, dass sie international wettbewerbsfähig ist und Anreiz für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung sowie die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts in einem dynamischen Umfeld bietet. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die internationale Tätigkeit des KHD Konzerns, die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche und finanzielle Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des KHD Konzerns als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die sonst im Konzern gilt.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder besteht grundsätzlich aus festen (erfolgsunabhängigen) und variablen (erfolgs- und leistungsbezogenen) Bezügen. Die festen Bezüge werden als leistungsunabhängige Grundvergütung monatlich als Gehalt ausgezahlt. Darüber hinaus erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen in Form von Sachbezügen. Diese bestehen hauptsächlich aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert der privaten Nutzung der Dienstwagen, teilweise aus individuellen Versicherungsleistungen und sonstigen Sachbezügen.

Die variable Vergütung (Bonus) richtet sich nach dem geschäftlichen Erfolg des KHD Konzerns sowie nach der auf Basis von qualitativen Leistungsfaktoren bestimmten persönlichen Leistung des einzelnen Vorstandsmitglieds. Bei der Beurteilung der persönlichen Leistung berücksichtigt der Aufsichtsrat insbesondere auch den individuellen Beitrag zur mittel- und langfristigen Entwicklung des Konzerns.

Vom Aufsichtsrat wurden für die Mitglieder des Vorstands jeweils drei eindeutig bestimmte quantitative (kennzahlenbasierte) Ziele definiert. Die Zielparameter (z.B. Auftragseingang sowie Renditeziele) finden grundsätzlich auch bei den Leitenden Angestellten Anwendung, um insoweit die Einheitlichkeit und Durchgängigkeit des Zielsystems im gesamten KHD Konzern zu gewährleisten. Die Gewichtung der Zielparameter wurde vom Aufsichtsrat mit je 25 % festgelegt, d.h. bei einer Zielerreichung von 100 % bei allen quantitativen Zielen im gesamten Betrachtungszeitraum erhalten die Mitglieder des Vorstands einen Betrag in Höhe von 75 % der maximalen variablen Vergütung. Die persönliche Leistung der einzelnen Vorstandsmitglieder beurteilt der Aufsichtsrat nach eigenem Ermessen auf Basis von qualitativen Faktoren sowie der mittel- und langfristigen Entwicklung des Konzerns; die persönliche Leistung wirkt sich in Höhe von 25 % der maximalen variablen Vergütung aus.

Der Bonus wird durch einen Maximalbetrag (Cap) begrenzt, der sich bei Herrn Salo auf 100 % und bei Herrn Zhu auf ein Drittel der jährlichen leistungsunabhängigen Grundvergütung beläuft.

Bei der Bemessung der variablen Vergütung wird jedes quantitative Ziel separat betrachtet, d.h. die Überschreitung einer Zielgröße (Zielerreichung> 100 %) kann nicht zur Kompensation bei einer anderen Zielgröße (Zielerreichung < 100 %) verwendet werden. Für jedes quantitative Ziel wurde eine Untergrenze festgelegt. Bei Erreichen der jeweiligen Untergrenze beläuft sich der Bonus auf 80 % des korrespondierenden Bonusanteils; bei Zielverfehlungen (Nicht-Erreichen der Zieluntergrenze - kumuliert für den mehrjährigen Beurteilungszeitraum) entfällt der entsprechende Teil der variablen Vergütung vollständig. Die nach Ermessen des Aufsichtsrats auf Basis qualitativer Faktoren zu bestimmende variable Vergütungskomponente wird in drei Stufen (0 % / 50 % / 100 %) festgelegt.

Um die variablen Vergütungskomponenten auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten und mit einer langfristigen Anreizwirkung auszustatten, liegen diesen Komponenten Beurteilungszeiträume zugrunde, die über das Geschäftsjahr hinausgehen. Erst nach Ablauf dieser Beurteilungszeiträume wird über die Erreichung der gestellten Ziele endgültig befunden. Maßgeblich ist der für das einzelne Ziel über den gesamten Beurteilungszeitraum ermittelte durchschnittliche Zielerreichungsgrad.

Für Herrn Salo bestimmt sich der Beurteilungszeitraum vom 1. April 2010 bis zum 31. Dezember 2012 und für Herrn Zhu vom 1. April 2011 bis zum 31. Dezember 2012. Aufgrund der über das Geschäftsjahr hinausgehenden Beurteilungszeiträume ist die variable Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder erst nach Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2012 zur Zahlung fällig.

Auf Basis von durch den Aufsichtsrat vorgenommenen Zwischenbeurteilungen der Zielerreichung können halbjährliche Abschlagszahlungen auf die variable Vergütung erfolgen. Diese dürfen jedoch 50 % des gemäß Zwischenbeurteilung ermittelten theoretischen Anspruchs nicht überschreiten. Falls bei der endgültigen Bestimmung der Zielerreichung nach Ablauf des Beurteilungszeitraums die festgelegte Untergrenze (kumuliert für den mehrjährigen Beurteilungszeitraum) nicht erreicht wird, sind etwa bereits gewährte Abschlagszahlungen zurückzuzahlen.

Sonstige Zahlungen und Zusagen

Die Gesellschaft hat mit Herrn Salo einen in vier Raten zahlbaren Einmalbetrag (signing fee) zum Ausgleich von Nachteilen, die ihm durch die Unterzeichnung des aktuellen Dienstvertrags im Vergleich zu seiner vorherigen Anstellung entstanden sind, in Höhe von € 475.000 vereinbart. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Herrn Salo drei Raten in einer Gesamthöhe von € 316.666 ausgezahlt. Die verbleibende Restrate in Höhe von € 158.334 war bereits im Geschäftsjahr 2010 in voller Höhe zurückgestellt und wurde im Dezember 2011 ausgezahlt.

Zusagen an Vorstandsmitglieder für den Fall der Beendigung der Tätigkeit

Sofern ein Widerruf der Bestellung erfolgt, aber keine außerordentliche Kündigung des Dienstvertrags ausgesprochen wird, endet der Dienstvertrag mit Ablauf der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist oder durch Zeitablauf zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt, falls dieser früher liegt. Bei Herrn Salo beträgt die Kündigungsfrist drei Monate, während sie bei Herrn Zhu eine Laufzeit von zwölf Monaten hat. Im Falle von Herrn Salo beläuft sich eine durch die Gesellschaft zu zahlende Abfindung auf den Betrag der Fixvergütung, den er in einem Zeitraum von 24 Monaten (€ 750.000) ab der vorzeitigen Abberufung erhalten hätte, abzüglich der in der Zeit zwischen vorzeitiger Abberufung und dem vertraglich vereinbarten Ende des Dienstvertrags tatsächlich gezahlten Vergütung. Auch bei Beendigung des Dienstvertrags durch Zeitablauf erhält Herr Salo einen Betrag in Höhe der zweifachen Jahresfestvergütung.

Ein Abfindungsanspruch besteht nicht, sofern ein Widerruf der Bestellung aus wichtigem Grund erfolgt, der die Gesellschaft zur außerordentlichen Kündigung des Dienstvertrags berechtigt, oder bei Eigenkündigung des Vorstandsmitglieds.

Die Regelung in Bezug auf die an Herrn Salo für den Fall der Beendigung der Tätigkeit zu leistenden Zahlungen begrenzt die Zahlungen nicht auf die Vergütung für die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Mit Herrn Salo wurde diese Regelung vereinbart, da sie wirtschaftlich der Vergütungsregelung am nächsten kommt, welche im Dienstvertrag zwischen Herrn Salo und der vormaligen Konzernmutter bestand.

Im Fall der mehrmaligen Verlängerung endet der Dienstvertrag von Herrn Salo spätestens bei Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren. Der Barwert der Leistungen, die Herrn Salo für den Fall der regulären Beendigung durch Erreichen der Altersgrenze zugesagt wurden, beläuft sich zum 31. Dezember 2011 auf € 418.106. Für die spätestens bei Erreichen der Altersgrenze zu zahlende Abfindung führt die KHD einen entsprechenden Betrag ratierlich der Rückstellung zu. Zum 31. Dezember 2011 beläuft sich der für Herrn Salo zurückgestellte Betrag auf € 59.729.

GESAMTBEZÜGE DER MITGLIEDER DES VORSTANDS

Überblick über wesentliche Daten der Vorstände:

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Name Vorstand seit Vorstandsvertrag bis: Dienstvertrag mit KHD seit:
Jouni Olavi Salo 11.12.2008 10.12.2013 01.04.2010
Yizhen Zhu 01.04.2011 31.03.2014 02.04.2011
Manfred Weinandy 01.04.2010 07.09.2011 29.03.2010

Die gesamten Bezüge der Mitglieder des Vorstands der KHD betrugen im Geschäftsjahr 2011 T€ 1.278 (Vorjahr: T€ 1.338). Die Gesamtvergütung eines jeden Vorstandsmitglieds ist unter Namensnennung, aufgeteilt nach fixen und variablen Vergütungsteilen, in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

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in € Jouni Olavi Salo Yizhen Zhu Manfred Weinandy
Fixvergütung 375.000 135.0000 123.750
Variable Vergütung 210.938 33.750 -
Sachbezüge 67.989 6.173 11.936
Sonstige 31.529 - -
Vergütung nach Beendigung der Bestellung - - 258.176
Sachbezüge nach Beendigung der Bestellung - - 24.082
Summe 685.456 174.923 417.944

Im Geschäftsjahr 2010 ergaben sich die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Werte:

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in € Jouni Olavi Salo Manfred Weinandy Alan Hartsleif
Fixvergütung 281.250 135.000 -
Sonstige Bezüge (signing fee) 475.000 - -
Variable Vergütung 281.250 45.000 -
Service & Cost Allocation 18.012 - 16.215
Sachbezüge 32.816 12.948 -
Sonstige 28.200 11.824 -
Summe 1.116.528 204.772 16.215

Wie bei der Erläuterung des Vergütungssystems dargestellt, ist die variable Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder aufgrund der über das Geschäftsjahr hinausgehenden Beurteilungszeiträume erst nach Feststellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2012 zur Zahlung fällig. Im Geschäftsjahr 2011 wurde für Herrn Salo gemäß der vorläufigen Bestimmung der Zielerreichung auf Basis der quantitativen Faktoren für das Geschäftsjahr 2010 eine Abschlagszahlung in Höhe von € 207.841 geleistet.

Für die auf Basis einer vorläufigen Bestimmung der Zielerreichung (kumuliert für den mehrjährigen Beurteilungszeitraum) ermittelten theoretischen Ansprüche auf variable Vergütung wurden in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 Rückstellungen gebildet. Die angegebene variable Vergütung entspricht der Nettozuführung zu der jeweiligen Rückstellung.

VERGÜTUNG DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

Zu Beginn des Geschäftsjahres bestand der Aufsichtsrat aus lediglich drei Mitgliedern mit weitgehend ausgeglichenen Rollen und Verantwortlichkeiten. Nach Änderung der Satzung besteht der Aufsichtsrat nunmehr aus sechs Mitgliedern. Ein Vergütungs- und Strategieausschuss, ein Prüfungsausschuss, sowie ein Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschuss wurden gebildet.

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 13 der Satzung festgelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten kein erfolgsorientiertes Vergütungselement, sondern ausschließlich eine feste Vergütung. Im Hinblick auf die Beratungs- und Überwachungsfunktion des Aufsichtsrats hält die Gesellschaft die Gewährung einer ausschließlich festen Vergütung für angemessen. Über die Verteilung der Gesamtvergütung auf die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats entscheidet der Aufsichtsrat durch Beschluss.

Für das Geschäftsjahr 2011 wurden bei der Verteilung der Aufsichtsratsvergütung neben der Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat insbesondere der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat sowie der Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Ausschüssen berücksichtigt.

Die Gesamtvergütung eines jeden Aufsichtsratsmitglieds für das Geschäftsjahr 2011 sowie die im Geschäftsjahr gewährte Vorauszahlung ist unter Namensnennung in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

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in € Feste Vergütung Vorauszahlung
Gerhard Beinhauer (Vorsitzender)1 73.475 55.434
Silke S. Stenger (stellv. Vorsitzende)2 81.580 64.444
Eliza Suk Ching Yuen3 20.452 -
Luc Antoine Baehni4 20.424 10.605
Hubert Keusch5 20.344 10.605
Heinz Otto Geidt6 12.234 -
Gerhard Rolf7 62.331 62.331
Summe 290.840 203.419

Die Gesamtvergütung eines jeden Aufsichtsratsmitglieds für das Geschäftsjahr 2010 sowie die in diesem Geschäftsjahr gewährten Vorauszahlungen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

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in € Feste Vergütung Vorauszahlung
Gerhard Beinhauer (Vorsitzender)1 72.000 -
Silke S. Stenger (stellv. Vorsitzende)2 72.000 48.000
Gerhard Rolf7 72.000 48.000
Summe 216.000 96.000

1 Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 14. Februar 2011 sowie seit dem 23. März 2011,

Vorsitzender des Vergütungs- und Strategieausschusses,

Mitglied des Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschusses

2 Vorsitzende des Prüfungsausschusses,

Mitglied des Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschusses

3 Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 22. Juni 2011,

Mitglied des Prüfungsausschusses

4 Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 22. Juni 2011,

Mitglied des Vergütungs- und Strategieausschusses

5 Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 22. Juni 2011,

Mitglied des Vergütungs- und Strategieausschusses

6 Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 19. Oktober 2011,

Vorsitzender des Nominierungs- und Corporate Governance-Ausschusses,

Mitglied des Prüfungsausschusses

7 Mitglied des Aufsichtsrats bis zum 30. September 2011

Konzernlagebericht

AUF EINEN BLICK

Im Geschäftsjahr 2011 ist es KHD Humboldt Wedag international AG mit Sitz in Köln (im Folgenden auch "KHD" oder "Konzern" genannt) gelungen, die Marktposition unter zunehmend schwierigeren Marktbedingungen zu festigen. Aufgrund der Wachstumsrisiken durch die Staatsschuldenkrise in Europa, Inflationstendenzen in Schwellenländern und anhaltenden politischen Unruhen in Nordafrika sowie Ländern des Nahen Ostens hielten sich die Zementproduzenten mit Investitionen zurück und verzögerten die Abwicklung bereits erteilter Aufträge. Auch in Indien, einem traditionell bedeutenden Markt von KHD, war die Geschäftsentwicklung verhalten. Dies resultierte im Rückgang des Auftragseingangs um 16,4 % auf € 224,7 Mio. sowie der Abnahme des Konzernumsatzes um 18,2 % auf € 234,6 Mio. Der Auftragsbestand veränderte sich kaum und lag zum Jahresende bei € 293,7 Mio.

Trotz des deutlich verringerten Geschäftsvolumens ist es uns gelungen, die EBIT-Marge mit 7,5 % annähernd auf dem Niveau des Vorjahrs (8,7 %) zu halten. Hier wirkten sich die Abrechnung eines margenstarken Großauftrags und die flexible Kostenstruktur ebenso aus wie ein Bewertungseffekt im Zusammenhang mit dem Erwerb der restlichen Anteile an der russischen Tochtergesellschaft KHD Humboldt Engineering OOO, Moskau, Russland (KDH OOO). Das verbesserte Finanzergebnis beruht vor allem auf der komfortablen Liquiditätsposition von KHD. Der Konzern-Jahresüberschuss von € 13,5 Mio. entspricht einer Nettomarge von 5,8 % bezogen auf den Umsatz.

Im Jahr 2011 haben wir zudem die Weichen für Wachstum und Wertsteigerung in den Folgejahren gestellt. Herausragendes Ereignis war die Besiegelung der strategischen Partnerschaft mit der chinesischen AVIC im Februar 2011. Die Partnerschaft wurde durch die Beteiligung von AVIC am Grundkapital der KHD in Höhe von 20 % untermauert. Hierzu wurde im Februar 2011 eine Erhöhung des Grundkapitals um ca. 50 % durchgeführt. Der Bruttoemissionserlös in Höhe von rund € 75,0 Mio. hat die Eigenkapitalausstattung und Liquiditätslage von KHD weiter verbessert. Dank der Verzahnung der Premium-Technologie von KHD mit der Erfahrung von AVIC in der Bauausführung sowie der wettbewerbsfähigen Kostenstruktur durch den verbesserten Zugang zum chinesischen Markt stehen die Partner bereits in aussichtsreicher Position bei einer Reihe von Projektausschreibungen von schlüsselfertigen zementanlagen.

Weitere Maßnahme zum Ausbau der Marktposition war der Start eines Kundenservicecenters Asien/Pazifik, das für China und Südostasien zuständig ist, sowie von Vertriebsbüros in Brasilien und der Türkei. Damit verbunden ist der Ausbau des Service- und Ersatzteilgeschäfts. Darüber hinaus haben wir die im Jahr 2010 gestartete Partnerschaft mit Weir Minerals intensiviert, die auf den Einsatz von Rollenpressen (HPGR) in der Erzaufbereitung abzielt. Dank der hohen Energieeffizienz unserer Rollenpressen finden diese wachsende Akzeptanz in der Bergbaubranche.

Aufgrund der ausgeweiteten Marktpräsenz und verbesserter Strukturen rechnen wir für das Jahr 2012 mit einem moderaten Anstieg des Auftragseingangs. Die umsatzerlöse und die EBIT-Marge werden jedoch aufgrund des Auftragsbestands und der gegenwärtigen Auftragslage den Vergleichswert 2011 voraussichtlich nicht erreichen. Die erwartete positive Entwicklung des Auftragseingangs ist Basis für die angestrebte Umsatzsteigerung in den Folgejahren.

STRUKTUR UND GESCHÄFTSMODELL

Die KHD zählt mit ihren Tochtergesellschaften zu den weltweit vier führenden Anbietern von Ausrüstungen und Dienstleistungen für Zementproduzenten. Das Leistungsspektrum umfasst die Prozesstechnik, die Konstruktion und Basic sowie Detailed Engineering, das Projektmanagement und die Lieferung der technischen Ausrüstung sowie die Überwachung der Montage und Inbetriebnahme von zementanlagen und von dazugehörigen Maschinen. Kundendienstleistungen wie die Lieferung von Ersatzteilen, die Optimierung von Anlagen und die Ausbildung von Anlagenmitarbeitern runden die Angebotspalette ab. Wir fokussieren uns dabei im Wesentlichen auf die wissensintensiven Bereiche, insbesondere die Konstruktion und das Engineering der Kernkomponenten einer Zementanlage (Zerkleinerung, Ofenlinie, Systemautomatisierung), den Kundenservice und das Training. Die Produktion der Anlagenkomponenten ist nahezu vollständig an qualitätsgeprüfte externe Hersteller vergeben, die nach den Vorgaben von KHD fertigen.

KONZERNSTRUKTUR UND BETEILIGUNGEN

KHD hält in ihrer Eigenschaft als verwaltende Konzernholding 100 % der Anteile an der KHD Humboldt Wedag GmbH, Köln (KHD HW), die als strategische Managementholding fungiert. Die zwölf Konzerngesellschaften der KHD konzentrieren sich auf den industrieanlagenbau und zugehörige Dienstleistungen.

Wesentliche Änderung im Berichtsjahr war der Erwerb der restlichen 50 % der Anteile an der in Moskau ansässigen KHD Humboldt Engineering OOO (KHD OOO) im dritten Quartal 2011. Über die nunmehr vollständig im Besitz von KHD befindliche Konzerngesellschaft sollen die Aktivitäten in Russland weiter ausgebaut werden.

Konzernstruktur

STRATEGISCHE PARTNERSCHAFTEN

Die im Februar 2011 abgeschlossene strategische Partnerschaft mit der in Beijing ansässigen AVIC International Bejing Company Limited (AVIC) (vormals CATIC Beijing Co. Ltd.) eröffnet uns vielfältige strategische Chancen. Sie erstreckt sich auf

die gemeinsame Beteiligung an Projektausschreibungen, insbesondere für schlüsselfertige Anlagen (Engineering, Procurement, Construction, kurz "EPC"), mit einem Fokus auf die zementmärkte außerhalb Chinas; dabei soll AVIC als Generalunternehmer und KHD als Zulieferer der technologischen Kernkomponenten fungieren
die Zusammenarbeit im Beschaffungswesen, insbesondere über das im Jahr 2011 initiierte Procurement Center in Beijing
die Möglichkeit für KHD, gemeinsam mit AVIC in China zu investieren.

Im Rahmen der exklusiven Vertriebsvereinbarung mit Weir Minerals, abgeschlossen im Mai 2010, kann KHD vom Vertriebs- und Dienstleistungsnetzwerk von Weir Minerals in der erzaufbereitenden Industrie profitieren. Weir Minerals, ein Geschäftsbereich der Weir Group PLC in Glasgow, Großbritannien, ist dabei weltweit als Agent und Partner für den Vertrieb von Rollenpressen (HPGR) und zugehörigen Ersatzteilen tätig.

PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

Zum Kernsortiment der von KHD gelieferten umfangreichen technischen Ausrüstung gehören Anlagen für die Zerkleinerung sowie für die Brenntechnologie, was von grundsätzlicher Bedeutung in jeder Zementanlage ist. Diese Mahltechnologie findet Anwendung bei der Zerkleinerung von Rohmaterialien und Klinker und beinhaltet Mahl- und zerkleinerungsanlagen sowie Sichter. Die KHD-Ausrüstung für die Brenntechnologie umfasst alle wesentlichen Komponenten der Ofenlinie wie Wärmetauscher, Kalzinator, Brenner, Drehrohröfen und Klinkerkühler. KHD hat außerdem eine Bandbreite von Systemautomatisierungsprodukten entwickelt, die zur Verfahrenskontrolle sowie Anlagenoptimierung eingesetzt werden.

Unsere Produkte zeichnen sich im Vergleich zu Produkten der Wettbewerber unter anderem durch einen vergleichsweise geringen Energieverbrauch und einen niedrigen instandhaltungsaufwand, wenig Vibrationen und Lärmemissionen sowie geringen Verschleiß aus.

Das Spektrum der von KHD angebotenen Dienstleistungen umfasst die Überwachung der Montage und Inbetriebnahme, technische Audits, die Schulung von Personal des Kunden sowie die Lieferung von Ersatzteilen und vielfältige After-Sales Aktivitäten.

MARKETING UND VERTRIEB

Zu den Kunden von KHD zählen in erster Linie Zementhersteller in aller Welt. Der engere Kontakt mit dieser Zielgruppe ist für den Konzern eine wichtige Basis für den Geschäftserfolg. entscheidende Bedeutung hat das bereits im Jahr 2010 etablierte Key Account Management. Hierdurch stellen wir sicher, dass unsere global operierenden Hauptkunden entsprechend ihrer spezifischen Bedürfnisse betreut werden. Die unmittelbare Betreuung der Kunden stellen wir in erster Linie über Kundenservicecenter (Customer Service Center, CSC) sicher, deren Zahl sich im Berichtsjahr durch den Start des CSC Asien-Pazifik-Region auf fünf erhöhte. Die CSC werden durch Vertriebsbüros unterstützt.

Vorteil dieser Struktur ist die weltweite Koordination verbunden mit der Nähe zu den jeweiligen Kunden und Kenntnissen des lokalen Marktumfeldes. Um Zugang zu den Märkten zu erhalten, in denen der Konzern nicht mit eigenen Mitarbeitern vertreten ist, beauftragt KHD Handelsvertreter. Insgesamt setzt sich das Vertriebs- und After-Sales-Team infolge der starken technischen Ausrichtung dieser Aktivitäten vor allem aus Ingenieuren zusammen.

Die fünf Kundenservicecenter stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:

CSC EMEA

Das CSC EMEA ist unmittelbar für die Märkte in Europa mit dem Schwerpunkt Südeuropa und Türkei zuständig. zudem betreut das CSC EMEA sowohl die Märkte des Nahen Ostens als auch den afrikanischen Kontinent. Im Geschäftsjahr 2011 wurden in der Türkei und in Südafrika zusätzliche Vertriebsbüros errichtet.

CSC Asia Pacific

Das CSC Asia Pacific ist zuständig für die Koordination der Kooperation mit AVIC und die bessere Markterschließung in China sowie den Ländern Südostasiens. Dabei liegt der Fokus unter anderem auf den wichtigen zementmärkten in Indonesien und Malaysia.

CSC Russia

Das Kundenservicecenter deckt mit einer Gesellschaft in Dessau und einem Standort in Moskau und die 15 Staaten der früheren Sowjetunion zuzüglich der Mongolei ab. Dabei liegt der Fokus neben den Neuanlagen auch auf der Ausnutzung des großen Potenzials für Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen.

CSC Americas

Das für den gesamten amerikanischen Doppelkontinent verantwortliche CSC befindet sich in Norcross in der Nähe von Atlanta. Für den wichtigen brasilianischen Markt wurde im Geschäftsjahr 2011 ein Vertriebsbüro in Brasilien etabliert, das dem CSC Americas zugeordnet ist.

CSC India

Das CSC in Neu Dehli ist exklusiv für den wichtigen indischen Markt sowie die angrenzenden Staaten Nepal, Bhutan und Sri Lanka zuständig. Im Fokus steht unter anderem der Ausbau der Serviceaktivitäten.

Kundenservicecenter (CSC)

Marketing

Das Marketing wird konzernweit von Indien aus gesteuert. Dabei erfolgt die Umsetzung der Maßnahmen über die Mitarbeiter an den einzelnen Standorten.

Um den engen Kontakt zu ihren Zielgruppen zu halten, präsentierte sich KHD auch im Geschäftsjahr 2011 auf zahlreichen internationalen Messen und Kongressen. Dazu zählten in der Zementindustrie

die 20. Jährliche internationale Konferenz - The Cement Business and the Market "BusinessCem" in Moskau im April 2011
die 12. Cementtech in Beijing (China) im April 2011
die 7. Green Cementtech in Hyderabad (Indien) im Mai 2011
die 53. IEEE-IAS/PCA Cement Industry Technical Conference in St. Louis (USA) im Mai 2011
das 12. National Council for Cement and Building Materials (NCB), international Seminar in Neu Delhi (Indien) im November 2011, in dessen Rahmen KHD für die COMFLEX® als beste Präsentation ausgezeichnet wurde

sowie in der Bergbauindustrie (zusammen mit Weir Minerals)

die 113. National Western Mining Conference (SME) in Denver (USA) im Februar und März 2011
die EXTEMIN Mining Show in Arequipa (Peru) im September 2011,

an denen wir teilnahmen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Planung und Durchführung von Kundenveranstaltungen, über die Produkte und Dienstleistungen von KHD zielgruppengerecht präsentiert werden.

MITARBEITER

KHD beschäftigte zum Jahresende 2011 konzernweit 765 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr (767) hat sich die Zahl damit nur unwesentlich verändert. Von den Mitarbeitern waren zum Jahresende 2011 rund 46% in Deutschland und 34 % in Indien beschäftigt.

AKTIE UND AKTIONÄRSSTRUKTUR

KHD ist im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) notiert.

Im Berichtsjahr haben wir eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht durchgeführt. Dies war Voraussetzung für die Wirksamkeit der Kooperationsvereinbarung mit AVIC, die im Zuge der Transaktion - indirekt über die Tochtergesellschaft Max Glory Industries Ltd. - einen Anteil von 20 % am Grundkapital erwarb. Im Einzelnen erhöhte sich das Grundkapital der KHD von € 33.142.552 um € 16.561.021 auf € 49.703.573. Die 16.561.021 neuen auf den Inhaber lautenden Stammaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von € 1,00 je Aktie wurden zum Preis von € 4,53 je Aktie ausgegeben. Der Bruttoemissionserlös aus der Transaktion belief sich auf rund € 75,0 Mio.

Neben Max Glory Industries Ltd. zählen die IAT Reinsurance Company Ltd., Sterling Strategic Value Ltd. und MFC Industrial Ltd. (vormals Terra Nova Royalty Corp.) zu den wesentlichen Anteilseignern von KHD. Die Gesellschaft hält darüber hinaus eigene Anteile, die 0,46 % des Grundkapitals repräsentieren. 65,76 % der Anteile sind im Streubesitz.

LEITUNG UND KONTROLLE

Die KHD unterliegt den Vorschriften des deutschen Aktiengesetzes, den Kapitalmarktregelungen sowie den Bestimmungen der Satzung. Gemäß dem dualen Führungssystem verantwortet der Vorstand die Führung der Geschäfte, während der Aufsichtsrat Beratungs- und Überwachungsfunktionen ausübt. Beide Organe arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen, mit dem Ziel, für eine nachhaltige Wertschöpfung unter Berücksichtigung der Belange der Aktionäre, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder zu sorgen.

Der Vorstand der KHD besteht aktuell aus zwei Mitgliedern. Neben dem CEO Jouni Salo gehört Yizhen Zhu dem Vorstand an. Er wurde mit Wirkung 1. April 2011 vom Aufsichtsrat zum Mitglied des Vorstands bestellt; als Chief Operating Officer Asia Pacific ("COO APA") ist er zuständig für die weitere Entwicklung des Geschäfts in der Region Asien-Pazifik sowie weltweit für das EPC-Geschäft (schlüsselfertige Anlagen). Das EPC-Geschäft wird zusammen mit unserem Kooperationspartner AVIC betrieben, der grundsätzlich die Rolle des Generalunternehmers übernimmt. Finanzvorstand Manfred Weinandy hat zum 7. September 2011 sein Vorstandsmandat niedergelegt. Die Leitung des Finanzressorts wird seitdem durch den Vorstandsvorsitzenden, Jouni Salo, mit ausgeübt.

Unternehmensführung und -kontrolle von KHD orientieren sich an den im Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") festgelegten Standards. Wesentliche Aspekte der Corporate Governance bei KHD sind in der Erklärung zur Unternehmensführung (einschließlich der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG) dargestellt. Die Entsprechenserklärung steht auf der Internetseite von KHD (www.khd.com/investor Relations) dauerhaft zur Verfügung.

In dem in diesem Geschäftsbericht enthaltenen Bericht zur Corporate Governance (vgl. Ziffer 3.10. des DCGK) sind weitere Angaben zur Unternehmensführung gemacht. Der Bericht zur Corporate Governance enthält den Vergütungsbericht, in welchem die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat erläutert sowie die Gesamtbezüge dargestellt sind.

WERTORIENTIERTE STRATEGIE UND STEUERUNG

Die Strategie von KHD ist primär darauf ausgerichtet, den Kunden aus der Zementindustrie weltweit ein attraktives Technologie- und Serviceportfolio zu einem wettbewerbsfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten und auf diese Weise den Marktanteil sukzessive zu steigern. Dabei können wir auf einer komfortablen Technologieposition aufbauen, die in über 500 installierten Anlagen weltweit zum Ausdruck kommt: Hohe Energieeffizienz und niedriger instandhaltungsaufwand zählen zu den Produkteigenschaften, die KHD zu einem bevorzugten Anbieter weltweit gemacht haben. Durch den Ausbau der Marktposition und die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells wollen wir gewinnorientiert und bei begrenzten Risiken wachsen - und zugleich die Abhängigkeit von konjunkturellen oder saisonalen Schwankungen verringern. So soll auf Dauer eine nachhaltige Wertsteigerung für die Aktionäre erzielt werden.

Die Eckpunkte unserer konzernweiten Strategie sind

kundenorientiertes Wachstum über konsequentes Key Account Management sowie den Ausbau von Serviceaktivitäten und Vertrieb;
der Ausbau der Technologieposition über intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, modulare Standardanlagen sowie Produkte und Investitionen in Schlüsseltechnologien;
die Erschließung bislang unterentwickelter Märkte und die dauerhafte Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit über strategische Partnerschaften;
die Förderung einer gemeinsamen Exzellenz- und Leistungskultur über alle unternehmensstandorte hinweg.

Dabei verfolgt KHD auch künftig einen so genannten "Asset-light"-Ansatz. Die Produktion der Anlagenkomponenten ist nahezu vollständig auf zertifizierte Zulieferer ausgelagert. Hierdurch können wir uns auf wissensintensive und entsprechend margenstarke Kernkompetenzen konzentrieren und ein flexibles Kostenmanagement realisieren. Dies unterstützt die schnelle Reaktion auf unterschiedliche Marktsituationen. zudem fokussieren wir uns auch künftig auf die technologieintensiven Kernkomponenten einer Zementanlage, die für annähernd ein Drittel des Gesamt-Auftragsvolumens stehen. Dies erlaubt den Zukauf der restlichen Komponenten beim jeweils besten Anbieter, wodurch den Kunden ein überzeugendes Gesamtpaket geboten werden kann.

KUNDENORIENTIERTES WACHSTUM

KHD hat die Kundenbetreuung in den zurückliegenden Jahren, auch vor dem Hintergrund der Marktkonsolidierung auf Seite der Zementproduzenten, konsequent auf ein globales Key Account Management umgestellt. Im Berichtsjahr wurden weitere erfahrene Account Manager in den Zielmärkten eingestellt und die kundenorientierten Teams entsprechend verstärkt.

Damit einher ging der Ausbau der Customer Service Centers (CSC) und Vertriebsbüros. Das neu etablierte CSC Asia Pacific unterstreicht die Bedeutung des chinesischen und südostasiatischen Markts. Die größere Marktnähe soll - auch in Verbindung mit der Kooperation mit AVIC - dazu beitragen, eine signifikante Marktposition in China, dem weltgrößten Zementmarkt, sowie in Indonesien und weiteren asiatischen Wachstumsmärkten aufzubauen.

Die anderen vier CSC werden durch lokale Vertriebsbüros unterstützt. Im Berichtsjahr gingen eine neue Zweigniederlassung in der Türkei sowie ein Vertriebsbüro in Südafrika an den Start; diese werden durch das CSC EMEA gesteuert und sollen dazu beitragen, auf die Bedürfnisse der Zementproduzenten in diesen wichtigen Regionen noch schneller zu reagieren. Das gleiche Ziel verfolgen wir mit dem in 2011 etablierten Vertriebsbüro in Brasilien, das den lokalen Marktauftritt des CSC Americas bedeutend verstärkt. Schließlich ist auch die vollständige Übernahme von KHD OOO in Russland mit einem Ausbau der dortigen Vertriebskapazitäten verbunden. Die Vertriebsteams können auf umfassendes Informationsmaterial zu Produkten und Prozessen sowie Marketingmaterialien zurückgreifen, die im Berichtsjahr grundlegend überarbeitet wurden.

Parallel zum Ausbau des weltweiten Netzwerks haben wir die Aufgaben der CSC neu zugeschnitten. Aufbauend auf der Erfahrung in der Projektabwicklung vor Ort sind diese nun auch für den Auf- und Ausbau des Servicegeschäfts in ihren jeweiligen Märkten sowie die Steuerung des Neugeschäfts zuständig.

Bei der Verstärkung unserer Serviceaktivitäten im Rahmen des "Asset-light"-Geschäftsmodells bewegen wir uns entlang unserer technologischen Kernkompetenzen und fokussieren uns auf Regionen mit einer hinreichenden zahl installierter Anlagenkomponenten. Ein Beispiel hierfür ist die in unserer Fertigungsstätte in der Nähe von New Delhi errichtete Linie für die Aufbereitung der Walzen von Rollenpressen, die im ersten Quartal 2012 in Betrieb ging. Die starke Kundennachfrage, die auf der hohen Zahl installierter Rollenpressen in Indien beruht, stimmt uns optimistisch, dass mit dieser neuen Dienstleistung die Kundenbeziehung insgesamt intensiviert und das Service- und Ersatzteilgeschäft gestärkt werden kann. zusätzlich wird KHD einen größeren Fokus auf technische Audits legen, über welche der Bedarf von hochwertigen Dienstleistungen und Ersatzteilen der einzelnen Kunden frühzeitig ermittelt und gedeckt werden kann. Diese Audits wurden unter anderem in Russland mit großem Erfolg durchgeführt.

Das kundenorientierte Wachstum begleiten wir auf der Prozess-Ebene unter anderem über ein neues Customer-Relationship-Managementsystem (CRM), das seit Dezember 2011 die noch reibungslosere Evaluation und Priorisierung von allen Kundenaktivitäten, insbesondere in der wichtigen Angebotsphase, erlaubt; hiervon versprechen wir uns unter anderem mehr Schlagkraft im Vertrieb. Nach dem Start im CSC Americas wird das System im Jahr 2012 konzernweit ausgerollt und kann so die Kundenbeziehungen weltweit unterstützen. Weitere Vorteile insbesondere in der Projektsteuerung und in der Auftragsabwicklung erwarten wir durch die erweiterte Umstellung unserer Prozesse auf SAP, die ab 2012 zu einer signifikanten Verbesserung der Prozesse führen wird.

AUSBAU DER TECHNOLOGIEPOSITION

KHD hat im Geschäftsjahr 2011 rund 1,6 % der umsatzerlöse für Forschung und Entwicklung aufgewendet.

Technologieführerschaft ist für KHD von großer Bedeutung. Der weltweit erste Suspensionswärmetauscher oder der 2-Stützen-Kurzdrehofen sind KHD-Entwicklungen. KHD war zudem maßgeblich an der Entwicklung der Hochdruck-zerkleinerung beteiligt und überdies eines der ersten Unternehmen, das erfolgreich die Zermahlung mit Hilfe von Rollenpressen auf den Markt brachte.

Das von KHD entwickelte Komplettmahlsystem COMFLEX® (COMpact and FLEXible) kombiniert KHD-Rollenpressen und Sichter und stellt damit einen der energieeffizientesten Zermahlungsprozesse dar. In Zeiten stetig steigender Energiekosten gewinnt das COMFLEX® System an Popularität - vor allem im direkten Vergleich mit traditionellen Kugel- oder Vertikalmühlen. Die Brenntechnik von KHD einschließlich Drehrohröfen, Brenner und Kühler wird kontinuierlich Verbesserungen unterzogen, um den gesamten Prozess effizienter zu gestalten und weniger Energie einsetzen zu müssen. Gleichzeitig soll den Kunden ein hohes Maß an Verfügbarkeit gewährleistet werden.

Im Jahr 2011 hat sich KHD in der Forschung und Entwicklung auf die großen Trends in der Zementindustrie fokussiert:

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Branchen-Trend KHD-Fokus
Konsolidierung der Globalen Zementproduktion - Standardisierung von Produkten und Prozessen, um unsere Kunden besser, schneller und kostengünstig betreuen zu können.
Senkung der operativen Kosten durch energieeffiziente Anlagen - Verstärkter Einsatz von KHD-Rollenpressen und COMFLEX® in Zerkleinerungsanlagen - Verstärkte Nutzung der entstehevnden Abwärme - Verbesserter Brennstoffwirkungsgrad der Ofenlinie sowie Nutzung alternativer Brennstoffe - Ersatz- oder Nachrüstung veralteter Anlagen - Verbessertes Wartungs-Management - Erhöhte Produktivität durch eine verbesserte Prozessautomation und -kontrolle
Nutzung alternativer Brennstoffe - getrieben von Kosten und Gesetzgebung - Weiterer Ausbau unserer führenden Technologie zur Nutzung alternativer Brennstoffe
Höhere Anforderungen an die Begrenzung von Emissionen - zunehmende Nutzung der COMLFEX®-Technologie, um Klinker-Ersatzstoffe wie Flugasche und Schlacke zu zermahlen - Entwicklung und Nutzung der KHD-Technologie zur Reduzierung der Emissionen
Wachsende Größe der Anlage - Entwicklung von effizienten und umweltfreundlichen Anlagen mit hoher Kapazität, um Produktionskosten zu verringern und Umweltauflagen zu erfüllen

Die Standardisierung wird auch über das Jahr 2011 hinaus eine große Rolle für die Entwicklung unserer Technologie spielen. ziel ist, den Kunden maßgeschneiderte Anlagen unter Verwendung modularer Produkte und Designs anbieten zu können, wodurch diese erhebliche Kosten- und Zeitvorteile realisieren.

2011 haben wir ein online-innovations-Management-System entwickelt, um neue Ideen unserer Mitarbeiter sammeln, analysieren und nutzen zu können. Dies geschieht unabhängig von ihrer Position im Unternehmen oder ihren Standorten. Über die Hälfte dieser Ideen hat die erste Evaluierungs-Runde überstanden und viele dieser Ideen sind bereits in F&E-Projekte des Jahres 2012 eingegangen.

KHD hat im Berichtsjahr insgesamt 40 Patente (inkl. einem Gebrauchsmuster) angemeldet. zum Jahresende verfügte KHD über insgesamt 887 Schutzrechte, die auf 402 Patente, 16 Gebrauchsmuster und 469 Marken entfielen.

Mit der Claudius Peters Projects GmbH hat KHD im Berichtsjahr alle Streitigkeiten, die mögliche Patentverletzungen, die Rechtswirksamkeit und/oder die Verletzung geistiger Eigentumsrechte an der ETA cooler Technologie und an anderen zugehörigen Bereichen betreffen oder aus solchen entstehen, beigelegt. Beide Unternehmen haben einen umfassenden Vergleich sowie eine nicht ausschließliche, bedingte und nicht übertragbare Lizenzvereinbarung über die Nutzung ausgewählter Aspekte der ETA cooler Technologie geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarungen zahlte KHD einen einmaligen Ausgleich in Höhe von € 1,5 Mio.

STRATEGISCHE PARTNERSCHAFTEN

Der im ersten Quartal 2011 unterzeichnete Kooperationsvertrag mit AVIC, der durch die 20 % Beteiligung von AVIC an KHD untermauert wurde, hat die strategische Positionierung von KHD wesentlich verbessert. Die beiden Partner können mit ihrem gebündelten Portfolio annähernd 80 % der Wertschöpfung beim Bau einer Zementanlage aus einer Hand abdecken, wobei AVIC als Generalunternehmer vorrangig für die Bauausführung und Montage und KHD für das Engineering und der Lieferung der Kernkomponenten der Zementanlage verantwortlich zeichnen.

Die Verzahnung der Premium-Technologie von KHD mit der effizienten und kostengünstigen Bauausführung von AVIC macht den gemeinsamen Marktauftritt unverwechselbar. AVIC und KHD sind zuversichtlich, über die erfolgreiche Beteiligung an Projektausschreibungen für schlüsselfertige Anlagen (EPC) zu einem der Marktführer im weltweiten zementanlagenbau aufzusteigen. Im Mittelpunkt der EPC-Aktivitäten stehen die zementmärkte außerhalb Chinas. Darüber hinaus eröffnet die Partnerschaft für KHD die Chance auf Neuaufträge in attraktiven Nischen des chinesischen Markts. Das Augenmerk liegt dabei insbesondere auf der von der chinesischen Regierung forcierten Implementierung energieeffizienter und umweltfreundlicher Technologien.

Die Zusammenarbeit mit AVIC mündete im Jahr 2011 unter anderem in ein gemeinsames Procurement Center am Standort Beijing. Über ein effizientes Beschaffungswesen für EPC-Bieterverfahren und weitere Projekte werden wir die Kostenvorteile des chinesischen Beschaffungsmarkts nutzen und wettbewerbsfähige Preise für Komponenten und Dienstleistungen sicherstellen. So hat KHD nun Zugang zu kostengünstigen, qualitativ hochwertigen Fertigungskapazitäten in China.

Die im Jahr 2010 gestartete Partnerschaft mit Weir Minerals, einem Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Erzaufbereitung, hat sich im zurückliegenden Jahr positiv entwickelt. Weir Minerals fungiert im Rahmen der langfristigen Kooperationsvereinbarung als exklusiver weltweiter Vertriebspartner für den Einsatz von Rollenpressen in der Bergbauindustrie. Bei der Aufbereitung von Erzen ergeben sich für unsere Rollenpressen (HPGR) aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads und der Energieeffizienz weitgehende Einsatzmöglichkeiten, die das Produktportfolio unseres Kooperationspartners ergänzen. Für KHD resultieren aus der Kooperation der direkte Zugang zur Bergbauindustrie ebenso wie Skaleneffekte entlang unserer Wertschöpfungskette.

GEMEINSAME EXZELLENZ- UND LEISTUNGSKULTUR

Aus der intensiven internationalen Zusammenarbeit und einer verstärkten Kunden- und Serviceorientierung erwachsen veränderte Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von KHD. Daher begleiten wir diese mit gezielten Maßnahmen der Team- und Führungskräfteentwicklung. Hierzu zählen Management-Trainings, Workshops und Konferenzen ebenso wie der regelmäßige Austausch von Experten zwischen den einzelnen CSCs. Die konzernweite Standardisierung von Prozessen via SAP und CRM-System wird die Zusammenarbeit in standortübergreifenden Teams ebenfalls erleichtern. Wichtig war überdies die Bestätigung des in 2010 erlangten einheitlichen ISO-Zertifikats für alle KHD-Standorte.

Eine wesentliche organisatorische Maßnahme war der Wechsel von annähernd 20 Mitarbeitern von der operativen Konzerngesellschaft Humboldt Wedag GmbH zur zwischenholding KHD Humboldt Wedag GmbH, die seither die zentralen strategischen Funktionen des Konzerns abdeckt. Im Zusammenhang damit wurde die Führungsstruktur anhand des strategischen Ziels der stärkeren Kunden- und Serviceorientierung neu ausgerichtet.

Die im Berichtsjahr geschaffene neue Managementstruktur bildet die marktorientierte Ausrichtung ab und ist die Voraussetzung dafür, eine konzernweite Exzellenz- und Leistungskultur weiter zu stärken. In diesem Zusammenhang ist auch vorgesehen, die leistungsorientierte Vergütung der Führungskräfte stärker an kunden- und servicebezogenen Leistungsindikatoren zu orientieren.

WERTORIENTIERTE STEUERUNG

Die wertorientierte Strategie von KHD findet ihren Niederschlag auch in der Steuerung des Konzerns. Wir stellen über ein konzernweit einheitliches System von finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren im internationalen Maßstab ein gemeinsames Verständnis hinsichtlich der Messung von Erfolg und Exzellenz sicher.

Die zentralen finanziellen Leistungsindikatoren von KHD werden monatlich ermittelt.

Hierzu zählen

Auftragseingang und -bestand sowie der Umsatz, differenziert nach den wesentlichen Leistungsarten (Projektgeschäft und Service)
das Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) sowie das Verhältnis zum Umsatz (EBIT-Marge)
die Entwicklung des operativen Cashflows.

Zu den nicht finanziellen Leistungsindikatoren, zählen Kundenzufriedenheit, Geschwindigkeit der Auftragsbearbeitung sowie mitarbeiterbezogene Kennzahlen.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

KONJUNKTURELLES UMFELD

Nach gutem Start in das Jahr 2011 hat sich das weltwirtschaftliche Wachstum im weiteren Jahresverlauf spürbar abgekühlt. Wichtigster Belastungsfaktor waren die Staatsschuldenkrisen in Europa sowie in den USA. Die hieraus resultierende Unsicherheit hinsichtlich der Stabilität des Finanzsystems hat neuerliche Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst und Ängste vor einer neuerlichen Rezession geschürt. Einige belastete Länder des Euroraums, die vor massiven Ausgabenkürzungen zur Sanierung der Staatsfinanzen stehen, wiesen zur Jahreswende bereits ein negatives Wirtschaftswachstum auf. Weitere Belastungsfaktoren waren die anhaltenden politischen Unruhen in Nordafrika sowie Ländern des Nahen Ostens sowie wachsende Inflationsgefahren in den dynamischen Volkswirtschaften Asiens, insbesondere auch in Indien. Letztere führten zu einer zunehmend restriktiven Geld- und Fiskalpolitik, wodurch sich die Wachstumskräfte in diesen Ländern - wenngleich auf hohem Niveau - etwas abschwächten.

Die globale Wirtschaftsleistung wuchs nach vorläufigen Zahlen des Internationalen Währungsfonds um nur noch 3,8 %, verglichen mit 5,2 % im Vorjahr. Die wichtigsten Märkte von KHD haben sich dabei sehr unterschiedlich entwickelt; in der Gesamtschau allerdings haben sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen für unser Geschäft deutlich verschlechtert.

Indien erreichte ein Wirtschaftswachstum von 7,4 %; allerdings dämpften die steigende Inflation und eine Abwertung der Rupie die Stimmung. Um die Inflation einzudämmen, erhöhte die indische Zentralbank auch im Jahr 2011 mehrmals den Leitzins, was die Investitionsbereitschaft der indischen Wirtschaft deutlich beeinträchtigte.

In Russland bewegte sich das Wirtschaftswachstum mit 4,1 % auf Vorjahreshöhe. Dabei profitierte das Land vom hohen Ölpreis ebenso wie von der starken internationalen Nachfrage nach Rohstoffen. Allerdings war der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts zu einem wesentlichen Teil rohstoff- und konsumgetrieben; die Investitionstätigkeit blieb hinter den Erwartungen zurück.

In der Türkei hat die Dynamik wie in den meisten Schwellenländern nachgelassen, doch stellt das gemäß IWF-Prognose erreichte Wachstum von 8,3 % ein immer noch beachtliches Niveau dar. Vor allem die Bauwirtschaft zeigte ein kräftiges Wachstum. zum Jahresende kühlte sich die Konjunktur allerdings ab, was nicht zuletzt an den Entwicklungen in der Europäischen Union - dem wichtigsten Wirtschaftspartner der Türkei - lag.

In China hat die Konjunktur ebenfalls etwas an Fahrt verloren, auch weil die Ausfuhren in die belastete Eurozone einen Dämpfer erlitten. Nach 10,4 % im Vorjahr hat China im Jahr 2011 eine Wachstumsrate von 9,2 % erreicht. Die ergriffenen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen zur Vermeidung einer Überhitzung und zur Dämpfung der Inflation zeigten allerdings Wirkung und haben die Chancen auf eine Fortsetzung des Wachstums in den nächsten Jahren verbessert. In den übrigen ostasiatischen Schwellenländern hat sich die wirtschaftliche Expansion abgeschwächt; dabei wirkte sich auch die Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan sowie die Überschwemmung in Thailand aus.

Brasilien, ein perspektivisch wichtiger Markt für KHD, konnte mit einer Wachstumsrate von 2,9 % nicht an das Vorjahr (7,5 %) anknüpfen. Wie andere Länder Lateinamerikas litt Brasilien unter der Aufwertung der heimischen Währung und zunehmendem Lohndruck. Auf der anderen Seite hat die Investitionsbereitschaft der Unternehmen dank höherer Gewinnaussichten zugenommen, und die Arbeitslosigkeit ging deutlich zurück. Brasilien konnte dabei wie in den zurückliegenden Jahren vom Rohstoffboom profitieren.

Wachstum des realen BIP in ausgewählten Regionen

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in % 2010 2011e 2012e
China 10,4 9,2 8,2
Indien 9,9 7,4 7,0
Russland 4,0 4,1 3,3
Türkei 9,0 8,3 0,4
Brasilien 7,5 2,9 3,0
OECD Länder 3,2 1,6 1,2
Welt 5,2 3,8 3,3

Quelle: IWF

BRANCHENSPEZIFISCHES UMFELD

Nach bisher vorliegenden Marktinformationen, die sich mit den Erkenntnissen von KHD aus Projekten und Kundengesprächen decken, hat sich das Wachstum auf dem globalen Zementmarkt im Jahr 2011 abgeschwächt. Dazu beigetragen hat - neben der konjunkturellen Eintrübung - die Eindämmung spekulativer Immobilien- und Bauprojekte in China, dem mit Abstand wichtigsten Zementmarkt, auf den 56 % des weltweiten Zementverbrauchs entfallen. Viele Beobachter erwarten eine abnehmende Bedeutung des Bausektors, der zuletzt einen Anteil von annähernd 7 % an der Wertschöpfung in China hatte. Im zweiten Halbjahr 2011 implementierte China striktere regulatorische Maßnahmen, unter anderem hinsichtlich der Kreditvergabekriterien, die erwartungsgemäß zum Abbau der Überkapazitäten in der Zementindustrie beitragen werden; zugleich wird die Implementierung energieeffizienter Großanlagen staatlicherseits vorangetrieben. Trotz der eher restriktiven Rahmenbedingungen ist die Zementproduktion nach Analystenschätzungen im Jahresvergleich gewachsen.

Globaler Zementverbrauch: Über 3 Milliarden Tonnen in %

In Russland hat unter anderem die Förderung des Eigenheimbaus durch die Regierung den zementverbrauch positiv beeinflusst. Erste Schätzungen gehen von einem Marktwachstum von rund 8 % aus. Die größtenteils veralteten russischen zementanlagen bieten zugleich viel Spielraum für Neubau- und Modernisierungsprojekte. Wachstumsrisiken bestehen unverändert in Form starker Saisonalitäten und begrenzter Lagerkapazitäten.

In Indien, dem zweitgrößten Zementmarkt der Welt, ist das Wachstum deutlich eingebrochen. zusammen mit gestiegenen Energiekosten beeinträchtigte dies die Marge der Produzenten. Der gesunkene Auslastungsgrad der Kapazitäten von nur noch 60 % bis 70 % hat dazu geführt, dass eine Reihe von Erweiterungs- und Modernisierungsprojekten zurückgestellt wurde.

Der Zementmarkt in Brasilien profitierte von den avisierten Infrastrukturinvestitionen der Regierung, die auch im Zusammenhang mit den großen Sportereignissen im Land (Fußball Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016) stehen. Allerdings hemmte das sehr hohe Zinsniveau die Investitionstätigkeit der Unternehmen.

Globale Zementproduktionskapazitäten in Mio. Tonnen

Im globalen Maßstab lag die Kapazitätsauslastung der rund 2.500 Zementanlagen weltweit bei geschätzten 76 %. Die Hälfte der Anlagen ist zwischen 25 und 50 Jahre alt und erfüllt in vielen Fällen nicht mehr die zunehmend anspruchsvolleren Umweltanforderungen. Dies bietet bei geeigneten regulatorischen Rahmenbedingungen Potenzial für Modernisierung und Neubau unter Verwendung energieeffizienter und emissionsarmer Technologien. Die Investitionsentscheidungen der Betreiber werden zunehmend unter Umwelt- und Effizienzgesichtspunkten getroffen. Wichtigster Wachstumstreiber der Branche bleibt aber das infrastrukturelle Wachstum der Entwicklungs- und Schwellenländer. Unabhängig von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen bleiben die fundamentalen Marktdaten daher weiterhin positiv.

Das Wettbewerbsumfeld von KHD war auch im Jahr 2011 durch Margendruck und Konsolidierung geprägt. Mit dem aktuellen Auftragsvolumen und Umsatz zählt KHD unverändert zu den vier größten Anbietern im Weltmarkt.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG

Die marktseitigen Belastungsfaktoren haben das Geschäft von KHD im Berichtsjahr beeinträchtigt. Zementproduzenten hielten sich aufgrund der Überkapazitäten im Markt und gedämpfter Erwartungen an den künftigen Zementverbrauch mit dem Bau neuer Anlagen oder Erweiterungsinvestitionen zurück; darüber hinaus wurden bereits erteilte Aufträge in Einzelfällen verschoben. Der Auftragseingang lag infolgedessen mit € 224,7 Mio. deutlich unterhalb unserer ursprünglichen Erwartungen. Der Vergleichswert 2010 (€ 268,9 Mio.) wurde um 16,4 % verfehlt; auf Pro-forma-Basis errechnet sich ein Rückgang um 27,0 %.

Besonders ins Gewicht fiel der Rückgang des Auftragseingangs in Indien - einem Markt, der aktuell starken Belastungen ausgesetzt ist. Hier hatte KHD im Vorjahr einen Großauftrag für Ofenlinien und Rollenpressen-Mahlanlagen gewonnen, während im Berichtsjahr größere Neuaufträge ausblieben.

In Russland, unserem in zurückliegenden Jahren zweitwichtigsten Markt nach Indien, hat sich der Auftragseingang mehr als halbiert.

Sehr viel stabiler entwickelte sich das Geschäft in der Türkei, wo der Auftragseingang des Vorjahres nahezu erreicht werden konnte. Hierzu trugen vor allem Erfolge auf dem türkischen Markt bei:

Im März 2011 erhielt KHD von Askale Cimento den Auftrag zum Bau einer Klinker-Produktionslinie mit einer Kapazität von 3.500 Tonnen / Tag in der Zementanlage in Van (Ostanatolien). Der Auftrag umfasst Engineering, Lieferung der Komponenten, Montageüberwachung sowie die für das dritte Quartal 2012 vorgesehene Inbetriebnahme einschließlich Schulung der Mitarbeiter.
Im Mai 2011 beauftragte der türkische Produzent KCS (Kahramanmaras Cimento Beton Sanayii Ve Madencilik Isletmeleri) KHD mit dem Bau einer Ofenlinie mit einer Kapazität von 4.500 Tagestonnen sowie einer COMFLEX® Zerkleinerungsanlage für eine zweite Produktionslinie. Bereits die erste Linie basiert auf Technologie von KHD. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2012 vorgesehen.
Im Juli 2011 erhielt KHD den Auftrag für den Bau einer Ofenlinie mit einer Kapazität von 4.000 Tonnen täglich für die Zementanlage von Askale Cimento in Gümüshane. Die Anlage soll Anfang 2013 in Betrieb gehen.

Erfreulich war der vom brasilianischen Produzenten Cementos Liz erteilte Auftrag über vorbereitende Engineering-Leistungen für den Bau einer Produktionslinie mit einer Tageskapazität von 5.000 Tonnen. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Vorbereitungsphase soll sich das Projekt auf ein Gesamtvolumen von USD 120 Mio. erstrecken; zum Jahresende 2011 war der diesbezügliche Vertrag allerdings noch nicht in Kraft. Die Auftragserteilung wäre für KHD im brasilianischen Markt aufgrund des signifikanten Auftragsvolumens eine entscheidende Verbesserung der Marktposition.

Im dritten Quartal konnte KHD einen Vertrag mit einem Zementproduzenten über die Errichtung von zwei neuen Linien mit einem Gesamtvolumen von rund € 80 Mio. verkünden. Der Auftrag umfasst das Basic- und Detail-Engineering, die Lieferung der Ausrüstung sowie Überwachungsleistungen. Mit dem Auftraggeber wurde Stillschweigen über weitere Details vereinbart.

Bereits 14 % des gesamten Auftragseingangs entfielen auf Projekte in der Erzaufbereitung. Über den strategischen Partner Weir Minerals ist es gelungen, Kunden von den Vorteilen unserer Rollenpressen für die Zerkleinerung von Erzen zu überzeugen. Der Auftragseingang betraf vorwiegend Endkunden in Australien und Südamerika. Erklärtes strategisches Ziel ist es, den Anteil von Bergbau-Projekten am Auftragsvolumen weiter zu steigern.

Auch unserem Ziel, die Serviceaktivitäten auszubauen, sind wir im Berichtsjahr näher gerückt.

Die strategische Partnerschaft mit AVIC startete vielversprechend. Gemeinsam nahmen die Partner an mehreren Projektausschreibungen für schlüsselfertige Anlagen (EPC) mit einem Schwerpunkt auf den Regionen Afrika, Südamerika und Russland teil.

Auftragseingang und Auftragsbestand1) in Mio. Euro

1) Vorjahre Pro-forma

2) zum Jahresende

Die Resonanz seitens der Produzenten bestätigt die außerordentlich große Wettbewerbsfähigkeit des Angebots. In den ersten Wochen des Geschäftsjahres 2012 mündete die rege Angebotstätigkeit in einen ersten Auftrag in Lateinamerika (siehe Nachtragsbericht); auf den Auftragseingang des Berichtsjahres hatte die Kooperation jedoch noch keinen Einfluss.

Der Auftragsbestand blieb aufgrund von Auftragseingang und Umsatz in nahezu gleicher Höhe stabil und lag zum Jahresende bei € 293,7 Mio. (Vorjahr: € 303,5 Mio.). Rein rechnerisch entspricht der Auftragsbestand zum Jahresende dem 1,25-fachen des Jahresumsatzes 2011.

ERTRAGSLAGE

Der Rückgang des Konzernumsatzes um 18,2 % auf € 234,6 Mio. (Vorjahr: € 286,9 Mio.) spiegelt die erschwerten Bedingungen auf dem globalen Zementmarkt wider. Aufgrund der unzureichenden Kapazitätsauslastungen in einigen Regionen sowie der pessimistischeren Einschätzung des kurz- bis mittelfristigen Zementverbrauchs haben sich einige unserer Kunden entschieden, die Abwicklung bereits erteilter Aufträge zu verzögern oder Projekte teilweise ins nächste Jahr zu verschieben. Ein weiterer Grund waren erschwerte Finanzierungsbedingungen vor dem Hintergrund der wieder aufgeflammten Finanzmarkt- und Bankenkrise. Auch die Umsatzbeiträge aus Neuaufträgen des laufenden Jahres lagen wegen des vor allem im ersten Halbjahr 2011 unbefriedigenden Auftragseingangs unter den Erwartungen.

Konzernumsatz1) in Mio. Euro

1) Vorjahre Pro-forma

Auf Pro-forma-Basis errechnet sich ein Rückgang der umsatzerlöse um 23,8 %. Bei diesem Vergleich werden die Tochtergesellschaften von KHD, die im ersten Quartal 2010 noch nicht in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst waren, über das gesamte Vorjahr dem wirtschaftlichen Geschäftsvolumen des Konzerns zugerechnet.

Trotz des Umsatzrückgangs lag das Bruttoergebnis vom Umsatz mit € 52,5 Mio. nur um 8,6 % unter dem Vorjahreswert. Dies begründet sich mit einer guten Ausführung von Aufträgen, insbesondere im russischen Markt. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen auf € 4,3 Mio. (Vorjahr: € 3,5 Mio.). Im Zuge des Erwerbs der restlichen Anteile an der KHD OOO wurden die bis dato gehaltenen 50 % der Anteile mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Gewinn aus dieser Neubewertung belief sich auf € 2,4 Mio. Daneben trugen Dienstleistungen sowie Wechselkursgewinne zu den sonstigen betrieblichen Erträgen bei.

Im Anstieg der Vertriebsaufwendungen um 16,9 % auf € 13,9 Mio. (Vorjahr: € 11,9 Mio.) zeigt sich in erster Linie die Intensivierung unseres Key Account Managements sowie die Erhöhung der Angebotsaktivitäten für neue zementanlagen unserer weltweit operierenden Kunden - unter anderem im Zusammenhang mit dem Aufbau regionaler Präsenzen in der Türkei und in Brasilien. Ebenfalls zum Tragen kam die Aufstockung des Marketingbudgets, das auf die grundlegende Überarbeitung von Marketingmaterialien und das Schalten von Anzeigen zurückgeht.

Die Verwaltungsaufwendungen betrugen im Geschäftsjahr € 18,4 Mio. und haben sich gegenüber dem Vorjahr um € 0,6 Mio. reduziert. Die Verwaltungsaufwendungen enthalten neben den Kosten der allgemeinen Verwaltung insbesondere Rechts- und Beratungskosten, Jahresabschlusskosten, Vorstandsbezüge, Aufsichtsratsvergütungen und Kosten der Börsennotierung.

Die sonstigen Aufwendungen verringerten sich um 8,2 % auf € 7,3 Mio. (Vorjahr € 7,9 Mio.). Hierin enthalten sind Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von € 3,7 Mio; damit haben wir 1,6 % der umsatzerlöse (Vorjahr: 1,2 %) für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Ebenfalls enthalten sind Einmaleffekte aus der Abwertung von Beständen des Vorratsvermögens sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit ausländischen Umsatzsteuern. Der Vorjahreswert war unter anderem durch Aufwendungen für Kurzarbeit bei der Konzerngesellschaft Humboldt Wedag GmbH beeinflusst.

EBIT und EBIT-Marge (in %) in Mio. Euro

Nach Berücksichtigung der Aufwendungen verbleibt ein Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) von € 17,6 Mio. Die EBIT-Marge beträgt 7,5 % (Vorjahr 8,7 %).

Das Finanzergebnis kletterte im Jahresvergleich von € 1,1 Mio. auf € 3,1 Mio. Maßgeblich für diese Entwicklung war die annähernde Verdopplung der Zinserträge auf € 5,7 Mio. (Vorjahr: € 2,9 Mio.), die sowohl auf das höhere Zinsniveau als auch auf den im Jahresdurchschnitt größeren Bestand an liquiden Mitteln zurückgeht. Auch die Erträge aus Devisentermingeschäften übertrafen den Vorjahreswert. Größte Einzelposition bei den Finanzaufwendungen, die sich auf € 3,2 Mio. (Vorjahr: € 2,3 Mio.) summierten, war wie schon im Jahr 2010 der Zinseffekt aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen und Rückstellungen. Ebenfalls enthalten sind der Kursrückgang einer Aktienposition sowie Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit Umsatzsteuern.

Das Ergebnis vor Steuern liegt mit € 20,7 Mio. um 20,5 % unter dem Vergleichswert für das Geschäftsjahr 2010 (€ 26,0 Mio.). Der Konzernjahresüberschuss beträgt € 13,5 Mio. (Vorjahr: € 15,8 Mio.). Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie belief sich damit auf € 0,28, wobei sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (€ 0,47) insbesondere aus der höheren Zahl ausgegebener Aktien aufgrund der Kapitalerhöhung im ersten Quartal 2011 sowie des geringeren Jahresüberschusses erklärt.

GEWINNVERWENDUNG

Vorstand und Aufsichtsrat werden den Aktionären auf der ordentlichen Hauptversammlung am 30. Mai 2012 vorschlagen, den nach HGB ermittelten Bilanzgewinn der KHD Humboldt Wedag international AG in Höhe von € 6,4 Mio. auf eine neue Rechnung vorzutragen.

FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

GRUNDZÜGE DER FINANZSTRATEGIE

KHD begegnet den im Anlagenbau typischen, abrechnungsbedingten Risiken mit einer komfortablen Liquiditätsposition auf Konzernebene und in den einzelnen operativen Gesellschaften sowie einer stark eigenkapitalbasierten Finanzierungsstrategie. Dies ist zugleich Voraussetzung für die Gestaltung unseres internen und externen Wachstums in den nächsten Jahren, das auch die Investition in Technologien und die Erweiterung des Geschäftsmodells einschließt.

Verträge werden überwiegend in der lokalen Währung der jeweiligen KHD Gesellschaft abgeschlossen. Währungsrisiken werden durch derivative Finanzinstrumente abgesichert; hierbei handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte.

Über ein Bankenkonsortium steht allen operativen Gesellschaften des KHD Konzerns ein Avalrahmen in Höhe von € 150 Mio. für verschiedene Sicherungsinstrumente wie Garantien, Akkreditive oder Bürgschaften zur Verfügung. Der Avalrahmen war zum 31. Dezember 2011 in Höhe von € 96,6 Mio. ausgenutzt, so dass freie Kreditlinien in Höhe von rund € 53,4 Mio. zur Verfügung standen. Im März 2012 wurde der bestehende Avalrahmen abgelöst und durch einen neuen Avalrahmen mit einem Gesamtvolumen von 130 Mio. und dreijähriger Laufzeit mit einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutsche Bank AG und der Raiffeisenbank international AG ersetzt (siehe Nachtragsbericht).

LIQUIDITÄTSRECHNUNG

Die Finanzmittelfonds von KHD beliefen sich zum Jahresende 2011 auf € 287,7 Mio. und zeigten damit gegenüber dem Vorjahreswert zum 31. Dezember 2010 (€ 279,3 Mio.) einen leichten Anstieg. Der Betrag entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmitteln und -äquivalenten in Höhe von € 300,3 Mio. (Vorjahr € 293,1 Mio.) abzüglich liquider Mittel im Volumen von € 12,6 Mio. (Vorjahr: € 13,7 Mio.), die für Bankgarantien hinterlegt und insofern nicht frei verfügbar sind.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit war mit € - 65,8 Mio. negativ. Maßgeblich hierfür waren vor allem der gegenüber dem Vorjahr geringere Auftragseingang und kundenseitig bedingte Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung einiger Aufträge im Geschäftsjahr 2011. Zusätzlich hat KHD im zurückliegenden Jahr Steuern im Umfang von € 32,9 Mio. bezahlt.

Der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit in Höhe von € - 4,3 Mio. geht in erster Linie auf die Weiterentwicklung unserer Systeme für die Projektsteuerung sowie für die Kundenbetreuung zurück. Wichtigstes Projekt in diesem Zusammenhang ist das SAP Projekt, das im Geschäftsjahr mit € 1,6 Mio. zu einem Abfluss von liquiden Mitteln geführt hat. Darüber hinaus sind die Nettoauszahlungen im Zusammenhang mit der Übernahme der restlichen Anteile an KHD OOO enthalten.

Die Abflüsse an liquiden Mitteln aus betrieblicher Tätigkeit und Investitionen wurden überkompensiert durch den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit, der sich auf € 81,4 Mio. belief. Er beruht im Wesentlichen auf Nettozuflüssen aus der im ersten Quartal 2011 vorgenommenen Kapitalerhöhung in Höhe von rund € 74,6 Mio. Darüber hinaus haben sich die erhaltenen Zinsen im Vergleich zum Vorjahr in etwa verdoppelt.

Cashflow in Mio. Euro

VERMÖGENSWERTE

Die Vermögenswerte in Höhe von € 431,9 Mio. waren wie schon im Vorjahr vorrangig durch kurzfristige Vermögenswerte und hier insbesondere durch den Bestand an liquiden Mitteln geprägt. Auf Zahlungsmittel und -äquivalente entfielen 69,5 % (Vorjahr: 70,9 %) der Aktiva.

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich binnen Jahresfrist von € 9,3 Mio. auf € 15,3 Mio. Wesentlicher Faktor war die Erhöhung des Geschäfts- oder Firmenwertes um € 3,0 Mio., die aus der vollständigen Übernahme der Anteile an der KHD OOO resultiert. Trotz des Anstiegs spiegelt das immer noch geringe Volumen der langfristigen Vermögenswerte das Geschäftsmodell von KHD wider; aufgrund der nahezu vollständigen Auslagerung der Fertigung an externe Hersteller muss KHD selbst keine umfangreichen Produktionsanlagen vorhalten.

Von den kurzfristigen Vermögenswerten betreffen € 21,2 Mio. (Vorjahr: € 21,2 Mio.) Fertigungsaufträge, die einen aktivischen Saldo aufweisen; bei diesen übertreffen die bis Ende 2011 angefallenen Auftragskosten zuzüglich der erfassten anteiligen Gewinne die gestellten Teilabrechnungen. Die im Vergleich zum Vorjahr verringerten geleisteten Vorauszahlungen an Lieferanten resultieren ebenfalls aus dem Rückgang des Geschäftsvolumens. Die Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte geht unter anderem auf den Kursrückgang einer Aktienposition zurück. Die Forderungen aus Ertragsteuern gehen im Wesentlichen auf die Zahlung von Kapitalertragsteuern auf die Gewinnausschüttung einer Tochtergesellschaft zurück, der nun Steuerforderungen der Obergesellschaft gegenüberstehen.

FINANZIERUNG

Die Struktur der Passivseite der Bilanz hat sich im Berichtsjahr maßgeblich verändert. Das Eigenkapital erhöhte sich um 57,2 % auf € 233,5 Mio. (Vorjahr: € 148,6 Mio.) und stand damit für 54,1 % (Vorjahr: 35,9 %) der Bilanzsumme. Die im ersten Quartal durchgeführte Kapitalerhöhung kommt im Anstieg des gezeichneten Kapitals ebenso zum Ausdruck wie in der Aufstockung der Kapitalrücklage. Der Anstieg der sonstigen Rücklagen resultiert insbesondere aus dem Konzern-Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2011.

Die moderate Zunahme der langfristigen Schulden um 8,0 % auf € 53,1 Mio. (Vorjahr: € 49,2 Mio.) hat ihre Ursache vor allem im Anstieg der langfristigen Rückstellungen, die eine Vorsorge für Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen aus abgerechneten Aufträgen darstellen.

Die kurzfristigen Schulden verringerten sich um rund ein Drittel auf € 145,3 Mio. (Vorjahr: € 215,6 Mio.). Ausschlaggebend hierfür war, wie schon im Zusammenhang mit der Kapitalflussrechnung diskutiert, das rückläufige Geschäftsvolumen. Darüber hinaus wirkte sich die Zahlung von Steuerverbindlichkeiten aus den Vorjahren aus.

GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Im Geschäftsjahr 2011 konnte der KHD Konzern nicht alle vor einem Jahr gesteckten Ziele vollständig erreichen. Infolge der weltweit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Zementproduzenten, hielten sich unsere Kunden mit der Vergabe neuer Aufträge zurück. Zudem hat sich der Wunsch nach einer verzögerten Abwicklung bereits erteilter Aufträge bei uns in niedrigeren Umsatzerlösen ausgewirkt. Aufgrund einer frühzeitig erfolgten Anpassung an das geänderte Umfeld und aufgrund der flexiblen Kostenstruktur konnte der KHD Konzern dennoch sowohl beim Bruttoergebnis vom Umsatz als auch beim EBIT zufriedenstellende Werte erzielen. Bei anderen wichtigen Kennzahlen wie z.B. Liquidität, Summe des Eigenkapitals und Eigenkapitalquote schneidet der KHD Konzern zum 31. Dezember 2011 sogar besser ab als im Vorjahr. Insbesondere die im Geschäftsjahr 2011 betriebene Intensivierung unserer strategischen Partnerschaften sichert uns eine gute Ausgangsposition für die weitere Entwicklung. Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein schwieriges Geschäftsjahr nicht zuletzt dazu genutzt wurde, die Wettbewerbsposition des KHD Konzerns nachhaltig zu verbessern.

Bilanzstruktur - Aktiva in Mio. Euro

Bilanzstruktur - Passiva in Mio. Euro

RISIKO- UND CHANCENBERICHT

RISIKOMANAGEMENT

Der KHD Konzern ist als weltweit operierendes Anlagenbau- und Serviceunternehmen im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit einer Vielzahl unterschiedlichster Risiken ausgesetzt. Durch die Bereitschaft, kalkulierbare unternehmerische Wagnisse bewusst einzugehen, kann KHD sich bietende Chancen zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts nutzen.

Der Vorstand der KHD hat ein umfassendes, systematisches und wirksames Risikomanagementsystem implementiert, dessen Grundsätze in einer Risk Policy festgeschrieben sind. Im KHD Konzern ist Risikomanagement ein systematischer Ansatz zur Identifizierung, Erfassung und Bewertung von Risiken. Entscheidende Komponenten unseres Risikomanagementsystems sind die Aktivitäten zur Risikobewältigung, d.h. die Definition und die Umsetzung von Maßnahmen als Antwort auf festgestellte Risiken. Risikomanagement ist somit eine unternehmensweite und kontinuierliche Aufgabe, die integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse im KHD Konzern ist.

Die Vorgehensweise zum Risikomanagement im KHD Konzern berücksichtigt die bestmögliche Ausnutzung von Chancen in gleichem Umfang wie die Reduzierung der Auswirkungen und der Eintrittswahrscheinlichkeit von negativen Ereignissen. Durch ein wirksames und effizientes Risikomanagement können wir unsere Möglichkeiten zum Identifizieren und Ergreifen von Geschäftschancen zum Vorteil unserer Anteilseigner, Kunden und Mitarbeiter insgesamt verbessern.

Das Management von Risiken und Chancen ist ein wesentlicher Baustein für die Steuerung des Konzerns; die Unternehmensstrategie bildet die Basis für eine systematische Risikofrüherkennung. Da im Rahmen des Planungsprozesses die Unternehmensziele und die zugehörigen Erfolgsfaktoren festgelegt werden, bestehen unmittelbare Wechselbeziehungen zwischen Risikomanagement einerseits und der strategischen Planung und Mittelfristplanung andererseits.

Das Risikomanagementsystem ist im KHD Konzern in die Gesamtheit unseres internen Kontrollsystems eingebettet. Unser Risikomanagement beschränkt sich nicht auf das Risikofrüherkennungssystem nach § 91 Abs. 2 AktG (bestandsgefährdende Risiken), sondern umfasst sämtliche wesentliche Risiken des KHD Konzerns (operative, strategische, finanzielle und Compliance Risiken). Die kontinuierliche Verbesserung unseres Risikomanagements beinhaltet eine regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung der relevanten internen Kontrollen, um einen funktionsfähigen und effizienten Prozess sicherzustellen. Prozessverbesserungen bzw. -korrekturen werden fortlaufend identifiziert und umgesetzt.

Organisation, Zuständigkeiten, Instrumente und Berichterstattung des Risikomanagements

Der KHD Konzern unterscheidet zwischen Risiken, die den gesamten Konzern betreffen bzw. nur auf Ebene der Konzernleitung gemanagt werden können ("Group Risks"), und Risiken, die aus den Aktivitäten der operativen Geschäftseinheiten resultieren ("CSC Risks"). Group Risks werden von den Vorstandsmitgliedern und Leitern der konzernübergreifenden Zentralfunktionen ("Global Functional Heads") identifiziert und durch Risikoverantwortliche ("Risk Owner"), die entsprechend bestimmt werden, gesteuert. CSC Risks werden von den Verantwortlichen der operativen Bereiche in den Customer Service Centers (CSCs) geführt. Die jeweiligen Risikoverantwortlichen in den operativen Geschäftseinheiten sind für den systematischen Umgang mit den CSC Risks verantwortlich.

Um eine konzernweit einheitliche Identifizierung und Bewertung der Risiken zu unterstützen und zu koordinieren, hat KHD für das Risikomanagement Verantwortliche auf Konzernebene sowie auf Ebene der CSCs bestimmt. Die Risikomanager sind auch für die Überwachung und Nachverfolgung der Umsetzung der jeweiligen Aktivitäten zur Risikobewältigung zuständig. Die zentrale Risikomanagementabteilung stellt den operativen Einheiten die konzernweit einheitliche Methodik sowie die Instrumente zur Dokumentation (Risikoidentifizierung, Risikobewertung und Risikobewältigung) zur Verfügung.

Alle wesentlichen Risiken werden in so genannten Risikoregistern erfasst. Die in dem Risikoregister des KHD Konzerns aufgeführten Group Risks haben ihren Schwerpunkt bei strategischen und Compliance Risiken, während die bei den operativen Einheiten erfassten CSC Risks insbesondere auf operative und finanzielle Risiken abstellen. Die Risikoregister dokumentieren die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schadenshöhe für jedes Risiko sowie die vorhandenen und geplanten Maßnahmen zur Risikobewältigung in komprimierter und übersichtlicher Form. Die mögliche Auswirkung wird für jedes CSC auf Basis einer berechneten lokalen Wesentlichkeitsgrenze klassifiziert. Um das Risikopotenzial zu verdeutlichen und um das Risikobewusstsein zu steigern, ist im Risikoregister zwingend eine Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schadenshöhe ohne sowie mit Berücksichtigung der Maßnahmen und Kontrollen zur Risikobewältigung vorzunehmen. Zudem besteht die Verpflichtung, dass sowohl beim Konzern als auch bei den CSCs potenziell bestandsgefährdende Risiken identifiziert und in dem Risikoregister entsprechend dokumentiert werden. Die Risikoregister werden regelmäßig aktualisiert und bieten so den Entscheidungsträgern einen Überblick über die gesamte Risikolage.

Die für das Risikomanagement verantwortlichen Mitarbeiter führen sowohl mit den Leitern der konzernübergreifenden Zentralfunktionen als auch mit den Führungsteams der operativen Einheiten Risikoworkshops zur Identifikation und Bewertung von Risiken sowie zur Festlegung von Maßnahmen zur Risikominderung durch.

Den besonderen Anforderungen des Projektgeschäfts wird durch ein in die operativen Prozesse eingebundenes Risikomanagement Rechnung getragen. Hierbei werden die kaufmännischen und vertraglichen Bedingungen vor dem Vertragsabschluss durch die Experten in unseren Fachabteilungen beurteilt, um das Eingehen unkalkulierter oder nicht beherrschbarer Risiken zu verhindern. Das projektbezogene Risikomanagement setzt sich in der Phase der Auftragsabwicklung fort, wobei das Projektmanagement insbesondere auf Risiken in Bezug auf Überschreitung des Kosten- oder Zeitbudgets, technische Schwierigkeiten sowie finanzielle Aspekte achtet. Falls bewertete Auftragsrisiken die Wesentlichkeitsgrenze der operativen Einheit überschreiten, sind diese als CSC Risk zusätzlich in das lokale Risikoregister aufzunehmen.

Bei einem wirksamen Risikomanagement kommt dem Berichtswesen eine besondere Bedeutung zu. Es stellt sicher, dass alle wesentlichen Risiken aus den CSCs nach einheitlichen Kriterien abgebildet und den Führungskräften im Rahmen ihres Entscheidungsprozesses bekannt sind. Die CSCs berichten direkt an den zentralen Risikomanagementbeauftragten. Neben den regelmäßig aktualisierten Risikoregistern werden kurzfristig auftretende Risiken unabhängig von den normalen Berichtswegen direkt ("ad hoc") an die zuständigen Stellen des Konzerns kommuniziert. Bei der KHD wurde zudem ein Risk Committee als bereichsübergreifendes Team - unter Einbeziehung des Vorstands - installiert. Im Rahmen des Risikomanagementsystems überwacht das Risk Committee die Vollständigkeit, die Einschätzung der Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit, den Status der Risikobewältigung und die Veränderungen bedeutender Risiken.

Der zentrale Risikomanagementbeauftragte steht mit dem Vorstand in Bezug auf die Risikosituation und die Effektivität des Risikomanagementsystems in laufendem Kontakt. Im halbjährlichen Turnus erläutert er die Risikosituation anhand der Risikoregister detailliert gegenüber dem Aufsichtsrat. Zudem erläutert der Leiter Risikomanagement seine Einschätzung zu der Effektivität des Risikomanagementsystems in einer an den Vorstand sowie den Aufsichtsrat der KHD gerichteten Stellungnahme.

Risikomanagement bezogen auf Finanzinstrumente

Als weltweit agierender Konzern ist die KHD verschiedenen finanziellen Risiken (Währungs-, Zins-, Ausfall-, Kredit- und Liquiditätsrisiken) ausgesetzt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben können. Ziel des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements im KHD Konzern ist es, finanzielle Risiken durch den geeigneten Einsatz von Sicherungsinstrumenten einschließlich derivativer Finanzinstrumente abzudecken bzw. zu reduzieren.

Bei den Währungskursrisiken ist zwischen Währungsrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aufträgen in verschiedenen Währungsgebieten und den Risiken, die sich aus der Währungsumrechnung für einzelne Gesellschaften zu verschiedenen Stichtagen ergeben, zu unterscheiden. im Rahmen der Auftragsabwicklung werden Wechselkursrisiken auf Basis geplanter Zahlungsströme bestimmt und durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten minimiert. Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte.

Das Zinsrisiko tritt durch marktbedingte Schwankungen der Zinssätze auf. Zum Bilanzstichtag weist der KHD Konzern keine wesentlichen zinstragenden Verbindlichkeiten, aber einen sehr hohen Bestand an liquiden Mitteln aus. insofern beschränkt sich das Zinsrisiko weitestgehend auf Schwankungen der Zinssätze für kurzfristige Termingelder und Tagesgeld.

Das Risiko einer Kreditkonzentration in Bezug auf Forderungen ist durch die Kundenstruktur des Konzerns grundsätzlich geografisch weltweit gestreut. Das Kreditrisiko wird weiterhin dadurch verringert, dass der Konzern mit den Kunden Zahlungsmodalitäten, im Besonderen Anzahlungen und Zahlungen auf Teilabrechnungen, vereinbart, die einen zu hohen Bestand an offenen Forderungen vermeiden. interne Richtlinien stellen sicher, dass grundsätzlich Produkte nur an Kunden mit angemessener Kredithistorie verkauft werden. Basis für die Steuerung des Adressenausfallrisikos ist eine laufende regelmäßige Analyse des Forderungsbestands und der Forderungsstruktur. Forderungen im Exportgeschäft sind im KHD Konzern in hohem Umfang durch bestätigte und unbestätigte Akkreditive sowie durch Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Exportkreditagenturen (z.B. Hermes) gegen Ausfallrisiken abgesichert.

Der KHD Konzern verfolgt seit Jahren eine konservative und vorausschauende Politik der Liquiditätssicherung und verfügt über einen sehr hohen Bestand an liquiden Mitteln. Auf Basis einer Finanz- und Liquiditätsplanung werden liquide Mittel so disponiert, dass der KHD Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit in vollem Umfang nachkommen kann. Zur Absicherung des weiteren Wachstumskurses wurde mit einem Bankenkonsortium eine Avalkreditlinie abgeschlossen, die es den einzelnen Gesellschaften des KHD Konzerns erlaubt, Vertragsgarantien zu günstigen Konditionen für ihre Kunden weltweit herauszulegen.

RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLLSYSTEM

Das interne Kontrollsystem ("IKS") des KHD Konzerns umfasst neben dem Risikomanagementsystem insbesondere auch umfangreiche Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und der Verlässlichkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sowie die Internal Audit als prozessunabhängige Kontrollfunktion. Das IKS ist auch auf die Einhaltung der einschlägigen Gesetze und Normen sowie die Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Abläufe ausgerichtet.

Einrichtung, Überwachung und Weiterentwicklung sowie die Sicherstellung der Wirksamkeit des IKS liegen in der Verantwortung des Vorstands. in das IKS der KHD sind alle konsolidierten Tochtergesellschaften eingebunden.

Die Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und der Verlässlichkeit der Rechnungslegung umfassen im Wesentlichen automatisierte Kontrollen, wie z. B. Systemzugangskontrollen auf Basis eines Berechtigungskonzepts oder Plausibilitätsprüfungen des Zahlenwerks sowie manuelle Kontrollen, wie z. B. Abweichungs- und Trendanalysen auf Grundlage definierter Kennzahlen und Vergleiche mit Budgetzahlen.

Das gesamte rechnungslegungsbezogene IKS ist bei der KHD und allen wesentlichen Tochtergesellschaften durch Prozessbeschreibungen dokumentiert. Wesentliche Kontrollen ("Key Controls") wurden dabei für jeden Prozess identifiziert und in einer Risikokontrollmatrix ("RCM") zusammengefasst. Die zuständigen Prozessverantwortlichen überwachen fortlaufend die Durchführung aller wesentlichen Kontrollaktivitäten sowie die Erstellung einer angemessenen Dokumentation.

Die Erfassung von buchhalterischen Vorgängen erfolgt durch die Tochtergesellschaft HW. Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des IKS stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und sonstigen regulatorischen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Weiterhin wird sichergestellt, dass Vermögenswerte und Schulden zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden. Das Vier-Augen-Prinzip sowie die Funktionstrennung ("Segregation of Duties") sind Grundprinzipien des IKS im KHD Konzern; hierdurch wird auch die Möglichkeit zu dolosen Handlungen reduziert.

Die lokal erfassten Monatsabschlüsse werden durch ergänzende Informationen zu einem Konzernberichtspaket erweitert und über ein konzernweit einheitliches Berichtssystem an die zentrale Konsolidierungsabteilung gemeldet. Der Prozess zur Erstellung des Konzernabschlusses wird zentral durchgeführt und überwacht. Konzerneinheitliche Richtlinien zur Bilanzierung, Bewertung und Berichterstattung stellen die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften sicher.

Eine systematische Überprüfung der Wirksamkeit des IKS wird von der Internal Audit in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Die Ergebnisse der Prüfungen berichtet die Internal Audit direkt an den Vorstand, so dass sowohl identifizierte Mängel umgehend beseitigt als auch Verbesserungspotenziale im Zuge einer permanenten Weiterentwicklung des IKS umgesetzt werden können.

RISIKOFELDER

Im nachfolgenden Abschnitt werden wesentliche Risikofelder sowie die Strategie zur Risikobewältigung beschrieben. Die Risikofelder bündeln eine Vielzahl von Einzelrisiken, und die dargestellte Strategie zur Risikobewältigung setzt sich wiederum aus einer Vielzahl von spezifischen Einzelmaßnahmen und Aktivitäten zusammen.

Risiken aus wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Als global agierender Konzern ist die KHD von der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Als Lieferant der technischen Ausrüstung für zementanlagen besteht insbesondere die Abhängigkeit von der zyklischen Entwicklung der Nachfrage nach Zement. zudem besteht aufgrund des harten Wettbewerbs das Risiko des Verlusts von Marktanteilen sowie des Rückgangs der erzielbaren Margen.

Der KHD Konzern ist in vielen Ländern und Regionen als Anlagenbauer tätig, so dass sich eine Risikominderung aufgrund geografischer Diversifizierung ergibt. Durch den gezielten Ausbau unseres Servicegeschäfts (inkl. Ersatzteilgeschäft) und unserer Aktivitäten zum Vertrieb unserer Rollenpressen für Kunden in der Bergbauindustrie sowie den systematischen Ausbau unserer Position in Wachstumsmärkten sowie Märkten mit bisher schwacher Präsenz werden diese Risiken zusätzlich gemindert. Wir begegnen dem Wettbewerbsrisiko durch eine kontinuierliche Analyse unseres Marktumfelds und unserer Konkurrenzsituation. Stetiger Kundenkontakt zusammen mit dem Ausbau unseres Key-Account-Managements und die daraus resultierende Marktnähe liefern uns wichtige Informationen über die Anforderungen unserer Kunden. Die gewonnenen Informationen ermöglichen uns, bedarfsgerechte Produkte zu entwickeln und anzubieten sowie unsere Wettbewerbsposition zu verbessern.

Länderrisiken

Der KHD Konzern ist als ein global operierender Konzern möglichen Länderrisiken ausgesetzt. Diese umfassen rechtliche Risiken, Kapitaltransferverbot, sonstige regulatorische Beschränkungen, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Krieg sowie sonstige Unruhen.

Um diese Risiken zu managen, werden einzelne Projekte bereits in der Angebotsphase unter Berücksichtigung von Länderrisiken bewertet. Ausfallrisiken für Exportgeschäfte werden bewertet und gegebenenfalls durch Deckungszusagen von Exportkreditagenturen (bspw. Hermes-Bürgschaften) begrenzt.

Beschaffungsrisiken

Die zuverlässige Verfügbarkeit der beschafften Produkte und Dienstleistungen in geeigneter Qualität, Menge und zu marktgerechten Preisen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Störungen im Beschaffungsprozess stellen daher für den KHD Konzern ein wesentliches Risiko dar.

Zur Risikominderung verfolgt der Einkauf eine globale Strategie basierend auf der systematischen Analyse der Qualität, Lieferperformance und Preisstruktur bestehender und potenzieller neuer Lieferanten. Um die vorhandenen Kenntnisse über die lokalen Beschaffungsmärkte bei der Entwicklung der Einkaufsstrategie zu nutzen, sind die Einkaufsorganisationen der CSCs in den Prozess eingebunden. Unterstützend werden Elemente der strategischen Beschaffung konzernweit angewendet.

Innovationsrisiken

Innovationsstärke ist für ein Technologieunternehmen wie den KHD Konzern ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dabei ist es wichtig, neben den Anforderungen der Kunden auch die zunehmenden Anforderungen des Umweltschutzes bei der Entwicklung unserer Produkte zu berücksichtigen. Zusätzlich richten sich unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten insbesondere auf die Standardisierung von Komponenten, die für kundenspezifische Lösungen verwendet werden können, sowie auf Verbesserungen und Kostenreduzierung bestehender Produkte aus.

Durch den permanenten Austausch mit der Vertriebsabteilung sowie die Einrichtung bereichsübergreifender Teams stellt der KHD Konzern eine möglichst hohe Marktnähe der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sicher. Ein Entwicklungsprozess mit definierten Meilensteinen und vorgegebenem Budget identifiziert so früh wie möglich Zielabweichungen und veranlasst entsprechende Korrekturmaßnahmen.

Projektrisiken

Komplexe Großprojekte im Anlagenbau stellen besondere Anforderungen an das Risikomanagement. Unsere Aufträge haben regelmäßig eine Vertragslaufzeit von deutlich mehr als 12 Monaten; das Vertragsvolumen einzelner Aufträge ist nicht nur für einzelne Tochtergesellschaften, sondern auch aus Sicht des KHD Konzerns wesentlich. Typischerweise handelt es sich bei Großaufträgen um die Planung, das Engineering und die Lieferung der kompletten oder zumindest aller wesentlichen Teile der Ausrüstung eines Zementwerks. Potenzielle Projektrisiken entstehen dabei in der mit Unsicherheiten behafteten Kalkulation, unerwarteten technischen Problemen, Lieferengpässen oder Qualitätsproblemen bei Lieferanten wichtiger Komponenten, Störungen bei den geplanten Cashflows und unvorhersehbaren Entwicklungen bei der Montage und Inbetriebnahme vor Ort. Nach der Inbetriebnahme bestehen zudem Gewährleistungsrisiken.

Zum Management der Risiken im Anlagenbau wenden wir bereits in der Angebotsphase bewährte Methoden an, um das Eingehen unkalkulierter oder nicht beherrschbarer Risiken zu verhindern. in der Phase der Auftragsabwicklung ermöglichen die eingesetzten Methoden unseres Projektmanagements und des Projektcontrollings nicht nur den Einfluss möglicher Kostenabweichungen abzuschätzen, sondern auch frühzeitig gegenzusteuern. Für die während der Gewährleistungsphase möglicherweise auftretenden Mängel wird über die Bildung von Rückstellungen bilanzielle Vorsorge getroffen. Die im Projektmanagement und Projektcontrolling eingesetzten Instrumente werden ständig weiterentwickelt und den steigenden Anforderungen angepasst.

Personalrisiken

KHD zeichnet sich durch eine Unternehmenskultur aus, die auf Vertrauen basiert. Eigenverantwortliches, unternehmerisch orientiertes Denken und Handeln unserer Mitarbeiter stehen dabei im Vordergrund. Der Erfolg des KHD Konzerns ist unmittelbar vom Engagement, von der Motivation und von den Fähigkeiten seiner Mitarbeiter abhängig. Risiken bestehen insbesondere dann, wenn Führungspositionen nicht zeitnah und qualifiziert besetzt werden können.

Personalrisiken begegnen wir durch frühzeitige Identifikation und Förderung insbesondere von Leistungsträgern. KHD strebt eine langfristige Bindung der Führungskräfte und Mitarbeiter an den Konzern an. Auf Basis einer systematischen Einschätzung der Kompetenzen leiten wir individuelle Maßnahmen zur Personalentwicklung ab. zusätzlich wird eine langfristige Nachfolgeplanung entwickelt.

Rechtliche Risiken

Als international tätiges Unternehmen ist der KHD Konzern einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Gewährleistung, Wettbewerbs- und Patentrecht sowie Steuerrecht gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden. Das Risiko der Nichtigkeit der Jahresabschlüsse 2002 bis 2005 ergibt sich aus den im Anhang beschriebenen Aktionärsklagen.

Bestehende und drohende Rechtsstreitigkeiten werden kontinuierlich identifiziert und analysiert sowie bezüglich ihrer potenziellen juristischen und finanziellen Auswirkungen qualitativ und/oder quantitativ bewertet. Auf Basis dieser Bewertung leitet das Management angemessene Maßnahmen zeitnah ein und trifft gegebenenfalls über die Bildung von Rückstellungen bilanzielle Vorsorge.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaften des KHD Konzerns müssen eine Vielzahl internationaler und landesspezifischer Gesetze und Anweisungen von Finanzverwaltungen berücksichtigen. Abgabenrechtliche Risiken können entstehen, falls nach Auffassung der Finanzverwaltung Steuergesetze und andere Regelungen nicht oder nicht in vollem Umfang beachtet wurden. insbesondere steuerliche Außenprüfungen können zu einer Belastung aufgrund von Steuernachzahlungen, Zinsen und Strafen führen.

Der KHD Konzern trägt steuerlichen Risiken durch die permanente Überwachung der aktuellen und der sich ändernden Steuergesetzgebung sowie durch das Einholen externer steuerlicher Beratung Rechnung. Sofern eine verlässliche Schätzung steuerlicher Risiken möglich ist, wird über die Bildung von Rückstellungen bilanzielle Vorsorge getroffen.

IT-Risiken

Alle wesentlichen Geschäftsprozesse (Rechnungswesen, Projektmanagement, Einkauf, Vertrieb, etc.) des KHD Konzerns sind auf die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit der eingesetzten IT-Systeme angewiesen. Störungen beim Betrieb der Systeme ziehen daher Störungen in Geschäftsprozessen und Arbeitsabläufen nach sich.

Um einen unterbrechungs- und störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, wird der Verfügbarkeit der IT-Ressourcen und IT-Systeme große Aufmerksamkeit gewidmet. zudem achten wir stets darauf, dass die Integrität und Vertraulichkeit wichtiger Informationen gewährleistet wird (Datenschutz). Bei den im KHD Konzern eingesetzten Software-Lösungen achten wir permanent auf ihre Wirksamkeit und Effizienz im Hinblick auf unsere Geschäftsprozesse. im Rahmen der IT-Strategie werden Maßnahmen zur Aktualisierung bzw. zum Ersetzen von Software-Lösungen und Hardware festgelegt.

GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DER KHD GRUPPE

Hinsichtlich der in diesem Bericht erläuterten Risiken wurde im Geschäftsjahr 2011, soweit erforderlich, eine bilanzielle Vorsorge über die Bildung von Rückstellungen getroffen. Die identifizierten Risiken gefährden weder einzeln noch in Kombination den Fortbestand des KHD Konzerns. organisatorisch sind alle Voraussetzungen geschaffen, um frühzeitig über sich abzeichnende Veränderungen der Risikosituationen Kenntnis zu erlangen.

CHANCEN

Grundsätzlich stellen die dargestellten Risiken auch Chancen für die künftige Entwicklung des KHD Konzerns dar. Diese Chancen resultieren beispielsweise aus der Verbesserung der Markt- und Wettbewerbsposition aufgrund der Entwicklung von kostengünstigen Produkten oder der weiteren Optimierung unserer Beschaffungsaktivitäten. Auch der geplante Ausbau unserer Serviceleistungen (inkl. Ersatzteilgeschäft) sowie der systematische Ausbau unserer Position in Wachstumsmärkten sowie Märkten mit bisher schwacher Präsenz sind wesentliche Chancen. Nachfolgend gehen wir auf wesentliche Chancen und Potenziale für die künftige Entwicklung gesondert ein.

Die Erholung der Weltwirtschaft wirkt sich mit der typischen zeitlichen Verzögerung auf den Märkten für langfristige Investitionsgüter aus. Aus der fortschreitenden Urbanisierung und dem forcierten Ausbau der Infrastruktur resultiert insbesondere in den Schwellenländern eine steigende Nachfrage nach Zement. Bestehende Produktionskapazitäten werden ausgebaut und bestehende zementanlagen modernisiert und / oder erweitert. Durch die starke Marktposition in den Schwellenländern sieht der KHD Konzern insbesondere in Russland Chancen für ein weiteres Wachstum. Auch aus dem Aufbau eines CSC in Beijing für die Asien-Pazifik-Region sowie aus dem Ausbau Marktaktivitäten in Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern erwarten wir positive Auswirkungen auf die künftige Entwicklung.

Zunehmende Auflagen der Behörden zur Reduzierung der Auswirkungen von zementanlagen auf die Umwelt, wie beispielsweise Bestimmungen der Environmental Protection Agency ("EPA") in den USA oder die Betonung von Umweltaspekten im aktuellen chinesischen Fünfjahresplan, begreifen wir als Chance. Der KHD Konzern bietet seinen Kunden umweltfreundliche Lösungen, indem wir die Umweltauswirkungen des Produktionsprozesses für Zement bereits in der Angebotsphase berücksichtigen. Unsere Produkte werden zudem auch im Hinblick auf Umweltaspekte fortlaufend weiter entwickelt; dabei konzentrieren wir uns auf die Reduzierung von Emissionen sowie auf den effizienten Einsatz von Ressourcen, Materialien und Energie.

Im Dezember 2010 hat die KHD eine strategische Partnerschaft mit der AVIC abgeschlossen. Nach der Durchführung der Kapitalerhöhung besteht seit Februar 2011 auch eine gesellschaftsrechtliche Beziehung, da der AVIC Konzern eine Beteiligung von 20 % an der KHD übernommen hat. Aus der Partnerschaft mit AVIC haben wir neben dem verbesserten Zugang zum chinesischen Absatzmarkt auch einen einfacheren und umfassenderen Zugriff auf den chinesischen Beschaffungsmarkt erreicht. Über die Marktposition unseres Kooperationspartners wird uns der Zugang zu kostengünstigen, qualitativ hochwertigen Fertigungskapazitäten in China erheblich erleichtert. Als entscheidende Chance der strategischen Partnerschaft sieht der KHD Konzern allerdings die Möglichkeit, nunmehr unseren Kunden auch schlüsselfertige zementanlagen anbieten zu können, wodurch ein neues Geschäftsfeld erschlossen wurde. Aufgrund der geschlossenen Kooperation fungiert der KHD Konzern als exklusiver Lieferant von Ausrüstung für Zementwerke an die AVIC. AVIC wiederum ist für KHD der exklusive Vertragspartner bei schlüsselfertigen Anlagen. Aus der Kombination der Erfahrungen der AVIC als Generalunternehmer bei schlüsselfertigen Anlagen mit der technologischen Kompetenz der KHD bei der Ausrüstung von Zementanlagen erwarten wir eine wesentliche Stärkung unserer globalen Wettbewerbsposition.

Im Geschäftsjahr 2010 hat KHD mit Weir Minerals eine langfristige Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Weir Minerals fungiert dabei als exklusiver weltweiter Vertriebspartner für den Einsatz von Rollenpressen in der Bergbauindustrie. Bei der Aufbereitung von Erzen ergeben sich für unsere Rollenpressen aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads und der Energieeffizienz weitgehende Einsatzmöglichkeiten, die das Produktportfolio unseres Kooperationspartners ergänzen. Weir ist als Anbieter von Ausrüstung sowie als Serviceprovider in der Bergbauindustrie hervorragend aufgestellt, so dass KHD einen direkten Zugang zu diesen Märkten erhält.

Durch gezielte Akquisitionen und Kooperationen ist der KHD Konzern ständig bestrebt, seine Technologieführerschaft zu verstärken, zusätzliche Marktpotenziale zu erschließen oder sein Produkt- und Leistungsportfolio weiterzuentwickeln. Wir beobachten kontinuierlich unsere gegenwärtigen und künftigen Märkte hinsichtlich Chancen für strategische Akquisitionen oder Kooperationen, die unser organisches Wachstum ergänzen können.

Eine kurzfristig zu nutzende Chance sieht der KHD Konzern in dem Geschäft zur Aufbereitung von Walzen für Rollenpressen in Indien. Hierfür haben wir uns durch die Einrichtung einer Linie in unserer Fertigungsstätte in der Nähe von Delhi entsprechend positioniert.

Der KHD Konzern ist kontinuierlich bestrebt, neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln sowie bestehende zu verbessern. Wir investieren in neue Technologien, die nach unserer Erwartung den aktuellen und künftigen Anforderungen der Kunden in vollem Umfang gerecht werden. Durch die Berücksichtigung der Faktoren Effizienz, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Anlagen, Umwelt- und Klimaschutz, Standardisierung sowie Bedienerfreundlichkeit bereits in der Entwicklungsphase bieten sich dem KHD Konzern hier erhebliche Chancen.

BERICHT UND ERLÄUTERUNGEN ZU DEN ANGABEN NACH § 315 ABS. 4 HGB

ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2011 € 49.703.573 und ist eingeteilt in 49.703.573 nennwertlose Stückaktien. Alle Aktien sind auf den Inhaber lautende Stammaktien und gewähren die gleichen Rechte. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften. Zum 31. Dezember 2011 hält die Gesellschaft 229.136 eigene Aktien.

BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN

Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 71 b AktG keine Rechte zu. in den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetz ausgeschlossen.

DIREKTE ODER INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10 VOM HUNDERT DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN

Im Zuge einer am 16. Februar 2011 abgeschlossenen Kapitalerhöhung erwarb die Max Glory Industries Ltd. 9.940.715 neu ausgegebene Stammaktien (20,0 % der Stimmrechte). Über die beherrschenden Gesellschafter Kaihang Industrial Limited, AVIC International Kairong Limited, AVIC international Beijing Company Limited, AVIC International Holding Corporation und Aviation Industry Cooperation of China sind die Stimmrechte der Volksrepublik China zuzurechnen.

Weitere Aktionäre, deren Stimmrechte zum Stichtag direkt oder indirekt 10 % überschreiten, sind dem Vorstand nicht zur Kenntnis gebracht worden.

AKTIEN MIT SONDERRECHTEN, DIE KONTROLLBEFUGNISSE VERLEIHEN

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, existieren nicht.

ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN

Eine Beteiligung von Arbeitnehmern im Sinne des § 315 Abs. 4 Nr. 5 HGB besteht nicht.

BESTIMMUNGEN ÜBER DIE ERNENNUNG UND ABBERUFUNG VON VORSTANDSMITGLIEDERN SOWIE ÜBER ÄNDERUNGEN DER SATZUNG

Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren Personen, die gemäß § 84 AktG vom Aufsichtsrat für eine Amtszeit von höchstens fünf Jahren bestellt werden. Eine wiederholte Bestellung oder eine Verlängerung der Amtszeit ist zulässig. Der Aufsichtsrat kann eines der Vorstandsmitglieder zum Vorsitzenden des Vorstands ernennen. in Ausnahmefällen kann ein Vorstandsmitglied gemäß § 85 AktG gerichtlich bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstand und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands gemäß § 84 Abs. 3 AktG widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Die Satzung kann gemäß §§ 119 Abs. 1 Nr. 5, 179 AktG nur durch Beschluss der Hauptversammlung geändert werden. Soweit nicht zwingende Vorschriften des Gesetzes etwas Abweichendes bestimmen, werden Beschlüsse der Hauptversammlung nach § 133 AktG, § 18 Abs. 2 der Satzung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und gegebenenfalls mit einfacher Mehrheit des vertretenen Grundkapitals gefasst. Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 20 der Satzung beschließen. Satzungsänderungen werden nach § 181 Abs. 3 AktG mit Eintragung in das Handelsregister wirksam.

BEFUGNISSE DES VORSTANDS INSBESONDERE HINSICHTLICH DER MÖGLICHKEIT, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFEN

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats in der Zeit vom 23. März 2010 bis einschließlich zum 22. März 2015 einmal oder mehrmals um bis zu insgesamt € 10.255 gegen bar und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von bis zu 10.255 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen.

WESENTLICHE VEREINBARUNGEN, DIE UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS STEHEN

Im März 2012 wurde der bestehende Avalrahmen abgelöst und durch einen neuen Avalrahmen mit einem Gesamtvolumen von € 130 Mio. und dreijähriger Laufzeit mit einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutsche Bank AG und der Raiffeisenbank international AG ersetzt. Für den Fall eines Kontrollwechsel im Sinne dieser Vereinbarung wird die Gesellschaft diesen Kontrollwechsel den Banken unverzüglich anzeigen und mit dem Bankenkonsortium in Verhandlungen über die Fortführung des Bonding Line Facility Agreements eintreten.

ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN DER GESELLSCHAFT, DIE FÜR DEN FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS MIT DEN MITGLIEDERN DES VORSTANDS ODER ARBEITNEHMERN GETROFFEN SIND

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht.

NACHTRAGSBERICHT

KHD konnte im ersten Quartal 2012 ihren ersten Auftrag gemeinsam mit unserem Kooperationspartner AVIC vermelden. Invecem Cement, Venezuela, hat dem AVIC-KHD Team den Auftrag für ein Projekt über eine neue Linie mit einer Kapazität von 2.400 Tagestonnen vergeben. Die neue Linie wird neben der bestehenden Zementanlage in San Sebastian, Venezuela, errichtet. KHD wird die Schlüsselkomponenten der Ausrüstung (key core equipment), das Engineering und Serviceleistungen für dieses Projekt liefern. Alle weitere Ausrüstung, Montage und Bauleistungen sowie Anlagen-Service werden von AVIC zur Verfügung gestellt. Nach Fertigstellung wird die neue Linie mit umweltfreundlichem Erdgas betrieben.

Im März 2012 wurde der bestehende Avalrahmen abgelöst und durch einen neuen Avalrahmen mit einem Gesamtvolumen von € 130 Mio. und dreijähriger Laufzeit mit einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutsche Bank AG und der Raiffeisenbank international AG ersetzt.

AUSBLICK

Trotz der kaum zufriedenstellenden Entwicklung von Auftragseingang und Umsatz hat sich KHD im Geschäftsjahr 2011 eine verbesserte Ausgangsposition für Wachstum und Wertsteigerung in den folgenden Geschäftsjahren erarbeitet. Durch den Ausbau der CSCs sowie die Intensivierung unserer strategischen Partnerschaften haben wir unsere internationale Marktpräsenz deutlich verstärkt. Wesentliche potenzielle Wachstumstreiber sind dabei

die Beteiligung an EPC-Kontrakten, die gemeinsam mit AVIC akquiriert werden sollen; hier befinden sich die Partner in aussichtsreichen Bieterverfahren und haben im ersten Quartal 2012 einen ersten Auftrag gewonnen (siehe Nachtragsbericht);
die verstärkte Marktbearbeitung in Russland, Indien, Lateinamerika, Afrika und weiteren für den Zementweltmarkt wesentlichen Wachstumsregionen mit dem Ziel, maßgeblich an der Ausschreibung von Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen sowie von Neuanlagen außerhalb von EPC-Tenderverfahren zu partizipieren;
der Ausbau des Servicegeschäfts in allen Regionen;
die Etablierung in attraktiven und wachstumsstarken Nischen des chinesischen Marktes, vorwiegend aufgrund schärferer umweltpolitischer Auflagen;
die Vermarktung von Rollenpressen in der Bergbauindustrie über die etablierte Partnerschaft mit Weir Minerals.

Am bewährten Geschäftsmodell halten wir fest, stellen es aber durch die geplante Ausweitung der Serviceaktivitäten, des EPC-Geschäfts und der verbesserten Position in der erzaufbereitenden Industrie auf eine breitere Basis, die uns zugleich unabhängiger von Konjunkturschwankungen machen soll.

ERWARTETES WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Die Prognose der konjunkturellen Rahmenbedingungen ist derzeit mit besonders großen Unsicherheiten behaftet. Ob die Weltwirtschaft sich wieder auf einen steileren Wachstumspfad begibt oder - ausgelöst durch eine eskalierende Staatsschuldenkrise - in eine neuerliche Rezession abgleitet, wird die Entwicklung der nächsten Monate zeigen. Wirtschaftsforscher erwarten mehrheitlich ein nochmals verlangsamtes Wachstum in den Industrie- und Schwellenländern. So sieht der IWF China bei einem Wachstum von 8,2 %, während das Bruttoinlandsprodukt in Indien um 7,0 % und in Lateinamerika um 3,6 % zulegen soll. Für den Euroraum rechnen die Experten mit einer negativen Wachstumsrate von - 0,5 %. Für die Türkei wird ein Einbruch auf 0,4 % vorausgesagt.

Trotz der schwächeren gesamtwirtschaftlichen Vorgaben dürfte der globale Zementmarkt im Jahr 2012 und danach weiter wachsen, weil er weniger durch die Entwicklung in westlichen Industrieländern als vielmehr durch Wachstum, Einkommensentwicklung und Infrastrukturinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern beeinflusst wird. Freedonia rechnet bis zum Jahr 2015 mit einem jährlichen Wachstum des Zementverbrauchs von 5,3 % auf 4,3 Mrd. Tonnen. Die gegenüber dem Zeitraum 2005 - 2010 verringerte Wachstumsrate geht vorwiegend auf die erwartete Sättigung des chinesischen Markts zurück. Exane BNP Paribas sieht für das Jahr 2013 die Wachstumszentren vorwiegend in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und im Nahen Osten. Für unsere traditionell wichtigen Märkte wird ein Wachstum von 7 % (Indien), 4 % (Russland) und 4 % (Nahost) erwartet.

In welchem Maße das Wachstum des Zementverbrauchs die investitionsnachfrage der Produzenten befördert, hängt unter anderem von der Kapazitätsauslastung ab. Exane BNP Paribas erwartet für Nordamerika, Russland und einige Länder West- und Osteuropas eine Auslastung von weniger als 60 % im Jahr 2013. Indien bewegt sich demnach bei höchstens 70 %, während der Auslastungsgrad in Brasilien, der Türkei, dem Nahen Osten sowie China und weiteren Ländern Südostasiens höher liegt. Für KHD bedeutet dies, dass nur vereinzelt mit dem Neubau von Anlagen zu rechnen ist. Die vielfach veralteten Zementwerke, insbesondere in Russland, eröffnen jedoch Möglichkeiten für Modernisierungen. in vielen Regionen besteht darüber hinaus ein hoher Bedarf an Dienstleistungen.

In unserem Wettbewerbsumfeld wird der Konsolidierungsdruck voraussichtlich hoch bleiben. Die Margen bleiben unter Druck - auch vor dem Hintergrund, dass Anbieter aus China nun verstärkt auf den Weltmarkt drängen.

ERWARTETE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Aufgrund der verbesserten Marktpräsenz strebt KHD für 2012 einen moderaten Anstieg des Auftragseingangs an. Wesentliche strategische Ziele sind dabei, den Einstieg in das EPC-Geschäft nachhaltig zu vollziehen sowie den Anteil des Servicegeschäfts am Gesamtauftragseingang zu steigern. Der erwartete moderate Anstieg des Auftragseingangs wird die Umsatzentwicklung im Jahr 2012 jedoch voraussichtlich nicht maßgeblich beeinflussen.

Hinsichtlich des Konzernumsatzes gehen wir von einer verhaltenen Entwicklung aus, da mit einem fortgesetzten Trend zur kundenseitigen Verzögerung der Auftragsabwicklung gerechnet werden muss. Überdies wird der verringerte Auftragsbestand erwartungsgemäß in eine verhaltene Umsatzentwicklung münden.

Die EBIT-Marge von 7,5 % im Jahr 2011, die unter anderem geprägt war durch die Abrechnung eines margenstarken Großauftrags, wird KHD im Jahr 2012 voraussichtlich nicht erreichen. Die erwartete Margenqualität der zur weiteren Auftragsbearbeitung anstehenden Aufträge dürfte vielmehr zu einem ungünstigeren Verhältnis von Umsatz zu Herstellungskosten führen. Dem zu erwartenden Margendruck aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität im Anlagenbau begegnen wir zum einen durch die Nutzung von Kostenvorteilen über das gemeinsam mit AVIC geschaffene Procurement Center in Beijing, zum anderen durch noch effizientere Prozesse und den Ausbau der Serviceaktivitäten.

Die Finanz- und Vermögenslage von KHD wird sich voraussichtlich nicht wesentlich verändern. Über das SAP-Projekt hinaus, das im Jahr 2012 abgeschlossen werden soll, sowie den Ausbau des Servicegeschäfts sind keine größeren Investitionsvorhaben vorgesehen. Die komfortable Liquiditätssituation sowie die hohe Eigenkapitalquote verleiht uns die notwendige Flexibilität, um auch schwierige Marktphasen zu überstehen und Chancen auf internes und externes Wachstum zu nutzen.

Köln, den 23. März 2012

Der Vorstand

gez. Jouni Salo

gez. Yizhen Zhu

Konzernabschluss

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2011

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in T€ Anhang Nr. 2011 2010
Umsatzerlöse 4 234.577 286.890
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (182.120) (229.477)
Bruttoergebnis vom Umsatz 52.457 57.413
Sonstige betriebliche Erträge 20 4.304 3.463
Vertriebsaufwendungen 21 (13.893) (11.886)
Verwaltungsaufwendungen 22 (18.424) (18.981)
Sonstige Aufwendungen 23 (7.286) (7.937)
Restrukturierungsertrag 459 2.881
Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) 17.617 24.953
Finanzerträge 24 6.305 3.364
Finanzaufwendungen 24 (3.240) (2.296)
Finanzergebnis 24 3.065 1.068
Gewinn vor Steuern 20.682 26.021
Ertragsteueraufwand 25 (7.177) (10.221)
Konzernjahresüberschuss 13.505 15.800
Davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens 13.456 15.583
Nicht beherrschende Anteile 49 217
13.505 15.800

ERGEBNIS JE AKTIE

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2011 2010
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 26 0,28 0,47

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2011

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in T€ 2011 2010
Konzernjahresüberschuss 13.505 15.800
Währungsumrechnungsdifferenzen (2.773) 597
Konzern-Gesamtergebnis 10.732 16.397
Davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens 10.683 16.180
Nicht beherrschende Anteile 49 217
10.732 16.397

Ertragsteuern auf Währungsumrechnungsdifferenzen sind, wie im Vorjahr, nicht angefallen.

KONZERNBILANZ zum 31. Dezember 2011

AKTIVA

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in T€ Anhang Nr. 31.12.2011 31.12.2010
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 5 2.948 3.045
Geschäfts- oder Firmenwerte 6 5.162 2.127
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 6 3.286 913
Aktive latente Steuern 8 3.930 3.191
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 7 - 16
Summe langfristige Vermögenswerte 15.326 9.292
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 9 7.882 8.267
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 10 21.181 21.159
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 7 67.748 57.448
Geleistete Vorauszahlungen 13.792 21.203
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 888 1.857
Forderungen aus Ertragsteuern 4.782 1.046
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12 300.323 293.060
Summe kurzfristige Vermögenswerte 416.596 404.040
Aktiva Gesamt 431.922 413.332
PASSIVA
in T€ Anhang Nr. 31.12.2011 31.12.2010
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 49.704 33.142
Kapitalrücklage 59.841 1.776
Eigene Anteile (221) (221)
Im Eigenkapital erfasster Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung (2.229) 544
Sonstige Rücklagen 125.556 112.473
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital 232.651 147.714
Nicht beherrschende Anteile 881 841
Summe Eigenkapital 13 233.532 148.555
Langfristige Schulden
Sonstige Verbindlichkeiten 16 11.142 8.318
Pensionsverpflichtungen 14 19.960 20.388
Passive latente Steuern 8 5.245 9.681
Rückstellungen 15 16.720 10.772
Summe langfristige Schulden 53.067 49.159
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 16 71.880 92.381
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen 17 42.359 63.048
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 3.560 20.864
Rückstellungen 15 27.524 39.325
Summe kurzfristige Schulden 145.323 215.618
Passiva Gesamt 431.922 413.332

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2011

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in T€ 2011 2010
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Konzernjahresüberschuss 13.505 15.800
Erfolgswirksam erfasster Ertragsteueraufwand 7.177 10.221
Erfolgswirksam erfasstes Finanzergebnis (3.065) (1.068)
Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) 17.617 24.953
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 1.675 1.245
Buchgewinn aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens (9) (17)
Zunahme (-) /Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und finanzieller Vermögenswerte (10.107) 28.127
Zunahme (-) /Abnahme der Vorräte und Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 952 28.213
Zunahme (-) /Abnahme geleisteter Vorauszahlungen und sonstiger finanzieller Vermögenswerte 9.298 21.370
Zunahme (+) /Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Verbindlichkeiten und der Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen (44.337) (51.290)
Zunahme (+) /Abnahme der Pensionsrückstellungen (428) (490)
Zunahme (+) /Abnahme von Rückstellungen und langfristigen Verbindlichkeiten (3.727) (7.393)
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge (3.892) 1.694
Erhaltene Dividenden 47 -
Vereinnahmte Ertragsteuern 38 10.415
Gezahlte Ertragsteuern (32.913) (6.351)
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (65.786) 50.476
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Erhaltene Zinsen aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen - 81
Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte (1.226) (937)
Auszahlungen für Sachanlagen (1.476) (1.433)
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen 75 50
Auszahlungen aus dem Zugang von konsolidierten Gesellschaften und sonstigen Geschäftseinheiten abzüglich erhaltener Finanzmittel (1.626) 20.881
Einzahlungen aus Rückzahlungen langfristiger Forderungen - 47.676
Cashflow aus Investitionstätigkeit (4.253) 66.318

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in T€ 2011 2010
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus der Ausgabe von Aktien 74.627 -
Erhaltene Zinsen 5.651 2.861
Zahlung für Aktienkäufe von Minderheitsgesellschaftern (9) (35)
Rückzahlung von Darlehen - (3.552)
Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens - (49.370)
Veränderung von verfügungsbeschränkten Barmitteln für Sicherheiten oder Garantien 1.087 (13.067)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 81.356 (63.163)
Zunahme des Finanzmittelfonds 11.317 53.631
Finanzmittelfonds zu Beginn des Jahres 279.332 225.183
Wechselkurseffekte (2.968) 518
Finanzmittelfonds am Ende des Jahres 287.681 279.332

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Bankguthaben und Kassenbestand 154.236 74.513
Kurzfristige verfügbare und verfügungsbeschränkte Bankeinlagen 146.087 218.547
Summe der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 300.323 293.060
Verfügungsbeschränkte Barmittel für Sicherheiten oder Garantien (12.642) (13.728)
Finanzmittelfonds am Ende des Jahres 287.681 279.332

Im Geschäftsjahr 2011 zeigt die Konzern-Kapitalflussrechnung einen gegenüber dem Vorjahr um € 8,4 Mio. erhöhten Finanzmittelfonds von € 287,7 Mio. Ursächlich für die Zunahme sind im Wesentlichen die Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung in Höhe von € 74,6 Mio. Diese konnten die Mittelabflüsse aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von € 65,8 Mio. überkompensieren. In den Mittelabflüssen aus der betrieblichen Tätigkeit ist die Bezahlung von Steuerschulden in Höhe von € 32,9 Mio. enthalten.

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2011

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in T€ Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Sonstige Rücklagen Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
31.12.2009 33.142 1.776 (221) (53) 134.428 169.072
Jahresüberschuss - - - - 15.583 15.583
Währungsumrechnungsdifferenz - - - 597 - 597
Konzern-Gesamtergebnis - - - 597 15.583 16.180
Dividendenzahlungen - - - - (49.370) (49.370)
Eigenkapitalveränderung aus Unternehmenserwerb - - - - 11.832 11.832
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen - - - - - -
31.12.2010 33.142 1.776 (221) 544 112.473 147.714
Jahresüberschuss - - - - 13.456 13.456
Währungsumrechnungsdifferenz - - - (2.773) - (2.773)
Konzern-Gesamtergebnis - - - (2.773) 13.456 10.683
Sonstige Veränderungen - (396) - (382) (778)
Kapitalerhöhung 16.562 58.461 - - - 75.023
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen - - - - 9 9
31.12.2011 49.704 59.841 (221) (2.229) 125.556 232.651

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in T€ Nicht beherrschende Anteile Gesamt
31.12.2009 659 169.731
Jahresüberschuss 217 15.800
Währungsumrechnungsdifferenz 597
Konzern-Gesamtergebnis 217 16.397
Dividendenzahlungen - (49.370)
Eigenkapitalveränderung aus Unternehmenserwerb - 11.832
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (35) (35)
31.12.2010 841 148.555
Jahresüberschuss 49 13.505
Währungsumrechnungsdifferenz (2.773)
Konzern-Gesamtergebnis 49 10.732
Sonstige Veränderungen (778)
Kapitalerhöhung - 75.023
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (9) -
31.12.2011 881 233.532

KONZERNANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS für das Geschäftsjahr 2011

01 ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

ERSTELLUNGSGRUNDLAGE UND SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

Das Mutterunternehmen des Konzerns ist die KHD Humboldt Wedag international AG mit Sitz in der Colonia-Allee 3, 51067 Köln, eingetragen im Handelsregister Köln in der Abteilung B unter der Nummer 36688. Der Konzern wird im Folgenden bezeichnet als "Konzern" oder "KHD Konzern".

Die Aktien der Gesellschaft werden im Regulierten Markt (General Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Der Konzernabschluss der KHD ist nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Der Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den gültigen international Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Interpretationen, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt und steht im Einklang mit den gesetzlichen Verpflichtungen, die für kapitalmarktorientierte, berichtspflichtige Unternehmen nach § 315a Abs. 1 HGB in Verbindung mit Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung aktueller internationaler Rechnungslegungsstandards in der jeweils gültigen Fassung (IAS-VO), gelten. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Beträge einschließlich der Vergleichszahlen des Vorjahres werden grundsätzlich in Tausend Euro (T€) angegeben. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Das Geschäftsjahr der KHD und ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen entspricht dem Kalenderjahr.

KONSOLIDIERUNG

Tochtergesellschaften sind die Gesellschaften, bei denen die KHD direkt oder indirekt mehr als 50 % der Stimmrechte besitzt oder auf sonstige Weise die Geschäftstätigkeit kontrolliert. Diese Gesellschaften werden grundsätzlich vollkonsolidiert. Tochtergesellschaften werden ab dem Datum konsolidiert, an dem die tatsächliche Kontrolle auf die KHD übertragen wird, und werden ab dem Datum nicht mehr konsolidiert, an dem die Kontrolle nicht mehr besteht. Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle, Salden und Zwischenergebnisse aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzerngesellschaften werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für Tochtergesellschaften nach lokalem Recht werden angepasst, um die Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsgrundsätzen der KHD zu gewährleisten. Nicht beherrschende Anteile werden separat ausgewiesen und erläutert.

Gemeinschaftlich geführte Unternehmen werden quotal in den Konzernabschluss einbezogen. Die auf den Konzern entfallenden anteiligen Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen der gemeinschaftlich geführten Unternehmen werden mit den entsprechenden Posten im Konzernabschluss zusammengefasst und sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen. Im Übrigen werden die oben erwähnten Konsolidierungsmethoden angewandt.

Anteilige Vermögenswerte und Schulden sowie Erträge und Aufwendungen der gemeinschaftlich geführten Unternehmen:

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Aktiva
Kurzfristige Vermögenswerte 24 4.874
Liquide Mittel 5.061 4.431
Langfristige Vermögenswerte 0 25
Summe Aktiva 5.085 9.330
Passiva
Kurzfristige Schulden 2 7.535
Langfristige Schulden 0 158
Eigenkapital 5.083 1.637
Summe Passiva 5.085 9.330

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in T€ 01.01.-31.12.2011 01.04.-31.12.2010
Erträge 8.002 15.627
Aufwendungen (4.486) (14.508)

Die Tochtergesellschaften und die Gemeinschaftsunternehmen des Konzerns werden unter Punkt 2 im Anhang aufgeführt. Durch sukzessiven Erwerb hat der Konzern im Geschäftsjahr weitere 50 % der Geschäftsanteile an der KHD OOO erworben und die Gesellschaft als Tochterunternehmen in die Konsolidierung einbezogen. Dies führt zu wesentlichen Abweichungen zum Vorjahresvergleich der Gemeinschaftsunternehmen.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

In Fremdwährungen gebundene monetäre Posten werden in den Einzelabschlüssen mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Zugangs umgerechnet und an jedem Stichtag an den jeweiligen Stichtagskurs angepasst. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam erfasst.

Die Einzelabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen, die Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs, die Aufwendungen und Erträge zum Durchschnittskurs umgerechnet. Die funktionale Währung des Konzerns ist der Euro. Aufwendungen und Erträge der in den Konzern einbezogenen ausländischen Tochtergesellschaften werden mit dem Durchschnittskurs seit dem Beginn der erstmaligen Konsolidierung umgerechnet.

Die angewandten Währungskurse sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.

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Währung 1 Euro = Stichtagskurs zum 31.12.2011 Durchschnittskurs 01.01.-31.12.2011
Australien AUD 1,2716 1,3413
Indien INR 68,9828 65,5838
USA USD 1,2938 1,3996
Russland RUB 41,7428 41,0066

Angewandte Währungskurse des vorangegangenen Geschäftsjahres:

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Währung 1 Euro = Stichtagskurs zum 31.12.2010 Durchschnittskurs 01.01.-31.12.2010
Australien AUD 1,3121 1,4428
Indien INR 59,6528 60,5881
USA USD 1,3282 1,3266
Russland RUB 40,5280 40,2606

IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Geschäfts- oder Firmenwert

Im erstmaligen Konzernabschluss nach IFRS wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte aufgrund der Erleichterungen nach IFRS 1 zu den Buchwerten übernommen, die sich nach den vorher angewandten Rechnungslegungsgrundsätzen (§ 301 HGB) ergeben haben.

Für alle nach diesem Zeitpunkt erfolgten Erwerbe entspricht der Geschäfts- oder Firmenwert dem positiven Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten für einen Unternehmenszusammenschluss und den erworbenen neu bewerteten Vermögenswerten und Schulden sowie Eventualverbindlichkeiten, der nach Durchführung einer Kaufpreisallokation, insbesondere der Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten, bestehen bleibt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird als separater Bilanzposten unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Er unterliegt jährlichen bzw. anlassbezogenen Impairment Tests und wird zu Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen auf den niedrigeren erzielbaren Betrag bilanziert.

Lizenzen

Die Bilanzierung von Lizenzen erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Softwarelizenzen werden linear über eine Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben. Aktivierungspflichtige Entwicklungskosten sind im Berichtsjahr nicht angefallen.

SACHANLAGEVERMÖGEN

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Zu den Anschaffungskosten zählen neben dem Kaufpreis auch die direkt zurechenbaren Kosten, um den Vermögenswert zu dem Standort und in den vom Management beabsichtigten betriebsbereiten Zustand zu bringen. Die Nutzungsdauer beträgt bei Betriebs- und Geschäftsausstattung und anderen Anlagen in der Regel drei bis zehn Jahre. Einbauten in gemieteten Gebäuden werden über die Mietlaufzeit abgeschrieben. Gewinne und Verluste bei Abgängen von Sachanlagevermögen werden in Bezug auf ihren Buchwert ermittelt und erfolgswirksam gebucht.

Kosten für die Reparatur von Sachanlagen werden grundsätzlich in der Periode des Anfalls aufwandswirksam erfasst. Eine Aktivierung größerer Ausgaben erfolgt für Erneuerungen und Verbesserungen, wenn wahrscheinlich ist, dass zusätzlich zum ursprünglich erfassten Leistungsstandard der bestehenden Sachanlage künftiger wirtschaftlicher Nutzen dem Konzern zufließt.

Bei den bestehenden Leasingverträgen verbleiben die wesentlichen Risiken und der Nutzen aus dem Leasinggegenstand beim Leasinggeber. Es handelt sich somit in allen Fällen um ein sogenanntes "Operating Leasing". Daher werden Zahlungen im Rahmen von "Operating Leasings" in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Konzept der Periodenabgrenzung als Aufwand gebucht.

FREMDKAPITALKOSTEN

Fremdkapitalkosten werden im KHD Konzern aktiviert, sofern sie auf die Anschaffung oder Herstellung qualifizierter Vermögenswerte entfallen. Ansonsten erfolgt die aufwandswirksame Erfassung dieser Kosten im Finanzergebnis. In 2011 sind wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert worden.

IMPAIRMENT TEST AUF LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Langfristige Vermögenswerte einschließlich immaterieller Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden auf Wertminderung geprüft, sobald Ereignisse oder Änderungen von Umständen darauf schließen lassen, dass der Buchwert solcher Vermögenswerte nicht mehr erzielbar ist. In den Fällen, in denen der Buchwert größer ist als der ermittelte erzielbare Betrag, wird der Vermögenswert auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

FINANZINVESTITIONEN UND ANDERE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE SOWIE FINANZIELLE SCHULDEN

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 betreffen im KHD Konzern derzeit entweder

finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder
Kredite und Forderungen

und werden entsprechend klassifiziert. Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von anderen Finanzinvestitionen als solchen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Designation der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz. Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen Derivate werden am Erfüllungstag, d. h. am Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch den Konzern geliefert wird, bilanziell erfasst. Die Derivate werden am Handelstag, d. h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält im KHD Konzern die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte. Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte einzustufen, hat der KHD Konzern bislang keinen Gebrauch gemacht.

Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Derivate werden stets als zu Handelszwecken gehalten eingestuft.

Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Diese Kategorie umfasst Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte. Sie entstehen, wenn der KHD Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner bereitstellt. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, mit Ausnahme solcher, die erst nach zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden oder die nach ihrer wirtschaftlichen Gestaltung als langfristig klassifiziert werden. Letztere werden als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind, sowie im Rahmen von Amortisationen.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte, werden zu jedem Bilanzstichtag auf das Vorhandensein von objektiven Indikatoren für eine Wertminderung (wie etwa erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner, der Wegfall eines aktiven Markts für den finanziellen Vermögenswert, eine bedeutende Veränderung des technologischen, ökonomischen und rechtlichen Umfelds sowie des Marktumfelds des Emittenten oder ein andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter die fortgeführten Anschaffungskosten) untersucht.

Bestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass eine Wertminderung bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Vermögenswerten eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle), abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts, d. h. dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Effektivzinssatz. Der Wertminderungsverlust wird ergebniswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertminderung in den folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertminderung rückgängig gemacht. Der neue Buchwert des Vermögenswerts darf jedoch die fortgeführten Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Wertaufholung nicht übersteigen. Die Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst.

Liegen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen objektive Hinweise dafür vor, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Rechnungskonditionen eingehen werden (wie z. B. mangelnde Bonität des Schuldners, Uneinigkeit über Bestehen oder Höhe der Forderung, mangelnde Durchsetzbarkeit der Forderung aus rechtlichen Gründen etc.), wird eine Wertminderung unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos vorgenommen. Eine Ausbuchung der Forderungen erfolgt, wenn diese als uneinbringlich eingestuft werden.

Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte werden durch direkte Minderungen der Buchwerte berücksichtigt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände sowie sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten, Einlagen auf Abruf bei Banken und Geldmarktanlagen ohne Kontokorrentkredite, deren ursprüngliche Laufzeit bis zu drei Monate beträgt und die zum Nennwert bilanziert werden. Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel werden gesondert angegeben. Die Bewertung der Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Finanzielle Schulden

Finanzielle Schulden im Sinne von IAS 39 betreffen finanzielle Schulden, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Die finanziellen Schulden setzen sich im KHD Konzern grundsätzlich im Wesentlichen aus

Finanzschulden (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen) und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus sonstigen Verbindlichkeiten zusammen.

Finanzielle Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, sofern der KHD Konzern nicht das Recht hat, die finanzielle Schuld erst nach mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu begleichen.

Finanzielle Schulden werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert, unter Einschluss von Transaktionskosten, angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND SICHERUNGSBEZIEHUNGEN

Der Konzern setzt derivative Finanzinstrumente regelmäßig zur Reduzierung des Fremdwährungsrisikos von bilanzierten Vermögenswerten und Schulden oder von geplanten Transaktionen in Fremdwährung ein. Es werden ausschließlich Devisentermingeschäfte abgeschlossen.

Diese werden erstmals am Tag des Vertragsabschlusses mit ihrem Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden zum jeweiligen beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert von Derivaten wird unter Verwendung notierter Preise berechnet. In unwahrscheinlichen Fällen, daß solche Preise nicht verfügbar sind, wird von Discounted-Cashflow-Analysen unter Verwendung der entsprechenden Zinsstrukturkurven für die Laufzeit der Instrumente Gebrauch gemacht.

Da die abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente nicht die strengen Anforderungen des Hedge Accounting erfüllen, werden die Wertänderungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

VORRÄTE

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert angesetzt. Letzterer setzt sich aus dem geschätzten Verkaufspreis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abzüglich der geschätzten Kosten der Fertigstellung und des Verkaufsaufwands zusammen.

FERTIGUNGSAUFTRÄGE

Umsätze und Gewinne aus Fertigungsaufträgen werden gemäß IAS 11 entsprechend des Fertigstellungsgrads realisiert. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Ende des Geschäftsjahres bereits angefallenen Auftragskosten zu den zum Ende des Fertigungsauftrags geschätzten gesamten Auftragskosten. Verluste aus Fertigungsaufträgen werden unabhängig vom erreichten Fertigstellungsgrad sofort in voller Höhe in demjenigen Geschäftsjahr erfasst, in dem die Verluste erkennbar werden. Fertigungsaufträge, die nach der Percentage-of-Completion-Methode bewertet sind, werden je nach Höhe der Teilabrechnungen unter den Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo bzw. Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen ausgewiesen. Sie sind zu Herstellungskosten zuzüglich eines anteiligen Gewinns entsprechend des erreichten Fertigstellungsgrads bewertet. Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die Teilabrechnungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigungsaufträge unter den Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo. Verbleibt nach Abzug der Teilabrechnungen ein negativer Saldo, wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste werden durch Abwertungen bzw. Rückstellungen gedeckt. Sie werden unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt.

PENSIONSVERPFLICHTUNGEN UND ALTERSVERSORGUNGSPLÄNE

Die in der Bilanz erfassten Pensionsverpflichtungen stellen den Barwert der Verpflichtung aus leistungsorientierten Plänen zum Bilanzstichtag dar. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird jährlich durch unabhängige Versicherungsmathematiker anhand des Anwartschaftsbarwertverfahrens ("Projected Unit Credit Method") ermittelt. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung wird ermittelt, indem die geschätzten künftigen Mittelabflüsse anhand von Zinssätzen hochwertiger Industrieobligationen diskontiert werden.

Der Konzern macht von der sogenannten Korridormethode der Regelung des IAS 19 Gebrauch. Demnach müssen Gewinne oder Verluste aus der Bewertung der Pensionsverpflichtung nicht bilanziert werden, wenn sie nur auf der Veränderung der versicherungsmathematischen Parameter beruhen und sich der versicherungsmathematische Gewinn oder Verlust in einem Korridor von 10 % über oder unter dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung aus dem Vorjahr bewegt. Übersteigende Beträge werden über die erwartete durchschnittliche Restlebensarbeitszeit des vom jeweiligen Pensionsplan erfassten Arbeitnehmers realisiert. Seit 1996 werden vom Konzern keine neuen Pensionszusagen mehr gegeben.

Im Personalaufwand einiger Konzerngesellschaften sind Beiträge für beitragsorientierte Versorgungspläne enthalten. Hierbei handelt es sich um sogenannte Defined-Contribution-Pläne. Die Zahlungen erfolgen an Pensionsversicherungen auf einer vertraglichen Basis. Die Unternehmen gehen über die Entrichtung von Beitragszahlungen keine weiteren Verpflichtungen ein.

RÜCKSTELLUNGEN

Rückstellungen werden erfasst, wenn der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten infolge von Ereignissen in der Vergangenheit hat und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung vorgenommen werden kann.

Die Schätzung über die erwartete Höhe der Mittelabflüsse für alle Produkte mit Gewährleistungszusicherungen nimmt der Konzern zum Bilanzstichtag vor. Die Rückstellung wird auf der Grundlage von in der Vergangenheit angefallenen Aufwendungen und aktuellen Einschätzungen des Gewährleistungsrisikos ermittelt.

LATENTE ERTRAGSTEUERN

Die Bilanzierung und Bewertung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12. Aktive und passive latente Steuern werden als separate Posten in der Bilanz dargestellt, um die künftige steuerliche Wirkung aus zeitlichen Unterschieden zwischen den bilanziellen Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden sowie dem steuerlich beizumessenden Wert zu berücksichtigen.

Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steueransprüche nur angesetzt, wenn ihre Realisierung in der nächsten Zukunft wahrscheinlich ist. Latente Steuerforderungen und Steuerverpflichtungen werden in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre unter Verwendung des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes berücksichtigt.

ERTRAGS- UND AUFWANDSREALISIERUNG

Die Erfassung von Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich erst dann, wenn die Leistung erbracht ist bzw. die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind und damit der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt der Verursachung als Aufwand erfasst.

Zinsen werden periodengerecht als Aufwand bzw. Ertrag erfasst.

Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit Fertigungsaufträgen im industrieanlagenbau werden entsprechend dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode) am Bilanzstichtag jeweils als Erträge und Aufwendungen erfasst. Ein erwarteter Verlust durch den Fertigungsauftrag wird sofort als Aufwand erfasst.

Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen umfassen in erster Linie Kosten für bezogene Waren und Dienstleistungen, Transportkosten, Löhne und Gehälter, Gemeinkosten, Provisionen und Zölle sowie erwartete Gewährleistungsaufwendungen.

SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf Ansatz und Höhe der bilanzierten Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie auf die Eventualschulden und Eventualforderungen ausgewirkt haben. Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Ermittlung des Fertigstellungsgrads bei Fertigungsaufträgen, die Annahme bezüglich der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten, die Bewertung von Rückstellungen und die Nutzbarkeit steuerlicher Verlustvorträge. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis in der Regel erfolgswirksam berücksichtigt.

ANWENDUNG NEUER ODER ÜBERARBEITETER "INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS"

In der Berichtsperiode hat der Konzern alle verpflichtend anzuwendenden Standards des International Accounting Standards Board (IASB) und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) angewandt.

Erstmals wurden folgende Standards und Interpretationen angewandt:

Änderungsstandard im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprozesses an den IFRS (2010), kleine Änderungen an verschiedenen IFRS

(überwiegend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen)
Änderung an IAS 24 Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen

(anzuwenden für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2011)
Änderung an IAS 32: Klassifizierung von Bezugsrechten

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Februar 2010 beginnen)
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen)
Änderung an IFRIC 14: Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen)

Aus der Anwendung dieser geänderten Vorschriften ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Die folgenden Standards bzw. Änderungen und Überarbeitungen von Standards und Interpretationen waren noch nicht verpflichtend anzuwenden:

Änderungen an IFRS 7: Erweiterte Angaben zur Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen)
IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen) sowie

Ergänzung zur Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen)
IFRS 10: Konzernabschlüsse

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)
IFRS 11: Gemeinsame Vereinbarungen

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)
IFRS 12: Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)
IAS 27: Separate Abschlüsse

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)
IAS 28: Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)
IFRS 13: Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)
Änderung an IAS 1: Darstellung des sonstigen Ergebnisses

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen)
Änderung an IAS 12: Ertragsteuern

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen)
Änderung an IAS 19: Leistungen an Arbeitnehmern

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)
Änderung an IAS 32: Finanzinstrumente - Darstellung

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen)
Änderung an IFRS 7: Finanzinstrumente - Angaben

(anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen)

KHD prüft derzeit die Auswirkungen der Anwendung der neuen Standards und Interpretationen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

02 TOCHTERGESELLSCHAFTEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN DER KHD HUMBOLDT WEDAG INTERNATIONAL AG ZUM 31. DEZEMBER 2011

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Name des Unternehmens Sitz Eigentum Anteil

in %
Währung Gezeichnetes Kapital
Tochterunternehmen
KHD Humboldt Wedag GmbH Köln 100,00 D 15.339.300
Humboldt Wedag GmbH Köln 100,00 I 7.000.000
ZAB Zementanlagenbau GmbH Dessau Dessau 100,00 I 2.000.000
Blake International Ltd. Road Town 100,00 I USD 1.000
KHD Humboldt Wedag Industrial Services AG Köln 89,08 I 3.600.000
EKOF Flotation GmbH Bochum 100,00 I 51.129
Humboldt Wedag Australia Pty. Ltd. Breaside 100,00 I AUD 200.002
Humboldt Wedag Inc. Norcross 100,00 I USD 1.000
Humboldt Wedag India Private Ltd. Neu Delhi 100,00 I INR 19.200.000
KHD Humboldt Wedag Machinery Equipment (Beijing) Co. Ltd. Beijing 100,00 I USD 1.050.000
KHD Humboldt Engineering OOO Moskau 100,00 I RUB 3.350.000
Gemeinschaftsunternehmen
KHD Engineering Holding GmbH Wien 50,00 I 180.000

D = unmittelbar im Besitz

I = mittelbar im Besitz

Zum 31. Dezember 2011 umfasst der Konsolidierungskreis neben der KHD fünf inländische (31. Dezember 2010: fünf) und sechs ausländische (31. Dezember 2010: fünf) Tochterunternehmen.

Bis zum 29. September 2011 wurden 2 Unternehmen als gemeinschaftlich geführte Unternehmen quotal in den Konzernabschluss einbezogen. Hierzu zählt die in Russland ansässige Gesellschaft KHD OOO. Ab dem 30. September 2011 wurde die KHD OOO durch Erwerb aller Geschäftsanteile seitens KHD als voll zu konsolidierendes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Nicht in die Konsolidierung einbezogen wurden zwei Tochterunternehmen, da deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von wesentlicher Bedeutung ist.

03 UNTERNEHMENSERWERBE

Mit Wirkung zum 30. September 2011 haben die ZAB und die KHD HW jeweils 50 % der Geschäftsanteile an der KHD Humboldt Engineering OOO, Moskau (KHD OOO) erworben. Die Geschäftsanteile wurden bis dato über die in Wien ansässige Gesellschaft KHD Engineering gehalten. KHD ist an der KHD Engineering mit 50 % als Partner eines Gemeinschaftsunternehmens beteiligt. Der Wert der übertragenen Gegenleistung beläuft sich auf Zahlungsmittel in Höhe von € 2,5 Mio.

Seit diesem Zeitpunkt wird die KHD OOO nicht mehr als quotal konsolidiertes Gemeinschaftsunternehmen, sondern als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Über die nunmehr vollständig im Besitz von KHD stehende Gesellschaft KHD OOO sollen die Aktivitäten in Russland weiter ausgebaut werden.

Die Bewertung der vor Übergang der Kontrolle gehaltenen Vermögenswerte und Schulden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt führte zu einem sonstigen Ertrag in Höhe von € 2,4 Mio. Der Betrag in Höhe von € 2,4 Mio. Ist in der Position sonstige betriebliche Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.

Zum Erwerbszeitpunkt wurde der verbleibende Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert der bereits vorher gehaltenen Anteile einerseits und dem nach der Neubewertungsmethode ermittelten Nettovermögen der KHD OOO andererseits als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Aus der Transaktion ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von € 3,0 Mio., der im Wesentlichen erwartete positive Effekte aus einer verbesserten Marktbearbeitung in Russland reflektiert.

Auf die zum 30. September 2011 erstmals vollkonsolidierte KHD OOO entfallen zu diesem Zeitpunkt die folgenden Vermögenswerte und Schulden:

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in T€ 30.09.2011
Aktiva
Kurzfristige Vermögenswerte 2.843
Liquide Mittel 849
Langfristige Vermögenswerte 694
Summe Aktiva 4.386
Passiva
Kurzfristige Schulden 3.147
Langfristige Schulden 282
Eigenkapital 957
Summe Passiva 4.386

Unter den erworbenen kurzfristigen Vermögenswerten sind Forderungen in Höhe von T€ 833 sowie geleistete Vorauszahlungen in Höhe von T€ 918 enthalten. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen den Bruttobeträgen der vertraglichen Forderungen und geleisteten Vorauszahlungen.

Die Umsatzerlöse sowie das Periodenergebnis und der Jahresüberschuss der KHD OOO stellen sich wie folgt dar:

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in T€ 01.10.-31.12.2011 01.01.-31.12.2011
Umsatzerlöse 5.228 16.516
Periodenergebnis/Jahresüberschuss (617) 2.215

04 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die externe Segmentberichterstattung erfolgt auf Basis der konzerninternen Unternehmenssteuerung sowie der internen Finanzberichterstattung entsprechend der Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Der Konzern ist ein Einsegmentunternehmen, da er nahezu ausschließlich im industrieanlagenbau tätig ist. Die Tätigkeiten, die sich aus den Holdingaktivitäten ergeben, sind in der internen Finanzberichterstattung enthalten und werden für die Beurteilung der Segmentleistung und zum Zwecke der Ressourcenallokation nicht gesondert betrachtet. Die Unternehmenssteuerung erfolgt insbesondere auf Basis von Größen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Die betrachtete Umsatzgröße setzt sich dabei aus Umsätzen aus Fertigungsaufträgen und Dienstleistungen zusammen. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns besteht in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Industrieanlagen, insbesondere Zementanlagen. Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung des Konzerns liegen die im Konzernabschluss verwendeten IFRS-Grundsätze zugrunde. Der Vorstand in seiner Funktion als oberstes Entscheidungsgremium beurteilt die Ertragskraft des Segments anhand des operativen Ergebnisses (Ergebnis vor Steuern).

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Geschäftsverlauf für die Geschäftsjahre 2011 und 2010:

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in Mio. € 2011 2010
Auftragseingang 225 269
Auftragsbestand 294 304
Umsatzerlöse 235 287
Herstellungskosten des Umsatzes 182 229
Bruttoergebnis vom Umsatz 53 58
Aufwendungen/sonstige Erträge (Netto) (35) (33)
Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis (EBIT) 18 25
Finanzergebnis 3 1
Gewinn vor Steuern 21 26
Zunahme des Finanzmittelfonds 11 54
Summe Aktiva (31.12.) 432 413
Liquidität (31.12.) 300 293
Schulden (31.12.) 198 265

Geografische Zuordnung der Projektdaten

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Umsatz Langfristige Vermögenswerte
in T€ 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- ---
Deutschland 6.273 15.033 6.093 5.104
Russland 54.501 83.180 4.039 8
Rest Europa 5.439 5.216 - -
Nordamerika 9.910 2.064 73 94
Südamerika 13.569 5.662 - -
Naher und Mittlerer Osten 28.902 21.888 - -
Indien 81.732 70.755 1.189 878
China 3.379 12.461 2 1
Rest Asien 19.210 32.271 - -
Afrika 4.655 29.772 - -
Andere 7.007 8.588 - -
234.577 286.890 11.396 6.085

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Auftragseingang Auftragsbestand
in T€ 2011 2010 2011 2010
--- --- --- --- ---
Deutschland 9.334 6.115 6.072 3.012
Russland 19.158 36.107 37.014 72.357
Rest Europa 5.101 2.622 2.301 2.641
Nordamerika 10.970 970 3.007 1.947
Südamerika 20.650 15.778 18.039 10.959
Naher und Mittlerer Osten 27.813 26.792 28.309 29.398
Indien 24.555 134.354 76.024 133.201
China 8.091 5.081 9.783 5.070
Rest Asien 2.357 23.489 13.206 30.059
Afrika 10.533 7.817 12.828 6.950
Andere 86.175 9.799 87.106 7.936
224.737 268.924 293.689 303.530

Die geografische Zuordnung der Projektdaten erfolgte gemäß dem Erfüllungsort der erbrachten Lieferungen und Leistungen.

Beeinträchtigt durch marktseitige Belastungsfaktoren hat sich der Auftragseingang von € 268,9 Mio. im Vorjahr um € 44,2 Mio. auf € 224,7 Mio. reduziert. Der Auftragsbestand ist mit € 293,7 Mio. nahezu auf dem Vorjahresniveau von € 303,5 Mio.

Unter dem Posten Andere im Auftragseingang und Auftragsbestand ist im Wesentlichen der Vertrag mit einem nicht näher genannten Zementproduzenten über die Errichtung von zwei neuen Linien für die Zementproduktion enthalten. Aufgrund einer Vertraulichkeitsvereinbarung mit dem Kunden sind uns weitergehende Erläuterungen nicht möglich.

Informationen über Hauptkunden

Von den Umsatzerlösen des Konzerns in Höhe von € 235 Mio. (Vorjahr: € 287 Mio.) entfallen rund € 97 Mio. (Vorjahr: € 100 Mio.) auf Kunden, mit denen mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Konzernes erzielt wurden. Diese gliedern sich wie folgt:

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in Mio. € 2011 2010
Kunde 1 60 36
Kunde 2 37 35
Kunde 3 - 29

Es sind jeweils die größten Kunden eines jeden Jahres aufgeführt.

05 SACHANLAGEN

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in T€ Ein-/Ausbauten in gemieteten Gebäuden Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungskosten
31.12.2009 60 6.370 6.430
Zugänge 258 1.177 1.435
Zugänge durch Änderungen des Konsolidierungskreises 147 877 1.024
Abgänge - (107) (107)
Währungsumrechnung - (21) (21)
31.12.2010 465 8.296 8.761
Zugänge - 1.539 1.539
Zugänge durch Änderungen des Konsolidierungskreises - 7 7
Abgänge (185) (786) (971)
Währungsumrechnung - (82) (82)
31.12.2011 280 8.974 9.254
Aufgelaufene Abschreibungen
31.12.2009 27 4.877 4.904
Zugänge 36 863 899
Abgänge - (87) (87)
31.12.2010 63 5.653 5.716
Zugänge 35 917 952
Abgänge - (362) (362)
31.12.2011 98 6.208 6.306
Nettobuchwert
31.12.2010 402 2.643 3.045
31.12.2011 182 2.766 2.948

Die Zugänge im Sachanlagevermögen betreffen im Wesentlichen Investitionen in technisches Equipment. Hiervon entfallen T€ 649 auf die HWIN, die hier insbesondere in die Erweiterung der Werkstatt zur Aufbereitung von Walzen für Rollenpressen investierte.

06 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT UND SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

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in T€ Geschäfts- oder Firmenwert Lizenzen und sonstige immaterielle Vermögenswerte Gesamt
Anschaffungskosten
31.12.2009 2.127 2.257 4.384
Zugänge - 943 943
Abgänge - (10) (10)
31.12.2010 2.127 3.190 5.317
Zugänge durch Änderungen des Konsolidierungskreises 3.035 1.342 4.377
Zugänge - 1.754 1.754
31.12.2011 5.162 6.286 11.448
Aufgelaufene Abschreibungen
31.12.2009 - 1.941 1.941
Zugänge - 346 346
Abgänge - (10) (10)
31.12.2010 - 2.277 2.277
Zugänge - 723 723
31.12.2011 - 3.000 3.000
Nettobuchwert
31.12.2010 2.127 913 3.040
31.12.2011 5.162 3.286 8.448

Der Zugang des Geschäfts- oder Firmenwerts resultiert aus der vollständigen Übernahme der Anteile an der bisher als Gemeinschaftsunternehmen quotal konsolidierten Gesellschaft KHD OOO.

Unter den Zugängen der Lizenzen und sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen Investitionen in Software sowie die bei der Übernahme der restlichen Anteile an der KHD OOO bewerteten stillen Reserven enthalten. Unter den Zugängen der Software sind T€ 1.629 für ein SAP Projekt enthalten.

GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

Der zum 31. Dezember 2011 ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus Akquisitionen und wurde den entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2011 erfolgte der Erwerb von weiteren 50 % der Anteile an der KHD OOO. Der sich aus dieser Transaktion ergebende zusätzliche Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von T€ 3.035 wurde gemäß der Neubewertungsmethode ermittelt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich im Rahmen der Abschlusserstellung durch Vergleich des Buchwerts der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts) mit dem erzielbaren Betrag auf seine Werthaltigkeit geprüft. Der erzielbare Betrag wird hierbei als interner Nutzungswert nach dem "Discounted-Cashflow"-Verfahren ermittelt.

Die berücksichtigten Zahlungsströme (vor Steuern) basieren auf der vom Management verabschiedeten Mittelfristplanung, die einen 4-Jahreszeitraum umfasst. Zur Ermittlung des Wertbeitrags aus der ewigen Rente (Wertbeitrag nach Ablauf des Detailplanungszeitraums) wurden die operativen, nachhaltigen Cashflows als arithmetisches Mittel der Planjahre 2014 - 2015 ermittelt. Bei der ewigen Rente wurde eine Wachstumsrate in Höhe von 1,0 %. angenommen. Die Wachstumsrate spiegelt die langfristige Erwartung des Managements wider.

Der Kapitalisierungszins wurde auf der Grundlage von Marktdaten unter Berücksichtigung der Risikosituation der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit entwickelt und beträgt 11,02 % vor Steuern (Vorjahr: 13,49 %) bzw. 12,79 % für den neu erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert. Da der errechnete Nutzungswert den Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts) übersteigt, ergab sich kein Wertberichtigungsbedarf gemäß IAS 36.

Eine Veränderung der wesentlichen Bewertungsparameter, entweder die Minderung der erwarteten Zahlungsströme um 10 % oder eine Erhöhung des Kapitalisierungszinses um 20 %, würde zu keinem Wertberichtigungsbedarf führen.

07 FORDERUNGEN UND FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 62.019 48.289
abzgl. Wertberichtigungen für Wertminderungen von Forderungen (6.876) (2.567)
Forderungen Lieferungen und Leistungen - netto 55.143 45.722
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 888 1.857
Finanzielle Forderungen 6.880 8.726
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 62.911 56.305
Übrige Forderungen 5.725 3.000
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und übrige Forderungen 68.636 59.305
Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte - 16
Langfristige finanzielle Vermögenswerte - 16
Zeitwerte von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - netto 55.143 45.722
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 888 1.857
Sonstige Forderungen 12.605 11.726
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte - 16
Zeitwerte von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen 68.636 59.321

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich von T€ 45.722 um T€ 9.421 auf T€ 55.143 erhöht. Hierin enthalten ist eine Forderung aus der Abrechnung eines Großauftrages in Höhe von T€ 12.510 die erst nach mehr als zwölf Monaten zur Zahlung fällig wird. Die Bildung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist vor allem auf Forderungen gegen Kunden in Nordafrika, dem Nahen Osten und Indien zurückzuführen.

Die übrigen Forderungen resultieren mit T€ 5.725 (Vorjahr: T€ 3.000) aus Vorsteuererstattungsansprüchen. Unter den finanziellen Forderungen ist ein Erstattungsanspruch auf Kapitalertragsteuer in Höhe von T€ 2.023 enthalten.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 9.944 (Vorjahr: T€ 6.319), die zum Fälligkeitszeitpunkt überfällig waren, wurden keine Wertminderungen gebildet, da keine wesentliche Veränderung der Kreditwürdigkeit dieser Schuldner festgestellt wurde und mit einer Zahlung der ausstehenden Beträge zu rechnen ist.

Altersstruktur der überfälligen, aber nicht wertberichtigten Forderungen

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
60 bis 90 Tage 4.926 1.537
91 bis 120 Tage 877 833
über 120 Tage 4.141 3.949
Summe 9.944 6.319

Monatsweise erfolgt eine Überprüfung der überfälligen Forderungen, auf deren Basis bei Vorliegen von objektiven Hinweisen einzelfallbezogene Wertberichtigungen gebildet werden.

Die überfälligen, aber nicht wertberichtigten Forderungen haben sich gegenüber dem Vorjahr von T€ 6.319 um T€ 3.625 auf T€ 9.944 erhöht. Dies betrifft insbesondere die Überfälligkeiten zwischen 60 bis 90 Tagen.

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen

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in T€ 2011 2010
Wertberichtigungen zum 01.01. 2.567 652
Zugang 5.637 1.835
Zugang durch Erstkonsolidierung - 958
Verbrauch (508) (171)
Währungsdifferenzen (159) 39
Auflösung (661) (746)
Wertberichtigungen zum 31.12. 6.876 2.567

Die Wertberichtigungen entsprechen dem Nettowert (ohne Umsatzsteuer) der wertberichtigten Forderungen.

08 AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERN

Der Konzern hat latente Steuern aus temporären Differenzen zwischen der IFRS- und der Steuerbilanz bilanziert. Der Ermittlung der aktiven und passiven latenten Steuern wurden die lokalen Steuersätze zugrunde gelegt. Die temporären Differenzen betreffen im Wesentlichen die deutschen Gesellschaften des KHD Konzerns. Der hier angewandte Steuersatz beträgt 32,45 % (Vorjahr: 31,60 %).

Aktive latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge nur in dem Umfang erfasst, in dem eine zukünftige Steuerentlastung wahrscheinlich ist.

Der Gesamtbetrag der Verlustvorträge im Konzern beträgt € 53,9 Mio. (Vorjahr: € 51,2 Mio.) für die Körperschaftsteuer sowie vergleichbare ausländische Ertragsteuern. Die Verlustvorträge für die Gewerbesteuer beträgt € 61,8 Mio. (Vorjahr: € 61,8 Mio.). Hiervon wurden für die Ermittlung der latenten Steuern Verlustvorträge in Höhe von € 4,6 Mio. (Vorjahr: € 4,8 Mio.) für die Körperschaftsteuer und vergleichbare ausländische Ertragsteuern sowie € 4,0 Mio. (Vorjahr: € 4,6 Mio.) für die Gewerbesteuer herangezogen. Auf Verlustvorträge von € 49,3 Mio. (Vorjahr: € 46,4 Mio.) für die Körperschaftsteuer sowie vergleichbaren ausländischen Ertragsteuern und € 57,8 Mio. (Vorjahr: € 57,2 Mio.) für die Gewerbesteuer wurden keine latenten Steuern aktiviert. Vom Gesamtbetrag der Verlustvorträge vor steuerlicher Außenprüfung verfallen nicht genutzte Verlustvorträge in Höhe von T€ 6.046 (Vorjahr: T€ 3.298) für die ausländische Ertragsteuern in den Jahren 2029 bis 2031.

Für temporäre Differenzen in Höhe von € 152,1 Mio. (Vorjahr: € 143,0 Mio.), die im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen stehen und sich in absehbarer Zeit nicht umkehren werden, wurden keine latenten Steuern bilanziert.

Aktive und passive latente Steuern ergeben sich aus den folgenden Positionen:

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Aktive latente Steuern
Rückstellungen 3.478 2.549
Steuerliche Verlustvorträge 1.481 1.724
Verrechnung mit passiven latenten Steuern (1.029) (1.082)
3.930 3.191
Passive latente Steuern
Fertigungsaufträge/POC-Methode (6.274) (10.763)
Verrechnung mit aktiven latenten Steuern 1.029 1.082
(5.245) (9.681)

09 VORRÄTE

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.761 8.089
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 2.384 1.371
Wertminderungen auf den Nettoveräußerungspreis (3.263) (1.193)
7.882 8.267

im Geschäftsjahr wurden Vorräte in Höhe von T€ 3.545 (Vorjahr: T€ 12.036) als Teil der Herstellungskosten erfasst. Die im jeweiligen Geschäftsjahr gebuchten Abschreibungen auf Netto-Veräußerungswerte betragen im Geschäftsjahr T€ 3.263 (Vorjahr: T€ 1.193). Die Abschreibungen entfallen ausschließlich auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, deren Buchwert T€ 3.564 (Vorjahr: T€ 5.865) beträgt.

10 FERTIGUNGSAUFTRÄGE

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Bislang angefallene Kosten für Fertigungsaufträge 246.190 245.071
Bislang erfasste anteilige Gewinne aus diesen Verträgen 40.662 43.541
Summe angefallener Kosten und anteilig erfasster Gewinne 286.852 288.612
abzüglich verrechneter Auftragsverluste (1.021) (1.833)
abzüglich Teilabrechnungen (300.946) (311.794)
Saldo der Fertigungsaufträge (15.115) (25.015)
Dieser Betrag wird in der Bilanz wie folgt ausgewiesen:
Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo 21.181 21.159
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen mit Leistungserbringung (36.296) (46.174)
(15.115) (25.015)
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen mit Leistungserbringung (36.296) (46.174)
Erhaltene Anzahlungen aus Fertigungsaufträgen ohne Leistungserbringung (6.063) (16.874)
Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen (42.359) (63.048)

Von den im Geschäftsjahr 2011 gebuchten Umsätzen in Höhe von T€ 234.577 (Vorjahr: T€ 286.890) entfallen T€ 219.856 (Vorjahr: T€ 262.317) auf Umsätze aus Fertigungsaufträgen entsprechend dem Fertigstellungsgrad.

11 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind ausschließlich Wertpapiere in Höhe von T€ 888 (Vorjahr: T€ 1.857) bilanziert. Die Veränderung resultiert aus einer entsprechenden Wertminderung einer Aktienposition infolge des verschlechterten Marktumfelds im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011.

12 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Der Konzern weist Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von T€ 300.323 (Vorjahr: T€ 293.060) aus. Hiervon sind T€ 12.642 (Vorjahr: T€ 13.728) als Sicherheit zur Herauslegung von Bürgschaften bei Banken hinterlegt. Dies betrifft im Wesentlichen Sicherheiten im Zusammenhang mit dem über die KHD bestehenden Avalrahmen in Höhe von € 150 Mio., der allen operativ tätigen Gesellschaften des KHD Konzerns zur Verfügung steht.

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Bankguthaben und Kassenbestand 154.236 74.513
Kurzfristig verfügbare Bankeinlagen 133.445 204.819
Verfügungsbeschränkte Barmittel für Sicherheiten oder Garantien 12.642 13.728
300.323 293.060

13 EIGENKAPITAL

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt € 49.703.573,00 und ist in 49.703.573 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 23. März 2010 war der Vorstand der Gesellschaft ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 22. März 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 16.571.276 neuen, auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 je Aktie gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 16.571.276,00 zu erhöhen ("genehmigtes Kapital"). Den Aktionären ist ein Bezugsrecht zu gewähren. Der Vorstand war ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten von Kapitalerhöhungen und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen.

Die am 21. Dezember 2010 beschlossene Kapitalerhöhung wurde am 16. Februar 2011 erfolgreich abgeschlossen. Die neuen auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von € 1,00 je Aktie wurden zum Preis von € 4,53 je Aktie ausgegeben. Insgesamt wurden 6.620.306 Aktien von bestehenden Aktionären gezeichnet. Von den nicht bezogenen Aktien wurden 9.940.715 Aktien von der Max Glory Industries Ltd. (MGI) übernommen, die damit 20 % der KHD Anteile hält. MGI ist eine indirekte Tochtergesellschaft der AVIC. Mit dem Abschluss der Transaktion erhöhte sich das Grundkapital von KHD von € 33.142.552 um € 16.561.021 auf € 49.703.573. Der Bruttoemissionserlös aus der Transaktion belief sich auf rund € 75 Mio. Aus der Kapitalerhöhung wurden T€ 16.562 in das gezeichnete Kapital sowie T€ 58.461 in die Kapitalrücklage eingestellt.

Mit der Kapitalerhöhung unmittelbar zusammenhängende Aufwendungen in Höhe von T€ 396 sind als Abzug vom Eigenkapital bilanziert worden. Die neuen Aktien wurden am 21. Februar 2011 in den Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) einbezogen.

Nach der durchgeführten Kapitalerhöhung wurde die Satzung aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 23. März 2010 geändert. Gemäß § 5 Abs. 1 der Satzung ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis einschließlich zum 22. März 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von bis zu 10.255 neuen, auf den Inhaber lautenden, nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von € 1,00 je Aktie gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 10.255 zu erhöhen ("genehmigtes Kapital"). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten von Kapitalerhöhungen und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Die Satzungsänderung ist am 16. Februar 2011 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen worden.

Die Gesellschaft hält 229.136 eigene Aktien. Dies entspricht 0,46 % der Aktien des Grundkapitals. Die Aktien sind zur Kurspflege und als Vorsorge für einen eventuell erforderlichen Spitzenausgleich im Rahmen von Kapitalerhöhungen erworben worden. Sie sind mit ihren Anschaffungskosten in Höhe von € 0,965 pro Aktie bilanziert. Der Börsenkurs der Aktie betrug zum 31. Dezember 2011 € 5,00.

Die nicht beherrschenden Anteile in Höhe von 10,92 % (Vorjahr: 11,03 %) betreffen ausschließlich die Minderheitsaktionäre der KIS.

14 PENSIONSVERPFLICHTUNGEN

Die gewährte betriebliche Altersversorgung im Konzern entfällt ausschließlich auf das Inland. Sie erfolgt über leistungsorientierte Pensionspläne, die durch die Bildung von Pensionsverpflichtungen finanziert werden. Nach dem Einfrieren der Pensionspläne im Jahr 1996 besteht für die Mitarbeiter keine Möglichkeit mehr, zusätzliche Pensionsanwartschaften zu erwerben. Die Ansprüche auf Auszahlung der zugesagten und unverfallbaren Versorgungsleistungen aus den Pensionsplänen entstehen auf Antrag seitens des Pensionsberechtigten mit Nachweis des Bezugs der gesetzlichen Rente.

Im Finanzaufwand des Geschäftsjahres sind Zinsaufwendungen auf Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 1.065 (Vorjahr: T€ 1.133) ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2011 wie auch im Vorjahr hat der Konzern von der sogenannten Korridormethode gemäß IAS 19 Gebrauch gemacht. Der Gegenwert der Pensionsverpflichtungen ist nicht in einem Fonds oder in Form von "Plan Assets" hinterlegt.

Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Annahmen:

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in % 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2008 31.12.2007
Abzinsungssatz 5,00 4,95 5,30 6,00 5,34
Rentendynamik 2,00 2,00 2,00 1,50 1,50
Fluktuationsrate - - - - -

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in T€ 2011 2010 2009 2008 2007
Defined Benefit Obligation 21.749 22.272 21.656 21.374 22.080
Erfahrungsbedingte Anpassungen 15 (245) (197) (81) -

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Defined Benefit Obligation (unfunded) 21.749 22.272
./. Nicht erfasste vs. mathematische Gewinne/Verluste (1.789) (1.884)
Bilanzwert 19.960 20.388

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Defined Benefit Obligation am 01.01. 22.272 21.656
Zugang zum Konsolidierungskreis - 461
Zinskosten 1.065 1.133
Tatsächlich gezahlte Leistungen (gesamt) (1.499) (1.474)
Übertragung - (2)
Gewinne aus erfahrungsbedingten Anpassungen 15 (245)
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aufgrund Parameteränderungen (104) 743
Defined Benefit Obligation am 31.12. 21.749 22.272

Leistungen in der Zukunft

voraussichtliche Rentenzahlungen

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in T€
in 2012 1.569
in 2013 1.611
in 2014 1.628
in 2015 1.634
in 2016 1.629
in 2017 bis 2021 7.977

15 RÜCKSTELLUNGEN

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in T€ Garantie Steuer- und Prozessrisiken Abfindungen Drohverlust Gesamt
Rückstellungen zum 01.01.2011 44.173 1.038 940 3.946 50.097
Zugang im Konsolidierungskreis 148 - - - 148
Bildungen 12.891 1.632 - 638 15.161
Auflösungen (10.885) (650) (459) (541) (12.535)
Aufzinsung 458 - - - 458
Effekte aus Währungsumrechnungen (955) - - (169) (1.124)
Inanspruchnahmen/Umgliederungen (4.969) (2) (481) (2.509) (7.961)
Rückstellungen zum 31.12.2011 40.861 2.018 - 1.365 44.244

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Langfristig (Garantie) 16.720 10.772
Kurzfristig 27.524 39.325
44.244 50.097

Die Rückstellungen für Garantien decken alle erkennbaren Risiken aus Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen ab. Die Rückstellungen werden je Auftrag nach bestmöglicher Einschätzung bewertet. Die als langfristig ausgewiesenen Beträge umfassen Gewährleistungsverpflichtungen von über einem Jahr. Die erwarteten Fälligkeiten liegen zwischen einem Jahr und vier Jahren.

Die Personalmaßnahmen, für die Abfindungen gebildet waren, wurden im Geschäftsjahr vollständig abgewickelt. Ein weitergehender Rückstellungsbedarf besteht nicht mehr.

Die unter den Drohverlusten ausgewiesenen im Zusammenhang mit stornierten Aufträgen ausstehenden Bestellverpflichtungen wurden im Geschäftsjahr weitestgehend in Anspruch genommen.

Die Bildung in den Rückstellungen für Steuer- und Prozessrisiken umfasst im Wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit Umsatzsteuer für Vorjahre in Indien.

16 VERBINDLICHKEITEN

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 64.875 83.628
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 6.856 8.632
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 71.731 92.260
Sonstige Verbindlichkeiten
Steuern und Sozialversicherungsabgaben 149 121
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 3.560 20.864
Sonstige Verbindlichkeiten 3.709 20.985
Kurzfristige Verbindlichkeiten 75.440 113.245
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 11.142 8.318

Unter den langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen aus Gewährleistungsfällen in Höhe von T€ 11.142 (Vorjahr: T€ 8.318) bilanziert.

Bezüglich der zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die branchenüblichen Eigentumsvorbehalte. In Höhe von T€ 1.976 ist unverändert zum Vorjahr eine Verbindlichkeit für den Erstattungsanspruch der MFC Corporate Services in Höhe der ihr entstandenen Aufwendungen für Leistungen an die KHD unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten bilanziert.

Unter den Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern war im Vorjahr ein Betrag in Höhe von T€ 20.864 aus der abgeschlossenen Betriebsprüfung für die Jahre 2005 bis 2007 der deutschen Gesellschaften enthalten. Zum 31. Dezember 2011 sind unter dieser Position T€ 3.560 für laufende Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern ausgewiesen.

Hiervon entfallen T€ 2.158 auf eine Verbindlichkeit für Kapitalertragsteuer infolge der im Geschäftsjahr 2010 abgeschlossenen Bertriebsführung für die Jahre 2005 bis 2007 der deutschen Gesellschaftern des KHD Konzerns.

Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Buchwerte entsprechen im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten.

17 VERPFLICHTUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN

Unter dieser Position sind die unter Anwendung von IAS 11 ausgewiesenen Verpflichtungen aus Fertigungsaufträgen bilanziert. Die Verpflichtung stellt den passivischen Saldo der in Anhangangabe 10 erläuterten Beträge dar. Darüber hinaus enthält diese Position die unter IAS 11 zu bilanzierenden erhaltenen Anzahlungen, die bei Auftragsannahme vom Kunden gezahlt werden und denen noch keine Leistungserbringung seitens des KHD Konzerns gegenübersteht.

18 PERSONALKOSTEN

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in T€ 2011 2010
Löhne und Gehälter 36.200 34.385
Soziale Abgaben und Aufwendungen einschließlich Pensionskosten 5.200 5.040
41.400 39.425

Im vergangenen Geschäftsjahr sind durch die Erstkonsolidierung der ausländischen Gesellschaften zum 01. April 2010 die entsprechenden Personalkosten nur anteilig mit neun Monaten in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Geschäftsjahr 2011 waren diese Aufwendungen Bestandteil des gesamten Geschäftsjahres, was zu einer Erhöhung der Personalkosten geführt hat. Dies betrifft ebenfalls Personalaufwendungen im Rahmen von ausgeweiteten Holdingfunktionen.

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zum 31.03.2011 zum 30.06.2011 zum 30.09.2011 zum 31.12.2011
Angestellte 701 691 702 704
Gewerbliche 61 61 62 61
Gesamt 762 752 764 765

Zum 31. Dezember 2011 beträgt die Anzahl der Mitarbeiter 765 (Vorjahr: 767). Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 761 Mitarbeiter, davon 61 gewerbliche Arbeitnehmer (Vorjahr: 648 Mitarbeiter, davon 43 gewerbliche Arbeitnehmer), beschäftigt.

Bedingt durch den Zugang der neuen Gesellschaften im vorangegangenen Geschäftsjahr kommt es zu der Erhöhung bei der Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter.

Im Personalaufwand sind Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland in Höhe von T€ 1.813 (Vorjahr: T€ 2.153) sowie Aufwendungen für vertragliche sogenannte Defined-Contribution-Pläne von T€ 404 (Vorjahr: T€ 857) enthalten.

19 GESAMTBEZÜGE DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS SOWIE EHEMALIGER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS

Die gesamten Bezüge der Mitglieder des Vorstands der KHD betrugen im Geschäftsjahr 2011 T€ 1.278 (Vorjahr: T€ 1.338). Von der Gesamtvergütung entfallen T€ 720 (Vorjahr: T€ 971) auf kurzfristig fällige Leistungen, T€ 276 (Vorjahr: T€ 367) auf andere langfristige fällige Leistungen und T€ 282 (Vorjahr: T€ 0) auf Leistungen nach Beendigung der Bestellung zum Vorstand. Für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2010 Gesamtbezüge in Höhe von T€ 291 (Vorjahr: T€ 216) gewährt. Weitere Ausführungen zu den Bezügen des Vorstands und des Aufsichtsrats sind dem Vergütungsbericht zu entnehmen. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzernlageberichts und stellt auch die Grundzüge des Vergütungssystems dar.

Früheren Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats und ihren Hinterbliebenen wurden für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen keine Bezüge gewährt. Pensionsverpflichtungen gegenüber diesen Personengruppen bestehen nicht.

Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2011 Vorschüsse in Höhe von T€ 203 (Vorjahr: T€ 96) auf die gemäß Satzung nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung gewährt.

20 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

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in T€ 2011 2010
Wechselkursgewinne 938 574
Ertrag aus stornierten Aufträgen 92 1.272
Ertrag aus sukzessivem Unternehmenserwerb 2.427 -
Sonstige Erträge 847 1.617
Summe Sonstige betriebliche Erträge 4.304 3.463

Der Ertrag aus dem sukzessiven Unternehmenserwerb in Höhe von T€ 2.427 betrifft den Gewinn aus der Neubewertung der bis dato gehaltenen 50 % Anteile an der KHD OOO mit dem beizulegendem Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. In den sonstigen Erträgen sind im Wesentlichen Erträge aus Weiterbelastungen von Dienstleistungen an fremde Dritte in Höhe von T€ 656 (Vorjahr: T€ 1.174) enthalten.

21 VERTRIEBSAUFWENDUNGEN

Die Vertriebsaufwendungen betreffen vor allem im Geschäftsjahr angefallene Aufwendungen für Angebote in Höhe von T€ 7.747 (Vorjahr: T€ 5.425). Ebenfalls enthalten sind die Aufwendungen für das Key Account Management sowie Marketingaufwendungen.

22 VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN

Die Verwaltungsaufwendungen haben sich von T€ 18.981 um T€ 557 auf T€ 18.424 vermindert. Die Verwaltungsaufwendungen enthalten neben den Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung insbesondere auch die Aufwendungen für Vorstandsbezüge, Rechts- und Beratungskosten, Jahresabschlusskosten, Aufsichtsratsvergütungen und Kosten für Investor Relations.

23 SONSTIGE AUFWENDUNGEN

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in T€ 2011 2010
Forschung und Entwicklung 3.652 3.357
Belastungen von verbundenen Unternehmen - 353
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 361 -
Übrige Aufwendungen 3.273 4.227
Summe Sonstige Aufwendungen 7.286 7.937

Im Vorjahr wurden Aufwendungen für bei der HW vorgenommene Kurzarbeit in Höhe von T€ 1.835 ausgewiesen. Aufwendungen für vorgenommene Kurzarbeit sind im Geschäftsjahr nicht angefallen, was zu einem deutlich niedrigeren Ausweis in den übrigen Aufwendungen geführt hat. An Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind im Geschäftsjahr T€ 361 angefallen. Darüber hinaus trägt die Abwertung von Vorratsvermögen in Höhe von T€ 685 wesentlich zu den sonstigen Aufwendungen bei. Die Forschungs- und Entwicklungskosten haben sich gegenüber dem Vorjahr von T€ 3.357 um T€ 295 auf T€ 3.652 erhöht.

Unter den sonstigen Aufwendungen sind ferner Aufwendungen für Beratungsleistungen, Gebühren, Versicherungen, Wechselkursverluste sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit Umsatzsteuer enthalten.

24 FINANZERGEBNIS

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

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in T€ 2011 2010
Zinserträge 5.651 2.861
Zinsertrag von verbundenen Unternehmen - 81
Summe Zinserträge 5.651 2.942
Kursgewinne von Wertpapieren - 407
Einnahmen aus Dividenden 47 15
Erträge aus Devisentermingeschäften 607 -
Finanzerträge 6.305 3.364
Sonstige Finanzaufwendungen (90) (240)
Zinseffekt aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen, Rückstellungen und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten (1.767) (1.861)
Kursverluste von Wertpapieren (833) -
Zinsaufwendungen (550) (195)
Finanzaufwendungen (3.240) (2.296)
Finanzergebnis 3.065 1.068

Die Zinserträge enthalten im Wesentlichen Zinserträge aus Schuldscheindarlehen, Bankguthaben und Zahlungsmitteläquivalenten. Die Erhöhung der Zinserträge von T€ 2.942 um T€ 2.709 auf T€ 5.651 betrifft vor allem Termingeldanlagen. Die Zinserträge aus Termingeldanlagen betrugen m Geschäftsjahr T€ 4.828 (Vorjahr: T€ 2.469). Die Zinserträge entfallen ausschließlich, wie im Vorjahr, auf finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.

Unter den Finanzaufwendungen ist die Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen mit T€ 1.065 (Vorjahr: T€ 1.133) enthalten. Im Geschäftsjahr sind Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 702 (Vorjahr: T€ 728) angefallen. Bedingt durch das verschlechterte Marktumfeld hat die Bewertung einer Aktienposition im Geschäftsjahr zu einem Verlust in Höhe von T€ 833 (Vorjahr: Gewinn T€ 407) geführt. Die Zinsaufwendungen im Geschäftsjahr umfassen Abgrenzungen für Zinsen im Rahmen von Umsatzsteuern für Vorjahre.

25 ERTRAGSTEUERN

Der im Geschäftsjahr 2011 gebuchte Aufwand aus Ertragsteuern in Höhe von T€ 7.177 (Vorjahr: T€ 10.221) setzt sich wie folgt zusammen:

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in T€ 2011 2010
Aufwand aus laufenden Steuern (12.067) (12.656)
Ertrag/Aufwand aus latenten Steuern 4.890 2.435
Steueraufwand des Jahres (7.177) (10.221)

Der erwartete Steueraufwand lässt sich auf den tatsächlichen Steueraufwand wie folgt überleiten:

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in T€ 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern 20.682 26.021
Durchschnittlicher Steuersatz (in %) 32,45 31,60
Erwarteter Steueraufwand (6.711) (8.223)
Auswirkungen steuerfreier Erträge 647 69
Auswirkungen steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen (862) (95)
Auswirkungen von ungenutzten und nicht als latente Steueransprüche erfassten steuerlichen Verlusten und Aufrechnungsmöglichkeiten 456 (953)
Auswirkungen von ursprünglich nicht erfassten und ungenutzten steuerlichen Verlusten und Aufrechnungsmöglichkeiten, die jetzt als latente Steueransprüche bilanziert werden, sowie Auswirkungen aus Veränderungen von Verlustvorträgen der Vorjahre 54 319
Auswirkungen abweichender Steuersätze bei Tochterunternehmen (48) 275
In der laufenden Periode erfasste Anpassungen für Steuern der Vorjahre 93 (1.588)
Sonstige nicht steuerwirksame Zu- und Abrechnungen (806) (25)
Steueraufwand des Jahres (7.177) (10.221)

Die steuerliche Betriebsprüfung für die Jahre 2005 bis 2007 der deutschen Gesellschaften des KHD Konzerns konnte im vorangegangenen Geschäftsjahr abgeschlossen werden. Als Ergebnis der Betriebsprüfung war im Vorjahr eine Steuernachzahlung von T€ 1.588 bei den deutschen Gesellschaften des KHD Konzerns angefallen. Vom durchschnittlichen Konzernsteuersatz abweichende Steuersätze sind vor allem den USA und Russland zuzuordnen.

Der effektive Konzernsteuersatz beträgt 34,70 % (Vorjahr: 39,28 %).

26 ERGEBNIS UND DIVIDENDE JE AKTIE

ERGEBNIS JE AKTIE

Bis zum 16. Februar 2011 betrug die Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien 32.913.416. Seit dem 17. Februar 2011 erhöhte sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien bedingt durch die Kapitalerhöhung auf 49.704.437. Die hieraus gewichtetet durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien beträgt für das Geschäftsjahr 47.358.307 (Vorjahr: 32.913.416 Stammaktien).

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2011 2010
Aktionären zuzuordnender Konzernjahresüberschuss (in T€) 13.456 15.583
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien 47.358.307 32.913.416
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 0,28 0,47

DIVIDENDE JE AKTIE

Laut Satzung beschließt die Hauptversammlung der KHD über die Verwendung eines Bilanzgewinns.

27 VOM ABSCHLUSSPRÜFER FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR BERECHNETES GESAMTHONORAR

Das vom Abschlussprüfer Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie anderen Mitgliedsunternehmen des Deloitte & Touche Netzwerks für das Geschäftsjahr berechnete Honorar setzt sich wie folgt zusammen:

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in T€ 2011 2010
Abschlussprüfungsleistungen 540 643
- davon Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (459) (571)
Andere Bestätigungsleistungen - 318
- davon Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft - (308)
Steuerberatungsleistungen 7 42
- davon Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (7) (27)
Sonstige Leistungen 32 44
- davon Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (32) (31)
579 1.047

28 VERPFLICHTUNGEN UND EVENTUALVERBINDLICHKEITEN/ EVENTUALFORDERUNGEN

VERPFLICHTUNGEN IM BEREICH OPERATING LEASING

Der Gesamtbetrag der künftigen Mindestzahlungen für unkündbare Operating-Leasing-Verträge und Mietverträge resultiert im Wesentlichen aus Mietverträgen für Gebäude:

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
innerhalb eines Jahres 2.454 1.752
innerhalb von zwei bis fünf Jahren 6.978 1.661
nach fünf Jahren 1.433 487
Gesamte Leasing- und Mietverpflichtungen 10.865 3.900

Der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gebuchte Aufwand für geleaste und gemietete Büroräume sowie Geschäftsausstattung beträgt im Geschäftsjahr T€ 2.561 (Vorjahr: T€ 2.741).

EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

Die im Rahmen der üblichen Geschäftstransaktionen entstandenen Eventualverpflichtungen aus Garantien sind in den zusätzlichen Angaben zu Finanzinstrumenten näher erläutert.

Das Bestellobligo des Konzerns beträgt € 89,5 Mio. (Vorjahr: € 74,2 Mio.).

im Geschäftsjahr 2011 hat die HWIN von indischen Steuerbehörden Bescheide über Umsatzsteuerforderungen für das Fiskaljahr 2007/08 erhalten, die sich inklusive darauf entfallender Zinsen auf umgerechnet T€ 9.495 belaufen. Die Gesellschaft hat gegen die Bescheide fristgerecht Einspruch erhoben und Aussetzung der Vollziehung beantragt. Gegen Zahlung einer Sicherheitsleistung von umgerechnet T€ 181 wurde zwischenzeitlich die vorläufige Aussetzung der Vollziehung gewährt. Bezüglich der tatsächlichen Höhe der Umsatzsteuerschuld für das Fiskaljahr 2007/08 bestehen Unsicherheiten. Die Gesellschaft arbeitet derzeit an der Zusammenstellung der geforderten Nachweise und Belege. Zur Abdeckung des Risikos aus den Bescheiden über Umsatzsteuerforderungen wurde zum 31. Dezember 2011 eine Rückstellung von insgesamt T€ 1.500 (einschließlich Zinsen) gebildet.

EVENTUALFORDERUNGEN

Im Rahmen der Veräußerung der Fertigungsstätte der HW in Köln-Kalk an einen indischen Erwerber zum 7. Oktober 2009 wurde über den gezahlten Kaufpreis hinaus ein bedingter Kaufpreis von max. T€ 2.850 vereinbart, der vom Eintritt bestimmter auslastungsabhängiger Kriterien abhängig ist. Dieser maximal mögliche Kaufpreis, der mit Ablauf von vier Jahren nach dem Veräußerungszeitpunkt fällig ist, wurde auf Basis der vorgenommenen Bewertung in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 nicht berücksichtigt.

29 ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN

FINANZIELLE RISIKOFAKTOREN

Als weltweit agierender Konzern ist die KHD verschiedenen finanziellen Risiken (Währungs-, Zins-, Ausfall-, Kredit- und Liquiditätsrisiken) ausgesetzt, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben können.

KAPITALMANAGEMENT

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements des KHD Konzerns ist es sicherzustellen, dass auch in Zukunft die Schuldentilgungsfähigkeit und die finanzielle Substanz erhalten bleiben.

Die finanzielle Sicherheit wird im Wesentlichen mit der Kennzahl Eigenkapitalquote gemessen. Bestandteile dieser Kenngröße sind das in der Konzernbilanz ausgewiesene Eigenkapital sowie die Bilanzsumme des Konzernabschlusses. Die Eigenkapitalquote wird als eine wichtige Kenngröße gegenüber Investoren, Analysten, Banken und Ratingagenturen verwendet.

Die Steuerung der Kapitalstruktur kann grundsätzlich durch KHD mittels Ausschüttung von Dividenden, Kapitalherabsetzungen bzw. Emissionen neuer Anteile sowie der Ausgabe von Finanzinstrumenten, die nach IFRS als Eigenkapital qualifiziert werden, erfolgen. Angestrebt wird eine dem Geschäftsrisiko angemessene Kapitalstruktur.

KHD unterliegt den Mindestkapitalanforderungen für Aktiengesellschaften. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird laufend überwacht. Im Jahr 2011 wurden die Anforderungen eingehalten.

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in T€ 31.12.2011 31.12.2010
Eigenkapital 233.532 148.555
Bilanzsumme 431.922 413.332
Eigenkapitalquote (in %) 54,07 35,94

Insbesondere die im Geschäftsjahr vorgenommene Kapitalerhöhung in Höhe von € 74,6 Mio. (nach Abzug der Kosten für die Kapitalerhöhung) und der Konzernjahresüberschuss in Höhe von € 13,5 Mio. (Vorjahr: € 15,8 Mio.) haben die Eigenkapitalquote von 35,94 % im Vorjahr auf 54,07 % im Geschäftsjahr erhöht.

MARKTRISIKO

Währungsrisiko

Bei den Währungskursrisiken ist zwischen Währungsrisiken im Zusammenhang mit der Abwicklung von Aufträgen in verschiedenen Währungsgebieten und den Risiken, die sich aus der Währungsumrechnung für einzelne Gesellschaften zu verschiedenen Stichtagen ergeben, zu unterscheiden. Im Rahmen der Auftragsabwicklung werden Wechselkursrisiken auf Basis geplanter Zahlungsströme bestimmt und durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten minimiert. Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte. Der Konzern hat Vermögenswerte und Schulden auf fremde Währung zu Buchwerten in Höhe von umgerechnet T€ 5.170 (Vorjahr: T€ 7.062) bilanziert. Eine Veränderung der Währungskurse um 10 % würde das Ergebnis des Konzerns um T€ 354 (Vorjahr: T€ 483) verändern.

Die Einzelabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden nach dem Prinzip der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Die funktionale Währung des Konzerns ist der Euro. Die Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei der Umrechnung der lokalen Währung der Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Tochterunternehmen in die funktionale Währung des Konzerns angefallene Währungsdifferenzen können die Höhe des Konzerneigenkapitals verändern. Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital können sich ergeben aus dem Jahresergebnis und dem Eigenkapital der Währung USD (US-Dollar) in Höhe von umgerechnet T€ 1.671 (Vorjahr: T€ 1.160), der Währung RUB (Rubel) in Höhe von T€ 540 (Vorjahr: T€ 1.089), der Währung INR (indische Rupie) in Höhe von T€ 18.234 (Vorjahr: T€ 21.875) sowie AUD (australischer Dollar) in Höhe von T€ 2.381 (Vorjahr: T€ 1.445). Bei einer Veränderung der Fremdwährungen in Höhe von 10 % würde sich das Konzerneigenkapital um T€ 2.283 (Vorjahr: T€ 2.557) verändern.

Preisrisiko

Der Konzern bilanziert Wertpapiere und ist dem marktüblichen Preisrisiko in Bezug auf Wertpapiere ausgesetzt. Der Konzern ist aufgrund der einzelvertraglichen Regelung von Leistung und Preis keinem Warenpreisrisiko ausgesetzt.

KREDIT- UND AUSFALLRISIKO

Der Konzern hat keine nennenswerten Kreditrisiken. Das Risiko einer Kreditkonzentration in Bezug auf Forderungen ist durch die Kundenstruktur des Konzerns grundsätzlich geografisch weltweit gestreut. Das Kreditrisiko wird weiterhin dadurch verringert, dass der Konzern mit den Kunden Zahlungsmodalitäten, vor allem Teilabrechnungen und Anzahlungen, vereinbart, die einen hohen Bestand an offenen Forderungen vermeiden. Interne Richtlinien stellen sicher, dass Produkte grundsätzlich an Kunden mit angemessener Kredithistorie verkauft werden. Basis für die Steuerung des Adressenausfallrisikos ist eine regelmäßige Überwachung sowie die regelmäßige Analyse des Forderungsbestands und der Forderungsstruktur. Forderungen im Exportgeschäft sind im KHD Konzern in hohem Umfang durch bestätigte und unbestätigte Akkreditive sowie durch Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Exportkreditagenturen (z. B. Hermes) gegen Ausfallrisiken abgesichert.

Im Geschäftsjahr lagen Sicherheiten für Forderungen in Höhe von T€ 18.050 (Vorjahr: T€ 4.736) vor.

Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners und daher maximal in der Höhe der positiven Buchwerte.

Dem Risiko wird durch die vorgenommenen Wertberichtigungen für Forderungsausfälle Rechnung getragen.

LIQUIDITÄTSRISIKO

Der KHD Konzern verfolgt seit Jahren eine konservative und vorausschauende Politik der Liquiditätssicherung und verfügt über einen sehr hohen Bestand an liquiden Mitteln.

Zur Vermeidung finanzieller Risiken aus dem Anlagengeschäft werden die Aufträge durch Teilabrechnungen und Kundenanzahlungen abgewickelt, die zum Bilanzstichtag zu einem Finanzmittelüberschuss geführt haben. Auf Basis der Finanz- und Liquiditätsplanung werden liquide Mittel so disponiert, dass der KHD Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit in vollem Umfang nachkommen kann. Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen kurzfristigen Verbindlichkeiten und Schulden sind überwiegend innerhalb von 60 Tagen zur Zahlung fällig.

Der Konzern hat im Rahmen seiner üblichen Geschäftstransaktionen Verpflichtungen aus herausgelegten Anzahlungs-, Erfüllungs- und Gewährleistungsgarantien. Die Gesellschaft erwartet keine materiellen Auszahlungen aus diesen Verpflichtungen. Es bestehen unverändert zum Vorjahr Avalkreditlinien in Höhe von € 150 Mio., die es den einzelnen Gesellschaften des Konzerns erlauben, Vertragsgarantien zu günstigen Konditionen für ihre Kunden weltweit herauszulegen.

Der Konzern hat Garantien im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von € 96,6 Mio. (Vorjahr: € 106,7 Mio.) herausgelegt.

ZINSRISIKO

Der Konzern verfügt über Vermögenswerte, die im Zeitablauf durch Änderungen der Marktzinssätze beeinflusst werden. Bei einer Erhöhung oder Verringerung des Markzinsniveaus zum 31. Dezember 2011 um 50 Basispunkte wäre das Konzernergebnis um T€ 1.027 (Vorjahr: T€ 1.004) höher bzw. niedriger gewesen.

NETTOERGEBNIS JE KLASSE

Die Nettoergebnisse entfallen auf die einzelnen Klassen finanzieller Vermögenswerte und Schulden wie folgt:

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2011 Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden Gesamt
in T€ erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten
--- --- --- --- --- ---
Aufwendungen aus der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte - (6.277) - - (6.277)
Zinsergebnis - 5.101 - - 5.101
Übriges Nettoergebnis (781) 1.292 - - 511
Nettoergebnis (781) 116 - - (665)

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2010 Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden Gesamt
in T€ erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten
--- --- --- --- --- ---
Aufwendungen aus der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte - (1.835) - - (1.835)
Zinsergebnis - 2.942 - - 2.942
Übriges Nettoergebnis 182 959 - - 1.141
Nettoergebnis 182 2.066 - - 2.248

Das Nettoergebnis beinhaltet insbesondere Zinserträge, Erträge und Aufwendungen aus der Umrechnung monetärer Fremdwährungsposten, Marktwertänderungen von Wertpapieren sowie Aufwendungen aus der Wertminderung finanzieller Vermögenswerte.

AUFSTELLUNG DER FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN NACH KLASSEN

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31.12.2011 Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden
in T€ erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten nicht im Anwendungsbereich IAS 39 zu fortgeführten Anschaffungskosten nicht im Anwendungsbereich IAS 39 Buchwert
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige finanzielle Vermögenswerte - - - - - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 55.143 - - - 55.143
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 888 - - - - 888
Derivate 28 - - - - 28
Sonstige Forderungen - 6.852 5.725 - - 12.577
Zahlungsmittel und -äquivalente - 300.323 - - - 300.323
Summe finanzieller Vermögenswerte 916 362.318 5.725 - - 368.959
Sonstige Verbindlichkeiten - - - 6.856 11.142 17.998
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - - 64.875 - 64.875
Summe finanzieller Schulden - - - 71.731 11.142 82.873

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31.12.2011
in T€ beizulegender Zeitwert
--- ---
Langfristige finanzielle Vermögenswerte -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 888
Derivate 28
Sonstige Forderungen -
Zahlungsmittel und -äquivalente -
Summe finanzieller Vermögenswerte 916
Sonstige Verbindlichkeiten -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -
Summe finanzieller Schulden -

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31.12.2010 Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden
in T€ erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu fortgeführten Anschaffungskosten nicht im Anwendungs- bereich IAS 39 zu fortgeführten Anschaffungskosten nicht im Anwendungsbereich IAS 39 Buchwert
--- --- --- --- --- --- ---
Langfristige finanzielle Vermögenswerte - 16 - - - 16
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 45.722 - - - 45.722
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.857 - - - - 1.857
Derivate 411 - - - - 411
Sonstige Forderungen - 8.315 3.000 - - 11.315
Zahlungsmittel und -äquivalente - 293.060 - - - 293.060
Summe finanzieller Vermögenswerte 2.268 347.113 3.000 - - 352.381
Sonstige Verbindlichkeiten - - - 8.632 8.318 16.950
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - - 83.628 - 83.628
Summe finanzieller Schulden - - - 92.260 8.318 100.578

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31.12.2010
in T€ beizulegender Zeitwert
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Langfristige finanzielle Vermögenswerte -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.857
Derivate 411
Sonstige Forderungen -
Zahlungsmittel und -äquivalente -
Summe finanzieller Vermögenswerte 2.268
Sonstige Verbindlichkeiten -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -
Summe finanzieller Schulden -

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden wurden mittels folgender Hierarchie ermittelt:

Die beizulegenden Zeitwerte der börsennotierten Wertpapiere, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden unter Bezugnahme auf die notierten Marktpreise bestimmt.
Der beizulegende Zeitwert der Derivate wurde im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr unter Verwendung notierter Preise berechnet.

Die Verzinsung der langfristigen finanziellen Vermögenswerte erfolgt zu marktüblichen Bedingungen.

ZU HANDELSZWECKEN GEHALTENE WERTPAPIERE

Die zu Handelszwecken gehaltenen Wertpapiere betragen T€ 888 (Vorjahr: T€ 1.857). Eine Veränderung des Marktpreises um 10 % würde das Ergebnis des Konzerns um T€ 84 (Vorjahr: T€ 186) verändern.

FORDERUNGEN

Von den Gesamtforderungen des Konzerns ist einschließlich der wertberichtigten Forderungen ein Teilbetrag von T€ 16.670 (Vorjahr: T€ 8.424) überfällig (vereinbarte Zahlungstermine, die um mehr als 60 Tage überschritten sind). Nach Abzug von Sicherheiten (Akkreditive und Hermesdeckungen) beziffert der Konzern das hieraus resultierende Risiko mit T€ 7.738 (Vorjahr: T€ 5.857). Eine Veränderung des Risikobetrags von 10 % würde das Ergebnis um T€ 529 (Vorjahr: T€ 401) beeinflussen. Die wertberichtigten Forderungen sind im Wesentlichen zu mehr als 90 Tagen überfällig.

DERIVATE

Bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte. Der Bilanzansatz erfolgte gemäß IAS 39 zum beizulegenden Zeitwert.

Devisentermingeschäfte sind anhand der notierten Devisenterminkurse und anhand der Zinsstrukturkurven, die von den notierten Zinssätzen entsprechender Laufzeiten abgeleitet wurden, bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Derivate beträgt T€ 28 (Vorjahr: T€ 411). Eine Veränderung des durch die Derivate gesicherten Kurses um 10 % würde das Ergebnis um T€ 51 (Vorjahr: T€ 982) beeinflussen. Die Summe der den Devisentermingeschäften zugeordneten Grundgeschäfte beträgt € 0,7 Mio. (Vorjahr: € 14 Mio.)

30 RECHTSSTREITIGKEITEN

AKTIONÄRSKLAGE ("EINLAGENRÜCKGEWÄHR"):

Aktionäre haben gegen die Gesellschaft Klage auf Feststellung der Nichtigkeit, hilfsweise auf Feststellung der Unwirksamkeit der festgestellten Jahresabschlüsse der Gesellschaft zum 31. Dezember 2002 und 31. Dezember 2003, sowie Nichtigkeits-, hilfsweise Anfechtungsklage, gegen die auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. September 2004 gefassten Beschlüsse, den Mitgliedern des Vorstands sowie drei Mitgliedern des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2003 Entlastung zu erteilen, erhoben.

Gegenstand der Klagen waren Gebühren in Höhe von T€ 1.206 ("Platzierungsgebühr") sowie in Höhe von T€ 1.914 ("Merchant Banking Fee"), die die KHD der MFC Corporate Services Ende 2002 für die Platzierung der Kapitalerhöhung im Dezember 2002 und die Erbringung von Merchant-Bank-Leistungen bezahlt hat.

Diese Zahlungen, so die Kläger, seien als Einlagenrückgewähr unzulässig gewesen, die besagten Posten der Jahresabschlüsse seien unterbewertet, da ein entsprechender Rückforderungsanspruch nicht eingebucht worden sei.

Die Gesellschaft hatte bereits in den Vorjahresabschlüssen auf Basis des Landgerichtsurteils eine Forderung gegen die MFC Corporate Services über den Betrag der "Merchant Banking Fee" (T€ 1.914) ergebniswirksam eingebucht und diese Forderung gegen die MFC Corporate Services AG mit Schreiben vom 16. Februar 2006 geltend gemacht. Das Urteil betrifft nicht die Platzierungsgebühr.

Im Hinblick auf die von der MFC Corporate Services detailliert nachgewiesenen tatsächlichen Aufwendungen in Höhe von T€ 1.976 im Zusammenhang mit den Leistungen für die KHD im Rahmen des Merchant Banking Agreement hat die Gesellschaft ebenfalls bereits in den Vorjahresabschlüssen eine entsprechende Verbindlichkeit passiviert, für den Fall, dass bei einer endgültigen Inanspruchnahme der Forderung durch die KHD die MFC Corporate Services ihrerseits einen Erstattungsanspruch für die ihr entstandenen Aufwendungen geltend macht.

Das Landgericht hat den Klagen mit Urteil vom 4. November 2005 stattgegeben. Die KHD hat gegen dieses Urteil form- und fristgerecht Berufung eingelegt.

Eine der Klagen wurde zwischenzeitlich zurückgenommen. Die Gesellschaft geht im Hinblick auf die noch anhängige Klage davon aus, dass ihre Berufung nach wie vor begründete Aussicht auf Erfolg hat. Das Verfahren ruht derzeit.

AKTIONÄRSKLAGEN (ANFECHTUNG UND NICHTIGKEIT EINES HAUPTVERSAMMLUNGSBESCHLUSSES)

Drei Aktionäre haben im Juli 2011 Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen vor dem Landgericht Köln gegen den auf der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft am 16. Juni 2011 gefassten Beschluss zu Tagesordnungspunkt 10 (Erhöhung der Aufsichtsratsvergütung) erhoben.

Die Aktionäre machten geltend, der Beschluss sei nicht formgerecht zustande gekommen und verletze die Rechte der Aktionäre. Der Beschluss zu Tagesordnungspunkt 10 leide an einem Einberufungsmangel, da es weder einen Beschlussvorschlag des Aufsichtsrats noch des Vorstands gegeben habe.

Mit Schriftsatz vom 12. August 2011 hat die Gesellschaft alle drei Aktionärsklagen anerkannt.

Am 09. September 2011 hat das Landgericht Köln ein Anerkenntnisurteil in allen drei Verfahren erlassen und den zu Tagesordnungspunkt 10 gefassten Beschluss für nichtig erklärt. Der Streitwert wurde auf insgesamt € 50.000 festgesetzt.

SCHIEDSGERICHTSKLAGEN GEGEN DALMIA CEMENT VENTURES LIMITED (DALMIA)

HW hat am 15. Februar 2010 eine Schiedsgerichtsklage gegen Dalmia auf Zahlung von Schadensersatz in Höhe von T€ 4.291 nebst Zinsen erhoben, nachdem Dalmia mehrere Verträge mit HW beendet hat. Schiedsgerichtsort ist Zürich.

HWIN hat am 21. August 2010 eine Schiedsgerichtsklage gegen Dalmia vor dem Schiedsgericht in New Delhi erhoben, nachdem Dalmia mehrere Verträge mit HWIN beendet hat. Der Streitwert beläuft sich auf INR 268,1 Mio. zuzüglich der Klage von HWIN gegen Dalmia in Höhe von INR 90 Mio. wegen Rückzahlung des von Dalmia aus einer Bankgarantie gezogenen Betrags.

HW und HWIN haben zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten jeweils am 06. Mai 2011 einen Vertrag mit Dalmia abgeschlossen, in welchen zudem teilweise der Lieferumfang der jeweiligen beendeten Verträge neu vereinbart wurde.

Seit Abschluss dieser Verträge ruhen beide Schiedsverfahren. Die Schiedsverfahren werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2012 durch Vergleich beendet werden.

MUSTAGHEEM AG GEGEN KHD HW

Der KHD HW wurde am 13. Dezember 2010 ein Schiedsgerichtsantrag der Mustagheem AG auf Zahlung von ausstehenden Provisionen in Höhe von T€ 20.683 zugestellt.

KHD HW hat in diesem Verfahren geltend gemacht, dass kein Vertragsverhältnis zwischen ihr und Mustagheem bestehe und KHD HW daher nicht passivlegitimiert sei. Mit Schriftsatz vom 26. April 2011 hat Mustagheem ihre Schiedsgerichtsklage gegen KHD HW zurückgenommen.

MUSTAGHEEM AG GEGEN HW

Der HW wurde am 28. April 2011 ein Schiedsgerichtsantrag der Mustagheem AG durch das Schiedsgericht Wien zugestellt. HW wird darin auf Zahlung von ausstehenden Provisionen in Höhe von T € 17.654 verklagt.

Im Hinblick darauf, dass zwischen der Mustagheem AG und der HW kein Vertragsverhältnis im Zusammenhang mit der gegenständlichen Forderung besteht, geht HW davon aus, dass sie in dem Verfahren mangels Passivlegitimation obsiegen wird.

CLAUDIUS PETERS TECHNOLOGIES GEGEN KHD HW

KHD HW und Claudius Peters Projects GmbH, die Rechtsnachfolgerin der Claudius Peters Technologies GmbH, haben am 9. November 2011 einen Vergleich zur Beendigung aller Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Patenten/ Patentanmeldungen in Bezug auf Klinker-Kühler abgeschlossen.

In Erfüllung dieses Vergleichs hat HW eine Pauschalsumme in Höhe von € 1,5 Mio. an Claudius Peters Projects GmbH gezahlt.

Im Zuge des Vergleichs haben KHD HW und Claudius Peters Projects GmbH alle anhängigen gegenseitigen Klagen und Widerklagen sowie Widersprüche und Einsprüche zurückgenommen.

Am 11. November 2011 haben KHD HW und Claudius Peters Projects GmbH einen Lizenzvertrag abgeschlossen, worin CPP KHD HW die Nutzung des patentierten "Moving Floor"- Prinzip gewährt.

31 ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Im ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahr war die KHD in den Konzern MFC Industrial Ltd. einbezogen. Durch die Aufteilung des Konzerns MFC Industrial Ltd. in zwei eigenständige Konzerne im Geschäftsjahr 2010 besteht hierzu in 2011 keine Beziehung als nahestehendes Unternehmen.

Durch die am 16. Februar 2011 erfolgte Kapitalerhöhung der KHD hält nun die AVIC International Beijing Company Limited über ihre in Hongkong ansässige Tochtergesellschaft Max Glory Industries Ltd. 20 % am Grundkapital der KHD.

UNTERNEHMENSERWERBE

Vergleiche hierzu die diesbezüglichen ergänzenden Ausführungen zum Unternehmenserwerb unter Punkt 2 des Anhangs "Konzerngesellschaften der KHD Humboldt Wedag International AG zum 31. Dezember 2011".

ERTRÄGE

Die Erträge von nahestehenden Unternehmen belaufen sich auf T€ 5 (Vorjahr: T€ 466). Die im Vorjahr ausgewiesenen Erträge in Höhe von T€ 466 betrafen ausschließlich Erträge mit den Gesellschaften des MFC Industrial Ltd. Konzerns sowie Erträge mit Gemeinschaftsunternehmen.

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in T€ 2011 2010
Gemeinschaftsunternehmen 5 293
MFC Industrial Ltd. Konzern - 173
AVIC - -
5 466

AUFWENDUNGEN

Die Aufwendungen aus Transaktionen mit nahestehenden Personen setzen sich wie folgt zusammen:

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in T€ 2011 2010
Gemeinschaftsunternehmen - 219
MFC Industrial Ltd. Konzern - 2.469
AVIC 678 -
678 2.688

FORDERUNGEN

Im Geschäftsjahr bestanden Forderungen gegen die AVIC in Höhe von T€ 50.

VERBINDLICHKEITEN

Verbindlichkeiten gegenüber der AVIC wurden in Höhe von T€ 188 zum 31.12.2011 bilanziert.

Zum 31. Dezember 2011 bestanden keine Verbindlichkeiten gegenüber Gemeinschaftsunternehmen (Vorjahr: T€ 191).

32 CORPORATE GOVERNANCE

Vorstand und Aufsichtsrat der KHD haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung am 2. März 2012 abgegeben und darüber hinaus den Aktionären dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft (www.khd.com) zugänglich gemacht.

Darüber hinaus haben Vorstand und Aufsichtsrat der börsennotierten Konzerngesellschaft KIS die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung am 25. März 2011 abgegeben und darüber hinaus den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft (www.khdis.de) zugänglich gemacht.

33 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

KHD konnte im ersten Quartal 2012 ihren ersten Auftrag gemeinsam mit unserem Kooperationspartner AVIC vermelden. Invecem Cement, Venezuela, hat dem AVIC-KHD Team den Auftrag für ein Projekt über eine neue Linie mit einer Kapazität von 2.400 Tagestonnen vergeben. Die neue Linie wird neben der bestehenden Zementanlage in San Sebastian, Venezuela, errichtet. KHD wird die Schlüsselkomponenten der Ausrüstung (key core equipment), das Engineering und Serviceleistungen für dieses Projekt liefern. Alle weitere Ausrüstung, Montage und Bauleistungen sowie Anlagen-Service werden von AVIC zur Verfügung gestellt. Nach Fertigstellung wird die neue Linie mit umweltfreundlichem Erdgas betrieben.

Im März 2012 wurde der bestehende Avalrahmen abgelöst und durch einen neuen Avalrahmen mit einem Gesamtvolumen von € 130 Mio. und dreijähriger Laufzeit mit einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutsche Bank AG und der Raiffeisenbank international AG ersetzt.

34 FREIGABE ZUR VERÖFFENTLICHUNG DURCH DEN VORSTAND

Der vorliegende Konzernabschluss wurde durch den Beschluss des Vorstands vom 23. März 2012 zur Veröffentlichung freigegeben. Die Billigung durch den Aufsichtsrat soll in der Aufsichtsratssitzung am 27. März 2012 erfolgen.

Köln, den 23. März 2012

Der Vorstand

gez. Jouni Salo

gez. Yizhen Zhu

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Risiken und Chancen der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Köln, den 23. März 2012

Der Vorstand

gez. Jouni Salo

gez. Yizhen Zhu

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Wir haben den von der KHD Humboldt Wedag international AG, Köln, aufgestellten Konzernabschluss -bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung sowie Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den international Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung gemäß § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss der KHD Humboldt Wedag International AG, Köln, den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Düsseldorf, den 23. März 2012

**Deloitte & Touche GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Graetz, Wirtschaftsprüfer

Neu, Wirtschaftsprüfer

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

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AVIC AVIC International Bejing Company Limited, Beijing, China (vormals: CATIC Beijing Co. Ltd., China)
Blake Blake International Ltd., Road Town, Tortola, British Virgin Islands
CATIC CATIC Beijing Co. Ltd., China
CSC Customer Service Center
CSC Risks Risiken, die die operativen Geschäftseinheiten betreffen
EKOF EKOF Flotation GmbH, Bochum
Group Risks Risiken, die den gesamten Konzern betreffen
HW Humboldt Wedag GmbH, Köln
HWAUS Humboldt Wedag Australia Pty. Ltd., Braeside, Australien
HWIN Humboldt Wedag India Private Ltd., New Delhi, Indien
HWUS Humboldt Wedag inc., Norcross (Georgia), USA
KHD KHD Humboldt Wedag international AG, Köln
KHD Beijing KHD Humboldt Wedag Machinery Equipment (Beijing) Co. Ltd., Beijing, China
KHD Engineering KHD Engineering Holding GmbH, Wien, Österreich
KHD HW KHD Humboldt Wedag GmbH, Köln
KHD OOO KHD Humboldt Engineering OOO, Moskau, Russland
KIS KHD Humboldt Wedag Industrial Services AG, Köln
MFC Corporate Services MFC Corporate Services AG, Herisau, Schweiz
MFC Industrial Ltd MFC Industrial Ltd (vormals Terra Nova Royalty Corp.), Vancouver, Kanada
MGI Max Glory Industries Ltd., Hongkong, China
Weir Minerals Weir Minerals Europe Limited, ein Geschäftsbereich der Weir Group PLC, Glasgow, Großbritannien
ZAB ZAB Zementanlagenbau GmbH Dessau, Dessau

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

KHD Humboldt Wedag international AG

Colonia-Allee 3

51067 Köln

Deutschland

Tel: +49 221 6504 - 0

E-Mail: [email protected]

www.khd.com

INVESTOR RELATIONS

KHD Humboldt Wedag international AG

Abteilung Investor Relations

Colonia-Allee 3

51067 Köln

Deutschland

Tel: +49 221 6504 - 1500

E-Mail: [email protected]

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Venloer Straße 241-245

50823 Köln

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Der Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor. Bei Unterschieden ist die deutsche Fassung maßgeblich.

ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN UND PROGNOSEN

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Erfahrungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Zu diesen Risikofaktoren gehören insbesondere die im Risikobericht auf den Seiten 51 bis 58 genannten Faktoren. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

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